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E_1939_Zeitung_Nr.077

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Faktoren auf die

Faktoren auf die Verkehrssteuem einer Prüfung. Tausende «von Fahrzeugen hat die Armee requiriert Wohl bleiben sie für die Dauer des Militärdienstes von der Steuer befreit, denn allerdings wäre es unbillig, wenn der Halter -während dieser Zeit die Taxen für ein Fahrzeug zu entrichten hätte, das der Band benützt Vielleiöht aber ist es im Jahr 1939 für 23 Tage freigegeben und auf Pikett gestellt worden, im im Februar 1940 neuerdings mit seiner Einheit Dienst zu tun und dann abermals einige Monate dispensiert zu -werden... Wie sich in diesem Falle die Steuerberechnung gestaltet? Die kantonalen Automobilkontrollen können sich auf allerlei Komplikationen gefasst machen! Was sodann die Rationierung anbelangt, so hat die Aussicht darauf, unter der Woche nur in beschränktem Umfange fahren zu können, in Zusammenhang mit dem Sonntagefahrverbot manchen Autofoeeitzer zur Rückgabe seiner Schilder auf 1. Oktober 1939 veranlasst, um sich damit die Steuer für das vierte Quartal zu ersparen. Tritt in der Rationierung nicht eine Lockerung ein, so wird eich dieser Vorgang auch zu Beginn der nächsten Quartale wiederholen. Im Kanton Waadt allein wurden'bis zum 30. September 1939 2677 Schilder zurückgegeben, nämlich 2300 Auto-, 245 Motorrad-, 82 Lastwagen- und 60 AnhängernummeTnl Die Folgen der Schilderrürikigafoe? a) Finanzielle Einbusse für den Staat. b) Verluste für die Garagen, Werkstätten usw., und c) Gefährdung der Landesverteidigung, denn in Kriegszeiten muss die Armee — ich wiederhole es mit allem Nachdruck — über einen fahrbereiten und nicht über einen aufgebockten, schlummernden Park verfügen können, •über einen lebenden Bestand und nicht über ein iMuseum oder einen Friedhof. Wie lässt sich diesen Dingen beikommen? Das Rezept ist einfach: Es heisst: Abschaffung der kantonalen Steuern während der Dauer des Krieges und an deren Stelle Erhebung eines Zuschlages auf dem Benzin, der dem Kanton durch den Bund zurückerstattet würde. Auf Einzelheiten mächte ich hier nicht eintreten, vielmehr wäre deren Regelung Aufgabe einer Expertenkommission, wofür übrigens bereits gewisse Projekte im Wurf liegen. IM VOLLMACHTENBESCHLUSS BE- SÄSSE DER BUNDESRAT EIN INSTRU- MENT, DAS IHM ERLAUBEN WÜRDE, DIE ERFORDERLICHEN VORKEHRUNGEN ZU TREFFEN, DIE NACH UNSEREM DA- FÜRHALTEN AUCH BEREITS AUF 1. JA- NUAR 1940 IN KRAFT TRETEN SOLLTEN. Selbstredend müssten dabei die Kantone konsultiert werden. 2) Lockerung der Rationierung und Anlage « ziviler » Reserven. Oberste Pflicht der zuständigen Behörden (und sie haben dafür gewacht) muss es sein, die für die Armee unerlässlichen Kriegsreserven sicherzustellen. Wie sollen sie gebildet werden? Zunächst durch Errichtung von Lagern. Das jedoch genügt nicht Ich schlage deshalb vor, jeder Motorfahrzeugbesitzer solle, sobald die Zufuhr es gestattet, dazu verhalten werden, 50 Liter (für Motorräder), 100 Liter (für Personenwagen) und 200 Liter (für Lastwagen) zu kaufen und in Fässern bei sich einzulagern. Mit der Bildung derartiger «ziviler» ..Reserven wären die Voraussetzungen erfüllt, um a) die Zisternenwagen zu leeren, denen andere Aufgaben zugedacht sind, denn als stehende feste Lager zu dienen; b) für Kriegszeiten eine zusätzliche Armee-Reserve zu schaffen, deren Vorräte sich auf das ganze Land verteilen (mit Ausnahme gewisser Grenzzonen natürlich); c) für die von der Mobilisierung nicht erfassten Fahrzeuge eine Reserve im Hinblick auf die Möglichkeit anzulegen, dass die militärischen Vorräte genügen und dass die zivilen Fahrer ganz oder teilweise über ihre Stocks disponieren dürfen. Bei Anwendung dieser äusserst einfachen Methode Hessen sich mit sehr geringen Kosten erhebliche Vorräte einlagern, zum Nutzen nicht nur der Armee, sondern gleichzeitig auch der Eigentümer nichtmobilisierter Fahrzeuge. Hinzu käme noch, dass dieses System m. E. auch eine Erhöhung der Brennstoffzuteilung für den zivilen Verkehr ermöglichte, zumal die Zisternenwagen sehr rasch geleert und deren Wiederinverkehrsetzung dadurch beschleunigt werden könnte. 