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E_1938_Zeitung_Nr.086

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8 AUTOMOBIL-REVUE

8 AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 25. OKTOBER 1933 — N° 86 Schweizerische Rundschau Verkehrsfragen an der Konferenz der kantonalen Polizei- Direktoren. Am letzten Freitag und Samstag hat in Genf die Jahreskonferenz der Leiter der kantonalen Justiz- und Polizeidepartemente im Beisein von Bundespräsident Baumann getagt. Bei diesem Anlass kamen auch einige Verkehrsfragen zur Behandlung. So referierte der solothurnisohe Regierungsrat Stampfli über die Behandlung der landwirtschaftlichen Traktoren nach Art. 5 der Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr. Er kam zum Schluss, dass wenigstens bis zu einem gewissen, unerlässlich erscheinenden Grade die Lenker landwirtschaftlicher Traktoren den Führern von Motorfahrzeugen überhaupt anzupassen wären, so vor allem im Hinblick auf die Erfordernisse einer abzulegenden Fahrprüfung, eines Mindestalters (vorgeschlagen wurde fünfzehn Jahre) und der Eingehung einer Haftpflichtversicherung. Ein weiteres, auf der Konferenz behandeltes Verkehrsproblem über die Freizügigkeit der Radfahrer Hesse sich auf dem Weg eines Konkordates verwirklichen. -b- Reichsautobahn durch Alpentunnels. Anlässlich der Tagung der Technik teilte der Inspektor für das deutsche Strassenwesen Dr. Todt mit, es sei für den Bau der Reichsautobahnen in Oesterreich ein Durchstoss durch das Alpenmassiv, resp. durch die Autobusbetrieb der Stadt Winterthur. Die Betriebsergebnisse dieses Unternehmens während der ersten drei Quartale bringen ein leichtes Ansteigen der Frequenzkurve und damit auch eine bescheidene Besserung der Betriebsergebnisse zum Ausdruck. Bei einer Betriebsleistung von 98 862 Wagenkilometer (gegen 98 605) wurde die Linie von 354 228 Personen (i. V 336 493) benützt. Den 61 967 Fr. Einnahmen (60 048 Fr.) stehen 56 667 Fr. (56 648 Fr.) an Ausgaben gegenüber. Auf einen anderen Nenner gebracht, das heisst, dass der Ueberschuss der Betriebseinnahmen von 3400 Fr. in den ersten neun Monaten 1937 auf 5300 Fr. in der korrespondierenden Berichtsperiode 1938 angewachsen ist. Betriebsergebnisse der Zürcher Strassenbahn. Während der ersten neun Monate 1938 verzeichnet die Zürcher Strassenbahn bei insgesamt 15,196,355 Wagenkilometern — wovon auf den Stadtautobusbetrieb 1,326,259 km entfallen — eine Gesamtfrequenz von 61,372,385 Personen, was gegenüber dem Vorjahr einem Plus von 1,4 Mill. Fahrgästen entspricht. Mit 13,072,813 Fr. übersteigen die Gesamteinnahmen jene des nämlichen Zeitraumes 1937 um 265,897 Fr. Pro Wagenkilometer ergibt sich daraus ein Erlös von 86,03 Rp. gegen 83,30 Rp. im Parallelabschnitt des letzten Jahres. Gleichzeitig gingen die Betriebsausgaben von 10,082 auf 9,961 Mill. Fr. zurück, woraus ein Ueberschuss der Betriebseinnahmen von 3,111,779 Franken resultiert Damit stellt sich der Abschhiss um 387,527 Fr. besser als 1937. Aus den Betriebseinnahmen sind für Verzinsungen, Amortisationen, Einlagen usw. nach dem Voranschlag für das Jahr 1938 insgesamt 4,209 MilL Fr. aufzubringen. Ein Verlustgeschäft bedeutet nach wie vor der Ueberland-Autobusbetrieb, selbst wenn der Ausgabenüberschuss sich gegenüber dem Vorjahr bisher um mehr als die Hälfte vermindert hat. Bei 199,837, Wagenkilometern (gegen 215,272 im Jahr 1937) wurden 262,983 (272,385) Personen befördert. Dieser Frequenzschwund spiegelt sich auch in den Gesamteinnahmen, die von 73,428 auf 72,184 Fr. zurückgegangen sind, währenddem der Posten Betriebsausgaben allerdings zugleich von 102.855 auf 83,850 Fr. reduziert und damit der Ausgabenüberschuss von 29,427 auf 11.666 Fr. gesenkt werden konnte. ;vwTaj£a.FL5ES >&u#«»l um 5 Uhr morgens in einem Zürcher Aussenquartier