+ Insert: Drei Gemeinden – Ein Weg - Mediaradius

mediaradius.it

+ Insert: Drei Gemeinden – Ein Weg - Mediaradius

ServIce

16 L.U.S.S., Karneid

25 Konnys Ladele, Deutschnofen

31 R. Mair, Deutschnofen

32 Holz Pichler, Birchabruck

36 Gasser, Birchabruck

37 Pichler Sebastian, Deutschnofen

38 Alte Bilder als Zeitzeugen

Impressum

Herausgeber: Athesiadruck GmbH

- Eintrag. Lg. Bozen Nr. 26/01

Verantwortlicher Schriftleiter:

Armin Mair

Verantwortlicher Projektleiter:

Franz Wimmer

Koordination/Produktion:

Elke Schlemmer

Redaktion: Jutta Kusstatscher, Elke

Schlemmer, Franz Wimmer

Anzeigenverkauf: Sabine Kaufmann

Verwaltung: Kapuzinergasse 5,

39100 Bozen, Tel. 0471 977 824

Fotos: Dolomiten Archiv, Anita Oberhöller,

Dorfmuseum Welschnofen,

Valentin Pardeller, Tourismusverein

Steinegg, ©Cover, Tourismusverband

Rosengarten-Latemar, Gemeinde

Karneid, Othmar Seehauser,

verschiedene Privat- und Online-Archive

sowie Verkaufsunterlagen.

Konzept & Abwicklung:

King Laurin GmbH, Eppan

Grafik-Layout: Anita Oberhöller

Produktion: Athesiadruck Bozen

Auflage: 35.000 Stück

Ak tuell

04 Eingangstor ins Zauberreich ...

07 Die Welt an der Zapfsäule

08 Vier unter den Kronjuwelen

12 Vielfalt in jeder Hinsicht

15 1000 Jahre Tradition

17 Das Strahlen der Dame

20 Die Leute sind Schlange gestanden

22 Das Werkl läuft

26 Erfolgsgeschichte eines Skigebietes

28 Die Ressource Holz

34 Ein kleines Solingen

35 Ein Kunst(Kult)-Objekt

editorial

Diese Radius-Beilage über das Eggental

war eine so genannte „Tunnel-

idee“, Anläßlich der Eröffnung vor

Weihnachten waren die drei Bürgermeister

Bernhard Daum, Albin Kofler,

Elmar Pattis, sowie Robert und Erich

Pichler zusammen mit Franz Wimmer

die Geburtshelfer.

Als Basis sollte die Geschichte der

Straße dienen. Weiters die Entwicklung

der Gemeinden, des Tourismus,

der Wirtschaft im Allgemeinen und

der Holzwirtschaft im Besonderen.

Themen gab es genug, man musste

nur an die Arbeit gehen.

Begonnen hat dann alles mit dem

ersten Treffen der drei Bürgermeister

im Sitzungssaal beim Kollegen Albin

Kofler Anfang Januar in Kardaun

(siehe Foto). Was herausgekommen

ist kann sich sehen lassen. Auf 40

Seiten mit historischen Fotos dokumentiert,

ein höchst interessantes

Dokument vom Eggental und den

drei Gemeinden samt ihrer Straße.

Ein Dankeschön an alle die mit geholfen

haben!

Franz Wimmer

P.S.: Auch für andere Talschaften zur

Nachahmung empfohlen!

Weitere Infos unter info@mediaradius.it


4

eingangtor ins Zauberreich der Dolomiten

Die Eggentaler Straße ist Teil

der großen Dolomitenstraße,

die hier beginnt und bis nach

Cortina d’Ampezzo führt.

Der Tunnel „Kampenn“ wurde im Dezember

2007 für den Verkehr freigegeben,

seitdem erreichen die Bewohner

des Eggentals geschätzte zwei Minuten

früher das Eisacktal. Doch es ging den

Bewohnern des Eggentales kaum um

Sonderbeilage

diese Zeitersparnis, sondern vielmehr

darum, das Eisacktal überhaupt und

vor allem sicher zu erreichen. Muren,

Felsstürze und Unfälle haben die Fahrt

aus dem und ins Eggental von jeher ungewiss

sein lassen. Steinschlag und Stau

bescherten Autokolonnen und sorgten

oft für grobe Verspätungen, nicht selten

auch für Unfälle. 1991 wurde in einer

Studie erhoben, dass insgesamt 3,6

Kilometer der alten Eggentaler Straße

neu trassiert werden muss, damit sie

sicher wird: Mit den beiden Tunnels

sind nun zwei der drei dafür nötigen

Baulose realisiert. Der dritte Abschnitt

kommt als nächstes dran. Die verbleibenden

problematischen Abschnitte bis

Birchabruck sollen lediglich entschärft

werden.

teil der großen Dolomitenstraße

Ausgebaut wird damit ein Bauwerk, das

im Dezember 1860 eröffnet wurde. Die

Eggentaler Straße. Sie ist der erste Teil

der „großen Dolomitenstraße“. 1896

wurde die Verbindung Welschnofen

Karersee errichtet, 1909 hatte man mit

der neuen Straße Cortina d’Ampezzo

erreicht. Die „große Dolomitenstraße“

erreichte Weltruhm, das Eggental galt

fürderhin als das „Eingangstor in das

Zauberreich der Dolomiten“. Bis dahin

war Welschnofen nur auf einem Karrenweg

über Karneid und Gummer erreichbar.

Deutschnofen konnte zudem durch

das Brandental auch Leifers erreichen.

Welschnofen und Deutschnofen waren

mit dem Temblweg über den Bewaller

verbunden. Aber diese Wege waren Tagesreisen

für Ochsengespanne, für die

mindestens zwei Viecher vorgespannt

werden mussten, die dann höchstens

vier Stämme liefern konnten. Damit

war es im Eggental kaum möglich, sich

am wirtschaftlichen Leben zu beteiligen,

das unten im Eisack- und Etschtal

vorbeizog.

Dabei hatten die Nachbarn in Tiers

bereits 1811 eine Zufahrtsstraße erhalten.

Dahinter hatte die engagierte

Initiative des Bauern vom Goflmorterhof,

Johann Knollseisen, gestanden. Im

Eggental blieb man hingegen kulturell,

sprachlich und wirtschaftlich sechzig

Jahre länger unter sich. Lediglich manches

Holz gelangte über abenteuerliche

Wege hinunter ins Tal. Bei Hochwasser

versuchte man, den Eggenbach als

Transportmittel zu nutzen. Ein Wagnis,

vor allem dann, wenn sich ein Stamm

quer legte, der von den Männern dann

wieder in Fließrichtung gebracht werden

musste. Die Rendite aus dem Verkauf

fraß in jedem Fall der mühsame

Transport auf.

Selbst als Mitte des 19. Jahrhunderts

der Wunsch nach einer eigenen Straße

immer dringlicher wurde, schien das

schwierige Gelände der Porphyrplatte

die Umsetzbarkeit zu gefährden. Doch

dann lag ein Plan vor, vom Bozner Ingenieur

Schweigkofler.

P A G I N I e r u N G

erschließung der faszinierenden

Schlucht

1859 gab die Stadthalterei zu Innsbruck

die Bewilligung zum Bau der Straße,

1860 ging es mit den Bauarbeiten

durch den harten Porphyr los: Felsen

wurden gesprengt, Tunnels gebohrt,

Brücken gebaut bereits nach acht Monaten

konnte die Straße für den damals

noch unmotorisierten Verkehr eröffnet

werden. Der Welschnofner Chronist

und Schuldirektor Ignaz Kircher hat

die Erschließung der Straße festgehalten

(„Welschnofen Von der Alten Zeit.

Der Alltag“, Folioverlag 1994).

Die Straße durch die Eggentaler

Schlucht erregte dann auch bald eine

breite Aufmerksamkeit: „Die Straße

führt durch eine etwa sieben ein Viertel

Stunden lange Porphyrschlucht, die der

Eggentaler Bach im Laufe von vielen

Jahrtausenden gegraben hatte und an

wilder Schönheit alles übertrifft. Eine

so erhabene Schönheit findet man in

Tirol nicht mehr“, schrieb der Schweizer

Theodor Borel vom Alpenklub 1892

voller Bewunderung.

Einheimische, Wanderer und Touristen

rechneten mit einem Fußmarsch von

etwa fünf Stunden, talauswärts etwas

schneller, vier Stunden. Eine Kutschenfahrt

kostete den halben Jahreslohn

eines Angestellten. „Boazn gian“ wurde

eine Freizeitbeschäftigung für die Bewohner

des Eggentales bis Welschnofen.

Man erfreute sich auch zu Fuß an der

Bequemlichkeit der neuen Straße. Und

endlich war der Handel mit Produkten,

die auf den Höfen hergestellt wurden,

auch außerhalb des Tales möglich. Das

Sonderbeilage 5


Tal begann sich zu regen. Nicht zuletzt

auch deshalb, weil durch die Straße alsbald

am Karerpass reges touristisches

Treiben möglich war, als 1896 das

Grand Hotel eröffnet wurde.

erschwerte Finanzierung

Die Gemeinden aber stöhnten an der

Finanzierung der Straße. Vorab hatten

die damalige Landesverwaltung und die

Stadt Bozen zwar Beiträge zugesagt,

doch die Hauptfinanzierung mussten

die Eggentaler selbst tragen. Mit einem

Kostenvoranschlag von 50.000 Gulden

war der Bau begonnen worden. Geld

konnte von der Sparkasse von Bozen,

von einigen reichen Bauern und viele

Familien aus dem Tal geliehen werden

doch der Bau kostete letztlich zur Hälfte

mehr. 1862 mussten 75.107 Gulden

Kredite abgezahlt werden. Luis Pfeifer,

der ehemalige Schuldirektor von

Deutschnofen, hat die Finanzierungsodyssee

in seiner Dissertation 1975

(„Deutschnofen 1850-1914“) minuziös

zusammengetragen.

Man kam nicht umhin, eine Maut einzurichten,

die in einen Wegebaufonds

eingezahlt wurde. Besonders die Holztransporte

machten die Mauteinnahmen

interessant je nach Verwendungsart

des Holzes wurden Tarife festgelegt. Im

September 1867 dann das Unfassbare:

Durch ein Unwetter wurden weite Teile

der neuen Straße beschädigt und zerstört.

Die Schadenssumme von 71.000

Gulden wurde fällig nahezu dieselbe

Summe, die man für den Bau noch

schuldig war. Neue Kredite wurden

aufgenommen, um die Schäden sofort

zu beheben immerhin war mit der Eggentaler

Straße die Idee einer großen

Dolomitenstraße.

Als die Eggentaler Straße vom italienischen

Staat übernommen wurde,

waren alle Kredite abgezahlt, trotzdem

1882 ein weiteres Unwetter die Straße

wiederum zerstört hatte und neue Wiederaufbauarbeiten

geleistet wurden.

tunneleröffnung im Dezember 2007

Tunnelpatin Walli Pichler inmitten der hohen Landespolitik

LH Luis Durnwalder LR Florian Mussner

A k t u e l l A k t u e l l

„Die Welt an der Zapfsäule“

Wo eine Straße gebaut wird,

braucht es Benzin. Die erste

Tankstelle an der Eggentaler

Straße gab es auf 1610 Metern

Meereshöhe, unmittelbar vor

dem Karerpass (1745 müM).

Das Grand Hotel war 1896 eröffnet

worden und weckte europaweit

touristisches Interesse. Unternehmer,

Schauspieler, Aristokraten ließen sich

in Pferdekutschen an den Karerpass

chauffieren, um hier ihren Urlaub zu

verbringen. Die Liste der Gäste des

Grand Hotels von damals schillert

heute noch.

Es handelte sich um Leute, die es sich

früh leisten konnten, das Pferdegespann

durch das Auto zu ersetzen. 1911 wurde

die Eggentaler Straße für den motorisierten

Verkehr freigegeben. 1951 baute

das Hotel die erste Zapfstelle, diese

erste Tankstelle wurde von Emma Geiger

betrieben.

Der technisch Verantwortliche des

Hotels war Ferdinand Geiger und er

suchte jemanden, der die Tankstelle

übernahm. Seine Frau Emma war einige

Male im Tankdienst eingesprungen.

Es lag nahe, sie zu fragen: 1957 wurde

Emma Geiger-Pfeifer Pächterin der ersten

Tankstelle am Karerpass.

“Anfangs musste ich noch meinen

Mann fragen”, sagt Emma Geiger, die

ihren Kunden nicht nur Benzin tanken,

sondern auch Service am Auto leisten

sollte. Die erste Zeit war man nur

im Sommer am Karerpass, im Winter

zog Familie Geiger ins Dorf. Ab 1958

herrschte Ganzjahresbetrieb.

„Die tankstelle hat uns

die Welt gebracht.“

Die Zapfsäule wurde vom Hotelpark

vor an den Straßenrand verlegt. Dazwischen

lag das Stallgebäude des Hotels,

das umgebaut das Haus der Familie

Geiger wurde. Das in traditioneller Bauweise

errichtete Steinhaus wurde zum

Markenzeichen der Tankstelle.

“Von der Küche aus konnte ich sehen,

wenn jemand tanken wollte”, erzählt

Emma Geiger. Schnell lief sie dann die

Treppen runter. Die Tankkunden waren

auch nachts unterwegs, “sie läuteten

dann einfach an der Tür”. Alsbald halfen

die vier Kinder mit. “Für uns war es

willkommenes Taschengeld”, so Tochter

Christl Geiger. Für das Scheibenwischen

steckten Kunden uns Kindern

Münzen zu, “es hat Spaß gemacht”.

Nicht nur des Taschengelds wegen, “die

Tankstelle hat uns die Welt gebracht”,

so Christl Geiger. Die Gäste am Karerpass

waren weiterhin berühmt: Leni

Riefenstahl, Renato Russel, Rosemarie

Springer vom deutschen Zeitungsverlag,

Hardy Krüger, der Schauspieler,

Verleger Günther Neske, Johannes und

Karin Schauff, Schauspielerin Heidelinde

Weis, der deutsche Presseattaché

Erich Kusch “oft kannten wir nur die

Chauffeure”.

Florierendes tankgeschäft und

viele Benzinlieferanten

Familie Geiger baute 1973 im Parterre

einen Tankshop aus, mit Öl- und Wasserservice

und einem Münztelefon für

die Kunden. Sohn Alfred wurde Mechaniker,

und wollte die Tankstelle seiner

Mutter übernehmen. Doch er erkrankte

und verstarb. Emma Geiger: “Ich musste

weitermachen”.