3) Aufhebung des Sonntagsfahrverbotes. Ausgangspunkt des bundesrätlichen Sonntagsfahrverbotes bildete das Bestreben, den Brennstoffverbrauch einzudämmen. Gut. Aber dieses an sich verständliche Vorgehen gewinnt ein etwas seltsames Gesicht, wenn man sich vergegenwärtigt, dass es den Behörden schliesslich gleichgültig sein kann, ob der Motorfahrzeugbesitzer die sagen wir 30 Liter Benzin, welche er pro Monat zugeteilt erhält, am Sonntag oder an Werktagen verbraucht Mehr als 30 Liter hat er nicht, also überlassen wir es ihm, wie er sich damit einrichtet. Ausserdem bringen diese beiden Massnahmen (Rationierung und Sonntagsfahrverbot) eine Zurücksetzung der zu den Waffen gerufenen Mitbürger mit sich, denn allerdings sehen sie sich dadurch der Möglichkeit beraubt, ihren Sonntagsurlaub zur Erledigung ihrer geschäftlichen und Familien-Angelegenheiten zu verwenden und das nachzuholen, was sie während der Woche haben versäumen müssen. Zwei Beispiele zur Veranschaulichung: a) Ein mobilisierter Industrieller, der im Felde steht, weit entfernt von einer Bahnlinie, möchte vom Sonntagsurlaub profitieren, um sein Büro aufzusuchen. Eine Möglichkeit dazu gibt es für ihn nicht. Sein Konkurrent jedoch kann als Zivilist während der ganzen Woche der Arbeit nachgehen; b) Ein zu seiner Einheit eingerückter Versicherungsagent möchte am Sonntag Kundenbesuche unternehmen. Unmöglich! Im übrigen läuft das Sonntagsfahrverbot auch auf eine Schädigung zahlreicher Tankstellen, Garagen, Hotels, Restaurants usw. hinaus, die teilweise aus dem Sonntagsverkehr lebten. Nach unserem Dafürhalten muss diese Massnähme unverzüglich aufgehoben werden, liegt darin doch eine Ungerechtigkeit gegenüber den Mobilisierten, die, ausserstande, ihre Fahrzeuge am Sonntag zu benutzen, zusehen müssen, wi« sich ihre durch die Mobilisation hSufig genug ohnehin schon stark betroffene zivile Exisienzlage noch wel- "er verschlimmert. SB. MUUätiscPie JiUiei. 1) Aufhebung der Militär-Reparaturabteilungen zugunsten der Zivilgaragen. Für die Besorgung ihrer Reparaturen sind der Armee sowohl Reparatur-Abteilungen als auch Reparatur-Gruppen eingegliedert. Bisher wurden sie allerdings nur in geringem Umfange beansprucht, und zwar vor allem mit Rücksicht auf das private Garagegewerbe. Unser Vorschlag geht nun dahin, die Reparaturarbeiten der Armee inskünftig ausschliesslich den zivilen Fabriken, Werkstätten und Garagen zu übertragen, um diese am Leben erhalten zu können. Gewisse Bedingungen wären dabei allerdings unerlässlich, nämlich: a) die Reparaturpreise müssten auf vernünftiger, tragbarer Basis kalkuliert und beiderseits *enehmigt sein; b) die Aufträge wären, soweit als irgendwie angängig, auf alle Werkstätten zu verteilen, die über genügend Personal und ausreichende Einrichtungen verfügen. Nun befinden sich jedoch die Reparaturwerkstätten in recht ungleicher Lage. Im selben Ort hat die Garage X noch ihren Inhaber und zwei nichtdienstpflichtige Mechaniker, in der Werkstätte Y dagegen ist niemand mehr zurückgeblieben, weil Betriebsinhaber und Angestellte aufgeboten worden sind. Beide Geschäftseigentümer haben Familie, bei beiden handelt es sich um durchaus ehrbare Männer. Soll nun die Garage X Armeeaufträge zugewiesen bekommen, bloss weil deren Personal nicht mobilisiert ist, und soll Y das Gespenst des Konkurses drohen, weil es seinen Dienst am Vaterland versieht? Das wäre eine schreiende Ungerechtigkeit und eine Prämie für jene Unternhmer (und es gibt welche davon), die vorzugsweise vom Militärdienst befreite oder Ausländer einstellen, damit ihr Betrieb in Kriegszeiten keine Störung erleidet. Angesichts solcher Verhältnisse vertreten wir die Auffassung, dass Garage- und Werkstättechefs, ebenso wie Mechaniker, welche für die Armee arbeiten könnten, im Rahmen des Möglichen beurlaubt werden sollen. 