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E_1938_Zeitung_Nr.048

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Schweizerische Rundschau

Schweizerische Rundschau Via Vita, Landesverteidigung und eidg. Benzinsteuer. Die Via Vita hat an Bundesrat Minger einen Brief gerichtet, worin sie sieh, anknüpfend an dessen Antwort auf das Postulat Feldmann, dagegen wendet 1. dass der Bundesrat beabsichtige, mit seinen Vorsehlägen für die Ergreifung von Massnahmen zur Vennehrung des Bestandes an armeetauglichen Lastwagen bis zum Erscheinen der Botschaft zum endgültigen Verkehrsteilungsgesetz zuzuwarten, denn nach der Auffassung der Via Vita muss die Frage der Schaffung eines geeigneten Lastwageaparks für die Armee als dringend gewertet werden: 2, dass man den Plan ins Äuge gefasst habe, die kantonalen Verkehrssteuern durch eine eidg. Benzinsteuer zu ersetzen, -deren Höhe sich offenbar nicht unter 10 oder 11 Rappen bewegen würde, zumal eine solche Neuverteilung den Betrieb der Fahrzeuge zur Beförderung schwerer Lasten auf grosse Distanzen, d. h. gerade jener Wagen schweizerischer Fabrikation noch unwirtschaftlicher gestalten müsste, die im Ernstfalle am unentbehrlichsten sind. Yeikehi Zürich vor der Einfuhrung des Trolleybusses. Wie der Stadtrat seinen Plan begründet. Wie wir vor kurzem berichteten, befasst sich die Stadt Zürich gegenwärtig mit dem Plan, eine ihrer Autobuslinien — es handelt sich dabei um die Linie Bezirksgebäude - Kornhausbrücke - Bucheggplatz — auf den Trolleybusbetrieb umzustellen. Die Weisung des Stadtrates an den Gemeinderat durchleuchtet nun den ganzen Fragenkomplex nach allen Seiten hin und fördert dabei eine Reihe interessanter Einzelheiten zutage. Ine Rollen ist der Stein damit geraten, dass sich für die Stadt in absehbarer Zeit die Notwendigkeit ergibt, die auf der erwähnten Linie verwendeten Autobusse zu ersetzen. Bei dieser Gelegenheit drängte sich eine Entscheidung darüber auf, ob der Autobus weiter beizubehalten oder ob ein Versuch mit dem Trolleybus zu unternehmen sei. Seit Jahren schon haben die zuständigen Instanzen der Strassenbahn dem Trolleybusproblem ihre Aufmerksamkeit gewidmet, wobei sich gewisse Vorteile dieser Betriebsart klar ergaben. In bezug auf seine Leistungsfähigkeit steht der Trolleybus zwischen den Schienenfahrzeugen und dem Autobus. Als Vorteile eignen ihm ein grösseres Platzangebot, eine höhere Reisegeschwindigkeit und — was für Zürich vor allem ins Gewicht fällt — die Möglichkeit der Verwendung eigenen Stromes. Für die Bewältigung des auf die Landesausstellung hin zu erwartenden zusätzlichen Verkehrs reichen nun die vorhandenen Autobusse nicht aus. Der Gedanke lag nahe genug, den Park durch Anschaffung von Trolleybussen zu komplettieren, um so eher als die Autobusse, deren auf 1940 oder 1941 ohnehin fällig war, während der Ausstellung noch auf gewissen Linien eingesetzt •werden können. Mit unbestechlicher Ehrlichkeit geht sodann die Weisung den Vor- und Nachteilen des Trolleybusbetriebes nach, wobei sie, wie bereits angedeutet, als Vorteile die Inanspruchnahme eigener elektrischer Energie, das grössere Platzangebot und die höhere Reisegeschwindigkeit nennt, Faktoren, welche eine Intensivere Ausnützung des Wagenparks und eine bessere Wirtschaftlichkeit gewährleisten. Als wichtiges Moment im Stadtverkehr hebt sie überdies die Geräusch- und Geruchlosigkeit des Trolleybusses hervor, ohne sich indessen den Nachteilen zu verschliessen: dem Mangel an Freizügigkeit, bedingt durch das Gebundensein an eine Fahrleitung und den hohen Erstellungskosten einer solchen. Dennoch gelangt der Stadtrat dazu, die versuchsweise Einrichtung eines Trolleybus-Betriebes auf der Autobuslinie B zu empfehlen, die alle Voraussetzungen erfüllt, um die wünschenswerten Erfahrungen zu sammeln. Deckt sich auch der Anschaffungspreis für einen Trolleybus bei einer Höhe von 67 000 Fr. ziemlich genau mit jenem eines Autobusses, so erfordert dafür die Fahrleitung und die Dienstleitung in der Garage zusammen 165 000 Fr., währenddem der Bau einer ersten Etappe für die Wagenhalle auf 388000 Fr. veranschlagt wird. Für die sechs Trolleybuswagen und die übrigen Einrichtungen erreichen die Anlagekosten 955 000 Fr» wovon