MAGNIFICAT März 2021

butzonbercker

Thema des Monats März: „Aufbruch aus Sünde und Schuld“

Inhalt (neben Morgen- und Abendgebet sowie Texten der Eucharistiefeier):

• Das Bild im Blick
Schwangerschaft als Ereignis

• Thema des Monats
Aufbruch aus Schuld und Sünde

• Unter die Lupe genommen
Felix culpa
Heiligung

• Singt dem Herrn ein neues Lied
Wie ein Fest nach langer Trauer. Oder „I have a dream“

• Engagiertes Christsein
Mit Spannungen leben: Militärseelsorge

• Die Mitte erschließen
Gebet- und Gesangbuch – das Rollenbuch der Gemeinde

• Themen und Termine
Gebetsanliegen des Papstes
Heiliger des Monats: Gregor von Nyssa
Weltgebetstag lenkt Blick auf Pazifik
Fastenkollekte mahnt: „Es geht! Anders.“
Zehn Jahre Katastrophe von Fukushima
Gottesdienste im ZDF
DOMRADIO

• Gebete und Gesänge
Confiteor
Erbarme dich, Herr, unser Gott
Marianische Antiphon „Ave Regina caelorum“

• Namenstagskalender

MÄRZ 2021


Zum Titelbild

Madonna del Parto

Piero della Francesca, 1450–1475

Fresko, Monterchi, Museo Civico Madonna del Parto,

© bpk / Scala

Piero della Francesca war einer der großen Protagonisten der italienischen

Frührenaissance. Trotzdem wissen wir sehr wenig über sein Leben. Sein Geburtsdatum

ist unbekannt, wir wissen nur, dass er aus Borgo Sansepolcro in

der Provinz Arezzo stammte. Falsch ist der Name, mit dem er seit dem Künstlerbiografen

Giorgio Vasari benannt wird; er hieß eigentlich Piero di Benedetto

de’ Franceschi. Falsch ist auch die Behauptung Vasaris, dass der Name „della

Francesca“ von seiner Mutter stammte; es war seine Großmutter, die Francesca

hieß.

Piero wurde in eine wohlhabende Familie hineingeboren; sein Vater Benedetto

war Ledergroßhändler. Die Geburt Pieros wird zwischen 1416 (Hochzeit

der Eltern) und Oktober 1418 vermutet. Piero erhielt seine Ausbildung als

Maler wohl bei Antonio di Giovanni di Anghiari in seiner Heimatstadt und

arbeitete 1438 in Arezzo und Perugia, 1439 in Florenz, später auch in Rom.

Dort begegnete er einem Werk, das ihn stark beeinflussen sollte: dem heiligen

Hieronymus im Gehäuse von Antonello da Messina (vgl. MAGNIFICAT September

2020). Am Hof von Ferrara konnte er die Bekanntschaft mit Werken

von flämischen Meistern wie Rogier van der Weyden machen. Auch in Urbino

und Rimini arbeitete er, kehrte aber immer wieder in seine Heimatstadt zurück.

Sein Alter wurde durch eine zunehmende Erblindung belastet und er widmete

sich vor allem dem Verfassen kunsttheoretischer Schriften. Er starb am 12.

Oktober 1492 in seinem Geburtsort.

Unser Titelbild schmückt das Fresko Madonna del Parto, das die schwangere

Maria als einfache Frau aus dem Volk zeigt, der aber von zwei Engeln die Weltbühne

bereitet wird.

Heinz Detlef Stäps


Maria

wartet

erwartet

Leben

für alle

Mutter

Gottes

wird sie sein

Gott

wird klein

in ihr

sie

wird groß

in Gott

Heinz Detlef Stäps

Madonna del Parto, Piero della Francesca, 1450–1475

Fresko, Monterchi, Museo Civico Madonna del Parto,

© bpk / Scala

Karte aus: MAGNIFICAT. Das Stundenbuch, Ausgabe: März 2021

© Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer, www.magnificat.de


Benedictus

epriesen sei der Herr, der Gott Israels! *

Denn er hat sein Volk besucht und ihm

Erlösung geschaffen;

er hat uns einen starken Retter erweckt *

im Hause seines Knechtes David.

So hat er verheißen von alters her *

durch den Mund seiner heiligen Propheten.

Er hat uns errettet vor unsern Feinden *

und aus der Hand aller, die uns hassen;

er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /

und an seinen heiligen Bund gedacht, *

an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /

ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *

vor seinem Angesicht all unsre Tage.

Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /

denn du wirst dem Herrn vorangehn *

und ihm den Weg bereiten.

Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *

in der Vergebung der Sünden.

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *

wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen

und im Schatten des Todes, *

und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn *

und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *

und in Ewigkeit. Amen.

Lk 1, 68–79 – VIII. Ton, vgl. GL 1975 681 · KG 267,

alternative Melodie im V. Ton: vgl. GL 617, 2


Magnificat

eine Seele preist die Größe des Herrn, *

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd

hat er geschaut. *

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *

und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *

über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *

Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

er stürzt die Mächtigen vom Thron *

und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *

und lässt die Reichen leer ausgehn.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *

und denkt an sein Erbarmen,

das er unsern Vätern verheißen hat, *

Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Ehre sei dem Vater ...

Lk 1, 46–55 – IX. Ton, vgl. GL 631, 4 · GL 1975 689 · KG 274

Nunc dimittis

un lässt du, Herr, deinen Knecht, *

wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.

Denn meine Augen haben das Heil gesehen, *

das du vor allen Völkern bereitet hast,

ein Licht, das die Heiden erleuchtet, *

und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Ehre sei dem Vater ...

Lk 2, 29–32 – III. Ton, vgl. GL 665, 3 · GL 1975 700, 3 · KG 290


März 2021

Versöhnung und Aufbruch

Aufbruch aus Sünde und Schuld

Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem Gott!

Denn du bist zu Fall gekommen

durch deine Schuld.

Buch Hosea – Kapitel 14, Vers 2

Verlag Butzon & Bercker Kevelaer


Jahresthema 2

Versöhnung und Aufbruch

Dezember 2020

Januar 2021

Februar 2021

März 2021

Die Heilige Woche 2021

April 2021

Mai 2021

Juni 2021

Juli 2021

August 2021

September 2021

Oktober 2021

November 2021

Aufbruch Gottes

Aufbruch der Völker

Aufbruch durch Versöhnung

Aufbruch aus Schuld und Sünde

Aufbruch durch Erlösung

Aufbruch in die Freiheit

Aufbruch in versöhnte Verschiedenheit

Aufbruch zu mir selbst

Auf-brechen

Kompromiss als Aufbruch

Konziliarer Aufbruch

Aufbruch Schöpfung

Aufbrechen – Ankommen

MAGNIFICAT in Corona-Zeiten

Aktuelle Informationen und Hinweise finden Sie

im Internet unter https://www.magnificat-das-stundenbuch.de/de/corona.html

Die Texte vom Vorabend des Palmsonntags

bis zum Abend des Ostersonntags finden Sie

in der Sonderausgabe „Die Heilige Woche 2021“.


3

Inhalt

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

Das Bild im Blick

Schwangerschaft als Ereignis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Morgengebet, Texte zur Eucharistiefeier, Abendgebet 10

Thema des Monats

Aufbruch aus Schuld und Sünde . . . . . . . . . . . . . . . . . . 300

Unter die Lupe genommen

Felix culpa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 304

Heiligung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 308

Singt dem Herrn ein neues Lied

Wie ein Fest nach langer Trauer. Oder „I have a dream“ 310

Engagiertes Christsein

Mit Spannungen leben: Militärseelsorge . . . . . . . . . . . . 312

Die Mitte erschließen

Gebet- und Gesangbuch – das Rollenbuch der Gemeinde 316

Themen und Termine

Gebetsanliegen des Papstes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

Heiliger des Monats: Gregor von Nyssa . . . . . . . . . . . . 319

Weltgebetstag lenkt Blick auf Pazifik . . . . . . . . . . . . . . . 322

Fastenkollekte mahnt: „Es geht! Anders.“ . . . . . . . . . . . . 324

Zehn Jahre Katastrophe von Fukushima . . . . . . . . . . . . . 327

Gottesdienste im ZDF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 329

DOMRADIO . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 329


Inhalt 4

Gebete und Gesänge

Confiteor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

Erbarme dich, Herr, unser Gott . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Eröffnung von Morgen- und Abendgebet . . . . . . . . . . . 330

Marianische Antiphon Ave Regina caelorum . . . . . . . . . 331

Namenstagskalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 332

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 334

Leserservice . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 335

Quellennachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 336

Abkürzungen:

GL: Gotteslob 2013

GL 1975: Gotteslob 1975

KG: Kath. Gebet- und Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz

EG: Evangelisches Gesangbuch

MAGNIFICAT wird aus reinem Dünndruckpapier hergestellt und verbraucht

daher 50 % weniger Nutzholz und Energie als herkömmliches

Papier. Dünndruckpapier ist ein idealer Recycling-Rohstoff und leistet

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5Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

Viele Menschen, die ich kenne, reiben sich an der Fastenzeit.

Nicht am Fasten selbst, das wissen viele zu schätzen – weil

es Gewohntes infrage stellt und durch Verzicht neue Klarheit

bringt. Nein, die Liturgie sei zu sehr auf Umkehr und Buße, auf

Schuld und Sünde fixiert. Andere stoßen sich am allabendlichen

Schuldbekenntnis mit dem dreifachen „meine (große) Schuld“.

„Ich fühle mich da zu negativ gesehen.“ Oder: „So schuldbeladen

bin ich nicht.“ Solche Selbsteinschätzungen höre ich oft.

Um was geht es?

Aufschlussreich ist die Reaktion von Simon Petrus nach dem

wunderbaren Fischzug: „Geh weg von mir; denn ich bin ein

sündiger Mensch, Herr!“ (Lk 5, 8) Oder die Haltung des Zöllners

im Tempel: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ (Lk 18, 13) Von

Gott überwältigt, in seiner Gegenwart erkennen Menschen,

wie es um sie steht. Wer Gottes Güte begegnet, dem können die

Augen aufgehen, wie die eigene Situation und die der Menschheit

aussieht. Wir alle sind in einen Unheilszusammenhang

geboren; das ist schwer zu übersehen. Was weniger leicht auffällt:

dass jede(r) Einzelne, dass ich selbst daran meinen Anteil

habe. Wenn ich ehrlich bin: immer wieder, sosehr ich mich

auch mühe. Es fällt schwer, dem, der mir querkommt, nicht

mit gleicher Münze zurückzuzahlen. In Konflikten den eigenen

Anteil daran realistisch zu sehen und wirklich etwas zu

ändern, indem ich gangbare Lösungen suche. Dorthin möchte

die Zeit der Buße mich führen: zuallererst ehrlich mit mir selbst

zu sein. Und ja, dazu braucht es die wiederholten Mahnungen.

Doch mir persönlich sind die kleinen, oft unscheinbaren positiven

Impulse mindestens so wichtig. Jer 7, 23 zum Beispiel (S.

120) oder Jes 65, 17–21 (S. 163). Sie tun mir Möglichkeiten auf,

zeigen mir, was Gott mit uns Menschen vorhat. Machen Mut

anzufangen.

Ihr Johannes Bernhard Uphus


Das Bild im Blick 6

Schwangerschaft als Ereignis

I

n einer kleinen Kapelle, Santa Maria di Momentana (oder in

Silvis), bei Monterchi mitten im Grünen, malte Piero della

Francesca seine Madonna del Parto (Madonna der Entbindung).

Eigentlich müsste das Gemälde „in Erwartung der Entbindung“

tituliert sein. Sehr selten ist die schwangere Maria außerhalb

der Begegnungsszene mit Elisabet gemalt worden. Das Fresko

schaut in ganz eigener Perspektive auf das Fest der Verkündigung

des Herrn am 25. März zurück.

Es ist nicht bekannt, wann genau der Maler das Fresko gemalt

hat und warum ausgerechnet in dem kleinen Ort Monterchi bei

Arezzo am Rand der Toskana. Es ist kein Auftraggeber bekannt,

vielleicht malte es der Künstler sogar aus Eigeninitiative. Seine

Mutter, die 1459 starb, stammte aus diesem Ort. Ein Motiv

der Mutterschaft legte sich deshalb vielleicht nahe. Man nimmt

heute eine Entstehung zwischen 1450 und 1455 an, was auch

zum stilistisch sehr nahen Freskenzyklus zur Kreuzeslegende

in San Francesco in Arezzo passen würde, dem Hauptwerk des

Künstlers.

1910/11 wurde das Fresko von der Apsiswand abgelöst und

restauriert. 1917 wurde es nach einem Erdbeben, das die Kapelle

stark beschädigte, in Sicherheit gebracht und kehrte 1922

zurück. Anfang der 90er-Jahre erfolgte eine tiefgreifende Restaurierung.

Während dieser Zeit fand das Fresko in einer kleinen

Schule in Monterchi eine provisorische Unterkunft, die

allerdings bis heute andauert. Die Schule wurde nämlich zum

Museo Civico Madonna del Parto umgebaut, wo es noch heute

zu bewundern ist. (Der Bischof hat die bürgerliche Gemeinde

auf Herausgabe des Freskos verklagt.) Wie auf der Innenkarte

gut zu erkennen, handelt es sich heute nur noch um ein Fragment;

wir wissen nicht, wie groß das Fresko ursprünglich war.


7

Das Bild im Blick

Das Zelt Gottes unter den Menschen

Maria zeigt sich den Betrachtern in der Mitte eines Zeltes, das

mit grauschwarzem Fell kostbar ausgeschlagen ist. Die Reste der

Umrahmung zeigen, dass das Zelt als an einer Wand befestigt

gedacht war, die von gemaltem Marmor in Rot und Grün verkleidet

war. Damit kein Pfahl, der das Zelt stützt, in der Mitte

die ganze Komposition stört (so im Zyklus in Arezzo beim Fresko

mit dem Traum von Kaiser Konstantin), wurde das Zelt als

an der Wand von oben abgehängt gedacht. Außen zeigt es einen

kostbaren rot-gelben Damaststoff, mit Granatapfelmotiven. Granatäpfel

standen einerseits für Fruchtbarkeit und Fülle (wegen

der vielen Kerne), andererseits aber auch für Passion und Erlösung

(wegen des blutroten Saftes). Sie verweisen somit sowohl

auf Maria und die bevorstehende Geburt als auch auf Jesus und

seine Erlösungstat. Es ist ein königliches Zelt, dessen einzelne

Teile, die verschieden vom Licht hervorgehoben werden, Piero

della Francesca meisterhaft voneinander unterscheidet.

Zwei Engel, die als Jünglinge mit rotem bzw. grünem Gewand

dargestellt sind, wobei die Flügel und die Strümpfe die

Gegenfarbe zeigen, halten für die Madonna das Zelt an den Seiten

geöffnet und sind absolut symmetrisch gezeigt, da sie vom

selben Karton (s. u.) gemalt wurden. Die beiden Engel und das

geöffnete Zelt erinnern an zeitgenössische Darstellungen von

Tabernakeln. Auf diese Weise soll Maria als Ort der Gegenwart

Gottes gezeigt werden: Sie trägt den Leib Christi. Sie ist das Zelt

Gottes unter den Menschen (vgl. Offb 21, 3).

Die Frau aus dem Volk

Besonders beeindruckend ist aber die Figur der Maria als unumstrittenes

Zentrum des Bildes. Die Engel öffnen die Vorhänge

des Zeltes, damit ein noch sehr junges Mädchen die Bühne

der Welt betritt. Sie hat die Schönheit und Einfachheit eines


Das Bild im Blick 8

normalen Dorfmädchens, andererseits strahlt sie aber auch die

Eleganz und edle Anmut einer Königin aus.

Die Jungfrau trägt ihr blondes Haar streng von weißen Bändern

zurückgebunden. Ein goldener Heiligenschein liegt wie

ein Teller auf ihrem Kopf. (Die auffallenden Linien auf den

Nimben der Madonna und der beiden Engel sind nicht etwa,

wie vermutet wurde, Spiegelungen eines Kachelfußbodens,

sondern hier zeigen sich die übereinandergelegten Ränder der

Blattgoldplättchen.)

Sie trägt ein sehr einfaches blaues Kleid, das vorne geschnürt

ist. Unterhalb der Brust öffnet sich das Kleid aber und lässt das

weiße Unterkleid hervorscheinen als Zeichen ihrer Reinheit.

Maria ist schwanger. Die rechte Hand legt sie sanft auf ihren

Bauch und betont dadurch ihre frohe Erwartung. Sie nimmt

aber auch Kontakt mit dem Kind auf, das in ihrem Leib heranwächst.

Die linke Hand hat sie in die Hüfte gestemmt und

erscheint dadurch als eine Frau, die sich ihres Selbstwertes bewusst

ist. Ihr Blick ist in sich gekehrt und ernst. Sie scheint über

die eigene Zukunft und die ihres Kindes nachzudenken.

Anspruchsvolle Technik

Die Fresko-Technik ist handwerklich schwierig. Zuerst werden

auf einem Karton die Umrisse der Figuren und der Gegenstände

vorgezeichnet und kleine Löcher entlang der skizzierten Linien

durch den Karton gebohrt. Darauf wird jeden Morgen eine

kleine Fläche Putz frisch auf die Wand aufgetragen; und zwar

nur so viel, wie der Maler an einem Tag bemalen kann. Dann

werden die Löcher im Karton mit Kohlestaub auf die Malfläche

übertragen. Schließlich malt der Künstler mit Farben auf

den frischen Putz (deshalb der Name „al fresco“) und orientiert

sich dabei an den vom Karton übernommenen Umrissen. Die

größte Schwierigkeit ist, dass man die Pinselstriche, wenn der

Putz einmal getrocknet ist, nicht mehr korrigieren kann. Zum


9

Das Bild im Blick

Schluss wird der übrige Putz, der innerhalb des Tages nicht

mehr bemalt werden konnte, abgeschlagen und am nächsten

Tag wird frischer Putz für ein Tagwerk aufgetragen.

Das Fresko der Madonna del Parto, das ganz von der Hand

des Meisters stammt, zeigt nur sieben Tagwerke. Dies macht

deutlich, wie genau der Künstler vorgeplant hat und dann in

der Ausführung sehr schnell vorangehen konnte. Es gibt nur

wenige kleine Übermalungen; einzig die Farbe des Kleides der

Madonna wurde später aufgetragen, da dieses intensive Blau al

fresco nicht zum Leuchten gebracht werden konnte.

Heinz Detlef Stäps


Montag, 1. März 2021

Namenstag: hl. Albin (Bischof von Angers, † um 550) · hl. David

von Menevia (Einsiedler in Wales, † um 601) · hl. Suitbert (Missionsbischof

am Niederrhein, † 713) · sel. Roger von Bourges (Bischof,

† 1368) · sel. Johanna Maria Bonomo (Äbtissin, Mystikerin, † 1670)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit.

Amen.

Hymnus

Wir taten Unrecht, fielen tief

und haben uns von dir gewandt.

Wir hörten dich nicht, der uns rief,

und rissen uns von deiner Hand.

Gott, wirst du uns die Gnade nehmen?

Herr, Herr, wes müssen wir uns schämen!

Ach, wo ist noch ein treuer Knecht?

Du aber, Höchster, bist gerecht!

Herr, erbarme dich unser!

Wir hörten nicht auf dein Gebot,

das die Propheten offenbart.

Du fragtest nur nach unsrer Not,

als unsre Schuld untilgbar ward.

Den Heiland hast du selbst erkoren.

O Jesus Christ, der uns geboren:

Du hast uns Gott als den gezeigt,


11

Montag, 1. März · Morgen

der sich barmherzig zu uns neigt!

Christe, erbarme dich unser!

Wir liegen vor dir im Gebet.

Herr, sieh nicht auf Gerechtigkeit!

Wir wissen, unser Heil besteht

in dir, Gott der Barmherzigkeit!

Ach, höre, Herr! Ach Herr, sei gnädig!

Herr, merke auf! Sprich du uns ledig!

Herr, tue es! Verziehe nicht!

Sei du der Retter im Gericht!

Herr, erbarme dich unser!

Jochen Klepper (1903–1942), Bußtagslied

Canticum Sir 36, 1–7.13.16–19

Antiphon:

Die Antiphon wird zu Beginn und am Ende eines Canticums gebetet.

Zeige uns, Herr, das Licht deines Erbarmens.

Rette uns, du Gott des Alls, *

und wirf deinen Schrecken auf alle Völker!

Schwing deine Hand gegen das fremde Volk, *

damit es deine mächtigen Taten sieht.

Wie du dich an uns vor ihren Augen als heilig bezeugt hast, *

so verherrliche dich an ihnen vor unseren Augen,

damit sie erkennen, wie wir es erkannten: *

Es gibt keinen Gott außer dir.

Erneuere die Zeichen, wiederhole die Wunder, *

zeig die Macht deiner Hand

und die Kraft deines rechten Armes!

Sammle alle Stämme Jakobs, *

verteil den Erbbesitz wie in den Tagen der Vorzeit!

Hab Erbarmen mit dem Volk, das deinen Namen trägt, *

mit Israel, den du deinen Erstgeborenen nanntest.


Morgen · Montag, 1. März 12

Hab Erbarmen mit deiner heiligen Stadt, *

mit Jerusalem, dem Ort, wo du wohnst.

Erfülle Zion mit deinem Glanz *

und deinen Tempel mit deiner Herrlichkeit!

Ehre sei dem Vater ...

Antiphon:

Zeige uns, Herr, das Licht deines Erbarmens.

Lesung

Tob 4, 15a.16a.18–19a

Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen

nicht zu! Gib dem Hungrigen von deinem Brot und dem

Nackten von deinen Kleidern. Such nur bei Verständigen Rat;

einen brauchbaren Ratschlag verachte nicht! Preise Gott, den

Herrn, zu jeder Zeit; bitte ihn, dass dein Weg geradeaus führt

und dass alles, was du tust und planst, ein gutes Ende nimmt.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Benedictus, Magnificat und Nunc dimittis finden Sie auf einem heraustrennbaren

Gebetsblatt am Anfang des Heftes. Die dazugehörigen Antiphonen werden

jeweils vor und nach diesen Gesängen aus dem Evangelium gebetet.

Antiphon zum Benedictus:

Seid barmherzig, wie euer Vater barmherzig ist.

Bitten

Christus Jesus, du hast uns zu den Menschen gesandt. Wir bitten

dich:

A: Erfülle uns mit deiner Güte.

– Wohne in uns, dass wir aus deiner Kraft leben.

– Stärke uns, dass wir den Menschen Halt sein können.

– Gib uns Geduld, dass wir niemanden bedrängen.

Vaterunser


13

Montag, 1. März · Eucharistie

Oration

Ewiger Gott, zum Heil unserer Seele verlangst du, dass wir den

Leib in Zucht nehmen und Buße tun. Gib uns die Kraft, dass

wir uns von Sünden freihalten und die Gebote erfüllen, die uns

deine Liebe gegeben hat. Darum bitten wir durch Jesus Christus,

deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit

des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Bei d e n Orationen, die mit „Darum bitten wir durch Jesus Christus“ enden,

soll die oben angegebene abschließende Formel gebetet werden.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Erlöse mich, Herr, und sei mir gnädig!

Mein Fuß steht auf festem Grund.

Den Herrn will ich preisen in der Gemeinde.

Ps 26, 11–12

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Daniel Dan 9, 4b–10

Herr, du großer und furchterregender Gott, du bewahrst denen,

die dich lieben und deine Gebote halten, deinen Bund

und deine Gnade.

Wir haben gesündigt und Unrecht getan, wir sind treulos gewesen

und haben uns gegen dich empört; von deinen Geboten

und Gesetzen sind wir abgewichen. Wir haben nicht auf deine

Diener, die Propheten, gehört, die in deinem Namen zu unseren

Königen und Vorstehern, zu unseren Vätern und zu allen

Bürgern des Landes geredet haben.


Eucharistie · Montag, 1. März 14

Du, Herr, bist im Recht; uns aber steht bis heute die Schamröte

im Gesicht, den Leuten von Juda, den Einwohnern Jerusalems

und allen Israeliten, seien sie nah oder fern in all den

Ländern, wohin du sie verstoßen hast; denn sie haben dir die

Treue gebrochen.

Ja, Herr, uns steht die Schamröte im Gesicht, unseren Königen,

Oberen und Vätern; denn wir haben uns gegen dich

versündigt. Aber der Herr, unser Gott, schenkt Erbarmen und

Vergebung. Ja, wir haben uns gegen ihn empört. Wir haben

nicht auf die Stimme des Herrn, unseres Gottes, gehört und

seine Befehle nicht befolgt, die er uns durch seine Diener, die

Propheten, gegeben hat.

Antwortpsalm Ps 79, 5.8–9.11.13

Kehrvers:

Vergilt uns nicht nach unsern Sünden, o Herr!

Wie lange noch, Herr? Willst du auf ewig zürnen? *

Wie lange noch wird dein Eifer lodern wie Feuer?

Rechne uns die Schuld der Vorfahren nicht an! /

Mit deinem Erbarmen komm uns eilends entgegen! *

Denn wir sind sehr erniedrigt. – Kehrvers

Um der Ehre deines Namens willen *

hilf uns, du Gott unsres Heils!

Um deines Namens willen reiß uns heraus *

und vergib uns die Sünden! – Kehrvers

Das Stöhnen der Gefangenen dringe zu dir. *

Befrei die Todgeweihten durch die Kraft deines Armes!

Wir aber, dein Volk, die Schafe deiner Weide, /

wollen dir ewig danken, *

deinen Ruhm verkünden

von Geschlecht zu Geschlecht. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Ps 103, 10a, ferner GL 639, 1 · GL 1975 190, 1 · KG 399

oder GL 1975 172, 1 (IV. Ton)


15

Montag, 1. März · Eucharistie

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

vgl. Joh 6, 63b.68c

Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben. Du hast Worte des

ewigen Lebens.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 6, 36–38

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid barmherzig,

wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch

ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch

ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann

wird auch euch die Schuld erlassen werden.

Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem,

gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken;

denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird

auch euch zugeteilt werden.

Impuls zum Evangelium

„Extremer Humanismus Gottes“, so brachte der bibel- und

talmudkundige französische Philosoph Emmanuel Levinas

(1906–1995) die Gotteserfahrung von Juden und Christen

einmal auf den Punkt. Folgt man dem heutigen Evangelium,

dann wird man ihm wohl recht geben. Barmherzigkeit leben,

nicht Vergeltung, sondern Vergebung üben – wer von uns traute

sich aus eigener Kraft solches Menschsein zu? Doch Jesus

vertraut es uns an, trägt es uns auf, macht uns Mut dazu. Eine

Zumutung? Setzen wir unser Vertrauen in das alles Verstehen

übersteigende Vertrauen, den extremen Humanismus Gottes.


Abend · Montag, 1. März 16

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Die vollständige Fassung der Eröffnungen von Morgen- und Abendgebet finden

Sie mit Noten auf Seite 330.

Innehalten am Abend

Keine Straße ist lang mit einem Freund an der Seite.

Aus Japan

• Mit wem erfahre ich einen langen, öden oder ängstigenden

Weg als kurz?

• Wem stehe ich zur Seite bei einem langen oder schweren

Gang?

Confiteor – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und

Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe –

ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken – durch

meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld.

Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen

und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei

Gott, unserem Herrn.

Hymnus

Herr der Zeit!

Du führst uns durch diese Zeit.

Wir folgen deinen Wegen.

Wir suchen dein Angesicht.

Fremde, Pilger,

immer bereit aufzubrechen,


17

Montag, 1. März · Abend

richten wir unseren Blick

auf jenen Tag und jene Stunde,

da du kommst.

Wir folgen deinen Spuren.

Du kommst uns entgegen.

Wir halten Ausschau nach dir,

Unsichtbarer,

glaubend, hoffend, liebend.

Aus: Reinhard Lettmann, Das Ja siegen lassen, 116 f.,

© 2003 Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer, www.bube.de

Canticum vgl. Eph 1, 3–10

Antiphon:

Das Geheimnis seines Willens hat Gott uns kundgetan: in der

Fülle der Zeiten alles in Christus zu vereinen.

Gepriesen sei Gott, *

der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus.

Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet *

durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.

Denn in ihm hat er uns erwählt

vor der Erschaffung der Welt, *

damit wir heilig und untadelig leben vor Gott;

er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, *

seine Söhne zu werden durch Jesus Christus

und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen, *

zum Lob seiner herrlichen Gnade.

Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn; /

durch sein Blut haben wir die Erlösung,

die Vergebung der Sünden *

nach dem Reichtum seiner Gnade.

Durch sie hat er uns reich beschenkt *

mit aller Weisheit und Einsicht


Abend · Montag, 1. März 18

und hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, *

wie er es gnädig im Voraus bestimmt hat:

die Fülle der Zeiten heraufzuführen in Christus *

und alles, was im Himmel und auf Erden ist,

in ihm zu vereinen.

Ehre sei dem Vater ...

Antiphon:

Das Geheimnis seines Willens hat Gott uns kundgetan: in der

Fülle der Zeiten alles in Christus zu vereinen.

Lesung Röm 12, 1–2

Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch, meine

Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen,

das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene

Gottesdienst. Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern

wandelt euch durch ein neues Denken, damit ihr prüfen

und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt,

was gut und vollkommen ist.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet – spricht der

Herr –, denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet.

Fürbitten

„Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht,

dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden“, so hören wir im

heutigen Evangelium. Bitten wir Gott um seine Hilfe:

V: Erbarmender Gott, A: höre unser Rufen.

Wir bitten für die Kirche;

– hilf ihr, Menschen zu stärken und nicht zu verurteilen.


19

Montag, 1. März · Abend

Wir beten für die Familien;

– hilf allen Familien, zu einer Kultur des Verstehens und des

Mittragens zu finden.

Wir beten für die zu Unrecht Verurteilten weltweit;

– lass sie Unterstützung erfahren und nicht in Vergessenheit

geraten.

Wir bitten für die Schwerkranken und Sterbenden;

– gewähre ihnen, dass sie versöhnt auf ihr Leben blicken können.

Vaterunser

Oration

Ewiger Gott, zum Heil unserer Seele verlangst du, dass wir den

Leib in Zucht nehmen und Buße tun. Gib uns die Kraft, dass wir

uns von Sünden freihalten und die Gebote erfüllen, die uns deine

Liebe gegeben hat. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Dienstag, 2. März 2021

Namenstag: sel. Karl der Gute, Graf von Flandern (Märtyrer, † 1127) ·

sel. Grimo von Ursberg († 1172) · Fulko von Neuilly (Falko, Bußprediger,

† 1201) · hl. Agnes von Böhmen (Äbtissin, † 1282) · sel. Engelmar

(Hubert) Unzeitig (der „Engel von Dachau“, † 1945)

Ökumenischer Gedenktag: John Wesley (engl. Erweckungsprediger,

Mitbegründer der methodistischen Bewegung, 1703–1791)

Hymnus

Wir danken dir,

himmlischer Vater,

dass du uns deinen

eingeborenen Sohn

geschenkt hast,

in dem du uns

dich selber gibst

und alle Dinge.

Wir bitten dich,

himmlischer Vater:

Wie du uns deinen

Sohn Jesus Christus

gegeben hast,

durch den und

in dem du keinem

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...


21

Dienstag, 2. März · Morgen

etwas versagen willst

noch kannst,

so erhöre uns in ihm

und mach uns frei

von allen unseren vielen Mängeln

und vereinige uns mit ihm in dir.

Meister Eckhart (Dominikaner, Mystiker, um 1260–1327/1328),

Übertragung aus: Rüdiger Voss / Ellen und Gerhard Ringshausen (Hg.),

Kleines Stundenbuch für wache Zeitgenossen, Freiburg 1998, S. 68,

© bei den Herausgebern

Psalm 37 Verse 30–40

Der Mund des Gerechten bewegt Worte der Weisheit, *

und seine Zunge redet, was recht ist.

Er hat die Weisung seines Gottes im Herzen, *

seine Schritte wanken nicht.

Der Frevler belauert den Gerechten *

und sucht ihn zu töten.

Der Herr überlässt ihn nicht seiner Hand, *

lässt nicht zu, dass man ihn vor Gericht verurteilt.

Hoffe auf den Herrn *

und bleib auf seinem Weg!

Er wird dich erhöhen zum Erben des Landes; *

du wirst sehen, wie der Frevler vernichtet wird.

Ich sah einen Frevler, bereit zu Gewalttat; *

er reckte sich hoch wie eine grünende Zeder.

Wieder ging ich vorüber, und er war nicht mehr da; *

ich suchte ihn, doch er war nicht zu finden.

Achte auf den Frommen und schau auf den Redlichen! *

Denn Zukunft hat der Mann des Friedens.

Die Sünder aber werden alle zusammen vernichtet; *

die Zukunft der Frevler ist Untergang.


Morgen · Dienstag, 2. März 22

Die Rettung der Gerechten kommt vom Herrn, *

er ist ihre Zuflucht in Zeiten der Not.

Der Herr hilft ihnen und rettet sie, *

er rettet sie vor den Frevlern;

er schenkt ihnen Heil, *

denn sie suchen Zuflucht bei ihm.

Ehre sei dem Vater ...

Gott unserer Hoffnung, wir suchen Zuflucht bei dir. Lehre uns

deine Wege, schreibe deine Weisung in unser Herz.

Lesung Jes 52, 13–15

Seht, mein Knecht hat Erfolg, er wird groß sein und hoch

erhaben. Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah

er aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht

mehr die eines Menschen. Jetzt aber setzt er viele Völker in

Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen. Denn was man

ihnen noch nie erzählt hat, das sehen sie nun; was sie niemals

hörten, das erfahren sie jetzt.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Nur einer ist euer Meister: Christus, der Herr, der im Himmel

ist.

Bitten

Lasst uns Gott bitten um die Gabe der Demut:

A: Kyrie, eleison.

– Dass uns bewusst bleibt, wie viel wir deiner Güte verdanken.

– Dass wir uns nicht über andere erheben.

– Dass wir voll Freude tun, was heute unsere Aufgabe ist, auch

wenn es uns klein und unbedeutend vorkommt.


23

Dienstag, 2. März · Eucharistie

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, behüte deine Kirche und verlass sie nicht. Wir

sind dem Tod verfallen und gehen ohne dich zugrunde. Hilf

uns, alles zu meiden, was uns schadet, und zu suchen, was uns

zum Heil dient. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, mein Gott, mach hell meine Augen,

damit ich nicht entschlafe und sterbe,

damit mein Feind sich nicht rühmt:

Ich habe ihn überwältigt.

Ps 13, 4–5

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 1, 10.16–20

Hört das Wort des Herrn, ihr Herrscher von Sodom! Vernimm

die Weisung unseres Gottes, du Volk von Gomorra!

Wascht euch, reinigt euch! Lasst ab von eurem üblen Treiben!

Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun! Lernt, Gutes zu tun!

Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den

Waisen Recht, tretet ein für die Witwen!

Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns recht hat, spricht

der Herr. Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen

weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen

weiß werden wie Wolle.


Eucharistie · Dienstag, 2. März 24

Wenn ihr bereit seid zu hören, sollt ihr den Ertrag des Landes

genießen. Wenn ihr aber trotzig seid und euch weigert, werdet

ihr vom Schwert gefressen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.

Antwortpsalm

Ps 50, 8–9.16b–17.21.23

Kehrvers:

Wer rechtschaffen lebt, dem zeig ich mein Heil.

„Nicht wegen deiner Opfer rüge ich dich, *

deine Brandopfer sind mir immer vor Augen.

Doch nehme ich von dir Stiere nicht an *

noch Böcke aus deinen Hürden. – Kehrvers

Was zählst du meine Gebote auf *

und nimmst meinen Bund in deinen Mund?

