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E_1939_Zeitung_Nr.077

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• %'i AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 10. OKTOBER 1939 — 77 Unsere Jleaoctaae: Luftschutzkeller in England Abb. 1. Röhren-Unterstarid für eine Familie. Im Falle eines Luftangriffes stehen der Londoner Bevölkerung kaum zehn Minuten zur Verfügung, um sich in Sicherheit zu bringen. Dieser Nachteil ergibt sich daraus, dass die Achtmillionenstadt in verhältnismässig geringer Distanz von der Küste Hegt und ein Anftog erst spät festgestellt und gemeldet werden kann. Man muss sich deshalb nicht wundern, wenn Notwendigkeit und Möglichkeit von Schutzmassnahmen in der englischen Oeffentlichkeit besonders eingehend diskutiert wurden und energischen Massnahmen gerufen haben. Wie kürzlich bekannt geworden ist, sollen die nunmehr bereitgestellten Räumlichkeiten für die Unterbringung der gesamten Bevölkerung ausreichend sein. Noch erinnert man sich, wie während der Septemberkrise 1938 im Hydepark und anderswo Laufgräben ausgehoben wurden, deren Anlage in Zickzackformation erfolgte, weil diese den Vorzug aufweist, die seitliche Wirkung einer Bombe praktisch auf die kurze Distanz eines geraden Teilstückes zu beschränken. Die Engländer haben die vergangenen zwölf Monate gut ausgenützt und Unterstände geschaffen, die auch gegen starke Sprengwirkung weitreichenden Schutz bieten. Die gegenwärtig am meisten gebauten Typen lassen sich in vier Kategorien einteilen: 1. Der Soussolraum: Er besteht einfach in einem Kellerraum, der durch verstärkten Beton besonders geschützt wird. Die Vorrichtungen, welche einen luft- und gasdichten Abschluss des Raumes ermöglichen, werden bereits bei Erstellung des Gebäudes eingefügt. Im Falle eines Fliegerangriffs sind keine weiteren Vorkehrungen mehr notwendig als die Schliessung und Verbarrikadierung des Fensters. Diese Art Schutzraum kann in Friedenszeiten gleichzeitig auch als Abstellraum dienen. 2. Der Röhrenunterstand: Wie aus Abb. 1 ersichtlich ist, handelt es sich dabei um eine Art Benzintank, der durch einen luftdicht verschliessbaren Einstieg mit dem Garten in Verbindung steht. Auch die Herstellung dieses Unterstandes ist relativ billig, weil die ganze Anlage aus einzelnen Teilen aus verstärktem armiertem Beton zusammengesetzt wird. Ihre Herstellung erfolgt serienmässig; nach Aushub des Bodens werden sie in diesem selbst zusammengestellt. Diese Konstruktionsart eignet sich allerdings eher für Einfamilienhäuser und dürfte vor allem in den Vororten der Städte zur Verwendung gelangen. 3. Der Grossröhrenunterstand : Er beruht auf demselben Prinzip wie der unter 2 genannte Schutzraum, mit dem Unterschied, dass die Zusammensetzung auf grössere Längen erfolgt, so dass jede einzelne Röhre fünfzig Personen fassen kann. Die Röhrengänge werden nebeneinandergelegt und unter sich durch Gänge mit luftdichten Türen verbunden, wodurch die Wirkung eines Volltreffers, auch bei Verwendung von Giftgasen, auf die einzelnen Röhren beschränkt bleibt. Diese Konstruktionsart wird vor allem für grosse Unterstände in den Städten verwendet, welche für Luftangriffe während der Arbeitszeit Unterkunftsmöglichkeiten bieten sollen. Selbstredend sind eine grössere Anzahl Ein- und Ausgänge vorhanden. 