bei späterer Ausdehnung des Betriebes allerdings nur 777 000 Fr. der in Frage stehenden Linie belastet werden können. Gestützt auf ihre Berechnungen, wonach sich die Betriebsausgaben einschliesslich Verzinsung und Amortisation pro Wagenkilometer beim Autobus auf 106,75 Rp., beim Trolleybus dagegen auf 92,47 Rp. belaufen, gelangt die Weisung zum Schluss, dass ein CHYRO KÜHLER TIL-lTRAUB HLERFABRIK Trolleybus im Beirieb eher etwas billiger, schlimmstenfalls gleich hoch zu stehen kommt wie ein Autobus. Dabei ist hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit zu beachten, dass sich beim Trolleybus eine gewisse Vermehrung der Einnahmen pro Wagenkilometer erhoffen lässt, ganz abgesehen von den Einsparungen an Treibstoffen, wobei für die Stadt rund 22 000 Fr. verbleiben. Die Strassenbahn-Kommission befürwortet die Vorlage aus der Erwägung heraus, dass eine Verkehrsunternehmung von der Bedeutung der Zürcher Strassenbahnen selbst dann nicht länger zuwarten dürfe, das neue, besonders für die Elektrizitätswirtschaft wichtige Verkehrsmittel zur geeigneten Erprobung einzuführen, wenn sich die Betriebskosten für Autobus und Trolleybus die Waage hielten. Der Stadtrat unterbreitet deshalb dem Gemeinderat den Antrag, den erforderlichen Kredit von 955 000 Fr. zu bewilligen. Nach dem Hupverbot das Hupenverbot! In verschiedenen Staaten der U.S.A., in denen teilweise bereits absolutes oder beschränktes Hupverbot besteht, beabsichtigen die Behörden, jede Ueberschreitung dieses Verbotes dadurch unmöglich zu machen, dass an allen Autos sämtliche akustischen Vorrichtungen entfernt oder unbenutzbar gemaeht werden. Fahrkurse in 7000 Mittelschulen. In diesem Jahr haben nicht weniger als 7000 Mittelschulen der USA den Autofahrunterricht ins offizielle Lehrprogramm aufgenommen. Die Verkehrssachverständigen haben damit einen überzeugenden Sieg erfochten. Sie hatten schon in den vergangenen Jahren im Unterrichts-Departement darauf hingewiesen, dass der allgemeine Verkehrsunterricht, der sich auf theoretische Ausführungen und Modellversuche beschränkt, niemals den Fahrunterricht ersetzen könnte, bei dem allein die Schüler das richtige Gefühl für die Gefahren und Erfordernisse der Strasse erhielten. Stvassen Paris modernisiert seine Ausfallstrassen. Aus dem 12-Milliardenkrodit, den die französische Regierung für öffentliche Arbeiten bereitgestellt hat und der auf 2 x k Jahre verteilt wird, soll eine gewisse Quote auch dem Ausbau der Pariser Ausfallstrassen zufliessen, wofür die Pläne schon längere Zeit vorliegen. In erster Linie umfassen sie die Anlage von vier grossen Strassen, welche von der Kapitale radial nach Westen (Normandie und Bretagne), nach Norden und Osten (Vitry-le-Francois und Basel), sowie nach Süden ausstrahlen und sich in einer Gesamtlänge von je etwa 20—30 km in das Vorgelände der Stadt erstrecken, doch stellen sie lediglich, den Anschikiss an die bereits bestehenden Durohgangsstrassen her. In Angriff genommen ist heute davon die Route nach Westen, woran 1800 Mann arbeiten. Seinen Grund hat der beschleunigte Ausbau dieser Strecke darin, dass die enge Durchfahrt durch St. Oloud, durch die sich namentlich am Wochenende eine ungeheure Verkehrsflut ergiesst, den heutigen. Bedürfnissen An der 9. Jahresversammlung des Vereins beamteter Aerzte der Schweiz sprach Prof. Dr. med. Dettling, Direktor des gerichtlich-medizinischen Instituts Bern, über «Physikalische Grundlagen des Autounfalles». Der gerichtlichen Medizin fällt heute das Studium der aus äusseren Gewalteinwirkungen erwachsenden Gefahren zu, welche angesichts der gewaltigen Fortschritte der Technik, der Chemie, der Elektrizität etc. immer noch weitere Kreise ziehen. Während man zum Beispiel den Gefahren der Elektrizität durch private und öffentliche (auch gesetzliche) Massnahmen in befriedigender Weise Herr geworden ist, wächst sich die chronische Vergiftungsgefahr in Industrie, Technik, Gewerbe und Haushalt zu einem immer brennenderen Problem aus; die Todesopfer und Verletzten, welche die Motorisierung des Verkehrs fordert, müssen aber in erster Linie auch die medizinische Aufmerksamkeit auf die Gefährdung der Strassensicherheit lenken. Wohl bringt fast jeder Tag auf dem Gebiet