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Das Magazin für die niederbayerische Wirtschaft. Ausgabe Region Landshut Nr. 5

WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Region Landshut Nr. 5 l Verbreitungsgebiet: Stadt und Landkreis Landshut l August 2017

Automotive-Branche

Rückgrat unserer Wirtschaft

Dräxlmaier: Wie man

ein Unternehmen

ganz groß macht. S. 16

PÖSCHL TOBACCO GROUP:

Global Player mit

Tradion und Dynamik S. 26

„Läuft bei dir?

Geisenhausen – ein Markt

zeigt Ehrgeiz S. 22

WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 1


Einstieg Landshuter Hochzeit

Vorläufige Bilanz: „Gut gelaufen.“

Landshuter Hochzeit l Das Wetter war gut. Besucherzahlen sehr zufriedenstellend. Stimmung ausgelassen. Keine größeren Zwischenfälle.

Aber was bringt die LaHo eigentlich unter wirtschaftlichen Aspekten. Am letzten LaHo-Wochenende hat WirtschaftsLEBEN zwei

Männer befragt, die es wissen müssen: Förderer-Chef Dr. Ernst Pöschl und Kurt Weinzierl, Geschäftsführer des Verkehrsvereins.

Herr Pöschl, bis jetzt ist alles wieder sehr gut gelaufen

– kann man schon eine wirtschaftliche Bilanz ziehen?

So ziemlich 100 Prozent aller Karten sind verkauft.

Wir sind sehr zufrieden, das Gros der Veranstaltungen

war sehr schnell ausverkauft. Der

Besucherandrang ist großartig wie

immer. Mein Eindruck ist auch, dass

immer mehr Leute von weiter her

und auch aus dem Ausland kommen.

Und konkret: Saldo Einnahmen/Ausgaben?

Ein abschließender Saldo liegt noch

Dr. Ernst Pöschl nicht vor. Aber es ist alles vorsichtig

kalkuliert. Nachdem ich ein vorsichtiger

Kaufmann bin und unseren Kostenansatz sehr

vorsichtig geplant habe, gehe ich davon aus, dass wir

einigermaßen hinkommen. Auch wenn vieles teurer geworden

ist als budgetiert.

Ich hoffe sogar, dass was übrigbleibt, damit wir wieder

mal investiere können, sei es in Kleider, sei es in Musikinstrumente

usw., das wird man Ende des Jahres

sehen.

Wie würden Sie die Bedeutung der LaHo für die Stadt

und die Region als Wirtschaftsstandort allgemein einschätzen?

Ich bin der Meinung, dass es ein nicht unwesentlicher

Faktor ist. Fangen wir mal an mit dem Aufbau. Wir

versuchen ja die Landshuter Handwerker und Unternehmen

voll mit einzubinden. Drucksachen, Prospekte

usw., wird ja alles in der Region gemacht. Von den ca.

4,8 Mio. Kosten fließt wieder ein Großteil in die Region

zurück; auch in Gastronomie, Hotellerie und Handel.

Wie kann man das beziffern?

Wir reden von 120 bis 130 tausend Besuchern pro Woche,

rechnen Sie dann bloß einmal zehn Euro, die jeder

ausgibt ... Dann ist das eine Größenordnung von 1,3

Mio. Euro. In den 21 Tagen also etwa 5-6 Mio., und

zehn Euro sind eher niedrig angesetzt. Weil Besucher

von auswärts natürlich viel mehr ausgeben, die gehen

mehrmals essen usw. Und das Übernachten ist da noch

gar nicht dabei.

Manche jammern über zu hohe Preise ...

Einige kriegen halt den Hals nicht voll. Wobei wir schon

auch ein Auge darauf haben, dass es keine Oktoberfestpreise

gibt. Wir wollen, dass eine Familie auch noch

leben kann, wenn sie da ist.

Sehen Sie auch unmittelbar einen Nutzen hinsichtlich

Unternehmensansiedlungen oder Mitarbeitergewinnung?

Ich weiß, von vielen Unternehmen, die während der

LaHo ihre Zentralversammlungen usw. in der Region

machen, weil sie dann gleich ein gutes Beiprogramm

für die Anreisenden haben. Und ich glaube auch, dass

bei so einem festlichen Beisammensein manche Unterschrift

leichter fällt. Eine gute Kultur ist immer auch ein

wirtschaftlicher Wert.

Herr Weinzierl, was genau bedeutet die LaHo für Landshut

und die Region in wirtschaftlicher Hinsicht?

Wir reden von ca. 550.000 Besuchern in 21 Tagen bzw.

an vier Wochenenden. Das ist schon eine Hausnummer.

Aber wenn wir richtig informiert sind, geht die Rechnung

bei den Förderern gerade mal so auf, mit einem

kleinen Überschuss vielleicht.

Schon. Der Vorteil für die Stadt – und übrigens auch für

die Region – ist trotzdem erheblich. Es profitiert z. B.

die Hotellerie. Bei den ca. 1.600 Betten in der Stadt ergibt

sich ein Übernachtungsmehrwert von mindestens

10.000 Übernachtungen. Wenn man die Tagesbesucher

mit ihren Ausgaben dazu nimmt, kann man alles in

allem von einem touristischen Mehrwert zwischen 15

und 20 Mio. Euro ausgehen. Verteilt auf Gastronomie,

Hotellerie, teilweise auch Handel.

Das strahlt im Übrigen auch in die ganze Region aus,

alle angrenzenden Landkreise partizipieren, auch Straubing

noch. Gäste übernachten in Flughafenhotels, in

Freising usw.

Bringt die LaHo auch Image und Bekanntheitsgrad?

Das kommt natürlich dazu. Die LaHo erzeugt eine Unsumme

von Landshut-Botschaftern, die auf der ganzen

Welt erzählen, „wie toll das war.“

Auf der ganzen Welt?

Wir haben zwischen 15 und 20 % Auslandsbesucher.

Unsere Werbung ist seit Jahrzehnten internationalisiert.

In Kooperation mit touristischen Partnern wie dem TVO,

der Bayern Tourismus Marketing GmbH und der Deutschen

Zentrale für Tourismus. Auf dieser Vertriebsschiene

können wir die LaHo weltweit darstellen. Sogar in

Südostasien und Australien.

Wer in diesem Sommer von woher auch immer nach

Deutschland kommt, schaut mit hoher Wahrscheinlichkeit

auch in Landshut vorbei.

Sehen sie auch eine Bedeutung für Landshut allgemein

als Wirtschaftsstandort?

Das ist alles komplex miteinander

verwoben. Besucher registrieren

natürlich die Schlüsselindustrie;

BMW, Schott, ebmpapst,

usw., das wird ja alles

wahrgenommen. Man merkt

das, wenn man sich mit ausländischen

Gästen unterhält.

Welche Kosten hat die Stadt

selbst eigentlich?

Kurt Weinzierl

Das kann man nicht genau beziffern. Aber die Stadt ist

insgesamt schon stark engagiert. Da läppern sich schon

einige 100.000 Euro zusammen. Wenn man alles einbezieht,

Straßenreinigung, Tribünenaufbau, verkehrliche

Dinge usw.

n

Dingolfing

2 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 3


Inhalt

WirtschaftsLEBEN l Region Landshut Nr. 5

WirtschaftsLEBEN l Region Landshut Nr. 5

Inhalt

Rückgrat

Rampenlicht Automotive l Vor 50 Jahren setzte die niederbayerische Wirtschaft mit der Übernahme der Dingolfinger Glas-Werke durch BMW

zum großen Sprung an. „Automotive“ ist heute das Rückgrat der niederbayerischen Wirtschaft und viel mehr als BMW, aber ohne BMW wäre

dieser ganze Wirtschaftszweig in der heutigen Stärke gar nicht denkbar. Gegenwärtig ist der Regierungsbezirk Boom-Land. Sorglos in die

Zukunft blicken kann die Branche allerdings nicht. ab Seite 10

Geisenhausen: Klasse vor Masse

Man könnte sagen, Geisenhausen ist ein Hidden

Champion. Zwischen Landshut und Vilsbiburg gedeiht

der Markt ganz beachtlich. Es lebt es sich gut in

Geisenhausen, und damit das so bleibt, will der Marktgemeinderat

„kein Wachstum auf Teufel komm raus“,

gleichwohl arbeitet man konsequent an der wirtschaftlichen

Entwicklung und an der Optimierung der Lebensund

Aufenthaltsqualität. Von oben im Uhrzeigersinn:

Ortskern aus der Luft, die beiden Kirchtürme, Rathaus,

1. Bürgermeister Josef Reff, Gewerbegebiet, Pöschl-

Belegschaft mit Geschäftsführern Dipl.-Wirtsch.-Ing. FH

Katharina Pöschl und Dipl.-Kfm. Patrick Engels.

Die Serie „Läuft bei dir?“ stellt in jeder Ausgabe eine Kommune aus dem Landkreis als

Wirtschaftsstandort und Heimatort vor. In dieser Ausgabe: Geisenhausen, der „Hidden Champion“ mit solidem Wachstum. ab Seite 22

Einstieg

Landshuter Hochzeit –

Vorläufige Bilanz: „Gut gelaufen“ 1

Mitbekommen?

Landratsamt: Standortfrage wird

noch heuer entschieden l Jugend forscht:

Von Vilsbiburg ins Bundeskanzleramt

zu Angela Merkel l Bund der Selbständigen

(BDS) formiert sich neu 4

„Weder eine Immobilienblase noch

ein Rückgang der Preise in Sicht“ 5

bfz Landshut: Hauptstandort der beruflichen

Fortbildungszentren der

Bayerischen Wirtschaft wird 25 Jahre l

Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz

ordnet Geschäftsführung neu 6

Fünfzig Jahre Wittmann Recycling l

B15neu – für eine leistungsfähige

Verkehrsinfrastruktur

in der Region 7

IHK-Standort-Umfrage: Landshut schneidet

überdurchschnittlich ab l

Messeveranstalter Kinold

(Niederbayernschau) und Schnur

(Umweltmesse) wollen künftig zusammenarbeiten

l „STERN“ ordnet Landshut unter

Traumziele ein 8

Sonderausstellung „50 Jahre BMW in

Niederbayern“ im Industriemuseum Dingolfing 9

Rampenlicht

„Automotive“ ist heute das Rückgrat der niederbayerischen

Wirtschaft und viel mehr als BMW,

aber ohne BMW wäre dieser ganze Wirtschaftszweig

in der heutigen Stärke gar nicht denkbar.

ab S. 10

DRÄXLMAIER Technologien in

über hundert Fahrzeugmodellen 16

Für ein sicheres Autoleben: Sicherheitsrelevante

Komponenten aus Glas, Keramik und

Metall von SCHOTT Electronic machen

Fahrzeuge sicherer 18

Als Spezialist für intelligente Leistungselektroniksysteme

beliefert Deutronic die Industrie weltweit

mit technologisch führenden Lösungen 19

Läuft bei dir?

Geisenhausen: Klasse statt Masse 22-31

Mit den Unternehmen PÖSCHL,

DELTA, ADITO und anderen

Ausstieg

Landshut wird Gigabit-Pilotregion 32

Impressum33

Förderer-Chef Dr. Ernst Pöschl

mit einer ersten Bilanz der

diesjährigen Landshuter Hochzeit:

„Gut gelaufen“.

S. 1

Landrat Peter Dreier: Standortentscheidung

für das neue

Landratsamt soll noch in diesem

Jahr fallen. S. 4

bfz-Leiterin Ingrid Schmid

begrüßte anlässlich des

25-jährigen Bestehens zahlreiche

Partner und Ehrengäste, hier

Landshuts OB Aleander Putz.

S. 6


25 Jahre Wittmann Reccling:

Andreas Wittmann bei seiner

Festrede. S. 7

Anlässlich der 50-Jahr-Feier bei

BMW zeigte Ministerpräsident

Horst Seehofer, dass er in einen

Goggo passt. S. 10

Kurt Weinzierl, Geschäftsführer

des Verkehrsvereins, ordnet die

Landshuter Hochzeit aus

wirtschaftlicher Sicht ein

S. 1

Bundeskanzlerin Angela

Merkel empfängt die

DRÄXLMAIER-Sieger bei

Jugend forscht.

S. 4

Alexander Stahl:

ab Januar 2018 neuer Geschäftsführer

der Handwerkskammer

Niederbayern-Oberpfalz.

S. 6

Jutta Widmann: Engagement für

die überfällige Westtangente.

„Nur eine ganzheitliche und

sinnvolle Verkehrsplanung in West

und Ost kann die Verkehrsprobleme

Landshuts lösen.“ S. 7

BMW-Vorstandvorsitzender

Harald Krüger. Unser „Rampenlicht“

zeigt, dass BMW seit

50 Jahren für Niederbayern

die entscheidende Konjunkturlokomotive

ist. Ab S. 10

Sonderausstellung „50 Jahre BMW in Niederbayern“ im Industriemuseum Dingolfing: Bis 6. Januar kommenden Jahres

können Besucher die Entwicklung der beiden BMW Group Werke Dingolfing und Landshut sowie deren Einfluss auf die

Infrastruktur einer ganzen Region und auf die Lebensqualität der Bevölkerung hautnah erleben.

Im Bild: Goggo-Produktion in den 1960-er Jahren. Simulation „autonomes Fahren“ in der Dingolfinger Ausstellung.S. 9

4 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 5


Mitbekommen? WirtschaftsLEBEN in Kürze.

Mitbekommen? WirtschaftsLEBEN in Kürze.

Landratsamt: Standortfrage

wird noch heuer entschieden

Nach dem Grundsatzbeschluss des Kreistags

zum Bau eines neuen Landratsamtes will Landrat

Peter Dreier (FW) keine Zeit verlieren und das

Mammutprojekt zügig in Angriff nehmen. Trotz

Sommerferien und Urlaubszeit hat die Landkreisverwaltung

bereits die ersten Schritte zur Realisierung

des Neubauvorhabens eingeleitet. Das

erklärte Ziel des Landrats: noch in diesem Jahr

die Standortfrage klären. Zwei Wochen nach der

denkwürdigen Kreistagssitzung ist der Landrat

noch immer „dankbar und stolz“, aber auch sichtlich

erleichtert, dass die Kreisräte mit überwältigender

Mehrheit die „historische Entscheidung

für den Neubau des Landratsamts“ gefällt haben,

die gleichsam „weitreichend und weitsichtig“ gewesen

sei. „Und zwar auch in Bezug auf unseren

Medizin-Standort Achdorf“, wie Dreier ergänzte.

Eine Vertagung der Abstimmung auf die erste

Kreistagssitzung nach der Sommerpause hätte bis

dahin „mit Sicherheit keine neuen Erkenntnisse“

erbracht, sondern nur unnötig den Druck erhöht,

„und der steigt von Woche zu Woche“, betonte

Dreier mit Blick auf den anhaltend wachsenden

Personalbedarf, der aufgrund der beengten räumlichen

Verhältnisse nicht mehr im Ämtergebäude

an der Veldener Straße im Landshuter Stadtteil

Achdorf zu bewältigen sei.

Auch erste Gespräche mit der Regierung von

Niederbayern haben bereits stattgefunden, um

einerseits die Notwendigkeit eines neuen Domizils

zu erläutern und andererseits Möglichkeiten

zur Finanzierung des auf etwa 50 Mio. Euro geschätzten

Bauprojekts aufzuzeigen, ohne dadurch

gleichzeitig die laufenden und geplanten Investitionen

in Frage zu stellen oder gar die finanzielle

Leistungsfähigkeit des Landkreises dauerhaft aufs

Spiel zu setzen. In den nächsten Wochen und Monaten

werde es nun darum gehen, die ebenso zentrale

wie spannende Frage zu klären, wo das neue

„Hauptquartier“ des Landkreises Landshut errichtet

wird. Die Entscheidung für den neuen Standort

soll auf jeden Fall noch heuer getroffen werden,

spätestens bei der letzten Kreistagssitzung des

Jahres am 18. Dezember, bekräftigte Dreier.

Von Vilsbiburg zu Angela Merkel ins Bundeskanzleramt

Die beiden Schüler des Simpert-Kraemer-

Gymnasiums in Krumbach hatten mit ihrer Arbeit

im Fach Chemie nicht nur den ersten Preis im Landesfinale

bei der DRÄXLMAIER Group in Vilsbiburg

gewonnen, sondern waren darüber hinaus im Bundesfinale

mit dem „Preis der Bundeskanzlerin für

die originellste Arbeit“ ausgezeichnet worden.

Zahlreiche weitere Nachwuchswissenschaftler

aus Bayern waren im Juni zu Besuch im Berliner

Bundeskanzleramt. Kanzlerin Angela Merkel und

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka empfingen

alle Preisträger des Bundeswettbewerbs

von Jugend forscht 2017. Darunter befanden sich

mehrere bayerische Landessieger – allen voran

Johannes Greiner (16) und Stephan Wagner

(15). Im Bundeskanzleramt durften die beiden

Jungforscher ihre Arbeit Angela Merkel persönlich

präsentieren. Die Schüler hatten in Ihrem Projekt

Bund der Selbständigen (BDS) formiert sich neu

OB Putz beim diesjährigen

BDS-Sommerempfang:

Bedeutung

der Unternehmenn für

die Kommunen betont.

untersucht, wie die sogenannten Liesegangschen

Ringe – beeindruckende ringförmige Strukturen

aus stabilen Kristallen – in Gelatinegel entstehen.

Es gelang ihnen, die ästhetischen Muster der Ringbildung

zu verstehen und weitere komplexe Strukturen

gezielt zu erzeugen. Merkel, selbst promovierte

Physikerin, fragte während der Präsentation

immer wieder interessiert nach und lobte die Arbeit

als „ein schönes Beispiel für Jugend forscht“.

