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E_1938_Zeitung_Nr.079

E_1938_Zeitung_Nr.079

157 000, die

157 000, die Bettenbeeetzungstruote von 36 auf 38%. Im Säntisgebiet wurden 32 000 Logiernächte mehr gezählt und von hundert Betten im Mittel 41 beansprucht (37). Mit Ausnahme von Genf und Lausanne sind auch die Großstädte stärker frequentiert worden. Ferner erfreuten eich alle bedeutenderen Badekurorte eines erösseren Besuches als letztes Jahr. Richtige Winker Schluss von Seite 1. Zur Unterstreichung dieser Tatsache sei übrigens noch auf- folgende Phänomene hingewiesen : das den Winker betätigende Fahrzeug kommt meist von der Seite, seltener von vorn! In jenem Fall aber treffen die roten Winkerstrahlen die seitlichen Netzhautpartien des Auges. Gerade diese äusseren Stellen der Retina sind aber bei allen Menschen farbenblind bzw. farbenfalsch, und erst wenn der Farbstrahl mehr ins Zentrum fällt, wird tatsächlich Farbe (rot) gesehen. Der feststehende Winker kann daher gerade in den wertvollsten Augenblicken, da noch eine beträchtliche Distanz zwischen dem Wagen und dem zu warnenden Strassenbenützer liegt, nicht « warnen ». Bringt man einen Finger von aussen her langsam ins Gesichtsfeld, so erscheint er erst farblos, dann (falscherweise) mehr gelb und zuletzt erst in Hautfarbe, nachdem er bereits stark ins Blickfeld eingedrungen ist — aber bevor er überhaupt erkannt wurde ! Bewegen wir denselben Finger nun nochmals bei ausgestrecktem Arm langsam von hinten ins Blickfeld und b e w e,g e n ihn dabei (beugend), so stellen wir überrascht fest, um wieviel früher wir ihn diesmal sehen und als solchen erkennen. Bei grösserer Entfernung des sich ins Blickfeld hereinbewegenden Gegenstandes ist der praktische Erfolg natürlich unverhältnismässig viel stärker! Die Bewegung lässt, so möchten wir zusammenfassen : 1. die kleinen, 2. die schwach erleuchteten," 3. die farbmatten, 4. die sich infolge ihrer ungünstigen Form nur wenig von ihrer Umgebung abheben, und 5. sogar die auf gleichfarbigem (rotem) Untergrund sich bewegenden Winker ausserordentlich viel deutlicher und früher ins Auge fallen! Dadurch lässt sich der Winker unwillkürlich wahrnehmen, dadurch erst wird er richtig zu einem Warnsignal, das der unbewegliche, starre Richtungszeiger niemals sein kann. Wissenschaft und Praxis liefern unzählige weitere Beweismaterialien für die theoretische und praktische Unzulänglichkeit des gegenwärtigen und die Ueberlegenheit des hier geforderten Winkers. Neue Wagen" sollten künftig nur noch mit beweglichen Winkern ausgerüstet, alte damit im Laufe der Zeit nach Möglichkeit versehen werden. Ersatzweise Hesse sich mit « kurzfristig > blinkenden Winkern (bei denen, solange der Winkerarm herausgestellt ist, das rote Licht nur kurz und in rascher Folge aufleuchtet) eine Ersatzhilfe schaffen. Nur Imponderabilien scheinen mir der Einführung der hier aus praktischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen heraus geforderten beweglichen Winker im Wege zu stehen. Dr. B. Sttasien Strassenausbau Im Kanton Zürich. In Nr. 72 der «A.