einen auf der Strasse stehenden Wagen bestieg, um ebenso rasch wie billig nach Hause zu kommen, wiewohl er keine Fahrbewilli?ung besass und auch mit einem Auto nicht richtig umzugehen wusste. Weit kam er jedoch nicht: im Dusel vollführte er auf der Hönggerbrücke zuerst eine beängstigende Zickzackfahrt, um anschliessend in einem Zaun zu landen, wo der Wagen stecken blieb. Mit Schnittwunden im Gesicht setzte der Mann seinen Weg nach Hause fort. Das Bezirksgericht diktierte ihm mit Rücksicht auf den geringen Schaden von 800 Fr. einen Monat Gefängnis zu, wogegen die Staatsanwaltschaft appellierte, weil sie der Meinung war, eine derart unverantwortliche Gefährdung des Strassenverkehrs durch einen betrunkenen Auto- verdiene einen schärferen Denkzettel. Und Tauernkette mittels zweier Tunnels von 7lenker resp. 8 km Länge projektiert. Durch einen das Obergericht folgte dieser Auffassung: sechs Monate Gefängnis lautete sein Urteilsspruch. Gleichzeitig wurde die kantonale Polizeidiretion über den solchen Bau wird beabsichtigt, vor allem die kärntner- und steiermärkischen Gebiete, insbesondere im Winter stärker zu erschliessen. urteilten je eine Fahrbewilligung ausgestellt werde, Fall verständigt, um zu verhindern, dass dem Ver- Dadurch dass es in Zukunft möglich sein ein Vorgehen, dem wir nur vorbehaltlos zustimmen können, denn solche Elemente haben am Lenkrad wird, München von Klagenfurt aus in vier eines Automobils nichts zu suchen und bringen Stunden zu erreichen, an Stelle des bisherigen Winterumweges von 700 km gegenüber Stand der Automobilisten, unter denen die anstän- durch ihr unqualifizierbares Verhalten den ganzen der 250 km langen Luftstrecke, ergeben sich aus der Verwirklichung dieses Projektes nicht nur neue touristische Entwicklungsmöglichkeiten, sondern es dürften damit in erster Linie militärische Belange erfüllt werden. Wie die Ereignisse der letzten Monate gezeigt haben, sind die deutschen Autostrassen vornehmlich für die Landesverteidigung bestimmte Einrichtungen. Ein Blick auf die Karte genügt, um zu zeigen, dass eine wintersichere Verbindung zwischen Tirol, resp. Salzburg und Kärnten im System der deutschen Autostrassenpolitik ein unbedingtes Erfordernis darstellte. digen, korrekten Fahrer weit überwiesen, in Misskredit. An gesetzlichen Handhaben, derartigen Anarchisten des Strassenverkenrs für immer das Handwerk zu legen, herrscht kein Mangel, statuiert doch Art. 9 des MFG als Ausschlussgründe für die Erteilung des Fahrausweises nicht nur Trunksucht, sondern ganz allgemein auch andere Momente, welche nach Ueberprüfung durch die Bewilligungsbehörde den Bewerber als ungeeignet erscheinen lassen und worunter auch sittliche Mängel zu verstehen sind. Kasimir Edschmld: Auto-Reisebuch. Der Verlag Wittich in Darmstadt brachte kürzlich ein Auto-Reisebuch über lohnende Fahrten durch die Gaue des alten Reichsgebietes heraus. Dieses Buch will nicht ein ausgesprochener Autoführer sein und verzichtet daher auf eine systematische Anordnung von Ortsbeschreibungen, eingehende Karten usw. Vielmehr wurde hier der reizvolle Weg beschritten, lohnende Fahrten in ihrem Zusammenhang zu besprechen. Als Grundlage für diese Fahrten wurden in erster Linie die grossen deutschen Flusstäler benützt, durch die der Leser mit anmutigen Beschreibungen geführt wird. Durch die in unterhaltendem Ton geschriebenen Beschreibungen kommt das Buch auch für den als Lektüre in Betracht, der die Gebiete ganz allgemein kennenlernen will, ohne sie selbst in absehbarer Zeit mit dem Auto zu befahren. Neue Grieben-Bände. «Rhein, kleine Ausgabe», von Düsseldorf bis Frankfurt/M 163 Seiten. RM. 2.25. «Düsseldorf und Umgebung» mit Ausflügen in das Bergisrhe Land und Angaben für Autofahrer. 66 Spiten. RM. 1.25. «Essen und Umgebung». 