Petra Steckelmann: Die Waschanlage der Schutzengel

editionpastorplatz

Die Familie des zehnjährigen Justin erbt von ihrem verstorbenen Großonkel Anthony eine Tankstelle mit Autowaschanlage und Werkstatt an der Südküste Englands. Da der Vater gerade seinen Job verloren hat, beschließt die Familie, die Tankstelle weiterzuführen und zieht an die Steilküste. Aber die Tankstelle befindet sich mitten in einem autofreien Naturschutzgebiet und in der Waschanlage findet die Familie Kisten voller Münzen. Jeden Tag füllen sich die Kisten mehr und niemand kann sich erklären, warum das so ist. Justin hat einen Verdacht und beobachtet eines Nachts die Waschanlage. Plötzlich hört er ein Rauschen am Himmel und ein Engel landet direkt vor dem Eingang zur Waschanlage.

Die

Waschanlage

der

Schutzengel

Petra Steckelmann

EDITION PASTORPLATZ

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Mit Illustrationen von Mele Brink


Für M.

In Liebe und Dankbarkeit


Die

Waschanlage

der

Petra Steckelmann

Schutzengel

Mit Illustrationen von Mele Brink


Inhalt

Kapitel 1:

Von Schafen und Schornsteinen

7

Kapitel 2:

Von Gerümpel und Meeresrauschen

23

Kapitel 3:

Von Schatzkisten und hölzernen Gesellen

38

Kapitel 4:

Von geheimen Türen und

schlotternden Knien

55

Kapitel 5:

Von Piraten und Vogeldreck

65

Kapitel 6:

Von Rinnsalen und Löchern

79

Kapitel 7:

Kapitel 8:

Von Wundern und Würmern

Von wählerischen Lämmern und

weichen Buchstaben

88

100

5

Kapitel 9:

Von gefährlichen Flaschenbürsten und

viel zu vielen Keksen

110

Kapitel 10:

Von Fischköpfen und zu langen Ohren

123

Kapitel 11:

Von Zeitungsmeldungen und

eingegipsten Knöcheln

131

Kapitel 12:

Von erdrückenden Geheimnissen und

der ganzen Wahrheit

143

Kapitel 13:

Von staubigen Flügeln und Vanillearoma

156

Kapitel 14:

Vom Silbermond und

anderem Unfassbaren

167


Kapitel 1

Von Schafen und Schornsteinen

Justin hatte noch nicht einmal den Schlüssel ins Schloss

gesteckt, als die Tür schon aufflog.

„Komm schnell, Justin“, rief ihm seine Schwester Holly aufgeregt

entgegen. „Paps hat Neuigkeiten!“

Justin ließ seine Schultasche auf den Boden plumpsen und

eilte ihr hinterher.

„Wir haben Karten für das Endspiel der Hatters gekriegt,

richtig?“, platzte es aus Justin heraus, kaum dass er das

Wohnzimmer betreten hatte. Mit großen Augen starrte er auf

den braunen Umschlag, den sein Vater in den Händen hielt.

„Meistertitel, Meistertitel ... lalalalala ...“, trällerte Justin

und wollte seinem Vater schon den Umschlag aus den Händen

reißen, als der ihn zurückpfiff.

„Justin, du musst jetzt ganz tapfer sein. Deine Jungs vom LTF

müssen den Ball ohne deine anfeuernden Lobgesänge

ins gegnerische Tor ballern. Wir werden zum

Saisonendspiel nicht mehr hier sein.“

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„Nicht?“ Justin ließ enttäuscht die Schultern sinken. „Das

schaffen die nie. Ich muss ins Stadion!“

„Junge, auf uns wartet ein neues Leben!“, verkündete seine

Mutter und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Ein tolles,

neues Leben!“ Mrs Kinney strahlte ihre Kinder an. „Den Luton-

Fußballklub hast du bald vergessen“, sagte sie voraus.

„Ein neues Leben?“, fragte Holly. „Wie? Und warum?“

„Hiermit!“, antwortete Mr Kinney, öffnete den Umschlag und

zog ein wichtig aussehendes Dokument hervor – mit vielen

Unterschriften und einem Siegel drauf.

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„Das hier ist die Eintrittskarte in eine andere Welt! In eine

schönere Welt!“ Mit einem Leuchten in den Augen, wie Justin es

nie zuvor bei seinem Vater gesehen hatte, sah er in die Runde.

Seine Mutter stand daneben und strahlte nicht weniger.

„Das hier“, sagte er, „das hier ist der Fahrschein ins Glück für

Familie Kinney!“

Justin glaubte, Tränen hinter den dicken Brillengläsern

seines Vaters zu sehen.

„Mein Großonkel Anthony ist gestorben – Gott hab ihn selig

– und hat mir eine Tankstelle und Autoreparaturwerkstatt in

East Sussex vermacht – direkt am Cuckmere Haven. Wir fahren

an die Küste! Packt eure Sachen, dieser alte Kasten hier wird

verkauft!“

Und mit ihm das Grau, hoffte Justin.

