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E_1927_Zeitung_Nr.101

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aller» Der Mann, der 75

aller» Der Mann, der 75 Stunden Klavier spielt. Es gibt neben dem automobilistisclien Gebiet bekannt!,jh noch andere, auf denen Rekorde «geschlagen» werden. Doch wer hat schon gehört, dass ein Mensch 75 Stunden hintereinander Klavier spielen kann? In Berlin hats einer fertiggebracht! Hören wir, was der Korrespondent des «Neuen Wiener Journals» hierüber seinem Blatt zu berichten weiss: Wie eine Bombe platzt die Nachricht in den ATtag hinein: «Der Mann, der iünfundsiebzig Stunden Klavier spielen will, ohne Pause und ohne das Klavier zu verlassen.» Man beachte, ohne das Klavier, zu verlassen! Versetzen sie sich in diese Lage. Sie sollen fünfundsiebzig Stunden am selben Ort ohne — Sie verstehen! Gar nicht auszudenken! Hochkonjunktur für Irrenhäuser. Begeben wir uns an die Städte des Lasters. Kiesenhafte Plakate verkünden es dem Vorbeigehenden: «Hier spielt Edi sein Fünfundsiebzig-Stunden- Dauerrekord-Kiavierspiel (für Stotterer a!s Sprachübung sehr zu empfehlen). Sie körnen ihn sehen und bewundern. Jederzeit! Tag und Nacht!» Und für jene, die nicht lesen wollen. ist da ein Mensch männlichen Geschlechts in Ritterrüstung mit echtem Panzer aus B'ech und Schild und Lanze von Anno dazumal, der da ruft: «Achtung, nicht weiter gehen! Stehen bleiben! Hier ist zu sehen, hier ist zu hören — der Angriff auf den Weitrekord — im Klavierspiel, im ununterbtochenen Klavierspiel! Edi will fünfundsiebzig Stunden ohne Unterbrechung spielen! Edi spielt! Tag und Nacht! Edi spielt!» Und die Menschen bleiben in Scharen stehen, hören auf den tapferen Reitersmann ohne Pferd aus der Zeit der so beliebten Raubritter und gehen hinein und — Edi spielt! An einem Klavier sitzt er, der «Angreifer», der Mann, der seinen eigenen Rekord angreift (Sie werden bald hören, weshalb seinen eigenen!), in weissem Hemd i:nd schwarzer Hose (die grosse Mode für den Herrn: Schwarz-weiss), die Zigarette im Mund und spielt. Spielt tatsächlich hintereinander, Opern und Schlager, Märsche und Lieder, Wagner neben Gilbert, den Radetzkymarsch neben der Marseillaise (wer viees bringt, wird jedem etwas bringen). Und v.lhrend er spielt, isst und trinkt er, raucht er, spricht, aber spielt. Ich «wage» mich zu ihm heran. Erstaunt sehen die Zuschauer ob meines «frechen» Gebarens. Und er? Spielt mit der Linken und Welt reicht mir mit der andern im kühnen Bogen einen Stuhl: «Bitte, mein Herr!» — «Sind Sie Artist?» war meine Frage. — «Nein, aber gut erzogen!» (Womit er doch nicht etwa beweisen will, dass beide Begriffe identisch sind. Doch ich will niemand beleidigen!) «Wie lange spielen Sie schon?» — «Zwanzig Stunden!» — Und wie lange gedenken Sie es fortzusetzen?» — Ungefähr fünfundsiebzig, und wenn ich's geschafft habe, ziehe ich um und spiele an anderer Stelle hundert Stunden!» Der junge Mann hat unbedingt Unternehmungsgeist! Und das Klavier spielt: «Ich trage, wo ich gehe (Verzeihung, sitze), stets eine Uhr bei mir...» «Herr Ober, bitte das Essen!» «Haben Sie schon einmal längere Zeit gespielt?» — «Jawohl, in Königsberg fün-zig und in Hannover siebenundrünfzig Stunden. Das Publikum hätte beinah' das Klavier zerauetschf» (ein schlechtes Fabrikat