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E_1939_Zeitung_Nr.054

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Womit freilich nicht

Womit freilich nicht etwa gesagt sein soll, dass in erster Linie auf ihre eigene Sicherheit abgesehen haben. Sie machen es sich bequem und verlangen von dem auf der öffentlichen Strasse zirkulierenden Verkehr Sorgfalt und Aufmerksamkeit, •währenddem umgekehrt diese Pflicht vorweg bei ihnen läge. Glaubt man darum schon, nicht ohne Vorsichts-Signaltafel oder ohne die erwähnte Aufschrift auskommen zu können, dann wäre es unseres Erachtens richtiger, sie derart zu placieren, dass der warnende Schild oder die Beschriftung nicht den Benutzern der Strasse, sondern jenen der Ausfahrt gilt Sie nämlich können den Verkehr stören oder gefährden, sie haben also zu allererst Vorsicht walten zu lassen, an sie hat sich deshalb auch der Ruf «Achtung, Ausfahrt!» vorab zu wenden. Bei der heute üblichen Art ihrer Anbringung jedoch bedeuten diese. Zeichen der Warnungen eine nicht geringe Zumutung an die Strassenbenützer und sind geeignet, die Ungestörtheit des Verkehrsflusses zu beeinträchtigen, die zu sichern die Signalordnung gerade dadurch zum Ziel setzt, dass sie die Postierung von Signalen auf das absolut unerlässliche Mass limitiert Auf Vorkehren zur Sicherung von Ausfahrten braucht man bei alledem keineswegs zu verzichten. An Mitteln dafür, die bei aller Wirksamkeit doch nicht mit den oben geschilderten Mängeln behaftet sind, fehlt es nicht. Nachahmung verdient da z. B. die Idee, beim Einfall der daragenausfahrt auf die Strasse einen Spiegel anzubringen, der einen Ueberblick über alles gewährt, was auf der Fahrbahn kreucht und fleucht. Es geht auch so, und diese Lösung berührt erheblich sympathischer als die im Grunde genommen doch etwas anmassenden Täfelchen und Schilder «Achtung, Ausfahrt!». S«k Die schweizerischen Treibstoffimporte. Im Monat Mai 1939 wurden insgesamt 170 778 q Benzin importiert, oder 13392 q weniger als in der entsprechenden Vorjahresperiode. Trotz diesem merkbaren Rückschlag stellt sich die Mehremfuhr von Benzin in den fünf ersten Berichtsabschnitten des laufenden Jahres gegenüber Januar bis Mai 1938 auf 41 102 Q. Im Mairückschlag widerspiegelt sich zweifellos die aus außenpolitischen Gründen bedingte Stagnation des Fremdenverkehrs, die nicht zuletzt auch den internationalen Autotourismus erfasst. Recht unbedeutend sind die Importmemgen von Petroleum zum Antrieb von Motorfahrzeugen, betragen doch diese im Monat Mai F E U I L L E T O N Rätsel um Murlei. Roman von Johann Friedrich. 47. Fortsetzung. « Gelernte » Berufsfahrer. In Deutschland ist zur Zeit eine Bewegung im Gange, die darauf hinzielt, das Berufsfahrertum zu einem gelernten Gewerbe um~ zugestellten. Die Berufslehre soll aus folgenden Abschnitten bestehen: 1. Etwa einjährige Ausbildung als «Verkehrslehrling*; 2. halbjährige Ausbildung als Automonteur; 3. einjährige Dienstzeit als Motorfahrer. Darauf erfolgt die Zulassung als Berufsfahrer oder «Verkehrsgehilfe». Nach fünf- bis zehnjähriger Tätigkeit und einwandfreier Führung könnte der Fahrer dann zur «Meisterprüfung» zugelassen werden. 95 % Wagen zu geschäftlichen Zwecken. Wenn man einer vor kurzem veröffentlichten französischen Statistik Glauben schenken darf, so werden von den 2 268000 in in Frankreich zugelassenen Motorfahrzeugen 95% zu gewerblichen und geschäftlichen Zwecken benützt. Lediglich 5% dienen Vergnügungs- und touristischen Zwecken. In den USA ist eine Einrichtung patentiert worden, die automatisch alle Fenster des Wagens schliesst, sobald die Türen verriegelt werden. 