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E_1940_Zeitung_Nr.002

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m AUTOMOBIL-REVUE

m AUTOMOBIL-REVUE DIENSTAG, 9. JANUAR 1940 — N° 2 darüber. Jedenfalls wird es ihnen nicht gelingen; dazu sind ihre Arme noch nicht lang genug!» Es ist merkwürdig, dass in dieser Unterhaltung — vorausgesetzt, dass Yussupow sie wirklich lücken- und fehlerlos aufgezeichnet hat — mit keinem Worte die junge Fürstin erwähnt wurde, die Rasputin doch zu behandeln gedachte, Rasputin zog seinen Pelzmantel mit Yussupows Hilfe an, setzte seine Bibermütze auf, zog Schneeschuhe an, steckte Geld ein und ging mit dem Fürsten hinaus. Der Doktor machte auf der Fahrt einige Umwege, um die Spur zu verwischen. Eine Viertelstunde später fuhr er auf den Hof des Palais Yussupow und hielt, wie ein geübter Chauffeur, unmittelbar vor der kleinen Eingangstür, die auf die Treppe zum Esszimmer führte. Yussupow und Rasputin traten ein und stiegen über die Treppe hinunter in den Essraum, Die Tür schloss sich wieder hinter ihnen. Aus dem Arbeitszimmer in dem oberen Geschoss drangen die fröhlichen Klänge des Yankee Doodle. Die Unterhaltung zwischen Rasputin und Yussupow dauerte über eine Stunde. Im Anfang lehnte Rasputin alles ab, was der Fürst ihm anbot. Schliesslich aber gab er doch dem Drängen seines Gastgebers nach: er trank Tee, ass drei vergiftete Kuchen und verschlang auch noch zwei Gläser von dem vergifteten Wein. Ohne dass man ihm etwas anmerkte, unterhielt er sich weiter. Er wurde nur ein wenig grau im Gesicht; der Speichel tropfte ihm aus dem Mund, und er bekam ein Schlucken. Zweimal ging Yussupow in sein Arbeitszimmer hinauf. Er erzählte voller Bestürzung seinen Komplizen, dass das Gift keinerlei Wirkung tue. Seine Freunde sprachen ihm nach besten Kräften frischen Mut zu, und beide Male stieg er wieder hinunter. Er bot Rasputin wieder Wein an. Er fühlte, wie er selbst allmählich betrunken wurde. Seine Nerven waren am Ende. Rasputin, dessen stämmige Natur gegen das Gift ankämpfte, war nur traurig geworden. Er bat den Fürsten, ihm eines seiner Lieder vorzusingen. Yussupow nahm seine Gitarre, und während Rasputin ihm zuhörte und dabei Glas auf Glas leerte, sang er melancholische Zigeunergesänge ... Rasputin war immer noch am Leben. Während sein «lieber kleiner Freund» ihm weiter zur Gitarre vorsang, musterte er ihn mit liebevollem, trübsinnigem Blick. Es war drei Uhr, als Yussupow, halb von Sinnen, zum dritten Male die Treppe hinaufstieg. Man beriet, was zu tun sei. Grossfürst Dimitri empfahl, dass man ihn in seine Wohnung zurückkehren lassen sollte; man würde ein anderes Mal Schluss mit ihm machen. Purischkewitsch geriet in Aufregung und erklärte, dass entweder alle zusammen hinuntersteigen müssten, um Rasputin zu töten, oder man solle ihn, Purischkewitsch, allen mit einem Revolver oder einem Totschläger hinuntersteigen lassen. Nach ein paar Minuten war man sich darüber einig, dass alle zusammen hinuntergehen wollten, um ihn zu erwürgen, Purischkewitsch allerdings berichtet, dass er dazu ausersehen war, Rasputin mit einem Totschläger niederzuschlagen. Einer hinter dem andern, Purischkewitsch voraus, begannen sie langsam die Wendeltreppe hinunterzuschleichen. Plötzlich aber hiessen Dmitri Pawlowitsch und Yussupow alle wieder umkehren und hinaufgehen. Sie blieben beide an der Tür stehen und berieten sich. Die andern zogen sich in den Hintergrund des Arbeitszimmers zurück; dann kamen Dmitri und Yussupow zu ihnen, und Yussupow erklärte, dass er Rasputin ganz allein töten werde. Niemand sagte