2018-02-vdoe-position

pressevdoe

ISSN 1437-9821 • G 12530

2

18

VDOE POSITION

Z E I T S C H R I F T D E S B E R U F S V E R B A N D E S O E C O T R O P H O L O G I E E . V . w w w. v d o e . d e

IM FOKUS: ERNÄHRUNG – LEBENSMITTEL – GESUNDHEIT

POLITISCH GESEHEN

Ernährung 2018

in Kassel S. 14 ff.

Julia Klöckner

„Gut und gesund

schließen sich

nicht aus“

Ernährungspolitik

Von der Bedeutung der

Ernährungspolitik und den

Konsequenzen für die Arbeit

des VDOE S. 4

Stellenmarkt

Auch 2017 wieder Wachs -

tum bei den Stellenange -

boten für Oecotropho -

logen & Co. S. 20

VDOE Aktuell

Mitgliederversammlung

beschließt in Kassel die

Verlegung des Verbands -

sitzes nach Berlin S. 16

»PR FÜR KOCHGESCHIRR – ALLES ANDERE ALS LANGWEILIG«

Im Porträt: Beate Adler, Managerin Public Relations, Fissler GmbH, S. 27

VDOE AKTUELL HOCHSCHULEN REGIONALES PERSONALIEN MEDIEN


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S -S


EDITORIAL

VDOE und Berufspolitik

Wir wollen politischer werden

Foto: © www.Ziertmann.de

Eigentlich hätte bereits die Ausgabe 1/2018 der

VDOE POSITION das Fokusthema Politik haben

sollen; die Gründe für die Verschiebung in die

zweite Ausgabe sind allen bekannt. Es ist uns

gelungen, die neue Bundesministerin Julia Klöck -

ner für ein Interview zu gewinnen, die den

Bereich Ernährung als Herzens an liegen herausgestellt

hat und ihr Ministerium als „Lebens -

ministerium“ sieht. Wie lange die aktuelle Re -

gierungskoalition hält, weiß derzeit niemand. Das

macht die berufspolitische Arbeit nicht gerade

leichter.

Der Einsatz für die Vertretung berufspolitischer Interessen braucht einen langen Atem

und ist ohne intensives Klinkenputzen nicht zu schaffen. Und für viele Anliegen sind

mehrere Anläufe notwendig. Ein neues Vorstandsteam hat die berufspolitische Arbeit

für die Oecotrophologie übernommen, nachdem die Mitgliederver samm lung (MV) entschieden

hat. Mögen sie eine glückliche Hand und die nötige Ausdauer haben und ihr

neues Amt mit viel Freude erfüllen. Politik war auch in der MV ein großes Thema; neben

dem Antrag auf Verlegung des Verbandssitzes nach Berlin ging es in weiteren Anträgen

um die Mitbestimmung der Mitglieder und um Möglichkeiten diese zu erleichtern, nämlich

durch Briefwahl und Erhöhung der Anzahl der Vollmachten, die ein Mitglied übernehmen

kann. Über beides soll in der nächsten MV entschieden werden. Für uns ist das

ein erfreuliches Zeichen, dass das politische Interesse im Verband zu nimmt.

Die Entscheidung für die Verlegung des Verbandssitzes nach Berlin ist ein auch nach

außen sichtbares und deutliches Zeichen, dass der VDOE sich politisch stärker positionieren

wird – und das nicht aus der zweiten, sondern aus der ersten Reihe heraus. Unsere

Präsenz vor Ort ist hierfür essenziell. Aktuell stehen diverse berufspolitische Anliegen an,

angefangen von den Überlegungen der SPD zum Solidarischen Grundeinkommen über

eine bevorstehende Überarbeitung des Leitfadens Prävention durch den GKV-

Spitzenverband bis hin zur Kasseler Erklärung (siehe S. 17). All diese Punkte müssen

kommuniziert und in den politischen Prozess eingespielt werden. Dem scheidenden

Vorstandsteam und der langjährigen VDOE-Geschäftsführerin Dr. Elvira Krebs ist an dieser

Stelle ausdrücklich für die erfolgreiche Vorbereitung zu danken. Der VDOE ist nun

gut aufgestellt für die nächsten Schritte! Hier warten noch große Heraus forderungen

auf uns!

Mein Appell an Sie als VDOE-Mitglieder lautet daher, lassen Sie uns in der Er -

nährungstherapie und darüber hinaus in allen anderen oecotrophologischen Berufs -

feldern stärker sichtbar werden und unsere politischen Interessen lautstark kundtun.

Bringen Sie sich und Ihre Anliegen ein, gerne über uns als Verband. Lassen Sie uns die

Chancen nutzen, die uns unsere Demokratie gibt. Unsere Berufsgruppe ist zu bedeutend,

als dass sie nicht gehört wird. Unsere Themen haben mehr denn je politische

Relevanz – und das wissen auch die Politiker.

Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen!

Ihre

Andrea Lambeck

Geschäftsführerin VDOE

Inhalt

n FOKUS

Ernährung – Lebensmittel – Gesundheit

politisch gesehen

Ernährung und Politik

Oecotrophologie ist politisch 4

Interview Julia Klöckner

„Gut und gesund schließen sich

nicht aus“ 6

Politik, Adipositas und Wissenschaft

Jahrmarkt der Beliebigkeit? 10

Ernährungspolitik von unten

Mit Ernährungsräten zur Wende 12

Berufspolitik

#aufschreiernährungsberatung 13

n VDOE AKTUELL

Kongress Ernährung 2018

Wichtiger Schritt nach vorne 14

Nachwuchsförderung

OECOTROPHICA-PREIS 2018 15

Mitgliederversammlung

MV wählt neuen Vorstand 16

Kasseler Erklärung

Meilenstein für die Ernährung 17

Dreiländertagung

Kassel im Zeichen der Ernährung 18

Stellenmarkt 2017

Höchststand bei Stellenangeboten 20

Heilmittel Ernährungsberatung

Status quo bei Mukoviszidose & Co. 21

VDOE mit Mandat vertreten

IFHE-Council in Khartum 22

Ernährungsberatung und -therapie

Hilfreicher Blick in die Gute Praxis 23

Dekanekonferenz und Fakultätentag

VDOE als Partner der Hochschulen 24

ÖG-Leiter-Treffen

Mit Optimismus in die Zukunft 25

Datenschutz-Grundverordnung

Infos für Mitglieder im Netz 26

n BERUFSPRAXIS

Porträt Beate Adler

„Von der neuen Lust am Kochen“ 27

REGIONALES 28 n HOCHSCHULEN 29 n

ME DIEN 30 n PERSO NALIEN 31 n BRANCHEN-

NEWS 32 n SERVICE 34 n IMPRESSUM 35

Titelfoto: © CDU Rheinland-Pfalz

VDOE POSITION 2/18 3


FOKUS

ERNÄHRUNG, LEBENSMITTEL, GESUNDHEIT – POLITISCH GESEHEN

Oecotrophologie ist politisch

Ernährung, Lebensmittel, Gesundheit (E-LuG) – all das, womit sich Oecotrophologen

beschäftigen, ist politisch oder tangiert zumindest Politik. Die Diskussion über diese

Themen erscheint heute allgegenwärtig und dabei gleichzeitig heftiger und politischer

denn je. Von Zuckersteuer und Veggieday über Lebensmittelverschwendung

und Reformulierung bis zu Übergewicht und Mangelernährung handelt es sich um

Teilaspekte, an deren Diskussion sich neben einer breiten Öffentlichkeit auch eine

Vielzahl von Interessengruppen und Stakeholdern beteiligt. Wer annimmt, dass die

Stimme der Oecotrophologen auf dem Spielfeld der Interessen im Rahmen der

Ernährungspolitik eine tragende Rolle spielt, wird enttäuscht sein. Derzeit sitzt etwa

der VDOE als wichtigste Interessenvertretung der Oecotrophologen in der Riege der

Akteure noch auf den hinteren Rängen. Daran will der Verband etwas ändern. Die

jüngst auf der Mitgliederversammlung beschlossene Verlegung des Sitzes der

Geschäftsstelle nach Berlin setzt hier ein starkes Zeichen.

E-LuG sind seit jeher eng verknüpft mit

einer ganzen Reihe von klassischen Po -

litikfeldern und darin fest verankert. Ne -

ben der Agrar-, Gesundheits- und Um -

weltpolitik sind zumindest in einigen

Aspekten zudem Wirtschafts- und Sozial -

politik involviert. Innerhalb dieser Politik -

felder sorgen die Exekutive (Regierung,

Ministerien) und die ihr zugeordneten

Verwaltungsinstanzen und Behörden für

die Umsetzung und Einhaltung geltender

Gesetze, Regeln und Normen (Lebensmit -

tel recht, -sicherheit und -hygiene, Quali -

tätssicherung und viele andere mehr). Hier

hat die Politik in den vergangenen Jahr -

zehnten einen Status geschaffen, von dem

man mit Fug und Recht sagen kann:

Lebens mittel und Ernährung waren in

Deutsch land noch nie so sicher wie heute.

Trotz dem kann und darf Politik nie stillstehen.

Dass nach der politischen Lösung

eines Problems bereits das nächste vor der

Tür steht, gehört zu den Kennzeichen des

Politikprozesses, und das selbstverständlich

auch im Bereich E-LuG. So ist der politische

Handlungsbedarf im Gesundheits -

bereich – etwa bei Prävention und Thera -

pie von Adipositas, Mangelernährung und

Diabetes – ganz erheblich.

und drängend. Je mehr man sich ihrer

Bedeutung für die Exekutive nähert, desto

geringer wird die Handlungsrelevanz.

Meist liegt der Grund dafür im zu geringen

öffentlichen Druck, wie diese Bei spie -

le zeigen:

• Scheinriese Ernährungs erzie hung: Die

For derung nach der Ein führung eines

Schul fachs Ernährungser ziehung steht

schon Jahrzehnte im politischen Raum.

Bereits 2007 hat Julia Klöckner – damals

noch einfache Abgeordnete – gefordert:

Ernäh rungs bildung und Ernährungser -

ziehung müssen in die Schulen! Seitdem

ist wenig geschehen. Jetzt schreibt sie sich

diese Forderung wieder auf die Fahne

(siehe Inter view S. 6 ff.). Eltern und Lehrer

scheinen nur wenig interessiert. Man darf

ge spannt sein, was passiert.

• Scheinriese Le bens mittelver schwen -

dung: Dass in Deutsch land jährlich pro

Kopf 80 kg Lebensmittel in die Tonne

wan dern, wird von allen lautstark bejammert.

Die Maßnahmen gegen den Abfall

im Haus halt beschränken sich jedoch im

Wesent lichen auf Symbolpolitik.

• Scheinriese Adipositas: 16 Millionen

adi pöse Deutsche sind zwar kein Schein,

sondern traurige Realität. Das tiefe Be -

dauern der Gesundheitspolitik wird jedoch

kaum von Taten unterstützt.

VERBANDSARBEIT MUSS

POLITISCH SEIN

Dies sind nur einige Themen, die auch

einen Be rufsstand wie den der Oeco -

trophologen unmittelbar betreffen. Denn

überall in Unternehmen, Institutionen,

Behörden und Medien mit Berührungs -

punkten zu diesen Themen haben auch

Oecotro phologen ihren beruflichen Stand -

ort ge funden. Als berufspolitische Ver -

tretung setzt sich der VDOE seit nunmehr

45 Jahren für die Interessen seiner

Mitglieder ein. Dabei gehört es selbstver-

WIE RELEVANT IST

ERNÄHRUNGSPOLITIK?

Viele der aktuell diskutierten Probleme

rund um E-LuG könnte man aus der

Perspektive der politischen Relevanz als

Scheinriesen bezeichnen: Aus der Ferne

betrachtet scheinen sie enorm wichtig

Für einen Verband, der politische Ziele erreichen will, ist es wichtig, dass Vorstand,

Geschäftsführung und Mitglieder an einem Strang ziehen.

4 VDOE POSITION 2/18


FOKUS

ständlich auch zu den Aufgaben guter

Verbands arbeit, sich im Umfeld der relevanten

The men politisch zu positionieren.

Nur ein Beispiel: Ein Berufsverband, der

mehr Er nährungsbildung und -erziehung

fordert, stärkt damit langfristig die

Position und Zukunftsaussichten aller

Mitglieder in diesem Berufsfeld.

ERFOLG HÄNGT NICHT VON

GRÖSSE AB

Dass sich im Bereich von Partei- und Re -

gierungspolitik niemand an Forderungen

und neue Regelungen im Bereich E-LuG

herantraut, hat vielfältige Gründe: Wer

würde sich nicht an die Initiative der

Grünen zur Einführung eines Veggieday

erinnern. Im Grunde eine gute Idee. Doch

niemand hatte mit der Wut der Masse

gerechnet, die – mit massiver Unter stüt -

zung der Boulevard-Medien – schon ihr

Recht auf das tägliche Schnitzel beschnitten

sah. Die Grünen haben offensichtlich

bis heute Scheu davor, sich‘s beim Thema

Ernäh rung mit der Gunst der Wähler zu

verscherzen. Auch zur Zuckersteuer und

ähnlichen ordnungspolitischen Maßnah -

men sind die Statements aus eigentlich

allen Parteien eher verhalten. Der Bürger

redet zwar gerne über Essen und Trinken,

möchte aber in der Regel an seiner persönlichen

Ernährungsweise wenig bis gar

nichts ändern – und die Politiker wissen

das. Auch die Kosten sind nicht zu vergessen:

Würde zum Beispiel den aktuellen

Forde run gen nachgegeben, Adipositas als

Krank heit anzuerkennen, für deren Be -

handlung die Kassen zu zahlen hätten,

kämen ge waltige Kosten auf das Gesund -

heits sys tem zu.

Wenn aber der Druck von unten fehlt, wer

bringt die entsprechenden Themen dann

auf die politische Agenda? In der Regel

sind das Interessengruppen und/oder

Netzwerke der verschiedensten Art: Ver -

bände, Gewerkschaften, Lobbys, NGOs

und andere mehr. Dabei sind es beileibe

nicht immer die Mächtigen und Reichen

wie etwa die großen Wirtschaftsverbände

aus dem Lebensmittelbereich, Teile der

Agrar- und Pharmalobby oder verschiedene

Gruppie rungen aus dem Gesundheits -

bereich. Auch beispielsweise Slow Food

mit bundesweit etwa so vielen Mitgliedern

wie der FC Hansa Rostock oder Food -

watch (die derzeit vermutlich einflussreichste

NGO im Bereich E-LuG) mit weniger

als 100 stimmberechtigten Mitglie -

dern und ein paar tausend Spendern

betreiben ausgesprochen erfolgreiches

Agenda-Setting – vor allem dank effektiver

Öffentlichkeitsarbeit und massiver

Unterstützung durch die Medien.

VDOE GOES POLITICS

Was die politische Wirkung betrifft, können

demnach Ideen und Positionen ge -

nauso viel bewegen wie große Budgets

und hohe Mitgliederzahlen. Das beant -

wor tet auch die Frage, ob ein VDOE im

politischen Konzert gehört werden kann.

Im Verband hat man verstanden, dass

man sich dieser Herausforderung stellen

muss. Wenn etwa ganz aktuell der #aufschreieernährungsberatung

dazu genutzt

wurde, eine öffentliche Diskus sion über

den Stellenwert einer qualifizierten

Ernährungstherapie und -beratung zu entfachen

(siehe auch S. 15), und wenn auf

der Jahrestagung in Kassel auf Initia tive

des VDOE zusammen mit DGEM und

BDEM eine gemeinsame Erklärung zur

Verbesserung der ernährungsmedizinischen

und ernährungstherapeutischen

Versorgung veröffentlicht wurde, sind das

wichtige Schritte in diese Richtung. Last

but not least muss sich derjenige, der in

der Politik mitmischen will, dorthin begeben,

wo Politik gemacht wird. Auch deshalb

war die Entscheidung für Berlin als

künftigem Sitz des Verbandes unumgänglich

und richtig.

VDOE goes politics – wie soll das funktionieren?

Idealerweise in Anlehnung an die

klassischen fünf Stufen des Politikzyklus:

Agenda Setting – öffentliche Debatte führen

– Einbringen in den politischen Ent -

scheidungsprozess – Entscheidung festschreiben,

zum Beispiel als Gesetz, und

schließlich Entscheidung bewerten. Was

das Agenda Setting betrifft, mangelt es

dem VDOE gewiss nicht an Themen mit

oecotrophologischer Relevanz. Dabei ist

eher die Schwierigkeit, in der Vielfalt der

möglichen Themen Prioritäten zu setzen

und daraus Positionen und Forderungen

abzuleiten. Für die Debatte gilt: Ein

Verband muss nicht immer die Position

des Aus gleichs suchen. In der Kontroverse

kann man sich oft besser profilieren. Ganz

wichtig ist es, Verbündete zu suchen,

denn erst gemeinsam wird man stark.

Dem VDOE bieten sich vom BLL und NGG

bis zu BDEM und DGEM jede Menge

kraftvoller und einflussreicher Partner.

Parallel dazu heißt es, sich Partner und

Unterstützer in den Medien zu suchen. Als

Resultat von all dem kann der VDOE mehr

tun, als nur For derungen zu stellen: Er

kann etwa wichtigen Input in politische

Prozesse im E-LuG-Bereich einbringen, in -

dem er die Expertise seiner Mitglieder

nutzt – in Anhörungen zu Mangeler -

nährung, Adi positas, Refor mu lierung und

ähnlichen Themen zum Beispiel ge hören

Oecotrophologen! Der VDOE kann Stel -

lung beziehen und Expertise liefern für alle

politischen und ge sell schaftlichen Ent -

wicklungen im E-LuG-Bereich, die für

oeco trophologische Be rufe relevant sind –

und damit deren Po sition stärken. Die De -

vise muss lauten: Raus aus der Defensive,

raus aus zu viel Bescheidenheit. Mehr Ein -

mischung wa gen, mehr Offensive, mehr

politisches Handeln. Denen, die das alles

skeptisch sehen, hätte Bertolt Brecht ge -

sagt: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer

nicht kämpft, hat schon verloren.“

Dr. Friedhelm Mühleib

Der Autor: Dr. Friedhelm Mühleib

Der Journalist und Oecotrophologe Dr. Fried -

helm Mühleib ist auf Ernährungsthemen spezialisiert

und seit inzwischen zehn Jahren für die

redaktionelle Betreuung der VDOE POSITION

zuständig. Neben seiner journalistischen Arbeit

ist er als Seminarveranstalter für Ernährungs -

fach kräfte tätig.

Kontakt: info@muehleib.de

Foto: © privat

VDOE POSITION 2/18

5


FOKUS

INTERVIEW ERNÄHRUNGSPOLITIK

Julia Klöckner: „Gut und gesund

schließen sich nicht aus“

Julia Klöckner, seit März neue Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft,

hat bei allen, die im Umfeld des Themas Ernährung engagiert und interessiert sind,

viele Hoffnungen geweckt. Lebensmittel wertschätzen, gesunde Ernährung und

Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung stehen schließlich von ihrer ersten

Stunde als Ministerin an ganz oben auf ihrer Prioritätenliste. „In den ersten 100

Tagen haben wir die Weichen gestellt, um bis zum Ende der Legislaturperiode wichtige

Ziele in der Ernährungs- und Landwirtschaftspolitik zu erreichen“, sagt Klöckner

Ende Juni in der Bilanz ihrer ersten Monate im Amt. Noch ist denn auch tatsächlich

das Meiste, was in ihrer 100-Tage-Bilanz zu lesen ist, nicht viel mehr als wohlklingende

Ankündigungspolitik. Im Interview mit der POSITION macht Klöckner zu einigen

Themen erstaunlich klare Ansagen. Bei anderen Themen kann jeder, der zwischen

den Zeilen zu lesen vermag, den Wind der Realität spüren, der der Ministerin jetzt

schon entgegenweht. Ihre ausweichende Aussage zur Frage nach der Einführung

eines Schulfachs Ernährung könnte man durchaus als Abgesang auf diese Idee interpretieren.

Bei allem guten Willen der Ministerin, der in diesem Interview spürbar

wird, ist das Gespräch trotzdem auch exemplarisch für die Schwierigkeiten und

Hürden moderner Ernährungspolitik.

POSITION: Sehr verehrte Frau Ministerin,

was bedeutet Ihnen „gut essen und trinken”?

Klöckner: Für mich bedeutet „gut essen

und trinken“ in erster Linie Genuss, Ge -

selligkeit und Gemeinschaft. Begegnun -

gen beim gemeinsamen Essen und Trinken

haben etwas Verbindendes und Ent -

spannendes! Gemeinsame Mahlzeiten,

zusammen an einem Tisch zu sitzen – das

ist tief in unserer Kultur verwurzelt und

gleichzeitig Ausdruck unserer regionalen

Vielfalt. Dabei muss ja nicht immer etwas

ganz Ausgefallenes auf den Tisch kommen.

Ich mag es gerne unkompliziert: frisches,

herzhaftes Brot, Schinken und

Käse, Gurken, Tomaten und ein Glas

Wein. Und ehrlich gesagt: Menschen, die

nicht gerne essen und trinken, sind mir

suspekt (lacht).

sind im Vergleich zu Rohwaren oftmals

teurer. Wer mit frischen Lebensmitteln

selbst kocht, kann sich gesund und durchaus

günstig ernähren. Ich kaufe meine

Lebensmittel gerne aus der Region. Wir

haben in meiner Heimat Bad Kreuznach

einen schönen Markt und regionale

Vermarktungskonzepte. Gut und gesund

schließen sich nicht aus.

POSITION: Bleibt im hektischen Alltag

einer Ministerin überhaupt Zeit für das

gute Essen und Trinken – oder driftet man

notgedrungen häufiger ins Snacking und

zum Fast Food ab?