2) Verteilung der Aufträge. Ein bedauerlicher, aber typischer Fall: Ein nicht-r mobilisierter Velohändler hat einen Auftrag für hundert Räder erhalten, sein am gleichen Ort ansässiger Konkurrent aber, der eingerückt war, ging mit leeren Händen aus. Kommentar überflüssig! Bei der Erteilung von Reparaturaufträgen und Bestellungen (Ersatzteile, Reifen etc.) müssen deshalb, soweit als irgendwie möglich, die Grundsätze der Gerechtigkeit hochgehalten werden, wobei man nicht vergessen darf, dass jene, die ihren Dienst fürs Vaterland tun, genau die gleiche Berücksichtigung verdienen, wie die andern. AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 10. OKTOBER 1939 — N° 77 Schlussfolgerungen. Ich bin mir darüber vollständig im klaren: die Mittel, die ich hier vorgeschlagen habe, werden auf Einwendungen und auf Schwierigkeiten stossen. Schwierigkeiten sind aber dazu da, um überwunden zu werden. Und unverzügliches Handeln tut not. Sonst ist es zu spät. Gewiss eröffnen sich auch noch andere Wege. Ich habe mich aber in meinen Gedankengängen auf sofort durchführbare Anregungen von allgemeiner Tragweite beschränkt. Das praktische Vorgehen denke ich mir so, dass eine temlschte Kommission zur Behandlung des Problems eingesetzt wird, zusammengesetzt aus Vertretern der eidgenössischen, kantonalen und der Armeebehörden sowie der Berufskreise, ein kleines, aus Spezialisten bestehendes Gremium. Nicht etwa ein geschwätziges Pensionat Ich vertraue auf den Bundesrat, auf den General, auf die Zivil- und Militärbehörden. Die Ruinierung des Autogewerbes und -handeis, die eine Katastrophe für Land und Armee bedeutete, muss aufgehalten werden. Schreiten wir rechtzeitig zur Tat, ohne unnütze Palaver. Henri VcMotton. Wieviel Benzin erhalten Sie oom 16. Oktober bis 15. Nooember zugeteilt? Bei ihrer Tragweite für die gesamte Wirtschaft unseres Landes lässt sich die endgültige Treibstoffrationierun>g selbstredend nicht übers Knie brechen. Die Sache erfordert gründliche Vorbereitung, wozu vor allem die Auswertung der Ergebnisse der während der letzten Woche durchgeführten Umfrage gehört. Deshalb wird das provisorische Rationierungssystem bis zum 15. November verlängert, wobei allerdings im bisherigen Zuteilungsmodus gewisse Aenderungen eintreten. An Stelle der Unterteilung der Personenwagen in zwei Kategorien sind für das Uebergangsstadium deren vier geschaffen worden. Danach erhalten : Personenwagen bis höchstens 8 Sitzplätze: bis 5,99 PS 20 Liter von 6—10,99 PS 25 » von 11—15,99 PS 30 » von 16 PS und darüber 35 » Lieferwagen: bis 5,99 PS 50 » von 6—10,99 PS 75 » von 11—15,9 PS 100 » von 16 PS und darüber 125 > Aerzte (ohne Zahnärzte), Krankenanstalten, Spitäler, Pflegepersonal, Handelsreisende und Taxihaüter haben bei nachgewiesenem Bedarf Anspruch auf zwei Rationierungsschei- SMutta&sfaftevec&ot ~ pacadiesisefte Zustände ßc die Sussqänyei (Haag«*« Post> ne. Darüber hinaus ist für diese Verbrauchergruppen die Abgabe weiterer zusätzlicher Brennstoffmengen vorgesehen, sofern sie die Notwendigkeit derartiger vermehrter Bezüge mit stichhaltigen Gründen zu belegen vermögen. Nicht nur den eben genannten Kategorien, sondern überhaupt jedem Fahrzeugbesitzer steht indessen die Möglichkeit offen, bei den für die Ausgabe von Rationierungsscheinen zuständigen Stellen um die Bewilligung von Zusatzrationen nachzusuchen. Vorbedingung bildet aber auch hier der Nachweis, dass dafür eine unumgängliche