61 Seiten. RM. 1.50. «Frankfurt a. M. und Umgebung». 80 Seiten. RM. 1.— Die Gliederung dieser 4 Bände stimmt fast vollständig überein. Auf die einleitenden Abschnitte folgen die praktischen Vorbemerkungen über Unterkunft und Verpflegung, Verkehr, Unterhaltung usw. Einer übersichtlichen Zusammenstellung der Sehenswürdigkeiten schliesst sich dann eine eingehende Führung durch die Stadt in mehreren Rundgängen an. Zum Schluss kommen jeweils mehrere Ausflüge in die Umgebung. Ausser einer Anzahl von Abbildungen ist den Führern ein genauer Stadtplan und eine Karte der Umgebung beigegeben. Montag den 7. bis Samstag den 19. November 1938. Während dieser Zeit können sämtliche Strassenbenützer ihre Scheinwerfer kontrollieren und einregulieren lassen. Automobilisten und Motorradfahrer, ebenso wie Radfahrer, Fuhrleute und sogar Fussgänger, sind sich darüber im klaren, dass die Sicherheit der Strasse nach wie vor unter der «Blenderei» leidet An Bemühungen, dieser Gefahr Herr zu werden, hat es nicht gefehlt, wobei wir nur an die vom ACS im Jahre 1932 schon durchgeführte Scheinwerferprüfungswoche erinnern, der zwar ein ausgezeichneter Erfolg beschieden war, die aber auch bewies, dass gerade hier die Dinge noch sehr im argen liegen. Freilich weiss das Ausland von noch schlimmeren Beobachtungen und Erfahrungen zu berichten. So hat es sich beispielsweise bei den durch den Automobile-Club du Midi vom Januar bis April dieses Jahres organisierten Scheinwerferkontrollen herausgestellt, dass sich von einem Total von 3499 Scheinwerfern nur 223 wirklich in einwandfreiem Zustand befanden. Daran gibt es nichts zu tippen: die grosse Mehrheit der Scheinwerfer, in deren Bereich der Strassenbenützer gelangt, genügt den Anforderungen an eine richtige Einregulierung nicht Allein, das ist es eben: die Fahrzeugbesitzer nehmen sich nur ganz ausnahmsweise einmal die Mühe, diese Mängel zu beheben. Zugegeben freilich: die praktische Durchführung der Prozedur stiess insofern auf gewisse Hemmnisse, als man dafür bisher auf die Nachtzeit angewiesen war. Dadurch vermindert sich natürlich die Anzahl der nutzbaren Stunden, ganz abgesehen davon, dass es die Fahrzeugbesitzer nicht %ben besonders schätzen, sich des Abends irgendwohin begeben zu müssen, um hre Beleuchtungsanlage in Ordnung bringen zu lassen. Um so grössere Anerkennung verdient der Entschluss des ACS, das Problem der Kontrolle und der Regulierung der Scheinwerfer dieses Jahr neuerdings in Angriff zu nehmen und diesen Gedanken unverzüglich in die Tat umzusetzen. Vom Montag, den 7. bis Samstag, den 19. November 1938, führt er deshalb eine Scheinwerferaktion durch, in deren Rahmen sich jedem Automobilisten oder Motorradfahrer, gleichgültig ob er dem Club angehöre oder nicht, die Möglichkeit öffnet, sein Fahrzeug an einer bestimmten Stelle vorzuführen, um es, völlig kostenlos Bütherlisch Die Scheinwerfer-Kontrollwochen des ACS. für ihn, auf seine Scheinwerfer, auf deren einwandfreies Funktionieren und die Uebereinstimmung mit den gesetzlichen Vorschriften hin untersuchen und sie gratis einregu- Heren zu lassen. Mit der eigentlichen Prüfung befassen sich die Sektionen und Ortsgruppen des Clubs. Nicht dass der Fahrzeugführer genötigt wäre, einen Abend dafür zu reservieren, denn die Neuerung der Aktion besteht gerade darin, dass die Prüfung nunmehr auch am Tage vorgenommen werden kann. Das Mittel dazu bietet die Verwendung eines besonderen Apparates, « Regloscope » genannt, der sich im Ausland bereits bewährt hat. Im übrigen legt der ACS Gewicht auf die Feststellung, dass er keineswegs beabsichtigt, die Spezialfirmen der Beleuchtungsbranche irgendwie zu konkurrenzieren, vielmehr will er ihnen gerade Gelegenheit geben, den neuen Apparat in Tätigkeit zu sehen. Er wird sich daher auf eine Kontrolle der Richtung der Scheinwerfer