tiuss das gewesen sein). Das Essen kommt. «Wer hat denn den Käse zum Bahnhof gerollt?...» und schnei! greift «Edi» mit einer Hand nach dem Käsebrot, nimmt einen Bissen und spielt mit beiden Händen weiter. «Darf ich Ihnen eine Zigarette anbieten?» — «Sehr liebenswürdig, danke sehr!» — «Ich geb' sie Ihnen gern, 'nein Geld kosten sie nicht...» und mein Blick fällt auf ein Schild: «Edi raucht nur X-Zigaretten!» Dass auf dem Klavier steht: «Edi spielt nur Pianos von...», versteht si~h. Gute Ausbaumöglichkeit: «Edi trägt nur Anzüge von Müller, wäscht sich nur mit Sehulzes Seife und benutzt Schnürsenkel nur von Kohn 1 » Ich werde auch «Weltrekordmann* und stelle einen Rekord auf über ein Jahr, von dem die Welt sprechen wird! Worin? Im Faulenzen natürlich! Vielleicht wird dann meine Wohnung auch einem Musterkoffer gleichen. «Wie heissen Sie in Wirklichkeit. Herr... Edi?» — «Ich heisse Eduard Kemp, bin sechs- AUTOMOBTL-REVUE t7 - 1NP> 1P1 unddreissig Jahre alt, unverheiratet, keine Kinder...» «Wie kamen Sie auf die Rekordidee?» — «Ich spie'te schon als Kind gut Klavier. Nachts wurde bei uns zu Hause stets das Klavier abeeschlossen, damit ich nicht etwa spielen sollte. Eines Abends, meine Eltern lagen schon im Bett, hörten sie plötzlich Musik; sie standen auf und fanden mich im Hemd am Klavier. Ich hatte es mit einem Schuhknöpfer geöffnet. Mit zehn Jahren spielte ich alles aus dem Kopf und dann begann ich allmählich, das ununterbrochene Spiel zu «trainieren»; ich brachte es auf drei, fünf, zehn und mehr Stunden, bis ich dann meine genannten Rekorde errang!» Ein Zeitungsverkäufer ruft die neuesten Ausgaben aus. Edi kauft eine Zeitung, stellt sie auf den Notenplatz, spielt natürlich immer weiter und liest laut: «Stresemanns Reise nach Genf.»... «Wo sind deine Haare...?», «Fest steht und treu, die Wacht...» «Und sagst du, komm heut' nacht, mein Schatz» ... «Auf in den Kampf»!... (Alles aas dem Kopf.) «Wird das Spiel kontrolliert?» — «Jawohl, zwei Justizbeamte wachen abwechselnd über mich. Uebrigens hat die Polizei die besondere Erlaubnis zum Spielen auch nach der Polizeistunde erteilt.» «Also, vielen Dank! Auf Wiedersehen, Herr Kemp!» — «Auf Wiedersehen 1 »... «Nun sei bedankt, mein lieber Schwan»... «Wer weiss, ob wir uns wiederseh'n?» ... «Warte, warte noch ein Weilchen» ... «Morgen gibt's Selleriesalat»... «Still ruht der See»... doch schon kommt der nächste «Interviewer». Draussen Menschen und Menschen. «Hier ist zu hören: der Angriff auf den Weltrekord... im Klavierspiel! Meine Herrschaften!» ... Der Berliner hat also wieder seinen Rekordmann. Aber Amerika fehlt hiebei natürlich nicht. Soeben erfährt die Berliner Niederlassung einer bedeutenden New-Yorker Zeitung von «Edi» und a tempo sendet sie einen Photographen zu ihm. Denn dort drüben zeigt sich bekanntlich immer besonderes Interesse für Rekorde aller Art. Man wird nicht wenig erstaunt sein, auch einmal derartiges von Europa zu hören! Ober noch spie't? Soeben rief ich an: «Jawohl, Edi spielt immer noch!» Viel Vergnügen! Auf jeden Fall eröffnet der Rekordwahn ungeahnte Perspektiven. Duftende Halsbänder, dfe neue IVode. Man hat letzthin Trockenparfüms in Mode gebracht in Gestalt duftender Blumenwachse. welche in kleinen, geschmackvollen Galalitdöschen den Damen gestatten, neben Lippenstift und