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E_1936_Zeitung_Nr.033

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AUTOMOBIL-REVUE

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N° 33 — DIENSTAG, 21. APRIL 1936 AUTOMOBIL-REVUE II Aus dem Gerichtssaal. Besser Linksausweichen als ein Unfall! Ein Entscheid des Bundesgerichtes. Ein Automobilst sah sich beim Durchfahren der Centralstrasse in Wohlen (Aargau) plötzlich auf kurze Entfernung einer Radfahrerin gegenüber, die ihm aus der zu seiner Rechten einmündenden Bünzstrasse entgegenfuhr und sich beim Einbiegen nach links in die Centralstrasse nicht an die auf der Strasseneinmündung angebrachte Mittelinie hielt, sondern die Linkskurve in regelwidriger Weise schnitt. Die Unvorsichtige war in ihrer Bewegungsfreiheit zudem dadurch behindert, dass sie vor sich auf dem Rade einen Koffer hatte und mit aufgespanntem Regenschirm fuhr. Der Autofahrer, der vorher korrekt die rechte Strassenseite eingehalten hatte, suchte den Zusammenstoss durch rasches Abschwenken nach links zu vermeiden, kam aber nicht mehr an der Radfahrerin vorbei, weil sich diese nun gleichfalls auf das Rechtsfahren besann und scharf nach rechts abbog. Bei dem nun unvermeidlichen Zusammenstoss wurde die Radfahrerin leicht verletzt und einiger Sachschaden verursacht. Das Bezirksgericht Bremgarten verurteilte die Radfahrerin wegen übersetzter Geschwindigkeit und Schneidens der Kurve zu 28 Fr. Busse, den Autofahrer wegen übersetzter Geschwindigkeit, vorschriftswidrigem Linksausweichen und Missachtung des Vortrittsrechtes, sowie wegen fahrlässiger Körperverletzung zu 40 Fr. Busse. Diese letztere Busse wurde vom aargauischen Obergericht auf 20 Fr. herabgesetzt, wobei der Vorwurf der übersetzten Geschwindigkeit nicht mehr aufrechterhalten wurde. Auf die Nichtigkeitsbeschwerde des Autofahrers hat der Kassationshof des Bundesgerichts entschieden, dass dessen Linksausweichen unter den obwaltenden Umständen keine Verletzung von Fahrvorschriften bedeute. Das in Art. 26 Abs. 1 des eidg. Automobilgesetzes (MFG) vorgeschriebene Rechtsausweichen soll nicht zur starren, unabänderlichen Regel werden, sondern ein Linksausweichen ist statthaft, wenn damit Unfälle vermieden werden können. Vergegenwärtigt man sich, dass der Autofahrer die durch den Koffer und Regenschirm in ihrer Beweglichkeit gehemmte Velofahrerin auf seiner Strassenseite urplötzlich entgegenkommen sah, so erschien der rasche Entschluss des Linksabschwenkens in diesem kritischen Augenblick als das geeignetste Mittel zur Verhütung eines Zusammenstosses; zu einem Ausbiegen nach der äussersten Rechten war auf der Centralstrasse .wegen des vorschriftswidrigen Verhaltens des Velos kaum noch Raum und ein Abschwenken nach der Seitenstrasse war dem Fahrer nicht zuzumuten, hätte zudem auch kein Rechtsausweichen im Sinne des Gesetzes bedeutet. Es tut dieser Rechtfertigung des Linksausweichens keinen Eintrag, dass es den Zusammenstoss dann doch nicht zu verhüten vermochte, denn die plötzliche Rechtsschwenkung der Radfahrerin im letzten Augenblick war nicht vorauszusehen; das Verhalten des Autofahrers muss nach derjenigen Lage beurteilt werden, die sich bot, als die Radfahrerin unvermutet auf der falschen Strassenseite auftauchte. Dem Autofahrer ist auch keine Verletzung des Vortrittsrechtes vorzuwerfen. Gewiss hatte die Radfahrerin, weil von rechts kommend, das Vortrittsrecht, so dass der Automobilist, um dieses einzuräumen, nötigenfalls hätte anhalten müssen (Art. 27 Abs. 1 