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E_1935_Zeitung_Nr.086

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8 AUTOMOBILrREVUE

8 AUTOMOBILrREVUE 1935 — MO Btveuz und cpue* duao*di die Oly •aeSdiau Die Buiek-Modelle werden fortan standardmässig mit einem Wagenheber ausgerüstet, der am Tragarm der Pufferstange angreift. diese Annehmlichkeit serienmässig übernommen. Bei den Luxuskarosserien findet sie sich in grosser Zahl. Unnötig fast zu sagen, dass sich unter den Ausstellungsobjekten der anwesenden Karossiers viel schöne Entwürfe befinden. Eine Riesenattraktion bildet die transkontinentale Limousine auf einem Hudson-Chassis, die nicht weniger als vier Personen pro Sitzbreite beherbergt. (Siehe Bilderseite in Nr. 85 «A.-R.».) Es handelt sich jedoch hier wohl mehr um eine Ausstellungsattraktion als um eine ernst gemeinte Lösung eines nicht bestehenden Problemes. Dagegen ist ein Vauxhall-Wagen ausgestellt, dessen stählernes Dach vom Führersitz aus abgehoben und auf den Karosserieschwanz aufgelegt werden kann. Die Konstruktion erinnert an die schon im vorigen Jahr von Peugeot demonstrierte Bauart, nur dass sich hier das Dach in einem Stück auf das Heck auflegt. Abbildungen dieser Neuheit erschienen bereits in Nr. 84 der «A.-R.». Eine andere Firma will dem Problem des zweitürigen Wagens beikommen und hat eine Bauart erfunden, bei der sich die Tür nicht um ein Scharnier dreht, sondern seitlich verschiebt. Der Platzgewinn ist recht erheblich, ausserdem klafft die Tür nicht so weit auf und ist daher etwaigen gewaltsamen Beschädigungen durch Bäume, Strassenlaternen oder dergleichen weniger ausgesetzt als sonst. Trotz dieser unverkennbaren Fortschritte ist die' Kömfortfrage noch nicht als gelost anzusprechen. Noch finden sich zuviele Wagen, in denen sich der Automobilist auf langen Reisen kaum behaglich fühlen kann. Die nächsten Jähre werden wohl auch darin entscheidenden Wandel bringen. Fr. Die kleinen Klapptische in der Rückwand der vorderen Lehne sind sehr praktisch und erhöhen den Wagenkomfort. f M .^aiiw»»iwii»i Raum für Reisegepäck bietet diese Karosserieform in weitgehendem Masse, können doch auf beiden Seiten je drei Koffern verstaut werden, di e zudem sehr gut zugänglich sind. MM838M!m& >-**"%* Der rrachtraum ist vielfach so angeordnet, dass neben mehreren Koffern auch noch ein Reserverad im hinteren Teil des Wagens untergebracht werden kann. Rückporto nicht vergessen! Bekanntlich stehen unsere verschiedenen Sprechsaal-Abteilungen den Abonnenten kostenlos zur Verfügung. Jedoch bitten wir die Fragsteller, welche mit einer direkten und brieflichen Beantwortung rechnen, der Ein typischer Vertreter neuzeitlicher englischer Anfrage das Porto für die Rückantwort beilegen zu wollen. Wesentlich vereinfacht wird welche hauptsächlich durch ihre Sport- und Rean- Formgebung ist dieser Riley-Wagen. Diese Fabrik, wagenmodelle bekannt geworden ist, brachte als der ganze Sprechsaaldienst durch die Bei-Ueberraschunlage von bereits adressierten und für die kommende Saison diese flotte Achtzylinder-Limousine heraus. « frankierten Briefumschlägen. Also bitte : Rückporto Wicht vergessen! Das «Gesicht» des englischen Kleinwagens hat sich sehr zu seinem Vorteil verändert und modernisiert. Davon zeugt der hier abgebildete Hillman Mim. ; Offizielle Distributoren für die ganze Schweiz von £>ß. Ersatzteilen zu General-Motors-Konditionen Grosse Lager in Zürich, Neuchätel und Solothurn Urania-Accessoires - M. Eschler CARROSSERIE GEBRÜDER TÜSCHER &. CO., ZÜRICH, HARDTURMSTR. 201, TEL 36.647 Druck, Cliches und Verlas: HALL WAG A.-G., Hallersche Buchdruckerei und Wagnersche Verlagsanstalt, Bern.

