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E_1928_Zeitung_Nr.022

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12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE 1928 — N°22 Die unheimliche Botschaft. Das war die Fahrt, losgelöst von Zeit und Raum, die Fahrt in die Unendlichkeit. Das Auto jagte wie in Weltflucht daher. Steine und Staub der gehügelteii sandigen Landschaft taumelten entsetzt bei seinem Nahen empor ... so beginnt Cath. Godwin ihre spannende Skizze im .« Aarg. Tagbl.» und fährt fort: Am Steuer sass Abd Amar, der marokkanische Adjutant. Neben ihm ein Soldat, die Waffe schussbereit in der Rechten. Der Adjutant starrte unverwandt geradeaus. Die Landschaft stürzte ihm entgegen: niederes Gesträuch, getürmtes Gestein, primitive Lehmhütten flogen ihm zu und hatten ihn längst wieder verlassen. Es gab für ihn nur Gegenwart. Und die gewaltige Aufgabe der Gegenwart war im Vordergründe seines Lebens mit Riesensilhouette da. Sein eigenes Geschick lag klein und vergessen in ihm, sank zurück in Perspektive, glich jenem schicksalsdurchwehten Land, aus dem er stammte, und die schemenhaften Umrisse, die aus dem Dämmern stiegen, glichen versteinerten Gestalten, glichen Menschen, die er einst geliebt und aus ihrer Mitte ragte gleich einer heiligen Moschee der Gedanke an seine Mutter. Er sah Vögel auf den Zweigen — er hörte sie nicht — die Maschine toste, es heulte die Luft, aber er wusstc, dass sie sangen und das stimmte ihn froh. Ein Ruck, ein Stoss des Motors. Er mass einen Augenblick sachlich Distanz und Gefahr: selbst wenn keinerlei Zwischenfall eiutrat, war es fast unmöglich, in der vorgeschrieben knappen Zeit das ersehnte Ziel zu erreichen. Und spontan erstand in seinem Innern das Bild seines Führers. Er hörte ihn wieder mit gedämpfter Stimme eindringlich sagen: «Alles hängt jetzt davon ab. Das Leben Tausender — die Verbindungen sind zerstört — nur wenn die Botschaft rechtzeitig eintrifft, können wir den Unseren Rettung bringen. Sie sind unser bester, verwegenster Fahrer — glauben Sie, Sie können es leisten? » Darauf er: « Ja — zu Ihrem Befehl! » Und in diesem Augenblick war sein "Wort ein Schwur. Er wusste, nun nahte ihm die Stunde seiner grossen Aufgabe. Was bisher nur Ehrgeiz und kühne Fantasie — mm stand es vor der Probe der Erfüllung. Er jagte dahin — ein Fesselloser, der jede Grenze zerriss, der jede Hemmung überwand. Das war in Wirklichkeit umgesetzte Fantasie, das war der Augenblick, wo man, hingerissen an das Sein, vertausendfachtes Leben fühlt. Doch plötzlich sausten Kugeln aus dem Ungefähr und von dem Sitze neben ihm flammte krachend Antwort zurück. Er spannte alle seine Kräfte, spannte alle Kräfte des Motors aufs Aeusserste an. Es nmsste gelingen! Keuchend bebte das Auto in seinen Fugen. Die Waffe seines Begleiters aber war verstummt. Einen flüchtigen Moment spähte der Adjutant zur Seite — Blick in Blick mit zwei brechenden Augen. Vor ihm die graue Linie des Weges — um ihn die sausenden Kugeln — neben ihm der sterbende Soldat, der schwankend sich nach ihm verneigte. Jetzt war es, als klopfe ihm ein Unsichtbares hart auf die Schulter — das war wohl ein Schuss. Und sein Nebenmann bog sich weit zurück, drehte sich um sich selbst wie in kunstvollem Salto mortale. Fiel weg. Er war allein. Voran, voran! Seine Hände waren mit eisernem Griff in das Steuer gekrallt, sie verwuchsen mit dem Metall. Und die Maschine, die unter ihm bebte, war von seinem Willen beherrscht und beseelt und sie waren beide eins. Das laute Krachen um ihn her war verstummt. Nur als Chaos begriff er die vorüberflüchtenden Dinge am Weg. Der Tod verlor für ihn jode Qual. Er ahnte, dass das Leben, wo es sich steigernd ins Unermessliche, ins Grenzenlose taucht, es auch keine Grenzen mehr kennt, es keine Höhen und Tiefen mehr gibt und alle Gegensätze sich versöhnen. An einer scharfen Kurve grüsste ihn die aufsteigende Sonne und sie wuchs ihm verheissend näher, ein leuchtendes Tor, das ins Land der Erfüllung weist. Und die Strahlen zuckten und flimmerten, und die Ferne nahte ihm so in gleissendem Golde, als müsse er vor ihrer endlosen Lichtfülle erblinden. Da geschah ihm Schicksal. Ein Draht, der über die Strasse gespannt war, enthauptete