Mehr als 12.000 Nachwuchswissenschaftler

hatten sich bei Jugend forscht beworben – jeder

sechste kam aus Bayern. In diesem Jahr hatten

zudem so viele Mädchen und junge Frauen wie

noch nie zuvor teilgenommen. „Bildung und Forschung

haben für uns höchste Priorität. Dies soll

auch so bleiben“, betonte die Bundeskanzlerin.

Dass die Anstrengung sich lohne, zeige sich gerade

bei „Jugend forscht“.

n

Johannes Greiner (rechts) und Stephan Wagner durften Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen des Empfangs im

Kanzleramt persönlich ihr Forschungsprojekt präsentieren.

(Foto: Bundesregierung/Plambeck)

Nach dem Abgang von Marco Altinger hat

sich der Bund der Selbständigen Landshut

neu formiert. Vorsitzender ist jetzt Christian

Pöhner, im Hauptberuf Geschäftsführer

der PZ Systeme GmbH & Co. KG.

Und er hat sich die Latte hoch gelegt.

So will er unter anderem neue Formate

etablieren: BDSvorORT (Betriebsbesichtigungen),

BDSTalk (Diskussionsrunden zu

verschiedenen Themen mit Unternehmen,

aber auch mit Politikern), BDSMarketing-

Stammtisch,

BDSonTour

(Freizeitaktivitäten

wie Floßfahrten, Volksfestbesuch).

Beibehalten werden Sommer- und

Jahresempfang. Networking soll wieder

großgeschrieben werden. „Sich kennenlernen,

sich austauschen, das kam in den

letzten Monaten viel zu kurz“, so Pöhner.

Forciert werden soll auch die BDS

AZUBIAKADEMIE, die kleinen und mittelständischen

Betrieben einen professionellen

Betriebsunterricht ermöglicht. (www.

bds-landshut.de)

Neuer 1. Vorsitzender

beim BDS Landshut:

PZ-Systeme-

Geschäftsführer

Christian Pöhner.

„Weder eine Immobilienblase noch ein

Rückgang der Preise in Sicht“

Es ist nicht damit zu rechnen, dass sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt entschärft. So das

Fazit eines kürzlich von der Sparkasse Landshut und ihrer Partnergesellschaft LBS durchgeführten

Pressegesprächs zur Entwicklung des Immobilienmarktes in der Region Landshut.

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Von links: LBS-Vorstand Erwin Bumberger, Sparkassen-

Vorstandsmitglied Josef Wirkert, Thomas Stallwanger

(Leiter Immobiliencenter) und Karina Habereder (Leiterin

Immobilienberatung) beim Pressegespräch.

Die Nachfrage ist ungemindert groß, das

Angebot zu klein: Daher hat das große Interesse

an Wohnungen im vergangenen Jahr im Raum

Landshut zu gravierenden Preissteigerungen geführt.

Wie Sparkassen-Vorstandsmitglied Josef

Wirkert sagte, sei es dabei wiederum „eine Treppenstufe

höher“ gegangen und immer noch habe

die Marktentwicklung eine „ungeheure Dynamik“.

Neue Doppel- und Reihenhäuser in Stadt und

Landkreis Landshut kosten zwischen 170.000 und

550.000 Euro, gebrauchte sind zwischen 70.000

und 480.000 Euro zu haben, für neue Eigentumswohnungen

werden zwischen 3.700 und 4.700

Euro pro Quadratmeter, für gebrauchte zwischen

1.200 und 4.000 Euro pro Quadratmeter verlangt,

wobei in besonders gefragten Lagen auch die

5.000er-Marke „locker geknackt werde“, wie die

Teamleiterin der Immobilienberatung, Karina Habereder,

sagte. Das Angebot an Häusern und Wohnungen

werde der anhaltenden Nachfrage nicht

gerecht. „Bayern ist ein Zuzugsland“, sagte Erwin

Bumberger, Vorstand der LBS Bayern. Ein Grund

für die ständig steigende Nachfrage sei das anhaltende

Bevölkerungswachstum in Bayern. Zwischen

1995 und 2015 sei die Bevölkerung im Freistaat

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um 850.000 gestiegen, in den folgenden Jahren

werden noch einmal rund 70.000 Menschen erwartet.

Zwar werde auch viel neu gebaut, doch

stünden derzeit 64.000 Neubauwohnungen jährlich

einem Bedarf von rund 70.000 gegenüber. Darüber

hinaus ist eine Tendenz zu größeren Wohnungen

erkennbar: Mit durchschnittlich 48 Quadratmetern

pro Person habe der Bedarf in den vergangenen

Jahren um neun Quadratmeter zugenommen. In

ihren eigenen vier Wänden wohnen in der Stadt

Landshut nur 38,5 Prozent der Einwohner, dagegen

sind im Landkreis 65,5 Prozent Nutzer ihrer

eigenen Wohnung. „Wir sind überzeugt, dass mehr

Wohneigentum auch unserer Region guttun würde“,

sagte Wirkert.

Trotz des knappen Immobilienangebots lag der

Wert der im vergangenen Jahr über die Sparkasse

vermittelten Objekte bei 37,4 Millionen Euro und

hat sich damit gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.

Gleichzeitig hat die Sparkasse Wohnbaukredite in

Höhe von 212 Millionen Euro ausgezahlt. Was die

nahe Zukunft angeht, ist für Sparkasse und LBS

jedenfalls weder eine Immobilienblase in Sicht

noch ein Rückgang der Preise. Dafür gibt es immer

mehr finanzstarke Kapitalanleger, die die Landshuter

Innenstadt als sicheres und attraktives Pflaster

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6 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 7


Mitbekommen? WirtschaftsLEBEN in Kürze.

Mitbekommen? WirtschaftsLEBEN in Kürze.

bfz Landshut: Hauptstandort der beruflichen Fortbildungszentren

der Bayerischen Wirtschaft wird 25 Jahre

Das bfz Landshut hat im Juli mit Partnern und Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft,

Arbeitsagenturen und Schulwesen seine 25-jährige Erfolgsgeschichte gefeiert.

Der Hauptstandort Landshut der Beruflichen

Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft

(bfz) engagiert sich mit seinen Außenstellen seit

25 Jahren in Niederbayern dafür, dass die Menschen

in der Region passende berufliche Perspektiven

und die Unternehmen gut ausgebildete

Fachkräfte bekommen. Zum Jubiläumsfest kamen

unter anderem Stefan Müller, Parlamentarischer

Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung

Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz ordnet Geschäftsführung neu

Die Vollversammlung der Handwerkskammer

Niederbayern-Oberpfalz hat

im Juli einstimmig über die Neuaufstellung

der Geschäftsführung entschieden.

Der bisherige Leiter der Bereiche

Organbetreuung, Handwerkspolitik,

Öffentlichkeitsarbeit, Marketing, Volkswirtschaft,

Statistik, Alexander Stahl,

wird ab Januar 2018 Geschäftsführer.

Damit ist die Geschäftsführung der

Handwerkskammer ab kommendem Jahr

neu aufgestellt: Jürgen Kilger, der bereits

im November 2016 gewählt wurde und

aktuell das Amt des stellvertretenden

Hauptgeschäftsführer innehat, wird neuer

Hauptgeschäftsführer.

Hans Schmidt

bleibt stellvertretender

Hauptgeschäftsführer

und

Alexander Stahl: ab Januar

2018 neuer Geschäftsführer

der Handwerkskammer

Niederbayern-

Oberpfalz.

und Forschung, Prof. Günther G. Goth, Vorstandsvorsitzender

des Bildungswerks der Bayerischen

Wirtschaft, Oberbürgermeister Alexander Putz und

Landrat Peter Dreier.

Staatssekretär Müller lobte das bfz vor allem

für seine Angebote zur Berufsorientierung für

Schüler. Prof. Goth hob die Arbeit des bfz Landshut

zur Unterstützung von Auslandsaktivitäten

Die Gäste in der Werkstatt, wo sonst

Seminarteilnehmer fit für den Job

gemacht werden (v. li.): bfz-Leiterin

Ingrid Schmidt, Prof. Günther G. Goth,

Vorstandsvorsitzender des Bildungswerks

der Bayerischen Wirtschaft,

Parlamentarischer Staatssekretär Stefan

Müller, Bundestagsabgeordneter Florian

Oßner und Thomas Lösch von der

bfz-Zentrale in München.

Alexander Stahl wird Geschäftsführer. Die

frühere Regelung mit zwei stellvertretenden

Hauptgeschäftsführern wurde damit

geändert. Der aktuelle Hauptgeschäftsführer

Toni Hinterdobler verabschiedet

sich Ende des Jahres in den Ruhestand.

„Das Handwerk in Niederbayern und der

Oberpfalz ist eine der tragenden Säulen

der ostbayerischen Wirtschaft. Mir liegt

es besonders am Herzen, dass dies auch

so von der Öffentlichkeit und der Politik

wahrgenommen wird und das Handwerk

auch in Zukunft von mittelstandsfreundlichen

Rahmenbedingungen profitieren

kann“, sagte Stahl. „Auch für zukunftsweisende

Themen, wie

zum Beispiel dem

Breitbandausbau

in Ostbayern oder

der Digitalisierung

Stv. Hauptgeschäftsführer

Jürgen Kilger: 2018

Hauptgeschäftsführer.

heimischer Unternehmen hervor. „Wir helfen unseren

Firmen, auf internationalen Märkten Fuß zu

fassen.“

Für Ingrid Schmidt, Leiterin des bfz Landshut,

gehört die Arbeit mit Flüchtlingen und Zuwanderern

zu den großen Herausforderungen und wichtigsten

Aufgaben für die nahe Zukunft.

Als Beispiel für die erfolgreiche Kooperation

des bfz mit den Unternehmen gaben Wilfried Andres,

Geschäftsführer von WINGA Spezialmaschinen

in Landshut, und seine Mitarbeiterin Rabije Bejta

auf der Bühne einen Einblick in die Zusammenarbeit.

Bejta stammt aus Albanien und hat über

das bfz ein Praktikum gemacht. Im Rahmen einer

Umschulung ist die 46-Jährige nun wieder in der

Firma im Einsatz – und hat sehr gute Aussichten,

dauerhaft im Betrieb zu bleiben.

Bei einer Hausmesse gab das bfz den Gästen

einen Einblick, wie in der Praxis dafür gearbeitet

wird, dass die richtigen Menschen und Unternehmen

zusammenkommen. „Tausende von Lehrgangs-

und Seminarteilnehmern haben bisher von

unseren Schulungen und unserer Vernetzung mit

der Wirtschaft profitiert“, sagte Schmidt. Die enge

Verbindung des bfz zu den Unternehmen ist einer

der entscheidenden Erfolgsfaktoren. Denn das bfz

ist Teil des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft,

das von bayerischen Wirtschaftsverbänden

und Unternehmen getragen wird. n

im Handwerk, müssen wir uns für unsere

Mitgliedsbetriebe einsetzen und dafür sorgen,

dass die Belange unserer Handwerker

ausreichend berücksichtigt werden.“

Der in Weiden geborene Oberpfälzer

absolvierte sein Studium der Rechtswissenschaften

in Regensburg. Im Mai 2005

trat Stahl als Rechtsberater am Standort

Passau in die Handwerkskammer ein.

Mitte 2007 wechselte er als Assistent der

Geschäftsführung nach Regensburg. Im

Jahr 2012 wurde Stahl mit der Leitung der

Abteilung Öffentlichkeitsarbeit, Presse und

Marketing beauftragt und Anfang 2016

zum Bereichsleiter ernannt. Am 1. Januar

2018 tritt er in die

Geschäftsführung

ein. Der 39-jährige

Alexander Stahl ist

verheiratet, hat einen

Sohn und wohnt in

Neutraubling. n

Hauptgeschäftsführer

Toni Hinterdobler: zum

Jahresende in Ruhestand.

Andreas Wittmann bei seiner Festrede.

Fünfzig Jahre

Wittmann Recycling

Die Firma Wittmann Recycling mit Hauptsitz

in Geisenhausen feierte ihr 5O-jähriges Bestehen

zusammen mit der Fertigstellung des neuen

Verwaltungsgebäudes in der Vilsbiburger Straße.

Der Festakt mit etwa 150 geladenen Besuchern

war geprägt von gehaltvollen Reden hochkarätiger

Gäste, darunter auch Landrat Peter Dreier. Beim

Tag der offenen Tür informierten sich viele Bürger

von Geisenhausen und Umgebung über die Tätigkeitsbereiche

des Unternehmens.

In seiner Ansprache beim Festakt bekannte

sich Andreas Wittmann zum Bau der B 15 neu:

,,Wenn unsere Lastwagen eine ganze Stunde bis

nach Altdorf brauchen und in Landshut im Stau

stehen, ist das auch nicht umweltgerecht.“ Sein

Rückblick schlug den Bogen vom kleinen Familienbetrieb

mit Siebentage-Woche zum heutigen

deutschlandweit agierenden Unternehmen mit 160

Mitarbeitern und mehreren Niederlassungen. Weil

der Platz in den Büros knapp geworden war, hat

die Unternehmensleitung mit örtlichen Firmen das

neue Verwaltungsgebäude in Geisenhausen erstellen

lassen. Ausdrücklich bedankte sich Wittmann

beim Architekturbüro Birnkammer für „das gelungene

Bauwerk“. Auch wenn er und sein Bruder

Karl den „Stab an die nächste Generation weitergeben“

wollen, werde die zentrale Verwaltung in

Geisenhausen verbleiben. Wittmann betonte die

Leistung seines Unternehmens für den Umweltschutz

und zeigte sich sicher, dass es auch „in

Zukunft nicht langweilig wird bei Wittmann Recycling“

(siehe auch S. 24).

n

Für eine leistungsfähige

Verkehrsinfrastruktur in der Region

Befürworter der äußeren Westumfahrung Landshuts haben auf Initiative des Aktionsbündnisses

Pro Westtangente rund 3.000 Unterschriften an Landrat Dreier übergeben. Parallel

zur Bundestagswahl am 24. September 2017 sind die Bürgerinnen und Bürger der Stadt

Landshut aufgerufen, sich an dem Bürgerentscheid über die Westtangente zu beteiligen.

Eine mögliche Landshuter Westumfahrung

hätte auch große Vorteile für die

Umlandgemeinden – deshalb haben sich

Landkreisbürger ebenfalls der Unterschriftensammlung

des Aktionsbündnisses für

eine äußere Westumfahrung angeschlossen,

die einen Bürgerentscheid zu diesem

Thema in Landshut zum Ziel hatte.

Im Juli überreichte Initiatorin Stadträtin

Jutta Widmann, MdL, gemeinsam

mit weiteren Befürwortern die Unterschriftsliste

an Landrat Peter Dreier.

Widmann sprach von einem „Geschenk“,

das für den Landrat aber auch mit einem

Handlungsauftrag verbunden sei. Denn

Verkehrsgutachten zeigten laut Widmann,

dass die Westumfahrung für eine spürbare

Verkehrsentlastung im Stadtgebiet

sorgen würde. Langfristiges

Ziel müsse aber ein vollständiger

Ringschluss sein.

Dafür müssen aber auch

die Landkreis-Gemeinden

mit ins Boot geholt werden:

„Natürlich gibt es bei jedem

großen Bauprojekt Betroffene

und Einwendungen – doch

auch diese werden wie die

gesamte Region von einer

leistungsfähigen Infrastruktur

und einer spürbaren Verkehrsentlastung

der Stadt-

Jutta Widmann

und Ortsdurchfahrten profitieren. Die

Bürgerinnen und Bürger erwarten von der

Kommunalpolitik, dass sie solche Projekte

voranbringt – das hat die Unterschriftensammlung

des Aktionsbündnisses mit rund

3.000 Unterschriften aus dem Landkreis

klar gezeigt“, machte Dreier deutlich.

Dabei waren sich die Anwesenden einig,

dass nur eine ganzheitliche und sinnvolle

Verkehrsplanung in West und Ost die

Verkehrsprobleme Landshuts lösen wird

und bestehende Verkehrsadern miteinander

verbunden werden müssen, um die

leistungsstarke Region weiter zu fördern.

Insbesondere mit den Gemeinden Kumhausen

und Tiefenbach müsse frühzeitig

das Gespräch gesucht werden, da diese

zwar von der Trasse am meisten betroffen

wären, davon aber auch in städtebaulicher

Hinsicht stark profitieren könnten.

Selbst wenn die Westumfahrung an

der B11 endet, werde, so

Widmann, die Luitpoldstraße

beispielsweise um 3.900

Fahrzeuge pro Tag entlastet.

In der Sylvensteinstraße

sind es 1.300 Fahrzeuge

weniger, in der Klötzmüllerstraße

3.500 und in der

Veldener Straße 1.500.

Widmann: „Die optimale Entlastungswirkung

erzielen wir

jedoch mit einer Weiterführung

der Westumfahrung

auf dem Gebiet des Landkreises

Richtung Kumhausen/Hachelstuhl.

Dann würde die Veldener Straße pro Tag

um knapp 7.000 Fahrzeuge entlastet.“ n

Das Aktionsbündnis gegen Stau für eine äußere Westumfahrung Landshuts mit Initiatorin MdL Jutta Widmann

übergaben die gesammelten Unterschriften der Landkreisbürger an Landrat Peter Dreier.

8 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 9


Mitbekommen? WirtschaftsLEBEN in Kürze.

IHK-Standort-Umfrage: Landshut schneidet überdurchschnittlich ab

Wie Unternehmen ihren eigenen Wirtschaftsstandort einschätzen, ermittelt regelmäßig eine umfassende Standortumfrage der IHK unter Betrieben

aus Industrie, Handel, Dienstleistung und Tourismus. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse aus diesem Sommer.

