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E_1933_Zeitung_Nr.004

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zeuge miteinander

zeuge miteinander kollidieren, wobei wohl der oder die Halter zu Schaden kommen, nicht aber andere Automöbilinsasseri oder andere Strassenbenützer? In einem solchen Falle richtet sich die Ersätzpflicht, soweit es Körperschaden betrifft, nach dem Verursachungsprinzip, d.h. es gelten die in Art. 37 enthaltenen Grundsätze. Für Sachschaden dagegen gilt dann das Verschuldensprinzip des Art. 41 ff. 0. R. Wie ist nun die Haftpflicht geregelt beim Wechsel des Halters? Wird ein Motorfahrzeug auf einen neuen Halter übertragen, so haftet bis zur amtlichen Üebertragung des Fahrzeugausweises neben dem neuen au:h der alte Halter, weil er eben noch int Fahrzeugausweis steht. Der alte Halter haftet jedoch nur bis zu der in seinem Versicherungsvertrag vorgesehenen Summe. Verursacht der neue Halter einen Schaden und ist er für diesen aufgekommen, so hat er bis zum Betrage der Versicherungssumme Rückgriffsrecht gegen den alten Halter oder dessen Versicherer. Grundsätzlich bleibt also der alte Halter schadenersatzpflichtig, bis die ämtliche Üebertragung des Fahrzeugausweises stattgefunden hat, allerdings nur noch bis zu den in seinem Versicherungsvertrage vorgesehenen Summen. Es spielt die Verschuldensfrage eine ausschlaggebende Rolle für die Beurteilung, ob der Halter von der Ersatzpflicht ganz oder zum Teil befreit wird. Ferner ist die Frage des Vorliegens eines Verschuldens wichtig, wenn sowohl den Geschädigten oder Dritten als auch den Halter ein Verschulden trifft. Hier muss wie bis anhin abgewoeen werden, wie sfross das beidseitige Verschulden ist. Schliesslich ist das Vorhandensein eines Verschuldens des Halters Voraussetzung für die Zusprechung einer Genugtuung. Damit ist noch nicht gesagt, dass in allen Fällen,- in denen den Halter ein Verschulden trifft, eine Genugtuung ausgesprochen werden muss, sie kann aber nur ausgesprochen werden im Falle des Vorliegens des eigenen Verschuldens. Eine Genugtuung wird namentlich dann ausgesprochen werden, wenn es sich um Arglist oder grobe Fahrlässigkeit des Halters handelt. Man sieht also, dass genau wie bis anhin die Verschuldensfrage abgeklärt werden muss. Der einzige Unterschied ist der, dass grundsätzlich der Motorfahrzeugfiihrer haftet, während nach dem Verschuldensprinzip grundsätzlich nur derjenige haftet, dem ein Verschulden nachgewiesen werden kann. Während bis anhin dem Motorfahrzeugführer sein Verschulden nachgewiesen werden musste vom Geschädigten, ist durch das neue Gesetz die Beweispflicht umgedreht worden. Dieses Beweisverfahren wird dann ergeben, ob die Voraussetzungen für eine gänzliche Befreiung von der Ersatzpflicht vorhanden sind, oder ob der Halter ganz oder nur teilweise haftet und in welchem Umfange. Immer wieder erhebt sich die Frage, ob sich der Eigentümer eines Motorfahrzeuges nicht gegen allfällige Schadenersatz - Ansprüche dadurch sichern könnte, dass er von den Personen, die er in seinem Wagen mit sich führt, einen Verzichtschein unterzeichnen lässt. So bestechend dies auch auf den ersten Schein sein mag, so war eine solche Wegbedingung der Haftpflicht schon vor dem I. Januar 1933 höchstens für leichtes Verschulden möglich, indem Art. 100 des 0. R. bestimmt, dass eine zum