LEBE_138

lanarepro

Juli - September 2018

Zeitschrift der BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN - Südtirol

www.bewegung-fuer-das-leben.com

Ausgabe 138 • 39012 Meran • Winkelweg 10 • Tel./Fax 0473 237 338 • bfl@aruba.it

In caso di mancato recapito si restituisca al mittente che si impegna a pagare la relativa tassa Poste Italiane S.p.A. - Spedizione in abbonamento postale - D.L. 353/2003 (conv. in L. 27/02/2004 n. 46) art. 1, comma 2 e 3 - DCB Bolzano

Preis

des Lebens

Seite 4

Skulptur des Lebens

Preis des Lebens 2018

Das Leben

ist heilig!

Seite 13

„Wir sind alle

Alfie Evans”

Seite 14

TeenSTAR –

das Seminar für eine

„Erziehung zur Liebe”

Seite 26

Jugend –

Lebensfragen

Seite 32


Infobox

Gebetsvigilien

Jeden 3. Samstag im Monat

Ungerade Monate: Meran, gerade Monate: Bozen

Jeweiliger Ablauf: Hl. Messe, Aussetzung,

Bitt-Prozession vor das jeweilige Krankenhaus,

Rückkehr und Eucharistischer Segen.

Wir beten für das Leben!

Sa, 21.7. in Meran - 14.30 Uhr - Barmh. Schwestern - Gratsch

Sa, 18.8. in Bozen - 14.30 Uhr - Grieserhof (NEU!!!)

Sa, 15.9.. in Meran - 14.30 Uhr - Barmh. Schwestern - Gratsch

Sa, 20.10. in Bozen - 14.30 Uhr - Grieserhof

5 Punkte,

Warum wir Gebetsvigilien veranstalten:

1. Wir wollen der Flut der Zerstörung durch friedliche

Mittel Einhalt gebieten: Wir beabsichtigen, durch

andächtiges Gebet öffentlich Zeugnis zu geben.

2. Durch Hl. Messen, Euchar. Anbetungen und

Prozessionen drücken wir betend unseren Schmerz

über die unschuldigen, toten Kinder und ihre

verwundeten Eltern aus.

3. Wir beten in derselben liebevollen Haltung wie Mutter

Maria und der Apostel Johannes unter dem Kreuz.

4. Wir beten nicht gegen jemanden, aber gegen etwas

(Abtreibung). Wir beten für die Liebe, für das Licht und

für das Leben zu Gott, dem Spender des Lebens.

5. Wir beten für alle Personen (Eltern, Großeltern, Ärzte,

Politiker, usw.), die in Abtreibungen verwickelt sind, damit

das Licht der Liebe für die unschuldigen, wehrlosen

Babys in ihren Herzen aufzuleuchten beginnt.

Jedes Kind, auch ein ungeborenes,

ist einmalig und hat ein Recht auf Leben!

Auch dein Gebet ist wichtig. Komm auch du!

Gebetsmomente für das Leben:

• Meran: Krankenhauskapelle,

jeden Di, 14.30 - 15.30 Uhr

• Bozen: Krankenhauskapelle

(Zutritt Haupteingang), jeden Mittwoch

„Rosenkranz für eine Kultur des Lebens” nach

der Hl. Messe um 15.00 Uhr

• Täglich: 20.00 Uhr – Vaterunser (für alle)

PRO LIFE TOUR 2018

Marsch von München nach Salzburg

vom 03. – 19. August 2018

Veranstalter: Jugend für das Leben – Österreich und

Jugend für das Leben – Deutschland

Wir von der Bewegung für das Leben-Südtirol

werden auch heuer wieder an der Pro-Life-Tour teilnehmen.

Wir gehen in zwei Turnussen mit:

Vom 3. – 11. August von München bis Mühldorf

und von 11. – 19. den Weg von Mühldorf am Inn bis

Salzburg.

Wir starten jeweils in Meran und nehmen euch

unterwegs gerne mit. Wir freuen uns auf eine

gemeinsame, erlebnisreiche Zeit.

Infos und Anmeldungen:

Büro: Bewegung für das Leben,

Tel.: 0473 23 73 38, E-Mail: bfl@aruba.it oder

Handy: 333 96 79 189

Anmeldeschluss ist der 27. Juli. Die Reisespesen

übernimmt die Bewegung für das Leben.

1000 Kreuze für das Leben –

von Südtirol nach Salzburg

Mittwoch, 25. Juli 2018

Der Bus startet um 5.00 Uhr in Prad, um 6.00 Uhr

in Meran und fährt über Bozen – Brenner nach

Salzburg. Zusteigemöglichkeiten längs der Strecke.

Programm: 11.00 Uhr Hl. Messe, 14.30 Uhr Start der

friedlichen Prozession am Mozartplatz.

Anmeldungen unbedingt erforderlich unter

Tel. 0473 23 73 38 oder E-Mail: bfl@aruba.it

Ausbildungsseminar TeenSTAR

Für Eltern, Pädagogen/innen, Gruppenleiter/innen

und alle Interessierten in Nals (Bildungshaus

Lichtenburg) mit Helga Sebernik

Sa. + So. 04. – 05. August 2018

Sa. + So. 29. – 30. September 2018

Fr. + Sa. 02. – 03. November 2018

Anmeldung unbedingt erforderlich unter

info@teenstar.bz.it – Tel. 348 08 27 429

Veranstalter: TeenSTAR Südtirol

Stil- u. Farbberatung für Frauen

mit Dr. Margarethe Profunser

Samstag, 22. September 2018

im Haus des Lebens, Winkelweg 10 - Meran

Anmeldung erforderlich unter

Tel. 0473 23 73 38 oder E-Mail: bfl@aruba.it

Veranstalter: Bewegung für das Leben

- Südtirol

Einkehrtag mit Don Paolo Crescini

Samstag, 06. Oktober 2018, Beginn um 9.00 Uhr

im Haus des Lebens, Winkelweg Nr. 10 - Meran

Liturgische Symbole und Riten – Erläuterungen

zur Hl. Messe in der außerordentlichen Form

des Römischen Ritus. Veranstalter: Bewegung

für das Leben – Südtirol

Besuchen Sie unsere Website!

2 LEBE 138/2018 137/2017


Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

liebe Freunde für das Leben!

Wir dürfen auf eine mit vielen Highlights erfüllte Woche des Lebens 2018 zurückblicken:

22. Mai 1978, 40 Jahre legalisierte Abtreibung in Italien, das war die traurige

Tatsache an die wir in dieser Woche des Lebens gedacht haben. In diesen 40 Jahren

durften laut offiziellen Daten 10.000 Kinder in Südtirol, das Licht der Welt nicht erblicken;

sie wurden im Mutterleib getötet. Weshalb eine Mutter diesen Schritt tut,

kann verschiedene Gründe haben: der falsche Zeitpunkt, Teenagerschwangerschaft,

partnerschaftliche Probleme, Ängste vor der Überforderung (ev. beim 3. oder 4.

Kind), Diagnose einer Missbildung, … . Tatsache ist, dass die Frauen vom Staat keine

Unterstützung bekommen. Sie werden mit diesem Gesetz alleine gelassen, somit

gibt es zwei Opfer: das Kind und die Mutter.

Die große Frage stellt sich uns: Wie werden die nächsten 40 Jahre aussehen? Geht

dieses grausame Töten im Mutterschoß gleich weiter? Wird die Tötung ungeborener

Kinder zum Menschenrecht erklärt?

Wir haben erste Ergebnisse nach diesen 40 Jahren: der Demographische Wandel.

Es fehlen uns jene Kinder die getötet wurden. Sie fehlen in der Wirtschaft, in der

Medizin und in den sozialen Institutionen! Der Mensch dreht sich in der Spirale

des Konsums und Wohlstands (1-Kind-Politik). Jedoch strahlen die Menschen nach

jahrzehntelangem Wohlstand und unbegrenzten Möglichkeiten Freude und Glück

aus? Das Geschäft für die Psychiater hat noch nie so geboomt wie in den letzten

Jahren. Menschen sind innerlich leer, haben keine Hoffnung, keine Freude, keine

Perspektiven, der Freitod ist zur häufigsten Todesursache auf unserem Kontinent geworden.

Traurigkeit, Zweifel, Ängste, Schuldgefühle sind für viele ständige Begleiter.

Woher kommen all diese negativen Gefühle? Können wir diese nicht mit Geld und

Wohlstand auslöschen und uns davon befreien, so wie man sich von unerwünschten

Kindern scheinbar befreien kann?

In dieser Spirale, wo das Böse den Menschen vernichten möchte, wissen wir, dass

am Ende doch die Liebe und Barmherzigkeit Gottes siegen wird. Was bedeutet es,

im konkreten Auftrag, ja zu sagen, mich für den Schutz des menschlichen Lebens

einzusetzen? Wenn der innere Anruf kommt, dann darf es für mich, für dich keine

Ausreden geben, keine Kompromisse, denn: wir können uns auf Gott verlassen.

Er wird uns führen und wir dürfen sein Werkzeug sein. Er führt uns zur Quelle des

Lebens und zum wahren Glück. Er macht uns zu Heiligen.

Wir durften in der Woche des Lebens zwei Anwärterinnen für die Heiligen des 21.

Jahrhunderts kennenlernen. Zwei coole Mädchen, Manuela 25 und Laura 20 Jahre

alt, Studentinnen aus Klagenfurt. Sie sind aktive Mitglieder der Jugend für das Leben

Österreich und waren in der Woche des Lebens in Südtirol, nicht um einen coolen

Wellnessurlaub zu verbringen. Nein sie waren hier, weil Jesus sie gerufen hat, ihm

nachzufolgen, sich auf das Abenteuer mit ihm einzulassen. Manuela und Laura standen

in dieser Woche in Schulen und haben zu Schülern über das Wunder des Lebens

gesprochen, über den Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum

natürlichen Tod.

So sehen Heilige des 21. Jahrhunderts aus: in coolen Jeans, ein Strahlen im Gesicht,

Freude im Herzen, Menschen die keine Ausreden suchen, sondern die ihr Leben

Jesus übergeben und seinem Ruf folgen.

Es ist für uns oft schwierig alte Gewohnheiten abzulegen, vor allem alte

Bequemlichkeiten aufzugeben. Wir finden überall Ausreden (ich bin zu jung, es ist

der falsche Zeitpunkt, ich kann vor Menschen nicht reden, sollen sich doch andere

darum kümmern, ich bin müde usw.). Die Welt braucht mich, braucht dich, die ungeborenen

Kinder und die Mütter in Not brauchen uns. Nur Mut meine Freunde! Ja,

Herr, du hast mich gerufen – hier bin ich!

Ganz bewusst JA gesagt haben auch die Preisträger „Preis des Lebens 2018“, siehe

Bericht.

Wir wünschen allen schöne und erholsame Sommermonate und vor allem Gottes

reichen Segen für euch und eure Lieben.

Christian Raffl, Präsident der BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN – Südtirol

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Inhalt

Preis des Lebens 2018

Anerkennungspreise 2018

Lebensschutz

Prämierung Kalender-Quitz

Familienfeschtl im

„Haus des Lebens”

Abtreibungsgesetz Nr. 194

40 Jahre gesetzlich erlaubte

Abtreibung in Italien

Das Leben ist heilig!

„Wir sind alle Alfie Evans”

UNO: Abtreibungsresolution/

Empfehlenswerte Links

Abtreibung

Pressesplitter

Der Zwischenruf

Abtreibungsideologie

Lesetipp

Lebe für Freunde/

Bankkonten

TeenSTAR

Lebensschutz

Umgang mit Medien

Einzel- und Paarberatung

Beten beginnt in der Familie

Eine gerettete Ehe

Jugend – Lebensfragen

Jugend – deine eigene

Meinung

Männer sind wunderbar

Jugend – Beratung

Die Macht des Gebets

„Jesus, ich danke Dir!”

Kindereseite

Impressum

Herausgeber:

Bewegung FüR das Leben - Südtirol

Eintragung beim Landesgericht Bozen,

N. 25/92 R. ST. vom 9.9.92

Presserechtlich verantwortlich:

Dr. Franz Pahl

Für den Inhalt verantwortlich:

Christian Raffl

Layout: Franz Gögele, Sylvia Pechlaner

Redaktionsteam:

Marion Ebnicher, Dr. Christiane Paregger,

Hildegard Tscholl, Martha Zöggeler,

Dr. Egon Falser, Franz Gögele

Druck: Lanarepro GmbH

Auflage: 12.000 Stück

Anschrift der Redaktion:

Bewegung FüR das Leben - Südtirol,

39012 Meran, Winkelweg 10

Tel. & Fax 0473 237 338

lebe@aruba.it

www.bewegung-fuer-das-leben.com

Steuer-Nr.: 94027310211

IBAN: IT58 J081 3358 5900 0009 0102 443

SWIFT/BIC: ICRA IT RR3 PO

Textabdrucke mit Quellenangabe

sind erlaubt.

LEBE 138/2018

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Familie Fischer v.l.n.r.: Jurek, Barbara, Florian mit Franziska, Ursula, Malgorzata und Teresa

Malgorzata Fischer

Preis des Lebens 2018

Am Sonntag, 26. Mai 2018 wurde der PREIS DES LEBENS an eine

ganz besondere Familie verliehen:

Malgorzata und Florian Fischer aus Algund bei Meran haben ganz bewusst JA zu ihrem

fünften Kind gesagt, obwohl ihnen von den Ärzten mitgeteilt wurde, dass das Kleine

behindert sein könnte und die Eltern mehrmals auf die Möglichkeit der Abtreibung

hingewiesen wurden! Nachstehend bringen wir die Laudatio, gehalten vom Preisträger des

Vorjahres, Dr. Hermann Zagler.

Dr. Hermann Zagler

Wir begegnen in unserer

Gesellschaft immer weniger

Menschen mit Down

Syndrom, und haben daher beschlossen,

unseren Preis in diesem Jahr einer

Familie zu überreichen, die sich bewusst

für ihr Kind mit einem Chromosom zu

viel (47) entschieden hat. Wie uns allen

bekannt ist, werden neun von zehn

Kindern mit dem Down Syndrom abgetrieben.

Ein weiterer entscheidender

Punkt für die Vergabe des diesjährigen

Preises des Lebens ist der Einblick

in die Beratungspraxis, den wir durch

das Zeugnis von Frau Fischer erhalten

haben.

Das fünfte Kind vom Ehepaar Fischer ist

mit dem Down Syndrom geboren. Ihr

Zeugnis, Frau Fischer, das wir bereits

in der Lebe Zeitschrift vom April - Mai

veröffentlichen durften, hat uns einen

tiefen Einblick in die Beratungspraxis

für Frauen gegeben, die ein behindertes

Kind erwarten. Während im Artikel 2

des italienischen Abtreibungsgesetzes

194 verankert ist, dass der Frau, welche

durch ihre Schwangerschaft in eine

große Krise gerät, mit allen verfügbaren

Mitteln geholfen werden muss, passiert

in der Regel genau das Gegenteil: bei

Verdacht auf eine Behinderung des

Ungeborenen, wird direkt und ziemlich

nachdrücklich auf die Möglichkeit der

Abtreibung hingewiesen. Dadurch wird

deutlich gemacht, dass man ein Kind,

das nicht perfekt und gesund zur Welt

kommen würde, der Frau nicht zumuten

kann. Um noch genauer zu sein, die

Hilfe für die Frau sei die Abtreibung ihres

Kindes. Sie berichten, dass Sie und

Ihr Mann sich energisch gegen diese

„Hilfeleistung“ äußern mussten. Ihre

traurige Vermutung, dass sehr Viele das

Angebot wohl annehmen werden, zieht

uns alle in die Wirklichkeit dieser barbarischen

Abtreibungsideologie hinein,

abgesehen davon, dass insgesamt die

Abtreibung freien Lauf hat.

Sie berichten dann aber auch, dass

der Arzt erleichtert schien, als Ihre

Entscheidung für Ihr Kind definitiv fest

stand. Wir sehen, in welches Dilemma

uns diese Spirale des Tötens bringt.

Der Mensch, der von seinem Ursprung

4 LEBE 138/2018


Florian mit Franziska Fischer

Preisträger des Vorjahres: Dr. Hermann Zagler, Familie Fischer, Christian Raffl – Präsident der

Bewegung für das Leben – Südtirol

Wir begegnen in unserer Gesellschaft immer weniger

Menschen mit Down Syndrom … Neun von zehn Kindern

mit dem Down Syndrom werden abgetrieben.« Dr. Hermann Zagler

her auf das Leben ausgerichtet ist, wird

per Gesetz gezwungen, auf das Töten

hinzuweisen und zu töten. Während

Mord bestraft wird, kann man ungeborene,

hilflose Menschen legal töten:

dass menschliche Embryos bereits

Individuen sind, hat das „Comitato nazionale

di bioetica” auf wissenschaftlicher

Basis mehrmals erklärt. Dass diese

Haltung schlimmer als jene der Tiere ist,

kann kein Mensch und kein Volk ohne

Schaden überstehen.

Wir möchten nochmals die schwierige

Zeit nach der Geburt in Erinnerung rufen,

in der Sie mit den vielen gesundheitlichen

Problemen Ihrer kleinen Tochter

Franziska konfrontiert wurden und die

Kleine zahlreiche Untersuchungen über

sich ergehen lassen musste. Zum Glück

haben sich ja nicht alle Diagnosen als so

schlimm bestätigt, wie befürchtet worden

war. Schockiert hat Sie allerdings

die Aussage einer Säuglingsschwester,

welche die abtreibungsbefürwortende

Haltung des Arztes mit der

Kostenrechnung begründete, nach der

ein behinderter Mensch weit mehr kostet,

als eine Abtreibung, wobei jede

Abtreibung dem Steuerzahler rund

2.000 Euro kostet und in Südtirol bei

ca. 500 Abtreibungen im Jahr, dies ca.

1 Million Euro.

Die fruchtbringenden Gespräche, die

eine Psychologin mit Ihnen auf der

Entbindungsstation geführt hat, hätten

Sie auch gut und gerne während

der Schwangerschaft angenommen. In

dieser Zeit war aber die diagnostizierte

Behinderung für den Arzt kein Thema

mehr, sodass sie ohne jede Hilfe und

Unterstützung außerhalb der Familie

auskommen mussten. Vom Verein „Il

Sorriso - Das Lächeln“ und den guten

Vernetzungen der Familien haben Sie

ja erst nach der Geburt nach und nach

erfahren.

Sie hatten das große Glück, Ihr ungeborenes

Kind als etwas Besonderes

zu sehen, das eben nur besonderen

Eltern zugemutet wird. Diese

Lebensphilosophie ist bemerkenswert

und wird wohl auch durch Ihren starken

Glauben geprägt. So bewältigen Sie

auch den schwierigen Alltag. Zwischen

der vielen Arbeit und Terminen für

Therapie, Musikschule, Sport und dergleichen

können Sie auch die Freude

und die besondere Lebensausstrahlung

der kleinen Franziska genießen. Ihre

Kinder lieben die kleine Schwester und

könnten sich wohl kaum vorstellen, sie

nicht zu haben.

Nochmals möchten wir Ihnen dafür

danken, dass Sie sich so mutig dem

Zeitgeist entgegengestellt haben

und uns mit Ihrem Zeugnis und Ihrer

Lebenshaltung zum Schutz des Lebens

stärken!

In diesem Sinne wünschen wir Ihnen

Gottes Segen, viel Glück und viel

Freude mit ihrer Tochter Franziska!

LEBE 138/2018

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Anerkennungspreise -

stellvertretend für alle, die sich auf ähnliche Weise

für den Schutz und die Achtung des menschlichen Lebens

von der Zeugung bis zum Tod einsetzen.

Schutz des Lebens

Monika Haas und

Margit Mur

bekamen einen Anerkennungspreis

für ihre jahrelange Tätigkeit in der

Beratungsstelle „Lichtblicke”. Diese

Beratungsstelle schließt ihre Tore in

Bozen und wird nach Meran umgesiedelt.

Aus diesem Grund beenden

Monika und Margit ihre Tätigkeit.

Monika Haas ist seit 27 Jahren in der

Beratungsstelle „Lichtblicke”, ehemals

"Kontakt und Hilfe", tätig und war maßgeblich

am Aufbau beteiligt. Sie hat mit

den anderen Mitarbeitern zahlreichen

Müttern geholfen, JA zu ihrem ungeborenen

Kind zu sagen

Margit Mur arbeitete seit einigen Jahren

in der Beratungsstelle "Lichtblicke" mit

und deckte mehrmals wöchentlich den

Bürodienst ab.

Manuela Steiner und Laura Meyer

von der Jugend für das Leben-Österreich

bekamen einen Anerkennungspreis für ihre vielfältigen Tätigkeiten, den

Lebensschutz-Gedanken vor allem in den Jugendlichen zu verankern.

Sie gehen mit viel Enthusiasmus unter anderem in Schulen und halten Vorträge, gehen

mit Infoständen und Märschen für das Leben auf die Straßen und machen mit

einem jährlichen 14-tägigen Marsch quer durch Österreich und über die Grenzen

anderer Länder hinweg, auf die Anliegen der Ungeborenen und deren Mütter in

Not aufmerksam.

In der Woche für das Leben haben Manuela Steiner und Laura Meyer hier in

Südtirol wertvolle Arbeit geleistet. Sie haben bei Vorträgen in zwei Schulen und im

Haus des Lebens in Meran, sowie bei einer Veranstaltung der „Langen Nacht der

Kirchen“ in St. Martin in Passeier und bei der Vergabe „Preis des Lebens“ gezeigt,

wie sie sich für den Schutz ungeborenen Lebens einsetzen und damit die Liebe zur

Frau und zum Kind zum Ausdruck bringen.

Maria

Hochgruber

Kuenzer

Einen Anerkennungspreis

in Abwesen heit

erhielt die Landtagsabgeordnete

Maria

Hochgruber Kuenzer. Sie hat im

Landtag in lobenswerter Weise einen

Gesetzentwurf zur Verbesserung

der Beratungstätigkeit für Mütter im

Schwangerschaftskonflikt eingebracht.

Da Frau Hochgruber Kuenzer wegen

anderweitiger Verpflichtungen leider

nicht an der Preisverleihung teilnehmen

konnte, wird ihr dieser Preis bei einer

anderen Gelegenheit übergeben.

Laura Meyer und Manuela Steiner

6 LEBE 138/2018


Lebensschutz

Liebe Mitglieder

der Bewegung für das Leben,

liebe Leser von »Lebe«!

Manuela Steiner

Es war mir eine große Freude,

gemeinsam mit meiner Kollegin

Laura Meyer die Woche für das

Leben in Südtirol verbringen zu können.

Die Herzlichkeit, Freundlichkeit und

Großzügigkeit, die uns entgegengebracht

wurden, haben uns sehr bewegt.

Laura und ich sind Mitglieder der

„Jugend für das Leben“ Österreich.

Die Jugend für das Leben ist ein katholischer

Jugendverein, der sich seit

fast 30 Jahren gegen das Unrecht der

Abtreibung einsetzt. Unser Ziel lautet:

Frauen unterstützen, Kinder schützen

und Abtreibung undenkbar machen.

Wir sind der Meinung, dass wir uns nicht

mehr nur entweder für das Kind oder für

die Mutter einsetzen sollten – sondern

im Gegenteil: wir wollen beiden helfen.

Denn wenn wir die Mütter unterstützen

und ihnen Hilfe und Alternativen bieten,

dann können sie sich für die Kinder entscheiden

und beide werden gerettet.

Zur Erreichung dieses Ziels haben

wir uns vor allem die Aufklärung der

Jugendlichen vorgenommen: wir

machen Peer-to-peer-Vorträge (von

Jugendlichen für Jugendliche) in

Schulen, Firm- und Jugendgruppen,

um die nächste Generation vorzubereiten

auf die Frage: „Ungeplant schwanger,

was nun?”

Neben solchen Vorträgen bemühen

wir uns um viel Öffentlichkeitsarbeit

zum Thema Schwangerschaft und

Abtreibung, damit die stetige

Tabuisierung dieser Themen durchbrochen

wird. Sehr öffentlichkeitswirksam

sind einerseits unsere „Märsche

fürs Leben“, die wir im Herbst in vielen

österr. Landeshauptstädten veranstalten,

und andererseits unsere

Sommeraktion, die Pro-Life-Tour: dabei

gehen wir 100e Kilometer zu Fuß durch

Österreich, um ein Zeichen zu setzen für

die Ungeborenen und ihre Mütter. Wir

laden alle Leser von „Lebe“ herzlich zur

Teilnahme ein!

Ich persönlich bin seit ca. 2 Jahren

aktives Mitglied bei der „Jugend für

das Leben“. Durch meine christliche

Erziehung war mir die Wichtigkeit dieses

Themas immer bewusst, doch es

hat etwas gedauert, bis ich aktiv werden

wollte. Als es schließlich soweit

war, stellte ich mir erstmalig die bewusste

Frage, ob und wo ich in meinem

Privatleben schon in Kontakt mit dem

Thema „Abtreibung“ gekommen war.

Und plötzlich fiel mir etwas auf: ich war

zwar als junge Frau noch nie selber in

der Situation, ungeplant schwanger zu

sein. Doch passiv war ich bereits in eine

solche Situation involviert: im Jahre

1992 nämlich, als meine Mutter zum

3. Mal von ihrem Arzt hörte, dass sie

schwanger war, stellte er im gleichen

Atemzug die Frage einer Abtreibung

in den Raum. Weder die Tatsache, dass

meine Mutter verheiratet und materiell

abgesichert war, noch, dass sie bereits

2 Kinder großgezogen hatte, waren

ihm wichtig. Er sah lediglich eine Frau

Ende 30, die somit eine Risikopatientin

darstellte. Also eröffnete er ihr die

Möglichkeit einer Abtreibung. Der

Schock, den diese Situation in meiner

Mutter hinterlassen hat, zeigt sich auch

25 Jahre später noch, denn es vergeht

kein Jahr, da meine Mutter nicht davon

erzählt.