bei Fernlicht und beim Abblenden beschränken und eine Regulierung nur insofern vornehmen, als sie sich durch eine einfache Aenderung der Stellung des Scheinwerfers erreichen lässt. Im übrigen erhält jeder Motorfahrzeugbesitzer, dessen Scheinwerfer bei der Prüfung als gut befunden werden und deren Einstellung nichts zu wünschen übrig lässt oder die sich durch eine einfache Aenderung regulieren lassen, eine Bescheinigung ausgestellt, womit er sich gegebenenfalls gegenüber den Behörden bis zu einem gewissen Mass legitimieren kann. Selbstverständlich reicht aber eine einmalige Regulierung nicht für alle Ewigkeit aus; verschiedenerlei Ursachen können Nachstellungen erforderlich machen, unter denen als häufigste die Gewohnheit erwähnt sei, den Wagen an den Scheinwerfern zu schieben. Jenen Automobilisten und Motorradfahrern, deren Beleuchtungsemrichtung bei der Kontrolle selbst sich nicht kurieren lässt, kriegen einen Zettel in die Hand gedrückt, worin die Vorführung des Fahrzeugs bestätigt und der Eigentümer an den Spezialisten verwiesen wird. Touristik-Bulletin des A.C.S. vom 21. Oktober 1938. Noch immer alle Pässe schneefrei. Alpenstrassen: Die schweizerischen Alpenstra«- sen sind durchwegs noch schneefrei und ohne Schneeketten passierbar, so vor allem; St. Gotthard, Simplon, Julier, Flüela, Albula, Bernina, Grimsel, Furka, Grosser St-Bernhard, Oberalp, San Bernardino, Lukmanier und Klausen. Es ist jedoch ia nächster Zeit mit der Schliessung der höher gelegenen Paßstraesen zu rechnen, so dass bei Alpenstrassenfahrten das Mitführen von Schneeketten unerlässlich ist In Deutschland, Italien und Frankreich sind ebenfalls noch sämtliche Alpenpässe schneefrei. Strassenwesen: Julierstrasse. Die Korrektionsarbeiten an der Julierstrasse im Abschnitt Tiefencastel-Silvaplana sind für das Jahr 1938 beendet, so dass der Fahrverkehr wieder ungehindert möglich ist. Die Strasse hat nun eine durchgehende Fahrbahnbreite von 6 m. Die Belagsarbeiten werden im Jahre 1939 zu Ende geführt. Gotthardstrasse. Die Bauarbeiten an der Gotthardstrasse im Abschnitt Airolo-Brüggloch (Kantonsgrenze Tessin/Uri) sind bis Frühjahr 1939 eingestellt. Auch die Korrektionsarbeiten auf der Strecke Airolo-Faido sind, mit Ausnahme einer kleineren Baustelle im Dorfe Ambri, beendet An der Staatsstrasse Zürich-Bern werden zwischen Murgenthal-Bäriswil (Kt. Bern) Korrektionsarbeiten durchgeführt, wodurch der Strassenverkehr erschwert ist. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich noch bis ca. Mitte November; die Baustellen sind vorsichtig zu befahren. Walenseestrasse. Wegen Sprengarbeiten ist die Walenseestrasse zwischen Mühlehorn-Murg-Mols werktags in der Zeit von 9—10, 13—14 und 16 bis 16.30 Uhr bis auf weiteres für allen Verkehr gesperrt. Strasse Vitznau-Gersau im Abschnitt Luzerner Grenze bis «Forst» Gersau bis auf weiteres für sämtlichen' Fahrverkehr gesperrt. Verkehrsumleitung erfolgt über Küssnacht-Arth-Goldau-Seewen- Brunnen und umgekehrt. Der Zufahrtsverkehr Küssnacht-Weggis-Vitznau resp. Brunnen-Gersau wird von der Sperrung nicht betroffen. Die Sperrung wird aufgehoben jeweilen von Samstag 16.00 bis Montagmorgen 7.00 Uhr, sowie an Feiertagen. Strasse Moutier-Court (Berner Jura) wegen Bauarbeiten noch bis auf weiteres gesperrt. Verkehrsumleitung über Tavannes-Bellelay-Moutier oder Bellelay-Delsberg. Frankreich/Passvorsehriften. laut Dekret der französischen Regierung sind für den Grenzübertritt nach Frankreich neue, verschärfte Passvorschriften für Ausländer erlassen worden. Immerhin sind die Vorschriften für Schweizer unverändert geblieben, d. h. dass Schweizerbürgern, die für weniger als zwei Monate nach Frankreich reisen, die Einreise gestattet ist, auch wenn deren Pass nicht mehr als fünf Jahre verfallen ist. Automobilisten können