etwas dagegen. Yussupow nahm den Revolver von Dmitri, und mit entschlossenem Schritt stieg er wieder die Treppe hinunter. Rasputin sass noch immer auf seinem Platz. Er hatte seinen Kopf auf die Brust hängen lassen und atmete laut. Yussupow trat an ihn heran und setzte sich neben ihn. Grigori verlangte Wein. Als er getrunken hatte, erwachte er plötzlich aus seiner Erstarrung, fand all seine Heiterkeit wieder und sprach davon, dass sie zu den Zigeunern gehen wollten. Von Entsetzen gepackt über so viel unerhörte Lebenskraft, glaubte Yussupow, dass er es mit übersinnlichen Kräften zu tun habe und dass ein Dämon in Rasputin stecke. Das konnte doch nur der Teufel selbst sein, der einer solchen Menge fürchterlichen Gifts, wie Grigori sie geschluckt hatte, Widerstand zu leisten vermochte! Diese diabolische Kraft musste man unschädlich machen! Aber wie? Der Blick des Fürsten fiel auf das Kruzifix, das auf einem der Schränke blitzte, und im selben Augenblick durchzuckte Ihn der Gedanke, dass nur dieses Kruzifix den Teufel auszutreiben vermöchte, Er stand auf, trat ans Kruzifix und rief Rasputin. Der trat zu ihm. Als er das Kruzifix betrachtete, warf Yussupow ihm vor, sich nicht bekreuzigt zu haben. Eben hatte Rasputin das Kreuz geschlagen, als ein Schuss ertönte. Rasputin schrie auf, dann fiel er auf das Eisbärfell. Beim Aufknallen des Schusses waren die anderen die Treppe hinuntergestürzt. Sie kamen in den Essraum. Einer von ihnen dreht am Schalter, und das elektrische Licht erlosch. Bald darauf zündete man es wieder an. Rasputin lag ausgestreckt auf dem Rücken. Die Muskeln seines Gesichts waren von nervösen Zuckungen verkrampft. Die Verschwörer glaubten, die Kugel sei in die Herzgegend eingedrungen, und Rasputin sei tot. Um nicht das schöne Eisbärfell zu besudeln, trug man den Körper zur Tür hin und legte ihn auf die Fliesen. Yussupow rief alle nach oben. Einige Zeit darauf ging Suchotin in Rasputins Kleidern mit dem Grossfürsten und Lazavert fort. Sie sollten direkt zum Sanitätszug fahren, rasch die Kleider Rasputins verbrennen und dann im geschlossenen Auto des Grossfürsten wiederkommen. Purischkewitsch und Yussupow blieben im Arbeitszimmer und sprachen über das, was geschehen war. «Wir glaubten», schreibt Yussupow, «dass Russland gerettet war und mit dem Verschwinden Rasputins sich eine neue Aera für uns eröffnete; wir glaubten, dass wir überall Unterstützung finden würden.» Yussupow ging bald wieder hinunter. Purischkewitsch blieb oben und ging im Arbeitszimmer auf und ab. Yussupow näherte sich dem Körper Rasputins und fing an, ihn zu betasten und zu untersuchen. Plötzlich schlug Rasputin die Augen auf, richtete seinen Blick wild auf den Jungen Fürsten, erhob sich, Schaum vor dem Munde, und warf sich auf Yussupow. Dieser konnte «ich kaum aus der Umklammerung seines Opfers befreien und musste noch eine Epaulette in seinen Händen zurücklassen; dann stürzte er unter lautem Geschrei davon, lief mit verstörtem Gesicht auf Purischkewitsch zu, der zu seiner Hilfe angelaufen kam, und flüchtete in die Zimmer seiner Eltern. Purischkewitsch hatte ein Geräusch unten gehört und stieg mit dem Revolver in der Hand die Treppe hinunter. Die Tür zum Hof war offen, und mitten im Hof sah er Rasputin, der im Begriff war, zu fliehen... Rasputin lief atmend auf das Eingangstor zu» «Felix! Felix!» rief er. «Ich werde alles der Zarin erzählen.» Purischkewitsch nahm die Verfolgung auf. Im Laufen gab er zwei Schüsse ab, die beide ihr Ziel verfehlten. Als Rasputin gerade, daran war, die Tür zu erreichen, blieb Purischkewitsch stehen und