Heute schockiert mich daran am meisten

die Leichtfertigkeit, mit der dieser

Arzt mein Leben aufs Spiel gesetzt hat.

Sieht so seine Vorstellung von einer

Beratung aus? Denkt er, dass er seine

Patientin gut unterstützt hat? Hoffentlich

nicht!

Und dann denke ich an all die betroffenen

Frauen. Wenn nur „der Gedanke

einer Abtreibung” meine Mutter so tief

erschüttert hat, wie geht es dann all den

Frauen, die sich aufgrund fehlender

Alternativen und Unterstützung für die

Abtreibung entschieden haben? Und

für diese Frauen will ich mich einsetzen

– für sie bin ich bereit, aktiv zu werden,

meine Wohlfühlzone zu verlassen und

in Schulklassen und vor den verschiedensten

Gruppen über dieses Thema

zu sprechen. Denn ich bin der festen

Überzeugung: Frauen verdienen viel

mehr, als wir ihnen heute bieten.

Familie Fischer mit Manuela Steiner, Laura Meyer und Christian Raffl

– Präsident der Bewegung für das Leben – Südtirol

v.l.n.r. Hildegard Tscholl, Manuela Steiner und Laura Meyer beim

Vortrag für das Leben im Haus des Lebens

LEBE 138/2018

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Prämierung

Kalender-Quiz

Die Gewinner der Hauptpreise:

1. Preis Gertraud Tonner, St. Felix

Hoverboard

2. Preis Elena Daneva, Lana

Mountainbike

3. Preis Ewald Demetz, St. Ulrich

Luftwäscher VENTA

4. Preis Petra Pixner, Eppan

Gutschein für ein Wochenende

für 2 Personen

5. Preis Andrea Steger, Bruneck

Smartphone

6. Preis Josefine Gamper, Lana

Einkaufsgutschein PUR

7. Preis Rosmarie Klotz Hofer,

St. Leonhard in Passeier

Kaffeemaschine

Die weiteren Preisträger 8 bis 25:

Walter Egger, St. Pankraz/Ulten

Lucia Kostner Pizzinini, Abtei

Ida Gruber, Nals

Martha Schwarz, St. Walburg/Ulten

Annemarie Nussbaumer, Sarnthein

Josef Knoll, Tscherms

Luise Lantschner, Steinegg

Josef Kienzl, Hafling

Klaus Maierhofer, St. Ulrich/Gröden

Brigitte Marsoner, St. Walburg/Ulten

Marlene Malfertheiner, Schlanders

Samuel Ebner, Rodeneck

Herta Neuhäuserer, Olang

Marlies und Viktor Lechthaler, Mals

Elisabeth Hinteregger, Lüsen

Elisabeth Fischnaller, Villnöß

Maria Wellenzohn, Schlanders

Johanna Laner, Mühlen/Taufers

Wir danken an dieser Stelle

allen Sponsoren, die uns mit

Sachpreisen unterstützt haben.

Ein herzliches Vergelt's Gott!

8 LEBE 138/2018


Familienfeschtl

im Park

„Haus des Lebens”

LEBE 138/2018

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Abtreibung

Das Abtreibungsgesetz Nr. 194

vom 22.Mai 1978

Dr. Hermann Zagler

Nach so langer Zeit ist es angebracht,

sich über Inhalt

und Auswirkungen dieses

Gesetzes und dessen Vorgeschichte

Gedanken zu machen.

Wer sich mit dem Thema befasst, weiß,

dass dieses Gesetz in einer Zeit höchster

politischer Spannungen in Italien

entstanden ist, die in der Ermordung

von Aldo Moro am 9. Mai desselben

Jahres gipfelten. Außerdem wurde am

10. Juli 1976 auf dem Fabriksgelände

der Firma Icmesa Meda/Seveso die

giftige Substanz “Dioxin TCDD” in die

Atmosphäre ausgestoßen und das

Gerücht verbreitet, dass diese den

Föten der Schwangeren Schäden

verursache.

Prof. Candiani, während der damaligen

Ereignisse Primar der Geburtshilfe

der Klinik Mangiagalli, hatte die

Abtreibungen an den Frauen von

Seveso organisiert und mit sichtlicher

Ergriffenheit ausgeführt. Nachdem er

diesen Vorfall als den traurigsten seines

Lebens bezeichnete, als einen so sehr

seiner Berufung widersprechenden, erklärte

er bezüglich Seveso: „Nach einer

langen und schmerzlichen Überlegung,

habe ich die Verantwortung übernommen,

33 Ansuchen von abtreibungswilligen

Frauen zuzustimmen, die damals

von pittoresken Gestalten beeinflusst

waren und die zur Abtreibung mit unheilvollen

Warnungen anspornten. Wie

bekannt, war nach der Kontrolle kein

empfangenes, freiwillig abgetriebenes

,Produktʼ von den angeblichen, teratogenen

Auswirkungen des Dioxins

befallen”.

Hier der Wortlaut des Art. 4 des besagten

Gesetzes: „Die Frau, welche

Umstände beklagt, die für die

Fortsetzung der Schwangerschaft, die

Geburt oder die Mutterschaft eine ernste

Gefahr für ihre körperliche oder psychische

Gesundheit darstellen, und dies

in Bezug auf ihren Gesundheitszustand,

ihrer wirtschaftlichen oder sozialen

oder familiären Verhältnisse, oder wegen

der Vermutung von Anomalien

oder Missbildungen der Leibesfrucht,

wendet sich für die freiwillige

Unterbrechung der Schwangerschaft in

den ersten 90 Tagen an eine gemäß Art.

2 Buchstabe 2) des Gesetzes vom 29.

Juli 1978, Nr. 405 errichtete öffentliche

Beratungsstelle oder an eine hierzu von

der Region ermächtigte Einrichtung des

öffentlichen Gesundheitsdienstes oder

an ihren Vertrauensarzt.” Es reichen soziale

oder familiäre oder auch nur wirtschaftliche

Gründe aus, die Abtreibung

zu verlangen. Es muss lediglich eine

Bedenkzeit von 7 Tagen eingehalten

werden.

Von einem italienischsprachigen Medium

wurde die Nachricht verbreitet,

dass sich das italienische Abtreibungsgesetz

194/78 ‘bewährt hat und zu

den weltweit besten zählt”. Eine solche

Aussage ist von Unkenntnis des wahren

Sachverhaltes geprägt, abgesehen

davon, dass die legalisierte Tötung von

Embryo in der 12. Schwangerschaftswoche

menschlichen Individuen (Embryos

sind als solche vom Comitato nazionale

di bioetica 1996, 2003 u. 2005 wissenschaftlich

bestätigt) nicht gerechtfertigt

ist, das Gesetz 194/78 in Wirklichkeit

inkohärent, ja sogar widersprüchlich ist

(z.B. Art. 2 vs. 4 u. 5b). Während der Art. 2

die Institutionen auffordert, alles zu unternehmen,

die Abtreibung zu verhindern,

erteilt der Art. 4 der Schwangeren

volle Freiheit zur Abtreibung!

Das US-Institute Guttmacher, das in

diesem Artikel genannt wird, berücksichtigt

nicht alle Gegebenheiten, wenn

es behauptet, die Abtreibungszahlen

nehmen in Ländern ab, in denen die

legalisierte Abtreibung gestattet ist, im

Unterschied zu Ländern, wo die legalisierte

Abtreibung nicht vorgesehen

ist. In Wirklichkeit stellen wir in den

Ländern der legalisierten Abtreibung

einen hohen Anstieg der sogenannten

‘Not-Empfängnisverhütungsmittel’

fest, die größtenteils abtreibende

Wirkung haben, und nicht zuletzt die

Abtreibungspille RU-486, die auch online

beschafft werden kann.

Eine solche ausufernde Entwicklung

kann der Staat nicht mehr kontrollieren,

weshalb dieses Gesetz längst

neu gestaltet und reformiert werden

müsste, denn in der Zwischenzeit hat

sich auch die Pharmaindustrie weiter

entwickelt. Gemäß einem Bericht

des Gesundheitsministeriums beläuft

sich die ISTAT-Schätzung der illegalen

Abtreibungen für 2016 noch immer

auf eine Zahl zwischen 10 bis

13 Tausend (Zeitschrift NOI Februar

2018), die das Gesetzt 194 offensichtlich

nicht imstande war, zu verhindern.

Leider fördert die Verbreitung der

Empfängnisverhütungsmittel die Flucht

aus der Beziehungsverantwortung, die

Vergegenständlichung der Person, die

Banalisierung und Instrumentalisierung

des Sexualaktes. Besonders unter

Jugendlichen besteht eine weite

Verbreitung von Methoden der

Empfängnisverhütung, die von außen

vermittelt werden oder schwangerschaftsverhindernd

sind, außer dass

auch die Abtreibung zur Anwendung

kommt.

Hier einige Zahlen aus dem Jahr

2016 für Italien: 84.926 legalisierte

Abtreibungen, 59.423 davon betreffen

italienische Frauen; 57,8% ledig;

43,9% kinderlos; 7.796 in Italien

2012 verkaufte Packungen Ella One

(Pille der 5 Tage danach) und im Jahr

2016 waren es bereits 189.589: Diese

Daten wurden von der Zeitschrift NOI

Februar 2018 veröffentlicht. Vergessen

wir nicht, dass jede Abtreibung und

Empfängnisverhütung die Kette weiterer

Generationen ver hin dert.

Hinsichtlich der Verweigerung der

Abtreibung aus Gewissensgründen

kann man den ISTAT-Daten entnehmen,

dass in den Regionen mit höheren

Abtreibungszahlen auch die Anzahl des

abtreibungsverweigernden Personals

höher ist (Nord-Italien), was die These in

Abrede stellt, dass diese angeblich verlängerte

Wartezeiten verursachen, weshalb

die EU offenbar nicht korrekt informiert

ist, da sie diesen Umstand beanstandet.

Man kann strukturelle Mängel

10 LEBE 138/2018


Abtreibung

an Spitälern nicht dem gewissensverweigernden

Personal anlasten. Außerdem

dürfen die Gewissensverweigerer

nicht beschuldigt, sondern müssen

verteidigt werden, denn sie sind

durch die Allgemeine Erklärung

der Menschenrechte (Art. 18), dem

Internationalen Pakt über bürgerliche

und politische Rechte, die Europäische

Menschenrechtskonvention, den

Grundfreiheiten der italienischen

Verfassung (Art. 9), außer dem Eid

des Hippokrates, den der Arzt leistet,

geschützt.

Ein kurzer Hinweis auf die ‘Qualität’ des

Gesetzes 194. In Deutschland sieht das

Strafgesetzbuch unter § 219 im Falle

einer Schwangeren in einer Not- und

Konfliktlage vor: „Die Beratung hat nach

dem Schwangerschaftskonfliktgesetz

durch eine anerkannte Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle

zu erfolgen.

(...) Der Arzt, der den Abbruch

der Schwangerschaft vornimmt, ist als

Berater ausgeschlossen.“ Leider sieht

das italienische Gesetz 194 diese wichtige

Bedingung nicht vor!

Auch die Rolle des Vaters des Kindes

im Falle einer Abtreibung wird nicht

berücksichtigt, weil diese Entscheidung

im Gesetz 194 nur der Frau zusteht.

Prof. Antonello Vanni (Buch “Er und

die Abtreibung. Reise in das männliche

Herz”) hält fest: 4 Männer von

10 leiden unter posttraumatischer

Belastungsstörung chronischer Art, die

durchschnittlich innerhalb der ersten

15 Jahre nach der Abtreibung auftritt;

auf 100 Männern mit dieser Störung

haben 88% Depressionen, 82% starke

Schuldgefühle, 77% aggressive

Störungen, 64% Angstzustände, 68%

Selbstisolierung und Ausgrenzung,

38% Interesselosigkeit und Mangel

an Lebensmotivation, 40% sexuelle

Störungen u.a.

Frauen, die eine freiwillige Abtreibung

durchgemacht haben, müssen traumatische

Folgen ertragen, und das

Gesetz 194 befasst sich überhaupt nicht

mit diesem Umstand, der selbst von

Psychologen als das Post-Abtreibungs-

Syndrom bezeichnet wird, das auch

dramatische Störungen der betreffenden

Frauen verursachen kann.

„Camion vela” in Bozen und in Meran

40 JAHRE ABTREIBUNG IN ITALIEN –

WOCHE DES LEBENS

In der Woche des Lebens vom 21. bis 26. Mai haben in

zahlreichen Provinzen Italiens Werbe-Autos mit verschiedenen

Aufschriften daran erinnert, dass in diesem Land

seit 40 Jahren mit dem Gesetz 194 Abtreibung legal ist.

Auch in Südtirol tourte das Werbe-Auto mit einem deutschsprachigen

und einem italienischsprachigen Plakat die

ganze Woche abwechselnd durch verschiedene Orte und

Städte oder blieb am Straßenrand stehen.

LEBE 138/2018

11


Abtreibung

40 Jahre gesetzlich

erlaubte Abtreibung

in Italien

Vor 40 Jahren wurde in Italien Aldo Moro von der

Terrororganisation Rote Brigaden entführt und ermordet.

Während seiner Geiselhaft wurde das Abtreibungsgesetz

legalisiert. Wer trägt die Verantwortung dafür?

Die Aufmerksamkeit aller

Medien in Italien konzentrierte

sich im März auf den 40.

Jahrestag der Entführung von Aldo

Moro. Am 16. März 1978 wurde der

christdemokratische Politiker in einem

Hinterhalt in der Via Fani in Rom von

den Roten Brigaden als Geisel genommen

und seine fünf Leibwächter ermordet.

Am 9. Mai wurde seine Leiche nach

55 Tagen Geiselhaft tot, von mehreren

Kugeln getroffen, im Kofferraum eines

Autos in der Via Caetani gefunden.

Niemand hat jedoch bisher daran erinnert,

dass im selben Frühling 1978 vom

Italienischen Parlament das berüchtigte

Abtreibungsgesetz Nr. 194 debattiert

und beschlossen wurde, das seither

mindestens sechs Millionen Opfer in

Italien gefordert hat.

Aldo Moro, der damalige

Parteivorsitzende der Christdemokraten

(Democrazia Cristiana, DC), war es, der

„im Parteivorstand 1976 die Meinung

geäußert hatte, dass diese Probleme,

um die Zusammenarbeit mit anderen

Volksparteien nicht zu verhindern

(konkret mit der Sozialistischen Partei

und der Kommunistischen Partei), eine

Frage des Gewissens bleiben sollten.“

Diese Haltung von Moro bewog die

Christdemokraten, sich in den 70er

Jahren nicht dem Kampf gegen die

Abtreibung anzuschließen.

Aldo Moro war der Stratege des

„Historischen Kompromisses“ mit der

Kommunistischen Partei von Enrico

Berlinguer. Das Abkommen sah vor,

dass die Christdemokraten sich in

Sachen Abtreibung eines Engagements

zu enthalten hatten. Während

Moros Gefangenschaft wurde das

Abtreibungsgesetz 194 am 15. April

1978 von der Abgeordnetenkammer

des Parlaments mit 308 gegen 275

Stimmen beschlossen. La Repubblica

schrieb dazu am 15. Mai 1998:

„Eine äußerst knappe Mehrheit aus

Kommunisten, Sozialisten, Liberalen,

Sozialdemokraten, Republikanern und

www.katholisches.info

unabhängigen Linken, verstärkt – wie

man hört – von einem kleinen Trupp

von Christdemokraten, die damit eine

Volksabstimmung verhindert hätten.“

Christdemokraten setzen

Gesetz in Kraft

Im Senat wurde der Gesetzentwurf am

18. Mai mit 160 gegen 148 Stimmen

angenommen. Erneut gaben abtrünnige

Christdemokraten den Ausschlag.

Im Amtsblatt vom 22. Mai 1978 wurde

das Staatsgesetz Nr. 194, das

die Tötung ungeborener Kinder erlaubt,

mit den dafür notwendigen

Unterschriften der verfassungsmäßigen

Amtsträger veröffentlicht, die

ausnahmslos Christdemokraten waren:

Staatspräsident Giovanni Leone,

Ministerpräsident Giulio Andreotti und

die Minister Tina Anselmi, Francesco

Bonifacio, Tommaso Morlino und

Filippo Maria Pandolfi. Allesamt

Christdemokraten.

Die römische Jesuitenzeitschrift La

Civiltà Cattolica schrieb am 20. Mai

1978, zwei Tage vor Inkrafttreten des

Abtreibungsgesetzes, im Leitartikel:

„Gewiss, das schreckliche und erschütternde

Schicksal des Abg. Moro und

die gnadenlose Tötung seiner Eskorte

haben die Aufmerksamkeit aller auf so

starke Weise auf sich gezogen, dass die

anderen Probleme in die zweite Reihe

zurückgetreten sind. Wenn man aber

tiefer geht, wird klar, dass die definitive

Zustimmung zur Legalisierung der

Abtreibung, die in diesen Tagen erfolgt,

sowohl generell als auch, was die nicht

unmittelbare, sondern fernere Zukunft

unseres Landes betrifft, schwerwiegender

ist, als die Ereignisse vom 16. März

in der Via Fani. Im Parlament wurde erstmals

in der Geschichte unseres Landes

der Grundsatz des Lebensrechtes angegriffen,

das fundamentale Prinzip,

auf dem nicht nur das gesamte soziale

Leben, sondern auch die gesamte

Rechtsordnung beruht“.

Kalender-

Fotos

gesucht!

Wir suchen für

den KALENDER

2019 wieder

schöne

Kinderfotos !!

Unser Kalender

steht oder fällt

mit den Fotos,

die ihr uns zur

Verfügung

stellt. Er ist gerade

deshalb so beliebt, weil er aufgrund

der eingesandten Fotos authentisch

und einzigartig ist.

Leider hatten wir in den

vergangenen Jahren damit zu

kämpfen, dass wir aufgrund

ungenügender Qualität viele Fotos

nicht verwenden konnten, obwohl

sie uns vom Motiv und von der

Ausstrahlung her sehr gut gefallen

hätten!

Deshalb möchten wir euch hier ein

paar Richtlinien mitgeben:

• Wenn möglich, Fotos mit einer

Kamera aufnehmen, da die

Qualität meist besser ist.

• Mit dem Handy gemachte Fotos

müssen unbedingt mit der

besten Auflösung übermittelt

werden.

• Bevorzugt werden Fotos im

Querformat, da die Form des

Kalenders dies vorgibt.

• Bitte immer die beste Qualität

der Fotos mailen, bzw. darauf

hinweisen, dass die Fotos bei

Bedarf auch in besserer Qualität

zu haben sind. Es gibt im Internet

auch versch. Programme, um

mehrere Fotos online ohne

Qualitätsverlust zu versenden.

• Es ist besser, mehrere Fotos

einzusenden, als ein Einziges,

da wir dann die Möglichkeit der

Auswahl haben.

Wir hoffen natürlich, auch mit

diesen Richtlinien genügend

Fotos für den Kalender 2019

zu bekommen und bedanken

uns schon im Voraus für eure

Einsendungen!! Das LEBE-Team

Einsendungen bis 30.8.2018 an:

lebe@aruba.it

12 LEBE 138/2018


Abtreibung

Das Leben ist heilig –

Schluss mit Abtreibung!!!

Verteidigen wir das Leben

und die Hoffnung wächst!

Hast du gewusst dass:

• in Italien in den vergangenen 40 Jahren über 6.000.000

(6 Millionen) Kinder abgetrieben, also im Mutterleib getötet wurden?

(offizielle ASTAT-Zahlen, ohne die chemischen Abtreibungen

zu berücksichtigen: Pille danach, RU486, Pille, Spirale, …)?


dies in Italien im Schnitt über 150.000 Abtreibungen jährlich sind,

also ca. 13.000 monatlich, knapp 600 täglich (bei 23 Arbeitstagen),

stündlich 75 Abtreibungen (bei täglich 8 Arbeitsstunden)?

• es sich dabei nicht um Nummern, sondern um Menschen handelt?


tausende Paare um ein Adoptionskind ansuchen (national

oder international), was mit gewaltigen Spesen für diese Eltern

verbunden ist?

• in Italien bei Frauen die niedrigste Geburtenrate in der Welt festgestellt

wird?

• unsere Kinder alle diese demografischen, sozialen und wirtschaftlichen

Probleme zu lösen haben werden?

• in Italien mit 18 Jahren gewählt werden darf, aber mit 13 Jahren

ohne Wissen der Eltern (Vormundschaft - Art.12, Gesetz 194/78)

abgetrieben werden darf?

• jedoch ein Minderjähriger für ein Piercing oder zur Eröffnung eines

Bankkontos die Unterschrift beider Eltern braucht?

• der Vater eines Kindes das abgetrieben werden soll, kein Recht hat,

das Leben des eigenen Kindes zu schützen, weil das letzte Wort

immer die Mutter hat, aber in ihrer Situation und Entscheidung in

der Regel allein gelassen wird?

• die Tötung des eigenen Kindes für die Mutter kostenlos erfolgt,

für uns Steuerzahler aber Kosten von ca. 2.000 € entstehen (ohne

Folgekosten)?

• eine Schwangerschaft, also ein Kind, keine Krankheit ist, sondern

ein Geschenk und ein Mehrwert für die ganze Gesellschaft?

• trotz Legalisierung der Abtreibung (Gesetz 194/78) in Italien jährlich

laut Gesundheitsministerium zusätzlich weitere 12.000 illegale

Abtreibungen durchgeführt werden? Das bedeutet, dass dieses

Gesetz nicht imstande war (wie angekündigt) diese Plage auszurotten,

sondern Unrecht per Gesetz gutgeschrieben wurde.

• bei einer Abtreibung nicht nur ein ungeborener Mensch getötet

wird, sondern meist auch die Mutter physisch und psychisch verletzt

wird und dann ein Leben lang darunter zu leiden hat?

• nach einer Abtreibung auch alle nachfolgenden Generationen

fehlen?

Embryo in der

6. Schwangerschaftswoche

EINE NATION,

DIE DIE EIGENEN

KINDER TÖTET,

IST EIN LAND

OHNE HOFFNUNG!!!

(Johannes Paul II)

Embryo in der

8. Schwangerschaftswoche

LEBE 138/2018

13


Lebensschutz

»Wir alle

sind Alfie

Evans«

Marsch von münchen nach salzburg

13. – 18. August 2018

Aaa

Aaa

Susanne Wenzel,

Pressesprecherin der

Christdemokraten

für das Leben

www.kath.net

Alfie Evans ist am Samstag 28.

April gestorben. Sein Schicksal

hatte international Entsetzen

und Mitgefühl geweckt. Der knapp

zweijährige Junge litt an einem irreversiblen

Abbau des Nervengewebes.

Alfies Eltern kämpften vor Gericht darum,

ihn für eine weitere Behandlung

nach Italien fliegen zu dürfen.

Das Oberste Gericht des Vereinigten

Königreichs verfügte jedoch nach

einem Rechtsstreit zwischen der

behandelnden Liverpooler Alder-

Hey-Kinderklinik und den Eltern den

Abbruch der Behandlungen. Der Junge

sei austherapiert und am besten im

Krankenhaus aufgehoben.

Nachdem am Montag 23. April die

Sauerstoffversorgung gegen den

Willen der Eltern abgestellt wurde, atmete

der Junge selbstständig weiter –

und wurde später wieder mit Sauerstoff,

Flüssigkeit und Nahrung versorgt. Ein

britisches Berufungsgericht bestätigte

am Mittwoch noch einmal das Verbot

einer Verlegung des Kindes in die

Vatikanklinik.

Für das Alder Hey Kinderkrankenhaus

und Richter Hayden hat sich das

Drama um Alfie Evans offensichtlich

zu einem Machtkampf entwickelt. Am

Ende stand augenscheinlich die Frage,

wer sich durchsetzt und ob man sich

durch Proteste beeinflussen lässt.

Das Problem: Es ging dabei um ein

Menschenleben.

Alle, die die Entscheidung des

Gerichtes als einwandfrei und richtig,

gar in "Alfie Evans' bestem Interesse"

sehen, sollten sich bewusst machen,

dass dieser einzigartige Fall nicht einzigartig

bleiben wird. Hier hat ein

Gericht die Entscheidungsbefugnis

der Eltern über das Wohl ihres Kindes

der Entscheidungsbefugnis eines

Krankenhauses untergeordnet. Für Alfie

ging von seinen Eltern keine Gefahr aus.

Ihnen faktisch die Fürsorge für ihr Kind

Abtreibung Geschichte machen.

Bei jeder Abtreibung stirbt ein Kind, das die Chance auf ein erfülltes Leben

gehabt hätte. Wir wollen, dass Mütter die Unterstützung bekommen, die sie

brauchen und dass die vorgeburtlichen Kinder vor einer Abtreibung geschützt

werden. Um darauf aufmerksam zu machen, gehen wir zu Fuß von München

nach Salzburg. Unsere Gesellschaft muss wissen, dass Abtreibung keine Lösung

ist. Abtreibung muss der Vergangenheit angehören. Wir wollen, dass bei uns

kein Kind mehr durch Abtreibung sterben muss und keine Frau mehr dazu

gedrängt wird. Wir wollen Abtreibung Geschichte machen.

Kosten:

Der Marsch ist komplett kostenlos. Wir bitten um Spenden für die Finanzierung

(freiwilliger Unkostenbeitrag pro Teilnehmer €100,-). Man kann auch tageweise

(mit entsprechenden freiwilligen Beitrag) mitgehen.