Wie schätzen die Unternehmen ihren eigenen

Standort ein, wo sehen sie Verbesserungsbedarf

und womit punkten Stadt und Landkreis Landshut

in den Augen der Wirtschaft? Antworten darauf

gibt eine umfassende Standortumfrage der IHK

unter Betrieben aus Industrie, Handel, Dienstleistungen

und Tourismus. „Die Unternehmen sind mit

ihrem Standort durchaus zufrieden. In vielen Kriterien

erreicht die Region eine Bewertung über dem

Niederbayernschnitt. 83 Prozent der Betriebe würden

sich daher wieder für einen Firmensitz hier

entscheiden“, sagt IHK-Vizepräsident Hans Graf zu

den Ergebnissen.

„Knapp jeder fünfte Befragte beurteilt seinen

Standort mit sehr gut und keiner mit sehr

schlecht“, berichtet Graf. Zu den Stärken des

Standorts zählen die Energieversorgung und die

Anbindung an die A 92. Darüber hinaus werden die

Bereiche Schule, Freizeit, Sport, das Hochschulangebot

und die Kaufkraft positiv bewertet.

„STERN“ ordnet Landshut

unter Traumziele ein

„Landshut, ein Ort zum Schwärmen. Ein Ort,

der zum Verweilen einlädt. Ein Traumziel vor der

Haustür Deutschlands“ – das wurde der Stadt

Landshut jetzt schwarz auf weiß attestiert. Eine

„Stern“-Ausgabe hat im Juni nach den Traumzielen

in Deutschland gefragt; nach Orten, die

einen berühren und die man Freunden empfehlen

würde. Aus den zahlreichen Vorschlägen haben

die Redakteure 50 Orte ausgewählt: Darunter die

Stadt Landshut, die mit der Landshuter Hochzeit

als „schönstes Ausflugsziel“ auf Platz 5 thront.

Nummer eins ist Darß, eine Halbinsel in Mecklenburg-Vorpommern,

auf Platz 2 der Alatsee bei

Füssen, gefolgt vom Spreewald und Flensburg.

Hans Graf,

IHK-Vizepräsident

und Geschäftsführer

bei efa & käufl

GmbH, Landshut

Die Nähe zum Ballungsraum München wirkt

sich hingegen in einem Punkt negativ aus: Nirgendwo

im IHK-Bezirk wird das Wohnraumangebot

so schlecht bewertet wie in Stadt und

Landkreis Landshut, und auch die Grundstückspreise

für Gewerbeflächen oder die Büromieten

empfinden die Unternehmen als Belastung. Außerdem

werden Engpässe bei den Fachkräften und

mangelnde Breitbandverfügbarkeit kritisiert. Jeder

Vierte gibt in der Umfrage an, dass Standortfaktoren

das Firmenwachstum bereits verzögert haben.

„Für eine weiter positive Wirtschaftsentwicklung

müssen wir genau hier ansetzen. Unabdingbar ist

auch die zügige Realisierung der B 15 neu“, betont

der IHK-Vizepräsident.

Landshut als Messestandort weiter stärken:

Das ist das Ziel von Oberbürgermeister Alexander

Putz, Stadtdirektor Andreas Bohmeyer und den

Messeveranstaltern Peter Kinold und Rudi Schnur.

Kinold organisiert mit der Niederbayernschau, die

alle zwei Jahre über die Bühne geht, bekanntlich

die größte regelmäßig in Landshut stattfindende

Messe; Schnur zeichnet seit mehr als zehn Jahren

als einer der Geschäftsführer der LA Umwelt

Insgesamt fällt die Standortbewertung für

die Stadt Landshut etwas besser aus als für den

Landkreis. Grund dafür ist unter anderem das

bessere Angebot in den Bereichen öffentlicher

Personennahverkehr, bei Hochschule und den

beruflichen Ausbildungseinrichtungen sowie die

höhere Zufriedenheit mit Schienenanbindung, medizinischer

Versorgung und Einkaufsmöglichkeiten

in der Stadt Landshut. „Allerdings herrscht in der

Stadt eine deutlich geringere Zufriedenheit mit

dem regionalen Straßennetz, was die dringende

Notwendigkeit einer Entlastung unterstreicht“,

fordert Graf.

Für die Standortumfrage haben die Befragten

44 Faktoren nach Zufriedenheit und Wichtigkeit

bewertet. Abgefragt wurden dabei die Bereiche

Infrastruktur, Fachkräfte, Kosten, Marktumfeld,

Attraktivität und Wirtschaftsfreundlichkeit der

Verwaltung. Die Ergebnisse zeigen die Stärken und

Schwächen des Standorts aus Unternehmersicht

und liefern Ansatzpunkte für Verbesserungen. Detaillierte

Ergebnisse stehen auf der Internetseite

der IHK unter der Adresse: www.ihk-niederbayern.

de/standortumfrage

n

Gemeinsam den Messestandort Landshut stärken (v. li.): Stadtdirektor Andreas Bohmeyer, Peter Kinold, Oberbürgermeister

Alexander Putz und Rudi Schnur.

Messeveranstalter Kinold (Niederbayernschau) und Schnur

(Umweltmesse) wollen künftig zusammenarbeiten

gGmbH für die Ausrichtung der konstant erfolgreichen

Landshuter Umweltmesse verantwortlich.

Letztere wollen die beiden Messeorganisatoren

nun gemeinsam vorantreiben, wie sie dem Oberbürgermeister

bei einem Termin im Rathaus verrieten.

Demnach wollen die beiden Veranstalter

künftig nicht nur bei der Umweltmesse zusammenarbeiten,

sondern auch eine Sicherheitsmesse

in Landshut etablieren.

n

Sonderausstellung „50 Jahre BMW in

Niederbayern“ im Industriemuseum Dingolfing

Industriegeschichte l Bis 6. Januar kommenden Jahres können Besucher die Entwicklung der beiden

BMW Group Werke Dingolfing und Landshut sowie deren Einfluss auf die Infrastruktur einer ganzen Region

und auf die Lebensqualität der Bevölkerung hautnah erleben.

Bereits von weitem sichtbar künden weißblaue

Fahnen und ein stilisierter Zunftbaum mit

BMW-„Nieren“ aus fünf Jahrzehnten vor dem

Haupteingang des Dingolfinger Industriemuseums:

„Gratuliere, BMW“ – Bayerns legendärster Autobauer

feiert den 50. Jahrestag seiner Ansiedlung

in Niederbayern.

Mit der Übernahme der Hans Glas GmbH am

2. Januar 1967 läutete die BMW AG den viel zitierten

Aufschwung Niederbayerns vom „Armenhaus

Deutschlands“ zur Aufsteigerregion im Herzen Europas

ein. In der Sonderausstellung wird die weißblaue

Erfolgsgeschichte nun Kapitel für Kapitel

nacherzählt und an interaktiven Stationen erlebbar

gemacht.

Gleich zum Einstieg entführt eine Multimedia-

Installation die Besucher in die 1960er Jahre – und

wieder zurück in die Gegenwart des Dingolfinger

BMW Group Werks, wo kürzlich der zehnmillionste

am Standort gefertigte BMW vom Band rollte. Mit

einer Kombination aus Bildern, Texten, Filmen und

Exponaten gewährt eine zwölf Meter lange „Wand

der Innovationen“ Einblick in das Leistungsspektrum

des BMW Group Standorts Landshut, wo im

Leichtbauzentrum seit Herbst vergangenen Jahres

160 Ingenieure an den neuesten Werkstoffen,

Mischbaukonzepten und Produktionsverfahren für

künftige Fahrzeuggenerationen forschen.

Spannende Inszenierungen

automobiler Zukunftsthemen

Während die Besucher das Thema „Leichtbau“

beim Fingerhakeln sprichwörtlich über den

Tisch ziehen, vermitteln zwei futuristisch konstruierte,

begehbare Quader auf dem Freigelände

des Museums die Mobilität und Arbeitswelt von

morgen: In spannenden Inszenierungen werden

automobile Zukunftsthemen wie Autonomes Fahren,

Digitale Vernetzung und Elektromobilität den

Automatisierungen und Assistenzsystemen in der

Produktion der Zukunft gegenübergestellt, die die

Arbeitsplätze kommender Generationen noch ergonomischer

und effektiver gestalten.

Drei Säulen informieren über die Entwicklung

Zum Einstieg in die Ausstellung entführt eine Multimedia-

Installation die Besucher in die 1960er Jahre und wieder

zurück in die Gegenwart des Dingolfinger BMW Group

Werks. Dort rollte kürzlich der zehnmillionste am Standort

gefertigte BMW vom Band.

Mobilität von morgen ist vernetzt, der BMW wird zum

Smart Device: Wie die automobile Zukunft aussieht, zeigt

die Dingolfinger Sonderausstellung bereits heute – auf

einem Bildschirm, den der Besucher mittels Gestensteuerung

bedient.

Mit hochmodernen Assistenzsystemen gestaltet BMW

die Arbeitsplätze der Zukunft noch ergonomischer und

effektiver. Dabei steht die Gesundheit der Mitarbeiter

hoch im Kurs. Bei körperlich belastenden Tätigkeiten etwa

kommt das Exoskelett zum Einsatz.

Mitbekommen? WirtschaftsLEBEN in Kürze.

der Stadt Dingolfing im Zuge der BMW Ansiedlung

vor 50 Jahren. So sind nicht nur die Einwohnerzahlen,

Bau- und Gewerbegebiete gewachsen,

sondern auch die Steuereinnahmen der Gemeinde,

die Kaufkraft und Freizeitmöglichkeiten der Bevölkerung

– und damit deren Lebensqualität. „BMW

und seine 50-jährige Geschichte in Niederbayern

bewegt viele Menschen in der Region“, weiß Dingolfings

1. Bürgermeister Josef Pellkofer, dessen

Initiative die Sonderausstellung ermöglichte: „Uns

war es wichtig, die Schau einer breiten Bevölkerungsgruppe

zugänglich zu machen.“

Erfolgsgeschichte von BMW und

der Region gehen Hand in Hand

Dr. Andreas Wendt, Leiter des BMW Group

Werks Dingolfing, pflichtet bei: „Wir unterstützen

die Ausstellung, schließlich ging und geht die Erfolgsgeschichte

von BMW und der Region Hand

in Hand.“ Zentrales Anliegen sei nicht nur die Retrospektive

auf eine bewegte Geschichte, sondern

vielmehr der Blick auf gegenwärtige Themen der

Branche, die über den Erfolg der BMW Group auch

in den kommenden 50 Jahren entscheiden.

Die Sonderausstellung präsentiert Fakten und

Zukunftsaussichten auf einen der derzeit wohl

spannendsten und dynamischsten Industriesektoren.

Ideengeber der Schau ist die Grafenauer

Kreativagentur Atelier & Friends, die bereits viele

Kommunikationsmaßnahmen für das BMW Jubiläumsjahr

konzipiert und realisiert hat. Die aktuelle

Sonderausstellung ebenfalls.

„Die Schau wurde eingebettet in die vorhandene

Dauerausstellung und zieht sich durchs

gesamte Museum“, erklärt Atelier-Geschäftsführer

Markus Pühringer: „Sie zeigt ebenso spannende

wie überraschende Installationen in Außenbereichen,

auf Innenhöfen und Fluren.“ n

(Der Eintritt ist frei. Museum Dingolfing,

Obere Stadt 19, 84130 Dingolfing;

Öffnungszeiten: Dienstag - Sonntag: 10 - 18 Uhr;

geschlossen: 1. November, 24. + 31. Dezember;

weitere Infos:

www.museum-dingolfing.de/startseite-museum)

10 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 11


Rampenlicht: Automotive

Rampenlicht: Automotive

Rückgrat

Automotive l Vor 50 Jahren setzte die niederbayerische Wirtschaft mit der Übernahme der Dingolfinger Glas-Werke durch BMW zum

großen Sprung an. „Automotive“ ist heute das Rückgrat der niederbayerischen Wirtschaft und viel mehr als BMW, aber ohne BMW wäre

dieser ganze Wirtschaftszweig in der heutigen Stärke gar nicht denkbar. Gegenwärtig ist der Regierungsbezirk Boom-Land. Sorglos in

die Zukunft blicken kann die Branche allerdings nicht.

Schon das Vorspiel war eine heiße Nummer:

Goggo, auch zärtlich „Goggerl“ genannt. Goggerl

hatte aber nichts mit Gogo-Tanz zu tun und auch

nichts mit Wienerwald. Goggo war eine niederbayerische

Automarke, geboren in Dingolfing im Hause

Glas. Goggo ist nach kurzem, sehr intensiven

Leben im zarten Teenager-Alter verschieden und

wird heute beinahe als Mythos verehrt.

„Da Goggo“, gebaut von dem einstigen mittelständischen

Autobauer Hans Glas GmbH, war einmal

Dingolfings industrielles Aushängeschild und fehlt

bis heute – liebevoll gepflegt – auf keiner Oldtimer-

Ausstellung. Der „GLAS Automobilclub international

e. V.“ betreut die Besitzer noch existierender

Fahrzeuge weltweit mit Informationen, Ersatzteilen,

einer Club-Zeitschrift und einem Internetportal. In

der Nähe von Dingolfing gibt es noch einige Glas-

Museen mit vielen ausgestellten Goggomobilen.

Ursprünglich als Landmaschinenfabrik seit

1883 in Pilsting ansässig, setzte in der Nachkriegszeit

der damalige Juniorchef Andreas Glas

alles auf Roller und siedelte das Unternehmen

nach Dingolfing um. Der Markt für Landmaschinen

schrumpfte, in Italien sah man den großen Erfolg

von Vespa, und auch Deutschland war offenbar

bereit für ein solches Zweirad.

Mit einem Nachkriegsroller

begann die Wachstumsspirale.

Unternehmerisch war der Goggo in der damaligen

Zeit ein veritabler Geniestreich: In Technik

und Gesamtkonzept seinen deutschen Konkurrenten

überlegen – dem Messerschmitt Kabinenroller,

der BMW Isetta, dem Lloyd und der Heinkel

Kabine – eroberte sich der Goggo einen hohen

Marktanteil. Ein Jahr nach dem Beginn der Produktion

exportierte Glas in 36 Länder. Täglich wurden

170 Fahrzeuge hergestellt. 1957 entwickelte

Glas eine Coupé-Version sowie einen Transporter

und einen Pick-Up.

Nach und nach wurden die Motoren stärker,

die Karosserien eleganter, das Programm Schritt

um Schritt erweitert. Die Marke Glas stieß mit

einer Limousine und einem Cabrio in das Mittelklassesegment

vor. 1963 stellte Glas auf der IAA in

Frankfurt das Sportcoupé Glas 1300 GT und die Limousine

1500 vor, die später als Glas 1700 in Serie

ging. Beide Modelle wurden von dem italienischen

Designer Pietro Frua entworfen. Glas war damit in

die oberen Preisregionen vorgestoßen.

Auf der IAA 1965 stellten die Dingolfinger

den Glas V8 vor. Seine schnittige Form, ebenfalls

von Frua entworfen, brachte ihm den Spitznamen

„Glaserati“ ein. Es wurde allerdings nur eine Kleinserie

produziert. Der Produktionsaufwand war zu

hoch und die gesamte Kostenstruktur des Unternehmens

hatte sich ungünstig entwickelt.

„Glaserati“ Höhepunkt und

zugleich Anfang vom Ende.

In der Region war aber im Gefolge der Glas-

Fabrikation eine breit gefächerte Zulieferbranche

und eine starke Industriebasis entstanden – aus

einer Reparaturwerkstätte für Landmaschinen war

Dingolfings größter Arbeitgeber geworden. 1967

waren bei Glas rund 4.500 Mitarbeiter beschäftigt,

bei damals knapp 11.600 Einwohnern. Dingolfing

hatte sich zu einem industriellen Zentrum Ostbayerns

entwickelt

Doch Glas hatte nach sensationellen Erfolgen

überdreht und kam wirtschaftlich ins Trudeln. Da

kam BMW als der weiße Ritter. Was ein ziemlicher

Krimi war. Denn BMW war selbst noch weit

entfernt vom großen Erfolg. Nicht lange zuvor war

noch die Übernahme von BMW durch Glas in den

Wirtschaftsredaktionen diskutiert worden. Außerdem

war auch Landshut damals als großer niederbayerischer

BMW-Standort im Gespräch; auch

Glas hatte dort bereits eine Dependance.

Glas stimmte für 9,1 Millionen DM einer

Übernahme durch BMW zu. Am 10. November

1966 wurde in Dingolfing eine Versammlung der

gesamten Glas-Belegschaft einberufen. Anlass:

die Verkündung der Übernahme der Glas GmbH

durch die BMW AG München, die am 2. Januar

1967 erfolgen sollte. Was das für Dingolfings – und

Niederbayerns – Zukunft bedeuten sollte, hat sich

wohl niemand träumen lassen, und nach einer solchen

Erfolgsgeschichte sah es zunächst auch gar

nicht aus.

Die Glas-Automobilwerke in Dingolfing wurden

als BMW-Werk Dingolfing Bestandteil der Bayerischen

Motorenwerke. Die Glas-Modelle wurden

mit der Zeit aus der Produktion genommen. Als

letztes Modell lief 1969 ein Goggomobil vom Band.

Genau 50 Jahre nach der geschichtsträchtigen

Betriebsversammlung fanden am 10. November

2016 in den Werken Dingolfing und Landshut

erneut Sonderbetriebsversammlungen der gesamten

Belegschaft statt. Sie bildete den Auftakt zum

Jubiläumsjahr „50 Jahre BMW in Niederbayern“.

Das Werk Dingolfing ist heute der größte europäische

Produktionsstandort der BMW Group.

Rund 1.600 Automobile der BMW 3er, 4er, 5er, 6er

und 7er Reihe laufen hier täglich von den Bändern.

In Summe wurden 2015 über 360.000 Fahrzeuge

im Werk gebaut. Damit stammte fast jeder fünfte

weltweit verkaufte BMW aus niederbayerischer

Produktion.