Dabei ist Zucht dir verhasst, *

meine Worte wirfst du hinter dich. – Kehrvers

Das hast du getan, und ich soll schweigen? /

Meinst du, ich bin wie du? *

Ich halte es dir vor Augen und rüge dich.

Wer Opfer des Lobes bringt, ehrt mich; *

wer rechtschaffen lebt, dem zeig ich mein Heil.“ – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 23b, ferner GL 53, 1 (VI. Ton)

oder GL 1975 529, 5 (IV. Ton) oder KG 649 (VII. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Ez 18, 31

Herr, Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

So spricht Gott, der Herr: Werft alle Vergehen von euch, die

ihr verübt habt! Schafft euch ein neues Herz und einen neuen

Geist!

Herr, Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!


25

Dienstag, 2. März · Eucharistie

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 23, 1–12

In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger

und sprach: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben

sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles,

was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie

tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie

schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen

auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren,

um die Lasten zu tragen.

Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen:

Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren

Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz

und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf

den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von

den Leuten Rabbi – Meister – nennen.

Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer

ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand

auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer

Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen

lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.

Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich

selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt,

wird erhöht werden.

Impuls zum Evangelium

Eine Frage der Ehre. Von der Prägung durch Ehre-Schande-Gesellschaften

sprechen wir im Blick auf muslimische Immigranten.

Spielen im Westen Ehre und Schande keine Rolle mehr?

Vielleicht haben sich nur die Inhalte geändert. Wenn im Restaurant

die Ehefrau die Geldbörse zückt, gilt die Ehre des Mannes

hierzulande tatsächlich nicht mehr als schwer beschädigt.

Wenn sämtliche Nachbarn Autos der Oberklasse fahren, vor

meiner Wohnung aber eine Rostlaube parkt – geniere ich mich

am Ende nicht doch? Der 50-Jährige, der seit Monatsbeginn


Abend · Dienstag, 2. März 26

das Haus nur noch verlässt, um in den Supermarkt zu gehen –

wie steht es um sein Sozialprestige, um sein Selbstwertgefühl,

um seine „Ehre“? Wenn ein Kollege lautstark und unübersehbar

seine Erfolge feiert – schmälert das nicht mein Ansehen?

Im Namen Gottes hat Jesus jedermann, und jeder Frau, Ehre

zugesprochen, ohne Rücksicht auf sozialen Status, persönliche

Leistung, Reinheit, Gesundheitszustand, Kontostand. Jesus hat

nicht nach Ehre gestrebt, sondern war bereit, sich um Gottes

Gerechtigkeit willen zu erniedrigen. Ehre war für ihn kein

knappes Gut. Ehre muss Jesus zufolge nicht mit Zähnen und

Klauen verteidigt, Schande nicht gewaltsam abgewendet werden.

Der Gott, der Jesus auferweckt hat, gibt auch uns die Ehre.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Ich glaube, Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das

Leben reagieren.

Heute ist der 90. Geburtstag von Michail Gorbatschow.

• Wodurch habe ich gelernt, die vielschichtige Wirklichkeit des

Lebens zu achten?

• Wo erfahre ich Erstarrung?

Confiteor (Seite 16) – oder:

V: Erbarme dich, Herr, unser Gott, erbarme dich.

A: Denn wir haben vor dir gesündigt.

V: Erweise, Herr, uns deine Huld.

A: Und schenke uns dein Heil.


27

Dienstag, 2. März · Abend

Hymnus

Vater unser im Himmelreich,

der du uns alle heißest gleich

Brüder sein und dich rufen an

und willst das Beten von uns han:

gib, dass nicht bet allein der Mund,

hilf, dass es geh von Herzensgrund.

Geheiligt werd der Name dein,

dein Wort bei uns hilf halten rein,

dass auch wir leben heiliglich,

nach deinem Namen würdiglich.

Behüt uns, Herr, vor falscher Lehr,

das arm verführet Volk bekehr.

Es komm dein Reich in dieser Zeit

und dort hernach in Ewigkeit.

Der Heilig Geist uns wohne bei

mit seinen Gaben mancherlei;

des Satans Zorn und groß Gewalt

zerbrich, vor ihm dein Kirch erhalt.

Dein Will gescheh, Herr Gott, zugleich

auf Erden wie im Himmelreich.

Gib uns Geduld in Leidenszeit,

gehorsam sein in Lieb und Leid;

wehr und steu’r allem Fleisch und Blut,

das wider deinen Willen tut.

Martin Luther 1539

EG 344, Strophen 1–4

Psalm 49 Verse 14–21

So geht es denen, die auf sich selbst vertrauen, *

und so ist das Ende derer, die sich in großen Worten gefallen.

Der Tod führt sie auf seine Weide wie Schafe, *

sie stürzen hinab zur Unterwelt.


Abend · Dienstag, 2. März 28

Geradewegs sinken sie hinab in das Grab;

ihre Gestalt zerfällt, *

die Unterwelt wird ihre Wohnstatt.

Doch Gott wird mich loskaufen aus dem Reich des Todes, *

ja, er nimmt mich auf.

Lass dich nicht beirren, wenn einer reich wird *

und die Pracht seines Hauses sich mehrt;

denn im Tod nimmt er das alles nicht mit, *

seine Pracht steigt nicht mit ihm hinab.

Preist er sich im Leben auch glücklich und sagt zu sich: *

„Man lobt dich, weil du dir’s wohl sein lässt“,

so muss er doch zur Schar seiner Väter hinab, *

die das Licht nie mehr erblicken.

Der Mensch in Pracht, doch ohne Einsicht, *

er gleicht dem Vieh, das verstummt.

Ehre sei dem Vater ...

Gott, du Ursprung und Mitte unseres Lebens, nur wenn wir

umkehren und dir statt uns selbst vertrauen, werden wir Menschen

zueinanderfinden. Belebe uns neu und öffne unsere Herzen

und Hände für unsere Schwestern und Brüder.

Lesung

Dtn 7, 6b.8–9

Dich hat der Herr, dein Gott, ausgewählt, damit du unter

allen Völkern, die auf der Erde leben, das Volk wirst, das

ihm persönlich gehört. Weil der Herr euch liebt und weil er auf

den Schwur achtet, den er euren Vätern geleistet hat, deshalb

hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt und euch aus

dem Sklavenhaus freigekauft, aus der Hand des Pharao, des Königs

von Ägypten. Daran sollst du erkennen: Jahwe, dein Gott,

ist der Gott; er ist der treue Gott; noch nach tausend Generationen

achtet er auf den Bund und erweist denen seine Huld, die

ihn lieben und auf seine Gebote achten.


29

Dienstag, 2. März · Abend

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Niemand auf Erden sollt ihr Vater nennen. Nur einer ist euer

Vater: der im Himmel. Ihr alle aber seid Brüder.

Fürbitten

„Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer

ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder.“ Nehmen wir die

Worte Jesu in uns auf und bitten ihn um seinen Beistand:

V: Kyrie, eleison. A: Christe, eleison.

– Wir bitten um den Geist der Hoffnung für alle, die eine geschwisterliche

Kirche bilden und leben wollen.

– Wir bitten um den Geist der Weisheit für alle, die die Frohe

Botschaft in die Welt bringen.

– Wir bitten um den Geist der Stärkung für alle, die die Frohe

Botschaft suchen und vertrauen wollen.

– Wir bitten um den Geist des Trostes für alle, die in Sorgen

gefangen sind.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, behüte deine Kirche und verlass sie nicht. Wir

sind dem Tod verfallen und gehen ohne dich zugrunde. Hilf

uns, alles zu meiden, was uns schadet, und zu suchen, was uns

zum Heil dient. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Mittwoch, 3. März 2021

Namenstag: sel. Friedrich von Mariengaarde (Klostergründer, † 1175) ·

sel. Liberat Weiß (Märtyrer, † 1716) · Tobias Wasnack (Franziskaner,

† 1761)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Loben werden den Herrn, die ihn suchen.

Die ihn suchen, werden ihn finden,

und die ihn finden, werden ihn preisen.

Ich will dich suchen, Herr,

dich anrufend,

und will dich anrufen

an dich glaubend;

denn du bist uns verkündet.

Es ruft dich an, Herr, mein Glaube,

den du mir gegeben,

den du mir eingehaucht hast

durch das Mensch-Sein deines Sohnes,

durch den Dienst deines Verkünders.

Augustinus, Bekenntnisse 1, 1, 1


31

Mittwoch, 3. März · Morgen

Psalm 39 Verse 2–6

Ich sagte: „Ich will auf meine Wege achten, *

damit ich nicht sündige mit meiner Zunge.

Ich lege meinem Mund einen Zaum an, *

solange der Frevler vor mir steht.“

So blieb ich stumm und still; /

ich schwieg, vom Glück verlassen, *

doch mein Schmerz war aufgerührt.

Heiß wurde mir das Herz in der Brust, /

bei meinem Grübeln entbrannte ein Feuer; *

da musste ich reden:

„Herr, tu mir mein Ende kund und die Zahl meiner Tage! *

Lass mich erkennen, wie sehr ich vergänglich bin!

Du machtest meine Tage nur eine Spanne lang, /

meine Lebenszeit ist vor dir wie ein Nichts. *

Ein Hauch nur ist jeder Mensch.“

Ehre sei dem Vater ...

Gott, unser Leben, unsere Endlichkeit macht uns Angst. Komm

uns entgegen und schenke uns Zeichen deiner Liebe, damit wir

spüren, dass du uns trägst.

Lesung

Jes 65, 1b–3a

Ich sagte: Hier bin ich, hier bin ich! Den ganzen Tag streckte

ich meine Hände aus nach einem abtrünnigen Volk, das einen

Weg ging, der nicht gut war, nach seinen eigenen Plänen, nach

einem Volk, das in seinem Trotz mich ständig ärgert.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu

lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als

Lösegeld für viele.


Eucharistie · Mittwoch, 3. März 32

Bitten

Guter Schöpfer, du suchst uns Menschen und willst uns nahe

sein. Wir bitten dich:

A: Öffne uns Augen und Herzen.

– Dass wir bereit sind, in jedem Menschen dein Ebenbild zu

sehen.

– Dass wir aufrichtig auf Andersdenkende zugehen.

– Dass wir respektvoll umgehen mit dem, was anderen lieb und

heilig ist.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, erhalte deiner Kirche die Bereitschaft, das

Gute zu tun. Ermutige uns in diesem Leben durch deinen

Schutz und führe uns zu den ewigen Gütern. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, verlass mich nicht, bleib mir nicht fern, mein Gott!

Eile mir zu Hilfe, Herr, du mein Heil!

Ps 38, 22–23

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 18, 18–20

Meine Feinde sagten: Kommt, lasst uns gegen Jeremia Pläne

schmieden! Denn nie wird dem Priester die Weisung


33

Mittwoch, 3. März · Eucharistie

ausgehen, dem Weisen der Rat und dem Propheten das Wort.

Kommt, wir wollen ihn mit seinen eigenen Worten schlagen

und achtgeben auf alles, was er sagt.

Gib du, Herr, acht auf mich, und höre das Gerede meiner

Widersacher! Darf man denn Gutes mit Bösem vergelten? Denn

sie haben mir eine Grube gegraben. Denk daran, wie ich vor dir

stand, um zu ihren Gunsten zu sprechen und deinen Zorn von

ihnen abzuwenden.

Antwortpsalm Ps 31, 5–6.12.14–16

Kehrvers:

In deiner Güte hilf mir, o Herr!

Du wirst mich befreien aus dem Netz,

das sie mir heimlich legten; *

denn du bist meine Zuflucht.

In deine Hände lege ich voll Vertrauen meinen Geist; *

du hast mich erlöst, Herr, du treuer Gott. – Kehrvers

Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden, /

ein Hohn den Nachbarn, ein Schrecken den Freunden; *

wer mich auf der Straße sieht, der flieht vor mir.

Ich höre das Zischeln der Menge – Grauen ringsum. /

Sie tun sich gegen mich zusammen; *

sie sinnen darauf, mir das Leben zu rauben. – Kehrvers

Ich aber, Herr, ich vertraue dir, *

ich sage: „Du bist mein Gott.“

In deiner Hand liegt mein Geschick; *

entreiß mich der Hand

meiner Feinde und Verfolger! – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 17b, ferner GL 431 (IV. Ton)

oder GL 1975 716, 1 · KG 610 (III. Ton)


Eucharistie · Mittwoch, 3. März 34

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 8, 12

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

So spricht der Herr: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt,

hat das Licht des Lebens.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 20, 17–28

In jener Zeit, als Jesus nach Jerusalem hinaufzog, nahm er unterwegs

die zwölf Jünger beiseite und sagte zu ihnen: Wir gehen

jetzt nach Jerusalem hinauf; dort wird der Menschensohn

den Hohenpriestern und Schriftgelehrten ausgeliefert; sie werden

ihn zum Tod verurteilen und den Heiden übergeben, damit

er verspottet, gegeißelt und gekreuzigt wird; aber am dritten

Tag wird er auferstehen.

Damals kam die Frau des Zebedäus mit ihren Söhnen zu Jesus

und fiel vor ihm nieder, weil sie ihn um etwas bitten wollte.

Er fragte sie: Was willst du? Sie antwortete: Versprich, dass

meine beiden Söhne in deinem Reich rechts und links neben

dir sitzen dürfen. Jesus erwiderte: Ihr wisst nicht, um was ihr

bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Sie

sagten zu ihm: Wir können es.

Da antwortete er ihnen: Ihr werdet meinen Kelch trinken;

doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe

nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater

diese Plätze bestimmt hat. Als die zehn anderen Jünger das

hörten, wurden sie sehr ärgerlich über die beiden Brüder.

Da rief Jesus sie zu sich und sagte: Ihr wisst, dass die Herrscher

ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht

über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein,

sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein,

und wer bei euch der Erste sein will, soll euer Sklave sein.

Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich

dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben

als Lösegeld für viele.


35

Mittwoch, 3. März · Abend

Impuls zum Evangelium

Die Nachfrage nach himmlischen Spitzenplätzen kann Jesus

nicht befriedigen. Seine Gegenfrage weist in die andere Richtung

– nach unten. Sie deutet auf sein Leiden voraus und auf

seinen Tod. Wir alle wollen groß und wichtig sein, und bei

diesem Wunsch holt uns Jesus ab, doch unser Wollen – „wer

bei euch groß sein will“ – wird durch den Nachsatz komplett

auf den Kopf gestellt: „der soll euer Diener sein“. Das

paradoxe Sprechen und Handeln Jesu bringt unseren harten

Größenwunsch zum Schmelzen. Jesu Wirken nennt Matthäus

zusammenfassend „diakonein“, dienen. Wenn wir daran

Maß nehmen, dann haben in der Gemeinde alle Herrschaftsstrukturen,

alle starren Vorstellungen von oben und unten, bedeutend

und unbedeutend, groß und klein, ausgedient. Der

Dienstcharakter der Gemeinschaft Jesu Christi lässt sich nicht

vereinbaren mit einem Konzept sich selbst immunisierender

„Heiliger Herrschaft“. Es lässt sich aber auch nicht übersehen,

dass sich gerade die Rede vom Dienst dazu eignet, Machtmissbrauch

und – unheilige – Herrschaft zu verschleiern.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Den Zorn nicht zur Tat werden lassen. Der Rachsucht nicht

einen Augenblick nachgeben.

Benedikt von Nursia (Ordensgründer der Benediktiner, um 480–457)

• Wem gegenüber bin ich eher nachtragend – und warum?

• Was hilft mir dabei, diesen negativen Impuls zu beherrschen

und vielleicht sogar umzuwandeln?


Abend · Mittwoch, 3. März 36

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Der am Kreuz ist meine Liebe,

meine Lieb ist Jesus Christ!

Weicht von mir, der Sünde Triebe,

alles, was nicht ewig ist!

Was ihr gebt, ist nicht von Gott,

und womit ihr lohnt, ist Tod.

Der am Kreuz ist meine Liebe,

dem ich treu zu sein mich übe!

Der am Kreuz ist meine Liebe.

Wovor soll ich fürchten mich!

Gottes Sohn, die höchste Liebe,

Jesus opfert sich für mich.

Schaue, wie er blutend ringt

mit der Sünd und sie bezwingt!

Der am Kreuz ist meine Liebe,

dem ich treu zu sein mich übe!

Nach: Friedrich Gottlieb Klopstock 1758

GL 773 · GL 1975 819 (Anhang Trier)

Psalm 55 Verse 10–15

Entzweie sie, Herr, verwirr ihre Sprache! *

Denn in der Stadt sehe ich Gewalttat und Hader.

Auf ihren Mauern umschleicht man sie

bei Tag und bei Nacht; *

sie ist voll Unheil und Mühsal.

In ihr herrscht Verderben; *

Betrug und Unterdrückung weichen nicht von ihren Märkten.

Denn nicht mein Feind beschimpft mich, *

das würde ich ertragen;


37

Mittwoch, 3. März · Abend

nicht ein Mann, der mich hasst, tritt frech gegen mich auf, *

vor ihm könnte ich mich verbergen.

Nein, du bist es, ein Mensch aus meiner Umgebung, *

mein Freund, mein Vertrauter,

mit dem ich, in Freundschaft verbunden, *

zum Haus Gottes gepilgert bin inmitten der Menge.

Ehre sei dem Vater ...

Gott des Friedens, was tun selbst die, die sich zu dir bekennen,

einander an! Erweise uns deine Gnade, dass wir Unrecht und

Misstrauen überwinden, dass Vertrauen wachsen kann unter

deinen Getreuen.

Lesung Jes 53, 11b–12

Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; er lädt

ihre Schuld auf sich. Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil

unter den Großen, und mit den Mächtigen teilt er die Beute,

weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher

rechnen ließ. Denn er trug die Sünden von vielen und trat

für die Schuldigen ein.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der Menschensohn wird den Heiden übergeben. Sie werden

ihn verspotten, geißeln und kreuzigen. Am dritten Tage aber

wird er auferstehen.

Fürbitten (Gebetsanliegen des Papstes)

– Beten wir darum, das Bußsakrament in neuer Tiefe erfahren

zu dürfen, um so die grenzenlose Barmherzigkeit Gottes besser

zu verkosten.

Näheres zu diesem Gebetsanliegen erfahren Sie auf www.magnificat.de/aktuelles.


Abend · Mittwoch, 3. März 38

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, erhalte deiner Kirche die Bereitschaft, das

Gute zu tun. Ermutige uns in diesem Leben durch deinen

Schutz und führe uns zu den ewigen Gütern. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Donnerstag, 4. März 2021

Heiliger Kasimir

Kasimir (1458–1484) ist der Schutzpatron Polens und Litauens.

Er war ein Sohn des polnischen Königs Kasimir IV. Dreizehnjährig

wurde er von den ungarischen Adeligen zum König gewählt,

konnte sich aber nicht gegen seinen Gegenkandidaten Matthias

Corvinus durchsetzen. Von 1479–1483 führte er in Vertretung

seines in Litauen weilenden Vaters in Polen dessen Regierungsgeschäfte.

Schon bald achtete das Volk ihn wegen seiner Sittenstrenge

und Gerechtigkeit. Kasimir war ein großer Marienverehrer. Da

er Keuschheit gelobt hatte, lehnte er eine Heirat mit der Tochter

Kaiser Friedrichs III. ab. Er starb auf einer Reise nach Litauen an

der Schwindsucht.

Namenstag: sel. Rupert von Deutz (Abt, † 1129) · sel. Humbert (Graf

von Savoyen, † 1189)

Ökumenischer Gedenktag: Elsa Brändström (schwedische Philanthropin,

1888–1948)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Gott ist mein Trost, mein Zuversicht,

mein Hoffnung und mein Leben;

was mein Gott will, das mir geschicht,

will ich nicht widerstreben.

Sein Wort ist wahr, denn all mein Haar

er selber hat gezählet.


Morgen · Donnerstag, 4. März 40

Er hüt’ und wacht, stets für uns tracht’,

auf dass uns gar nichts fehlet.

Albrecht von Preußen (1547) um 1554 – EG 364, Strophe 2

Psalm 80 Verse 2–20

Du Hirte Israels, höre, *

der du Josef weidest wie eine Herde!

Der du auf den Kerubim thronst, erscheine *

vor Efraim, Benjamin und Manasse!

Biete deine gewaltige Macht auf *

und komm uns zu Hilfe!

Gott, richte uns wieder auf! *

Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.

Herr, Gott der Heerscharen, wie lange noch zürnst du, *

während dein Volk zu dir betet?

Du hast sie gespeist mit Tränenbrot, *

sie überreich getränkt mit Tränen.

Du machst uns zum Spielball der Nachbarn, *

und unsere Feinde verspotten uns.

Gott der Heerscharen, richte uns wieder auf! *

Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.

Du hobst in Ägypten einen Weinstock aus, *

du hast Völker vertrieben, ihn aber eingepflanzt.

Du schufst ihm weiten Raum; *

er hat Wurzeln geschlagen und das ganze Land erfüllt.

Sein Schatten bedeckte die Berge, *

seine Zweige die Zedern Gottes.

Seine Ranken trieb er hin bis zum Meer *

und seine Schösslinge bis zum Eufrat.

Warum rissest du seine Mauern ein? *

Alle, die des Weges kommen, plündern ihn aus.


41

Donnerstag, 4. März · Morgen

Der Eber aus dem Wald wühlt ihn um, *

die Tiere des Feldes fressen ihn ab.

Gott der Heerscharen, wende dich uns wieder zu! *

Blick vom Himmel herab und sieh auf uns!

Sorge für diesen Weinstock *

und für den Garten, den deine Rechte gepflanzt hat.

Die ihn im Feuer verbrannten wie Kehricht, *

sie sollen vergehen vor deinem drohenden Angesicht.

Deine Hand schütze den Mann zu deiner Rechten, *

den Menschensohn, den du für dich groß und stark gemacht.

Erhalt uns am Leben! *

Dann wollen wir deinen Namen anrufen

und nicht von dir weichen.

Herr, Gott der Heerscharen, richte uns wieder auf! *

Lass dein Angesicht leuchten, dann ist uns geholfen.

Ehre sei dem Vater ...

Wie oft sind wir dir fern, wie wenig fragen wir nach deinem

Willen! Du unser Herr, richte uns wieder auf, damit wir tun,

was dir gefällt.

Lesung Jes 1, 16–18

Wascht euch, reinigt euch! Lasst ab von eurem üblen Treiben!

Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun! Lernt,

Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten!

Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen! Kommt

her, wir wollen sehen, wer von uns recht hat, spricht der Herr.

Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß

werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß

werden wie Wolle.


Morgen · Donnerstag, 4. März 42

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Mein Sohn, denke daran, dass du im Leben schon alles Gute

bekommen hast, Lazarus aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür

getröstet.

Bitten

Gott, es fällt uns nicht leicht, uns gerade denen zuzuwenden,

die uns am meisten brauchen. Wir bitten dich:

A: Weite unsere Herzen.

– Dass wir ein freundliches Wort und einen mitfühlenden Blick

haben für die, denen sich sonst niemand zuwendet.

– Dass wir in den Bitten der Armen auch die Sehnsucht danach

vernehmen, angenommen zu sein.

– Dass wir niemand etwas verweigern, was sie oder er zum

Leben benötigt.

Vaterunser

Oration

Heiliger Gott, du liebst die Unschuld und schenkst sie dem Sünder

zurück, der reumütig zu dir heimkehrt. Wende unser Herz

zu dir und schenke uns neuen Eifer im Heiligen Geist, damit wir

im Glauben standhaft bleiben und stets bereit sind, das Gute zu

tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


43

Donnerstag, 4. März · Eucharistie

Texte zur Eucharistiefeier

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz.

Prüfe mich und erkenne mein Denken.

Sieh her, ob ich auf einem Weg bin, der dich kränkt,

und leite mich auf dem Weg, der zum ewigen Leben führt.

Vgl. Ps 139, 23–24

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 17, 5–10

So spricht der Herr: Verflucht der Mann, der auf Menschen

vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt und dessen Herz

sich abwendet vom Herrn. Er ist wie ein kahler Strauch in der

Steppe, der nie einen Regen kommen sieht; er bleibt auf dürrem

Wüstenboden, im salzigen Land, wo niemand wohnt.

Gesegnet der Mann, der auf den Herrn sich verlässt und dessen

Hoffnung der Herr ist. Er ist wie ein Baum, der am Wasser

gepflanzt ist und am Bach seine Wurzeln ausstreckt: Er hat

nichts zu fürchten, wenn Hitze kommt; seine Blätter bleiben

grün; auch in einem trockenen Jahr ist er ohne Sorge, unablässig

bringt er seine Früchte. Arglistig ohnegleichen ist das Herz

und unverbesserlich. Wer kann es ergründen? Ich, der Herr,

erforsche das Herz und prüfe die Nieren, um jedem zu vergelten,

wie es sein Verhalten verdient, entsprechend der Frucht

seiner Taten.

Antwortpsalm Ps 1, 1–4.6

Kehrvers:

Gesegnet, wer auf den Herrn sich verlässt.

Wohl dem Mann, der nicht dem Rat der Frevler folgt, /

nicht auf dem Weg der Sünder geht, *

nicht im Kreis der Spötter sitzt,


Eucharistie · Donnerstag, 4. März 44

sondern Freude hat an der Weisung des Herrn, *

über seine Weisung nachsinnt bei Tag und bei Nacht.

Kehrvers:

Gesegnet, wer auf den Herrn sich verlässt.

Er ist wie ein Baum, der an Wasserbächen gepflanzt ist, /

der zur rechten Zeit seine Frucht bringt *

und dessen Blätter nicht welken.

Alles, was er tut, *

wird ihm gut gelingen. – Kehrvers

Nicht so die Frevler: *

Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.

Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, *

der Weg der Frevler aber führt in den Abgrund. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Jer 17, 7, ferner GL 71, 1 (VIII. Ton) oder GL 1975 708, 1

oder KG 606 (IV. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Lk 8, 15

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Selig, die das Wort mit aufrichtigem Herzen hören und Frucht

bringen in Geduld.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 16, 19–31

In jener Zeit sprach Jesus: Es war einmal ein reicher Mann,

der sich in Purpur und feines Leinen kleidete und Tag für Tag

herrlich und in Freuden lebte. Vor der Tür des Reichen aber lag

ein armer Mann namens Lazarus, dessen Leib voller Geschwüre

war. Er hätte gern seinen Hunger mit dem gestillt, was vom

Tisch des Reichen herunterfiel. Stattdessen kamen die Hunde

und leckten an seinen Geschwüren.

Als nun der Arme starb, wurde er von den Engeln in Abrahams

Schoß getragen. Auch der Reiche starb und wurde begraben.

In der Unterwelt, wo er qualvolle Schmerzen litt, blickte


45

Donnerstag, 4. März · Eucharistie

er auf und sah von weitem Abraham, und Lazarus in seinem

Schoß.

Da rief er: Vater Abraham, hab Erbarmen mit mir, und schick

Lazarus zu mir; er soll wenigstens die Spitze seines Fingers ins

Wasser tauchen und mir die Zunge kühlen, denn ich leide große

Qual in diesem Feuer.

Abraham erwiderte: Mein Kind, denk daran, dass du schon

zu Lebzeiten deinen Anteil am Guten erhalten hast, Lazarus

aber nur Schlechtes. Jetzt wird er dafür getröstet, du aber musst

leiden. Außerdem ist zwischen uns und euch ein tiefer, unüberwindlicher

Abgrund, sodass niemand von hier zu euch oder

von dort zu uns kommen kann, selbst wenn er wollte.

Da sagte der Reiche: Dann bitte ich dich, Vater, schick ihn in

das Haus meines Vaters! Denn ich habe noch fünf Brüder. Er

soll sie warnen, damit nicht auch sie an diesen Ort der Qual

kommen.

Abraham aber sagte: Sie haben Mose und die Propheten, auf

die sollen sie hören. Er erwiderte: Nein, Vater Abraham, nur

wenn einer von den Toten zu ihnen kommt, werden sie umkehren.

Darauf sagte Abraham: Wenn sie auf Mose und die Propheten

nicht hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen,

wenn einer von den Toten aufersteht.

Impuls zum Evangelium

Arm und Reich, eine unendliche Geschichte. Eine schlimme

Geschichte. Jesus erzählt vom Ende der Geschichte. Sie geht

schlecht aus, schlecht für den Reichen, der am Ende in der

Unterwelt endlos zu leiden hat, und für seine Brüder, die noch

am Leben sind und immer so weitermachen wie bisher. Unwissend

kann man sie ja nicht nennen, sie hatten Ethikunterricht

genug – und die besten Lehrer: Mose und die Propheten –,

aber eigentümlich blind sind sie, recht eigentlich verblendet.

Sie merken nichts, rein gar nichts. Sie bemerken nicht einmal,

wer vor ihrer Türe stirbt. Arm und Reich, eine schlimme


Abend · Donnerstag, 4. März 46

Geschichte. Gott will nicht das böse Ende des beratungsresistenten

Reichen, sondern dass die böse Geschichte endlich ein

Ende hat.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Ein friedvoller Mensch wendet alles zum Guten.

Thomas von Kempen (niederländischer Augustinermönch, 1379/80–1471)

• Wer war oder ist mir ein Vorbild in gelassener Friedfertigkeit?

• Was konnte ich schon zum Guten wenden durch Gelassenheit?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Nun ist sie da, die rechte Zeit,

die Gottes Huld uns wieder schenkt,

nun ist er da, der Tag des Heils,

erfüllt von Christi hellem Licht.

Jetzt soll sich unser ganzes Herz

durch Fasten und Gebet erneu’n,

und durch Entsagung werde stark,

was müde ist und schwach und krank.

Lass uns, o Herr, mit Geist und Leib

das Werk der Buße freudig tun,


47

Donnerstag, 4. März · Abend

dass wir den Übergang bestehn

zum Pascha, das kein Ende kennt.

Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,

lobsinge alles, was da lebt.

Lass uns, durch deine Gnade neu,

dich preisen durch ein neues Lied.

Nach: Nunc tempus acceptabile; spätestens 10. Jahrhundert

Melodie: GL 638 – andere Melodie: GL 485 · GL 1975 643 · KG 512 · EG 72

Psalm 56 Verse 2–7.9–14

Sei mir gnädig, Gott, denn Menschen stellen mir nach; *

meine Feinde bedrängen mich Tag für Tag.

Täglich stellen meine Gegner mir nach; *

ja, es sind viele, die mich voll Hochmut bekämpfen.

An dem Tag, da ich mich fürchten muss, *

setze ich auf dich mein Vertrauen.

Ich preise Gottes Wort. /

Ich vertraue auf Gott und fürchte mich nicht. *

Was können Menschen mir antun?

Sie verdrehen meine Worte den ganzen Tag; *

auf mein Verderben geht ihr ganzes Sinnen.

Sie lauern und spähen und beobachten genau

meine Schritte; *

denn sie trachten mir nach dem Leben.

Mein Elend ist aufgezeichnet bei dir. /

Sammle meine Tränen in einem Krug, *

zeichne sie auf in deinem Buch!

Dann weichen die Feinde zurück an dem Tag, da ich rufe. *

Ich habe erkannt: Mir steht Gott zur Seite.

Ich preise Gottes Wort, *

ich preise das Wort des Herrn.

Ich vertraue auf Gott und fürchte mich nicht. *

Was können Menschen mir antun?


Abend · Donnerstag, 4. März 48

Ich schulde dir die Erfüllung meiner Gelübde, o Gott; *

ich will dir Dankopfer weihen.

Denn du hast mein Leben dem Tod entrissen, *

meine Füße bewahrt vor dem Fall.

So gehe ich vor Gott meinen Weg *

im Licht der Lebenden.

Ehre sei dem Vater ...

Gott, auf dich vertrauen wir. In deinem Licht lass uns unsere

Wege gehen.

Lesung Jes 2, 11

Die stolzen Augen der Menschen werden sich senken, die

hochmütigen Männer müssen sich ducken; der Herr allein

ist erhaben an jenem Tag.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der reiche Mann verweigerte dem armen Lazarus den Bissen

Brot: Nun bettelt er um einen Tropfen Wasser.

Fürbitten

Gütiger Vater, sieh, was wir Menschen aus deiner Schöpfung

gemacht haben. Erschüttert rufen wir zu dir:

A: Hab Erbarmen mit deinen Kindern.

Der Graben zwischen Arm und Reich klafft immer weiter auseinander;

– hilf uns, der Ausbeutung ein Ende zu machen und einander

mitmenschlich zu behandeln.

Frauen werden wie Ware gehandelt und Kinder missbraucht;

– rede den Verantwortlichen ins Gewissen und rüttle uns auf,

gegen Menschenhandel vorzugehen.


49

Donnerstag, 4. März · Abend

Noch immer verschmutzen wir Luft und Wasser und holzen

Regenwälder ab;

– hilf uns umkehren zu nachhaltigem, respektvollem Umgang

mit der Natur, bevor es zu spät ist.

Zahllose Zivilisten, Alte, Kranke, Frauen und Kinder werden in

den Kriegen unserer Tage getötet;

– befreie uns von dem Wahn, durch Gewalt Entscheidendes

verbessern zu können, und erbarme dich der Opfer.

Vaterunser

Oration

Heiliger Gott, du liebst die Unschuld und schenkst sie dem Sünder

zurück, der reumütig zu dir heimkehrt. Wende unser Herz

zu dir und schenke uns neuen Eifer im Heiligen Geist, damit wir

im Glauben standhaft bleiben und stets bereit sind, das Gute zu

tun. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Freitag, 5. März 2021

Namenstag: hl. Oliva (Märtyrerin, 2. Jh.) · hl. Dietmar von Minden

(Bischof, † 1206)

Heute ist Weltgebetstag, gestaltet von Christinnen aus Vanuatu unter

dem Leitwort „Worauf bauen wir?“ (vgl. Mt 7, 24–27); siehe S. 322–324.

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Du Sonne der Gerechtigkeit,

Christus, vertreib in uns die Nacht,

dass mit dem Licht des neuen Tags

auch unser Herz sich neu erhellt.

Du schenkst uns diese Gnadenzeit,

gib auch ein reuevolles Herz

und führe auf den Weg zurück,

die deine Langmut irren sah.

Es kommt der Tag, dein Tag erscheint,

da alles neu in Blüte steht;

der Tag, der unsre Freude ist,

der Tag, der uns mit dir versöhnt.

Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,

lobsinge alles, was da lebt.

Lass uns, durch deine Gnade neu,

dich preisen durch ein neues Lied.

Nach: Iam, Christe, sol iustitiae; 6. Jahrhundert

Melodie: GL 269 – andere Melodie: GL 485 · GL 1975 643 · KG 512 · EG 72


51

Freitag, 5. März · Morgen

Canticum

Hab 3, 2–4.13a.15–19

Antiphon:

Auch wenn du zürnst, Herr, denk an dein Erbarmen.

Herr, ich höre die Kunde, *

ich sehe, Herr, was du früher getan hast.

Lass es in diesen Jahren wieder geschehen, *

offenbare es in diesen Jahren!

Auch wenn du zürnst, *

denk an dein Erbarmen!

Gott kommt von Teman her, *

der Heilige kommt vom Gebirge Paran.

Seine Hoheit überstrahlt den Himmel, *

sein Ruhm erfüllt die Erde.

Er leuchtet wie das Licht der Sonne, /

ein Kranz von Strahlen umgibt ihn, *

in ihnen verbirgt sich seine Macht.

Du ziehst aus, um dein Volk zu retten, *

um deinem Gesalbten zu helfen.

Du bahnst mit deinen Rossen den Weg durch das Meer, *

durch das gewaltig schäumende Wasser.