Klöckner: Da sprechen Sie was an, er -

wischt! Natürlich bekomme ich das nicht

immer so hin, wie es bestenfalls immer

sein sollte. Ich versuche mir aber auch in

hektischen Phasen das Snacking zu verkneifen.

Wichtig ist, dass man sich das

bewusst macht. Ich habe immer Obst oder

Nüsse für den Heißhunger dabei. Und

wenn ich was esse, dann nehme ich mir

die Zeit dazu. Aber ein gutes Stück

Kuchen, das ist zur Belohnung auch drin.

POSITION: So manches, was auf Sie als

Ministerin zukommt, dürfte Ihnen aus je -

ner Zeit zwischen 2009 und 2011 bekannt

sein, in der Ilse Aigner Ernährungs- und

Verbraucherministerin war und Sie ihr als

POSITION: Machen Sie einen Unterschied

zwischen „gutem” und „gesundem” Es -

sen und Trinken?

Klöckner: Zuerst einmal ist es gut, dass

eine gute und gesunde Ernährung keine

Frage des Geldbeutels ist. Fertigprodukte

Foto: © BMEL/Felix Zahn/photothek.net

Bundesministerin Klöckner auf der Weg zur Pressekonferenz zu ihrer 100-Tage-Bilanz

in der Markthalle Neun in Berlin

6 VDOE POSITION 2/18


FOKUS

Staatssekretärin zur Seite standen. Was

haben Sie von ihr über Ernährungspolitik

gelernt?

Foto: © BMEL/Christof Rieken

Klöckner: Essen soll Freude machen! Das

strahlt Ilse Aigner aus – und das ist mir

auch wichtig. Ich bin überzeugt: Der Weg

zu einer gesunden Ernährung führt über

die Wertschätzung des Essens, über die

Entdeckung vielfältiger Geschmacks wel -

ten und das gemeinsame Kochen. Ich

liebe es, Neues auszuprobieren und zu

genießen. Ich habe die Grundüber zeu -

gung: Gute Ernährung lässt sich nicht mit

Gesetzen vorschreiben. Ich bin nicht die

Geschmacksgouvernante der Nation. Wir

brauchen auch keinen Veggieday. Wir

brauchen aber Auswahlmöglichkeiten, für

jeden Geschmack etwas, entscheiden

müssen die Verbraucher dann selbst.

Wichtig ist, dass wir als zuständige Politi -

ker die richtigen Rahmenbedingungen

setzen, damit die gesunde Wahl die leichtere

Wahl wird: angefangen mit der Stär -

kung der Ernährungsbildung und -kompetenz

über die Verbesserung der Essens -

angebote in Einrichtungen wie Kitas und

Schulen oder Seniorenheimen bis hin zu

gesünderen Fertigprodukten in den La -

den regalen.

>> Ich mag es beim Essen

und Trinken gerne

unkompliziert. <<

POSITION: Aufgeschreckt durch alarmierende

Zahlen über die Verbreitung von

Übergewicht und Adipositas rief Aigners

Vorgänger im Amt, Horst Seehofer, 2008

den nationalen Aktionsplan „IN FORM –

Deutschlands Initiative für gesunde Er -

nährung und mehr Bewegung” ins Leben

mit dem Ziel, bis 2020 „sichtbare Erfolge“

zu erzielen und Gesundheitsförderung

und Prävention als gesellschaftliche Werte

zu verankern. Muss man den Plan heute –

nach zehn Jahren bei Investitionen in

zweistelliger Millionenhöhe und einer

unverändert hohen Zahl von Menschen

mit Fehl- und Überernährung – als ge -

scheitert betrachten?

Klöckner: Nein. IN FORM ist ein Baustein,

wenn es um Information, Aufklärung und

Julia Klöckner beim Bundespreis 2018 „Für Engagement Gegen Lebensmittel -

verschwendung” mit Jurymitglied Ingrid Hartges und der Gewinnerin des „Zu gut für

die Tonne”-Förderpreises, Annalina Landsberg

Sensibilisierung geht. Die Tatsache, dass

jetzt mehr und bewusster über gesunde

Ernährung geredet und berichtet wird als

noch vor ein paar Jahren, begrüße ich

sehr. Auch durch solche Kampagnen ha -

ben wir es geschafft, das Thema in den

Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Das

wollen wir fortführen. Allerdings ist die

Zahl der Bürger, die übergewichtig sind

oder an Adipositas leiden, nach wie vor

auf einem, wie ich finde, viel zu hohen

Niveau. Außerdem zeigt sich, dass ein in

jungen Jahren erworbenes höheres Kör -

per gewicht häufig bis ins Erwachsenen -

alter bestehen bleibt. Deswegen ist Er -

nährungsbildung – gerade für Kinder – so

wichtig. Vor diesem Hintergrund müssen

Präventionsmaßnahmen wie IN FORM

fort gesetzt und zum Teil sogar intensiviert

werden. Es ist geplant, dass wir die weitere

Ausgestaltung von IN FORM Anfang

2019 noch einmal genau anschauen werden.

POSITION: Mit Ihrer Rede zur Regierungs -

erklärung haben Sie große Erwartungen

bei all denen geweckt, die sich professionell

mit Themen rund um die Ernährung

beschäftigen. Ihr Vorgänger Christian

Schmidt ist mit ähnlichen Vorgaben

gestartet und doch recht erfolglos gelandet.

Wo ist der Hebel, um Themen wie

Ernährungsbildung, Reformulierung und

Reduzierung der Lebensmittelver schwen -

dung erfolgreicher voranzubringen, wenn

man weder Steuern noch Zwang will?

Klöckner: In meinen ersten 100 Tagen im

Amt als Bundesernährungsministerin ha be

ich unter anderem für genau diese The -

men fest gelegt, wo wir den Hebel ansetzen.

Ich habe meine Ziele dargestellt und

deutlich gemacht, was wir schon erreicht

und was wir uns noch vorgenommen

haben. Mit dem entsprechendem Geld

habe ich das auch in meinem Haus -

haltsentwurf versehen.

POSITION: Ihren Statements der jüngsten

Zeit nach zu urteilen, liegt Ihnen die Er -

nährungsbildung besonders am Herzen.

Sind Ihre Möglichkeiten da nicht sehr be -

schränkt? Wenn es zum Beispiel um ein

mögliches Schulfach Ernährungsbildung

geht, können die Bundesländer aufgrund

der Kul tur hoheit doch fast alles blockieren,

was aus Ihrem Ministerium kommt.

Klöckner: Sie haben Recht, die Ernäh -

rungs bildung ist mir besonders wichtig.

Daher habe ich in meiner 100-Tage-Bilanz

bereits deutlich gemacht, was unsere

nächsten Ziele sind. Wir wollen den Ein -

satz von Ernährungsbildungsmodulen wie

den Ernährungsführerschein weiter ausbauen.

Meiner Ansicht nach bedarf es

auch einer Verbesserung der Fortbildung

von Kita-Personal und Lehrkräften zum

VDOE POSITION 2/18 7


FOKUS

Thema Ernährung. Wir beobachten, dass

in Ausbildung und Studium mehr zum

Thema Ernährung und zum Thema „ge -

sund aufwachsen“ gemacht werden sollte.

Daneben müssen wir das Kita- und

Schulessen besser mit der Ernährungs -

bildung verknüpfen. Hier sollte ja das auf

dem Teller sein, was wir den Kindern als

gesund und ausgewogen empfehlen.

Deshalb werden wir weiter daran arbeiten,

die Empfehlungen der Deutschen Ge -

sellschaft für Ernährung noch deutlicher

anzuwenden. Wir arbeiten in der Ernäh -

rungsbildung sehr eng mit den Ländern

zusammen. Die im Auftrag meines Mi -

nisteriums entwickelten Ernährungsbil -

dungs materialien sind auch in den Bun -

desländern sehr beliebt.

>> Gute Ernährung lässt

sich nicht mit Gesetzen

vorschreiben. <<

dern unbedingt auch den Erwachsenen.

Der Weg dorthin kann nur über qualifizierte

Fachkräfte der Ernährungsbildung und

-beratung gehen. Welche Möglichkeiten

sehen Sie im Rahmen Ihrer politischen

Pläne, die Berufsgruppe der Oecotro -

phologen/Ernährungswissenschaftler einzubeziehen

und zu fördern.

Klöckner: Wann immer wir tätig werden,

sind Oecotrophologen und Ernährungs -

wissenschaftler einbezogen – zum Beispiel

als Fachleute in den Fachabteilungen meines

Ministeriums oder auch im Bundes -

zentrum für Ernährung. Auch bei unseren

Projektpartnern fließt das Wissen und die

Fachkompetenz dieser Berufsgruppe mit

ein. Denken Sie beispielsweise an die

Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Sie

und Ihre Kollegen spielen eine große Rolle

im Bereich Fortbildung: von Kita-Personal

und Lehrkräften oder bei der Qualifizie -

rung von Mitarbeitern im Bereich der

Seniorenernährung. Da sind Sie gefragt.

entsteht. Wir haben, um Lebensmittel

wertzuschätzen und Ressourcen zu schonen,

die Verleihung des Bundespreises für

Engagement gegen Lebensmittelver -

schwen dung etabliert. Mit unserer Initia -

tive „Zu gut für die Tonne!“ ist es in den

vergangenen Jahren gelungen, das Be -

wusstsein für die Wertschätzung unserer

Lebensmittel zu schärfen. Die Beste-Reste-

App mit Tipps zur Vermeidung von

Lebens mittelabfällen gehört mit über

800.000 Downloads zu den erfolgreichs -

ten Informationsangeboten der Bundes -

regierung. Im Rahmen des Programms zur

Innovationsförderung unterstützt mein

Ministerium derzeit außerdem mit rund 14

Mio. Euro Forschungsprojekte und Inno -

vationen, um Lebensmittelabfälle langfris -

tig zu vermeiden. Ich will bis zum Jahr

2030 die Lebensmittelabfälle in Deutsch -

land halbieren. Denn in jedem Lebens -

mittel stecken wertvolle Ressourcen und

Energie. Mehr Wertschätzung für Pro -

dukte und Produzenten ist wichtig.

POSITION: Erst kürzlich hat sich die niedersächsische

Landesregierung gegen die

Einführung eines Schulfachs Ernährung

festgelegt. „Nicht jede gesellschaftliche

Fehlentwicklung lässt sich in Schule und

durch neue Schulfächer auffangen“, kommentierte

SPD-Kultusminister Grant Hen -

drik Tonne. Ist das eine erste Niederlage

für Ihre Politik?

Klöckner: Da hat er ja nicht Unrecht! Er -

nährungsbildung ist ja viel mehr als nur

ein Schulfach. Ob wir ein extra Schulfach

brauchen oder nicht – das ist die Ent -

scheidung der Landesregierungen, die die

Bildungshoheit in dieser Frage haben.

Wichtig ist mir, dass das Thema in den

Schulalltag integriert wird. Das geht vom

Schulgarten über die Mittagsverpflegung

bis hin zum Angebot im Schulkiosk. Essen

hat auch Bezugspunkte zum Biologie- und

Chemieunterricht. In den Bundesländern

und Landesbildungsministerien wächst die

Erkenntnis, dass das Thema Ernährungs -

bildung von immer größerer Bedeutung

ist. Lassen Sie uns doch alle gemeinsam

einen Weg finden, wie wir das Thema in

die Schulen tragen können.

POSITION: Ernährungsbildung tut nicht

nur Kindern und Jugendlichen not, son-

POSITION: Seit dem im Jahr 2012 verabschiedeten

fraktionsübergreifenden An -

trag des Bundestages zur Reduzierung

von Lebensmittelabfällen sind sechs Jahre

vergangen. Belastbare Daten über einen

Rückgang der Abfallmengen seitdem gibt

es nicht. Dabei hat sich Deutschland verpflichtet,

bis 2030 die Lebensmittel ver -

schwendung zu halbieren. Wie soll das

funktionieren?

Klöckner: Es ist schwierig, hier valide

Daten zu erheben, weil über die Hälfte der

Lebensmittelabfälle in Privathaushalten

POSITION: Noch kürzlich hat der WWF in

einer Studie kritisiert, bislang verpasse es

die Bundespolitik, Maßnahmen der Länder

zu koordinieren und so gemeinsam zu

agieren. Wie stehen Sie zu diesem Vor -

wurf, der schließlich auch an erster Stelle

an Ihr Haus gerichtet ist?

Zur Person: Julia Klöckner

Julia Klöckner ist seit März 2018 Bundesministerin für Ernährung und Land -

wirtschaft. Aufgewachsen im elterlichen Weingut in Guldental, studierte sie

Politikwissenschaft, katholische Theologie und Pädagogik mit Doppelabschluss

Staatsexamen und Magistra Artium in Mainz. Nach einem journalistischen

Volontariat war sie freie Mitarbeiterin des SWR und Redakteurin beim Meininger

Verlag, später Chefredakteurin des „Sommelier”-Magazins. Im Jahr 2002 zog Julia

Klöckner für die CDU in den Bundestag ein und wurde 2009 zur Parlamentarischen

Staatssekretärin im Bundesverbraucherministerium ernannt. Seit 2010 ist sie

Landes vorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz und seit 2012 stellvertretende CDU-

Bundesvorsitzende. Abseits der Politik engagiert sich die Christdemokratin in zahlreichen

Vereinen und Stiftungen sowie sozialen Einrichtungen.

Kontakt: pressestelle@bmel.bund.de

>> Ich bin nicht die

Geschmacksgouvernante

der Nation. <<

8 VDOE POSITION 2/18


FOKUS

Klöckner: Mein Ministerium arbeitet

bereits mit Hochdruck an einer Nationalen

Strategie zur Reduzierung von Lebens -

mittelverschwendung. So wurde es auch

im aktuellen Koalitionsvertrag verankert.

POSITION: Eine weitere unter Ihren vielen

Ernährungsbaustellen ist die angekündigte

neue „Nationale Strategie für die

Reformulierung von Lebensmitteln“, bei

deren Umsetzung Sie – wie schon Ihr Vor -

gänger – weiter auf freiwilliges Handeln

der Industrie setzen wollen. Was ist Ihr

Plan B, falls das mit der Freiwilligkeit

schiefgeht?

Klöckner: Mein Ziel ist es, bis Ende 2018

ein Konzept für die Nationale Reduktionsund

Innovationsstrategie zu erarbeiten.

Hierzu gab es bereits Strategiegespräche.

Hier waren von Verbraucherverbänden

über die Wissenschaftler bis hin zu den

Lebensmittelproduzenten alle beteiligt.

Dabei hat die Wirtschaft die klare Zusage

gemacht, konkrete Vorschläge zu unterbreiten.

Daran werde ich sie messen.

POSITION: Sind Zucker- und andere

Steuern auf vermeintlich ungesunde Nah -

rungsbestandteile mit Ihnen machbar?

Klöckner: Eine Zuckersteuer klingt vielleicht

gut, ob das aber die Fehl- und Über -

ernährung verhindert, bezweifle ich.

Schauen Sie mal nach Dänemark: Dort gab

es eine Fettsteuer, die wieder abgeschafft

worden ist, weil sie nicht die ge wünschte

Wirkung hatte. Eine Straf steuer auf einzelne

Inhaltsstoffe hat noch niemanden

gesund gemacht. Ein zentraler Baustein ist

eben eine gute Ernährungs bildung – gerade

für unsere Kinder. Da neben ist auch der

Handel in der Pflicht. Er und die Ernäh -

rungsindustrie müssen dazu beitragen,

dass Salz, Fett und Zucker in Fertig le -

bensmitteln reduziert werden. Wir müssen

den Lebensstil und die Gesamt kalorienzahl

in den Blick nehmen. Auch brauchen wir

zum Beispiel realistischere Portions -

angaben auf den Ver packungen. Deshalb

sind mir Wahrheit, Klarheit und Vergleich -

barkeit auf den Verpackungen wichtig.

POSITION: Die Nahe, Rheinhessen und

die Pfalz – im weiteren Sinne Ihre Heimat

– sind seit jeher dem guten Essen, Trinken

und Genuss verpflichtet. Helmut Kohl hat

sich dazu immer be wusst bekannt und im

Deidesheimer Hof Welt politik gemacht,

bei Saumagen und einem guten Schop -

pen. Fühlen Sie sich diesbezüglich dem

Altkanzler wesensverwandt?

Klöckner: Ich mag bodenständiges, klares

Essen – keinen Schnickschnack. Gerne

auch die sogenannte Cross-over-Küche.

Wein – außer in der Fastenzeit – gehört

für mich dabei immer dazu. Und für den

ersten Durst ein kaltes Bier. Heimat kann

man schmecken!

Das Interview führte

Dr. Friedhelm Mühleib

Claudia Zilz: Was folgt auf die blumigen Worte?

Mit der aktuellen Bundesregierung sind viele neue – und vor allem junge – Gesichter ins Kabinett gekommen, um den längst

überfälligen Generationenwechsel einzuläuten. Ein farblos agierender Christian Schmidt zum Beispiel wurde von der smarten Ex-

Weinkönigin Julia Klöckner als Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft abgelöst.

Wir erinnern uns: Die 45-Jährige war bereits von 2009 bis 2011 Parlamentarische Staatssekretärin im Ernährungsministerium.

Damals widmete sie sich intensiv der Schulverpflegung. Nun hat sie selbst das Zepter in der Hand und will ihr Ministerium fortan

als „Lebensministerium“ verstanden wissen, welches sich um „Die Lebensthemen der Menschen“ kümmert. Nach dem Heimatkommt

nun auch ein Lebensministerium, warum nicht? Dahinter steckt der Gedanke, den Lebensmitteln beziehungsweise den

„Mitteln zum Leben“ mehr Wertschätzung zukommen zu lassen – und letztlich ihrem Ministerium. Eine längst überfällige

Aufgabe. Er reichen will sie dies über Ernährungsbildung – ein Kernthema der frischgebackenen Bundesministerin. Kinder sollen

von klein auf lernen, wie man sich ausgewogen ernährt. Und deshalb gehört das Thema für sie unbedingt in Kitas und Schulen

inklusive einer vorbildlichen Verpflegung. Um dies zu erreichen, sollen die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für

Ernährung sich bundesweit auf den Tellern widerspiegeln. Ein Ziel, das es sogar in den Koalitionsvertrag geschafft hat. Immerhin.

Ihre weiteren Ziele? Die Einführung eines staatlichen Tierwohllabels. Daran hatte sich bereits ihr Vorgänger versucht – erfolglos!

Jenseits bleiben viele ihrer Reden bei schönen Worten, viel Unkonkretem und wenig Punkten zum Anecken. Ein Blick auf den

Koalitionsvertrag verrät mehr: Das Aktionsprogramm „IN FORM – Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr

Bewegung“ soll mit Fokus auf Kinder- und Seniorenverpflegung weiterlaufen. Und noch bis Ende dieses Jahres – so das ambitionierte

Ziel – strebt die Bundesregierung im Kampf gegen Übergewicht ein Konzept zur Reduzierung von Zucker, Fett und Salz

in Fertigprodukten an. Schließlich will das selbst ernannte Lebensministerium nicht weniger, als

einen gesunden und nachhaltigen Lebensstil vom Acker bis zum Teller fördern. Blumige Worte,

auf die hoffentlich starke Taten folgen.

Zur Person: Claudia Zilz, Diplom-Agraringenieurin, ist seit zehn Jahren Redakteurin bei der

Wirtschaftsfachzeitschrift „gv-praxis” des Deutschen Fachverlages in Frankfurt. Zuvor war sie

fünf Jahre für ein Beratungsunternehmen in der Außer-Haus-Branche tätig.

Kontakt: Claudia.Zilz@dfv.de

VDOE POSITION 2/18 9


FOKUS

POLITIK, ADIPOSITAS UND WISSENSCHAFT

Jahrmarkt der Beliebigkeit?

Ist heutzutage von Ernährungspolitik die Rede, sind ernährungsassoziierte nichtübertragbare

Zivilisationskrankheiten – allen voran Adipositas und deren Komor bi -

ditäten, wie Diabetes und Depressionen – ein wichtiger Teilbereich. Dabei handelt es

sich um ein gesamtgesellschaftliches und politisches Thema, lassen doch epidemiologische

Daten, Therapiekosten für Folgeerkrankungen sowie eine zunehmende

Gesundheitsorientierung die Frage nach der Verantwortung immer wieder aufkommen.

Welchen Beitrag können die aktuell diskutierten politischen Maßnahmen auf

dem Weg zu guten Ess-Entscheidungen und einem gesunden Wohlfühlgewicht

leisten?

Die Adipogenese ist zwar ein komplexes

und multifaktorielles Geschehen, in dem

sozioökonomischer Status, gesellschaftlicher

Wandel, Gene, Alter und Hormone

ebenso eine Rolle spielen wie Stress,

Schlafpensum, Bewegungsver halten und

das Lebensmittelangebot. Die derzeit politisch

intensiv diskutierten Maß nahmen

orientieren sich jedoch in erster Linie am

Produktangebot und beziehen sich unter

anderem auf Rezepturänderungen, Wer -

be- und Marketing-Restriktionen, Steuern

sowie eine erweiterte (farbliche) Nähr -

wert kennzeichnung. Im Zentrum stehen

dabei Lebensmittel mit hohem Fett-, Salzund

Zuckergehalt. Denn: Gemessen an

den Empfehlungen essen die Menschen

zu fett, zu süß, zu salzig und generell zu

viel. Das besagen Ernährungsberichte vieler

Länder in unterschiedlichem Ausmaß.

Ob die genannten Instrumente einen

Erfolg erwirken, also den Obesity-Trend

stoppen oder umkehren können, hängt

davon ab, auf welcher Basis sie gründen.