1939 nur 193,7 q gegenüber 961,8 a in der vorjährigen ParaHelperiode. Diese Treibstoffkategorie verzeichnet bis Ende Mai im Vergleich zu den ersten fünf Monaten des Vorjahres einen Importrückschlag von nicht weniger als 3209 q. Ebenfalls rückläufig ententwickelten sich im 5. Berichtsabschnitt die Importe von Petroleumsurrogaten.' Eingeführt wurden 391 Captain Black gibt es auf, Tatsachen abzuleugnen. Dieser Fremde weiss Bescheid. « Es sind nun zwei Möglichkeiten vorhanden >, fährt Aguillar langsam und überlegend fort. «Entweder ich mache der Behörde hier Anzeige, dann bekommt der Gegner die Munition nicht und Sie erhalten eine Strafe wegen Uebertretun« des, Waffenausfuhrverbotes — » «Sir!» knurrt Captain Black und sieht den Dompteur gefährlich an. Aber der lächelt nur. Ihm kann ein wütender Seemann nicht imponieren. 2>ie Geschichte ezzöMt... Der ersten, am 27. August 1922 ausgetragenen «Klausenbergprüfungfsfahrt» wohnten 10—15000 Personen bei, und etwa 1000 Automobile wurden auf den Parkplätzen gezählt. tZwei Ziffern in der Verkehrsgeschichte des Klausenpasses> — schrieb Bb in der NZZ — denen nichts Aehnliches entgegengestellt werden kann, und die gleichzeitig einep ausserordentlich interessanten Maßstab für das Interesse an derartigen Veranstaltungen abgeben, die für die schweizerische Verkehrspolitik wertvolle Faktoren bilden durften. Die Wohnungsnot in diesen zwei Tagen wurden sehr gross. Die Glarner Hoteliers und diejenigen aus dem Linthtal waren diesem Ansturm gegenüber machtlos und standen unerfüllbaren Wünschen gegenüber, da auch die Hotels auf der einen Seite bis Wallenstadt und auf der andern Seite bis Flüelen belegt waren.> An anderer Stelle heisst es: «Es wäre für einen Statistiker und Volkswirtschaftler eine verdienstliche Aufgabe, einmal in Umrissen auszurechnen, welche Summen dem glarnerischen und urnerischen Fremdenverkehr durch diese Veranstaltung zugeflossen sind, abgesehen von den Fahrgebühren der vielen Automobile für die Benützung des Klausenpasses an diesem Tage.» (Die Glarner verlangten für alle Fahrzeuge bis zum Urnerboden Fr. 4.—, die Urner, welche dem «Hahn> den grösseren Streckenteil ru verdanken haben, zogen pro Auto Fr. 10.—, pro Motorrad 5.— und pro Seitenwagen Fr. 6.— ein,) Fahren wir in der Lektüre der Reportage weiter: «Etwa 40 verschiedene Marken aus europäischen und amerikanischen Fabriken waren vertreten, angefangen bei den kleinen, bescheidenen, zweisitzigen Toufenwägelchen bis hinauf zu den spektakelnden Rennkanonen, die ungewohnten Laien das Gruseln beibrachten, wenn sie donnemei davoneilten... Es waren einige Jourenkanonen' dabei (Anspielung auf nicht reglementsgemässe Tourenwagen), mit Auspuffriesenrohren wie bei einem Torpedoboot, dass man nur wünschen kann, der Himmel möge den schweizerischen Automobilverkehr vor solchen Ungeheuern bewahren, die zweifelsohne mit ihren brüllenden, ratternden, gasund giftverspritzenden Eingeweiden mehr Verstimmun bei der Bevölkerung anrichten als Irgendein Strossen zerquetschender Lastwagen. Die meisten Fahrer fuhren in vollem Sportkostürru Lederkappe, starke Brillen und dicke Handschuhe. Auch die holde Weiblichkeit fuhr zum Teil das Rennen mit, und sogar ein härmloser Dackel wurde von seinem tierfreundlichen Besitzer gezwungen, den Berggalopp mitzumachen, ein nicht gerade passender Witz, der mit Sport wohl nichts mehr zu tun hat. Vielleicht