geschäftliche oder berufliche Notwendigkeit vorliegt. Nach wie vor fällt somit die Behandlung solcher Gesuche in die Kompetenz der kantonalen Behörden; die Absicht, sie im Interesse einer einheitlichen Praxis in den Händen der eidgenössischen Instanzen zu zentralisieren, scheint also aus Erwägungen heraus, über die man sich nur in Vermutungen ergehen kann, wieder fallen gelassen worden zu sein. Die neuen Rationierungsscheine können voraussichtlich auf Ende dieser Woche bei den zuständigen Instanzen der Kantone — Automobilbureaus, Statthalterämtern usw. — bezogen werden. Am vergangenen Montag nun haben sich die vom ACS, TCS, dem Taxihalterverband und dem Verband schweizerischer Handelsreisender bestellten Experten dahinter gemacht, die auf die Rundfrage eingegangenen Antworten zu sichten und zu verarbeiten, um eine einwandfreie Grundlage für eine gerechte Durchführung der am 16. November in Kraft tretenden endgültigen Rationierung zu schaffen. Und die Tatsache, dass die Auswertung unter der Leitung des Eidg. statistischen Amtes erfolgt, bürgt für die dabei unerlässliche Objektivität. Das Fazit verspricht höchst interessante Aufschlüsse, wird es sich doch binnen ungefähr drei Wochen weisen, inwieweit das Autofahren heute noch einer Liebhaberei oder einem Luxusbedürfnis entspringt. Oder, von der andern Seite her betrachtet: wie stark das Motorfahrzeug heute mit der Wirtschaft verwachsen ist und welche Bedeutung ihm als unentbehrlichem Arbeitsinstrument beigemessen werden muss. Gerade darüber nämlich tappten wir bislang mehr oder weniger im Dunkeln. AKTUELLES Freigabe von Motorfahrzeugen. Der Armeestab teilt mit: Die Gesuche um "Freigabe von Motorfahrzeugen, insbesondere von Lastwagen, haben von Beginn der Mobilisation an einen derartigen Umfang angenommen, dass es dem Armeekommando unmöglich ist, allen Gesuchen Folge zu geben, dies obwohl das Armeekommando die Richtigkeit der Angaben der meisten Gesuchssteller einsieht. Der Bestand an Motorfahrzeugen wird auf da« Aeueserste reduziert. Dieses Minimum darf in keiner Weise unterschritten werden. Besitzer von Motorlastwagen, die geneigt wären, ihre Fahrzeuge der Armee zur Verfügung zu stellen, werden um Eingabe ersucht an den Armeostab, Gruppe Transportdienst, Feldpost. Winterausrüstung für requirierte Fahrzeuge. Da bei den Besitzern remitierter Motorfahrzeuge Unklarheit über die Lieferung der Winterausrüstung besteht, macht der ACS, gestützt auf die Informationen von zuständiger Stelle, auf folgendes aufmerksam : a) Der Fahrzeughalter Ist nicht verpflichtet, Ausrüstungsgegenstände, die er nicht schon besitzt, anzuschaffen und der Armee zur Verfügung zu stellen. b) Im Falle des Nichtvorhandenseins werden von der Armee Scheeketten oder Schneepneus, event auch Frostschutzscheiben angeschafft. Diese Ausrüstungsgegenstände werden den Fahrzeughaltern bei der Abschätzung offeriert: eine Pflicht zur Uebernahme besteht jedoch nicht. c) Die vom Fahrzeughalter lieferbaren Gegenstände sind dem Truppen-Kommandanten, unter dessen Kommando das betr. Fahrzeug steht, baldmöglichst zu melden, damit dieser für schwere Gegenstände dem Halter einen Transportschein senden kann. Leichte Stucke sind gut ztt verpacken und der Feldpost zu Obergeben.