Ich zitterte am ganzen Leib, als ich es hörte, *

ich vernahm den Lärm, und ich schrie.

Fäulnis befällt meine Glieder, *

und es wanken meine Schritte.

Doch in Ruhe erwarte ich den Tag der Not, *

der dem Volk bevorsteht, das über uns herfällt.

Zwar blüht der Feigenbaum nicht, *

an den Reben ist nichts zu ernten,

der Ölbaum bringt keinen Ertrag, *

die Kornfelder tragen keine Frucht;


Morgen · Freitag, 5. März 52

im Pferch sind keine Schafe, *

im Stall steht kein Rind mehr.

Dennoch will ich jubeln über den Herrn *

und mich freuen über Gott, meinen Retter.

Gott, der Herr, ist meine Kraft. /

Er macht meine Füße schnell wie die Füße der Hirsche *

und lässt mich schreiten auf den Höhen.

Ehre sei dem Vater ...

Antiphon:

Auch wenn du zürnst, Herr, denk an dein Erbarmen.

Lesung Jes 53, 11b–12

Mein Knecht, der gerechte, macht die vielen gerecht; er lädt

ihre Schuld auf sich. Deshalb gebe ich ihm seinen Anteil

unter den Großen, und mit den Mächtigen teilt er die Beute,

weil er sein Leben dem Tod preisgab und sich unter die Verbrecher

rechnen ließ. Denn er trug die Sünden von vielen und trat

für die Schuldigen ein.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Den Bösen wird er ein böses Ende bereiten und den Weinberg

anderen verpachten, die ihm Früchte liefern zur rechten Zeit.

Bitten

Gott, ohne Zahl sind deine Wohltaten, und doch sind wir oft in

unserer Hartherzigkeit gefangen. Wir bitten dich:

A: Hilf uns Grenzen überwinden.

– Überwinde unsere Vorbehalte und lass uns heute auf jeden

Menschen unbefangen zugehen.

– Lass uns nicht Böses mit Bösem vergelten, sondern Vergebung

und Frieden schenken.


53

Freitag, 5. März · Eucharistie

– Hilf, dass wir den Segen, den wir von dir empfangen, für

unsere Umgebung fruchtbar werden lassen.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, reinige uns in diesen Tagen, in denen wir

für unsere Sünden Buße tun, damit wir mit lauterem Herzen

das Osterfest erwarten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, ich suche Zuflucht bei dir.

Lass mich doch niemals scheitern.

Du wirst mich befreien aus dem Netz,

das sie mir heimlich legten; denn du bist meine Zuflucht.

Ps 31, 2.5

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Genesis Gen 37, 3–4.12–13a.17b–28

Israel liebte Josef unter allen seinen Söhnen am meisten, weil

er ihm noch in hohem Alter geboren worden war. Er ließ

ihm einen Ärmelrock machen. Als seine Brüder sahen, dass ihr

Vater ihn mehr liebte als alle seine Brüder, hassten sie ihn und

konnten mit ihm kein gutes Wort mehr reden.

Als seine Brüder fortgezogen waren, um das Vieh ihres Vaters

bei Sichem zu weiden, sagte Israel zu Josef: Deine Brüder weiden

bei Sichem das Vieh. Geh, ich will dich zu ihnen schicken.

Da ging Josef seinen Brüdern nach und fand sie in Dotan.


Eucharistie · Freitag, 5. März 54

Sie sahen ihn von weitem. Bevor er jedoch nahe an sie herangekommen

war, fassten sie den Plan, ihn umzubringen. Sie sagten

zueinander: Dort kommt ja dieser Träumer. Jetzt aber auf,

erschlagen wir ihn, und werfen wir ihn in eine der Zisternen.

Sagen wir, ein wildes Tier habe ihn gefressen. Dann werden wir

ja sehen, was aus seinen Träumen wird.

Ruben hörte das und wollte ihn aus ihrer Hand retten. Er sagte:

Begehen wir doch keinen Mord. Und Ruben sagte zu ihnen:

Vergießt kein Blut! Werft ihn in die Zisterne da in der Steppe,

aber legt nicht Hand an ihn! Er wollte ihn nämlich aus ihrer

Hand retten und zu seinem Vater zurückbringen.

Als Josef bei seinen Brüdern angekommen war, zogen sie ihm

sein Gewand aus, den Ärmelrock, den er anhatte, packten ihn

und warfen ihn in die Zisterne. Die Zisterne war leer; es war

kein Wasser darin.

Als sie dann beim Essen saßen und aufblickten, sahen sie,

dass gerade eine Karawane von Ismaelitern aus Gilead kam.

Ihre Kamele waren mit Tragakant, Mastix und Ladanum beladen.

Sie waren unterwegs nach Ägypten. Da schlug Juda seinen

Brüdern vor: Was haben wir davon, wenn wir unseren Bruder

erschlagen und sein Blut zudecken? Kommt, verkaufen wir ihn

den Ismaelitern. Wir wollen aber nicht Hand an ihn legen, denn

er ist doch unser Bruder und unser Verwandter. Seine Brüder

waren einverstanden.

Midianitische Kaufleute kamen vorbei. Da zogen sie Josef aus

der Zisterne heraus und verkauften ihn für zwanzig Silberstücke

an die Ismaeliter. Diese brachten Josef nach Ägypten.

Antwortpsalm Ps 105, 16–21

Kehrvers: Gedenkt der Wunder, die der Herr getan!

Er rief den Hunger ins Land, *

entzog ihnen allen Vorrat an Brot.

Doch hatte er ihnen einen Mann vorausgesandt: *

Josef wurde als Sklave verkauft. – Kehrvers


55

Freitag, 5. März · Eucharistie

Man spannte seine Füße in Fesseln *

und zwängte seinen Hals ins Eisen

bis zu der Zeit, als sein Wort sich erfüllte *

und der Spruch des Herrn ihm recht gab. – Kehrvers

Da sandte der König einen Boten und ließ ihn frei, *

der Herrscher der Völker ließ ihn heraus.

Er bestellte ihn zum Herrn über sein Haus, *

zum Gebieter über seinen ganzen Besitz. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 5a, ferner GL 69, 1 (IX. Ton) oder GL 1975 148, 2 (IV. Ton)

oder KG 632 (II. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 3, 16a.15

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn

hingab, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus

Mt 21, 33–43.45–46

In jener Zeit sprach Jesus zu den Hohenpriestern und Ältesten

des Volkes: Hört noch ein anderes Gleichnis: Es war ein Gutsbesitzer,

der legte einen Weinberg an, zog ringsherum einen

Zaun, hob eine Kelter aus und baute einen Turm. Dann verpachtete

er den Weinberg an Winzer und reiste in ein anderes Land.

Als nun die Erntezeit kam, schickte er seine Knechte zu den

Winzern, um seinen Anteil an den Früchten holen zu lassen.

Die Winzer aber packten seine Knechte; den einen prügelten

sie, den andern brachten sie um, einen dritten steinigten sie.

Darauf schickte er andere Knechte, mehr als das erste Mal; mit

ihnen machten sie es genauso.

Zuletzt sandte er seinen Sohn zu ihnen; denn er dachte: Vor

meinem Sohn werden sie Achtung haben.

Als die Winzer den Sohn sahen, sagten sie zueinander: Das ist

der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, damit wir seinen Besitz er-


Eucharistie · Freitag, 5. März 56

ben. Und sie packten ihn, warfen ihn aus dem Weinberg hinaus

und brachten ihn um. Wenn nun der Besitzer des Weinbergs

kommt: Was wird er mit solchen Winzern tun?

Sie sagten zu ihm: Er wird diesen bösen Menschen ein böses

Ende bereiten und den Weinberg an andere Winzer verpachten,

die ihm die Früchte abliefern, wenn es Zeit dafür ist.

Und Jesus sagte zu ihnen: Habt ihr nie in der Schrift gelesen:

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein

geworden; das hat der Herr vollbracht, vor unseren Augen

geschah dieses Wunder?

Darum sage ich euch: Das Reich Gottes wird euch weggenommen

und einem Volk gegeben werden, das die erwarteten

Früchte bringt.

Als die Hohenpriester und die Pharisäer seine Gleichnisse

hörten, merkten sie, dass er von ihnen sprach. Sie hätten ihn

gern verhaften lassen; aber sie fürchteten sich vor den Leuten,

weil alle ihn für einen Propheten hielten.

Impuls zum Evangelium

Die Erde gehört Gott – ist das nun eine gute oder eine schlechte

Nachricht? Wenn wir uns für die Besitzer des blauen Planeten

halten, klingt die Neuigkeit unerfreulich. Letztlich wird

die Botschaft aber für alle befreiend sein. Wenn die Erde Gott

gehört, dann können wir uns unsere Habgier sparen. Und unsere

furchtbare, unsere ewige Besorgnis. Gemeinsam genießen

statt gegen die anderen agieren. Das Ende der Angst? Meine

Parzelle müsste ich dann nicht mehr mit Zähnen und Klauen

gegen dich verteidigen. Wer sollte sie mir streitig machen, auch

wenn ich sie nicht aufwendig sichere; die Erde gehört ja Gott.

Bruder, Schwester, nimm Platz! Wenn die Erde Gott gehört,

wozu dann noch das Hauen und Stechen? Das Belauern und

Berauben? Das Verraten und Vertreiben. Schlechte Gewohnheiten

des Menschengeschlechts. So schwer es ist, sie abzulegen

– erst die Erde, die Gott gehört, wird menschlich sein.


57

Freitag, 5. März · Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Mir imponieren nur die Ratschläge, die der Ratgebende selbst

beherzigt.

Heute ist der 150. Geburtstag von Rosa Luxemburg.

• Wem gebe ich gerne Ratschläge?

• Auf wessen Ratschläge kann ich gut hören?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Du starker Gott, der diese Welt

im Innersten zusammenhält,

du Angelpunkt, der unbewegt

den Wandel aller Zeiten trägt.

Geht unser Erdentag zu End,

schenk Leben, das kein Ende kennt:

Führ uns, dank Jesu Todesleid,

ins Licht der ew’gen Herrlichkeit.

Vollenden wir den Lebenslauf,

nimm uns in deine Liebe auf,

dass unser Herz dich ewig preist,

Gott Vater, Sohn und Heil’ger Geist. Amen.

Nach: Rerum, Deus, tenax vigor; Ambrosius (?), † 397

Melodie: GL 297 · GL 1975 178 · KG 395 · EG 79


Abend · Freitag, 5. März 58

Psalm 119

Deine Hände haben mich gemacht und geformt. *

Gib mir Einsicht, damit ich deine Gebote lerne.

Verse 73–80 Jod

Wer dich fürchtet, wird mich sehen und sich freuen; *

denn ich warte auf dein Wort.

Herr, ich weiß, dass deine Entscheide gerecht sind; *

du hast mich gebeugt, weil du treu für mich sorgst.

Tröste mich in deiner Huld, *

wie du es deinem Knecht verheißen hast.

Dein Erbarmen komme über mich, damit ich lebe; *

denn deine Weisung macht mich froh.

Schande über die Stolzen, die mich zu Unrecht bedrücken! *

Ich aber sinne nach über deine Befehle.

Mir sollen sich alle zuwenden, die dich fürchten und ehren *

und die deine Vorschriften kennen.

Mein Herz richte sich ganz nach deinen Gesetzen; *

dann werde ich nicht zuschanden.

Ehre sei dem Vater ...

Treu sorgst du für uns, guter Vater, du weißt, welchen Weg du

uns führen willst. Gib uns den Mut, uns auf deine Pläne einzulassen,

und hilf uns weitergehen, wenn wir nicht wissen wohin.

Lesung

Ex 19, 4ac–6a

Ihr habt gesehen, wie ich euch auf Adlerflügeln getragen und

hierher zu mir gebracht habe. Jetzt aber, wenn ihr auf meine

Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen

Völkern mein besonderes Eigentum sein. Mir gehört die ganze

Erde, ihr aber sollt mir als ein Reich von Priestern und als ein

heiliges Volk gehören.


59

Freitag, 5. März · Abend

Nunc dimittis – Lobgesang des Simeon

Antiphon zum Nunc dimittis:

Sei unser Heil, o Herr, wenn wir wachen, und unser Schutz,

wenn wir schlafen; damit wir wachen mit Christus und ruhen

in seinem Frieden.

Fürbitten

Am 150. Geburtstag von Rosa Luxemburg, der kompromisslosen

Kämpferin für die Rechte der Armen, bitten wir Jesus um

seinen Beistand:

A: Kyrie, eleison.

– Für alle, die erwerbslos sind und das Gefühl haben, nicht

gebraucht zu werden.

– Für alle Jugendlichen, die keine Lehrstelle haben.

– Für die Arbeiterinnen und Arbeiter in Billiglohnländern.

– Für die Menschen in Vanuatu im Südpazifik, die noch heute

gegen die Zerstörungen des Zyklons Pam von 2015 ankämpfen.

– Für die Angehörigen der Urvölker in den Regenwäldern, die

durch Brandrodungen zu Schaden kommen.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, reinige uns in diesen Tagen, in denen wir

für unsere Sünden Buße tun, damit wir mit lauterem Herzen

das Osterfest erwarten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Samstag, 6. März 2021

Heiliger Fridolin von Säckingen

Fridolin lebte vermutlich im sechsten / siebenten Jahrhundert. Er

stammte nach der von dem Säckinger Mönch Balther um 1000

verfassten legendenhaften Lebensgeschichte aus Irland. Von dort soll

er als missionierender Wandermönch nach Gallien gekommen sein.

In Poitiers fand er das Grab und die Kirche des von ihm verehrten hl.

Hilarius zerstört vor. Er bestattete die unter dem Schutt gefundenen

Gebeine des Heiligen und erbaute darüber eine neue Hilariuskirche

und ein Kloster, dessen Abt er wurde. Er zog weiter in den alemannischen

Raum und baute dort Klöster und Kirchen zu Ehren des

heiligen Hilarius. Der Legende nach soll ihn der heilige Hilarius im

Traum dazu veranlasst haben, das Hilarius-Kloster auf der Rheininsel

Säckingen zu bauen, wo Fridolin später bestattet wurde.

Namenstag: hl. Julian von Toledo (Bischof, † 690) · hl. Chrodegang

von Metz (Bischof, † 766) · sel. Rosa von Viterbo (Franziskaner-Terziarin,

† 1252) · hl. Coleta (Nicolette Boillet, Klarissin, † 1447) · Franziska

Streitel (Ordensgründerin, † 1911)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Bleibe uns gnädig, Gott,

uns gottverlorenen Gottsuchern!

Arm sind wir im Spott,

kalt in der Freiheit,

trostlos im Genuss.


61

Samstag, 6. März · Morgen

Lass es dir nahegehen, Gott,

wenn unsere Augen stumpf werden

und die Seele ausblutet!

Höre den Schrei

aus der Leere

nach dir!

Bernhard Meuser, © beim Autor

Canticum Dtn 32, 1–7.9–12

Antiphon:

Preist die Größe unseres Gottes; denn er ist treu und gerecht.

Hört zu, ihr Himmel, ich will reden, *

die Erde lausche meinen Worten.

Meine Lehre wird strömen wie Regen, *

meine Botschaft wird fallen wie Tau,

wie Regentropfen auf das Gras *

und wie Tauperlen auf die Pflanzen.

Ich will den Namen des Herrn verkünden; *

preist die Größe unseres Gottes!

Er heißt: Der Fels. Vollkommen ist, was er tut; *

denn alle seine Wege sind recht.

Er ist ein unbeirrbar treuer Gott, *

er ist gerecht und gerade.

Ein falsches, verdrehtes Geschlecht fiel von ihm ab, *

Verkrüppelte, die nicht mehr seine Söhne sind.

Ist das euer Dank an den Herrn, *

du dummes, verblendetes Volk?

Ist er nicht dein Vater, dein Schöpfer? *

Hat er dich nicht geformt und hingestellt?

Denk an die Tage der Vergangenheit, *

lerne aus den Jahren der Geschichte!

Frag deinen Vater, er wird es dir erzählen, *

frag die Alten, sie werden es dir sagen.


Morgen · Samstag, 6. März 62

Der Herr nahm sich sein Volk als Anteil, *

Jakob wurde sein Erbland.

Er fand ihn in der Steppe, *

in der Wüste, wo wildes Getier heult.

Er hüllte ihn ein, gab auf ihn Acht *

und hütete ihn wie seinen Augenstern,

wie der Adler, der sein Nest beschützt *

und über seinen Jungen schwebt,

der seine Schwingen ausbreitet, ein Junges ergreift *

und es flügelschlagend davonträgt.

Der Herr allein hat Jakob geleitet, *

kein fremder Gott stand ihm zur Seite.

Ehre sei dem Vater ...

Antiphon:

Preist die Größe unseres Gottes; denn er ist treu und gerecht.

Lesung Joël 2, 12–13

Spruch des Herrn: Kehrt um zu mir von ganzem Herzen, mit

Fasten, Weinen und Klagen. Zerreißt eure Herzen, nicht

eure Kleider, und kehrt um zum Herrn, eurem Gott! Denn er ist

gnädig und barmherzig, langmütig und reich an Güte, und es

reut ihn, dass er das Unheil verhängt hat.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Vater, ich habe gegen dich gesündigt und bin nicht mehr wert,

dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Knechte.

Bitten

Gott, du Geheimnis des Lebens, auf mancherlei Weise verbauen

wir selbst uns den Zugang zu dir. Wir bitten dich:

A: Mach uns bereit zu deinem Dienst.


63

Samstag, 6. März · Eucharistie

– Lass uns nicht Gefangene unserer eigenen Vorstellungen sein.

– Lass uns nicht stärker an unseren Gütern als an der Verheißung

deines Reiches hängen.

– Lass uns die Zeichen verstehen, die du uns gibst.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, durch das Wirken deiner Gnade schenkst du uns

schon auf Erden den Anfang des ewigen Lebens. Vollende, was

du in uns begonnen hast, und führe uns hin zu jenem Licht, in

dem du selbst wohnst. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Der Herr ist gnädig und barmherzig,

langmütig und reich an Gnade.

Der Herr ist gütig zu allen;

sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

Ps 145, 8–9

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Micha Mi 7, 14–15.18–20

Herr, führe mit deinem Stab dein Volk auf die Weide, die

Schafe, die dein Erbbesitz sind, die einsam lagern in einer

Wildnis mitten im fruchtbaren Land. Sie sollen wieder im

Baschan und in Gilead weiden wie in den Tagen der Vorzeit.

Wie in den Tagen, als du aus Ägypten auszogst, lass uns deine

Wunder schauen!


Eucharistie · Samstag, 6. März 64

Wer ist ein Gott wie du, der du Schuld verzeihst und dem

Rest deines Erbvolkes das Unrecht vergibst? Gott hält nicht für

immer fest an seinem Zorn; denn er liebt es, gnädig zu sein.

Er wird wieder Erbarmen haben mit uns und unsere Schuld

zertreten.

Ja, du wirfst all unsere Sünden in die Tiefe des Meeres hinab.

Du wirst Jakob deine Treue beweisen und Abraham deine

Huld, wie du unseren Vätern geschworen hast in den Tagen der

Vorzeit.

Antwortpsalm Ps 103, 1–4.9–12

Kehrvers:

Gnädig und barmherzig ist der Herr, voll Langmut und reich

an Güte.

Lobe den Herrn, meine Seele, *

und alles in mir seinen heiligen Namen!

Lobe den Herrn, meine Seele, *

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat: – Kehrvers

der dir all deine Schuld vergibt *

und all deine Gebrechen heilt,

der dein Leben vor dem Untergang rettet *

und dich mit Huld und Erbarmen krönt. – Kehrvers

Er wird nicht immer zürnen, *

nicht ewig im Groll verharren.

Er handelt an uns nicht nach unsern Sünden *

und vergilt uns nicht nach unsrer Schuld. – Kehrvers

Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, *

so hoch ist seine Huld über denen, die ihn fürchten.

So weit der Aufgang entfernt ist vom Untergang, *

so weit entfernt er die Schuld von uns. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 8, ferner GL 517 · GL 1975 527, 5 · KG 613 (IV. Ton)


65

Samstag, 6. März · Eucharistie

Ruf vor dem Evangelium Lk 15, 18

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Ich will zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater, ich habe

mich versündigt gegen den Himmel und gegen dich.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 15, 1–3.11–32

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn

zu hören. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten

sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst

sogar mit ihnen.

Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Ein Mann hatte

zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater,

gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das

Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn

alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein

zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.

Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot

über das Land, und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu

einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte

ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger

mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber

niemand gab ihm davon.

Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines

Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor

Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen

und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und

gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu

sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.

Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah

ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm.

Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.


Eucharistie · Samstag, 6. März 66

Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel

und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn

zu sein.

Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das

beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an

die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her

und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn

mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist

wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest

zu feiern.

Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging

und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.

Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle.

Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen, und dein

Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und

gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte

nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm

gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene

ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir

aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit

ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist

der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen

durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.

Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir,

und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns

doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und

lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

Impuls zum Evangelium

Warum sind Krimis so beliebt? Weil die Fronten klar sind:

hier das Verbrechen, die radikale Finsternis, dort das Gute,

das Licht. Zwei Welten, die sich nach festen Regeln begegnen

– und danach hermetisch trennen. Im religiösen Bereich besteht

die Neigung, ähnlich klare Fronten zu schaffen: Hier die

Sünder, dort die Frommen. Hier ist schwarz, und da ist weiß.


67

Samstag, 6. März · Abend

Jesus war kein Freund dieser Weltsicht. Wo er auf sie trifft,

sucht er sie aufzubrechen. So auch im lukanischen Gleichnis

vom barmherzigen Vater. Der eine löst sich vom Elternhaus,

lebt auf eigene Gefahr. Der andere bleibt zu Hause. Der eine

scheitert elend, kehrt um – und begegnet dem Vater ganz neu.

Da fühlt sich der andere verraten und verkauft. Er verschließt

und verhärtet sich. Einer, der immer beim Vater war, gerät in

eine schwere Krise. Kann das sein? Wird er die Krise als Chance

ergreifen? Wird er sich öffnen können für die Rettung des

verlorenen Bruders, die reine Freude des Vaters? Fragen, die

bleiben. Die Gleichnisse Jesu sind keine Krimis.

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Wohl denen, die da wandeln

vor Gott in Heiligkeit,

nach seinem Worte handeln

und leben allezeit.

Die recht von Herzen suchen Gott

und seiner Weisung folgen,

sind stets bei ihm in Gnad.

Von Herzensgrund ich spreche:

Dir sei Dank allezeit,

weil du mich lehrst die Rechte

deiner Gerechtigkeit.

Die Gnad auch ferner mir gewähr,

zu halten dein Gebote;

verlass mich nimmermehr.


Abend · Samstag, 6. März 68

Mein Herz hängt treu und feste

an dem, was dein Wort lehrt.

Herr, tu bei mir das Beste,

sonst ich zuschanden werd.

Wenn du mich leitest, treuer Gott,

so kann ich richtig gehen

den Weg deiner Gebot.

Lehr mich den Weg zum Leben,

führ mich nach deinem Wort,

so will ich Zeugnis geben

von dir, mein Heil und Hort.

Durch deinen Geist, Herr, stärke mich,

dass ich dein Wort festhalte,

von Herzen fürchte dich.

Dein Wort, Herr, nicht vergehet,

es bleibet ewiglich,

so weit der Himmel gehet,

der stets beweget sich.

Dein Wahrheit bleibt zu aller Zeit

gleichwie der Grund der Erde,

durch deine Hand bereit.

Nach Cornelius Becker 1602, nach Ps 119; AÖL 1973

GL 543 · GL 1975 614 · KG 551 · EG 295

Psalm 116 Verse 10–19

Voll Vertrauen war ich, auch wenn ich sagte: *

Ich bin so tief gebeugt.

In meiner Bestürzung sagte ich: *

Die Menschen lügen alle.

Wie kann ich dem Herrn all das vergelten, *

was er mir Gutes getan hat?

Ich will den Kelch des Heils erheben *

und anrufen den Namen des Herrn.


69

Samstag, 6. März · Abend

Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen *

offen vor seinem ganzen Volk.

Kostbar ist in den Augen des Herrn *

das Sterben seiner Frommen.

Ach Herr, ich bin doch dein Knecht, /

dein Knecht bin ich, der Sohn deiner Magd. *

Du hast meine Fesseln gelöst.

Ich will dir ein Opfer des Dankes bringen *

und anrufen den Namen des Herrn.

Ich will dem Herrn meine Gelübde erfüllen *

offen vor seinem ganzen Volk,

in den Vorhöfen am Hause des Herrn, *

in deiner Mitte, Jerusalem.

Ehre sei dem Vater ...

Das Vertrauen zu dir, unserem Retter, trägt uns durch Höhen und

Tiefen. Gib, dass wir dir mit unserem ganzen Leben danken.

Lesung

vgl. 1 Kön 8, 51a.52–53a

Wir sind ja dein Volk, Herr, und dein Eigentum. Halte deine

Augen offen für das Flehen deines Knechtes und für das

Flehen deines Volkes Israel! Erhöre uns, sooft wir zu dir rufen!

Du hast uns unter allen Völkern der Erde als dein Eigentum

ausgewählt.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Gerecht gemacht durch den Glauben, haben wir Frieden mit

Gott durch unseren Herrn Jesus Christus.

Fürbitten

Jesus, du hast Menschen zugetraut, glaubhaft von Gottes Heil

zu sprechen. Wir bitten dich:


Abend · Samstag, 6. März 70

A: Stärke uns und sei uns nah.

Für die Frauen und Männer, die dich durch ihre Lauterkeit und

Menschenfreundlichkeit bezeugen,

– dass sie nicht entmutigt werden, sondern selbst Menschen

begegnen, die vom Evangelium geleitet sind.

Für diejenigen, deren Hoffnung schwach ist, deren Leben von

Traurigkeit umfangen ist,

– dass sie treue Wegbegleitung erfahren und neue Zielpunkte in

ihrem Leben erkennen können.

Für Menschen, die lange Zeit hindurch Krankheit ertragen müssen,

– dass sie nicht verzweifeln an ihrem Schicksal und von ihren

Nächsten gestärkt und begleitet werden.

Für die Glaubensboten heute,

– dass sie auch einander Halt und Zuversicht geben und so dein

Wort immer wieder neu glaubhaft verkünden können.

Vaterunser

Oration

Gott, unser Vater, du bist der Quell des Erbarmens und der

Güte, wir stehen als Sünder vor dir, und unser Gewissen klagt

uns an. Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden

durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Der Gott der Hoffnung erfülle uns mit aller Freude

und mit allem Frieden im Glauben,

damit wir reich werden an Hoffnung

in der Kraft des Heiligen Geistes.

Vgl. Röm 15, 13

Ave Regina caelorum (Seite 331)


71

Samstag, 6. März · Von Woche zu Woche

Von Woche zu Woche

Streit in der Gemeinde

(zu 1 Kor 1, 22–25)

Fromme Cliquen,

frömmelnde Claqueure,

Abwertung anderer,

Abgrenzung, Ausgrenzung:

in Korinth und anderswo.

Die einen haben

die Wahrheit gepachtet,

die anderen die Weisheit.

Die einen sprechen den anderen

die Katholizität ab:

„unbequem, nicht fromm genug!“

Paulus erinnert an Jesus,

den Unbequemen.

Er erinnert an Jesus,

den schmerzlichen, peinlichen Verlierer,

den die eigenen Freunde verlassen,

weil er sich scheinbar aufs Kreuz legen,

ans Kreuz schlagen ließ.

In ihm offenbart sich

Gottes universale, ausnahmslose

Solidarität mit der Welt,

mit dem letzten Sünder!

scandalum crucis!

Dorothee Sandherr-Klemp


7. März 2021

3. Fastensonntag

Namenstag: hl. Perpetua und Felizitas († 202/03) · sel. Volker von

Segeberg († 1132/38) · hl. Reginhard von Reinhausen (Reinhard, Abt,

† nach 1186)

Von heute bis zum kommenden Sonntag, dem 14. März, wird unter

dem Motto: „… zu Eurem Gedächtnis: Visual History“ die Woche der

Brüderlichkeit begangen.

Hymnus

weil du mich berührst

freue ich mich

am leben zu sein

weil du bei mir

zu hause bist

jubelt meine seele

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Wende dich zu mir und sei mir gnädig;

denn ich bin einsam und gebeugt.

Ps 25, 16

Ehre sei dem Vater ...


73

Sonntag, 7. März · Morgen

weil deine flügel

mich bedecken

bin ich geborgen

weil du ich bist und

du du bist und du wir bist

sind wir alle in dir erlöst

weil du uns liebst

ist unser fragen und bangen

zittern und leiden weg und segen

weil du anfang und ende bist

war und ist und bleibt und

wird alles gut immer und ewig

Michael Lehmler

© beim Autor

Psalm 145 Verse 1–13b

Ich will dich rühmen, mein Gott und König, *

und deinen Namen preisen immer und ewig;

ich will dich preisen Tag für Tag *

und deinen Namen loben immer und ewig.

Groß ist der Herr und hoch zu loben, *

seine Größe ist unerforschlich.

Ein Geschlecht verkünde dem andern

den Ruhm deiner Werke *

und erzähle von deinen gewaltigen Taten.

Sie sollen vom herrlichen Glanz deiner Hoheit reden; *

ich will deine Wunder besingen.

Sie sollen sprechen von der Gewalt

deiner erschreckenden Taten; *

ich will von deinen großen Taten berichten.

Sie sollen die Erinnerung an deine große Güte wecken *

und über deine Gerechtigkeit jubeln.


Morgen · Sonntag, 7. März 74

Der Herr ist gnädig und barmherzig, *

langmütig und reich an Gnade.

Der Herr ist gütig zu allen, *

sein Erbarmen waltet über all seinen Werken.

Danken sollen dir, Herr, all deine Werke *

und deine Frommen dich preisen.

Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden, *

sollen sprechen von deiner Macht,

den Menschen deine machtvollen Taten verkünden *

und den herrlichen Glanz deines Königtums.

Dein Königtum ist ein Königtum für ewige Zeiten, *

deine Herrschaft währt von Geschlecht zu Geschlecht.

Ehre sei dem Vater ...

Unerforschlich ist deine Größe, du unser Gott. Über alle Geschöpfe

erbarmst du dich und bist ihnen nahe. Erfülle unser

Herz, dass wir dich allezeit loben.

Lesung Jes 66, 1–2

So spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron und die Erde

der Schemel für meine Füße. Was wäre das für ein Haus, das

ihr mir bauen könntet, was wäre das für ein Ort, an dem ich

ausruhen könnte? Denn all das hat meine Hand gemacht, es gehört

mir ja schon – Spruch des Herrn. Ich blicke auf den Armen

und Zerknirschten und auf den, der zittert vor meinem Wort.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Jesus sprach: Reißt diesen Tempel nieder – in drei Tagen richte

ich ihn wieder auf. Er meinte den Tempel seines Leibes.

Bitten

Wort des Vaters, Jesus von Nazaret, du schenkst uns göttliches

Leben. Wir rufen zu dir:


75

Sonntag, 7. März · Eucharistie

A: Wohne in unseren Herzen.

– Dass wir den Weg zu unseren Mitmenschen finden.

– Dass wir die Liebe des Vaters durch unser Leben bezeugen.

– Dass dein ewiges Leben schon hier und jetzt für uns beginnt.

Vaterunser

Oration

Gott, unser Vater, du bist der Quell des Erbarmens und der

Güte, wir stehen als Sünder vor dir, und unser Gewissen klagt

uns an. Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden

durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Der Gott unserer Hoffnung segne uns und bewahre uns,

er lasse uns seine Barmherzigkeit schauen

und schenke uns seinen Frieden.

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 215, 267, 268, 297, 387, 429 · KG 381,

383, 551, 575

Wort Gottes, des Herrn:

Ich werde euch beweisen, dass ich heilig bin.

Ich sammle euch aus allen Ländern.

Ich gieße reines Wasser über euch, damit ihr rein werdet,

und gebe euch einen neuen Geist.

Ez 36, 22–26

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)


Eucharistie · Sonntag, 7. März 76

Lesung aus dem Buch Exodus Ex 20, 1–17

Kurzfassung: Ex 20, 1–3.7–8.12–17

In jenen Tagen sprach Gott auf dem Berg Sinai alle diese Worte:

Ich bin der HERR, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten

geführt hat, aus dem Sklavenhaus.

Du sollst neben mir keine anderen Götter haben. Du sollst

dir kein Kultbild machen und keine Gestalt von irgendetwas am

Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der

Erde. Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und ihnen

nicht dienen.

Denn ich bin der HERR, dein Gott, ein eifersüchtiger Gott: Ich

suche die Schuld der Väter an den Kindern heim, an der dritten

und vierten Generation, bei denen, die mich hassen; doch ich

erweise Tausenden meine Huld bei denen, die mich lieben und

meine Gebote bewahren.

Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen;

denn der HERR lässt den nicht ungestraft, der seinen

Namen missbraucht.

Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig! Sechs Tage darfst du

schaffen und all deine Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag,

dem HERRN, deinem Gott, geweiht. An ihm darfst du keine Arbeit

tun: du und dein Sohn und deine Tochter, dein Sklave und

deine Sklavin und dein Vieh und dein Fremder in deinen Toren.

Denn in sechs Tagen hat der HERR Himmel, Erde und Meer

gemacht und alles, was dazugehört; am siebten Tag ruhte er.

Darum hat der HERR den Sabbat gesegnet und ihn geheiligt.

Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebst

in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt! Du sollst nicht

töten. Du sollst nicht die Ehe brechen. Du sollst nicht stehlen.

Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen. Du sollst

nicht das Haus deines Nächsten begehren. Du sollst nicht die

Frau deines Nächsten begehren, nicht seinen Sklaven oder seine

Sklavin, sein Rind oder seinen Esel oder irgendetwas, das

deinem Nächsten gehört.


77

Sonntag, 7. März · Eucharistie

Impuls zur Lesung

Der Dekalog, griechisch: das „Zehnwort“, die Zehn Gebote,

sind in der Bibel in zwei nicht ganz übereinstimmenden Fassungen

überliefert, eben hier im Buch Exodus, und noch einmal

im Buch Deuteronomium (5, 6–21). Sie werden als direkte

Weisung Gottes an Israel eingeführt. Diese kleine Gruppe von

Ge- und Verboten hatte bereits in der Alten Kirche einen außerordentlich

hohen Rang, und sie gilt als Kernbestand biblischer

Lebensweisung. Mithilfe des einprägsamen Zehnworts – diese

Lebensregel ist an zehn Fingern abzählbar – soll das Zusammenleben

so gestaltet werden, dass elementar wichtige Güter

wie Leben, Familie, Eigentum geschützt und von allen in gleicher

Weise entfaltet und genossen werden können. Am Anfang

der zehn Weisungen stellt sich JHWH als Sklavenbefreier vor,

und damit sagt die Bibel: Dieser Gott gebietet nicht willkürlich,

weil er nun einmal die Macht dazu hat, sondern weil ihm das

Heil, das Heilen eines jeden Menschen am Herzen liegt, wie

er es in seinem Handeln an seinem Volk Israel glaubwürdig

und bewegend gezeigt hat. Wie alle Lebensweisung der Bibel

will auch das biblische Grundgesetz Menschen nicht versklaven,

sondern vor Versklavung schützen; es will menschliche

Freiheit nicht kleinlich beschneiden, sondern die Würde der

einen vor der Willkür der anderen bewahren. Komm, sag es

allen weiter!

Antwortpsalm Ps 19, 8–12

Kehrvers:

Herr, du hast Worte des ewigen Lebens.

Die Weisung des HERRN ist vollkommen, *

sie erquickt den Menschen.