verwandelt sich der Renndackel nächstes Jahr in einen ausgewachsenen Autobernhardiner, der unterwegs, wenn die Fahrt schief geht, als Ballast ausgeworfen werden kann. Es war ein guter Gegenwitz, dass diesem Fahrer bei der Preisverteilung als Trostpreis ein lebendiges Schaf in die Karosserie fiel; der Dackel hatte damit wenigstens Gesellschaft für die Heimreise.» Der Schlußsatz lautete: «Erster Sieger des Tages blieb der Fremdenverkehr; ihm ist neidlos der Triumph zu gönnen, in kritischer Zeit einen Haupttreffer gemacht zu haben.» (Uebrigens stellte der Basler J. Nieth am Volant eines 6 Zyl. Hispano-Suiza mit 21 :43 — 60 km/St, den ersten Streckenrekord auf, das vorläufig letzte Rennen ging am 5. August 1934 in Szene, Caracciola drückte mit einem 4 Liter Mercedes-Kompressor den Rekord auf 15>22,2 «= 83,929 km/St.) « Oder », setzt er seinen Satz kühl fort, < oder Sie, Captain Black, machen das Geschäft, das ich Ihnen anbiete. Uebrigens ein gutes Geschäft. — Es ist Ihnen doch gleich, wer in meiner Heimat siegt, Sabanüfos oder Riveralte ? » «Vollständig! » bekennt der tolle Toby ehrlich. «Na also! loh schlage Ihnen folgendes vor. Sie bringen mich jetzt schnellstens an Bord und verstecken mich dort. Dann kehren Sie hierher zurück, empfangen die Befehle Mister d'Andrades und führen sie auch aus. Mister d'Andrade wird Schiff und Ladung einem Dr. Martinez übergeben. Sie sorgen dann dafür, dass der Abschluss mit Alkohol begossen wird, wie das wohl auch üblich ist, und benutzen die Gelegenheit, Mister d'Andrade, Dr. Martinez und ihre sonstige Begleitung festzusetzen. Ich komme später aus meiner Verborgenheit hervor und Sie bringn die Zanzibar nach Südamerika, was Sie ja in jedem Fall tun irtüssten. nur dass die Munition nicht Sabanillos bekommt, sondern General Riveralta, dessen Vertreter ich bin. — Was sagen Sie dazu ? > « Wo bleibt das Geschäft für mich ? » Die Frage kommt so wie aus der Pistole geschossen, dass Aguillar trotz seiner Erregung lächelt. « Das ist doch klar >, erwidert er sofort. « Sie und nur Sie bekommen die Bezahlung für Schiff und Ladung. Sie brauchen mit niemandem zu teilen. Ausserdem ist Ihnen die Dankbarkeit Riveraltas nach seinem Siege ebenso sicher, wie ein paar Jahre Dartmoor, falls Sie dumm genug sein sollten, meinen Vorschlag abzulehnen. — Es ist höchstens die Frage, ob Sie Ihre Leute fest genug in der Hand haben.» (Fortsetzung folgt.)

NO 54 -• litjtiizit 4 JULI 1939 AUTOMOBIL-REVUE Nationale Gelände- und Orientierungsfahrt und Auto-Ski-Meeting in Gletsch Ton Tscharner (Bern) bei den Amateuren, Kaiser (Zog) bei den Experten in Front — Leutnant Zurlinden Gewinner der Militär konkurrenz — Die Mannschaft der Sektion Montagnes Neuchäteloises holt sich den Sektions-Wanderpreis. Es las Im Charakter dieser Veranstaltung begründet, dass das Reglement bis zur letzten Minute geheim blieb; erst im Moment nach dem Start in Luzern lüftete sich den Konkurrenten das Geheimnis über der Aufgabe, die ihrer harrte. Worin sie bestand? Nun, das Pensum lautete scheinbar höchst einfach: in der Wahl der Strecke zwischen Luzern und Gletsch hatten die Teilnehmer völlig freie Hand, sie konnten und mussten sich ihren Parcours nach eigenem Ermessen ausknobeln wobei lediglich die Einschränkung galt, dass Gletsoh nicht als Durchfahrtsort benutzt, also nicht mehr als einmal angefahren werden durfte. Des Pudels Kern kg indessen in der Formel, wonach sich die Bewertung richtete. Im Bestreben, neue Wege zu suchen und Abwechslung in diese Art von