4. Einen Luxusunterstand, wie er ebenfalls in der Nähe von London gegenwärtig gebaut wird, zeigt die Abbildung Nr. 2. Der Eingang ist durch drei gas- und splittersichere Türen Abb. 2. Luxusunterstand für 25 Personen. und zwei Luftabdichtungsräume geschützt; der Unterstand umfasst Wohnzimmer mit Schlafgelegenheit sowie Dienstenzimmer. Aus Sicherheitsgründen sind zwei unabhängige Zugänge vorgesehen. Die Decke selbst besteht u. a. aus 400 Tonnen Beton und ist gewölbt, um direkt auffallende Bomben seitwärts abzuführen. Selbstredend wird auch die Innenausstattung dieser Schutzräume entsprechend zusammengestellt. Sie enthalten u. a. Gasmasken, Sandkiste, luftdichte Essbehälter, Matratze, Decken, Kerzen, Gummischuhe, Essgerät, Hausapotheke, Trinkwasser usw. Wenn man bedenkt, wie wenig England noch vor zwölf Monaten auf einen Krieg vorbereitet war, so zeigen diese ungeheuren Anstrengungen, welch grosse Wandlung die geistige Einstellung der gesamten Bevölkerung Grossbritanniens zu den Problemen des Krieges gemacht hat. 0 Raun für SchutzUwto gJ TOm R«»1*Hik na jespitstn und Basm&sken DIE ERSTÜRMUNG DER TUILERIEN am 10. August 1792 Die Revolution von 1789 war in ihren Anfängen dem Königtum nicht unbedingt feindlich gesinnt. Mit jedem Erfolg, den das Volk errang, wuchs jedoch die Stimmung gegen den Hof und die königliche Familie. Plötzlich wurde das Volk durch das Gerücht aufgereizt, die « Aristokraten > planten eine Niedermetzehmg der « Patrioten », wie sich die Revoluzionäre selbst nannten. In der Nacht vom 4. auf den 5. August 1792 erhielt die Schweizergarde, deren Bestand nur noch 950 Mann betrug, Befehl, in Paris einzumarschieren. Der Einmarsch vollzog sich in grösster Disziplin und vollkommenster Ordnung. Am 8. August wurde das Regiment angewiesen, Stellung in den Tuilerien zu beziehen. « In der hellen Mondnacht», schreibt P. de Valliere (« Le 10 aoüt 1792 »), zwischen 2 und 3 Uhr, marschiert die starke rote Kolonne nach Paris. In der fast menschenleeren Stadt hallt der feste Marschschritt der Schweizer auf dem Pflaster wieder. Verängstigte Bürger erscheinen an den Fenstern. Hinter den Sappeuren taucht die hohe Gestalt des Marquis von Maillardoz zu Pferde auf, hinter ihm der Tambourmajor Chaulet, ein riesiger Soldat in prächtiger Uniform, der dein Pfeifern und den kleinen fünfzehnjährigen Trommlern voranschreitet. Dann folgen die Bärenmützen der Kompagnie Castella, die Walliser Kompagnie von Courten, die Freiburger des Hauptmanns Louis d'Affry, die Grenadiere von Diesbach, die Graubündner unter von Salis, die Solothurner von Rolls, die Solothurner von Dürlers, die Berner und Waadtländer von Loys' und die Schwyzer von Redings ... Die Männer, die vom Volk mit Todesdrohungen empfangen werden, wissen, dass dieser nächtliche Marsch ihr letzter ist. > Am 9. August, um 3 Uhr morgens befinden sich die 4 Bataillone der Schweizergarde in den Tuilerien. Man teilt die Truppe in etwa 20 Abteilungen auf, denn das zu bewachende Gebäude ist ungeheuer gross. Der Kommandant Graf d'Affry macht die Abteilungsführer des Regiments ausdrücklich darauf aufmerksam, dass die Truppe nur auf schriftlichen Befehl des Königs von der Waffe Gebrauch machen dürfe. Dann zieht sich der greise General, der sich krank fühlt, zurück und überlässt das Kommando dem Oberstleutnant von Maillardoz. Beim Lever teilt man dem König mit, dass die Schweizergarde eingetroffen sei. Der Tag verläuft verhältnismässig ruhig. Um Mitternacht wird