MFG). Dazu hat aber die Velofahrerin dem Beschwerdeführer gar keine Zeit gelassen, weil sie die Kurve schnitt. Die Beschwerde wurde gutgeheissen und das Bussenurteil aufgehoben, weil kein Verstoss gegen das MFG vorliegt. Da eine solche Widerhandlung die Vorfrage zu dem nach kantonalem Rechte zu beurteilenden Vergehen der fahrlässigen Körperverletzung bildet, wurde die Angelegenheit zur Freisprechung des Beschwerdeführers an das kantonale Gericht zurückgewiesen. \ Wp. ;d»e Zur Gründung der Via Vita. Unter dem Namen VIA VITA wurde, wie die «A. - R.» in ihrer Nummer 31 meldete, am 7. April 1936 in Bern, unter dem Patronat der nationalen Verkehrsverbände, durch die am Strassenverkehr interessierten Handels-, Industrie- und Gewerbekreise eine «Schweizerische Zentralstelle für Erhebungen und Studien zur Förderung und Rationalisierung des Strassenverkehrs» gegründet. Die VIA VITA erstrebt, unter Ausschluss jeglicher Erwerbszwecke, den Zusammenschluss aller an der Förderung und Rationalisierung des Strassenverkehrs interessierten Kreise. Sie erblickt ihr Ziel in der Verfolgung und dem Studium der mit dem Strassemverkehr zusammenhängenden wirtschaftlichen und technischen Fragen sowie in der Beschaffung und Auswertung aller mit der Verkehrswirtschaft zusammenhängenden Unterlagen des In- und Auslandes. Als eigentliche Dokumentierungs- und Studienstelle erblickt sie ihre Aufgabe darin, die berechtigten Interessen aller mit dem Strassenverkehr verbundenen Wirtschaftszweige zu fördern. Neben ihrer rein internen Tätigkeit wird die VIA VITA bestrebt sein, die Ergebnisse ihrer Studien und Erhebungen — sei es in Form von Berichten, Anregungen oder durch Behandlung aktueller wirtschaftlicher und technischer Fragen der schweizerischen Verkehrswirtschaft — der Oeffentlichkeit in weitgehendem Masse zugänglich zu machen. Zur Leitung der Geschäfte der VIA VITA, die in Bern, Schanzenstrasse l.eine ständige Geschäftsstelle unterhält, wurde durch die interessierten Kreise ein spezieller Direktions-Ausschuss gebildet, dem, unter dem Präsidium von Herrn Chs. Dechevrens, Präsident des Internationalen Automobil-Salons in Genf, je ein — durch die betr. Gruppen dieser Tage selbst zu bezeichnender — Vertreter des Handels, der Industrie, des Gewerbes, des Tourismus und des Strassenwesens angehören werden. Nach einem einstimmigen Beschluss der Gründungsversammlung werden sowohl die Mitglieder des leitertden Ausschusses, wie auch Vorstand, Fachkommissionen und Kontrollstelle die mit ihrem Amt verbundenen Arbeiten und Auslagen ehrenamtlich übernehmen. Wie wir zu dieser Gründung ferner vernehmen, wird die VIA VITA als Mitglieder in der Folge nicht nur die Verbände der am Strassenverkehr interessierten Handels-, Gewerbe- und Industriekreise, sondern auch zahlreiche Einzelfirmen umfassen. A.C.S. SEKTION BERN. Beslchttouna der General Motors in Blei. Für die am 3Q. April stattfindende gemeinsame Besichtigung der Bieler Niederlassung der General Motors liegen bereits Anmeldungen vor. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass selbst bei starkem Andränge niemand zu kurz kommt, indem die Besichtigung in Gruppen von 20 bis höchstens 30 Personen unter kundiger Führung durchgeführt wird. Das Programm sieht die Besammlung der Teilnehmer im Fabri'k-Ausstellungslokal um 14.30 Uhr vor. Bei starkem Andränge würde der Rendez-vous-Ort in ein nah gelegenes Restaurationslokal verlegt, wovon die An- ä gemeldeten rechtzeitig verständigt würden. Anmelr, düngen werden vom Sekretariat entgegengenommen. Am 23. Mai steht die traditionelle Ausfahrt mit den Anstaltsinsaesen Gottesgnad bei Ittigen auf dem Programm und für den 4.