-R.» wurde auf die Notwendigkeit besserer Zusammenarbeit beim Strassenausbau zwischen den Kantonen, wie zwischen Stadt und Land, hingewiesen. Damale ist auch der Umstand gerügt worden, dass von einer Stadtgemeinde mit beidseitigen Radfabrwegen ausgebaute Strassen vom Kanton nur mit einseitigem Fahrradweg [Nachdruck verboten.) Fünfundzwanzig Jahre sind rund verflossen, seit der auf der Reise nach London begriffene geniale Erfinder des nach ihm benannten Motors in den Fluten des Atlantischen Ozeans auf tragische Weise den Tod gefunden hat. Unfall, Selbstmord? — Die Frage ist bis auf den heutigen Tag immer noch nicht restlos geklärt. Hätte Rudolf Diesel auch nicht postum universelle Berühmtheit erlangt, sein Name wäre trotzdem als der des einzigen im Versailler Vertrag genannten Erfinders in die Weltgeschichte einge- Bangen, durch jene Bestimmung nämlich, welche eutschland die Herstellung und Verwendung von Dieselmotoren auf ein Jahrzehnt untersagte. Ein Roman, wie ihn nur das Leben selbst zu schreiben vermag, charakterisiert dieses Erfinderleben, vor allem die Kämpfe um die eigenen Erfindungen. «Die Einführung> — heisst es in einem Briefe Diesels an seine Frau — «ist eine Zeit des Kampfes mit Dummheit und Neid, Trägheit und Bosheit, heimlichem Widerstand und offenem Kampf der Interessen — ein Martyrium, auch wenn man Erfolg hat.> Die ersten Enttäuschungen erlebte er in Paris, wo er als junger Ingenieur im Dienste eines Industriellen, nachdem ihn dieser um die Früchte seiner ersten Erfindungen — eines nach neuen Prinzipien konstruierten Kälteapparates — gebracht, einfach vor die Türe gesetzt wurde. Aber das war nur das Signal zu weiteren Kämpfen, die während seiner Zusammenarbeit mit der Firma Krupp ihre Fortsetzung fanden und in Diesel jenes Misstrauen gross werden Hessen, das ihn in der Folge nie mehr verlassen sollte. Nach wie- vor leidenschaftlich mit Erfindungen beschäftigt, hütete er sich seitdem ängstlich, sie preiszugeben, ja ging in seinem Misstrauen soweit, dass er nach jedem gelungenen «Wurf» sogar seine Mitarbeiterstelle kündigte. Eine bittere Ironie wollte es, dass diesem Bürger zwischen zwei Welten sowohl in Frankreich wie in Deutschland der volle Erfolg versagt blieb. Als Sohn eines in Paris niedergelassenen Augsburger Buchbinders, der sich in der französischen Kapitale kümmerlich durchs Leben schlug, verbrachte Rudolf Diesel dort seine ersten Jugendjahre, um bei Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges mit seinen Eltern nach London zu übersiedeln und nach dessen Beendigung wieder nach der Seinestadt zurückzukehren. Fast zehnjährig weitergeführt werden. Ein typisches Beispiel hiefür: Von der Stadt Zürich wurde die Winterthurer- und Ueberlandstrasse mit beidseitigen Radfahrwegen und größtenteils auch beidseitigem Trottoir bis zur Stadtgrenze gegen Dübendorf ausgebaut, wobei Fahrradweg und Gehweg durch einen zweiten Randstein abgegrenzt sind. Von der Stadtgrenze an bis nach Dübendorf besteht jedoch nur ein einseitiger Radstreifen mit Trottoir auf demselben Niveau. Denselben Ausbau findet man vom äusseren Bahnübergang in Dübendorf länge des Flugplatzes nach dem Gfenn. Diesen Sommer wurde der Ausbau bis nach Hegnau weitergeführt. Jetzt ist die Verbreiterung zwischen Hegnau und Nänikon im Gange, wo die Strasse für den durchgehenden Fährverkehr gesperrt ist. Auch zwischen Station und Bahnübergang Dübendorf sind die Profile für die Korrektion ausgesteckt. So begrüseenswert der Bau von