77 — DIENSTAG, 10. OKTOBER 1939 AUTOMOBIL-REVÖE Kriegswirtschaft Schnellfahren frisst Benzin! Wir haben Ihnen diese automofbißstische Binsenwahrheit zwar schon in normalen Zeiten zu Gemüte geführt Heute aber muss sie sich ein jecter zweimal hinter die Ohren schreiben, denn schliesslich kann und darf es sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen keiner leisten, Benzin zu vergeuden. Wie er es aber anstellen soll, um aus einer gegebenen Menge Brennstoff eine möglichst grosse Anzahl von Fahrkilometem herauszuholen, dazu erteilte ihm unser Artikel « Sparen, Sparen > (Nr. 76) eine ganze Reihe von Fingerzeigen. In welchem Ausmass jedoch der Benzindurst des Wagens beim Schnellfahren wächst und wie stark sich damit der Automobilist — im Hinblick atrf die Rationierung — ins' eigene Fleisch schneidet, das mögen ihm ein paar konkrete Zahlen ad oculos demonstrieren. Versuche in den USA haben die Tatsache zutage gefördert, dass sich bei einer Steigerung der Geschwindigkeit von 40 auf 70 km/St, der Benzinkonsum um 20 % vermehrt, währenddem sich der SchmierölveTbrauch zugleich verdreifacht. Mit diesen Feststellungen decken sich auch die Ergebnisse von Untersuchungen, die in Europa mit je einem Wagen von 1,3, von 2,5 und von 3,2 Liter Zylinderinhalt durchgeführt worden sind. Bei einer Erhöhung der Geschwindigkeit von 50 auf 60 km/St, schluckte der Wagen nur unerheblich mehr Benzin, bei 95 km/St, jedoch ergab sich für den kleinen ein Mehrverbrauch von 40 % und für den mittleren ein solcher von 42 %, währenddem der grosse 39 % mehr frass. Und bei einem Tempo um die 110 km/St, herum schnellte der Verbrauch bei allen drei Wagenklassen um mehr als 50 % gegenüber demjenigen bei 50 km/St, empor. Monatliche Steuerberechnung. Gerade die gegenwärtigen Ausnahmezeiten liefern eine eindrückliche Bestätigung dafür, wie gut jene Kantone beraten waren, welche im Laufe der letzten Jahre die monatliche Steuerherechnung an Stelle der quartalsweisen eingeführt haben. Die Zahl der Automobilisten, welche ihre Wagen während des Winters vorübergehend einstellen, dürfte dieses Jahr infolge der Benzinrationierung höher sein als früher. Die Automobilisten jener Kantone, welche die monatliche Steuerberechnung noch nicht kennen, mussten sich deshalb überlegen, ob sie die Kontrollschilder nicht bereits per Ende September zurückgeber- sollten, weil sie bei einer späteren, d. h. per Ende Oktober oder November erfolgenden Einstellung des Wagens jeglicher Rückvergütung der bis Jahresende bezahlten Verkehrssteuer verlustig gehen würden. Anders in den Kantonen mit monatlicher Steuerberechnung, wie z. B. Zürich, wo die Autobesitzer ihre Wagen auch noch auf Ende Oktober oder November stillegen können und dann die Steuer für zwei oder einen Monat zurückerstattet erhalten. Der Vorteil, den diese Lösung für den Automobilisten bietet, springt in die Augen, aber auch der kantonale Fiskus mag an dieser Erleichterung finanziell stark interessiert sein, hat er doch nicht mit Steuerausfällen für ein ganzes Vierteljahr, sondern für höchstens ein bis zwei Monate zu rechnen. Die monatliche Steuerberechnung begünstigt nun aber gerade in Zeiten wie den heutigen die Weiterhenützung zahlreicher Wagen, wenn es sich bis Mitte November als möglich erweisen sollte, auf Grund verbesserter Benzinzufuhren wieder erhöhte Benzinrationen zuzuteilen. In diesem Falle können die Autobesiter je nach der Lage hinsichtlich der Brennstoffrationierung den schweren Entschluss über die Stillegung oder Weiterbenützung des Wagens von Monat zu Monat hinausschieben. Auch das Automobilgewerbe ist an dieser Erleichterung in der Steuerberechnung in stärkstem Masse interessiert, denn je mehr Fahrzeuge im Verkehr bleiben, um so mehr Arbeit ist vorhanden. Der Kriegsausbruch und seine Folgen wirken sich auf die Existenzbedingungen dieses Wirtschaftszweiges ohnehin ruinös genug aus, so dass es weitestgehende Rücksichtnahme verdient. Sollten die hier skizzierten Vorteile, welche das monatliche Steuerberechnungssystem kennzeichnen, jene Kantone, die heute noch am veralteten System der cjuartalsweisen Steuerberechnung festhalten, nicht dazu veranlassen, unverzüglich ihre Hefte zu revidieren und die monatliche Berechnung einzuführen, die sich, wenn die gegenwärtigen Zustände noch lange andauern, auch für den kantonalen Fiskus nur günstig auswirken und ihn