—6. Juli haben sich die Tourenfahrer zum Zentralfest nach St. Moritz ver- Die IV. Geschickllchkeitspröfuna findet programmeemäss am 10. Mai in Bern oder Umgebung statt. Die Sportkommission wird in ihrer morgen stattfindenden Sitzung die Wahl des Ortes treffen und den endgültigen Hindernisplan aufstell-achfällen und Aareschlucht statt, Fahrpreis Fr. 12.50. Anmeldungen sind rechtzeitig an den Präsidenten zu richten. Alles Nähere folgt später. Auskunft wird jeden Donnerstagabend ab 20 Uhr am Stammtisch im Zeughauskeller erteüt. Liebe Kollegen, erscheint stete an jeder Versammlung und an jedem Anlass, vergesst eure Rechte und Pflichten nicht. Mit kameradschaftlichem Chauffeurgrass: Die Vereinsleitung. Schweizerischer Autostrassenverein. Am letzten Samstag, den 18. April, hielt der Schweizerische Autostrassenverein (S. A. V) unter dem Vorsitz seines Präsidenten, Regierungsrat Wenk, seine diesjährige Hauptversammlung im Verwaltungsgebäude «Walcheturm» in Zürich ab. Jahresbericht, Jahresrechnung pro 1935 und das Budget pro 1936 wurden genehmigt, ebenso die vom Vorstand vorgeschlagene Statutenänderung, die eine Vermehrung der Mitgliederzahl des geschäftsleitenden Ausschusses und eine Herabsetzung' des Mitgliederbeitrages für die Verbände und öffentlichrechtlichen Korporationen bezweckt Vorgesehen sind je ein Vertreter des T. C. S. und des A. C. S. sowie ein solcher der Zentralschweiz (Luzern) in den geschäftsleitenden Ausschüsse an Stelle des bisherigen Vertreters des Standes Bern, Herrn Regierungsrat Dr. B&siger, Bern, der infolge des Austritts des Kantons Bern aus dem S. A. V. aus dem Vorstande ausgeschieden ist, wird Herr Stadtpräsident Lindt, Bern, bezeichnet. Im übrigen erfolgen die Vorstandswahlen im Sinne der Bestätigung. Einer eingehenden Diskussion rief das Traktandum betr. Verhältnis des S. A. V. zu der Vereinigung der Schweizerischen Strassenfachmänner (V. S. S.). Der Vorsitzende beantragte namens des Vorstandes, die Vereinigungsbestrebungen aufzugeben und diese Frage ein für allemal aus Abschied und Traktandum zu setzen, während Herr Fürsprech A. Baumgartner in Bern, als Vertreter des T. C. S. und Vorstandsmitglied des S. A. V. den Gegenantrag stellte, es sei auf die Frage einzutreten und ein dreigliedriger Ausschuss einzusetzen, der die Verhandlungen mit der V. S. S. weiterzuführen, ein Vereinigungsstatut auszuarbeiten und zu gegebener Zeit seine Anträge einer spätem Hauptversammlung zu unterbreiten hätte. Herr Baumgartner begründete seinen Antrag damit, dass nach dem Verzicht darauf, eigentliche Autostrassen in der Schweiz zu bauen, Zweck und Ziel des S.A.V. im wesentlichen zu den nämlichen geworden seien wie diejenigen der V. S. S. Die eigentliche positive Arbeit, die der S. A. V. bis heute geleistet hätte, sei diejenige seiner technischen Kommission und der von ihr beauftragten Ingenieure, welche die verschiedenen Projektstudien und die Normalien für die Hauptdurchgangsstrassen der Schweiz bearbeitet hätten; genau dasselbe bestrebe die V.S.S., nur mit dem Unterschied, dass deren Arbeit von der massgebenden Baudirektoren-Konferenz gewürdigt und akzeptiert, während diejenige des S. A.V. bis heute nicht anerkannt worden sei. Alles weise auf, einen Zusammenschluss hin, der sich hier geradezu aufdränge. Diesen Tatsachen gegenüber, die eigentlich von niemand bestritten wurden, hoben die Votanten des