Anlässen zu bringen, hatte die nationale Sportkommission folgender Formel ihre Genehmigung erteilt: Total der erreichten Höhendifferenz in m X 10 zurückgelegte Distanz in km. Auf dieser Basis errechnete sich die rar die Klassierung massgebende Punktzahl. Man braucht durchaus nicht eine Kanone in höherer Mathematik zu sein, um auf den ersten Blick zu erkennen, dass bei solcher Art der Wertung der Faktor Höhendifferenzen entscheidend ins Gewicht fiel, wobei gleichzeitig die Kilometerzahl, das heisst die zurückgelegte Distanz möglichst gering bleiben musste. Gewisse Punkte (Bürgenstock, Rosenlauibad) waren aus der Bewertung zum vornherein ausgeschaltet. Die Kontrolle der Fahrtroute erfolgte durch die Eintragungen im Bordbuch, die indessen entweder der Beglaubigung durch Poststellen oder der Unterschriften von Hoteliers bedurften. 'An sich bot das Reglement in dieser Form für jeden Geschmack etwas, sowohl jenen, denen es die Geschwindigkeit angetan hat, als auch dem ausgesprochenen Liebhaber von Geländefahrten, denn es gewährte einem jeden die Möglichkeit, sich seine Route so auszutüfteln und anzulegen, wie sie ihm, seinen Fähigkeiten und Neigungen eben am besten entsprach. Aber diese Methode der freien Wahl hatte, wie es sich zeigte, auch ihre Schattenseiten, denn die Jagd nach Höhendifferenzen verführte dann und wann zu Privatrennen, was mm nicht unbedingt im Interesse der Sache des Automobils liegt. Im übrigen konnte sich, wie bereits angedeutet, der Individualismus bei der Festlegung der Strecke gründlich austoben. Und tat es auch. Währenddem die einen — unter ihnen auch die Sieger der Amateure und Experten — sich auf eine bestimmte, steile Bergpiste festlegten und sie sozusagen am laufenden Band befahren, um sodann auf dem kürzesten Weg Gletsch anzusteuern, suchten andere ihr Heil darin, dass sie sich eine abwechslungsreiche Route zusammenstellten, durchwirkt mit Abstechern nach hochgelegenen Punkten in Seitentälern und mit Pässen. Ganz Sohlaue schliesslich folgten gemächlich der «Direkten » Luzern - Brünig - Grimsel - Gletsch und landeten damit gar keinen schlechten Platz. Dabei bewegten sich alle diese verschiedenen Lösungsarten durchaus im Rahmen des Reglements, nach dessen Bestimmungen ein jeder nach seiner Fasson selig und Sieger werden konnte. Einzelne Mängel wohnten ihm inne, das darf und muss ausgesprochen werden und wurde es auch von offizieller Stelle. Aber die Gewissheit, man werde zuständigenorts aus den Erfahrungen und Beobachtungen bei der Veranstaltung des vergangenen Sonntags seine Lehren ziehen — ist sie nicht auch ein Gewinn? Sie wird manchen über die Schönheitsfehler hdnwegtrösten, welche der Ausschreibung anhafteten;'die Organisatoren aber mögen sich damit trösten, dass es immer solche geben wird, die mit dem Schicksal hadern, und dass man es schliesslich nicht allen recht machen kann. Aber selbst wenn da und dort vom Appenzellerreoht ausgiebig Gebrauch gemacht wurde, der Stimmung, die über dem Anlass lag, vermochte das keinen Abbruch zu tun. Der Start, der in den Händen der Sektion Luzern des ACS lag — währenddem der Zentralclub für die übrige Organisation verantwortlich zeichnete — vollzog eich auf dem Hof des Dula-Schulhauses in Luzexn. Unter der Leitung der Herren Lareida und Lumpert, Sportkommissäre des ACS und. Herrn Siegwarts, des Sportpräeidenten der Sektion Luzern, wickelten sich die Formalitäten reibungslos ab. Alle vier Minuten wird ein Wagen — es sind übrigens sämtliche 36 Gemeldeten erschienen — auf die Ungewisse Reise geschickt. Unmittelbar vor der Abfahrt erhalten sie das mysteriöse Kuvert mit Reglement, Bordbuch und anderen Zutaten in die Hand gedrückt, geöffnet werden aber darf es erst, wenn die Fahrer auseer Sichtweite sind. Dann wird angehalten, werden Karten konsultiert, Bleistift und Block gezückt, wird gerechnet und getüftelt. Zeit genug steht ja zur Verfügung: sieben Stunden nach dem Start, nicht früher und nicht später, darf die Ziellinie in Gletsch passiert werden, wobei für» jede Sekunde Vorsprung oder Rückstand, mit Au»- nabme einer Toleranz von 6 Sekunden -— je ein Strafpunkt pro Sekunde «winkt>. Gerade eine vertrauenerweckende Miene hat da» Wetter nicht aufgesetzt; schwer und düster braut, das Gewölk um die Berge rings im Kreis, es riecht nach Regen, aber ein paar kleine Spritzer «nd alles, was wir abgakriegt haben. Am" Schieasplatz des eidg. Schützenfestes vorbei streben wir dem Brünig zu, eohalten in Gi*wil einen Halt ein, jodoeh nur um festzustellen, daes die Konkurrenten sehr aparüeh «tröpfeln». Kaum ein halb«» Dutzend rollt binnen zweier Stunden vorüber, die Mehrzahl hat sioh offenbar andere Gegenden, will sagen die Region um das Reusstal, ausgesucht, um dort Punkte zu eam-' mein, obwohl es auch hier, auf der Frutt usw., allerhand zu ernten fttt «Drüben» erhalten dei Zugerberg, die Ibergeregg, der Klausen, Oberalp der Gotthard und die Furka Besuch, um nur die Hauptziele zu nennen, währenddem sich in «unserer» Gegend Abstecher und Seitensprünge nach den umliegenden Höhen, die Südseite des Brünigs und später auch die Grimsel zwischen Guttannen und Passhöhe — der Abschnitt mit der grössten Steigung somit — als recht nahrhaft erweisen. Zwischen imposanten Schneeschluchten hindurch, die beinahe arktisch wirken, klimmen wir im Nebel zur Grimselpasshöhe hinauf, aber auf der Walliserseite empfängt uns lachender Sonnenschein und frei dringt der Blick bis zum Rhonegletsche: hinüber. Am Ziel in Gletsoh klappt die Organi sation untadelig, wie sie dieses Zeugnis denn überhaupt ganz allgemein verdient. Bis zum Torschluss, der auf 18 Uhr festgesetzt ist, treffen alle 36 Gestarteten wohlbehalten ein. Beim Bankett im heimeligen, an Schätzen alter einheimischer Kunst so roichen Hotel Rhonegletscher entbot Herr Aebi, Präsident der Sektion, deren Gruss, wobei sein Willkomm insbesondere dem Zentralpräsidenten Dr. Mende, Herrn Dr. Napp, dem Präsidenten der Nationalen Sportkommission sowie deren übrigen Mitgliedern galt Ein kurzer Rückblick auf die erste schweizerische Alpenfahrt, die vor genau 25 Jahren gestartet wurde, bot ihm Gelegenheit zu einer Betrachtung über die Entwicklung unseres Autosportes und zu einem Vergleich zwischen den damaligen und den heutigen Verhältnissen beim Befahren von Alpenstrassen Zentralpräsident Dr. Mende gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass alle Gestarteten ans Ziel gekommen seien, wenn man sich auch nicht rerade überall eines massigen Tempos beflissen habe. Was das Reglement anbetreffe, so hätte man darin vielleicht eine Bestimmung aufnehmen sollen, welche das wiederholte Anfahren des nämlichen Punktes verbot. Und dann traten Tanz und Geselligkeit in ihre Rechte. Bei den lüpfigen Ländlern der Kapelle Stocker Sepp und beim herrlich mundenden D61e oder Fendant stieg die Stimmung auf beträchtliche Tourenzahl. Der Sonntag. Für die verschiedenen Kombinationswertungen Auto-Ski sah das Programm am Sonntagvormittag einen Abfahrts-Slalom auf dem Mutthorngletscher vor. Ob sich das