Fahrrad- und Gehwegen an sich ist. so verdient die Art der Ausführung durch den Kanton Zürich etwelche Kritik. Der einseitige Ausbau von Strassen, wie er schon AUTOMOBIL-REVUE FREITAG, 30. SEPTEMBER 1938 79 Zu Rudolf Diesels 25. Todestag geworden, sprach er noch kein Wort Deutsch und wurde deshalb zur Erlernung seiner Muttersprache und eines tüchtigen Handwerks zu Verwandten nach Augsburg geschickt. Schon damals hatte er, für aNes was Technik und Mechanik betraf, jugendlich begeistert, nur den Ehrgeiz, Ingenieur zu werden, ein Ziel, aas zu erreichen, bei der Armut seiner Eltern unmöglich schien. Und dennoch schaffte er es: Durch die Erteilung von Unterrichtsstunden in französischer Sprache brachte er die Studienkosten selbst auf. Mit dem Titel eines Ingenieurs geschmückt, kehrte er wieder nach Paris zurück und machte hier die grundlegende Erfindung zu seinem Motor, nachdem er 1893 mit einer in Technikerkreisen grosses Aufsehen erregenden Arbeit über einen sparsameren und doch wirksameren neuen Triebstoff als die Kohle vor die Oeffentlichkeit getreten war. Diese Publikation erregte auch Friedrich Krupps Aufmerksamkeit, mit der Folge, dass ihm dieser zum Ausbau seiner Erfindung in Augsburg ein eigenes Atelier, Material und Spezialarbeiter zur Verfügung stellte, so dass bereits nach wenigen Versuchsmonaten der erste Dieselmotor die Augsburger Werkstätten verliess, um einem Sachverständigenausschuss vorgeführt zu werden. Hatte Friedrich Krupp auf Grund des glänzenden Expertengutachtens dem glücklichen Erfinder auch die sofortige Beantragung der Patentierung seines Werkes zugesagt, liess dieser Schritt doch so lange auf sich warten, dass der immer misstrauische Rudolf Diesel bei der massgebenden Stelle Erkundigungen einzog, um bei dieser Gelegenheit zu erfahren, gewisse Patentinhaber, für die sein Motor den wirtschaftlichen Ruin bedeutete, hätten sich dessen Patentierung widersetzt. Diese Ueberraschung berührte Rudolf Diesel um so peinlicher als sich unter den «Protestlern» ein einflussreiches Mitglied der Firma Krupp befand. Als Diesel bei der Werkleitung deshalb vorstellig wurde, gab man ihm zu verstehen, dass nach einem stillschweigenden Uebereinkommen Erfinder, die den Erfolg ihrer Arbeiten der Generosität Krupps verdanken, diese stets auch auf dessen Namen patentieren zu lassen pflegten, um sich mit einer blossen Gewinnbeteiligung zu begnügen. In begreiflicher Entrüstung ob dieser Zumutung wurde Rudolf Diesel bei Friedrich Krupp persönlich vorstellig, um von diesem nach einer erregten Auseinandersetzung die Zusage zu erhalten, sein Motor solle ausschliesslich auf seinen Namen patentiert werden. Damit liess sich Diesel beschwichtigen und unterzeichnete den ihm vorgelegten Kontrakt, ohne zu beachten, dass auf Grund gewisser Klauseln der Hauptverdienst aus der Patentverwertung der Firma Krupp zufallen musste, die denn auch, da sie die ständig sich mehrenden Bestellungen auf den neuen Motor kaum bewältigen konnte, Millionen einheimste. In seiner masslosen Empörung und Enttäuschung beschloss Rudolf Diesel, einen verbesserten Motor zu konstruieren, was ihm auch nach rastloser Arbeit glänzend gelang. Tatsächlich forderte ihn die deutsche Marinebehörde zur Vorführung auf und stellte ihm auch entsprechende Lieferungen in Aussicht. Da