die Sturmglocke geläutet, aber wenige folgen ihrem Ruf. Gegen 5 Uhr hatte die Königin ihre Kinder geweckt. Eine Stunde später setzte sich die revolutionäre Armee gegen das Sehloss in Bewegung. Danton gab den Anführern von seinem Plan Kenntnis : «Das Schloss belagern und alles vernichten, besonders die Schweizer, den König und seine Familie gefangen nehmen und sie in Vincennes als Geiseln halten ! » * Um 6 Uhr morgens hatte der König noch über die Nationalgarden und die Schweizergarde Revue abgehalten. Kurze Zeit darauf war das ganze Schloss von den andrängenden Revolutionären belagert. Die Schweizergarde stand allein dieser ungeheuren Masse entgegen, die auch Geschütze' mit sich führte. Bald darauf erschien der Girondist Röderer vor dem König und bat ihn, er möge sich mit seiner Familie zur Nationalversammlung begeben, um unnötiges Blutvergiessen zu vermeiden. Trotz des Widerstandes der Königin, die sich tapferer und männlicher zeigte als der König, fügte sich Ludwig diesem Ansinnen. Zwischen 8 und 9 Uhr begab er sich mit seiner Familie in Begleitung von zwei Bataillonen Nationalgarden und der Generalkompagnie mit 150 Schweizergardisten unter dem Kommando des Oberstleutnants von Maillardoz in den Sitzungssaal der Nationalversammlung. Damit blieb die Verteidigung des Schlosses fast ausschliesslich der Schweizergarde überlassen, die nun auf 800 Mann zusammengeschrumpft war. Sowie der König das Schloss verlassen hatte, brachen die Revolutionäre in den Schlosshof ein. Die Schweizer erhielten Befehl, sich in das Schloss selbst zurückzuziehen. In Abwesenheit des Kommandanten übernahm Major Dürler den Befehl. In ruhiger Entschlossenheit standen die Schweizer auf ihrem Posten. Vergebens versuchten die Revolutionäre sie zu sich hinüberzuziehen. Als dies erfolglos blieb, Hessen sie Geschütze auffahren und feuerten sie auf die Garde ab. Der Kampf begann. Nun schössen auch die Schweizer, und nach kurzem Feuerkampf flohen die Revolutionäre in wilder Flucht, den Schlosshof und die Place du Carroussel mit einer Unzahl von Toten und Verwundeten zurücklassend. Inzwischen war der König im Sitzungssaal der Nationalversammlung eingetroffen. Die Generalkompagnie wartete auf weitere Befehle. Da wurde auch sie mit Geschützfeuer angegriffen. Im Augenblick schwärmte die Kompagnie aus, und unter dem Befehl des Majors von Salis und des Hauptmanns von Erlach zerstreuten sie in kürzester Frist die Angreifer. Nun begannen die Abgeordneten der Nationalversammlung um ihr eigenes Leben zu fürchten. Sie drangen in den König, Befehl zur Einstellung des Feuers zu geben, und der schwache König kapitulierte auch diesmal wieder. Er unterzeichnet den verhängnisvollen Befehl, der ihm den Untergang bringen sollte : «Der König befiehlt den Schweizern », so hiess es in diesem berühmten Befehl, « sich in ihre Kasernen zurückzuziehen. Er selbst befindet sich im Schosse der Nationalversammlung. » * Der Ueberbringer dieser Order, d'Hervilly, hatte sich nicht einmal der Mühe unterzogen, den Befehl richtig zu lesen. Er ruft den Offizieren der Generalkompagnie eiligst zu : «Befehl des Königs, zur Nationalversammlung zu marschieren !» und eilt weiter nach den Tuilerien. Dort teilt er Dürler den Befehl mit, die Schweizergarde zur Nationalversammlung zu führen. Die Trommeln rufen zum Appell. Unter einem Hagel von Kugeln tritt die Truppe wie bei einer Parade