Puder Jederzeit ihr bevorzugtes Parfüm in der Handtasche bei sich zu tragen. Um sich zu parfümieren, genügt es, mit der Fingerspitze eine winzige Menge des Wachses hinter dem Ohr, auf dem Haar oder auf der Kleidung aufzutragen. Kürzlich wurde, so teilt die « Deutsche Parffimerie-Zeitung » aus Frankreich mit, eine Neuheit zur Aufnahme von Trockenparffims der genannten Zusammensetzung patentiert, und zwar das duftende Halsband. Die Duftträger, sei es aus Bernstein, Koralle, Elfenbein, Perlen oder dergleichen, sind ein hohler Anhänger, eine Hohlperle oder sonst eine Vorrichtung, welche es ermöglicht, das Wachs einzuschliessen. Derartige Hohlkörper als Anhänger oder Teile des Bandes lassen sich an allen Kolliers, selbst den kostbaren, leicht und unauffällig anbringen. Die «glückliche» Erbin. Aus Konstanz wurde dieser Tage berichtet, dass eine Verkäuferin durch eine Auslandserbschaft vielfache Millionärin geworden sei. Ein Verwandter sei vor etwa hundert Jahren nach Holländisch-Indien ausgewandert, sei vor 40 Jahren verstorben und habe ein Vermögen hinterlassen, das bis jetzt auf etwa 80 Millionen holl. Gulden (etwa 130 Millionen Reichsmark) angewachsen sei. Um die Hinterlassenschaft schwebe ein Prozess, der nunmehr von der Partei der Konstanzer Verkäuferin gewonnen worden sei. Nachträglich wurde bekannt, nicht die Verkäuferin selber sei die Erbin, sondern deren Eltern, die in Westfalen wohnen. Weiter wurde berichtet, dass sich zehn Familien in das Erbe teilen, so dass jede Familie 13 Mill. Reichsmark erbe. Genaueres als diese lückenhaften Angaben weiss die Konstanzer Erbin nicht zu machen. Es wurde natürlich rasch bekannt, in welchem Konditorladen sie hinter dem Verkaufstisch steht. Dorthin ergoss sich nun der Strom der Neugierigen, so dass der Konditor ein gutes Geschäft machte. Wie verhält es sich nun tatsächlich um ein solches Hundertmillionenerbe aus dem Ausland, noch dazu um das Erbe eines vor hundert Jahren ausgewanderten und vor vierzig Jahren verstorbenen, also sehr entfern>ten Verwandten, dessen Nachkommen in Deutschland wohnen? Es handelt sich um die Ausfuhr eines in Holländisch-Indien erworbenen Vermögens. Da auch dort eine Erbschaftsbesteuerung besteht, kommt der Befrag im günstigsten Falle nur unter einer Einbusse von 50 Prozent zugunsten des Heimatstaates ans dem Lande. Es bleiben also noch 65 Millionen Reichsmark. Selbstverständlich wird auch die deutsche Finanzverwaltung ihren Frbschaftssteueranteil von dem nach Deutschland kommenden Betrag in Anspruch nehmen. Da im vorliegenden Falle kein direktes Verwandschaftsverhältnis mehr besteht, sondern nur ein NachkommensverhäHnis, würde die höchste Besteuerung nach Ziffer V eintreten, welche eine staffeiförmige F.spüzn-Gneuuricy S1LBEHSCUMJEÜ BERWÄREH Sportpreise Zeiss-Feldstecher 6 x24 Fr. 150.— 8 x30 Fr. 215.— Zeiss- gegen Blenciung Fr. AutoDrille 44 Auto-Barometer zug •eich Höhen messer Fr. SO.— Feldeggstrasse58 — Tel. Hottingen74.6* Nerven-Heilanstalt „Friedheim 46 ZIHLSCHLACHT Eisenbaiuist-Uon: AmnswiL Thurgau) Herven- und QemütsHranKg (Entwöhnungskuren) (A'koboi, llorpli., Kokain otc) srältise Pflege. Gegründet 1891. Zwei Aerzt« TeleprioD Nr. 3 Cheiarzt i Dr. KRAYüNBüHL BAHNHOFSTRASSE AUTOMOBILISTEN verlangen Sie in Ihrer Oaraae KeSlar's SgseiiaEseiffe in Tuben Die vorzügliche und praktische Händerelnigungsseife. Wo nicht erhältlich, liefern wir direkt in Kartons von X2 Stück zu Fr 12.