Für Verpflegung ist gesorgt. Das Gepäck wird während des Marsches

mittransportiert. Unbedingt mitnehmen: gutes Schuhwerk, Schlafsack und

Isomatte.

Anmeldung und Infos:

Anmeldung bis zum 27. Juli 2018 bei Bewegung für das Leben – Südtirol

Tel. 0473 237 338 E-Mail: bfl@aruba.it

zu entziehen, war also nicht notwendig.

Vor Monaten wollten die Eltern ihren

Jungen nach Hause holen. Das wurde

ihnen verwehrt. Dann änderte sich die

Linie und Alfie sollte nicht mehr länger

behandelt werden im Krankenhaus. Die

Diagnose seiner Erkrankung wurde bis

heute von den Ärzten nicht hieb- und

stichfest geklärt. Ausdiagnostiziert

schien er nicht zu sein.

Wir alle sind Alfie Evans. Denn was hier

passiert ist, geht uns alle an, betrifft jeden

von uns, nicht "die anderen". Es hat

sich hier eine Mentalität gezeigt, die wir

knapp unter der Oberfläche lange gesehen

haben, die hin und wieder auch

schon teilweise auftauchte. Doch jetzt

schwimmt sie für alle sichtbar durch die

Fluten: Die Frage nach wertem und unwertem

Leben, nach lohnendem oder

nicht lohnendem Einsatz für Leben

und letztlich die Auslieferung der

Schwächsten an die Stärkeren.

Das macht Angst. Es macht traurig.

Das Leben eines Menschen ist heilig

von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen

Ende. So hat es der Hl. Papst

Johannes Paul II. in seiner Enzyklika

"Evangelium Vitae" hineingeschrieben.

Und wir sind alle aufgefordert, uns dafür

einzusetzen.

14 LEBE 138/2018


Lebensschutz

UNO: USA und

afrika verhindern

Abtreibungs resolution

Die deutsch-französisch geführte

„europäische Koalition“ scheiterte mit dem

Versuch, die Abtreibung in der Migrations-

Resolution der UNO zu verankern.

Mehrere westliche EU-

Mitgliedsstaaten versuchten

die Resolution unter

allen Umständen im Sinne der

Abtreibungslobby durchzusetzen. Sie

versuchten dabei in Sachen Abtreibung

und Migration die Souveränität der

Staaten aufzuheben. Konkret war eine

Souveränitätseinschränkung geplant,

indem nationalstaatliche Regelungen

ausgeschlossen werden sollten.

Die deutsch-französisch dominierten

EU-Staaten sind jedoch am Widerstand

der von Präsident

Donald Trump geführten

US-Regierung

und dem geschlossenen

Widerstand einer

Gruppe afrikanischer

Staaten gescheitert.

Der Konflikt wurde

auf der 51.

Sitzungsperiode der

UN-Kommission für Bevölkerung und

Entwicklung (UN Commission on

Population and Development, CPD)

ausgetragen. Das Gremium wurde 1994

als Unterorganisation des Wirtschaftsund

Sozialrates der Vereinten Nationen

(ECOSOC) geschaffen. Die 51.

Sitzungsperiode tagte vom 9.-13. April

am UNO-Hauptsitz in New York zum

Thema: Sustainable cities, human mobility

and international migration.

Bei der letzten Sitzung sollte die

Schlussresolution der Sitzungsperiode

verabschiedet werden. Die im Text

enthaltenen Verweise auf die „sexuelle

und reproduktive Gesundheit“

stießen jedoch auf die Ablehnung der

Vertreter der USA und Afrikas. Seit

den 90er Jahren versuchen westliche

Regierungen ihre Abtreibungsagenda

in alle möglichen und unmöglichen

UNO-Dokumente

schwanger? ratlos?

wir helfen!

339 825 5847

auch nach einer

Abtreibung

Giuseppe Nardi,

www.katholisches.info

hineinzuschreiben,

um vollendete Tatsachen zu schaffen

und ein „Recht“ auf Abtreibung zu

verankern.

„‚reproduktive Gesundheit‘

meint Abtreibung“

Der US-Vertreter hatte die Absichten

entlarvt, indem er aufzeigte, dass sich

hinter den verschleiernden Begriffen

„reproduktive Sexualität“ und „reproduktive

Gesundheit“ in Wirklichkeit das

hässliche Gesicht der

Abtreibung verbirgt.

Die Folgen dieser

Abtreibungspolitik

zeigen sich an den absterbenden

westeuropäischen

Völkern.

Die „europäische

Koalition“ will ihre

Abtreibungsagenda

aber auch nach der

Abstimmungsniederlage nicht aufgeben.

Ihre Vertreter kündigten an, baldmöglichst,

einen neuen Vorschlag vorlegen

zu wollen.

Es besteht kein Zweifel, dass damit

der nächste Anlauf unternommen

werden soll, die Abtreibung nicht nur

in die Menschenrechte, sondern in

das Völkerrecht zu reklamieren. Der

Massenmord an ungeborenen Kindern

soll zum Zwang für die Welt werden.

Die Souveränität der Staaten soll aufgehoben

und Kritik am Kindermord geknebelt

werden.

Das sind die „europäischen Werte“,

die westeuropäische Politiker im

Zusammenhang mit der Förderung

der EU und als „Antwort“ auf den islamischen

Terrorismus beschwören.

Empfehlenswerte Links:

Lebensschutz

www.mpv.org - Movimento per la vita - Italien

www.youthforlife.net - Jugend für das Leben

www.youthforlife.de - Jugend für das Leben

www.aerzteaktion.eu - Europäische Ärzteaktion

www.cdl-online.de - Christdemokraten f. d. Leben

www.pro-leben.de

www.kostbare-kinder.de

www.lebensrecht-gemeinschaften.de

www.embryonenoffensive.de

www.lichtzeichen.org - Schönstattbewegung

www.tim-lebt.de - Tim überlebt Abtreibung

www.vaterhaus.de - Initiative für Leben & Familie

www.tclrg.de - Treffen christlicher Lebensrechtsgr.

www.alfa-ev.de - Aktion Lebensrecht für Alle

www.aktion-leben.de

www.ja-zum-leben.de - Stiftung ja zum Leben

www.human-life.ch - Human Life International

www.privatsache.ch

www.prolife.ch

www.stiftung-shmk.ch - Hilfe für Mütter in Not

www.hli.at - Human Life International

www.meinbaby.info

www.epld.org - Europ. Ärztevereinigung Lebensrecht

Schwangerschaftskonflikte - Beratung

www.lichtblicke.it

www.birke-ev.de

www.profemina.org

www.vital.de

Hilfe nach Abtreibung

www.rahel-ev.de

www. rachels-weinberg.de

www.abtreibung-was-dann.at

Familie und Erziehung

www.vfe-schweiz.ch

www.derguteweg.at - Ehe, Sexualität, Leben

www.6und7.net - Pubertät, Liebe, Sexualität

www.sexualerzieung.at - Von Eltern für Eltern

www.prinzipien-sexualpädagogik.org

www.leib-bindung-identität.org

www.ehefamiliebuch.at

www.safersurfing.eu - Internet

www.sonneimhaus.at

Natürliche Empfängnisregelung

www.iner.org

News aus der katholischen Welt

www.zenit.org - Welt von Rom aus gesehen

www.kath.net - Katholische Nachrichten

www.stjosef.at - Adresse für alle kirch. Dokumente

www.familie.kirchen.net - Referat für Ehe & Familie

www.youmagazin.com - Kath. Jugendmagazin

www.vision2000.at - Vision 2000

www.k-tv.at - Kephas Fernsehen

www.ewtn.de - Eternal World Television

www.katholisches.info

Katholische Bildung

www.teenstar.bz.it - www.teenstar.at

www.vatican.va

www.christliche familie.at

www.hauskirche.at - Bewegung Hauskirche

www.bistum.chur.ch - Fragen zu Ehe und Familie

www.katechisten.org - Katechistenausbildung

www.loretto.at - Jugendgebetskreis

www.vaticanfriends.com

www.generation-benedikt.de

www.familienorientierung.at

www.familieunderziehung.ch

www.wahreliebewartet.de www.christa-meves.de

www.imabe.org

www.vkdl.de

www.kinderreich.at www.kathtreff.org

LEBE 138/2018

15


Abtreibung

»Weigerung aus Gewissensgründen

unantastbar«

Kryokonservierung

(Einfrieren) menschlicher

Geschlechtszellen

Roberto Colombo,NOI-famiglia e vita

Übersetzung: Dr. Hermann Zagler

Der Weltärztebund (WMA) hat

kürzlich auf Anregung der

Arbeitsgruppe für Abtreibung

(WGAP) ein neues Projekt über

die Einführung neuer Standards in

Ausarbeitung, um die Weigerung aus

Gewissensgründen bei Abtreibung

und Euthanasie einzuschränken. Das

soll durch einen irreführenden Sprachgebrauch,

Druck auf Ärzte, Beeinträchtigung

nationaler Regeln, juridische

Aktionen, erreicht werden.

Hinsichtlich Abtreibung strebt man eine

Revision der Osloer Erklärung von 2006

über die therapeutische Abtreibung an.

Der Vorschlag läuft darauf hinaus, dass

die WGAP vorschlägt, die abtreibungswillige

Frau zu abtreibungswilligen

Ärzten zu schicken, aber von gewissensverweigernden

Ärzten, unter bestimmten

Umständen, eine sichere Abtreibung

zu gewährleisten. Verworfen wird auch

die Unterscheidung zwischen therapeutischer

und freiwilliger Abtreibung,

als auch ein eventueller prekärer

Gesundheitszustand der Schwangeren.

Ferner sei die Abtreibungspille RU 486

auch vom Verweigerer zu verschreiben,

wenn die Frau keinen anderen Zugang

hat. (AdÜ: nach ital. ges. Vorschrift kann

diese Pille nur vom Arzt verschrieben

werden, tatsächlich ist aber diese Pille

online für alle zugänglich). Die ursprüngliche

Erklärung spricht vom „ungeborenen

Kind“, diese Erklärung aber

nur vom „Fötus“.

Hinsichtlich Euthanasie haben Kanada

und die Niederlande Änderungen der

Empfehlungen 8 u. 9 vorgeschlagen u.

zwar, die WMA ist gegen Euthanasie

oder Tötung auf Wunsch seitens des

Arztes. Wo aber diese Praxis legal

vorgesehen ist, dürfen Ärzte ohne legale

Folgen diese durchführen. Kein

Arzt darf zu Euthanasie oder Tötung

auf Verlangen gezwungen werden,

auch nicht dazu, den Patienten an einen

anderen Arzt zu verweisen. Bei

legalisierter Euthanasie oder Tötung

auf Verlangen müssen den Patienten

„alle Mechanismen garantiert werden“,

die die „Voraussetzungen erfüllen“.

Kanada und die Niederlande sind die

Länder mit den liberalsten Gesetzen in

Sachen Euthanasie. Die betreffenden

John Lee, NOI-famiglia e vita

Übersetzung aus dem Italienischen:

Dr. Hermann Zagler

Ärzte befinden sich in einer ethischen,

moralischen u. religiösen Zwickmühle,

weil sie den Patienten an einen willigen

Arzt weiterreichen müssten. Das stellt

ein großes Problem dar, denn der Arzt

müsste zwischen Gewissen u. Erlaubnis

entscheiden, die Patienten weiter zu

betreuen.

Hier ist die Absicht klar, die Schwelle

der Euthanasie auf ein niederes und

schwammiges Niveau zu setzen u. dabei

auch noch die Menschenrechte

zu verletzen. Als einziges juridisches

Kriterium wird herangezogen, dass sich

der Patient in einem „argen, nicht wieder

gut zu machendem Zustand“ befindet.

Dass der Patient leide, ist eine absolut

subjektive Beurteilung.

Alle, die sich mit dem Thema Euthanasie

befasst haben, wissen, dass, wenn diese

einmal erlaubt ist, können keine

Grenzen mehr gesetzt werden, denn es

werden viele Fragen aufgeworfen, wie

der Schutz der ‚verletzbaren‘ Patienten,

z.B. bei minderjährigen Behinderten,

isolierten Personen mit mentalen oder

dementen Krankheiten usw. Der Schutz

aus Gewissensgründen ist absolut unzureichend,

weil bereits eine Lawine

der Abtreibungsbefürworter losgetreten

wurde und diese nun auf eine

liberale Handhabung der Euthanasie

übergreift. Man sieht, dass der Schutz

aus Gewissensgründen schmilzt, wenn

eine vorherrschende Meinung von

Ärzten überhand nimmt, die ein nachlässiges

Verhalten akzeptiert. Sollte der

Weltärztebund WMA eine Änderung

der bisherigen Einstellung annehmen,

würde das auf nationalen Ebenen hinsichtlich

der Gewissensverweigerung

Folgen haben und somit den Druck auf

die Ärzte erhöhen, da sie schlussendlich

politische Vorgaben einzuhalten

haben. Damit wären sie angehalten,

die eigenen Patienten im Falle von

Abtreibung und Euthanasie anderen

Ärzten weiterzureichen, um disziplinären

Maßnahmen auszuweichen.

Eine ethische Drohung gegenüber

Ärzten, gespickt mit einer

Zweideutigkeit, was das Leben betrifft,

wird irreparable Schäden in der ärztlichen

Praxis anrichten, die sich auf die

ärztlichen Normen auswirken werden.

Vor kurzem hat eine angloamerikanische

For schergruppe

ein Forschungsergebnis

herausgebracht, angeführt

von Evelyn Telfer, die im Labor

Eizellen züchteten und reifen ließen.

Diese wurden aus Urkeimzellen

gewonnen, die in unilaminaren

Follikeln enthalten sind, aus kortikaler

Gebärmutterbiopsie stammen

und von zehn Frauen während eines

Wunschkaiserschnittes entnommen

wurden, nachdem diese ihre

Zustimmung für Forschungszwecke

gegeben haben. Bisher wurde bei

der menschlichen Spezies nur eine

Züchtung, angefangen bei multilaminaren

Follikeln möglich (im fortgeschrittenen

Entwicklungsstadium),

während bei der Maus der gesamte

Entwicklungsprozess bereits in-vitro

verwirklicht war.

Obwohl die Züchtung und

Reifung in-vitro von menschlichen

Geschlechtszellen an sich nicht unerlaubt

ist (es handelt sich nicht

um Embryos, sondern um einzelne

menschliche Zellen), ist diese Art

Manipulation ethisch unannehmbar

und von der Kirche negativ beurteilt

worden, da in Wirklichkeit und

formell eine Praxis der Herstellung

in-vitro von menschlichen Embryos

angestrebt wird, vorsätzlich also

ohne Liebesakt des Ehepaares zwischen

Frau und Mann und daher

respektlos über Leben und Würde

des ungeborenen Kindes verfügt.

„Diesbezüglich ist klarzustellen, dass

die Kryokonservierung von Eizellen

im Zusammenhang mit dem Prozess

der künstlichen Befruchtung als

moralisch unannehmbar betrachtet

werden muss” (Dignitatis personae,

Nr. 20), weshalb aus demselben

Grund die Erzeugung im Labor

derselben Eizellen nicht erlaubt

ist. Ferner ziehen die Versuche der

Fertilisation Manipulierungen und

Beseitigung menschlicher Embryos

mit sich, lediglich erzeugt für einen

rein zweckmäßigen Gebrauch

zu Gunsten biotechnologischer

Wertung der Fortpflanzung, die

ethisch niemals gerechtfertigt sein

kann, weil sie eine sehr schwere

Verletzung der Menschenrechte des

Ungeborenen darstellen.

16 LEBE 138/2018


Abtreibung

Weniger Schwangerschaftsabbrüche

und Fehlgeburten in Südtirol

Wie das Südtiroler Landesinstitut für Statistik ASTAT mitteilt, wurden im vergangenen Jahr

516 freiwillige Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt, 8,3 Prozent weniger als noch

2016. Die Abbruchziffer lag bei 4,5 je 1000 Frauen im gebärfähigen Alter (15-49 Jahre).

Ein Wert, der im Vergleich zum Jahr 1980, (7,1) deutlich zurückgegangen ist.

Auch liegt Südtirol unter dem nationalen Durchschnitt (6,5).

stol

Mehr als vier von zehn

betroffenen Frauen sind

Ausländerinnen

Wie die Experten des ASTAT berichten,

fallen die freiwilligen Schwangerschaftsabbrüche

der ausländischen

Frauen - vor allem aus Osteuropa - immer

stärker ins Gewicht. „Zum einen

steigt der Anteil der Ausländerinnen

an der Gesamtbevölkerung stetig an,

zum anderen neigen sie mehr als italienische

Staatsbürgerinnen dazu,

die Schwangerschaft abzubrechen“,

heißt es in der Studie. Im Vorjahr entfielen

42,1 Prozent aller freiwilligen

Schwangerschaftsabbrüche auf ausländische

Frauen, 2001 waren es noch 17

Prozent.

Die Frauen, die in Südtirol eine gesetzlich

erlaubte Abtreibung vornehmen

ließen, waren größtenteils ledig (58,1

Prozent). 34,7 Prozent waren verheiratet

und 7,2 Prozent getrennt, geschieden

oder verwitwet.

Der Großteil der Frauen, die sich im

Vorjahr für einen Schwanger schaftsabbruch

entschieden haben, waren

kinder los (40,9 Prozent), 20,5 Prozent

hatten bereits ein Kind und 38,6 Prozent

mehr als eines. Jede fünfte Befragte

gab an, bereits mindestens ein Mal eine

Schwangerschaft abgebrochen zu haben,

16,1 Prozent hatten zuvor mindestens

eine Fehlgeburt.

Der Anteil der Schwangerschafts abbrüche

bei Ausländerinnen, die schon

einmal abgetrieben haben, liegt dabei

höher als jener der Inländerinnen (23

gegenüber 16,4 Prozent).

Mehr als eine von zehn

Frauen ist älter als 40 Jahre!

Eine Auswertung der Daten nach

Altersklassen ergibt, dass Frauen im

Alter zwischen 25 und 34 Jahren am häufigsten

einen Schwangerschaftsabbruch

vornehmen lassen (42,1 Prozent). 13,8

Prozent der betroffenen Frauen sind

mindestens 40 Jahre alt, der Anteil der

unter 20- Jährigen liegt bei 7,8 Prozent.

Fast die Hälfte der Abtreibungen werden

zwischen der 9. und 10. Woche

durchgeführt, ein Viertel innerhalb der

8. Schwangerschaftswoche.

Aus dem Monitoring des Jahres 2017

über das Personal, das Schwangerschafts

abbrüche aus Gewissensgründen

verweigert, geht hervor, dass

85,2 Prozent der Gynäkologen, die in

Südtirols öffentlichen Krankenhäusern

und Privatkliniken arbeiten, keine

Abtreibungen vornehmen. Italienweit

liegt der Anteil der Verweigerer insgesamt

bei 70,9 Prozent (2016).

Absage an Praxis der Abtreibung

Papst Franziskus wirbt für Ehe und Familie

Vatican News

Mit deutlichen Worten hat sich

Papst Franziskus bei einer

Audienz für das Forum italienischer

Familienverbände im Vatikan am

Samstag, 16. Juni gegen Abtreibungen

aus medizinischer Indikation gewandt.

Die Empfehlung zur Abtreibung sei

oft die erste Reaktion auf die mögliche

Behinderung eines ungeborenen

Kindes, so der Papst. Diese Praxis sei

„Mord“ an unschuldigen Kindern, so

das Kirchenoberhaupt. Im vergangenen

Jahrhundert habe sich die ganze

Welt über die Euthanasie der Nazis

empört. „Heute machen wir dasselbe

mit weißen Handschuhen.“ Dass „viele

Ärzte“ zu Abtreibungen rieten – „viele

Ärzte, nicht alle“, präzisierte der Papst –

mache ihn traurig.

Zudem kritisierte der Papst die

Verwendung eines schwammigen

Begriffs von Familie. Ja, es

gebe Sternfamilien, Baumfamilien,

Tierfamilien. „Aber es gibt nur eine

Familie nach Gottes Bild, jene zwischen

Mann und Frau - und die Ehe ist ein

großartiges Sakrament.“

Umgekehrt gingen manche Menschen

eine Ehe ein wie ein Lotteriespiel:

„Wenn es klappt, klappt es, wenn es

nicht klappt, beenden wir die Sache

und beginnen eine neue.“ Er wisse,

dass ein Leben als Paar und als Familie

nicht leicht sei. Deswegen müsse man

die Vorbereitungen auf die Ehe verbessern

und den Paaren besser helfen. Es

brauche ein „Katechumenat für die Ehe“

ähnlich dem der Taufe, griff der Papst

hier einen eigenen Vorschlag wieder

auf, den er bereits vorgebracht hatte.

Aber auch die wirtschaftlichen und

politischen Rahmenbedingungen

für Familien müssten besser werden,

fuhr der Papst fort. Ehe und Familie

seien heute durch hohe Lebenskosten

und Arbeitslosigkeit oder durch

„die Sklaverei einer ungerechten

Arbeitsweise“ bedroht – etwa wenn allzu

lange Arbeitszeiten keine Zeit mehr

für das Familienleben ließen. Papst

Franziskus unterstrich in seiner Rede die

Bedeutung des kindlichen Spiels, der

Freizeit, der Kindererziehung und des

Austausches zwischen verschiedenen

Generationen.

Paare sollten sich in der Ehe um Respekt

voreinander und Geduld miteinander

bemühen, empfahl der Papst weiter.

Ehe und Familienleben seien „ein

schönes Abenteuer“, bedeuteten aber

auch, Opfer zu bringen. Die Liebe sei

wie ein Handwerk, das es täglich neu

zu verrichten gelte. Wenn Fehler begangen

worden seien, dürfe man den

Partner nicht zu lange auf eine Bitte um

Entschuldigung warten lassen.

LEBE 138/2018

17


Presse-splitter

EU beschließt Gender-Sexualkunde an Schulen zu verankern

Das EU-Parlament hat ein Problem mit der Familie. Dies wurde in einer jüngsten Entschließung

mehr als offenkundig. Die Verhandlung zu den Grundrechten in der EU geriet zur Lehrstunde,

wie eine politische Funktionskaste verbriefte Bürgerrechte durch ideologischen Druck und

grundgesetzwidrige Rechtsinstrumente abwehrt.

Unterordnung des nationalen Rechts unter EU-Recht, offene Grenzen, Gender-Ideologie an

Schulen, Verpflichtung zur Anerkennung der Homo-Ehe, Einschränkung der Meinungs- und

Gewissensfreiheit, Abtreibung als Menschenrecht – mit anderen Worten: Das EU-Parlament

wünscht sich den flächendeckenden Staatssozialismus auf europäischem Territorium. Dies ist

das Ergebnis einer Abstimmung mit dem sperrigen Titel „Entschließung des EU-Parlaments zur

aktuellen Lage der Grundrechte in der EU“ am 1. März 2018.

Der Beschluss, Schulen auf Gender-Sexualkunde zu verpflichten, ohne sich um das Elternrecht zu

kümmern, greift in einzigartiger Weise in das nationale Souveränitätsrecht ein. Die EU sieht ihre

Zuständigkeit faktisch überall, auch wenn dies auf schwere verfassungsrechtliche Konflikte – auch

und vor allem in Deutschland – stößt. Die Lehre, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt und alle

Lebens- und Liebespraktiken die gleiche Rangstellung vor dem Gesetzgeber behaupten können wie

Ehe und Familie, entbehrt jeder wissenschaftlichen und anthropologischen Grundlage und ist aus diesem

Grund schlicht und einfach Ideologie. Aus nicht weniger guten Gründen herrscht an deutschen

Bildungsanstalten ein striktes Ideologieverbot. Wie das einzelne Kind Lebensweisen und Lebensstile

beurteilt, geht den Staat nichts an, sondern nur es selbst und mittelbar dessen Eltern. Die sollen aber

nun laut der skandalösen EU-Entschließung vom 1. März vom Gebrauch ihres Erziehungsrechts ausgeschlossen

werden. Bildungsministerien, Schule, Lehrer und die mitunter von ihnen verpflichteten

queeren Bildungsinitiativen sollen künftig das Heft übernehmen, um Kinder auf Gender-Akzeptanz zu

konditionieren. Den zu erwartenden Störfeuern durch Elternverbände soll rechtlich von vornherein der

Hahn abgedreht werden.

Bis auf eine Gegenstimme wurde der Beschluss, die Gender-Ideologie („Lehrpläne der Toleranz“) an

Schulen zu verankern, beinahe vollständig angenommen. Nur ein einziger Abgeordneter der C-Parteien

hatte den Anstand, mit „Nein“ zu stimmen. Kein einziger Abgeordneter der Fraktion forderte, wenigstens

einen relativierenden Passus in den Entschließungsantrag aufzunehmen, nämlich, dass die

Hauptverantwortung für Erziehung und Bildung eines Kindes bei den Eltern liege. Dies übernahm der

Abgeordnete Prof. Dr. Jörg Meuthen (AfD), der im Namen der Fraktion „Freiheit und Direkte Demokratie“

(EFDD) seinen einsamen Protest formulierte.

www.kath.net

Zwei Millionen marschieren für das Leben

Anlässlich des Tages des unge borenen Lebens (25. März) wur den in mehreren hundert Städten

Argentiniens (85% der 54 Millio nen Einwohner sind Katholiken) gleichzeitig Märsche für das Le ben

abgehalten. Insgesamt zwei Millionen Personen (in Buenos Aires 150.000) dürften an ihnen teilgenommen

haben mit der Ab sicht, gegen das Projekt der Straf freiheit für die Abtreibung, das derzeit im

Parlament verhandelt wird, Stellung zu nehmen.