Das Grau, das über seinem Leben lag, seit der Vater seinen

Arbeitsplatz beim Automobilhersteller Vauxhall verloren hatte.

„Pierce, das ist so wunderbar!“, sagte Mrs Kinney.

Den erleichterten Seufzer seiner Mutter würde Justin sein

Leben lang nicht vergessen, da war er sicher!

„Und noch etwas ... Da ist noch eine Kleinigkeit, die euch

gehört.“ Mr Kinney deutete auf ein Buch, das auf dem Tisch lag.

„Das hat mir auch der Notar überreicht, als wir vor ein paar

Tagen bei ihm waren, um alles zu klären, was geklärt werden

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musste. Dieses Buch hat meine Großmutter, eure Urgroßmutter

Sue, irgendwann einmal in sauberer Handschrift geschrieben.

Es ist eine nette Kindergeschichte – der alte Tony hat sie wohl

für euch aufbewahrt. Nett, nicht wahr?“ Mr Kinney schob das

Buch über den Tisch und Justin nahm es an sich.

„Liest du mir das gleich vor?“, fragte er Holly. „Du kannst

besser lesen als ich.“

Das laute Seufzen seiner Mutter überhörte Justin – so wie

immer.

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Gleich nach dem Abendbrot verschwand Justin mit dem Buch

unter dem Arm und ging die Treppe hoch in Hollys und sein

Zimmer.

Die schwüle Luft, die im Haus hing, hüllte Justin sanft ein. Die

Hitze des Sommers war mittlerweile in jede Fuge des Hauses

gedrungen. Doch das schwere Ächzen des Ventilators, der

zwischen seinem Bett und dem seiner Schwester stand, nahm

Justin nur aus weiter Ferne wahr. Gebannt wartete er darauf,

dass Holly sich zu ihm setzen und das Buch aufschlagen würde.

„Wir ziehen ans Meer, Justin“, rief Holly begeistert aus, als

sie sich neben ihn setzte. Justin stellte sich vor, wie sich das

Rauschen des Meeres wohl anhören mochte, das er zwar noch

nie gesehen hatte, von dem er aber schon viele Geschichten


gehört hatte. Wie das Rauschen der Toilettenspülung, wenn

man immer wieder an ihr zog? Oder eher wie das Rauschen des

Windes, wenn er im Herbst die heruntergefallenen Blätter vor

sich hertrieb?

Er fragte Holly. Auch sie wusste es nicht. Schulterzuckend

schlug sie das Buch auf und las laut vor:

Die Geschichte der Schutzengel

Von Sue Kinney

Einst waren es sieben Engel. Es gab eine Zeit, in der

durchflogen sie die Wolken nicht, da saßen sie auf ihnen.

Es gab eine Zeit, in der die Menschen den Sonnenaufgang

betrachteten, die Sterne am Himmelszelt zählten und dem

Plätschern der Bäche lauschten. Zu jener Zeit waren die Tage

der Engel noch voller Muße und sie hatten ausgiebig Zeit, auf

den Wolken sitzend über das Himmelszelt zu ziehen und sich

der Federpflege hinzugeben. Das war zu jener Zeit. Längst

vergangen und vergessen.

Staub gab es immer. Sorgen und Nöte ebenfalls. Der Staub

wirbelt nicht nur in Luton tagtäglich durch die Luft. …“

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„Das ist hier! Wir wohnen in Luton!“, unterbrach Justin,

schlüpfte unter der Bettdecke hervor und eilte zum Fenster.

„Kannte Urgroßmutter Luton?“, fragte er, ohne auf eine Antwort

zu hoffen. Sehnsuchtsvoll blickte er durch die trüben Scheiben

in den Nachthimmel. „Hast du schon mal einen Engel gesehen,

Holly?“, wollte er von seiner Schwester wissen und drückte

sich die Nase am Fenster platt.

„Nein, aber sie sind da! Überall ... glaube ich.“

Justin spuckte auf seine Handfläche und rieb über das

Fenster. Der Staub, der sich von außen auf das Glas gelegt

hatte, ließ sich so natürlich nicht entfernen. Durch die trübe

Scheibe lugte er hinaus. Er konnte keinen Engel sehen. Noch

nicht einmal die Sterne sah er, die eigentlich am Himmel

blitzen sollten. Draußen war alles grau. Die Mauer, die um das

Haus verlief, war ebenso grau wie Nachbars Kater, der über die

Straße flitzte und hinter den Mülltonnen verschwand. Auch

sie waren grau. Allerdings nicht nur in der Nacht. Sie waren

immer grau. Dunkelgrau. Genauso grau wie die Häuser in

der Straße, die dicht beieinander standen und keinen Platz

für Bäume oder Rosen ließen. Nur ein einsamer Löwenzahn

hatte sich durch den Asphalt gebohrt und seinen Platz mitten

auf der Straße gefunden. Auch er war grau. Hellgrau. Bei

Sonnenaufgang ist er bestimmt gelb und grün, dachte Justin,


und bei Sonnenuntergang dann auch schon platt. Hier gab es

niemanden, der den Löwenzahn hegen und pflegen würde, bis

aus ihm eine Pusteblume wurde. Nicht in dieser Straße.