— franko Keller & Cie., Stalden (EMMENTAL). 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N°101 — 1927 AUTOMOBiL-KtfVUti 17 Erhöhung bis zu 70 Prozent vorsieht. Nimmt man an, dass die Finanzbehörde nachsichtig wäre und nur 60 Prozent in Anrechnung stellte, so betrüge der deutsche Steuerbetrag 39 Millionen Reichsmark. Rest also günstigstenfalls noch 26 Millionen. Die Anwälte bemühen sich um ein Erbe von 130 Millionen Reichsmark; auch den Gerichtskosten ist dieser Betrag zugrunde zu legen. Rechnet man für Gebühren und Kosten usw. nur den Betrag von fünf Millionen Reichsmark, so bleibt ein Rest von 21 Millionen. Rund gerechnet schmilzt also das holländische Erbe von 130 Millionen Reichsmark auf einen Betrag von 20 Millionen zusammen; auf jede der in Betracht kommenden Familien entfallen also nur noch zwei bestehenden Bedürfnis entgegengekommen sind. Zuschriften aus allen Gegenden der Schweiz beglückwünschen uns dazu, dass wir es unternommen haben, dem europäischen Tourismus seinen ihm sicheni"h gebührenden Platz einzuräumen. Gerade den Automobilisten zieht es in andere Länder; über kurz oder lang wird er die Schweiz ken- Milliönchen. Die Konstanzer Verkäuferin nen, wird einmal über die Grenzen des Landes hinaus wollen, wenn er einige Ferientage aber erbt mit ihren Geschwistern nur das, was ihre Eltern dermaleinst hinterlassen zur Verfügung hat. Allen diesen Reisenden werden, und dieser künftige Erbbetrag unterliegt von neuem der deutschen Erbschafts- zu stehen, ist der Zweck unseres Sprech- mit unserem und unserer Leser Rat Z'ir Seite steuer. saales. Unsere bis in die hintersten Ecken des Den Ausweg, das Vermögen aus Indien zu Kontinentes reichenden Beziehungen erlauben uns, über alles und jedes was de.1 holen und etwa im benachbarten Ausland un- Auto- terzubringen, um die deutsche Erschaftssteuer zu umgehen, lässt die Finanzverwaltung nicht gelten, und sie weiss sicher Mittel und Wege, um doch zu der ihr zustehenden Erbschaftssteuer zu kommen. Der einzige Weg, die deutsche Abgabe zu sparen, bestünde vielleicht darin, dass die zehn Familien nach Holländisch-Indven auswandern. Aber man müsste auch in diesem Falle auf überraschende Massnahmön der deutschen Finanzbehörde gefasst sein. Kurz und gut: Die Millionenerbschaft liegt so gut wie im Mond, meint nicht ohne Grund die «Frankfurter Zeitung», der wir diese Erbschaftsgeschichte entnommen haben. Ein linkes Damenohr zu kaufen gesucht. In den Chicagoer Blättern erschien, einer Wiener Zeitung zufolge, vor einigen Tagen ein Inserat, in welchem ein linkes Ohr zu kaufen gesucht wird. Eine ungenannte New-Yorker Dame, die vor zwei Jahren auf einer Ai;tomobilreise durch Europa einen Unfall erlitt und dabei ihr linkes Ohr einbüsste, suche, so lautete die Anzeige, Ersatz für den fehlenden Körperteil und sei geneigt, einen angemessenen Preis dafür zu zahlen. Offerten seien an das Bureau des Agenten Jay Mac Carthy erbeten. Auf das nicht alltägliche Inserat sind bisher, wie die New-Yorker Blätter aus Chicago berichten, dreizehn Offerten eingelangt, und zwar wurden zwölf weibliche Ohren und ein männliches Ohr angeboten. Jay Mac Carthy fand jedoch nur eines der angebotenen Ohren für