Familie Chretienne

13-Jähriger wurde hirntot erklärt, dann wacht er auf

Seine Eltern hatten bereits der Organspende zugestimmt, dann kam der Anruf aus dem Krankenhaus:

Vor der letzten Überprüfung der Gehirnströme hatte der 13-Jährige eine Hand und einen Fuß bewegt.

Trenton McKinley aus dem US-Bundesstaat Alabama war dem Tod sehr nahe gewesen. Bei einem

Unfall hatte er eine 7-fache Schädelfraktur erlitten, als er im Krankenhaus eintraf, galt er bereits seit

15 Minuten als tot. Zwar war eine Reanimation erfolgreich – der vier weitere Reanimationen folgten –

doch sein Zustand war sehr kritisch. Die Ärzte sagten, dass der Junge wegen des Sauerstoffmangels

extreme Gehirnschäden zurückbehalten werde, falls er überhaupt durchkomme, auch planten sie

gegebenenfalls keine weitere Reanimation mehr. Auf Anfrage der Ärzte gaben die Eltern das Kind

zur Organspende frei, sie unterschrieben die Erklärung und die Vorbereitung auf die Organentnahme

begann.

Doch am Tag vor der Organentnahme kam der Anruf aus dem Krankenhaus. Das Fachpersonal hatte

dem Jungen in die Augen gesehen, die zuvor schwarz, tot und trocken gewirkt hatten – nun war wieder

Leben in den Augen zu erkennen. Die Mutter schrieb auf Facebook, dass der Junge vor dem Unfall

blaue Augen gehabt hatte, „doch nun sind sie grün mit kleinen weisen Punkten wie Glitter. Man sagt,

wenn man Gott sieht, dann ändere sich die Augenfarbe, und mein Kind war ja einen ganzen Tag im

Himmel gewesen – es ist ein Wunder“.

Trenton braucht noch weitere aufwändige medizinische Behandlungen und die Eltern sammeln via

Facebook dafür Spenden. So muss ein Stück fehlende Schädeldecke wieder eingesetzt werden,

die Nieren sind vom Sauerstoffmangel geschädigt, weitere Rehamaßnahmen stehen an. Doch der

13-Jährige kann schon mit Unterstützung laufen und sogar Scherze machen, er durfte bereits Zeit zu

Hause verbringen.

Trenton selbst sagt zu seiner Rückkehr ins Leben: „Dafür gibt es keine andere Erklärung als Gott.“

www.kath.net

Große Mehrheit für Ende

des Abtreibungsverbots in

Irland

In Irland hat eine deutliche Mehrheit für eine

Abschaffung des seit 1983 in der Verfassung

festgeschriebene Abtreibungsverbots gestimmt.

Laut dem offiziellen Endergebnis nach

Auszählung aller 40 Wahlkreise stimmten 66,4

Prozent der Iren für eine Streichung des achten

Verfassungszusatzes, der das Lebensrecht

des ungeborenen Kindes mit dem der Mutter

gleichstellt. 33,6 Prozent votierten gegen eine

Verfassungsänderung und für eine Beibehaltung

des Status quo. Die Wahlbeteiligung lag offiziellen

Angaben zufolge bei 64,1 Prozent. Mehr

als drei Millionen Iren hatten sich für die

Abstimmung registrieren lassen.

Laut Wahltagsbefragungen sprachen sich

vor allem junge Menschen für eine Änderung

der Gesetzeslage aus. In der Gruppe der

18- bis 24-Jährigen stimmten demnach

weit über 80 Prozent für die Streichung des

Verfassungszusatzes, eine Mehrheit der über

65-jährigen hingegen dagegen.

Die Regierung von Ministerpräsident Leo

Varadkar kündigte an, bis Ende des Jahres ein

neues Abtreibungsgesetz verabschieden zu

wollen, wonach Schwangerschaftsabbrüche

bis zur zwölften Woche legal sind. Danach sollen

Abtreibungen aus medizinischen Gründen

bis zu einer Frist - diskutiert wurde die 24.

Schwangerschaftswoche - erlaubt sein.

Irland hatte bislang eines der strengsten

Abtreibungsgesetze der Welt. Ein

Schwangerschaftsabbruch ist auch nach einer

Vergewaltigung, Inzest oder bei einer schweren

Missbildung des Fötus nicht erlaubt. Seit 2014

sind Schwangerschaftsabbrüche erlaubt, wenn

das Leben der Mutter bedroht ist.

www.kath.net

Marsch für das Leben

in Rom zum 13. Mal

Über 10.000 Lebensschützer versammelten

sich am Pfingstsamstag in Rom zum 13. Marsch

für das Leben. Dieses Jahr erinnerte der Marsch

daran, dass etwa 5 Millionen Kinder gestorben

sind, seit in Italien vor 40 Jahren die Abtreibung

legalisiert worden war. Außerdem wurde des

britischen Jungen Alfie Evans gedacht, der in

einem Liverpooler Krankenhaus verstorben war.

Seinen Eltern war das Recht verweigert worden,

das Kind in ein anderes Krankenhaus verlegen

zu lassen. Das Kinderkrankenhaus des Vatikans,

Bambino Jesù, hatte die Aufnahme zugesagt,

dem kranken Buben war sogar die italienische

Staatsbürgerschaft zuerkannt worden, um eine

Verlegung zu ermöglichen.

Viele Priester und Ordensleute nahmen am

Marsch für das Leben teil, darunter auch der

Erzbischof von Ferrara, Luigi Negri, sowie

Raymond Kardinal Burke.

www.kath.net

18 LEBE 138/2018


Presse-splitter

Portugiesisches Parlament stimmt knapp gegen

Legalisierung von Sterbehilfe

Wie unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet stimmten Ende Mai die 230 Abgeordneten

der Regierung Portugals über einen Gesetzesentwurf zur Legalisierung von Sterbehilfe ab. In Portugal

regiert zurzeit die mitte-links positionierte Partido Social Democrata (PS) in einer Minderheitenregierung

gemeinsam mit der Grünen Partei PAN und der linken Partei Coligação Democrática Unitária (CDU). Wie

BBC berichtet hätten einige der Abgeordneten der kommunistischen Partei CDU gegen das Gesetz

gestimmt und so gemeinsam mit den konservativen Parteien die Einführung der Sterbehilfe verhindert.

Vor der Abstimmung demonstrierten einige hundert Personen vor dem Parlament gegen Sterbehilfe

unter dem Slogan “Yes to life, no to euthanasia!” (Ja zum Leben, Nein zu Sterbehilfe) und forderten im

gleichen Zug Verstärkungen palliativer Hilfeleistungen.

Auch die portugisische Ärztevereinigung sprach sich in einer Erklärung die anlässlich der Debatte um

Sterbehilfe herausgegeben wurde gegen die Zulassung von Sterbehilfe aus, mit der Begründung, diese

würde zutiefst den Prinzipien ihres Berufes verletzen. Sie stelle eine schwerwiegende Verletzung der

medizinischen Ethik dar und kein Arzt dürfe dazu genötigt werden, eine solche Handlung vorzunehmen.

Institut für Ehe und Familie

Abtreibungsgesetze, überall auf dem Vormarsch!

Bis vor einem Jahr war in Chile die Abtreibung verboten. Im August 2017 hat der Kongress das Gesetz

genehmigt, das der Frau den Zugang zur Abtreibung in öffentlichen Spitälern ermöglicht. Noch frisch

ist die Wunde der Volksbefragung in Irland, mit dem das Volk ja zur legalen Abtreibung gesagt hat und

somit der Art. 8 der Verfassung abgeschafft wurde, der ein gleichlautendes Recht auf Leben von Mutter

und Kind festgeschrieben hatte. In Argentinien hat die Kammer, nach nicht einmal einem Jahr unter

dem neuen Präsidenten Mauricio Macri, Straffreiheit bei freiwilligem Schwangerschaftsabbruch mit

129 Ja-Stimmen und 125 Nein-Stimmen genehmigt.

Irland und Argentinien sind nur die letzten Länder, die vor dem gewaltigen, kulturellen Druck in Sachen

Ausweitung des Schwangerschaftsabbruchs kapituliert haben. Die Tendenz geht aber noch weiter.

Hat man in Frankreich bis anfangs 2017 noch gehofft, die Abtreibungen einzuschränken, indem

Botschaften pro-life lanciert wurden, ist ab Februar des vergangenen Jahres Gefängnis und Bußgeld

jenen angedroht, «wer Behauptungen verbreitet, abtreibungswillige Frauen irrezuführen». Kurz gesagt:

es ist verboten, auch nur zu versuchen, eine Frau von der Abtreibung abzuhalten.

Infolge dieses Szenarios muss man befürchten, dass auch andere Nationen mit einer weitreichenden

Abtreibung kapitulieren.

Es gibt aber auch Fälle des Fortschrittes in Richtung pro-life, in die Gegenrichtung. Es handelt sich um

den Fall Iowa – USA, wo anfangs Mai ein Gesetz angenommen wurde, mit dem starke Einschränkungen

für die Abtreibung nach sechs Schwangerschaftswochen festgelegt wurden, genannt «Heartbeat law»

(Gesetz des Herzschlages, den man klar in der sechsten Schwangerschaftswoche hört. Avvenire

In Gibraltar wird die Regierung die geltende strenge Abtreibungsregelung nicht liberalisieren. Dies gab

eine Regierungssprecherin bekannt. „Das Kabinett denkt nicht daran, diese Politik zu ändern”, sagte

sie wörtlich bezüglich der Abtreibungsfrage.

Im Strafrecht des britischen Überseeterritoriums Gibraltar ist Abtreibung ein Verbrechen, auf das lebenslange

Haft steht. Dem ist hinzuzufügen, dass noch keine Frau nach dieser Bestimmung verurteilt

worden ist.

www.kath.net

Ungarn: Familienfreundliche Politik, weniger Abtreibungen

Die familienfreundliche Politik Ungarns schafft ein Umfeld, in dem Ehen und Familien florieren und die

Abtreibungszahlen sinken. Daten des Zentralen Statistischen Zentralamtes (HCSO) zeigen, dass die

Zahl der Abtreibungen im Zeitraum von 2010 bis 2017 um 30 Prozent zurückgegangen ist.

Die Zahl der Lebendgeburten stieg im selben Zeitraum von 90.335 auf 91.600, die Eheschließungen

von 35.520 auf 50.600, während die Scheidungen von 23.873 auf 18.600 zurückgingen.

Die ungarische Regierung bekennt sich ausdrücklich zu einer familien- und kinderfreundlichen Politik.

Katalin Novàk, Ministerin für Familie, Jugend und internationale Angelegenheiten, sagte wörtlich: „Eine

Voraussetzung für die mittel- und langfristige soziale Entwicklung und Zukunftsfähigkeit Ungarns

ist eine dauerhafte Wende in den demographischen Trends.“ Dies könne mit Hilfe einer dauerhaften,

komplexen, gezielten und flexiblen Familienpolitik erreicht werden, die sich an die wechselnden

Bedürfnisse und Umstände anpasse, betonte die Ministerin.

Sie stellte eine Reihe finanzieller Maßnahmen der Regierung vor, die jungen Menschen die Gründung

einer Familie schmackhaft machen sollen. Ungarn bietet Steuervorteile für verheiratete Paare im

Vergleich zu unverheirateten, bezahlte Karenzzeiten, Steuervorteile für Familien mit Kindern, kostenlose

Ferienlager für Kinder und weitere Unterstützungen. Allein durch die Vorteile der Familienbesteuerung

sei das Einkommen der Familien seit 2010 um 63 Prozent gestiegen, sagte die Ministerin.

www.kath.net

Verhütungsstäbchen

in der Schule

Dass Mädchen, die fünfzehnjährig, aber auch

zwölf oder noch jünger waren, ohne Wissen der

Eltern streichholz große Hormonimplantate unter

die Haut des Oberarms injiziert wurden, berichtete

die englische Zeitung „Daily Mail“. Wie die

Zeitung berichtete, wurden in den vergan genen

zwei Jahren mehr als 10.500 fünfzehnjährigen

oder jüngeren Mädchen in Großbritannien

die „Verhü tungsstäbchen“ eingesetzt. Diese

setzen kontinuierlich Progesteron frei, das den

Eisprung verhindert. Außer dem baut sich durch

die Hormongabe die Gebärmut terschleimhaut

nur unzureichend auf, so dass sich eine eventuell

doch befruchtete Eizelle nicht einnisten

kann (= Frühabtreibung!). Die Stäbchen sollen

drei Jahre vor ei ner Schwangerschaft schützen.

Ihr Einsatz bei Mädchen wird, wie die Zeitung

schreibt, vom britischen Gesund heitswesen

stark gefördert, „das unter Druck steht, die

hohe Schwangerschaftsrate unter Teenagern

zu reduzie ren“. Diese gehört zu den höchsten

in ganz Westeuropa. Mögliche Nebenwirkungen

der Implantate seien kons tante Blutungen,

Kopfschmerzen und Gewichtszunahme. In

einigen Fällen seien die Stäbchen durch die

Blutgefäße gewandert und in den Lungen oder

den großen Venen gelandet. Aufgrund der ärztlichen

Schweigepflicht war es den behandelnden

Ärzten und Krankenschwestern verboten,

die Eltern von dem Eingriff zu unterrichten. Die

diesbezügliche Meldung der „Tagespost“ (26.4

2018) berichtet auch eine Aussage des konservativen

Abge ordneten Sir Roger Gale aus Kent,

wo die Implantate in Schulen eingesetzt wurden:

Er sei hauptsächlich dage gen, weil dies in den

Schulen ohne elterliche Zustimmung geschehe.

Es gehe um gesetzeswidrigen „Kindersex“. Und

Eltern hätten ein Recht und eine Pflicht, zu wissen,

„was mit ihren Kindern und für sie getan

wird“. FMG-Information 121

Belgische Politiker wollen

Abtreibungstourismus

eindämmen

Belgische Politiker wollen die vorgeburtliche

Kindstötung aus dem Strafgesetzbuch streichen.

Das berichtet das „Domradio“ unter

Berufung auf belgische Zeitungsberichte. Die

rechtliche Regelung von Abtreibungen solle

künftig in einem Gesundheitsgesetz erfolgen,

zusammen mit anderen medizinischen

Maßnahmen. Wie es in dem Bericht weiter

heißt, wollten einige Politiker dabei auch die

Frist für die Durchführung von vorgeburtlichen

Kindstötungen von derzeit 12 auf 20 Wochen

erweitern und die gesetzlich vorgeschriebene

Bedenkzeit der Schwangeren von zurzeit

6 auf 2 Tage reduzieren. Damit solle der

„Abtreibungstourismus“ in die benachbarten

Niederlanden reduziert werden. ALfA

LEBE 138/2018

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Presse-splitter

Gender-Erziehung in

Schweden

Seit 1998 verlangt der schwedische

Lehrplan von den Lehrern, „traditionel len

Genderrollen und Gendermustern“ entgegen

zu wirken.

Die Umsetzung hänge von der jeweiligen Schulleitung

ab. Schwedische Vorschulen bieten

Ganztags betreuung für Kleinkinder ab dem Alter

von einem Jahr an. Die Lehrer halten die Kinder

dazu an, nicht ihren geschlechtstypischen

Neigungen nachzugehen, sondern verlangen

von ihnen, sich an Aktivitäten zu beteiligen,

die für das jeweils andere Geschlecht typisch

sind. Die New York Times berichtete auf der

Titelseite: „In Schwe den bringen Vorschulen

Jungen Tanzen und Mädchen Brüllen bei“.

Der Bericht aus einer

Vorschule in einem

Vorort von Stockholm

erzählt von Jungen, die

sich grob und rücksichtslos

benahmen,

während die Mädchen

wim merten und abgeholt

werden wollten. D. h. die Gruppe der

Ein- und Zweijährigen hatte sich also traditionell

ge schlechtsspezifisch aufgeteilt, was

an dieser Schule nicht gewollt war. Die Lehrer

hätten den Raum von Autos und Puppen freigeräumt,

die Jungen mit der Verantwortung für

die Spielküche betraut oder aufgefordert, einander

die Füße zu massieren, und die Mädchen

trainiert, barfuss im Schnee zu gehen und das

Fenster zu öffnen und zu schreien. Für Kinder,

die nicht mitmachen wollten, gebe es „Gender

Spezialisten“. Trotz aller Bemühungen stelle

sich heraus, dass Ein- und Zweijährige und

auch ihre älteren Geschwister relativ resistent

gegenüber der Behauptung sind, dass es keinen

Unterschied mache, ob man Junge oder

Mädchen sei.

www.kath.net

Britische Bischöfe fordern

Lebensschutz

In einer gemeinsamen Erklärung fordern die

Bischöfe von England, Wales und Schottland

das Ende der Babymorde im Mutterleib.

Jeder einzelne Fall ist eine Tra gödie (Die

Tagespost), so die Geistlichen; 185.824

Abtreibungen in England und Wales 2015

und 12.134 in Schottland. Anlass der

Kritik ist der 50. Jahrestag des britischen

Abtreibungsgesetzes, welches das Töten bis

zur 24. Schwangerschafts-Woche erlaubt.

Die Bischöfe rufen zum „Sinnes- und Herzens

-wandel“ der Gesellschaft auf.

Anders in Bord-Irland: Hier darf das Kind im

Mutterleib nur getötet werden, wenn das Leben

der Mutter in Gefahr ist.

Zur Zeit prüft das oberste Landesgericht in

London die Abtreibungs-Gesetze in Hin blick auf

die Vereinbarkeit mit den Menschenrechten.

CM-Kurier

Katholische Antwort auf Gender-Ideologie

London. Die „British Confraternity of Catholic Clergy“, eine Vereinigung von mehr als 500 britischen

Priestern und Diakonen, will Geistlichen und Laien Ori entierung über Gender-Mainstreaming bieten,

wie LifeSiteNews berichtet. „Als katholische Priester und Diakone bekennen wir uns zur Verkündigung

der katholischen Glaubenslehre in diesem Bereich und zu einer Seelsorge, die den Betroffenen mit

pastoraler Nächstenliebe begegnet“. Die Gender-Ideolo gie sei zu wirkmächtig, um ignoriert zu werden.

Man be gegne in Pfarreien in zunehmendem Maß Gläubigen, die ihr Geschlecht nicht annehmen

könnten und glaubten, es ändern zu müssen, um glücklich zu werden. Wer darauf hinweise, dass

man sein Geschlecht nicht ändern könne, dem werde „sofort Hass und Fanatismus vorgeworfen“.

Katholiken und andere Menschen guten Willens seien da oft „irritiert und unsicher“, wie sie reagieren

sollten. Vor diesem Hintergrund hat die „Confraternity“ die Position der katholischen Kirche über

den „Transgenderismus“ zusammengefasst und einen Leitfaden entwickelt. Darin wird betont, dass

„jeder Mensch eine Einheit von Leib und Seele ist, die aus einer einzigen Identität besteht, die jeden

Aspekt unseres Daseins umfasst“. Die Gender-Ideo logie hingegen würde behaupten, dass sich

die Seele oder die psychischen und geistigen Fähigkeiten in ihrem Geschlecht („gender“) vom Leib

unterscheiden könnten. Eine „Kleine Minderheit“ habe Schwierigkeiten, ihr eigenes Geschlecht anzunehmen

und wolle als Angehörige des anderen Geschlechts wahrgenommen werden oder sich sogar

einer „Geschlechtsumwandlung“ unterziehen. Die sen Personen solle „mit Einfühlungsvermögen,

aber auch mit Ehrlichkeit begegnet werden“. Eine wirkliche Lösung sei nicht in der Ablehnung des

Körpers oder einer medizi nischen „Korrektur“ zu finden, sondern in der „Auseinan dersetzung mit den

emotionalen und sozialen Faktoren, die tatsächlich diese Verfremdung oder ,Geschlechts- dysphorie‘

verursachen“, heißt es in der Stellungnahme. Die biblische Schöpfungsgeschichte zeige deutlich, dass

die Unterschiede des Geschlechts kein Zufall, sondern ein integraler Bestandteil des GÖTTlichen Plans

für die Menschheit sei. Der Leib sei daher auf „grundlegende Weise gut und nicht bloß eine Hülle für

eine Identität“. Wahres und dauerhaftes Glück bestehe in der Annahme unserer selbst, wie GOTT uns

geschaffen habe.

Deutsche Tagespost

76.900 - steigende Abtreibungszahlen

Wiesbaden. Das Statistische Bundesamt meldet zum dritten Mal in Folge steigende Abtreibungszahlen.

Demnach wurden dem Wiesbadener Amt im dritten Quartal 2017 rund 24.700 vorge burtliche

Kindstötungen gemeldet, rund 2,0 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Die Zahl

der in Deutschland vorgenommenen Abtreibungen in den ersten neun Monaten dieses Jahres stieg

damit auf 76.900. Das entspricht einem Plus von zwei Prozent (rund 1.540) gegenüber den ersten drei

Quartalen 2016. Wie das Amt weiter mitteilte, waren knapp drei Viertel (72 Pro zent) der Frauen, die im

dritten Quarta! 2017 eine Abtreibung ihres ungeborenen Kindes vornehmen ließen, zwischen 18 und

34 Jahre alt, 17 Prozent waren zwischen 35 und 39 Jahre. Knapp acht Pro zent der Frauen waren 40

Jahre und älter. Rund drei Prozent waren zum Zeitpunkt der Abtreibung noch minderjährig. Rund 40

Prozent der Frauen hatten vor dem Eingriff noch keine Lebendgeburt. Rund 96 Prozent der gemeldeten

Abtreibungen wurden nach der Bera tungsregelung vorgenommen. Medizinische und kriminologische

Indikationen waren in vier Prozent der Fälle Begründung für die Ab treibung. Die meisten vorgeburtlichen

Kindstötungen (60 Prozent) wurden mit der Absaugmethode (Vakuumaspiration) durchgeführt,

bei 20 Prozent kam das Präparat Mifegyne zum Einsatz.

ALfA

Pornografie und öffentliche Gesundheit

Eine andere Folge der sexuellen Revolution vor 50 Jahren ist die Verharmlosung der Pornografie.

Kritisiert werden vielleicht die Ausbeutung von Frauen dazu, und natürlich der Missbrauch von

Kindern, doch sonst betrachtet man Pornografie häufig einfach als Privatsache des Einzelnen. Im US-

Bundesstaat Florida wurde nun von einem Ab geordneten des Repräsentantenhauses eine Resolution

eingebracht, Pornografie als Gefahr für die öffentliche Gesundheit zu deklarieren. Sollte die Resolution

vom Kongress in Florida angenommen werden, müsste die Regierung Maßnahmen unternehmen, um

die Bevölke rung vor Pornografie zu schützen. In der Resolution heißt es, 27% der jungen Erwachsenen

von 25 bis 30 Jahren seien bereits vor der Pubertät mit Pornografie in Kontakt gekommen. Das könne

geistige und körperliche Krank heiten, Bindungsprobleme, krankhafte Entwicklungen des Gehirns und

kognitiver Funktionen verursachen. Ferner fördere sie abweichendes, riskantes Sexualverhalten und

könne süchtig machen. Das Suchtpotential führe dazu, mit der Zeit immer schockierendere und abwegigere

Inhalte anzusehen. Pornografie habe negative Auswirkungen auf Familien. Wer Pornografie

konsumiere, sei tendenziell weniger bereit, zu heiraten und eine Familie zu gründen, sei in der Ehe

unzufriedener und weniger treu. - Der US- Bundesstaat Utah hat Pornografie bereits zur „Gefahr für

die öffentliche Gesundheit“ erklärt.

www.kath.net

20 LEBE 138/2018


Kanadischer Premier Trudeau „totalitär“

Der Erzbischof von Ottawa kritisierte den kanadischen Premierminister Justin

Trudeau scharf. Es sei „logischerweise unmöglich“, sich als Katholik zu betrachten

und gleichzeitig für die Abtrei bung einzutreten. „Sie sind verwirrt, wenn Sie denken,

dass man für die Abtreibung und katholisch sein kann. “ Anlass war der Entscheid

der kanadischen Regierung, dass sich Arbeitgeber, die eine staatliche Förderung

für Sommerjobs haben wollen, sich zum „Recht auf Abtrei bung“ bekennen müssten.

Mit diesen Richtlinien werden katholische Pfarreien und Hilfsorganisationen

oder Le bensschutzorganisationen, die Sommerjobs anbieten, von der staatlichen

Unterstützung ausgeschlossen. Die Bischofskonferenz verurteilte diese Entscheidung.

Sie beschränke die Religions- und Gewissensfreiheit; Som merlager werden nicht

mehr stattfinden können, viele Non-Profit-Organisationen ihre Angebote reduzieren

müssen. Diese und andere Folgen würden nicht nur die religiösen Gemeinschaften,

sondern die ganze Gesell schaft Kanadas betreffen, warnen die Bischöfe. Trudeau, der

inzwischen als totalitärer Verfechter des „Rechts auf Abtreibung“ usw. gelte, nehme

sogar seine Kinder zur jährlichen Gay-Parade mit.

www.kath.net

Gleichgeschlechtliche Ehe abgeschafft

Bermuda. Im britischen Überseegebiet der Insel Bermu da (ca. 60.000 Einwohner)

wurde die - erst im Mai 2017 aufgrund eines Urteils des Obersten Gerichtshofs eingeführte

- gleichgeschlechtliche „Ehe“ wieder abgeschafft. Gouverneur John Rankin

genehmigte das von Senat und Abgeordnetenhaus mit großer Mehrheit beschlossene

diesbezügliche Gesetz. Eine Mehrheit der Wähler hatte sich in einem Referendum

gegen gleichgeschlechtliche Ehen ausgesprochen. Allerdings gibt es weiterhin die

Möglichkeit, eingetragene Lebenspartnerschaften einzu gehen. Bereits geschlossene

„Ehen“ - schätzungsweise eine halbes Dutzend - bleiben gültig. Befürworter der

„Homo-Ehe“ wollen angeblich gegen die Entscheidung des Gouverneurs mit einer

Verfassungsklage vorgehen.

www.kath.net

Demonstration von mehr als 2 Millionen Argentiniern

Am 25. März 2018 demonstrierten in Argentinien mehr als 2 Millionen Menschen

gegen die Legalisierung der Abtrei bung. Anlass war die Debatte im Parlament über

einen Gesetzesvorschlag der Opposition zur Legalisierung der Abtreibung.