Das Geschäft brauchte sie. Es durfte

kein Diesel verkauft werden: Die

Tankstelle lag ungünstig zwischen zwei

Kurven, ein Unsicherheitsfaktor beim

Ein- und Ausfahren. Dennoch kamen

ab 1960 stets mehr Einheimische am

Wochenende zum Skifahren. In den

70ern blühte das Tankgeschäft.

Ursprünglich lieferte Esso, dann Sarom

99, darauf BP und dann MACH das Benzin.

Zuletzt gehörte die Tankstelle dem

IP-Konzern. Jede Gesellschaft kleidete

die Pächterin mit anderen Monturen

ein. Manchmal galt es, einen blauen Toni

zu tragen, dann eine weiße Schürze,

immer mit dem applizierten Logo des

Benzinlieferanten.

Die Tankstelle überstand die Energiekrise

der frühen 70er Jahre, übertauchte

die Wochenendfahrverbote. Doch die

Tankstellenpächterin wurde müde.

Nachdem am 13. November 1987 alle

Kunden getankt hatten, ließ Emma Geiger

das Rolló endgültig hinunter.

Heute liegt ein kleiner Vorgarten vor

der Residence Chris.

6 Sonderbeilage

Sonderbeilage 7


P A G I N I e r u N G

vier unter den kronjuwelen

Der Name des Tourismusverbandes

der Eggentaler

Gemeinden ist Programm:

Rosengarten-Latemar.

rosengarten und Latemar. Die zwei

Kronjuwelen der südlichen Dolomiten

stehen Pate für das Tourismusgebiet

Eggental. Unter diesem Namen

wird den Gästen Sommer wie Winter

ein Programm geboten, das sich über

ein weites Gebiet erstreckt: Von Steinegg

über Tiers, dessen Fraktion St.

Zyprian, über Welschnofen, Eggen,

Obereggen auf das Hochplateau von

Deutschnofen bis hin nach Petersberg.

Der Zusammenschluss

Bis Anfang der 90er Jahre hat jede Ortschaft

für sich mit dem eigenen Tourismusverein

versucht, den Gästen ihren

Ort schmackhaft zu machen. Vertreter

aller Orte des Eggentales trafen sich

zufällig auf touristischen Messen oder

in Kaufhäusern irgendwo in Norditalien

oder in Deutschland auf der Suche nach

direktem Kundenkontakt.

Die Initiative ging dann vom Land Südtirol

aus, das zum Zusammenschluss

der touristischen Tätigkeiten aufrief,

damit sich jeweils größere Gebiete

besser als Ferienregion vermarkten

konnten.

Man wehrte sich gegen einen Zusammenschluss

mit Bozen oder Überetsch/

Unterland, da kein homogenes touristisches

Programm möglich gewesen und

es damit schwer gefallen wäre, zwei

Saisonen mit einem gemeinsamen Angebot

zu gestalten.

Doch die Gemeinden des Eggentales erfüllten

zunächst nicht alle Kriterien für

eine eigenständige Ferienregion. Das

Land forderte jeweils drei Orte zum Zusammenschluss,

man wollte mit Tiers

zusammenarbeiten, und damit waren

es neben Welschnofen, Deutschnofen

und Karneid gleich vier Orte. Gemeinsam

erreichten sie gerade mal 600.000

Nächtigungen, für einen Dachverband

sollten es aber mindestens 1,2 Millionen

sein.

Doch eine Frage stand damals längst

im Raum: Wem gehört der Rosengarten?

Tiers und Welschnofen kämpften

mit Vigo di Fassa auf der anderen Passseite

um „seine“ Kronjuwele, aber die

Grenze aller drei Gemeinden zieht sich

durch das Rosengartenmassiv. Mit der

Gründung der Ferienregion Rosengarten-Latemar

war die Frage dann vom

Tisch. Das Land akzeptierte zunächst

die Zusammenarbeit der Vier als Werbegemeinschaft,

schlussendlich auch als

Tourismusverband. Dieser wurde 1993

gegründet, Präsident ist seitdem Georg

Weissensteiner, Hotelier des Hotel

Sonnalp in Obereggen.

Mit der Straße kam Glamour

Die Anfänge des Tourismus im Eggental

beginnt nach dem Bau der Straße 1860,

die weit gereiste Gäste anzog, nachdem

1896 das Grand Hotel am Karerpass eröffnet

wurde. Bis zum Ersten Weltkrieg

fuhren VIPs aus ganz Europa durch

die Porphyrschlucht, etwa Österreichs

Kaiserin Sissi, der „Vater“ von Winnetou,

Karl May, die Krimiautorin Agatha

Christie und der britische Premier

Winston Churchill. Sowohl der Erste als

auch der Zweite Weltkrieg ließen den

Aufschwung auf 1610 Metern über dem

Meeresspiegel jeweils abrupt einbrechen.

Das Grand Hotel wurde während

des Zweiten Weltkrieges zuletzt als

Lazarett genutzt Verletzte statt Vergnügte

wurden hier nun versorgt.

Der mondäne Glanz des Grand Hotels

konnte danach nie wieder erreicht werden.

Zwar wurde das Hotel wieder in

gut gehenden Betrieb gebracht, doch

man konnte nicht an den vormaligen

Glamour anknüpfen. Es musste mehr

für die Gästeaufmerksamkeit getan

werden. Bis dahin war nur im Sommer

Hochsaison. 1949 wurde der Lift auf

die Paolinahütte errichtet. 1958 veranstaltete

das Grand Hotel einen außergewöhnlichen

Ärztekongress mitten im

Winter. Zu Beginn der 60er Jahre wurde

die Karersee-Siedlung gebaut, die Sommerfrischler

aus Bozen und Zweit-Woh-

nungsbesitzer von weither anlockte. Auf

den Hängen des westlichen Rosengartens

wurde der Lift zur Kölner Hütte

errichtet und danach einer nach dem

anderen. Es war gelungen, den Gästen

ein ganzjähriges Programm anzubieten.

Alsbald rangierte der Karerpass nach

Gröden im touristischen Angebot der

Dolomiten als Nummer zwei.

Dieses Image reichte bis in die 80er

Jahre hinein. Bereits in den 60er Jahren

war das Grand Hotel verkauft und

zum Wohnhaus umgebaut worden. Alsbald

lief das Skigebiet Karerpass nicht

mehr wie bisher.

Obereggen blühte auf

Parallel war an anderer Stelle eine neue

Initiative gestartet worden: 1972 ging

in Obereggen der erste Lift in Betrieb.

Ziel war es dort von vornherein, mit Liften

und Pisten einen Zusammenschluss

nach Pampeago anzustreben. Das Trentiner

Dorf hatte 1968 drei Lifte gebaut,

Predazzo errichtete vier Lifte 1970.

Nun wollte man es auch auf Südtiroler

Seite wagen.

Doch der Glaube an einen Erfolg machte

sich anfangs nur bei einer kleinen

Gruppe von jungen Eggener Pionieren

fest, 134 Kleinaktionäre fanden sich

schlussendlich doch. Der Umsatz des

ersten Jahres ließ selbst den Überzeugtesten

von ihnen das Bauchgrummeln

nicht ganz schwinden: 16,2 Mio. Lire

(ca. 8.000 €), mehr waren zu Beginn

nicht drin. Doch an der Idee arbeitete

man konsequent: 135 Mio. Lire Umsatz

konnten im ersten Jahr verbucht werden,

als die Verbindung zu Pampeago

endlich hergestellt war. Es war die

8 Sonderbeilage

Sonderbeilage 9


Saison 1975/76, die den Aufschwung

brachte. Vom Erfolg von Obereggen

profitierte das gesamte Gebiet. Heute

bietet Obereggen seinen Skifahrern

ein Karussell mit insgesamt 18 Liften

an und füllt die Hotelbetten aller Ortschaften

des Eggentals.

Während am Erfolg der Eggener in Obereggen

niemand mehr zweifelte, ging es

am höher gelegenen Karerpass bergab.

Der Stillstand einiger Lifte dauerte einige

Jahre an. Man suchte nach einer Lösung

und seit diesem Winter stehen die

Ampeln wieder auf grün: Es wurde ein

neues Unternehmen gegründet und bereits

jetzt herrscht wieder voller Betrieb

unter dem Rosengarten. Mehrheitseigentümer

der neuen Latemar-Karersee

GmbH ist Georg Eisath, Miteigentümer

des Schneekanonenherstellers Techno-

Alpin und selbst Gastwirt in Karersee.

Große Investitionen und neue Lifte stehen

am Plan.

A k t u e l l A k t u e l l

Obereggen und Karerpass sind Mitglied

bei Dolomitiski, dem 12 Talschaften angehören.

Bereits 1976/77 trat die Talschaft

Val di Fiemme/Obereggen dem

Großkarussell Dolomiti Superski bei,

nachdem das Karersee-Gebiet 1975 zu

den Gründern zählte.

Weitere kooperationen

Kooperationen gibt es auch für andere

touristische Angebote außer dem Skifahren.

Karneid, Tiers, Welschnofen und

Deutschnofen waren bei der Gründung

der Alpenperlen 2006 in Wien mit dabei.

Die Vereinigung „Alpine pearls“, an

der sich 22 Orte in Deutschland, Frankreich,

Italien, Österreich, der Schweiz

und nun auch Slowenien beteiligen, fördert

eine sanfte Mobilität. Alle Orte stehen

für Urlaub mit Nachhaltigkeit ein,

für Klimaschutz und für höchste Qualität

im Tourismus. Touristen, die ohne Auto

anreisen, werden ab Bozen mit Shuttlediensten

und Busangeboten unterstützt.

Wer dennoch mit dem Auto anfährt und

den Wagenschlüssel dann aber für mehrere

Tage abgibt, erhält einen Bonus. Im

Einstundentakt werden alle Ortschaften

des Gebietes von Bussen angefahren, im

Zweistundentakt erreichen Wanderer

den Einstieg zu allen Wanderwegen.

Der Perlenwanderweg wird bis zum

kommenden Sommer vollständig beschildert

sein die 82 Kilometer lange

Runde setzt neue Maßstäbe. Auch für sogenannte

Spaßmobilität wird verstärkt

gesorgt. Elektro-Mountainbikes sind der

aktuelle Hit für den Sommer. Mit kleinen

Motoren angetriebene, rüstige Fahrräder,

so genannte „Flyer“, laden zu Radtouren

ein. Zum touristischen Spaß zählt

wieder, auf Pferderücken durch die Wälder

zu ziehen reiten zählt zur sanften

Mobilität und einige Betriebe haben einen

hauseigenen Reitstall.

Neben den gemeinsamen Programmen

pflegt jeder Ort doch seinen eigenen

Schwerpunkt, der sich teils von früher

überliefert hat. Bemerkenswert ist das

kleine Tiers. Es ist ein Ort der Stammgäste:

Leute, die Tiers entdecken, kommen

offenbar gern und immer wieder.

Sanfte Bergsportmöglichkeiten locken

Urlauber zu allen Jahreszeiten an,

vom Schneeschuhwandern bis zu den

Ausflügen in die Dolomiten. Die Ruhe

im Naturpark Schlern zieht Leute nach

Tiers, 2003 wurde der Naturpark gegen

den Rosengarten hin erweitert: Seitdem

ist auch das Dolomitenmassiv Teil des

Schutzgebietes.

Steinegg, Welschnofen,

Deutschnofen und tiers

Steinegg, die touristischste der Karneider

Fraktionen, hat durch seine südwestliche

Hanglage die längste Som-

mer- und Sonnensaison zu bieten. Die

Jugend pflegt hier wie kaum anderswo

in Südtirol die moderne Musikkultur;

die Erdpyramiden, das Heimatmuseum,

das Sonnenobservatorium und der

Planetenweg im nahegelegenen Gummer

sind die Highlights.

Welschnofen auch wenn der Karerpass

im Winter erst wieder so richtig in

Schwung kommen muss ist im Sommer

für Dolomitenliebhaber ein schillerndes

Ziel geblieben. Das sind keineswegs

nur Alpinisten, die es hierher

zieht: wegen des Rosengartenblicks und

den vielen, fast unendlich anmutenden

Wäldern, bleibt Welschnofen und sein

Ortsteil Karerpass ein Kern von Rosengarten-Latemar.

Anziehungspunkt sind

auch die Wälder der Landesforstbehörde

unterm Latemar mit ihrem dichten

Netz an Wegen.

Deutschnofen hat die jüngste touristische

Tradition der Orte im Eggental.

Die Straße gab es zwar schon seit der

Jahrhundertwende, asphaltiert wurde

sie aber erst Ende 60er Jahre. Der Gästezustrom

setzte ein und entwickelte

sich parallel zum Erfolg von Obereggen.

Dabei erlebt der Ort mit Weißenstein

und Petersberg neben dem Skibetrieb

ebenso einen Pilgertourismus. Über

die Almen und Wiesen werden winters

Loipen gezogen und wenn es die

Schneedecke erlaubt, skatet man hier

von Bauernhof zu Bauernhof. Der Regglberg

ist aber längst auch im Sommer

zum Publikumsliebling geworden.

Durch die Busverbindungen im Alpenperlenprogramm

ist es für Gäste ein

leichtes geworden, sich die Eigenart

eines jeden der vier Rosengarten-Latemar-Orte

einzuverleiben. Unter den

Vieren ist ein Netz gesponnen worden,

das sie zu einem Gebiet zusammenschmelzen

haben lassen. In leisen Tönen,

aber stetig.


vielfalt in jeder Hinsicht

Die Gemeinde Karneid hat

viele Gesichter: vom belebten

Bozner Vorort bis hin zum idyllischen

Wanderweg inmitten

von Kastanienbäumen.

Die Gemeinde Karneid besteht aus

mehreren sehr unterschiedlichen

Fraktionen, hat gerade deshalb eine

sehr abwechslungsreiche Geschichte

und darf auf ein Gebiet mit vielseitigen

Geländeformen stolz sein: Tiefe

Schluchten, steile Hanglagen, bewaldete

Hügel, Reben- und Obstanlagen,

Wiesen, Felder und vieles andere findet

man in diesem Gemeindegebiet.