„Auch der Löwenzahn braucht einen Engel, der ihn beschützt“,

wisperte Justin und krabbelte zurück zu Holly ins Bett.

Holly nickte zustimmend. Gespannt las sie weiter:

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„… Der Staub der Welt setzte sich zwischen die Federn der

Engel und überzog ihr weißes Federkleid mit einem bräunlichen

Schleier. Es war mühselig, jede einzelne Feder zu putzen.

Für einen Flügel brauchte ein Schutzengel manchmal die halbe

Nacht. Doch wenn dann im Mondlicht die Flügel endlich silbern

glänzten, war selbst der müdeste Schutzengel selig und

zufrieden. Und wenn die Sonne am nächsten Morgen am

Horizont hervorkam, schwärmten die Engel erneut aus. Rein

und federleicht – denn nur so war es ihnen möglich, rechtzeitig

ihre schützenden Flügel auszubreiten.

Doch die Zeiten änderten sich und ….“

Holly brach ab. „Justin“, wisperte sie und sah ihren Bruder

mit ernstem Blick an. „Bist du traurig, weil Großonkel Tony

gestorben ist?“

„Nein“, sagte Justin. „Na ja, vielleicht, weil er ja jetzt tot ist.

Aber ich kannte ihn ja gar nicht.“

„Ich auch nicht. Ich bin auch nicht traurig. Und dass wir bald

ans Meer ziehen, finde ich ganz wunderbar!“ Holly strahlte

Justin an.

„Ja, das ist toll! Aber wie hört es sich an, wenn das Meer

rauscht?“, fragte er erneut.

„Komm mit, wir fragen Papa. Der weiß das bestimmt“, sagte

sie und sprang auf.


Als Holly das Buch zuschlug, rieselte ein wenig silberner

Staub auf den Boden. Justin sah ihm hinterher. War es

Engelsstaub? Vorsichtig las er ein wenig davon auf. Er fühlte

sich weich an, zart, beinahe pudrig – so anders als der Staub von

den Fensterscheiben. Ganz bestimmt ist es Engelsstaub, dachte

Justin, bevor er Holly hinterher die Treppe hinabpolterte. Justin

sprang über die gebügelte Wäsche, die auf dem Treppenabsatz

lag, und eilte zu seinem Vater. Dieser saß in der Küche am Tisch

und diskutierte mit der Mutter, ob es wirklich nötig wäre, die

ollen Gardinen mit ins neue Leben zu nehmen.

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„Wie hört sich Meeresrauschen an?“, unterbrach Justin seine

Eltern.

„Es ist brausend“, antwortete die Mutter.

Damit konnten weder Justin noch Holly etwas anfangen.

Fragend sahen sie zu ihrem Vater hinüber.

„Wartet mal kurz“, sagte Mr Kinney, stand auf und ging ins

Wohnzimmer.

Mit einer großen Muschel in der Hand kam er zurück und

drückte sie leicht gegen Justins Ohr. „Hörst du das?“, fragte er

leise.

„Pscht“, machte Justin und lauschte gebannt dem Treiben

in der Muschel. „Das ist das Meer?“, fragte er schließlich

ungläubig. „So hört sich das Meer an? Wie ist es in die Muschel

gekommen?“

„Justin, hör bitte auf, so dumme Fragen zu stellen“, sagte

seine Mutter und strich ihrem Sohn

über den Kopf. „Du bist doch keine

drei Jahre alt. Du kannst nicht

ernsthaft glauben, dass das

ganze Meer in dieser kleinen

Muschel steckt.“ Ihr irritiertes

Kopfschütteln stichelte

Justin an.


„Doch“, beharrte er und stieß unter dem Tisch Hollys

Schienbein an.

„Ich glaube das auch!“, sagte sie und kicherte.

„Ihr seid albern“, murmelte die Mutter und scheuchte die

zwei zurück ins Bett.

Bevor sie erneut die Treppe hochstiefelten, fragten sie ihren

Vater, ob er das Meer schon mal gesehen hätte.

Mr Kinney nickte. „Ja, einmal habe ich meine Großmutter

dort besucht. Glaubt mir, genauso, wie es in der Muschel zu

hören ist, hört sich das Meer an.

„Warum warst du nur einmal dort? Mochtest du deine

Großmutter nicht?“, bohrte Justin nach und hielt sich noch

einmal die Muschel ans Ohr.