gab nochmals zwei Schüsse ab. Dieses Mal fiel Rasputin mit vorgestreckten Armen vornüber in den Schnee. Purischkewitsch lief zu ihm und begann, seinen Kopf mit Fusstritten zu bearbeiten. Er lief ins Haus zurück und bat zwei Soldaten Yussupows, die am Haupteingang postiert waren, die Leiche ins Haus zu schaffen. Die Soldaten machten sich auf die Suche und legten die Leiche auf dem Treppenabsatz nieder. Yussupow war wie von Sinnen; er stürzte sich auf Rasputin und prügelte mit seinem Totschläger auf ihn ein. Es war kaum möglich, ihn von der Leiche fortzureissen. Man setzte ihn blutbefleckt auf den Lederdiwan in seinem Arbeitszimmer. Er befand sich in einer Nervenkrise; mit dem Blick eines Geistesgestörten rief er ununterbrochen; «Felix! Felix! Felix!...» Purischkewitsch befahl den Soldaten, die Leiche in irgendein Stück Stoff einzuwickeln und zu verschnüren. Sie kamen dem Befehl nach. In diesem Äugenblick meldete man, dass der nicht weit vom Palais diensttuende Stadtsergeant gekommen sei, um sich nach dem Anlass der Schüsse zu erkundigen. Man Hess ihn in das Arbeitszimmer des Fürsten eintreten. Purischkewitsch, der in Uniform war und das Wladimirkreuz trug, trat auf ihn zu und fragte: «Kennst du mich?» «Nein, Exzellenz.» «Hast du einmal von Purischkewitsch gehört?» «Jawohl, Exzellenz.» «Nun, ich bin Purischkewitsch. Liebst du deinen Zaren und dein Vaterland?» «Jawohl, Exzellenz.» «Nun, dann schwöre mir, dass du es zu niemandem sagst: Grigori Rasputin ist tot.» Purischkewitsch erklärte ihm, dass er und der Fürst Rasputin getötet hätten, und bat ihn, vollkommenes Stillschweigen zu bewahren. Der Sergeant zog sich zurück. Kurze Zeit darauf kamen der Grossfürst, der Doktor und Suchotin, und man erzählte ihnen, was in ihrer Abwesenheit geschehen war. Man musste sich mit der Fortschaffung der Leiche beeilen. Der Grossfürst setzte sich an das Steuer des Autos, denn Lazavert war nicht mehr imstande, zu lenken, seine Nerven waren vollkommen erschöpft. Schon im Verlaufe der Nacht war er oben im Arbeitszimmer ohnmächtig geworden. Suchotin setzte sich neben den Grossfürsten. Den Toten legte man ins Automobil. Purischkewitsch und Lazavert nahmen im Fond Platz. Die Ordonnanz von Purischkewitsch setzte sich auf die Leiche. Auch Gewichte und Ketten nahm man mit. Der Motor zog an. Unterwegs bemerkte Purischkewitsch im Auto den Pelz und die Schneeschuhe Rasputins. Als er sich darüber wunderte, antwortete der Doktor ihm, dass Frau Purischkewitsch den Pelz nicht habe auftrennen wollen, um ihn ins Feuer zu werfen, und dass man sich darauf beschränkt habe, die kleineren Dinge zu verbrennen. Deshalb entschloss man sich, alles zusammen mit der Leiche ins Wasser zu werfen. Bald war man aus der Stadt. Der Weg wurde schmal, der Wagen holperte über ausgefahrene Spuren und rüttelte den Leichnam hin und her. Endlich war man an der Brücke, die die Petrowski-Insel mit der Krestowski-Insel verband. Das Auto hielt an einem Geländer. Man löschte die Lampen aus. Es war stockkfinstere Nacht. Purischkewitsch, Suchotin, Lazavert und der Soldat zogen die Leiche aus dem Wagen und schwenkten sie hin und her, um ihr den nötigen Schwung zu geben, dann warfen sie sie in den eisfreien Raum, den man in der Nähe des Geländers ermittelt und sich gemerkt hatte. Man warf die Gewichte hinterher, denn man hatte vergessen, sie an der Leiche festzubinden. Diese ganze Szene dauerte zwei oder drei Minuten. Der Grossfürst hielt sich während dieser Zeit ein wenig abseits, um aufzupassen. Als alles vorbei war, nahm er wieder am Volant Platz. Purischkewitsch setzte sich