Glas wird BMW und Niederbayern

setzt zum großen Sprung an.

Dingolfing ist bekannt als Produktionsstätte

für die „großen“ BMW Baureihen. So wurden und

werden hier seit Anfang der 1970er Jahre sämtliche

Generationen der BMW 5er, 6er und 7er Reihe

gefertigt – inklusive M- und Individual-Varianten.

Auch der 2015 auf den Markt gekommene jüngste

BMW 7er, Flaggschiff und Innovationsträger der

Marke, ist wieder „made in Dingolfing“. In den

letzten Jahren wurde die Modellpalette auch um

Varianten der BMW 3er und 4er Reihe erweitert,

so dass derzeit fünf Baureihen und über ein Dutzend

verschiedener Modelle am Standort gefertigt

werden. Das Werk Dingolfing erweist sich so als

eines der flexibelsten Automobilwerke weltweit.

Mit über 17.500 Mitarbeitern

größter Arbeitgeber der Region.

Aktuell sind am Standort Dingolfing über

17.500 Mitarbeiter und über 800 Auszubildende

in 14 Lehrberufen beschäftigt. Der BMW Group

Standort Dingolfing ist damit nicht nur mit Abstand

größter Arbeitgeber der Region, sondern

einer der größten Industriebetriebe des Landes.

Die Mitarbeiter werden mittels eines ausgeklügelten

Pendelbussystems aus ganz Niederbayern an

ihren Arbeitsplatz in Dingolfing und zurück an den

Wohnort gefahren.

Insgesamt arbeiten in den beiden niederbayerischen

BMW Group Werken Dingolfing und

Landshut rund 22.000 BMW Mitarbeiter – also

rund jeder Dritte in Deutschland.

Im Sommer 1951 startete Glas mit seinem

ersten Roller; benannt nach einem Enkel des Firmengründers:

der Goggo-Roller. Ausgestattet mit

einem 123-Kubik-Zweitakter und solidem, robustem

Fahrgestell, wurde dieser mit rund 60.000

Stück zum meisterverkauften Roller der damaligen

Bundesrepublik. Es folgten verschiedene Modelle

und dann – ab 1955, als das deutsche Wirtschaftswunder

auch die breiten Bevölkerungsschichten

langsam erreichte – das erste Auto aus Dingolfing:

das Goggomobil, der kleine Viersitzer zum Preis

von 3.000 DM. In den folgenden Jahren entstanden

verschiedene Versionen mit maximal 20 PS

und 400 Kubik.

Anlässlich der 50-Jahr-Feier zeigte Ministerpräsident

Cockpit-Fertigung im Werk Landshut:

BMW Vision NEXT beim Jubilumsfest.

Neben der automobilen Kernfertigung ist auch

die Fertigung von Automobilkomponenten wie

Pressteilen oder Fahrwerks- und Antriebskomponenten

am Standort Dingolfing angesiedelt. Ebenso

werden hier die Rohkarosserien für sämtliche

Rolls-Royce Modelle gebaut. Aufgrund der hohen

Aluminium-Kompetenz und der langjährigen Erfahrung

im Bereich alternative Antriebe hat sich

das Werk Dingolfing auch als konzerninternes

Kompetenzzentrum für die Produktion von E-Antriebskomponenten

etabliert. So liefert das Werk

Dingolfing maßgebliche Elektrifizierungsumfänge

für die BMW i Modelle und Plug-in-Hybride der

BMW Group. Gefertigt werden diese Umfänge im

Horst Seehofer, dass er in einen Goggo passt.

hohe Kompetenz im Leichtbau.

12 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017

WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 13

ö


Rampenlicht: Automotive

Rampenlicht: Automotive

Werk 02.20 und im Dingolfinger Werk 02.10, in

dem auch Achsen für das Dingolfinger Fahrzeugwerk

und Achsgetriebe für BMW Werke weltweit

entstehen.

Standort Landshut: von 140

auf über 4.100 Mitarbeiter.

Zum Zeitpunkt der Übernahme hatte der Glas-

Standort Landshut rund 140 Mitarbeiter. Dann

kam die Wende: „Ein Pfingstgeschenk: BMW wird

in Landshut bauen“ titelte die Landshuter Zeitung

am 24. Mai 1969. Geplant war ein Werk für 2.000

bis 3.000 Beschäftigte.

Von da an geht es auch in Landshut Schlag auf

Schlag: Nach einem Tausch mit der Firma Emslander

und der Übernahme der vorhandenen Emslander

Hallen bzw. Kauf einiger Hallen, zieht BMW

von der Siemensstraße/Ottostraße in das neue

Werksgelände westlich der B 299. Die Austauschmotorenfertigung

wird von Dingolfing nach Landshut

verlegt. Die Kunststofffertigung zieht ebenfalls

von München nach Landshut um und die ersten

Instru-mententafeln werden produziert. Eine Halle

für die Gelenkwellenfertigung wird gebaut. Im April

1979 stellt das BMW Group Werk Landshut den

tausendsten Mitarbeiter ein.

Insgesamt „investiert BMW weitere 30 Millionen

DM in Landshut“, schreibt die Landshuter

Zeitung am 26. April 1980. Im BMW Group

Werk Landshut wird das erste Werkstoffprüflabor

aufgebaut. Im Bereich Exterieur wird eine neue

Lackierspritzanlage für bis zu 100.000 Spritzgussteile

täglich in Betrieb genommen. Im Juni

1985 ergeht der Beschluss, eine neue Gießerei in

Ergolding zu bauen.

Die Investitionskosten betragen etwa 200

Mio. DM und es werden rund 800 neue Mitarbeiter

eingestellt. Im September 1998 beginnt

der Bau des ersten Leichtbau-Technikums. Im

Dezember wird das Landshuter Innovations- und

Technologiezentrum (LITZ) in Betrieb genommen

und dem BMW Group Werk Landshut wird der

Bayerische Qualitätspreis für die Sparte Karosserieausstattung

verliehen. Der Bau für die Erweiterung

der Leichtmetallgießerei folgt bald, dann

die neue Austauschmotorenfertigung und diese

wird bald wieder aufgestockt bzw. neu gebaut.

Die jüngsten Meilensteine im Werk Landshut:

Produktion der weltweit ersten geruchsfreien Gießerei

sowie eine Investition von 40 Mio. Euro in

die Fertigung kohlenstofffaserverstärkter Kunststoffe;

Erweiterung Leichtmetallgießerei; Neubau

Schmelzerei. Im März 2012 wird die Carbonfertigung

für die BMW i Modelle in Betrieb genommen.

Luftaufahme BMW Dingolfing

Der Produktionsbereich Kunststoff Exterieur wird

zur „Besten Fabrik 2012“ gekürt. Im Jahr darauf

investiert BMW weitere 100 Millionen Euro in die

Erweiterung der Leichtmetallgießerei. 2016 folgt

das BMW Group Leichtbauzentrum und der Standort

wächst in Richtung Nordosten: Platz für das

neue Versorgungszentrum.

Landshuter Innovationskraft

steckt in jedem BMW

Rund 4.100 Mitarbeiter produzieren heute in

Landshut Motor- und Fahrwerkskomponenten

aus Leichtmetallguss, Kunststoffkomponenten für

das Fahrzeugexterieur, Karosseriekomponenten

aus Carbon, Cockpit- und Ausstattungsumfänge,

elektrische Antriebssysteme, Sondermotoren sowie

Gelenkwellen. Diese Komponenten werden

weltweit an alle Fahrzeug- und Motorenwerke der

BMW Group geliefert. In jedem BMW, MINI und

Rolls-Royce steckt damit ein Stück Landshuter

Innovationskraft.

Als Kompetenzzentrum für innovativen Leichtbau

ist das BMW Group Werk Landshut nicht nur

frühzeitig in die Entwicklungsprozesse neuer Fahrzeuge

eingebunden. Am größten Komponentenstandort

des Unternehmens entstehen auch wesentliche

Umfänge für die wegweisenden BMW i

Modelle oder das Flaggschiff der Marke BMW, den

BMW 7er.

So hat beispielsweise die Erfolgsgeschichte

von CFK (Carbon) im Automobilbau hier ihren

Ursprung. Bereits seit 2003 werden in Landshut

Dächer aus dem ultraleichten Material für die

besonders sportlichen BMW M Modelle gefertigt.

Basierend auf diesem Know-how ist es den

Landshuter Leichtbau-Spezialisten in der Folge

BMW – Wirtschaftsmotor

Die beiden BMW Group Standorte

Dingolfing und Landshut beeinflussen

auf vielfältige Weise die

wirtschaftliche Entwicklung Niederbayerns.

Hier einige Aspekte.

Investitionen:

l Die Gesamtsumme der Investitionen

in die beiden BMW Group Standorte Dingolfing

und Landshut in den vergangenen

50 Jahren liegt bei weit über

10 Milliarden Euro.

l Allein in den vergangenen Jahren wurden

in Dingolfing im Zuge des größten Werksausbaus

in der Geschichte jeweils mehrere

hundert Millionen Euro jährlich investiert.

l Diese Investitionen wurden teilweise auch

als Auftragsvolumen bei der heimischen

Wirtschaft wirksam – vor allem im Bau-,

Maschinen- und Anlagenbereich.

Sekundäreffekte bei Lieferanten

l Rund um die BMW Group Werke kam es in

den vergangenen Jahrzehnten auch zur

Ansiedlung weiterer Betriebe aus der Kraftfahrzeugbranche.

So sind in Niederbayern

aktuell etwa rund 30 Zulieferer von Serien-

Fahrzeugteilen für das BMW Group Werk

Dingolfing angesiedelt. Dazu kommen

neben den klassischen Automobilzulieferern

auch zahlreiche Anlagenlieferanten

und Dienstleister.

l Insgesamt ist in der Lieferantendatenbank

der BMW Group eine vierstellige Zahl an

Betrieben aus Niederbayern hinterlegt –

von der Baufirma über das Busunternehmen

bis zum Bäcker.

Steuerzahlungen

l Die BMW Group hat im Jahr 2015 in

Deutschland über 2 Milliarden Euro an

für ganz Niederbayern

Steuern bezahlt. Dabei lagen alleine

die Gewerbesteuerzahlungen an

den Standorten Dingolfing und

Landshut im Jahr 2015 im dreistelligen

Millionen-Euro-Bereich.

Lohn- und Gehaltssumme der Mitarbeiter

l Löhne und Gehälter der über 22.000

BMW Group Mitarbeiter in Niederbayern

bringen Kaufkraft in die gesamte Region.

Die jährlich ausgeschüttete Lohn- und

Gehaltssumme der beiden niederbayerischen

BMW Group Werke beträgt

weit über eine Milliarde Euro.

l Alleine durch die Erfolgsbeteiligung

der BMW Mitarbeiter wurde Ende Juli

2016 ein dreistelliger Millionen-Euro-

Betrag zusätzlich ausgeschüttet.

Einzugsgebiet und Pendelbussystem

l Das Einzugsgebiet der beiden BMW

Group Standorte Dingolfing und Landshut

erstreckt sich praktisch über ganz Niederbayern.

Über ein einzigartiges Pendelbussystem

werden die Mitarbeiter aus der

Region nach Dingolfing und Landshut zur

Arbeit gebracht. So wird auch die Kaufkraft

der BMW Mitarbeiter in der Fläche

wirksam. Mitarbeiter bleiben vor Ort in

ihren Heimatgemeinden, die Region und

auch die Kleinstadt Dingolfing bewahrt so

trotz allen Wandels ihren ursprünglichen

Charakter. Dank des Bussystems wird

auch Individualverkehr spürbar reduziert.

l 14.000 angemeldete BMW Buspendler

und ca. 10.000 Fahrgäste am Tag, mehr

als 250 Busse sind täglich im Einsatz – mit

einer Tageskilometerleistung von über

43.000 Kilometer („einmal um die

Welt“). Über Niederbayern verteilt

gibt es rund 2.500 Haltestellen.

Luftaufahme BMW Landshut

gelungen, den Fertigungsprozess für CFK-Bauteile

so weiterzuentwickeln, dass für die BMW i Modelle

und den BMW 7er eine wirtschaftliche Großserienfertigung

möglich ist.

Um den Standort fit für die Zukunft zu machen,

wurde in den vergangenen Jahren umfassend investiert.

Im Rahmen eines nachhaltig angelegten Kompetenzumbaus

wurden Ausbildungsberufe an veränderte

technologische Anforderungen angepasst, die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Umgang

mit neuen Werkstoffen und Antriebsformen qualifiziert.

Das hat nicht nur bestehende Arbeitsplätze

gesichert, sondern auch zahlreiche neue geschaffen.

So beschäftigt der Standort Landshut heute rund

1.000 Mitarbeiter mehr als vor fünf Jahren.

Das BMW Group

Leichtbauzentrum – Denkfabrik

für eine neue Zeit.

Rund 160 Ingenieure verschiedenster Fachrichtungen

forschen im Leichtbauzentrum der

BMW Group am Standort Landshut gemeinsam an

innovativen High-Tech-Werkstoffen, Mischbaukonzepten

und Fertigungsverfahren für die Fahrzeuge

der Zukunft. Die Denkfabrik in unmittelbarer Nähe

zur Produktion soll Synergien schaffen und die

Technologieführerschaft der BMW Group im Bereich

Leichtbau weiter festigen. Das Werk Landshut

erhielt dadurch sowohl inhaltlich wie optisch

eine ‚neue Mitte‘.“

Seit jeher decken die BMW Group Werke in

Niederbayern ihren Fachkräftebedarf auch durch

eigene Ausbildung des Nachwuchses. Das BMW

Group Werk Dingolfing zählt ca. 800 Auszubildende

(in 14 Ausbildungsberufen), das Werk Landshut ca.

120 (in sieben Ausbildungsberufen). Damit lernt

rund jeder sechste Azubi in Niederbayern in einem

gewerblich-technischen Beruf bei BMW. Insgesamt

haben durch die Berufsausbildung bei BMW

in Dingolfing und Landshut in den vergangenen 50

Jahren über 10.000 junge Menschen eine berufliche

Erstausbildung erhalten.

Durch den wirtschaftlichen Motor BMW – und

Sekundäreffekte bei Lieferanten, Infrastrukturentwicklung

usw. – gelang Niederbayern der

Wandel vom „Armenhaus“ Deutschlands zu einer

der Aufsteiger-Regionen im Herzen Europas. Entlang

der A 92 ist eine Kette wirtschaftlich starker

Kommunen in Niederbayern gewachsen. Überall

spielt die Automotive-Branche eine wichtige Rolle:

Von Bruckberg, wo auch ein modernes Teile-Lager

von BMW steht, bis Wallersdorf, wo BMW erst vor

wenigen Monaten das neue, weltweit bedeutende

BMW-Verteilzentrum und Ersatzteillager eröffnet

hat.

Wirtschaftsmotor für

ganz Niederbayern

Gerade in Wallersdorf kann man sehen, wie

tiefgreifend die Entwicklung bis in die Gemeinden

hinein ist. Kunden in aller Welt werden künftig

von Wallersdorf aus mit Original BMW- und

MINI-Ersatzteilen sowie Zubehör beliefert. Die

neue Ansiedlung bedeutet mittel- und langfristig

bis zu 2.000 neue Arbeitsplätze. Wenn man sich

vergegenwärtigt, dass Wallersdorf bis dato gerade

mal 1.130 Arbeitsplätze am Ort hatte, kann man

ermessen, was 2.000 zusätzliche an Entwicklungspotenzial

bedeuten.

Der 1. Bürgermeister Ottmar Hirschbichler

sprach nach dem Zuschlag denn auch von einem

Quantensprung für die Gemeinde. Derzeit hat

die Marktgemeinde knapp 7.000 Einwohner; fast

2.300 pendeln zum Arbeiten aus, ein Großteil nach

Dingolfing, nur 660 Einpendler wurden bis Ende

2016 gezählt. Das wird sich jetzt verdreifachen.

Hirschbichler und sein Gemeinderat gehen verständlicherweise

davon aus, dass diese Arbeitsplätze

mittelfristig der ganzen Marktgemeinde

einen Aufschwung bescheren werden, auch wenn

der Löwenanteil der Beschäftigten Einpendler sind

und das auch so bleiben wird. Kaufkraft kommt

allemal in den Ort.

Zusammen mit dem Werk BMW Group Werk

Regensburg und den ungezählten Zulieferern ist

das Ganze ein riesiges Konjunkturprogramm für

Niederbayern. Inzwischen sind rund zehn Mio.

BMW Automobile in Dingolfing vom Band gelaufen

und vor allem die durch die BMW-Ansiedlung

geprägten Landkreise belegen Spitzenplätze in ö

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Rampenlicht: Automotive

Rampenlicht: Automotive

einschlägigen Rankings zur Standort- und Lebensqualität

sowie bei wirtschaftlichen Kennzahlen.

Zulieferer wie die Spanner

Gruppe wurden Wirtschaftskraft

So ziemlich von Anfang an dabei in diesem

Prozess ist die Otto SPANNER GmbH in Bayerbach,

dessen Gründer frühzeitig den enormen Bedarf des

boomenden Industriezweiges erkannte. Mit Stanz-

Biege-Teilen auf Automotive-Niveau begann Ende

der 1960er Jahre eine Unternehmensgeschichte,

die in die heutige Unternehmensgruppe mündete,

einem Verbund innovativer Unternehmen mit über

70 Mio. Euro Umsatz und an die 400 Mitarbeiter.

Die Spanner Gruppe besteht aus zwei Werken in

Bayerbach, einem weiteren in der Slowakei sowie

der Spanner Re² GmbH und der ursatronics

GmbH. Die Werke im Heimatort Bayerbach sowie

das in der Slowakei sind in erster Linie klassische

Automobil-Zulieferer. Die Spanner Re² GmbH dagegen

hat eine neue Technologie entwickelt, die

Strom und Wärme aus Holz erzeugt. „Wir machen

Regenerative Energie wettbewerbsfähig“ heißt der

Anspruch. Die ursatronics GmbH versteht sich als

„Partner für die Produktion von Elektronik, Baugruppen

und Geräten“. Das Unternehmen hat eine

lange Geschichte, gehörte ursprünglich zur AEG

und ist seit 2007 Teil der Spanner Gruppe.