„Doch, ich mochte sie. Aber irgendetwas in ihrem Haus

mochte ich nicht. Das Wohnhaus neben der Tankstelle ist

alt – damals war es das schon. Ich dachte wohl, dass es dort

spukt und hatte ein bisschen Angst. Ich wollte da nicht wieder

hinfahren. Also haben meine Eltern mich nie wieder in den

Ferien zu Oma geschickt. Ich war so alt wie du jetzt, Justin ...

vielleicht ein bisschen jünger. Da glaubt man noch an Geister

und Seeungeheuer.“ Mr Kinney lachte auf. „Zumindest ich habe

noch daran geglaubt. Wie auch immer ... ich kann mich nicht

mehr so genau erinnern.“ Mr Kinney kratzte sich verlegen am

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Ohr. „Aber wie sich Meeresrauschen anhört, weiß ich noch

genau!“

„So, Zeit ins Bett zu gehen. Morgen wird ein langer Tag! Wir

werden kramen und räumen und die Koffer packen!“

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Tatsächlich war die gesamte Familie Kinney am nächsten

Tag schwer beschäftigt. Und am übernächsten und am

überübernächsten Tag und eigentlich die ganze nächste

Woche. Statt nach der Schule über ihren Hausaufgaben zu

brüten, packten sie Kisten und verabschiedeten sich von ihren

Freunden. Erst als alles erledigt war, setzten sie sich endlich

in ihren kleinen Wagen und fuhren in Richtung Süden – ans

Meer. Der Kofferraum war vollgestopft mit Koffern, Taschen und

Hoffnung. Die schäbigen Möbel würden mit dem alten Kasten

verkauft werden und die schlechten Erinnerungen gleich

mit. Nur die Guten hatte jeder für sich zwischen die sauber

gefalteten Kleidungsstücke mit in den Koffer gelegt. Behutsam,

damit keine verschwand.


„Wäre ja gelacht, wenn wir die Sieben Schwestern nicht

finden!“, sagte Mr Kinney, reichte die Straßenkarte an seine

Frau und lächelte zufrieden.

„Wer sind die Sieben Schwestern? Hexen?“, flüsterte Justin

und sah Holly fragend an.

„So heißen die Kreidefelsen, an deren Fuß die Tankstelle

liegt“, erklärte die Mutter, die Justins Frage gehört hatte.

„Hinter den Sieben Schwestern ist das Land zu Ende, es hört

einfach auf. Danach kommt nur noch Wasser.“

Justin wollte sich vorstellen, wie es aussieht, wenn das Land

einfach zu Ende ist. Aber es klappte nicht. Also stellte er sich

einen Schokokuchen vor, der in der Mitte durchgeschnitten war.

Und die Krümel, die runtergefallen waren, stellten die Felsen

dar. Sieben Krümel zählte er.

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Seine Gedanken kreisten auch in den nächsten Stunden um

die Sieben Schwestern. Je näher sie dem Meer kamen, desto

aufgeregter wurde Justin. Wie Wellen durchzogen die grünen

Hügel das Land. Die Schmetterlinge in seinem Bauch schienen

mit den Schmetterlingen auf den saftigen Wiesen um die Wette

zu fliegen. Die Häuser, an denen sie vorbeifuhren, waren längst

nicht so grau und trostlos wie der alte Kasten, in dem sie bisher

gewohnt hatten. Viele waren windschief. Manche winzig klein.

Und wieder andere strahlten weiß in den Himmel, der mit jeder

Meile, die sie hinter sich ließen, blauer wurde. Sie alle wirkten

freundlich. So freundlich, dass Justin vergaß, dass er erst

gestern noch Angst vor den Schornsteinen gehabt hatte, die von

der Fabrik gegenüber bedrohlich in seine kleine Schlafkammer

zu starren schienen. Er lächelte still in sich hinein.


Holly hingegen ließ ihrer Begeisterung freien Lauf. „Seht nur,

all die Schafe!“, rief sie und strahlte. „Gibt es bei den Sieben

Schwestern auch so viele Schafe?“, fragte sie.

„Ich weiß es nicht“, gestand Mrs Kinney, „ich bin noch nie

dort gewesen. Pierce, gibt es dort Schafe?“

„Sicher“, antwortete Mr Kinney knapp.

„Ich möchte ein Lämmchen haben!“, rief Holly so laut, dass

ihr Vater vor Schreck auf die Bremse trat.

Zum Glück fuhr kein Wagen hinter ihnen. Alle kippten nach

vorne. Holly stieß sich die Nase am Sitz ihrer Mutter und

Justin, der noch versuchte, den plötzlichen Schwung nach

vorne abzufedern, knuffte seinem Vater unfreiwillig mit den

Knien in den Rücken. Der kleine Koffer, den Holly auf dem

Schoß liegen hatte, sprang auf und gab ihr Kostbarstes preis.

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Justin konnte einen kurzen Blick auf eine silberne Haarspange

und einen Stapel Postkarten erhaschen. Rasch klappte Holly

den Koffer wieder zu. Ob das Engelsstaubbuch auch in dem

Koffer war?, überlegte Justin fieberhaft. Oder haben wir es in

Luton vergessen?

„Das Buch!“, rief er und buffte Holly in die Seite.

„Es ist in irgendeinem Koffer“, antwortete Holly und bohrte

noch mal nach: „Bekomme ich ein Lämmchen?“

„Warten wir doch erst einmal ab“, sagte Mrs Kinney, als der

Wagen wieder rollte.

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Kapitel 2

Von Gerümpel und Meeresrauschen

„Wir sind da“, sagte Mr Kinney.