Das Zeugnis des HERRN ist verlässlich, *

den Unwissenden macht es weise. – Kehrvers


Eucharistie · Sonntag, 7. März 78

Die Befehle des HERRN sind gerade, *

sie erfüllen das Herz mit Freude.

Das Gebot des HERRN ist rein, *

es erleuchtet die Augen.

Kehrvers:

Herr, du hast Worte des ewigen Lebens.

Die Furcht des HERRN ist lauter, *

sie besteht für immer.

Die Urteile des HERRN sind wahrhaftig, *

gerecht sind sie alle. – Kehrvers

Sie sind kostbarer als Gold, als Feingold in Menge. *

Sie sind süßer als Honig, als Honig aus Waben.

Auch dein Knecht lässt sich von ihnen warnen; *

reichen Lohn hat, wer sie beachtet. – Kehrvers

Kehrvers siehe Joh 6, 68c, ferner GL 312, 7 · GL 1975 465 · KG 629 (II. Ton)

Lesung aus dem ersten Korintherbrief 1 Kor 1, 22–25

Schwestern und Brüder! Die Juden fordern Zeichen, die Griechen

suchen Weisheit. Wir dagegen verkünden Christus

als den Gekreuzigten: für Juden ein Ärgernis, für Heiden eine

Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus,

Gottes Kraft und Gottes Weisheit.

Denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und

das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen.

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 3, 16a.15

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn

hingab, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!


79

Sonntag, 7. März · Eucharistie

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 2, 13–25

Das Paschafest der Juden war nahe und Jesus zog nach Jerusalem

hinauf. Im Tempel fand er die Verkäufer von Rindern,

Schafen und Tauben und die Geldwechsler, die dort saßen.

Er machte eine Geißel aus Stricken und trieb sie alle aus

dem Tempel hinaus samt den Schafen und Rindern; das Geld

der Wechsler schüttete er aus, ihre Tische stieß er um und zu

den Taubenhändlern sagte er: Schafft das hier weg, macht das

Haus meines Vaters nicht zu einer Markthalle! Seine Jünger erinnerten

sich, dass geschrieben steht: Der Eifer für dein Haus

wird mich verzehren.

Da ergriffen die Juden das Wort und sagten zu ihm: Welches

Zeichen lässt du uns sehen, dass du dies tun darfst?

Jesus antwortete ihnen: Reißt diesen Tempel nieder und in

drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.

Da sagten die Juden: Sechsundvierzig Jahre wurde an diesem

Tempel gebaut und du willst ihn in drei Tagen wieder aufrichten?

Er aber meinte den Tempel seines Leibes.

Als er von den Toten auferweckt war, erinnerten sich seine

Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift

und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.

Während er zum Paschafest in Jerusalem war, kamen viele

zum Glauben an seinen Namen, da sie die Zeichen sahen, die

er tat. Jesus selbst aber vertraute sich ihnen nicht an, denn er

kannte sie alle und brauchte von keinem ein Zeugnis über den

Menschen; denn er wusste, was im Menschen war.

Credo

Gabengebet

Barmherziger Gott, befreie uns durch dieses Opfer von unseren

Sünden und schenke uns die Kraft, auch den Brüdern zu vergeben,

wenn sie an uns schuldig geworden sind. Darum bitten wir

durch Christus, unseren Herrn.


Eucharistie · Sonntag, 7. März 80

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel,

zu danken und dein Erbarmen zu preisen. Denn jedes Jahr

schenkst du deinen Gläubigen die Gnade, das Osterfest in der

Freude des Heiligen Geistes zu erwarten. Du mahnst uns in

dieser Zeit der Buße zum Gebet und zu Werken der Liebe, du

rufst uns zur Feier der Geheimnisse, die in uns die Gnade der

Kindschaft erneuern. So führst du uns mit geläutertem Herzen

zur österlichen Freude und zur Fülle des Lebens durch unseren

Herrn Jesus Christus. Durch ihn rühmen wir deine Größe und

vereinen uns mit den Chören der Engel zum Hochgesang von

deiner göttlichen Herrlichkeit.

Kommunionvers Ps 84, 4–5

Der Sperling findet ein Haus und die Schwalbe ein Nest für die

Jungen – deine Altäre, Herr der Heerscharen, mein Gott und

mein König! Selig, die wohnen in deinem Haus, die dich allezeit

loben!

Schlussgebet

Herr und Gott, du hast uns mit dem Brot des Himmels gesättigt

und uns in dieser Speise ein Unterpfand dessen gegeben,

was unseren Augen noch verborgen ist. Lass in unserem Leben

sichtbar werden, was wir im Sakrament empfangen haben. Darum

bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Der barmherzige Gott, der seinen Sohn für uns dahingegeben

und uns in ihm ein Beispiel der Liebe geschenkt hat, segne euch

und mache euch bereit, Gott und den Menschen zu dienen.

Und Christus, der Herr, der uns durch sein Sterben dem ewigen

Tode entrissen hat, stärke euren Glauben und führe euch

zur unvergänglichen Herrlichkeit.


81

Sonntag, 7. März · Auslegung

Und allen, die ihm folgen auf dem Weg der Entäußerung, gebe

er Anteil an seiner Auferstehung und an seiner Herrlichkeit.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Auslegung zum Sonntagsevangelium

Von Peter Köster

Jesus „findet“ im Tempel, d. h. im großen Vorhof des von Herodes

gebauten Heiligtums, die Verkäufer der verschiedenen

Tiere, die im Tempel als Opfer dargebracht werden: Rinder,

Schafe und Tauben. Die Opfertiere mussten makellos sein, wurden

von den Priestern kontrolliert und den Pilgern zum Kauf

angeboten. Dazu waren Geldwechsler notwendig, um die gebräuchlichen

Münzen in die besonders alte tyrische Währung

umzutauschen. Sie allein wurde akzeptiert, weil diese Münzen

keinerlei Abbild von Menschen oder Göttern hatten. Der Jerusalemer

Tempel war bis zu seiner Zerstörung im Jahr 70 n. Chr.

ein „religiös-ökonomisch-politischer Großbetrieb“, der nach

herrschender Denkweise das öffentliche Heil für ganz Israel garantierte.

Ein Angriff auf diese Institution kam einem Angriff

auf die bestehende theokratische Ordnung gleich (J. Blank).

Peter Köster SJ (Theologe, geistlicher Lehrer, * 1936),

aus: Ders., Lebensorientierung am Johannes-Evangelium.

Eine geistliche Auslegung auf fachexegetischer Grundlage, 44,

© EOS Verlag, St. Ottilien 2013

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...


Abend · Sonntag, 7. März 82

Hymnus

Zu diesem Lied finden Sie eine Auslegung auf den Seiten 310–

312.

Wie ein Fest nach langer Trauer,

wie ein Feuer in der Nacht,

ein off’nes Tor in einer Mauer,

für die Sonne aufgemacht.

Wie ein Brief nach langem Schweigen,

wie ein unverhoffter Gruß,

wie ein Blatt an toten Zweigen,

ein „Ich-mag-dich-trotzdem-Kuß“.

So ist Versöhnung.

So muß der wahre Friede sein.

So ist Versöhnung.

So ist Vergeben und Verzeihn.

Wie ein Regen in der Wüste,

frischer Tau auf dürrem Land,

Heimatklänge für Vermißte,

alte Feinde, Hand in Hand.

Wie ein Schlüssel im Gefängnis,

wie in Seenot „Land in Sicht“,

wie ein Weg aus der Bedrängnis,

wie ein strahlendes Gesicht.

So ist Versöhnung …

Wie ein Wort von toten Lippen,

wie ein Blick, der Hoffnung weckt,

wie ein Licht auf steilen Klippen,

wie ein Erdteil neu entdeckt.

Wie der Frühling, wie der Morgen,

wie ein Lied, wie ein Gedicht,

wie das Leben, wie die Liebe,

wie Gott selbst, das wahre Licht.


83

So ist Versöhnung …

Sonntag, 7. März · Abend

Text: Jürgen Werth, Melodie: Johannes Nitsch,

© 1988 SCM Hänssler, D–71087 Holzgerlingen

Psalm 110 Verse 1–5.7

So spricht der Herr zu meinem Herrn: /

Setze dich mir zur Rechten, *

und ich lege dir deine Feinde als Schemel unter die Füße.

Vom Zion strecke der Herr das Zepter deiner Macht aus: *

„Herrsche inmitten deiner Feinde!“

Dein ist die Herrschaft am Tage deiner Macht, *

wenn du erscheinst in heiligem Schmuck;

ich habe dich gezeugt noch vor dem Morgenstern, *

wie den Tau in der Frühe.

Der Herr hat geschworen, und nie wird’s ihn reuen: *

„Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks.“

Der Herr steht dir zur Seite; *

er zerschmettert Könige am Tage seines Zornes.

Er trinkt aus dem Bach am Weg; *

so kann er von Neuem das Haupt erheben.

Ehre sei dem Vater ...

Herr der Geschichte, richte auf die Herrschaft deines Gesalbten!

Wir sehnen uns nach deiner Gerechtigkeit.

Lesung Jes 55, 1

Auf, ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser! Auch wer kein

Geld hat, soll kommen. Kauft Getreide und esst, kommt

und kauft ohne Geld, kauft Wein und Milch ohne Bezahlung!

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird nicht

dürsten in Ewigkeit.


Abend · Sonntag, 7. März 84

Fürbitten

Jesus begehrt auf: Der „ungerechte Mammon“ soll nicht auch

noch den Tempel dominieren. Wir bitten Gott um seinen Beistand:

V: Gott des Lebens, A: höre und erhöre uns.

Wir beten für die Kirche;

– dass sie ihr Geld zugunsten der Bedrängten und Verfolgten,

der Menschen am Rande, einsetzt.

Wir beten für alle, die im Wohlstand leben;

– hilf ihnen zu teilen und frei zu werden von der Fixierung auf

das Finanzielle.

Wir bitten für diejenigen, die Entscheidungen treffen in Politik

und Wirtschaft;

– lass deine Gebote Richtschnur ihres Handelns sein.

Wir beten für alle, die heute anecken, weil sie prophetisch denken

und reden;

– schenke uns allen ein weites Herz und die Bereitschaft, die

Blickrichtung zu ändern.

Vaterunser

Oration

Gott, unser Vater, du bist der Quell des Erbarmens und der

Güte, wir stehen als Sünder vor dir, und unser Gewissen klagt

uns an. Sieh auf unsere Not und lass uns Vergebung finden

durch Fasten, Gebet und Werke der Liebe. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Die Gnade Jesu Christi, unseres Herrn, sei mit uns allen.

Vgl. Röm 16, 24

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Montag, 8. März 2021

Heiliger Johannes von Gott

Johannes (1495–1550) trug zur Reformierung der Krankenpflege

bei. Bemerkenswert waren insbesondere seine Behandlungsmethoden

für psychisch kranke Menschen, mit denen er seiner Zeit

weit voraus war. Johannes wurde in Portugal geboren. Als Achtjähriger

lief er von zu Hause fort (möglicherweise wurde er auch

entführt) und lernte bei einem Hirten lesen und schreiben. Da sein

Familienname unbekannt war, nannte man ihn „Johannes von

Gott“. Sein weiteres Leben war sehr bewegt, bevor eine Predigt

des heiligen Johannes von Ávila eine grundlegende Änderung auslöste.

Von nun an widmete er sich mit großer Hingabe der Krankenpflege.

1540 gründete er in Granada ein Krankenhaus. Viele

junge Leute schlossen sich ihm an. Daraus entstand der Orden der

„Barmherzigen Brüder“.

Namenstag: Eddo von Straßburg (Bischof, † 776) · Michael Wittmann

(Weihbischof in Regensburg, † 1833)

Heute wird weltweit der Internationale Frauentag begangen.

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Liebster Jesu, wir sind hier,

dich und dein Wort anzuhören;

lenke Sinnen und Begier

hin zu deinen Himmelslehren,


Morgen · Montag, 8. März 86

dass die Herzen von der Erden

ganz zu dir gezogen werden.

Unser Wissen und Verstand

ist mit Finsternis umhüllet,

wo nicht deines Geistes Hand

uns mit hellem Licht erfüllet.

Gutes denken, tun und dichten

musst du selbst in uns verrichten.

O du Glanz der Herrlichkeit,

Licht vom Licht, aus Gott geboren,

mach uns allesamt bereit,

öffne Herzen, Mund und Ohren;

unser Bitten, Flehn und Singen

lass, Herr Jesu, wohl gelingen.

Tobias Clausnizer 1663

GL 149 · GL 1975 520 · EG 161 · KG 38

Canticum Jes 2, 2–5

Antiphon:

Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn.

Am Ende der Tage wird es geschehen: /

Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet

als höchster der Berge; *

er überragt alle Hügel.

Zu ihm strömen alle Völker. *

Viele Nationen machen sich auf den Weg.

Sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn *

und zum Haus des Gottes Jakobs.

Er zeige uns seine Wege, *

auf seinen Pfaden wollen wir gehen.

Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, *

aus Jerusalem sein Wort.


87

Montag, 8. März · Morgen

Er spricht Recht im Streit der Völker, *

er weist viele Nationen zurecht.

Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern *

und Winzermesser aus ihren Lanzen.

Man zieht nicht mehr das Schwert, Volk gegen Volk, *

und übt nicht mehr für den Krieg.

Ihr vom Haus Jakob, *

kommt, wir wollen unsere Wege gehen im Licht des Herrn.

Ehre sei dem Vater ...

Lesung Jes 58, 1–2

Rufe aus voller Kehle, halte dich nicht zurück! Lass deine

Stimme ertönen wie eine Posaune! Halte meinem Volk seine

Vergehen vor und dem Haus Jakob seine Sünden! Sie suchen

mich Tag für Tag, denn sie wollen meine Wege erkennen. Wie

ein Volk, das Gerechtigkeit übt und das vom Recht seines Gottes

nicht ablässt, so fordern sie von mir ein gerechtes Urteil und

möchten, dass Gott ihnen nah ist.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet ist anerkannt in seiner

Vaterstadt.

Bitten

Gepriesen sei Gott, der uns zu Zeugen des Evangeliums berufen

hat. Ihn bitten wir:

A: Stärke unsern Glauben.

– Dass wir nicht müde werden zu berichten, wie du an uns

gehandelt hast.

– Dass wir Vertrauen bewahren, auch wenn nicht aufzugehen

scheint, was wir gesät haben.


Eucharistie · Montag, 8. März 88

– Dass wir lernen, mit den uns Anvertrauten und mit uns selbst

Geduld zu haben.

A: Stärke unsern Glauben.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, deine Kirche kann nicht bestehen ohne

dich, sie lebt allein von deiner Gnade. Reinige und festige sie

und führe sie mit starker Hand. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Meine Seele verzehrt sich in Sehnsucht

nach den Vorhöfen des Herrn,

mein Herz und mein Leib jauchzen ihm zu,

ihm, dem lebendigen Gott.

Ps 84, 3

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem zweiten Buch der Könige 2 Kön 5, 1–15a

Naaman, der Feldherr des Königs von Aram, galt viel bei seinem

Herrn und war angesehen; denn durch ihn hatte der

Herr den Aramäern den Sieg verliehen. Der Mann war tapfer,

aber an Aussatz erkrankt.

Nun hatten die Aramäer bei einem Streifzug ein junges Mädchen

aus dem Land Israel verschleppt. Es war in den Dienst

der Frau Naamans gekommen. Es sagte zu seiner Herrin: Wäre


89

Montag, 8. März · Eucharistie

mein Herr doch bei dem Propheten in Samaria! Er würde seinen

Aussatz heilen.

Naaman ging zu seinem Herrn und meldete ihm: Das und

das hat das Mädchen aus Israel gesagt. Der König von Aram

antwortete: So geh doch hin; ich werde dir ein Schreiben an

den König von Israel mitgeben. Naaman machte sich auf den

Weg. Er nahm zehn Talente Silber, sechstausend Schekel Gold

und zehn Festkleider mit und überbrachte dem König von Israel

das Schreiben. Es hatte folgenden Inhalt: Wenn jetzt dieser

Brief zu dir gelangt, so wisse: Ich habe meinen Knecht Naaman

zu dir geschickt, damit du seinen Aussatz heilst. Als der König

von Israel den Brief gelesen hatte, zerriss er seine Kleider und

rief: Bin ich denn ein Gott, der töten und zum Leben erwecken

kann? Er schickt einen Mann zu mir, damit ich ihn von seinem

Aussatz heile. Merkt doch und seht, dass er nur Streit mit mir

sucht.

Als der Gottesmann Elischa hörte, der König von Israel habe

seine Kleider zerrissen, ließ er ihm sagen: Warum hast du deine

Kleider zerrissen? Naaman soll zu mir kommen; dann wird er

erfahren, dass es in Israel einen Propheten gibt.

So kam Naaman mit seinen Pferden und Wagen und hielt vor

dem Haus Elischas. Dieser schickte einen Boten zu ihm hinaus

und ließ ihm sagen: Geh und wasch dich siebenmal im Jordan!

Dann wird dein Leib wieder gesund, und du wirst rein.

Doch Naaman wurde zornig. Er ging weg und sagte: Ich dachte,

er würde herauskommen, vor mich hintreten, den Namen

Jahwes, seines Gottes, anrufen, seine Hand über die kranke

Stelle bewegen und so den Aussatz heilen. Sind nicht der Abana

und der Parpar, die Flüsse von Damaskus, besser als alle

Gewässer Israels? Kann ich nicht dort mich waschen, um rein

zu werden? Voll Zorn wandte er sich ab und ging weg. Doch

seine Diener traten an ihn heran und redeten ihm zu: Wenn der

Prophet etwas Schweres von dir verlangt hätte, würdest du es

tun; wie viel mehr jetzt, da er zu dir nur gesagt hat: Wasch dich,

und du wirst rein.


Eucharistie · Montag, 8. März 90

So ging er also zum Jordan hinab und tauchte siebenmal unter,

wie ihm der Gottesmann befohlen hatte. Da wurde sein

Leib gesund wie der Leib eines Kindes, und er war rein.

Nun kehrte er mit seinem ganzen Gefolge zum Gottesmann

zurück, trat vor ihn hin und sagte: Jetzt weiß ich, dass es nirgends

auf der Erde einen Gott gibt außer in Israel. So nimm jetzt

von deinem Knecht ein Dankgeschenk an!

Antwortpsalm Ps 42, 2–3; 43, 3–4

Kehrvers:

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott.

Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, *

so lechzt meine Seele, Gott, nach dir.

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. *

Wann darf ich kommen und Gottes Antlitz schauen? – Kehrvers

Sende dein Licht und deine Wahrheit, *

damit sie mich leiten;

sie sollen mich führen zu deinem heiligen Berg *

und zu deiner Wohnung. – Kehrvers

So will ich zum Altar Gottes treten, *

zum Gott meiner Freude.

Jauchzend will ich dich auf der Harfe loben, *

Gott, mein Gott. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Ps 42, 3a, ferner GL 420 · GL 1975 676, 1 · KG 263 (II. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Ps 130, 5.7

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, ich warte voll

Vertrauen auf sein Wort. Denn beim Herrn ist die Huld, bei ihm

ist Erlösung in Fülle.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!


91

Montag, 8. März · Eucharistie

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 4, 24–30

In jener Zeit begann Jesus in der Synagoge in Nazaret darzulegen:

Amen, das sage ich euch: Kein Prophet wird in seiner

Heimat anerkannt. Wahrhaftig, das sage ich euch: In Israel gab

es viele Witwen in den Tagen des Elija, als der Himmel für drei

Jahre und sechs Monate verschlossen war und eine große Hungersnot

über das ganze Land kam. Aber zu keiner von ihnen

wurde Elija gesandt, nur zu einer Witwe in Sarepta bei Sidon.

Und viele Aussätzige gab es in Israel zur Zeit des Propheten

Elischa. Aber keiner von ihnen wurde geheilt, nur der Syrer

Naaman.

Als die Leute in der Synagoge das hörten, gerieten sie alle in

Wut. Sie sprangen auf und trieben Jesus zur Stadt hinaus; sie

brachten ihn an den Abhang des Berges, auf dem ihre Stadt erbaut

war, und wollten ihn hinabstürzen. Er aber schritt mitten

durch die Menge hindurch und ging weg.

Impuls zum Evangelium

Jesus wirkt Zeichen und Wunder, zum Zauberer wird er nicht.

Sein Wirken ist von Gottes Gnaden. Seine Zeichen suchen den

Glauben. Lukas betont, dass Jesu wunderbare Heilungen und

Exorzismen den Glauben an den einen Gott der Versöhnung

und an seinen Gesandten, Gesalbten, Sohn voraussetzen.

Wunder sind Zeichen. Erst in der Neuzeit ließ sich die Kirche

den verengten Blickwinkel eines totalitären Weltbildes, des

„Naturalismus“, aufdrängen, und man verstand Wunder nur

noch als das Außerkraftsetzen von Naturgesetzen. Gott wirkt

aber in Jesus, wie er immer wirkt: nicht despotisch, nicht monarchisch,

nicht monologisch. Er sucht das Gespräch. Er fragt,

er fragt nach uns, er fragt uns. Er bittet uns um unser Vertrauen.

Das gibt Jesus den guten Leuten in Nazaret zu verstehen.

Das reizt zur Weißglut. Dein Versagen schiebst du uns in die

Schuhe? Nein! An uns liegt es nicht. Wir sind rechtgläubig!

Wem glauben wir?


Abend · Montag, 8. März 92

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Das Herz befehle!

Johannes von Gott (Heiliger des Tages)

• „Das Herz befehle“ – wie weit habe ich mich von diesem

Impuls entfernt?

• Der Erkenntnis des Herzens folgen – wie kann ich es wieder

lernen?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Bleib mit deiner Gnade bei uns,

Herr Jesu Christ.

Ach, bleib mit deiner Gnade bei uns,

du treuer Gott.

Gesang aus Taizé

Psalm 71 Verse 1–15

Herr, ich suche Zuflucht bei dir. *

Lass mich doch niemals scheitern!

Reiß mich heraus und rette mich in deiner Gerechtigkeit, *

wende dein Ohr mir zu und hilf mir!

Sei mir ein sicherer Hort, *

zu dem ich allzeit kommen darf.

Du hast mir versprochen zu helfen; *

denn du bist mein Fels und meine Burg.


93

Montag, 8. März · Abend

Mein Gott, rette mich aus der Hand des Frevlers, *

aus der Faust des Bedrückers und Schurken!

Herr, mein Gott, du bist ja meine Zuversicht, *

meine Hoffnung von Jugend auf.

Vom Mutterleib an stütze ich mich auf dich, /

vom Mutterschoß an bist du mein Beschützer; *

dir gilt mein Lobpreis allezeit.

Für viele bin ich wie ein Gezeichneter, *

du aber bist meine starke Zuflucht.

Mein Mund ist erfüllt von deinem Lob, *

von deinem Ruhm den ganzen Tag.

Verwirf mich nicht, wenn ich alt bin, *

verlass mich nicht, wenn meine Kräfte schwinden.

Denn meine Feinde reden schlecht von mir, *

die auf mich lauern, beraten gemeinsam;

sie sagen: „Gott hat ihn verlassen. /

Verfolgt und ergreift ihn! *

Für ihn gibt es keinen Retter.“

Gott, bleib doch nicht fern von mir! *

Mein Gott, eile mir zu Hilfe!

Alle, die mich bekämpfen, *

sollen scheitern und untergehn;

über sie komme Schmach und Schande, *

weil sie mein Unglück suchen.

Ich aber will jederzeit hoffen, *

all deinen Ruhm noch mehren.

Mein Mund soll von deiner Gerechtigkeit künden /

und von deinen Wohltaten sprechen den ganzen Tag; *

denn ich kann sie nicht zählen.

Ehre sei dem Vater ...


Abend · Montag, 8. März 94

Du unsere Hoffnung, auf dich vertrauen wir. Du bist uns Fels

und Burg, ein sicherer Schutz in Bedrängnis. Dein Lob wollen

wir singen.

Lesung Röm 12, 1–2

Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch, meine

Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen,

das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene

Gottesdienst. Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern

wandelt euch durch ein neues Denken, damit ihr prüfen

und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt,

was gut und vollkommen ist.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Jesus schritt durch die Menge hindurch und ging hinweg.

Fürbitten

Lasst uns beten für alle, die ihrer Lebensentscheidung wegen

mit ihrem Umfeld in Konflikt geraten:

A: Kyrie, eleison.

– Für die Konvertiten, deren Schritt in ihren Familien auf Unverständnis

trifft.

– Für die jungen Menschen, die gegen den Willen ihrer Eltern

ihrer Berufung folgen.

– Für die Frauen, die sich gegen Erwartungen und Rollenklischees

ihrer Umgebung durchsetzen müssen.

– Für alle, die sich in einem Klima des Hasses für Ausgleich und

Verständigung einsetzen.

– Für alle, die in einer fremden Kultur leben und mit deren

Verhaltensregeln nicht zurechtkommen.


95

Montag, 8. März · Abend

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, deine Kirche kann nicht bestehen ohne

dich, sie lebt allein von deiner Gnade. Reinige und festige sie

und führe sie mit starker Hand. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Dienstag, 9. März 2021

Heiliger Bruno von Querfurt

Heilige Franziska von Rom

Bruno (um 974–1008/09) stammte aus einem sächsischen

Adelsgeschlecht und wurde an der Domschule von Magdeburg

erzogen. Als Hofkaplan begleitete er Otto III. nach Rom. Dort trat

er in ein Kloster ein und legte 999 die Mönchsgelübde ab. Später

ging er mit Abt Romuald in eine Einsiedelei bei Ravenna. 1002 betraute

ihn Papst Silvester II. mit der Mission im Osten. 1004 wurde

er zum Missionsbischof ernannt. Er missionierte in verschiedenen

Gebieten des Ostens, besonders in Polen. Anfang 1009 wurde er

mit 18 Gefährten auf einer seiner Reisen gefangen genommen und

enthauptet.

Franziska (1384–1440) war eine fromme, mystisch begabte

Frau. Sie stammte aus einer römischen Adelsfamilie. Schon als

Kind wäre sie gern ins Kloster gegangen. Doch ihr Vater vermählte

sie mit 11 (oder 12) Jahren mit dem Römer Lorenzo de Ponziani.

Aus dieser glücklichen Ehe, die vierzig Jahre dauerte, gingen

sechs Kinder hervor. Neben ihren häuslichen Aufgaben kümmerte

sie sich aufopferungsvoll um Arme und Kranke. 1425 gründete sie

eine Vereinigung von Benediktineroblatinnen, deren Mitglieder

sich zu einem gemeinsamen Leben im Dienst am Nächsten zusammenschlossen.

Nach dem Tode ihres Mannes (1436) trat Franziska

in diesen von ihr gegründeten Orden ein und übernahm bald dessen

Leitung.

Namenstag: hl. Gregor von Nyssa (griech. Kirchenvater, Bruder des

hl. Basilius d. Gr., † nach 394; siehe auch den Beitrag auf den Seiten

319–322) · hl. Dominikus Savio (Salesianer Don Boscos, † 1857)

· Barbara Pfister (Mystikerin, † 1909)


97

Dienstag, 9. März · Morgen

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Wo Freundschaft ist und Liebe, da ist Gott.

Lasst uns, erfreut und ehrfurchtsvoll, für ihn

singen dies Lied, für ihn, der lebt. Auf dass wir

aufrichtig Liebe haben zueinander:

Wo Freundschaft ist und Liebe, da ist Gott.

An diesem Ort versammelt, lasst uns sein

einig im Geiste, Herzen ungeteilt.

Weg alle harten Worte, Groll und Zwiespalt.

Dass Liebe wohne unter uns, Gott selbst.

Wo Freundschaft ist und Liebe, da ist Gott.

Mögen wir mit allen, die schon dort sind,

im Licht verherrlicht, sehn dein Angesicht –

Freude, die unermesslich ist, Sicherheit,

die in Ewigkeit kein Ende findet.

Wo Freundschaft ist und Liebe, da ist Gott.

Huub Oosterhuis, nach „Ubi caritas et amor“

Canticum

Jes 26, 1b–4.7–9

Antiphon:

Meine Seele sehnt sich nach dir in der Nacht, mein Geist verlangt

nach dir am Morgen.

Zion ist unsre befestigte Stadt, *

zu unserem Schutz baute der Herr Mauern und Wälle.


Morgen · Dienstag, 9. März 98

Öffnet die Tore, /

damit ein gerechtes Volk durch sie einzieht, *

ein Volk, das dem Herrn die Treue bewahrt.

Sein Sinn ist fest; /

du schenkst ihm Ruhe und Frieden; *

denn es verlässt sich auf dich.

Verlasst euch stets auf den Herrn; *

denn der Herr ist ein ewiger Fels.

Der Weg des Gerechten ist gerade, *

du ebnest dem Gerechten die Bahn.

Herr, auf das Kommen deines Gerichts vertrauen wir. *

Deinen Namen anzurufen und an dich zu denken

ist unser Verlangen.

Meine Seele sehnt sich nach dir in der Nacht, *

auch mein Geist ist voll Sehnsucht nach dir.

Denn dein Gericht ist ein Licht für die Welt, *

die Bewohner der Erde lernen deine Gerechtigkeit kennen.

Ehre sei dem Vater ...

Antiphon:

Meine Seele sehnt sich nach dir in der Nacht, mein Geist verlangt

nach dir am Morgen.

Lesung Ez 36, 25–27

Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein.

Ich reinige euch von aller Unreinheit, von all euren Götzen.

Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in

euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe

euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist in euch und

bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote

achtet und sie erfüllt.


99

Dienstag, 9. März · Eucharistie

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Der Herr sprach zu Petrus: Nicht siebenmal sollst du vergeben,

sondern siebenundsiebzigmal.

Bitten

Gepriesen sei Jesus Christus, der uns ans Herz gelegt hat, einander

zu vergeben. Zu ihm lasst uns rufen:

A: Schenke uns dein Erbarmen.

– Dass wir in allem Scheitern stets auf die Möglichkeit eines

Neuanfangs hoffen.

– Dass wir uns in Geduld mit unseren Mitmenschen üben.

– Dass wir niemanden aufgeben, der sich in Schuld verstrickt

hat.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, verlass uns nicht in diesen Tagen der Buße.

Steh uns mit deiner Gnade bei, damit wir mit ganzer Bereitschaft

den Dienst vollziehen, den du uns aufgetragen hast. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Ich rufe dich an, denn du, Gott, erhörst mich.

Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!

Behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges,

birg mich im Schatten deiner Flügel.

Ps 17, 6.8


Eucharistie · Dienstag, 9. März 100

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Daniel Dan 3, 25.34–43

In jenen Tagen sprach Asarja mitten im Feuer folgendes Gebet:

Um deines Namens willen verwirf uns nicht für immer;

löse deinen Bund nicht auf! Versag uns nicht dein Erbarmen,

deinem Freund Abraham zuliebe, deinem Knecht Isaak und Israel,

deinem Heiligen, denen du Nachkommen verheißen hast

so zahlreich wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am

Ufer des Meeres.

Ach, Herr, wir sind geringer geworden als alle Völker. In aller

Welt sind wir heute wegen unserer Sünden erniedrigt. Wir

haben in dieser Zeit weder Vorsteher noch Propheten und keinen,

der uns anführt, weder Brandopfer noch Schlachtopfer,

weder Speiseopfer noch Räucherwerk, noch einen Ort, um dir

die Erstlingsgaben darzubringen und um Erbarmen zu finden

bei dir.

Du aber nimm uns an! Wir kommen mit zerknirschtem Herzen

und demütigem Sinn. Wie Brandopfer von Widdern und

Stieren, wie Tausende fetter Lämmer, so gelte heute unser Opfer

vor dir und verschaffe uns bei dir Sühne. Denn wer dir vertraut,

wird nicht beschämt.

Wir folgen dir jetzt von ganzem Herzen, fürchten dich und suchen

dein Angesicht. Überlass uns nicht der Schande, sondern

handle an uns nach deiner Milde, nach deinem überreichen

Erbarmen!

Errette uns, deinen wunderbaren Taten entsprechend; verschaff

deinem Namen Ruhm, Herr!

Antwortpsalm Ps 25, 4–9

Kehrvers:

Denk an dein Erbarmen, o Herr!

Zeige mir, Herr, deine Wege, *

lehre mich deine Pfade!


101

Dienstag, 9. März · Eucharistie

Führe mich in deiner Treue und lehre mich, /

denn du bist der Gott meines Heiles. *

Auf dich hoffe ich allezeit. – Kehrvers

Denk an dein Erbarmen, Herr, /

und an die Taten deiner Huld; *

denn sie bestehen seit Ewigkeit.

Denk nicht an meine Jugendsünden und meine Frevel! *

In deiner Huld denk an mich, Herr,

denn du bist gütig. – Kehrvers

Gut und gerecht ist der Herr, *

darum weist er die Irrenden auf den rechten Weg.

Die Demütigen leitet er nach seinem Recht, *

die Gebeugten lehrt er seinen Weg. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 6a, ferner GL 229 · GL 1975 526, 5 · KG 48

oder GL 1975 733, 1 · KG 619 (I. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joël 2, 12–13

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Kehrt um zum Herrn von ganzem Herzen; denn er ist gnädig

und barmherzig, voll Langmut und reich an Güte.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 18, 21–35

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss

ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt?

Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern

siebenundsiebzigmal.

Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König,

der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen.

Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu

ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber das

Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit Frau

und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so die

Schuld zu begleichen.


Eucharistie · Dienstag, 9. März 102

Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld

mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte Mitleid

mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die Schuld.

Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener

seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte

ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist! Da

fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld mit mir!

Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht, sondern

ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die Schuld

bezahlt habe.

Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie

gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen

war.

Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener!

Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so

angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam

mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so wie

ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab ihn der

Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt habe.

Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln,

der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

Impuls zum Evangelium

Für das konkrete Zusammenleben wird uns von Jesus hier der

Weg eines Verzeihens ohne Einschränkung gewiesen. Ist das

nicht völlig unrealistisch? Werden Christinnen und Christen

so nicht zu passiven Opferlämmern abgerichtet, die sich mit

Unrecht abfinden, statt mutig dagegen aufzustehen? Ist damit

nicht jeder Unterschied zwischen Gut und Böse aufgehoben?

Berechtigte Fragen. Die Parabel vom gnadenlosen Schuldner

macht klar, worum es beim vielfachen Verzeihen wirklich geht.

Der Kontakt mit Gottes unvorstellbarer Barmherzigkeit raubt

uns weder das Vermögen, zwischen Recht und Unrecht zu

unterscheiden, noch schwächt er die Widerstandskraft gegen

das Böse. Im Gegenteil! Im Lichte von Gottes Großzügigkeit


103

Dienstag, 9. März · Abend

werden Verhaltensweisen unerträglich, die gang und gäbe sind

wie das rücksichtslose Einfordern von Schulden. Siebenundsiebzigmal

verzeihen heißt nicht, sich duckmäuserisch verhalten,

kleinlaut und willenlos werden. Es bedeutet vielmehr, sich

von Gottes Vergebung ergreifen und aufrichten lassen – und

andere spüren lassen, was mir Gutes widerfuhr.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Wenn der schwache Geist des Menschen von strenger Zucht

und anhaltenden geistlichen Übungen ermüdet ist, findet er

oft Erquickung und Erholung in Betrachtungen der Schönheiten

der Natur.

Bruno von Querfurt (Heiliger des Tages)

• Die Tage werden länger: Gönne ich mir Erholung durch die

„Schönheiten der Natur“?

• Was belebt mich, was tut mir gut?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Auf dein Wort, Herr, lass uns vertrauen;

stärke unsern Glauben.