voraus getroffene Verabredung, wonach die Haftung für rechtswidrige Absicht und grobe Fahrlässigkeit ausgeschlossen sein würde, nichtig ist. Abgesehen davon steht bei Tötung des Geschädigten der Schadenersatzanspruch denjenigen zu, die Ihren Versorger verloren haben. Es kann somit der Geschädigte resp. Getötete nicht zum voraus auf Ansprüche verzichten, die gar nicht ihm, sondern seinen Angehörigen zustehen. Das neue Gesetz hat in dieser Beziehung vollständig Klarheit geschaffen, indem es in seinem Art. 43 ausdrücklich sagt, dass Vereinbarungen, die die Haftpflicht wegbedingen oder beschränken, ungültig sind. Ferner gibt das neue Gesetz die Möglichkeit, die Vereinbarungen, die offenbar unzulängliche Entschädigungen festsetzen, binnen Jahresfrist nach Abschluss anzufechten. Auf diese Weise hat ein Geschädigter, der allenfalls durch einen Vergleich übers Ohr gehauen worden ist, oder falls nach Abschjuss des Vergleichs sich noch weitere Schadensfolgen zeigen, die Möglichkeit, die abgeschlossene Vereinbarung einer Revision zu unterziehen. Neu regelt im Gegensatz zum 0. R. das Automobilgesetz die Verjährung. Während nach 0. R. Schadenersatzansprüche nach einem Jahre verjähren, schafft das neue Automobilgesetz eine zweijährige Verjährung. Die Verjährung läuft von dem Tage hinweg, an dem Geschädigte Kenntnis vom Schaden und der Person des Ersatzpflichtigen erlangt hat. Die Klage gegen den Haftpflichtigen kann entweder beim Gericht des Wohnsitzes des Haftpflichtigen oder Ortes, wo sich der Unfall ereignet hat, angebracht werden. Der Geschädigte hat also die Wahl, den Haftpflichtigen entweder an dessen Wohnsitz zu belangen, oder, wenn ihm dies aus irgendwelchen Gründen nicht passt, am Orte, wo sich der Unfall ereignet hat. In der Praxis können diese zwei Gerichtsstände unter Umständen zu komplizierten Verhältnissen führen, wenn eine Mehrzahl von Verletzten (Gesellschaftswagen) vorhanden sind. Jeder der Verletzten kann nun entweder den Haftpflichtigen an dessen Wohnsitz oder am Unfallort belangen. Dazu kann noch dessen Versicherung direkt entweder am Wohnsitz des Haftpflichtigen oder am Unfallort belangt werden. Es sind also.vier verschiedene Klagemöglichkeiten vorhanden. Wenn nun von vier Verletzten jeder eine der vier Klagemöglichkeiten wählt, so haben wir für ein und denselben Schadensfall vier Prozesse zu gewärtigen. Diese Prozesse können sich in zwei verschiedenen Kantonen abspielen. Abgesehen davon, dass zwei grundverschiedene Urteile gefä'It Werden können, werden,jedenfalls doppelte Kosten, doppelte Beweiserhebungen usw. nötig sein. Diese Doppelspurigkeit ist überdies nicht nur vorhanden, wenn verschiedene Verletzte vorhanden sind. Es isi f dies auch der Fall, wenn im Falle einer Tötung eine Reihe von Anspruchsberechtigten (Witwe, Kinder, Eltern), die manchmal an verschiedenen Orten wohnen, vorhanden sind. Noch komplizierter werden die Verhältnisse, wenn die Forderungen der verschiedenen Anspruchberechtigten die Versicherungssumme übersteigen und diese nicht ausreicht, um alle zu befriedigen. Aus diesem Grunde wurde vorgeschlagen, im Gesetz eine Bestimmung aufzunehmen, dass bei verschiedenen Klagen aus demselben Schadenereignis für alle Klagen nur das Gericht zuständig sein solle, bei welchem zuerst eine Klage angängig gemacht worden ist. Das Parlament hat die Aufnahme dieser