Die Gemeinde Karneid, sie umfasst

40 km², verfügt über einige attraktive

Sehenswürdigkeiten: die einzige

Sternwarte Südtirols und ein Sonnenobservatorium,

eine Erdpyramidenformation,

die zu den schönsten des

Landes gehört, die besondere Eggentaler

Schlucht, ein umfassendes Museum

über bäuerliche Alltagskultur,

ein weitläufiges Wanderwegenetz und

die Burg Karneid. Außerdem gibt es

in Karneid viele Vereine, welche noch

sehr aktiv Bräuche und Traditionen

pflegen. Auch Kultur wird also groß

geschrieben. Das Gemeindegebiet von

Karneid grenzt an die Gemeinden

Deutschnofen, Welschnofen, Tiers und

Bozen Stadt.

Die Ortschaften Steinegg, Gummer,

Karneid, Kardaun und Blumau haben

jede für sich eine ureigene Identität.

In der Ortschaft Karneid wird intensiver

Wein- und Obstbau betrieben. Die

höher- und hochgelegenen Ortschaften

werden größtenteils von der Land-,

Vieh- und Forstwirtschaft geprägt. Das

Handwerk und der Fremdenverkehr

sind aber in allen Orten anzutreffen.

„Die zentrale Lage am Beginn des Eisack-

und Eggentals bzw. die Nähe

zu Bozen kommt der Gemeinde auch

wirtschaftlich zugute. So ist gerade

beim Eingang ins Eggental ein großes

Gewerbegebiet in Bau, das vielen wichtigen

Unternehmen eine Heimat bieten

wird“, so Albin Kofler, Bürgermeister

der Gemeinde Karneid.

Beste Aussichten in Steinegg

Steinegg ist die größte Ortschaft der

Gemeinde und touristisch am stärksten

geprägt. Steinegg gewährt einen bezaubernden

Blick auf Bozen, das Eisacktal

sowie auf den Schlern. Das Dorf ist gekennzeichnet

von seiner zentralen Lage

und wirkt auf Besucher ruhig und idyllisch.

Das Hochplateau um Steinegg,

Karneid und Obergummer eignet sich

sehr gut für Wanderungen vor allem

im Frühjahr und im Herbst. Der Ort

liegt in unmittelbarer Nähe der Dolomiten

und ist trotzdem nicht weit von

der Autobahn und von Bozen entfernt.

Steinegg ist Ausgangspunkt von vielen

Wanderwegen, die sich in der Umgebung

über eine Länge von insgesamt

270 km erstrecken, viele davon sind

ganzjährig begehbar. Verschiedene

Sehenswürdigkeiten am Wegesrand

erfreuen die Wanderer, wie die Erdpyramiden,

das Kaserer Bild, das Peststöcklein,

die Steineggner Ruine oder

der originale Backofen beim „Tschigg“.

Steinegg übrigens die Heimat der

bekannten Rodelweltmeisterin Gerda

Weißensteiner kann mit kleinen aber

feinen Infrastrukturen wie einem der

vielfältigsten Museen Südtirols, einem

Freischwimmbad und einem schön gelegenen

Sportplatz aufwarten. Ziel der

Gemeindevertreter ist hier vor allem die

touristische Weiterentwicklung. Steinegg

soll als idealer Ferien- und Wanderort

für Senioren und Familien sowie für

Ruhesuchende noch bekannter werden

und es soll in Zukunft vermehrt von den

Einheimischen als Wandergebiet genutzt

werden.

A k t u e l l

Die einzige Sternwarte Südtirols in Gummer

Gummer im Zeichen der Planeten

Die kleine Ortschaft Gummer wurde vor

allem durch die Errichtung der einzigen

Sternwarte Südtirols bekannt. Sie gewährt

den Besuchern Einblicke in die

Weiten des Weltraums und faszinierende

Ansichten unserer Sonne. Mit dem

Planetenweg wird eine lohnende Wanderung

über 8 km durch reizvolle Landschaft

geboten. Hier wird das Sonnensystem

unmittelbar für jeden erfahrbar.

Ob Planeten oder ferne Sternhaufen, ob

unerreichbare Gasnebel oder fast greifbare

Mondkrater, ob das Licht funkelnder

Sterne oder das fahle Leuchten ihrer

Überreste, das Erlebte wird niemand

unberührt lassen. Gummer gilt somit

heute vor allem mit der Sternwarte und

dem Planetenweg als das Ausflugsziel

für Hobbyastronomen und Himmelbegeisterte.

Die Besucherzahlen der

Sternwarte, die 2002 eröffnet wurde,

Steinegg Karneid Kardaun

haben in den letzten beiden Jahren bedeutend

zugenommen. Pro Jahr finden

an die 7.000 Interessierte den Weg in

die Sternwarte. Forschungsabende, astronomische

Fortbildungsangebote und

Führungen für jede Altersgruppe sorgen

für zunehmenden Zuspruch für die Welt

des Alls. Geführt wird die Sternwarte

vom Amateurastronomenverein „Max

Valier“. Besonders in Obergummer gibt

es viele Wandermöglichkeiten, die eine

wunderbare Aussicht über das Eggental,

Deutschnofen und den mächtigen

Latemar bieten. In Obergummer gibt es

im Winter eine Rodelbahn, die Spaß für

alle bietet.

karneid sonniger Ort

mit historischem Flair

Karneid ist wohl den meisten Südtiroler-

Innen bekannt, denn die gleichnamige

Burg thront gut sichtbar über der Stadt

12 Sonderbeilage

Sonderbeilage 13


Die größte Schlucht Südtirols - Das Eggental

Bozen bzw. über Kardaun. Die Burg Karneid

gilt als Wahrzeichen der Gemeinde.

Sie ist einerseits begrenzt von der

Eggentaler Schlucht, andererseits umgeben

von Rebenlandschaft und gehört

zu den schönsten Burgen des Landes.

Die Burg ist weit über die Landesgrenzen

wegen ihrer einmaligen Fresken in

der Burgkapelle bekannt. Eigentümerin

der Burg Karneid ist seit 1973 die Familie

von Malaisé. In den letzten Jahren

wurden von der Gemeinde Karneid

viele Sanierungsmaßnahmen an der

Burg durchgeführt. Als Gegenleistung

dafür dürfen in Zukunft einige öffentliche

Veranstaltungen stattfinden und

Interessierte dürfen die Burg auf Anfrage

besichtigen. Die Ortschaft Karneid

ist geprägt von einem idyllischen Dorfplatz

mit altem Baumbestand und liegt

inmitten von Weinreben, Obstanlagen

und Kastanienhainen. Sehenswert sind

die Eislöcher bei Valzurg und die leider

kaum mehr sichtbaren mystischen

Wallburgen. Die neue Siedlung St. Veit

P A G I N I e r u N G

hoch über dem Eggental ist vor allem

wegen ihrer Nähe zu Bozen und der

ausgeprägten Sonnenlage ein beliebter

Wohnort.

kardaun und Blumau:

vororte der landeshauptstadt

Kardaun gilt aufgrund seiner Nähe zu

Bozen als Vorort der Landeshauptstadt.

Früher, als noch die alte Eggentalerstraße

bestand, galt der Ort im Bozner

Talkessel als Durchzugsgebiet. Heute ist

die Ortschaft teilweise verkehrsberuhigt

und gehört mit Gemeindeamt, Sitz des

Gesundheitssprengels Eggental-Schlern

und mit den Geschützten Werkstätten

sowie anderen wichtigen Infrastrukturen

zu dem wohl meist besuchten Ort

der Karneider aber nicht nur. Durch

Kardaun führt der Fahrradweg Bozen

bis Waidbruck; eine Weiterführung des

Radweges ist in Arbeit. Seit kurzem gibt

es außerdem in Kardaun die erste Radstation

Südtirols. So könnte der Ort zum

Angelpunkt für den Radtourismus werden.

Nicht zuletzt gehört zur Gemeinde

Karneid die Ortschaft Blumau. Blumau

heute recht verkehrsgeplagt - beherbergt

den Schlosshof, der früher aufgrund

der guten Luft ein Kurhaus war.

Außerdem zeugen Reste alter Kachelöfen

von einstiger Kalchbrennerei. Gegen

die starke Verkehrsbelastung gibt

es schon konkrete Pläne von Seiten der

Gemeindeverwaltung. Ein Kuriosum

gibt es auch in Blumau: Der Ort gehört

zum Teil zur Gemeinde Karneid, Völs

und Ritten, sodass Karneider, Völser

und Rittner Tür an Tür wohnen. Mehr

Vielfalt gibt es wohl in keiner anderen

Ortschaft Südtirols.

Das eggental

größte Schlucht Südtirols

Beim Dorf Kardaun nordöstlich von

Bozen öffnet sich die 4,5 Kilometer lange

Schlucht des Eggentales. Sie ist wie

ein gewaltiges Felsentor in die Bozner

Quarzporphyrplatte eingeschnitten.

Steilwandig und eng zieht die Schlucht

bergan. Lediglich die im Jahre 1860

erbaute Straße und der Eggentaler

Bach drängen sich zwischen die Porphyrwände.

Teils umgeben von steilen

Hanglagen, Schrotten und bewaldeten

Hügeln ist die Eggentaler Schlucht eine

attraktive Sehenswürdigkeit. Die

Eggentaler Klamm gilt als die schönste

Porphyrschlucht der gesamten Alpen

und als größte und beeindruckendste

Schlucht Südtirols. Außerdem ist die

Eggentaler Straße in den Reiseführern

oftmals als „Große Dolomitenstraße“

genannt die kürzeste Zufahrt zu den

westlichen Dolomiten. Sie führt hinein

ins Herz der Dolomiten, deshalb wurde

Kardaun auch oft als „Tor zu den Dolomiten“

bezeichnet.

Die Eggentaler Schlucht wurde schon

vor Jahrzehnten als Naturschönheit

über die Grenzen hinaus bekannt, wenn

auch die wildromantische Schlucht in

den letzten Jahren durch den Ausbau

der Straße durch Tunnels und Felssicherungskonstruktionen

sowie durch

die geringere Wasserführung einiges

an Schönheit verloren hat. Die über

100 m hohen Felswände sind jedoch

geblieben und nach wie vor reizvoll.

Sie gilt es nun wieder zu nutzen, aufzuwerten

und mit Leben zu füllen.

Diesem Vorhaben widmen sich zurzeit

die Gemeinden Karneid, Deutschnofen

und Welschnofen.

1000 Jahre tradition

Eine Reise in die Vergangenheit

der ganz besonderen Art gibt

es im Museum Steinegg. Bei

der außergewöhnlich stimmungsvollen

Führung von

Kustos Franz Mahlknecht

wird die Geschichte unserer

Vorfahren wieder lebendig.

eigentlich verdankt das Museum

Steinegg einem Zufall seinen heutigen

Standort. Beim Bau der neuen

Kirche in Steinegg entstand 1988 unterhalb

des Kirchenschiffs ein riesiger

Hohlraum. Dieser wurde zum Museum

ausgebaut und mit der Zeit sammelten

dort einige Passionierte alte

Gegenstände jeglicher Art. Das Haus

der Geschichte ist auf 18 Räume verteilt

übrigens genau so viel hat das

Touriseum. 10.000 originale Objekte

sind dort zu sehen. Mehrere authentisch

nachgebaute Alltagsräume eines

Bauernhauses, 7 vollständige Werkstätten

alten Handwerks, 192 präparierte

Tiere, 220 Schmetterlingsarten

und vieles andere mehr beherbergt

das Museum. Die Schausammlung dokumentiert

die letzten 1.000 Jahre des

Lebens der Vorfahren der Gemeindebürger

Karneids und der Umgebung.

Die Exponate zeigen auf, wie diese

lebten, wohnten, arbeiteten und wie

sie ihre Freizeit verbrachten. In liebevoller

Kleinstarbeit zusammengetragen

ist das Museum Steinegg eines

der umfassendsten Aufbewahrungsstätten

in Südtirol. Und nicht zuletzt

macht die lebendige, begeisterte Führung

angereichert mit vielen Geschichten

aus dem wirklichen Leben

A k t u e l l

von Kustos Franz Mahlknecht das

einfache Leben unserer Vorfahren

greifbar.

Arbeit & Handwerk von einst

Bis zu 200 Jahre alte Arbeitsgeräte von

Handwerksberufen können im Museum

besichtigt werden sowie Scheune und

Stadel mit vollständiger Ausstattung

an Arbeitsgeräten für Haus und Hof.

Handwerkstätten mit betriebstüchtigen

Maschinen und Werkzeugen von Schuster,

Schneider, Weber, Besenbinder,

Räder- und Rechenmacher, Stricker,

Korbflechter, Tischler und Schmied bis

ins kleinste Detail sind darin zu finden.

Eine gewölbte, rußgeschwärzte Küche

mit offenem Kamin mit vollständiger

Ausstattung an Haushaltsgeräten, Töpfen,

Waschkessel, Mühle, Backofen

usw. lassen uns die Mühen der Hausfrauen

von einst erfahren. Auch dabei

sind Assessoires und wundersame Gebrauchsgegenstände

von der Haarnadel

bis zum Wecker...

und was das leben

sonst noch bewegte…

Da vor allem die Landwirtschaft die

Haupteinnahmequelle der Menschen

von damals darstellte, wird dieser ein

besonderes Augenmerk geschenkt.

Wimm- und Kelterutensilien, Arbeitsgeräte

für Wein-, Obst- und Ackerbau,

Vieh- und Waldwirtschaft sind im Museum

Steinegg genauso zu finden wie

eine Waffensammlung, Modelle aus der

Kriegszeit und eine Mineraliensammlung,

welche die Gesteinsvielfalt des Al-

penraumes wieder spiegelt. Die Auferstehungskapelle

im Untergeschoss des

Museums birgt Statuen von bekannten

Heiligen sowie sonstige sakrale Kunst.

Die Ausstellung gibt Einblick in die tiefe,

religiöse Überzeugung der Menschen

von damals. Nicht zuletzt wird auch

der Tier- und Pflanzenwelt viel Raum

geboten. Kaum ein anderes Museum in

Südtirol hat ein so umfassendes Sortiment

an präparierten Tieren aus den

Alpen.

einen Besuch wert

Die Besichtigung des Museums, das

sich unter der Pfarrkirche in Steinegg

befindet, ist nur mit Führung möglich.

Die Führungen mit Kustos Franz Mahlknecht

finden ab Palmsonntag bis Ende

Oktober statt. Die genauen Termin

erfahren Interessierte bei Franz Mahlknecht

(Tel. 0471/376518), im Tourismusverein

Steinegg (Tel. 0471/376574)

oder unter E-Mail: info@steinegg.com

oder karneid@gvcc.net bzw. im Internet

unter www.steinegg.com oder www.gemeinde.karneid.bz.it.