der Fahrzeugkonstruktion, des Strassenbaues, der Verkehrsregelung und -erziehung, besonders auch der Kinder, Verbesserungen, ohne dass jedoch die Unfallzahl erheblich zurückgeht. Die Tatsachen haben bewiesen, dass bei der gemeinsamen Benützung der Strassen bis jetzt Opfer an Gesundheit und Leben unvermeidlich waren, weil es sich erweist, dass die Lenkung so grosser Energien, wie sie dem Auto innewohnen, im öffentlichen Strassenverkehr nie ohne Gefährdung der andern Strassenbenützer möglich ist. Heute erhebt sich die Frage, welche Folgerungen der Automobilist sowohl als auch der Fussgänger daraus zu ziehen und welche Sorgfaltspflichten er, in richtiger Erkenntnis der Gefahr, zu erfüllen hat, will er nicht unfreiwillig die unglückselige Kette der Unfallursachen schliessen helfen. Statistische Angaben müssen in diesem komplizierten Fragenkomplex sehr vorsichtig gedeutet werden, besonders wenn man über die relative Zunahme der Unfälle sprechen will, da ja die genaue Ziffer der zum Beispiel in der Schweiz zirkulierenden Automobile und ihre Wegstrecken, sowie der Gefahrkoeffizient der Verkehrsdichte und des Verkehrsmilieus nicht bekannt ist. Die amerikanische Weltstatistik, wobei die Zahl der Opfer auf jene der Automobile bezogen wird (neuerdings unternehmen amerikanische Statistiken den Versuch, mehr Klarheit zu schaffen dadurch, dass man die Zahl der Opfer auf den Benzinverbrauch berechnet), mag den tatsächlichen Verhältnissen am nächsten kommen. Bei einer Betrachtung der Statistiken der letzten Jahre gewinnt man den Ein- Cabrio, 4/5 PL, Typ 130/H, 1935/36. Preis Fr. 2500.—. Offerten unt. Chiffre 16400 an die Automobil-Revue, Bern. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG. 14. JUNI 1938 — N ü *8 längst nicht mehr genügt. Gerät der Automobilist in dieses Tohuwabohu hinein, so kann es ihm passieren, dass er für die 20 km Entfernung von der Notre Dame bis Versailles glatt eine Stunde braucht Da will nun die neue Strasse gründlich Remedur schaffen, was ihr ohne weiteres gelingen "wird, wenn man weiss, dass sie eine Breite von 40 m erhält. Dabei verläuft sie in einem 830 m langen Tunnel unter dem Hügel von St. Oloud hindurch. Etwa 10 km westlich St. Cloud, bei Rocqencourt, teilt sie sich, um den Anschluss an die Route Nationale nach der Normandie und der Bretagne herzustellen, wozu sich die Anlage eines kreuzungsfreien Strassendreiecks, des ersten dieser Art in Frankreich, als nötig erweist. Zustand Amerikas Autoproduktion im 1. Quartal 1938. Amerikanischen Berichten zufolge erreichten die Zulassungen neuer Personenwagen in den USA während des Monats März einen Stand von rund 181,000, eine Ziffer, die um 53% höher liegt als im Februar. Trotz dieser deutlichen Verbesserung reicht der Absatz bei weitem nicht an dag Märzgeschäft 1937 mit seinen 363,000 Kaufabschlüssen heran. Summa summarum steht das 1. Quartal 1938 mit 447,000 Neuinbetriebsetzungen zu Buch, -wogegen die ersten drei Monate 1937 insgesamt 859,000 Wagen neu in den Verkehr treten sahen. Neue französische Vorschriften über PHicht- Oelvorräte. Im Zuge der Bestrebungen, die Anlegung strategischer Treibstoffvorräte zu beschleunigen, hat die Regierun? durch einen neuen Erlass die Inhaber von Einfuhrlizenzen verpflichtet, mit Rückwirkung vom 1.2. 1938 mindestens 15% der gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtvorräte an Benzin in Grosstankstellen innerhalb eines genau festgelegten Gebietsbereichs im Landesinnern unterzubringen. Wenn auch für die Importfirmen bezüglich der lokalen Verteilung der Vorratsläger bisher noch keine formale Bindung bestanden hat, so ergab sich diese faktisch doch schon daraus, dass die ihnen seit langem gewährten Zollvergünstigungen nur dann wirksam wurden, wenn die obigen Bedingungen erfüllt waren. Die jetzige Verordnung legalisiert also nur einen bestehenden Zustand. Im übrigen kündigt sie die baldige Ausdehnung der Zwangsbevorratung auch auf andere MineralSlprodukte an. Die Goodyear-Gesellschaft errichtet eine Gummifabrik in Schweden. Die grosse amerikanische Goodyear-Gesellschaft hat beschlossen, in Schweden eine Fabrik zur Erzeugung von Autoreifen und anderen Gummiarükeln ^ . ^ • • % ^ . - % . - Physikalische Grundlagen