vor grossen Einnahmeausfällen bewahren werden? V JiussfelBun^en Fällt auch der Genfer Salon aus? Von der Annahme ausgehend, dass nach dem llusfall der Automobilausteilungen, die demnächst ihre Pforten hätten öffnen sollen, die Durchführung des Genfer Salons 1940 unibestreitbar von praktischem Nutzen wäre, haben wir bei den bisherigen Organisatoren angeklopft, um uns zu erkundigen, wie man in deren Kreisen über die Sache denke. «Ihre Frage» — entgegnete uns Herr Deohevrens, der unermüdliche Förderer des diesjährigen Genfer Salons — «kommt etwas zu früh; denn alles hängt davon ab, wie es inskünftig um die Möglichkeit des Fahrens bestellt sein wird. Dabei aber spielen wiederum zwei Momente mit, nämlich 1. die Versorgung mit Treibstoff, d. h. die Gestaltung des Rationierungssystems, dem wir untenstellt bleiben, und 3. die Anzahl der Fahrzeuge, welche die Armee eventuell freizugeben imstande jst> — «Aber war« ein Salon der Konstrukteure nicht auch dann denkbar, wenn der Fahrbetrieb in der Schweiz weiterhin Einschränkungen in Kauf nehmen muss?» — «Schwerlich, denn gegenwärtig eind sämtliche Fabriken der kriegführenden Länder für die Befriedigung der Efeeresbedürfnisse beschäftigt. Uebrig bleiben einzig Italien und Amerika, und auch was sie anbelangt, läset «ich nicht voraussehen, was bis zum Frühjahr alles geschieht. Sie sehen also, dass wir un« nicht auf die Konstrukteure, sondern einzig auf die schweizerischen Vertreter stützen müssen, und für diese hängt, wie gesagt, alles von den beiden oben erwähnten Voraussetzungen ab.» — «Das heisst also, dass man im Moment noch nicht« Bestimmtes weis«?» — «Ja, wir werden erst in einigwn Wochen etwas klarer «u w/hen vermögen, je nach der Entwicklung der Dinge in der Schweiz. Dabei können Sie eich aber denken, daes niemand als ich sehnlicher wünscht, die Situation möge sich so gestalten, dass der Salon 1940 durchgeführt werden kann.» Keine Treibstoffrationierung In Belgien. Nachrichten, welche besagten, dass auch Belgien zur Treibstoffrationierung übergegangen sei, entsprechen den Tatsachen nicht. Wohl hatten in den vergangenen Wochen gewisse Befürchtungen darüber bestanden, dass die Brennstoffzufuhr Störungen erleiden könnte. Die Entwicklung der Importlage hat jedoch diese Bedenken zerstreut, weshalb die Behörden bereits Anfang Oktober die damals noch bestehenden Einschränkungen wieder aufheben konnte. Weisses Schild: hier gibts noch Treibstoff. Deutschland kennzeichnet die Tankstellen, welche noch Brennstoff abgeben, mit einem weissen Schild, das die Buchstaben Z.B. trägt (Zentralbureau für Mineralöl). Fehlt dieses Schild, dann bedeutet das, dass die betreffende Tankstelle leer ist. Von Januar bis Ende Augast 48.635 Eintritte (14,71 %) weniger als Im Vorjahr. — Nur der Juli steht mit einer Zunahme zu Buch. Die Ungewisse und gespannte internationale den Motorrädern, + 14,50% bei den Autocars und —17,20% bei den Personenwagen). Umgekehrt haben sich die Grenzübertritte der Lastwagen um 4,78% erhöht. Lage hat, wie es nicht anders zu erwarten war, dem internationalen Automobilverkehr nach der Schweiz im Monat August unverkennbar ihren Stempel aufgedrückt Angesichts der Zuspitzung der politischen Verhältnisse kann es deshalb nicht verwundern, wenn sich das bescheidene Plus von 1,2%, womit der Juli abschloss, im August in einen Rückschlag verwandelte, der zahlenmässig ausgedrückt und verglichen mit dem Parallelmonat 1938 eine Einbusse von 15,83% darstellt. Verzeichnet der GrenzveTkehr eine Abnahme um 10,35%, so beziffert sie sich für dten eigentlichen Tourietikverkehr auf 15,99% (nämlich —12,57% bei Abfertigung mit Grenzverkehr Motorräder Motorräder u. gew. Personenautos mre Geschäfte verhindert ? Ihre Tätigkeit gehemmt ? Ein Ueberblick über die ersten 8 Monate lehrt, dass der Grenzverkehr um 3,73% angewachsen ist, währenddem sich umgekehrt das Gesamtvolumen des Touristikverkehrs um 15,05% vermindert hat (Motorräder —17,29%, Autocare +18,87%, Personenwagen —16,07%). Nicht besser präsentiert sich daa Fazit bei den Lastwagen, die einen Ausfall von 20,38% verzeichnen. Fernverkehr Autooars Gew. Personen- Lastautomobile wagen FIAT bietet einen Ausgleich für diese Einschränkung dank der Sparsamkeit ihres kleinen FIAT „500" : 3 PS. • 4Zyl. • 4 Gänge • Oeldruckbremsen « Elnzelradabfedening vorn • Splitterfreies Glas Oberall • Sparvorrichtung Fr. 2550.