14 Sonderbeilage

Sonderbeilage 15


16

Sonderbeilage

P A G I N I e r u N G

Felsen lebendes element!

Kaum zu glauben, aber auch

Gestein in Form von Felsen,

Geröll oder vermischt mit

Muttererde bildet ein sich stetig

bewegendes Element.

Die Veränderung der Struktur ist

hauptsächlich auf die sich stets

verändernden atmosphärischen Einwirkungen

wie etwa extreme Kälte mit

damit verbundener Eisbildung oder

extreme Hitze mit entsprechender

Trockenheit, sowie jegliche Art von

Niederschlägen zurückzuführen. Entlang

von Gebirgsstraßen, oberhalb

von Gebäuden und Infrastrukturen,

stellt ein unvorhergesehener Steinschlag

stets eine Gefahr für den Menschen

dar. Hinweisschilder sind zwar

eine Warnung für die Benützer, aber

nicht rettend vor diesem Element.

Die Anfänge

In den 50er Jahren begann eine Mannschaft

von mutigen Bergführern aus

dem Grödnertal auch bekannt als

Catores unter extremen Bedingungen

im Frühjahr, also in der Zeit der massivsten

Felsbewegung, instabile Felswände

von Lockermaterial zu reinigen,

um einigermaßen eine Sicherheit vor

Steinschlag für die Verkehrsteilnehmer

zu gewährleisten. Aus dieser gesammelten

Erfahrung begann eine Art

Pionierstätigkeit in der Prävention vor

Steinschlag. In Folge wurden Jahr für

Jahr neue Sicherungssysteme entwickelt,

erprobt und montiert, bis heute

wurden sie immer weiterentwickelt und

unterliegen genauen Berechnungen der

angewandten Materialien, deren Elastizität

und Festigkeit. Für den Bereich

Steinschlag und Lawinenschutz wurden

elastische, absorbierende Fangzäune

entwickelt, wobei ausschließlich hochwertige

Materialien zur Verarbeitung

gelangen und mittels Fallproben geprüft

und zertifiziert werden.

Sicherheit für alle

1978 wurde die Firma L.U.S.S. gegründet.

Es galt, Arbeitsvorgänge, Hilfswerkzeuge

und Maschinen zu entwickeln,

um in Gefahrenbereichen die notwendige

Sicherheit für Mitarbeiter und Verkehrsteilnehmer

zu gewährleisten. Die

Tätigkeit fordert von den mittlerweile

zehn motivierten und qualifizierten Mitarbeitern

große Einsatzbereitschaft, viel

Feingefühl um mit der stets präsenten

Gefahr umzugehen und die Fähigkeit

zur Improvisation. Seit dem Übergang

der Verwaltung der Staatsstraßen an die

Autonome Provinz Bozen ergab sich für

die L.U.S.S. KG eine sehr positive Entwicklung

in Richtung Dringlichkeitsarbeiten

bei Straßensperrungen aufgrund

Steinschlag oder Murenabgängen; diese

stellen nunmehr auch die Haupttätigkeit

des Unternehmens dar. Haupteinsatzgebiet

in den letzten Jahren war das

Eggental, welches in verschiedenen Abschnitten

mittels qualitativen Systemen

wirksam gesichert wurde.

INFO

L.U.S.S. KG d. Pohl & Co.

Eggenbach 3 - 39050 Karneid

Tel. 0471 360 061/365 322 - Fax 0471 360 612

Mobil 335 102 29 70 - luss@rolmail.net

P A G I N I e r u N G

Das Strahlen der Dame

Welschnofen entsteigt der

Vergangenheit und geht der

Zukunft entgegen. Und sucht

zur Zeit den richtigen Weg danach

unterm Rosengarten.

Als der britische Premier Winston

Churchill 1949 an den Karerpass

fuhr, erlebte er eine Fahrt durch einen

illustren Alpenort mit Dolomitenpanorama.

Der Zweite Weltkrieg war zwar

erst wenige Jahre beendet, aber das

touristische Treiben am Karerpass erblühte

schon wieder.

Welschnofen zählt zu den Orten in

Südtirol, die wie kaum andere touristische

Höhepunkte erlebten, für die es

in ganz Europa bekannt war. Am Fuße

des Rosengartens genau dort, „wo er

blüht wenn er glüht“, schreibt Südtirols

Tourismusgeschichte ein besonders

schillerndes Kapitel. Aktuell lebt

Welschnofen allerdings zum Großteil

von einer Geschichte, deren Abschnitt

endgültig der Vergangenheit angehört.

An der Zukunft wird derzeit gearbeitet.

Vielleicht geht es ja so schnell, wie es

bereits einmal gelungen war.

Die eggentaler Straße: tor zur Welt

Die touristische „Hoch“-Zeit Welschnofens

hatte sich innerhalb weniger Jahren

entwickelt. Der Ort war ehemals

lediglich Bergfraktion der Gemeinde

Karneid. Der Sitz der Gemeinde war

im Tal, und dort hinunter mussten die

Welschnofner, wenn es galt, in den

Amtsstuben anzutreten. Die Wende kam

mit der Eggentaler Straße: Sie wurde

1860 errichtet und stellte für Welschnofen

das Tor zur Welt dar und für die

Welt das Tor zu den Dolomiten.

Kurz danach, 1870, löste sich Welschnofen

von Karneid ab und wurde zur

eigenständigen Gemeinde. Der Bau

der Straße hatte finanziell schwer zu

Buche geschlagen, aber immerhin war

das Dorf vorerst verkehrstechnisch erschlossen.

Auf die Straße bis auf den

Karerpass und auf der anderen Passseite

bis Vigo di Fassa musste man

noch bis 1896 warten. Das Karerseegebiet

ist Teil von Welschnofen, keine

eigene Fraktion, sondern ein Ortsteil,

der sechs Kilometer weiter oben am

Berg liegt. Dort betrieben alsbald einige

Persönlichkeiten rund um den

Rechtsanwalt Theodor Christomannos

den Ausbau der Straße bis nach Vigo di

Fassa und bis 1909 weiter nach Cortina

d’Ampezzo. Christomannos ging für

Sonderbeilage 17


18

sein Engagement als Dolomitenpionier

in die Geschichte ein. Neben dem Bau

der „großen Dolomitenstraße“ unterstütze

er auch die Errichtung einer touristischen

Hochburg am Karerpass: Ab

1896 lockte das Grand Hotel Gäste aus

ganze Europa an den Karerpass. Und

das war Welschnofen.

Arbeitsplätze für viele Welschnofner

Genau diesen Kreislauf hatte man sich

durch die Straße erhofft. Die Küche des

Grand Hotels wollte nur das Beste für

seine anspruchsvollen Gäste also kaufte

der Küchenchef frisches Obst und Gemüse

bei den Welschnofner Bauern, die

ihre Produkte zudem auch in Bozen und

im Tal verkaufen konnten. Das Hotel

brauchte Personal in allen Bereichen, es

gab Arbeitsplätze für viele Welschnofner.

Man wollte die Gäste auf die Berge

führen, also wurden Bergführer, später

auch Skilehrer ausgebildet. Das Mondäne

des Grand Hotels färbte alsbald auf

den Hauptort ab. Welschnofen erhielt

sein eigenes Postamt, ein eigenes Kino,

blühende Hotels mit nächtlichem Bar-

Sonderbeilage

P A G I N I e r u N G

betrieb. Bis in die 80er Jahre florierte

der Skibetrieb an den Westhängen des

Rosengartens und mit ihm entfaltete

sich die einstige Wald-Enklave zu einer

genussfreudigen Dame.

tourismusangebote wurden

überarbeitet

Die Liftbetreiber fanden dann, vor etwa

20 Jahren, aber keinen geschlossenen

Weg, das Skigebiet nach den unweigerlich

entstehenden, neuen Bedürfnissen

der Sportbegeisterten zu steuern. Es

folgte eine Krise, die in Welschnofen

niemanden freuen konnte. Das Aus der

Laurinlifte unterbrach für Welschnofen

die nunmehr alte touristische Tradition.

Nicht, dass sich die Hotels davon

irritieren haben lassen, sie stiegen auf

sanftere Angebote mit Wandern in allen

Saisonen um, richteten Wellnessbereiche

ein und krempelten die Arme

auf, um den Gästen auch ohne

gut funktionierendes Skigebiet einen

Dolomitenurlaub zu bieten. Die Bettenbelegung

brach mit der Stilllegung

der Laurin-Lifte sogar geringfügiger

ein als erwartet, Obereggen, das in der

Zwischenzeit als Herzeigeskigebiet der

Deutschnofner entstand, strahlt auch

nach Welschnofen zurück. Der Tourismus

läuft weiter, wenn auch nicht mehr

ganz im alten Glanz.

Die Skibetreiber wagten einen Neustart

An ihn versucht man seit 2007 nun wieder

anzuknüpfen. Die Skibetreiber haben

sich neu organisiert, die Latermar

Karersee GmbH unter der Mehrheit des

Unternehmers und Gastwirts Georg Eisath

hat den Neustart gewagt. Bereits in

der aktuellen Skisaison sind die Hänge

des Rosengartens von der Kölner bis

zur Paolinahütte wieder befahrbar, alle

Lifte sind mit einem einzigen Skipass

erreichbar und neue Pisten und Lifte

stehen am Plan. Hoffnung und Ziel ist

es, das Strahlen von Welschnofen wieder

zu wecken.

energie aus dem Hackschnitzelwerk

Auch in der Landwirtschaft hat sich in

den vergangenen Jahrzehnten ein Strukturwandel

bemerkbar gemacht: Es gibt

weniger ganz kleine Bauern. Wer in der

Landwirtschaft verblieben ist, hat auf

mindestens 20 Stück Vieh im Stall aufgerüstet,

Schafe, Pferde sind nun öfters

zu sehen. Interessensgemeinschaften

schicken ihre Rinder gemeinsam auf

die Almen. Urlaub am Bauernhof und

Kräutergärten gibt es mancherorts als

Zusatzerwerb. Nicht zu vergessen das

Holz: Vor allem seit weltweit die Preise

wieder brauchbar aufgezogen haben,

schlägern nicht mehr nur die Bauern

das Holz, sondern auch die Gemeinde,

obwohl sie ihre Wälder, die sie bei ihrer

Abspaltung von Karneid mitnehmen

konnte immer bestellte.

Die Gemeinde beheizt ihre Gebäude

mit Energie aus einem Hackschnitzelwerk.

Man hat geprüft, ob das auch für

die Privaten von Interesse sein könnte,

doch die Häuser liegen nur im Dorfkern

nah beieinander lange Wege verringern

die Effizienz von Fernheizwerken,

weil durch den Transport zu viel Wärmeenergie

verloren geht.

Baumschule mit Potenzial

Das Land hat seine eigene Baumschule

nicht zufällig hier angesiedelt: Am Fuße

des Latemar liegt die Landesdomäne,

die Förster ausbildet, Arbeitsplätze für

Welschnofner geschaffen hat, schöne

Wanderwege bereit hält und nicht zuletzt

bringt das Holz auch diesem Landesbetrieb

manche Einnahmen. Das

Holz ist von einer Qualität, dass Spezialanfertigungen

damit möglich sind.

Sogar Geigenbauer kaufen hier den

Rohstoff für das Instrument.

viele unternehmen aus allen Sparten

Kleineres und mittleres Gewerbe hat

sich in Welschnofen etwas unterhalb

des Ortes angesiedelt. Die Unternehmen

produzieren teils für den Ort, teils

sind sie auch außerhalb des Tales unterwegs.

Ein Grafikstudio, Bodenleger

und Tapezierer, Automechaniker und

Autohändler, Tischler und Zimmersleute,

eine Schmiede, Ofenbauer, Bauunternehmer,

Maler und Gipser und

selbst ein Getränkehandel hat sich in

Welschnofen niedergelassen. Im Dorf

gibt es Lebensmittelgeschäfte und

Schuh- und Bekleidungsgeschäfte, auch

eine Apotheke es ist alles da, für den

Eigenbedarf und für die Touristen. Allerdings

nur wenige Betriebe haben

mehr als zehn Angestellte.

Arbeitspendler und Arbeitssuchende

„Es ist nichts typisch für Welschnofen“,

bringt es Bürgermeister Elmar Pattis auf

den Punkt, dass zwar einerseits doch

alles bestens klappt und andererseits

Welschnofen, die „Dame“, nicht immer

nur in den Spiegel lächelt, wie sie es zur

touristischen Hoch-Zeit gewohnt war.

P A G I N I e r u N G

Ein nicht unerheblicher Teil der Einwohner

fährt täglich zur Arbeit nach

Bozen. Rund ein Sechstel der Bevölkerung

sind Arbeitspendler. In Welschnofen,

besonders am Karersee, stehen

viele Häuser und Wohnungen, die nur

im Sommer und zu Ferienzeiten von

ihren Besitzern bewohnt werden. Man

sagt, es gehe „viel Energie hinaus aus

dem Tal“. Dabei versucht unter anderem

auch die Schule neue Interessen

zu wecken. Musikkurse werden angeboten,

für die Kinder, aber auch für

Erwachsene, die interessiert auf das

Angebot zugreifen. Manche Außenstehenden

sehen den Ort als ihre Wunschheimat:

Es sind keine Massen, aber es

gibt jedes Jahr Neuzugänge von drau-

ßen. Sicher auch, wie in allen anderen

ländlichen Orten, kommen nun auch

hierher Arbeitssuchende aus Nicht-EU-

Ländern. Es kommen einzeln aber auch

Leute aus anderen Ländern Europas,

die ihren Wohnsitz hierher verlegen,

Deutsche und Österreicher.

Wie bringt man die „Dame“ auch für

die Bewohner wieder zum Strahlen?

Man ist dabei, ein touristisches Entwicklungskonzept

für den Ort zu erstellen:

Was könnte der Weg sein, den

Welschnofen in Zukunft gehen kann?

Der Ort am Eingang zu den Dolomiten

bietet wie kein anderer einen Blick auf

den Rosengarten. Dieser Blick wird’s

richten. Es ist kaum mehr als eine Frage

der Zeit.

Sonderbeilage 19


P A G I N I e r u N G

„Die leute sind Schlange gest anden …“

Georg Eisath erinnert sich an

bessere Zeiten, welche Skigebiet

und die Lifte unterm Rosengarten

schon erlebt haben.

Er will mit einem neuen Konzept

und aufwändigen Investitionen

dafür sorgen, dass diese

Zeiten wiederkehren.