an. Aber der grösste Teil des Regiments hat den Ruf nicht gehört. Etwa 200 Mann scharen sich um eine Bataillonsfahne. Dürler führt sie unter entsetzlichen Verlusten zur Nationalversammlung. Die Generalkompagnie erkennt kaum die eigenen Karneraden, so sind sie von Pulver geschwärzt, mit Schmutz und Blut bedeckt. D'Hervilly aber sieht zu spät seinen Irrtum ein. Er weiss nun, dass der Befehl lautete, die Schweizergarde solle sich in ihre Kasernen zurückziehen. Einige Abgeordnete verlangen, dass die Garde entwaffnet werde. Rasend vor Zorn antwortet Dürler, er gehorche nur einem Befehl des Königs. Mit dem Degen in der Hand dringen Dürler und einige Offiziere in die Nationalversammlung ein; zahlreiche Abgeordnete der Linken bringen sich rasch durch die Fenster in Sicherheit, während überall der Schreckensruf ertönt: < Die Schweizer ! Die Schweizer ! » Dürler und von Salis werden vor den König geführt, und dieser erteilt den Befehl : « Uebergeben Sie Ihre Waffen der Nationalgarde. Ich will nicht, dass so tapfere Leute wie Sie umkommen. > Verzweifelt, stumm vor Wut legt ein Teil der Truppe die Waffen nieder, dem Befehl gemäss, andere werden abgeführt und später hingerichtet. Die Hälfte der Generalkompagnie weigert sich jedoch, die Waffen niederzulegen und versucht, sich zur Kaserne durchzuschlagen. Auf der Place Louis XV werden die Gardisten von Geschütz- und Gewehrfeuer niedergemäht, der Rest gefangen genommen und in viehischer Weise abgeschlachtet. Was nun noch folgte, der Heldenkampf der zurückgebliebenen 450 Schweizer, steht einzig in der Geschichte da. Der Angriff der Revolutionäre begann von neuem. Vom Arsenal her hatten sie neue Munition erhaHen, während die Schweizer bei ihren letzten Patronen angelangt waren. Auf einen Schweizer kommen 100 Revolutionsmänner, 30 bis 40 Geschütze vereinigen ihr Feuer auf das Schloss. Der Florapavillon ist bald wie ein Sieb durchschossen. Die Garde weicht nicht. An einigen Stellen versucht sie Ausfälle zu unternehmen, aber die Uebermacht ist zu erdrückend. Schon dringen Aufständische über die Haufen von Leichen in das Schloss ein. Ruhig stehen die Schweizer auf den Treppenstufen und geben Schuss auf Schuss ab. Dann kommt es zum Nahkampf. Von den Treppen wird der Kampf in die Säle des Schlosses verlegt, überall verfolgt man die Gardisten. Sie werden niedergemacht, wo man sie findet. Der Abschaum des Pöbels hat sich eingefunden. Er wittert, dass es etwas zum Morden und Plündern gibt. Bis ins Zimmer der Königin dringt die Mordbande, wirft die Bedienung der Königin zum Fenster hinaus und sticht die Gardisten ab, die sich hieher geflüchtet haben. Nur wenige vermögen sich auf wunderbare Weise zu retten, so ein Grenadier, der den Kamin hinaufgeklettert war und den man nicht herunterholen konnte. Auch die Frauen werden, von Ausnahmen abgesehen, nicht geschont. Eine Abteilung von 200 Mann bahnt sich einen Weg nach der Place Louis XV. Dort wird sie von berittener Gendarmerie zerstreut und der grösste Teil niedergemacht. Nur wenigen gelingt die Rettung. So war die Schweizergarde nun vollkommen vernichtet. Mit ihr ging das französische Königtum zugrunde. Nicht der Sturm auf die BastiHe, sondern die Erstürmung der Tuilerien hat den Untergang Ludwigs XVI besiegelt und die Schreckensherrschaft herbeigeführt.