geeignet, dasjenige einer hübschen, jungen Angestellten namens Doris Clark, die für die Operation ihres niedlichen linken Ohres ein Schmerzensgeld von 4000 Dollar verlangte. Die junge Dame erklärte dem Agcrten, dies sei genau der Betrag, den ihre gesamten Schulden ausmachen. Nach einigem vergeblichen Handeln willigte Mac Carthy ein und Miss Doris Clark wird sich in der nächsten Tagen bei einem namhaften Chirurgen von Chicago ihr linkes Ohr operieren lassen, das sodann von einem anderen Chirurgen an der linken Gesichtshälfte der ungenannten reichen New-Yorkerin befestigt werden wird. Sämtliche Kosten trägt natürlich die Auftraggebern und Fräulein Clark bekommt viertausend Dollar netto Kassa ausbezahlt. Sie erklärte vor Berichterstattern, sie werde ihren Bubikopf so frisieren, dass die Stelle des fehlenden Ohres ganz von den Haaren bedeckt sein wird. Der Kinderreiche hat es gut! Der Farmer Julian Chavez, ein Mann nahe an siebzig, vergass sich in einem Streit so weit, einen zu ohrfeigen. Nun steht er vor einem New-Yorker Polizei'gericht. Als das Verhör beginnt, rollen zwei Lastautos an, und eine Kinderschar stürmt durch den Vorhof und strömt hinein in den Gerichtssaal. Hinterher folgen grösere Jungen und Mädchen, sowie zahlreiche erwachsene Personen. «Was wollen die hier?» fragt der Richter den Schriftführer. «Es sind meine Kinder,» bemerkte der Angeklagte. «Ihre Kinder — wieviel sind es denn?» «Dreiundvierzig.» Der Richter erhebt sich von seinem Sitz, denn es darf natürlich nicht sein, dass sich jemand einen Spass mit ihm erlaubt. Der Alte aber lächelte, nickt und meint, dass es schon richtig sei. So wird die Verhandlung unterbrochen und die Prüfung der Geburtenverzeichnisse angeordnet. Inzwischen erfahren die Neugierigen im Saal, dass der Mann trotz allem nicht mehr als drei Frauen hatte. Dann kehrt der Richter zurück und stellt fest, dass es mit allen 43 stimme; und er verkündet in einem Atem auch gleich die Sentenz, auf Freispruch lautend, und begründet so: dass einem Patrioten gegenüber, dem die Staaten 43 Bürger und Bürgerinnen dankten, allerlei Rücksichten geboten seien. Schon die allerersten Versuche mit dem «Europa Touring Sprechsa.ai» haben uns gezeigt, dass wir damit einem in weiten Kreisen mobilisten interessieren kann, Auskunft zu geben. Red. Tourlnfl-FraL'e 7. Holland. Da ich mieb für die Dammliauten zur Irockenlegung der Zuidersee interessiere, möchte ich nächstes Frühjahr mit meinem Wagen nach Holland. Welche Route soll ich zur Hinfahrt wählen, und liosso sich die Rückfahrt eventuell mit einer Tour durch Nordfrankreich verbinden ? V. Z. in Ba. Touring-Fraae 8. Normandie. Geschäfte zwingen mich, im Laufe des B^ebruars in Ronen einen Aufenthalt von zirka l't Tagen zu machen. Zwei bis drei Tage stehen mir in dieser Zeit frei zur Verfügung. Ich möchte die Gelegenheit benutzen, die Normandie etwas näher können zu lernen. Wer kann mir ein paar lohnende Tagestonren ansehen ? F R. in Ni. Tourinfl-Frane 9. Prag. Welches ist dio kürzeste und empfehlenswerteste Route von St. Gallen über München nach Praß ? 0 L. in R. Tourina-Fraßs 10. Jußoslavien. In einer der letzten Nummern hal sich ein Loser der « A.