Der Paolina Lift besteht seit Anfang

der 50er Jahre. Damals wurden sogar

internationale Skirennen unterm

Rosengarten ausgetragen. Die von

Schweizer Veranstaltern ausgetragene

„Kreuzer Trophäe“ lockte Rennläufer

aus dem gesamten Alpenraum

auf den Karerpass. Abgesehen vom

landschaftlichen Reiz war die Pass-

straße eine Garantie dafür, dass von

Südtiroler und Trentiner Seite auch

Tagesgäste das Gebiet stark frequentierten.

Dieses enorme Einzugsgebiet

von drei Seiten her spielt auch bei den

heutigen Investitionsplänen eine gewichtige

Rolle!

Den ernst der lage erkannt

Die Vergangenheit und das bisherige

Gegeneinander sind für Georg Eisath

heute kein Thema mehr. „Man hat den

Ernst der Lage erkannt und es gab nur

mehr zwei Möglichkeiten: Gehsteige

hochklappen und zusperren, oder wenn

alle, wirklich alle, von den Grundbesitzern

über die Gemeindepolitik bis zu

den Wirtschaftstreibenden mitziehen,

ein Gesamtkonzept zu entwickeln und

unser Gebiet in einigen Jahren wieder

an alte Erfolge heran zu führen.

Wir haben uns alle gemeinsam für die

zweite Möglichkeit entschieden. Diese

Einigkeit in der Gemeinde ist auch

Voraussetzung, dass wir vom Land

die volle Unterstützung bekommen.“

Als Gastwirt im Skigebiet und zugleich

Miteigentümer vom Schneekanonen-

Weltmarktführer TechnoAlpin, bringt

Georg Eisath alle Voraussetzungen

mit, um das landschaftlich schönste

Skigebiet der Alpen, wie er es nennt,

wieder in Schwung zu bringen. Er, der

die erfolgreichsten Skiarenen weltweit

kennt ein Großteil sind TechnoAlpin

Kunden hat im vergangenen Herbst

beschlossen, die Zügel möglichst selbst

A k t u e l l

in die Hand zu nehmen und hat dabei

ganz klare Vorstellungen vom neuen

Konzept.

ein enormes einzugsgebiet

„Neben der landschaftlichen Schönheit

haben wir Sonne von morgens bis

abends und dazu ein großes Einzugsgebiet

mit einem enormer Bettenkapazität.

Im Umkreis von 30 Minuten haben wir

im Fassatal Vigo, Moena, Canazei und

auf Südtiroler Seite Welschnofen, das

Eggental und Deutschnofen, zusätzlich

noch das Tiersertal und natürlich Bozen

nicht zu vergessen. Ich bin überzeugt,

mit neuen Liftanlagen, einer perfekten

Schneeanlage und einem gemeinsamen

Skipass kommen aus all diesen Gebieten

viele Skifahrer mindestens einmal

pro Woche zu uns.

Der Latemarlift war ja immer schon der

Hausberg von Vigo. Wir wollen uns speziell

als Familienskigebiet profilieren

und unser neues Angebot bietet dann

auch den Gästen unsere Nachbarskigebiete

neue Möglichkeiten.“ Damit dürfte

der neue Skipionier vom Karerpass

richtig liegen, denn Eltern mit kleineren

Kindern legen meist keinen Wert auch

eine Mega-Skiarena, sondern viel mehr

auf Sonne, kindergerechte Pisten, gute

Übersicht, ein entsprechendes gastronomisches

Angebot und auch darauf,

dass das Auto nicht zu weit weg von

der Piste ist.

Planen und genehmigen

In der neuen Gesellschaft Latemar Karersee

GmbH ist Georg Eisath Mehrheitseigentümer.

Damit steht einer zügigen

Planung (und hoffentlich auch einem

zeitlich eng begrenzten Genehmigungsverfahren)

nichts mehr im Weg. Dazu

Vizebürgermeister Herbert Mair: „Die

Leute sind alle sehr positiv eingestellt,

man kann sagen, die meisten haben eine

solche Initiative nach der Erfahrung

der vergangenen Jahrzehnte heiß herbei

gesehnt.

Der vorgesehene bürokratische Weg ist

natürlich zu machen, aber durch diese

Einigkeit auf Gemeindebene sind seitens

der Provinz keine Verzögerungen

zu erwarten. Der Großteil der im neuen

Konzept vorgesehen Arbeiten, ist ohnehin

im aktuellen Skipistenplan bereits

enthalten.“

Die neuen Anlagen

Geplant sind mehrere Ausbaustufen

für die Lift- und Beschneiungsanlagen.

Notwendig dafür ist auch ein entsprechendes

Wasser-Speicherbecken. Das

gesamte Investitionsvolumen in den

kommenden vier Jahren liegt etwa bei

30 Mio. Euro. Als erstes und wichtigstes

Vorhaben soll auf der Latemarpiste

ein Vierer-Sessellift realisiert und

danach ein Gondellift als Verbindung

zwischen Paolina und Latemar gebaut

werden. Mindestens gleiche Priorität

haben neue Schneeanlagen auf den

genannten Pisten. Der größte Brocken

ist zweifellos die 3,6 Kilometer lange

Kabinenbahn von Welschnofen mitten

ins Skigebiet zur Kölner Hütte. „Eines

unserer besonderen Anliegen ist es,

den Autoverkehr von Welschnofen auf

den Pass erheblich zu verringern. Dazu

braucht es eine solche Bahn und natürlich

auch genügend Parkplätze unten

im Ort.“

Auf eines legt Georg Eisath zum Abschluss

besonders Wert: „Bei dem

ganzen Projekt handelt es sich nicht

um ein neues Skigebiet. Wir reaktivieren

und verbessern alte Anlagen und

bringen sie auf den neuesten Stand der

Technik. Ein wichtiger Schritt für die

Wirtschaft in Welschnofen, im Tal und

in der Region.“

20 Sonderbeilage

Sonderbeilage 21


22

Das Werkl läuft

Deutschnofen oder der

Frosch, der in den 70er Jahren

wachgeküsst wurde, ist nun ein

Prinz.

Während Welschnofen zur Wende

ins 20. Jahrhundert im Glanz der

ausländischen Gäste und bis in die

1980er Jahre am regen Interesse des

Karerpass zur noblen Dame des Eg-

Sonderbeilage

gentals aufblühte, bekamen die Nachbarn

in Deutschnofen von all dem

kaum etwas ab.

Die Gemeinde am Regglberg liegt weitab

vom Karerpass auf der südwestlichen

Talseite der Eggentaler Straße. Deren

Fortsetzung von Birchabruck bis nach

Deutschnofen war zwar alsbald gebaut

worden, asphaltiert wurde sie aber

erst Anfang der 60er Jahre. Bis dahin

war das Leben in Deutschnofen von den

vorwiegend landwirtschaftlichen Tätigkeiten

seiner Bewohner geprägt.

tourismus boomt und Gewerbe floriert

Heute ist Deutschnofen ein florierender

Ort, nahezu ein Magnet für Urlauber,

der seinen Gästen neben dem Skifahren

in Obereggen, Deutschnofen und Petersberg

und dem Schneewandern auf

den Almen hin zum Weißhorn auch im

Sommer seine Sonnenseite bietet. Nicht

nur der Tourismus boomt, auch das Gewerbe

floriert und der Ort hat sich insgesamt

zu einem modernen Newcomer

gemausert.

Bis in die 70er Jahren hielt das noch

keiner für möglich. Das Dorf war auf

sich gestellt, man kann sagen von jeher.

Ein eigenes Gericht sorgte hier

seit dem 13. Jahrhundert für Recht und

Ordnung, die Leute bestellten ihren Hof,

brachten das Vieh auf die Alm. Es zog

nur wenige aus dem Ort, aber auch nur

wenige Auswärtige hierher.

Wozu auch? Mehr als 80 Prozent des

Gemeindengebietes besteht aus Wald.

Die Bauern bearbeiteten ihre Wiesen

und Wälder. Die Kleinbauern erhielten

für ihren Eigenbedarf auch Holz aus den

Fraktionswäldern. Noch ehe die Eggen-

Neudeutschnofen Deutschnofen

taler Straße gebaut worden war, konnten

die Walderträge durch das Brandental

nach Leifers gebracht werden.

Das Holz ins Tal hinunter, den Wein ins

Dorf herauf, lautete der Auftrag für die

Pferde- und Ochsengespanne.

An den Hofstellen produzierten die

Bauern ihre eigenen Milchprodukte, die

sie im Dorf feilboten. 1927 gründeten

sie vor Ort ihre eigene Sennereigenossenschaft,

in der sie gemeinsam Molkereiprodukte

herstellten bis vor drei

Jahren wurde darin noch Parmesankäse

produziert.

Die Landwirtschaft ist ohnehin längst

nicht mehr das Hauptstandbein des

Ortes, auch wenn immer noch viele

Familien ihre Hofstellen betreiben.

Der Umschwung kam auch mit der Asphaltstraße

nach Obereggen 1970 und

bereits 1972 wurde dort der erste Lift

gebaut.

Beginn des tourismus

In diesen Jahren begannen die wenigen

Gasthöfe damit, immer mehr Gäste ins

Dorf zu laden. Die Sommerfrischler aus

Bozen waren bereits etwas früher auf

den Sonnenplatz am Regglberg gekommen,

erste Zimmervermieter boten Gästen

Einkehr, neue Pensionen und Hotels

Petersberg

P A G I N I e r u N G

wurden gebaut, bereits bestehende erweitert.

Obereggen unter dem Latemar

schaffte den Durchbruch, als 1975/76

die Verbindung zu den Trentiner Skipsten

von Pampeago und Predazzo gebaut

wurde. Die Fraktion Eggen mit Obereggen

liegt zwar etwas abgelegen vom Ort

in einem Seitental des Eggentales, doch

es gehört zu Deutschnofen als Gemeinde.

Und man ist stolz auf den Erfolg des

Skigebiets.

von Deutschnofen, eggen und

Petersberg nach Obereggen

Denn Obereggen war eine Initiative,

an der vorwiegend Bürger aus der Gemeinde

Deutschnofen beteiligt waren.

Welschnofen hatte zu dem Zeitpunkt

noch den gut besuchten Karerpass-Skizirkus

und damals wollten ohnehin

sonst nicht viele an den Erfolg eines

neuen Skigebietes glauben.

Sonderbeilage 23


24

Eggen

Heute verbinden Busse im Rahmen des

touristischen Alpenperlen-Konzeptes

alle Orte des Eggentales im Stundentakt.

Für die Skigäste aber wurde zuvor

schon ein Busservice eingerichtet von

Deutschofen, Eggen und Petersberg

nach Obereggen und abends retour.

Nicht alle Urlauber suchen den Après-

Ski-Trubel, wenn sie von der Piste zurückkehren.

Viele wünschen, außer Skifahren

auch sonst den Winter zu erleben.

Loipen wurden rund um die Ortschaft

Deutschnofen errichtet und Wanderwege

im gesamten Gemeindegebiet.

Rodelbahnen für Familien und Profis

stehen im Angebot.

Wellness und Wandern

inmitten der Natur

Urlaub am Bauernhof ist längst zum

landwirtschaftlichen Nebenerwerb

geworden und seit vielen Jahren hat

Eggen, die Deutschnofner Fraktion unterhalb

von Obereggen, auch vermehrt

begonnen, den Touristen die Tür zu

öffnen. Wellness und Wandern zu jeder

Jahreszeit inmitten der Natur, das ist

Urlaub in der Gemeinde Deutschnofen.

Sonderbeilage

A k t u e l l S e r v I c e

vollständige Nahversorgung

Sieht man sich im Gewerbegebiet um,

ist der Ort ebenso gewachsen. Ein Sägewerk

steht seit einigen Jahrzehnten

im Hauptort früher mussten die

Deutschnofner nach Birchabruck. Die

Holzbranche hat rundum das Handwerk

zum Blühen gebracht, Tischler,

Zimmersleute.

Sogar ein Orgelbauer hat hier mit dem

einheimischen Holz begonnen, Instrumente

zu bauen, die in die Welt geliefert

werden. Und Obereggen versorgt sich

zusätzlich über sein Fernheizwerk mit

Wärme.

Ohnehin hat jede Fraktion eine vollständige

Nahversorgung für Lebensmittel

und Kleidung, einen Sportplatz oder

eine Feuerwehrhalle. In Deutschnofen

hat sich sogar ein Kosmetikstudio niedergelassen

und die Apotheke gibt’s

schon seit vielen Jahren.

Jede Fraktion hat ihr eigenes Vereinsleben

zwischen den Fraktionen blüht

heute der Austausch. Noch unter Bürgermeister

Hans Zelger wurde dieses

Zusammengehörigkeitsgefühl aufgebaut

und gestärkt. „Wir arbeiten miteinander

für alle Bürger der Gemein-

de“, sagt Bernhard Daum, seit 2000

Bürgermeister.

rückzug in den Ort wird erhofft

Dabei liegen die Ortszentren ziemlich

weit ab voneinander. Für die Petersberger

liegt Aldein zwei Kilometer näher

als Deutschnofen Dorf, daher wundert’s

niemanden, wenn die Petersberger zur

Bank oder zur Post in die Nachbargemeinde

fahren dort, wo der Bürgermeister

selbst als Gemeindesekretär arbeitet.

Petersberg, das Ziel von jährlich

tausenden Pilgern, die nach Weissenstein

ziehen, und Petersberg, das Mekka

der Golfspieler. Sicher, noch müssen

knapp 40 Prozent der arbeitenden

Deutschnofner zur Arbeit außerhalb des

Ortes fahren, die meisten nach Bozen.

Die Hoffnung ist, „dass die durch Tunnels

verbesserte Straße den einen oder anderen

wieder zurück in den Ort bringen“,

hofft Bürgermeister Daum ein Rückzug

in den Ort bei einer ohnehin leicht

steigenden Bevölkerungszahl ist erwünscht.

An der Uhr jedenfalls hat man

in Deutschnofen inzwischen schon mal

gedreht. Egal, wer letztendlich das Werkl

angeschoben hat, das Werkl läuft.