Nun lässt sich fragen, wie es um die er -

nährungswissenschaftlichen Daten grund -

lagen und das Zustandekommen von

Empfehlungen bestellt ist.

tungs studien oder die Ableitung der Aus -

wirkungen auf die Bevölkerung. Die

Frage, ob Ernährungserhebungen valide

sein können, wenn sie auf dem Erin -

nerungsvermögen der Teilnehmer gründen

– wie zum Beispiel Food Frequency

Question naires, 24-h-Recalls oder Diet

History –, ist in der Wissenschaft nach wie

vor strittig. Schließlich ist aus anderen

Fachgebieten gut belegt, dass Wahr -

nehmung, Speiche rung und Wiedergabe

von Ereignissen von der objektiven Realität

abweichen und somit persönliche Berichte

nicht als akkurate Instrumente zur Ge -

nerierung von wissenschaftlichen Daten

gewertet werden können. Beobach tungs -

studien zeigen zu dem bloß Assoziationen

auf, können aber keine Kausalitäten, also

Ursache-Wir kungs-Zusammenhänge,

belegen. Zusam men hänge allerdings lassen

sich zu fast jedem Nährstoff mit nahezu

jedem Endpunkt finden, auch in

Foto: © freshidea/fotolia

Publikationen aus Peer-Reviewed-Journals.

Dabei können sich Trends häufig ganz einfach

überlagern. So lässt sich zum Beispiel

auch ein gleichzeitiger Anstieg der Prä -

valenz von Adipositas und des Konsums

von abgefülltem Wasser seit Mitte der

1970er-Jahre darstellen. Korrelation be -

deutet eben nie automatisch Kausalität.

EVIDENZ AUF SCHWACHEN FÜSSEN

Wie also sieht es mit der Evidenz lage bei

Empfehlungen aus? Eine der sehr oft

zitierten ist jene zur Zuckeraufnahme der

Weltgesund heitsorganisation. 2015 fügte

die WHO der „strong recommendation“

von maximal 10 Energieprozent freie

Zucker für Kinder und Erwachsene eine

„conditional recommendation“ von maximal

5 Ener gieprozent freie Zucker hinzu.

Darunter werden Mono- und Disaccharide

verstanden, die Produkten und Speisen

von den Herstellern, Köchen oder

Konsumenten zugesetzt werden. Zucker

in Honig, Frucht saft, Fruchtsaftkon zen trat

und Sirup zählt die WHO ebenfalls dazu.

Begründet werden die Limitierun gen mit

den präventiven Effekten für Zahnkaries

sowie Übergewicht und Adipositas. Die

WHO konstatiert dennoch in den Guide -

lines auf Basis der gesamten geprüften

Daten eine sehr schwache bis moderate

KORRELATION ≠ KAUSALITÄT

Ein Kritiker der aktuellen Praxis der Er -

nährungsforschung, John Ioannidis, konstatierte

2013, dass die Ernährungs -

wissen schaft häufig zu nicht glaubhaften

Ergebnissen kommt. Diese scheinen oftmals

„zu gut, um wahr zu sein“. Das hat

mehrere Gründe – die Ernährungswissen -

schaft ist schließlich mit einer Reihe von

Stolpersteinen konfrontiert. Dazu zählen

etwa Ergebnisse aus Ernährungser he -

bungen, Assoziationen aus Beobach -

10 VDOE POSITION 2/18


FOKUS

Evidenz für den Zusammenhang von freien

Zuckern mit dem Auftreten von Zahn -

karies sowie eine schwache bis moderate

Evidenz für den Zusammenhang mit dem

Körpergewicht. So zitiert die WHO auch

eine Meta-Analyse, die belegt, dass sich

bei einem isoenergetischen Austauch von

freien Zuckern mit anderen Kohlenhydra -

ten das Körpergewicht nicht ändert. Die

Leitlinie Kohlenhydrate der DGE kommt

zu dem generellen Schluss: „Für die

Mono- und Disaccharidzufuhr ist die

Evidenz für einen Zusammenhang mit den

untersuchten Krankheiten entweder un -

zu reichend oder es gibt Evidenz für keinen

Zusammenhang.“ Generell scheint daher

die Effektivität einer strikten Zucker be -

grenzung zumindest fraglich zu sein. Für

zuckergesüßte Getränke ergibt die Daten -

lage der DGE jedoch: „Ein hoher Konsum

zuckergesüßter Getränke erhöht bei Er -

wachsenen das Risiko fur Adipositas mit

wahrscheinlicher, bei Kindern mit möglicher

Evidenz.”

EFFEKT VON STEUERN SEHR

FRAGLICH

Der Konsum von zuckergesüßten Geträn -

ken ist aber nicht isoliert zu betrachten. Im

deutschen Ernährungsbericht zeigt sich,

dass mit zunehmendem Anteil an verarbeiteten

Lebensmitteln der Konsum an

Soft Drinks steigt und dass ein Essmuster

mit dem höchsten Anteil an verarbeiteten

Lebensmitteln am häufigsten unter den

19- bis 25-Jährigen gelebt wird. Im Durch -

schnitt nehmen Frauen mit diesem Ess -

muster 4,8 Energieprozent und Männer

4,3 Energieprozent mit Soft Drinks (206 g

beziehungsweise 282 g) pro Tag auf. Ein

Blick in den öster reichischen Ernährungs -

be richt verrät, dass im Durchschnitt

Frauen etwa 121 g und

Männer 248 g Li mo na -

den täglich trinken.

Das entspricht 50 bis

100 kcal. Keine allzu

relevante Größe. Be -

achtenswert sind je -

doch die Heavy User,

vor allem die Männer.

Die 95. Perzentile liegt

bei etwa 1.000 g, bei

den 19- bis 25-Jähri gen

gar bei 2.000 g pro

Tag. Kann eine Steuer

auf zuckergesüßte Ge tränke demnach ein

effektiver Hebel sein, um Übergewicht

und Adi positas in der gesamten Bevölke -

rung Herr zu werden? Oder ist ein hoher

Soft-Drink-Konsum eher ein Marker für

ein generell weniger ausgewogenes Ess -

muster oder integraler Bestandteil des jungen

(männlichen) Er wachsenenlebens? In

Mexiko wurde An fang 2014 eine Steuer

von 1 Peso/l zuckergesüßtes Getränk eingeführt.

Im ersten Jahr wurden im Durch -

schnitt um 6 % weniger Limona den ge -

kauft, also rund sieben 600-ml-Fla schen.

Die Menge entspricht etwa 1.740 kcal in

einem Jahr. Als große Limi tierung geben

die Studien autoren an, dass keine Ur -

sache-Wirkungs-Beziehung zwischen der

Steuer und dem geringeren Kauf volumen

dargestellt werden konnte, da gleichzeitig

wirtschaftliche Verände run gen stattfanden

und Gesund heitskam pag nen zu

zucker gesüßten Ge trän ken so wie Anti-

Obesity-Programme liefen.

KEINE EVIDENZ FÜR VERBOTE

UND CO.

Noch ein paar Worte zu Fett. Auch die

etablierte Empfehlung, Fett generell sowie

Die Autorin: Marlies Gruber

Mag. Dr. Marlies Gruber studierte Ernährungswissen -

schaften an der Universität Wien und arbeitet seit 2005

beim „forum. ernährung heute” in Wien. 2007 übernahm

sie die wissenschaftliche Leitung, 2017 die Geschäfts -

führung des Vereins. Zudem ist sie Lektorin an österreichischen

Fachhochschulen, Wissenschaftsjournalistin und

Autorin von Sach-, Fach- und Kochbüchern.

Kontakt: mg@forum-ernaehrung.at

(Literatur bei der Verfasserin)

Foto: © privat

Foto: © alexionas / fotolia

Macht die strikte Beschränkung der Zufuhr von Zucker & Co.

Sinn? Die wissenschaftliche Datenlage liefert nach dem Urteil

der Autorin dafür keine Beweise.

vor allem gesättigte Fette zu reduzieren

und durch Pflanzenöle und komplexe

Kohlenhydrate zu ersetzen, ist zu hinterfragen.

Sie basiert auf einer selektiven

Wahrnehmung der Studienlage, die ge -

gen teilige Resultate ausblendet. Erst 2017

wurden mit den Ergebnissen der PURE-

Study wieder Daten publiziert, die darauf

hinweisen, dass weder Gesamtfett noch

gesättigte oder ungesättigte Fett säuren

mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herz -

infarkt oder KHK-Mortalität assoziiert

sind.

Ob generell die Ernährung einen so mächtigen

Einflussfaktor auf die Morta li tät bildet,

wie etwa im US-amerikanischen

Gesundheitsbericht mit 26 % publiziert,

wagt Ioannides aufgrund der vorliegenden

Datenstrukturen grundsätzlich zu

bezweifeln. Dass körperliche Fitness mitunter

ein wesentlicherer Einflussfaktor auf

die kardiovaskuläre und Gesamtmortalität

sein kann als der BMI, verdeutlichen zu -

dem bereits Ergebnisse aus den 1990er-

Jahren.

Angesichts der derzeitigen Datengrund -

lagen scheint die Effektivität von Empfeh -

lungen und abgeleiteten Maßnahmen be -

grenzt zu sein, um Zivilisationskrankheiten

entgegenzuwirken. Auch unzählige weitere

Beobachtungsstudien und randomisierte

Studien werden jedoch für eine tatsächlich

evidence-based-policy nicht ausreichen.

Um Auswirkungen der Aufnahme

singulärer Nährstoffe oder auch einzelner

Lebensmittel auf Bevölkerungsebene ab -

zusichern, wären umfassende „Mega“-

Interventionsstudien mit hohem Finan -

zierungs bedarf notwendig.

Dr. Marlies Gruber

VDOE POSITION 2/18 11


FOKUS

ERNÄHRUNGSPOLITIK VON UNTEN

Mit Ernährungsräten zur Wende

Ernährungsräte gestalten Ernährungspolitik auf lokaler Ebene. In diesen Gremien

arbeiten Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft gemeinsam

daran, die Lebensmittelversorgung ihrer Stadt oder Kommune zu verbessern.

Das Konzept hat seinen Ursprung in den USA und verbreitet sich seit dem Jahr 2016

auch in Deutschland.

Ernährung beginnt für die meisten Men -

schen im Supermarkt oder beim Dis -

counter. Industrialisierung und Globalisie -

rung haben dazu geführt, dass jederzeit

ein günstiges Angebot an Lebensmitteln

in großer Vielfalt verfügbar ist. Die Kehr -

seite sind die ökologischen, ökonomischen

und sozialen Folgen: Massentier -

haltung, Monokulturen, Patente auf Saat -

gut sowie unfaire Handelsbedingungen

führen zu Umweltschäden und Klimawan -

del, zu Leid bei Mensch und Tier. Hinzu

kommen gesundheitliche Folgen des Kon -

sums von industriell verarbeiteten Lebens -

mitteln. Ernährungsräte setzen sich für ein

ökologisch nachhaltiges und sozial ge -

rechtes Ernährungssystem in ihrer Re gion

ein. Sie wollen nicht mehr abhängig von

der internationalen Lebensmittel industrie

sein, sondern Lebensmittelver sorgung und

Ernährungspolitik zurück in die Kommu -

nen holen und entscheidend darüber mitbestimmen,

was auf ihre Teller kommt.

DIE GESCHICHTE DER BEWEGUNG

Die Idee der Ernährungsräte (engl. Food

Policy Council) stammt aus den USA und

ist weit verbreitet in Nordamerika und

Großbritannien. 1982 soll in Knoxville,

Tennessee, der erste Ernährungsrat aus

einer studentischen Initiative hervorgegangen

sein. Diese hatte zum Ziel, vor

allem der ärmeren Bevölkerung den Zu -

gang zu gesunden Nahrungsmitteln zu

erleichtern. Heute gibt es bereits fast 280

Food Policy Councils in Nordamerika. Im

Jahr 2005 war die englische Stadt Brigh -

ton die erste in Europa, die eine entsprechende

Initiative ins Leben rief. Weitere

Städte wie Bristol und London folgten.

Das London Food Board hat zum Beispiel

das Ziel, täglich eine Million Mahlzeiten in

urbanen Gärten zu erzeugen. In Deutsch -

land waren 2016 Köln und Berlin die

ersten Städte, die Ernährungsräte gegrün-

det ha ben, um die Ernährungssou ve -

ränität vor Ort zu stärken. Ab 2017 folgten

Frank furt, Dresden, Oldenburg, das

Saarland, der Landkreis Fürstenfeldbruck

und Kiel. In vielen weiteren Kommunen

gibt es konkrete Planungen für die Grün -

dung von Er nährungsräten. Beim ersten

Kongress zur Vernet zung der Ernährungs -

räte im November 2017 in Essen kamen

über 120 Personen aus 40 Initiativen zu -

sammen.

STRUKTUR UND ZIELE DER

ERNÄHRUNGSRÄTE

Ernährungsräte unterscheiden sich in ihrer

Organisationsform zum Teil recht stark

voneinander. Auch die Herausforderun -

gen, de nen sie sich stellen, variieren je

nach Aus gangssituationen und Interessen

der Mit glieder. Häufig liegen die Wurzeln

im En gagement der Zivilgesellschaft, zum

Beispiel in Ur ban-Gardening-Initiativen,

Umwelt- und Sozialprojekten oder Food -

sharing-Grup pen. Der Ernährungsrat ist

als Arbeitskreis zu verstehen, in dem sich

die zivilgesellschaftlichen Akteure mit

Erzeugern und Verarbeitern aus dem

Umland, Per sonengruppen aus Handel,

Gastronomie und Wissenschaft sowie

Vertretern aus Politik und Verwaltung

gemeinsam dafür einsetzen, ein nachhalti-

ges Ernährungs system für ihre Kommune

zu schaffen. Ein großes Plus dieser Gre -

mien ist es, dass Menschen mit verschiedensten

Hinter gründen und Expertisen

aufeinandertreffen, die alle ihre individuellen

Erfahrungen mit Landwirtschaft,

Lebensmitteln und Ernährung einbringen.

Diese Vielfalt lässt sich nutzen, um voneinander

zu lernen und gemeinsame Ziele

und Strategien zu entwickeln. Ziele können

zum Beispiel sein:

• Ur bane Landwirtschaft stär ken

• Ernäh rungs kompetenzen vermitteln

• Einsatz regionaler Lebensmittel in Ge -

mein schafts verpflegung für Kitas, Schulen

und Unter nehmen/Institutionen fördern

• Be zie hun gen zwischen Erzeugern und

Verbrauchern herstellen

• Regionale Vermarktungsinitiativen schaf -

fen und unterstützen

• Bildungsan gebote im Be reich Ernährung

und Landwirtschaft entwickeln

• Akteure im Ernährungssektor vernetzen

Ein optimiertes lokales Ernährungssystem

steigert nicht nur die Lebensqualität der

Einwohner, sondern hilft auch der städtischen

Entwicklung: Kommunen stellen

sich zukunftsfähig auf und halten Ar -

beitsplätze und damit Wertschöpfung in

der Region. Daher sind Ernährungsräte auf

jeden Fall ein Gewinn für Städte und

Regionen – ob als beratendes Gremium

oder als Teil der kommunalen Ernäh -

rungspolitik. Viele kleine Lösungen können

so dazu beitragen, die großen Pro bleme

der Welternährung zu bewältigen.

Melanie Kirk-Mechtel

Die Autorin: Melanie Kirk-Mechtel

Melanie Kirk-Mechtel ist Diplom-Oecotrophologin und

Fachjournalistin. Seit 2003 arbeitet sie im Bereich

Ernährungskommunikation für Print und Online-Medien.

Auftrag geber sind PR-Agenturen, Unternehmen, Insti -

tutionen und Redaktionen. Content rund um Lebens -

mittel, Ernährung und Nachhaltigkeit bietet sie auch auf

ihrer Website www.melaniekirkmechtel.de an.

Kontakt: info@melaniekirkmechtel.de

Foto: © privat

12 VDOE POSITION 2/18


FOKUS

BERUFSPOLITIK

#aufschreiernährungsberatung

Berufspolitik gehört zu den zentralen Aufgaben des VDOE als Berufsverband. Wie

wichtig die berufspolitische Vertretung der Mitgliederinteressen ist, konnten wir in

den vergangenen Wochen hautnah erleben: Anfang April ging durch die Berufs -

gruppe der Ernährungsfachkräfte ein Aufschrei, der sich unter dem Hashtag #aufschreiernährungsberatung

in den sozialen Medien viel Gehör verschafft hat. Anlass

der Aufregung war ein Detail des SPD-Vorschlags, die Hartz IV-Grundsicherung durch

ein „solidarisches Grundeinkommen“ (SGE) zu ersetzen und parallel dazu Arbeits -

plätze insbesondere für Langzeitarbeitslose im öffentlichen Sektor zu schaffen. Zu

den möglichen geförderten Tätigkeiten (vergütet mit dem Mindestlohn von 8,84

Euro pro Stunde) wurden Babysitting, Betreuung von Älteren, Einkaufsdienste für

Behinderte, Flüchtlingshilfe und Ernährungsberatung (!) genannt.

Inzwischen ist die Welle der Empörung

darüber in den sozialen Medien zwar wieder

abgeebbt. Dafür haben sich aber die

wichtigsten Berufs- und Fachverbände kritisch

zum Sachverhalt geäußert und durch

Stellungnahmen und offene Briefe gegen

die Idee verwehrt, dass eine anspruchsvolle

Tätigkeit wie Ernährungsberatung von

Menschen ohne jede Ausbildung und

fachliche Voraussetzung durchgeführt

werden könnte. Dabei hat sich der Berufs -

Verband Oecotrophologie (VDOE) als

größter und wichtigster Zusammenschluss

von Ernährungswissenschaftlern und qualifizierten

Ernährungsfachkräften als erster

mit einer kritischen Stellungnahme zu

Wort gemeldet. Darin fordert der VDOE,

die Idee der Beschäftigung von Langzeit -

arbeitslosen aus dem SPD-Konzept des

SGE ersatzlos zu streichen. In der Stellung -

nahme heißt es unter anderem: „Der Be -

rufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE)

fordert un bedingt die Streichung dieser

Tätigkeit und Definition aus dem Konzept

Mehr Infos und

Hintergrund:

l VDOE-Stellungnahme zum SGE:

https://bit.ly/2tlwKsa

l Blogpost von Dr. Friedhelm Mühl -

eib im tellerrandblog: http://www.

tellerrandblog.de/75609-2/

l Interview mit Dr. Andrea Lambeck

im tellerrandblog: http://www.

tellerrandblog.de/75630-2/

l #aufschreiernährungsberatung auf

Twitter und Facebook

und stellt dazu klar: Ernährungsberatung

ist eine anspruchs- und verantwortungsvolle

Tätigkeit mit dem Ziel, eine nachhaltige

Verbesserung des

Ernährungsver haltens

in kleinen und alltagstauglichen

Schrit ten

nachhaltig zu erreichen

sowie Fehlernäh -

rung zu vermeiden.

Weder die inhaltlichen

(vor allem ernährungsphysiologischen

und

lebensmittelwissenschaftlichen)

noch die

methodischen Kom -

peten zen zur Ausfüh -

rung dieser Beratung Foto: © muehleib

können „im Schnell -

kurs“ erlernt werden.

Gut vermittelte Grund -

kenntnisse, wie im Kon zept genannt, reichen

für diese verantwortungsvolle Tätig -

keit nicht aus!“ Insbeson dere im Kontext

eines gesellschaftlichen Nutzens vermisst

der VDOE Aspekte der Ver braucher- beziehungsweise

Patientensicherheit, die bei

das Gemein wohl betreffenden Ent schei -

dungen stets oberste Priorität erfahren

sollten und für deren Umsetzung sich der

BerufsVerband Oecotrophologie und seine

Mitglieder als Partner anbieten.

Für Dr. Andrea Lambeck, Geschäftsführe -

rin des VDOE, ist die Diskussion mit der

Stellungnahme jedoch längst nicht erledigt.

Im Gegenteil: Sie will die Debatte

nutzen, um über den gegebenen Anlass

hinaus eine breite Debatte über den

gesellschaftlichen Stellenwert qualifizier-

ter Ernährungsberatung und -therapie zu

entfachen. Wie das im Detail aussehen

kann, skizziert sie im Gespräch mit Dr.

Friedhelm Mühleib: „Aus unserer Sicht ist

es jetzt unbedingt wichtig, Entscheider in

Politik und Verwaltung mit unserem

Anliegen zu konfrontieren. Konkret heißt

das: Wir wollen einerseits die zuständigen

Ministerien – Bundesgesundheits ministe -

rium, Verbraucherschutzministerium und

Ernährungsministerium – für das Thema

sensibilisieren. Andererseits müssen wir

Abgeordnete aus den Ausschüssen für

Ver braucherschutz, für Gesundheit und

für Ernährung als Partner für unsere Sache

Der Protest der Ernährungsfachkräfte konnte sich in den

sozialen Medien erfolgreich Gehör verschaffen.

gewinnen, damit das Thema im politi-

i

schen Bereich Fahrt aufnimmt. Gleich -

zeitig fordert Lambeck alle anderen Ak -

teure im Bereich der Ernährungsbe ra tung

und -therapie zu gemeinschaftlichem

Handeln auf: „Wir wollen und können das

als VDOE gar nicht alleine stemmen – wir

brauchen eine konzertierte Aktion von

allen Kräften, die im Ernährungsbereich

unterwegs sind. Den Schulterschluss unter

anderem mit den Diätassistenten und der

Deut schen Gesellschaft für Ernährung

(DGE) sowie mit QUETHEB haben wir

schon. Wir wollen noch weitere Ver -

bündete gewinnen, um maximale Öffent -

lich keit für unser Anliegen zu schaffen

und breite Kreise der Bevölkerung darauf

aufmerksam zu machen.“

Dr. Friedhelm Mühleib

VDOE POSITION 2/18 13


VDOE AKTUELL

KONGRESS ERNÄHRUNG 2018 – EIN KOMMENTAR

Wichtiger Schritt nach vorne

Knapp 1.800 Teilnehmende – so viele wie noch nie – kamen nach Kassel zur 5. ge -

meinsamen Jahrestagung des VDOE mit der Deutschen Gesellschaft für Ernährungs -

medizin e. V. (DGEM) und dem Bundesverband deutscher Ernährungsmediziner e. V.