die vorgeschriebene Ablauffrist von -10 Jahren für seinen unterdessen patentierten ersten Motor jedoch noch nicht verstrichen war, stellten sich der Patentierung des verbesserten Motors neue Schwierigkeiten entgegen. Eine masslose Erbitterung erfasste Diesel, verstärkt dadurch, dass die Marinebehörde an seinen Patriotismus appellierte und ihm nahelegte, «er möge auf seine Erfindung im vaterländischen Interesse verzichten». Jetzt hatte Diesel genug; er beschloss, seine Erfindung an ein englisches Konsortium zu verkaufen. Am 29. September 1913 schiffte er sich in Antwerpen zur Ueberfahrt nach England ein. Er hat aber London nie erreicht — auf der Reise verschwand er vom Schiff. Am 10. Oktober stiess ein holländisches Lotsenboot im offenen Meer auf seine Leiche. H. Mattern (Paris). zwischen Seebach und Glattbrugg erfolgte und hier wieder geschieht, bedeutet immer nur eine halbe Lösung. Sie bringt aber ausserdem eine erhebliche Verkehrsunsicherheit und es entstehen bei Radfahrern immer Zweifel, ob die allgemein geltende Regel des Rechtsfahrens unter allen Umständen einzuhalten oder ob der einseitige Streifen auch in der Gegenrichtung zu benützen sei. Die Radfahrer, die den Streifen auch in der Linkerichtung benützen, gefährden damit sowohl die entgegenfahrenden Radler wie eich selbst. Ein weiterer Fehler dieses Ausbauwerkes liegt darin, dass Radstreifen und Gehweg gar nicht richtig von einander abgegrenzt sind. Die einzige Begrenzung bilden ausgerechnet Bäume. Diese mögen für die Fuesgänger auf einer Landstrasse wohl angenehm sein. Sie gehören aber nur auf ein richtiges, erhöht angelegtes Trottoir, nicht an den Fahrradstreifen, wo sie nur ein Verkehrshindernis bilden. Es setzt heutzutage auch niemand mehr Bäume als Abgrenzung zwischen Fahrbahn und Trottoir. Ein dunkler Punkt Im bernischen Hauptstrassennetz: Das Strassenstück Lyss- Büetigen. In den letzten Jahren ist am Ausbau der Hauptstrassen auch im Landesteil Seeland zielbewusst gearbeitet worden. Unter andern Strassenzügen hat insbesondere auch die grosse Durchgangsstrasse Westschweiz - Ostschweiz/Nordschweiz über Murten- Lyss-Büren-Solothurn eine gründliche Korrektion mit zahlreichen Verbreiterungen und Geradelegungen, sowie modernem Belag erfahren. Diese Strasse hatte diese Korrektionen dringend nötig, •weist sie doch einen steigenden Verkehr auf und dürfte wohl heute der meistbefahrene Strassenzug für die schweren Lastwagen Ostschweiz/Nördschwejz nach der Westschweiz und umgekehrt sein. Auf dieser Strasse aber gibt es noch ein einziges, nicht korrigiertes Stück, die Strecke Lyss-Buetlg«n. ein Stück, das im krassen Gegensatz zu den übrigen, teilweis« prächtig ausgebauten Strecken der erwähnten grossen Durchgangsstrasse steht, ein Stück, das sich in trostlosem, unhaltbarem, für Automobilisten und übrige Strassenbenützer sehr gefährlichem Zustand befindet. In den letzten Monaten nun ist endlich ein Teil dieser Strecke, der Kreuzstutz in Lyss und ein Stück seiner Fortsetzung durch den Kreuzwald, korrigiert und mit modernem Belag versehen worden, wobei die gefährliche Kurve bei der Kreuzhöhe Steinbogenpflästerung erhielt. Automobilisten, Radfahrer und Fussgänger atmen regelrecht auf, dass zum mindesten dieser Teil des berüchtigten Strassenstückes in Ordnung