Vorstandes hervor, dass es einen Verein geben müsse, der unabhängig und interkantonal wirken und propagandistisch tätig sein könne. Zu der Auffassung des Herrn Baumgartner, dass auch der neuzusammengelegte Verein die gleiche unabhängige und propagandistische Tätigkeit vertreten könnte und dass praktisch nach dieser Richtung keine Schwierigkeiten bestehen, vermochten die Herren vom Vorstande kein Vertrauen zu fassen. Die Versammlung entschied sich denn auch mit grosser Mehrheit, bei einigen Enthaltungen, zugunsten des Antrages des Vorstandes, rder .gewissermassen als Vertrauensfrage gestellt war. •>..-. ""., Wie alljährlich wurde auch für das Jahr 1936 eine 91 u d i cnreiee vorgesehen, diesmal in das Gebiet der französischen Alpen, südlich des Gen« fersees. Nach Erledigung der Jahresgeechäfte hielt Herr Regierungsrat Kobelt aus St. Gallen ein glänzendes Referat über den Stand des Projektes der Wallenseestrasee. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Regierungsrat Hefti (Glarus) Ständerat Dr. Klöti (Zürich) und Regierungsrat Maurer (Zürich). Ein Beschluss wurde nicht gefas6t, aber die Votanten gaben .sich der Hoffnung hin, dass eine Lösung im Einvernehmen mit den glarnerischen Behörden gefunden werden könne. b. Kantonalt Strassenverkehrsliga Zürich. Die unter dem Vorsitz von Herrn X. Marzohl (Zürich) (S.R.B.), abgehaltene, sehr zahlreich von Vertretern von 21 Verbänden beschickte ordentliche Delegierten Versammlung in c Hotel St. Gotthard » in Zürich vom 9. April 1936 befasste sich mit wichtigen Fragen der Besteuerung der Motorfahrzeuge. Nach Genehmigung des Protokolls der letzten Delegiertenversammlunig wurde der vom Präsidenten vorgelegte Jahresbericht pro 1936- diskussionslos gutgeheissen. Derselbe zeigt, dass die letztes Jahr vollzogene Reorganjsation der Lisa gute Früchte zeitigte. Als Haupterfolg konnte die Verwerfung des kantonalen Verkehrsgesetzes gebucht werden. Als erstes Haupttraktandum folgte ein Referat von Herrn Nationalrat Walter, Ölten, über sein im Nationalrat eingereichtes Postulat betreffend Einführung einer eidgenössischen Brennstoffsteiler. Der Referent bezeichnete die heutige, aus den Jahren 1900 bis 1903 stammende Steuerformel als veraltet und durch die starke Motorisierung des Verkehrs längst überholt Durch eine Brennstoffsteuer unter Wegfall der kantonalen Steuern dürfte, das Automobilwesen und speziell das Autogewerbe eine starke Belebung erfahren, wie ausländische' Beispiele deutlich zeigen. Dabei verschloss sich der Referent keineswegs den sich bietenden Schwierigkeiten: Finanzhoheit der Kantone. Gegensätze zwischen Gebirgs-und Städtekantonen. Interessen der Xastwegenbesitzer etc. Nationalrat Walter glaubt aber, dass eine befriedigende Lösung gefunden werden kann, wobei es selbstverständlich ohne Kompromiss nicht abgehen dürfte. Die heutige Steuerformel schädigt den Staat (Rückgang der Verkehrsteuern und der Automobil- und Benzinzölle), das Autogewrbe (Arbeitslosigkeit) und die Privaten (starke Entwertung der alten Wagen etc.). Die vom Referenten genannten Vorschläge zeigten drei verschiedene Varianten, die alle vorsehen, dass den Kantonen das nämliche Steuerbetreffnis wie im Jahre 1934, d. h. 28 Mill. Fr., von Seiten des Bundes zukommen. Dabei stellen die Vorschläge teilweise auf eine vollständige Beseitigung der bisherigen kantonalen Verkehrssteuern, teilweise auf einen stark reduzierten, einheitlichen kantonalen Steueransatz für Personen- und Lastwagen ab. Wie Nationalrat Walter ausführte, hat die