Langsam fuhr er den Wagen auf den Besucherparkplatz,

der das Parken für zwei Stunden erlaubte. Justin und Holly

rissen gleichzeitig die Türen auf. Ungeschickt stolperten

sie aus dem Auto. Ihre Beine waren während der langen

Fahrt im beengenden Innenraum eingeschlafen und Justin

spürte das Kribbeln des einschießenden Blutes bis in seine

Zehenspitzen.

„In meinen Schuhen krabbeln Ameisen“, sagte er lachend.

„In meinen Schuhen hüpfen Flöhe.“ Holly prustete los.

„Dabei wollte ich die doch in Luton lassen!“

„Kinder, nicht so laut! Wie es aussieht, befinden wir uns

mitten in einem Naturschutzgebiet“, sagte Mr Kinney und

deutete auf das Hinweisschild vor ihm.

„Und was machen wir hier?“, fragte Justin.

„Hier werden wir in Zukunft leben!“, verkündete Mr Kinney

stolz und verwirrt zugleich. „Ich wusste gar nicht, dass die

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24

Tankstelle in einem Naturschutzgebiet liegt. Seltsam … Na ja,

ich war ja noch ein Kind“, murmelte er.

„In einem Natur … was?“

Justin wünschte, er könnte das Schild vor ihnen lesen. Er

konnte rechnen. Schnell wie ein Pfeil schossen die Antworten

aus ihm heraus, kaum dass die Lehrerin die zu rechnenden

Zahlen ausgesprochen hatte. Doch obwohl er schon in der

vierten Klasse war, las er nicht viel besser als im zweiten

Schuljahr. Holly, die zwei Jahre älter war als er, übte oft mit ihm.

Aber viel geholfen hatte das nicht.

Sie ging zu dem Hinweisschild und las laut vor: „Willkommen

im Naturschutzpark der Sieben Schwestern.“

„Wer braucht denn eine Tankstelle in einem Naturpark?“ Jetzt

stutzte auch Justin. Sein Vater zuckte ratlos mit den Schultern.

Dann machte er sich murmelnd kopfüber im Kofferraum zu

schaffen.

„Liebling, den Brief habe ich hier“, rief Mrs Kinney, wohl

wissend, wonach ihr Mann kramte.

„Oh, danke.“


Mr Kinney nahm den Brief, faltete ihn auseinander und

murmelte:

„Anthony Kinney, Seven Sisters Service Station, Exceat

Seaford, East Sussex BN25 4AD. Hm“, brummte er in sich

hinein. „Laut der Wegbeschreibung sind wir hier genau richtig:

zwischen Eastbourne und Seaford. Und wir sind auch von

der A259 gekommen, so wie es hier steht. Seltsam. Ich kann

nirgends eine Tankstelle sehen. Ihr?“

„Da hinten steht ein Schild ,Zum Restaurant Farmhaus‘;

frag doch dort nach der Tankstelle“, schlug Mrs Kinney vor.

„Wir warten hier.“

Sie mussten gar nicht lange warten, da kam Mr Kinney auch

schon zurück. Er sah genauso ratlos aus wie zuvor. Wieder

zuckte er mit den Schultern und verscheuchte gleichzeitig mit

dem Brief wild wedelnd eine Fliege.

„Also“, begann er und machte eine bedeutungsvolle Pause.

„Ich verstehe das zwar nicht so ganz, aber wir sind hier richtig.

Wir müssen nur dem Wasserlauf des Cuckmeres folgen, ca. eine

halbe Meile, und dann kommen wir direkt auf die Tankstelle zu.

Ich kann mich wirklich an nichts erinnern.“

Justin setzte sich wieder ins Auto. Auch Holly krabbelte

schweigend auf den Rücksitz.

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„Kinder, kommt wieder raus, wir gehen zu Fuß. Um mit dem

Auto durch das Naturschutzgebiet fahren zu dürfen, brauchen

wir eine Sondergenehmigung und die haben wir nicht.“

„Und wahrscheinlich auch sonst kaum jemand“, murmelte

Mrs Kinney und schüttelte den Kopf.

Justin fragte: „Ja, und was machen wir dann mit der Tankstelle,

wenn niemand zum Tanken vorbeikommt?“

„Warten wir doch erst einmal ab“, antwortete Mrs Kinney in

gewohnter Weise und stiefelte los. Die anderen folgten ihr.

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Justin beschäftigte bald eine ganz andere Frage. Seine Füße

sanken bei jedem Schritt ein wenig in den grünen Boden ein.

Während er hinter seinen Eltern und seiner Schwester hertrottete,

die dicht am Ufer des sich durchs Land schlängelnden

Flusses entlanggingen, überlegte er, wie sich wohl das Gras

anfühlte. Es sah so weich aus. Ganz anders als die paar

Grashalme, die hinter dem alten Kasten in Luton wuchsen. Diese

hier waren grüner. Und es waren so viele. Kurzerhand schlüpfte

er aus seinen Sandalen und lief barfuß weiter. Schön. Weich.