(BDEM). Die Ernährungsfachkräfte und Ernährungsmediziner hatten die Qual der

Wahl: Rund 200 Referenten präsentierten in circa 50 Blockveranstaltungen neueste

Erkenntnisse aus der Ernährungsmedizin, Ernährungswissenschaft und Ernährungs -

therapie. Besonders erfreulich: Viele junge Kolleginnen und Kollegen brachten sich

aktiv ein. Das Programm bot eine große Themenvielfalt mit Schwerpunkt auf onkologische

Erkrankungen und Mangelernährung. Der Wehrmutstropfen: Das Interesse

an manchen Veranstaltungen war so groß, dass einige Teilnehmende an den Türen

abgewiesen wurden, was für Unmut sorgte.

Bemerkenswert war auch die Größe der

Industrieausstellung. An rund 80 Ständen

präsentierten sich Aussteller von Alpro bis

Zöliakiegesellschaft. Das Angebot, in di -

rekten Kontakt mit Herstellern und Ver -

bänden zu kommen, wur de intensiv ge -

nutzt. Ein Highlight der Tagung und ein

Meilenstein der Berufspo litik war die

Unterzeichnung der Kasseler Erklärung.

Darin fordern DGEM, VDOE und BDEM

gemeinsam, dass Ernährungs the ra pie eine

definierte Leistung der gesetzlichen Kran -

kenversicherungen werden muss, denn

ernährungsmedizinische und -therapeutische

Konzepte sind nach heutigem Ver -

ständnis integraler und effektiver Bestand -

teil von Therapie und Prävention.

Die Unterzeichner zeigen dann auch

Defizite auf, zum Beispiel dass verpflichtende

Qua litäts stan dards und Organisa -

tions formen für eine an wissenschaftlichen

Er kennt nissen ausgerichtete ernährungsmedizinische

und ernährungstherapeutische

Be treuung in Kliniken und

Praxen fehlen und es an transparenten

nachhaltigen (Trans fer-)Strukturen, so -

wohl in den Kliniken und Institutionen als

auch für die ambulante (häusliche) Ver -

sorgung, mangelt.

werden, um Lösungsansätze zu entwi -

ckeln. Ein guter und wichtiger Schritt in

die richtige Richtung. Dieses Vorhaben

könnte auch wieder mehr Gemeinsamkeit

zwischen den Verbänden herstellen, was

eine unabdingbare Voraussetzung für

nachhaltige Veränderungen ist.

EIN ANFANG, DER NOCH VIELES

OFFENLÄSST

Meiner Meinung nach war von dieser Ge -

mein samkeit und einer Aufbruchstimmung

in Kassel leider wenig zu spüren. Im

Vergleich zu den bisherigen gemeinsamen

Veranstaltungen kam der interdisziplinäre

Austausch zu kurz. Be währte Veranstal -

tungsformate wie die „Expertentreffs”

fehlten sogar ganz. Gerade die Schwer -

Foto: © Augustin

punktthemen Onkologie und Mangel er -

nährung wären hierfür doch prädestiniert

gewesen. Vielfalt ist in diesem Bereich der

Ernährungstherapie eine be sondere Stär -

ke, was einige Beispiel pro jekte zeigen, in

denen die verschiedenen Disziplinen im

Rahmen von multiprofessionellen Ernäh -

rungsteams vertrauensvoll und wertschätzend

zusammenarbeiten. Davon brauchen

wir mehr. Es ist zu wünschen, dass wir

beim nächsten gemeinsamen Kongress

mehr solcher Leuchtturm projekte vorstellen

können. Die neue Ge schäftsführung

und der neue Vorstand des VDOE können

dazu beitragen, dass die Rahmen be din -

gungen verbessert werden. Ein wichtiger

Schritt und eine echte Herkules aufgabe

wäre, die Bezeichnung „Ernäh rungsthe -

rapeut“ per Gesetz zu definieren. Dafür

müssen die Verbands gremien zunächst

klären, wer aus der großen Ge mengelage

der ernährungswissenschaftlichen und

oecotrophologischen Ab schlüsse die notwendigen

fachlichen Voraussetzungen für

die Er nährungs the rapie mitbringt und

welche zusätzlichen Qualifikationen notwendig

sind, um auch multimorbide Pa -

tienten adäquat beraten zu können. Das

sind wir den Patienten und den kooperierenden

Fachdisziplinen schuldig.

Dr. Maike Groeneveld

Eine Formulierung, die Ernährungs the ra -

pie als gemeinsame Aufgabe von Er -

nährungsmedizinern und Ernährungsfach -

kräften definiert, sucht man in dieser fünfseitigen

Erklärung allerdings vergeblich.

Eine Steuerungsgruppe aus Delegierten

von DGEM, VDOE und BDEM sowie dem

VDD (Verband der Diätassistenten – Deut -

scher Bundesverband e. V.) soll eingesetzt

„Full house” in Kassel: Knapp 1.800 Teilnehmer brachten sich im klassizistischen

Ambiente des Kongress Palais in Sachen Ernährung auf den neuesten Stand.

14 VDOE POSITION 2/18


VDOE AKTUELL

NACHWUCHSFÖRDERUNG

OECOTROPHICA-PREIS 2018

Vier Nachwuchswissenschaftlerinnen erhielten am 22. Juni beim Kongress „ERNÄH-

RUNG 2018 – Ernährung ist Therapie und Prävention“ den OECOTROPHICA-Preis des

BerufsVerbandes Oecotrophologie e. V. (VDOE). Mit dem OECOTROPHICA-Preis fördert

der VDOE Nachwuchswissenschaftler und honoriert herausragende Leistungen.

Stifter des Preises ist der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V.

(BLL) in Berlin.

„Auch in diesem Jahr wurden wieder sehr

eindrucksvolle Master- und Doktorar bei -

ten aus den Bereichen Humanernäh rung

sowie Ernährungsverhaltens- und Kon -

sumforschung von Nachwuchs wissen -

schaftlern bei uns eingereicht. Wir freuen

uns sehr über das große Interesse am

OECOTROPHICA-Preis”, so Kerstin Wriedt,

bis Juni 2018 Vorstandsvorsitzende des

VDOE. „Immer wieder er halten wir von

Preisträgern der vergangenen Jahre die

Rückmeldung, dass der Preis ein wichtiger

Meilenstein zum nächsten Karriereschritt

war und als große Moti vation empfunden

wurde. In diesem Sinne wünschen wir

allen Preisträgern 2018 viel Erfolg bei

ihrem weiteren beruflichen Werdegang“,

so Wriedt weiter. „Das wissenschaftliche

Kuratorium hatte hervorragende Arbeiten

zu bewerten und die besten auszuwählen.

Die Entschei dung des Kuratoriums begrüßen

wir ausdrücklich, denn die Preisträ -

gerinnen ha ben brandaktuelle Themen

bearbeitet. Erstmalig ergibt sich im Bereich

Ernäh rungsverhaltens- und Konsumfor -

schung die Situation, dass wir zwei

Doktorarbeiten prämieren.“ Den OECO-

TROPHICA-Preis 2018 haben erhalten:

BEREICH HUMANERNÄHRUNG

Lisa Dicks für ihre Masterarbeit „Kann die

regelmäßige Einnahme eines flavanolreichen

Kakaopulvers den Blutdruck sowie

den Glukose- und Lipidstoffwechsel bei

Typ-2-Diabetikern mit stabiler Stoff -

wechsellage beeinflussen? Untersuchun -

gen im Rahmen einer randomisierten,

doppelblinden, Placebo-kontrollierten In -

terventionsstudie“ (Hochschule Nieder -

rhein, Betreuerin: Prof. Dr. Sabine Ellinger)

Clemens Wittenbecher für seine Doktor -

arbeit „Linking whole-grain bread, coffee

and red meat to the risk of type 2 diabetes

– using metabolomics networks to infer

potential biological mechanisms“ (Deut -

sches Institut für Ernährungsforschung

DIfE, Betreuer: Prof. Dr. Matthias Schulze)

BEREICH ERNÄHRUNGSVERHALTENS-

UND KONSUMFORSCHUNG

Carolin Hauck für ihre Doktorarbeit

„Suchtartiges Essverhalten in der deutschen

Allgemeinbevölkerung, bei Per -

sonen mit morbider Adipositas und leis -

tungsorientierten Ausdauersportlern –

Untersuchungen mit der Yale Food

Addiction Scale 2.0“ (Georg-August-

Universität Göttingen, Betreuer: PD Dr.

med. Thomas Ellrott)

Carina Schnellbächer für ihre Doktor ar -

beit „Ernährungskompetenz in Familien

(EFA) – Eine empirische Untersuchung“

(Justus-Liebig-Universität Gießen, Be treue -

rin: Prof. Dr. Ingrid-Ute Leon häuser)

Foto: © Augustin

Glückliche Gesichter v. l. n. r.: Carina Schnellbächer, Prof. Dr. Christel Rademacher, Carolin Hauck, Prof. Dr. Helmut Heseker, Ingrid

Acker, Lisa Dicks, Julia Haß (BLL)

VDOE POSITION 2/18 15


VDOE AKTUELL

MITGLIEDERVERSAMMLUNG

MV wählt neuen Vorstand

Der VDOE hat einen neuen Vorstand: Kirsten Hummerich, Inhaberin der PR-Agentur

LOBSTER&me aus Darmstadt, übernimmt das Amt der Vorstandsvorsitzenden. Die

Zahlen wurden Tamara Krafft, Ernährungstherapeutin aus Erbach bei Ulm, als rechnungsführendem

Vorstandsmitglied anvertraut. Auf die drei weiteren Vorstands -

sitze wurden Monika Bischoff, Leiterin des Zentrums für Ernährungsmedizin und

Prävention (ZEP) am Barmherzige Brüder Krankenhaus in München, Ingrid Acker,

selbstständige Ernährungstherapeutin und bereits langjähriges Vorstandsmitglied

aus Rödermark, sowie Dr. Annette Neubert, Head of Nutrition, Health & Wellness bei

Nestlé Deutschland, gewählt.

Nach Berichterstattung über die Arbeit im

zurückliegenden Jahr und Entlastung war

es an der Zeit, den scheidenden Vor -

stands mitgliedern Kerstin Wriedt, Dr. Silke

Lichtenstein, Gabi Börries und Friederike

Fieres-Keller für ihr teilweise langjähriges

ehrenamtliches Engagement zu danken.

Prof. Maria-Elisabeth Herrmann, die den

VDOE viele Jahre als Mitglied des Kura -

toriums für den Oecotrophica-Preis und

später als Beirätin unterstützte, wurde an -

lässlich ihres Wechsels in den Ruhestand

geehrt. Mit Standing Ovations ehrten und

dankten die Mitglieder Dr. Elvira Krebs, die

sich nach 20 Jahren als VDOE-Geschäfts -

führerin in den Ruhestand verabschiedet

und den Staffelstab an Dr. Andrea Lam -

beck übergeben hat.

BESCHLUSS FÜR BERLIN!

Intensiv diskutiert wurde der Antrag des

Vorstandes, den Verbandssitz nach Berlin

zu verlegen; deutlich mehr als die für eine

Satzungsänderung erforderlichen zwei

Drittel der Stimmen wurden schließlich für

den Umzug abgegeben. Vorstand und

Geschäftsführung haben nun den Auf -

trag, eine sozialverträgliche und finanziell

verantwortliche Planung zu erarbeiten. Es

handelt sich in diesem Fall um einen Vor -

ratsbeschluss, da die hiermit beschlossene

Satzungsände rung erst eingetragen werden

kann, wenn der Umzug vollzogen ist.

Um mehr Mitbestimmung ging es in zwei

Anträgen aus der Mitgliedschaft. Zum

einen wurde die Möglichkeit der Briefwahl

beantragt, zum anderen die Erhöhung der

Anzahl der Vollmachten, die ein Mitglied

in der MV auf sich vereinen kann. Beides

wurde sehr begrüßt, da es jedoch eine

Satzungsänderung erforderlich macht,

sollen über die Anträge in der nächsten

MV abgestimmt werden.

Dr. Andrea Lambeck

Foto: © Augustin

Froh am Start – der frisch gewählte VDOE-Vorstand (v. l.): Dr. Annette Neubert, Vorsitzende Kirsten Hummerich, Ingrid Acker, Tamara

Krafft und Monika Bischoff

16 VDOE POSITION 2/18


VDOE AKTUELL

KASSELER ERKLÄRUNG

Meilenstein für die Ernährung

Die Dreiländertagung hat den Teilnehmern viel Neues und wichtige Anstöße

gebracht – als Highlight des Kongresses dürfte jedoch die Kasseler Erklärung in

Erinnerung bleiben. In ihr benennen DGEM, BDEM und VDOE die wichtigsten

Defizite im Bereich der ernährungsmedizinischen und -therapeutischen Versorgung

und stellen drei Kernforderungen dazu auf.

Dabei führt die Erklärung Übergewicht

und Adipositas, Mangelernährung sowie

Krebs und Ernährung als die wichtigsten

medizinisch, sozial und ökonomisch relevanten

und damit vordringlichsten Proble -

me an. Bemängelt werden unter anderem

der inkonsequente und ineffektive Einsatz

von Er nährungsinterventionen im Rahmen

der Prävention, das Fehlen von Qua -

litätsstan dards und Organisationsformen

für eine an wissenschaftlichen Erkennt -

nissen ausgerichtete ernährungsmedizinische

und er nährungstherapeutische Be -

treuung so wie das Fehlen von transparenten

nachhaltigen (Transfer-)Strukturen in

Kliniken, Institutionen als auch für die

ambulante (häusliche) Versorgung. Ent -

sprechend stehen im Mittelpunkt der Kas -

seler Erklärung drei zentrale Forderun gen:

1. Ernährungsmedizin, Ernährungsbe ra -

tung und -betreuung müssen in der Aus -

bildung, in Klinik und Praxis fest etabliert

werden.

2. Ernährungstherapie muss zur definierten

Leistung der gesetzlichen Kranken -

versicherung werden, die damit auch eine

wichtige Präventionsaufgabe realisiert.

3. Die Politik muss Leistungserbringern,

Verbraucherschutz und Patientenver tre -

tern die Möglichkeit bieten, gemeinsam

den Rahmen für eine integrierte qualitätsgesicherte

Ernährungsversor gung zu definieren.

Hierin ist die qualitätsgesicherte

Er nährungstherapie als ein strukturelles

Therapieinstrument gegeben. Hieraus

müs sen gesetzliche Strukturen geschaffen

werden, die eine sektorenübergreifende

und interdisziplinäre Umsetzung der entwickelten

Rahmenbedingungen gewährleisten.

Um die partnerschaftliche, multidisziplinäre

und sektorenübergreifende Zusammen -

arbeit zwischen Ernährungsmedizin und

Ernährungswissenschaft/Oecotrophologie

und anverwandten Disziplinen im Hinblick

auf eine Umsetzung dieser Forderungen

zur besseren Versorgung der Patienten

wei terzuentwickeln, soll eine Steue rungs -

gruppe aus Delegierten von DGEM,

VDOE, BDEM sowie VDD (Verband der

Diätassistenten – Deutscher Bundesver -

band e. V.) eingesetzt werden. Ihr Ziel soll

es sein, die in der Erklärung beschriebenen

Themengebiete und Forderungen weiter

zu konkretisieren und zu spezifizieren.

(Die vollständige Kasseler Erklärung können

Interessierte unter https://bit.ly/2yVPS

De herunterladen.)

Red.

Foto: © Augustin

Die sichtlich zufriedenen Unterzeichner der Kasseler Erklärung (v. l.): Prof. Johannes G. Wechsler (BDEM), Ingrid Acker (VDOE), Prof.

Christian Löser (DGEM), Kerstin Wriedt (VDOE), Prof. Johann Ockenga (DGEM)

VDOE POSITION 2/18 17


VDOE AKTUELL

Dreiländertagung

in Kassel

1

2

8

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13

15


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5

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11

14

17

Kassel – ganz im Zeichen der Ernährung

Das Kongress Palais (1) ist eigentlich immer ein Grund für einen Besuch in Kassel. Für fast 1.800

Ernährungs-Fachkräfte war im Juni allerdings die „ERNÄHRUNG 2018” das wichtigste Motiv für

einen Abstecher in die documenta-Stadt. Der Andrang der Teilnehmer war riesig (2). Im historischen

Kon gress Palais wurden die Teilnehmer begrüßt von Gastgeber und Kongress-Präsident

Prof. Dr. Christian Löser (3) und -Präsidentin Ingrid Acker (3), altes und neues Vorstandsmitglied

des VDOE. Die Besucher kamen, um Neues von den vielen Top-Referenten zu hören – darunter

auch der renommierte Adipositas-Forscher Prof. em. Dr. Manfred James Müller (5) und der

Regensburger Kulturwissenschaftler Prof. Dr. Gunther Hirschfelder (6). Daneben nutzten die vielen

Besucher, darunter erfreulicherweise sehr viele junge Kolleg(inn)en (7), den Kongress zum

fleißigen Netz werken – in Grüppchen, zu zweit und zu dritt: Prof. em. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser

und Dr. Heide Preuße fachsimpeln mit OECOTROPHICA-Preisträgerin Carina Schnellbächer über

hauswirtschaftliche Themen (8). VDOE-Exvorstände Gabi Börries und Tatjana Rosendorfer tauschen

Erinnerungen aus (9). Adipositas-Expertin Dr. Tatjana Schütz betreibt Überzeugungsarbeit

(10). Die PR-Expertinnen Corinna Dürr und Iris Löhlein planen ihre nächsten Social-Media-

Aktivitäten (11). In der bestens frequentierten Industrie ausstellung (13) trifft VDOE-Frau Urte

Brink auf Andrea Schmitt vom Netzwerk Dr. Ambrosius und Anja Krumbe vom Süßstoffverband

(12). Cornelia Birkoben und Martina Weltring von der VDOE-Geschäftsstelle freuen sich, dass

aufgrund ihrer Top-Organisation mal wieder alles super geklappt hat (14). Nach getaner Arbeit

war das Buffet am Abend erfrischend und labend (15). Danach rockten die Oecotrophologinnen

den Kongress – allen voran ganz entfesselt Allergie-Spezialistin Ute Körner (17). Es hat sich also

wieder einmal gelohnt.

Red.

Alle Fotos: © Augustin


VDOE AKTUELL

STELLENMARKT 2017

Höchststand bei Stellenangeboten

Die Aussichten für Oecotrophologen auf dem Stellenmarkt sind so gut wie nie. Das

belegt die aktuelle Auswertung des VDOE-Stellen-Services. 2017 erreichte die Zahl

der Angebote mit über 1.800 Stellen einen neuen Höchststand. Ein Trend, den der

Berufsverband nun schon seit einigen Jahren beobachtet. Seit 2015 werden jährlich

über 400 Stellen mehr für Oecotrophologen registriert. Auch bei der Beobachtung

der Top-Arbeitgeber und Top-Branchen bestätigen sich die Trends der Vorjahre.

Der Anstieg der Zahl der ausgeschriebenen

Stellen hat insbesondere in den letzten

drei Jahren enorm zugenommen.

Während 2015 insgesamt 1.025 Stellen

registriert wurden, waren es 2016 bereits

1.456 Ausschreibungen, in denen qualifizierte

Oecotrophologen in vielfältigen

Tätigkeitsbereichen und Branchen gesucht

wurden, und im vergangenen Jahr sogar

über 1.818.

TOP-TÄTIGKEITSFELDER

Qualitätsmanagement/Qualitätssiche -

rung (QM/QS): Seit 2015 rangiert der

Bereich QM/QS auf Platz eins der Top -

Tätigkeiten mit rund einem Drittel aller

ausgewerteten Stellen. Der Anteil am

Gesamtumfang aller registrierten Stellen

schwankte da bei leicht. 2015 entfielen

36 % aller Stellen auf den Bereich QM/QS,

2016 sank der Anteil leicht auf 30 %, um

2017 wieder auf 32 % anzusteigen. Auch

mit dem Blick auf die Arbeitgeber für das

Tätig keitsfeld QM/QS beobachtet der

VDOE seit 2015 stabile Entwicklungen.

Die Bran chen mit den meisten Arbeits -

angeboten für Experten aus dem Bereich

der Oeco trophologie in diesem Top-

Arbeitsfeld wa ren im vergangenen Jahr –

wie auch 2015 und 2016 – die Lebens -

mittelwirtschaft sowie Unternehmen aus

dem Service- und Dienstleistungssektor.

Marketing/Vertrieb: Eine ähnliche Ent -

wick lung beobachtete der VDOE in den

Jahren 2015 bis 2017 für den Tätig keits -

bereich Marketing/Vertrieb/Ein kauf/Ver -

kauf. Nach einem Stellenumfang von insgesamt

109 gefundenen Stellen (was

einem Anteil von 11 % aller registrierten

Stellen entspricht) im Jahr 2015 sank der

Anteil 2016 zunächst auf 7 % (102 Stel -

len). 2017 zog dieser Bereich wieder leicht

an. 229 Stellen wurden erfasst, was einem

Anteil von 13 % entspricht. Hauptarbeit -

geber war auch in diesem Arbeitsfeld die

Lebensmittelwirtschaft.