Kommission für das Bundesfinanzprogramm sein Postulat zum ihrigen gemacht. Die Aussprache ergab, dass der tanze Fragenkomplex heute zweifellos noch zu wenig abgeklärt ist, um definitiv pro oder kontra Stellung zu beziehen, und dass die gemachten Vorschläge nicht diejenige befriedigende Lösung 1 darstellen dürften, die angestrebt werden muss. Dass auf die Lastwagenbesitzer gebührenden Rücksicht genommen werden muss, dürfte wohl ausser Frage stehen, wobei aber erwartet werden darf, dass gerade von dieser Seite pus geeignete Vorschläge gemacht werden, wie dies Herr Nation^aJrat Walter in seinem Schlusvotum anregte» Das zweite Haupttraktandum des Tages befasste sich mit dem neuen Vorschlag der Sektion Zürich des A. C.S. für die Schaffuna einer neuen Besteuerungsberechriunq auf kantonalem Boden. Der von Herrn Brüderlin begründete Vorschlag fand grundsätzliche Zustimmung. Eine auf Vorschlag von Herrn W. Baumgartner bestellte Spezialko.nmission ynri nun die Vorlage eingehend prüfen und eventuelle Abähderungs- resp. Verbesserungsvorschläge der Verände entgegennehmen. Ueber die bisherigen Vorarbeiten der Gesetzgebungskommission betreffend das kantonale Verkehrsgesetz referierten die Herren Badertscher und Dr. Meyer-Wild. Die Diskussion befasste sich vor allem mit dei; Frage, welcher Weg für das weitere Vorgehen einzuschlagen sei, d. h. ob nur kantonales Einführungsgesetz oder Rahmengesetz und Vollziehungsverordnung, wobei in die letztere alle finanziellen Bestimmungen (Steuern und Gebühren) sowie die weniger wichtigen oder eher revisionsbedürftigen Vorschriften aufzunehmen wären. Wenn auch die Meinungen hierüber noch etwas geteilt waren und von «iner Seite wesentliche Befürchtungen hinsichtlich des zweiten Vorschlages geltend gemacht wurden, beschloss man schliesslich doch, Verhandlungen t mit den Regierungsbehörden aufzunehmen. Schliesslich konnte Herr Marzohl noch, den Beitritt .von zwei neuen Verbänden melden, so dass die Kantonale Strassenverkehrs-Liga nun total 25 Verbände umfasst mit einem Mitgliederbestand von über 50,000. Sp»f und Benzin Betriebstechnisches zur Frage der Splritusbeimlschung zum Benzin. Die durch das 21-Millionen- Defizit der Alkoholverwaltung und die Übergrossen bei dieser Verwaltung lagernden Branntweinvorräte für unser Land plötzlich so aktuell gewordene Frage der Beimischung von Spiritus zum Benzin mag einige Worte über die Eignung eines solchen Brennstoffgemisches. vom betriebstechnischen Standpunkt aua rechtfertigen. Einen Explosionsmotor mit Spiritus zu betreiben, ist längst kein Problem mehr. Heute können ohne weiteres Motoren gebaut werden, welche die Eigenschaften des Spiritus voll ausnützen. Ein solcher, rein für den Spiritusbetrieb konstruierter Motor leistet sogar 20% mehr als ein moderner Benzinmotor mit gleichem Zylinderinhalt Entsprechend der geringeren Verbrennungswärme des Spiritus 6400 WE gegen 10.000 WE für Benzin) ist aber der Brennstoffverbrauch des Spiritusmotors rund 50 °/» höher als derjenige des Benzinmotors. Was die Konstruktion des Spiritusmotors anbetrifft, so kann zusammenfassend gesagt werden, dass der Alkohol als Betriebsstoff ein ungefähr doppelt so grosses Kompressionsverhältnis als Benzin verlangt und zudem eine vom Benzinvergaser gänzlich' verschiedene Vergaserbauart bedingt. Wie sehr für den Alkohol der spezifische Brennstoffverbrauch vom Kompressionsverhältnis abhängt, zeigen die Zahlen von Ricardo, wonach der Brennstoffverbrauch eines ah Stelle von Benzin mit Spiritus betriebenen