IK-Nachrichten

Ein Mann entbindet - wirklich?

In Finnland hat zum ersten Mal ein Mann ein Kind zur Welt gebracht - und das, obwohl

Transpersonen un fruchtbar sein müssen. Ei gentlich dürfte es die Fami lie von

Johannes und Petri gar nicht geben. Nicht weil es sich bei dem finnischen Paar um

zwei Männer han delt, sondern weil Johannes in einem weiblichen Körper zur Welt kam

und nun ein Kind geboren hat. Damit ist er der erste Transgendermann Finnlands, der

ein Ba by ausgetragen hat, und laut nationalem Gesetz ist das nicht möglich. Finnland

schreibt nämlich vor, dass Betroffene unter anderem die Bestätigung einer Sterilisation

vorlegen, bevor sie ihr eingetragenes Ge schlecht ändern können. Jo hannes

hat diese Vorausset zung erfüllt, denn eine Hor montherapie kommt für den fin nischen

Staat einer Sterilisation gleich. Vor drei Jahren wurde sein offizielles Geschlecht auf

männlich geändert.

Was da ernsthaft als Meldung gebracht wird, sollte eigentlich Stoff für eine

Satire sein. Die Geburt zeigt schlicht und einfach die Realität: Trotz aller medizinischer

Tricks ist „Johannes“ eben – eine Frau!

www.vision2000.at

Folgen von Geschlechtsverkehr mit

vielen Partnern.

Wer als Frau häufig den Sexualpartner wechsle, gehe ein gesundheitliches Risiko ein,

schreibt der Gy näkologe Johannes Huber (ehemaliger Sekretär des Wiener Kardinals

König), in einem neuen Buch „Der holistische Mensch“, so berichtet kath.net mit

Berufung auf die Zeitung „Krone“. Promiskuität schwäche das Immunsystem, was die

Erkrankungsgefahr erhöhe, besonders das Krebsrisiko steige rasant; auch die Ansteckung

mit dem HP-Virus, der die Wahrscheinlichkeit, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken

enorm erhöhe, nennt Huber. Er weist auch auf mögliche psychische Probleme

hin; im Gehirn würden Prozesse in Gang gesetzt, die die Bindungsunfähigkeit förderten.

www.kath.net

Der Zwischenruf

Der Medienliebling

spricht Klartext

Keine Frage, Papst Franziskus macht es sowohl

seinen Freunden als auch seinen Feinden nicht

immer leicht. Gerade ist der liberale Medien-

Mainstream in Deutschland verwirrt: Dieser Papst

aus Lateinamerika schien auf den ersten Blick alles

anders zu machen. Die Medien hatten angenommen,

dass er in der Kirche, die ihnen rückwärtsgewandt,

unmenschlich, frauenverachtend, homophob

und unbelehrbar vorkam, alles neu machen

werde. Jetzt stellen sie verwirrt fest. Der Papst ist

katholisch!

Und dabei „wirkte er liberaler“ als seine Vorgänger,

schreibt die Nachrichten agentur dpa. „Der Spiegel“

zürnt, er gelte als „weltoffener älterer Herr“, tatsächlich

vertrete er Positionen, die eine Zumutung

seien für alle, die in der Gegenwart leben. Es fehle

nur noch ein Scheiterhaufen. Und natürlich darf die

linke taz nicht fehlen mit dem Hinweis, das Dogma

des Papstes in Abtreibungsfragen sei „tödlich“.

Nicht für die Ungeborenen, sondern für die Frauen,

versteht sich!!

Was ist passiert? Nichts Ungewöhn liches für das

Haupt der katholischen Weltkirche. Der bisherige

Medienliebling Franziskus fand kürzlich deutliche

Worte gegen die Tötung behinderter Kinder im

Mutterleib. Auch sprach er für ein Familienmodell

aus Vater, Mutter und Kind, das er als das einzig

wahre und von Gott gewollte zwischen allen modernen

Neudefinitionsversuchen von Familie hervorhob.

Der sogenannten Homo-Ehe erteilte er

erneut eine Abfuhr. Er verglich zudem die gängige

Praxis der selektiven Tötung behinderter Kinder im

Mutterleib in aller Deutlichkeit mit der Eugenik der

Nazis.

„Im vergangenen Jahrhundert hat sich die ganze

Welt über das aufgeregt, was die Nationalsozialisten

gemacht haben“, sagte der Papst. „Heute machen

wir das mit weißen Handschuhen.“

Niemand will sich mehr die Hände schmutzig machen

bei dem, was Papst Johannes Paul II einst

treffend als Kultur des Todes zusammenfasste. Die

Wahrheit war noch nie bequem. Papst Franziskus

hat sie ausgesprochen.

Birgit Kelle ist freie Journalistin und Vorsitzende

des Vereins „Frau 2000 plus”.

LEBE 138/2018

21


Abtreibung

»Die heutige Gesellschaft

ist durch drungen von der

Abtreibungsideologie«

Virginia Coda-Nunziante

Initiative Familien-Schutz

Virginia Coda-Nunziante engagiert

sich bei mehreren katholischen

Freiwilligenverbänden,

darunter die Associazione Famiglia

Domani, die sie zusammen mit anderen

1988 gründete. Frau Coda-Nunziante

ist seit 2004 Direktorin des Büros

für Abkommen und Internationale

Beziehungen des Nationalen

Forschungs rates und Mitarbeiterin

des Lehrstuhls für Kirchengeschichte

und Christen tum an der Europäischen

Universität Rom. Seit 2011 bekleidet

sie das Amt als Sprecherin, später

Präsidentin des Marsches für das Leben

in Italien.

Was war ihr Eindruck vom Marsch

für das Leben, der am 19. Mai 2018

in Rom stattgefunden hat?

Virginia Coda-Nunziante: Dieses Jahr erinnern

wir uns an die Einführung der

Abtreibung in Italien vor 40 Jahren: Das

Gesetz wurde im Mai 1978 eingeführt.

Die Teilnahme am Marsch dieses Jahres

ist gewachsen. Vorbereitend haben wir

im letzten Monat in der Öffentlichkeit

mehrere Kampagnen gestartet. So wurden

mehr Menschen motiviert und das

hat man an der Teilnahme gesehen.

Ist die Teilnehmerzahl am Marsch

für das Leben stetig gewachsen?

Virginia Coda-Nunziante: In den ersten vier

Jahren ist die Teilnehmerzahl gewachsen.

Dann in den Jahren 4-6 blieb die

Teilnehmerzahl konstant. Dieses Jahr

haben wir wieder Wachstum verzeichnet,

was auch in die Zukunft weist. Ich

denke, insgesamt gibt es eine stetige

Motivation – wie ich es auch in anderen

Ländern gesehen habe – wo das

Interesse erst wächst, dann gleich bleibt

und dann schubartig wieder ansteigt.

Das EU-Parlament hat in einem

jüngst getroffenen Entschluss das

Ziel formuliert, Abtreibung in den

Rang eines Menschenrechts zu

heben. Skandalöserweise haben

sich selbst die deutschen Vertreter

der christlichen Parteien dafür

ausgesprochen. Warum, glauben

Sie, entscheiden sich selbst vorgeblich

christliche Politiker für die

Legalisierung von Abtreibung?

Virginia Coda-Nunziante: Ich weiß aus

meiner Erfahrung, dass der Zeitgeist

und das Mainstream-Denken großen

Einfluss auf die Politik hat. Politiker

haben Angst vor der öffentlichen

Meinung, davor, was Journalisten über

sie schreiben werden. Sie passen sich

also der political correctness an. Ganz

allgemein wird Abtreibung heute als

Recht für die Frau verkauft, von daher

sprechen sich auch Politiker – die eigentlich

dagegen sein sollten – dafür aus. In

Italien ist das die gleiche Situation: Ein

[christlicher] Politiker wurde von einem

Journalisten vor kurzem gefragt, ob er

immer gegen die Abtreibung sei und

er hat nicht geantwortet, er hat kein klares

Statement abgegeben. Die Politiker

haben Angst. Seit 40 Jahren aber wurde

die Abtreibung gefördert, sodass

selbst junge Menschen denken, dass

Abtreibung ein Recht für Frauen ist. Das

übt Druck aus auf alle, die öffentliche

Ämter bekleiden.

Befürchten Sie mittel- bis langfristig

nationale Konsequenzen eines

solchen pro-Abtreibungsbegehrens

durch das Brüsseler Parlament?

Virginia Coda-Nunziante: Ja, diese

Befürchtung habe ich leider. Das

was in Brüssel gesagt wird, hat immer

einen Einfluss, wenn auch vielleicht

nicht umgehend oder direkt. Es

wird aber ein Prozess begonnen, der

Kampagnen in den einzelnen Ländern

nach sich zieht. Hier in Italien hatten

wir Kampagnen der Radikalen Partei

und der Kommunistenpartei und diese

haben sich auf die Entscheidung in

Brüssel berufen. Es handelt sich dabei

nicht um Gesetze, aber die öffentliche

Meinung wird dadurch geprägt. Die

Menschen glauben, Brüssel nachkommen

zu müssen.

Wo sehen Sie den sozio-kulturellen

wie politischen Hintergrund der

Abtreibungsbefürworter? Wer sind

sie speziell in Italien und wieviel

Macht schreiben Sie ihrer Lobby zu?

Virginia Coda-Nunziante: Die Lobby hier in

Italien ist sehr mächtig. Hier ein Beispiel:

Wir hatten vor kurzem zwei große

Firmen – ganz normale Firmen –, die

Poster in der Stadt aufgehängt haben,

eines mit einem Bild eines Embryos

und ein anderes, das den weltweit ersten

Grund für Frauenmord offengelegt

hat, die Abtreibung. In Ländern wie

China, Indien aber auch in Osteuropa,

ist das der Fall, denn dort werden

hauptsächlich Frauen abgetrieben. Die

sofortige Reaktion der Medien war die

Aufforderung an die Bürgermeister

von Rom, diese Poster zu entfernen.

Das wurde dann auch getan. Man sieht

also, dass die Abtreibungs-Lobby einen

starken Einfluss hat. Sie agiert in

den Medien, die Medien folgen hörig

und wegen der Medien verändert sich

dann die öffentliche Meinung. Niemand

möchte einen Standpunkt dagegen

einnehmen.

In verschiedenen Ländern – und das

ganze trifft auch für Italien zu – wird die

Abtreibungslobby von einflussreichen

Personen geführt, in Italien von Emma

Bonino [italienische Politikerin und

Außenministerin im Kabinett Letta bis

zum Jahr 2014], deren Kampagnen von

Georges Soros finanziert wurde. Es gibt

immer jemanden im Hintergrund: das

kann Soros sein oder jemand anderer.

In Deutschland gibt es eine aktuelle

Entwicklung, das gesetzlich verbriefte

Lebensschutz-Konzept quasi

durch die Hintertür aufzubrechen

mit dem Ziel, Abtreibung als normale

medizinische Dienstleistung

zu etablieren. So fordern Linke und

Grüne, das Gesetz abzuschaffen,

das Werbung für Abtreibung zu

Gewerbszwecken verbietet. Gibt

es in Italien ähnliche politische

Vorstöße?

22 LEBE 138/2018


Thema

„Jeder Mensch

hat das Recht

auf Leben, Freiheit

und Sicherheit.”

Virginia Coda-Nunziante: Ja, es ist genau

dasselbe. Das Abtreibungsgesetz selber

zeigt es in seiner Formulierung:

Das Abtreibungsgesetz ist ein Gesetz

zum „Schutz der Mutterschaft“. Und im

Namen der Mutterschaft werden Kinder

getötet. Man gibt also vor, Frauen zu

schützen, aber in Wirklichkeit wird genau

das Gegenteil getan. Was den

Frauen nicht gesagt wird, ist, dass sie

mit einer Abtreibung ihr Leben zerstören.

Das würde natürlich niemals

veröffentlicht werden, aber das Post-

Abtreibungs-Trauma ist eine gravierende

Konsequenz.

Wenn ja, wie verhalten sich insbesondere

die Kirchen dazu?

Virginia Coda-Nunziante: Italien ist ein

größtenteils katholisches Land. Die

Kirche ist also von Grund auf am

Lebensschutz beteiligt. Wir haben aber

auch kleine Gruppen von Freunden

bei den Orthodoxen und selbst bei

Atheisten, die zwar an nichts glauben,

aber verstehen, dass das Leben von

Anfang an geschützt werden muss.

Diese treten mit uns ins öffentliche

Rampenlicht, um für das Leben zu

kämpfen. Sie verstehen das Problem.

Wenn es um die Kirche allgemein geht,

ist sie natürlich grundsätzlich gegen die

Abtreibung. Wenn es aber darum geht,

einen öffentlichen Standpunkt einzunehmen,

dann haben Kirchenmänner

eher Angst. Mit Ausnahme von einigen,

die sehr klare Stellung bezogen

haben, herrscht Angst davor, öffentlich

gegen die Abtreibung anzugehen.

Das Problem ist hier wiederum

die öffentliche Meinung. Die heutige

Gesellschaft ist so durchdrungen von

der Abtreibungsideologie, dass selbst

Bischöfe Angst haben, sich dagegen zu

stellen.

Glauben Sie an einen starken

Einfluss der Kirche, sollte sie klare

Stellung beziehen?

Virginia Coda-Nunziante: Ich denke, in der

Gesellschaft heute kann man das nicht

mehr mit Sicherheit sagen. Wir sehen,

was in Irland geschehen ist. Aber es wäre

wirklich sehr wichtig für alle Katholiken,

etwas für den Lebensschutz zu tun und

die Bischöfe als Rückendeckung zu

haben. Oft wird man in Interviews von

Journalisten gefragt, wo eigentlich

die Bischöfe sind, und das bringt uns

manchmal in Verlegenheit.

Auch wer Abtreibung ablehnt, gibt

oft zu, dass diese unter bestimmten

Umständen, moralisch zulässig

ist – dann nämlich, wenn die Frau

Opfer einer Vergewaltigung geworden

ist oder ihre Gesundheit

durch die Schwangerschaft akut

bedroht ist. Die besonders grausame

Spätabtreibung, die bei

Ungeborenen mit diagnostizierter

Behinderung in vielen Ländern

straffrei vorgenommen werden

darf, wird jedoch selbst unter

Abtreibungsbefürwortern kritisch

gesehen, wenn man sie mit Details

konfrontiert. Wo, glauben Sie, könnte

die Politik einen Kompromiss

herstellen, der den Argumenten

beider Seiten gerecht wird?

Virginia Coda-Nunziante: Nein, ich glaube,

es kann keinen Kompromiss geben.

Ein Leben ist immer Leben. Auch wenn

das Leben durch Vergewaltigung empfangen

wird, hat das Kind keine Schuld

daran. Kein Kind hat daran Schuld, aus

einer Vergewaltigung hervorzugehen.

Wir sollten ihm die Chance geben,

geboren zu werden. Wir haben sogar

sehr interessante Beispiele von solchen

Personen, die wir hier nach Rom

eingeladen haben, um beim Marsch für

das Leben zu sprechen. Ich kenne drei

verschiedene Personen, die alle aus

Vergewaltigung hervorgegangen sind.

Diese Personen haben drei verschiedene

Stiftungen gegründet, um in ähnlichen

Fällen zu helfen. Jeder von ihnen

dankte immer vor allem der Mutter, weil

sie sich entschlossen hat, ihr Kind auszutragen.

Sie wollte sich zwar nicht darum

kümmern, sie hat es an jemanden

abgegeben, der sich um das Kind gekümmert

hat, aber sie hat dem Kind die

Chance auf Leben gegeben. Das Leben

ist ein so außerordentliches Geschenk,

dass wir nicht das Recht haben, es wegzunehmen.

Ich würde der Mutter sagen:

Sie haben ein großes Unrecht erlebt

durch Ihre Vergewaltigung. Machen Sie

das Unrecht und ihr Leiden nicht noch

größer, indem sie sich einer Abtreibung

unterziehen. Geben sie Ihr Kind an eine

andere Familie ab, es wird ein außergewöhnliches

Leben haben. Das sieht

man an diesen drei Kindern.

LEBE 138/2018

23


Lese tipp

Ein Baby

im Bauch

Schneider, Guckes

Wenn in Mamas Bauch

ein Baby heranwächst,

haben Kinder viele

Fragen…

Von außen ist nämlich

erst mal nichts zu sehen.

Doch was da drinnen jetzt passiert, ist spannender als

jeder Krimi: Wie groß ist das Baby schon? Kann es mich

schon hören? Merkt es, ob’s draußen dunkel ist oder die

Sonne scheint? Schläft es dann, wenn wir auch schlafen?

Liebevoll illustriert gibt dieses Buch Antworten: Woche für

Woche, auf dem neuesten Stand der Wissenschaft – doch

schon für Dreijährige verständlich.

Kein „Aufklärungsbuch”, sondern ein Buch über die

Entwicklung des Kindes in der Schwangerschaft.

Neufeld Verlag

Die 7 Wege zur

Effektivität für

Jugendliche

Sean Covey

Teenager zu sein ist wunderbar!

Das Leben mit all seinen

Möglichkeiten entdecken! Oft

ist allerdings genau das ziemlich

anstrengend. Krach mit den

Eltern, keine Lust auf Schule, unglücklich

verliebt oder/und null

Selbstvertrauen - Sean Covey jun. zeigt, wie Jugendliche

die großen und kleinen Probleme des Lebens in den Griff

bekommen.

Der Ratgeber wird jungen Menschen helfen, Schritt für

Schritt ihr Selbstbild zu verbessern, Freundschaften aufzubauen,

ihre Ziele zu erreichen, mit Eltern und Lehrern auszukommen

– kurz gesagt: ihr Leben zu meistern. Außerdem

ist das Buch prallvoll mit Comics von Timo Wuerz, großartigen

Zitaten und unglaublichen Geschichten über Teens aus

der ganzen Welt. Spannend und unterhaltsam zu lesen!

Neufeld Verlag

MITARBEITER

GESUCHT!

Zur Verstärkung unseres

Redaktions-Teams suchen

wir Personen, die gerne

in der Gruppe arbeiten

und sich im Lebensschutz

engagieren möchten.

WENN SIE:

• imstande sind, Berichte zu

verfassen,

• Texte Korrektur-lesen können,

• sich zutrauen, in Begleitung

ein Interview durchzuführen,

• Fotos schießen können, ohne

zu wackeln,

• motiviert sind, durch diese

Arbeit einen konkreten Beitrag

zum Lebensschutz zu leisten,

• mit dem PC umgehen können,

…dann melden Sie sich doch

bei uns unter Tel. 340 4645171.

Gern geben wir Ihnen weitere

Informationen.

DAS LEBE – TEAM

Italiens neuer Familienminister:

»Ich bin katholisch

und bin stolz darauf!«

Seine positive Einstellung zur Familie und zum Lebensschutz haben dem neuen

Familienminister Italiens, LORENZO FONTANA, von Seiten der Linken

und der LGBT-Kreise scharfe Kritik eingebracht. Sehr ruhig und gelassen

hat der neue Minister jedoch auf Fragen der Journalisten reagiert: "Mein Ziel ist

es, angesichts der demografischen Krise eine totale Kehrtwende einzuleiten. Um

dies zu bewirken, müssen wir eine höhere Geburtenrate im Land anstreben, die

Mutterschaft unterstützen und die Familien fördern. Ich hatte geglaubt, dieses soziale

und wirtschaftliche Problem würde auch von anderer Seite so gesehen. Doch

scheinbar stört es jemanden, wenn man katholisch ist. Ja, dies sei sogar ein Grund

sich zu schämen. Doch wir befinden uns ja in Italien und nicht in Saudi Arabien …"

Dazu eine Notiz in den Dolomiten vom 12.6.2018:

Immer weniger Geburten

Der seit 2008 anhaltende Geburtenrückgang in Italien hat auch im vergangenen

Jahr kein Ende genommen. Zum dritten Jahr in Serie kamen in Italien 2017 weniger

als eine halbe Million Kinder zur Welt, ging aus einer veröffentlichten ISTAT-Studie

hervor. 458.151 Neugeborene zählte man in Italien im vergangenen Jahr, das sind

15.000 weniger als 2016. 68.000 Neugeborene sind Kinder von Ausländern, das

sind 14,8 Prozent aller 2017 zur Welt gekommenen Babys. Die Zahl der Geburten

erreichte ein Rekordtief seit Italiens nationaler Einheit im Jahr 1891. Der stärkste

Geburtenrückgang wurde in Mittelitalien gemeldet (minus 5,3 Prozent) gegenüber

2016. Zum zweiten Jahr in Serie sank auch die Gesamtzahl der italienischen

Bevölkerung. Am 31. Dezember 2017 lebten in Italien 60,48 Millionen Menschen, 5

Millionen davon sind Ausländer, was 8,5 Prozent der Bevölkerung ausmacht.

24 LEBE 138/2018


für eine/n Freund/in!

LEBE gefällt Ihnen? Warum sagen Sie es dann nicht weiter?

Wir senden die Zeitschrift LEBE kostenlos zu!

Wachset und vermehret euch! Dieser Ausspruch soll uns ermutigen unsere Leserfamilie zu vergrößern. Damit können

auch Sie ganz konkret etwas beitragen zum Schutz des Lebens. Sicherlich gibt es in Ihrem Verwandten- und Freundeskreis

Menschen. die die Zeitschrift LEBE noch nicht kennen.

Werben Sie diese doch als Leser. Jeder Leser erhöht die

Zahl der Verteidiger der ungeborenen Kinder, der Alten und

Behinderten, überhaupt aller Menschen von der Zeugung

bis zum Tod.

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Haben wir Ihren Namen oder Ihre Anschrift falsch geschrieben,

hat sich Ihre Anschrift geändert oder ist der Adressat

verstorben? Dann berichtigen Sie bitte nachstehend die

Angaben und schicken uns den Abschnitt zu.

Sie helfen damit Zeit und Geld sparen - Danke!

Viele LEBE kommen unzustellbar zurück.

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Schicken Sie diesen Abschnitt an: Bewegung FüR das Leben - Winkelweg 10 - 39012 Meran.

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BITTE - BITTE - BITTE den JAHRESBEITRAG – 20 € für LEBE nicht vergessen!

Liebe Freunde,

wir alle gönnen uns in dieser Zeit einige Tage/Wochen

Ferien, um uns zu erholen, um neue Kraft zu tanken.

Der Schutz des menschlichen Lebens darf aber nicht in

Ferien gehen. Auch in den Sommermonaten gehen in

Südtirol wieder viele Frauen in die Krankenhäuser von

Bozen und Meran, um ihr Kind abzutreiben. Das darf

nicht sein!!! Von der Befruchtung an ist der Embryo ein

Mensch, den es zu schützen und zu verteidigen gilt und

der ein Recht auf Leben hat.

Helfen Sie uns bitte nach Ihren Möglichkeiten mit einem

Beitrag! So können wir aktiv Kinder vor der Abtreibung

retten, Müttern in ihrer Not beistehen, sowie auf allen

Ebenen und bei allen Menschen für den Schutz des

Lebens eintreten. Herzlichen Dank für Ihren Beitrag!

In diesen Wochen und Monaten ist wieder Zeit für die

Abfassung der Steuererklärungen mit der Möglichkeit,

5 Promille

für unseren Verein zweckzubinden.

Steuer-Nr.: 94027310211

Wir bitten Sie, diese Möglichkeit wahrzunehmen und

die beigelegten Kärtchen auszuschneiden und auch

an weitere Personen zu verteilen. In den vergangenen

Jahren konnten wir damit die rückläufigen Spenden

wenigstens zu einem geringen Teil ausgleichen.

Herzlichen Dank !

Aus tiefstem Herzen danken wir an dieser Stelle auch

wieder allen Wohltätern und Spendern.

Mit großen und kleinen Beiträgen schaffen Sie immer

wieder die notwendige finanzielle Basis für unsere vielfältigen

Tätigkeiten.

Dabei ist für uns auch die kleinste Spende eine große

Hilfe und in besonderer Weise Motivation weiterzumachen

in unserer nicht immer leichten Arbeit.

Spenden können (auch ohne Erlagschein) überwiesen

werden:

• Raika Meran SWIFT: ICRA IT RR3 P0

IBAN: IT58 J081 3358 5900 0009 0102 443

• Postkontokorrent Nr.: 21314356

• Sparkasse Ulm (D) DE26 6305 0000 0000 8989 82

SWIFT-BIC: SOLADES1ULM

• Tiroler Sparkasse Innsbruck (A)

AT84 2050 3013 0000 5921 BIC: SPIHAT22XXX

Unsere Bankkoordinaten für eine Direktüberweisung

vom Ausland nach Italien:

IBAN: IT58 J081 3358 5900 0009 0102 443

SWIFT: ICRA IT RR3 P0

Angabe des Begünstigten:

BEWEGUNG FüR DAS LEBEN-SüDTIROL,

Winkelweg 10, 39012 MERAN

Bitte helfen Sie uns weiterhin nach Ihren

Möglichkeiten, auch mit Ihrem Gebet!

BEWEGUNG FüR DAS LEBEN – SüDTIROL

Vergelt's Gott!