N° 86 II. Blatt BERN, 25. Oktober 1935 86 II. Blatt BERN, 25. Oktober 1935 T«5cnn. Rund Das Reifenproblem bei Weltrekordfahrten. Um mit einem Flugzeug Höchstgeschwindigkeit zu erreichen, ist es «nur» nötig, dass. man über eine aerodynamisch genügend hochwertige Flugzeugzelle, über einen genügend starken Motor, einen fähigen Piloten und eine geeignete Start- und Landefläche verfügt. Weltrekord-Höchstgeschwindigkeiten im Auto bedingen aber noch ein weiteres Erfordernis: genügend widerstandsfähige Reifen. Ueber die Beanspruchung der Reifen eines « Blue-Bird » macht sich der Laie kaum annähernd einen Begriff. Jede Steigerung des Weltrekordes um auch nur wenige Kilometer erhöht dabei diese Beanspruchung noch ganz gewaltig. Allein schon die « statische » Festigkeit der Reifen muss aussergewöhnlich hoch sein. auftreffenden Fahrbahnstössen. Selbst auf Beim « Blue-Bird» Campbells müssen z. B. einer ideal glatten Fahrbahn wird jeder Teil die Reifen auf 8,5 Atmosphären aufgepumpt des Umfanges bei der Berührung des Bodens werden, damit sie trotz ihrer verhältnismässig kleinen Dimension den 6 Tonnen schweren staucht. Gegen die Stosskräfte, die beim 45mal pro Sekunde gewaltsam zusammenge- Wagen zu tragen vermögen. Selbst die Hochdruckpneus der Personenwagen vergangener ten, wären Schläge mit schwersten Vor- Ueberfahren von Bodenunebenheiten auftre- Zeiten wurden dagegen nur auf 4 Atmosphären aufgepumpt, und bei den gegenwärtigen auf dem Boden und im Gewebeinnern lässt schlaghämmern eine Kleinigkeit. Die Reibung Ballonreifen schwanken die Drücke bekanntlich nur zwischen 1,5 und 2,5 Atmosphären den. Tatsächlich konnten bei den Versuchs- natürlich gewaltige Wärmemengen frei wer- herum. fahrten von Campbell im Zeitraum von nur ' Um den Wagen innerhalb der verhältnis- 15 Sekunden Temperaturzunahmen von 55 mässig kurzen zur Verfügung stehenden Strecke auf die gewünschte Höchstgeschwindigkeit bringen und um ihn während der Rekordfahrt auf dieser Geschwindigkeit halten zu können, müssen die Reifen der Hinterräder allein minutenlang 3000 oder mehr PS auf die Fahrbahn zu übertragen imstande sein, -^icht geringer ist anschliessend ihre Inanspruchnahme beim Abbremsen des Fahrzeuges. Die Seitenwände der Reifen haben dabei ständig wechselnde Zugbeanspruchungen von vielen hundert Kilogramm, ihr Gummibelag zugleich ganz phantastische Abrasions- und Zentrifugalbeanspruchungen auszuhalten. Die Rechnung lehrt, dass bei 480 km/St. Geschwindigkeit durch die Zentrifugalkraft jedes Gramm des Gummilaufstrßifens mit ungefähr 4 kg nach aussen strebt. Damit sich der Gummibelag überhaupt noch genügend an der Leinwand verankern lässt, darf er nur ganz dünn sein. Bei den Dunlopreifen, mit denen der «Blue-Bird» bei seinen Rekordfahrten immer ausgerüstet war, betrug seine Stärke nur 1 mm. Dass eine ganz aussergewöhnliche GummiQualität dazu gehört, damit sich diese dünne Gummischicht nicht Vorzeitig durchreibt, sondern etwa 20 km aushält, versteht sich von selbst. Die Grosse der Zentrifugalkraft macht sich u. a. dadurch geltend, dass der Reifenquerschnitt mit zunehmender Geschwindigkeit immer mehr Birnenform annimmt. Man hat festgestellt, dass bei der Drehzahl von 2600 Touren pro Minute, welche die Räder bei 480 km/St, erreichen, der Durchmesser der Reifen um etwa 25 mm zunimmt, obschon die Reifenbreite nur 940 mm beträgt. Die schwersten Beanspruchungen resultieren jedoch aus der Unzahl von auf die Reifen Grad festgestellt werden. Nach der Rekordfahrt sind die Reifen feurig heiss, und nach einer Versuchsfahrt, bei welcher ein Reifen luftleer wurde und so noch stärkerer Durchwalkung ausgesetzt war, ging dieser sofort in Flammen auf. ' Aber selbst wenn es • einmal gelungen ist, einen Reifen zu entwickeln, der bei den Laboratoriumsversuchen den künstlich erzeugten gleichartigen Beanspruchungen standzuhal- ; ten vermag, besteht noch lange keine Gewissheit, dass er auch in der Praxis gegen Zufälle gefeit ist. Unzählige Imponderabilien können ihm ein vorzeitiges Ende bereiten. Ein brutales Eingreifen der Kupplung, eine Vibration des Chassis oder der Uebertragung, eine Rauheit der Bremsen*oder ein etwas brüsker Lenkeinschlag können die ganzen Berechnungen über den Haufen werfen. Die Möglichjkeit, die Weltrekordgeschwindigkeit* zu Land noch zu erhöhen, hängt deshalb zum grössten Teil von der Weiterentwicklung der Reifentechnik ab. -s. Ein interessantes neues Bordinstrument. Die meisten Automobilisten interessiert es