Werk II der Otto Spanner GmbH in Bayerbach: Einer der ältesten Automotive-Zulieferer Niederbayerns.

Teccad engineering in Landshut: In kurzer Zeit vom kleinen Konstruktionsbüro zum

Systemlieferanten aufgestiegen.

genau und kapazitätsgerecht planen“, sagt Junior-

Chefin Andrea Brandl-Luckner.

TECCAD engineering GmbH

Unternehmen wie die TECCAD engineering

GmbH gehören sozusagen schon zur Generation

21 in dieser fulminanten Entwicklung: Vom kleinen

Konstruktionsbüro hat sich das Unternehmen seit

der Gründung im Jahr 2006 zu einem gefragten

Systemanbieter mit heute 50 Mitarbeitern entwickelt.

Das Leistungsspektrum reicht von der

Bauteilentwicklung bis zur Projektierung und Lieferung

von Komplettsystemen mit Schwerpunkt

in den Bereichen der Automatisierung und dem

Sondermaschinenbau. Der Firmenname setzt sich

aus zwei Komponenten zusammen, „Tec“ steht für

„Technical“ und „cad“ für Computer Aided Design.

„Damals begannen wir rein virtuell, das heißt, wir

planten die Bauteile im Bereich der Kunststofftechnik

am Computer“, erklärt Firmenchef Thomas

Aunkofer. Mit der ersten Serien-entwicklung,

die klappbare Autositz-Lehne aus Kunststoff statt

der bis dahin üblichen Stahlversteifung, gelang der

Firma der große Durchbruch.

Aufgrund der rapide ansteigenden Auftragslage

und immer weiterwachsenden Aufgabengebieten

wurde aus dem Konstruktionsbüro schnell

ein Systemlieferant für die Automobilindustrie. Die

Mitarbeiter sind bestens geschulte Spezialisten mit

umfangreichem Know-how und langjähriger Erfahrung

aus dem Maschinenbau und der EDV. Im Jahr

2012 entschloss man sich wegen des rasantem

Wachstums, von Ergolding in ein neues Gebäude

in der Waldkirchener Straße in Landshut umzuziehen.

Seither kann TECCAD engineering auch auf

eine eigene Fertigung und ein Robotertechnikum

zurückgreifen. Seit 2012 ist die SAR Elektronic

GmbH maßgeblich an TECCAD engineering beteiligt.

Dadurch kann der Spezialist seinen Kunden

die kompletten Leistungen vom Produktdesign

bis zur fertigen, automatisierten Produktionslinie

aus einer Hand bieten und das Unternehmen den

immer komplexer werdenden Anforderungen innovativer

Automatisierungslösungen gerecht werden.

WMU Bavaria – ein Beispiel

für die globale Verflechtung

Welche Kreise das zieht, zeigt die noch relativ

junge Niederlassung der WMU Bavaria GmbH in

Niederaichbach. Der Automobilzulieferer ist eine

Tochterfirma des südkoreanischen Konzerns Sungwoo

Hitech mit Sitz in Busan. Weltweit beschäftigt

Sungwoo Hitech 14.000 Mitarbeiter. Mit dem

Standort im Gewerbe- und Industriegebiet in Niederaichbach

bauen die Südkoreaner ihre Präsenz

in Westeuropa aus.

Die Standort-Entscheidung für Niederaichbach

genau zwischen Dingolfing und Landshut zeigen

die Ausrichtung auf die Automobilindustrie. Im

Herbst 2014 hatten die Bauarbeiten begonnen.

Insgesamt umfasst das Betriebsgelände eine

Fläche von fast 60.000 qm, die Gebäudeflächen

über 30.000 qm. In dem modernen Presswerk und

den Schweißroboter-Beereichen entstehen Bodengruppen,

Heckverkleidungen, Gepäckraumböden

sowie Teile für Fahrzeugsäulen für verschiedene

Modellreihen von BMW.

Das Unternehmen setzt dabei auf eine enge

Zusammenarbeit mit dem Automobilhersteller und

profitiert mit dem Werk in Niederaichbach von

einer optimalen Verkehrsanbindung und den kurzen

Wegen zu den BMW-Produktionsstätten in

Dingolfing, Neutraubling und München. Aber auch

ins Leipziger Werk der BMW Group werden vorgefertigte

Karosseriebauteile von WMU geliefert.

WMU Bavaria beschäftigt derzeit in Niederaichbach

rund 230 Mitarbeiter.

n

Brandl Maschinenbau:

International aufgestellt.

Auch die rasante Entwicklung eines Unternehmen

wie Brandl Maschinenbau in Pfeffenhausen

wäre ohne den Höhenflug der Automotive-

Branche nicht möglich gewesen. Senior-Chef Herbert

Brandl wurde als Maschinenbaustudent mit

den ersten Aufträgen im Bereich Konstruktion und

Metallbearbeitung in der Garage des Elternhauses

im Jahr 1970 zum Gründer.

Schon 1978 erfolgte der Umzug in eine neu

gebaute Halle in der Rottenburger Straße, wo bis

heute, nach mehreren Erweiterungsbauten der

Unternehmenssitz ist. Möglich wurde das schnelle

Wachstum durch umfangreiche Aufträge von

BMW. Heute ist das Unternehmen mit insgesamt

über 1.400 Mitarbeitern auch Zulieferer für Audi

und hat sich mit Niederlassungen in Tschechien

(seit 1993), Brasilien (seit 1998) und Rumänien

(seit 2000) global aufgestellt. Der Anspruch ist, für

jede geforderte Anwendung zu jeder Zeit und zu

jedem Standort des Kunden das richtige Produkt

bereitzustellen – ob als Standardelement, Sonderanfertigung

oder Komplettlösung. „Durch unsere

innerbetriebliche Logistik und Lieferung ‚Just in

time‘ können unsere Kunden ihre Montage zeit-

Brandl Maschinenbau: International aufgestellt. Hier Niederlassung in Rumänien.

WMU-Bavaria in Niederaichbach: Globale Verflechtung der niederbayerischen Industrie.

16 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017

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Rampenlicht: Automotive

Rampenlicht: Automotive

DRÄXLMAIER Technologien in

über hundert Fahrzeugmodellen

DRÄXLMAIER l Mit einer beeindruckenden Dynamik hat die DRÄXLMAIER Group die

atemberaubende Entwicklung der Automotive Branche in der Region und der ganzen

Welt mitgestaltet. Heute prägt das Familienunternehmen die Zukunft der Mobilität. Zu

den Kunden zählen Audi, BMW, Jaguar, Land Rover, Maserati, Mercedes-Benz, MINI,

Porsche und VW. Das Familienunternehmen entwickelt und fertigt Produkte für über

hundert Fahrzeugmodelle – und liefert diese just in time an die Montagelinien der

Automobilhersteller.

Autonomes Fahren, Connectivity, Elektromobilität

– kaum eine Branche entwickelt sich so

rasant wie die Automobilindustrie. Der technologische

Umbruch der nächsten Jahre wird vielleicht

größer sein als der Schritt von der Kutsche zum

Automobil. Die DRÄXLMAIER Group gestaltet

diesen Wandel als Systempartner namhafter Premiumhersteller

mit ihren Innovationen. Das Familienunternehmen

aus Vilsbiburg meldete alleine im

vergangenen Jahr 191 Patente an. So analysieren

die Entwickler von DRÄXLMAIER beispielsweise,

welche Anforderungen das autonome Fahren an

die Strom- und Datenversorgung stellt, und konzipieren

auf Grundlage ihrer Ergebnisse die Bordnetze

künftiger Fahrzeugmodelle.

Innovationen für das

Auto von morgen

Wenn sich der Fahrer nicht mehr alleine dem

Verkehrsgeschehen widmen muss, gewinnt auch

das Ambiente des Fahrzeuginnenraums an Bedeutung.

Mit Instrumententafeln, Konsolen und

Türverkleidungen aus hochwertigen Materialien

verleiht DRÄXLMAIER dem Interieur exklusiver

Vom Goggo zum Premium-Segment

Das erste Auto mit einem Produkt von

DRÄXLMAIER war das in Dingolfing

produzierte Goggomobil. Ab 1958 fertigte

DRÄXLMAIER 50.000 Kabelsätze für den

Kleinwagen der Hans Glas GmbH. Schon

wenig später baute das junge

Unternehmen aus Vilsbiburg seine

zweite Produktsparte aus und fertigte

auch Interieur für das Goggomobil.

Ein Meilenstein war das Jahr 1966:

DRÄXLMAIER gewann den Premium-

Automobilhersteller BMW als Kunden, der

zuvor die Hans Glas GmbH übernommen

Fahrzeuge seinen unverwechselbaren Charakter.

Bei der Verarbeitung von Leder im Innenraum ist

das Familienunternehmen Marktführer. Leistungsstarke

Hochvoltspeichersysteme ergänzen die Produktpalette

von DRÄXLMAIER und ermöglichen

Elektroautos mit hoher Reichweite.

Die Kombination von Elektrik, Elektronik, Interieur

und Speichersystemen macht das Unternehmen

einzigartig in der Branche. In der Ambientebeleuchtung

vereint DRÄXLMAIER Elektronik und

Ästhetik in einem Produkt. Moderne LEDs, gesteuert

von einem intelligenten Mikrocontroller, stellen

unendlich viele Farben mit höchster Präzision dar.

Dies schafft nicht nur eine stimmungsvolle Beleuchtung,

sondern ermöglicht auch die optische

Anzeige von Funktionen und Warnhinweisen im

Fahrzeug – ein wichtiger Baustein für die Kommunikation

zwischen Auto und Insassen.

Logistische Meisterleistungen

Zu den Kunden von DRÄXLMAIER zählen Audi,

BMW, Jaguar, Land Rover, Maserati, Mercedes-

Benz, MINI, Porsche und VW. Das Familienunter-

Der Hauptsitz von DRÄXLMAIER in Vilsbiburg:

Alleine in Niederbayern beschäftigt das Unternehmen

mehr als 3.500 Menschen. Die Pro-

Innovationen von DRÄXLMAIER verleihen

Premiumfahrzeugen ihren individuellen

Charakter

nehmen entwickelt und fertigt Produkte für über

100 Fahrzeugmodelle – und liefert diese just in

time an die Montagelinien der Automobilhersteller.

Eine wichtige Säule ist dabei der Standort Landau.

Dort produziert DRÄXLMAIER seit über 30 Jahren

Interieur. 2016 hat das Unternehmen in Landau zudem

ein neues Logistikzentrum eröffnet. Dort werden

alle Lieferungen mit modernsten Prozessen

gesteuert, sodass die Auslastung der Lkws optimal

hatte. Damit legte DRÄXLMAIER das

Fundament für die spätere Ausrichtung

auf das automobile Premiumsegment.

Heute zählt die DRÄXLMAIER Group

zu den Global Playern der Automobilindustrie.

Das Unternehmen beschäftigt

an mehr als 60 Standorten in über 20

Ländern mehr als 60.000 Mitarbeiter, davon

rund 5.000 in Deutschland und wiederum

mehr als 3.500 in Niederbayern.

2016 erzielte der Zulieferer einen

Umsatz in Höhe von 3,7 Milliarden Euro.

duktbereiche des Zulieferers sind Elektrik,

Elektronik, Interieur und Speichersysteme –

von der ersten Idee bis zur Serienfertigung.

Dank intelligenter LEDs stellen Ambiente-

Beleuchtungen von DRÄXLMAIER theoretisch

unendlich viele Farben präzise dar.

und die Transportwege möglichst kurz sind. Damit

leistet das Logistikzentrum auch einen wichtigen

Beitrag zur Nachhaltigkeit.

DRÄXLMAIER bildet die Fachkräfte von

morgen selbst aus – alleine in Vilsbiburg in sieben

verschiedenen Berufen. Seit Jahren liegt die

Übernahmequote bei DRÄXLMAIER weit über

dem Durchschnitt. Zudem ermöglicht das Unterrnehmen

seinen Mitarbeitern eine individuelle

Weiterbildung, mit der sie sich gezielt entwickeln

können. So schafft man langfristige berufliche

Perspektiven in der Region.

Ehrung für die Zusammenarbeit

mit Porsche

Im laufenden Jahr wurde die DRÄXLMAIER

Group mit dem Volkswagen Group Award 2017 in

der Kategorie „New Mobility Solutions“ ausgezeichnet,

und das ist nur ein Preis von vielen, die

DRÄXLMAIER in den letzten Jahren bekam.

Die duale Berufsausbildung bei DRÄXLMAIER bietet jungen Menschen

einen idealen Start ins Berufsleben.

Die Mitarbeiter von DRÄXLMAIER arbeiten

an Konzepten für das Bordnetz der Zukunft

und prägen so die Mobilität von morgen.

Dieser ist eine Würdigung der erfolgreichen

Zusammenarbeit des Zulieferers mit der Premiummarke

Porsche. „Für Ihr Engagement und

Ihre Leistung im vergangenen Jahr bedanke ich

mich im Namen des Volkswagen Konzerns bei

Ihnen und besonders Ihren Mitarbeitern“, so VW-

Einkaufsvorstand Dr. Francisco Javier Garcia Sanz

bei der feierlichen Preisverleihung im „Motorwerk“

in Berlin. „Wir sind stolz auf das Vertrauen, das

uns Porsche entgegenbringt“, antwortete Robert

Suvak, verantwortlich für den Vertrieb Volkswagen

Konzern bei DRÄXLMAIER.

Porsche entwickelt in Kooperation mit der

DRÄXLMAIER Group erstmalig ein Batteriesystem,

das auf einer 800-Volt-Technologie basiert.

Diese Innovation ermöglicht bisher unerreichte

Leistungswerte in Bezug auf Fahrperformance

und Ladegeschwindigkeit und setzt Maßstäbe in

der sportlichen Elektromobilität. VW-Konzernchef

Robert Suvak (Mitte), verantwortlich

für den Vertrieb Volkswagen Konzern

bei DRÄXLMAIER, mit VW-Konzernchef

Matthias Müller (links) und VW-Einkaufsvorstand

Dr. Francisco Javier Garcia Sanz

bei der Preisübergabe.


(Foto: Volkswagen AG)

Matthias Müller betonte in seiner Ansprache die

Bedeutung von Elektromobilität und innovativer

Batterietechnologie: „Das ist die Zukunft unserer

Industrie – unsere gemeinsame Zukunft. Danke für

Ihre Bereitschaft, mit uns neue Wege zu gehen.“

Die DRÄXLMAIER Group wird das leistungsstarke

800-Volt-Gesamtbatteriesystem für Porsche

in Sachsenheim bei Stuttgart fertigen. Dort baut

DRÄXLMAIER derzeit eine hochautomatisierte

Produktion auf und schafft zukunftsfähige Arbeitsplätze

für hochqualifizierte Mitarbeiter.

Innovative Technologien, eine fundierte Ausbildung

für die Fachkräfte von morgen und eine

moderne Logistik – mit diesen Bausteinen schafft

DRÄXLMAIER das Fundament für die Zukunft. So

prägen Produkte des Familienunternehmens aus

Vilsbiburg auch künftig den Charakter von Premiumfahrzeugen

weltweit.

n

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Rampenlicht: Automotive

Für ein sicheres Autoleben

SCHOTT AG l High-Tech in Landshut: SCHOTT Electronic Packaging entwickelt und fertigt seit über 75 Jahren hochsensible

und sicherheitsrelevante Komponenten aus Glas, Keramik und Metall, die unter anderem Fahrzeuge sicherer machen.

Rampenlicht: Automotive

High End Testsysteme für die Elektromobilität

Elektronik l Als Spezialist für intelligente Leistungselektroniksysteme beliefert Deutronic die Industrie weltweit mit technologisch

führenden Lösungen wie z. B. kundenindividuell konzipierten Test- und Prüfsystemen zur Qualitätssicherung in der Produktion. Zudem

ist Deutronic Technologie- und Weltmarktführer für Batterieladetechnik im Automotive Fertigungsumfeld.

100 Prozent Qualität und Zuverlässigkeit – dieser

Höchstanspruch beherrscht die Automobilwelt

heute und morgen. Das gilt vor allem für den

wachsenden Anteil an empfindlicher Elektronik

im Fahrzeug. In diesem Hightech-Segment hat

sich SCHOTT Electronic Packaging einen Namen

gemacht. Der Technologiespezialist ist in der

branchenstarken Region Niederbayern, wo viele

Zulieferer Geschäfte mit nah und fern gelegenen

Fahrzeugherstellern führen, ein echter „Hidden

Champion“ auf seinem Gebiet.

Rund 500 Mitarbeiter entwickeln und produzieren

in zwei Landshuter Werken hermetische

Gehäuse und andere Komponenten für den zuverlässigen

und langfristigen Schutz elektronischer

Bauteile. Dahinter steht eine einzigartige, in

mehreren Jahrzehnten optimierte Technologie zu

hermetisch dichten Verbindungen von Metall mit

Glas oder Keramik.

Innovativ, global, erfolgreich

Die Basis dafür schuf der Mutterkonzern

SCHOTT, seit über 130 Jahren erfolgreich als

Glasspezialist und weltbekannt mit Produkten

wie der CERAN ® Glaskeramik-Kochfläche. Der

Technologiekonzern setzt auf seine Innovationskraft

in zahlreichen Produktfeldern und Märkten.

Gehäuse und Durchführungen für Automobilsensoren.

