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E_1934_Zeitung_Nr.085

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AUTOMOBIL-REVUE

AUTOMOBIL-REVUE 1934 - No 85 Der neue Weltrekord-Mann. Raymond liays vermochte auf einem 2-1-ERA. einem englischen Spo zial-Rennwagen, den hisher von H. Ruesch gehaltenen Weltrekord für den Kilometer mit stehendem Start zu verbessern. Das Bild zeigt den Fahrer auf der Brooklandsbahn unmittelbar vor dem Start. Die Vorderräder stehen auf einer Platte, mittels weichet der elektrische Kontakt des Uhrwerkes ausgelöst wird. Das Rennen der Amazonen. Das Sai.sonende in Brooklands brachte auch noch ein Damenrcnneu, das sog. «Women's Mountain Handicap» das von Miss Evans auf M. ü. gewonnen wurde. Die nachmalige Siegerin ist zuvorderst auf dein Bild (Start N'o 3) ersichtlich. Da das Rennen mit Handicap durchgefühlt wurde, sind die im Hintergrund der Aufnahme ersichtlichen Wagen, welche Zeitvorgabe haben, bereits .gestartet. Das Rundstrecken-Rennen von Modena. Bild links: Das Feld in voller Fahrt Zuvorderst Soffietti auf Maserati. Nuvolari. der Sieger des Rennens, liegt hier noch an .vierter Stelle (No, 22). Bild rechts: Nuvolari in Aktion. Nuvolari arbeitete sich in meisterhafter Art nach vorn und holte'auf dem neuen fl-Zylinder-Maserati für sich und die Konstrukteure des Wagens einen vielbeachteten und wohlverdienten Sieg. Fahrende Propaganda für einheimische Produkte. Die Verkaufszentrale für Gemüse in Zürich warb mit ihrem 2-t-Berna-Lastwagen auf diese gefällige Weise für den Konsum einheimischer Gärten- :; Produkte. Hochbetrieb an der Olympia Show. Die Londoner Ausstellung, an welcher rund 50 Firmen, worunter gut ein Drittel ausländische Marken beteiligt sind, begegnet bei Publikum und Fachleuten grösstem Interesse. TECHNISCHE RUNDSCHAU ALLGEMEINE INDUSTRIE- UND HANDELSZEITUNG ZENTRALBLATT FÜR INDUSTRIE, GEWERBE UND HANDEL DER TECHNIK Verlag und Redaktion: Breitenrainstrasse 97, BERN Industrielle, Techniker, Kaufleute, Gewerbetreibend« rinden in der regelmassigen Lektüre unserer volkswirtschaftlich-technischen Revue stetsfort wertvolle Anregungen. Abonnementspreis nur 5 Franken im halben Jahr« Bestellungen werden vom Verlag jederzeit entgegengenommen.

N»85 II. Blatt BERN, 19. Okt. 1934 Revue 85 II. Blatt BERN, 19. Okt. 1934 T«scl*n* Raandsdveau Dleselmotor-Prüfungsfahrt in der Sowjetunion. Kürzlich ging in der Sowjetunion eine Prüfungsfahrt für Dieselmotoren auf Lastwagen unter internationaler Beteiligung zu Ende, die in dieser Form die erste Veranstaltung war, Die letzten Autoausstellungen in Berlin, Paris und London sind von russischen Abordnungen aufmerksam besucht worden. Es war irisbesondere ein Ergebnis der Frühjahrs-Autoschau in Berlin, dass die verantwortlichen Stellen sich über den Rückstand der Sowjetunion auf dem Gebiete des Dieselmotors klar wurden. Das Problem des Baues brauchbarer Benzinmotoren für Flugzeuge, Personen- und Lastautomobile sowie für Traktoren ist in den letzten Jahren von der neuen Räte-Industrie befriedigend gelöst worden. Hat man zuerst für die Konstruktion und für die Fabrikation ausländische Hilfe in grossem Massstabe benutzen müssen, so ist es den energischen Bemühungen der Regierung, die keine Mittel gescheut hat, gelungen, inzwischen einen Stamm von fähigen und geschickten eigenen Konstrukteuren heranzubilden, vor allem aber auch die Serienfabrikation im grossen auf die Beine zu stellen, so dass jegliche Einfuhr von Verbrennungsmotoren seit drei Jahren aufgehört hat. Mögen die Konstruktionen beispielsweise im Verhältnis von Gewicht zu Leistung oder im Brennstoffverbrauch auch nicht an die letzten Errungenschaften auf diesem Gebiet in hochentwickelten Industrieländern heranreichen, so ist kein Zweifel, dass sich das Charakteristikum der