auch an Stelle des Reisepasses ihren Führerschein vorweisen. SEKTION ZÜRICH. Im Auto quer durch Asien. Hans Leuenberger, der kühne Autoreisende, konnte mit seinem Filmvortrajr «Im Auto (tuer durch Asien », den er am 16. Oktober im Rahmen einer Filmmatine'e der Sektion Zürich des A. G. S. im Apollo-Cinema in Zürich hielt, einen vollen Erfolg buchen. Ueber 1300 Personen hatten sich eingefunden, um an Hand des Films und der begleitenden Erklärungen des Referenten viel Interessantes und Wissenswertes von dieser Monstre-Autoreise von Bern nach Peking zu hören und mitzunehmen. Leuenbergers Film und Vortrag wollen nicht mit zweifelhaften Sensationen aufwarten, sie vermitteln vielmehr ein ernstes, dafür aber wahres Bild von den wirklichen Verhältnissen der bereisten Länder. Der Zürcher Vortrag dürfte den Appetit für weitere Berichte von der Asienreise Leuenbergers gereizt haben, war es doch nicht möglich, in den anderthalb Stunden ein einigermassen lückenloses Bild von dieser Monstrefahrt zu entwerfen. Wer nach weiteren Details von dieser Forschungsreise gelüstet, wird sie — und vieles andere dazu — in dem im Verlag Hallwag erschienenen, reich illustrierten Werk von Hans Leuenberger: «Seltsames Asien» finden, das zu den interessantesten Reisebüchern der Neuzeit zählt. V VEREINIGUNG STAATU GEPR. AUTOFAHRLEHRER DER SCHWEIZ (V. A.S.) SEKTION ZÜRICH. Donnerstag, den 27. Oktober 1938, findet punkt 20.30 Uhr im Restaurant «Franziskaner», Niederdorfstrasse 1, Zürich 1, eine Verbandsversammlung statt Traktanden: 1. Appell; 2. Protokoll; 3. Bericht des Kassiers; 4. Bericht über das Theorielokal; 5. «Das Verhältnis zwischen dem Fahrlehrer und seinem Schüler», Referat von Th. Meier; 6. Wichtige Mitteilungen; 7. Die Krise im Fahrlehrerberuf (Beschlüsse); 8. Diversa. Der Vorstand. *«K Je A. C. S- dei V« i«l

,Automobil-Revüe" — Nr. 86 BERN, Dienstag, 25. Oktober 1938 Möglichkeiten im Ersatzteilhandel In manchem Betrieb spielt der Ersatzteilhandel die Rolle des Aschenbrödels. Allerdings nicht etwa in dem Sinn, dass seine Einnahmen weniger geschätzt würden als z. B. der Ertrag der Werkstatt; denn schliesslich ist sich jeder Geschäftsmann bewusst, dass «die Franken alle gleich rund sind, woher sie auch kommen mögen ». Aber man glaubt, dass sich dieser Geschäftszweig • kaum forcieren Hesse und hält es nicht der Mühe wert, mehr Zeit und Geld darauf zu verwenden, als es der selbsttätige Gang der Dinge nun einmal fordert. Natürlich ist man für alle Kundenansprüche eingerichtet, die normalerweise auftreten. Man verfügt auf alle Fälle über ein gewisses greifbares Lager; vielleicht belegt es einen speziellen Raum, vielleicht ist sogar ein besonderer Angestellter mit der Führung betraut, dessen Kenntnisse und Erfahrungen ihm erlauben, jede Anfrage sachgemäss zu behandeln und mit speditivem Eifer zu erledigen. Darüber hinaus wird alles weitere aber als überflüssig und unrentabel betrachtet, denn schliesslich — so sagt man sich — kann kein Tellerrad ersetzt werden, bevor es ausgelaufen oder gesprungen ist, und der Umsatz an Hinterachsen lässt sich künstlich nicht vermehren, wenn man nicht gerade nächtlicherweise mit dem Vorschlaghammer etwas nachhelfen will. So gegeben es scheinen mag, dass eine Umsatzsteigerung — der Nervus rerum einer Ertragsverbesserung — ganz ausserhalb dem Willensbereich des Einzelnen liegt, so wenig kann sich der initiative Chef damit zufrieden geben, mitverschränkten Armen der Entwicklung des Geschäfts zuzusehen. Hand aufs Herz! Wenn Sie je den Versuch gemacht haben, in scheinbar aussichtslosen Situationen neue Einnahmequellen zu erschliessen, entdeckten Sie letzten Endes nicht immer wieder Möglichkeiten, an deren Existenz Sie früher im Traum nicht gedacht hätten! Allerdings kamen Sie auf die neue Idee nur dank einer grossen