- ...UND DfNKEN SIE DARAN t einen FIAT „5OO" zu Fr. 255O.- kaufen heisst t Fr. 255O.-, welche in der Schweiz verbleiben. Auf Grund des schweizerisch-italienischen Clearing-Abkommens werden die aus Italien eingeführten Waren zu 100 % mit der schweizerischen Ausfuhr nach Italien verrechnet PROMPTE LIEFERUNGEN VON FAHRZEUGEN UND ERSATZTEILEN Vertreter, Service-Stationen und Original- Ersatzteile überall. I FIAT -100, route de Lyon GENF Blick über die Grenzen Ausländischer Autotourismus nach der Schweiz. IN BELGIEN IN DEUTSCHLAND 1939 1938 1939 1938 1939 1938 1939 1938 1939 1938 1939 1938 Prov. Eintrittskarte — — 1991 2105 — — 40 885 50 717 — — 42 876 52 822 Freipass 819 941 257 301 1670 1350 11805 12 049 386 223 14937 14 864 Triptyk 211 202 385 428 1591 1439 7 318 7189 93 225 9 598 9 483 Grenzpassierscheinheft — 725 774 57K 17 952 24 319 25 3319 624 25990 Kontrollschein 10 17 291 61 308 August 1040 1160 3409 3899 4183 3653 77 960 94 274 504 481 87 096 103 467 Januar 473 472 132 539 128 207 10 234 14 588 316 881 11281 16 687 Februar 617 485 298 575 215 198 12 256 15 912 356 791 13 742 17 961 März 690 755 287 926 283 256 13 710 21714 345 695 15 SIS 24346 April 968 1009 698 1047 532 378 23 344 29 556 559 451 26 091 32 441 Mai 1023 1080 895 850 649 553 21580 25 671 581 580 24 728 28 734 Juni 1145 1132 1963 1760 1877 1467 31467 35908 641 577 37 093 40 844 Juli 1588 1170 2714 2973 3647 2972 56 462 56 656 704 575 65115 64 346 August 1040 1160 3409 3899 4183 3653 77 960 94 274 504 481 87 096 103 467 Total 7534 7263 10396 12569 11512 9684 247 013 294 279 4006 5031 280461 328 826 Total Die grossen Wagen verschwinden ans dem deutschen Strassenverkehr. Die Frage der Weiterbenützung schwerer Motorfahrzeuge bildet den Gegenstand eines Erlasses des deutschen Reichsverkehrsministers. Grundsätzlich soll danach ein öffentliches Interesse am weiteren Verbleiben von Wagen mit über 2,5 Liter und von Motorrädern mit mehr als 500 ccm nicht anerkannt werden. Anträge auf ausnahmsweise Weiterbenutzung von Wagen mit einem Hubvolumen von über 3,2 Liter und von Motorrädern mit mehr als 760 ccm werden als zum vornherein zwecklos .bezeichnet Praktisch heisst das, dass der schwere Wagen aus dem privaten Automobilverkehr ausgeschaltet wird. Bei der Prüfung von Gesuchen um ausnahmsweise Belassung von Wagen mit mehr als 2,7 Liter und von Motorrädern mit über 600 ccm im Verkehr ist, wie der Minister betont, der allerschärfste Maßstab anzulegen. Im übrigen empfiehlt der Erlass all jenen, die bisher einen mit dem roten Winkel versehenen (d. h. noch verkehrsberechtigten) Wagen fuhren, sich unverzüglich auf einen schwachen, bis höchstens 1,7 Liter, umzustellen. Die Höchstgeschwindigkeiten werden abermals beschnitten. Als Deutschland vor einigen Monaten zur Einführung von Höohstgeschwindig'keiten schritt, d« wurde diese Massnahme mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit einer weiteren Bekämpfung der TJnfallgefahr begründet. Allerdings machten wir schon damals kein Hehl daraus, dass wir dieser Version nur wenig Glauben schenkten und dass des Pudels Kern viel eher im uneingestandenen Wunsch der Behörden noch einer Brenn&toffersparnis zu suchen sei. Wie sehr es mit dieser Auslegung seine Richtigkeit