Zum Basteln und Werkeln

Es ist das Paradies der Krea-tiven

und Geschickten. Basteln, Malen

Gestalten, kaum etwas, was in

Konnys Ladele in Deutschnofen

nicht zu finden ist. Im einzigen

Bastelgeschäft des Eggentales

hält Mäggi Kofler eine riesige

Auswahl bereit.

egal ob Groß oder Klein, wer Konnys

Ladele betritt, kommt nicht

ohne etwas gekauft zu haben, wieder

hinaus. Die Regale mit ihrem bunten

Inhalt ziehen genauso magisch an wie

die Ausstellungsvitrinen mit den unzähligen

Bastelmodellen und Vorlagen.

Neben buntem Papier und Karton,

Bändern, Acryl- und Wasserfarben gibt

es Rohmasse zum Gestalten von Kerzen

oder Töpferbedarf. Wer eine der

verschiedenen Techniken noch nicht

beherrscht, dem stehen verschiedene

Bastelkurs zur Auswahl.

Besonders wenn Feste ins Haus stehen,

ist die Nachfrage sehr groß. Für das

Osterfest sind bunte, bemalte oder beklebte

Eier, Körbchen aus Strohgeflecht

und Filz, kleine Figuren und vieles

mehr im Angebot oder können mit den

entsprechenden Materialien selber gestaltet

werden. Besonders groß ist das

Angebot an Kerzen, die in vielen Variationen

für Taufen, Erstkommunionen

oder Hochzeiten gefertigt werden. Sie

werden in Handarbeit gefertigt und

sind nicht nur bei privaten Kunden,

sondern auch bei Hotels und Restaurants

sehr beliebt. Wer lieber selber

sein Können erproben möchte, der findet

Kerzenrohlinge und Wachsblätter

zum Verzieren in großer Auswahl vor

und erhält von der Geschäftsfrau die

richtigen Tipps, um zum gewünschten

Erfolg zu kommen.

Doch nicht nur Self-Made ist angesagt.

Wer ein ausgefallenes Geschenk sucht,

ist hier genau an der richtigen Adresse.

Kunsthandwerk einheimischer Künstler,

unter anderem zweier Töpfer,

Holzschnitzereien und Arbeiten einer

Glasmalerin, aber auch handgefädelte

Glasperlenketten sind sehr persönliche

und einmalige Geschenke.

INFO

Konnys Ladele

des Konrad Kofler

Hauptstraße 52 - 39050 Deutschnofen

Tel. 0471 617 140 - info@kofler.bz


P A G I N I e r u N G

erfolgsgeschichte eines Skige bietes

Im Jahre 1970 bestand der kleine

Weiler Obereggen aus zahlreichen

Bauernhöfen, Wiesen

und Wäldern. Im Ort gab es

den „Gasthof Obereggen“

mit rund 20 Betten. Die

Urlauber kamen vor allem

aus Bozen und Norditalien zur

„Sommerfrische“.

Damals dachte niemand daran, dass

der Wintertourismus einmal die

Haupteinnahmequelle werden könnte.

Die „Gründungsväter“ der Obereggen

AG waren damals elf junge, dynamisch

Männer mit Visionen. Mit dabei waren:

Hans Zelger (Präsident), Vinzenz

Zelger, Richard Pichler, Georg Weissensteiner,

Siegfried Weissensteiner,

Erich Pichler, Luis Mahlknecht, Johann

Georg Pichler, Hans Pfeifer, Karl Eisath

und Franz Zelger.

Diese Gruppe wollte die Skifahrer nach

Obereggen bringen. Ziel war es, sich mit

dem seit 1968 bestehenden Skigebiet

Pampeago über die Eggentaler Almen

zusammenzuschließen. Jeder Gesellschafter

musste 200.000 Lire einbrin-

gen. Da noch nicht genügend Kapital

vorhanden war, wurden bald die ersten

Aktien im Wert von 10.000 Lire verkauft.

Nach dem Eintritt verschiedener

Großaktionäre bestand die AG aus 134

Aktionären. Vinzenz Zelger, Ingenieur

für Hoch- und Tiefbau und selbst Gesellschafter

der AG, übernahm die Projektierung

des Skigebietes. Mit dem Bau

einer neuen Straße nach Obereggen begann

eine einmalige Erfolgsgeschichte

(siehe Infokasten).

eine renommierte Skiarena

Heute ist das Skigebiet Obereggen als

Teil des Ski Center Latemar eines der

renommiertesten in den Dolomiten. Abwechslungsreiche,

perfekt präparierte

Pisten, Schneesicherheit und viele

spektakuläre Veranstaltungen machen

Obereggen zu einem der beliebtesten

Skigebiete Südtirols. Dass man eine

traumhafte Aussicht, tolle Gastronomie

und peppige Après-Skihütten erleben

kann und das Ganze nur 20 Minuten

von Bozen entfernt liegt, macht Obereggen

nur umso sympathischer.

18 modernste Liftanlagen (14 Sessellifte,

zwei Kabinenbahnen und zwei Skilifte)

A k t u e l l

1971 Bau des ersten Lifts in Obereggen,

der Grundstein zum Wintersportgebiet.

1972/73 erfolgte die Inbetriebnahme

des Skiliftes „Eben“ und des Zweiersesselliftes

„Oberholz“ mit den dazugehörigen

Pisten. Damals betrug der

Umsatz 16.201.266 Lire und stieg jährlich

an.

1974 Bau eines ein Selbstbedienungs-

Restaurant an der Talstation.

1975/76 wurde das anfängliche Ziel eine

Verbindung zum Skigebiet Pampeago

und Predazzo hergestellt. Die drei Gebiete

schlossen sich zum Skicenter Latemar

zusammen und konnten dem Dolomiti-Superski-Konsortium

beitreten.

1976/77 wurde der Sessellift „Ochsenweide“

in Betrieb genommen.

1985 erfolgte die Inbetriebnahme des

ersten automatischen 4er-Sesselliftes

Italiens, des „Absam-Maierl-Liftes“. Damit

erhöhte sich die Förderleistung von

1100 auf 1800 Personen pro Stunde.

1987 wurde der „Obereggen-Lift“ zum

ersten fixgeklemmten 4er-Sesselliftes

Italiens. Zwei Jahre später wurde am

selben Lift das erste Förderband Italiens

errichtet.

1988 wurde der „Oberholz-Lift“ durch

einen 4er-Sessellift ersetzt.

1991 entstanden die 4er-Sessellifte mit

Förderband „Reiter Joch“ und „Laner“.

bringen die Wintersportler von 1550

auf 2500 Meter. Dazwischen liegen über

40 km perfekt präparierte Pisten, oder,

in Zahlen ausgedrückt, 22% blaue Pisten

(einfach), 64% rote (mittelschwer)

und 14% schwarze Pisten (schwierig).

Höchste Schneesicherheit wird durch

ein modernes Beschneiungssystem garantiert,

welches die ganze Saison über

ergänzend im Einsatz ist und traumhafte

Bedingungen schafft.

Internationale Auszeichnungen

für beste Pisten

Obereggen ist mit Preisen letzthin buchstäblich

überschüttet worden. Vergangenes

Jahr erhielt das Skigebiet den

renommierten Preis “BEST Grooming”

des Skiresorts Service International für

die weltweit beste Pistenpräparierung

(www.skiresort.de). In diesem Jahr

wählte der bedeutendste deutsche Skiführe

„ADAC SkiGuide“ Val di Fiemme-

Obereggen als einzigen italienischen Ort

unter die schönsten Wintersportgebiete

mit einer hervorragenden Bewertung

1995/96 erfolgte die Wiederaufnahme

der Verbindung mit Predazzo durch

den Bau mehrerer neuer Liftanlagen in

diesem Teilgebiet. Dies bewirkte einen

Aufschwung im Ski Center Latemar.

1999 wurde der alte „Ochsenweidelift“

durch eine 8er Kabinenbahn ersetzt.

2000 verwirklichte man das Projekt

Nachtskifahren und rodeln durch den

Bau einer Beleuchtungsanlage auf dem

unteren Teil der „Oberholz“-Piste

2005 wurde der moderne Sechser-Sessellift

„Absam-Maierl“ und eine neue

anspruchsvolle Skipiste „Maierl“ gebaut.

Diese Anlage startet somit in die

dritte Generation und ist erneut, wie

jener Zweier-Sessellift, der 1976 mitverantwortlich

für den enormen Aufschwung

im Skigebiet Obereggen war,

ein Riesenerfolg.

2006 wurden gleich zwei neue, moderne

Vierersessellifte zusammen mit der

Betreibergesellschaft von Pampeago gebaut;

der eine führt auf den Zanggen, der

andere zurück in Richtung Obereggen.

2007 wurde mit einem zentralen Heizwerk

für die gesamte Ortschaft ein

beispielhaftes Projekt realisiert. Dabei

wurden alle Hotelbetriebe angeschlossen,

sodass Obereggen ab dem Winter

2007/2008 ausschließlich mit erneuerbaren

Energieträgern beheizt wird.

für das abwechslungsreiche touristische

und sportliche Angebot. Nochmals

im Jahr 2007 ist das Skigebiet von der

unabhängigen Webseite www.skigebiete-test.de

getestet und in den drei

wichtigen Kategorien Ski, Familie und

Snowboard ausgezeichnet.

26 Sonderbeilage

Sonderbeilage 27

INFO

Obereggen AG

Tel. 0471 618 200

Skipassbüro täglich von 8 17 Uhr geöffnet

www.obereggen.com


28

Sonderbeilage

P A G I N I e r u N G

Die ressource Holz

Der Wald hat im Eggental von

jeher seine Auswirkungen gehabt:

Er bestimmte die gute

Lebensqualität und schuf für

Handwerk und Handel von jeher

vielfältige Möglichkeiten.

eggental heißt Rosengarten und Latemar,

Eggental heißt Karerpass

und stellt die Verbindung zur Nachbarprovinz

dar. Eggental heißt Skifahren

in Obereggen und heißt wandern.

Wald, Wald, Wald

Eggental das ist aber vor allem auch

eines: Wald. Oberhalb Kardaun und Blumau,

im Osten von Welschnofen hin zum

Nigerpass und auf der Deutschnofner

unter dem Latemar ziehen sich die großen

Wälder des Eggentales über die Bergrücken.

Sie zählen zu den größten zusammenhängenden

Waldgebieten Europas.

Die Qualität ihres Holzes wird für

jede Verwendung genutzt, aber auch für

Spezialanfertigungen geschätzt, von Bildhauern

bis hin zum Instrumentenbau.

Ein Reichtum ist der Wald allemal für

das Eggental. Ein Geschenk der Natur,

das Lebensräume für Flora und Fauna

schafft, das Wasser speichert ein

großes Ökosystem, das den Menschen

schöne und gesunde Lebensräume verschafft

und spätestens seit Ende des 19.

Jahrhunderts auch Gäste und Besucher

von überall her einlädt, sich hier zu erholen.

Handwerk und Handel

Der Wald und die von ihm gelieferte

Ressource, das Holz, hat über Jahrhunderte

und bis heute den Einheimischen

Erwerbstätigkeiten in Handwerk und

Handel ermöglicht. Als Waldarbeiter

konnten sich Einheimische und externe

Tagelöhner verdingen. Wer Ochsen

oder Pferde besaß, konnte mit einem

Gespann das Holz ins Tal bringen.

Das wurde vorzugsweise im Winter

gemacht, weil der Schnee auf den Wegen

und später auf der Eggentaler Straße

es ermöglichte, das Holz hinterher

zu ziehen, ohne große Reibung und

das Holz damit ohne Schäden das Tal

erreichte.

Gefährliche transportmöglichkeit

Im Sommer versuchte man sich das

reißende Wasser des Eggenbaches als

Transportmittel nützlich zu machen.

Eine gefährliche Arbeit vor allem dann,

wenn ein Prügel sich quer legte und wieder

in Fahrtrichtung gebracht werden

musste. Dennoch war der Transportweg

geschätzt, weil mehr Holz als mit

dem Gespann geliefert werden konnte.

Die drei bis vier Stämme je Ladung mit

dem Gespann warfen häufig gar keine

Rendite ab.

umfangreiche Holzsparte

Die Roderer, also die Wagenbauer,

sorgten dafür, dass es Gespanne und

Wägen gab und dass Räder repariert

wurden. Es gab Fassbinder, Spengler,

Tischler, Zimmersleute. Es gab Kohlebrennereien

und selbst wenn die

Eggentaler sich mit Brennmaterial aus

Das alte Holzlager in Kardaun

dem Wald selbst versorgen konnten,

war deren Holzkohle in den heimischen

Schmieden sehr beliebt, sie zudem

konnte nach Bozen geliefert und verkauft

werden.

Aus den Bäumen wurde das Harz gewonnen.

Das Pech wurde für den Hausgebrauch

gesammelt, aber auch vom

Schuster, zur Herstellung von Seifen und

Waschlaugen verwendet. Ein besonderes

Harz, das Pigl, wurde nach einem Destillationsverfahren,

dem Piglbrennen, als

Holzteer in Bozen an Händler der Adria

verkauft: Dort konnten die Schiffswände

an ihren Fugen abgedichtet werden.

Das Harz der Lerche hingegen wurde

an Löchern im Boden gesammelt. Es

wurde als „Lörget“ einmal im Jahr mit

A k t u e l l

einem eisernen Stab ausgeschöpft und

gelangte in Gefäßen auf den Markt: In

Venedig wurde eine Art Terpentin damit

hergestellt oder das Lörget wurde in der

Pharamaindustrie verwendet. (Ignaz

Kircher schreibt das zu in seinem Buch

„Welschnofen. Von der alten Zeit Der

Alltag“, 1994, Folio Verlag).

Wer sich auf das Handwerk verstand,

stellte Holzziegel, die Schindel her, das

Schindlkliabn diente den Dachdeckern.

Wer vermochte, „schalterte“ die Stämme

und schaffte damit Spaltholz, das

als Weinbergstützen in Rebanlagen

verwendet wurde. Die Rinde der Fichten,

die Loachn, wurde in getrockneter

Form den Gerbern und Kürschner verkauft,

die Lohe ist ein für das Darben

von Häuten geeignetes Brennmaterial.

Und wer am Fließwasser wohnte und

es schaffte, sich eine Säge zu kaufen,

der bediente die Klientel aus der Umgebung:

Mit Wasser angetriebene Venezianische

Sägen waren die häufigsten Sägewerksinstrumente.

Sie waren im gesamten

Eggental aufgestellt. Pennenflechter,

die aus Haselnussstauden Heutragen

flochten, die Korber, die Körbe für jeden

Bedarf herstellten.

Wichtige ressource

Die Liste der durch das Holz möglichen

Handwerke und Erwerbe ist lang, einige

Tätigkeiten gehören inzwischen


der Vergangenheit an. Doch das Holz

ist immer noch eine der wichtigen Ressourcen

für die Wirtschaft im Eggental.