Fassung abgelehnt. Die Versicherung. Wie bisher, ist auch unter dem neuen Automobilgesetz der Halter verpflichtet, eine Haftpflichtversicherung abzuschliessen zur Deckung des durch den Gebrauch eines Motorfahrzeuges verursachten Schadens. Gegenüber der bisherigen obligatorischen Haftpflichtversicherung hat das Automobilgesetz folgende Neuerungen eingeführt: AUTOMOBIL-REVUE 1933 - N» 4 1. Eine wesentliche Erhöhung der Versicherungssummen. (Konkordat: 20 000 Fr. für Automobile, wobei 10 Prozent resp. mindestens 100 Fr. Selbstbehalt. Automobilgesetz: Minimum 50 000 Fr., 100000 Fr., 5000 Fr.) 2. Wegfall des Selbstbehaltes (fakultativ für die ersten 100 Fr. bei Sachschaden. Dieser Selbstbehalt kann dem Dritten jedoch aber nicht entgegengehalten werden). 3. Direktes Klagerecht gegen die Versicherungsgesellschaft. 4. Die Rechte und Pflichten aus dem Versicherungsvertrag gehen mit der Üebertragung des Fahrzeugausweises von Rechtes wegen auf den neuen Halter über (wobei er und der Versicherer berechtigt sind, binnen 14 Tagen nach Kenntnis des Ueberganges vom Vertrage zurückzutreten! Nicht übertragen wird der Anspruch des bisherigen Halters auf die 15 Prozent Rückvergütung für schadenfreien Verlauf). 5. Einreden aus dem Versicherungsvertrag, die die Deckung des Schadens schmälern oder aufheben würden, können dem Geschädigten nicht entgegengehalten werden. (Dagegen hat der Versicherer insoweit ein Rückgriffsrecht gegenüber dem Versicherungsnehmer, als er zur Ablehnung oder Kürzung seiner Leistung gemäss Versicherungsvertrag oder Bundesgesetz über den Versicherungsvertrag befugt gewesen wäre.) Nicht versichert sind wie bis anhin der Ehegatte des Halters, sowie dessen Blutsverwandte in auf- und absteigender Linie (Kinder, Eltern). Versichert sind aber der Chauffeur und seine Angehörigen (Insassenversicherung). Der Chauffeur ist ein « Dritter » im Sinne des Gesetzes. Sind mehrere Geschädigte vorhanden und übersteigen nun die vom Halter des Fahrzeuges geschuldeten Entschädigungen die Versicherungssumme, so ermässigt sich das Forderungsrecht der Geschädigten gegenüber dem Versicherer im Verhältnis der Versicherungssumme zum Gesamtbetrag der Entschädigungen. Selbstverständlich haftet der Halter über die Versicherungssumme hinaus. Hat er Geld, werden die Geschädigten voll entschädigt werden. Hat er kein Geld, werden sie eben zu Schaden kommen, und zwar in dem Umfang, als sich das Forderungsrecht des einzelnen Geschädigten gegenüber dem Versicherten ermässigt hat, d.h. im Verhältnis der Versicherungssumme zum Gesamtbetrag der Entschädigungen. Das direkte Förderungsrecht gegenüber der Versicherungsgesellschaft verjährt in 2 Jahren vom Tage des Unfalls an gerechnet. Die Verjährungsfrist ist die gleiche, jedoch aber läuft sie ausschliesslich nur vom Tage des Unfalls an und nicht etwa auch vom Zeitpunkt der Kenntnis des Schadens an. Unter Umständen ist also die Verjährungsfrist dem Halter gegenüber länger als diejenige der Versicherungsgesellschaft gegenüber. Der Tag des Unfalls ist das erste was bei einem Unfälle bekannt ist. dann komm in der Regel die Kenntnis des Haftpflichtigen und zuletzt kommt dann die Kenntnis vom Schaden. Es besteht nun kein Zweifel, dass durch das neue Automobilgesetz eine vermehrte Haftung der Motorfahrzeughalter geschaffen worden ist. Dadurch werden die Versiehe