LEBE 138/2018

25


Erziehung

TeenSTAR – das Seminar für eine

»Erziehung zur Liebe«

Anni Winkler,

Vorsitzende von TeenSTAR Südtirol

Shutterstock

Liebe Eltern!

TeenSTAR möchte Ihre Söhne

und Töchter in der Phase des

Ablösungsprozesses mit ihren Fragen

außerhalb des Elternhauses begleiten

und Sie in Ihrer Erziehungsverantwortung

stärken. Ein Anliegen des

Kurses ist es auch, dass der Dialog

im Bereich „Freundschaft – Liebe –

Sexualität“ zwischen Ihnen und Ihrem

Kind leichter möglich wird.

Zielgruppen sind vor allem Kinder

und Jugendliche von 9 – 18 Jahren

und ihre Eltern.

Für Kinder ab 9/10 Jahren (5. Klasse

Volksschule) bieten wir den sogenannten

KIDS-Kurs „Meine Entwicklung verstehen

– stark werden für die Jugendzeit“

mit einem Elternbegleitbuch an.

Die Schule und andere pädagogische

Einrichtungen spielen eine wichtige

Rolle für die Persönlichkeitsbildung –

auch in der Thematik „Freundschaft –

Liebe – Sexualität“. Ein TeenSTAR-Kurs

ist im freiwilligen Nachmittagsangebot

sinnvoll, z.B. an der Schule oder

im Internat / Schülerheim / Hort /

Jugendzentrum. Workshops sind auch

im Regelunterricht möglich.

Seele/Geist

Umfeld

Beziehung

Körper

Gefühle

Verstand

TeenSTAR – Ausbildungsseminar:

ERZIEHUNG ZUR LIEBE

Für Eltern, Pädagogen/innen, Lehrer/innen,

Gruppenleiter/innen und alle Interessierten

04. – 05. August 2018 (Sa+So)

29. – 30. September 2018 (Sa+So)

02. – 03. November 2018 (Fr+ Sa)

Themenkreise

• Verhalten der Geschlechter

zueinander

• Sexualität in den Medien

• Selbstwert und Selbstannahme

• Mein Körper

• Anatomie / Physiologie der

Geschlechtsorgane

• Wertschätzende Sprache

• Fruchtbarkeit von Mann und Frau

• Jugendzeit – Wachsen und Reifen

• Lebensträume und –visionen

• Verständnis für sich und andere

• Freundschaft, Verliebtheit, Liebe

• Gefühle

• Verantwortung

• „Nein“ sagen lernen

– Selbstbehauptung

• Dialogfähigkeit mit Erwachsenen

• Schwangerschaft –

Entstehung neuen Lebens

• Empfängnisregelung /

Empfängnis verhütung

• Geschlechtskrankheiten

• Ehe und Familie

• Persönlichkeit sein

jeweils von

9.00-18.00 Uhr

Referenten: Frau Helga Sebernik,

Pädagogin und Vorsitzende von TeenSTAR/Österreich mit Team

Seminarort: Bildungshaus Lichtenburg – Vilpianerstr. 27 – 39010 Nals

Info: info@teenstar.bz.it – Tel. 348 08 27 429

Anmeldung unter:

bildungshaus@lichtenburg.it – Tel. 0471 057 100

26 LEBE 138/2018


Lebensschutz

www.teenstar.bz.it

TeenSTAR bietet jungen

Menschen einen Weg

zu verantwortungsvollen

und reifem Umgang

mit ihrer Sexualität an.

TeenSTAR – KIDS-Kurs

TeenSTAR – Südtirol bietet ab Herbst

2018 einen KIDS-Kurs in Lana,

Eppan und im oberen Vinschgau

an. Außerdem einen TeenSTAR-

Kurs für Jugendliche zwischen 12

– 15 Jahren im Raum Meran. Dieser

Kurs wird voraussichtlich in Lana im

Pfarrsaal stattfinden. Referenten für

den KIDS-Kurs sind: Barbara Obrist,

Tobias Degasperi und Melanie

Perkmann, alles ausgebildete

Teen-STAR-Kursleiter.

Den Kurs für die Jugendlichen wird

das junge Ehepaar Maria Theresia +

Dominik Bernhard – ebenso zertifizierte

Kursleiter – halten.

Shutterstock

Weitere Informationen bzw.

Anmeldungen unter:

info@teenstar.bz.it oder

Tel.: 348 08 27 429

www.teenstar.at – www.teen-star.de

www.teenstar.ch – www.teenstar.bz.it

Meine 16-Jährige Tochter

will abtreiben.

Was kann ich tun?

Die wahre Geschichte erzählt, wie ein Vater die Zustimmung

für die Einnahme der Abtreibungspille RU-486 für seine

minderjährige Tochter verweigert. Das Mädchen hat also das

Recht, sich an den Jugendrichter zu wenden.

Zusammenfassung eines Artikels

aus dem Magazin „NOI“ 4/2018

Giovanna Perilli,

Freiwilligenorganisation ‚Sos Vita‘

Nicola wird bedrängt, die schriftliche Zustimmung zur Einnahme der Abtreibungspille

RU-486 für seine sechzehnjährigen Tochter zu geben. Er bezweifelt jedoch, dass das

der richtige Weg ist, seiner Tochter zu helfen. Arianna jedoch scheint fest entschlossen

zu sein abzutreiben, benötigt aber die Zustimmung der Eltern, wie vom Gesetz

194/78 vorgesehen.

Nicola erzählt: „Bei der gynäkologischen Visite waren außer dem Freund von Arianna

auch dessen Vater anwesend (der wie ich in Trennung lebt) und der Gynäkologe sagte,

dass 5 Wochen und 6 Tage der Schwangerschaft vergangen seien… und man

höre noch kein Herzklopfen.

Danach gingen wir zu einer Sozialassistentin, die mir auf Biegen und Brechen diese

verfluchte Unterschrift für die RU-486 aufzuzwingen versuchte. Ich erwartete

mir wenigstens Verständnis für meine Situation als Vater. Doch nichts dergleichen.

Unversehens bin ich aufgestanden, habe der Assistentin die Hand gegeben und gesagt:

,Wir haben uns nichts mehr zu sagen.“

Ich habe Arianna alle meine Hilfe angeboten und sie um Nachsicht gebeten, dass ich

nicht unterschreiben könne. Ich würde bei ihr sein, auch wenn sie in die Hölle ginge

und von dort zurückkäme. Nun aber hätten alle eine so große Eile, allen voran die

Sozialassistentin: „Wenn der Vater die Unterschrift verweigert, muss schnellstens ein

Richter gefunden werden“.

Arianna befindet sich jetzt zwischen zwei Fronten: auf der einen Seite der Vater, der ihr

stets nahe war in den Lebensschwierigkeiten, ihr aber diesen Ausweg verweigert. Auf

der anderen Seite eine autoritäre und ihr gegenüber brachiale Mutter, die ihr auf einem

Silbertablett die Lösung präsentiert. Vater Nicola bleibt bei seiner Entscheidung

und hofft, dass Arianna von ihrem Ziel abkommt und dass seine Nähe ihr das Herz

berührt, ihren Blick auf ihr Kind zu werfen, das in ihrem Schoß heranwuchs.

Nicola erzählt weiter: «Die Ärzte haben mir wenig über die RU-486 gesagt. Sie stellten

mir nur zwei ganz einfache Pillen vor: die Erste wirke auf die Gebärmutter ein

und die Zweite verursache die Trennung und den nachfolgenden Ausstoß des Fötus.

Kurzum ein Kinderspiel… Andererseits wären der Vater des Freundes und die ganze

Familie bereit, den Beiden zu helfen, ein Leben gemeinsam als Paar mit einem

Kind zu beginnen. Hingegen sind die Ehefrauen (oder besser unsere ehemaligen

Ehefrauen), die Sozialassistentin, die Ärzte und die Psychologen auf eine Abtreibung

wegen des jungen Alters und dem Risiko der Instabilität des Paares fokussiert.

Als ich zur Sozialassistentin sagte, dass Arianna die Einstellung ja ändern könnte, hat

mich meine Ex ausgelacht. Ich aber versuchte, in das Herz meiner Tochter zu schauen.

Nicht um sie zu erschrecken, sondern ich wollte ihr die Wahl bewusst machen, die

ihr zukünftiges Leben prägen würde. Ich wollte, dass diese Wahl wirklich frei getroffen

würde, aufbauend auf Werte und auf Liebe. Heute würde uns dies herausfordern

und von uns Opfer verlangen, aber morgen große Freuden schenken“.

Nicola fährt fort: „Das Gesetz 194 gewährt den minderjährigen, schwangeren

Mädchen das Recht, selbst die Entscheidung für die Abtreibung zu treffen. Die Eltern

können im Dunkeln gelassen werden, wenn sich das Mädchen an die zuständigen

Dienste und das Vormundschaftsgericht wendet. Damit wird die fundamentale

Verbindung zwischen Eltern und Tochter zerstört. Die Jugendliche wird genötigt, einen

schwierigen Weg zu beschreiten, indem man in erschreckender Weise die familiäre

Zuneigung und die erzieherische Verantwortung der Eltern außer Acht lässt“.

LEBE 138/2018

27


Shutterstock

Erziehung

Umgang mit den Medien

Christa Meves

Ein mir unbekannter „Hendrik”

mailt: „Helfen Sie mir! Ich bin

Computer -süchtig!” Ein anderer:

„Mich hat die Pornographie erwischt.

Wie komme ich da wieder heraus?”

Eine Mutter klagt: „So schöne Ferienspielprogramme

hatte ich mir

ausgedacht. Aber meine Kinder, alle

drei: 18, 16, 14, sind nur mit dem PC

beschäftigt!”

Eine andere Mutter ist verzweifelt:

„Meine Tochter verweigert alles, die

Schule, das Essen, den Umgang mit

der Familie. Sie sitzt im verschlossenen

Zimmer und beschäftigt sich mit

dem Smartphone.” Eine weitere Fa milie

ist in Katastrophenstimmung: „Unsere

Tochter hat über Facebook, wie sie in

einem Abschiedsbrief schreibt, den

ihr bisher unbekannten gefunden und ist seitdem polizeilich

als vermisst gemeldet.”

Wie - um Himmels Willen - dieser

neuen Flut der Nöte begegnen? Was

haben wir uns mit dieser unkontrollierbaren

neuen Technik denn nun

eingehandelt? Was ist das für eine

Seuche, die sich wie ein Schleier über

ein offenbar unzureichend beacker tes

Feld gelegt hat? Was fesselt hier - nicht

etwa nur die jungen Menschen - und

schränkt mehr und mehr die persönlichen

Handlungsspielräume ein? Der

Hirnforscher Manfred Spit zer aus Ulm

hatte bereits vor einigen Jahren mit seinem

Buch: „Die digita le Demenz” davor

gewarnt, dass die global angesetzte

neue Technik in die Gehirne des Homo

sapiens eingreife, da diese Maschine

in unseren Köp fen durch ständiges

Üben im technizistischen Leben unsere

Mentali tät verändere. Dadurch würden

die ungeübten Areale immer mehr

ein geschränkt, ja, zum Verschwinden

gebracht werden. Der Mensch würde

ein anderer, behauptet er kühn, zumal

- wenn man in dieser Hinsicht die

Kinderhirne falsch futtere, wie z.B. beim

unablässigen Fernsehkon sum vom

Babyalter ab. Das würde eine generelle,

nicht wieder löschbare Einbuße lernfähiger

Vielfalt zur Fol ge haben. Je früher

hier nun der PC und die Smartphone

zur Hauptbe schäftigung werden

würden, umso gravierender wäre diese

doch wohl als negativ einzuschätzende

Umge staltung des Gehirns.

Die neuen Fallen

Kluge Eltern sind hier bereits in neuer

Unnachgiebigkeit um den Erhalt

der Lernfähigkeit und des Freiheitsspielraums

ihrer Kinder bemüht: Sie

schaffen den Fernseher wieder ab,

sie lassen lediglich einen einzigen PC

pro Familie und deren Nutzung nur

scheibchenweise zu, sie kümmern

sich mit Gesprächen und konstruktiven

Beschäftigungen um ihre Kinder,

besonders gerade auch um die

Jugendlichen. Aber das sind große

Ausnahmen! Die Mehrheit geht seit

Jahren schon in die neuen Fallen, die

so groß geöffnet sind wie Scheunentore.

Als Falle werden die digitalen

Medien deshalb nicht wahrgenom men.

Damit wächst nun aber auch die Frage:

In welcher Weise werden denn die

Auswirkungen des verän derten Gehirns

in Erscheinung tre ten, wie wird der

Mensch der Zukunft aussehen? „Krank”,

28 LEBE 138/2018


Erziehung

sagt Spitzer un verblümt. Und dass die

neue süchtige Flut bereits da ist, können

die über lasteten Psychotherapeuten

- wie eben aufgezeigt - schon bestätigen.

Darüber hinaus: Wie jede Sucht

im besten Fall nur mit dünnem Eis von

der Fesselung der Willensfreiheit zu lösen

ist, das haben wir längst am Elend

der Alkoholabhängigkeit ler nen können.

Aber selbst wenn wir hoffen wollen,

dass Absturz von der Art der eben

beschriebenen Fälle bei der Mehrheit

ausbleiben würden - mit aufgeklärter

Selbstdisziplin oder doch denkbaren

gesellschaftlichen Anleitungen

zu vernünftigem Um gang mit den

neuen Apparaten, bleibt unser aller

Abhängigkeit von den digitalen Medien

doch eine gewiss nicht wieder abschaffbare

Gegebenheit

für unser aller Gehirn. Wie wird

der neue Mensch in Zukunft aussehen,

müssen wir uns dann doch fragen?

Als über 90-jährige Therapeutin,

die sich seit 60 Jahren mit jungen

Menschen beschäftigt hat, lässt sich

auch hier Einiges vermuten: Allein

schon die alle Ausbildungsbereiche

erfassende Notwendigkeit des rationalen,

des theoretischen Denkens hat

die Funktionalität in der heutigen Erwachsenengeneration

wie auch Fernsehpassivität

in der Freizeit bereits

mächtig verstärkt.

Verkopfung

Ich habe deshalb 1972 den Begriff

„Verkopfung” in mein Schrifttum eingeführt,

weil mir bereits damals auffiel,

dass der neue Mensch in den technizistischen

Ländern sich zwar immer noch gesellig,

aber immer weniger empathisch

mit seinem na hen Umfeld verhält. Er

hat offenbar immer weniger Feingefühl

für den Anderen, weniger Mitleid,

weniger Mitmenschlichkeit, weniger

sponta ne, natürliche Hilfsbereitschaft.

Und diese Gefühlstiefe scheint mir bei

der jungen Generation sukzessiv im

Schwinden zu sein, nicht der fehlende

Wille, sondern überhaupt der Sinn

dafür, sich in Andere, in Kinder, Alte

oder Leidende hineinzuversetzen. Die

ganze Bandbreite innerer Gefühlsbewegtheit

scheint als eine allgemeine

Eigenschaft kultivierter Mensch lichkeit

bei der jungen Generation - wenn

auch glücklicherweise noch nicht bei

allen - im Schwinden be griffen zu sein.

Es wäre gewiss loh nend, ob es hier ein

Gefälle bis hin zu den PC-Süchtigen

gibt und das in Studien herauszufinden.

Die Frage ist dann natürlich: Halten

vielleicht nur noch einige Restposten

aus der Gene ration, die noch eine natürliche

Kind heit haben durften, den

Erhalt dieser Eigenschaften für erstrebenswert?

Oder ist die Menschheit nun

eben auf dem Weg zu einer gefühllosen

Roboter mentalität? Der Christ, jedenfalls

will so nicht sein, will so nicht wollen.

Er setzt auf das Sein im Schöpfer,

auf Dankbarkeit, auf begeisterte Hingabe

und Totalopfer aus Liebe. Bleibt die

Frage - kann es überhaupt eine Zukunft

des Menschen geben, wenn diese

Liebe digital zum Erkalten ge bracht

worden ist?

Hier einige Fakten zum

Thema Internetkonsum:

In Deutschland sind mittlerweile rund

270.000 Jugendliche vom Inter net abhängig.

Die Zahl hat sich da mit binnen

vier Jahren nahezu ver doppelt, wie die

Bundeszentrale für gesundheitliche

Aufklärung mitteilte. Mädchen sind dabei

offensichtlich anfälliger: Derzeit sind

7,1 °/o der 12-17-jährigen Mädchen intemetabhängig,

bei den gleichaltrigen

Jun gen sind dies 4,5 °/o.

Problematische Internetnutzung in der

Schweiz: Insgesamt weisen 1% der

Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren

eine problematische Inter netnutzung

auf, dies entspricht etwa 70.000

Personen in der Schweiz. Außerdem

weisen 4,3 % der Bevölkerung oder

mehr als 300.000 Menschen An zeichen

einer als symptomatisch (ri sikobehaftet)

qualifizierten Nutzung auf; ein seit der

letzten Erhebung im Jahr 2013 leicht

steigender Anteil. Insgesamt geht man

damit von un gefähr 370’000 Personen

aus, die von einer risikobehafteten

oder proble matischen Internetnutzung

betroffen sind, was in etwa der

Einwohnerzahl einer Stadt wie Zürich

entspricht.

Lasst Jugendliche nicht im

Stich!

Das Smartphone führt zur Not-Reife des

Nervensystems von Kin dern. Dabei wird die

geistige Leistungsfähigkeit gemindert.

Davon ist Prof.

Teuckert-Noodt,

Bielefeld, überzeugt.

Sie rät zum

Verzicht auf digitale

Medien in Kita

und Grundschule. Notwen dige Entwicklungen

bei Kindern werden durch Mobil-Telefone

gestoppt: Gemeinschaftsfähig keit, Mut und

Entscheidungskraft kommen durch überhäufiges

Telefonieren und zweckentfrem detes Surfen

im Internet zu kurz. Daher der Appell: Zurück ins

reale Leben durch Spiel, Natur verbundenheit

und ganzheit licher Lebenspraxis in der Schule.

Gott hilft dem, der mitwirkt. CM-Kurier

Einzel- und Paarberatung

mit Frau Dr. Margarethe Profunser für

Menschen, die sich in einer Lebens-,

Ehe-, oder Sinnkrise befinden.

Menschen, die das Bedürfnis nach

einer Begleitung verspüren, die ihre

Beziehung zu ihren Nahestehenden, zu

sich selbst oder auch zu Gott verbessern

möchten, finden bei Dr. Profunser Hilfe

und Wegweisung.

Schwerpunkte ihrer Tätigkeit:

• Beratung in Partnerschaftsfragen

• Familien- und Erziehungsberatung

• Umgang mit belastenden Gefühlen

• Konfliktberatung, Versöhnung

• Neuorientierung: Ziele finden

Entscheidungen fällen,

• Berufungs- und Unterscheidungsfragen

• Krisenintervention

• Stress und Burnout

• Trauerarbeit

• Prävention und Förderung von

Gesundheit und Wohlbefinden

• Persönlichkeitsprofil

• Berufs- und Karriereberatung

• Geistliche Begleitung

Unter anderem hat sie folgende

Ausbildungen absolviert:

• Dipl. systemische Lebensberaterin;

Counsellor professional

• Grundausbildung in Biblisch-

Therapeutischer Seelsorge

• Ausbildung für Geistliche Begleitung

• Ausbildung in Hagiotherapie nach

Prof. Dr. Tomislav Ivancic

Zur Person:

geboren 1971 in Bozen

verwitwet;

unfreiwillig kinderlos,

wohnhaft in Brixen

Die Beratungen finden im Haus des Lebens - Meran, Winkelweg 10, statt. Die Termine werden im

Büro der Bewegung FüR das Leben unter 0473 237 338 oder E-Mail: bfl@aruba.it, vereinbart.

LEBE 138/2018

29


Erziehung

Beten beginnt in der

Gemeinschaft der Familie

Familie aus christlicher Verantwortung

von Univ.-Prof. Dr.

Dr. Reinhold Ortner

Diplom-Psychologe

und Psychothera peut

aus Bamberg

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»

Ich stehe heute immer häufiger vor

der Tatsache, dass Kinder in Schulanfangsklassen

keine Erfahrung

im Beten mitbringen”, klagt mir eine

Lehrerin. „Viele können nicht ein einziges

Gebet sprechen. Katholisch getaufte

Kinder wissen nicht, wie man

das Kreuzzeichen macht. Bei ihnen zu

Hause wird nicht gebetet, sagen sie.

Ich sehe kaum mehr eine Chance, in

den knapp bemessenen Möglichkei ten

moderner Schulpädagogik etwas nachzuholen,

was in der vorausge gangenen

Kindheit versäumt wurde. Manchmal

fühle ich mich als Lehrerin auf verlorenem

Posten.”

Gebetsleben ausgetrocknet?

Angesichts der heutigen gesellschaftlichen

Situation müssen wir fragen:

Von wem sollen Kinder heute be ten

lernen? In vielen Familien gibt es kein

Gebetsleben mehr oder es ist ausgetrocknet.

Und weder von Seiten

des Fernsehens noch von Computerspielen

tut sich hierzu eine Motivation

auf. Schule sieht sich angesichts

staatlicherseits eingeforderter Pluralität

und „Rücksichtnahme auf ande re

Religionen” immer weniger in der Lage,

dafür Entscheidendes im Rah men ihres

Erziehungsauftrages zu er füllen.

Sicherlich kann Schule nicht alles nachholen,

was schon seit vielen Jah ren im

häuslichen Erziehungsumfeld versäumt

wurde. Nur - wo soll die Anregung

zum Beten überhaupt noch herkommen?

Gebetserziehung steht oder

fällt heute mehr denn je mit dem, was

Eltern, Grosseltern oder ande re liebe

Erwachsene aus dem Umfeld des

Kindes an entscheidenden Hilfen anbieten.

„Aber was sollen wir denn tun?”

werde ich oft gefragt. Gebets erziehung

wird immer vom gelebten Vorbild und

im gemeinschaftlichen Tun angeregt

und getragen. Da häus liches Leben so

verschieden ist wie die Menschen, die

dort zusammen woh nen, wird Beten innerhalb

jeder Fami lie immer eine individuelle

Prägung haben. Grundlegend

und entscheidend

ist es aber,

dass Kinder

die reli giöse

Überzeugung der

Erwachsenen im

Glaubensleben

und damit auch

beim Beten

spüren.

So früh wie

möglich

In welchem Alter

soll man bei Kindern

mit der

Gebetserziehung

begin nen? Ein

Vater sagte mir:

„Ich finde es

richtig und verantwortungsvoll,

da mit zu warten, bis

meine Monika ver nünftig genug ist und

begreifen kann, was Beten bedeutet.”

Ich fragte: „Wie wollen Sie denn diesen

Zeitpunkt feststellen? Meinen Sie wirklich,

dass ein liebes und vertrauensvolles

Gespräch von einer bestimmten

Vernunftreife abhängt? Ihre Tochter

spricht doch sicherlich angesichts besonderer

Freuden und Nöte mit ihrem

Papa. Ich nehme an, Sie freuen sich darüber.

Sollte sie da nicht mit Ver trauen

und Liebe auch mit Gott, ihrem himmlischen

Vater, sprechen dürfen? Aber Sie

müssen ihr dabei helfen und sie miterleben

lassen, dass und wie Sie selbst

zu Gott beten.” Selbstver ständlich ist

es wichtig, dass jeder sein Beten mit

wachsender Reife auch denkend durchdringt.

Jedoch ist Be ten fast immer auch

von Fühlen und Erleben des Betenden

getragen und durchdrungen.

„Hallo mein Kleines...”

Eine Studentin sprach mich an. „Herr

Ortner”, sagte sie, „Ihnen gegenüber

getraue ich mich, etwas zu erzählen. Sie

verstehen es und lachen sicherlich nicht

darüber. Ich bin schwanger. Oft, wenn

ich alleine bin, spreche ich mit meinem

noch ungeborenen Baby. Seit einiger

Zeit gehe ich sogar mit ihm immer wieder

in die Kirche. Ich set ze mich dann in

die erste Bank und sage: ”Hallo, mein

Kleines, jetzt sind wir beide ganz nahe

bei Gott. Wollen wir zusammen mit ihm

sprechen?” Ich beginne dann leise zu

beten und auch ein wenig zu singen.

Manch einer wird vielleicht darüber lächeln.

Aber wenn ich das tue, habe ich

das tiefe Empfinden, dass mein kleines

Baby mit mir zusammen betet und mich

hört.” 1

Gebetserziehung soll das Kind im Gebet

zu Gott führen. Ein Kind ist nicht

erst nach seiner Geburt da. Es existiert

von dem Moment an, wo Ei und Samenzelle

verschmelzen. Gott beschenkt

es von diesem Zeitpunkt an mit seiner

ganz persönlichen unsterblichen Seele.

Da kann religiöse Zuwendung auch

schon beginnen, zumindest sobald

El tern wissen, dass Gott ein Kind in ihrer

Mitte in seine Existenz gerufen hat.

Vieles hängt von der überzeugenden

Glaubenshaltung der Erwachsenen ab,

bei denen das Kind aufwächst. Aus einer

religiös geprägten Umwelt heraus

entwickeln sich dann vielerlei konkre te

Ansätze dafür, wie und wann man das

Kind an einem Gespräch mit Gott teilnehmen

lassen kann. Hier sind ei nige

Starthilfen:

• Segnen Sie Ihr Kind vom ersten Tag

an, an dem Sie wissen, dass sein

Leben in Ihrer Mitte begon nen: „Im

Namen des Vaters und des Sohnes

und des Heiligen Geis tes”. Machen

Sie den Elternsegen in allen weiteren

Jahren zur liebe vollen Gewohnheit.

• Schenken Sie ihm eine kleine Segnung

in Form eines Kreuzes mit

Weihwasser.