Unser Herr, das Wort des Friedens,

stirbt noch immer ungehört.

Doch hat er den Weg gewiesen,


Abend · Dienstag, 9. März 104

der allein zum Frieden führt.

Auf dein Wort, Herr, lass uns vertrauen;

stärke unsern Glauben.

Wie am Leib die vielen Glieder

sind wir füreinander da,

denn als Schwestern und als Brüder

sind wir stets einander nah.

Auf dein Wort, Herr, lass uns vertrauen;

stärke unsern Glauben.

Drum wird Nächstenliebe zeigen,

wer zu seinen Freunden zählt.

Niemand darf sein Wort verschweigen

für den Frieden in der Welt.

Auf dein Wort, Herr, lass uns vertrauen;

stärke unsern Glauben.

Herbert Schaal, 1968/72,

GL 1975 624 · KG 86

Psalm 125

Wer auf den Herrn vertraut, steht fest wie der Zionsberg, *

der niemals wankt, der ewig bleibt.

Wie Berge Jerusalem rings umgeben, *

so ist der Herr um sein Volk, von nun an auf ewig.

Das Zepter des Frevlers soll nicht auf dem Erbland der

Gerechten lasten, *

damit die Hand der Gerechten nicht nach Unrecht greift.

Herr, tu Gutes den Guten, *

den Menschen mit redlichem Herzen!

Doch wer auf krumme Wege abbiegt, /

den jage, Herr, samt den Frevlern davon! *

Frieden über Israel!

Ehre sei dem Vater ...


105

Dienstag, 9. März · Abend

Du, unser Gott, bist uns nah und umgibst uns. Lass es uns spüren,

wenn wir wanken und in die Irre gehen.

Lesung

vgl. Jak 2, 14.17.18b

Meine Brüder, was nützt es, wenn einer sagt, er habe Glauben,

aber es fehlen die Werke? Kann etwa der Glaube ihn

retten? Der Glaube für sich allein ist tot, wenn er nicht Werke

vorzuweisen hat; zeig mir deinen Glauben ohne die Werke, und

ich zeige dir meinen Glauben aufgrund der Werke.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der Herr sagte zum Knecht: Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen.

Musst nicht auch du deines Mitknechtes dich erbarmen,

so wie ich mich deiner erbarmte?

Fürbitten

Gepriesen sei Gott, der den Schuldigen Vergebung gewährt. Zu

ihm lasst uns beten:

A: Kyrie, eleison.

– Für alle, die andere Menschen in schwierigen Situationen allein

gelassen haben.

– Für alle, die das Vertrauen anderer Menschen enttäuscht haben.

– Für alle, die andere Menschen bewusst erniedrigt und verletzt

haben.

– Für alle, die andere Menschen misshandelt oder getötet haben.

– Für alle Verstorbenen, die Entzweiungen nicht haben ausräumen

können.

Vaterunser


Abend · Dienstag, 9. März 106

Oration

Herr, unser Gott, verlass uns nicht in diesen Tagen der Buße.

Steh uns mit deiner Gnade bei, damit wir mit ganzer Bereitschaft

den Dienst vollziehen, den du uns aufgetragen hast. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Mittwoch, 10. März 2021

Namenstag: hl. Ämilian von Lagny (Emil, Abt, † 660/675) · hl. Gustav

(Einsiedler in Nordschweden, † 890) · hl. John Ogilvie (Jesuit, Märtyrer

in Schottland, † 1615)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Jenseits allen Glücks,

jenseits aller Schönheit

bist meiner Seele

Glück und Schönheit du.

Denn das Glück kam mit dir,

und in und mit dir

hab alles Gut ich empfangen.

Heinrich Seuse

Psalm 89 Verse 2–19

Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen, *

bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.

Denn ich bekenne: Deine Huld besteht für immer und ewig; *

deine Treue steht fest im Himmel.

„Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten *

und David, meinem Knecht, geschworen:


Morgen · Mittwoch, 10. März 108

Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand, *

und von Geschlecht zu Geschlecht richte ich deinen Thron auf.“

Die Himmel preisen, Herr, deine Wunder *

und die Gemeinde der Heiligen deine Treue.

Denn wer über den Wolken ist wie der Herr, *

wer von den Göttern ist dem Herrn gleich?

Gewaltig ist Gott im Rat der Heiligen, *

für alle rings um ihn her ist er groß und furchtbar.

Herr, Gott der Heerscharen, wer ist wie du? *

Mächtig bist du, Herr, und von Treue umgeben.

Du beherrschst die Empörung des Meeres; *

wenn seine Wogen toben – du glättest sie.

Rahab hast du durchbohrt und zertreten, *

deine Feinde zerstreut mit starkem Arm.

Dein ist der Himmel, dein auch die Erde; *

den Erdkreis und was ihn erfüllt hast du gegründet.

Nord und Süd hast du geschaffen, *

Tabor und Hermon jauchzen bei deinem Namen.

Dein Arm ist voll Kraft, *

deine Hand ist stark, deine Rechte hoch erhoben.

Recht und Gerechtigkeit sind die Stützen deines Thrones, *

Huld und Treue schreiten vor deinem Antlitz her.

Wohl dem Volk, das dich als König zu feiern weiß! *

Herr, sie gehen im Licht deines Angesichts.

Sie freuen sich über deinen Namen zu jeder Zeit, *

über deine Gerechtigkeit jubeln sie.

Denn du bist ihre Schönheit und Stärke, *

du erhöhst unsre Kraft in deiner Güte.

Ja, unser Schild gehört dem Herrn, *

unser König dem heiligen Gott Israels.

Ehre sei dem Vater ...


109

Mittwoch, 10. März · Morgen

Du unsere Schönheit und Stärke, von dir kommt uns wahres

Leben. Bilde unser Herz durch deine Gebote. Wir wollen uns

freuen an deiner Gerechtigkeit.

Lesung

Dtn 7, 6b.8–9

Dich hat der Herr, dein Gott, ausgewählt, damit du unter

allen Völkern, die auf der Erde leben, das Volk wirst, das

ihm persönlich gehört. Weil der Herr euch liebt und weil er auf

den Schwur achtet, den er euren Vätern geleistet hat, deshalb

hat der Herr euch mit starker Hand herausgeführt und euch aus

dem Sklavenhaus freigekauft, aus der Hand des Pharao, des Königs

von Ägypten. Daran sollst du erkennen: Jahwe, dein Gott,

ist der Gott; er ist der treue Gott; noch nach tausend Generationen

achtet er auf den Bund und erweist denen seine Huld, die

ihn lieben und auf seine Gebote achten.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Denkt nicht, ich sei gekommen, das Gesetz und die Propheten

aufzuheben – spricht der Herr. Nicht um aufzuheben, bin ich

gekommen, sondern um zu erfüllen.

Bitten

Wenn wir deinen Geboten folgen, Gott, sind wir zu Gast in

deinem Reich. Wir bekennen unser Versagen und bitten:

A: Herr, erbarme dich unser.

Rette uns aus der Falle der Selbstgerechtigkeit

– und hilf uns einzustehen für unsere Fehler.

Mach uns bereit zur Umkehr

– und lass uns im Herzen spüren, was du von uns willst.

Gib uns Vertrauen in deine Güte

– und schenke uns stets einen neuen Anfang.


Eucharistie · Mittwoch, 10. März 110

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, erneuere uns im Geist durch die Feier der

heiligen vierzig Tage, damit wir für dein Wort empfänglich

werden, bereit zu Gehorsam und Verzicht, einmütig im Gebet

und eifrig in Werken der Liebe. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Festige meine Schritte, Herr, wie du es verheißen hast.

Lass kein Unrecht über mich herrschen.

Ps 119, 133

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Deuteronomium Dtn 4, 1.5–9

Mose sprach zum Volk: Israel, höre die Gesetze und Rechtsvorschriften,

die ich euch zu halten lehre. Hört, und ihr

werdet leben, ihr werdet in das Land, das der Herr, der Gott

eurer Väter, euch gibt, hineinziehen und es in Besitz nehmen.

Hiermit lehre ich euch, wie es mir der Herr, mein Gott, aufgetragen

hat, Gesetze und Rechtsvorschriften. Ihr sollt sie innerhalb

des Landes halten, in das ihr hineinzieht, um es in Besitz

zu nehmen. Ihr sollt auf sie achten und sollt sie halten. Denn

darin besteht eure Weisheit und eure Bildung in den Augen der

Völker. Wenn sie dieses Gesetzeswerk kennenlernen, müssen

sie sagen: In der Tat, diese große Nation ist ein weises und gebildetes

Volk.


111

Mittwoch, 10. März · Eucharistie

Denn welche große Nation hätte Götter, die ihr so nah sind,

wie Jahwe, unser Gott, uns nah ist, wo immer wir ihn anrufen?

Oder welche große Nation besäße Gesetze und Rechtsvorschriften,

die so gerecht sind wie alles in dieser Weisung, die ich euch

heute vorlege?

Jedoch, nimm dich in Acht, achte gut auf dich! Vergiss nicht

die Ereignisse, die du mit eigenen Augen gesehen, und die Worte,

die du gehört hast. Lass sie dein ganzes Leben lang nicht aus

dem Sinn! Präge sie deinen Kindern und Kindeskindern ein!

Antwortpsalm Ps 147, 12–13.15–16.19–20

Kehrvers: Jerusalem, preise den Herrn!

Jerusalem, preise den Herrn, *

lobsinge, Zion, deinem Gott!

Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht, *

die Kinder in deiner Mitte gesegnet. – Kehrvers

Er sendet sein Wort zur Erde, *

rasch eilt sein Befehl dahin.

Er spendet Schnee wie Wolle, *

streut den Reif aus wie Asche. – Kehrvers

Er verkündet Jakob sein Wort, *

Israel seine Gesetze und Rechte.

An keinem andern Volk hat er so gehandelt, *

keinem sonst seine Rechte verkündet. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 12a, ferner GL 78, 1 oder GL 1975 477 (V. Ton)

oder KG 488 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

vgl. Joh 6, 63b.68c

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben. Du hast Worte des

ewigen Lebens.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!


Eucharistie · Mittwoch, 10. März 112

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 5, 17–19

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Denkt nicht, ich

sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben.

Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um

zu erfüllen. Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde

vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes

vergehen, bevor nicht alles geschehen ist.

Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und

die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich

der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird

groß sein im Himmelreich.

Impuls zum Evangelium

Ein Christentum ohne Israel bot der christliche Theologe Marcion

im zweiten Jahrhundert der stadtrömischen Gemeinde

an. Da erinnerte man sich an das Jesus-Wort aus dem Matthäus-Evangelium:

„Denkt nicht, ich sei gekommen ...“ und

sagte ein klares Nein. Als in der Zeit des Nationalsozialismus

sogenannte „Deutsche Christen“ das Alte Testament als Buch

der Juden abwerten und abschaffen wollten, antworteten ein

paar Standhafte: „Denkt nicht, ich sei gekommen ...“. Die biblischen

Weisungen für das Zusammenleben der Menschen

und das Gedeihen der ganzen Erde wollte Jesus nicht abschaffen.

Er hatte vielmehr den Anspruch, sie mit seinem Leben zu

erfüllen. Das Wort aus dem Matthäus-Evangelium sagt Christinnen

und Christen auch heute, dass wir auf die Botschaft,

die wir von Israel, Gottes Volk, empfangen haben, angewiesen

sind. Die eine Bibel hilft uns, Gottes Willen zu entdecken und

ihn mit unserem Leben zu erfüllen.


113

Mittwoch, 10. März · Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Wir lieben Menschen, die frisch heraus sagen, was sie denken.

Vorausgesetzt, sie denken dasselbe wie wir.

Mark Twain (amerikanischer Schriftsteller, 1835–1910)

• Wie viel Zustimmung benötige ich?

• Wie viel Abweichung von meiner Meinung ertrage ich?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Vernimm, du guter Schöpfergott,

in Gnade unser lautes Flehn.

Durch vierzig Tage steigt es auf:

Herr, wende uns dein Antlitz zu!

Du kennst die Herzen, milder Herr,

du weißt, wie schwach wir Menschen sind.

Voll Reue flüchten wir zu dir:

Vergib uns gnädig unsre Schuld.

Wir haben wahrlich oft gefehlt

und vieles Gute nicht getan.

Nun schaffe deinem Namen Preis:

Verleih uns Schwachen neue Kraft.

Wenn wir durch Fasten unsern Leib

jetzt läutern durch Enthaltsamkeit,

dann gib, dass sich auch unser Geist

im rechten Tun vor dir bewährt.


Abend · Mittwoch, 10. März 114

Dir, höchster Gott, Dreifaltigkeit,

lobsinge alles, was da lebt.

Lass uns, durch deine Gnade neu,

dich preisen durch ein neues Lied.

Nach: Audi, benigne Conditor; Gregor der Große (?), † 604

Melodie: GL 90 · GL 1975 704 · KG 679 · EG 469

Psalm 75 Verse 2–11

Wir preisen dich, Gott, wir preisen dich; *

dein Name ist denen nahe, die deine Wunder erzählen.

„Ja, zu der Zeit, die ich selbst bestimme, *

halte ich Gericht nach meinem Recht.

Die Erde mit allen, die auf ihr wohnen, mag wanken; *

doch ich selbst habe ihre Säulen auf festen Grund gestellt.“

Ich sage zu den Stolzen: Seid nicht so vermessen!, *

und zu den Frevlern: Brüstet euch nicht mit eurer Macht!

Brüstet euch nicht stolz mit eurer Macht, *

redet nicht so überheblich daher!

Denn weder vom Osten noch vom Westen *

noch aus der Wüste kommt die Erhöhung.

Nein, der Richter ist Gott; *

den einen erniedrigt er, den andern erhöht er.

Ja, in der Hand des Herrn ist ein Becher, *

herben, gärenden Wein reicht er dar;

ihn müssen alle Frevler der Erde trinken, *

müssen ihn samt der Hefe schlürfen.

Ich aber werde jubeln für immer; *

dem Gott Jakobs will ich singen und spielen.

„Ich schlage die ganze Macht der Frevler nieder; *

doch das Haupt des Gerechten wird hoch erhoben.“

Ehre sei dem Vater ...


115

Mittwoch, 10. März · Abend

Gott, du willst, dass Gerechtigkeit und Güte auf der Erde herrschen.

Schenke allen Vertrauen, die sich an dir ausrichten. Stärke

ihre Zuversicht, dass du ihr Bemühen zu einem guten Ende

führst.

Lesung Dtn 4, 39–40a

Heute sollst du erkennen und dir zu Herzen nehmen: Jahwe

ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner

sonst. Daher sollst du auf seine Gesetze und seine Gebote

achten, auf die ich dich heute verpflichte.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Wer Gottes Gebote hält und sie halten lehrt, der wird groß sein

im Himmelreich.

Fürbitten

Gütiger Vater, dein Sohn hat uns die frohe Botschaft vom Anbruch

deiner Herrschaft gebracht. Deiner Weisung öffnen wir

uns und bitten:

A: Dein Wille geschehe.

Wer vor deinem Angesicht lebt, braucht kein Gut zu entbehren;

– öffne uns und allen Menschen die Sinne für deine Gegenwart.

Du willst das Glück aller Menschen;

– hilf uns erkennen, dass wir zur wahren Freiheit gelangen,

wenn wir in deinem Geiste handeln.

Viele haben nie gelernt, unter den vielen Geräuschen deine leise

Stimme zu vernehmen;

– hilf allen, die in der Seelsorge tätig sind, die Menschen deine

Sprache zu lehren.

Wer sich dir anvertraut, wird nicht enttäuscht;

– vereine alle Verstorbenen in deiner ewigen Freude.


Abend · Mittwoch, 10. März 116

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, erneuere uns im Geist durch die Feier der

heiligen vierzig Tage, damit wir für dein Wort empfänglich

werden, bereit zu Gehorsam und Verzicht, einmütig im Gebet

und eifrig in Werken der Liebe. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Donnerstag, 11. März 2021

Namenstag: hl. Alram von Kremsmünster (Abt, † 1123) · Ulrich von

Kaisheim (Abt, † 1165) · Heinrich Hahn (Arzt, Politiker, Mitbegründer

des Franziskus-Xaverius-Missionsvereins, † 1882)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Komm, Heil’ger Geist, vom ew’gen Thron,

eins mit dem Vater und dem Sohn;

durchwirke unsre Seele ganz

mit deiner Gottheit Kraft und Glanz.

Erfüll mit heil’ger Leidenschaft

Geist, Zunge, Sinn und Lebenskraft;

mach stark in uns der Liebe Macht,

dass sie der Brüder Herz entfacht.

Lass gläubig uns den Vater sehn,

sein Ebenbild, den Sohn, verstehn

und dir vertraun, der uns durchdringt

und uns das Leben Gottes bringt. Amen.

Nach: Nunc, Sancte, nobis Spiritus; Ambrosius (?), † 397

Melodie: GL 342 · GL 1975 241 · KG 481

Psalm 89 Verse 47–53

Wie lange noch, Herr? Verbirgst du dich ewig? *

Soll dein Zorn wie Feuer brennen?


Morgen · Donnerstag, 11. März 118

Bedenke, Herr: Was ist unser Leben, *

wie vergänglich hast du alle Menschen erschaffen!

Wo ist der Mann, der ewig lebt und den Tod nicht schaut, *

der sich retten kann vor dem Zugriff der Unterwelt?

Herr, wo sind die Taten deiner Huld geblieben, *

die du David in deiner Treue geschworen hast?

Herr, denk an die Schmach deines Knechtes! *

Im Herzen brennt mir der Hohn der Völker,

mit dem deine Feinde mich schmähen, Herr, *

und die Schritte deines Gesalbten verhöhnen.

Gepriesen sei der Herr in Ewigkeit! *

Amen, ja amen.

Ehre sei dem Vater ...

Du Beschützer des Armen, blick auf unsere Schwächen, unsere

Ungerührtheit und Trägheit. Rüttle uns auf, dass wir den Unterdrückten

zu Hilfe kommen! Lass uns dein Angesicht leuchten.

Lesung Ez 37, 12b–14

So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole

euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch

zurück in das Land Israel. Wenn ich eure Gräber öffne und

euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet

ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich hauche euch meinen

Geist ein, dann werdet ihr lebendig, und ich bringe euch wieder

in euer Land. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.

Ich habe gesprochen, und ich führe es aus – Spruch des Herrn.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Wenn ich Dämonen austreibe mit der Kraft Gottes, wahrlich,

dann ist das Reich Gottes zu euch gekommen.


119

Donnerstag, 11. März · Eucharistie

Bitten

Unser Herz ist die Quelle von Bosheit und Leid, aber auch von

Gerechtigkeit, Güte und Frieden. Bitten wir Jesus, den Christus,

der uns Gottes Segen bringt:

A: Komm und wohne in uns.

– Dass wir in Gebet und Kontemplation deine Nähe spüren und

inneren Frieden finden.

– Dass wir wahrnehmen lernen, was wir fühlen, und fruchtbar

damit umgehen können.

– Dass Wut, Ärger und Zorn sich durch deinen Beistand verwandeln

in Nachsicht und Versöhnungsbereitschaft.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, gib, dass wir dem Ruf deiner Gnade folgen

und uns mit umso größerem Eifer auf die Feier der österlichen

Geheimnisse vorbereiten, je näher das Fest der Erlösung herankommt.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Das Heil des Volkes bin ich – so spricht der Herr.

In jeder Not, in der sie zu mir rufen, will ich sie erhören.

Ich will ihr Herr sein für alle Zeit.

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)


Eucharistie · Donnerstag, 11. März 120

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 7, 23–28

So spricht der Herr: Ich gab meinem Volk folgendes Gebot:

Hört auf meine Stimme, dann will ich euer Gott sein, und

ihr sollt mein Volk sein. Geht in allem den Weg, den ich euch

befehle, damit es euch gut geht.

Sie aber hörten nicht und neigten mir ihr Ohr nicht zu, sondern

folgten den Eingebungen und Trieben ihres bösen Herzens.

Sie zeigten mir den Rücken und nicht das Gesicht.

Von dem Tag an, als eure Väter aus Ägypten auszogen, bis auf

den heutigen Tag sandte ich zu euch immer wieder alle meine

Knechte, die Propheten. Aber man hörte nicht auf mich und

neigte mir nicht das Ohr zu, vielmehr blieben sie hartnäckig

und trieben es noch schlimmer als ihre Väter.

Auch wenn du ihnen alle diese Worte sagst, werden sie nicht

auf dich hören. Wenn du sie rufst, werden sie dir nicht antworten.

Sag ihnen also: Dies ist das Volk, das nicht auf die Stimme

des Herrn, seines Gottes, hörte und sich nicht erziehen ließ. Die

Treue ist dahin, aus ihrem Mund verschwunden.

Antwortpsalm Ps 95, 1–2.6–9

Kehrvers:

Hört auf die Stimme des Herrn, verhärtet nicht euer Herz!

Kommt, lasst uns jubeln vor dem Herrn *

und zujauchzen dem Fels unsres Heiles!

Lasst uns mit Lob seinem Angesicht nahen, *

vor ihm jauchzen mit Liedern! – Kehrvers

Kommt, lasst uns niederfallen, uns vor ihm verneigen, *

lasst uns niederknien vor dem Herrn, unserm Schöpfer!

Denn er ist unser Gott, /

wir sind das Volk seiner Weide, *

die Herde, von seiner Hand geführt. – Kehrvers


121

Donnerstag, 11. März · Eucharistie

Ach, würdet ihr doch heute auf seine Stimme hören! /

„Verhärtet euer Herz nicht wie in Meríba, *

wie in der Wüste am Tag von Massa!

Dort haben eure Väter mich versucht, *

sie haben mich auf die Probe gestellt

und hatten doch mein Tun gesehen.“ – Kehrvers

Kehrvers vgl. Verse 7d.8a, ferner GL 53, 1 (VI. Ton)

oder GL 1975 529, 5 (IV. Ton) oder KG 649 (VII. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joël 2, 12–13

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Kehrt um zum Herrn von ganzem Herzen; denn er ist gnädig

und barmherzig, voll Langmut und reich an Güte.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 11, 14–23

In jener Zeit trieb Jesus einen Dämon aus, der stumm war. Als

der Dämon den Stummen verlassen hatte, konnte der Mann

reden. Alle Leute staunten. Einige von ihnen aber sagten: Mit

Hilfe von Beelzebul, dem Anführer der Dämonen, treibt er die

Dämonen aus. Andere wollten ihn auf die Probe stellen und

forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel.

Doch er wusste, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Jedes

Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein Haus

ums andere stürzt ein. Wenn also der Satan mit sich selbst im

Streit liegt, wie kann sein Reich dann Bestand haben? Ihr sagt

doch, dass ich die Dämonen mit Hilfe von Beelzebul austreibe.

Wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen

treiben dann eure Anhänger sie aus? Sie selbst also sprechen

euch das Urteil. Wenn ich aber die Dämonen durch den Finger

Gottes austreibe, dann ist doch das Reich Gottes schon zu euch

gekommen.


Abend · Donnerstag, 11. März 122

Solange ein bewaffneter starker Mann seinen Hof bewacht,

ist sein Besitz sicher; wenn ihn aber ein Stärkerer angreift und

besiegt, dann nimmt ihm der Stärkere all seine Waffen weg, auf

die er sich verlassen hat, und verteilt die Beute.

Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich; wer nicht mit mir

sammelt, der zerstreut.

Impuls zum Evangelium

Jesus muss sich gegen den Vorwurf zur Wehr setzen, er sei mit

den Dämonen im Bunde. Anders lassen sich seine spektakulär

erfolgreichen Exorzismen ja wohl kaum erklären! Die Antwort

Jesu: Dann müsste ja Bürgerkrieg herrschen in Satans Reich.

Doch danach sieht es, leider, gar nicht aus. Und vor allem gibt

Jesus, der Heiland, der Heiler, zu verstehen: Zu heilen vermag

Gottes Heil allein. Wenn wir lieber nicht so genau wissen wollen,

was gespielt wird, wenn wir beide Augen zudrücken, um ja

nichts Beunruhigendes zu bemerken, dann sind die alten auch

die neuen Dämonen. Dann bleiben Gewalt und Gier, Angst

und Neid, Härte und Hass die Herren im Haus. Wo wir aber

bereit sind, Verantwortung für diese Welt zu übernehmen, wo

Glaube, Hoffnung und Liebe unser Lebenshaus renovieren, wo

wir sehenden Auges – Christus im Blick – einen neuen Anfang

wagen, wo wir nüchtern und wachsam bleiben, da wirkt Gottes

Tatkraft, da ist sein Reich schon mitten unter uns.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...


123

Donnerstag, 11. März · Abend

Innehalten am Abend

Das Leben besteht in der Bewegung.

Aristoteles (griechischer Philosoph, 384–322 v. Chr.)

• Wenn ich auf mein Leben schaue: Welche „Bewegungen“

sehe ich darin?

• Gibt es Vorbilder in dieser „Wachstumsbewegung“ des Lebens?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Meines Herzens Dunkel

wandle in dein Licht.

Schenke mir den Glauben,

der die Zweifel bricht.

Hoffnung gib und Liebe,

dass ich es vermag,

deinem Wort zu folgen

jetzt und jeden Tag.

Helmut Schlegel

Psalm 132 Verse 11–18

Der Herr hat David geschworen, *

einen Eid, den er niemals brechen wird:

„Einen Spross aus deinem Geschlecht *

will ich setzen auf deinen Thron.

Wenn deine Söhne meinen Bund bewahren, *

mein Zeugnis, das ich sie lehre,

dann sollen auch ihre Söhne *

auf deinem Thron sitzen für immer.“

Denn der Herr hat den Zion erwählt, *

ihn zu seinem Wohnsitz erkoren:


Abend · Donnerstag, 11. März 124

„Das ist für immer der Ort meiner Ruhe; *

hier will ich wohnen, ich hab ihn erkoren.

Zions Nahrung will ich reichlich segnen, *

mit Brot seine Armen sättigen.

Seine Priester will ich bekleiden mit Heil, *

seine Frommen sollen jauchzen und jubeln.

Dort lasse ich Davids Macht erstarken *

und stelle für meinen Gesalbten ein Licht auf.

Ich bedecke seine Feinde mit Schande; *

doch auf ihm erglänzt seine Krone.“

Ehre sei dem Vater ...

Segne den Ort deiner Gegenwart, Gott Davids. Lass das Haus

deines Gesalbten leuchten unter den Völkern, erfülle es mit deinem

Licht.

Lesung Jer 15, 16

Kamen Worte von dir, so verschlang ich sie; dein Wort war

mir Glück und Herzensfreude; denn dein Name ist über mir

ausgerufen, Herr, Gott der Heere.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Eine Frau aus der Menge rief Jesus zu: Selig der Leib, der dich

getragen, und die Brust, die dich genährt hat. Jesus aber sprach:

Selig, die das Wort Gottes hören und es befolgen.

Fürbitten

„Jedes Reich, das in sich gespalten ist, wird veröden, und ein

Haus ums andere stürzt ein,“ so sagt es Jesus. Wir bitten ihn

um Einheit:

V: Jesus, Bruder und Lehrer, A: leite uns.


125

Donnerstag, 11. März · Abend

– Für die schon so lange zertrennte christliche Kirche, in der

die Konfessionen ihre Unterschiede betonen.

– Für die Ethnien, Nationen, Länder, die verfeindet sind.

– Für Familien, die in Spannungen und Unfrieden leben.

– Für Paare, die sich auseinandergelebt haben.

– Für die armen und die reichen Länder.

– Für die miteinander konkurrierenden Religionen und Glaubensrichtungen.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, gib, dass wir dem Ruf deiner Gnade folgen

und uns mit umso größerem Eifer auf die Feier der österlichen

Geheimnisse vorbereiten, je näher das Fest der Erlösung herankommt.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Freitag, 12. März 2021

Namenstag: hl. Simeon der Neue Theologe (Abt in Konstantinopel,

† 1022) · Almud von Wetter (Äbtissin, 11. Jh.) · Beatrix von Engelport

(† nach 1275)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Gott ist gegenwärtig.

Lasset uns anbeten

und in Ehrfurcht vor ihn treten.

Gott ist in der Mitte.

Alles in uns schweige

und sich innigst vor ihm beuge.

Wer ihn kennt, wer ihn nennt,

schlag die Augen nieder;

kommt, ergebt euch wieder.

Majestätisch Wesen,

möcht ich recht dich preisen

und im Geist dir Dienst erweisen.

Möcht ich wie die Engel

immer vor dir stehen

und dich gegenwärtig sehen.

Lass mich dir für und für

trachten zu gefallen,

liebster Gott, in allem.

Gerhard Tersteegen (vor 1727) 1729 – GL 387 · EG 165, Strophen 1 und 4


127

Freitag, 12. März · Morgen

Psalm 51 Verse 3–21

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, *

tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!

Wasch meine Schuld von mir ab *

und mach mich rein von meiner Sünde!

Denn ich erkenne meine bösen Taten, *

meine Sünde steht mir immer vor Augen.

Gegen dich allein habe ich gesündigt, *

ich habe getan, was dir missfällt.

So behältst du recht mit deinem Urteil, *

rein stehst du da als Richter.

Denn ich bin in Schuld geboren; *

in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.

Lauterer Sinn im Verborgenen gefällt dir, *

im Geheimen lehrst du mich Weisheit.

Entsündige mich mit Ysop, dann werde ich rein; *

wasche mich, dann werde ich weißer als Schnee.

Sättige mich mit Entzücken und Freude! *

Jubeln sollen die Glieder, die du zerschlagen hast.

Verbirg dein Gesicht vor meinen Sünden, *

tilge all meine Frevel!

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz *

und gib mir einen neuen, beständigen Geist!

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht *

und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir!

Mach mich wieder froh mit deinem Heil; *

mit einem willigen Geist rüste mich aus!

Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege, *

und die Sünder kehren um zu dir.

Befrei mich von Blutschuld, Herr, du Gott meines Heiles, *

dann wird meine Zunge jubeln über deine Gerechtigkeit.


Morgen · Freitag, 12. März 128

Herr, öffne mir die Lippen, *

und mein Mund wird deinen Ruhm verkünden.

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; *

an Brandopfern hast du kein Gefallen.

Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, *

ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz

wirst du, Gott, nicht verschmähen.

In deiner Huld tu Gutes an Zion; *

bau die Mauern Jerusalems wieder auf!

Dann hast du Freude an rechten Opfern, /

an Brandopfern und Ganzopfern, *

dann opfert man Stiere auf deinem Altar.

Ehre sei dem Vater ...

Schenke uns, Vater, deinen Geist, und verwandle unsere Herzen

durch das Wort deiner Liebe, unseren gekreuzigten Herrn

Jesus Christus.

Lesung Röm 5, 8–9

Gott hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus

für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Nachdem

wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind, werden wir

durch ihn erst recht vor dem Gericht Gottes gerettet werden.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Meister, welches ist das größte Gebot? Jesus gab zur Antwort:

Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen.

Bitten

Heute vor 200 Jahren kam in Würzburg Prinzregent Luitpold

von Bayern zur Welt, der am längsten an der Spitze des Königreichs

Bayern gestanden und dank seiner zugewandten und


129

Freitag, 12. März · Eucharistie

uneitlen Art breite Sympathien genossen hat. Bitten wir Gott,

der uns ins Leben gerufen hat:

A: Bring unsere Gaben zur Entfaltung.

– Dass wir froh und glücklich werden mit dem, was du in uns

angelegt hast.

– Dass wir mit dem, was in uns steckt, unsere Mitmenschen

bereichern.

– Dass wir Menschen zueinanderbringen und Frieden und Versöhnung

stiften.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, lass deine Gnade mächtig werden in unseren

Herzen, damit wir imstande sind, unser eigenes Begehren zu

meistern und den Anregungen deines Geistes zu folgen. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, unter den Göttern ist keiner wie du.

Denn du bist groß und tust Wunder. Du allein bist Gott.

Ps 86, 8.10

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Hosea Hos 14, 2–10

So spricht der Herr: Kehr um, Israel, zum Herrn, deinem

Gott! Denn du bist zu Fall gekommen durch deine Schuld.


Eucharistie · Freitag, 12. März 130

Kehrt um zum Herrn, nehmt Worte der Reue mit euch und sagt

zu ihm: Nimm alle Schuld von uns und lass uns Gutes erfahren!

Wir danken es dir mit der Frucht unserer Lippen. Assur kann

uns nicht retten. Wir wollen nicht mehr auf Pferden reiten, und

zum Machwerk unserer Hände sagen wir nie mehr: Unser Gott.

Denn nur bei dir findet der Verwaiste Erbarmen.

So spricht der Herr: Ich will ihre Untreue heilen und sie aus

lauter Großmut wieder lieben. Denn mein Zorn hat sich von Israel

abgewandt. Ich werde für Israel da sein wie der Tau, damit

es aufblüht wie eine Lilie und Wurzeln schlägt wie der Libanon.

Seine Zweige sollen sich ausbreiten, seine Pracht soll der Pracht

des Ölbaums gleichen und sein Duft dem Duft des Libanon.

Sie werden wieder in meinem Schatten wohnen; sie bauen

Getreide an und gedeihen wie die Reben, deren Wein so berühmt

ist wie der Wein vom Libanon. Was hat Efraim noch mit

den Götzen zu tun? Ich, ja, ich erhöre ihn, ich schaue nach ihm.

Ich bin wie der grünende Wacholder, an mir findest du reiche

Frucht.

Wer weise ist, begreife dies alles, wer klug ist, erkenne es.

Ja, die Wege des Herrn sind gerade; die Gerechten gehen auf

ihnen, die Treulosen aber kommen auf ihnen zu Fall.

Impuls zur Lesung

Gottes Gram ist groß: der Herr trauert um Israel. So geht es

Liebenden. Lieben ist gefährlich und Adonai liebt leidenschaftlich.

Sein Volk übersieht diese Liebe, belächelt sie, setzt sich

über Gottes Passion hinweg, setzt sein Vertrauen in andere,

verlässt den Herrn, verlässt sich lieber auf Mächte, die allgemein

anerkannt werden, sucht den Schulterschluss mit einem

mächtigen militärischen Partner. Der Liebende bittet, der Liebende

droht: Ihr rennt ins Verderben, ihr sucht das Leben –

und findet den Tod. Doch am Ende verheißt er: „Ich will ihre

Untreue heilen.“ So ist es. Auf Gottes Großmut ruht alle Hoffnung.

Auf seinem „Herzensumsturz“ (Hos 11). Und wenn Gott


131

Freitag, 12. März · Eucharistie

selbst sein gequältes Herz neu stimmt, warum dann nicht der

Mensch?

Antwortpsalm

Ps 81, 6c–11b.14.17

Kehrvers:

Ich bin der Herr, dein Gott; höre auf meine Stimme!

Eine Stimme höre ich, die ich noch nie vernahm: *

Seine Schulter hab ich von der Bürde befreit,

seine Hände kamen los vom Lastkorb. *

Du riefst in der Not, und ich riss dich heraus. – Kehrvers

Ich habe dich aus dem Gewölk des Donners erhört, *

an den Wassern von Meríba geprüft.

Höre, mein Volk, ich will dich mahnen! *

Israel, wolltest du doch auf mich hören! – Kehrvers

Für dich gibt es keinen andern Gott. *

Du sollst keinen fremden Gott anbeten.

Ich bin der Herr, dein Gott, *

der dich heraufgeführt hat aus Ägypten. – Kehrvers

Ach, dass doch mein Volk auf mich hörte, *

dass Israel gehen wollte auf meinen Wegen!

Ich würde es nähren mit bestem Weizen *

und mit Honig aus dem Felsen sättigen. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Verse 11a.9a, ferner GL 53, 1 (VI. Ton) oder GL 1975 529, 5 (IV.