des Autounfalles MERCEDES 7 HP druck, dass in den verschiedenen Ländern Jahr für Jahr eine bestimmte Zahl von Personen dem Strassenverkehr zum Opfer fallen, die nur geringen Schwankungen unterliegt. Müssen auch selbstverständlich die Verkehrsdichte und die besondern Schwierigkeiten des Geländes der einzelnen Staaten eine bedeutende Rolle spielen, so sind doch die Zahlen geeignet, darzutun, dass es sich bei der Bekämpfung des Verkehrsunfalles um ein eigentliches Weltproblem handelt. Besondere Tragweite erlangt dabei jedenfalls die bessere Disziplinierung der Motorfahrzeugführer wie der andern Strassenbenützer, neuerdings speziell auch der Velofahrer. Im Zuge dieser Bestrebungen tritt namentlich auch die Forderung nach einem methodischen Verkehrsunterricht, z. B. durch Aufnahme je einer Stunde pro Monat im Stundenplan der Schulen, je länger desto gebieterischer in den Vordergrund. Amerikanische Statistiken ergeben, dass sich unter dem Einfluss der Verkehrserziehung in der Schule und besonderer verkehrspolizeilicher Rücksichtnahme auf die Kinder im Strassenverkehr eine Verminderung der Unfälle bei den schulpflichtigen Kindern angebahnt hat. Dem aufmerksamen Beobachter muss auffallen, wie klein das Kontingent der Strassenbenützer ist, welche die Grosse der Gefährdung durch das Motorfahrzeug voll erfassen. Vielmehr besteht in dieser Hinsicht eine gevisse Indolenz und Unachtsamkeit, die wohl darauf zurückzuführen ist, dass die meisten Menschen keine genügende Vorstellung von der kinetischen Energie besitzen; im Gegenteil: die überwiegende Mehrheit empfindet an der Schnelligkeit des Fahrens eine ausgesprochene Freude. In der Verwirklichung des menschlichen Wunschtraumes nach schneller Fortbewegung, ungebunden an Zeit und Raum, liegt der Urkeim für den Siegeszug der Maschine. Der Vortrag von Prof. Dettling beschränkte sich hauptsächlich darauf, an Hand von Demonstrationsfällen eine theoretische und praktische Darstellung der Auswirkungen der kinetischen Energie im modernen Strassenverkehr zu vermitteln. Welche Wucht der Anprall = m v 3 (Masse X Geschwindigkeit im Quadrat) 2 2 mit steigender Geschwindigkeit annimmt, mögen folgende Vergleichszahlen für ein fahrendes Automobil veranschaulichen: Autogewicht 1000 kg km/St. kg/m PS 30 3545 47 60 14163 138 100 39390 525 Trtefati&a OPEL CHEVROLET PEUGEOT PEUGEOT 301 6-Plätzer, mit Hintertür, Typ Commerciale. Offerten unter Chiffre 16392 an die Automobil-Revue, Bern. su errichten. Die Fabrik, deren Erzeugnisse für den skandinavischen und finnischen Markt bestimmt sind, soll in Norrköping errichtet werden. Das Werk soll eine Tag««kapazität von etwa 600 Autoreifen erhalten und wird 4—500 Arbeiter beschäftigen. TOURISTIK Befahrbarkeit von Alpenstrassen. Umbrail, ab 11. Juni morgens durchgehend befahrbar. Strasse auf 2,20 m freigeschaufelt Ausweichstellen sind vorhanden. Kettenmitnahme vorläufig notwendig. Für Gesellschaftswagen bis auf weiteres nicht zu empfehlen. Oberalp,- Bündnerseite befahrbar bis Passhöhe, Urnerseite offen bi« Hotel Oberalpsee. Voraussichtliche Oeffnune auf 11. Juni abends. Furka, Urnerseite offen bis Hotel Furkablick, wegen Vereisungen Kettenmitnahme nötig. Walliserseite heute noch unpassierbar. Voraussichtliche Oeffnung des Passes auf 11. Juni, vormittags (Ketten mitführen). Grimsel, Bernerseite bis Grimsel-Hospiz in ganzer Breite schneefrei, Walliserseite gesperrt Durchgehende Oeffnung für alle Wagen auf Dienstag, den 14. Juni vorgesehen. Grosser St. Bernhard, Schweizerseite bis Hospiz in ganzer Breite schneefrei. Italienerseite noch unpassierbar zwischen Landesgrenze und Cantine de Fonteinte. Durchgehende Oeffnune auf Dienstaf, 14. Juni, vorgesehen. KLEINE CHRONIK Bertifsl«oer für Aulomeehaniker und Automonteure etc. in Winterthur. Anfangs Juli 1938 werden in den in Winterthur eingerichteten Berufslagern für Automechaniker und Automonteure, Elektroinstallateure und Bauspengler neue Weiterbildungskurse beginnen. Deren Dauer beträgt drei Monate. Die Berufslager stehen unter Leitung des Arbeitsamtes Winterthur und werden in Verbindung mit den interessierten Berufsyerbänden und dem Bundesamt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (Sektion für berufliche