neben ihn, die anderen in das Innere des Wagens. Das Auto setzte sich fast lautlos wieder in Bewegung. In seinem Häuschen schlief der Nachtwächter wie ein Bär. Nach einigen kleinen Aufenthalten, die durch ein Versagen des Motors nötig wurden, gelangte man in das Palais des Grossfürsten. Beim Aussteigen bemerkten die Verschwörer Blutspuren auf dem Teppich; sie fanden auch den zweiten Schneeschuh. Der Grossfürst vertraute beide Gegenstände einem Diener an und bat ihn, sie zu verbrennen. Nachdem sie sich von dem Grossfürsten verabschiedet hatten, fuhren Purischkewitsch, Lazavert und Suchotin in einem Schlitten zum Lazarettzug und nahmen auch die Ordonnanz mit, die ihnen geholfen hatte. Die vorstehende fesselnde authentische Schilderung von Rasputins Tod ist dem empfehlenswerten Buch des General Spiridowitsch «Rasputin> entnommen. Hier begegnet man der ersten aktenmässig fundierten Biographie, in der das Leben dieses seltsamen und phantastischen Menschen auf Grund der Geheimdokumente der russischen Polizei wahr zur Darstellung gelangt. SEVA XI kommt! (Mitget.) Der Ausbruch des europäischen Krieges hat auch in unserem Lande Umwälzungen bewirkt, die, zunächst jedenfalls, Lotterien nicht als wünschbar erscheinen Hessen. Die SEVA hatte deshalb ihre fertig vorbereitete Herbstlotterie auf unbestimmte Zeit verschoben. Nachdem sich einerseits die Verhältnisse etwas stabilisiert haben, anderseits die gemeinnützigen Institutionen aller Art erhöhte Geldbedürfnisse aufweisen und insbesondere auch zugunsten der bernischen Soldatenfürsorge vermehrte Geldmittel tu beschaffen sind, erachtet die SEVA den Zeitpunkt für die Durchführung ihrer 11. Lotterie als gekommen. Mit dem Losverkauf wurde schon begonnen. Um auch dem Loskäufer eine besondere Erkenntlichkeit für seinen Gemeinnützigkeitssinn zu beweisen, hat sich die SEVA dazu entschlossen, über den normalen Treffersatz hinaus noch 23 Zugabetreffer a je Fr. 1000.- extra zu stiften. Diese Zugabetreffer sollen mithelfen die rasche Abwicklung der Lotterie, die schon mit Rücksicht auf die verschiedenen Hilfswerke notwendig ist, zu fördern. Ein gemischtes Ziehungsverfahren sorgt für eine wesentliche Erhöhung der Gewinnaussichten der geschlossenen 10-Los-Serie. Der Lospreis beträgt wiederum 5 Franken. ders, das heisst Ausländer, meist Engländer, feindlich gegenüber. Die Republik gewährt den neu eingewanderten Ausländern keine politischen Rechte. Ihr Präsident, Paul Krüger, ist allen Wahlreformen abgeneigt. So kommt es zur Intervention Englands und dann zum offenen Krieg. Um das Wahlrecht zu erzwingen, bilden die Uitlanders 1895 ein sogenanntes Reformkomitee, das von der Südafrikanischen Gesellschaft Cecil Rhodes unterstützt wird. Man liefert ihnen Waffen, und als die Lage kritisch wird, bricht der Kommissar der Gesellschaft, Dr. Jameson, an der Spitze von 800 Reitern und 6 Geschützen in Transvaal ein. Die ganze Welt ist über diesen Ueberfall empört. Der deutsche Kaiser sendet sein berühmtes Telegramm an den Präsidenten Krüger. Aber Jamesons Ueberfall misslingt, er muss kläglich kapitulieren. Nun greift England ein. Es stellt Forderungen betreffend des Wahlrechtes, und als keine Einigung erzielt wird, stellen die Buren ein Ultimatum: Einsetzung eines Schiedsgerichts, Zurückziehung der englischen Truppen. Da dies abgelehnt wird, überschreiten die Buren die Grenzen von Natal und eröffnen den Krieg, der drei Jahre dauert, vom 22. Oktober 1899 bis 5. Juni 1902. Nach englischen Angaben betrugen die Streitkräfte der Buren zu Beginn des Krieges nahezu 55 000 Mann, die englischen nur 30 0O0. Die