Wetter wohl richtig verhält? so fragen die Blicke, welche am Morgen die Hänge und Gipfel rings um Gletsch absuchten, sintemalen Bent Mtodeenen Tüagen... titten Htodemen J&cmHstotf. Das überholen, das immer so rasch als möglich erfolgen soll, verlangt vom Motor eine maximale Leistungsfähigkeit. Dieses Maximum sichern Sie sich durch Verwendung von SUPER NOBEX NOBA A.G GENF BASEL gelockt. Von dem, was sie gesehen und erlebt, erzählen sie ebenso begeistert wie die Konkurrenten selbst vom Schnee, den sie getroffen. Im Hotel Belvedere, das gleichfalls' die Hotelier-Dynastie Seiler betreut, trifft sich männiglich, Auto- und Skivolk -* auch Weltmeister Rominger und der ehemalige Schweizer Meister Willy Bernath wie Gritli Schaad, die Schwestern Bertsch usw. sind da — zum Mittagessen, währenddem sich draussen ein mächtiger Autopark staut. Auf i6 Uhr ist die Preisverteilung unten in Gletsch angesagt. In geruhsamer Fahrt geht's wieder talwärts, vorbei an blühenden Alpenrosen, und abermals wie gestern reihen sich vor dem Hotel Rhonegletscher die Wagen. Lob und Preis dem Rechnungsbüro: es hat prompte Arbeit geleistet und ist mit seiner Riesenaufgabe, der Ermittlung der Resultate sowohl der Auto- als auch der Auto- Skikonkurrenzen noch vor der Zeit fertig gewor* den. Die Rangverkündunz. leitete Herr Siegwart, der Sportpräeident der Sektion Luzern des A.C.S. mit einer Ansprache ein, worin er seiner Genugtuung darüber Ausdruck verlieh, dass sämtliche 36 Teilnehmer das Ziel erreicht haben, trotzdem die Fahrer sich selbst und teilweise auch ihre Wagen wenig schonten, was, um zwei Beispiele zu zitieren, daraus hervorgehe, dass die grösste zurückgelegte Strecke 357 km und das Maximum der erreichten Höhendifferenzen 10.777 Meter betrage. Zu den offiziellen Ergebnissen, welche der Leser an anderer Stelle dieser Nummer findet, sei ergänzend noch beigefügt, dass der Gletscherpokal für die beste Leistung in der Gelände- und Orientierungsfahrt" an den Sieger der Experten, Herrn Kaiser (Zug) ging, währenddem der erstklassierte Amateur, Herr v.' Tscharner (Bern), einen Sonderpreis des A.G.S.-Direktionskomdtees entgegennehmen konnte. Mit leeren Händen brauchte, nebenbei bemerkt, keiner nach Hause zurückzukehren, wurden doch' auch jene, die neben die Preise geraten, mit einer gediegenen Erinnerungsgabe in Form einer kleinen Schale bedacht An sein Schlusswort, womit er Konkurrenten und Mitarbeitern dankte, flocht Herr Siegwart noch einige träfe Gedanken über die «Reglements-Angelegenheit». Eine Ausschreibung auszuarbeiten sei ebenso heikel wie schwierig, weil es dabei gelte, die divergierenden Wünsche und Ansprüche der Teilnehmer zu berücksichtigen. Für alle das Richtige eu treffen, habe aber bis heute noch niemand fertiggebracht. Lassen sich gewisse Mängel der heutigen Reglementes auch nicht in Abrede stellen, so habe man daraus immerhin gelernt Zum Schluss nahm Herr Dr. Seiler namens des Ski-Clubs MonterRosa-GIetsch noch die Preisverteilung der eigentlichen Skikonkurrenz vor. Damit klang das V. Auto-Skimeeting am Rhonegletscher aus. Resultate Seite 4. Erste Internationale Sternfahrt für Autocars. Montreux — 15716. JuH 1939. Zum erstenmal in der Geschichte unseres Automo- Ibilsportee kommt Mitte dieses Monats eine internationale Sternfahrt für Gesellschaftswagen zur Durchführung, die vom Verkehrsverein Montreux zusammen mit der AGS-Sektion des Kantons Waadt unter der technischen Kontrolle des ACS organisiert wird und an der Inhaber der internationalen