Mit seiner Präsenz in vielen Ländern auf nahezu

allen Kontinenten wurde er zu einem führenden

Hersteller von Glas-Metall-Verbindungen für die

globale Automobilindustrie. „Unser Erfolg hat

zwei wesentliche Ursachen: Zum einen können

wir dank unserer langjährigen Erfahrung und

dem weltweiten Konzern-Netzwerk hochgesteckte

Kunden- und Lieferwünsche erfüllen. Zum anderen

widerstehen unsere Qualitätsprodukte sehr rauen

Umgebungsbedingungen und bieten ein Autoleben

lang Schutz für Fahrzeug-Insassen und -Elektronik“,

bringt es Christian Geiger, Standortleiter von

SCHOTT in Landshut, auf den Punkt.

Technik, die Leben retten kann

Dass dieser Schutz im Ernstfall Leben retten

kann, zeigen zwei Produktbeispiele. So senden

Sensoren etwa beim Aufprall eines Fahrzeugs

elektrische Impulse aus, die wiederum Zündladungen

zur Aktivierung von Gurtstraffern wie

auch Airbags auslösen. Die Zündung dieser Initialladungen

muss jederzeit funktionieren, auch wenn

das Fahrzeug schon viele Jahre durch Wind und

Wetter gesteuert wurde. Dafür sorgen vakuumdichte

Glas-Metall-Durchführungen von SCHOTT.

Sie leiten elektrische Impulse zuverlässig zur sicher

verkapselten, trocken gehaltenen Initialladung weiter

und bieten langfristigen Schutz über viele Jahre.

Durchführungen für Gurtstraffer und

Airbagzünder.

Auch Sensoren müssen Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen,

Vibrationen oder anderen

Einflüssen im Auto standhalten. Sonst können sie

die immer breitere Palette an Aufgaben im Motoren-

und Klima-Management, in der Reifendruckmessung

oder Stabilitätskontrolle im Fahrzeug

nicht erfüllen. Vakuumdichte Gehäuse und Durchführungen

in vielerlei Ausführungen sichern die

Funktion auch dieser hochsensiblen Komponenten

problemlos und tragen zu geringerem Spritverbrauch

sowie höherem Fahrkomfort bei. Mit speziellen

Glas-Aluminium-Versiegelungen ist SCHOTT

zudem aktiv in hoch innovativen Zukunftsmärkten

wie etwa Lithium-Ionen-Batterien für Elektrofahrzeuge.

Attraktiver Arbeitgeber –

auch für Top-Talente

Es sind aber nicht nur technische Innovationen,

mit denen man Erfolg sucht. Als erstes

Wirtschaftsunternehmen in Niederbayern ließ

sich SCHOTT in Landshut als familienfreundlicher

Betrieb nach dem bundesweiten Programm

„berufundfamilie“ auditieren und zertifizieren. Zur

Unternehmenskultur zählen flexible Arbeitszeiten

mit Teilzeitmodellen und Vertrauensarbeitszeit, reservierte

Kinderbetreuungsplätze, familienbewusste

Mitarbeiterführung oder auch ein breit gefächertes

Gesundheitsprogramm. „Unser Anspruch

liegt auch hier bei 100 Prozent. Wir wollen soziale

Verantwortung zeigen und in jeder Lebenslage ein

attraktiver Arbeitgeber sein – auch für hoch talentierte

Fachkräfte“, betont Christian Geiger. n

Das in zweiter Generation inhabergeführte Familienunternehmen

Deutronic in Adlkofen hat vier

Produktbereiche im Portfolio und verfügt über ein

eigenes Forschungszentrum Energiespeichertechnik.

Die Produktbereiche: Test- und Prüfsysteme

für die Elektromobilität, Batterieladetechnik für

die Automobilbranche und den professionellen

Werkstatteinsatz ferner Fahrzeugwandler sowie

Stromversorgungen.

Getreu dem Unternehmensmotto „Power and

More“ bietet Deutronic seinen Kunden umfassende

Komplettlösungen an. Hierzu verfügt das Unternehmen

neben seinen Auslandsstandorten in den

USA, China und Tschechien über ein weltweites

Service- und Distributionsnetz.

Aufgrund der starken Unternehmensentwicklung

wird derzeit Betriebsgebäude 3 am Hauptsitz

in Adlkofen errichtet. Das Bauvorhaben soll voraussichtlich

Ende 2017 abgeschlossen sein.

Test- und Prüfsysteme für die Elektromobilität:

Deutronic konzipiert, entwickelt und produziert

kundenindividuelle Test- und Prüfsysteme

für Elektronikprodukte und Komponenten. Die zu

prüfenden Produkte werden z. B. am Ende der

Produktionslinie vollautomatisch in ein Deutronic

Testsystem gefahren und dort auf Herz und Nieren

geprüft.

Besonders im Automotive Umfeld gelten

höchste Qualitätsanforderungen. Große Stückzahlen,

kurze Durchlaufzeiten und eine hohe Komplexität

stellen enorme Ansprüche an Mensch und

Technik. Im Bereich Elektromobilität rechnet Deutronic

mit hohen Investitionsvolumina der Hersteller

in zusätzliche Fertigungskapazitäten für Elek-

Ladewagen und Ladegerät: In diesem Bereich

vertrauen führende Hersteller weltweit

auf das Know-how von Deutronic.

trofahrzeuge. Durch die jahrzehntelange Erfahrung

im Bau von Test- und Prüfsystemen insbesondere

für den Elektrotechnik-Bereich sieht sich das Traditionsunternehmen

hierfür gut gerüstet. Ende

2017 liefert Deutronic z. B. eine Reihe von Elektromobilitäts

Testsystemen für einen deutschen Kunden

in dessen Werk nach China. Diese testen den

Fahrzeug-Elektromotor anhand aller spezifizierten

Vorgaben des Herstellers. In dieser Branche gilt

Deutronic als High End Lösung mit einem größtmöglichen

Maß an Flexibilität und Qualität.

Batterieladetechnik für die Automobilproduktion

und den professionellen Werkstatteinsatz:

Defekte Autobatterien waren mit einem Anteil

von 39 % die Hauptursache für liegengebliebene

Fahrzeuge im Jahr 2016. Grund dafür ist unter anderem

die hohe Anzahl an Elektronikkomponenten

in modernen Fahrzeugen. Batterieladetechnik von

Deutronic sorgt vom ersten Schritt in der Fahrzeugproduktion

über den Fahrzeug-Showroom bis

zum Werkstattaufenthalt für vollgeladene und intakte

Batterien. In diesem Bereich vertrauen führende

Fahrzeughersteller weltweit auf das Knowhow

aus Adlkofen.

Lichtmaschinenersatz für E-Fahrzeuge:

In den nächsten Jahren hohe Investitionsvolumina

in der E-Mobilität.

Deutronic-Firmensitz in

Adlkofen mit Baustelle

des zusätzlichen Betriebsgebäudes:

Das in zweiter

Generation inhabergeführte

Familienunternehmen

hat hohe Wertvorstellungen

im Umgang und

Verhalten miteinander.

Forschungszentrum Energiespeichertechnik:

Um diese Führungsposition zu halten und weiter

auszubauen verfügt Deutronic über ein hauseigenes

Forschungszentrum für Energiespeichertechnik.

Unter Leitung von Prof. Dr. rer. nat. Jonny

Dambrowski werden hier unter anderem neue

Speichertechnologien erforscht und Ladestrategien

für blei- und lithiumbasierte Akkutypen entwickelt.

Fahrzeugwandler und Stromversorgungen:

Neben den bisher beschriebenen Produktbereichen

hat Deutronic zudem Stromversorgungen für

den Industrieeinsatz im Portfolio. Auch Fahrzeugwandler,

die beispielsweise in Elektrostaplern

verbaut werden, gehören zum Repertoire. Kundenspezifische

Lösungen runden das Leistungsportfolio

ab.

„Wir blicken optimistisch nach vorne“, hört

man aus der Geschäftsführung, „und wollen auch

zukünftig als attraktiver Arbeitgeber qualifizierte

Arbeitsplätze in der Region schaffen und sichern.“ n

Innenleben Testsystem: Deutronic konzipiert,

entwickelt und produziert kundenindividuelle

Test- und Prüfsysteme.

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Rampenlicht: Automotive

Rampenlicht: Automotive

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Läuft, die Gemeinde-Serie

Geisenhausen

Läuft, die Gemeinde-Serie

Oben: Blick auf Geisenhausen, li. unten Rathaus und daneben Luftaufnahmen:. Der Marktgemeinderat drückt beim Wachstum eher auf

die Bremse. „Ein Prozent Bevölkerungswachstum genügt und Firmenneuansiedlungen schauen wir uns genau an.“

Gewerbegebiet Geisenhausen: „Noch 20.000 qm zu haben, dann wird es schwierig.“

Klasse vor Masse

Man könnte sagen, Geisenhausen ist ein Hidden Champion unter den Kommunen im Landkreis. Zwischen Landshut und Vilsbiburg

gedeiht der Markt ganz beachtlich, macht aber nicht viel Aufhebens davon. Ein gewachsener Mittelstand und sehr erfolgreiche

Ansiedlungen im stattlichen Gewerbegebiet bilden das wirtschaftliche Rückgrat. Es lebt es sich ganz gut in Geisenhausen, und damit

das so bleibt, will der Marktgemeinderat „kein Wachstum auf Teufel komm raus“, gleichwohl arbeitet man konsequent an der wirtschafltichen

Entwicklung und an der Optimierung der Lebens- und Aufenthaltsqualität.

„Wir wollen wachsen, aber mit Bedacht“, gibt

der 1. Bürgermeister Josef Reff die mehrheitliche

Meinung des Marktgemeindesrates wieder. Dass

dieser derzeit parteiübergreifend konstruktiv und

effektiv arbeitet, ist einer der Erfolge seiner seit

2014 währenden Amtszeit. Reff gehört den Freien

Wählern an, deren Fraktion sechs Köpfe stark im

Marktgemeinderat sitzt. (CSU 8, SPD 5, Junge

Liste 2). Reff muss sich seine Mehrheiten suchen.

Er kommt aus der Wirtschaft, war 27 Jahre lang

bei der Dräxlmaier Group, zuletzt als Bereichsleiter

Vertrieb. Er sieht kompetente Moderation als eine

seiner Hauptaufgaben und legt Wert darauf, immer

alle mitzunehmen. Entsprechend ernst nimmt

er auch die Bürgersprechstunden. und -versammlungen.

Ein großes, mittelfristiges Anliegen der Geisenhausener

ist die städtebauliche Entwicklung.

„Unternehmen sind willkommen,

aber wir suchen schon aus,

wer zu uns passt und auch etwas

mitbringt für

den Markt

Geisenhausen.“

Josef Reff,

1. Bürgermeister

Geisenhausen

Vor zwei Jahren hat man von einschlägig renommierten

Fachleuten dazu ein Gesamtkonzept

entwickeln lassen, ein sogenanntes integriertes

Städtebauliches EntwicklungsKonzept (ISEK).

Das wurde vom Marktgemeinderat in der

Sitzung am 23. Februar 2016 einstimmig als Entwicklungsrahmen

sowie als Entscheidungs- und

Handlungsgrundlage für die Weiterentwicklung

des Marktes Geisenhausen gebilligt und seine Anwendung

beschlossen.

Das Papier umfasst stolze 90 Seiten und sieht

eine Vielzahl von Maßnahmen vor, die natürlich

nicht alle auf kurzfristige Umsetzung angelegt

sind. Vielmehr betrachtet das ISEK vorausschauend

bis visionär die Entwicklung des Marktes im

Zeitraum der nächsten 15 bis 20 Jahre und gibt

Zielsetzungen vor. Es ist als Handlungsprogramm

zu verstehen, aus dem im Laufe der Jahre nach

und nach Maßnahmen umgesetzt werden sollen.

Welche der vorgeschlagenen Maßnahmen konkret

zu welchem Zeitpunkt angepackt werden, ist von

Fall zu Fall durch den Gemeinderat zu entscheiden

und hängt jeweils von Dringlichkeit und Bedarf sowie

natürlich von der Haushaltslage ab.

Das Fachbüro IDENTITÄT & IMAGE Coaching

AG aus Eggenfelden ist als Projektmanager zur

„Zu den Schwerpunkten gehören

die Aufwertung des gestalterischen

Erscheinungsbildes und das

Herausarbeiten eines Markenkerns

für das Standortmarketing.“

Umsetzung beauftragt. Die Aufgabenschwerpunkte

des Projektmanagements werden sein bzw.

sind: Aufbau und Betreuung von Handlungsstrukturen

in der Prozesssteuerung, ein Flächen- und

Leerstandsmanagements sowie die Aufwertung

des gestalterischen Erscheinungsbildes und das

Herausarbeiten eines Markenkerns für das Standortmarketing.

Das Ganze läuft im Rahmen der Städtebauförderung.

Ein Auszug aus den Handlungsfeldern:

Sanierung des ehemaligen Knabenschulhauses

(„Feslhaus“), die bereits läuft; Kostenpunkt ca.

1,5 Mio. Euro, Neugestaltung des Kirchplatzes inklusive.

Ein anderes dickes Brett ist die Neubebauung

des 2.500 qm großen Areals an der Frontenhausener

Straße 2 – im Ortskern nahe dem Rathaus gelegen:

das alte Angstlanwesen, das die Gemeinde 2015

gekauft hat. Dort denkt man an ein „Jugendzentrum,

einen Hort, eine kleine Mehrzweckhalle und

natürlich auch ein bisschen Platzgestaltung“, sagt

Reff. Die Kosten, so wie es derzeit geplant ist, bewegen

sich in der Größenordnung 2,5 Mio. Euro. Beim

Schulhaus wird es Zuschüsse geben, weil es so alt

ist, bei der Mehrzweckhalle wird es auf Neubau hinauslaufen,

da wird es keine Zuschüsse geben.

Dann die Sanierung des Schwimmbads: „Wir

werden heuer beginnen“, sagt Reff. Am 9. September

gibt es noch ein Abschiedskonzert und

schon im Frühjahr 2018 soll neu eröffnet werden.

All das sind zunächst Maßnahmen, die die

Aufenthalts- und Wohnqualität in Geisenhausen

verbessern sollen. Die Einwohnerzahl – aktuell

etwas über 7.300 – steigt stark, vor allem durch

Zuwanderung, die wiederum von der schnell

wachsenden Zahl der Arbeitsplätze herrührt. Die

durchschnittliche Wachstumsrate der Jahre 2008

bis 2013 betrug hier zwischen 5 und 10 % jährlich

und ist die höchste im südlichen Landkreis. Die

nächsten zehn Jahre wird es weiter steigen, da

ist sich Reff sicher. Und: „Wir wollen langsam und

moderat wachsen, 1 % Wachstum würde reichen,

das sind ja immerhin 70 pro Jahr.“

Wie man hört, wollen Geisenhausener Bauträger

gerade 80 neue Wohnungen bauen; das allein

überschreitet schon das eine Prozent. So hat man

Angstlanwesen: „Dort denkt man

an ein Jugendzentrum, einen

Hort, eine kleine Mehrzweckhalle

und natürlich auch an ein

bisschen Platzgestaltung.“

es mit Baugebieten gar nicht eilig. Letztes Jahr

hat die Gemeinde ein neues Areal mit knapp 100

Parzellen erschlossen; das war innerhalb von fünf

Monaten weg. Reff: „Wir haben derzeit nichts.“

Und: „Es müssen auch die Versorgungsbereiche

nachgerüstet werden, wir planen gerade einen

dritten Kindergarten. Er soll im Herbst 2019 fertig

sein.“

24 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 25


Geisenhausen

Reff verweist auf eine Bürgerbefragung, „die

übrigens eine sehr gute Rücklaufquote von über

43 % hatte“. Im Ergebnis sei hier große Zufriedenheit

mit dem Wohnumfeld festzustellen, während

z. B. Handlungsbedarf bei Verkehrsbelastung, Verkehrssicherheit,

Spielmöglichkeiten für Kinder und

Treffpunkten im Freien gesehen wurde.

Während die Teilnehmer der Befragung das

Sport- und Freizeitangebot der Vereine positiv

beurteilten, sehen sie im Freizeitbereich außerhalb

der Vereine Defizite. Genauso fehlt vielen ein

ausreichendes und attraktives Angebot im Bereich

Gastronomie und vor allem Außengastronomie.

Weitere Auswertungen beschäftigten sich mit der

Lebensqualität, und dem Einkaufsverhalten der

Bürgerinnen und Bürger.

Großes Augenmerk auf die

wirtschaftliche Entwicklung.

Der Geisenhausener Haushalt bewegt sich seit

Jahren bei beachtlichen 30 Mio. und auch darüber.

Die Gewerbesteuer liegt bei gut 7 Mio., der

Einkommensteueranteil bei über 3 Mio. Die Hebesätze

betragen einheitlich 350 v. H. Die Steuerkraft

liegt bei stolzen 1.292 Euro pro Einwohner, das ist

Platz 3 im Landkreis, in Niederbayern Platz 10, in

Bayern Rang 139.

Alte Darlehen in Höhe von rund 1,5 Mio. werden

bedient, dem stehen Rücklagen von rund 10

Mi. gegenüber. Seit mehreren Jahren gibt es keine

Neuverschuldung, eine Schlüsselzuweisung entsprechend

auch schon seit vier Jahren nicht mehr;

dagegen schlägt die Kreisumlage in diesem Jahr

mit rund 4,4 Mio. Euro zu Buche.

Es herrscht Vollbeschäftigung bei einem leichten

Auspendlerüberhang und natürlich bremst

auch in Geisenhausen der Fachkräftemangel das

Freibad Geisenhausen in diesem Sommer, vor Beginn

der Bauarbeiten: Nächstes Jahr soll der Betrieb schon im

„neuen“ Bad weitergehen.