Dosis Hartnäckigkeit und Ausdauer. Autohändler tut seinen Sohn 18 Mein lieber Sohn! Du hast Dich also durch einen Eurer Kunden nach allen Regeln der Kunst ins Bockshorn jagen lassen dadurch, dass er Dir auf jede Deiner Behauptungen irgendeinen, wenn auch noch so fadenscheinigen Einwand machte, und nachher schnurstracks zu Deinem Chef gefahren ist, um das Geschäft direkt abzuschliessen. Bei Deiner Rückkehr von der Besuchstour hat Dich Dein Vorgesetzter mit einem verschmitzten Lächeln empfangen, Dir den unterschriebenen Verkaufsvertrag vor die Nase gehalten und dazu belustigt von dem Spiel berichtet, dass der Kunde mit Dir getrieben hat Nimm solche Fälle nicht tragisch, um so mehr als Dich diese Käuferlaune weder Deine Kommission, noch den Eintrag in die Umsatzstatistik gekostet hat. Ich glaube nämlich nicht einmal, dass der Kunde so gehandelt hat, weil er irgendwie Lust verspürte, Dich am Gängelband herumzuführen. Viel eher vermute Ich, dass er die in jungen Jahren meist noch nicht sehr hieb- und stichfeste Gleichmut Auch der Ersatzteilhandel bietet solche Möglichkeiten, und zwar brauchen Sie nicht einmal zuerst geschaffen, sondern nur entdeckt zu werden — Möglichkeiten, die auf dem immer wieder erwähnenswerten Eezept von der Leistung im Interesse des Kunden basieren. Das Durchschnittsalter der Personenund Lastwagen in der Schweiz dürfte 7 vielleicht 8 Jahre betragen, d. h. dass ebensoviele 12 und mehr Jahre alte Vehikel zirkulieren, wie in den letzten zwei oder drei Jahren zugelassen wurden: rund 20,000 Wagen. Es darf weiter angenommen werden, dass sich diese Vehikel noch in einwandfreiem Verkehrszustand befinden, da sie ja durch die Polizei auf der Strasse zugelassen werden. Aber viele dieser Wagen haben den einen oder anderen Fehler. Bei einem schliesst ein Auspuffventil nicht mehr richtig und nimmt dem Wagen einen Teil seiner Beschleunigung — die gerade im neuzeitlichen Verkehr von grosser Bedeutung ist. Beim andern ist ein Kardangelenk ausgelaufen und lässt der Welle viel zu viel Spielraum; beim dritten sollte die Lenkspindel ausgewechselt werden, weil der Wagen von 50 km/St. Geschwindigkeit an einen unangenehmen und nicht ungefährlichen Shimmy aufweist, usw. — Ihre Besitzer geben sich allerdings meistens über diese Unzulänglichkeiten keine Rechenschaft. Die vorhandenen Nachteile sind ganz allmählich entstanden; die Fahrer haben sich nach und nach daran gewöhnt und nehmen sie nun hin, wenn sie ihrer überhaupt gewahr werden, mit der Begründung, dass man « von einem so alten Wagen eben nichts mehr erwarten ans diesen oder jenen Beweggründen auf die Probe stellen wollte. Jeder Automobilverkäufer tut gut, sieh von Zeit zu Zeit einige grundlegende Wahrheiten nnd Tatsachen in Erinnerung zu rufen, deren Auswirkung im Getriebe der täglichen Routine allzu leicht übersehen werden. Die erste dieser Wahrheit ist die, dass der Kunde wohl uns, wir aber nicht ihn entbehren können, was nichts anderes heisscn will, als dass er den Ton bestimmt, solange er es in der Hand hat, die zu kaufende Marke und damit die Verkaufsfirma nach Belieben auszuwählen. Eine zweite besteht darin, dass die «Einwandsucht » gewisser Kunden letzten Endes gar nicht einem eigentlichen Widerspruchsgeist entspringt, sondern eine unbewusste Reaktion auf gemachte Lebenserfahrungen darstellt. Wir Menschen sind in unserm Gefühlsleben der Mitwelt gegenüber viel mehr, als wir es für möglich halten, das getreue Spiegelbild der Hemmungen und Komplexe, welche die Stösse im Alltagsleben nach und nach in uns geschafft haben. Wie gesagt, ich kenne den fraglichen Kunden nicht und bin deshalb ganz auf Mutmassungen angewiesen. Ist es nicht jemand, der, wie wir, mitten im täglichen Auf und Nieder des Verkaufs steht und darum ebenfalls fortdauernd die verschiedensten «Püffe» zu ertragen hat. Jemand, der darum bei Dir als eine Selbstverständlichkeit voraussetzt, die gleiche Langmut nnd Unempfindlichkeit anzutreffen, die seine Kunden ron ihm erwarten? dürfe ». Wenn es nun gelingt, den Wagenbesitzer TOH der Unrichtigkeit seiner Ansicht zu überzeugen, so ist damit auch die Möglichkeit geschaffen, nicht nur den betreffenden Ersatzteil zu verkaufen, sondern gleichzeitig auch noch die Montagearbeiten durchzuführen, also zwei neue Verdienstquellen zu erschliessen. — Allerdings heisst es da, zuerst einige organisatorische Massnahmen zu treffen, denn auch der Ersatzteilhandel hat seine Tücken für den, der sich ohne jegliche Hemmungen darin austoben möchte. Bereits in unserer Nummer vom 31. Mai haben wir unter dem Titel «Wo steckt das Kapital» über die finanzielle Seite des Ersatzteilhandels berichtet. Ein weiterer wichtiger Punkt bildet die Spezialisierung auf eine bestimmte Marke oder Markengruppe, die es ermöglicht, das Ersatzteillager recht vielfältig zu gestalten, ohne dass dasselbe einen zu grossen Umfang annimmt. Auch dafür muss selbstredend gesorgt sein, dass allfällig nicht vorhandene Teile auf schnellstem Wege von einer andern Firma bezogen werden können. Der nächste Sehritt besteht nun darin, mit den Besitzern der betreffenden Wagenmarke den richtigen Kontakt zu finden, denn es ist nicht nur wichtig, den Kunden bedienen zu können, sondern auch dafür zu sorgen, dass er sich im Bedarfsfall an das Vorhandensein des Lagers erinnert. Zu diesem Zweck verschaffen wir uns einmal die Adressen aller jener Wagenbesitzer, die in unserem Arbeitsgebiet wohnen. Dann wenden wir uns brieflich oder telephonisch an sie — vorzugsweise schriftlich. Wir tun dies aber nicht etwa einfach mit einer Geschäftskarte: «A. Meyer, Garage zum Bären, empfiehlt sich für die Lieferung aller Ersatzteile für die Jacinto-Modelle ab 1920 »; auch senden wir nicht einfach ein Brieflein mit der Mitteilung, dass « wir nun das erwähnte Lager unterhalten und er sicher diesen oder jenen Bestandteil notwendig hätte ». Wir drehen die Sache im Gegenteil so, dass sie gerade für den *a-..... Briefempfänger von besonderem Interesse ist: «Sehr geehrter Herr Müller! Vor kurzem brachte mir einer meiner Kunden seinen Jacinto 1923, um einige kleine Reparaturen vornehmen zu lassen. Eine oberflächliche Kontrolle zeigte sofort, dass verschiedene Teile des Wagens ihre Aufgabe nicht mehr zu erfüllen vermochten, ohne dass diese Nachteile besonders aufgefallen wären. Ich schlug meinem Kunden deshalb vor, die am stärksten abgenützten Stücke aus meinem Speziallager zu ersetzen. Nachdem die notwendigen Arbeiten vorgenommen waren, zeigte er sich von der bedeutend verbesserten Leistungsfähigkeit seines Wagens nicht nur überrascht, sondern hocherfreut. Es gibt noch weitere Kategorien von Käufern, die Dir durch ihr unangenehmes Wesen so lange auf die Nerven gehen, bis Dn begriffen hast, dass ihre Handlungsweise ganz andern Gründen entspringt als einem gehässigen und zum Widerspruch neigenden Wesen. Hast Du, der Dir das Prinzip des Kundendienstes in Fleisch und Blut übergegangen ist, anlässlich eines Einkaufs in irgendeinem Laden nicht schon selbst eine Ungeduld und Empfindlichkeit an den Tag gelegt, die Dir im Grunde unerklärlich waren, nur deswegen, weil die Bedienung Deinen in jenem Moment hochgestellten Erwartungen nicht entsprach? Dabei ging es Dir keineswegs darum, dem oder der bedienenden Angestellten irgendwelche Schwierigkeiten zu machen, sondern das Prinzip des Kundendienstes, das einer der wichtigsten Grundsätze der modernen Verkaufskunst bildet, angewendet zu sehen. In der gleichen Richtung, nur noch viel ausgeprägter, liegt der Fall, wenn ein Automobilist, der Tag für Tag im Verkauf den Anforderungen des Kundendienstes gerecht zu