immer wieder zu wissen, welche Durchschnittsgeschwindigkeiten sie auf grösseren oder kleineren Fährten auch eingehalten haben. Nicht selten hat das Einhalten eines bestimmten Durchschnittes aber auch praktische Bedeutung, vor allem natürlich bei Regelmässigkeitsprüfungen, Sternfahrten usw., aber auch immer dann, wenn man zu einer bestimmten Zeit ein bestimmtes Ziel erreichen-wilL Bisher erforderte die Ermittlung der Zeiten, die zum Erreichen eines beabsichtigten Durchschnittes eingehalten werden mussten, aber immer eine mehr oder weniger umständliche Kopfrechnung. Dem hilft nun ein sinnreiches neues Bordinstrument ab, das in England zum Patent angemeldet worden ist und dessen Fabrikation demnächst aufgenommen werden soll. Die beistehende' Skizze gibt einen Blick auf das Zifferblatt des neuen Instrumentes. Ueber die in Meilen geeichte Umfangskala bewegen sich zwei grosse Zeiger, wovon der eine, rot angestrichene, die « Soll »- Strecke, und der andere, weiss angestrichene, die effektiv zurückgelegte Meilenzahl angibt. Auf der kleineren Skala oben sind die Durchschnittsgeschwindigkeiten aufgetragen. Indem man den kleinen Zeiger dieser Skala von Hand auf einen bestimmten Wert einstellt, kann man das Instrument auf diese Durchschnittsgeschwindigkeit hin « empfindlich » machen. Angenommen, man.beabsichtige z.B. einen Durchschnitt von 40 Meilen pro Stunde einzuhalten. Vor der Abfahrt bringt man dann zuerst den roten und den weissen grossen Zeiger auf Null zurück und stellt nun den kleinen Zeiger auf die Zahl 40. Alle diese Zeiger- Vefschieburigen lassen sich durch die Einstellknöpfe unten am: Rand des Instrumentes vornehmen. Sobald sich der Wagen in Bewjgurig. setzt, fangen die beiden grossen ^age&$tn zu-wandern. Berate- Zeiger be- Das Zifferblatt des neuen Durchschnittsgeschwindigkeits-Kontrollinstrumentes. wegt sich, durch ein Uhrwerk angetrieben, mit einer bestimmten Geschwindigkeit, die von der Stellung des kleinen Durchschnittsgeschwindigkeitszeigers abhängt, und zwar langsamer bei eingestellter niedrigerer Durchschnittsgeschwindigkeit, und schneller, wenn der kleine Zeiger auf einer hohen Durchschnittsgeschwindigkeit steht. Der grosse weisse Zeiger dagegen bewegt sich proportional zur zurückgelegten Wegstrecke. Nach einer halben Stunde ist der rote Zeiger bei der Zahl 20 angelangt. Hat man' wirklich den 40-Meilendurchschnitt eingehalten, so muss nach der halben Stunde auch der weisse Zeiger an derselben Stelle stehen. Fuhr man dagegen langsamer, so hat der Wagen natürlich noch nicht 20 Meilen zurückgelegt und der weisse Zeiger hinkt dem roten hinten nach. Ohne langes Ueberlegen kann man nun immer aus der gegenseitigen Stellung des roten und des weissen Zeigers auf den ersten Blick erkennen, ob man gegenüber der eingestellten Durchschnittsgeschwindigkeit im Rückstand oder ob man ihr voraus ist. Hält man sie genau ein, so liegen der rote und der weisse Zeiger beständig übereinander. Wird man durch Hindernisse, starken Verkehr oder Aufenthalte verzögert, so läuft der rote Zeiger natürlich sofort dem weissen voraus. Um wieder auf den gewünschten Durchschnitt zu kommen, wird man nachher so lange ein erhöhtes Tempo einsetzen, bis der rote Zeiger den weissen wieder erreicht hat. Um- Wohl kennen die wenigsten Ihrer Fahrgaste den Unterschied zwischen einem Diesel- und einem Benzinmotor, wissen nichts von der Bedeutung des innenverzahnten Ritzels und wären wahrscheinlich erstaunt, wenn man sie nach der Rolle der Hinterachsabfederung oder der Brems» Oberfläche fragte. — Aber sie bekommen diese Finessen zu spüren — je besser, je mehr sie Ihren Wagen benützen. Und früher oder später werden sie bestätigen, was Sie auch aus Ihrer Betriebsrechnung ersehen: Automobilbesitzer und Gewerbetreibende aus der Autobranche! Wie habt Ihr am Sonntag zu stimmen? Ihr spürt die katastrophale Wirkung der Jetzten Benzinzollerhöhung. Ihr kennt die Verständnislosigkeit der Behörden in der Gebührenfrage. Schluss mit solcher Wirtschaftspolitik ! Es wird sonst immer noch schlimmer. Hier kann nur ein Mann helfen, der neue Wege geht, der Betrieb macht und der auch mit den grossen Benzintrusts fertig wird: GOTTLIEB DUTTWEILER. 17 Tf^MMEM MI IT7I ACT MOTORWAGENFABRIK BERNA AG., ÖLTEN Er wagt es, auch die ganz grossen Herren anzufassen. Aber damit er sicher gewählt wird und nicht allein auf weiter Flur steht, ist es nötig, seine LISTE einzulegen, also wählt Unabhängige Liste! (Spitzenkandidat: G. Duttweiler)