Rund 140 Asylbewerber musste Geisenhausen verkraften,

untergebracht vor allem im ehemaligen Seniorenheim

(weißes Gebäude Bildmitte). Mehr als 30 sind inzwischen

sogenannte Fehlbeleger: Anerkannte mit Bleiberecht, die

eine Wohnung brauchen.

Wachstum vieler Betriebe, von denen viele händeringend

Auszubildende suchen.

Größter Arbeitgeber vor Ort ist die Pöschl

Tobacco Group mit knapp 400 Beschäftigten am

Standort und rund 800 insgesamt, bei einem Gesamtumsatz

der Unternehmensgruppe in 2016 von

über 500 Mio. Euro. (siehe S. 26)

Die Delta Group, bekannt durch regionale,

aber auch internationale Immobilienprojekte, liegt

bei etwa 220 Mitarbeitern. (siehe S. 29)

Die meisten Unternehmen

auf Wachstumskurs

Zu den wichtigsten Arbeitgebern zählt auch

Adito, Hersteller hochflexibler Business-, CRMund

xRM-Software, mit aktuell 90 Mitarbeitern.

Das soll sich aber bald ändern: Das Unternehmen

baut gerade ein neues Gebäude mit fast 1.000

Quadratmetern Nutzfläche und steuert dann auf

150 Beschäftigte zu. (siehe S. 30)

Gewichtig ist auch die Raiffeisenbank mit ca.

80 Beschäftigten, zusammen mit der Raiffeisenbank

Vilsbiburg – soeben wurde die Fusion beschlossen

– sind es dann rund 180.

Auch Wittmann Recycling gehört mittlerweile

zu den wirtschaftlichen Schwergewichten in Geisenhausen,

mit insgesamt rund 160 Mitarbeitern

in mehreren Niederlassungen. Dieses Jahr feierte

der inzwischen deutschlandweit agierende Mittelständler

nicht nur 50-jähriges Bestehen, sondern

auch die Einweihung des neuen Verwaltungsgebäudes

in der Vilsbiburger Straße.

Einer der Gastredner bei der Festlichkeit war

Bürgermeister Josef Reff: „Wir sind stolz, solche

Unternehmen vor Ort zu haben.“ Die Erfahrung der

Seniorchefs, gepaart mit der Energie der beiden

jungen Geschäftsführer habe zu einer beeindruckenden

Entwicklung von Wittmann Recycling

geführt.

Auch Landrat Peter Dreier gab sich die Ehre:

„Ihre Eltern müssen sehr mutig gewesen sein“, erklärte

er der Nachwuchsgeneration, „als sie vor 50

Jahren auf ein noch nicht zukunftsträchtiges Ge-

schäftsmodell gesetzt haben.“ Dreier betonte auch

die konstruktive Zusammenarbeit von Wittmann

Recycling mit dem Landkreis

Bei Neuansiedllungen „sind wir anders unterwegs

als die meisten Gemeinden“, so Reff,

„wir akquirieren nicht, wir suchen uns aus, wer

nach Geisenhausen darf.“ Denn Gewerbegrund

ist Mangelware. Geisenhausen hat in den letzten

drei Jahren rund 50.000 qm ausgewiesen, davon

sind noch gute 20 .000 übrig. Reff: „Wenn die weg

sind, dann wird es schwierig; neuen Grund von

Landwirten für neue Gewerbegebiete zu kaufen,

ist fast unmöglich, außer du hast reizvolle Tauschgrundstücke;

Geld will keiner, wegen der hohen

Steuern. Daher verschleudern wir den Grund nicht.

„Suchen Sie mal in Geisenhausen

bei dem angespannten

Markt im niedrigen Preissegment

eine Wohnung, die ein Flüchtling

mit Bleiberecht bezahlen

kann – so gut wie unmöglich.“

Bauern müssen ja jetzt 42 Prozent Steuern abführen,

wenn es da eine Änderung gäbe, sähe es

wahrscheinlich wieder anders aus.“

Natürlich treibt auch das Thema Flüchtlinge in

diesem Sommer den Rathauschef um: „Wir stehen

mit dem Rücken zur Wand“, sagte er kürzlich der

Bayerischen Staatszeitung, die ihn zu dem Thema

interviewt hatte. Er meint die faktische Rechtslage,

dass ein anerkannter Asylbewerber mit Blei-

Rosenmontag in Geisenhausen: Die Landessprache heißt

„Tollemogei“ und jeder versteht sie.

bestatus, eigentlich aus der Gemeinschaftsunterkunft

ausziehen, sich also neben der Arbeit auch

eine Wohnung suchen muss.

In der Gemeinschaftsunterkunft – dem früheren

Seniorenheim – lebten zum Zeitpunkt des Interviews

etwa 140 Flüchtlinge. Rund 30 von ihnen

waren bereits als Asylbewerber anerkannt – und

damit sogenannte „Fehlbeleger“, weil sie jetzt

eigentlich die Unterkunft verlassen und sich eine

Wohnung suchen müssten.

Reff: „Suchen Sie mal in Geisenhausen bei

dem angespannten Markt im niedrigen Preissegment

eine Wohnung – so gut wie unmöglich.“ Also

bleiben viele Menschen in der Gemeinschaftsunterkunft

wohnen, müssen dann allerdings für die

Unterkunft bezahlen. Sobald die Flüchtlingszahlen

wieder steigen, so Reff, werde das Problem akut.

Wenn die Fehlbeleger rausmüssen, muss die Gemeinde

Wohnungen zur Verfügung stellen. Beim

jetzigen Stand der Dinge blieben dann, so Reff,

nur Container.

Ausnahmezustand in

Geisenhausen: Tollemogei!

Der Rosenmontagszug und die

dazugehörige Faschingsparty

ziehen jedes Jahr Tausende

Menschen aus der Region an.

Jedes Jahr herrscht in der Marktgemeinde

einen Tag lang völliger Ausnahmezustand: Der

Rosenmontag ist Geisenhausens närrischer Nationalfeiertag

und natürlich ließen es die Faschingsgesellschaft

Tollemogei und ihre Gäste auch heuer

krachen. Höhepunkt war der große Faschingsumzug

mit mehr als 50 Fußgruppen und Wagen. Viele

der Mitwirkenden hatten sich eine Verkleidung

ausgesucht, die mit dem diesjährigen Faschingsmotto

„Spanien“ zu tun hatte. Die Vorbereitungen

für den Rosenmontag 2018 laufen bereits an.

Und auch im Rathaus wird geplant: „Mittelfristig

haben wir noch einiges vor. Wir wollen z. B. ein

Naherholungsgebiet machen, Richtung Bahndamm

raus.“ Es bleibt spannend in Geisenhausen. n

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26 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 27


Läuft? Die Gemeinde-Serie

Geisenhausen

„Qualität ist, wenn der

Kunde zurückkommt und

nicht das Produkt.“

Ein Besuch beim größten Schnupftabakhersteller der Welt, der längst auch als Hersteller

und Distributeur von Rauchtabakprodukten zu einem der führenden Marktteilnehmer in

Europa und zum Global Player geworden ist: die PÖSCHL TOBACCO GROUP. Pöschl, das

heißt Tabakprodukte seit vier Generationen in einem gewachsenen Familienbetrieb, ein

immer wieder neues Reagieren auf die Herausforderungen des Marktes und Verantwortung

in der Region als größter Arbeitgeber vor Ort.

Wir befinden uns im Jahre 2017 in der Gemeinde

Geisenhausen, Landkreis Landshut. Die

ganze Welt des Tabaks ist von wenigen Konzernen

besetzt. Die ganze? Nein! Ein unbeugsamer Familienbetrieb

in Geisenhausen hört nicht auf, seine

einzigartige Position zu verteidigen und sogar auszubauen.

Dieser Familienbetrieb ist heute weltweit

bekannt als PÖSCHL TOBACCO GROUP und vor

Ort mit knapp 400 Beschäftigten der größte Arbeitgeber,

weltweit sind es um die 800 Mitarbeiter.

Pöschl ist der weltweit größte Produzent von

Schnupftabak und führender deutscher Hersteller

von Tabakprodukten.

Zehn Tochterunternehmen und fünf Beteiligungsgesellschaften

gibt es heute weltweit, exportiert

wird in ca. 100 Länder. Die Auslandsgesellschaften

vermarkten neben Pöschl-Produkten

diverse internationale Marken aus dem Tabak- und

Tabakwarenbereich als Alleinimporteur bzw. Distributeur.

Der c

Man kann die Geschichte der PÖSCHL

TOBACCO GROUP als klassisches Beispiel sehen,

mit welchem Mut, Einsatz und „Riecher“ Unternehmerpersönlichkeiten

ihre Firmen immer wieder

in die richtige Richtung lenken. Ohne Gewähr

für Erfolg, „nur“ mit Mut, Unternehmergeist und

manchmal auch mit dem Glück des Tüchtigen.

Oder, indem sie einfach die Gelegenheit beim

Schopf packen.

Oben: Pöschl-Firmensitz in Geisenhausen, darunter Belegschaft

mit Geschäftsführern Dipl.-Wirtsch.-Ing. FH Katharina Pöschl und

Die verschiedenen Tabaksorten werden als getrocknete

Blätter auf Paletten angeliefert.

Dipl.-Kfm. Patrick Engels. Daneben eine Übersicht der erfolgreichen

Pueblo-Markenprodukte (Feinschnitt und Zigaretten).

Tabak im Anlieferungszustand und dann nach dem

Schnitt, der je nach Verwendung variiert.

chen erkennbar wurde, sodass die Nachfrage nach

Pfeifentabak neben klassischem Feinschnitt-Tabak

stieg. Pöschl reagierte zum richtigen Zeitpunkt auf

diese Tendenz und führte die Pfeifentabakserie „Exklusiv“

mit dem englischen Guardsman-Kopf auf

dem deutschen Markt ein.

Diese gezielte und schnelle Reaktion auf den

Trend zur Pfeife festigte den Absatz der Rauchtabak-Produkte

aus dem Hause Pöschl Tabak, während

die Umsätze vieler Mitbewerber schrumpften.

Vom „deutschen Rauchtabak-Wunder“ war die

Rede. Heute ist Pöschl die Nr. 3 auf dem deutschen

Pfeifentabakmarkt und bietet ein breites

Sortiment an Pfeifentabaken.

In den 1970er Jahren entwickelten Wilhelm

und Alois Pöschl Junior mit dem GLETSCHER-

PRISE-Snuff ein weiteres erfolgreiches Produkt,

das neben die klassischen bayerischen Schmalzler

trat. Die Kombination aus erfrischendem Menthol

und weichem Columbia-Öl traf vor allem den Geschmack

der jungen Generation.

Bis heute zählt GLETSCHERPRISE mit einem

deutschlandweiten Markanteil bei Schnupftabaken

von rund 41 % und einem jährlichen Absatz von

ca. 4 Mio. Verpackungseinheiten zu den erfolgreichsten

Schnupftabak-Produkten aus dem Hause

Pöschl.

Ab 1980 übernahmen Dr. Ernst Pöschl, Sohn

von Wilhelm Pöschl, und Dr. Robert Engels,

Schwiegersohn von Alois Pöschl jun., die Geschicke

und lenkten das Augenmerk auf Internatonalisierung.

1995 dann der Umzug nach Geisenhausen.

2006 trat Dipl.-Kfm. Patrick Engels in die

Geschäftsführung ein, 2013 dann Dipl.-Wirtsch.-

Ing. FH Katharina Pöschl. Damit ist die vierte Generation

am Ruder.

Die Herstellung von Schnupftabak ist im

Deutschen Tabakgesetz streng geregelt. Darüber

hinaus stellt Pöschl in eigenen strengen Qualitätskontrollen

hohe Standards sicher, die beim Einkauf

beginnen und bei der Verpackung enden.

Zur Unternehmensphilosophie gehört auch die

Selbstverpflichtung zur ausschließlichen Verwendung

hochwertiger Rohstoffe und Zutaten sowie

modernster Verarbeitungsverfahren auf Basis von

DIN ISO 9001:2015, integriertem Managementsystem

(IMS) und der Version 6 des International

Food Standard (IFS) (Höheres Niveau). Letzteres

ist, Stichwort Hygiene, auch für den nichtfachmännischen

Besucher sofort „erlebbar“: Ohne gründliche

Säuberung der Hände kommt man nicht in die

Produktionsräume, und bei der Gelegenheit kriegt

man auch einen weißen Kittel verpasst.

Erst dann bekommt man den Produktionsbereich

des Unternehmens zu sehen, beginnend

mit der Schnupftabakproduktion. Es gibt noch die

alten Reibstühle für den Schmalzler, früher mit

Wasserkraft betrieben, heute mit Elektromotoren.

Und man sieht die geheimnisvollen Ballen, die den

Rohstoff beinhalten: teilweise jahrelang kalt fermentierte

Tabake nach altem Hausrezept.

Bei den meisten Snuff-Sorten geht es heute

aber schneller. Zehn bis zwanzig Rohtabaksorten

werden für eine gute Mischung benötigt. In einer

speziell für Pöschl Tabak angefertigten Mahlanlage

wird zunächst jede einzelne Rohtabaksorte zu

einem feinen gleichmäßig gekörnten Tabakmehl

gemahlen und anschließend zu speziellen Mehlmischungen

vermengt und mit Fermenturlösungen

versetzt. Die Sortenwahl und das Mischungsverhältnis

sind ausschlaggebend für den späteren

Geschmack, den Geruch und die Farbe.

Das „deutsche Rauchtabakwunder“

in den 1960-er Jahren

Qualitätsmanagement

auf höchstem Niveau

„In den streng geheimen

Rezepturen der rund 80

verschiedenen Tabakmarken aus

dem Sortiment von Pöschl spiegeln

sich Tradition,

Erfahrung, Fortschrittswille

und höchste Sorgfalt wider.“

Das war schon so, als Alois Pöschl im Jahr

1902 seine Geschäftsidee vom eigenen Schnupftabak-Vertrieb

in die Tat umsetzte, als Verkäufer in

ganz Bayern mit dem Radl unterwegs war und mit

einigem Wagemut die „Brasiltabakfabrik A. Pöschl

& Cie.“ gründete, damals in Landshut.

So eine Gelegenheit erkannten z. B. auch die

beiden Söhne Wilhelm und Alois Pöschl in der

Nachkriegszeit, als Selberdrehen bzw. Feinschnittrauchen

am besten zu den finanziellen Möglichkeiten

der Bevölkerung passten. 1949 erweiterte

Pöschl folgerichtig das Angebot um Feinschnitte

und Pfeiffentabak. Eine weitere solche Situation

ergab sich für die Pöschl-Brüder Mitte der 1960er

Jahren, als ein weitgreifender Trend zum Pfeiferau-

Muster der einzelnen Produktionsschritte einer Zigarette.

Pueblo-Tabak, maschinell portioniert und verpackt: Fertig

für die Reise in die Welt.

Die Herzkammer der Zigarettenproduktion.

Am Ende dann wieder Handarbeit: Versandeinheiten für

den Handel werden bestückt.

Seit 2008 hat sich das Unternehmen mit dem

Aufbau einer eigenen Zigarettenfertigung ein weiteres

Standbein geschaffen.

Zu den bekanntesten Pöschl-Produkten zählen

neben der GLETSCHERPRISE die Markenfamilien

RED BULL und PUEBLO; letzterer ist Deutschlands

meist verkaufter Drehtabak und Europas Marktführer

im Segment Feinschnitt ohne Zusatzstoffe.

Das Segment „additivfreie Zigaretten“ hat

sich im letzten Jahrzehnt eine treue und stetig

wachsende Anhängerschaft erobert, auch hier

hatte Pöschl wieder mal den richtigen Riecher.

„Die heutige Marktposition ist für

die Verantwortlichen bei Pöschl

kein Grund, sich zurückzulehnen.

Als Traditionsunternehmen

wollen wir dem Markt weiterhin

neue Impulse geben.“

28 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 29


Läuft? Die Gemeinde-Serie

Geisenhausen

Läuft? Die Gemeinde-Serie

Drei bis vier Wochen Lagerzeit sind nötig,

bis der Fermentierprozess für den typischen Geschmack

und das gewünschte Aroma sorgt sowie

den Nikotingehalt verringert. Für die Endmischung

werden nochmals einzelne Tabakmehlmischungen

zusammengestellt und – je nach Sorte – mit

Inhaltsstoffen wie Wasser, Menthol, Ölen und

Fruchtauszügen angereichert. Rund eine Million

Deutsche gönnen sich übrigens regelmäßig eine

Prise.

Pfeifentabak als Kreation

aus bis zu 20 Sorten

Die Tabake werden von ausgewählten Lieferanten

auf Paletten angeliefert und nach sorgfältiger

Prüfung gemahlen. Die Zusammensetzung

ist so geheim, dass der Besucher nicht einmal die

Sortenschilder fotografieren darf.

„Gerade in unabhängigen

Familienunternehmen ist eine

Kombination aus Tradition und

modernem Entwicklungsgeist

eine wesentliche Voraussetzung

für die erfolgreiche Produktion

von Genuss-Produkten. Pöschl

wird sich diese Unabhängigkeit

auch trotz der Konzentrationstendenzen

auf dem globalen

Tabakmarkt bewahren.“

Etappen einer fast 115 Jahre alten Unternehmensgeschichte:

Tabakmühlen aus der

Anfangszeit (oben), die noch heute für den

Schmalzler zum Einsatz kommen; Blick in

eine Ausstellungs-Vitrine, Verkaufskiosk

von anno dazumal, Muster aus dem aktuellen

Sortiment.