Ausbildung) durchgeführt. Bewerber, die im Besitze des Fähigkeitszeugnisses in einem der erwähnten Berufe sind, wollen ihre Anmeldung unverzüglich dem zuständigen kantonalen oder örtlichen Arbeitsamt zustellen. Ut£2»fcdhc»s GESELLSCHAFT DER MOTORFAHRER-OFFI- ZIERE, GRUPPE BERN. Gelände-Orientierungsfahrt. Im Rahmen ihres ausserdienstlichen Weiterbildungsprogrammes führte die Gruppe Bern der Schweizerischen Gesellschaft der Motorfahreroffiziere am letzten Mittwoch erneut eine interessante Kartenlese- und Geländeorientierungsübung durch. Zuerst galt es dabei so rasch wie möglich einen durch seine Kartenkoordinaten bestimmten Punkt im Gelände aufzusuchen. Hier begann eine Schnitzejfährte, an deren Ende der Konkurrent nach reichlich verworrener Fahrt die schriftliche Weisung zum Aufsuchen eines zweiten Koordinatenpunktes vorfand. An diesem Punkt, einer Wegkreuzung im Forst, erhielt der Konkurrent die Photographie von drei längs der Strasse Laupen- Gümmenen-Büchslen befindlichen Objekten. Die Objekte selbst auefindig zu machen und ihrer Lage entsprechend in die Karte einzutragen stellte die vierte und das Auffinden des wiederum nur durch 'Ziffern bezeichneten Ziels die fünfte Aufgabe dar. Obschon die Uebung mit den gewählten Routen nach eingetretener Dunkelheit beträchtliche Schwierigkeiten bot, wurde sie von allen Teilnehmern erfolgreich absolviert. Die Erstklassierten: 1. Lt. Gerber - Lt. Marchand; 2. Lt Wassmer - Oblt. Kästli; 3. ex aequo: Lt. Hofweber - Oblt. Ruedi; Korp. Schwab - Hptm. Weber. A.us den Verbänden CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH Protokollauszug der Mal- Versammlung. Um 20.45 Uhr eröffnete der Präsident mit einer kurzen Begrüssung die gutbesuchte Versammlung. Unter Mutationen wurde auf Antrag des Vorstandes ein Passivmitglied gestrichen. Den Mitgliedern wird seitens des Präsidenten der Vorwurf gemacht, dass das Vereinsabzeichen nicht die gebührende Beachtung finde. Der Vorsitzende ruft in Erinnerung, dass das Tragen des Vereinsabzeichens Ehrensache •und bei offiziellen Anlässen sogar obligatorisch ist Nach längerem Hin und Her fand das Traktandum betr. «Rechtsschutz-Versicherung> seinen Abschluss, nachdem Herr Bruhin, Generalagentur Zürich der GAP, in kurzen Worten den Zweck und die Vorteile einer solchen Versicherung hervorgehoben hatte. Zu erwähnen ist noch, dass die Bedingungen dieses Abkommens die bei solchen Versicherungen üblichen sind. Den 22 Teilnehmern des Auffahrts-Bummels auf den Uetliberg, der sich recht gemütlich gestaltete, sei noch der wärmste Dank ausgesprochen. Zum Schluss •wurden die Mitglieder noch über unsere Ausfahrt vom Sonntag, den 12. Juni a. c, laut Bekanntgabe im Organ vom 7. ds. orientiert Schluss der Versammlung; 23.10 Uhr. H. G. Redaktion: Dr. A. Locher. — Dr. E. Waldmeyer. Dlpl.-Ino. F. 0. Weber. J.STÖCKLI.BERN MOhlemattstr. 53. Telephon 21.318

„AutomobII-R«Tüi" — Hr. 48 BERN, Dienstag, 14. Juni 1938 Der Ausdruck entstammt dem Schachspiel. Im Wettkampf wird jedem Partner eine maximale Spielzeit zugesprochen. Zögert einer mit der Abwicklung der Anfangszüge zu stark, so ist er gegen den Schluss hin gezwungen, um so rascher zu spielen. Dies hat des öftern einen Mangel an Ueberiegung und dadurch kleine oder grössere Fehler zur (Folge, die unter Umständen den Verlust der Partie herbeiführen können. Diese «Zeitnot» kommt uns jedesmal in den Sinn, wenn wir einen Prinzipal oder Garagechef unter dem Druck einer übernormaien Beanspruchung den Kopf verlieren sehen und die nervöse Hast im Betrieb die Oberhand gewinnt: wenn sich die «Geschäfte mit der Dringlichkeitsklausel» auf einen bestimmten Zeitpunkt konzentrieren und an eine zügige Erledigung derselben nicht mehr zu denken ist. . Damit sei natürlich keineswegs gesagt, dass sich die Anhäufung solcher unaufschiebbarer Arbeiten immer und in jedem Fall vermeiden lässt. Wenn gleichzeitig 4 Wagen vor die Tanksäule fahren, drei Kunden ungeduldig auf die Beendigung des Wagenschmierens warten, zwei weitere telephonisch um Abschleppen ersuchen, im Empfangsraum ein Interessent für ein zehntausendfränkiges Cabriolet mit seiner Gemahlin zwecks Unterzeichnung des Kaufvertrages wartet und für alles nur 4 Mann zur Verfügung stehen, dann lässt