Ernährungsberatung und Ernäh rungs -

information: Auch der dritte Platz der

Top-Tätigkeiten bestätigt sich. Im Tätig -

keits feld wurde erneut ein leichter Anstieg

gegenüber dem Vorjahr beobachtet. Be -

sonders Krankenhäuser und Kliniken

waren auf der Suche nach Oecotropho -

logen – fast die Hälfte aller Stellen kann

diesem Bereich zugeordnet werden. Rang

zwei der Arbeitgeber belegt die Ge sund -

heits- und Fitnessbranche.

TOP-ARBEITGEBER

Auch 2017 bestätigen sich, wie 2015 und

2016, die Top-Arbeitgeber für Oecotro -

pho logen. Diese sind: Unternehmen der

Lebensmittelwirtschaft, Institutionen und

Verbände sowie Forschungsinstitute und

Hochschulen.

Unternehmen der Lebensmittelwirt -

schaft: Hier zeigt sich, dass viele Ar -

beitgeber die Multiprofessionalität von

Oecotrophologen, Ernährungs-, Haus -

halts- und Lebensmittelwissenschaftlern

zu schätzen wissen und Stellen in unterschiedlichen

Berufsfeldern anbieten. So

suchte 2017 zum Beispiel die apetito catering

B.V. & Co. KG Oecotrophologen in

den Be reichen Öffentlichkeitsarbeit und

Marke ting, Verpflegungs- und Ver sor -

gungs management, Qualitätsmanage -

ment und Qualitätssicherung, Produkt -

entwicklung und Vertrieb. Die Danone

GmbH in Haar bei München schrieb für

die Bereiche Marketing, Qualitätsmanage -

ment und Qualitätssicherung, Produktion,

Vertrieb sowie Öffentlichkeitsarbeit und

Kommu nikation Stellen für Oecotro -

phologen aus. Diese Entwicklung ist auch

bei einigen Korporativen Mitgliedern des

VDOE zu beobachten. So gibt es zum

Beispiel bei Nestlé allein am Standort

Frankfurt/Main ein Netzwerk von rund 50

Oecotro pho lo gen, das sich regelmäßig

zum Erfahrungs austausch trifft.

Institutionen und Verbände: Der Trend,

Oecotrophologen innerhalb von Unter -

nehmen in verschiedenen, zum Teil sehr

unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen zu

be schäftigen, zeichnet sich auch bei Insti -

tutionen und Verbänden ab. So suchte die

Bayerische Landesanstalt für Landwirt -

schaft – KErn Kompetenzzentrum für

Ernährung (Projekt-)Mitarbeiter mit einem

oecotrophologischen Abschluss für die

Bereiche Wissenschaft und Forschung,

Redaktion und Journalismus, Öffentlich -

keitsarbeit und Kommunikation sowie

Schule, Bildung und Lehre.

Jutta Bassfeld

Der VDOE-

Stellen-Service

Der Stellen-Service des VDOE ist jede

Woche aktuell im Intranet abrufbar

für unsere Mitglieder. Auch „Nochnicht-Mitglieder”

können durch die

Bestellung einer einmaligen Probe-

Ausgabe von diesem Service profitieren.

(https://www.vdoe.de/vdoe-stellen-service.html)

Immer mehr Unter -

neh men und Institutionen, die Oeco -

tro phologen, Haushalts-, Ernährungs -

wissenschaftler suchen, schalten di -

rekt im VDOE-Stellen-Service eine An -

zeige und erreichen so ihre Zielgruppe

ohne Streuverluste. Korporative Mit -

glieder im VDOE erhalten einen Ra -

batt von 50 % auf alle Anzeigen prei -

se. https://www.vdoe.de/arbeitgeberservice.html

20 VDOE POSITION 2/18


VDOE AKTUELL

HEILMITTEL ERNÄHRUNGSTHERAPIE

Status quo bei Mukoviszidose & Co.

Das arbeits- sowie reiseintensive Jahr der Heilmittelverhandlungen war für den

VDOE sehr erfolgreich. Gemeinsam mit den Verbänden der potenziellen Heil -

mittelerbringer (QUETHEB, VDD, VFED) hat der VDOE Rahmenverträge und

Vergütungsvereinbarungen zum Heilmittel Ernährungstherapie mit den Kranken -

kassen geschlossen und unterschrieben. Bis Mitte Juni haben jedoch noch nicht einmal

zehn Personen ihre Unterlagen für eine Zulassung als Heilmittelerbringer zur

Überprüfung eingereicht. Eine Praxiszulassung wurde bisher noch gar nicht beantragt.

Auch bei anderen Heilmitteln lief es langsam an. Über Gründe kann nur spekuliert

werden: Gelten bestehende Verträge mit den Spezialkliniken und -ambulanzen,

sodass momentan keine Notwendigkeit besteht? Wird das Verfahren der

Zulassung als zu aufwendig angesehen? Lohnt es sich aufgrund der geringen

Patientenzahl nicht, sich hier zu spezialisieren?

Um die erste Hürde zu nehmen, empfiehlt

der VDOE potenziellen Leistungserbrin -

gern, zunächst unverbindlich und kostenlos

eine Zulassung nach § 124 Abs. 4 SGB

V überprüfen zu lassen. Hierfür sind unter

anderem die Qualifikation und die Be -

rufserfahrung in Form von Patientenjah ren

bei den entsprechenden Krankheits bildern

nachzuweisen. Dies bietet auch die

Chance, eventuell identifizierte Fortbil -

dungs lücken zu schließen. Die mit den

Kran kenkassen verhandelten Preise gelten

für Leistungen, die ab dem 1. Januar 2018

verordnet wurden, und sind vorerst vertraglich

festgeschrieben bis zum 30. Sep -

tember 2019. Sie können gemäß den entsprechenden

Heilmittelpositions num mern

der Vergütungsvereinbarung abgerechnet

wer den.

VORGABEN FÜR DIE ABRECHNUNG

Eine Besonderheit ist der Begriff

der „Re gelleistungs zeit“. Dieser

berücksichtigt im Zeitkontin gent

die intensive Vor- und Nach -

bereitungszeit für die Beratung

bei den individuellen Krank heits -

bildern. Die Zeit der abrechenbaren

Bera tungs leis tung wird somit

als Regel leistungszeit bezeichnet

und setzt sich zusammen aus

Zeit am Patienten (persönlicher

Kon takt) sowie Vor-/Nachberei -

tungs zeit. Die Abrech nung der

Re gelleistungszeit gilt für

„Anam nese“, „Beratung“, „Ein -

zel behandlung im häuslichen

oder sozialen Umfeld“ (Posi tions nummern

A 5001 bis A 5007). Die Be ratungsleistun -

gen „Anamnese“ und „Be ratung“ können

bedarfs- und symptom orientiert verordnet

und durchgeführt werden und sind

nicht limitiert. Die „Aus wertung von

Ernährungsprotokollen und die Ent wick -

lung entsprechender individueller Empfeh -

lungen“ finden ohne den Patienten statt

und werden nicht auf das verordnete

Zeitkontingent angerechnet, sondern können

pauschal 2-mal je Ver ordnung also

maximal 8-mal je Kalen derjahr abgerechnet

werden. Auch die „notwendige Ab -

stimmung der Therapie mit einer dritten

Partei“, also zum Beispiel dem regelmäßigen

Austausch mit dem Arzt, kann pauschal

1-mal je Verordnung und maximal 4-

mal je Kalenderjahr abgerechnet werden.

In Kürze werden die Kassen ein Infoblatt

herausgeben, das unter anderem verdeutlichen

soll, warum zum Beispiel für eine

Ein heit von 30 Minuten Kontakt- und Be -

ra tungszeit mit dem Patienten dann 60

Mi nuten Regelleistungszeit mit dem Satz

von 55,00 Euro auf das verordnete Zeit -

kontin gent angerechnet werden.

UNSER SERVICE FÜR SIE

l Der VDOE hat eine ausführliche Stoff -

sammlung zusammengestellt. Mit glie -

der finden im Intranet unter der Rubrik

Ernährungsberatung/-therapie (Kasten

Heil mittel) sowohl die Prä sentationen

aus der VDOE-Informa tionsveran stal -

tung im Februar als auch Materialien

zu Ver tragsinhalten, Ver gütung und

An sprech partnern für das Zulassungs -

verfahren bei den Kranken kassen.

l Ferner ist dort die Anlage „Ver-

gütungsvereinbarung“ einsehbar. Auf -

geführt sind dort auch „Abrechnungs-

dienstleister“ für Heilmittelerbringer,

die ihre Abrechnungen nicht selbst

durchführen, sondern komfortabler

abwickeln möchten.

l Weiterhin bietet eine vom VDOE er -

stellte „Checkliste für Fortbildungs -

veranstalter“ Hilfe zur Erstellung eines

Angebots von anrechenbaren Fort bil -

dungen für Heilmittelerbringer, in de -

nen Qualitätskriterien wie Inhalte, Qua -

lifikation der Dozenten, die Doku men -

tation sowie die Kriterien der Teil -

nahme be scheinigung im Vor -

feld ge checkt werden können.

Foto: © muehleib

Hilfestellung im Internet bieten auch die Kassenärztlichen

Vereinigungen.

Übrigens: Leistungserbringer

müssen zu erst die „Zulas sung“

zum Heilmittel er brin ger beantragen.

Wie das funktioniert, ist

im Intranet des VDOE unter folgendem

Link be schrieben:

https://bit.ly/2m2yh3n

Urte Brink, Referentin Ernäh -

rungs be ra tung und Weiterbil -

dung, steht als persönliche

Ansprech part nerin im VDOE zu

Ihrer Unter stützung zur Ver -

fügung.

Urte Brink

VDOE POSITION 2/18 21


VDOE AKTUELL

VDOE MIT MANDAT VERTRETEN

IFHE-Council in Khartum

Die International Federation for Home Economics (IFHE) als einziger weltweiter

Fachverband für Home Economics repräsentiert eine akademische Disziplin, die neue

fachlich-methodische Erkenntnisse für Familien, Haushalte und Gesellschaft thematisiert

und umsetzt. Die IFHE stärkt international die haushaltswissenschaftliche und

hauswirtschaftliche Bildungsarbeit, beteiligt sich an weltweiten UN-Initiativen, wie

an den Sustainable Development Goals und Topics, und bietet allen, die in Home

Economics professionell tätig sind, ein weltweites Netzwerk.

In der letzten Februarwoche flog die deutsche

Delegation nach Khartum, um an der

IFHE-Ratsversammlung teilzunehmen, zu

der die derzeitig amtierende Präsi dentin,

Prof. Dr. Sidiga Washi von der Ahfad

University for Women, Khartoum, eingeladen

hatte. Nach der Eröffnung und

Würdigung des 110-jährigen Bestehens

des Verbandes erfolgten die Berichte vonseiten

der Präsidentin, der Geschäfts -

führerin, Anne von Laufenberg-Beer -

mann/Bonn, und der Schatzmeisterin,

Prof. Dr. Elisabeth Leicht-Eckardt/Osna -

brück. Es folgten inhaltliche Diskussionen,

Ent schei dungen und Abstimmungen zum

geplanten Weltkongress 2020 in Atlanta,

Geor gia/USA. Dieser steht unter dem

Motto „Home Economics: Soaring toward

Sustain able Development” und wird vom

2. bis 8. August 2020 durchgeführt. Das

Kongress thema spiegelt nicht nur die

gegenwärtige Arbeit der UN-Organisatio -

nen und der IFHE im Kontext der Sustain -

able Deve lopment Goals (SDG) wider, sondern

fordert die Kongressteilnehmenden

dazu auf, entsprechende Aktivitäten aus

dem Spektrum ihrer Professionsfelder in

Leh re/Ausbildung, Forschung und Ent -

wick lung sowie der Industrie zu präsentieren.

Es lohnt sich jetzt schon einen Blick

auf die IFHE-Webseite zu werfen (https://

www. ifhe.org/). Dort sind bereits Veran -

staltungsort, Anmelde- und Einreichungs -

termine angekündigt. Die Organisation

obliegt den amerikanischen Gastgeberin -

nen. Die Programmstruktur und thematischen

Schwerpunkte werden in enger

Abstimmung mit dem IFHE-Vorstand auf

der Basis der Statuten, der IFHE-Positions -

papiere, wie den IFHE Position Statements

on UN SDG (https://bit.ly/2l88y96), sowie

mit den Ideen und bisherigen Aktivitäten

der Programm- und Forschungs arbeits -

gruppen der IFHE entwickelt.

Den bisher eingebrachten Vorlagen wurde

in der Ratsversammlung in Khartum mit

überwiegender Mehrheit zugestimmt. Un -

abhängig davon kündigte die für die europäische

Region zuständige Vize präsiden -

tin, Franziska Honegger/Schweiz, die von

der European Association for Home

Economics vorbereitete Konferenz am 30.

und 31. August 2018 in Osna brück an.

Das Thema lautet „What is happening in

Home Economics? A spotlight on Euro -

pean Activities”. Teilnahmean meldungen

sind über die IFHE-Website möglich.

Als Nachfolgerin der Präsidentin wurde die

Amerikanerin Prof. Dr. Gwen dolyn Hust -

vedt/USA mit deutlicher Mehr heit ge -

wählt. Einstimmig erfolgte die Wahl der

neuen Schatzmeisterin, Dr. Chris tiane

Paku la/Deutschland, und der neuen Ge -

schäfts führerin Annette Ptassek/Deutsch -

land. Der bisherigen Geschäfts führerin,

Anne von Laufenberg-Beer mann, die Ende

des vergangenen Jahres ihre Funktion auf

eigenen Wunsch aufgab, bekundete die

Präsidentin im Namen aller Mitglieder großen

Dank und Wertschät zung. Sie habe in

den 15 Jahren ihrer Tätigkeit maßgeblich

dazu beigetragen, das Profil der IFHE nach

innen und außen zu stärken. Anne von

Laufenberg-Beer mann wird das von ihr für

die IFHE akquirierte ERASMUS+ Projekt

„Focus on Sustainability – Education for

Professionals in household and guest-orientated

businesses” bis zum Abschluss

2019 weiter führen.

Zu Beginn der Ratsversammlung hatten

die Gastgeber auch dieses Mal eine Fach -

tagung an der Ahfad Women Univer sity

organisiert unter dem Thema „Never Too

Late for Elderly Well-Being: A Home

Economics Perspective”, das deutlich

mach te, dass auch in anderen weltweiten

Regionen der demografische Wandel, vor

allem in ländlichen Räumen, die Ge sell -

schaften vor große Herausforderungen

stellt. Wer auf die IFHE neugierig geworden

ist und Interesse hat, sei herzlich eingeladen,

an allen Veranstaltungen teilzunehmen.

Diese sowie fachliche State -

ments und Arbeitspapiere werden auf der

ausgezeichnet übersichtlichen IFHE-Web -

seite (https://www.ifhe.org/) angeboten.

Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser

Foto: © privat

Reise nach Khartum mit dem Mandat des VDOE: die Deutsche Delegation des IFHE

(v. l. n. r.) Prof. D. Ingrid-Ute Leonhäuser, Annette Ptassek, Prof. Dr. Elisabeth Leicht-

Eckardt, Dr. Christiane Pakula, Dorothea Simpfendörfer

22 VDOE POSITION 2/18


Zielgruppen: Ernährungstherapeuten,

die in den Beruf bzw. die Selbstständigkeit

starten oder sich im Job weiterentwickeln

wo len, Berufsanfänger und

VDOE AKTUELL

ERNÄHRUNGSBERATUNG UND -THERAPIE

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„Start-up“-Phase und ihre Geschäftsmodelle.

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ganz unterschiedlichen Startbedingun gen

– und stellt diese mit persönlichen Tipps

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be sprochen: rechtliche Absiche rung, Bu si -

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und -therapeuten ihre

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ihre Geschäftsmode le im Bereich

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Startbedingungen – und ste lt diese

in Checklisten und Infokästen mit

persönlichen Tipps der Autorinnen und

Autoren zusammen. Weitere für Existenzgründer

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Ratgeber für a le Berufseinsteiger im

Bereich Ernährungstherapie.

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•Checklisten

•Tipps

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munica tion | Gabriela Freitag-Ziegler

Expertin für Kommunikation, Ernährung,

Genuss, Gesundheit | Sandra Ganzen -

müller Agen tur kommunikation.pur |

Alexandra Herr Zweiblick. Agentur für

Food-PR und Grafik | Dr. Rita Hermann

Agentur für Ernährungskommunikation |

Julia Icking Textbüro | Barbara Kluge

Medizin & PR GmbH | Melanie Kirk-

Mechtel Ernäh rungskommunikation &

mehr | Dr. Claudia Müller Ernäh rung

& Gesundheit Büro für Kommunikation.

Die Idee von Kerstin Wriedt wurde in

ehrenamtlicher Zusammenarbeit von

Kolleginnen aus dem VDOE-PR-Netzwerk,

gesteuert von Corinna Dürr und Astrid

Donalies, umgesetzt.

Studenten zur beruflichen Orientierung,

Ärzte und Mitarbeiter von Krankenkassen,

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Ernährungsfachkräfte können Fortbildungspunkte nun bequem von zu Hause aus sammeln. In der kostenfreien

Online-Schulung von Alpro zum Thema pflanzenbetonte Ernährung lernen die Teilnehmer vieles über die

Abgrenzung zu anderen Ernährungsformen, die gesundheitlichen und ökologischen Vorteile sowie die Integration

in die Beratungspraxis.

Wissenschaftliche Informationen Praktische Tipps und Tagespläne Fortbildungspunkte sammeln

Die Online-Schulung mit anschließendem Fragebogen finden Sie unter: http://alpro.medcram.de


VDOE AKTUELL

DEKANEKONFERENZ UND FAKULTÄTENTAG

VDOE als Partner der Hochschulen

Zwei wichtige Gremien der Hochschulpolitik, die Dekanekonferenz mit den

Vertretern der Hochschulen (HS) und der Fakultätentag als Gremium der Vertreter

der Universitäten, haben im Frühling getagt. In beiden Gremien ist der VDOE beteiligt,

vertritt dort die Interessen der Mitglieder und bringt vor allem seine Expertise

zum Berufsfeld ein.

Dekanekonferenz beklagt Schwierig -

keiten bei der Nachbesetzung vakanter

Professuren: Die Dekanekonferenz

war in diesem Jahr zu Gast beim VDOE.

Am 27. April trafen sich die Dekane der

HS, an denen oecotrophologische Stu -

dien gänge angeboten werden, zum jährlichen

Austausch in der Geschäftsstelle in

Bonn.

Mit Ausnahme der HSn Fulda und Alb -

stadt-Sigmaringen waren alle HSn vertreten;

die HS Anhalt in Bernburg, die HAW

Ham burg, die FachHS Münster, die HS

Nieder rhein, die HS Osnabrück und die HS

Weihenstephan-Triesdorf. An einigen HSn

gibt es rückläufige Bewerberzahlen. Über -

einstimmend berichten die Dekane von

vielen vakanten Professuren und Pro -

blemen bei Nachbesetzungen, die dazu

führen, dass zunehmend Lehrbeauftragte

die Lehre übernehmen. Der Austausch

über die aktuell angebotenen Studien -

gänge zeigt, dass sich das Fach in einem

Wandel befindet. Akkreditierungen und

Reakkreditierung führen immer wieder zu

neuen Konzepten sowohl bei den Ba -

chelor- als auch bei den Masterabschlüs -

sen. Eine Übersicht über die verschiedenen

Studiengänge und Abschlüsse wird

auf www.vdoe.de veröffentlicht. Eine starke

Nachfrage gibt es aktuell nach Ab -

solventen im Bereich Großküchenplanung

sowie Dienstleistungs- und Verpflegungs -

management, aber zu wenige Studieren -

de in diesen Bereichen.

Fakultätentag wünscht sich stärkere

Beteiligung der Oecotrophologie: Am

17./18. Mai 2018 fand die 67. Plenar -

versammlung des Fakultätentags Agrar -

wissenschaften und Ökotrophologie an

der Universität Rostock statt. Vertreten

waren die Universitäten Berlin, Bonn, Kiel,

Gießen, Jena, Hannover, Hohenheim,

München-Weihenstephan und Rostock.

Der Bereich Oecotrophologie/Ernäh rungs -

wissenschaft war lediglich durch Herrn PD

Dr. Volker Böhm (Universität Jena) und

durch den VDOE mit Geschäftsführerin Dr.

Andrea Lambeck vertreten.

Die zurückhaltende Beteiligung der Oeco -

trophologie war bereits in den vergangenen

Plenarversammlungen problematisiert

worden, weshalb in diesem Jahr das The -

ma „Bessere Vernetzung von Agrarwis -

senschaften und Ökotrophologie“ Gegen -

stand eines Workshops zum General -

thema „Die Zukunft gestalten“ war (siehe

Kasten).

Sowohl der Fakultätentag als auch der Be -

rufsVerband Oecotrophologie hoffen auf

eine stärkere Beteiligung der Oeco tropho -

logie bei der nächsten Sitzung am 9. und

10. Mai 2019 an der Universität Rostock.

Auch an den Universitäten gestaltet sich

die Akquise von wissenschaftlichem Nach -

wuchs schwierig; zahlreiche Professoren -

stellen sind bereits vakant. Die lange

Dauer der Berufungsverfahren und die

Häufigkeit, mit der Berufungsverfahren

ohne Ergebnis bleiben und wiederholt

werden müssen, stellt sich als ein wesentliches

Problem dar.