ist. Und das Reststüdk, die Strecke Kreuzwald-Büetigen? Ein Schreck für jeden Automobilisten, ein dunkler Punkt im bernischen Hauptstrassennetz, ein Musterbeispiel dafür, wie eine Strasse nicht sein soll. Eine einzige Fahrt über dieses Strassenstück wird bestätigen, dass es geradezu unverantwortlich wäre, hier mit einer gründlichen Korrektion noch länger zuzuwarten. Jeder Automobilist kann froh sein, heil über dieses Stück zu kommen. Die Möglichkeit eines Achsen- oder irgend eines andern Bruches, ist wohl kaum auf irgend einem andern Stück unseres Hauptstrassennetzes grösser als gerade hier. Die zuständigen Stellen mögen sich endlich an Ort und Stelle selber überzeugen. Dann dürfte die sofortige Inangriffnahme dieser Korrektion kaum mehr länger auf sich warten lassen. Wir möchten nicht in die Tonart einfallen, welche einzelne Presseeinsendungen der letzten Zeit zu dieser Angelegenheit angeschlagen haben, wir lehnen die in ihnen erfolgten Anwürfe gegen die verantwortlichen Organe in dieser Form ab. Aber wir hoffen und wünschen auch, das« dieser dunkle Punkt im bernischen Hauptstrassennetz nunmehr beseitigt wird. S. Für eine Strassenverbindung Glarus-Vorderrheintal. Auf Einladung des Stadtrates von Hanz fand daselbst letzten Sonntag eine Kundgebung für eine Strassenverbindung Glarus- Graubünden-Tessin statt. Wie sehr dieses Verkehrsproblem die Bevölkerung interessiert, illustriert die Tatsache der Anwesenheit von mehr als 1000 Mannen aus dem ganzen Bündner Oberland. Nationalrat Foppa übernahm das Tagespräsidium, während alt- National rat Weber als Sekretär der Vereinigung für eine Strassenverbindung Glarus- Graubünden-Tessin das einleitende Referat hielt. An der Diskussion beteiligten sich Ingenieur Depuoz und von Salis, während Dr. Martinoli namens der Vereinigung «Pro Blenio » das Wort ergriff. Der glarnerische Standesherr Hefti, sowie Regierungsrat Capaul und Nationalrat Gondrau beteiligten sich ebenfalls an der Aussprache, nach deren Schluss folgende Resolution einstimmig angenommen wurde : «Die Volksversammlung in Ilanz begrüast die in der bundesrätlicben Botschaft über Verstärkung der Landesverteidigung und Arbeitsbeschaffung ausgesprochene Absicht, in erster Linie aus Gründen der Landesverteidigung eine neue Alpenstrassenverbindung des Glarnerlandes mit dem Bündner Oberland durch weitgehende Bundeshilfe erstehen zu lassen. Zu den Erwägungen militärischer Natur kommen Rücksichten auf die Entwicklung der Volkswirtschaft und des Verkehre in den durch eine solche neue Strassenverbindung berührten Landesteilen, so auch des Kantons Tessin, mit welchem das Bündner Oberland alte, wertvolle Beziehungen unterhält. Die Versammlung richtet sowohl an den Bundesrat als an die Regierungen der Kantone Graubünden, Glarus und Tessin das Gesuch, mit Rücksicht auf die veränderte politische Lage in Europa, alles zu tun, was für eine rasche Inangriffnahme einer Strassenverbindung Glarnerland - Bündner Oberland -Tessin notwendig ist.» « Oh ja. Und Kenneth hat sie mit dem Kopf unter die Wasserleitung gehalten und gesagt, dass ihn das abkühlen würde. Wenn nur der Vater schon zurück wäre ! Sie ist viel schlimmer, wenn er fort ist. Fräulein Wood ist gegangen, und Harriet und Maggie sind nie da. Wir werden nicht zu Ihnen kommen können, nicht