sich das Problem auch mit dem besten Willen und der raffiniertesten Organisation kaum lösen. Doch, es geht nicht darum, etwas Unmögliches möglich zu machen, sondern Ein Beispiel macht Schule: ..Zeitnot» Nach den Occasionswagen: Die PNEUS. Wie wir bereits ausführlich berichteten, haben die Automobilfabrikanten und -händler der Vereinigten Staaten letzthin eine grosse Gemeinschaftspropaganda durchgeführt, durch welche es gelang, innert Wochenfrist rund 200 000 gebrauchte Wagen an den Mann zu bringen. Das Beispiel macht kräftig Schule: Auch die Pneufabrikanten haben sich entschlossen, durch eine analoge Aktion an das Grosspublikum zu gelangen. Wie die sorgfältig durchgeführten Schätzungen ergaben, sollen bis Ende des Sommers auf den in Amerika zirkulierenden Wagen rund 59 Millionen Pneus ersatzbedürftig dem Betrieb bei stärkster Beanspruchung die härtesten Stösse zu nehmen und ihn reibungsloser zu gestalten — kurz, einen regelmässigeren und dadurch ertragreicheren Geschäftsablauf zu erzielen. Es gibt so manchen Chef, der sich am Morgen erst im letzten Moment auf seinem Platz einfindet und dann keine Zeit mehr hat, die eingehende Post richtig zu behandeln, die Arbeit zweckmässig aufzuteilen und all die andern organisatorischen Fragen gründlich zu prüfen, die schon ein mittlerer Betrieb tagtäglich zu erledigen hat. Steht einmal die Kundschaft vor der Türe und verlangen Anstand und Geschäftsinteresse gebieterisch, dass die massgebende Persönlichkeit ihr zur Verfügung stehe, dann trifft der Fall allzuleicht ein, dass die Anordnungen (eigentlich sollten sie in diesem Fall «Notverordnungen» heissen), im Handumdrehen erfolgen müssen und den Fluss der Arbeit nur noch notdürftig zu regeln vermögen. Es ist zwar ein Ding der Selbstverständlichkeit, dass wohlüberlegte Planung und Umsicht den täglichen Gang der Geschäfte automatisch ruhiger und stossfreier gestalten. Erledigt der Leiter eines Unternehmens die vorliegenden Pendenzen bereits vor Eintritt der Stosszeit und gewinnt er gleichzeitig einen umfassenden Ueberblick über die vorhanden© Arbeit, so ist er seinen nachlässigeren Kollegen gegenüber nicht nur in einer, sondern sogar in doppelter Hinsicht im Vorteil. Einmal hindert ihn das, was bereits auf die Seite 'geschafft wurde, nicht mehr, seine Aufmerksamkeit neuen und vor allem unvorher- hchkeit von rund einer halben Milliarde Dollar entsprechen würde. Wenn auch nur ein kleiner Teil der mit schlechten Pneus fahrenden Automobilisten zum Ersatz derselben veranlasst werden kann, so lohnen sich damit die gemachten Anstrengungen und Auslagen im Eahmen dieser « National Tire Safety Week » (Nationalen Pneu-Sicherheits-Woche) bei weitem. Das zur Verfügung stehende Kapital beträgt 500 000 Dollar. Auch in diesem Falle wird die Verwendung des Propagandafonds nach reif lieb, überlegten Plänen erfolgen. Wie bereits der Name der «Woche» sagt, bildet die Sicherheit das Hauptargument, um deretwillen das Publikum veranlasst werden soll, die alten Pneus gegen neue auszuwechseln. Auch hier konzentriert sich schlussendlich das Problem auf die Notwendigkeit, dem Kunden sinnfällig und eindringlich darzulegen, welcher Nutzen ihm aus der Anschaffung und Verwendung der in Frage stehenden Waren erwächst. gesehenen Dingen zuzuwenden; sodann hat er — und das ist ebenso wichtig — einen bedeutend besseren Einblick in die Zusammenhänge und den Ablauf der Arbeit seiner Untergebenen. Das ermöglicht ihm. allfällig notwendige Umstellungen mit grösserer Zweckmässigkeit vorzunehmen. Man (kann sich allenfalls fragen, ob eine systematischere Planung der Arbeit an der Spitze sich so sehr auswirkt, dass die damit verbundenen Mühen auch gelohnt werden. Allerdings ist es kaum möglich, diesen Nutzen in genauen Summen auszurechnen; dagegen ist ein Einblick in die Nachteile des « Zeitnotsystems » um so aufschlussreicher. Mangel an Planung und zeitweise Ueberlastung des Betriebs haben zur Folge : Das Problem. Soll ich - Herr X., ein tüchtiger, älterer Fachmann, der den Garage- und Reparaturenbetrieb von der Picke auf kennen gelernt hat, betreibt ein grösseres Unternehmen in einem grösseren Ort mit guter Kundschaft, die ihm jedes Jahr einen sehr erfreulichen -Umsatz zuhält. Eines