rungsgesellschaften vermehrt in Anspruch genommen. Dies hat notwendigerweise zu einer Erhöhung der Prämie für die Haft Pflichtversicherung führen müssen. Akut war speziell die Frage, ob man von seiner bisherigen Versicherungseesellschaf gezwungen werden könne, den Vertrag bei dieser Gesellschaft zu erneuern und ob nicht allenfalls andere Gesellschaften in der Lage wären, billigere Offerten zu machen. Hiezu ist zu sagen, dass niemand gezwungen werden kann, seinen Versicherungsvertrag bei einer bisherigen Versicherungsgesellschaft weiterzuführen, es sei denn, dass sich diese bereit erkläre, für das erössere Gefahrenrisiko die gleiche, d. h. die bisherige alte rämie entgegenzunehmen. Dies wird natürlich keine Versicherungsgesellschaft tun können und damit ist auch für den Versicherten keine Verpflichtung vorhanden, bei dieser Gesellschaft den neuen Versicherungsvertrag, denn um einen solchen handelt es sich ja, abzuschliessen. Die Versicherungsgesellschaften haben ihren Versicherten vor Neujahr Zirkulare zugestellt. Diese sind sorgfältig zu prüfen, indem die einen ein Stillschweigen als Zustimmung, die andern ein Stillschweigen als Ablehnung betrachten. Es ist in letzter Zeit verschiedentlich geltend gemacht worden, es sei möglich, zu günstigeren Bedingungen Verträge abzuschliessen als zu den von den Clubs vertraglich mit den Versicherungsgesellschaften Winterthur und Zürich vereinbarten Tarifen. Tatsächlich ist dies verschiedenen Orts, speziell in der Westschweiz, aber auch in Bern, der Fall gewesen. Es wurden deswegen gegen die Clubs Vorwürfe erho«, ben. man habe die Interessen der Mitglieder nicht genügend gewahrt. Der Vorwurf ist unberechtigt, abgesehen davon, dass der \.C.S. in engster Verbindung mit dem T.C.S. unrf der Asna verhandelt und gehandelt hat Die Verkehrsverbände wollten auch noch jährliche Röckvergütungen bei schadensfreiem Verlauf. Da ist das eidg. Versicherungsamt eingeschritten und hat erklärt: « Halt, jetzt ist es genug, sonst ist die Versicherung nicht mehr solid, es fehlt sonst das richtige Verhältnis zwischen Prämie und Leistungspflicht. Das Versicherungsamt hat wissen lassen, dass es weitergehende Vergünstigungen nicht genehmigen würde. Es hat ausserdem den Verkehrsverbändj schriftlich mitgeteilt, dass es keiner andern Versicherungsgesellschaft günstigere Bedingungen gestatten werde, a's zwischen den Clubs einerseits und der « Winterthur» und der « Zürich » anderseits vereinbarten Tarife. Damit waren selbstverständlich die Verhandlungen beendigt und der neue Tarif festgelegt. Plötzlich haben nun die Versicherungsgesellschaften, die in keinem Vertragsverhältnis mit den Clubs stehen, speziell auch ausländische, angefangen zu unterbieten, indem sie einfach auf den Minimalprämien einen prozentualen Rabatt anboten. Das gleiche Versicherungsamt, das den Clubs verboten hat, für ihre Mitglieder weitere Vergünstigungen herauszudrücken, duldet nun stillschwelgend diese Unterbietung. Die Clubs haben keinesfalls die Absicht, einem derartigen Verhalten des Versicherungsamtes länger stillschweigend zuzusehf ~ und finden nun Besprechungen statt, die