Ton) oder KG 649 (VII. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Mt 4, 17

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

So spricht der Herr: Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!


Abend · Freitag, 12. März 132

Aus dem hl. Evangelium nach Markus Mk 12, 28b–34

In jener Zeit ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin und fragte

ihn: Welches Gebot ist das erste von allen? Jesus antwortete:

Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige

Herr. Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem

Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all

deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten

lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als

diese beiden.

Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister! Ganz

richtig hast du gesagt: Er allein ist der Herr, und es gibt keinen

anderen außer ihm, und ihn mit ganzem Herzen, ganzem Verstand

und ganzer Kraft zu lieben und den Nächsten zu lieben

wie sich selbst, ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen

Opfer.

Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte, und sagte

zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes. Und keiner

wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Die allerstillste Liebe ist die Liebe zum Guten.

Marie von Ebner-Eschenbach (österreichische Schriftstellerin, 1830–1916)

• Bei wem nehme ich ruhiges Handeln „zum Guten“ wahr?

• Wo sehe ich lautstarke Präsentation, gar Abwertung anderer

– vermeintlich im Dienst des Guten?


133

Freitag, 12. März · Abend

Confiteor (Seite 16), Erbarme dich (Seite 26) – oder:

Gott, unser Vater, auch wer sich von dir entfernt hat, kann zurückkehren

zu dir. Du hältst voll Sehnsucht nach uns Ausschau,

du empfängst uns mit offenen Armen. Wenn wir uns elend und

verlassen fühlen, bring dich uns in Erinnerung. Lass uns aufbrechen

zu dir und in deiner Nähe neu das Leben finden, heute

und alle Tage.

Redaktion Magnificat

Hymnus

Wir haben einen Gott und Herrn,

sind eines Leibes Glieder;

drum diene deinem Nächsten gern;

denn wir sind alle Brüder.

Gott schuf die Welt nicht bloß für mich,

mein Nächster ist sein Kind wie ich.

Was ich den Armen hier getan,

dem Kleinsten auch von diesen,

das sieht er, mein Erlöser, an,

als hätt ich’s ihm erwiesen.

Und ich, ich sollt ein Mensch noch sein

und Gott in Brüdern nicht erfreun?

Ein unbarmherziges Gericht

wird über den ergehen,

der nicht barmherzig ist, der nicht

die rettet, die ihn flehen.

Drum gib mir, Gott, durch deinen Geist

ein Herz, das dich durch Liebe preist.

Christian Fürchtegott Gellert 1757

EG 412 – Melodie: GL 461 · GL 1975 616

Strophen 4, 7 und 8


Abend · Freitag, 12. März 134

Psalm 135 Verse 13–21

Herr, dein Name währt ewig, *

das Gedenken an dich, Herr, dauert

von Geschlecht zu Geschlecht.

Denn der Herr verschafft Recht seinem Volk; *

er hat mit seinen Knechten Mitleid.

Die Götzen der Heiden sind nur Silber und Gold, *

ein Machwerk von Menschenhand.

Sie haben einen Mund und reden nicht, *

Augen und sehen nicht;

sie haben Ohren und hören nicht; *

auch ist kein Hauch in ihrem Mund.

Die sie gemacht haben, sollen ihrem Machwerk gleichen, *

alle, die den Götzen vertrauen.

Haus Israel, preise den Herrn! *

Haus Aaron, preise den Herrn!

Haus Levi, preise den Herrn! *

Alle, die ihr den Herrn fürchtet, preist den Herrn!

Gepriesen sei der Herr auf Zion, *

er, der thront in Jerusalem.

Ehre sei dem Vater ...

Herr der Gerechtigkeit, du blickst auf die Gebeugten und lässt

nicht im Stich, die in Not sind. Senke den Geist der Liebe in unsere

Herzen, dass wir unseren bedrängten Geschwistern beistehen.

Lesung Jak 5, 16.19–20

Bekennt einander eure Sünden und betet füreinander, damit

ihr geheilt werdet! Viel vermag das inständige Gebet eines

Gerechten. Meine Brüder, wenn einer bei euch von der Wahrheit

abirrt und jemand ihn zur Umkehr bewegt, dann sollt ihr

wissen: Wer einen Sünder, der auf Irrwegen ist, zur Umkehr

bewegt, der rettet ihn vor dem Tod und deckt viele Sünden zu.


135

Freitag, 12. März · Abend

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Seinen Nächsten lieben wie sich selbst, ist weit mehr als alle

Opfer.

Fürbitten

Gottes- und Nächstenliebe sind untrennbar. Wir bitten den erbarmenden

Gott um seinen Beistand:

V: Gott, du liebst deine Geschöpfe. A: Höre unser Rufen.

– Rüttle deine Kirche auf, dass sie an der Seite der Armen, derer

ohne Lobby, zu finden ist.

– Stärke unsere Gemeinden im Glauben und in der Liebe, und

lass sie wachsen in der Einheit der Getauften.

– Tröste die Schwerkranken, die nicht wissen, ob sie noch einmal

die Zeit der erwachenden Natur, des Frühlings, erleben

können.

– Geleite die Menschen, die in dieser Zeit des wachsenden

Lichts ihr Leben lassen müssen, in dein unvergängliches

Licht.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, lass deine Gnade mächtig werden in unseren

Herzen, damit wir imstande sind, unser eigenes Begehren zu

meistern und den Anregungen deines Geistes zu folgen. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Samstag, 13. März 2021

Namenstag: hl. Leander von Sevilla (Bischof, † 600) · hl. Gerald von

Mayo (Abtbischof, † 732) · hl. Answin (Oswin, Bischof, † 861) · sel.

Judith von Ringelheim (Äbtissin, 11. Jh.) · sel. Paulina von Paulinzelle

(Klostergründerin, † 1107) · sel. Sancha von Portugal († 1229)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

O Gott, du höchster Gnadenhort,

verleih, dass uns dein göttlich Wort

von Ohren so zu Herzen dring,

dass es sein Kraft und Schein vollbring.

Der einig Glaub ist diese Kraft,

der fest an Jesus Christus haft’;

die Werk der Lieb sind dieser Schein,

dadurch wir Christi Jünger sein.

Verschaff bei uns auch, lieber Herr,

dass wir durch deinen Geist je mehr

in dein’r Erkenntnis nehmen zu

und endlich bei dir finden Ruh.

Konrad Hubert 1545

EG 194 · Melodie: GL 147 · GL 1975 516 · KG 199

Psalm 119

Verse 145–152 Qof

Erhöre mich, Herr, ich rufe von ganzem Herzen; *

deine Gesetze will ich halten.


137

Samstag, 13. März · Morgen

Ich rufe zu dir; errette mich, *

dann will ich deinen Vorschriften folgen.

Schon beim Morgengrauen komme ich und flehe; *

ich warte auf dein Wort.

Meine Augen eilen den Nachtwachen voraus; *

denn ich sinne nach über deine Verheißung.

Höre auf meine Stimme in deiner Huld; *

belebe mich, Herr, durch deine Entscheide!

Mir nähern sich tückische Verfolger; *

sie haben sich weit von deiner Weisung entfernt.

Doch du bist nahe, Herr, *

und alle deine Gebote sind Wahrheit.

Aus deinen Vorschriften weiß ich seit langem, *

dass du sie für ewig bestimmt hast.

Ehre sei dem Vater ...

Nahe bist du, Gott, und alle deine Gebote sind Wahrheit. Präge

sie uns ein, damit wir auf deinen Wegen gehen.

Lesung

Röm 3, 23–25ab

Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.

Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner

Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus. Ihn hat Gott

dazu bestimmt, Sühne zu leisten mit seinem Blut, Sühne, wirksam

durch Glauben. So erweist Gott seine Gerechtigkeit durch

die Vergebung der Sünden.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Der Zöllner wagte nicht, die Augen zum Himmel zu erheben. Er

schlug an seine Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig.


Eucharistie · Samstag, 13. März 138

Bitten

Allmächtiger Gott. Du entziehst dich denen, die von sich selbst

eingenommen sind, und wendest dich den Demütigen zu. Wir

bitten dich:

A: Öffne uns Augen, Herz und Ohren.

– Dass wir heute wahrnehmen, wo du auf uns zukommst.

– Dass wir uns von dir ansprechen lassen.

– Dass wir mit Jesu Güte auf unsere Mitmenschen zugehen.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, in geistlicher Freude begehen wir diese Tage der

Buße. Gib, dass wir aus dem österlichen Geheimnis leben, damit

uns sein voller Gnadenreichtum zuteilwird. Darum bitten

wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Lobe den Herrn, meine Seele,

und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:

der dir all deine Schuld vergibt und all deine Gebrechen heilt.

Ps 103, 2–3

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Hosea Hos 6, 1–6

Kommt, wir kehren zum Herrn zurück! Denn er hat Wunden

gerissen, er wird uns auch heilen; er hat verwundet, er wird

auch verbinden. Nach zwei Tagen gibt er uns das Leben zurück,


139

Samstag, 13. März · Eucharistie

am dritten Tag richtet er uns wieder auf, und wir leben vor

seinem Angesicht. Lasst uns streben nach Erkenntnis, nach der

Erkenntnis des Herrn. Er kommt so sicher wie das Morgenrot;

er kommt zu uns wie der Regen, wie der Frühjahrsregen, der

die Erde tränkt.

Was soll ich tun mit dir, Efraim? Was soll ich tun mit dir, Juda?

Eure Liebe ist wie eine Wolke am Morgen und wie der Tau, der

bald vergeht. Darum schlage ich drein durch die Propheten, ich

töte sie durch die Worte meines Mundes. Dann leuchtet mein

Recht auf wie das Licht. Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, Gotteserkenntnis

statt Brandopfer.

Impuls zur Lesung

„Der Papa wird’s scho richten“, heißt es in einem durch den

Kabarettisten Helmut Qualtinger bekannt gewordenen Chanson.

Ob es nun um die Verschleierung einer Straftat, um einen

eigentlich unerreichbaren, aber umso lukrativeren Posten oder

um eine unbezahlte Zeche geht – „der Papa wird’s scho richten

/ des g’hört zu seinen Pflichten …“. „Der Papa wird’s scho

richten“, so denkt auch Israel, tadelt der Prophet. Israel ist Gottes

Sohn, und was auch immer vorgefallen ist und noch vorfallen

wird, „der Papa wird’s scho richten“. Doch der Vater begehrt

auf. Gott, der Herr, ist nicht bereit, länger mitzuspielen.

Nicht etwa, weil er nicht Israels Vater, und nicht, weil Helfen

unter seiner Würde wäre, sondern weil der Glaube an einen

solchen Mechanismus unter Israels und Judas eigener Würde

ist! Weil die Würde des Menschen bei einem solchen Aberglauben

auf dem Spiel steht, ja zum Spielball wird! Wo immer

sich eine Gruppe unantastbar wähnt, da werden andere mit

Füßen getreten. Adonai sendet Propheten, die dem schlimmen

Treiben Einhalt gebieten werden. „Dann leuchtet mein Recht

auf wie das Licht.“ Wenn Gott „mein Recht“ sagt, dann meint

er nicht „meine Vorfahrt“ wie der eine oder andere Autofahrer.

„Mein Recht“, Gottes Recht, das ist das Recht der Schwachen.

Für sie tritt Gott, der Vater, ein.


Eucharistie · Samstag, 13. März 140

Antwortpsalm Ps 51, 3–4.18–21

Kehrvers:

Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, *

tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!

Wasch meine Schuld von mir ab, *

und mach mich rein von meiner Sünde! – Kehrvers

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; *

an Brandopfern hast du kein Gefallen.

Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, *

ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz

wirst du, Gott, nicht verschmähen. – Kehrvers

In deiner Huld tu Gutes an Zion, *

bau die Mauern Jerusalems wieder auf!

Dann hast du Freude an rechten Opfern, /

an Brandopfern und Ganzopfern, *

dann opfert man Stiere auf deinem Altar. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Hos 6, 6a, ferner GL 301 (IV. Ton)

oder GL 1975 536, 2 (VII. Ton) oder KG 543 (V. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Ps 95, 7d.8a

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Wenn ihr heute seine Stimme hört, verhärtet nicht euer Herz!

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 18, 9–14

In jener Zeit erzählte Jesus einigen, die von ihrer eigenen Gerechtigkeit

überzeugt waren und die anderen verachteten,

dieses Beispiel:

Zwei Männer gingen zum Tempel hinauf, um zu beten; der

eine war ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer

stellte sich hin und sprach leise dieses Gebet: Gott, ich danke


141

Samstag, 13. März · Abend

dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber,

Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort. Ich faste

zweimal in der Woche und gebe dem Tempel den zehnten

Teil meines ganzen Einkommens.

Der Zöllner aber blieb ganz hinten stehen und wagte nicht

einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug

sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig!

Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück,

der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt,

wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Mitten wir im Leben sind

mit dem Tod umfangen.

Wer ist, der uns Hilfe bringt,

dass wir Gnad erlangen?

Das bist du, Herr, alleine.

Uns reuet unsre Missetat,

die dich, Herr, erzürnet hat.

Heiliger Herre Gott, heiliger starker Gott,

heiliger, barmherziger Heiland, du ewiger Gott,

lass uns nicht versinken

in des bittern Todes Not.

Kyrieleison.

Nach: Media vita in morte sumus; 11. Jahrhundert (Alte Übertragung)

GL 503 · GL 1975 654 · KG 706 · EG 518


Abend · Samstag, 13. März 142

Psalm 130

Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir: *

Herr, höre meine Stimme!

Wende dein Ohr mir zu, *

achte auf mein lautes Flehen!

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, *

Herr, wer könnte bestehen?

Doch bei dir ist Vergebung, *

damit man in Ehrfurcht dir dient.

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele, *

ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.

Meine Seele wartet auf den Herrn *

mehr als die Wächter auf den Morgen.

Mehr als die Wächter auf den Morgen *

soll Israel harren auf den Herrn.

Denn beim Herrn ist die Huld, *

bei ihm ist Erlösung in Fülle.

Ja, er wird Israel erlösen *

von all seinen Sünden.

Ehre sei dem Vater ...

Gott Israels, Richter der Welt, wir sehnen uns nach deinem Heil

und hoffen auf deine Gnade. Nimm uns an und befreie uns von

aller Schuld.

Lesung 2 Kor 6, 1–4a

Wir ermahnen euch, dass ihr die Gnade Gottes nicht vergebens

empfangt. Denn es heißt: Zur Zeit der Gnade erhöre

ich dich, am Tag der Rettung helfe ich dir. Jetzt ist sie da, die

Zeit der Gnade; jetzt ist er da, der Tag der Rettung. Niemand

geben wir auch nur den geringsten Anstoß, damit unser Dienst

nicht getadelt werden kann. In allem erweisen wir uns als Gottes

Diener.


143

Samstag, 13. März · Abend

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn

dahingab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen,

sondern das ewige Leben haben.

Fürbitten

Gütiger Vater, im Kreuz Jesu hast du uns das Zeichen deiner

siegreichen Gnade gegeben. Wir bitten dich:

A: Lass dein Heil auf der Erde wachsen.

Viele Angehörige anderer Religionen empfinden das Kreuz aus

leidvoller Erfahrung als bedrohlich;

– erfülle uns Glaubende mit dem Geist Jesu, dass wir ihnen den

wahren Sinn des Kreuzes vorleben.

Auch in unserer abendländischen Kultur gibt es Menschen, die

das Kreuz als grausam ablehnen;

– gib deiner Kirche eine neue Sensibilität für das Ärgernis des

Kreuzes.

Noch immer tragen viele Menschen dein Kreuz an sich;

– gewähre ihnen allen deine Gnade und lass ihnen den Wert

dieses Schmuckes aufgehen.

Israels Erbe hat unsere Heimat Europa wesentlich geprägt;

– lass sie in Jesu Geist neu erblühen und zu einer lebendigen

Völkergemeinschaft zusammenwachsen.

Gedenke der Verstorbenen, die Jesus unter dem Siegel des Kreuzes

nachgefolgt sind;

– lass sie das neue Leben, das sie schon hier auf Erden begonnen

haben, in ewiger Fülle genießen.

Vaterunser


Abend · Samstag, 13. März 144

Oration

Herr, unser Gott, du hast in deinem Sohn die Menschheit auf

wunderbare Weise mit dir versöhnt. Gib deinem Volk einen

hochherzigen Glauben, damit es mit froher Hingabe dem Osterfest

entgegeneilt. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Gnade sei mit uns und Friede

von Gott, unserem Vater,

und dem Herrn Jesus Christus.

Vgl. 1 Kor 1, 3

Ave Regina caelorum (Seite 331)


145

Samstag, 13. März · Von Woche zu Woche

Von Woche zu Woche

Überfließender Reichtum

(zu Eph 2, 4–10)

Unsere Leistungen,

unsere erstrebten Erfolge,

unsere atemlosen Anstrengungen,

unser beinhartes Bemühen,

unser dramatisches Durchhalten,

unser liebloses Lavieren,

unsere Kraft an ihren Grenzen,

unser Immerimmerweiter,

unser Immernochmehr!

Gott handelt verschwenderisch

am Menschen;

der überfließende Reichtum

seiner Gnade

kann die Not wenden.

Seine Gegenwart befreit

von der verbissenen Fixierung

auf messbare Leistung.

Seine Gegenwart tröstet,

wo die eigene Kraft

an ihre Grenzen kommt.

Das befreit zum Guten,

erkennend,

dass das Entscheidende

Geschenk ist.

Dorothee Sandherr-Klemp


14. März 2021

4. Fastensonntag

Namenstag: hl. Einhard (Biograf Karls des Großen, Gründer von Seligenstadt,

† 840) · hl. Mathilde von Quedlinburg (Klostergründerin,

† 968) · sel. Eva von Lüttich (Reklusin, Förderin des Fronleichnamsfestes,

† um 1265) · Konrad Müller (Franziskaner, † 1532) · Gottfried

Könzgen (Arbeitersekretär der Katholischen Arbeiterbewegung, inhaftiert

im KZ Oranienburg, † 1945)

Ökumenischer Gedenktag: Friedrich Gottlieb Klopstock (deutscher

Dichter, 1724–1803)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Freue dich, Stadt Jerusalem!

Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart.

Vgl. Jes 66, 10

Hymnus

Ihr Diener Gottes alle,

preist ihn mit Freudenschalle,

und singt in Fröhlichkeit!

Die ihr im Haus des Herren

Ehre sei dem Vater ...


147

Sonntag, 14. März · Morgen

da stehet, ihn zu ehren,

seid allezeit bereit!

Gott wolle uns bescheren

und immerdar vermehren

den milden Segen sein! –

Der Himmel schuf und Erden,

er soll gepriesen werden,

er, unser Gott, allein!

Kaspar Ulenberg (1549–1617)

Psalm 118 Verse 19–29

Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit, *

damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken.

Das ist das Tor zum Herrn, *

nur Gerechte treten hier ein.

Ich danke dir, dass du mich erhört hast; *

du bist für mich zum Retter geworden.

Der Stein, den die Bauleute verwarfen, *

er ist zum Eckstein geworden.

Das hat der Herr vollbracht, *

vor unseren Augen geschah dieses Wunder.

Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat; *

wir wollen jubeln und uns an ihm freuen.

Ach, Herr, bring doch Hilfe! *

Ach, Herr, gib doch Gelingen!

Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn! /

Wir segnen euch, vom Haus des Herrn her. *

Gott, der Herr, erleuchte uns.

Mit Zweigen in den Händen

schließt euch zusammen zum Reigen, *

bis zu den Hörnern des Altars!


Morgen · Sonntag, 14. März 148

Du bist mein Gott, dir will ich danken; *

mein Gott, dich will ich rühmen.

Danket dem Herrn, denn er ist gütig, *

denn seine Huld währt ewig.

Ehre sei dem Vater ...

Deinen Willen zu tun, barmherziger Gott, ist das Tor zur Gerechtigkeit.

Erleuchte uns, dass wir deinen Auftrag erkennen,

und lass uns dir voll Freude dienen.

Lesung Phil 2, 14–15

Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr rein und

ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer

verdorbenen und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter

in der Welt leuchtet.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Menschen

geöffnet hat, der blind geboren war: Du aber hast es getan,

Christus, Sohn Gottes, du Licht der Welt.

Bitten

Du, Jesus, vermagst unsere Gebrechen und Wunden zu heilen.

Wir bitten dich:

A: Berühre uns mit deiner Hand.

– Dass wir deine Spuren in unserem Leben wieder sehen.

– Dass wir auf deinen Wegen gehen können.

– Dass unser Schmerz uns nicht länger einsam sein lässt.

Vaterunser


149

Sonntag, 14. März · Eucharistie

Oration

Herr, unser Gott, du hast in deinem Sohn die Menschheit auf

wunderbare Weise mit dir versöhnt. Gib deinem Volk einen

hochherzigen Glauben, damit es mit froher Hingabe dem Osterfest

entgegeneilt. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der ewige Gott,

der ist, der war und der kommen wird,

sei bei uns heute und alle Tage,

bis wir auf immer sein Angesicht schauen.

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 142, 366, 427, 438, 477, 485 · KG 40, 42, 174,

185, 395, 561

Freue dich, Stadt Jerusalem!

Seid fröhlich zusammen mit ihr,

alle, die ihr traurig wart.

Freut euch und trinkt euch satt

an der Quelle göttlicher Tröstung.

Vgl. Jes 66, 10–11

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem zweiten Buch der Chronik

2 Chr 36, 14–16.19–23

In jenen Tagen begingen alle führenden Männer Judas und die

Priester und das Volk viel Untreue. Sie ahmten die Gräueltaten

der Völker nach und entweihten das Haus, das der HERR in

Jerusalem zu seinem Heiligtum gemacht hatte.

Immer wieder hatte der HERR, der Gott ihrer Väter, sie durch

seine Boten gewarnt; denn er hatte Mitleid mit seinem Volk

und seiner Wohnung. Sie aber verhöhnten die Boten Gottes,


Eucharistie · Sonntag, 14. März 150

verachteten sein Wort und verspotteten seine Propheten, bis

der Zorn des HERRN gegen sein Volk so groß wurde, dass es

keine Heilung mehr gab.

Die Chaldäer verbrannten das Haus Gottes, rissen die Mauern

Jerusalems nieder, legten Feuer an alle seine Paläste und

zerstörten alle wertvollen Geräte. Alle, die dem Schwert entgangen

waren, führte Nebukadnezzar in die Verbannung nach

Babel. Dort mussten sie ihm und seinen Söhnen als Sklaven

dienen, bis das Reich der Perser zur Herrschaft kam. Da ging

das Wort in Erfüllung, das der HERR durch den Mund Jeremias

verkündet hatte. Das Land bekam seine Sabbate ersetzt, es

lag brach während der ganzen Zeit der Verwüstung, bis siebzig

Jahre voll waren.

Im ersten Jahr des Königs Kyrus von Persien sollte sich erfüllen,

was der HERR durch Jeremia gesprochen hatte. Darum

erweckte der HERR den Geist des Königs Kyrus von Persien und

Kyrus ließ in seinem ganzen Reich mündlich und schriftlich den

Befehl verkünden: So spricht Kyrus, der König von Persien: Der

HERR, der Gott des Himmels, hat mir alle Reiche der Erde verliehen.

Er selbst hat mir aufgetragen, ihm in Jerusalem in Juda

ein Haus zu bauen. Jeder unter euch, der zu seinem Volk gehört

– der HERR, sein Gott, sei mit ihm –, der soll hinaufziehen.

Impuls zur Lesung

An das babylonische Exil denkt Israel mit Schrecken zurück.

Dennoch streicht das Volk diese Zeit nicht aus seinem Gedächtnis.

Immer wieder fragt es nach einem Zusammenhang

zwischen der bedrückenden Verbannung – dem Erleben radikaler

Fremdbestimmung – und der Erfahrung von Scheitern

und Versagen der Menschen vor Gott und voreinander. Das

ist keine selbstquälerische Nabelschau. Im Gegenteil. Das Volk

stellt sich der Vergangenheit, damit Gottes Zukunft kommen

kann.


151

Sonntag, 14. März · Eucharistie

Antwortpsalm Ps 137, 1–6

Kehrvers:

Wie könnte ich dich je vergessen, Jerusalem!

An den Strömen von Babel, /

da saßen wir und wir weinten, *

wenn wir Zions gedachten.

An die Weiden in seiner Mitte *

hängten wir unsere Leiern. – Kehrvers

Denn dort verlangten, die uns gefangen hielten,

Lieder von uns, /

unsere Peiniger forderten Jubel: *

„Singt für uns eines der Lieder Zions!“

Wie hätten wir singen können die Lieder des HERRN, *

fern, auf fremder Erde? – Kehrvers

Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem, *

dann soll meine rechte Hand mich vergessen.

Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, /

wenn ich deiner nicht mehr gedenke, *

wenn ich Jerusalem nicht mehr erhebe

zum Gipfel meiner Freude. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 5a, ferner GL 74, 1 (I. Ton)

oder GL 1975 529, 1 oder KG 614 (II. Ton)

Lesung aus dem Epheserbrief Eph 2, 4–10

Schwestern und Brüder! Gott, der reich ist an Erbarmen, hat

uns, die wir infolge unserer Sünden tot waren, in seiner großen

Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus

lebendig gemacht.

Aus Gnade seid ihr gerettet. Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt

und uns zusammen mit ihm einen Platz in den himmlischen

Bereichen gegeben, um in den kommenden Zeiten den

überfließenden Reichtum seiner Gnade zu zeigen, in Güte an

uns durch Christus Jesus.


Eucharistie · Sonntag, 14. März 152

Denn aus Gnade seid ihr durch den Glauben gerettet, nicht

aus eigener Kraft – Gott hat es geschenkt –, nicht aus Werken,

damit keiner sich rühmen kann.

Denn seine Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus zu guten

Werken erschaffen, die Gott für uns im Voraus bestimmt hat,

damit wir mit ihnen unser Leben gestalten.

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 3, 16a.15

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn

hingab, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 3, 14–21

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus: Wie Mose die Schlange

in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht

werden, damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben hat.

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen

Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren

geht, sondern ewiges Leben hat.

Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit

er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet

wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt,

ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen

Sohnes Gottes geglaubt hat.

Denn darin besteht das Gericht: Das Licht kam in die Welt,

doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht;

denn ihre Taten waren böse.

Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum

Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden. Wer aber die

Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine

Taten in Gott vollbracht sind.

Credo


153

Sonntag, 14. März · Eucharistie

Gabengebet

Herr, unser Gott, in der Freude auf das Osterfest bringen wir

unsere Gaben dar. Hilf uns, gläubig und ehrfürchtig das Opfer

zu feiern, das der Welt Heilung schenkt und den Tod überwindet.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

Wir danken dir, Vater im Himmel, und rühmen deinen heiligen

Namen. Denn jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt sind die Tage

des Heiles. Du hilfst uns, das Böse zu überwinden, du schenkst

uns von Neuem die Reinheit des Herzens. Du gibst deinen Kindern

die Kraft, in dieser vergänglichen Welt das unvergängliche

Heil zu wirken durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn

preisen wir dich in deiner Kirche und vereinen uns mit den

Engeln und Heiligen zum Hochgesang von deiner göttlichen

Herrlichkeit.

Kommunionvers Ps 122, 3–4

Jerusalem, du starke Stadt, dicht gebaut und fest gefügt! Dorthin

ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn, den Namen

des Herrn zu preisen.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, dein ewiges Wort ist das wahre Licht, das jeden

Menschen erleuchtet. Heile die Blindheit unseres Herzens,

damit wir erkennen, was vor dir recht ist, und dich aufrichtig

lieben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Der barmherzige Gott, der seinen Sohn für uns dahingegeben

und uns in ihm ein Beispiel der Liebe geschenkt hat, segne euch

und mache euch bereit, Gott und den Menschen zu dienen.


Auslegung · Sonntag, 14. März 154

Und Christus, der Herr, der uns durch sein Sterben dem ewigen

Tode entrissen hat, stärke euren Glauben und führe euch

zur unvergänglichen Herrlichkeit.

Und allen, die ihm folgen auf dem Weg der Entäußerung, gebe

er Anteil an seiner Auferstehung und an seiner Herrlichkeit.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Auslegung zum Sonntagsevangelium

Von Josef Blank

V

. 15 zeigt an, zu welchem Zweck die „Erhöhung des Menschensohns“,

also der Kreuz- und Siegesweg Jesu, stattfinden

muss: „… damit jeder, der glaubt, in ihm ewiges Leben

habe“. Die Erhöhung des Menschensohns, Kreuz und Auferweckung

Jesu, sind das Heilsgeschehen und dementsprechend

auch die Voraussetzung dafür, dass die Menschen, sofern sie

nur glauben, die Heilsgabe des ewigen Lebens empfangen können.

Das Heilsgeschehen der Erhöhung des Menschensohns erscheint

demnach als die sachlich vorgegebene und vorgeordnete

Größe, als der dem Glauben vorgegebene Lebensgrund. Eben

weil der Menschensohn diesen Weg durchlaufen hat, kann er

jetzt als der erhöhte Menschensohn auch zum Spender ewigen

Lebens für die Glaubenden werden, und zwar grundsätzlich für

alle, die glauben. Das „Glauben“ erscheint dabei als dasjenige

menschliche Verhalten, das die Beziehung zum Heilsgeschehen

und zum Heilsbringer herstellt. Gelingt es, diese Beziehung

herzustellen, dann hat der Glaubende eben dadurch, dass er

zum Glauben kommt, auch schon das Heil gewonnen; er „hat

ewiges Leben in ihm“ oder „durch ihn“, nämlich durch den

erhöhten Menschensohn. Das eschatologische Heil, denn dieses

ist das ewige Leben, erscheint als gegenwärtige Gabe; dabei ist

es für das christliche Heilsverständnis entscheidend, dass diese


155

Sonntag, 14. März · Abend

Gabe durch den Menschensohn Jesus vermittelt und an seine

Erhöhung gebunden ist. Das Glauben, in welchem der Mensch

die Beziehung zum Offenbarer und Heilbringer herstellt, stiftet

also zugleich eine Gemeinschaft mit diesem, und zwar so

grundlegender Art, dass der Glaube im Glauben selbst am ewigen

Leben des erhöhten Menschensohns wahrhaftigen Anteil

gewinnt. So ist hier mit ganz einfachen Worten das christliche

Heilsverständnis ausgesprochen.

Josef Blank (dt. Neutestamentler, 1926–1989),

aus: Ders., Das Evangelium nach Johannes, Bd. 1a

= Geistliche Schriftlesung 4, 1a, Düsseldorf, 2. Auflage 1990, 254,

© Rechtenachfolge

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Wohl mir, dass ich Jesum habe,

o wie feste halt ich ihn,

dass er mir mein Herze labe,

wenn ich krank und traurig bin.

Jesum hab ich, der mich liebet

und sich mir zu eigen gibet;

ach drum lass ich Jesum nicht,

wenn mir gleich mein Herze bricht.

Jesus bleibet meine Freude,

meines Herzens Trost und Saft,

Jesus wehret allem Leide,

er ist meines Lebens Kraft,

meiner Augen Lust und Sonne,


Abend · Sonntag, 14. März 156

meiner Seele Schatz und Wonne;

darum lass ich Jesum nicht

aus dem Herzen und Gesicht.

Martin Jahn 1661

Psalm 112

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt *

und sich herzlich freut an seinen Geboten.

Seine Nachkommen werden mächtig im Land, *

das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet.

Wohlstand und Reichtum füllen sein Haus, *

sein Heil hat Bestand für immer.

Den Redlichen erstrahlt im Finstern ein Licht: *

der Gnädige, Barmherzige und Gerechte.

Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, *

der das Seine ordnet, wie es recht ist.

Niemals gerät er ins Wanken; *

ewig denkt man an den Gerechten.

Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung; *

sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn.

Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie; *

denn bald wird er herabschauen auf seine Bedränger.

Reichlich gibt er den Armen, /

sein Heil hat Bestand für immer; *

er ist mächtig und hoch geehrt.

Voll Verdruss sieht es der Frevler, /

er knirscht mit den Zähnen und geht zugrunde. *

Zunichte werden die Wünsche der Frevler.

Ehre sei dem Vater ...

Gerechter, gnädiger Gott, sei unser Licht in der Finsternis. Lass

uns nicht wanken, gib uns Vertrauen auf dich, damit unser Heil

Bestand hat.


157

Sonntag, 14. März · Abend

Lesung Jes 65, 18–19

Ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln über das, was ich

erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel und aus seinen

Einwohnern Freude. Ich will über Jerusalem jubeln und

mich freuen über mein Volk. Nie mehr hört man dort lautes

Weinen und lautes Klagen.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Mein Sohn, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist,

ist dein. Heute aber müssen wir feiern und fröhlich sein; denn

dein Bruder war tot – und er lebt, er war verloren – und wurde

gefunden.

Fürbitten

Jesus Christus, du willst uns das Licht schenken, das wir doch

oft scheuen. Wir bitten um das Gute und Helle, das du uns

geben willst:

V: Christus, höre uns. A: Christus, erhöre uns.

– Hilf deiner immer wieder schuldig gewordenen Kirche, nicht

länger den Mantel der Dunkelheit über ihre Vergehen und

Verbrechen zu legen, und stärke sie auf dem Weg zum Licht

der Wahrheit.

– Hilf uns in unseren Familien, einander wahrzunehmen, und

hilf uns, miteinander barmherzig zu sein.

– Lass die vielen Menschen weltweit Hilfe finden, die zu erblinden

drohen, obwohl es medizinische Hilfe für sie geben

könnte.

– Stärke und tröste die Menschen, die in der Dämmerung der

Demenz leben, und auch ihre Angehörigen, die sie freundlich

und langmütig umsorgen.

Vaterunser


Abend · Sonntag, 14. März 158

Oration

Herr, unser Gott, du hast in deinem Sohn die Menschheit auf

wunderbare Weise mit dir versöhnt. Gib deinem Volk einen

hochherzigen Glauben, damit es mit froher Hingabe dem Osterfest

entgegeneilt. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der barmherzige Gott wende sich uns zu,

er schenke uns Ruhe und Vertrauen

und erweise uns seine Gnade.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Montag, 15. März 2021

Heiliger Klemens Maria Hofbauer

Klemens Maria Hofbauer (1751–1820) war einer der ersten

deutschsprachigen Redemptoristen. Er wuchs in armen Verhältnissen

auf und arbeitete zunächst als Bäckergeselle. Erst spät

ließ sich sein Wunsch, Priester zu werden, durch die Unterstützung

großzügiger Menschen verwirklichen. Nach seinem Eintritt

ins Kloster und seiner Weihe (1785) schickten ihn die Redemptoristen

als Seelsorger für die deutsche Bevölkerung nach Warschau.

Dort betreute er insbesondere streunende und verwaiste Kinder

und richtete für sie eine Armenschule ein. 1808 wurde er von Napoleon

aus Warschau vertrieben. Sein neuer Wirkungskreis war

Wien, wo er sich als Seelsorger aller Bevölkerungskreise, Künstler

und Gelehrter ebenso wie sehr einfacher Menschen, vor allem der

Armen, bewährte. Er bemühte sich besonders um die Individualseelsorge

und führte Hausbesuche als neue Form der Seelsorge ein.

Sein langjähriges Wirken in Wien trug ihm den Beinamen „Apostel

von Wien“ ein.

Namenstag: hl. Zacharias (letzter griechischer Papst, † 752) · hl.

Lukretia (Märtyrerin, † 859) · sel. Diedo von Andelsbuch (Dietrich,

† 1120) · hl. Louise de Marillac (Mitarbeiterin des hl. Vinzenz von

Paul, Ordensgründerin, † 1660) · Pius Keller (Augustiner-Eremit in

Münnerstadt, † 1904)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...