Tages schlägt ihm eine Spezialfirma für Garage-Einrichtungen die Anschauung eines neuen Waschapparates vor, da seine jetzige Installation mehr als ein Dutzend Jahre alt ist und eine ziemlich umständliche Bedienung erfordert. Herr X. sieht wohl ein, dass das Wagenwäschen mit einer neuen Einrichtung viel einfacher wäre und Zeit ersparen würde; anderseits hat er aber keine Lust, seinen Betrieb, der ihm während längerer Jahre ein gutes Auskommen bot, ohne absolute Notwendigkeit in irgendeiner Weise tumzukrempeln*. Ganz gefühlsmässig würde er lieber mit seinen alten, ihm schon seit Jahren vertrauten Hilfsmitteln weiterarbeiten. Wie würden Sie Herrn X. raten, vorausgesetzt, dass ihm seine finanzielle Lage eine solche Ausgabe ohne weiteres gestattet? Das Für und das Wider. Vorerst müssen wir uns über eine prinzipielle Seite des Problems Rechenschaft geben: Eine Anschaffung lässt sich im Geschäftsbetrieb nur dann verantworten, wenn sie in irgendeiner Form einen mindestens gleichwertigen Nutzen einbringt. Wir werden kaum Irgendeinen Apparat kaufen, der eine Aufwendung von zum Beispiel Fr. 500.— erfordert und uns im Laufe eines Jahres vielleicht Fr. 10.— oder 20.— einbringt. Jede Auslage für Neuanschaffungen muss mit andern Worten eine Kapitalanlage sein, die eine möglichst günstige Rendite abwirft. Und von der Hohe dieser Rendite hängt es ab, ob wir das Neue kaufen oder nicht. Die Rendite kann nun verschiedener Art sein. a> Sie kann sich einmal daraus ergeben, dass ein Arbeiter weniger Zej't benötigt und dass infolgedessen mit weniger Arbeitslohn gerechnet werden muss; b) Es ist möglich, dass die Arbeit besser ausgeführt wird und dadurch eine höhere Rechnungsstellung an den Kunden erlaubt. Wir müssen uns darum im weiteren folgende Fragen stellen: 1. Wie oft wird die betreffende Einrichtung im Laufe des Jahres gebraucht? 2. Wie gross ist die durch die rasche Erledigung der Arbeit erzielte Einsparung an Lohnen? 3. Kann ich für die verbesserte Arbeitsleistung dem Kunden mehr verrechnen und wie viel? Nehmen wir einmal an, die in Frage kommende Maschine verursache uns nach Abzug des Tauschwertes der alten Einrichtung einen Nettoaufwand von Fr. 1500.—, ferner müsse sie innert 7 Jahren amortisiert werden. Die Berechnung stellt sich dann wie folgt: L ein« geringere Arbeitsleistung und damit einen entsprechenden Einnahmenausfall; 2. Ueberstunden, die höher als die gewöhnlichen bezahlt werden und deshalb eine Belastung der Gewinn- und Verlustrechnung darstellen; 3. Unzufriedenheit eine« Teils der Kundschaft wegen zögernder Arbeitserledi* werden, was einer maximalen TJmsatzmöggung: 4. Leerlauf des Unternehmens, der sich» als Gegensatz zu den Stosszeiten bemerkbar macht Bilden diese Nachteile für Jeden Chef nicht Grund genug, dem < Zeitnotsystem » einmal gründlich auf den Leib zu rücken? :-: soll ich nicht? Zur Erneuerung der Garage-Einrichtung Amortisation Zins Total Diesen Betrag muss die Rendite mindestens er* reichen, wenn sich die Anschaffung der neuerw Maschine lohnen soll. Nun wird es sich für uns nur noch darum han-j dein müssen, die einzelnen Faktoren dieser RerH dite so genau als irgendwie möglich zu be*' stimmen. Wir werden ermitteln, wie weit die betreffende Maschine während des letzten Jahres benützt wurde und daraus unsere Schlüsse für die Zukunft ziehen, indem wir die weiter oben angeführten drei Fragen genau beantworten. Selbstredend verändern sich auch hier die Verhältnisse von Fall zu Fall je nach der Leistungsfähigkeit der altervj Maschine, nach der Frequenz, mit der sie im Lauf©! des Jahres gebraucht wird und sogar in gewisser' Hinsicht nach der Art der Kundschaft, die das be-| treffende Unternehmen frequentiert. Erspart deri Betrieb an Arbeitslohn Fr. 400.—, so lohnt sich die; Anschaffung Unbedingt; beträgt der jährliche Nutzen jedoch nur Fr. 50.—, so ist von der Anschaffung abzusehen, vorausgesetzt... ... Vorausgesetzt, dass sich nicht eine Rendite in Form eines bedeutend verbesserten Kundendienstes einstellt. Es wäre nämlich möglich, dass der Nutzen nur f Fr. 225.— > 60.