hatte, dafür liefert heute die Anordnung des Reichskanzler« den Beweis, wonach die Höchstgeschwindigkeiten für Automobile mit sofortiger Wirkung abermals reduziert werden, und zwar für Personenwagen auf 40 km/St innerorts und 80 km/St. ausserorts sowie auf den Autobahnen, und aul 60 km/St, für Lastwagen und Omnibusse. Angesichts der Tatsache, dass der zivile Motorfahrzeugverkehi heute ohnehin auf ein Minimum zusammengeschmolzen ist, wird wohl kaum jemand mehr die neuerliche Beschneidung der Hödhsttempi mit den Bedürfnissen und Erfordernissen der Verkehrssicherheit in Zusammenhang bringen wollen. Ein massiges Tempo fahren heisst bekanntlich, Benzin sparen. Umstetlung au! nicht flüssige Treibstoffe. Eine Verfügung des Reichsverkehrsministers gibt bekannt, dasa Automobile, welche nach den bestehenden Vorschriften weiter im Verkehr belassen werden dürfen und als Kennzeichen dafür einen roten Winkel (nicht Wimpel!) tragen, nach Anordnung der Zulassungsstellen auf den Antrieb mit 51 Veviasstt und oetolte JCexaen können unm&giuh eine vollständige Vetfaens nung h&ibellühunj Reinigung- und cx~ säte, kosten wenig und nützen viel NEIN : ( 17 km. mit 1 Liter Benzin ! *) nicht flüssigen Brennstoffen (Flüssiggas, Hochdruckgas, Generatorengas) umzustellen sind. Von dieser Pflicht bleiben ' einstweilen befreit Personenwagen, Motorräder und. Lastwagen bis 1,5 t Nutzlast. Sofort zu erfolgen bat die Umstellung dagegen zunächst bei mittleren, dann bei leichteren Lastwagen, Zugmaschinen und Sättelschleppern. Für die Unistellung Yon Dieselmotoren auf den Antrieb mit nichtflüssigen Treibstoffen ergehen noch besondere Anweisungen. € IN ENGLAND England schreibt Rücklicht für Velofahrer vor. Jetzt, da die 'Scheinwerfer der Motorfahrzeuge praktisch ausser, Betrieb gesetzt und selbstverständlich auch die Velolampen abgeschirmt sein müssen, ist England dazu übergegangen, für die "Radfahrer ein Rücklicht vorzuschreiben. Ueberflüssig zu sagen, dass die Sorge um die Verkehrssicherheit zu dieser Massnahme geführt hat. Wag sich in Zeiten des Friedens als ein Ding der Unmöglichkeit erwies, das hat der Krieg zur Tatsache werden lassen. Treibgasgeneratoren für England. Die englische Presse gibt in immer stärkerem Masse den aus Fachkreisen herrührenden Vorwürfen Platz, dass die zuständigen Stellen nicht rechtzeitig daTan gedacht haben, ausreichende Bestände an Gaszylindern und Treibgasgeneratoren bereitzustellen, um dem zu Beginn eines Krieges voraussehbaren Mangel an Autobetriebsstoffen von vornherein abzuhelfen. Lord Fortescue hat im Oberhaus versichert, c die - Untersuchungen seien auf dem besten Wege • — zu einem Zeitpunkt, zu dem, wie ihm mit Recht entgegengehalten wird, nicht mehr von Untersuchungen die Rede sein dürfte, sondern lediglich vom Einbau der notwendigen Vorrichtungen in die Autos. Mit Hilfe eines Generators, der das Wagengewidht um knapip 150 kg erhöhen würde, wäre es — so wird errechnet — möglich, bei einem Verbrauch von zirka 35 kg Anthrazit von London bis an die englische Westküste zu gelangen. cp*. IN FRANKREICH Einheitsbenzin in Frankreich. Wie aus einer Publikation des französischen Amtsblattes hervorgeht, dürfen in" Frankreich nur noch folgende drei Arten von flüssigen Brennstoffen zum Verkauf gelangen: Flugzeugtreibstoff, Autotreibstoff und Gasöl. Was den Autotreibstoff anbelangt, so nähert er eich, nach der Spezifikation zu sohliessen, welche das Amtsblatt darüber gibt, in seiner Zusammensetzung stark dem- bisherigen Touristenbenzin, enthält doch der Kriegsbrennstoff weder Ethyl- noch Methylalkohol und ebensowenig Benzol, vielmehr besteht er ausschliesslich aus reinem Benzin, dem allenfalls Bleitetraäthyl, jedoch höchstens in einer Dosis von 0,3 Promille zugesetzt wird. Die Superbrennstoffe verschwinden dam* •vollständig vom Markt