-R. > über die Rei*emögliohkeiten in Dänemark erkundigt. Die ausführliche Antwort, die er darauf erhielt, und die verdankenswerte Mitteilung der Redaktion, dass sie Auskünfte über autotouristischc Vorhältnisse aller Länder besorge, ermutigt mich, folgende Fräse zu stellen- Welches sind besonders bcs'uchenswerte Gebunden in Jugoslavicn ? Ich beabsichtige, im Frühjahr dorthin zu fahren um die bei uns so wenig bekannten Gebiete des Balkans kennen zu lernen Es wäre mir sehr nützlich, schon vor Aufstellung meines Reiseplanes einige Auskünfte zu erhalten C. R. in Z. TouHna-Antwort 1. Dax in Südfrankreich. Dieses französische Bad befindet sich etwa 40 km nordöstlich von Biarritz; es ist, wie Sie bemerken, ein richtiges Rheumatiker-Bad. Die Heilciuellen von Dax ziehen alljährlich viele Tausende von Kurgästen an Der dortige Moor und Schlamm haben eine Temperatur bis 60 Grad Celsius und wird mit starker Abkühlung verabreicht; dio Kur wird als sehr erfolgreich gerühmt. Zahlreiche gute Hotels sind vorhanden unc) das ganze Jahr offen, bevorzugt ist das Frühjahr. Von der Schweiz aus führt dio nächste Route über Lyon. Le Puy, Mendo, Millau, Albi. Toulouse. Pau noch Dax. doch können Sio auch mit VorteiJ südwärts der Rhone über Valence. Avignon Montpellier. Narbonne Carcassonne, Pau, Da.\ erreichen. Letztere Route ist historisch und landschaftlich interessanter Die französischen Strassen sind im allgemeinen vorzüglich, obwohl auch hin und wieder sehr schlechte Strecken vorkommen. Man soll sich von einem Hatiptort zum andern stets etwas informieren, damit man auf neugewalzte Strassen kommt, nach denen dor Fahrplan mit einigem Komhinationsgeschick leicht zusammengestellt werden, kann. Von Dax aus können Sie wunderbare Ausflüge in das angrenzende Pyrenäengebiet nach Biarritz und San Sebastian machen. Den Rückweg nehmen Sie vorteilhaft über Bordeaux. Limoges, Clermont-Ferrand Es stehen natürlich je nach Neigung auch andere schöne Durehgangsstrassen zur Verfügung Ihren Reisenlan machen Sie am besten nach Europa-Touring; die Broschüre von Dr. Hurlimann über Reisen in Frankreich leistet Ihnen ebenfalls ausgezeichnete Dienste R. Touring-Anfwort 3. Schwarzwald, a) Ich empfehle dem Fragesteller, sein Programm etwas zu erweitern und zu sagen: zehn Tage Süddeutschland Angereizt durch die Rheinfahrt der Sektion Zürich des T C. S. machte ich mich dieses Jahr ungefähr zur selben Zeit mit meiner Familie auch auf die Socken, um das schöne Deutschland zu boreisen. Meine Route war folgende: 1. Tag: Lyss. Basel. Rändern. Badonweilor. Mülheim. Freiburg i B., Höllental, Titisee. Neustadt, Föhrenbach. Furtwangen, Tribere. Hotel zum « Goldenen Löwen », T. C. S.-Mitglied. 2. Tag. Triberg. Wolfach. Schiltach, Freudenstadt, Forbach. Gernsbach. Rote Lache. Baden-Baden, Karlsruhe. Hjtel « Reichshof » beim Bahnhof. 3. Tag: Karlsruhe. Brucbsal (Besichtigung des einzig schönen Schlosse;)). Schwetzineren (Besichtigung des grossartigen Schlossgartens). Mannheim. Hotel « Central > neben Daimler-Benz- Garago. 4. Tag: Mannheim. Bensheim, Darmstadt. Frankfurt a. M. Besichtigung von Frankfurt sehr emfehlenswert 5. Tag: Frankfurt a. M„ Bad Nauheim. Offenbach Darmstadt. Heidelberg Hotel zum « Ritter» (•ältestes Hau- in Heidelberg) Besichtigung des Schlosses und Umgebung von Heidelberg. 6. Tag: Heidelberg. Neckargmünd durch Ne^kartal, dann direkt nach Heilbronn. Lugwigshafen. Stuttgart Hotel zum « Schlossgarten > beim Bahnhof (first class in Qualität und sehr bürgerlich im Preis). 