Konkurrenten- oder Fahrerlizenz teilnehmen können. Autocars mit 12 bis 24 Sitzplätzen starten in Kategorie 1, solche mit über 24 Sitzplätzen in Kategorie 2. Die Konkurrenz setzt sich aus folgenden vier Wettbewerben zusammen: a) einem Distanz-Wettbewerb; b) einer Beschleunigungs- und Bremaprüfung; c) einer Wendeprüfung und d) einem Komfort- und Schönheitswettbewerb. Die Teilnahme an den Wettbewerben b, c und d macht den Start zur Distanz-Konkurrenz zur Bedingung. Von einem beliebigen Ort haben die Konkurrenten Donnerstag, den 13. oder Freitag, den 14. Juli, frühestens morgens 8 Uhr, zu starten und nach einem x-beliebigen andern Ort zu fahren, wobei dieser letztere in Luftlinie mindestens 150 Kilometer vom Ausgangspunkt und vom Ziel (Montreux) entfernt liegen muss. Wer am Donnerstag startet, bat den Freitag' als Ruhetag zu betrachten. Von dieser mindestens 150 Kilometer on Montreux entfernten Ortschaft darf der Start nach dem Lac Leman frühestens Samstag, 15. Juli, morgens 8 Uhr, erfolgen; die Einfahrtskontrolle in Montreux ist nachmittags .2—5 Uhr geöffnet Bis zum Maximum von 200 P. erhält jeder Konkurrent für die am Donnerstag oder Freitag und Samstag gefahrene Strecke pro Kilometer H Punkt gutgeschrieben, zudem hat er Anspruch auf zusätzliche Punkte auf Grund folgender Formel: Höhendifferenz in Metern X S die Nacht kräftigen Regen gebracht hatte. Jetzt aber schimmert da und dort ein Fetzen blauen Himmels zwischen dem lichten Gewölk hindurch und der frische Wind tut ein übriges, um die Wetterregie zum Klappen zu bringen, .Auf dem Firn zum Mutthorngrat hinauf wird's lehendig, etwa 50 Skifahrer und -fahrerinnen stellen sich dem Starter für das Rennen. • Mit gewaltigem Schuss,. bald in direkter Fallinie, bald leicht abschwingend, fegen sie über die Wellen und Mulden des Firnfeldes, dessen oberer Toil übrigens mit ftradeeu idealen Schneeverhältnissen aufwartet, dem Ziel entgegen, das auf der Höhe des von der Furkk herüberführenden Militärsträsschens gelegen ist Bei einer Länge von ca. rund 2100 m führt die durch Tore markierte Piste über eine Höhendifferenz von 750 'm.%.Und das winterliche Schauspier mitten im Sommer, hat zahlreiche Schlachtenbummler herbei- 100 wobei Fahrt über die nachstehend aufgeführten Pässe in die Berechnung einbezogen wird: Albula, Bemina, Brünig, Flüela, Forclaz, Furka, Grosser St Bernhard, Grimsel, Jaun, Julier, Klausen, Lukmanier, Maloja, Marchairuz, Morgins, Mosses, Oberalp, Ofen, Pillon, St Bernhardin, Gotthard, Simplon, Splügen, Umbrail, Vue des Alpes. — Für die Berechnung kommen einzij die in der Michelinkarte 1:200.000, Blatt 21, 23 und 24, Ausgabe 1937, und Blatt 26, Ausgabe 1938, vermerkten Höhen in Frage. Das auf diese Weise resultierende Punkttotal wird mit folgendem Quotient multipliziert: transportierte Passagiere Anzahl der Plätze des Autocars Am Ort des Startes vor dem 13. Juli, 3es 13. oder 14. Juli und des 15. Juli ist die Abfahrt im Bordbuch visieren BU lassen; die TraveTsierung eines der oben genannten Pässe, sowie die Durchfahrt von Städten und Dörfern muss aus dem Bord- )uch ebenfalls ersichtlich sein, so dass sioh die abgefahrene Strecke von den Kontrolleuren genau rekonstruieren lässt Als Visumstellen fallen die Bureaus eines der AIACR, angeschlossenen Automobil-Clubs und mangelndenfalls Postbureaux oder Polizeiposten in Betracht; bei Passüberfahrten ilt der Stempel eines Hotels. Die Nennfrist läuft mit Freitag, den 7. JuH, ah, Anmeldungen sind an das Verkehrsbjireau von Montreux zu richten. 3