N° 77 — DIENSTAG, 10. OKTOBER 1939 AUTOMOBIL-REVUE 11 Nach Art 33 des Motorfahrzeuggesetzes brauchen landwirtschaftliche Fahrzeuge, die vom Felde kommen, des Nachts nicht beleuchtet zu werden, eine Ausnahme, die zwar gewisse Widerstände gegen das MFQ beseitigt hat, aber nicht gerade zur Hebung der Verkehrssicherheit dient. Eines Abends führte ein Bauer ein mit zwei Pferden bespanntes Grasfuder nebst angehängtem Mistwagen ohne Licht vom Felde heimwärts. Hinter ihm her kam ein Auto, dessen Lenker im Lichte seiner Scheinwerfer nur das Grasfuder, nicht aber den angehängten viel kleineren Mistwagen sehen konnte. Als er dem Gespann schon sehr nahe gekommen war, blendete er wegen eines entgegenfahrenden Autos ab und nun erst sah er auch den Mistwagen, der aber auch fast im gleichen Augenblick vom Auto zertrümmert wurde. Das Berner Obergericht (II. Strafkammer) büsste den Automobilisten mit 50 Fr. wegen mangelnder Beherrschung seines Fahrzeugs, da er sein Tempo nicht den ungünstigen Siohtverhältnissen angepasst habe. Auf die Nichtigkeitsklage des Fahrers hat der Kassationshof des Bundesgerichts ein freisprechendes Urteil gefällt. Allerdings ist der Lenker des Motorfahrzeugs grundsätzlich verpflichtet, sein Tempo nach der Sichtweite zu bemessen, um bei auftauchender Gefahr rechtzeitig anhalten zu können, aber hier ist er zum Opfer einer begreiflichen optischen Täuschung geworden, die ihm nicht ails Verschulden anzurechnen ist. Im Lichte' der von ihm vorschriftsgemäss angezündeten Scheinwerfer war nur der Graswagen sichtbar, da sich der kleinere Mistwagen von dessen viel grösseren Umrissen nicht abhob; der Fahrer richtete sein Tempo Auswirkungen der MobiHsation auf die Verkehrsgesetzgebung. Vergangene Woche hat Regierungsrat Seematter in der Session des bernischen Grossen Rates anlässlich der Behandlung des Berichtes der kantonalen Polizeidirektion erklärt, dass verschiedene gesetzgeberische Erlasse, welche auf dem Gebiet des Verkehrswesens geplant und auch vorbereitet waren, mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse aufgeschoben werden müssen. Nach unsern Erkundigungen findet nun im Laufe dieses Monats eine Konferenz des kantonalen Polizeidirektors mit sämtlichen bernischen Strassenverkehrsverbänden statt, wobei diese über die Wirkungen der MobiHsation auf die gegenwärtig vorliegenden Gesetzesentwürfe und über die kriegswirtschaftlichen Massnahflien im Gebiete des Verkehrswesens orientiert werden sollen. Bei dieser Gelegenheit wird man dann auch Näheres darüber erfahren, inwieweit zufolge der derzeitigen Umstände die Inkraftsetzung der im Verkehrswesen vorliegenden Gesetzesentwürfe zurückgestellt werden muss. Schneeräumung auf Staatsstrassen inskünftig Sache des Kantons. Fragen des M. F. G. I. Unbeleuchtete Fuhrwerke. •••««»•• Notiazen In der gleichen Session erteilte der Grosse Rat einer Abänderung von Art. 38 des Strassenbaugesetzes seine Zustimmung. Es handelt sich dabei, wie unsere Leser bereits wissen, um eine den heutigen Bedürfnissen angepasste Neuregelung der Frage der Schneeräumung auf den Staatsstrassen. Danach übernimmt der Staat auf einem vom Regierungsrat zu bezeichnenden Netz von Staatsstrassen die Schneeräumungsarbeiten, an deren Kosten die Gemeinden proportional ihrem streckenmässigen Anteil Beiträge zu leisten haben. Der Kanton seinerseits kommt für die Kosten der Anschaffung von Motorschneepflügen auf. Mit dieser Neuordnung steht zu hoffen, dass den Unzulänglichkeiten in