wahr? Sie wird es uns nicht erlauben.» «Ihr kommt zu uns, bis euer Vater zurück ist», sagte ich, als Nancy mit dem ganz verschüchterten, völlig berussten, herzzerbrechend schluchzenden Jungen eintrat. Man konnte nicht daran denken, ihn ungebadet in seine Kleider zu stecken. « Wenn der Vater fort ist, haben wir kein Warmwasser », sagte Rose. « Wir werden ihn in einer Decke mit hinübernehmen >, entschied Nancy. Siebzehntes Kapitel. Rose, Dermots Kleider über dem Arm, ging durch die beiden Gärten an meiner Seite. Dermot krabbelte mit Nancys Hilfe in seiner Decke über die Hecke. An den Füssen hatte er zu grosse Galoschen, und so oft er eine davon verlor, machte die ganze Kolonne Halt. Ich zerbrach mir den Kopf darüber, was aus der Pflegerin werden, wie wir gänzlich unvorbereitet drei Gäste beherbergen sollten, und was Nicholas dazu sagen würde, wenn er sie sieht. «Wenn wir sie verhaften lassen wollten, hätte einer so lange bei ihr Wache stehen müssen, bis die Polizei da ist», sagte ich, als wir an der Grenze der Grundstücke angelangt waren. « Jetzt wird sie sich aus dem Staube machen.» «Ich "kann mich um Kenneth kümmern, und du kannst nicht allein bei ihr bleiben. » Wir können Gott danken, dass wir diesen Satan los sind, dachte ich. Wir betraten unser Haus vom Garten aus durch die Hintertür, und als wir in die Halle gelangten, sahen wir die Eingangstür, offen stehen, und Melinda erklärte eben Frau Cleveland, dass niemand von uns zu Hause sei. Als sie uns erblickte, wandte sie sich gleich an mich. « Die Kinder kostümieren sich wohl ? » sagte sie und blickte dabei auf Dermot, der, in die Decke gehüllt, dastand. Ich führte sie in den Salon und überliess es für den Augenblick Nancy, mit allem fertig zu werden. Keine von meinen andern Töchtern war zu Hause. < Hat Nancy denn Urlaub ? » fragte sie sofort. Ich sagte ganz kurz ja und wünschte, dass sie nicht gekommen wäre. Ich wusste nicht, ob Nancys Krach im Krankenhaus geeignet war, in der ganzen Stadt verbreitet zu werden; und zu all dem war sie am Tage ihrer Rückkehr in ein fremdes Haus eingedrungen und hatte dort die Pflegerin verprügelt Diese Tatsache freute mich zwar ehrlich, aber ich wollte nicht mit Frau Cleveland darüber sprechen. Der ganze Fall würde in kürzester Zeit durch die Kinder und die Hausangestellten ohnehin genug breitgetreten werden. « Wie ich höre, ist Herr Beale für einige Zeit nach London gegangen >, begann sie. « Er tut mir so leid. > « Es wundert mich, dass er sich von seinem Garten getrennt hat >, erwiderte ich, denn es war mir jetzt noch immer lieber, über Herrn Beale zu sprechen als über Nancy. « Wie geht es Celia ? » c Danke vielmals, sehr gut. » « Es muss Ihnen doch schrecklich gewesen sein, dass sie sich Herrn Beale hat durch die Lappen gehen lassen. Der kleine Mann ist nicht übel. Ich schätze ihn auf dreitausend Pfund jährlich; was meinen Sie ? > « Das kann sein. > « Ich nehme grossen Anteil an Ihren Töchtern. So viele Mädchen und erst eins davon verheiratet. Ich hoffe, Sie haben gute Nachrichten von Martha. Ich hörte, dass Sie Fräulein Ramsham im Sommer wieder zu Besuch hatten. Eine Zumutung! Ich sehe, dass ein Wagen vor Ihrem Hause hält. Ist das nicht Dr. Littie ? Warum ist er gerufen worden ? Ist jemand krank ? (Fortsetzung folgt.)

N° 79