ihn. Den Bruchteil einer Sekunde schwebte sein Kopf in der Luft —- er wusste nicht, zu welchem Teile seines Leibes sich bekennen, er sah sich selbst, er sah das Auto als wehenden Staubfleck in die Ferne flüchten. Dann rollte sein Kopf in den Graben wie ein Ding. Das ereignete sich nur nebenher, als hätte er jetzt keine Zeit für seinen Tod. Er sass so aufrecht wie zuvor und hielt mit eisernem Griff das Steuer fest; wohl erstarrte sein Herz, doch der Herzschlag des Motors arbeitete noch und pulsierte wild. So jagte er vorwärts, die staubige Linie der holperigen Strasse entlang, jagte taumelnd querfeldein, als wisse er Ziel in gerader Luftlinie. Die Landschaft war durchrast, durchflogen; ächzend sauste das mechanisierte Wesen daher, gleichsam getrieben von der Kraft des Irrealen. Aus einem niederen Steinbau löste sich ein Posten, winkte dem rasenden Punkte entgegen, hob die Waffe in warnende Geste. Aufflammen — ein Schuss — in Grauen erbebend, bäumte der Posten seine Schultern unter das niedere vorspringende Dach als lebende Karyatide — sein Blick hing in der Ferne mit irrem Glanz — eine Vision der Hölle hatte ihn gestreift. Am Steuer sass ein Mann ohne Kopf. / Genau über dem abgeschnittenen Halse pfiff die Kugel her, sandte hinter dem Toten den Tod drein. Vergebliches Unterfangen! Immun am Tod floh der Führer, floh das Auto auf holperigem Wege, als schüttle es ein Lachen — war schon fern — floh über ödes Land und versengte Felder hin zur Befestigung. Von dort hatte man bereits voll fiebernder Erwartung den heransausenden Punkt gewahrt. In dem eroberten Fernglas eines grossen, phantastisch gekleideten Kabylen hing das Bild des sich blitzartig erweiternden Punktes. Unwillkürlich sank de Hand mit dem Fernglas fröstelnd herab. Das Auto aber flog näher, ward gross und laut. Nun schleuderte es sich mit dem rasenden Anlauf ungezählter Kilometer über ein tiefes Erdloch hinweg. — Krachen — Knattern — ein Ton wie von zerschellenden Knochen und taumelnd stürzte durch die breite Einfahrt das Gefährt röchelnd herein, neigte sich zur Seite, stiess an einen Pfosten — blieb regungslos, gleich einem erschöpften Wesen, das am endlichen Ziele zusammenbricht. Die dunkeln Gestalten der Rifkabylen drängten davor in starrer Panik. Doch ihre Füsse schienen versteinert. Ihre Blicke hingen unverwandt auf dem Torso des rätselhaften Führers. Durch den blassen Morgen schwebten Hoheit und Entsetzen. Nur einer vermochte in der fassungslosen Schar sichere Haltung zu bewahren — das war der Mann am Steuer. Seine Haltung schien zu Pflicht und Ordnung anzurufen, zu rascher Tat, er schien sein ganzes Wesen abzulehnen und mit korrekter Selbstverständlichkeit war er da. Und sie vernahmen seinen Ruf. Zitternde Finger lösten das Wutige Gewand. Direkt über seinem Herzen fanden sie die Botschaft, die ihnen Rettung — Leben verhiess. Für Momente war der rätselhafte Ueberbringer der Botschaft vergessen. Kommendes schuf Distanz zu Gewesenem. Die bebenden Finger falteten das Blatt mit der Gc-> heimschrift zusammen, schon hallten über das zerstörte Gelände die rettenden Befehle, Das Vordringen des Autos nach dem hohen Norden. In Verbindung mit der Entwicklung des allgemeinen, wenn auch bescheidenen ökonomn sehen Lebens hat sich in den letzten Jahren das Automobil immer stärker in Island eingebürgert. Heute zählt diese im hohen Norden gelegene Insel, die vom modernen Verkehrsleben nur schwach berührt wird, schon 600 eingeschriebene Autos, wovon sich mehr als 50 °/o in der Hauptstadt Reykjavik befinden. Das weitere Vordringen der Motorfahrzeuge stösst indessen vorderhand noch auf grosse Schwierigkeiten. Vorerst müssen die Verkehrswege erweitert und ausgebaut werden. Island verfügt über ein Strassennetz von 2000 Kilometer Länge. Davon sind eigentlich nur 500 Kilometer für Autos fahrbar und zwar nur in den kurzen Sommermonaten. Erfreulicherweise ist in neuester Zeit der Bau von Strassen sehr gefördert worden, nicht zum mindesten unter dem Einfluss der sich akklimatisierenden Luxus- und Lastautos. JK. Gesperrte Strassen Kauton Strecke Bemerkungen Bern Splez-Fratfaen, ober- infoige der Korrektion ab iuüb der Steigweid. 5

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