Warm. Auch die paar Disteln, in die er trat, konnten seine

Freude nicht mindern. Erst ein Haufen sonnengetrockneter

Schafsköttel, die vom Gras bedeckt und nicht zu erahnen

gewesen waren, bevor er hineintrat, trübte seine Freude.


Er kniete sich auf den Boden und zog die Sandalen wieder an.

Er hatte nur einen Moment die Ohren aus dem Wind gedreht,

der kräftig zwischen den Hügeln wehte, da hörte er es: das

Meer! Es klang tatsächlich genauso wie das Rauschen in der

Muschel.

Er drehte den Kopf noch einmal zurück – das war der Wind.

Und jetzt noch einmal – das Meer! Justin lief so schnell er

konnte über die Salzwiesen und sauste an seinen Eltern und

Holly vorbei. Mit rudernden Armen rief er immer wieder: „Ich

höre das Meer! Ich höre das Meer!“

„Justin! Warte!“, rief Holly ihm hinterher und lief ebenfalls

los.

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Sie sprangen über Findlinge, Böschungen und sogar über

eine kleine Düne, in der ein Vogelpärchen ein Nickerchen

machte. Sie liefen und liefen. Immer dem Meeresrauschen

entgegen.


28

An der Cuckmeremündung angekommen ließen sie

sich laut lachend und völlig außer Puste im rauen Sand

nieder. Um sie herum spielten die auslaufenden Wellen

mit den Kieseln und Feuersteinen, die zu Tausenden den

Strand besetzten. Es gab nur ein kleines Fleckchen Sand,

auf dem die beiden jetzt saßen und auf die schäumenden

Wellen blickten. Justin sprang auf, krempelte die

Hosenbeine hoch, streckte die Füße aus und wackelte mit

den Zehen. Das kühle Nass umspielte seine Fußsohlen.

Es fühlte sich ganz anders an als Badewasser – wild und

weich zugleich.


„Das ist das Meer, Holly, jetzt kann ich es endlich sehen!“

„Und fühlen.“ Holly breitete die Arme aus wie ein Albatros

seine Schwingen.

Justin hielt die Nase in die Luft und atmete tief ein. „Es riecht

wie das alte Salzfass von Ma“, sagte er und zog die Nase kraus.

„Und es kribbelt in der Nase wie Sprühregen. Brausepulver ist

nichts dagegen.“

Justin war so begeistert von der Weite, die sich vor ihm

ausdehnte, dass er nichts weiter tat, als mit einem kribbeligen

Gefühl im Bauch und an den Füßen in der Ferne den Horizont

anzusehen, wo der Himmel das Meer zu berühren schien.

Wäre jetzt ein Delfin zwischen den Schaumkronen aufgetaucht,

wäre Justin augenblicklich ins Meer gesprungen, um

sich von ihm ans Ende der Welt bringen zu lassen. Irgendwo,

ganz weit draußen musste es sein – das Ende der Welt.

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Nicht ganz so weit entfernt klatschte eine Welle mit Getöse

gegen die Felsen. Justin und Holly sprangen erschrocken auf

und sahen in die Richtung, aus der der Lärm kam. Immer höher

glitt ihr Blick die Kreideklippen hinauf, die in der Mittagssonne

so hell schimmerten wie das Innere der Muschel, die Justin

sich ans Ohr gehalten hatte. Sie waren so hoch, dass sie den

Himmel zu berühren schienen. Justin musste den Kopf weit


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in den Nacken beugen, um überhaupt bis zum oberen Rand

blicken zu können. Die Möwen, die hoch oben nach Nahrung

suchten, sah er nur als schwarze Bögen. Sie tanzten zwischen

den windschiefen Bäumen, die auf dem Felsen wuchsen, auf

und ab.

Justin zählte die Felsvorsprünge, die mit dem Himmel zu

verschmelzen schienen.

„Sind das die Sieben Schwestern?“, flüsterte er andächtig.

Mit seinen sieben Schokoladenkuchenkrümeln hatten diese

Felsen nichts gemein.

„Bestimmt“, hauchte Holly.

„Hey, ihr zwei, lauft nicht zu weit ins

Wasser, sonst kommt die Flut und packt

euch“, hörten sie die Stimme ihrer

Mutter, die ihnen nachgekommen war.

„Was ist die Flut?“, fragte Justin.

„Das ist, wenn der Mond das Meer

ausspuckt – oder so ähnlich“, erklärte

Holly, „hat Paps gesagt.“

„Hm.“ Justin nickte – aber verstanden, was die Flut nun

wirklich ist, hatte er nicht. Aber dass sie gefährlich war und

kleine Kinder mitnahm, das merkte er sich.


„Ihr seid viel zu weit gelaufen. Die Tankstelle habt ihr wohl

nicht gesehen, was?“, fragte ihr Vater und deutete auf ein

kleines Gebäude. Es lag behütet von den Hügeln vor einer

Gruppe windschiefer Bäume, in deren Schatten es friedlich zu

schlafen schien. Auch als sie näher kamen, glaubte Justin noch,

dass das Gebäude und der kleinen Anbau schlummerten. Die

Fensterläden waren zugeklappt, nur vor der Haustür baumelte

ein vermoderter Klappladen, den der Wind aus der Verankerung

gerissen hatte – so, wie die Vorhänge in Justins Zimmer, wenn

der Wind sich in ihnen gefangen hatte.