1933 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Erster Wlnterfahrbarkeitswettbewerb nach Engelberg. Das Reglement. Die Wintersaison 1933 bringt für den schweizerischen Automobilsport eine interessante, neue Bereicherung des Jahresprogrammes. In den Tagen vom 10.—12. Februar führt die Sektion Zürich des A. C. S. einen ersten Winterfahrbarkeits-Wettbewerb nach Engelberg durch, dessen Zweck die Förderung der Winterfahrbarkeit des Automobils bildet. Wir haben bereits mehrmals auf die sehr begrüssenswerte Veranstaltung hingewiesen, die zum Teil nach ganz neuen Gesichtspunkten organisiert wird, so dass wir uns mit einem knappen Resume der wichtigsten Reglementsbestimmungen begnügen können. Der Winterfahrbarkeits-Wettbewerb, der — falls die Schneeverhältnisse in den Tagen des 10.—12. Februars ungünstig sein sollten — unter Umständen auf den 17.—19. Februar verschoben wird, zerfällt in die folgenden Konkurrenzen: Zuverlässigkeitsfahrt Zürich- Engelberg. Brennstoffkonkurrenz, Startprüfungen und Prüfung von Fahrhilfsmitteln in Form einer Schleuderprüfung (Schneeketten, Pneus mit Gleitschutzprofilen usw.). Zur Teilnahme am Wettbewerb sind alle Mitglieder des A.C. S. und der der A. I. A. C. R. angehörigen Clubs, ferner Inhaber der für 1933 gültigen internationalen Rennlizenz zugelassen. Eine Einteilung der Fahrer in Amateure, Experten und Berufsfahrer ist nicht vorgesehen. Die Veranstaltung ist für Personenautos der Kategorie Touren- und Sportwagen offen; ausgeschlossen sind Spezialfahrzeuge, wie Raupenautos, Traktoren usw. Eine Unterteilung in die Kategorien Touren- und Sportwagen, in Klassen, in Wagen mit und ohne Kompressor, sowie mit 2- oder 4-Taktmotoren Wird nicht vorgenommen. Die Anmeldungen sind bis zum 3. Februar 1933, 18 Uhr, an das Sekretariat der Sektion Zürich des A. C. Si, Waisenhausstrasse 2, einzureichen, das alle Auskünfte erteilt, sowie Reglemente und Anmeldeformulare verschickt. Das Nenneeid beträgt Fr. 30.—. Die Abnahme der Fahrzeuge findet Freitag, den 10. Februar 1933 von 16 bis 18 Uhr 'ihr Hof der Kaserne, Kasernenstrasse 49, in Zürich statt. Nach erfolgter Abnahme werden die Fahrzeuge im Freien bewacht parkiert und erst kurz vor der Startprüfung am 11. Februar wieder freigegeben. Die Zuverlässigkeitsfahrt Zürich-Engelberg wird am 11. Februar durchgeführt Je nach Witterung und Schneeverhältnissen bestimmt die Fahrleitung am 10. Februar die Prüfungsstrecke. Diese wird den Konkurrenten erst kurz vor der Abfahrt mitgeteilt Für die einzuhaltende Geschwindigkeit werden keine Limiten aufgestellt. Die beiden Teilstrecken Zürich-Etappenstation und Etappenstation- Engelberg müssen allerdings In den hiefür aufgestellten Minimalzeiten zurückgelegt werden, sonst erfolgt die Erteilung von Strafpunkten. Jeder Wagen muss mindestens mit einem Fahrer und einem Beimann besetzt sein. Der genaue Startort in Zürich und an der Etappenstation, sowie auch das Ziel an der Etappenstation und in Engelberg werden den Konkurrenten später noch bekanntgegeben. Der Mittagsrast-Aufenthalt an der Etappenstation wird neutralisiert. Nach der Ankunft in Engelberg werden alle Wagen unter Bewachung wiederum im Freien parkiert Im Zusammenhang mit der Zuverlässigkeitsfahrt findet am 11. Februar auch die Brennstoffkonkurrenz statt. Ueber den zu verwendenden Brennstoff werden keine Vorschriften gemacht. Bei der Abnahme der Wagen in Zürich wird der Inhalt der Brennstoffbehälter geprüft und danach plombiert. Der Verbrauch wird pro 100 km Fahrtleistung und 100 kg Wagengewicht bewertet Vor dem Start zur Zuverlässigkeitsfahrt