7. Tag: Ruhetag. Besichtigung von Stuttgart. 8. Tag. Stuttgart. Tübingen. Rottenburg. Horb Rottweil. Schwenningen. Donaueschingen, von wo ich über Zurzach noch in den Kanton Aargau fuhr. Ich empfehle Ihnen aber, im Hotel « Bahnhof» in Oberlancbringen » am Ausgang des Wutachtales abzusteigen. Pianos Harmonicins - Violinen - Musikalien Mandolinen, Lauten, Gitarren, Konzert- und Gitarre« Zithern, Handorgeln, Mundharmonikas, Utensilien, Saiten Stimmungen, Reparaturen, TEILZAHLUNG, MIETE TELEPHON: SBLNAU 1509 -cke Sie>nni(2hlecjasse*Smistrasse nächst Jelmoli Spezialhaos iilr leise moderne Fefzwaren Aufo-Mänfel I Sport-Joppen Auto-Decken Füsswärmer in ieinster Auifühiung Bahnhofstrasse 51 Mercotonum ZÜRICH 1 Am 9. Tage fahren Sie dann von dort nach Waldshut und St. Blasien. nachher hinunter ins Wiesental nach Zoll und Schopfheim und zurück Dach Basel. Am 10 Tage von Basel an die schonen Bielerseeufer. Ihr Vierzylinder und eine bürgerliche Kasse reichen sehr gut aus, und Sie werden befriedigt heimkommen. Ich habe meine LEICA mitgenommen und 120 Aufnahmen nach Hause gebracht, dio ich immer wieder mit srosser Freude und lieber Erinnerung durchsehe. H Strehler Präs der Sektion Seeland des T. C. S. b) In zehn Tagen lässt sieb der Scbwarzwald herrlich auskosten Als günstige Reisezeit emofehlon wir Mai oder Juni; im Frühlins ist es dort am schönsten. Die Slrassen sind wieder irrösstenteils vorzüglich Am besten ist, Sie wählen sich zwei bis drei Standquartiere, z B Freudenstadt im mittleren und Bar'en-Baden im nördlichen Schwarzwald. Triberg und Titi«ee sind ebenfalls ausgezeichnete Standquartiere. Von diesen Plätzen aus können Sie den Schwarzwald kreuz und auor durchfahren; in zehn Tagen können Sie die schönsten Talschaften und Höhen befahren. Die Verpflegung ist durchwegs gul. entspricht im grossen ganzen den Preisen in der Schweiz Im übrigen brauchen Sie ausser Triptyk und internationalem Fahrausweis eine deutsche Steuprkarte die für zehn Tage Mk 20.— kostet. Geeignete Schwarzwaldkarten erhalten Sio vom Verlag der « A.-R ». R. Tourinp-Anfwort 5. Japan. Der Mitnahme Ihres Henderson Vierzylinder-Motorrades nach Europa stehen keine Hindernisse im Wege. Sie werden Keinerlei Zollschwierigkeiten haben, wenn Sie im Besitze eines Triptyks sind. Sie brauchen für icde3 Land, dos Sie bereisen, ein Triptyk, welches je nach dem Land 0 bis 12 Monate Gültigkeit hat. Um in den Besitz eines Triptyks zu gelangen, müssen Sie Mitglied einer anerkannten Vereinigung sein. So hat z. B. dio englische « Automobile Association » (AA) sicher in Tokio oder Yokohama eine Subsoktion. sonst wird Ihnen auf Verlangen das Triptyk auch in London ausgestellt. Eventuell können Sie auch Mitglied des Schweizer Tourinz- Club in Genf werdpn. der für Ihren Fall das Triptyk für da,« Motorrad besorgt Es empfiehlt sirh. das Schiff schon in Neapel zu verlassen und den Landweg zu benutzen. Eine Fahrt durch Italien von Neapel bis zur Schweizergrenzo bietet eine Fülle historischer und landschaftlicher Sehenswürdigkeiten Die Strassen sind meistens gut, mit Ausnahme allerdings in gebirgigen Gegenden Ueberall in Ttalien wird am Aushau des Straßennetzes gearbeitet: eine genauo Reiseroute lässt sich heute nicht festlegen. Auskünfte über dio Reise in Italien ertpilen dio Bureaus des T C. T.: Uffieio Viaggi e Tonrismo tiell' E. N. I. T.. Via Chiatamone 5, in NeaDel: in Genua: Via XX Settembre S37 Lr. :F"lTx^el OERTSCHINGEM Co., Zürich 1 Im Dezember Sonntass geöffnet Hand- und Brust-Bohrmaschinen erfreuen jeden Käufer. Qualitäts Ausführung mit zweifacher Uebersetzung für Bohrer bis 13 mm. Nr. 1 mit offener Uebersetzung u. Wasserwage Fr. 16.