Neue Szene Augsburg 2019-05

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Das Stadtmagazin für Augsburg und Umgebung. Aktuelle Info und Veranstaltungskalender unter www.neue-szene.de

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Frischer Wind

im Kulturreferat von Gersthofen

Uwe Wagner ist neuer Kulturreferent und leitet Generationswechsel ein

Uwe Wagner, der neue Kulturreferent der Stadt Gersthofen, hat sein Amt am 01.02. angetreten. Der gebürtige Ludwigsburger löste Bürgermeister Michael

Wörle ab, der nach der kurzfristigen Vertragsauflösung mit Thomas Kazianka die Leitung des Kulturamts interimistisch übernommen hatte.

Zum gegenseitigen Beschnuppern besuchte uns der bekennende KSC-Fan auf einen schwarzen Kaffee in der Neue Szene-Redaktion. Von Markus Krapf

Herr Wagner, mit 37 Jahren sind sie noch sehr

jung, bringen aber bereits eine Menge Erfahrung

aus der Kulturbranche mit. Welche Wege

haben Sie nach Gersthofen geführt?

In der Tat hatte ich das Glück, schon etwas Erfahrung

sammeln zu können und war die letzten

fünf Jahre im Saarland tätig. Dort habe ich in

Neunkirchen eine Kultur gGmbH, eine Art ausgelagertes

Kulturamt, geleitet. Wir hatten dort

neun verschiedene Institutionen integriert, vom

Museum über Galerie bis hin zum Stadtfest. Wir

hatten das Glück, für den Veranstaltungsbereich

über eine tolle Halle, die Neue Gebläsehalle mit

einem gewissen industriellen Charme, verfügen

zu können. Diese wurde in dem Zeitraum zu

einer der am besten ausgelasteten Hallen des gesamten

Südwestens. Die Kapazität mit circa 1.000

Plätzen war der in Gersthofen sehr ähnlich.

Aber auch vor ihrer Arbeit im Saarland waren

sie bereits in einer Führungsposition im Kulturbereich

tätig.

Genau, nämlich beim Rheingau Musik Festival,

einem der größten privatwirtschaftlichen klassischen Festivals in ganz

Europa. Dort kommen jeden Sommer in zehn Wochen bei über 150 Veranstaltungen

die Weltstars der Klassik in circa 45 verschiedenen Spielstätten

zusammen.

Sie selbst haben auch eine klassische Musikausbildung genossen?

Ich war in einem musischen Gymnasium in Ludwigsburg und habe mit fünf

Jahren begonnen, Cello zu spielen. Eigentlich war ich immer auf dem Weg,

dies dann auch professionell betreiben zu wollen. Trotzdem habe ich nach

dem Abitur den „vernünftigen“ Weg eingeschlagen und Wirtschaftsinformatik

studiert. Nachdem ich etwas als Informatiker gearbeitet hatte, wurde

deutlich, dass der Tausch Musik gegen Informatik doch nicht optimal für

mich war. Und so habe ich Kulturmanagement in Weimar und „International

Music Management“ in Finnland studiert und über viele Praktika den

Weg in meine heutige Arbeit gefunden.

Welche neuen Aufgaben und Herausforderungen werden in Gersthofen

auf Sie zukommen?

Jede Aufgabe hat neue Aspekte und als Kulturamtsleiter wird der Verwaltungsbereich

sicher etwas intensiver sein. Wir haben außerdem das in Europa

einzigartige Ballonmuseum und eine tolle und gut ausgestattete Bibliothek

- somit verfügen wir neben der Halle über weitere Trümpfe.


Es geht darum, unsere Stärken zu bewahren

und für die Zukunft zu sichern!!

Der Stadt Gersthofen geht es besser als vielen

anderen Kommunen. Spielte das auch eine

Rolle für Sie?

Na klar, denn davon hängt ja die finanzielle Ausstattung

im Kulturbereich ab. Dies ist heutzutage

alles andere als selbstverständlich. Die Halle hier

ist seit über 25 Jahren sehr erfolgreich und eine

tolle Marke geworden. Und dann sind natürlich

noch die Lage hier und der hohe Freizeitwert zu

nennen. Ich bin gerne draußen, mache Sport und

liebe Gegenden mit viel Wasser drum herum. Das

Gesamtpaket hier in Gersthofen ist äußerst attraktiv

und deswegen bin ich auch sehr gerne hierhergekommen.

Welche neuen programmatischen Ideen werden

Sie zukünftig einbringen wollen?

Ich habe sehr viele Ideen im Kopf oder auch im

Laptop, aber erst einmal geht es nicht darum, diese

Liste abzuarbeiten, sondern unsere Stärken zu bewahren

und für die Zukunft zu sichern. Und unsere

Stärke ist einfach die gigantische Vielfalt.

Zudem sind wir in dieser Region führend in Comedy und Kabarett, auch

diese Position gilt es erst einmal zu sichern.

Ist der neue Job ein Sprung auf der Karriereleiter?

Das ist nicht das Entscheidende für mich. Wichtig ist, dass das Gesamtpaket

stimmt. Wenn man in meinem Bereich einen guten Job machen will, dann

muss man gut vernetzt sein. Daraus resultiert, dass man immer wieder auf

attraktive Positionen angesprochen wird. Da sind dann auch einmal hohe

und bedeutende Positionen dabei – letztendlich muss man sich aber immer

fragen, was man eigentlich möchte, Stichwort Work-Life-Balance. Gerade in

einem Job, wo sich Berufliches und Privates sehr vermischen.

Ende 2019 werden mit Veranstaltungsorganisatorin Haldis Weng und

dem Technischen Hallenleiter Peter Körner zwei ganz wichtige Teammitglieder

in Rente gehen. Sind diese beiden Stellen bereits wieder besetzt?

Wir haben die Nachfolger von beiden schon seit längerer Zeit im Team, so

dass eine langfristige Übergabe und Einarbeitung stattfinden konnte. Das

Team hat sich zuletzt mit einem großen Event und einem zweistündigen

Programm mit Künstlern, Gruppen und Kunden aus den letzten 25 Jahren

verabschiedet. Allein diese Art der Wertschätzung sagt viel über die wunderbare

Arbeit meines Teams aus.

Alle Veranstaltungen der Stadthalle Gersthofen gibt es unter www.stadthalle-gersthofen.de

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