der Schneeräumung, die namentlich während des letzten Winters zu zahlreichen berechtigten Klagen aus den Kreisen der Automobilisten Anlass gaben, ein Riegel geschoben werde. Bern will drei neue Heck-Omnibusse anschaffen. Im vergangenen Sommer hat die Stadt Bern ihren ersten Saurer-Diesel-Heckomnibus mit mechanischem Antrieb in Dienst gestellt. Die Erfahrungen mit diesem Typ 6ind derart günstig, dass der Gemeinderat dem Stadtrat beantragt, für die Anschaffung von drei weiteren Omnibussen gleicher Art einen Kredit von Fr.-190.500 xu bewilligen. Die Erstellung der neuen Eisenbahnbrücke aber (Aus dem Bundesgericht.) so ein, dass er seinen Wagen vor dem Grasfuder zum Stehen bringen konnte. Unter diesen Umständen liegt keine Verletzung von Art. 25 MFG (Beherrschung des Fahrzeugs und Anpassung der Geschwindigkeit an Strassen- und Verkehrsverhältnisse) vor. II. Händlerschild. Im Motorfahrzeuggewerbe tätige Personen und Firmen erhalten nach Art. 26 der Verordnung zum MFG besondere Fahrzeugausweise mit Kontrolilschildern (Händler- oder Versuchsschild). Das Händlerschild berechtigt den Inhaber, seine Angestellten und Arbeiter zu allen unentgeltlichen Fahrten. Ein Inhaber eines Händlerschildes benutzte den mit diesem Schilde versehenen Lastwagen auch zum Transport von alten Pneus, Autobestandteilen und Alteisen, da er nicht nur mit alten Automobilen, sondern auch mit solchen Waren 'Handel trieb. Er wurde wegen unerlaubtem Gebrauch des Händlerschildes angezeigt, jedoch vom Zürcher Bezirksgericht freigesprochen. Das Polizeirichteramt der Stadt Zürich erhob gegen diesen Freispruch Nichtigkeitsbeschwerde, da der Händlerschild nur dem Handel mit Autos, nicht mit andern Waren diene; zudem liege keine unentgeltliche Fahrt vor, weil der Händler die Transportkosten im Warenpreis einkalkuliere. Der bundesgerichtliche Kassationshof hat die Beschwerde abgelehnt. Die darin behauptete Beschränkung des Zwecks des Händlerschildes ergibt sich nicht aus dem Gesetzestext. Das Schild darf nur vom Inhaber und seinem Personal und nur zu unentgeltlichen Fahrten benutzt werden. Unter entgeltlichen Fahrten ist aber nur der Personentransport gegen Vergütung zu verstehen. Wp. die Aare bedingt eine Verlegung der bisherigen Unterführung der Neubrückstrasse um 50 m stadtauswärts. Zur Erzielung -der erforderlichen lichten Höhe muss dabei die Strasse auf eine Strecke von 175 m tiefer gelegt werden. Für die Ausführung dieses Projektes ersuchen nun die Gemeindebehörden den Stadtrat um Zusprechung eines Kredites von 2U.00O Fr. Verlangen Sie unsere Vorschläge und Preise! Genfer Taxigewerbe in Not. Das Fehlen der ausländischen Gaste, die Mobi- Hsation und die Erhöhung des Benzinpreises haben das Genfer Taxgewerbe in eine besonders »ohwere Situation hineingedrängt. Bei den Behörden ist dter Notruf aus diesen Kreisen nicht ungehört geblieben, denn das kantonale Justiz- und Polizeidepartement hat die Taxichauffeure ermächtigt, den bisherigen Nachttarif von 60 Rappen pro km auch am Tag (bisher 50 Rappen) in Anwendung zu bringen. Immerhin darf der Tarif für Gepäcktransport keine Erhöhung erfahren. Die Regelung bedarf noch der Zustimmung der Bundesbehörden, bei denen die Genfer Regierung bereits die erforderlichen Schritte unternommen hat. Alfa Romeo dementiert "Wie uns die Generaldirektion von Alfa Romeo mitteilt, entspricht die Meldung, die kürzlich in Umlauf