Rätewirtschaft, Qualität durch Quantität zu ersetzen, gerade hier im Endeffekt positiv auswirkt. : Allein so eindrucksvoll die Produktionsziffern im Bau von Benzinmotoren auch sind, zeigt es sich doch, dass im Gesamtaufbau der Motorisierung der. Sowjetwirtschaft Hemmnisse auftreten, die dem Plan nach nicht oder nicht genügend berücksichtigt wurden. Das Brennstoffproblem ist überdringlich geworden, einmal weil die Naphtaförderung nicht voll den Erwartungen entspricht, hauptsächlich aber, weil der Transport nicht in der Lage ist, die Beförderung von Benzin in befriedigender Weise durchzuführen-- Von dieser Seite her bietet der Dieselmotor ausserordentliche Vorteile. Transport und Lagerung von Rohöl ist viel einfacher. Kostspielige ausländische Crackinganlagen Hessen sich ersparen. Vor allem scheint die Kriegsverwendung des Dieselmotors viel günstiger als des Benzinmotors, und gerade auf diesem Gebiet ist die Sowjetregierung überaus empfindlich. So setzte denn auch in der Presse bereits im Frühjahr ein von massgeblichen Stellen geförderter Feldzug zugunsten des Dieselmotors ein, der zunächst dazu führte, dass eine Anzahl ausländischer Firmen aufgefordert wurden, ihre Konstruktionen .zum Einbau in sowjetische Normalchassis der Jaroslawler Lastautowerke zur Verfügung zu stellen, um sie in Sowjetbedingungen einer scharfen Prüfung zu unterziehen. Insgesamt starteten am 24. Juli in Moskau Anlasszeiten. Nach Beendigung der Fahrt wurden die einzelnen Teile auf Abnutzung im Laboratorium geprüft. Die Anforderungen an Maschinen und Fahrer waren ausserordentlich. Teilweise ging der Weg über freies Gelände. Im Vorgelände des Kaukasus hatten Regenfälle die Strassen völlig zerstört. Der höchste zu überwindende Kaukasuspass liegt 3000 Meter hoch. Die Wagen erreichten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 25 bis 30 Kilometer pro Stunde. Der Brennstoffverbrauch schwankte zwischen 13 und 17 Kilogramm pro 100 Kilometer für die 3-Tonner und 20 bis 25 Kilogramm für die 5-Tonner. Die zu Vergleichszwecken mitfahrenden Benzinmotorwagen verbrauchten das Doppelte der Gewichtsmenge von ihrem teureren Brennstoff. Die Anlasszeiten beliefen sich auf 7 bis 20 Sekunden, während bei Benzinmotoren etwa die doppelte Zeit nötig war. Das Anlassproblem ist also völlig gelöst. ,. \, Die sowjetischen Veraristalter sind über das Ergebnis höchst befriedigt. Als Beifahrer hatte man Konstrukteure und Ingenieure bestellt, die aus der Praxis lernen sollten. Für die sorgfältige Prüfung der einzelnen Leistungen nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten war in mehrfacher Hinsicht gesorgt worden. Die einzelnen technischen Resultate stehen noch aus, doch weiss man, dass die schweizerischen Erzeugnisse sehr gut abgeschnitten haben. Sehr zufrieden ist man auch von den Serienchassis der Sowjetfabriken, die, allen Anforderungen entsprochen haben. Die Dieselbegeisterung schlägt nun hohe Wogen. Man ist sich darüber klar, dass bei der fabrikmässigen Herstellung noch sehr schwierige Aufgaben zu lösen sind. Eine endgültig bewährte, überlegene Konstruktion scheint es noch nicht zu geben. Immer wieder gibt es Neuerungen. Gefordert wird, dass sich zunächst die Forschungsinstitute für Automobil- und Motorenbau für einige bestimmte Typen entscheiden, ehe die Grossfabrikation zu einer Probefahrt über die gewaltige in Angriff genommen wird. Schon am 15. No- 1930 hat ein Parteibeschiuss verlangt, Strecke nach Tiflis 40 Maschinen mit Mo-vembertoren aus acht verschiedenen Ländern. Die dass das Dieselproblem studiert würde. Anfangs 1933 wurde ein Exemplar einer Sowjet- Prüfling erstreckte sich auf Zuverlässigkeit und Einfachheit der Konstruktion, Wirtschaftlichkeit im Brennstoffverbrauch, Zug- Ende des vorigen Jahres befriedigte das Mokonstruktion