in Zürich am 11. Februar und am 12. Februar, 8 Uhr 30, in Engelberg wird je eine Starlprälung durchgeführt Bewertet wird dabei die Startzeit, gemessen vom Augenblick an, wo dem Fahrer der Wagen zum Starten freigegeben wird, bis zum kontinuierlichen Laufen des Motors und Zurücklegen einer Strecke von mindestens 50 m mittels der Motorkraft des Fahrzeugs. Falls innert 20 Minuten ein Start nicht gelingt, so erhält der betreffende Fahrer 100 Strafpunkte zudiktiert. Zu der Prüfung von Fahrhilfsmitteln sind nur solche Hilfsmittel zugelassen, die für das Befahren der öffentlichen Strassen polizeilich erlaubt sind. Dieser Wettbewerb findet ebenfalls am 12. Februar, im Anschluss an die Startprüfung, in Engelberg statt. Für die Klassierung gilt die Zeit, die für das Befestigen der Schneeketten oder anderer Fahrhilfsmittel und für die Zurücklegung einer markierten Kreisfigur auf einer Eisfläche im Eisstadion Engelberg (Schleuderprüfung) gebraucht wird. Der Bewertung der einzelnen Prüfungen werden die folgenden Punktzahlen zugrunde gelegt: Für je zwei Minuten Fahrzeit bei der Zuverlässigkeitsfahrt ein Punkt, zudem für jedes Nichteinhalten der festgesetzten Minimalfahrzeit je zwei Minuten ebenfalls ein Punkt; bei der Brennstoffkonkurrenz für je 10 cm* Brennstoffverbrauch pro 100 km Fahrleistung und 100 kg Wagengewicht ein Punkt; bei den Startprüfungen für je 30 Sekunden ein Punkt; bei der Prüfung von Fahrhilfsmitteln pro Minute ein Punkt und bei der Schleuderprüfung für die erzielte kürzeste Zeit zehn Punkte; dabei wird für die übrigen, längeren Zeiten die in Betracht kommende Punktzahl proportional berechnet. Für die Gesamtbewertung ist das Punkttotal massgebend. Mindestens ein Drittel der klassierten Fahrer erhält Preise; für das beste, absolute Gesamtresultat und das beste Ergebnis jeder Einzelprüfung sind zudem noch Spezialpreise ausgesetzt. Der Veranstaltung kommt nicht nur eine sportliche, sondern auch eine grosse wirtschaftliche Bedeutung zu, da sie eine Prüfung der verschiedenen Fahrhilfsmittel, wie Schneeketten, Pneus mit Spezialprofilen, Einspritzmittel, Gefrierschutzmittel, Heizapparate usw. in interessantestem Rahmen möglich macht. Schweizerische Automobilmeisterschaft 1933. Die nationale Sportkommission des A. C. S. veröffentlicht ein offizielles Communique über die Modifikationen, die im Reglement für d'e schweizerische Automobilmeisterschaft 1933 vorgenommen wurden, und über die wir b=reits in unserer Nummer vom 6. Dezember 1932 ausführlich berichteten. Es bestätigt unsere Ausführungen und bildet im folgenden lediglich eine genauere Ergänzung zu dem von uns schon Gesagten: Sofern nur vier nationale Rennen ausgetragen werden, muss der Konkurrent an allen vier Rennen teilnehmen; die drei besten Resultate sind für die Bewertung massgebend. Zur Meisterschaft zugelassen sind die Fahrzeuge der Kategorien Touren-, Sport- und Rennwagen (je Kleinwagen-Serie und Wagen- Serie). Wenn der Sieger einer Serie der Schweiz. Meisterschaft an allen Rennen mit der gleichen Wagenmarke teilgenommen hat, ist es dem Hersteller dieser Marke oder seinen Vertretern gestattet, Reklame mit dem erzielten Resultat zu machen. timicitwtucxwueE „i Mimicn Das Reglement der Schweiz. Automobilmeisterschaft 1933 kann bei der nationalen Sportkommission des Automobil-Clubs der Schweiz, rue du Mont-Blanc 16, in