In Birchabruck, an der Gemeindegrenze

zwischen Welsch- und Deutschnofen

liegt heute das größte Sägewerk Südtirols,

das aus der Tradition der Familie Pichler

erwachsen ist. Es gibt aber längst

auch große und über Südtirol hinaus

liefernde Sägewerke in Deutschnofen

und in der Gemeinde Karneid.

Es gab von jeher öffentlichen Wald, der

im Besitz der Gemeinden lag und private

Wälder, die von den Eignern gepflegt

und genutzt wurden und werden.

A k t u e l l A k t u e l l / S e r v I c e

Baumschlag nutzten, heute reguliert die

Forstbehörde, welcher Baum wann gefällt

werden kann. Doch Baumschlagen

gehört ohnehin zur Pflege eines Waldes.

Unwetter und Waldschäden sorgten

von jeher dafür, dass das getan werden

musste, auch ohne Gewinne einzufahren.

Um in die dichten Wälder vorzudringen,

bedurfte es jedoch entsprechender

Zufahrten. Das Wegenetz ist heute

längst kontrolliert, der Zugang in den

Wald musste einst aber erst in teils

mühevoller Arbeit geschaffen werden.

Viele Wanderwege, auf denen heute

Erholungssuchende tummeln, waren

einst die einzigen Verbindungswege

der Eggentaler Ortschaften und Siedlungen.

Die Lieferungen fanden alsbald in bester

Organisationsstruktur statt. Die

Deutschnofner Holzfuhren gelangten

über das Brandental nach Leifers, von

wo aus Kunden in Bozen, aber auch

im Unterland und im Überetsch beliefert

wurden am Rückweg brachten

die Fuhrwerke neben den Verdiensten

auch Waren aus dem Tal auf den Regglberg.

Vom Eggental musste man das

Die Forstschule Latemar in Welschnofen Gerüstbau anno dazumal

Kleinbauern erhielten früher von der

Gemeinde ein Stück Wald in Obhut, aus

dem sie sich selbst versorgen konnten.

Und das Land Südtirol ist heute auch

einer der Besitzer von Wald im Eggental:

Unter dem Latemar liegt eine der

vier Landesdomänen. Diese erstreckt

sich auf 1562 Hektar und neben dem

Sägewerk wurde hier auch eine Ausbildungsstätte

für Forst- und für Holzwirtschaft

eingerichtet.

Einen Wald gesund zu halten, bedeutet

regelmäßig am Holz zu arbeiten. Früher

hing es von den Besitzern ab, ob wie

schonungsvoll sie ihren Wald für den

Holz über Gummer ins Eisacktal karren,

bis 1860 die Straße errichtet wurde.

Bereits zu Beginn des 20 Jahrhunderts

gelang es hier in einem Winter 1500

Meter Holz zu liefern.

Die Strukturen erleichterten einiges:

Holzlager wurden zunächst nahe der

Ausfahrt von Steinegg, später dann

direkt am Ausgang des Eggentales in

Kardaun eingerichtet. Hier luden die

Transporteure ihre Ladungen ab, Holzhändler

oder Kunden kauften dann ein.

Das Holz wurden abgeholt: Fuhrwerke

brachten es nach Bozen und Umgebung.

Doch es gab sehr früh auch weite Ziele:

umweltfreundliches Heizen

Der Betrieb einer

Hackschnitzelheizung ist ökonomisch,

umweltfreundlich

und zukunftsweisend. Das

Deutschnofner Unternehmen

Mair ist seit 15 Jahren auf die

Produktion und den Vertrieb

von Hackschnitzel spezialisiert.

langfristig ist der Energieträger Holz

die ideale, nachhaltige Lösung für

die ökologische Wärmeversorgung.

Holz ist CO²-neutral, in Südtirol in

großen Mengen verfügbar und kann

somit auf Dauer die Heizkosten enorm

senken. Voraussetzung für einen

optimalen Brennwert ist gut getrocknetes

Hackgut aus naturbelassenem

Holz mit einem maximalen Feuchtigkeitsgehalt

von 15 bis 20 Prozent, Körnungsklasse

G3 und einem Gewicht

von ca. 200 kg je SRM, wie es das Unternehmen

Mair aus einheimischem

Rohstoff produziert und vertreibt. Im

Vergleich: Hackgut mit einem Feuch-

Mit der Brennereisenbahn oder über

Flösse auf Eisack und Etsch wurde das

Holz nach Italien weiter geliefert.

Der Ertrag der aufwändigen Holzernte

und des Transports, das gilt heute noch,

hängt vom Interesse des Marktes ab,

der entsprechend die Preise diktiert.

Früher kämpften Holzhändler gegen

das Unverständnis der gängigen Meinung

der Leute, „der Herrgott lasse es

ja umsonst wachsen“, wie Ignaz Kircher

(1994, S. 32) schreibt. Heute wird Holz

längst als nachwachsender Brenn- und

Baustoff geschätzt und gewürdigt. Auch

vom Markt.

tigkeitsgehalt von ca. 30 Prozent hat

bereits einen um 20 Prozent geringeren

Heizwert. Erfahrungen haben

gezeigt, dass sich der Verbrauch an

Hackschnitzel erheblich reduzieren

lässt, wenn diese trocken sind. Zudem

funktioniert die Heizanlage störungsfreier,

bei weniger Asche und verminderten

Emissionen.

Schwere technik im einsatz

Der Hackschnitzelvertrieb ist jedoch

nicht das einzige Standbein des Unternehmens.

Mit dem leistungsstarken

Großhäcksler, montiert auf einem Raupenfahrwerk,

und einem Kran mit einer

Reichweite von bis zu zehn Metern

werden Häckseldienste in Auftrag genommen.

Der Hacker ist sehr flexibel

einsetzbar, so dass auch Arbeiten direkt

im Gelände erfolgen können. Je nach

Beschaffenheit des Holzes werden Stundenleistungen

zwischen 40 und 150 SRM

erzielt. Höchstleistungen werden bei

Holztransport mit Pferdefuhrwerk auf der Karerseestraße

Rundholz und Spreißel erreicht. Stämme

mit einem Durchmesser von über 55 cm

werden mit einer Spaltzange gespalten.

INFO

R. Mair

Plattnerviertel 15 - 39050 Deutschnofen

Tel. 0471 610 033 - Fax 0471 610 726

Mobil 333 43 56 465

hackschnitzel.mair@rolmail.net

Sonderbeilage 31


32

Holzprodukte für die Industrie

Eine über 60jährige Firmengeschichte,

ein KlimaHaus A

als Verwaltungsgebäude, eine

Sägewerkanlage auf hohem

technischen Niveau und ein

neues Partnerunternehmen

für die Weiterverarbeitung des

Schnittholzes in einer 10.000m²

großen Produktionshalle, die

kaum zu sehen ist: Das ist die

Holz Pichler AG in Deutschnofen,

Eggen - Stenk im Eggental.

Hinter diesen nüchternen Angaben

steht ein höchst erfolgreicher Betrieb

mit einem bodenständigen Eggentaler

als Chef Erich Pichler. Diese

Bodenständigkeit war schon immer

gepaart mit einer permanenten Suche

nach neuesten Produktionsprozessen.

Und so nahm 1996 vom Eggental aus

eine Entwicklung ihren Anfang, die

heute weltweit eingesetzt wird. Aber

alles der Reihe nach.

Amerika oder eggental?

Der Vater von Erich Pichler, Hans

Pichler, hatte in den Vorkriegs-Jahren

mit allem gehandelt, was irgendwie

Geld brachte. „Mein Vater war als

Schulbub schon Vogelhändler, später

Pferdehändler, Hüttenwirt und zum

Schluß Holzhändler“, erzählt Erich

Pichler. Unmittelbar nach dem Krieg

hat er im Zuge bescheidener Rundholz-

Sonderbeilage

geschäfte einen Herren namens Aldo

Reni aus Reggio Emilia kennengelernt.

Der italienische Geschäftsmann, mit viel

Know-how in der Holzverarbeitung, sah

in den Wäldern des Eggentales und seiner

Umgebung die geeignete Voraussetzung

zur Errichtung eines Sägewerkes,

welches er und Hans Pichler nach der

Bildung einer relativ unkomplizierten

Gesellschaft im Jahre 1946 erbauten.

Erwähnenswert: dieses Sägewerk war

bereits mit einer für damalige Verhältnisse

hochmodernen Blockbandsäge

ausgerüstet.

Bereits ein Jahr nach der Inbetriebnahme

zog es Aldo Reni mit seiner

Familie nach Amerika und er wollte

auch seinen Partner Hans „Giovanni“

Pichler überreden, mitzukommen; der

Eggentaler mit seiner Frau Anna und

dem neugeborenen Sohn Erich entschied

jedoch, seine Heimat nicht zu

verlassen. So mußte man mit enormen

Anstrengungen im wahrsten Sinne des

Wortes, alles „zusammenkratzen“, um

den Partner Aldo Reni auszuzahlen.

Dies hatte zur Folge, dass der neu errichtete

Betrieb nun mit seinen modernen

Anlagen aber relativ geringem Umlaufvermögen

dastand, welches zum

Kauf von Rundholz notwendig war.

Holz kaufen mit Blanko-Scheck

Im Zuge des Verkaufes von noch vorhandenem

Schnittholz bester Qualität

(Eggentalerware) hatte Hans Pichler

einen interessanten Kunden namens

Lodi aus der Mailänder Gegend erworben.

Lodi war von der Schnittholzqualität,

welche er in kleinen Losen von

Pichler gekauft hatte, sehr begeistert,

und er wollte von diesem größere Mengen

geliefert bekommen. Hans Pichler

jedoch gestand Herrn Lodi offen, dass

ihm das entsprechende Umlaufkapital

für solche Geschäfte fehle. Daraufhin

zückte Herr Lodi sein Scheckbuch,

stellte an Hans Pichler einen Blanko-

Scheck aus, drückte ihm diesen in die

Hand und sagte:“ So, hiermit gehst du

schönes Rundholz kaufen und wenn

das Schnittholz bereitsteht, ruf mich

an.“ Das geschah und wiederholte sich,

weil beide Partner dabei entsprechend

gut verdienten. So kann man diesen

Herrn Lodi wirklich als Retter in der

Not bezeichnen, denn er ermöglichte

Hans Pichler, in kurzer Zeit geschäftlich

nach oben zu kommen. Beeindruckend

ist auf alle Fälle das Vertrauen, welches

Lodi dem Eggentaler Bauernjungen

„Giovanni“ geschenkt hat, welcher seinerseits

mit viel Geschick und Fleiß den

jungen Betrieb baldigst zu einem wichtigen

Wirtschaftspfeiler des Eggentales

gemacht hat.

Scanner mit röntgentechnik

50 Jahre später: Ein weiterer Meilenstein

in der Firmengeschichte der Holz

Pichler AG war in den 90er Jahren die

Entwicklung eines hochtechnologischen

Gerätes zur Erkennung von Ästen und

Fehlern auf dem Schnittholz zwecks

der Weiterverarbeitung zu Halbfertigprodukten

für die Türen- und Leistenindustrie.

Anfangs wurde ein Bilderkennungssystem

einer namhaften österreichischen

Firma installiert, welches sich jedoch

in der Praxis als ungeeignet erwies. In

dieser Not wurde Erich Pichler selbst

aktiv; er beriet sich kurzfristig (telefonisch)

mit seinem Freund „Fritz“ (Federico

Giudiceandrea, Microtec) mit

welchem er in der Vergangenheit einige

elektronische Neuentwicklungen im

Sägewerkbereich erfolgreich durchgezogen

hatte. Gemeinsam kam man zum

Schluß, dass man mit Röntgentechnik

das obengenannte Scannerproblem

lösen könnte und sollte. Daraufhin ergriff

Erich Pichler wiederum unmittelbar

und möglichst unkompliziert die

Initiative, eine Firma zu finden, welche

Röntgenapparate für Hospitals oder

Flugplätze herstellt damals nicht über

Internet sondern über die „Pagine Gialle“!

Im Rahmen der Recherche konnte

eine dafür spezialisierte Firma mit

Sitz am Gardasee ausfindig gemacht

werden, welche Erich Pichler mit der

Firma Microtec zusammenführte. Das

alles mit Erfolg, weil die Firma Microtec

bereits einige Monate später bei der

Holz Pichler AG einen Röntgenscanner

ein Prototyp für die oben genannte

Aufgabe erfolgreich zum Einsatz

bringen konnte. Mit diesem Produkt,

in seiner heutigen Perfektion, ist die

Firma Microtec aus Brixen zum Weltmarktführer

in diesem Bereich geworden.

„Mit einer Technologie, die

im Eggental getestet wurde und von

dort ihren Anfang nahm“ erinnert sich

Erich Pichler stolz und gerne an die legendären

Abende mit „dem Fritz und

P A G I N I e r u N G

seinem hochkarätigen Mitarbeiter Ing.

Silvio Danuser.“

10.000 m² groß und kaum zu sehen

Die Holz Pichler AG musste seit jeher

den relativ aufwendigen Produktionsprozess

auf engstem Raum, zwischen

Staatsstraße und Eggentaler Bach, abwickeln.

Mit zunehmendem Produktionsvolumen

wurde dieser Umstand zu einem immer

größeren Problem, insbesondere hinsichtlich

optimaler Produktionsabläufe

und Logistik. 2007 eröffnete sich dann

für die Holz Pichler AG eine neue Perspektive.

Die noch junge HOLTEG GmbH (Holztechnik

Eggental) verfügte über ein geeignetes

Grundstück und beabsichtigte,

im Bereich der Holzverarbeitung tätig

zu werden. Für Erich Pichler war fortan

klar, dass diese Gelegenheit einmalig

ist, denn “es ist nicht einfach für eine

Holzindustrie dieser Größe einen geeigneten

Standort zu finden, es musste

schließlich eine ganz neue Gewerbezone

ausgewiesen werden.“

Dass alles so schnell ging, ist den beiden

zuständigen Gemeindeverwaltungen

Deutschnofen und Karneid mit den

Bürgermeistern Bernhard Daum und

Albin Kofler zu verdanken. „Auch mit den

Anrainern gab es vorher eine vernünftige

Einigung“ so Pichler. „All jene Produktionsschritte,

für welche auf dem Gelän-

de der Holz Pichler AG unzureichend

Platz zur Verfügung stand, wurden an

die HOLTEG GmbH, unseren neuen Produktionspartner

weitergegeben. Hauptgesellschafter

und Geschäftsführer dieser

neuen Gesellschaft ist Ing. Michael

Gilli, ein junger Unternehmer, der sein

Geschäft bei uns im Prinzip von der

Pike auf gelernt hat“, freut sich der Chef

Erich.