Benzinmotors um 25 */• steigt. Man sieht also, wie unwirtschaftlich es ist, einen Motor mit einem Brennstoff zu betreiben, für den er nicht gebaut ist. Wie steht es nun, wenn in einem Benzin-» ttiptor a ' s Brenn8 | tqff < ,Mischungen von Benzin und Spiritus verwendet .werden? Bei kleinen Spritzusätzen treten die Nachteile des; Betriebes mit einem dem Brennstoff nicht angepassten Motor nur in leichtem Masse in Erscheinung. Sie steigern sich jedoch mit dem steigenden Spiritusgehalt des Brennstoffes. Wasserhaltiger Sprit mischt sich von einem bestimmten Wassergehalt an nicht mehr mit Benzin, während wasserfreier Spiritus in jedem Verhältnis mit Benzin mischbar ist. In diesem gegenseitigen Löslichkeitsverhältnis liegt denn auch eine grosse Gefahr der Spiritus-Benzin-Mischungen, nämlich die leichte Entmischbarkeit. Benzin ist im Wasser praktisch nicht löslich, so wenig wie Wasser im Benzin. Gelangt nun eine bestimmte Menge Wasser in eine Spiritus-Benzin-Mischurig, so findet ein» Scheidung des Brennstoffgemisches in zwei Schichten statt. Die untere enthält den spezifisch schweren Spiritus, vermischt mit dem, bisschen Wasser, das seine Ausfällung bewirkte und darauf schwimmt, scharf von ihr getrennt, wie Oel auf Wasser, die Schicht des reinen spritfreien Benzins. Ohne nur den wichtigsten Faktor für die Bestimmung, der Wirtschaftlichkeit, d. h. das Preisverhältnis von 1% Rappen für den Liter Benzia (Preis franko Schweizergrenze, unverzollt) und 200 Rappen für den Liter entwässerten Spiritus (Selbstkostenpreis der .Alkoholverwaltung) näher zu berühren, zeigen allein schon die technischen Betrachtungen, dass durch die Beimischung von Spiritus zum Benzin die Wirtschaftlichkeit des Motorbetriebes geschmälert w i r d. Es wäre daher — falls überhaupt der Bundesrat oder die Bundesversammlung die Verantwortung für die äusserst weittragenden*Auswirkungen der Spritbeimischung übernehmen kann und will — vom Wirtschaftlichkeitsstandpunkt aus eine Lösung, bei welcher der reine Spiritus einer bestimmten Motorkategorie vorbehalten bliebe, welche die Vorteile des Spiritus als Motorenbrennstoff voll ausnützen könnte, der allgemeinen Spiritusbeimischung vorzuziehen. Da nur militärische Erwägungen eine teilweise Verarbeitung unserer Branntweinvorräte in Motorbrennstoff rechtfertigen lassen, liegt der Gedanke um so näher, dass Armee und Post, die zudem als Bezüger von zollfreiem Benzin nicht einen Zollausfall von 23 Rappen für jeden Liter Benzin, der durch Spiritus ersetzt wird, verursachen würden, gegebenenfalls ihren Wagenpark weitgehend auf den reinen Spiritusbetrieb umstellen sollten. Neben der Verwirklichung erhöhter militärischer Bereitschaft wäre dadurch wenigstens die Möglichkeit gegeben, die Vorräte .der Alkoholverwaltung nach und nach abzubauen und rationell zu verwerten, ohne durch eine erwiesenermassen unwirtschaftliche allgemeine Spritbejmischung eine weitere Einschränkung des Tourismus und Strassenverkehrs herbeizuführen und somit das allmählich» Versiegen bedeutender Finanziellen. Letzte Sportnachrichten 3. Schweizerisches Aüto-Ski-Meeting in Gletsch. Zu unserer auf Seite 8 des heutigen Blattes gebrachten Meldung erfahren wir kurz vor Drucklegung der Nummer, dass die Sektion St Gallen- Appenzell. des A.C.S. mit dem Datum dieses Anlasses (27./28. Juni) nicht einverstanden ist, weil das Rheineck-Walzenhausen-Rennen auf den gleichen Tag fällt Sie verlangt'unter allen Umständen die Verschiebung der Veranstaltung der Walliser Sektion auf einen andern Zeitpunkt f