Jetzt sah Justin auch die beiden Zapfsäulen aus dem Boden

ragen. Das war also die geerbte Tankstelle! Sie sah uralt aus. Sie

hatte nichts mit den riesigen, modernen Tankstellen gemein,

die er aus Luton kannte.

Hinter den roten Zapfsäulen war ein kleiner Laden mit einer

Veranda, auf der sogar ein Schaukelstuhl stand. Das helle Kissen

auf dem Stuhl sah weich und einladend aus. Justin schlenderte

zwischen den Zapfsäulen hindurch auf die Veranda zu. Die

dichten Lavendelbüsche, die rings um die Veranda gepflanzt

waren, verströmten ihren würzigen Duft, als Justin sie mit den

Knien streifte. Erst als Justin sich auf den Schaukelstuhl setzen

wollte, erkannte er das Kissen als kleines, weißes Kätzchen.

Es fuhr erschrocken hoch und sprang entrüstet mit einem Satz

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über den Lavendel. Mit erhobenem Schwanz flitzte es in die

Hügel.

„Wir haben ein Kätzchen!“, freute sich Justin und wollte ihm

hinterher eilen.

„Halt! Hier geblieben!“, rief sein Vater und hielt ihn an der

Kapuze seines Sweatshirts fest. „Wir sehen uns jetzt erst einmal

das Haus an. Die Katze kommt bestimmt zurück.“

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„Und wenn die Flut sie holt?“ Vielleicht greift die nicht nur

nach kleinen Kindern, bangte Justin. Er fühlte sich unwohl bei

dem Gedanken, dass er die Katze verscheucht hatte.

„Wir locken sie nachher mit Milch“, flüsterte Holly ihm ins

Ohr. „Und dann überlegen wir uns einen Namen für sie.“

Justin hatte ihr längst einen Namen gegeben. Er wusste, dass

sie eine Mim war. Das hatte er sofort gesehen. Was gab es da

noch zu überlegen?

Mr Kinney fand an dem riesigen Schlüsselbund, den er vom

Notar erhalten hatte, gleich den richtigen Schlüssel. Die Tür

sprang auf und abgestandene Luft schlug den Ankömmlingen

entgegen. Mrs Kinney öffnete schnell die Fenster und klappte die

Fensterläden auf. Die salzige Meeresluft fegte durch den Laden.

Papiere wirbelten durch die Luft und Justin jagte ihnen hinterher.

„Seht mal, hier hinten ist ein riesiges Zimmer.“

„Und noch eins“, rief Holly, die ihrem Bruder hinterher

geeilt war. „Und überall stehen Möbel herum“, sagte sie und

sprang auf einem Bett auf und ab, dass die Eisenfedern nur so

quietschten.

„Und selbst die Küche ist voller Gerümpel“, klang dumpf die

Stimme ihrer Mutter aus einer anderen Richtung. „Eine echte

Rumpel-Küche!“

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Mrs Kinney hatte sämtliche Fenster in dem Haus geöffnet,

als sich schließlich alle Familienmitglieder in der Küche trafen.

Alles wurde inspiziert: der alte Kühlschrank, der lautstark

ächzte, der Backofen, der steinerne Spülstein und die Küchenschränke.

„Seht euch das an.“ Mr Kinney stand vor dem geöffneten

Schrank und schüttelte den Kopf. „In den Gläsern und Dosen

sind Schrauben, Muttern, Nägel und allerlei Kram. Ich kann

hier nicht ein Glas saure Gurken finden. Geschweige denn

Marmelade oder Erdnussbutter.“

„Von Ordnung in seinen Schränken schien Tony viel gehalten

zu haben“, sagte Mrs Kinney und betrachtete die Etiketten

auf den Gläsern. „583 Nägel, 1239 Muttern, 56 Schrauben

1 ¼ Zoll, 78 Schrauben ½ Zoll“, las sie vor. „Nur mit seiner


Ernährung scheint es nicht weit her gewesen zu sein. Außer

einer Fertigmischung für Brownies kann ich keine Nahrung in

diesem Schrank finden.“

„Ist Tony verhungert?“, fragte Justin.

„Nein, nein, Junge, sein schwaches Herz hat einfach aufgehört

zu schlagen“, beruhigte ihn sein Vater. „Sicherlich gibt es hier

auch irgendwo einen Vorratsschrank mit Äpfeln und sauren

Gurken. Wir haben ihn nur noch nicht gefunden.“

„Hey, kommt mal alle zu mir. Ich habe hier etwas Sensationelles

entdeckt“, rief Holly.

„Wo bist du?“ Justin sah sich um.

„HIER!“

„WO?“

„Na hier, DRAUSSEN!“

Justin lief aus dem Laden hinaus, schnappte sich im Vorbeidüsen

an der Ladentheke einen Schokoriegel und suchte seine

Schwester.

Mr und Mrs Kinney folgten ihm – ebenfalls mit Schokoriegeln

in den Händen.