gesetzt wurde und wonach Gostantini an Stelle Enzo Ferraris die Leitung der Rennabteilung der Mailänder Fabrik übernehmen würde, den Tatsachen nicht. Was hat Maserati vor ? Aus zuverlässiger Quelle wird gemeldet, dass der neue 1,5-Liter-Maserati sich zur Zeit noch nicht im Bau, sondern lediglich im Studium befindet, ebenso wie übrigens auch die Aenderungen, die allenfalls am gegenwärtigen Modell vorgekommen werden. Bereits aufgelegt ist dagegen ein neuer 8- ZyÜnder-3-Liter-Motor mit 32 Ventilen (vier pro Zylinder); in seiner konstruktiven Durchbildung lehnt er sich übrigens stark an seinen Vorgänger an. Gegenwärtig pflegen die Bologneser Werke Verhandlungen über die Entsendung einer offiziellen Fabrikmannschaft an die Rennen in Südamerika, welche im Laufe der nächsten Monate sattfinden sollen. Maserati würde sich dabei an einer oder zwei dieser Veranstaltungen beteiligen. Zum Thema « Prämienreduktion für die Haftpflichtversicherung ». Die in der letzten Nummer der « A.-R. » veröffentlichte Ankündigung, wonach eine Prämienreduktion für die Haftpflichtversicherung in Aussicht stehe, bedarf einer Richtigstellung in dem Sinne, als sich die Versicherungsgesellschaften in Verbindung mit den'Automobilclubs bereit erklärt haben, nAAH ••* j4 ^H**%* ^ mm mm AM J _ ._ -i. _ 1 _ J.. _ -_t_ J- _ — — -T1— ^_ — T^____ J ._. __ 911 I^^Ä 1^ 49 1 V^SW VI ^t rfJ %l% ** ^K^A Tlft mmm^mm. 1 ^ ^ ••-•-• - Ä . __ flUkU KA m* ____» - _ _ _ _d__f A _A ^?W% WW **l«>»M^h JU^kH ^11 ^ ^ T l T f ._. mm^L**. _ ——— - J. J. ~- 1 ^ _. *. —1 - _ G^»»fe>» Sp» Sie leistet in ihrer Kombination von Umlege-und Abreisskalender j edem Büro gute Dienste. Der Schreibraum des Umlegekalenders, genügend gross und praktisch eingeteilt, kann sowohl zur Vornotierung als auch zur Festhaltung wichtiger Dinge benützt und zu Nachschlagezwecken aufbewahrt werden. Die Agenda ist ein praktisches Geschenk, das Sie als Aufmerksamkeit gegenüber Ihren Kunden verwenden können. Auf dem Deckel kann ohne besondere Mehrkosten der Aufdruck der Firma angebracht werden, wodurch die tagtäglich auf dem Pult liegende Agenda zu einem gediegenen Werbemittel für Ihr Haus wird. Nicht zu teuer, zeichnet sie sich durch die gediegene Aufmachung und den persönlichen Charakter aus. ntf AGENDA Notizen Ch ch< VERLAG HALLWAG BERN die Frage zu prüfen. Bei den Clubs hofft man, im letzten Quartal 1939 zu einer Lösung zu kommen. Selbstverständlich werden wir es uns angelegen sein lassen, die Automobilisten über die weitere Entwicklung dieser Angelegenheit ständig auf dem Laufenden zu halten. Gewinne der amerikanischen Autoindustrie gestern und heute. Was für einen Gewinn die amerikanische Autoindustrie pro Wagen im vergangenen Jahr erzielte und wie sich die Ziffern von 1929 im Vergleich dazu ausnehmen, veranschaulicht nachfolgende Zusammenstellung : Gewinn pro Wagen 1929 1938 (Dollar) (Dollar) Chrysler 125 22 Cadillac. 