Buren kämpfen tapfer für ihre Freiheit und wenden die Taktik des Guerillakrieges an, gegen die reguläre Truppen nur schwer bestehen können. Sie sind alle beritten, gute Schützen und kämpfen bald zu Pferd, bald als Infanterie. Die Engländer erleiden zunächst empfindliche Niederlagen, sie werden bei Colenso, Magersfontain und am Spionskop geschlagen, ein Teil ihrer Truppen wird in Ladysmith eingeschlossen; dagegen siegen sie bei Elandslaagte, Natal wird bis zum Tugela von den Buren besetzt und auch in die Kapkolonie dringen Burenkommandos ein. Auf Grund dieser Lage entsendet England zu Anfang des Jahres 1900 seine besten Generale nach Südafrika. Es sind Lord Roberts und Lord Kitchener, die am 10. Januar 1900 in Kapstadt eintreffen. Lord Roberts beginnt eine neue Taktik. Statt die den Engländern verhängnisvoll gewordenen Frontalangriffe durchzuführen, lässt er mit grosser Uebermaeht die Stellung der Buren bei Jakobsdal umgehen. Der Burengeneral Cronje Der nüchterne Schweizer, der gewohnt ist, in echt demokratischer Weise als gleichberechtigter Bürger neben die Spitzen unserer Landesbehörden zu sitzen, hält im grossen und ganzen nicht viel von Verdienstorden. Ei findet, dass die Pflichterfüllung wohl Anerkennung verdient, nicht aber der öffentlichen Schaustellung — und wäre es auch muss sich mit 4300 Mann am Pardeberg ergeben, und Kimberley wird dadurch befreit. Gleich darauf müssen die Buren die Einschliessung von Ladysmith wieder aufgeben. Ohne Widerstand zu finden, besetzt Lord Roberts Bloemfontein. An Stelle des inzwischen verstorbenen Generals Joubert leitet der Burengeneral Louis Botha die Operationen, unterstützt von den Generalen Dewet und Delarey. Der Ausgang des Krieges kann nicht mehr zweifelhaft sein, nachdem England 250 000 Mann zusammengezogen hat, denen nur noch 15 000 Buren entgegenstehen, Dennoch kämpfen die Burea heldenmütig weiter. Arn 31. Mai 1900 besetzen die Engländer Johannesburg, am 5. Juni Pretoria. Im August kapituliert das letzte grössere Burenkommando unter General Prinsloo bei Fourierburg. Präsident Krüger verlässt nun Südafrika, um zu versuchen, in Europa Hilfe bei anderen Staaten zu erlangen. Kaiser Wilhelm II, empfängt ihn nicht einmal. So bleibt dem Präsidenten nichts anderes übrig, als sich nach den Niederlanden und dann in die Schweiz zurückzuziehen. Er stirbt 1904 in Ciarens. Trotzdem setzen die Buren den Krieg fort. Lord Roberts sieht seine Aufgabe als erledigt an, er übergibt den Oberbefehl an Lord Kitchener. Es gelingt den Buren, noch einmal in die Kapkolonie einzudringen, so dass sogar Kapstadt in Verteidigungszustand gesetzt werden muss. Dagegen vermögen die Engländer nicht, des Burengenerals Dewet habhaft zu werden oder den General Delarey entscheidend zu schlagen, Aeussere Umstände führen nun zum FriedenSschluss. Königin Viktoria von England ist gestorben, Eduard VII. zur Regierung gelangt. Der neue König will diesen schrecklichen Krieg nicht weiterführen: Am 22. März 1902 beginnen die Verhandlungen mit den Burenführern in Pretoria, Sie führen am 31. Mai zum Abschluss des Friedens, In diesem Vertrag erkennen die Buren König Eduard VII, als ihren Souverän an, und dieser garantiert ihnen den Schutz des persönlichen Eigentums, die Wahrung ihres Volkstums und stellt ihnen die vollkommene Autonomie in Aussicht. Dieses Versprechen wurde eingehalten, und die Südafrikanische Union erlebte in wenigen Jahren eine Blütezeit, wie sie nur wenigen Ländern je in ihrer Geschichte beschieden war. Kriegsauszeichnungen nur durch ein kleines Knopflochzeichen — dienen soll. Die