Das neue Partnerunternehmen, dessen

Standort sich etwas weiter Tal auswärts

befindet, ist auch unter Berücksichtigung

der verkehrstechnischen Aspekte,

optimal. Die LKWs, ob Zulieferer oder

Kunden, brauchen im Prinzip nicht mehr

durch das Dorf Birchabruck fahren!

Mit den neuen Investitionen wurden im

Eggental vorerst weitere 35 Arbeitsplätze

gesichert. Für die drei umliegenden

Gemeinden Karneid, Deutschnofen

und Welschnofen ist diese heimische

Holzindustrie zusammen mit den zahlreichen

anderen Handwerksbetrieben

in den Gemeinden eine Garantie gegen

Abwanderung. Heimische Wälder samt

aktiver Holzwirtschaft ergeben zudem

mit dem Tourismus eine erfolgreiche

Symbiose.

INFO

Holz Pichler AG

Stenk 2 - 39050 Deutschnofen

Tel. 0471 610 121 - Fax 0471 610 222

www.holz-pichler.com - www.holteg.com

Sonderbeilage 33


ein kleines Solingen

Zu den alten Traditionen des

Eggentales gehört von jeher

die Metallverarbeitung der

Schmiede.

Das Schmiedehandwerk gehört zu

den alten handwerklichen Traditionen

des Eggentals. Ende des 19.

Jahrhunderts gab es im Haupt- und

in den Nebentälern mindestens zwölf

Schmieden. Metallverarbeitung ist

daher nicht von ungefähr auch heute

noch ein Schwerpunkt der Gewerbetätigkeit

aller Orte im Eggental.

eisen: ein wertvoller rohstoff

Unter den Handwerkern genoss der

Schmied einst ein hohes Ansehen. Ihre

A k t u e l l

Produkte waren in vielen Berufen praktisch

unerlässlich: Ochsen und Pferde

mussten beschlagen werden, die Waldarbeiter

brauchten Axt und Beil, Venezianische

Sägen waren im gesamten

Gebiet im Einsatz, um die Holzernte zu

bearbeiten. Tischler brauchten Nägel

und Schrauben und Waffen waren

auch von jeher sehr beliebt.

Nicht zuletzt war der Rohstoff, vorwiegend

Eisen, wertvoll. Viele Sagen, die

rund um Rosengarten und Latemar

handeln, erzählen von den Reichtümern

und von der Jagd nach den Erzen

unter Tage. Berühmt sind die‚ Venediger

Mandln’, die am Reiterjoch unterm

Latemar nach Gold gruben, die Sage

spricht von einer Goldader, die weit

in den Karer Wald hineingereicht haben

soll. Bei der Knappenstube, diesen

Flurnamen gibt es heute noch dort, soll

der Eingang ins Bergwerk gewesen

sein. Die Venediger Männlein kommen

in vielen alpenländischen Sagen, auch

der Schweiz und Österreichs, immer

dort vor, wo es darum ging, nach Erz

zu graben.

eisenbergwerk am latemar

Am Latemar hat es tatsächlich ein Eisenbergwerk

gegeben. Den Ertrag daraus

mussten die Welschnofner Bauern

mit dem Grundherrn teilen. Das war das

Kloster Neustift und es verlangte, wie es

damals üblich war, den Grundzins, der

in Form von Abgaben, darunter auch

‚ferra’ (Eisen) zu leisten war. Viele Flurbezeichnungen

erinnern an die Metallvorkommen

die Erzlahn etwa ist heute

beliebtes Ziel der Bergsteiger.

Die Schmiede legten häufig ihre Werkstätten

dort an, wo ein Durchzugsweg

vorbeizog. Händler und Bauern kamen

vorbei und mussten ihre Ochsen oder

Pferde für den Auf- und Abstieg mit

neuen Beschlägen wappnen. Gleich

zwei Schmieden konnten so in Oberkardaun

ihr Gewerbe betreiben. Sie waren

Hufschmiede, boten der Kundschaft

aber auch Waffen an.

„teutschnofner Mösser“

In Deutschnofen erreichte ein ehernes

Produkt weit über das Eggental hinaus

Ruhm: die „Teuschnofner Mösser“, die

Messer von Deutschnofen. Die Klingen

waren beliebt und konnten deshalb

auch zum Tausch von Waren eingesetzt

werden. Beliebt waren die Teuschnofner

Mösser besonders im Überetsch,

wo sie als Rebmesser eingesetzt wurden.

Über das Brandental gelangten sie

ins Tal und mit den Messern konnte

der Wein, der mit den Ochsen auf den

Regglberg gebracht wurde, bezahlt

werden. Das Eggental gilt als kleines

Solingen in Südtirol.

ein kunst(kult)-Objekt

Die Wasserkraft des Eggentaler

Baches wurde zum Betreiben

von Mühlrädern, Sägewerken

und Schmiedhämmern

benutzt. Die Kunst des

Schmiedehandwerkes existiert

in der ehemaligen, wasserbetrieben

Urform nicht mehr.

Dafür wurde eine Schmiede

zum Kunst(Kult)-Objekt.

Für ein solches Unterfangen braucht

es zwei Walter Pichler. Der eine, Besitzer

des alten Ensembles, von Beruf

Architekt, erfolgreicher Unternehmer

mit einem Hang zum Besonderen, der

andere international bekannter Bildhauer

ebenfalls mit Eggentaler Wur-

zeln. Die beiden sind Vettern. Was aus

dieser „Vettern-Wirtschaft“ entstand,

erregte internationales Aufsehen. In

zahlreichen Kunst- und Architekturzeitschriften

wurde das „Haus an der

Schmiede“ samt der höchst privaten

um nicht zu sagen intimen Entstehungsgeschichte,

dokumentiert.

„Der Weg ist das Ziel“

Walter Pichler (der Bildhauer) tauschte

mit Walter Pichler (dem Architekten)

die Rolle und Baute sein erstes Haus,

das neben der Schmiede. Für beide

war das Objekt auch ein Aufarbeiten

gemeinsamer Erinnerung erlebt zu

verschiedenen Zeiten und ebensol-

chem Umfeld. „Der Weg ist das Ziel“,

das trifft bei diesem Projekt der Schmiedehammer

den Nagel voll auf den

Kopf! Das Endergebnis das Haus neben

der Schmiede, von der Ruine bis zum

heutigen Kunstobjekt, ist international

bekannt geworden. Der intime Weg

der beiden Pichlers bis dorthin, soll

im Detail ihr private Angelegenheit

bleiben.

Sonderbeilage 35


Das unternehmen Gasser

Die Firma Gasser mit Sitz im

Eppan ist ein Tiefbauunternehmen,

das sich auf Straßenbau

bis zu Infrastrukturen,

Sanierungen und Errichtungen

von Mülldeponien, Staubecken

für Beregnungsleitungen,

Sprengarbeiten und Aushubarbeiten

jeglicher Art spezialisiert

hat.

Im Jahr 1948, also vor 60 Jahren,

begann Johann Gasser mit der Herstellung

und dem Verkauf von Schotter

und legte mit dieser Tätigkeit den

Grundstein des Unternehmens. Aus

dem Ein-Mann-Betrieb 1948 wurde

bis heute ein Unternehmen mit etwa

60 Mitarbeitern. „Neben unserer

Tiefbau Tätigkeit runden die Produktion

und der Verkauf von Sand, Schotter,

Fertigbeton und die Abarbeitung

unseres Porphyr-Steinbruches unser

Dienstleistungsangebot ab“, berichtet

Josef Gasser. „Mit unseren beiden

Standorten in Eppan und Birchabruck

Spezialisierung auf dem Gebiet des Straßenbaues

S e r v I c e S e r v I c e

Johann Gasser, Gründer des Unternehmens

können wir besonders den Markt um

Bozen gut bedienen.“

Besondere Beziehung zum eggental

Mit dem Eggental hat das Eppaner Unternehmen

seit der schlimmen Hochwasser-

Katastrophe im Jahr 1966

eine besondere Verbindung. Bei den

Aufräumarbeiten bzw. bei der Wildbachverbauung

in den Jahren danach

war Gasser stark engagiert. Die Arbeiten

im Eggental übernahm damals Karl

Gasser. Durch diese ständige Präsenz

vor Ort war es irgendwann nur logisch,

auch eine Niederlassung im Tal zu errichten.

Im Jahre 1974 war es dann soweit.

Die Gasser OHG wurde gegründet

und noch im gleichen Jahr das Schotterwerk

in Birchabruck eröffnet. Mit

diesem Standort wurden speziell die

Aktivitäten im gesamten Eggental und

in den Gemeinden Karneid, Deutschnofen

und Welschnofen entsprechend

ausgebaut. Allein das Schotterwerk

konnte in den vergangenen Jahren die

Produktion verdoppeln.

entwicklung zum Straßenbau

werk in Birchabruck um eine Betonanlage

erweitert wurde. Damit einher ging

eine weitere Spezialisierung in Richtung

Straßenbau in den 90er Jahren.

Das Betonwerk in Birchabruck wurde

2001 auf den neuesten Stand gebracht.

Höhepunkt nicht nur in Bezug auf das

Eggental war dann die Beteiligung am

Ausbau der Eggentaler Straße. Von

2005 bis 2007 wurde gemeinsam mit

der Firma PAC zwischen Km 1,26 und

2,82 der 1600 Meter lange Kampenn-

Tunnel errichtet.

INFO

Gasser GmbH

Handwerkerstraße 21 - 39057 St. Michael/Eppan

Tel. 0471 664 000

39050 Birchabruck - Tel. 0471 610 170

info@gassertiefbau.com - www.gassertiefbau.com

Das Speicherbecken von Obereggen

Als Tiefbauspezialist mit den Niederlassungen

in Eppan und eben im Eggental

lag es irgendwie auf der Hand, dass bei

den permanenten Arbeiten rund um die

Straße und den Eggentaler Bach, Gasser

meist beteiligt war. Das brachte es

auch mit sich, dass 1980 das Schotter- Ausbau der Eggentalerstraße - Tunnel Kampenn

lagerplatz auf Mini-raum

Wie finden Material, Ersatzteile

und Werkzeug Platz auf wenig

Fläche, sind schnell zu finden

und vor allem einfach transportiert?

Diese Fragen beschäftigten

den Schlossermeister

Sebastian Pichler.

ergebnis sind seine ausgeklügelten

ROTOMAGazine, die Ordnung in jedes

Lager bringen. Sebastian Pichler

hat sein Unternehmen 1980 als Kunstschlosserei

gegründet. Auch heute

gehören Kunst- und Bauschlosserarbeiten,

Stahlbau, wie die Fertigungen

von Treppen, Geländern nach wie vor

zur Tätigkeit des Unternehmens. Doch

im Laufe der Jahre hat sich der Betrieb

auf die technische Entwicklung

und Maßanfertigung von Magazinen

mit rotierenden Fächern spezialisiert.

Diese Umlaufmagazine, ROTOMAGazine

genannt, sind Standard-, oder

Spezialanfertigungen und werden

entsprechend nach den individuellen

Bedürfnissen der Kunden gefertigt.

Von der Planung über die Fertigung

und Montage bis hin zur Wartung und

dem Kundendienst liegt alles in einer

Hand.

einbau auf engsten raum

Technisch bietet sich eine große Palette

an Varianten, die an bestehenden Gebäuden

architektonisch integriert oder

in neue Bauvorhaben eingeplant werden

können, sowie Standardanfertigungen,

welche in bestehenden Räumen aufgestellt

werden. Ob im Außenbereich ans

bestehende Gebäude angegliedert oder

im Inneren vertikal oder horizontal integriert

- die Systeme ermöglichen eine

optimale Ausnutzung der vorhandenen

Höhen, Flächen und Räume.

Lagersysteme bis zu einer Tiefe von

32 Metern oder 24 Meter Höhe über

mehrere Gebäude Etagen können verwirklicht

werden. Ungenutzte Räume

wie Dachböden, Keller und Hohlräume

sind dadurch optimal zu nutzen.

Das ROTOMAGazin kann aber auch als

internes Trennelement, oder als Kommissionierungsstelle

dienen, die mit

mehreren Belade- und Entnahmestellen

ausgestattet ist.

rOtOMAGazine und alle finden alles!

Die Umlaufmagazine ermöglichen eine

besonders effiziente Lagerführung. Die

Bereitstellung der benötigten Ware erfolgt

auf kürzestem Weg und stets auf

der ergonomisch richtigen Arbeitshöhe.

Dadurch werden Unfälle und Berufskrankheiten

vermieden. Auch das Zurücklegen

des nicht verwendeten Materials

verläuft schnell und problemlos,

Materialbeschädigung durch verkratzen

wird vermieden, Material wird eingespart.

Die Ent- und Beladung kann

stückweise von Hand, im Container per

Kran oder mit dem Stapler erfolgen. Auf

Wunsch kann die Anlage mit entsprechender

Lagersoftware ausgestattet werden.

Rund 100 Anlagen verschiedener

Größen wurden vom Unternehmen seit

1993 verwirklicht. Die meisten befinden

sich in Südtiroler Unternehmen und

den Berufsschulen Brixen, Bozen und

Meran. Große Anlagen wurden unter

anderem für die Firmen Finstral, Duka,

Durst, Provex und Schlosserei Lanz gebaut.

Auf Grund der großen Nachfrage

hat der Betrieb sein Verkaufsnetz seit

Jahren auf den gesamten norditalienischen

Raum und Deutschland ausgedehnt.

Die größte bisher konstruierte

Anlage entstand in Piacenza und hat

eine Nutzlast von 160 Tonnen. Eine innovative

neue, vollautomatische Anlage

mit automatischer Beschickung wird in

der Firma Eurotherm in Frangart in Betrieb

genommen.

36 Sonderbeilage

Sonderbeilage 37

INFO

Pichler Sebastian GmbH

Handwerkerzone 1 - 39050 Deutschnofen

Tel. 0471 616 309 - Fax 0471 616 652

Mobil 335 57 62 072

info@pichler-sebastian.it - www.pichler-sebastian.it


S e r v I c e

Alte Bilder als Zeitzeugen

P A G I N I e r u N G


40

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