Dr. Andrea Lambeck

Fakultätentag empfiehlt „Bessere Vernetzung

von Agrarwissenschaften und Ökotrophologie“

Der 67. Fakultätentag für Agrarwissenschaften und Ökotrophologie hat sich auf seinem Workshop „Die Zukunft gestalten –

Bessere Vernetzung von Agrarwissenschaften und Ökotrophologie“ mit bereits vorhandenen Schnittstellen in Forschung und Lehre

sowie wünschenswerten zusätzlichen Aktivitäten der fächerübergreifenden Zusammenarbeit auseinandergesetzt. Die Delegierten

des Fakultätentages stimmen darin überein, dass nach wie vor eine Vielfalt von relevanten Schnittstellen zwischen den Disziplinen

Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Ernährungswissenschaften bestehen, wie zum Beispiel Nachhaltigkeit, Klimaneutralität,

Ge sund heit, Qualitätssicherung und -management, Wertschöpfungskette, Regionalität, Öffentlichkeitsarbeit sowie Recht.

Im Ergebnis kommt der Fakultätentag einstimmig zu den folgenden Positionen und Empfehlungen für die Gestaltung der Zu -

sammenarbeit:

l Der Fakultätentag empfiehlt eine verstärkte aktive Zusammenarbeit zwischen Agrarwissenschaften und Öko tropho logie/

Ernährungswissenschaften im Bereich Lehre. Es wird empfohlen, fächerübergreifende Module zum Beispiel im Bereich der

Produkt- und Prozessqualität einzuführen, um den Studierenden die möglichen Arbeitsfelder zu erweitern.

l Darüber hinaus wird die Durchführung von Verbundprojekten in den relevanten Schnittstellen empfohlen.

24 VDOE POSITION 2/18


VDOE AKTUELL

ÖG-LEITER-TREFFEN

Mit Optimismus in die Zukunft

Das diesjährige ÖG-Leiter-Treffen fand bei vorsommerlichen Temperaturen und viel

Sonnenschein am 20. und 21. April 2018 in Dresden statt. 23 Kolleginnen sowie Jutta

Bassfeld aus der Geschäftsstelle und Gabi Börries aus dem Vorstand haben sich bei

der Käserei Loose in Leppersdorf bei Dresden (www.loose.de) getroffen.

Am Beginn unseres Treffens stand die

Besichtigung des Unternehmens unserer

Gastgeber. Vorgestellt wurde die Käserei

Loose nicht nur in Zahlen und Fakten. Die

Teil nehmer konnten auch einen Einblick

beim Betriebsrundgang gewinnen. Bei der

an schließenden Verkostung durften wir

die Vielfalt der Sauermilchkäseprodukte

ge nießen. Danach startete unser Leiter -

Treffen mit einem Gastvortrag von Prof.

Patrick Diel. Der Dozent von der Deut -

schen Sport hochschule Köln beleuchtete

mit seinem Fachvortrag „Proteinreiche

Nah rungs mittel – die natürliche Alter -

native“ ein wichtiges und aktuelles Thema

und inspirierte die Zuhörer zu einer angeregten

Diskussion. Der zweite Tag des

Treffens stand ganz im Zeichen des

Berufsver bandes. Zunächst konnten wir

Dr. Andrea Lambeck als neue Geschäfts -

führerin des Verbandes herzlich begrüßen.

Gemeinsam mit Jutta Bassfeld berichtete

Dr. Andrea Lambeck über die wichtigsten

Neuigkeiten aus der Geschäftsstelle. Unter

anderem stellten sie die aktualisierten

Informa tionen und Serviceleistungen vor:

Die Flyer zum VDOE-Expertenpool, zur

VDOE-Mit gliedschaft und VDOE-Ver net -

zung liegen jetzt in ganz neuem Design

vor und werden zukünftig noch von weiteren

Materia lien ergänzt.

ÖGS ALS WICHTIGE SÄULE DER

VERBANDSARBEIT

Der Einsatz des Berufsverbandes, so Dr.

Lambeck, zeigt sich nicht nur durch Prä -

senz bei vielfältigen Veranstaltungen. Auch

das schnelle Handeln bei politisch relevanten

Themen wie dem #aufschreiernährungsberatung

trägt zum Ansehen des

Verbandes und seiner Vertreter bei. Beim

von den Mitgliedern stark frequentierten

Stellen-Service konnte im Jahr 2017 ein

neuer Rekord aufgestellt werden. Im Ver -

gleich zum Vorjahr gab es ein Plus von 400

für Oecotrophologen ausgeschriebenen

Stellen. Ein großer Durch bruch gelang

durch die Anerkennung der Ernährungs -

therapie bei Mukoviszidose und seltenen

Stoffwechselerkrankungen als Heilmittel.

Gabi Börries gab einen Über blick über die

Tätigkeiten der einzelnen ÖGs, beliebte

Themen sowie die Mög lichkeit, auch im

Rahmen der ÖG-Treffen Punkte für die

Weiterbildung zu erlangen.

Zum diesjährigen Treffen der Leiterinnen

der Örtlichen Gruppen waren erstmalig

auch die Leiterinnen der Regionaltreffs

(Wirtschaft & QM im Mittelpunkt) eingeladen.

Diana Röwer, Mitinitiatorin der

Regionaltreffs und Leiterin des Regional -

treffs Düsseldorf, stellte die Intention der

Regionaltreffs vor und betonte, dass es ein

großes Kooperationsinteresse mit den

Örtlichen Gruppen gibt. Zum Abschluss

des Treffens war es Ziel der Zukunfts -

werkstatt 2.0, Ideen für die künftige

Arbeit der ÖGs zu sammeln und zu diskutieren.

In drei Arbeitsgruppen ging es um

• eine Ideensammlung zur Stärkung des

Ehrenamtes (moderiert von Gabi Börries),

• Wünsche der Örtlichen Gruppen an Kor -

porative Mitglieder (moderiert von Jutta

Bassfeld) und

• die Zusammenarbeit zwischen Regio -

naltreffs und Örtlichen Grup pen (moderiert

von Diana Röwer).

Im An schluss an die rege Diskussion über

die Gruppenergebnisse konnten die Teil -

neh merinnen nach zwei Tagen voller

neuer Eindrücke, Informationen und kollegialem

Austausch inspiriert und mit vielen

An regungen für die künftige Arbeit der

eigenen ÖGs nach Hause fahren.

Hanna Ritter

Foto: © VDOE

Voller Ideen und Tatendrang: ÖG-Leiterinnen auf dem Jahres-Treffen 2018 in Dresden

VDOE POSITION 2/18 25


VDOE AKTUELL

DATENSCHUTZ-GRUNDVERORDNUNG

Infos für Mitglieder im Netz

Am 25. Mai 2018 wurde die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wirksam. Im

VDOE-Intranet finden Sie ein Papier mit Fragen und Antworten vor allem für selbstständige

Ernährungsberater, das auch eine To-do-Liste enthält. Darüber informierten

wir unsere Mitglieder bereits per E-Mail. Dieses Papier ersetzt allerdings keine individuelle

Rechtsberatung. Diese können und dürfen wir nicht leisten.

Daher haben wir für Verbandsmitglieder

mit der Kanzlei Obladen Gaessler Rechts -

an wälte (www.obladen-gaessler.de) in

Köln Sonderkonditionen für die Erstellung

einer Datenschutzerklärung für ihre Inter -

netseiten vereinbart. Diese wird zu einem

Festpreis in Höhe von 300 Euro zuzüglich

19 % Umsatzsteuer angeboten. Falls Sie

noch keine Datenschutzerklärung auf

Ihrer Website haben, können Sie dies mit

der Kanzlei abstimmen. Außerdem stellen

wir Ihnen im Intranet kostenlos ein Muster

für eine Patienteninformation für die

Datenschutzerklärung zur Verfügung, das

wir für Sie mit der Kanzlei abgestimmt

haben. Diese können Sie in der Praxis aushängen

und/oder an Patienten aushändigen,

nachdem Sie diese mit Ihren Daten

angepasst haben. Wenn Sie aber Patien -

ten daten an Dritte weitergeben, etwa an

ex terne Verrechnungsstellen oder an

Cloud-Services, ergeben sich unter Um -

ständen weitere Auf klärungs- und eventuell

auch Einwilli gungs pflichten! Für diese

Fallkon stellatio nen ist unser Muster nicht

geeignet. Wenden Sie sich für ein geeignetes

Mus ter dann am besten an den

Dienst leister, mit dem Sie zusammenarbeiten.

Zum Datenschutz bei Facebook hat

der Euro päische Gerichtshof (EUGh) ein

Urteil gesprochen, das Betreiber von Fan-/

Unternehmensseiten bei Facebook be -

trifft: Demnach sind die Seitenbetreiber

ebenso für die Verarbeitung personenbezogener

Daten verantwortlich wie Face -

book. Was das genau bedeutet, wird bislang

unterschiedlich beurteilt. Empfehlun -

gen lauten von „Fan-/Unternehmensseite

bei Face book abschalten“ bis „Ruhe be -

wahren und abwarten“. Der Zusammen -

schluss aller Datenschutzbehörden, die

Daten schutzkonferenz, hat zwischenzeitlich

reagiert und Stellung bezogen. Diese

Ein schätzung sollte Ihnen als Betreiber

einer Fanpage fürs Erste weiterhelfen.

Auch wir werden das Ganze mit unserem

Daten schutzbeauftragen und Rechtsan -

walt er örtern und Sie dazu informieren.

Bis zum Redaktionsschluss lag dazu noch

keine Einschätzung vor.

Astrid Donalies

VDOE-NETZWERKE

Netzwerkmarathon im Herbst

Netzwerke Adipositas, Diabetes und

Ernährungsberatung/-therapie:

Mikro biota als gemeinsames Thema

„Muntere Mitbewohner – Darm-Mikro -

bio ta aus Sicht der Forschung und der

praktischen Er nährungstherapie” lautet

das Thema des gemeinsamen Treffens der

drei VDOE-Netzwerke am 21. September

in Frank furt/Main. Prof. Michael Blaut

(Deut sches Institut für Ernährungsfor -

schung, Pots dam-Rehbrücke), Prof. Paul

Enck (Uni ver sitätsklinikum Tübingen) und

Dr. Miriam Goebel-Stengel (HELIOS Kli -

nikum Rott weil) werden das Thema Darm-

Mikrobiom sowohl aus der wissenschaftlichen

Pers pektive als auch hinsichtlich der

praktischen Umsetzung präsentieren. Am

Nach mittag ist Zeit für separate Treffen

der drei Netzwerke.

Save the Date:

Netzwerke PR und Wirtschaft 2018

Das diesjährige gemeinsame Treffen der Netzwerke PR und Wirtschaft findet am

23./24. November 2018 in Ber lin statt.

Thema: „Digitale Medien in Beruf & Alltag – wie nutzen wir sie am besten?”

Achtung: Die Anzahl der Teilnehmer ist auf 40 begrenzt!

Anmeldung und Infos unter www.vdoe.de/netzwerke.html

Übrigens stehen die Netzwerk treffen auch Nichtmitglie dern zum Kennen -

lernen offen!

AHV-Netzwerk treffen 2018:

Nachhaltigkeit in der Küche

Das Treffen des Netz werks Au ßer-Haus-

Verpflegung findet am 19. Ok tober 2018

im Haus der Com pass Group in Eschborn

statt und steht unter dem Motto: „Nach -

haltigkeit in der Küche – Res sourcen -

effizienz und Ge sundheit“. Dabei wird

Friederike Bonke (HSEQ Spe cia list, Com -

pass Group) über „Nach haltigkeit bei der

Compass Group“ berichten. Chris tine

Röger (KErn, Freising) referiert über „Die

energieeffiziente Küche im Praxistest –

Outputs des Projekts ENKÜ“ und Prof. Dr.

Nina Langen (TUB – Institut für Berufliche

Bildung und Arbeitslehre) stellt das Projekt

NAHGAST „Nachhaltiges Produzieren und

Konsu mie ren in der Außer-Haus-Gastro -

nomie“ vor. Ganz wichtig ist es den Netz -

werkleiterin nen, ausreichend Zeit für die

zukünftige Planung des AHV-Netzwerks

und zum Netzwerken einzuplanen.

26 VDOE POSITION 2/18


BERUFSPRAXIS

BEATE ADLER, MANAGERIN PUBLIC RELATIONS, FISSLER GMBH

Von der neuen Lust am Kochen

POSITION: Die Marke Fissler steht für

hochwertiges Kochgeschirr und das

Unter nehmen ist einer der weltweit führenden

Kochgeschirrhersteller. Wo sehen

Sie für die Zukunft die größte Heraus -

forderung?

Adler: Auch in Zukunft wird es vor allem

darum gehen, die Bekanntheit der Marke

weiter zu steigern und das Vertrauen der

Verbraucher in uns zu stärken. Um das zu

erreichen, werden wir unsere Produkte

auch künftig immer noch attraktiver

machen. Die Herausforderung für unsere

Öffentlichkeitsarbeit ist dabei, Funktionali -

tät, Qualität und Vorteile der Produkte zu

kommunizieren und die Verbraucher mit

immer neuem und interessantem Content

zu überzeugen und zu inspirieren.

POSITION: Neuer Content fürs Kochge -

schirr – ist das nicht ganz schön schwierig?

Adler: Ganz im Gegenteil – es ist leichter,

als man meinen könnte. Kochen ist trendy.

Zur Person:

Beate Adler

Position: Managerin Public Relations

Arbeitgeber: Fissler GmbH

Ausbildung: Studium der Ernährungsund

Haushaltstechnik

Abschluss: Diplom-Ingenieurin für Ernäh -

rungs- und Haushaltstechnik

Kontakt/E-Mail: beate.adler@fissler.de

Foto: © privat

Die neue Lust am Kochen – kombiniert mit

dem wachsenden Trend zum Selber ma -

chen, vor allem auch bei jüngeren Leuten

– kommt uns sehr entgegen. Zahllose

neue Kochbücher, Internet-Kochgruppen,

Blogs, Supperclubs: Ums Kochen hat sich

eine ganze Szene entwickelt, in der un -

glaublich viel Bewegung ist und in der

man an Neuem interessiert ist. Ein Blick

auf eines unserer wichtigsten Produkte –

den Schnellkochtopf – zeigt, was da möglich

ist: Er ist ein Kochgeschirr, wie es

moderner nicht sein kann, ideal für jeden,

der keine Zeit hat, sich aber trotzdem le -

cker und gesund ernähren will. Wir arbeiten

permanent daran, den Topf weiterzuentwickeln

und mit neuen Features auszustatten,

die im Sinne des Verbrauchers

einen Mehrwert bringen, etwa die Am -

pelfunktion, die für den Nutzer transparent

macht, was da im Topf gerade passiert.

Oder der digitale Kochassistent, der

zusammen mit unserer Cooking-App den

Schnellkochtopf auch an jüngere Ziel -

gruppen heranbringt.

POSITION: Apropos Cooking-App: Wie

wichtig ist für Sie Social Media?

Adler: Sehr wichtig – vor allem für die

Ansprache der jüngeren Zielgruppen, auf

die wir unser besonderes Augenmerk

richten. Social Media hilft uns, die Lücke

zwischen den traditionellen Zielgruppen

und den Jungen zu schließen. Wir verknüpfen

Online- und Offline-Maßnah -

men, um unsere Zielgruppen auf allen

Kanälen dort ab zuholen, wo sie stehen.

Ent scheidend ist dabei der Maßnahmen-

Mix. Da stehen zum Beispiel das Be -

ratungsge spräch und unser inspirierendes

Kunden magazin „KochLust” am POS

gleich wertig neben der Website und dem

frischen Online-Magazin für junge Ver -

braucher. Unsere Medien und Maß -

nahmen sind be darfsgerecht auf die je -

weiligen Zielgrup pen zugeschnitten.

POSITION: PR für Kochgeschirr ist also

alles andere als langweilig?

Adler: Tatsächlich ist es das Gegenteil von

langweilig. Was mich an der PR schon

immer gereizt hat, ist die Vielfalt der

Aufgaben. Ich verantworte einen großen

Bereich – angefangen von der klassischen

Pressearbeit über die Produkt- und Cor -

porate-PR bis hin zu Messeauftritten,

Veranstaltungen und Kooperationen. Da -

bei unterstütze ich mit meinen Aktivitäten

auch unser internationales Marketing.

Langweilige Routine gibt es nicht – es ist

immer abwechslungsreich und interessant.

POSITION: Was müssen junge Kollegin -

nen mitbringen, um in einem Job wie

Ihrem erfolgreich zu sein?

Adler: Organisationstalent ist als Vor -

aussetzung unverzichtbar. Wer im PR-

Bereich erfolgreich sein will, muss offen

sein für Menschen und Themen; kreativ

sein und über Fingerspitzengefühl und

Sensibilität im Umgang mit Journalisten

verfügen. Dazu gehört auch das Gespür

dafür, mit welchem Content und auf welchem

Kanal man seine Zielgruppen er -

reicht. Über all dem sollte eine gewisse

Servicementalität stehen – sowohl nach

innen als auch nach außen – mit Blick auf

Redakteure und Journalisten, aber auch

ganz allgemein auf unsere Zielgruppen

und Kunden. Man sollte teamfähig, flexibel

und leistungsbereit sein.

POSITION: Ihr Unternehmen sitzt in Idar-

Oberstein. Kommen Gourmets und Ge -

nießer im tiefen Hunsrück auf ihre

Kosten?

Adler: Der Hunsrücker weiß zu genießen.

Das kulinarische Highlight der Region ist

der Spießbraten, den es in verschiedenen

Varianten gibt. Als Hommage an die

Region haben wir einen Küchenhelfer entwickelt,

den „Q! Akrobat”. Dank seiner

gedrehten Spitze wird das Wenden von

Fleisch zum Kinderspiel. Hier wird das

ganze Jahr über gegrillt, denn die Devise

der Idar-Obersteiner lautet: Im Sommer

grillen kann jeder – wir grillen auch im

Winter.

Das Gespräch führte

Dr. Friedhelm Mühleib

VDOE POSITION 2/18 27


REGIONALES

ÖG HAMBURG

Update Mandeln, Nüsse und Gesundheit

Dass Mandeln und Nüsse förderlich für

die Gesundheit sind, war den meisten

bereits vor dem Treffen klar. Christine

Blohme, Oecotrophologin B. Sc., präsentierte

der Hamburger VDOE-

Gruppe dazu jedoch die neuesten

Studienergebnisse – inkusive

sehr guter Argumente für die

Ernäh rungsberatung.

So reicht bereits eine kleine Portion

Mandeln von 28 g (das entspricht

etwa 23 Stück) aus, um eine positive

Wirkung auf zum Beispiel den

Fett stoff- oder den Kohlenhydrat -

stoff wechsel zu erzielen. Beson -

ders interessant ist dies in Bezug

auf die Empfehlung von Mandeln

als Snack: Eine weitere Studie

belegt, dass die Gesamtkalorien -

aufnahme des Tages durch einen

Snack von 28 g nicht steigt, die Energie -

auf nahme somit anscheinend über den

Tag kompensiert wird. Das bedeutet, dass

auch Klienten, die ihr Gewicht halten

Foto: © ÖG Hamburg

Katrin Kleinesper (l.) und Katrin Wilp (r.) vom Orgateam

der ÖG Hamburg freuen sich über den gelungenen

Vortrag von Kollegin Christine Blohme.

müssen oder eine Gewichtsreduktion an -

streben, keine Angst vor einer Gewichts -

zunahme durch den Verzehr einer Portion

Nüsse haben müssen. Zur besseren Ver -

deut lichung der Portionsgröße er -

hielt jeder Teilnehmer das neueste

Portionsdöschen von California

Almonds mit der entsprechenden

Menge Mandeln. Fachkräfte in der

Ernährungs therapie und Beratung

können die Man delproben und

Döschen auf Anfrage übrigens

auch über die Agentur Brand zei -

chen für ihre Klienten und Kun den

bestellen. Gerade im BGM interessant.

Insgesamt war es ein kurzweiliger

und interessanter Abend.

Vielen Dank an Christine Blohme

und unser korporatives Mitglied

Cali fornia Almonds!

Katrin Wilp

ÖG WETTERAU

Aktuelles zur Mangelernährung

Am 12. April trafen sich 15 Teilnehmerin -

nen der Örtlichen Gruppe Wetterau des

VDOE in Bad Nauheim, um sich bei

Martin Weibrecht, Fachkrankenpfleger

Intensivmedizin und Netzwerkmanager

Klinik bei der Nutricia GmbH, über neue

Entwicklungen in der Prävention und

Behandlung von Mangelernährung zu

informieren.

Gerade im Hinblick auf eine alternde Ge -

sellschaft, aber auch im Zusammenhang

mit Prävention und Therapie zahlreicher

Erkrankungen gewinnt dieses Thema eine

immer größere Bedeutung im Arbeitsfeld

der Ernährungstherapeuten. So sind bis zu

80 % aller Patienten mit einer onkologischen

Erkrankung mangelernährt, viele

von ihnen schon bei der Diagnosestellung.

Ein rechtzeitiges Screening von Mangeler -

nährung und eine schnelle Ernährungsin -

ter vention werden von Experten dringend

empfohlen. Ähnlich stellen sich die Ver -

hältnisse in der Seniorenernährung dar.

Zur Behandlung eines bestehenden Man -

gels und von Unterernährung stellte der

Referent neben den relevanten Indikatio -

nen auch verschiedene enterale und

parenterale Möglichkeiten der klinischen

Ernährungstherapie in Form verschiedener

Zusatznahrungen vor. Bei einer anschließenden

Verkostung von Trink- und Zusatz -

nahrung wurden deren Einsatzmöglich -

keiten auch im ambulanten

Bereich besprochen.