Genf bezogen werden. Noch eine Schwelzermannschaft an dir Sternfahrt nach Monte Carlo. Bekanntlich beteiligt sich an der Sternfahrt nach Monte Carlo auch der Schweizer Rennfahrer Braillard zusammen mit dem Zürcher Brunner auf Bugatti. Die beiden wagen von Tallin in Estland aus die grosse Reise und haben sich damit eine der längsten und schwersten Strecken ausgewählt. Die Schweiz ist an der grössten touristisch-sportlichen Veranstaltung des Jahres noch durch eine zweite Schweizermannschaft vertreten. Die Basler J. Schnell und M. Tennenbaum beteiligen sich auf Ford ebenfalls an der Konkurrenz und trafen mit ihrer Wahl gleich die schwierigste aller Routen, die von Athen aus! Schnell macht als offizieller Konkurrent mit, und Tennenbaum Ist als Fahrer gemeldet. Sowohl den von Tallin wie den von Athen aus das launische Glück der Monte-Carlo- Sternfahrt herausfordernden Schweizern wünschen wir von Herzen « Gute Fahrt» — sie werden sie wahrhaft gut brauchen können ! Zu den bereits veröffentlichten 126 Namen der Konkurrenten sind noch drei weitere tiin7iiw«>icotnmen. so d^s die Oe^a^trahl rfer Teilnehmer an der Monte Carlo-Sternfahrt auf 129 angewachsen ist: 127. Mme. Overton Preston (Ghevrolet), Startort Athen. 128. C. Hansbersrer (MatWa), Startort Valence. 120. H. Hansen Morinn (Ford). Startort TTmea. Bei dem Konkurrent C. Hansberger (Mathls) handelt es sich fibris:ens, wie man sich erinnern dürfte, um den Sieger der kleineren Wagen der internationalen Gordön-Bennett- Sternfahrt nach Basel im letzten September. mb. Die italienischen Sportreglemente 1933. Die bis jetzt gültigen Sportreglemente haben in der letzten Sitzung der Sportkornmission des Königlich-italienischen Automobil- Clubs verschiedene Abänderungen erfahren. Die wichtigste Modifikation betrifft die Verteilung der Fahrer in die drei Kategorien : Experten, I. Kategorie und Amateure. Zur Kategorie der Experten zählen alle diejenigen italienischen Fahrer, die seit 1928 eine italienische Meisterschaft oder bedeutende internationale Grands Prix gewonnen haben, Wenn Sie im Auto so tuarm haben tuie in der Bahn, luenn Ihr Windschutz nicht anläuft, so heizt TROPIC-AIRE Ihr Auto, wie die Zentralheizung Ihr Heim. -• Italienischer Autosport. Gibt es eine richtige Heizung für Automobile? 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Die Expertenfahrer dürfen nur an Rennen teilnehmen, die mit mehr als 30 000 Lire an Preisen dotiert sind. Zu der I. Kategorie zählen alle die Italienischen Fahrer, die Inhaber einer internationalen Rennlizenz sind und die in der obenstehenden Liste der Experten nicht figurieren. Als Amateurfahrer werden alle diejenigen Fahrer betrachtet, die aus dem Automobilsport keinen bezahlten Beruf machen und die in keiner Art und Weise als Fahrer, Vertreter oder Verkäufer mit Automobilfirmen t In Verbindung stehen. Für die Amateure wird auch im nächsten Jahre wieder eine eigene italienische Meisterschaft ausgeschrieben. Es ist ihnen erlaubt, an Rennen teilzunehmen, die mit Barpreisen dotiert sind, Die italienische Automobilmeisterschaft 1933. Für die Meisterschaft der italienischen Amateure 1933 gelten die folgenden Rennen: Mille Miglia, Rundstreckenrennen der vter Proyirtzen in Spezia, Rundstreckenrennen um die Coppa Ascoli, Bergrennen Sassi-Superga, Copp* della Sila, Bergrennen Varese-Campo dei