fertiggestellt, aber erst zu kraft, Einfachheit der Bedienung und diedell einigerrhassen. Im Charkower Traktorenwerk wurde dann eine Serie von 25 Motoren gebaut, die zur Zeit ausprobiert wird. Die bei der Versuchsfahrt verwandten Sowjetdiesel wurden in Jaroslawl gebaut (Typ Kodshu). Mit den bisherigen Ergebnissen der Experimente auf den staatlichen Forschungsinstituten ist man nicht zufrieden. Die Zeitung «Sa Industrialisaziju» sagt davon, dass ihre Modelle bei den ersten Versuchen schon als unbrauchbar bezeichnet werden mussten. Es dürfte also wohl noch Zeit nehmen, bevor es gelingt, mit einem brauchbaren Sowjetdieselmotor in Erscheinung zu treten, wenn man sich nicht dazu entschliesst, technische Hilfe des Auslandes in beträchtlichem Umfang in Anspruch zu nehmen. Typisch für die Sowjetindustrie ist ihr Aufbau im grossen Stil. Die Fabrikationsbetriebe konnten niemals gigantisch genug projektiert werden. Die arbeitenden Auto- und Traktorenwerke sind für Jahresproduktionen von 100 000 und mehr Stück eingerichtet. Fasziniert vom laufenden Die Beteiligung an der russischen Dieselmotoren- Prüfungsfahrt. IO Motoren aus Deutschland: BUssing, 4 Motoren Deute (von den Russen bereits vor längerer Zeit gekauft) ..'... MAN, 4 Motoren . . . . . . . . MWM, 1 Motor . . 8 Motoren aus England: Beardmore, 1 Motor Crossley, 4 Motoren Perkins, 1 Motor Thomycroft, 2 Motoren . 2 4-Zyl. 2 6-Zyl. 1 6-Zyl. 1 6-Zyl. 2 6-Zyl. 1 6-Zyl. 6-Zyl. 6-Zyl. 2 4-Zyl. 2 6-Zyl. 4-Zyl. 1 4-Zyl. 1 6-Zyl. 8 Motoren aus Ungarn: Ganz-Jendressik, 4 Motoren . . . 2 4-Zyl. 2 6-Zyl. Lang (Hz. Daimler-Benz) 4 Motoren 2 4-Zyl. 2 6-Zyl. 4 Motoren aus Frankreich: Lilloise (liz. Junkers), 2 Motoren . Renault, 2 Motoren 4 Motoren aus der Schweiz. Saurer, 4 Motoren 2 Motoren aus Italien: Fiat 2 Motoren aus Oesterreich: Graf & Stift (liz. Hesselmann Niederdruck-Schwerölmotor) ...... 2 Motoren aus der UdSSR: Kodshu 3-Zyl. 4-Zyl. 2 4-Zyl. 2 6-Zyl. 6-Zyl. 6-Zyl. 6-Zyl. Band und der Automatisierung der Fabrikationsvorgänge hat man sich Erzeugungsstätten gebaut, die wirtschaftlich nur dann arbeiten können, wenn sie ihr bestimmtes Spezialmodell jahrelang unverändert liefern können. Die Umstellung solcher Riesenanlagen ist schwierig und ungeheuer kostspielig. Gewiss ist die Rentabilitätsrechnung der Staatswirtschaft, die letzten Endes auf der Basis der Kriegswirtschaft erfolgte, anders als unter privatkapitalistischen Bedingungen. Dennoch birgt dieser Gigantismus gewaltige Hemmungsgefahren und führt allzuleicht zu Fehlinvestierungen, die auch innerhalb der Staatswirtschaft aus dem Volksvermögen bezahlt werden müssen. Die Forderung der Partei, den Benzinmotor im Auto und im Traktor in den Dieselmotor zu ändern, bereitet also «im Unionsmasstab» — wie man im Sowjetstaat zu sagen pflegt — vorläufig noch sehr grosse praktische Schwierigkeiten. D. R. 3 Spezialitäten: Metall-Autokoffern Wo in Garagen nicht erhältlich, bitte sich wenden an die Alleinkonzessionäre der Germ-Oele: H. R. KOLLER & CIE., WINTERTHUR Bekannt für gute Auto'Spenglerei JOS. SCHEIWILLER, ZÜRICH Badenerstr. 292 Tel. 56.515 Anfertigung sämtlicher Sorten AUTO-SCHLUSSEL SCHLOSS- U. KILOMETERZAHLER- REPARATUREN werden nur sachgemäss ausgeführt bei \. Kusterer, Zürich 8 Zimmenrasse 9. Tel. 22.949 EinheimischeBedürfnisse und einheimische Verkehrsverhältnisse - auf dieser Grundlage hat sich die Berna-Produktion im Laufe von 30 Jahren entwickelt. Gibt es eine bessere Garantie, dass sie Ihre Anforderungen in jeder Beziehung zu erfüllen vermag? Unsere Erfahrung steht Ihnen für die Lösung IhrerTransportprobleme jederzeit gerne zur Verfügung. Modelle von 1-7 Tonnen Nutzlast. Y*S***# Motorwagenfabrik Berna A.-G., Ölten werden gebaut, dem Wagen in Form, Farbe und Linie angepasst. 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