30 LEBE 138/2018


Eine gerettete Ehe

Ehe & Familie

Die Psychologin sagte eines Tages zu mir: „Nicht heute,

nicht morgen, aber vielleicht in einer Woche, in einem

Jahr, in zehn Jahren, wirst du mit deiner Tochter dieses

Haus verlassen...” Und so kam es auch.

• Schließen Sie Ihr Kind immer in Ihr

Beten ein und streicheln Sie es dabei

liebevoll in Gedanken.

• Ermöglichen Sie ihm von klein auf

ein Ahnen des Verbundenseins mit

Gott, wenn sie es ihm im Gebet

anvertrauen. Beten Sie zu seinem

Schutzengel und Namenspatron. Es

wird dies zunächst nur gefühls mäßig

und unbewusst in sich auf nehmen.

Aber in der Tiefe seiner Seele verankert

sich alles unaus löschlich -

ein tiefes Erlebnis des Geliebt- und

Geborgenseins.

Wie vorgeburtliche

Erinnerungen wirken

können

Eines Tages besuchte mich Susanne,

eine meiner verheirateten Studentinnen,

während ihrer Schwangerschaft

in meinem häuslichen Wohnzimmer,

um Prüfungsfragen zu besprechen.

Am Ende sprach sie auch in wahrer

Mutterfreude über ihr Baby im 6. Monat.

„Ich spiele jetzt zum Abschied

Ih nen und Ihrem Baby auf meinem

Kla vier-Flügel ein kleines Lied vor”,

sagte ich: 2 Strophen von „Hänschen

klein ging allein in die weite Welt hinein.”

In ihrer Mutterfreude verabschiedete

sie sich mit einem herzlichen

„Danke schön”.

Etwa 12 Monate waren vergangen,

als mich Susanne ein weiteres Mal

aufsuchte um mir ihre kleine Anna

vorzustellen. Wir hatten ein nettes

(auch pädagogisches) Gespräch, währenddessen

Anna schlief. Bevor sich

Mama und Töchterchen verabschiedeten,

sagte ich: „Nun spiele ich Anna

noch einmal ,Hänschen klein vor”,

setzte mich an den Flügel und spielte.

Kaum waren die ersten Akkorde vorüber,

schlug Anna die Augen auf und

,krähte vor Freude mit weit geöffne ten

und lachenden Augen zusammen mit

meinem Lied. -,Șie hat sich er innert,

sagte ich, und Susanne sag te erstaunt:

,Das hat sie noch nie so gemacht!”

1

Tatsächlich wissen wir heute, dass das noch ungeborene

Kind bislang ungeahnt viele vor allem

emotionale und kognitive „Erlebnisse” in seinem

Gedächtnis speichert und nach der Geburt von

diesen mitgeprägt wird.

Mein Mann und ich haben im

Juli 2006 den Ehebund geschlossen.

Das Glück und

die Freude, die wir damals im Herzen

trugen, waren sehr groß.

Im Jahr 2007 kam unsere ge liebte

Tochter zur Welt. Damals war die

Kirche für uns eine gewöhnli che

Institution, eigentlich gingen wir gar

nicht zum Gottesdienst, denn alle,

mit denen wir tagtäglich zu tun hatten,

taten es auch nicht. Uns kam das

ganz normal vor. Wir verdienten Geld,

bauten uns ein bescheidenes, aber

hübsches Häus chen in der Nähe der

Eltern meines Mannes. Aber unsere

Liebe erlosch sehr schnell.

Der Mangel an Gesprächen und gegenseitigem

Verständnis, und schließlich

tägliche Auseinanderset zungen

wurden zur Norm in unse rem Haus.

Statt zur Kirche ging ich zur

Psychologin und erzählte ihr von meinen

Eheproblemen. Die Psy chologin

sagte eines Tages zu mir: „Nicht heute,

nicht morgen, aber vielleicht in einer

Woche, in einem Jahr, in zehn Jahren,

wirst du mit deiner Tochter dieses

Haus ver lassen...“

Und so kam es auch, am 14. Februar

2013 packte ich meine Sachen, nahm

meine Tochter und zog zu meinen

Eltern. Die Wut, die ich damals auf

meinen Mann hatte, war unbeschreiblich.

Die Wochen vergingen, und ich

hegte die leise Hoffnung, dass mein

Mann zu mir kommt und wir uns aussprechen,

dass er sagt; „Ich liebe dich,

komm zurück“... Doch er tat es nicht ...

Ich beschloss, die Scheidung einzureichen,

in der Hoffnung, dass dies

meinen Mann wachrütteln würde.

Doch meine Hoffnung erwies sich als

nichtig... Wir ließen uns zivil scheiden,

und jeder ging seinen We g. Wir waren

beide unversöhnt ... Ich zog mit meiner

Tochter aus dem Haus meiner Eltern

aus und mietete mir eine Wohnung in

einer größeren Stadt.

Durch das Internet lernte ich einen

„wundervollen Mann“ ken nen, der

sich nach kurzer Zeit als schrecklicher

Mensch herausstell te... Mein

Mann band sich auch an eine andere

Frau. Diese Situation führte zu großem

Leid, das wir uns selbst antaten.

Ich beschloss damals, dass ich mich

niemals mehr an je manden binden

würde. Die Sünde, die ich in meinem

Herzen trug, war so groß, dass ich keine

Kraft zu ei nem normalen Leben hatte,

alles be urteilte ich negativ.

Eines Tages, es war am Abend, begann

ich, mit ein fachen Worten zu

beten: „Jesus, ich liebe meinen Mann,

ich habe keine Kraft mehr, es ist schon

zu spät, bit te, hilf mir, denn ich schaffe

es nicht mehr...“ Meine Tochter sah,

wie ich schluchzte. Sie sagte damals:

„Mut ti! Papa liebt uns.“

Kinder sehen viel. Ich erinnerte mich

an eine Freundin, die mir einst sagte:

„Hast Du Probleme, dann geh in

die Kirche. Gott wir dir helfen.“ Jetzt

setzten sich diese Worte in mei nem

Gedächtnis fest. Nach einigen Tagen

rief mein Mann an und bat um ein

Treffen. Ich war einverstanden. Wir

sprachen lange. Unsere Tochter war

glücklich, als sie uns zusammen sah.

Und so wurden wir von Woche zu

Woche wieder zu einer Familie. Mein

Mann kehrte zu uns zurück.

Als er sah, dass wir sonntags zur

Kirche gehen, zog er sich einfach an

und begleitete uns. Meine Freu de war

so groß, dass ich sie nicht beschreiben

kann. Wir müssen vieles wieder aufbauen

und vieles noch lernen. Jeden

Tag danke ich Jesus, dass Er meine

Ehe gerettet hat. Er hat bewirkt, dass

wir wieder glücklich sind.

Camille

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LEBE 138/2018

31


Jugend

Lebensfragen

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Liebe Jenny! In letzter Zeit beobachte ich immer häufiger, dass eine gute Freundin von mir sehr wenig isst. Sie ist

Vegetarierin und achtet sehr auf ihre Ernährung und macht jeden Tag viel Sport. Allerdings mache ich mir wirklich Sorgen

um sie. Da sie sehr dünn ist und in letzter Zeit auch immer dünner geworden ist. Und sie hat mir erzählt, dass sie bei allen

Mahlzeiten Angst hat zuzunehmen (weshalb sie dann auch immer Sport macht). Wenn sie sich im Spiegel ansieht, sieht sie

sich dicker, als sie ist. Wir hatten eigentlich schon mehrere Gespräche darüber, dabei sieht sie zwar alles ein, was ich ihr

sage, aber ich habe trotzdem das Gefühl, dass ich gegen eine Wand spreche. Wie kann ich ihr helfen? Karo

Liebe Karo!

Die Sorgen, die du dir um deine

Freundin machst, sind durchaus begründet,

und es ist wichtig, dass das Problem

nicht auf die leichte Schulter genommen

wird! Aber wenn man das frühzeitig erkennt,

muss es nicht noch schlimmer

werden. Dass sie mit dir darüber spricht,

ist schon ein gutes Zeichen. Sie weiß anscheinend,

dass sie dir vertrauen kann

und das ist echt viel wert!

Ich denke, sie braucht gerade jetzt

eine so starke Freundin an ihrer Seite,

auch wenn du das Gefühl hast, gegen

eine Wand zu reden. Es ist kein leichter

Schritt, sich ein Problem einzuge stehen.

Leider reichen Argumente in diesem

Fall oft nicht mehr aus, um klar zu machen,

dass es lebensnotwendig ist zu

essen. Denn hier geht es vor allem um

die Beziehung zum eigenen Körper. Sich

selbst anzunehmen und zu lieben fällt

gerade uns Frauen nicht leicht.Ich hatte

leider einmal ein ähn liches Problem,

ich wollte nicht mehr essen und viele

Schulfreundinnen versuchten mir den

Quatsch auszu reden. Aber einfach

aufhören konnte und wollte ich nicht.

Glücklicherweise merkte ich bald, dass

ich weder besser noch schlechter oder

gar schöner da durch wurde. Trotzdem,

meinen Status in der Klasse hatte ich

weg und es war mir unangenehm, vor

den anderen etwas Essbares auch nur

anzufassen. So kam es, dass ich manchmal

still und heimlich auf der Toilette an

meinem Pausenbrot herumknabberte,

weil es mir unangenehm war, es in der

Klasse zu essen. Was würden bloß die

ande ren denken, wenn sie mich plötzlich

sehen würden, wie ich in mein Brot

biss? So absurd das klingen mag, es

war schwer, wieder normal zu essen zu

beginnen.

Wie kannst du ihr nun helfen? Allein deine

Freundschaft ist Gold wert. Du hast ja

bereits begonnen, sie in ge wisser Weise

zu coachen. Aber du darfst und sollst

sogar professionelle Hilfe hinzuziehen,

wenn du merkst, dass das Problem eine

Nummer zu groß für dich wird. Auch mit

einem Erwachsenen zu sprechen, dem

du vertraust, kann schon eine große

Hilfe sein. Du schreibst, ihr könnt sehr offen

miteinander sprechen. Das ist wirklich

schön und wertvoll. Vielleicht kannst

du ihr langsam und einfühlsam den

Gedanken näherbringen, sich einmal

mit einem Psychologen zu unterhal ten.

Natürlich hoffe ich, dass dies nicht nötig

sein wird, aber warum sollte man so eine

Hilfe nicht in Anspruch neh men, nur weil

man davor vielleicht etwas Angst hat?

Und was könntest du konkret für sie tun?

Mit ihr kochen zum Beispiel. Die Zutaten

selbst einzu kaufen und zuzubereiten

kann helfen, wieder Freude am Essen

zu haben. Wenn man selbst sein Essen

kocht, braucht man keine Sorge zu haben,

dass zu viel Zucker oder Fett darin

enthalten ist. Es ist einem auch mehr

wert, weil man seine eigene Zeit und

Geld dafür investiert hat. Für Lebensmittel

dankbar zu sein, ist ein wichtiger

Punkt, um eine gute Beziehung zu allem

Essbaren zu schaffen.

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Was kannst du noch tun? Unternehmungen.

Schnapp dir deine Freundin

und macht etwas zusammen, etwas, das

einfach Spaß macht. Und wenn es bloß

ein einfacher Spieleabend mit

Freunden ist, ein Konzertbesuch, ein Tag

im Vergnügungspark oder ein kurzer

Trip zu einem weiter entfernten Freund

oder in eine Stadt, die ihr schon immer

mal besichtigen wolltet. Vielleicht kann

man dann zum Schluss noch was Essen

gehen, in ungezwun gener Atmosphäre

unter Freunden, wo niemand besonders

darauf achtet, was man isst, kann

es einem viel leichter fallen, über seinen

eigenen Schatten zu springen und sich

dazu durchzu ringen, doch ausnahmsweise

einen Gemüsecouscous zu bestellen

anstatt einen kleinen Salat.

Deine Freundin soll merken, dass niemand

ihr einen Vorwurf macht. Auch in

punkto Sport - Sport ist gut! Auch vegetarisch

zu leben, ist nichts Falsches. Nur

sollte man erkennen, ob sie sich zum

Beispiel nur aus dem einzigen Grund bewegt,

um abzu nehmen, oder ob sie auch

noch Spaß daran hat. Vielleicht kann ihr

ja ein Teamsport dabei helfen, sich einfach

aus Freude sportlich zu betätigen.

Überhaupt kann Freude so Einiges verändern.

Wahre Freude über das Leben

und den eigenen Körper. Wann verspüren

wir so eine Fröhlichkeit? Meistens

dann, wenn wir uns geliebt und anerkannt

fühlen. Darum ist einfach deine

Freundschaft wirklich schon das beste

Mittel. Sag ihr auch manchmal, dass sie

heute gut aussieht oder ihre Frisur wieder

top sitzt. Deine Freundin zu bestärken

und zu ermuti gen, kann auch in ihr

den Mut wecken, doch wieder auszubrechen

- aus dem Drang immer mehr

abzunehmen.

Viel Mut und Ausdauer!

Deine Jenny

32 LEBE 138/2018


Hallo Joe! Wie kann ich ein Mädchen

vergessen, wenn ich weiß, dass sie

nichts von mir will? Oder soll ich um sie

kämpfen?

Hallo Peter!

Ein schwieriges Thema. Und das lässt

sich aus der Distanz gar nicht so leicht

sagen. Zu einer Freundschaft oder

Beziehung gehören aber einfach halt

mal zwei. Das ist ja das Schöne und auch

das große Wunder, wenn zwei Menschen

sich wählen und ja zueinander sagen.

Manchmal nützt deshalb leider das beste

„Kämpfen" nichts, wenn sie nicht die

Richtige für dich ist. Es ist jedoch immer

gut, für ein Mädchen ein bisschen

zu kämpfen. Wenn du das in einer entsprechend

respektvollen Haltung tust,

spricht nichts dagegen. Wie kämpfst du

aber am besten? Manchmal ist es dran,

Geduld zu zeigen, und es ist gut, dem

Mädchen nicht das Gefühl zu geben,

dass du ihr nachläufst, oder dass du

ganz abhängig davon bist, ob sie dich

erhört. Mädchen mögen oft eher einen

unabhängigen Mann, an den sie sich anlehnen

können. Also, das Beste, was du

tun kannst, ist, dass du dein Leben in die

Hand nimmst, unternehmungsfreudig

bist, Ideale hast und zu ihnen stehst.

Trotzdem ist es manchmal echt schwer,

wenn man sich in ein Mädchen verliebt

hat, das die Liebe nicht erwidert. Letztlich

musst du es für dich entscheiden, wie

lange du um sie kämpfen möchtest.

Hängt auch davon ab, wie klar ihr Nein

ist. Aber ein Nein ist halt ein Nein, das du

respektieren musst. Und dann musst du

da eben einfach durch. Ich würde mich

auch nicht unbedingt anstren gen, sie

jetzt gleich zu vergessen.

Das funktioniert eh nicht so einfach. Es

ist ein Schmerz, den du eine Zeit lang

tragen darfst. Und es ist ok, dass das

wehtut. Aber wie gesagt, versuch so

oder so dein eigenes Leben zu gestalten.

Und lass die Zeit zeigen, wie das

alles ausgeht.

Ich weiß nicht, ob du ein gläubiger

Mensch bist. Aber ich geb dir noch

als Tipp, dass du versuchst, die ganze

Situation dem lieben Gott hinzuhal ten.

Vertrau darauf, dass Gott dich durchs

Leben führt. Versuch deine Beziehung

zu Gott zu stärken, geh oft in eine Kirche

und nimm dir Zeit, dort still zu beten. Es

ist wirklich so, dass wir dann leichter solche

Situationen tragen und die richtigen

Entscheidungen treffen können.

Alles Gute und viel Kraft, das gut durchzustehen.

Dein Joe

Peter

Kontakt mit Seelen…

Lieber Mönch!

Ich habe einen Bericht über einen Menschen gesehen, der .Kontakt mit

den Verstorbenen" aufnimmt. (Aber nicht durch Gebet oder so, glaub

ich.) Ich hatte daher auch eine kleine Diskussion mit Freunden, und wusste

nicht, wie ich das bewerten sollte.

IRIS

LIEBE IRIS!

Dass die Verstorbenen nach

dem leiblichen Tod weiterleben,

ist Teil unseres

Glaubens. Christus hat durch

seine Auferstehung den Tod

besiegt. Deshalb können

auch wir aufer stehen. Durch

die Erlösung, die Christus

uns erworben hat, haben

wir die Möglichkeit, in den

Himmel zu kommen.

Wenn nun jemand Interesse

daran hat, mit den Toten

Kontakt aufzunehmen, sollte

man doch fragen, wieso er

das will. Und wenn einfach

nur der Drang dahintersteckt,

etwas Aufregendes

zu erleben oder geheime

Dinge zu erfahren, dann sind

das schon höchst zweifelhafte

Gründe. Dazu kommt

noch, wenn man auf spiritistische

Weise einen To ten heraufbeschwören will, wie zum Beispiel beim

Tischerlrücken, dass das eigentlich ein Spiel mit dem Feuer ist. Die Kirche

lehrt uns, dass es neben den heiligen Engeln (tatsäch lich) auch Dämonen

gibt. Und den Dämonen gibt man auf diese Weise die Möglichkeit, mit

uns Kontakt aufzunehmen. Dann passieren manchmal wirklich außergewöhnliche

Dinge, etwas bewegt sich, es werden Antworten auf Fragen

gegeben, die tatsächlich stim men usw., nur dass es nicht die verstorbene

Großmutter ist, mit der man sprechen wollte, sondern ein Dämon, der auf

diese Weise Macht über einen gewinnen will. Das klingt jetzt womöglich

nach finsterem Mittelalter. Aber ich denke, dass man hier doch vorsichtig

sein muss, denn wir wissen, dass es die Welt der Dämonen wirklich

gibt und dass man diesen gewisse Macht gibt, wenn man sich auf das

Geisterbeschwören einlässt.

Was tut man nun aber als Christ, wenn man die Nähe mit Verstorbenen

sucht, weil man Sehnsucht nach ihnen hat, sie um etwas bitten oder auch

für sie beten will? Alles das ist nicht abzulehnen. Die Kirche selbst verehrt

ja die Heiligen, die im Himmel sind, und betet zu ihnen und fordert

uns auf, für die Verstor benen zu beten. Das funktioniert aber nicht mit

Tischerlrücken oder Ähnlichem, sondern auf eine viel schönere Art und

Weise: Wir glauben und hoffen, dass Verstorbene bei Gott, bzw. auf dem

Weg zu ihm sind. Wenn wir uns nun also an Gott wenden, dann sind wir

genau dort, wo unsere Verstorbenen sind: Nirgendwo kann man in dieser

Welt Gott nun aber so nahe sein wie bei der Feier der hl. Messe. Das

ist der Grund, warum es üblich ist, Messen auch zu Ehren von Heiligen

zu feiern. Die Messe ist gleichzeitig aber auch das Schönste, was wir für

unsere Verstorbenen tun können, die noch im Fegefeuer sind, weil hier ja

tatsächlich unsere Erlösung geschieht. Durch die Feier der hl. Messe können

wir ihnen sozusagen in den Himmel helfen. Ich wünsche dir, dass du

oft diese Erfahrung machen kannst, dass du dich mit lieben Verstorbenen

sozusagen bei Christus treffen kannst.

DEIN PATER VON MÖNCHLINE

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LEBE 138/2018

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Jugend

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Traust du dich deine Meinung zu sagen?

Gedanken sind frei, heißt es. Aber die eigene Meinung zu sagen,

fällt oft gar nicht so leicht.

Michi Cech, David Strodl

www.youmagazin.com

Wenn unterschiedliche Mei nungen aufeinanderprallen, kann

es schon mal zu heftigen Diskussionen unter Freunden oder

in der Schulklasse führen. Aber trotzdem steht es je dem

Menschen zu, seine Mei nung zu sagen. Das ist sogar ein

Grundrecht und im Normalfall darf niemand etwa vom Staat

bestraft werden, weil er eine andere Meinung hat. Trotzdem

gibt es viele Fakto ren, die oft Druck auf unsere Meinung

ausüben.

Wer hat es nicht schon erlebt. Die ganze Clique findet eine

Band doof, aber dir gefällt sie. Wie unangenehm ist es da,

die eigene Meinung zu sagen. Wer allein gegen viele eine

andere Meinung hat, kann schnell zum Außenseiter werden.

Darum schweigen wir oft lieber in sol chen Situationen.

Gerade als Christen stehen wir mit unserer Meinung oft allein

da, weil die Gesellschaft viele Sachen anders sieht. Jeder ist

lautstark für Meinungsfreiheit, aber wenn es kon kret wird,

gibt es schnell Vorurteile und Intoleranz. Meinungsfreiheit

braucht manchmal viel Mut und der Druck der Mitmenschen

ist manchmal so groß, dass wir unsere Meinung oft anpassen,

auch wenn wir nicht ganz überzeugt sind.

Was ist eine Meinung?

Meinungen zeichnen sich dadurch aus, dass sie letztlich nicht

beweisbar und auch nicht widerlegbar sind. Wenn et was beweisbar

ist, dann spricht man von einer Tatsachenbehauptung,

und die steht, zumindest gesetzlich, nicht unter dem Schutz

der Meinungsfreiheit. Das heißt, jeder muss reflektieren, ob

seine Meinung auch der Wahrheit entspricht. Aber im Alltag

ist die Grenze zwischen Meinung und Tatsache gar nicht so

klar. Was ist Meinung, was ist Tatsache? Schwierig wird es,

wenn man die eigene Meinung als Tatsache hinstellt und andere

Meinungen nicht stehen lassen möchte.

Religionsfreiheit

Die Religion zählt auch zum Recht auf Meinungsfreiheit. So

steht es jedem Menschen zu, seinen Glauben für richtig zu

halten und danach zu leben. Als Christ stößt man hier aber

immer wie der auf Grenzen, weil man manchmal Meinungen

vertreten muss, die heute unmodern sind. Wer heute zum

Beispiel mit Sex bis zur Ehe warten will, gilt oft als „ultrakonservativ",

oder wer aufgrund seines christlichen Glaubens

meint, die Ehe ist nur möglich zwischen Mann und Frau, wird

als „fundamentalistisch" beschimpft. Für manche Leute gilt

Mei nungsfreiheit und Toleranz leider nur, wenn es um ihre

eigene Meinung geht.

Mut beweisen

Trotzdem beweisen Christen immer wieder Mut, zu ihrem

Glauben zu ste hen. Sei es einfach in der Schulklasse, im Beruf,

oder wie die mutigen Christen, die in manchen Ländern sogar

verfolgt oder für ihren Glauben getötet werden. Aber

auch Hollywood-Stars gibt es, die sich nicht schämen, ihre

Meinung zu sagen und dafür auch Konsequenzen ziehen.

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Männer sind wunderbar –

die unterschiedliche Psychologie der Geschlechter

Gesellschaft

Christa Meves

Im Grunde ist es doch gar nicht

zu fassen, dieses perfekte

Funktionieren unserer alltäglichen

Technik. Zum Bei spiel: Morgens um

sieben verlässt man eine der süddeutschen

Metropolen, München oder

Stuttgart, und entsteigt - eventuell

nach ein- oder zweimalig gepflegtem

Wechsel des Zuges, der auf demselben

Bahnsteig lautlos heran gleitet - zu einer

noch guten Mittagszeit dem Zug im

Heimatort der Lüneburger Heide. Oder

so eine kleine Dienstreise von Hannover

nach Berlin: eben ein mal rasch ohne

langes Herumsitzen ins Flugzeug und

wieder hinaus, am Abend das gleiche -

ein Aufwand nicht größer als die Fahrt

vom Vorort in die City. Wie herrlich!

Und dies alles verdanken wir der Tüchtigkeit

der Männer. Wie gut, dass es sie

gibt, denn schließlich ist das ihr Werk:

dieses Erfinden, Umsetzen, das Netz

der Planungen und Verflechtungen. Die

Feministinnen sagen freilich, dies läge

nur an der ewigen Unterdrückerei des

langhaarigen Geschlechts durch die

Bartfähigen. Aber dem muss aufgrund

neuer wissenschaftlicher Forschungen

widersprochen werden. Der Direktor

des Instituts für Psychobiologie an der

Universität Paris, Rene Zazzo, schreibt:

«Das charakteristische Merkmal bei

den Knaben ist ihre Überlegenheit bei

denjenigen intellektuellen Aktivitäten,

die logische Durchdringung und

räumliches Vorstellungsvermögen voraussetzen.

Diese Überlegenheit des

räumlichen Vorstellungsvermögens,

verbunden mit Faktoren kultureller

Art, führt zur Überlegenheit des Knaben

in technischen Fähigkeiten. Der

Unterschied in der technischen Begabung,

der schon zu Beginn der Schulzeit

zwischen Knaben und Mädchen

spürbar wird, verstärkt sich mit der Zeit

derart, dass in der Adoleszenz die diesbezüglichen

Leistungen der Jungen

denen der Mädchen um 50 bis 100 °/o

überlegen sein können.»

An dieser Barriere ihrer angeborenen

Andersartigkeit sind deshalb auch - so

zeigen jüngste Untersuchungen - die

Hausmann-Modelle für Väter gescheitert.

Es lässt sich eben auf die Dauer

nicht daran vorbei sehen: Von Anfang

an waren die Männer prädisponiert,

den ganzen technischen Zauber unserer

Industrie zu erfinden. Grund zur

Resignation, zur endgültig festgestellten

Minderwertigkeit der Frau? Aber

nicht im Mindesten! Auch dies weiß

neue Forschung um die Geschlechter:

Frauen (bereits schon die ganz kleinen

Mädchen) haben vorrangig eine

besondere Neigung für hellhörig-liebevolle

Kommunikation, zur Bewunderung

auch, zum Hinauf fragen, zum

Aufschauen zu den «Großen»; Jungen

haben von früh an hingegen die Eigenschaft,

mehr und kämpferischer mit den

gleichgeschlechtlichen Gleichaltrigen

herumzurangeln, um eine sogenannte

«Dominanz-Hierarchie» herzustellen. Es

geht ihnen viel mehr um die Macht.