Fiori, Rundstreckenrennen Principe di Piemnnte, Tarja Abrazzi, Coppa Gran Sasso, Coppa delle Tre Region i. Für die italienische Schnelligkeitsmeisterschaft, für die Meisterschaft der Marken und die absolute italienische Automobilmeisterschaft gelten die folgenden Rennen: Rundstreckenrennen von Alessändna, Orosser Königspreis von Rom, Bersrrennen Pontederimo- Giovi, Grosser Preis von Italien, Bergrennen Susa- Moncenisio. Coppa Cano, Coppa Acerbo, Grosser Preis von Monza. Für die italienische Snortwagen-Meisterschaft sind die folgenden Rennen gültig: Milte Miglia, Parma-Poggio di Berceto, Rundstreckenrennen von Florenz, Benrrennen Pontedecimo-Giovi, Bergrennen Susa-Moncenisio, Coppa Süa, Rundstreckenrennen Principe 4i Piemonte, Targa Abiuzzi, Grosser Preis von Venedig, Coppa Gran Sasso. mb. Auto-Olymplade 1936? Wie wir erfahren, beabsichtigt man in zuständigen Kreisen, im Jahre 1936 eine Auto-Olympiade zum Austrag gelangen zu lassen, die in die Internationale Sport-Olympiade 1936 aufgenommen werden soll. Es ist die Veranstaltung von Automobilrennen und Zuverlässigkeitswettbewerben vorgesehen, die international ausgeschrieben und im Gesamtklassement gegebenenfalls mitbewertet werden. Ueber diese Mitbewerbung herrschen zur Zeit wesentliche Unstimmigkeiten. Sollte sie in die Sport-Olympiade nicht einbezogen werden, so finden trotzdem internationale automobilistische Veranstaltungen statt, teils auf der Avus, teils auf dem Nürburgring. Um speziell den sportlichen Charakter dieser automobilistischen Wettbewerbe zu wahren, wird eine Kombination von SchnelligkeitSund Zuverlässigkeitsprüfunsren erwogen. . Wie wir weiter vernehmen, sollen im Jahre 1936 auch grössere Flugveranstaltungen internationalen Charakters stattfinden. Auch hier ist die Frage der Mitbewerbun« im Gesamtklassement der Berliner Olympiade noch offen. Man beabsichtigt, sich an die verschiedenen Sportkommissionen der an der Olympiade 1936 beteiligten Länder zu wenden, um ihnen ähnliche Vorschläge zu unterbreiten. Die Aussichten für ihre Zustimmung werden verhältnismässig günstig beurteilt. Nicht zuletzt werden aber diese Vorhaben von der Gestaltung der allgemeinen internationalen Wirtschaftslage abhängig gemacht, so dass die diesbezüglichen endgültigen Beschlüsse kaum vor 1934 gefasst werden können. K. K. Grosser Preis von Frankreich 1933. Die Sportkommission des A. C. von Frankreich besammelte sich vor einigen Tagen in Paris zur Aufstellung des Reglementes für den Grossen Preis von Frankreich, der am 11. Juni auf dem Autodrom von MontlhSry ausgetragen wird. Für das Rennen kommt die in diesem Jahre noch gültige freie Formel zur Anwendung; es führt über eine Totalstrecke von 500 km, insgesamt über 40 Runden der durch eine teilweise Strassenrundstrecke noch erweiterten Montlhery-Bahn. Ueber die Beteiligung an dem klassischen Rennen Frankreichs ist noch nichts Genaueres bekannt geworden. Man hofft sowohl die offiziellen Equipen wir die bekanntesten Einzelfahrer an den Start bringen zu können. Wlmille startet auf Bugatti. Der junge französische Rennfahrer J. P. Wimille, der schon durch mehrere gute Leistungen von sich reden machte, wird wie seine Landsleute Sommer und Zehender in Zukunft nicht mehr auf Alfa Romeo starten. Wimille Hess sich von dem südfranzösischen Rennstall Friedrich anwerben und wird in Zukunft auf Bugatti fahren. x.