Morgen · Montag, 15. März 160

Hymnus

In der Mitte der Nacht

liegt der Anfang eines neuen Tags,

und in ihrer dunklen Erde

blüht die Hoffnung.

Ich will Licht sehn

in der Dunkelheit,

die richtigen Wege finden

in der Einsamkeit.

Ich will Licht sehn.

In der Mitte der Nacht …

Ich will Licht sein,

wenn die Nacht dich schreckt;

die richtigen Worte finden,

die die Liebe weckt.

Ich will Licht sein.

In der Mitte der Nacht …

Lass uns Licht sehn

schon im Morgenrot,

auf unseren Wegen gehen,

wo kein Unheil droht.

Lass uns Licht sehn.

In der Mitte der Nacht …

Text: Sybille Fritsch; Musik: Fritz Baltruweit,

aus: Fällt ein Stern aus der Bahn, 1984,

alle Rechte im tvd-Verlag Düsseldorf

Canticum Jes 42, 10–16d

Antiphon:

Verkündet Gottes Ruhm bis ans Ende der Erde.


161

Montag, 15. März · Morgen

Singt dem Herrn ein neues Lied, *

verkündet seinen Ruhm bis ans Ende der Erde!

Es jauchze das Meer und alles, was es erfüllt, *

die Inseln und ihre Bewohner.

Die Wüste und ihre Städte sollen sich freuen, *

die Dörfer, die Kedar bewohnt.

Die Bewohner von Sela sollen singen vor Freude *

und jubeln auf den Gipfeln der Berge.

Sie sollen die Herrlichkeit des Herrn verkünden, *

seinen Ruhm auf den Inseln verbreiten.

Der Herr zieht in den Kampf wie ein Held, *

er entfacht seine Leidenschaft wie ein Krieger.

Er erhebt den Schlachtruf und schreit, *

er zeigt sich als Held gegenüber den Feinden.

Ich hatte sehr lange geschwiegen, *

ich war still und hielt mich zurück.

Wie eine Gebärende will ich nun schreien, *

ich schnaube und schnaufe.

Die Berge und Hügel dörre ich aus *

und lasse ihr Gras völlig vertrocknen.

Flüsse mache ich zu festem Boden, *

und Teiche lege ich trocken.

Blinde führe ich auf Wegen, die sie nicht kennen, *

auf unbekannten Pfaden lasse ich sie wandern.

Die Finsternis vor ihren Augen mache ich zu Licht; *

was krumm ist, mache ich gerade.

Ehre sei dem Vater ...

Lesung Röm 8, 18–21

Die Leiden der gegenwärtigen Zeit bedeuten nichts im Vergleich

zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll.


Morgen · Montag, 15. März 162

Denn die ganze Schöpfung wartet sehnsüchtig auf das Offenbarwerden

der Söhne Gottes. Die Schöpfung ist der Vergänglichkeit

unterworfen, nicht aus eigenem Willen, sondern durch

den, der sie unterworfen hat; aber zugleich gab er ihr Hoffnung:

auch die Schöpfung soll von der Sklaverei und Verlorenheit befreit

werden zur Freiheit und Herrlichkeit der Kinder Gottes.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Ein Mann in königlichem Dienst kam zu Jesus und bat ihn,

seinen Sohn zu heilen, der im Sterben lag. Und Jesus sprach:

Geh hin, dein Sohn lebt.

Bitten

Lasst uns beten zu Christus Jesus, der sich jedem Menschen

zugewandt hat:

A: Gib uns ein fühlendes Herz.

– Dass wir spüren, wenn jemand uns braucht.

– Dass wir frei werden und uns denen, die uns begegnen, achtsam

zuwenden können.

– Dass wir nie um ein aufrichtendes Wort oder eine helfende

Geste verlegen sind.

Vaterunser

Oration

Allherrschender Gott, du schenkst uns im österlichen Geheimnis

jenes wunderbare Leben, das die Welt unablässig erneuert.

Lass das Werk deiner Gnade in der Kirche mächtig werden und

gib ihr alles, was sie in dieser Zeit braucht. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


163

Montag, 15. März · Eucharistie

Texte zur Eucharistiefeier

Ich verlasse mich auf den Herrn.

Ich will jubeln und über deine Huld mich freuen;

denn du hast mein Elend angesehn,

du bist mit meiner Not vertraut.

Ps 31, 7–8

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 65, 17–21

So spricht der Herr: Seht, ich erschaffe einen neuen Himmel

und eine neue Erde. Man wird nicht mehr an das Frühere

denken, es kommt niemand mehr in den Sinn.

Nein, ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln über das,

was ich erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel und aus

seinen Einwohnern Freude. Ich will über Jerusalem jubeln und

mich freuen über mein Volk. Nie mehr hört man dort lautes

Weinen und lautes Klagen.

Dort gibt es keinen Säugling mehr, der nur wenige Tage lebt,

und keinen Greis, der nicht das volle Alter erreicht; wer als

Hundertjähriger stirbt, gilt noch als jung, und wer nicht hundert

Jahre alt wird, gilt als verflucht.

Sie werden Häuser bauen und selbst darin wohnen, sie werden

Reben pflanzen und selbst ihre Früchte genießen.

Antwortpsalm

Ps 30, 2.4–6.12a.13b

Kehrvers:

Herr, du zogst mich empor aus der Tiefe; ich will dich rühmen

in Ewigkeit.

Ich will dich rühmen, Herr, /

denn du hast mich aus der Tiefe gezogen *

und lässt meine Feinde nicht über mich triumphieren.


Eucharistie · Montag, 15. März 164

Herr, du hast mich herausgeholt aus dem Reich des Todes, *

aus der Schar der Todgeweihten mich zum Leben gerufen.

Kehrvers:

Herr, du zogst mich empor aus der Tiefe; ich will dich rühmen

in Ewigkeit.

Singt und spielt dem Herrn, ihr seine Frommen, *

preist seinen heiligen Namen!

Denn sein Zorn dauert nur einen Augenblick, *

doch seine Güte ein Leben lang. – Kehrvers

Wenn man am Abend auch weint, *

am Morgen herrscht wieder Jubel.

Du hast mein Klagen in Tanzen verwandelt, *

Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 2ab, ferner GL 629,1 · GL 1975 712,1 · KG 607 (I. Ton)

oder GL 1975 528,2 (III. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Am 5, 14

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Sucht das Gute, nicht das Böse; dann werdet ihr leben, und der

Herr wird mit euch sein.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 4, 43–54

In jener Zeit ging Jesus von Samaria nach Galiläa. Er selbst

hatte bestätigt: Ein Prophet wird in seiner eigenen Heimat

nicht geehrt. Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer

auf, weil sie alles gesehen hatten, was er in Jerusalem

während des Festes getan hatte; denn auch sie waren zum Fest

gekommen.

Jesus kam wieder nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser

in Wein verwandelt hatte. In Kafarnaum lebte ein königlicher

Beamter; dessen Sohn war krank. Als er hörte, dass Jesus von


165

Montag, 15. März · Eucharistie

Judäa nach Galiläa gekommen war, suchte er ihn auf und bat

ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn er lag

im Sterben.

Da sagte Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder

seht, glaubt ihr nicht. Der Beamte bat ihn: Herr, komm herab,

ehe mein Kind stirbt. Jesus erwiderte ihm: Geh, dein Sohn lebt!

Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte, und

machte sich auf den Weg.

Noch während er unterwegs war, kamen ihm seine Diener

entgegen und sagten: Dein Junge lebt. Da fragte er sie genau

nach der Stunde, in der die Besserung eingetreten war. Sie antworteten:

Gestern in der siebten Stunde ist das Fieber von ihm

gewichen. Da erkannte der Vater, dass es genau zu der Stunde

war, als Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde

gläubig mit seinem ganzen Haus.

So tat Jesus sein zweites Zeichen, und zwar nachdem er von

Judäa nach Galiläa gekommen war.

Impuls zum Evangelium

„Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, glaubt ihr nicht.“

Das Johannes-Evangelium gebraucht das Wort Wunder nur an

dieser Stelle, sonst spricht es von Zeichen Jesu. Jesus trägt hier

eine klare Wunderkritik vor. Glaube nur aufgrund spektakulärer

Wunder ist fragwürdig, ist schwach – und schwächt den guten

Glauben. Wahrer Glaube ist nicht wundersüchtig, sondern

wächst auf einem anderen Boden, wurzelt tiefer, greift tiefer,

sieht und erkennt besser: Jesus als den vom Vater gesandten

Sohn. Dem für seinen todkranken Sohn bittenden Vater verweigert

sich Jesus nicht. Seinem Lieben, seinem Glauben, verweigert

er sich nicht: „Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus

zu ihm gesagt hatte, und machte sich auf den Weg.“ Machen

auch wir uns auf den Weg, zum guten Glauben.


Abend · Montag, 15. März 166

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Christus, der Sohn Gottes, ward wie wir, damit wir werden

wie er.

Clemens Maria Hofbauer (Heiliger des Tages)

• Welche Ermutigung ziehe ich aus diesem Satz?

• Was kann, was will ich heute ändern?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Gott in der Höhe, du wirkst Wunder,

gepriesen sei dein Name!

Lebendiger Gott, deine Güte kennt keine Grenzen,

gepriesen sei dein Name!

Wie dich im Himmel die Engel anbeten

und ohne Ende dein Lob singen,

so beten wir auch auf der Erde:

Gepriesen sei dein Name!

Gott, du Sieger über unsere Finsternis,

gepriesen sei dein Name!

Gott, du beugst dich über unsere Schwachheit,

gepriesen sei dein Name!

Deine Liebe ist unsere Hoffnung,

deine Güte gibt uns die Unschuld zurück,

von dir allein kommt das Licht:

Gepriesen sei dein Name!


167

Montag, 15. März · Abend

Heiliger Gott, du machst uns frei,

gepriesen sei dein Name!

Gott, treu in deinen Verheißungen,

gepriesen sei dein Name!

Deine Kirche betet dich in Schweigen an

und verkündet aller Welt dein befreiendes Handeln.

Aus unseren Herzen steigt ein Gebet empor:

Gepriesen sei dein Name!

Aus: Reinhard Lettmann,

Trommler der Auferstehung. Ermutigung zum Glauben, 23 f.,

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Psalm 136 Verse 1.10–26

Danket dem Herrn, denn er ist gütig, *

denn seine Huld währt ewig!

Der die Erstgeburt der Ägypter schlug, *

denn seine Huld währt ewig,

und Israel herausführte aus ihrer Mitte, *

denn seine Huld währt ewig,

mit starker Hand und erhobenem Arm, *

denn seine Huld währt ewig,

der das Schilfmeer zerschnitt in zwei Teile, *

denn seine Huld währt ewig,

und Israel hindurchführte zwischen den Wassern, *

denn seine Huld währt ewig,

und den Pharao ins Meer stürzte samt seinem Heer, *

denn seine Huld währt ewig.

Der sein Volk durch die Wüste führte, *

denn seine Huld währt ewig,

der große Könige schlug, *

denn seine Huld währt ewig,

und mächtige Könige tötete, *

denn seine Huld währt ewig,


Abend · Montag, 15. März 168

Sihon, den König der Amoriter, *

denn seine Huld währt ewig,

und Og, den König von Baschan, *

denn seine Huld währt ewig,

und der ihr Land zum Erbe gab, *

denn seine Huld währt ewig,

der es Israel gab, seinem Knecht, *

denn seine Huld währt ewig.

Der an uns dachte in unsrer Erniedrigung, *

denn seine Huld währt ewig,

und uns den Feinden entriss, *

denn seine Huld währt ewig,

der allen Geschöpfen Nahrung gibt, *

denn seine Huld währt ewig.

Danket dem Gott des Himmels, *

denn seine Huld währt ewig.

Ehre sei dem Vater ...

Befreiender Gott, wunderbar hast du an deinem Volk gehandelt.

Lass deine Spuren auch in unserer Gegenwart aufleuchten

und stärke in uns die Hoffnung auf die unvergängliche Zukunft,

die du uns schenken willst.

Lesung Röm 8, 35.37–39

Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis

oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr

oder Schwert? All das überwinden wir durch den, der uns geliebt

hat. Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder

Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,

weder Gewalten der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere

Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus

Jesus ist, unserem Herrn.


169

Montag, 15. März · Abend

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der Vater erkannte, dass es zu der Stunde war, als Jesus gesagt

hatte: Dein Sohn lebt. Und er wurde gläubig mit seinem ganzen

Haus.

Fürbitten

Christus Jesus, du hast uns einander anvertraut. Wir bitten dich:

A: Lass unsere Gemeinschaft ein Ort der Geborgenheit sein.

– Für Eltern, die ihre Kinder haben zugrunde gehen sehen.

– Für Menschen, deren engste Vertraute aus ihrem Leben gerissen

wurden.

– Für Kinder, die keine Eltern mehr haben.

– Für Menschen, die schwer erkrankt sind.

– Für alle, die durch Gewalt und Misshandlung äußerlich und

innerlich verwundet sind.

Vaterunser

Oration

Allherrschender Gott, du schenkst uns im österlichen Geheimnis

jenes wunderbare Leben, das die Welt unablässig erneuert.

Lass das Werk deiner Gnade in der Kirche mächtig werden und

gib ihr alles, was sie in dieser Zeit braucht. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Dienstag, 16. März 2021

Namenstag: hl. Gummar (Gommar, Einsiedler in Lier/Flandern, † um

774) · hl. Heribert von Köln (Bischof, † 1021)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

O Gott, du lenkst mit starker Hand

den wechselvollen Lauf der Welt,

machst, dass den Morgen mildes Licht,

den Mittag voller Glanz erhellt.

Lösch aus die Glut der Leidenschaft

und tilge allen Hass und Streit;

erhalte Geist und Leib gesund,

schenk Frieden uns und Einigkeit.

Du Gott des Lichts, auf dessen Reich

der helle Schein der Sonne weist,

dich loben wir aus Herzensgrund,

Gott Vater, Sohn und Heil’ger Geist. Amen.

Nach: Rector potens, verax Deus; Ambrosius (?), † 397

Melodie: GL 539 · GL 1975 605 · KG 781 · EG 142

Psalm 144 Verse 1–10b

Gelobt sei der Herr, der mein Fels ist, *

der meine Hände den Kampf gelehrt hat,

meine Finger den Krieg.


171

Dienstag, 16. März · Morgen

Du bist meine Huld und Burg, *

meine Festung, mein Retter,

mein Schild, dem ich vertraue. *

Er macht mir Völker untertan.

Herr, was ist der Mensch, dass du dich um ihn kümmerst, *

des Menschen Kind, dass du es beachtest?

Der Mensch gleicht einem Hauch, *

seine Tage sind wie ein flüchtiger Schatten.

Herr, neig deinen Himmel und steig herab, *

rühre die Berge an, sodass sie rauchen!

Schleudre Blitze und zerstreue die Feinde, *

schieß deine Pfeile ab und jag sie dahin!

Streck deine Hände aus der Höhe herab und befreie mich; /

reiß mich heraus aus gewaltigen Wassern, *

aus der Hand der Fremden!

Alles, was ihr Mund sagt, ist Lüge, *

Meineide schwört ihre Rechte.

Ein neues Lied will ich, o Gott, dir singen, *

auf der zehnsaitigen Harfe will ich dir spielen,

der du den Königen den Sieg verleihst *

und David, deinen Knecht, errettest.

Ehre sei dem Vater ...

Gepriesen bist du, Gott, unser Retter, du siehst auf uns schwache

Menschen und entreißt uns den Fluten des Todes. Stärke unser

Vertrauen und sende uns deinen Geist, dass wir stets in dir leben.

Lesung

Röm 13, 11b–13a

Die Stunde ist gekommen, sich vom Schlaf zu erheben. Denn

jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig

wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst

uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen

des Lichts! Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag.


Eucharistie · Dienstag, 16. März 172

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Der Mann, der mich geheilt hat, sagte zu mir: Steh auf, nimm

deine Matte und geh.

Bitten

Gott, unser Heil, du denkst an deine Verheißung und lässt nicht

verzagen, die auf dich vertrauen. Wir rufen zu dir:

A: Höre unsere Bitten.

– Führe uns heute neu auf deinen Weg.

– Schenke uns den Mut, Tag für Tag auf dich zu setzen.

– Öffne unsere Augen für deine Taten, die du heute unter uns

wirkst.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, diese heilige Zeit der Buße und des Gebetes

mache unsere Herzen bereit, die Ostergnade zu empfangen und

das Lob des Erlösers zu verkünden, der in der Einheit des Heiligen

Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser!

Auch wer kein Geld hat, soll kommen.

Kommt und trinkt voll Freude!

Vgl. Jes 55, 1


173

Dienstag, 16. März · Eucharistie

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 47, 1–9.12

Der Mann, der mich begleitete, führte mich zum Eingang

des Tempels, und ich sah, wie unter der Tempelschwelle

Wasser hervorströmte und nach Osten floss; denn die vordere

Seite des Tempels schaute nach Osten. Das Wasser floss unterhalb

der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar.

Dann führte er mich durch das Nordtor hinaus und ließ mich

außen herum zum äußeren Osttor gehen. Und ich sah das Wasser

an der Südseite hervorrieseln.

Der Mann ging nach Osten hinaus, mit der Messschnur in der

Hand, maß tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser

gehen; das Wasser reichte mir bis an die Knöchel. Dann maß

er wieder tausend Ellen ab und ließ mich durch das Wasser

gehen; das Wasser reichte mir bis zu den Knien. Darauf maß

er wieder tausend Ellen ab und ließ mich hindurchgehen; das

Wasser ging mir bis an die Hüften. Und er maß noch einmal tausend

Ellen ab. Da war es ein Fluss, den ich nicht mehr durchschreiten

konnte; denn das Wasser war tief, ein Wasser, durch

das man schwimmen musste, ein Fluss, den man nicht mehr

durchschreiten konnte. Dann fragte er mich: Hast du es gesehen,

Menschensohn? Darauf führte er mich zurück, am Ufer

des Flusses entlang.

Als ich zurückging, sah ich an beiden Ufern des Flusses sehr

viele Bäume. Er sagte zu mir: Dieses Wasser fließt in den östlichen

Bezirk, es strömt in die Araba hinab und läuft in das Meer,

in das Meer mit dem salzigen Wasser. So wird das salzige Wasser

gesund. Wohin der Fluss gelangt, da werden alle Lebewesen,

alles, was sich regt, leben können, und sehr viele Fische wird es

geben. Weil dieses Wasser dort hinkommt, werden die Fluten

gesund; wohin der Fluss kommt, dort bleibt alles am Leben.

An beiden Ufern des Flusses wachsen alle Arten von Obstbäumen.

Ihr Laub wird nicht welken, und sie werden nie ohne

Frucht sein. Jeden Monat tragen sie frische Früchte; denn das


Eucharistie · Dienstag, 16. März 174

Wasser des Flusses kommt aus dem Heiligtum. Die Früchte werden

als Speise und die Blätter als Heilmittel dienen.

Impuls zur Lesung

Wasser ist Leben, doch salziges Wasser kann tödliches Gift

werden. Ein hochbetagter Bekannter meiner Eltern erzählte

ihnen von der Versuchung, den brennenden Durst mit Salzwasser

zu stillen, der er mit seinen Leuten als junger, hilflos in

einem Rettungsboot treibender Marineoffizier einst ausgesetzt

war. Ein namenloser Begleiter stellt dem Propheten Ezechiel

die Zukunft seines in der Verbannung verbitterten, tödlich

geschwächten Volkes vor Augen. Vom Jerusalemer Heiligtum

rieselt ein unauffälliges Rinnsal, das zu mächtiger Stärke anwächst.

Durch diesen Zustrom von Süßwasser vom Tempelberg

her werden sogar die lebensfeindlichen Fluten des Toten Meeres

geheilt! Ezechiel begreift: Gottes Segen will nicht im Tempel

eingeschlossen bleiben. Er will hinausgehen und überall

Leben und Heilung bringen. Vor den harten Realitäten, den

Toten Meeren unseres Lebens, schreckt Israels Gott nicht zurück.

Orte der Krankheit und der Lebensfeindschaft blendet

er nicht aus. Er sucht sie auf. Von der Unmerklichkeit der Anfänge

sollten wir uns nicht entmutigen lassen, haben wir doch

sein heilendes Wort: „So wird das salzige Wasser gesund.“

Antwortpsalm Ps 46, 2–3.5–6.8–9

Kehrvers:

Der Herr der Heerscharen ist mit uns, der Gott Jakobs ist unsre

Burg.

Gott ist uns Zuflucht und Stärke, *

ein bewährter Helfer in allen Nöten.

Darum fürchten wir uns nicht,

wenn die Erde auch wankt, *

wenn Berge stürzen in die Tiefe des Meeres. – Kehrvers


175

Dienstag, 16. März · Eucharistie

Die Wasser eines Stromes erquicken die Gottesstadt, *

des Höchsten heilige Wohnung.

Gott ist in ihrer Mitte, darum wird sie niemals wanken; *

Gott hilft ihr, wenn der Morgen anbricht. – Kehrvers

Der Herr der Heerscharen ist mit uns, *

der Gott Jakobs ist unsere Burg.

Kommt und schaut die Taten des Herrn, *

der Furchtbares vollbringt auf der Erde. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 8, ferner GL 37, 1 · GL 1975 535, 6 · KG 611 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Ps 51, 12a.14a

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, mach mich wieder froh

mit deinem Heil!

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 5, 1–16

Es war ein Fest der Juden, und Jesus ging hinauf nach Jerusalem.

In Jerusalem gibt es beim Schaftor einen Teich, zu dem

fünf Säulenhallen gehören; dieser Teich heißt auf Hebräisch

Betesda. In diesen Hallen lagen viele Kranke, darunter Blinde,

Lahme und Verkrüppelte.

Dort lag auch ein Mann, der schon achtunddreißig Jahre

krank war. Als Jesus ihn dort liegen sah und erkannte, dass er

schon lange krank war, fragte er ihn: Willst du gesund werden?

Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen,

der mich, sobald das Wasser aufwallt, in den Teich trägt. Während

ich mich hinschleppe, steigt schon ein anderer vor mir

hinein. Da sagte Jesus zu ihm: Steh auf, nimm deine Bahre und

geh! Sofort wurde der Mann gesund, nahm seine Bahre und

ging. Dieser Tag war aber ein Sabbat.

Da sagten die Juden zu dem Geheilten: Es ist Sabbat, du darfst

deine Bahre nicht tragen. Er erwiderte: Der Mann, der mich


Abend · Dienstag, 16. März 176

gesund gemacht hat, sagte zu mir: Nimm deine Bahre und geh!

Sie fragten ihn: Wer ist das denn, der zu dir gesagt hat: Nimm

deine Bahre und geh? Der Geheilte wusste aber nicht, wer es

war. Jesus war nämlich weggegangen, weil sich dort eine große

Menschenmenge angesammelt hatte.

Später traf ihn Jesus im Tempel und sagte zu ihm: Jetzt bist du

gesund; sündige nicht mehr, damit dir nicht noch Schlimmeres

zustößt. Der Mann ging fort und teilte den Juden mit, dass es

Jesus war, der ihn gesund gemacht hatte. Daraufhin verfolgten

die Juden Jesus, weil er das an einem Sabbat getan hatte.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Wer singen will, findet immer ein Lied.

Aus Schweden

• Wie viel Zuversicht steckt in mir?

• Wer oder was hat mich in meiner Kindheit ermutigt oder

(aus-)gebremst und entmutigt?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Täglich neu quillt unser Sein und Leben

aus der Hand des Vaters, der uns liebt.

Liebe trägt das Weltall, birgt die Schöpfung

in dem Sinn, den die Liebe ihr verleiht.


177

Dienstag, 16. März · Abend

Alles ist ein Lobpreis dieser Liebe,

kehrt zurück in ihren ew’gen Schoß.

Dort erwartet uns des Lebens Fülle

nach dem Kampf und der Mühsal dieser Zeit.

Herr, wir legen nun in deine Hände

diesen Tag, den du uns neu geschenkt.

Du ergänze, was wir nicht vollendet,

du vergib, was nicht deinem Geist entsprach.

Großer Gott, wir neigen uns in Ehrfurcht,

beten staunend deine Größe an:

Vater mit dem Sohn im Heilgen Geiste,

segne uns und behüte deine Welt. Amen.

© 2013 Bernardin Schellenberger

Psalm 137 Verse 1–6

An den Strömen von Babel, /

da saßen wir und weinten, *

wenn wir an Zion dachten.

Wir hängten unsere Harfen *

an die Weiden in jenem Land.

Dort verlangten von uns die Zwingherren Lieder, /

unsere Peiniger forderten Jubel: *

„Singt uns Lieder vom Zion!“

Wie könnten wir singen die Lieder des Herrn, *

fern, auf fremder Erde?

Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem, *

dann soll mir die rechte Hand verdorren.

Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, /

wenn ich an dich nicht mehr denke, *

wenn ich Jerusalem nicht zu meiner höchsten Freude erhebe.

Ehre sei dem Vater ...


Abend · Dienstag, 16. März 178

Wo du uns nah bist, Gott, lebt unser Herz auf. Schenke uns in

der Wirrnis des Alltags Momente, in denen wir spüren, dass du

uns trägst.

Lesung 1 Kor 1, 27b–30

Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke

zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und

das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das,

was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen

kann vor Gott. Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott

für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung

und Erlösung.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Jesus sprach zu dem Geheilten: Jetzt bist du gesund; sündige

nicht mehr, damit dir nicht Schlimmeres zustößt.

Fürbitten

Heute vor 500 Jahren entdeckte Ferdinand Magellan die Philippinen.

Bitten wir für die Menschen dort:

V/A: Herr, erbarme dich.

– Steh den vielen Menschen bei, die unter immer schwierigeren

Umständen um ihren Lebensunterhalt kämpfen müssen.

– Gib uns Bewohnern der Industrieländer einen wachen Sinn

dafür, wie viele Menschen bei uns leben, um ihre weit entfernten

Familien zu ernähren.

– Sei den Menschen nah, die wegen des Ansteigens der Weltmeere

ihr Lebensumfeld verlieren.

– Weise uns Wege, wie wir ihnen konkret und nachhaltig helfen

können, mit den Folgen des Klimawandels umzugehen.

– Gedenke der Menschen, die weltweit durch brutale Regimes

misshandelt und umgebracht werden.


179

Dienstag, 16. März · Abend

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, diese heilige Zeit der Buße und des Gebetes

mache unsere Herzen bereit, die Ostergnade zu empfangen und

das Lob des Erlösers zu verkünden, der in der Einheit des Heiligen

Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Mittwoch, 17. März 2021

Heilige Gertrud

Heiliger Patrick

Gertrud (626–659) war Tochter Pippins des Älteren und der

hl. Iduberga (Ida) von Nivelles. Mit 14 Jahren trat sie in das

von ihrer Mutter gestiftete Kloster Nivelles (südlich von Brüssel,

Belgien) ein und wurde dort nach dem Tode der Mutter (652) zur

Äbtissin gewählt. Die hochgebildete und belesene Frau war eine

hervorragende Kennerin der Bibel und zeigte besonderes Interesse

für die Liturgie. Eines ihrer vornehmlichen Anliegen war die

Bildung der weiblichen Jugend. Daneben kümmerte sie sich mit

großem Eifer um Arme, Kranke und Sterbende, Witwen, Pilger und

Gefangene. Sie starb – erschöpft und ausgebrannt – schon im Alter

von 33 Jahren.

Patrick (385–461), der Glaubensbote und Nationalheilige Irlands,

wuchs im römischen Britannien als Sohn eines christlichen

Beamten der römischen Besatzungsmacht auf. Mit 16 Jahren

wurde er nach Irland verschleppt, als Sklave verkauft und musste

dort als Hirte dienen. Während dieser schweren Zeit festigte sich

sein Glaube. Nach sechs Jahren gelang ihm die Flucht. 432 jedoch

kehrte er als Priester und Missionar nach Irland zurück, wo

er Nachfolger des ersten Irenbischofs Palladius wurde. Bei seiner

schweren Aufgabe half ihm der Umstand, dass er während seiner

Gefangenschaft die dortige Sprache erlernt hatte. Außerdem sollen

seine Predigten sehr anschaulich gewesen sein. So soll er z. B. die

Dreifaltigkeit anhand eines dreiblättrigen Kleeblatts, des späteren

Symbols Irlands, erklärt haben. All das hat wohl dazu beigetragen,

dass seine Verkündigung bei den Iren auf fruchtbaren Boden fiel

und zu einer tiefen Verwurzelung führte.

Namenstag: sel. Konrad von Bayern (Zisterzienser, † 1145/55) · hl.

Johannes Sarkander (schlesisch-mährischer Priester, † 1620)


181

Mittwoch, 17. März · Morgen

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Ich steh in meines Herren Hand

und will drin stehen bleiben;

nicht Erdennot, nicht Erdentand

soll mich daraus vertreiben.

Und wenn zerfällt die ganze Welt,

wer sich an ihn und wen er hält,

wird wohlbehalten bleiben.

Er ist ein Fels, ein sichrer Hort,

und Wunder sollen schauen,

die sich auf sein wahrhaftig Wort

verlassen und ihm trauen.

Er hat’s gesagt, und darauf wagt

mein Herz es froh und unverzagt

und lässt sich gar nicht grauen.

Und was er mit mir machen will,

ist alles mir gelegen;

ich halte ihm im Glauben still

und hoff auf seinen Segen;

denn was er tut, ist immer gut,

und wer von ihm behütet ruht,

ist sicher allerwegen.

Philipp Spitta 1833

EG 374, Strophen 1–3 · alternative Melodie: GL 256 · GL 1975 141 · KG 333


Morgen · Mittwoch, 17. März 182

Canticum Jes 61, 10 – 62, 5

Antiphon:

Ich will mich freuen über den Herrn. Er kleidet mich in Gewänder

des Heils.

Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. *

Meine Seele soll jubeln über meinen Gott.

Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, *

er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit,

wie ein Bräutigam sich festlich schmückt *

und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt.

Denn wie die Erde die Saat wachsen lässt *

und der Garten die Pflanzen hervorbringt,

so bringt Gott, der Herr, Gerechtigkeit hervor *

und Ruhm vor allen Völkern.

Um Zions willen kann ich nicht schweigen, *

und um Jerusalems willen nicht still sein,

bis das Recht in ihm aufstrahlt wie ein helles Licht *

und sein Heil aufleuchtet wie eine brennende Fackel.

Dann sehen die Völker deine Gerechtigkeit *

und alle Könige deine strahlende Pracht.

Man ruft dich mit einem neuen Namen, *

den der Mund des Herrn für dich bestimmt.

Du wirst zu einer prächtigen Krone in der Hand des Herrn, *

zu einem königlichen Diadem in der Rechten deines Gottes.

Nicht länger nennt man dich „Die Verlassene“ *

und dein Land nicht mehr „Das Ödland“,

sondern man nennt dich „Meine Wonne“ *

und dein Land „Die Vermählte“.

Denn der Herr hat an dir seine Freude, *

und dein Land wird mit ihm vermählt.


183

Mittwoch, 17. März · Morgen

Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermählt, *

so vermählt sich mit dir dein Erbauer.

Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, *

so freut sich dein Gott über dich.

Ehre sei dem Vater ...

Lesung Röm 14, 17–19

Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, es ist Gerechtigkeit,

Friede und Freude im Heiligen Geist. Und wer

Christus so dient, wird von Gott anerkannt und ist bei den

Menschen geachtet. Lasst uns also nach dem streben, was zum

Frieden und zum Aufbau der Gemeinde beiträgt.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem, der

mich gesandt hat, glaubt, der hat das ewige Leben.

Bitten

Erhabener Gott, uns bleibst du unerreichbar, doch kommst du

selbst uns nahe. Vor dich bringen wir unsere Bitten:

A: Mach uns bereit für dich.

– Wenn wir Erfolg haben, lass uns erkennen, wie viel wir davon

nicht uns selbst verdanken.

– Bewahre uns vor Hochmut und Herablassung und lass uns

stets zu unseren Mitmenschen finden.

– Gib, dass wir auf dein verborgenes Wirken vertrauen und das

Kleine und Unscheinbare wertschätzen.

Vaterunser


Eucharistie · Mittwoch, 17. März 184

Oration

Gütiger Gott, du schenkst den Gerechten ihren Lohn und verzeihst

den Sündern ihre Schuld um der Buße willen. Wir bekennen

dir unser Versagen; hab Erbarmen mit unserer Schwachheit

und vergib uns, was wir gefehlt haben. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Ich bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade.

Erhöre mich in deiner großen Huld.

Gott, hilf mir in deiner Treue!

Ps 69, 14

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 49, 8–15

So spricht der Herr: Zur Zeit der Gnade will ich dich erhören,

am Tag der Rettung dir helfen. Ich habe dich geschaffen und

dazu bestimmt, der Bund zu sein für das Volk, aufzuhelfen dem

Land und das verödete Erbe neu zu verteilen, den Gefangenen

zu sagen: Kommt heraus!, und denen, die in der Finsternis sind:

Kommt ans Licht!

Auf allen Bergen werden sie weiden, auf allen kahlen Hügeln

finden sie Nahrung. Sie leiden weder Hunger noch Durst,

Hitze und Sonnenglut schaden ihnen nicht. Denn er leitet sie

voll Erbarmen und führt sie zu sprudelnden Quellen. Alle Berge

mache ich zu Wegen, und meine Straßen werden gebahnt sein.

Seht her: Sie kommen von fern, die einen von Norden und

Westen, andere aus dem Land der Siniter. Jubelt, ihr Himmel,


185

Mittwoch, 17. März · Eucharistie

jauchze, o Erde, freut euch, ihr Berge! Denn der Herr hat sein

Volk getröstet und sich seiner Armen erbarmt.

Doch Zion sagt: Der Herr hat mich verlassen, Gott hat mich

vergessen. Kann denn eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine

Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen

würde: ich vergesse dich nicht – Spruch des Herrn.

Impuls zur Lesung

„Gott hat uns vergessen“, klagt Frau Zion verzweifelt. Durch

den Mund des Propheten gibt der Herr Antwort: „Kann denn

eine Frau ihr Kindlein vergessen?!“ Und er fügt hinzu: „Aber

selbst wenn eine Frau ihr Kind vergessen sollte – ich vergesse

dich nicht.“ So unbeirrbar, wie eine Mutter ihr Kindlein

im Sinn hat, so zärtlich und zuverlässig achtet Gott auf sein

Volk. Und noch mehr. Gott ist „so wie“, und er ist ganz anders.

Wir können uns nicht mit ihm messen. Wir sind nicht Gottes

Maßstab. Aber wir sind eingeladen, an seiner Treue Maß zu

nehmen. „Kommt ans Licht!“

Antwortpsalm

Ps 145, 8–9.13c–14.17–18

Kehrvers:

Gnädig und barmherzig ist der Herr, voll Langmut und reich

an Gnade.

Der Herr ist gnädig und barmherzig, *

langmütig und reich an Gnade.

Der Herr ist gütig zu allen, *

sein Erbarmen waltet über all seinen Werken. – Kehrvers

Der Herr ist treu in all seinen Worten, *

voll Huld in all seinen Taten.

Der Herr stützt alle, die fallen, *

und richtet alle Gebeugten auf. – Kehrvers

Gerecht ist der Herr in allem, was er tut, *

voll Huld in all seinen Werken.


Eucharistie · Mittwoch, 17. März 186

Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe, *

allen, die zu ihm aufrichtig rufen.

Kehrvers:

Gnädig und barmherzig ist der Herr, voll Langmut und reich

an Gnade.