Schweizergesohichte hat ihm die « Kehrseiten der Medaillen » zu seinem eigenen Schaden mehr als genug offenbart. Dennoch sollten wir uns vor Augen halten, dass wir mit dieser Ablehnung im Rund der Nationen einsam stehen. Nicht mir jene Länder, deren staatliche Einrichtunigen auf einer längeren Tradition fussen, kennen diese sichtbaren Belohnungen; sie sind ebensosehr bei jenen zu finden, die sich als «jung» bezeichnen und Ueberlieferungen gerne als «ergraute Zöpfe > bezeichnen. Sogar die USSR, die sich auf die Kollektivisierung des Einzelnen viel zugute tut, macht davon keine Ausnahme. Wir sollten uns deshalb büten, die Auffassung anderer Völker nach unserm eigenen Denken zu beurteilen, auch wenn das Verleihen von Auszeichnungen unserm Wesen fremd ist. Dies gilt besonders von jenen Kriegsauszeichnungen, welche für Leistungen vor dem Feind verliehen werden. Dabei sei ohne weiteres zugegeben, dass einerseits die Verhältnisse manche dieser Leistungen erleichtern und dass sie anderseits vielfach unbekannt und unbelohnt bleiben. Man darf aber sicher gehen, dass jeder Träger einer Kriegsauszeichnung als Verteidiger der Heimat seinen Mann gestellt hat und darum die Achtung seiner Mitmenschen verdient, auf welcher Front er auch gestanden haben mag. Das Eiserne Kreuz Deutschlands. Die bekannteste kriegerische Auszeichnung in Deutschland ist das «Eiserne Kreuz», das im Jahre 1813 von König Friedrich-Wilhelm III. gestiftet wurde in einer Epoche, als das Land unter dem Stiefel Napoleons darniederlag. Eisen wie Kreuz sind sinnbildlich zu verstehen : Eisen als Rohstoff für die Befreiungswaffen, das Kreuz als Sinnbild des Leidens. Das Eiserne Kreuz wurde sowohl für die Feldzüge 1870/71 wie 1914/18 erneuert und wird auch gegenwärtig wieder je nach der Leistung als erste oder zweite Klasse verliehen. Der Ehrgeiz jedes Offiziers zielt daraufhin, eines Tages den Orden tPour 1 e M e r i t e > tragen zu dürfen, eine Auszeichnung, die höchst selten verliehen wird, wie z. B. während des Weltkriegs für den Abschuss einer bedeutenden Anzahl feindlicher Flieger. Richthofen, Boelke, Immelmann usw. waren auf Grund ihrer Erfolge c Pour le Meritler », wie sie allgemein genannt werden. Bei den Franzosen ist die eigentliche Kriegsauszeichnung nicht etwa die bekannte' Ehrenlegion, die sowohl für militärische wie zivile Leistungen in fünf Klassen verliehen wird, sondern das Kriegskreuz (Croix Das Kriegskreuz (Croix de Guerre) Frankreichs. de Guerre). Anrecht auf diese Dekoration hat jeder Offizier oder Soldat, der im Armeebefehl ehrend erwähnt wurde (der Angehörige der französischen Armee, der sich vor dem Feind in besonderer Weise auszeichnet, wird im Armeebefehl zitiert); der sichtbare und bleibende Ausdruck dieser Anerkennung ist das Croix de Guerre. Auch Grossbritannien hat eine besondere Auszeichnung für die Leistungen im Kriegsdienst: Der «Order of the British Empire», ursprünglich ein Zivilorden, dem aber am 28. Dezember 1914 eine besondere Abteilung für Kriegsleistungen angegliedert wurde. Der OrdSn selbst wird in fünf verschiedenen Graden verliehen, die ziemlich genau denjenigen der französischen Ehrenlegion entsprechen. Es sind dies : Members (Mitglieder), Officers (Offiziere), Commanders (Kommandeure), Knights Commanders (Ritterkommandeure) und Knights Grand Cross (Ritter-Grosskreuze). Alle diese Auszeichnungen verschaffen daneben öffentlichen Trägern noch das Anrecht auf verschiedene Vergünstigungen, die ebenfalls als Anerkennung für die vollbrachten Leistungen ixi betrachten sind. 0

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