—. Nr. 2 mit la. ge- 8uh.lobs>ener Uebersetzuna Fr. 19.—. GJ. Tannen Basel 12 QUALITÄT Erstklassige Zimmereinrichtungen Einzelmöbel beziehen Sie am vorteilhaftesten direkt durch die itiöüeliaüri» miinsingen. E. 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Vor Mitte oder Ende Juni können Sie die Route nicht machen. Im alten Oestörreich sind die Strassen dem Dolomitengebiet nicht ebenbürtig; immerhin ist die oben skizzierte Route größtenteils ordentlich. Von Wien zurück nach der Schweiz wählen Sie vielleicht die Strecke über Linz, Salzburg. Innsbruck, oder Linz. München. Lindau; in Bayern sind die Strassen fast durchwegs gut. Lu b) Im vergangenen Sommer habo ich Wien besucht. Ich fuhr folgenden Weg: Sohaffhausen, Landquart, Davos. Flüela. Ofen. Urnbrail. Stüfserjoch, Meran. Bozen, Karersee, Falzarego. Pordoi, Cortina d'Ampezzo, Misurina, Toblach. Sillian, durch Tirol. Kärnten nach dem Wörthersee bis Villach. Klagenfurt. St Veit- an der Clan (Steiermark), Mürzzuschlag Semmering. Wien. Klosterneuburg. Tulln. Krems, Mfelk. Grein a. D.. I.inz, Wels, Salzburg. München. Tölz. Mittenwald. Innsbruck. Arlberg. Toggenburg. Schaffhausen. Ueber die Strasben ist folgendes zu sagen- Gut bis zur Grenzo. aber teilweise im Bündnerland 3ehr schmal, sehr gut durch die Dolomiten bis zur österreichische^ Grenze. Ebenfalls sehr gut dureb das Tirol, gut in Kärnten, mittelmässig bis Echlecht in Steiermark, schlecht in Niederösterroich. ausgenommen in der nächsten Umgebung von Wien, schlecht auch in Oberösterreich, landschaftlich hervorragend bis Melk a. D.. sehr schlecht von Grein bis Linz, sehr gut Linz—Wels, gut bis Salzburg, von Salzburg durch Oberbayern hervorragend gut. in Oester^ reich über den Arlberg gut. C. K. in Seh. Karl May hatte Unrecht Die amerikanischen Indianer haben, nach der «Vossischen Zeitung», durch eine Delegation bei dem Bürgermeister von Chicago Beschwerde darüber geführt, dass sie in den U. S. A.-Schulgeschichtsbüchern beschuldigt werden, das Skalpieren erfunden zu haben. Ferner seien die Kämpfe zwischen Weissen und Indianern besonders hervorgehoben, bei denen die Weissen schwere Verluste erlitten hätten. Was das Skalpieren anbeträfe, so hätten die Rothäute das von den ersten weissen Siedlern gelernt, die einen Beweis dafür verlangten, dass die Feinde getötet seien. Ja, die vielgerühmten Pilgrim Fathers hätten Prämien gezahlt, wenn noch beide Ohren am Skalp hingen. Amerikanischer Humor. Einer aus Chicago erzählt: «Bei uns hat man jetzt ein Theater aufgemacht, das so gross ist, dass, wenn die Zuschauer der letzten Reihe mit unreifem Obst nach dem Schauspieler werfen, dieses verfault auf der Bühne ankommt.» — Das ist rtoch gar nichts», erwidert ein Newyorker. «Da sollten Sie erst einmal unsere neue Oper sehen. Wenn da von den hinter, sten Bänken mit rohen Eiern geworfen wird, flattern diese als ausgewachsene Hühner den Sängern um die Köpfe. U.