— eringe Summen ergäbe, dass aber das vermehrte utrauen und der verbesserte Zuspruch von seifen der Kundschaft den Gesamtumsatz doch merklich beeinflussen. Unser Rat. Wir können Herrn X. seine Frage nicht direkt beantworten. Dagegen können wir ihm den Rat geben, den Bleistift in die Hand zu nehmen und nach dem oben angeführten Schema alle in Frage kommenden Punkte zu erwägen, wobei selbstredend sämtliche gefühlsmäßigen Einflüsse aus-i geschaltet werden müssen. Wenn es ihm auchi nicht möglich ist, alle Posten genau auf den letzten Rappen zu berechnen und besonders den Ein- 1 fluss des der Kundschaft nur Schätzer», kann, so schaltet er doch aus seiner Ueberiegung alle jene grossen Unbekannten aus, die hie und da zu peinlichen und schwerwiegenden Fehlern In der einen wie in der andern Richtung führen. WetkstateWütkt Fr. 285.— Seite 10 Von KepaxaUuen am eUfticischen ZuUko* Seite 11 Autohändler an seinen Sohn 10 Mein lieber Sohn! Anlässlich des obligaten Schoppens, der jeder Probe unseres Männerchors folgt, entstand vor einiger Zeit eine angeregte und lebhaft benützte Diskussion über die sog. «Protektionswirtschaft» in unseren Staatsbetrieben. Eines der Mitglieder hatte die Behauptung aufgestellt, dass Staatsstellen nur noch dank der warmen Fürsprache eines « gewichtigen und lieben Vetter-Göttis» erhältlich wären. Damit war aber der anwesende Personalchef eines eidgenössischen Regiebetriebes keineswegs einverstanden: «Trotzdem ich weiss, was im Publikum alles herumgeboten wird, erkläre ich des bestimmtesten, dass mir kein Fall bekannt ist, wo ein weniger qualifizierter Anwärter auf Grund eines gewissen .Einflusses' den Vorzug erhalten hätte. Nur dort, wo nach reiflicher Erwägung aller in Betracht kommender Faktoren für den vorgesehenen Posten mehrere Kandidaten gleicherweise geeignet zu sein scheinen, wählen wir — und ich erachte dies als eine Selbstverständlichkeit — denjenigen, für dessen Qualifikation eine uns bekannte und zuverlässige Persönlichkeit gleichsam als Garant eintritt. Damit schalten wir unliebsame Ueberraschungen nach Möglichkeit aus.» Diese Worte kommen mir immer wieder in den Sinn, wenn einer meiner Verkäufer trotz grösster Anstrengungen den Kontakt mit einem zukünftigen Wagenkäufer nicht zu finden vermag. Jedes Werben — gleichgültig ob es um eine Stelle oder die Unterschrift unter einen Kaufvertrag geht — kann nur dann von Erfolg begleitet sein, wenn uns der Umworbene sein Vertrauen schenkt. Oder noch deutlicher: Wenn wir ihn auf irgendeine Weise zum Glauben daran bewegen können, dass sich die Vorzüge, die er über den Mann oder den Wagen hören wird, In der Praxis auch in vollem Umfang bewahrheiten. Offenes Auftreten und ehrliches Wollen sind da selbstverständliche und unerlässliche Bedingungen, leider aber nicht mehr. Sie mögen in einzelnen wenigen Fällen genügen; zusammen mit einer wohlgemessenen Dosis Fachkenntnis werden sie sogar einen Grossteil der Kundschaft < zur Strecke bringen». Es bleibt aber immer noch ein gewisser Prozentsatz von Interessenten übrig, bei denen damit allein einfach nicht anzukommen ist, weil sie dem Werbenden das Vertrauen, das schliesslich das Fundament für die gesamten Unterhandlungen bildet, nicht entgegenzubringen vermögen. Für diese Tatsache können verschiedene Gründe di©.Verantwortung tragen: Gewisse Kunden sind von Natur aus scheu und halten sich alles Unbekannte grundsätzlich vom Halse: ander« haben mit ihrer Vertrauensseligkeit unangenehme Erfahrungen gemacht und panzern sich nun mit einer guten Dosis Misstrauen; wieder anderen komveniert die Art und Gestalt des Verkäufers nicht usw. Anderseits ist es aber ganz ausgeschlossen, dieses unerlässliche Fundament erst dann zu schaffen, wenn die Verkaufsverhandlungen bereits einsetzen und damit gleichsam schon Stein auf Stein zum Bau gefügt werden sollten. Da bleibt nichts anderes übrig, als den Versuch zu machen, den zukünftigen Kunden von der positiven und dienstwilligen Einstellung zu überzeugen, bevor überhaupt von irgendeinem Wagenhandel die Rede ist. Es gibt, prinzipiell betrachtet, eine ganze Anzahl von Methoden und Wegen, die es ermöglichen, die Vertrauensbasis schon zum voraus zu schaffen. Die gutorganisierte Automobilvertretung verfügt sozusagen immer über eine ausführliche Kartothek derjenigen Automobilisten und Nichtautomobilisten, die früher oder später für die Anschaffung eines