werden hat, einmal zum Käufer wird und in die Lage kommt, einem Automobilhändler einen vieltausendfränkigen Kaufsvertrag zuzuhalten. Selbst wenn er scheinbar alle möglichen Einwände und Schwierigkeiten macht, so denkt er trotzdem im entferntesten nicht daran, auf den Kauf zu verzichten. Die Handlungsweise der dritten Kategorie ist allerdings schon etwas schwieriger zu verstehen, wenn auch sie sich ganz Es kommt vielfach vor, dass bei älteren Wagen die Leistungsfähigkeit eine bedeutende Einbusse erleidet, weil einzelne Teile ihre Aufgabe nicht mehr zweckmässig erfüllen; oft genügten kleinere und keineswegs kostspielige Arbeiten, um ihnen jene Leistungsfähigkeit wiederzugeben, die jeder Automobilist an seinem Wagen zu schätzen weiss. Ich möchte Ihnen deshalb den Vorschlag unterbreiten, mir Ihren Wagen bei Gelegenheit zwecks Ueberprüfung zuzuführen. Eine Verpflichtung entsteht Ihnen keineswegs; sollte sich zeigen, dass die Vornahme dieser oder jener Arbeit empfehlenswert wäre, so würde ich Ihnen die daraus entstehenden Kosten vor Ihrer Zusage devisieren. Da ich über ein grosses greifbares Ersatzlager für alle Jacinto-Modelle verfüge, können alle Manipulationen in einem Minimum von Zeit erledigt werden. Genehmigen Sie...» Glauben Sie nicht, dass manche Besitzer alter Wagen einer solchen netten und freundlichen Einladung Folge leisten? Oder dass sie sich daran erinnern, sobald ihr Wagen irgendwelche Schwächen zeigt? Die Möglichkeiten sind damit aber noch nicht erschöpft. Verschiedene Marken haben im Laufe der Jahre das eine oder andere Modell herausgebracht, bei dem gewisse Teile nach einer bestimmten Lebensdauer vorzeitige Schwächen aufweisen, sei es die Hinterachse, die Brennstoffpumpe, die Ventilfedern, der Anlasser oder irgend etwas anderes. Wiederum gelangen wir schriftlich an die Eigentümer dieser Modelle, die wir darauf aufmerksam machen, dass dieser oder jener Teil bei uns stets greifbar vorhanden ist, für den Fall, dass er gelegentlich die prompten und zuverlässigen Dienste eines Spezialisten in Anspruch nehmen würde. Der Einfachheit halber legen wir eine Karte bei, auf der er nur noch seine Adresse einzusetzen braucht. Glauben Sie nun, dass sich auch im Ersatzteilgeschäft eine schöpferische Initiative lohnt, um so mehr als es kaum ein anderes gibt, dessen Ertrag in erster Linie durch einen vermehrten Umsatz verbessert werden kann! auf natürliche Ursachen zurückführen lässt. Dazu gehört ein Teil jener Kundschaft, die von Anfang an ein arrogantes Auftreten an den Tag legt nnd dabei den Eindruck erweckt, als ob sie kraft des Geldbeutels ihre Machtstellung schwelgerisch geniessen möchte. Dabei ist ihr Beweggrund alles andere als Ungezogenheit oder Unerträglichkeit, sondern ganz einfach die Angst, « über die Ohren gehauen zu werden ». Um dieser Gefahr zu entgehen, umgeben sie sich mit dem Nimbus der Unnahbarkeit nnd verbergen dahinter ihr kleinmütiges Herz, das der Kraft entbehrt, im freien und offenen Verkehr von der Leber weg seine Interessen zu verfechten. Es ist dies jene < Kompensation » des Angstbewusstseins, das hie nnd da einen Menschen sogar zum Verbrecher macht, trotzdem er sonst keinem Tier ein Haar zu krümmen vermöchte. Verkäufer sein heisst, die Menschen kennen und hinter ihren äusseren Verputz schauen lernen. Je besser Dn anf den Grund ihres Wesens siehst, desto eher wird es Dir möglich sein, die ihnen wohltuende Atmosphäre zu schaffen, aus der das Vertrauen und der Mut zum Handeln erwächst. Je mehr Du den Menschen kennenlernst, desto mehr werden diese Fehler und Unzulänglichkeiten zur Bedeutungslosigkeit herabsinken, desto mehr Erfreuliches wirst Dn hinter all den verschiedenartigen Gesichtern entdecken, nnd desto mehr wird Dir auch der Beruf des Verkäufers innere Befriedigung bieten. 0 Dein Vatw