Erfolgreichste Marke im Pfeiffentabak-

Sortiment ist die Serie BROOKFIELD, die in verschiedenen

Geschmacksrichtungen angeboten

wird. BROOKFIELD ist zugleich die erfolgreichste

deutsche Pfeifentabakserie überhaupt. Für weitere

Umsatzzuwächse sorgen u. a. die GOLDEN

BLEND´S Markenserie sowie die EXCLUSIV Pfeifentabakserie

mit einem vielfältigen Angebot für

jeden Geschmack. Auch Pfeifentabake sind sorgfältig

zusammengestellte Mixturen aus mehreren

Tabaksorten. Bis zu 20 verschiedene Rohtabaksorten

unterschiedlicher Herkunft werden je nach Mischungszusammensetzung

sorgfältig gemischt –

das sogenannte Blending. Nachdem im nächsten

Schritt die Tabakblätter geschmeidig gemacht und

die dicken Blattrippen entfernt werden, folgt die

geschmackliche Veredelung der Tabake nach geheimen

Rezepten mit natürlichen und naturidentischen

Aromen.

Danach werden die Tabakmischungen auf die

gewünschte Breite von zumeist 1,5 bis 1,8 Millimeter

gebracht. Eine besondere Schnittform ist der

Wild Cut, bei dem Schnittbreite und Schnittform

genau auf die unterschiedliche Beschaffenheit der

Tabakblätter abgestimmt werden, um einen gleichmäßigen

Abbrand in der Pfeife zu erzielen. Nach

dem Schnitt und der anschließenden Röstung

erfolgt die Endaromatisierung des Pfeifentabaks,

das eigentliche Geheimnis jedes Tabakherstellers.

„Auf der weiteren Internationalisierung

des Unternehmens wird auch

zukünftig ein Hauptaugenmerk

liegen. Im Fokus stehen dabei neben

den (ost-)europäischen Ländern

vor allem die Märkte

Zentral- und Süd-Ost-Asien

sowie Afrika und Lateinamerika,

also Regionen, in denen

der Tabakgenuss eine jahrhundertealte

Tradition besitzt.“

Zusätzliche Aromen wie Fruchtnoten oder feine

Spirituosen und dergleichen geben hierbei dem

Tabak seinen besonderen Duft und Geschmack.

Die Zigarettentabakherstellung verläuft weitgehend

wie die Herstellung von Pfeifentabaken,

die Unterschiede liegen hauptsächlich in der Auswahl

der Rohtabake und in der Schnittbreite. Diese

wiederum richtet sich nach der späteren Verwendung.

Feinschnitt zum Selbstdrehen wird zwischen

0,3 und 0,5 Millimeter breit geschnitten, die Breite

für Tabak zum Stopfen liegt bei bis zu 0,8 Millimetern.

Generell werden bei der Produktion von

Zigarettentabak zwei Geschmacksrichtungen unterschieden:

Helle Feinschnitte mit eher weicher

Mischung und dunkle Feinschnitte von meist würzigem

Charakter.

Auf der weiteren Internationalisierung des

Unternehmens wird auch zukünftig ein Hauptaugenmerk

liegen. Der Familienbetrieb aus Geisenhausen

goes global.

n

Weltweit agieren, familiär denken

Geisenhausen l Die DELTA Gruppe verwirklicht regionale, aber auch internationale Immobilienprojekte. Von der Beratung über

die Planung bis hin zur Ausführung bietet das Unternehmen ein breites Leistungsspektrum rund um Neubauten, Sanierungen,

sowie An- und Umbauten.

DELTA Gruppe, das ist ein Team von Experten

der Architektur, des Bauingenieurwesens, der

Elektro- und Versorgungstechnik, der Gebäudetechnik

sowie dem Gebäudemanagement. Hand

in Hand verwirklichen sie regionale, aber auch internationale

Immobilienprojekte. Von der Beratung

über die Planung bis hin zur Ausführung bietet

die DELTA Gruppe ein breites Leistungsspektrum

rund um Neubauten, Sanierungen sowie An- und

Umbauten. Rund 220 Mitarbeiter sind dabei der

Schlüssel zur erfolgreichen Umsetzung. Ein nachhaltiger

Umgang mit vorhandenen Ressourcen

sowie energiebewusstes Bauen stehen im Fokus.

Weltweit agieren, familiär denken

Ob im In- oder Ausland – mit fachübergreifendem

Wissen und jahrzehntelanger Erfahrung

entwickelt DELTA für jedes Projekt ganzheitliche

Lösungen, die so individuell sind wie die Kunden

selbst. Eingebunden in nationale und internationale

Netzwerke pflegt das Unternehmen langjährige,

vertrauensvolle Kooperationen mit Kunden, Partnern

und Lieferanten. Im bayerischen Raum hat

die DELTA Gruppe ihren größten Kundenstamm.

Hier betreut man Projekte von öffentlichen Auftraggebern,

mittelständischen Firmen und Konzernen.

DELTA-Firmensitz in Geisenhausen: „Der

Begriff DELTA steht für den Anspruch unseres

inhabergeführten Unternehmens. Das

mathematisches Symbol für Differenz ist

unser Ansporn, stets besser zu sein als der

Wettbewerb und die Erwartungen unserer

Kunden an Qualität und Zuverlässigkeit zu

übertreffen.“

Der Bereich Gebäudetechnik ist ausschließlich

in Bayern tätig. Die Mitarbeiter dieses Geschäftsbereiches

planen und realisieren Heizungssysteme,

Lüftungs- und Sanitäranlagen, Systeme zur Klimatisierung

und Gebäudekühlung sowie Industrie-

Sonderanlagen. Ingesamt hat die DELTA Gruppe

Kunden auf vier Kontinenten und in mehr als 20

Ländern – vom Mittelständler bis hin zum international

agierenden Konzern. Ein großer Teil der Projekte

wird in Deutschland geplant und realisiert,

über 85 Prozent der Mitarbeiter sind in Bayern

tätig.

n

DELTA-Geschäftsführer Franz Wurm,

Michael Maul-Mock, Christian Hunger

(v. li.): „Wir realisieren und betreiben

Gebäude mit dem erklärten Ziel der

optimalen Nutzung und langfristigen

Wertsteigerung für den Kunden.“

Referenzobjekt Betriebsgebäude der

STELA Laxhuber GmbH in Massing, eröffnet

2016: STELA Laxhuber führt dort

die Entwicklung, Fertigung, Kommissionierung

und Auslieferung von Trocknungsanlagen

durch. DELTA oblagen die

Architektur, die Generalplanung

sowie Elektrotechnik, Versorgungstechnik

Bauprojektmanagement

und Brandschutz.

30 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 31


Läuft? Die Gemeinde-Serie

Geisenhausen

Läuft? Die Gemeinde-Serie

Computer-Grafik: Derzeit laufen die Bauarbeiten für die neue ADITO Firmenzentrale .

Innovative Software, spannende Projekte

und bald viel Platz für neue Mitarbeiter

ADITO Software GmbH l Als Hersteller hochflexibler Business-, CRM- und xRM-Software bietet die ADITO Software GmbH seit bald 30

Jahren individuelle Lösungen für das Kundenbeziehungs-Management von Unternehmen.

Mittelständische und große Unternehmen aller

Branchen, Verbände und Behörden setzen auf

ADITO: darunter der Ravensburger Verlag, Schönreiter

Bauelemente, Erlus, große Organisationen

wie die WWK Versicherungsgruppe, die IG Metall,

Kassenärztliche Vereinigungen und die Bundesagentur

für Arbeit. Sie bilden mit der Customer

Relationship Management-Lösung von ADITO individuelle

Geschäftsprozesse in Vertrieb, Marketing

und Service auf einer zentralen Plattform ab.

Die Gesichter hinter ADITO: Die Geschäftsführer Heinz Boesl (li.), Johannes Boesl (2.v.l.)

und Tobias Mirwald (re.) zusammen mit Margot Boesl, Mitglied der Geschäftsleitung, und

Peter Kobler, Berater und Gesellschafter.

Rund 95 Mitarbeiter entwickeln und vertreiben

aktuell die Software und passen sie an individuelle

Anforderungen an. Neben dem Hauptsitz in Geisenhausen

hat der Software-Hersteller mittlerweile fünf

weitere Niederlassungen in ganz Deutschland.

Neue Firmenzentrale dank

stetigen Wachstums

Wegen des kontinuierlichen Wachstums baut

der Geisenhausener Software-Hersteller derzeit

eine neue Firmenzentrale im Gewerbegebiet

Rampoldsdorfer Feld. Auf 3.000 Quadratmetern

Nutzfläche soll bis zum Frühjahr 2018 ein architektonisch

ansprechendes Gebäude für rund 150

Mitarbeiter entstehen. „Der Bau eines neuen Firmensitzes

ist für uns eine wichtige und notwendige

Investition, denn damit stellen wir die Weichen

für die Zukunft von ADITO. So können wir das

steigende Wachstum der letzten Jahre sichern

und neue Arbeitsplätze schaffen“, erklärt ADITO

Gründer Heinz Boesl. Pünktlich zum 30-jährigen

Firmenjubiläum will ADITO im nächsten Frühjahr

in die neuen Räumlichkeiten umziehen.

Das Team der ADITO Software GmbH beim jährlichen ADITO Sommerfest: ADITO bietet vielfältige IT-Jobs in der Region

„Wir haben bald Platz für viele neue Mitarbeiter

und wir wollen weiter wachsen“, so Boesl.

1988 gründete er sein Unternehmen als Ein-Mann-

Betrieb. Schon damals zählte er zu den deutschen

Pionieren in der Programmierung modernster

CRM-Systeme.

Seine Software war aufgrund ihrer Flexibilität

für viele Unternehmen hochinteressant: Sie

konnten mit der Lösung vielfältige Informationen

und Adressen verwalten, Touren planen und vieles

mehr.

Seit 2015 führt Gründer Heinz Boesl nun die

Geschäfte von ADITO gemeinsam mit Sohn Johan-

„Viele pendeln zum Arbeiten aus

dem Raum Landshut in die

IT-Metropole München und

wissen oft nichts von den Jobmöglichkeiten

vor ihrer Haustür.“

ADITO Baustelle in der Konrad-Zuse-Straße: Kommendes Frühjahr will ADITO in das

neue Firmengebäude umziehen.

nes Boesl und Tobias Mirwald. Mit den Geschäftsführern

der zweiten Generation ist so auch die

Zukunft des Familienunternehmens gesichert.

Ob künftige Azubis, Studierende, Fach- oder

Führungskräfte: Als wachstumsstarkes Software-

Unternehmen ist ADITO immer auf der Suche nach

motivierten Mitarbeitern und Berufseinsteigern.

Für IT-interessierte Schülerinnen und Schüler gibt

es jährlich in den Pfingstferien ein Schnupperpraktikum.

Im Schnitt schafft der mittelständische

CRM-Hersteller pro Jahr zehn neue Arbeitsplätze.

Vom Ein-Mann-Betrieb

zum Software-Hersteller

mit 95 Mitarbeitern

„Qualifizierte Fachkräfte wie Entwickler, Fachinformatiker

und Wirtschaftsinformatiker in der

Region zu finden, ist dabei nicht immer einfach“,

erklärt Margot Boesl, Personalverantwortliche und

Mitglied der Geschäftsleitung von ADITO. „Viele

pendeln zum Arbeiten aus dem Raum Landshut in

die IT-Metropole München und wissen oft nichts

von den Jobmöglichkeiten vor ihrer Haustür.“

Als einer der größten IT-Ausbilder im Landkreis

Landshut will der Software-Mittelständler

deshalb seine Bekanntheit in der Region ausbauen.

Schließlich kommt hochmoderne Software

nicht nur aus der Metropole München, sondern

auch aus der niederbayerischen Region, ist man

sich bei ADITO sicher. (Weitere Infos und aktuelle

Stellenangebote unter www.adito.de/karriere.) n

32 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 WirtschaftsLEBEN l Ausgabe Landshut 5 l Herbst 2017 33


Ausstieg Digitalisierung

Landshut wird

Gigabit-Pilotregion

Vodafone geht in seinem Kabelnetz bei der Volldigitaliserung voran. AB januar 2018 heißt

das: Ende des analogen Empfangs. Das schafft Übertragungkapazitäten für Gigabit-

Geschwindigkeit im Internet und zukünftige TV-Angebote.

Mit seiner Gigabit-Offensive will Vodafone in den

nächsten Jahren ein Drittel aller Deutschen mit Gigabit-

Geschwindigkeiten versorgen. Dafür wird auch kräftig ins

Vodafone-Kabelglasfasernetz investiert. Das Ziel: Gigabit

für 12,6 Millionen Haushalte in die 13 Kabel-

Bundesländer bringen. In der Pilotregion Landshut

und Dingolfing werden die Bürger als erste vom

Ausbauprogramm im Kabelnetz profitieren. Um die

technischen Voraussetzungen zu schaffen, schaltet

Vodafone dort am 9. Januar 2018 um auf Volldigitalisierung.

Analoge Programme beanspruchen

zu viel Kabel-Kapazitäten

Die Kabel-Ressourcen können viel besser für

neue Angebote im Kabelnetz genutzt werden.

Höchste Zeit also, die analogen Sender abzuschalten

und Platz für Gigabitanschlüsse und zukünftige

TV-Angebote zu schaffen. Die Länder Bayern und

Sachsen haben dazu festgelegt, dass im Kabel ab

dem 1. Januar 2019 keine analogen Sender mehr

verbreitet werden dürfen, und somit die gesetzliche

Grundlage geschaffen, um die Volldigitalisierung

zu realisieren. Los geht es am 9. Januar 2018

in der Pilotregion Landshut und Dingolfing mit den

Orten Altdorf, Dingolfing, Eching, Ergolding, Ergoldsbach,

Essenbach, Geisenhausen, Hohenthann,

Kumhausen, Landshut, Langenpreising, Mainburg,

Vodafone-Deutschland-CEO

Hannes Ametsreiter:

„Unser Ziel ist es,

unseren Kabelkunden in

der Region Landshut und

Dingolfing bereits wenige

Monate nach Umschalten

auf digitale Sender

Gigabit-Geschwindigkeiten

anzubieten.“

Moosburg, Neufahrn, Niederaichbach, Reisbach,

Rohr, Rottenburg, Tiefenbach, Velden, Vilsbiburg

und Wartenberg. „Attraktive Standorte brauchen

leistungsstarke Kommunikations-Infrastrukturen.

Ein voll digitalisiertes Kabelnetz mit Gigabitanschlüssen

setzt neue Maßstäbe im Wettbewerb

Landrat Peter Dreier und Landshuts OB Alexander Putz

begrüßen ausdrücklich, dass Vodafone in unserer Region

mit der Volldigitalisierung startet.

der Infrastrukturen. Davon profitieren unsere Bürgerinnen

und Bürger. “, so Landrat Peter Dreier

und Landshuts Oberbürgermeister Alexander Putz,

die die Vodafone-Initiative ausdrücklich begrüßen.

„Die Nachfrage nach immer höheren Geschwindigkeiten

im Vodafone-Kabelglasfasernetz

ist ungebrochen. Vodafone treibt die Volldigitalisierung

und damit den Sprung in die Gigabit-Gesellschaft

aktiv voran“, sagt Vodafone-Deutschland-

CEO Hannes Ametsreiter.

Digitales Kabelfernsehen bietet eine erheblich

größere Programmauswahl und eine viel bessere

Bild- und Tonqualität. Der Umstieg lohnt sich.

Kabelkunden, die aktuell um die 30 TV-Sender

und keine HD-Sender empfangen, schauen noch

immer analog fern. Das ist in der Regel der Fall,

wenn noch ein Röhrenfernseher ohne Digital-Receiver

im Wohnzimmer steht. Kunden, die analog

fernsehen, müssen bis spätestens 9. Januar 2018

auf digitales Kabelfernsehen umstellen, um weiterhin

wie gewohnt fernsehen zu können.

Umstieg auf digitales Kabelfernsehen

ist einfach und bequem.

Benötigt wird nur ein Digital-Receiver (DVB-C),

der zwischen Kabelanschluss-Dose und Fernseher

angeschlossen wird. Kabelgeeignete Digital-Receiver

sind direkt bei Vodafone oder im Fachhandel

erhältlich. In vielen neueren Flachbildfernsehern

ist bereits ein solcher DVB-C-Empfänger eingebaut,

so dass kein separater Digital-Receiver

benötigt wird. Für das unverschlüsselt gesendete

digitale TV-und Radioangebot von Vodafone entstehen

„Umsteigern“ mit einem vollversorgten

Kabelanschluss keine monatlichen Zusatzkosten.

Kunden, die bereits digitales Fernsehen empfangen,

können ihre digitalen Empfangsgeräte wie

gewohnt weiter nutzen, sie brauchen keine neuen

Geräte. Kabelkunden, die aktuell Radiogeräte

oder Stereoanlagen direkt an die Kabelanschluss-

Dose angeschlossen haben, benötigen nach dem

9. Januar 2018 ebenfalls einen Digital-Receiver, da

auch die analogen Radiosender auf digital umgestellt

werden.

Vodafone sortiert die Sender in der Nacht

zum 9. Januar 2018 neu. Auch die für das Internet

genutzten Frequenzen sind von der Umbelegung

betroffen. Umfassende Informationen zur analogen

Abschaltung und Umbelegung der Sender im

Kabelnetz in der Region Landshut und Dingolfing

stellt Vodafone unter www.vodafone.de/digitalezukunft

zur Verfügung. Fragen beantwortet auch

das Kundenservice-Center unter der kostenfreien

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Das Magazin für die niederbayerische Wirtschaft.

WirtschaftsLEBEN

Herausgeber und v.i.S.d.P:

Wolfgang Asenhuber

Freischaffender Kommunikationsfachmann, Publizist

Florastraße 13

84036 Landshut

0871 14277222

asenhuber@wirtschaftsleben.com

Erscheinungsweise 2 mal jährlich, Pressesendung

Verbreitungsgebiet: siehe Mediadaten

Druckauflage dieser Ausgabe: 6.000,

Satz und Layout: WL-Team, Landshut

Anzeigenberatung: Wolfgang Asenhuber

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