Vor- und Nach -

teile, mögliche Kom -

plikationen, aber auch

der Geschmack wurden

intensiv diskutiert.

Dabei wurde der Vor -

trag von einer regen

Diskussion begleitet,

in der die Fragen der

Foto: © ÖG Wetterau

anwesenden Kollegin -

nen aus Ernährungs -

be ra tung und -therapie

konkret und kompetent

beantwortet wurden. Sie sind in

ihrem Berufsalltag – ganz gleich, ob in

eigener niedergelassener Praxis, in Ko -

operation mit Ärzten oder im klinischen

Umfeld – permanent mit Mangel- und

Unterernährung und dessen oft drastischen

Folgen konfrontiert.

Dagmar Gill

Dr. Nicole Schmidt-Bodensohn

Der Vortrag über Prävention und Behandlung der Mangel -

ernährung stieß auf reges Interesse der ÖG-Mitglieder.

28 VDOE POSITION 2/18


HOCHSCHULEN

FH MÜNSTER

Stadtplan für nachhaltigen Konsum

Mehr als ein Jahr hat es gedauert. Nun

können Mia Jaensch und Jana Weber

ihren „Kompass” in den Händen halten.

Die Vorderseite des Stadtplans zeigt

einen Kartenausschnitt von Münster, in

dem Standorte von nachhaltigen An -

geboten als Punkte eingezeichnet sind,

die fünf Kategorien zugeordnet sind:

Lebensmittel, Restaurants und Cafés,

Secondhand, Tauschen und Teilen sowie

Mode.

Die Studentinnen der FH Münster verstehen

den Stadtplan als Angebot für alle,

die Wert auf nachhaltigen Konsum legen.

„Die Materialien, die wir bisher zu dem

Thema in Münster kannten, haben keine

Karte. Deshalb erschien uns das Projekt

sinnvoll”, sagt Jaensch, die mit Weber im

Master Nachhaltige Dienstleistungs- und

Ernährungswirtschaft studiert. „Die Ent -

scheidung, wen wir in den Stadtplan aufnehmen,

basiert auf Indikatoren, die wir

aus wissenschaftlicher Literatur und der

aktuellen Nachhaltigkeitsdebatte abgeleitet

haben”, erklärt Weber. Die Stu -

dentinnen hatten umfangreich recherchiert,

teilweise direkten Kontakt zu den

Betreibern aufgenommen und schließlich

eine Bewertung vorgenommen, ob die

Indikatoren erfüllt werden. „Dabei ging es

um ökologische, soziale und auch ökonomische

Indikatoren. Ist das Speisen ange -

bot saisonal, regional und in Bioqualität?

Ist die Klei dung zu fairen Bedingun gen

produziert worden? Das

sind typische Beispiele für

die Indika toren”, er klärt

Jaensch. Der Stadt plan ist

eine Projektarbeit bei Prof.

Dr. Pirjo Susanne Schack

vom Fachbereich Oecotro -

pho lo gie/Facility Manage -

ment. „Die Viel zahl der

Angebote an hand von

wis senschaftlichen Indika -

toren zu be werten und in

einen Stadt plan umzusetzen,

ist eine besondere

Leistung”, sagt Schack.

Foto: © FH Münster/Fachb. Oecotrophologie

„Kompass – Dein Stadtplan für nachhaltigen

Konsum” ist in Kooperation mit

Münster nachhaltig e. V. und dem Amt für

Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit

der Stadt Münster entstanden.

Quelle: FH Münster/News Fachb.

Oecotrophologie – Facility Management.

Kontakt: Dzemila Muratovic M. A.,

muratovic@fh-muenster.de

Mia Jaensch (l.) und Jana Weber freuen sich über die fertige

Fassung ihres Stadtplans für nachhaltigen Konsum.

FRIEDRICH-SCHILLER-UNIVERSITÄT (FSU) JENA

Es gibt zu wenig gesunde Lebensmittel

In den Regalen des deutschen Einzel -

handels finden sich nur wenige Lebens -

mittel, die auch gesund für das Herz

sind. Dabei haben gerade solche Pro -

dukte einen großen Einfluss auf die

Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems.

Das haben Forscher des Kompetenz -

clusters für Ernährung und kardiovaskuläre

Gesundheit (nutriCARD) und der

Conomic GmbH unter Leitung der Mar -

tin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

(MLU) herausgefunden.

Dafür untersuchten sie in Warenhäusern,

Supermärkten und Discountern der Stadt

Halle (Saale), wie hoch der Anteil von

Lebensmitteln ist, die mit gesundheitsförderlichen

Inhaltsstoffen angereichert sind.

Das Ergebnis: Von 6.281 Fleischprodukten

waren nur 118 potenziell herzgesund, bei

12.417 erhobenen Milch- und Eierpro -

dukten waren es 198. „Mit einer Markt -

durchdringung von unter 2 % ist das An -

gebot von Lebensmitteln mit gesünderen

Rezepturen nur rudimentär ausgeprägt”,

fasst der Ernährungswissen schaftler Dr.

Toni Meier von nutriCARD das Ergebnis

zusammen. In einer parallel laufenden

Akzeptanzstudie konnten die Forscher

zudem zeigen, dass interessierte Ver -

braucher gewillt sind, 50 bis 60 % höhere

Preise für kardioprotektive Lebens mittel

auszugeben. Für die Lebens mittel industrie

entspräche das einem jährlichen Umsatz

im Bereich zwischen 1,5 bis 15,4 Mrd.

Euro. 40 % der töd lichen Herz-Kreislauf-

Erkrankungen in Deutsch land lassen sich

auf eine unausgewogene Ernährung

zurückführen. Um das zu ändern, sollten

nach Meinung der For scher mehr Lebens -

mittel mit gesundheitsförderlichen Zu -

sätzen wie Ballast stoffen, ungesättigten

Fettsäuren oder pflanzlichem Eiweiß angereichert

werden. Gleichzeitig sollte der

Salz- oder Zucker gehalt entsprechender

Produkte deutlich reduziert werden. „Nur

wenn entsprechende Lebensmittel im

Handel verfügbar sind, können Präven -

tionsmaßnahmen auch flächendeckend

und über alle sozialen Schichten hinweg

wirken”, so nutriCARD-Koordinator Prof.

Dr. Stefan Lor kowski von der FSU. Die

gegenwärtige Angebotssituation werde

dem Bedarf jedoch nicht im Geringsten

gerecht.

Quelle:

Forschungsmeldung der FSU Jena.

Kontakt: Prof. Dr. Stefan Lorkowski,

stefan.lorkowski@uni-jena.de

VDOE POSITION 2/18 29


MEDIEN

Finanzen für Frauen

Isabell Pohlmann, Finanzplaner Frauen,

Stiftung Warentest, Berlin 2018

160 Seiten

ISBN-13: 978-3868512922

Preis: 19,90 Euro

Politik & Verbrauch

Dieses Buch war längst überfällig: „Ver -

braucherpolitik” von Prof. Mirjam Ja que -

moth und Dr. Rainer Hufnagel ist fast 30

Jahre nach Prof. Eberhard Kuhlmanns

grundlegendem Werk zur Verbraucher -

politik aus dem Jahr 1990 das erste Lehr -

buch, das einen aktuellen und systematischen

Überblick über das Thema liefert.

Essen kommen

Jesper Juul, Essen kommen, Beltz Verlag,

Weinheim, Basel 2017

240 Seiten

ISBN: 978-3-407-86478-9

Preis: 19,95 Euro

„Ein Finanzratgeber nur für Frauen, ist

das nötig?“, fragt die Autorin Isabell

Pohlmann und bejaht diese Frage zu

Recht. Denn Frauen müssen oft besondere

wirtschaftliche Herausforderungen

meistern, wie Erwerbsunterbrechungen,

Teilzeittätigkeiten, geringer bezahlte

Berufe und daraus resultierende geringere

Rentenanwartschaften.

Der Ratgeber deckt eine breite Fülle von

Finanzthemen ab und nimmt dabei immer

die Perspektive von Frauen in spezifischen

Lebenssituationen ein: als Single, junge

Mutter in Familiengründung, Alleiner -

ziehende oder Berufsrückkehrerin. Auch

kritische Lebensereignisse wie Trennung,

Scheidung oder Tod des Ehepartners werden

unter die finanzielle Lupe genommen.

Neben der Lebenssituation von Frauen bilden

die verschiedenen finanziellen The -

men bereiche wie Einkommen, Altersvor -

sorge, Geldanlagen und Versicherungen

den roten Faden. Dabei ist es für die

Leserin an manchen Stellen eher mühsam,

der Fülle an Informationen und Rechen -

beispielen zu folgen. Da wäre weniger oftmals

mehr gewesen. Was fehlt, sind

Informationen dazu, wo frau sich beraten

lassen kann, welche Anbieter es auf dem

Markt der Finanzdienstleistungen gibt und

wie diese einzuschätzen sind. Gerade in

finanziellen Themen ist eine unabhängige

und produktneutrale Beratung besonders

wichtig. Der „Finanzplaner Frauen“ leistet

dazu auf jeden Fall einen wertvollen Bei -

trag.

Dr. Tatjana Rosendorfer

Den Autoren, die beide an der Hochschule

Triesdorf lehren und sich seit vielen Jahren

wissenschaftlich mit haushaltsökonomischen

und verbraucherpolitischen Themen

beschäftigen, ist mit dem neuen Lehrbuch

eine multiperspektivische Darstellung ge -

lungen, die das Zeug hat, zu einem neuen

Standardwerk zu werden. Hauptanliegen

der Autoren ist es, einen systematischen

Überblick über Theorie und Praxis der Ver -

braucherpolitik zu geben. Dabei machen

die zahlreichen und verständlichen Fall stu -

dien und Anwendungen das Lesen zu ei -

ner rege lrecht spannenden Lektüre. Zu den

Verdiensten der Autoren gehört es, neben

den traditionellen Handlungs fel dern (darunter

Ernährung, Lebensmittel sicherheit,

Finanzdienstleistungen) all jene wichtigen

Bereiche mit zu betrachten, die in den vergangenen

Jahren wichtig geworden sind.

Dazu gehören Big Data und Tele kom mu -

nikation genauso wie Nachhaltig keit und

Migration. So ist das Buch hilf- und aufschlussreich

für jeden, der sich mit sozioökonomischen

Fragen des Konsums und

Verbraucherverhaltens beschäftigt.

Dr. Friedhelm Mühleib

Mirjam Jaquemoth, Rainer Hufnagel, Ver -

braucherpolitik, Schäfer-Poeschel Ver -

lag, 1. Auflage Stuttgart 2018

312 Seiten

ISBN: 978-3-7910-3423-2

Preis: 24,95 Euro

„Essen kommen” ist ein Ruf, den wir alle

noch aus unserer Kinderzeit kennen –

und den wir als Eltern oder Großeltern

heute selbst von uns geben, wenn wir

die Familie um den Tisch versammeln

wollen. „Essen kommen” heißt auch das

neueste Buch des dänischen Familien -

therapeuten und Autors Jesper Juul.

Jesper Juul beschreibt darin, wie wichtig

es ist, dass alle am Tisch sich wohlfühlen,

und warum eine gesunde, entspannte Essund

Tischkultur zur Lösung von Konflikten

beitragen kann. „Essen kommen” sind für

Juul zwei Worte, die im besten Fall nicht

nur Gaumenfreude verheißen, sondern

auch Zusammengehörigkeit und Gebor -

genheit. Mit „Essen kommen” hat er seinen

Klassiker „Was gibt’s heute?” von

2005 überarbeitet und erweitert. Weil er

Eltern sagen will: Auch wenn ihr wenig

Zeit habt – ihr verbringt sie gut, wenn ihr

mit den Kindern einkauft und sie einladet,

gemeinsam das Essen vorzubereiten. Das

ist wertvoll verbrachte Zeit und eine große

und wichtige Investition in die Familie. In

einem Nachwort ermutigt Juul seine Leser

zu einem immer wieder möglichen Neu -

anfang: „Machen wir den Familientisch

wieder zu einem zentralen Bestandteil

unseres Familienlebens. Nicht jeden Tag

wird das Familienglück mit am Tisch sitzen,

aber ich glaube fest daran: Gemein -

sam essen macht Familien stark.“ Auch

für Ernährungsfachkräfte extrem lesenswert!

Dr. Friedhelm Mühleib

30 VDOE POSITION 2/18


ZUR PERSON

Prof. Markus Keller

Lehrt Veganes

Markus Keller wurde von der staatlich

anerkannten, privaten Fachhochschule

des Mittelstands (FHM) zum deutschlandweit

ersten Professor für vegane Er -

nährung berufen. Die Stiftungsprofessur

sowie der Studiengang „Vegan Food

Management“ werden von der Erna-

Graff-Stiftung für Tierschutz gefördert.

Seit 2016 leitet der Oecotrophologe den

ersten Bachelorstudiengang für vegane

Ernährung/Vegan Food Management in

Deutschland. Mit der Professur setzt

Markus Keller weitere Forschungs schwer -

punkte im Be reich vegeta rische/vegane

sowie nach haltige

Ernäh rung. Der

Studien gang wird

ab Ok tober 2018

an den bisherigen

Stand orten Köln

und Bamberg sowie

zusätzlich in Berlin

Markus Keller angeboten.

Dr. Philip Prinz

Einstieg bei der WVZ

Der Ernährungswissenschaftler Philip Prinz

ist seit Januar 2018 Abteilungsleiter Er -

näh rungswissenschaften bei der Wirt -

schaft lichen Vereinigung Zucker e. V. in

Berlin. Zu seinen Hauptaufgaben in dieser

Position gehört die Aufbereitung ernährungswissenschaftlicher

Erkenntnis rund

um Zucker und seinen Stoffwechsel als

Hintergrund für politische Entscheidungen

und die öffentliche Argumentation. Die

Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen

Ausbildung dürften ihm dabei sehr hilfreich

sein: Nach Bachelor in Wien und

Mas ter am Deutschen Institut für Ernäh -

r u n g s f o r s c h u n g

(DIfE) in Pots dam

hat Prinz zwischen

2014 und 2017 an

der Berli ner Charité

über einen Teilas -

pekt der Hunger-

Sättigungs -Regula-

Philip Prinz

tion promoviert.

Prof. Wenke Gwozdz

Lehrt in Gießen

Wenke Gwozdz hat die Nachfolge für

Prof. Uta Meyer-Gräwe in Gießen übernommen.

Seit Ende März hat die 39-

Jährige die Professur für Versorgungs- und

Verbrauchsforschung in den Agrar-, Er -

näh rungs- und Umweltwissenschaften

inne. Bisherige inhaltliche Schwerpunkte

der Diplom-Sozialökonomin mit Studium

und Promotion in Hohenheim waren

nachhaltiger Konsum, Gesundheits ver -

halten, Verhaltensänderung und Consu -

mer policy/public health policy. Gwozdz

erreichte der Ruf an den Gießener Lehr -

stuhl in Dänemark, wo sie am Center for

Corporate Social

Responsibility der

Copenhagen Busi -

ness School als

Asso ciate Professor

in Transformative

Consumer Beha -

viour and Sustain -

Wenke Gwozdz ability lehrte.

Helga Klingbeil-Weber

Neu im Vorstand

VDOE-Mitglied Helga Klingbeil-Weber von

der Katholischen Frauengemeinschaft

Deutschlands e. V. wurde von der Mit -

gliederversammlung der Bundesar beits -

gemeinschaft Hauswirtschaft (BAG-HW)

im Mai 2018 in Frankfurt zur stellvertretenden

Vorstandsvorsitzenden gewählt.

Vorsitzende ist Elvira Werner vom DHB –

Netzwerk Haushalt e. V. Weitere Stell -

vertreterin im dreiköpfigen Vorstand ist

Heidrun Biedermann vom Deutschen

Caritasverband e. V. „Ziel des neuen

Vorstands ist es”, so Elvira Werner, „die

Zusammenarbeit der Verbände weiterhin

zu fördern und sich für die professionelle

Hauswirtschaft mit ihren unterschiedlichen

Facetten und

vielfältigen Einsatz -

gebieten zu engagieren,

mit einem

Schwer punkt auf

der Wei terentwick -

lung der Berufsbil -

dung in der Haus -

Helga Klingbeil-Weber wirtschaft.”

Susanne Müller

Wieder im Vorstand

Susanne Müller, Mitglied im VDOE-Ar -

beitskreis Diabetes, wurde erneut in den

Vorstand des Verbandes der Diabetes-

Beratungs- und Schulungsberufe (VDBD)

gewählt, der in diesem Jahr 25-jähriges

Bestehen feiert. Im neuen Vorstand wird

sie das Amt der stellvertretenden Vor -

stands vorsitzenden bekleiden. Die Di -

plom-Oecotrophologin, Diätassistentin

und Diabetesberaterin DDG möchte sich

auch künftig für berufspolitische Be lange

einsetzen und Verbesserungen für Dia -

betesberaterinnen und -assistentinnen

erreichen. „Ich freue mich darauf, die be -

rufspolitischen Belange in die Hand nehmen

zu können und die Situation für Dia -

betes fachkräfte so

stetig zu verbessern“,

betont Mül -

ler. Ziel des VDBD

ist nach wie vor die

Anerkennung der

Diabetesberaterin

als eigenständiger

Susanne Müller Beruf.

Berufshaftpflichtversicherung

für 61,50 € netto

jährlich.

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LOGEN

VDOE POSITION 2/18 31


BRANCHEN-NEWS

Wissensforum Backwaren

Backwaren-Blog für

Verbraucher

Auf der Webseite des Wissensforum

Backwaren e. V. gibt es seit Juni 2018

einen Blog, der sich speziell an Ver -

braucher richtet und Themen wie Enzyme,

Aromen oder Hefe in Backwaren aufgreift

und deren Verwendung erklärt. Der erste

Blogbeitrag beschäftigt sich mit dem

Mythos Backmischungen. Warum verwenden

Bäcker Backmischungen? Reißen sie

nur noch eine Tüte auf, rühren den Inhalt

mit Wasser an, und fertig ist das Bröt -

chen? Auf leicht verständliche Weise wird

erklärt, was eine Backmischung ist, was

drinsteckt und wieso der Bäcker sie verwendet.

Das Ziel des Blogs ist es, mit

Vorurteilen aufzuräumen und Mythen

über Backmittel und -zutaten aus der Welt

zu schaffen. Der Blog ist Teil der Trans -

parenzoffensive, die über Backmittel und

Backzutaten in Backwaren aufklärt. In -

teressierte Verbraucher finden die Artikel

unter www.wissensforum-backwaren.de/

blog/

Alpro

Webinar pflanzen -

betonte Ernährung

Ernährungsfachkräfte können Fortbil -

dungspunkte nun bequem von zu Hause

aus sammeln. In der Online-Schulung von

Alpro zur pflanzenbetonten Ernährung lernen

die Teilnehmer vieles über die Ab -

grenzung zu anderen Ernährungsformen

sowie die gesundheitlichen und ökologischen

Vorteile. Im letzten Teil der Schu -

lung geht es um die Integration in die

Beratungspraxis: Es werden die häufigsten

Bedenken der Konsumenten aufgezeigt

und wie Fachkräfte dabei helfen können,

diese zu überwinden. Weitere Tipps und

Anregungen sowie Tagespläne und Re -

zepte erleichtern die Umsetzung. Die

Schulung schließt mit einem Fragebogen

ab; werden mindestens 80 % der Fragen

richtig beantwortet, erhält der Teilnehmer

eine Bestätigung, die er bei seinem

Berufsverband zum Erhalt eines Fort -

bildungspunkts einreichen kann. Die

Schu lung ist zu finden unter https://www.

medcram.de/partnerseiten/alpro-gmbh/

3 PAULY

Glutenfreier Genuss

mit Teff

3 PAULY erweitert stetig das vielseitige

glutenfreie Sortiment und hat neue Pro -

dukte mit Teff kreiert. Das Bio Teff

Porridge mit Hafer, die Teff Cookies Classic

und Kakao sowie das Bio Knusperbrot mit

Teff runden das bestehende Sortiment aus

Teff Fusilli, Teff Mehl, Backmischungen

und Teff Broten gut ab. Teff – auch Zwerg -

hirse genannt – ist eine über Jahrtausende

genutzte Getreidepflanze aus Äthiopien

mit wertvollen Inhaltsstoffen. Das vollständige

Kornaroma ist mild, nussartig und

etwas süß. Produkte, die mit Teffmehl

gebacken werden, stellen eine glutenfreie,

geschmackvolle und abwechslungsreiche

Alternative zum Weizenmehl dar. Teffmehl

ist reich an Ballaststoffen, den Vitaminen

B1 und Niacin sowie vielen Mineralstoffen

wie Eisen, Kalium, Magnesium und Man -

gan. Weitere Infos unter www.3pauly.de

Hinweis: Bei den Branchennews handelt es sich um

Pres se meldungen der korporativen Mitglieder des VDOE.

RICHTIG ESSEN INSTITUT

REI bietet Coaching

per App

Bereits seit einem Jahr bietet das RICHTIG

ESSEN INSTITUT (REI) die Ernährungsthe -

rapie auch telefonisch an. Der Service

kommt besonders gut bei Patienten im

Schicht- oder Außendienst an. „Das telefonische

Angebot passt nicht bei allen

Patienten, aber die Evaluierung zeigt hier

die gleichen Erfolge wie bei persönlicher

Beratung“, so das Fazit von Geschäfts -

führerin Heidi Brünion. „Wir möchten das

Angebot über die neuen Medien weiter

ausbauen und weitere Zielgruppen erreichen.“

Zusammen mit der Ovi va AG hat

das REI ein App-gestütztes Abnehmpro -

gramm entwickelt, das inzwischen von den

ersten Krankenkassen be zuschusst wird.