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„Das glaubt ihr mir nie! So etwas gibt es sonst nur im

Märchen.“ Hollys Stimme überschlug sich beinahe vor


Aufregung. Ungeduldig zerrte sie ihren Bruder zu dem Anbau,

der sich neben dem Laden befand.

„Pssst, mach die Augen zu“, sagte sie und blieb vor dem

geschlossenen Tor stehen. Sie hatte es wieder zugeklappt, um

die Spannung zu erhöhen. Den Moment des stummen Staunens

wollte sie sich nicht entgehen lassen. Erst als auch ihre Eltern

bei ihnen standen und erwartungsvoll nickten, klappte sie das

Tor auf und rief laut: „Tatarata!“

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„Klasse, eine echte Autowaschanlage!“, rief Justin begeistert.

„Was ist an einer alten Waschanlage so spannend, dass du

hier so ein Tamtam veranstaltest?“, fragte Mr Kinney trocken,

als er die blauen Bürsten und die vielen Schläuche sah.

Gelangweilt wandte er sich wieder seinem Schokoriegel zu

und biss herzhaft in die von der Wärme verklebte Masse aus

Karamell und Schokolade.

„Vergesst die Waschanlage, ich habe etwas viel Unglaublicheres

gefunden. Trommelwirbel bitteschöööön …“

Justin purzelten fast die Augen aus dem Kopf, als er sah, was

Holly gefunden hatte. „Wow!“, war alles, was er herausbekam.

Und das lag nicht etwa an der schmelzenden Schokolade, die

er eben noch genussvoll im Mund hin und her geschoben hatte.

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Foto: Privat Foto: Privat

Petra Steckelmann

Geboren 1970 in Hamburg. Noch immer lebt sie in

ihrer Geburtsstadt und schreibt dort seit über 15

Jahren Bücher – vorwiegend Kinder- und Jugendbücher.

Als sie mit 15 Jahren mit der Prinz Hamlet

nach England schipperte, ahnte sie nicht, wie sehr sie das Land

in ihrem Schreiben beeinflussen würde. Doch als sie Jahre später

zum ersten Mal an der Cuckmere-Mündung saß, wusste sie gleich,

dass an diesem Ort irgendwann einer ihrer Protagonisten seinem

Schutzengel begegnen wird. Denn wenn es eine Einflugschneise

für Schutzengel gibt, dann wird sie gewiss dort sein – am Fuße der

„Seven Sisters“.

www.steckelmann.de

Bücher von Petra Steckelmann in der EDITION PASTORPLATZ:

· Die Nachtschwärmer (ISBN 978-3-943833-23-2)

· Ich bin Mimi! (ISBN 978-3-943833-30-0)

· Die Waschanlage der Schutzengel (ISBN 978-3-943833-35-5)

Mele Brink

Geboren 1968 in Ostwestfalen, lebt sie seit

Mitte der 80er-Jahre in Aachen. Nach einem

Architekturstudium (Diplom ’98) hat sie sich dann

doch lieber der Zeichnerei verschrieben und

produziert seitdem heitere Bilder für kleine und große Menschen.

Zum Glück hat sie ihrem Schutzengel noch nicht in die Augen

geschaut, sonst würde er auch dauernd in Handtaschen nach

Schlüssel, Smartphone, Schnupftuch suchen …

www.melebrink.de


Die Waschanlage der Schutzengel“ wird herausgegeben von der

Edition Pastorplatz

(Mele Brink & Bernd Held GbR · Luisenstraße 52 · 52070 Aachen)

www.editionpastorplatz.de

www.facebook.com/edition.pastorplatz

www.twitter.com/ed_pastorplatz

Editionsnummer: 35 (September 2019)

ISBN 978-3-943833-35-5

1. Auflage

Idee + Text: Petra Steckelmann

Zeichnungen: Mele Brink

Layout + Umsetzung: Bernd Held

Lektorat + Korrektorat: Daniela Dreuth/OptimumText

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Druck: Jettenberger Internationale Druckagentur

Innenseiten: 120-g-Offsetpapier (FSC © -zertifiziert)

Umschlag: 135-g-Bilderdruckpapier (FSC © -zertifiziert)

Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des

Verlags unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die

Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet

diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über

https://dnb.dnb.de abrufbar.


Die Familie des zehnjährigen Justin erbt von ihrem

verstorbenen Großonkel Anthony eine Tankstelle mit

Autowaschanlage an der Südküste Englands. Diese

Tankstelle befindet sich mitten in einem autofreien

Naturschutzgebiet. In der Waschanlage findet die Familie

Kisten voller Münzen. Jeden Tag füllen sich die Kisten

mehr, aber niemand weiß, warum. Justin hat einen

Verdacht und beobachtet eines Nachts die Waschanlage.

Plötzlich hört er ein Rauschen am Himmel. Er traut

seinen Augen kaum: Ein Engel landet direkt vor ihm.

Ab 8 Jahren.

Tankstelle

&

Waschanlage

ISBN 978-3-943833-35-5

7 Schwestern

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