Aber das vermag mich, die ich mich

gerade im Tempo von 200 Stundenkilometern

von Ulm auf München zu

bewege, zur Zeit nicht zu verstören.

Ich freue mich momentan eben daran,

dass die Männer zu bewundern sind,

sich bewundern lassen, dass ich, als ein

Weib, sie bewundern darf und mich,

wie mir ebenfalls Rene Zazzo bestätigt,

seit neuestem gerade dadurch dem eigentlich

starken, dem echt starken Geschlecht

zugehörig fühlen kann. Zazzo

im Resümee der neuen Forschungsergebnisse:

«Auf die unterschiedliche

Psychologie der Geschlechter

angewen det, lernen wir aus der

Untersuchung des zweigeschlechtlichen

Paares, dass die Dominanz des

männlichen Ge schlechts, das herkömmlicherweise

als das starke betrachtet

wird, eine zwei felhafte Sache

ist...» Dennoch: Sie sind wunderbar

unsere so fabelhaft tüch tigen Männer,

und wir dürfen neidlos bewundern, mit

welcher Eleganz sie sich die Erde untertan

machen für uns!

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Beratung

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Keine Sekunde bereut

Eine Geschichte über eine Verhütungspanne, eine überraschende

Schwangerschaft und eine Ärztin, die die

Mutter von der Abtreibung überzeugen will.

Alles fing mit einer sogenannten

Verhütungspanne an. Das Kondom war

verrutscht, für die sogenannte »Pille danach«

war es laut Silke anscheinend zu

spät, weil sie ihren Eisprung bereits hatte.

Nun überlegte sie, sich die »Spirale

danach« einsetzen zu lassen, hatte aber

große Angst vor den Kosten und möglichen

Folgen.

Sie schrieb eine E-Mail an die

Lebenshelfer und bat dringend um

Rat. Ich versuchte sie zu beruhigen

und beantwortete ihre sachlichen

Fragen. Außerdem empfahl ich ihr, einen

Schwan gerschaftstest zu machen

und das ganze auf jeden Fall bei ihrem

Gynäkologen abklären zu lassen.

Sie schrieb, wenn sie schwanger wäre,

könne sie das Baby nicht bekommen.

Sie sei alleinstehend und Studentin. Ich

versuchte, weitere Hintergründe zu erfahren,

doch der Kontakt brach ab.

»Wie könnte ich dieses

Geschenk ablehnen?«

Fast einen Monat lang hörte ich nichts

mehr von Silke. Plötzlich erreichte mich

wieder eine Mail von ihr. Sie hatte die

»Spirale danach« nicht genommen, war

tatsächlich schwanger und hatte am

folgenden Tag einen Termin bei ihrem

Frauenarzt.

Sie teilte mir mit, es würde ihrer

Meinung nach zwar alles nicht ein fach

Brit Bechtloff

Onlineberaterin »Lebenshelfer«/vitaL

werden, da sie keinen Partner habe

und noch studiere. Dennoch entscheide

sie sich ihrem Herzen nach für ihr

Kind. »Wie könnte ich dieses Geschenk

ablehnen?« Sie hatte mit ihren engsten

Vertrauten geredet, mit ihrer Schwester

und mit ihrer besten Freundin. Beide

versprachen, für sie da zu sein.

Auch der übrigen Familie traute sie zu,

dass sie positiv reagieren würde, wenn

sie die Sache erst einmal verarbeitet

hätte.

Ich ermutigte sie weiter und erarbeitete

gemeinsam mit ihr, welche

Möglichkeiten sich für Studentinnen

mit Kind nutzen lassen, zum Beispiel

Tagespflege, für die erste Zeit ein

Semester auszusetzen und so weiter.

Und ich sprach ihr immer wieder Mut

zu, dass sich ihre Eltern nach einer Zeit

der Verarbeitung sicher auch freuen

würden, Großeltern zu sein.

Doch in ihrer ersten Mail nach ihrem

Arzttermin schilderte Silke mir,

wie negativ ihre Frauenärztin auf ihre

Schwangerschaft reagiert und dass sie

ihr regelrecht zur Abtreibung geraten

habe.

Die Ärztin hatte ihr ein fürchterliches

Szenario geschildert: Mit Kind könne

sie ihr Studium komplett vergessen und

müsse am Ende bestimmt von Hartz IV

leben. Wenn es wirklich gut liefe, könne

sie vielleicht bei einem Discounter

an der Kasse sitzen. Die Ärztin gab Silke

die Adresse einer Beratungsstelle, die

Scheine ausstellt, und forderte sie auf,

sich dort zu informieren.

Silke schrieb: »Will diese Ärztin mir

wirklich einreden, dass es am besten

wäre, mein Baby abzutreiben, damit

ich wie bisher weiterleben kann? So,

als ob nichts gewesen wäre? NEIN —

das kann so nicht funktionieren!« Es

gelang ihr, entgegen dem Druck der

Ärztin standhaft zu bleiben. »Die sollen

mir alle noch so schlimmen Fakten

aufzählen. Das Kind werde ich trotzdem

behalten. Ich hatte es noch nie

ganz leicht im Leben. Aber ich habe

auch noch nie aufgegeben! Wieso sollte

ich jetzt damit anfangen?«, war ihre

Antwort. Meine Meinung dazu war ihr

im stetigen Kontakt sehr wichtig. Ich

zeigte ihr auf, wie stark sie sei und dass

diese Stärke die beste Voraussetzung

sei, an ihrer Maxime festzuhalten. Um

dies zu untermauern, berichtete ich

ihr von einer mir bekannten Studentin.

Diese hatte es auch unter nicht immer

einfachen Umständen geschafft, Kind

und Studium »unter einen Hut zu bringen«.

Das alles ermutigte sie, an ihrer

Entscheidung für das Kind festzuhalten.

Sie ging nicht zu der Beratungsstelle

und bedankte sich für die Zeit, die Hilfe

und die vielen Gespräche.

Mehr als ein Jahr später hörte ich erneut

von Silke. Ihr Sohn wurde geboren — und

sie ist so glücklich! Ihre Entscheidung

bereut sie keine Sekunde. Sogar der

Kindsvater hat ein gutes Verhältnis zu

seinem Sohn und besucht ihn regelmäßig.

Sie wohnt mit ihrer Schwester, die

sie sehr unterstützt, in einer Wohnung.

So ist sie zwar alleinerziehend, aber

nicht allein. »Ich hätte nie gedacht, dass

alles so gut laufen kann.« Sie ist begeistert

von unserer Arbeit und fragte bereits

an, wie sie uns ehrenamtlich unterstützen

kann.

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Ich suche Dein Herz!

Jugend

Ich war sicher, dass wenn ein Mädchen einem Jungen keinen „Liebesbeweis“ gibt, er

sie verlässt. Ich gab diesen „Beweis“ vielen, aber sie gingen trotzdem...

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www.liebt-einander.org

Als ich 17 Jahre alt war, fing ich an, in

die Disco zu ge hen. Am Anfang war ich

mir nicht bewusst, dass ich mir so mein

Leben zerstöre. Ich erinnere mich noch

gut an den Eindruck, den der Besuch in

einer der größten Dis cos in der Stadt

auf mich machte. Damals verstand ich

das Motto über dem Eingang zu einer

der Discos noch nicht: „Weiter kommt

nur noch die Hölle. Du gehst auf eigene

Verantwortung hinein“ ...

Mich faszinierte die Techno-Musik, die

bunten Lichter; es scho ckierte mich

überhaupt nicht, dass einige Sex auf

den Seitenbänken hatten oder sich auszogen

und ver führerisch in der Mitte

des Saals tanzten. Damals wollte ich

auch im Zentrum des Interesses stehen

... Bis dahin war ich ein normales, bescheidenes

Mädchen gewesen, aber

nun machte ich aus mir eine stark geschminkte

und aufreizend ange zogene

Puppe. Mit meinen provozie renden

Tänzen zog ich Jungen an, die in mir nur

ein Objekt zum Aus nutzen sahen. Ich

war zufrieden, dass ich mir nun endlich

selbst die Männer aussuchen konnte.

Und ich suchte sie aus...

Es war aber immer die falsche Wahl.

Unter dem Einfluss der Stim mung fand

ich mich mit diesen Unbekannten im

Bett wieder. Dann sah ich sie nie mehr

wieder... Ich war verzweifelt. Ich dachte

damals, dass weil ich so schön bin und

so gut tanze, ich doch endlich je manden

finden müsste, der sich in mich verliebt.

Leider war es so, dass jeder Junge,

den ich in die ser Zeit traf, in mir nur ein

Objekt zur Stillung seiner Begierde sah

... Wenn ich jemanden kennenlernte,

ging ich mit ihm ins Bett, denn ich war

sicher, dass wenn ein Mädchen einem

Jungen keinen „Liebesbeweis“ gibt, er

sie verlässt. Ich gab diesen „Beweis“

vielen, aber sie gingen trotzdem... Ich

war niedergeschmettert, wollte sterben...

Ich dachte, dass ich bis an mein

Lebensende keinen Mann finden würde,

der nicht meinen Körper, sondern

mich liebt.

Ostern näherte sich, und ich fühlte

mich sehr, sehr schlecht. Es ging mir

durch den Kopf, zur Beichte zu gehen,

doch irgendwie fehlte es mir an

Durchsetzungs vermögen. Irgendetwas

sagte mir: „Du bist so schmutzig, für

sol che wie dich gibt es keine Chan ce

mehr. Es ist zu spät für alles, zu spät!“

Ich wurde depressiv.

Von morgens bis abends lag ich im

Bett und weinte. Niemand wuss te,

was mit mir los war. Da gab mir meine

Großmutter die Worte Jesu an

die selige Benigna Consolata Ferrero

zum Lesen: „Verkaufe dein Elend an

Meine Barmherzig keit, verkaufe es,

ich bezahle mit Liebe. Wenn die Seele

bereut und von ganzem Herzen ihre

Sünden beweint, kann ich Meine

Freude nicht zurückhalten ... ich laufe

un serer Begegnung entgegen... Das

ist Meine größte Genugtuung, und

ich schaffe aus den Seelen, die ich aus

dem größten Morast herausho le, die

schönsten Meisterwerke... Ihre schwersten

und abscheulichs ten Sünden werden

zu Ecksteinen im Gemach ihrer

Vollkommen heit. So sehr liebe ich die

Sünder!“ Als ich das las, weinte ich wie

ein kleines Kind. Also verschließt Gott

selbst vor solch einer Sünderin wie mir

nicht die Tür ... Es fiel mir schwer, daran

zu glauben, wie groß die Göttliche

Barmherzigkeit ist.

Erst da verstand ich, warum ich lebe -

und für Wen! Meine Augen öffneten

sich. So schnell wie möglich lief ich zur

Beichte. Ich habe niemals solch eine

Freude empfunden wie jetzt, als ich

Jesus auf meinem Weg begegnet bin.

Diesen Jesus, für den Deine schmutzige

Vergangenheit und Deine alten Sünden

nicht zäh len, sondern nur Dein guter

Wille zur Besserung grade in diesem

Au genblick. Seit diesem Moment hat

sich mein Leben vollkommen ver ändert.

Ich habe begonnen, häufig zur Beichte

zu gehen und die heili ge Kommunion

zu empfangen.

Ich versprach Gott damals, dass wenn

ich den „Richtigen“ treffen würde, ich

mit Sex bis zur Ehe schließung warten

würde. Ich be tete auch um einen guten

Mann.

Heute bin ich 25 Jahre alt.

Seit einem Jahr bin ich glücklich verheiratet.

Während unserer Verlobungszeit

bewahrte ich fünf Jahre

lang das Gelübde der Reinheit, welches

ich Gott gegeben hatte, obwohl

es manchmal schwer war. Und obwohl

meine Vergangenheit wi derwärtig ist,

hat Gott sie in Seiner Barmherzigkeit

ausgelöscht.

Heute weiß ich, dass Gott sogar dem

größten Sünder seine Sün den vergibt,

wenn dieser sie bereut. Und obwohl

menschlich gesehen alles verloren

scheint, so ist bei Gott nichts unmöglich.

Anette

LEBE 138/2018

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Die Macht des Gebetes

»Ein Geschenk des Himmels für uns.

Das Einzige, was ich tun konnte, war, mich in den Armen des

Vaters zu bergen. Nur das brachte mir Linderung.«

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Ich heiße Agnes. Mit meinem

Ehemann Marek sind wir Eltern

von acht Kindern, von denen fünf

bereits im Himmel sind. Acht Jahre unserer

Ehe wurden durch verschiedene

Erfahrungen geprägt. Doch die Zeit

zeigte, dass jede Situa tion, die man mit

Gott durchmacht, früher oder später zur

Gnade wird.

Unser erstes Kind verlor ich ein paar

Monate nach der Hochzeit. Franziskus

war 12 Wochen alt. Ich kam damals mit

einer Fehlgeburt ins Krankenhaus. Ich

erinnere mich, dass ich vor Schmerz auf

den Knien im Warte raum lag und niemand

reagierte ... Erst als Marek gegen

die Tür trat und einen Aufstand machte,

fand sich ein Rollstuhl für mich. Der Rest

ist es nicht wert, erzählt zu werden ...

Nach einigen Wochen des War tens erhielten

wir unser Kleines zu rück. Marek

trug es in einer kleinen verschlossenen

Truhe auf den Fried hof, und ich trug

weiße Tulpen. Das war das einzige

Kindlein, welches wir begraben durften.

Ich dachte damals: „Wie ist das nur

möglich?!“ Ich fühlte, wie mir das Herz

vor Schmerz zerbricht. Ich vergrub einen

Teil von mir. Das Ein zige, was ich

tun konnte, war, mich in den Armen des

Vaters zu bergen. Nur das brachte mir

Linderung.

Von diesem Augenblick an begann ich,

die Realität anders zu sehen:

Ein Kind zu haben war nicht mehr

selbstverständlich, etwas (vielmehr jemand),

was (vielmehr: der) uns ge hört.

Es wurde zu einem erwarteten und ersehnten

Geschenk.

Ich fühlte in meinem Herzen, dass

wir mit dem nächsten Kind weitere

Schwierigkeiten zu be wältigen haben

würden. Während meiner folgenden

Schwangerschaft stellte der Arzt

die Diagnose: eine zerplatze Zyste im

Bauchraum (wie sich später herausstellte,

war das eine falsche Diagnose). Zwei

Näch te ohne Schlaf, mit Schmerzmitteln,

die keine Linderung brachten ...

Ins Krankenhaus kam ich erst im letzten

Augenblick, mit zwei Litern Blut im Bauch.

Ich kam praktisch von der Straße auf den

OP-Tisch: Bauchhöhlenschwangerschaft

mit einem geplatzten Eileiter. So verloren

wir Karl...

Dann begegneten wir einem guten

Es gab Momente, in denen ich in dunkler Nacht

schluchzte, und mein Weinen war wie Heulen.

Ich spürte nur eine nicht enden wollende Bedrängnis.

Ich schrieb sogar im Internet: ›Gebet in großer

Bedrängnis‹ - und da öffnete der Herr vor mir die Seite,

auf der geschrieben stand: ›Verheißungen der Wunden

und des Blutes Christi‹ (Ich empfehle sie jedem, dem

die Luft zum Atmen fehlt!) «

Naprotechnologie-Arzt in Skoczow.

Der Herrgott nahm uns durch ihn unter

Seine Fittiche. Von da an fühlte ich mich

sicher, unab hängig davon, was noch

geschehen würde. Kurz danach, in der

achten Schwangerschaftswoche, verloren

wir Maria...

Dann kam es zu einem Um bruch -

Margarete blieb mit uns. Eine wunderbare

Schwangerschaft, eine wunderbare

Geburt, ein wun derbares kleines

Mädchen. Ein Ge schenk des Himmels

für uns.

Wir waren immer offen für das Leben,

doch jeder Tag zeigte uns, dass das

Leben nicht einfach ist.

Es ist schwierig - wie das Erklim men

einer Bergspitze. Und wahr scheinlich

muss es so sein, damit es wertvoll ist.

Antonia und Paul gingen so schnell, wie

sie gekommen waren.

Vier Jahre nach der Geburt von

Margarete kam Maja zur Welt. Sie ist

wie das Lächeln Gottes. Als ich das

Krankenhaus verließ, sagte ich spaßhalber,

dass wir uns in an derthalb Jahren

wiedersehen. Gott ist ernst zu nehmen

in Seiner Güte, denn seit acht Wochen

entwickelt sich unter meinem Herzen

ein wei teres Kleines. Und wir kommen

ge nau anderthalb Jahre nach der Geburt

von Maja ins Krankenhaus...

Manche haben Mitleid mit uns, ich

aber denke, dass wir die glück lichsten

Menschen der Welt sind. Die Hälfte

unserer Familie ist be reits im Himmel

und bittet für uns. Gott hat sich unserer

bedient, um Kinder ins Leben zu

rufen, denen Er die Ewigkeit schenkte.

Es ist schwer vorstellbar: Obwohl diese

Kleinen so kurz bei uns waren, haben

sie nun die ganze Ewigkeit vor sich.

Keiner kann ihnen dies nehmen. Diese

Wunden tun nicht mehr weh - sie wurden

vielmehr zum Kanal der Gnaden.

Es sind meine Perlen, Ster ne, die in der

Dunkelheit leuchten.

Vor einem Jahr, am „Tag des Verlorenen

Kindes”, opferten wir wäh rend der

Eucharistiefeier unsere Kinder durch

die Hände Mariens Gott dem Vater auf.

Von diesem Au genblick an hatte ich

Frieden und Freude in mir.

Es lohnt sich zu warten,

denn Gott antwortet

immer wunderschön.

Manchmal wortwörtlich,

und manchmal

durch eine Million von

Ereignissen, die uns sowieso

(früher oder später)

zu Ihm führen.«

Es gab Momente, in denen ich in dunkler

Nacht schluchzte, und mein Weinen

war wie Heulen. Ich spürte nur eine

nicht enden wollende Be drängnis. Ich

schrieb sogar im Inter net: „Gebet in

großer Bedrängnis“ und da öffnete der

Herr vor mir die Seite, auf der geschrieben

stand: „Verheißungen der Wunden

und des Blutes Christi“ (Ich empfehle sie

je dem, dem die Luft zum Atmen fehlt).

Innerhalb einiger Monate bewirkte Gott

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in meinem inneren Leben eine größere

Verwandlung als durch die 35 Jahre

meines ganzen bisherigen Lebens:

Es handelt sich um ein Gebet, wel ches

Gott „entwaffnet“, denn der Vater kann

nichts versagen, wenn man durch die

Wunden und das Blut Seines Sohnes

bittet. „Kommt zu Meinen Wunden, mit

einem von Liebe entzündeten Herzen,

denn das Verdienst Meines Blutes hat

einen unendlichen Preis. Wenn ihr

Meine Wunden und Mein Heiligstes

Herz habt, könnt ihr alles erlangen. Die

Heiligsten Wunden haben Macht über

das Herz Gottes.“

Ich hege die tiefe Überzeugung,

dass ich dank dieses Gebetes zu den

Lobpreis-Abenden bei den Pallotinern

fand, und dort kümmert sich Gott sehr

um mich. Ich habe die Gnade der täglichen

Eucharistiefei er erhalten, sowie

all die Segnungen, von denen mein

Herz überfließt.

Je mehr ich vertraue, desto mehr erhalte

ich. Der tägliche Kampf um Liebe

(besonders in der Ehe und Familie) ist

nicht einfach, aber die Perspektive,

dass der lebendige Gott mit uns ist,

gibt uns den Sieg schon am Start

(„Wer ist wie Gott!“)

Ich habe Gott niemals gefragt, warum

Er unsere Kinder genommen hat.

Wozu fragen, wenn die Ant wort auf

der anderen Seite von selbst kommt?

Ich werde warten. Es lohnt sich zu warten,

denn Gott antwor tet immer wunderschön.

Manchmal wortwörtlich,

und manchmal durch eine Million von

Ereignissen, die uns sowieso (früher

oder später) zu Ihm führen. Und darum

geht es doch im Leben: Einmal

Gott von Angesicht zu Angesicht sehen.

Nur Er zählt.

Agnes

»Jesus, ich danke Dir!«

Die ärztliche Diagnose lautete: „Die Schwangerschaft ist

gefährdet, es ist ungewiss, ob sie erhalten werden kann.“

Ich war verzweifelt, denn ich wünschte mir dieses Kind so

sehr...

In der sechsten Schwangerschaftswoche

traten bei mir

Blutungen auf. Die ärztliche

Diagnose lautete: „Die Schwangerschaft

ist gefährdet. Es ist unge wiss,

ob sie erhalten werden kann.“ Ich war

verzweifelt, denn ich wünschte mir

dieses Kind so sehr... Man wies mich

in ein Kranken haus ein. Nach den

Untersuchun gen musste ich ein paar

Tage war ten, um sicher zu gehen, dass

die Blutungen nach der Behandlung

aufhörten. Eine weitere Ultraschalluntersuchung

sollte zeigen, ob das

Herz des Kindes schlägt.

Als ich so da lag und weinte, wollte

mich eine der Patientinnen, die mit

mir im Saal lag, aufmun tern, und gab

mir die Zeitschrift „Liebt einander!“

zu lesen. Darin - welch ein wundersamer

Zufall - fand ich die Danksagung

einer Frau, die ähnliche Probleme wie

ich hatte, und die dank des Gebetes

zur Göttlichen Barmherzigkeit

ein gesundes Kind zur Welt brachte.

So beschloss auch ich, während

der gesamten Schwangerschaft den

Barmherzigkeitsrosenkranz zu be ten -

damit ich das Kind austragen und gesund

zur Welt bringen durfte.

Und nach ein paar Tagen stell te sich

heraus, dass die Blutungen nach der

Behandlung aufhörten.

Die Ultraschalluntersuchung zeig te,

dass das Herz meiner Kleinen schlug.

Das Kind lebte! Ich wur de aus dem

Krankenhaus entlas sen, doch sollte ich

in den ersten Monaten liegen. Zuhause

bemühte ich mich, täglich um 15 Uhr

den Barmherzigkeitsrosenkranz auf

die Fürsprache der Unbefleckten

Mut ter und des heiligen Antonius zu

beten. Ich ließ auch zwei Messen in

dieser Intention lesen. Nach ei nigen

Monaten entschied der Arzt, dass

ich nicht mehr liegen müs se und keine

Medikamente mehr brauche. Ich

brachte eine große (3440 Gramm),

gesunde und schöne Tochter zur Welt,

für die ich dem barmherzigen Gott

dankbar bin.

Ich schreibe dieses Zeugnis des halb,

um andere in ihren Leiden zu ermutigen.

Für Gott ist nichts unmöglich,

deshalb haben das Ver trauen und das

demütig vor Gott ge tragene Gebet

ein Wunder bewirkt. Jesus, ich danke

Dir! Jesus, ich liebe Dich! Jesus, ich

vertraue auf Dich!

Eveline

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Kinder

s e i t e

Magisches Quadrat

Spaß mit Bonbons

Zwick und Zwack

haben eine ganz lange

Bonbonkette gebastelt.

Male die Farben der

Bonbons in der richtigen

Reihenfolge weiter.

Male die

Taschen an!

Was dauert länger?

S

U

T

Z

R

G

L

P

E

U

Rudis Kaugummiproblem

Ordne die Kaugummikugeln

nach Größe ihrer Zahlen! Beginne

mit der kleinsten Zahl. Die

Erkennungsbuchstaben in der

richtigen Reihenfolge verraten dir,

warum Rudi die Kaugummis nicht

schon längst gefuttert hat.

Der Störenfried

In jeder Zeile passt ein Wort nicht zu

den anderen. Findest du es? Dann streiche

den Störenfried in der Zeile durch!

Schlappohr – Schweineohr – Segelohr – Ofenrohr

Omnibus – Schulbus – Fidibus – Autobus

Eigelb – Eiweiß – Eidotter – Eimer

Urlaubsort – Kurort – Zeitwort – Badeort

Eiswaffel – Eisenbahn – Eislöffel – Eiszapfen

Rudi besucht einen Freund

Bei welchem seiner Freunde

kommt Rudi Hase raus, wenn er

den Pfeilen folgt?

Fröhliches Durcheinander

Die Kinder spielen barfuß auf dem Rasen. Ihre

Strümpfe liegen ganz durcheinander. Male die

Paare jeweils in derselben Farbe an.

Rudis Rechenrätsel

Ein seltsamer Zoo

Es gibt nur einen Buchstaben,

der in den Namen all dieser Tiere

erhalten ist. Welcher?

Wer Rudis Rätsel lösen will, muss im

Kasten immer zwei Nachbarzahlen

einkreisen, die zusammengezählt

100 ergeben. Die Zahlen können

nebeneinander oder untereinander

stehen. Wer alles richtig macht, zählt

die restlichen Zahlen zusammen und

erhält die Lösungszahl.

40 LEBE 138/2018

Lösungen: Was dauert länger: SUPER; Rudis Kaugummiproblem: Zahnspange; Rudi besucht einen Freund: Igel; Der Störenfried:

Ofenrohr, Fidibus, Eimer, Zeitwort, Eisenbahn; Ein seltsamer Zoo: 18. Buchstabe im Alphabet; Rudis Rechenrätsel: Die Lösungszahl heißt:

100; Magisches Quadrat: 1. Ähre, 2. Haus, 3. Rute, 4. Esel

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