Brün ion: „Alle unsere Be rater haben nun

die Möglichkeit, ihre Pa tien ten persönlich,

telefonisch und per App zu beraten.“

Möchten Sie diese Inno vation auch nutzen?

Tel +49 8031 350999-16 oder info@

richtig-essen-institut.de

Nestlé Ernährungsstudio

Generation 60+ ist

am zufriedensten

69,7 % der Menschen in Deutsch land sind

mit ihrem körperlichen Wohlbe finden

zufrieden. Zwar ist die Zufrie den heit seit

dem Höchststand von 2015 (74,6 %)

rückläufig, liegt aber weiterhin über der

von 2014 (67,4 %), so das Ergebnis des

Wohlfühl-Trends des Nestlé Ernährungs -

studios. Die Umfrage zeigt auch, dass

Menschen ab 60 Jahren zufriedener sind

als jüngere. „Ältere Menschen sind heute

gesünder als Gleichaltrige in früheren

Generationen. Die Lebenser wartung steigt

permanent, aber nicht die Krankheitslast“,

erklärt Ernährungspsy chologe Prof. Chris -

toph Klotter von der Hochschule Fulda.

„Zudem haben sie ge lernt, die altersbedingten

körperlichen Veränderungen an -

zu nehmen, und sind entsprechend gelassener,

wenn die Figur oder das Gewicht

nicht den Idealen entspricht.“ Service -

angebote finden Fachkräfte unter https://

ernaehrungsstudio.nestle.de/fachkraefte

Yakult

Neue Broschüre zur

Darmgesundheit

Mit beeindruckenden Fotos und informativen

Fakten ist die wissenschaftliche Bro -

schüre „Lactobacillus casei Shirota“ jetzt

neu erschienen. Auf 20 Seiten erhalten

Ernährungsfachkräfte eine umfassende

Übersicht zu Darmgesundheit, Mikrobiota

und Probiotika. Die wichtigsten Human -

studien mit Lactobacillus casei Shirota

werden anschaulich dargestellt und zeigen

die verschiedenen Einsatzmöglich -

keiten des Bakterienstammes – ergänzt

durch derzeitige Leitlinienempfehlungen

und Tipps für die Praxis. Bestellen Sie kos -

tenlos ein Exemplar unter wissenschaft@

yakult.de. Bleiben Sie stets auf dem neuesten

Stand der Mikrobiom- und Probio -

tika-Forschung! Unser wissenschaftlicher

Newsletter „ProBiotica“ liefert Ihnen alle

zwei Monate aktuelle Studienergebnisse,

interessante Veröffentlichungen und wichtige

Veranstaltungen per E-Mail. Melden

Sie sich an unter www.yakult.de/science

32 VDOE POSITION 2/18


BRANCHEN-NEWS

seca

Plattform für Kör per -

zusammensetzung

Durch neueste Forschungsergebnisse und

und den weiteren Anstieg ernährungsund

gewichtsbedingter Krankheiten steigt

das Bewusstsein der medizinischen Com -

munity für die Bedeutung der Körper -

zusammensetzung (medical Body Com -

position Analysis). Das seca mBCA science

center unter der Leitung von Prof. Dr. Dr.

Anja Bosy-Westphal (Universität Kiel),

Prof. Dr. Matthias Pirlich (ESPEN) und Dr.

Stephen Wootton (Universität South -

ampton) versteht sich als internationale

Plattform für fundierten Wissensaus -

tausch zu diesem Thema. Jede Woche

posten die Experten Kommentare und

Einordnungen zu aktuellen Studien und

Artikeln. Interessierte können Fragen an

das Board richten und sich in der Rubrik

„Studies & White Papers“ über themenbezogene

Forschungsergebnisse informieren.

Weitere Informationen finden Ernäh -

rungsfachkräfte und Interessierte unter:

www.medicalbodycomposition.com/

Werz

Bioprodukte mit

Hand und Herz

Werz bietet seinen Kunden Bioartikel, die

den verschiedenen ernährungsbedingten

Bedürfnissen zugute kommen. Neben der

Herstellung von Dinkelbackwaren entwi -

ckelt das Unternehmen seit 30 Jahren glutenfreie

Produkte aus Biogetreide. Beide

Produktlinien werden frei von Ei und Milch

und ohne Haushaltszucker hergestellt und

sind damit besonders für Personen mit

einer Lebensmittelallergie oder -intoleranz

geeignet. Von Brot und Brötchen über

Dauergebäck wie Keksen und salzigem

Knabbergebäck bis hin zu Früh stücks -

cerealien sowie Nudeln und Mehlen bietet

Werz eine enorme Produkt vielfalt. Unser

Denken und Handeln ist davon geprägt,

Verantwortung für Mensch und Natur zu

übernehmen – und Menschen für Voll -

wertkost aus Bioanbau zu begeistern. Alle

Produkte werden deshalb traditionell mit

handwerklichem Ansatz und mit Unter -

stützung moderner Technologie produziert.

www.werz.bio

UGB-Akademie

Seminar Medika men -

te und Lebensmittel

Unkenntnis über die Wechselwirkungen

von Medikamenten und Lebensmitteln

kann zu fatalen Folgen für Patienten führen.

Im aktuellen Seminar des UGB zum

Thema erfahren Ernährungstherapeuten,

welche Lebensmittel problematisch für die

Verfügbarkeit wichtiger Wirkstoffe sind,

wie ausgewählte Medikamente Einfluss

auf Nährstoffhaushalt und Essverhalten

nehmen und welche Nebenwirkungen

auftreten können. Ein Schwerpunkt ist

auch, wie die Kommunikation zwischen

Arztpraxis, Ernährungstherapie und Pa tient

erfolgreich gestaltet wird. Die Teilnehmer

profitieren von der Koope ration und den

langjährigen Erfahrungen eines Arztes und

einer Ernährungs therapeutin, die weit

über Fachbuch wissen hinausgehen. Die

Dozenten zeigen Chancen, Risiken und

konkrete Möglich keiten für eine Ko -

operation auf. Pro gramm und Anmeldung

über www.ugb.de/seminar-medikamente,

Tel. +49 641 808960

Gerstoni

Kerngesunde

Gersten-Salate

Frische Feinkost-Salate liegen im Trend, ob

für den kleinen Imbiss im Büro oder zum

sommerlichen Grillabend. Dank Gerstoni

Gourmet-Gerste gibt es jetzt erstmals

Feinkost-Salate mit Gerste im Handel. Die

Gemüse-Gersten-Salate liefern bis zu 6 g

Gerstenballaststoffe in einer 250-g-Por -

tion, davon circa 2 g Beta-Glucan. Das

entspricht zwei Drittel der für eine cholesterinsenkende

Ernährung nötigen Tages -

zu fuhr von 3 g Beta-Glucan. Gerstoni wird

als Beta-Glucan-Gerste speziell für die

menschliche Ernährung angebaut und

enthält 12,5 g Ballaststoffe/100 g, davon

4,8 g Beta-Glucan – mit signifikanten

Effekten auf Stoffwechsel und Darmge -

sundheit. Erhältlich sind die Gersten-Sa -

late in gut sortierten Frischetheken. Gers -

toni Gourmet-Gerste gibt es in allen Glo -

bus-Märkten, in den Lebensmittel märkten

rund um Hannover/Bielefeld sowie über

den Onlineshop www.gerstoni.de

RICHTIG ESSEN INSTITUT

Webinare für Ernäh -

rungsfachkräfte

Webinare bieten die Möglichkeit, sich

regelmäßig fortzubilden, mit minimalem

Zeitaufwand und geringen Kosten. Das

RICHTIG ESSEN INSTITUT (REI) bietet die

Schulungen für ihre Berater als Webinare

an. Diese Option steht nun allen Ernäh -

rungs-Fachkräften offen. „Für REI-Berater

und unsere Honorarkräfte gelten nach wie

vor Sonderpreise“, so die Geschäfts -

führerin Heidi Brünion. Auf der Inter net -

seite des REI gibt es ab sofort den Button

„Fortbildungen“. Die nächsten Themen

sind: • Datenschutz und Ernährungsthe -

ra pie, praktisch umgesetzt • Ernäh rungs -

the ra pie bei Reizdarm • Das Bauchhirn:

Aktuelle Studienlage zur Verbindung von

„Kopf“ und „Bauch“ • Ernährungsthe -

rapie bei Krebspatienten. Haben Sie

Interesse an den Fortbildun gen? Weitere

Infos unter www.richtig-essen-institut.de

oder Tel. +49 8031 350999-13 oder

info@richtig-essen-institut.de

Käserei Loose

Sauermilchkäse versus

Proteinshakes

„Ein Brot mit Sauermilchkäse unmittelbar

nach dem Training hat einen vergleichbaren

Effekt auf die Muskelregeneration wie

ein Protein-Kohlenhydrat-Shake. Eine zu -

sätzliche Aufnahme von Nahrungser gän -

zungsmitteln ist daher nicht erforderlich“,

lautet das Fazit von Prof. Dr. Dr. Patrick

Diel von der Deutschen Sporthochschule

Köln. In seiner aktuellen Studie untersuchte

er die positive Wirkung von Protein-

Kohlenhydrat-Shakes auf die Muskelre -

generation im Vergleich zur Kombination

aus Brot und fettarmen Milchprodukten.

Als Eiweißquelle diente der Sauermilch -

käse „Quäse“ der Käserei Loose, der mit

über 30 % Eiweiß und weniger als 0,5 %

Fett punktet. Experten empfehlen eine

Auf nahme von rund 35 g Protein kombiniert

mit 35 g Kohlenhydra ten in den

ersten 30 Minuten nach dem Training. Am

besten über natürliche leichtverdauliche

proteinreiche Lebensmittel.

VDOE POSITION 2/18 33


SERVICE

Ihre VDOE-Ansprechpartner auf einen Blick

Vorstand: Kirsten Hummerich (Vorstandsvorsitzende) • Tamara Krafft (Rechnungsführendes Vorstandsmitglied) • Ingrid Acker • Monika Bischoff •

Dr. Annette Neubert

Geschäftsstelle

BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE)

Reuterstraße 161, 53113 Bonn

Tel. +49 228 28922-0, Fax +49 228 28922-77

E-Mail: vdoe@vdoe.de / Internet: www.vdoe.de

Twitter: @oecotrophologie, Blog: blog.vdoe.de

facebook: www.facebook.com/BerufsverbandOecotrophologie

Ihre Ansprechpartner in der Geschäftsstelle

Personen Arbeitsschwerpunkte Bürozeiten

Geschäftsführung

Dr. Andrea Lambeck Koordination der Geschäftstätigkeit zum Vorstand MO bis FR

und innerhalb der Geschäftsstelle • Berufspolitik und

Berufsordnung • Mitgliederberatung zu rechtlichen

und steuerlichen Fragen • Hochschulkontakte •

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Sekretariat

Cornelia Birkoben Mitglieder- und Adressverwaltung • Buchhaltung MO bis DO

• Mitglieder-Service

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Martina Weltring Seminarabwicklung • Expertenpool • Jahrestagung DI bis FR

...........................................................................................................................

Elisabeth Richter Mitglieder- und Adressverwaltung MI

...........................................................................................................................

Renate Kurth Büroorganisation MO bis DO

...........................................................................................................................

Weiterbildung

Urte Brink, Referentin Zertifikat • Qualitätssicherung in der Ernährungs- MI bis FR

Ernährungsberatung beratung • Mitgliederberatung zur freiberuflichen

und Weiterbildung Ernährungsberatung

...........................................................................................................................

Christine Kalthoff, Weiterbildungsprogramm • Arbeitskreis Diabetes DI bis MI

Referentin Weiterbildung • Mitgliederberatung zur Weiterbildung

...........................................................................................................................

Öffentlichkeitsarbeit

Jutta Bassfeld, VDOE-Netzwerke und Örtliche Gruppen • Veranstal- DI bis FR

Referentin Marketing/PR tungen • Hochschulmarketing • Jahrestagung

...........................................................................................................................

Astrid Donalies,

Internet • Social Media • Mentoring • VDOE POSITION MO bis DO

Referentin Presse/PR • Newsletter

...........................................................................................................................

Anja Horstmann, Website und Social Media • Veranstaltungen • Daten- DI bis DO

Mitarbeiterin Presse/PR pflege

Geschäftszeiten

MO–DO von 08:30 Uhr bis 15:00 Uhr

FR von 08:30 Uhr bis 13:00 Uhr

Netzwerke: Überregional und mit klarem

thematischen Bezug zum beruflichen Austausch.

Netzwerk

Bereich

Adipositas- Adipositas-Prävention

Netzwerk und -therapie

AHV-Netzwerk Gemeinschaftsverpflegung /

-gastronomie, Catering

Bildungs- Ernährungsbildung und

Netzwerk -erziehung

Diabetes- Diabetes-Prävention,

Netzwerk -beratung und -therapie

E-Netzwerk Ernährungsberatung und

Ernährungstherapie

Klinik- Therapie, Forschung,

Netzwerk Pharma

PR-Netzwerk Öffentlichkeitsarbeit, Journalismus,

Medien, Presse

QM/QS- Qualitätsmanagement und

Netzwerk Qualitätssicherung

Wirtschafts- LM-, Pharma-, Hausgeräte-

Netzwerk industrie und Handel

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Arbeitskreise: Zur Beurteilung best. Frage stel -

lungen beruft der Vorstand Arbeitskrei se (AK) ein.

Fachbereich

Leitung

AK Adipositas Dr. Christina Holzapfel

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AK Diabetes Dr. Astrid Tombek

AK Ernährungs- Christof Meinhold

therapie

AK Versorgung Dr. Heide Preuße

AK Internationale Britta Macho

Berufspolitik

AK Betriebliche Prof. Annegret Flothow

Gesundheitsförderung

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Herzlich willkommen! Unsere neuen Mitglieder 01.02.2018 bis 30.06.2018

Dr. Carolin Adler • Stefan Ambacher • Nadine Anuszkiewicz • Tanja Asche • Hendrik Aßmann • Dr. Katja Aue • Lena Ballmeyer • Julia Becker •

Annette Blömer • Gabriele Bödeker • Julia Böhm • Christina Brachthäuser • Carmen Brehler • Carina Brentrup • Sandra Buck • Sophie Büttner •

Dr. Inga Busse • Franziska Dolle • Judith Engelke • Lisa-Marie Fichtner • Franziska Freier • Isabelle Frenzl • Vivien Gerencsér • Hannah Geupel •

Sabine Glüh • Paulina Gonzalez-Aguilar • Heike Greve • Sarah Grünendahl • Baris Gündüz • Susann Gutsche • Linda Haddenhorst • Milan

Hartmann • Isabell Hasenbein • Nadine Hauwe • Katharina Heimberg • Stefanie Helbig • Annika Hering • Sarah Christin Herre • Samya Heusch

• Laura Hupp • Kerstin Jacobs • Verena John • Kathrin Kaiser • Gudrun Kayn-Scherneck • Karin Kerber • Alexander Klauß • Kathrin kleine

Hackmann • Bettina Koch • Sabrina Küchler • Miriam Kurzbach • Vivian Lelleck • Dominique Patricia Löhr • Pia Martin • Isabell Martins • Christine

Mees • Dr. Ruth Meise • Melanie Meyer • Sara Mruck • Dr. Annabel Sandra Mueller-Stierlin • Waldemar Naichel • Mareike Nakat • Dr. Annette

Neubert • Josephine Neugebauer • Jessica Nuguspanov • Maike Pfahl • Anna Plogmann • Birte Pohlmann • Dr. Philip Prinz • Maren Raschdorf •

Ewa Ratajczak • Isabel Reichert • Julia Reinig • Tina Richter • Carolina Diana Rossi • Antje Rost • Ilona Sassenberg • Aileen Schad • Marit

Schicktanz • Gertrud Schiele • Rabea Lisa Schild • Sina Schmidtwilken • Julia Schneider • Kirsten Schreiber • Anke Schreiber-Abotsitse • Michalea

Schülein • Elvira Schütz • Stefanie Schulte-Werflinghoff • Sophie Schulz • Shirin Schwarze • Daniel Schwind • Sylke Sedelies • Vera Spellerberg •

Nicolette Suchorski • Johannes Thumm • Natasha Welland • Andrea Weller • Dr. Britta Wessels • Stefanie Wienken • Johanna Wirler • Aline

Witzke • Maria Zadorozhnyuk • Sandra Zimmermann

Neue korporative Mitglieder:

Naturkornmühle Werz GmbH & Co. KG • BA.Unternehmensgruppe

34 VDOE POSITION 2/18


SERVICE

BESTELLSCHEIN > per Fax +49 228 28922-77

oder per Post

An den

BerufsVerband Oecotrophologie e. V. (VDOE)

Reuterstr. 161

53113 Bonn

Ja, ich bin VDOE-Mitglied, bitte schicken Sie mir:

Artikel ankreuzen Artikel ankreuzen

Flyer Honorarempfehlungen für die Ernährungsberatung

und Ernährungstherapie

Flyer Expertenpool (NEU)

Flyer FUNDAMENT-Mentoringprogramm

Verbandssatzung

Berufsordnung

Infos zur Berufshaftpflichtversicherung

(speziell für Oecotrophologen in der

Ernährungsberatung)

kostenlos

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kostenlos

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.............................................................................

kostenlos

kostenlos

kostenlos

kostenlos

Info-Ordner „Erfolgreich als Unternehmer“

45,00 Euro

(rechtl. + steuerl. Fragen, Versicherung)

........................................................................................................

Stellen-Service Intranet + Newsletter (wöchentlich)

........................................................................................................

Flyer VDOE-Mitgliedschaft (NEU)

........................................................................................................

Flyer Plattformen für Vernetzung: ÖG, Netzwerke,

Regionaltreffs (NEU)

........................................................................................................

Arbeitshilfen für das Management von

15 Euro

Ernährungsberatung u. -therapie

kostenlos

kostenlos

kostenlos

Fachzeitschriften-Sonderkonditionen (Preise inklusive Versandkosten im Inland)

Download der Bestellformulare im Intranet (www.vdoe.de/mitglieder-login.html)

Artikel VDOE-Vorteilspreis Artikel VDOE-Vorteilspreis

Ernährungs Umschau (EU)

81,40 Euro pro Jahr

..........................................................................................

EU- und DGE-Info

Mitglieder-Kombi-Abo,

89,60 Euro pro Jahr

..........................................................................................

European Journal of Nutrition 130,10 Euro pro Jahr

......................................................................... .................

Aktuelle Ernährungsmedizin

66,80 Euro pro Jahr

..........................................................................................

GV kompakt

66,50 Euro pro Jahr

..........................................................................................

GVmanager

kostenlos

..........................................................................................

Schulverpflegung

kostenlos

..........................................................................................

Handbuch der Gemeinschaftsgastronomie

89,60 Euro

Diabetes-Forum

12,30 Euro pro Jahr

..........................................................................................

Hauswirtschaft und Wissenschaft online kostenfrei ab 2018

..........................................................................................

AdipositasSpektrum

22,00 Euro pro Jahr

..........................................................................................

Ernährung & Medizin

61,50 Euro pro Jahr

inkl. Nutzung Online-Archiv

..........................................................................................

Adipositas 58,00 Euro pro Jahr b 2018

..........................................................................................

Food & Farm

23,52 Euro pro Jahr

..........................................................................................

eathealthy

12,90 Euro pro Jahr

Was wir Ihnen sonst noch bieten:

Berufspolitische Vertretung und Unterstützung des Berufsstandes • Beratung in allen beruflichen Fragen (z. B. zu Arbeitsverträgen, Vergütung, Berufs -

ori en tierung, Ernährungsberatung, Existenzgründung) • Existenzgründungsgutachten (kostenpflichtig) • Erstberatung durch einen Verbands-Rechts an -

walt z. B. zu arbeitsrechtlichen Fragen und Fragen bei der Existenzgründung (kostenpflichtig) • 30 % Rabatt auf Medien des BZfE, des 5 am Tag e. V.

sowie des Bundesverbandes Die VERBRAUCHER INITIATIVE e. V. • VDOE-Newsletter • Verbandszeitschrift VDOE POSITION • Jahres tagung (ermäßigte

Teil nahmegebühr) • Fachliche und regionale Plattformen und Treffen • Mentoring-Programm

Absender: (Bitte in Druckbuchstaben schreiben)

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Name Vorname Mitgliedsnummer ggf. Institution/Unternehmen

ı ...................................... ı ...................................... ı ...................................... ı ......................................

Straße PLZ, Ort Tel. E-Mail

ı ...................................... ı ......... .............................

Datum

Unterschrift

Impressum

Redaktion: Dr. F. Mühleib (Leitung), A. Do na -

lies (Projektleitung), Dr. M. Groeneveld, K.

Hummerich, Dr. A. Lambeck, A. Horstmann

Anzeigen: VDOE-Geschäftsstelle,

E-Mail: vdoe@vdoe.de

Herausgeber:

BerufsVerband Oecotrophologie e. V.

V. i. S. d. P.: Kirsten Hummerich

VDOE-Geschäftsstelle

Reuterstr. 161, 53113 Bonn,

Tel. +49 228 28922-0,

Fax +49 228 28922-77,

E-Mail: vdoe@vdoe.de,

Internet: www.vdoe.de

Redaktion:

Pressebüro Dr. Friedhelm Mühleib,

Seestraße 2, 53909 Zülpich-Geich,

Die Artikel geben nicht unbedingt die Mei -

nung des Vorstandes oder der Redaktion

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am 30. November 2018. Redak -

tions schluss ist der 1. September 2018.

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Hef tes lautet: „Die Digitalisierung der

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