174 25 Ford Comp. 29 5 (Verlust!) Studebafcer 83,32 8,48 Hudson 35,74 3,15 Packard 419,27 23,83 Nash 160,67 8,36 Slvassen Grimselstrasse. Wie der A.G.S. mitteilt, war die Grimsel am 9. Oktober verschneit Heute, am 10. Oktober, ist die Strasse auf der Berneeite dirrch das Militär bis zur Passhöhe wieder freigelegt worden und somit fahrbar. Die Abfahrt gegenvdas Wallis ist dagegen nicht EU empfehlen. Schneeketten sind nicht erforderlich, doch sollten sie nunmehr ständig mitgeführt werden. \us den Verbanden Kein Jahresfest — dafür 1000 Fr. für Wehrmännerfamilien. Angesichts der derzeitigen wirtschaftlichen und politischen Lage hat die Sektion St Gallen/Appenzell des TOS beschlossen, das diesjährige, auf den Winter vorgesehene Clubfest abzusagen und dafür zur Unterstützung bedürftiger Wehnmännerfaimilien in den Kantonen St. Gallen und Appehzell einen Beitrag von 1000 Fr. zur Verfügung zu stellen. CHAUFFEUR-VEREIN ZÜRICH Da. sich die meisten unserer Mitglieder im AJktivdienst befinden, werden bis auf (weiteres Monatsiversammlung und Abendunterhaltung sistiert. Dagegen finden wir uns wie gewohnt jeden Donnerstag zur Stammtischzusammenkunft im « Zeughauskeller >. Wir erwarten dort die noch MeT weilenden und die auf Urlaub kommenden Kollegen; unser Kassier M. Koch wird bei Abwesenheit des Präsidenten alle gewünschten Auskünfte geben. Auch jetzt wollen wir unsere schöne Kameradschaft nicht vernachlässigen. Der Vorstand. Bfitlieitlsch VERSUCHE MIT ALKOHOL-GEMISCHKRAFT- STOFFEN von Prof. Dr. P. Schläipfer und Dr. M. Brunner von der E.M.P.A., Bericht 4 der Schweizerischen Gesellschaft für das Studium der Motorbrennstoffe, Selbstverlag, Bahnhofplatz 5, Bern. Der Bericht umfasst die in den Jahren 1936 bis 1939 durchgeführten Untersuchungen über die Verwendbarkeit von Alkohol als Kraftstoff für Motorfahrzeuge. Die Versorgung des Landes mit eigenen Kraftstoffen verlangte bei den voraussichtlichen Versorgungsschwierigkeiten im Falle kriegerischer Verwicklungen eine Abklärung der Frage aus militärischen Gründen, so dass das Eidg. Finanzdepartement und die Eidg. Alkoholverwaltung durch Beiträge an die Kosten der Versuche ihr besonderes Interesse bekundeten. Die Sohrift hat zudem durch die inzwischen eingetretene Sachlage ihr besonderes Interesse gefunden. Parallel mit den Versuchen der Materialprüfungsanstalt der E.T.H. gingen Ver suche der Automobilabteilung der P:T.T. und verschiedener Firmen, die an .dem Problem ebenfalls mitinteressiert sind und deren Resultate in dem Bericht ihre besondere Berücksichtigung gefunden haben. In einem allgemeinen Teil kommt das Verhalten der Alkohol-Gemischikraftstoffe im Motor zur Darstellung, ihre Stabilität und Wassereropfindlichikeit und die unerwünschten Nebenerscheinungen. Der Versuchsteil behandelt sodann die Charakterisierung der angewandten Kraiftstoffgemisohe, die Versuche auf den Prüfstand und die praktischen Fahrversuche. Schliesslich werden noch einige unerwünschte Nebenerscheinungen, wie Korrosion der Metalle und Lacklösevermögen kurz beleuchtet. Eine Zusammenfassung der Versuchsergehnisse, die rein objektiv nur die technische Seite des Problems berührt, ohne auf die •wirtschaftliche Seite näher einzugehen, beschliesst zusammen mit einem Literaturverzeichnis die 135 Seiten umfassende Schrift. tftfe Schweissktirs. MoHlisation und Kriegszeit zwingen zu grösster Sparsamkeit beim Verbrauch von Eisen und allen Metallen und zu erhöhter Ausbildung zwecks Verarbeitung dieser Metalle, "wozu namentlich die Schweisstechnik dient. Vom 6.—11. November findet im «Hause -der Schweisstechnik> St. Albanvorstadt in Basel wiederum ein praktischer Kurs für autogenes und elektrisches Schweissen statt mit Uebungen für jeden Teilnehmer Vom 13.—18. November wird eine fakultative Kurswoche angegliedert, welche speziell zur weiteren Vervollkommnung und *ur Uebung im Schweissen dient. K.