Kehrvers vgl. Vers 8, ferner GL 60, 1 · GL 1975 233, 7 · KG 271 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Joh 11, 25a.26b

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

So spricht der Herr: Ich bin die Auferstehung und das Leben.

Jeder, der an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 5, 17–30

In jener Zeit entgegnete Jesus den Juden: Mein Vater ist noch

immer am Werk, und auch ich bin am Werk. Darum waren

die Juden noch mehr darauf aus, ihn zu töten, weil er nicht nur

den Sabbat brach, sondern auch Gott seinen Vater nannte und

sich damit Gott gleichstellte.

Jesus aber sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Der

Sohn kann nichts von sich aus tun, sondern nur, wenn er den

Vater etwas tun sieht. Was nämlich der Vater tut, das tut in

gleicher Weise der Sohn. Denn der Vater liebt den Sohn und

zeigt ihm alles, was er tut, und noch größere Werke wird er ihm

zeigen, sodass ihr staunen werdet.

Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig

macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will. Auch

richtet der Vater niemand, sondern er hat das Gericht ganz dem

Sohn übertragen, damit alle den Sohn ehren, wie sie den Vater

ehren. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der

ihn gesandt hat. Amen, amen, ich sage euch: Wer mein Wort

hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, hat das ewige Le-


187

Mittwoch, 17. März · Abend

ben; er kommt nicht ins Gericht, sondern ist aus dem Tod ins

Leben hinübergegangen.

Amen, amen, ich sage euch: Die Stunde kommt, und sie ist

schon da, in der die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören

werden; und alle, die sie hören, werden leben. Denn wie der

Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben,

das Leben in sich zu haben. Und er hat ihm Vollmacht gegeben,

Gericht zu halten, weil er der Menschensohn ist.

Wundert euch nicht darüber! Die Stunde kommt, in der alle,

die in den Gräbern sind, seine Stimme hören und herauskommen

werden: Die das Gute getan haben, werden zum Leben

auferstehen, die das Böse getan haben, zum Gericht.

Von mir selbst aus kann ich nichts tun; ich richte, wie ich es

vom Vater höre, und mein Gericht ist gerecht, weil es mir nicht

um meinen Willen geht, sondern um den Willen dessen, der

mich gesandt hat.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Wer Fehler schminkt, wird einst mit Spott verlacht.

William Shakespeare (englischer Dramatiker, 1564–1616)

• Wem gegenüber meine ich, Fehler übertünchen zu müssen?

• Habe ich es schon als befreiend erfahren, mich zu einem

Fehler bekennen zu „dürfen“?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)


Abend · Mittwoch, 17. März 188

Hymnus

Herr und Gebieter meines Lebens!

Den Geist der Trägheit, der Geschäftigkeit,

der Herrschsucht und der eitlen Rede

lasse nicht in mir.

Den Geist der Zucht, der Demut,

der Geduld und der Liebe

gib gnädig mir, deinem Knecht.

Ja, mein Herr und mein König,

gib, dass ich meine Fehler sehe

und ja nicht richte über meinen Bruder.

Denn gesegnet bist du

von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.

Bußgebet Ephräms des Syrers

Psalm 94 Verse 12–23

Wohl dem Mann, den du, Herr, erziehst, *

den du mit deiner Weisung belehrst.

Du bewahrst ihn vor bösen Tagen, *

bis man dem Frevler die Grube gräbt.

Ja, der Herr wird sein Volk nicht verstoßen *

und niemals sein Erbe verlassen.

Nun spricht man wieder Recht nach Gerechtigkeit; *

ihr folgen alle Menschen mit redlichem Herzen.

Wer wird sich für mich gegen die Frevler erheben, *

wer steht für mich ein gegen den, der Unrecht tut?

Wäre nicht der Herr meine Hilfe, *

bald würde ich im Land des Schweigens wohnen.

Wenn ich sage: „Mein Fuß gleitet aus“, *

dann stützt mich, Herr, deine Huld.


189

Mittwoch, 17. März · Abend

Mehren sich die Sorgen des Herzens, *

so erquickt dein Trost meine Seele.

Kann sich mit dir der bestechliche Richter verbünden, *

der willkürlich straft, gegen das Gesetz?

Sie wollen das Leben des Gerechten vernichten *

und verurteilen schuldlose Menschen.

Doch meine Burg ist der Herr, *

mein Gott ist der Fels meiner Zuflucht.

Er wird ihnen ihr Unrecht vergelten /

und sie wegen ihrer Bosheit vernichten; *

vernichten wird sie der Herr, unser Gott.

Ehre sei dem Vater ...

Wer deiner Weisung folgt, den bewahrst du vor Bösem. Lass

deine Gerechtigkeit in uns wachsen, Gott, unser Richter, erweise

uns deine Huld.

Lesung Röm 8, 1–2

Jetzt gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus

Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes, des Lebens in

Christus Jesus, hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und

des Todes.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

So spricht der Herr: Ich richte, wie ich es vom Vater höre, und

mein Gericht ist gerecht. Denn ich folge nicht meinem Willen,

sondern dem Willen dessen, der mich gesandt hat.

Fürbitten

Jesus, du bist gekommen, damit wir das Wirken Gottes sehen.

Voll Hoffnung rufen wir:

V/A: Höre und erhöre uns.


Abend · Mittwoch, 17. März 190

– Wir bitten um deinen Beistand für die Kirche, dass sie das lebendige

Wort Gottes den Menschen auch unserer Zeit glaubwürdig

zusagen kann.

V/A: Höre und erhöre uns.

– Wir bitten um deinen Beistand für alle, die sich mit der Ungerechtigkeit

und dem Unrecht auf dieser Erde nicht abfinden

und Schritte gehen, um Leid zu mildern und Hunger zu stillen.

– Wir bitten um deinen Segen für alle, die ihre alten und kranken

Angehörigen besuchen, betreuen, pflegen und ihnen Anteil

am Leben schenken.

– Wir bitten für alle Verstorbenen um ein Leben in deiner Wärme

und in deinem Licht.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, du schenkst den Gerechten ihren Lohn und verzeihst

den Sündern ihre Schuld um der Buße willen. Wir bekennen

dir unser Versagen; hab Erbarmen mit unserer Schwachheit

und vergib uns, was wir gefehlt haben. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Donnerstag, 18. März 2021

Heiliger Cyrill von Jerusalem

Cyrill (um 313–386/387) ist ein bedeutender Kirchenlehrer

des vierten Jahrhunderts. Er wuchs als Sohn christlicher Eltern

in Jerusalem auf und wurde um 348/350 Bischof von Jerusalem.

Gegen den Arianismus trat er entschieden für das Bekenntnis

zur wahren Gottheit Christi ein. Aus diesem Grund mehrfach

verbannt, verbrachte er fast die Hälfte seines Episkopats im Exil.

Auf dem Konzil von Konstantinopel (381) wurde er endgültig rehabilitiert.

Von Cyrill sind 24 große Ansprachen überliefert, in

denen er Taufbewerber in die Grundwahrheiten des christlichen

Glaubens einführte. Diese Katechesen gehören zu den wichtigsten

frühchristlichen Zeugnissen über Taufe und Eucharistie. Dabei

gebrauchte er wohl als Erster den Begriff „Wandlung“. 1882 (oder

1883) wurde Cyrill von Papst Leo XIII. zum Kirchenlehrer ernannt.

Namenstag: hl. Eduard der Märtyrer (König von England, † 978) · hl.

Anselm von Lucca (Benediktiner, Bischof, † 1086)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Lobet den Herren alle, die ihn ehren;

lasst uns mit Freuden seinem Namen singen

und Preis und Dank zu seinem Altar bringen.

Lobet den Herren.

O treuer Hüter, Brunnen aller Güter,

ach lass doch ferner über unser Leben


Morgen · Donnerstag, 18. März 192

bei Tag und Nacht dein Huld und Güte schweben.

Lobet den Herren.

Gib, dass wir heute, Herr, durch dein Geleite

auf unsern Wegen unverhindert gehen

und überall in deiner Gnade stehen.

Lobet den Herren.

Treib unsern Willen, dein Wort zu erfüllen;

hilf uns gehorsam wirken deine Werke,

und wo wir schwach sind, da gib du uns Stärke.

Lobet den Herren.

Paul Gerhardt 1653 – GL 81 · GL 1975 671,

Strophen 1 und 4–6 – mit mehr Strophen: KG 674 · EG 447

Psalm 147 Verse 1–11

Gut ist es, unserem Gott zu singen; *

schön ist es, ihn zu loben.

Der Herr baut Jerusalem wieder auf, *

er sammelt die Versprengten Israels.

Er heilt die gebrochenen Herzen *

und verbindet ihre schmerzenden Wunden.

Er bestimmt die Zahl der Sterne *

und ruft sie alle mit Namen.

Groß ist unser Herr und gewaltig an Kraft, *

unermesslich ist seine Weisheit.

Der Herr hilft den Gebeugten auf *

und erniedrigt die Frevler.

Stimmt dem Herrn ein Danklied an, *

spielt unserem Gott auf der Harfe!

Er bedeckt den Himmel mit Wolken, /

spendet der Erde Regen *

und lässt Gras auf den Bergen sprießen.


193

Donnerstag, 18. März · Morgen

Er gibt dem Vieh seine Nahrung, *

gibt den jungen Raben, wonach sie schreien.

Er hat keine Freude an der Kraft des Pferdes, *

kein Gefallen am schnellen Lauf des Mannes.

Gefallen hat der Herr an denen, die ihn fürchten und ehren, *

die voll Vertrauen warten auf seine Huld.

Ehre sei dem Vater ...

Treuer Gott, du hilfst den Gebeugten auf und tröstest die, deren

Herz gebrochen ist. Gib uns Anteil an deiner Kraft und Weisheit,

damit wir unseren Geschwistern deine Güte erweisen.

Lesung Jes 45, 13

Ich habe ihn aus Gerechtigkeit zum Aufbruch veranlasst. Alle

Wege ebne ich ihm. Er baut meine Stadt wieder auf, mein

verschlepptes Volk lässt er frei, aber nicht für Lösegeld und Geschenke.

Der Herr der Heere hat gesprochen.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

So spricht der Herr: Ich habe ein größeres Zeugnis als das des

Johannes: die Werke, die mein Vater mir übertragen hat.

Bitten

Christus Jesus, wir bekennen dich als den König des Lebens.

Wir rufen zu dir:

A: Lass uns auf deine Hilfe vertrauen.

Wenn wir uns gesammelt und für diesen neuen Tag gedankt

haben,

– lass uns zu den Menschen gehen und ihnen deine Freude

bringen.

Wenn wir uns auf den neuen Tag vorbereitet haben,

– hilf uns, in deinem Sinn zu handeln.


Eucharistie · Donnerstag, 18. März 194

Wenn wir Trauernden begegnen,

– gib, dass wir sie nicht vertrösten, sondern durch unser Dasein

stärken.

A: Lass uns auf deine Hilfe vertrauen.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, heilige uns in dieser Zeit der Buße. Gib uns Kraft

zu guten Werken und Ausdauer in der Beobachtung deiner Gebote,

damit wir fähig werden, das Osterfest mit reinem Herzen

zu feiern. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Freuen sollen sich alle, die den Herrn suchen.

Sucht den Herrn und seine Macht, sucht sein Antlitz allezeit!

Vgl. Ps 105, 3–4

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Exodus Ex 32, 7–14

In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose: Geh, steig hinunter,

denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft

ins Verderben. Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den

ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall

gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden. Sie bringen

ihm Schlachtopfer dar und sagen: Das sind deine Götter, Israel,

die dich aus Ägypten heraufgeführt haben.


195

Donnerstag, 18. März · Eucharistie

Weiter sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut:

Ein störrisches Volk ist es. Jetzt lass mich, damit mein

Zorn gegen sie entbrennt und sie verzehrt. Dich aber will ich zu

einem großen Volk machen.

Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen,

und sagte: Warum, Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt?

Du hast es doch mit großer Macht und starker Hand aus

Ägypten herausgeführt. Sollen etwa die Ägypter sagen können:

In böser Absicht hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge

umzubringen und sie vom Erdboden verschwinden zu lassen?

Lass ab von deinem glühenden Zorn, und lass dich das Böse

reuen, das du deinem Volk antun wolltest. Denk an deine

Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du mit einem

Eid bei deinem eigenen Namen zugesichert und gesagt hast:

Ich will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne

am Himmel, und: Dieses ganze Land, von dem ich gesprochen

habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es für

immer besitzen.

Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk

angedroht hatte.

Impuls zur Lesung

Das Mosevolk ist eine noch recht unsichere und recht bunte

Truppe. Migrationshintergrund halt. Aber wer wandert eigentlich

von wo nach wo? Erklärt sich so der Sündenfall der

Gruppe, die Anbetung des Stiergottes, der goldenen Tierstatue,

nachdem man an der Rückkehr des Mose, des einzigen Mittlers

zwischen dem Volk und dem bilderlosen Gott, zu zweifeln

begann? Oder war diese Gemeinde gerade darum überhaupt

offen für den bilderlosen Gott, weil in ihr so viele verschiedene

Gottes-Bilder lebten? Adonai ist jetzt verletzt und zornig:

Seine Menschen gehen unbelehrbar in die Irre, sie schädigen

sich selbst. Nun will er die Verbindung zwischen Mose und

dem Volk, das er dem Propheten doch einst aufgeladen hatte,


Eucharistie · Donnerstag, 18. März 196

kappen. Aber der zieht diesmal nicht mit. Mit aller Kraft steht

Mose für seine zweifelhafte Mannschaft ein. Vielleicht erkennt

man Propheten und Prophetinnen genau daran: dass sie sich

bei den Menschen leidenschaftlich für Gott einsetzen – und

genauso leidenschaftlich für die Menschen, bei Gott.

Antwortpsalm Ps 106, 19–24

Kehrvers:

Denk an uns, Herr, aus Liebe zu deinem Volk!

Unsere Väter machten am Horeb ein Kalb *

und warfen sich vor dem Gussbild nieder.

Die Herrlichkeit Gottes tauschten sie ein *

gegen das Bild eines Stieres, der Gras frisst. – Kehrvers

Sie vergaßen Gott, ihren Retter, *

der einst in Ägypten Großes vollbrachte,

Wunder im Lande Hams, *

furchterregende Taten am Schilfmeer. – Kehrvers

Da fasste er einen Plan, und er hätte sie vernichtet, /

wäre nicht Mose, sein Erwählter,

für sie in die Bresche gesprungen, *

sodass Gott sie im Zorn nicht vertilgte.

Sie verschmähten das köstliche Land; *

sie glaubten seinen Verheißungen nicht. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 4a, ferner GL 639, 1 · GL 1975 171, 2 · KG 399 (IV. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Joh 3, 16a.15

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn

hingab, damit jeder, der glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!


197

Donnerstag, 18. März · Eucharistie

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 5, 31–47

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Wenn ich über mich

selbst als Zeuge aussage, ist mein Zeugnis nicht gültig; ein

anderer ist es, der über mich als Zeuge aussagt, und ich weiß:

Das Zeugnis, das er über mich ablegt, ist gültig.

Ihr habt zu Johannes geschickt, und er hat für die Wahrheit

Zeugnis abgelegt. Ich aber nehme von keinem Menschen ein

Zeugnis an, sondern ich sage dies nur, damit ihr gerettet werdet.

Jener war die Lampe, die brennt und leuchtet, und ihr wolltet

euch eine Zeit lang an seinem Licht erfreuen.

Ich aber habe ein gewichtigeres Zeugnis als das des Johannes:

Die Werke, die mein Vater mir übertragen hat, damit ich sie zu

Ende führe, diese Werke, die ich vollbringe, legen Zeugnis dafür

ab, dass mich der Vater gesandt hat.

Auch der Vater selbst, der mich gesandt hat, hat über mich

Zeugnis abgelegt. Ihr habt weder seine Stimme gehört noch seine

Gestalt je gesehen, und auch sein Wort bleibt nicht in euch,

weil ihr dem nicht glaubt, den er gesandt hat.

Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige

Leben zu haben; gerade sie legen Zeugnis über mich ab. Und

doch wollt ihr nicht zu mir kommen, um das Leben zu haben.

Meine Ehre empfange ich nicht von Menschen. Ich habe erkannt,

dass ihr die Liebe zu Gott nicht in euch habt. Ich bin im

Namen meines Vaters gekommen, und doch lehnt ihr mich ab.

Wenn aber ein anderer in seinem eigenen Namen kommt, dann

werdet ihr ihn anerkennen. Wie könnt ihr zum Glauben kommen,

wenn ihr eure Ehre voneinander empfangt, nicht aber die

Ehre sucht, die von dem einen Gott kommt?

Denkt nicht, dass ich euch beim Vater anklagen werde; Mose

klagt euch an, auf den ihr eure Hoffnung gesetzt habt. Wenn ihr

Mose glauben würdet, müsstet ihr auch mir glauben; denn über

mich hat er geschrieben. Wenn ihr aber seinen Schriften nicht

glaubt, wie könnt ihr dann meinen Worten glauben?


Abend · Donnerstag, 18. März 198

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Furcht vor der Gefahr ist schrecklicher als die Gefahr selbst.

Aus Rhodesien

• Was macht mir große Sorgen?

• Wie kann ich mich gegen die angenommene Gefahr wappnen,

wie kann ich aktiv werden?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Sankt Josef, du von Gott erkor’n,

sein göttlich Wort zu hüten,

als es auf Erden ward gebor’n,

zu bringen Heil und Frieden:

Die Drangsal schau, ein’ Mauer bau,

birg uns in deiner Treue.

Sankt Josef, schweigend und getreu

in Gottes großem Willen,

bereit, von allem Zweifel frei,

ihn gläubig zu erfüllen:

Stell aus ein Licht der Zuversicht,

dass wir uns Gott ergeben.

Du hast des Herren Leib bewahrt

und sein hochheilig Leben,

als er auf Erden flüchtig ward,


199

Donnerstag, 18. März · Abend

von Feinden rings umgeben:

Beschütz und leit zur Pilgerszeit

die Kirche deines Herren.

Sankt Josef, du von Gott ersehn,

die Christenheit zu schirmen,

dass unbesiegt sie möge stehn

in aller Zeiten Stürmen:

Die Drangsal schau, ein’ Mauer bau,

birg uns in deiner Treue.

Neues Stundenbuch

Psalm 128

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt *

und der auf seinen Wegen geht!

Was deine Hände erwarben, kannst du genießen; *

wohl dir, es wird dir gut ergehn.

Wie ein fruchtbarer Weinstock ist deine Frau *

drinnen in deinem Haus.

Wie junge Ölbäume sind deine Kinder *

rings um deinen Tisch.

So wird der Mann gesegnet, *

der den Herrn fürchtet und ehrt.

Es segne dich der Herr vom Zion her. *

Du sollst dein Leben lang das Glück Jerusalems schauen

und die Kinder deiner Kinder sehen. *

Frieden über Israel!

Ehre sei dem Vater ...

Ewiger Gott, du bist die Quelle unseres Glücks. Erfreue uns mit

deiner Weisung und segne alles, was wir tun.


Abend · Donnerstag, 18. März 200

Lesung

Ijob 1, 21; 2, 10b

Ijob sagte: Nackt kam ich hervor aus dem Schoß meiner Mutter;

nackt kehre ich dahin zurück. Der Herr hat gegeben, der

Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn! Nehmen

wir das Gute an von Gott, sollen wir dann nicht auch das Böse

annehmen?

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Du bist der treue und kluge Knecht: Dich hat der Herr über sein

Haus gesetzt.

Fürbitten

Gott, du rufst jeden einzelnen Menschen persönlich, sich der

eigenen Lebensaufgabe zu stellen. Wir bitten dich:

A: Hilf uns, deinem Ruf zu folgen.

Blick auf die Kinder;

– mach sie mit dem Klang deiner Stimme vertraut.

Bewahre die Jugendlichen davor, sich von vordergründigen

Nützlichkeitserwägungen leiten zu lassen;

– nähre in ihnen die Sehnsucht nach einem sinnerfüllten Leben.

Stärke alle, die deinen Ruf zum Dienst am Evangelium in sich

spüren;

– lass sie den Segen einer tragenden Gemeinschaft erfahren.

Rüttle alle Menschen auf, die sich in oberflächlichen Gewohnheiten

und Bedürfnissen verfangen haben;

– befreie sie zu einem Leben vor deinem Angesicht.

Lass die alten Menschen den jungen durch Weisheit und Gelassenheit

zur Seite stehen

– und schenke den Verstorbenen die Vollendung.

Vaterunser


201

Donnerstag, 18. März · Abend

Oration

Allmächtiger Gott, du hast Jesus, unseren Heiland, und seine

Mutter Maria der treuen Sorge des heiligen Josef anvertraut.

Höre auf seine Fürsprache und hilf deiner Kirche, die Geheimnisse

der Erlösung treu zu verwalten, bis das Werk des Heiles

vollendet ist. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Gott des Lichts,

der alle Menschen erleuchtet,

mache unsere Finsternis hell

und bewahre uns diese Nacht in seinem Frieden.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Heiliger Josef,

Bräutigam der

Gottesmutter Maria

Freitag, 19. März 2021

W

as wir über den heiligen Josef wissen, entnehmen wir den

Kindheitsgeschichten nach Lukas und Matthäus. Josef war

der Bräutigam Marias und stammte nach Matthäus (1, 1–16) und

Lukas (2, 4; 3, 23) aus dem Geschlecht Davids. Nach Matthäus

(1, 16) war er Sohn eines Jakob, nach Lukas (3, 23) Sohn eines Eli.

Den beiden Verfassern kam es vermutlich weniger auf den historischen

Nachweis an, sondern hauptsächlich darauf, dass Josef als

gesetzlicher Vater Jesu ein direkter Nachkomme Davids war. Nach

der Überlieferung lebte er als Zimmermann in Nazaret und war

mit Maria, der Mutter Jesu, verlobt. Matthäus erzählt, dass Josef an

entscheidenden Wenden seines Lebens Gottes Weisung im Traume

erfuhr und treu befolgte. So wurde ihm die gottgewollte Schwangerschaft

Marias mitgeteilt (Mt 1, 18–25), und er entließ sie nicht,

weil er im Traum die Weisung von Gott erhalten hatte, Maria zu

sich zu nehmen. Er war bei der Geburt Jesu zugegen (Lk 2, 1–8)

und floh mit dem Kind und seiner Mutter wegen der Bedrohung

durch König Herodes nach Ägypten (Mt 2, 13–15), um nach dem

Tod des Herodes zurückzukehren und sich in Nazaret niederzulassen

(Mt 2, 19–23). Nach dem Bericht über die Wallfahrt des

zwölfjährigen Jesus mit seinen Eltern zum Tempel nach Jerusalem

(Lk 2, 41–52) schweigt die Bibel über das weitere Leben Josefs. Er

gilt als der Gerechte, der treu den erkannten Willen Gottes erfüllt

und so die Pflichten des Pflegevaters für Jesus übernimmt. Darüber

hinaus bleibt seine Gestalt weitgehend im Dunkeln. Die Verehrung


203

Freitag, 19. März · Morgen

des heiligen Josef erfolgte im Osten früher als im Westen. Im 12.

Jahrhundert taucht erstmals der 19. März als Datum seines Festtages

auf. 1870 ernannte Papst Pius IX. ihn zum Schutzpatron der

gesamten Kirche.

Alternatives Evangelium: Lk 2, 41–51a

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Von den Taten deiner Huld, Herr, wollen wir ewig singen,

bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.

Nach Ps 89,2

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Preisen möge dich heut’,

Josef, der Engel Schar,

dir erklinge im Chor

unseres Jubels Lied.

Du bist wahrhaft erwählt,

hat doch der Herr der Welt

Sohn und Mutter dir anvertraut.

Staunend siehst du die Braut

tragen die heil’ge Frucht.

Zweifel quält dich und Angst,

unfassbar scheint es dir.

Gott tut selber dir kund

durch seines Engels Wort,

dass vom Geist sie das Kind empfing.


Morgen · Freitag, 19. März 204

Gottes ewigen Sohn

hütest und hegst du treu,

fliehst mit ihm aus dem Land

weit nach Ägypten hin.

Was dir Gott auch befiehlt –

schweigend gehorchst du ihm.

Fügst dich willig dem dunklen Plan.

Höre, ewiger Gott,

höre auf unser Lob.

Gnädig blicke uns an,

führe uns hin zu dir;

lass uns jubelnd im Chor

singen das neue Lied

dir, dem Herrn aller Welt und Zeit. Amen.

Nach: Te, Ioseph, celebrent agmina caelitum;

Johannes von der Empfängnis, † 1700

Canticum

Tob 13, 10c–13.15e–g.16f.17a

Antiphon:

Freue dich, Jerusalem! Die Völker werden sich in dir versammeln

und den Herrn lobpreisen.

Jerusalem, du heilige Stadt! /

Der Herr bestraft die Taten deiner Kinder, *

doch er hat wieder Erbarmen mit den Gerechten.

Bekenne dich zum Herrn in rechter Weise, *

preise den ewigen König,

damit sein Zelt von Neuem errichtet wird, *

dir zur großen Freude!

Er mache in dir die Gefangenen wieder froh /

und schenke denen, die im Elend leben, seine Liebe, *

für alle Zeiten bis in Ewigkeit.

Von weither werden die Völker kommen, *

um den Namen des Herrn, unsres Gottes, zu preisen.


205

Freitag, 19. März · Morgen

Sie tragen Geschenke herbei, /

Geschenke für den himmlischen König. *

Alle Menschen jubeln dir zu.

Wohl denen, die dich lieben; *

sie werden sich freuen über den Frieden, den du schenkst.

Meine Seele preise Gott, den großen König. *

Denn Jerusalem wird wieder aufgebaut.

Ehre sei dem Vater ...

Lesung Röm 11, 33–36

OTiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!

Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich

seine Wege! Denn wer hat die Gedanken des Herrn

erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Wer hat ihm etwas

gegeben, sodass Gott auch ihm etwas geben müsste? Denn

aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung.

Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Josef ließ sich in Nazaret nieder. Denn es sollte sich erfüllen,

was durch die Propheten von Christus gesagt worden war. Er

wird Nazaräer heißen.

Bitten

Gott, unser Vater, du hast uns auf Gemeinschaft hin geschaffen.

Wir bitten dich:

A: Öffne unsere Herzen füreinander.

– Wenn unsere Kinder uns nicht mehr verstehen.

– Wenn der Alltag uns von unserer Partnerin, unserem Partner

entfremdet hat.

– Wenn unsere Familie durch Streit oder Gleichgültigkeit den

Zusammenhalt zu verlieren droht.


Eucharistie · Freitag, 19. März 206

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, du hast Jesus, unseren Heiland, und seine

Mutter Maria der treuen Sorge des heiligen Josef anvertraut.

Höre auf seine Fürsprache und hilf deiner Kirche, die Geheimnisse

der Erlösung treu zu verwalten, bis das Werk des Heiles

vollendet ist. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Friede sei mit den Brüdern und Schwestern,

Liebe und Glaube von Gott, dem Vater,

und Jesus Christus, dem Herrn.

Nach Eph 6, 23

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 364, 365, 395, 427, 543 · KG 196, 551, 760

Gloria

Seht, das ist der treue und kluge Hausvater,

dem der Herr seine Familie anvertraut,

damit er für sie sorge.

Vgl. Lk 12, 42

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem zweiten Buch Samuel


2 Sam 7, 4–5a.12–14a.16

Das Wort des HERRN erging an Natan: Geh zu meinem

Knecht David und sag zu ihm: So spricht der HERR: Wenn

deine Tage erfüllt sind und du dich zu deinen Vätern legst, werde

ich deinen leiblichen Sohn als deinen Nachfolger einsetzen

und seinem Königtum Bestand verleihen. Er wird für meinen

Namen ein Haus bauen und ich werde seinem Königsthron ewi-


207

Freitag, 19. März · Eucharistie

gen Bestand verleihen. Ich werde für ihn Vater sein und er wird

für mich Sohn sein.

Dein Haus und dein Königtum werden vor dir auf ewig bestehen

bleiben; dein Thron wird auf ewig Bestand haben.

Antwortpsalm Ps 89, 2–5.27.29

Kehrvers:

Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben.

Von der Huld des HERRN will ich ewig singen, *

von Geschlecht zu Geschlecht mit meinem Mund deine Treue

verkünden.

Denn ich bekenne: Auf ewig ist Huld gegründet, *

im Himmel deine Treue gefestigt. – Kehrvers

„Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten *

und David, meinem Knecht, geschworen:

Auf ewig gebe ich deinem Haus festen Bestand *

und von Geschlecht zu Geschlecht

gründe ich deinen Thron. – Kehrvers

Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du, *

mein Gott, der Fels meiner Rettung.

Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren, *

mein Bund mit ihm ist verlässlich.“ – Kehrvers

Kehrvers siehe Lk 1, 32b, ferner GL 657, 3 · GL 1975 527, 2 · KG 612

oder GL 60, 1 · GL 1975 233, 7 · KG 271 (VI. Ton)

Lesung aus dem Römerbrief Röm 4, 13.16–18.22

Schwestern und Brüder! Abraham und seine Nachkommen

erhielten nicht aufgrund des Gesetzes die Verheißung, Erben

der Welt zu sein, sondern aufgrund der Glaubensgerechtigkeit.

Deshalb gilt: „aus Glauben“, damit auch gilt: „aus Gnade“.

Nur so bleibt die Verheißung für die ganze Nachkommenschaft

gültig, nicht nur für die, welche aus dem Gesetz, sondern auch

für die, welche aus dem Glauben Abrahams leben.


Eucharistie · Freitag, 19. März 208

Er ist unser aller Vater, wie geschrieben steht: Ich habe dich

zum Vater vieler Völker bestimmt – im Angesicht des Gottes,

dem er geglaubt hat, des Gottes, der die Toten lebendig macht

und das, was nicht ist, ins Dasein ruft.

Gegen alle Hoffnung hat er voll Hoffnung geglaubt, dass er

der Vater vieler Völker werde, nach dem Wort: So zahlreich

werden deine Nachkommen sein.

Darum wurde es ihm auch als Gerechtigkeit angerechnet.

Ruf vor dem Evangelium vgl. Ps 84, 5

Dein ist die Ehre, dein ist die Macht, Christus, Herr und Erlöser.

Selig, die in deinem Hause wohnen, Herr, die dich loben allezeit.

Dein ist die Ehre, dein ist die Macht, Christus, Herr und Erlöser.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus


Mt 1, 16.18–21.24a

Jakob zeugte den Josef, den Mann Marias; von ihr wurde Jesus

geboren, der der Christus genannt wird.

Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter,

war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren,

zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken

des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie

nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu

trennen.

Während er noch darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm

ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids,

fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen;

denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.

Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus

geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.

Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen

hatte.


209

Freitag, 19. März · Eucharistie

Impuls zum Evangelium

Während Lukas die Geschichte des irdischen Anfangs Jesu aus

der Perspektive Marias erzählt, betrachtet Matthäus die Dinge

eher aus Josefs Blickwinkel. Was geht in einem jungen Mann

vor, was erlebt einer, der erkennt, dass seine Frau schwanger

ist, obwohl sie noch nicht zusammenleben? Schmerz, Demütigung,

Empörung, Zweifel, Verzweiflung, diese Gefühle sind

mächtig, und sie können zerstörerische und selbstzerstörerische

Energien freisetzen. Aber Josef handelt nicht unüberlegt.

Seine Liebe ist größer als sein Schmerz und seine Verzweiflung.

Das macht ihn offen für Gottes Geheimnis und führt ihn

noch über die Grenze seiner eigenen Gerechtigkeit hinaus – er

gedenkt ja, sich ohne Aufsehen von seiner Frau zu trennen.

Josef vertraut Gottes Engel und nimmt hellwach die Weisung

an, die im Traum an ihn erging. Unglaublich? So wird er fähig,

die Frau zu sich zu nehmen, das Geheimnis anzunehmen und

wie Maria Ja zu sagen zu seinem Gotteskind.

Credo

Gabengebet

Herr, unser Gott, der heilige Josef hat deinem ewigen Sohn, den

die Jungfrau Maria geboren hat, in Treue gedient. Lass auch uns

Christus dienen und dieses Opfer mit reinem Herzen feiern.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu

danken und am Fest des heiligen Josef die Wege deiner Weisheit

zu rühmen. Denn ihm, dem Gerechten, hast du die jungfräuliche

Gottesmutter anvertraut, ihn, deinen treuen und klugen

Knecht, bestellt zum Haupt der Heiligen Familie. An Vaters statt

sollte er deinen eingeborenen Sohn beschützen, der durch die

Überschattung des Heiligen Geistes empfangen war, unseren


Abend · Freitag, 19. März 210

Herrn Jesus Christus. Durch ihn loben die Engel deine Herrlichkeit,

beten dich an die Mächte, erbeben die Gewalten. Die

Himmel und die himmlischen Kräfte und die seligen Serafim

feiern dich jubelnd im Chore. Mit ihrem Lobgesang lass auch

unsere Stimmen sich vereinen und voll Ehrfurcht rufen.

Kommunionvers Mt 25, 21

Komm, du guter und getreuer Knecht; nimm teil am Festmahl

deines Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, du hast uns am Fest des heiligen Josef um

deinen Altar versammelt und mit dem Brot des Lebens gestärkt.

Schütze deine Familie und erhalte in ihr deine Gaben. Darum

bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Der gütige Gott, der die Heiligen zur Vollendung geführt hat,

segne euch und bewahre euch vor allem Unheil.

Das Vorbild des heiligen Josef lehre euch und seine Fürsprache

helfe euch, Gott und den Menschen zu dienen.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Josef – (...) Er ist der Mann, der ging. Das ist sein Gesetz:

der dienstwillige Gehorsam. (…) Dass ein Wort Gottes bindet


211

Freitag, 19. März · Abend

und sendet, ist ihm selbstverständlich. Die dienstwillige Bereitschaft,

das ist sein Geheimnis.

Alfred Delp (deutscher Jesuit, Vordenker einer spirituellen,

ökumenischen und diakonischen Kirche, wegen seines Widerstands gegen

den Nationalsozialismus nach Verurteilung durch den „Volksgerichtshof“ in

Berlin-Plötzensee ermordet, 1907–1945)

• Wie empfänglich bin ich für die leise Stimme?

• Das Hören auf die leise Stimme, auf die Stimme im Inneren,

im Traum: Wer ist mir hier inneres Vorbild?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Träumen gehorchen, die Stille verstehn,

warten und schweigen, und hören wie du.

Heiliger Josef, führ du uns zu Jesus,

teile mit uns deinen Glauben an ihn.

Aufbrüche wagen, der Furcht widerstehn,

Zuversicht leben, vertrauen wie du.

Heiliger Josef, führ du uns zu Jesus,

teile mit uns deine Hoffnung auf ihn.

Da sein und treu sein und gut und gerecht,

schützen und trösten und lieben wie du.

Heiliger Josef, führ du uns zu Jesus,

teile mit uns deine Liebe zu ihm.

Helmut Schlegel 2008, © beim Autor – GL 907 (Anhang Rottenburg-Stuttgart)

Psalm 140 Verse 2–9.13–14

Rette mich, Herr, vor bösen Menschen, *

vor gewalttätigen Leuten schütze mich!

Denn sie sinnen in ihrem Herzen auf Böses, *

jeden Tag schüren sie Streit.

Wie die Schlangen haben sie scharfe Zungen *

und hinter den Lippen Gift wie die Nattern.


Abend · Freitag, 19. März 212

Behüte mich, Herr, vor den Händen der Frevler, /

vor gewalttätigen Leuten schütze mich, *

die darauf sinnen, mich zu Boden zu stoßen.

Hochmütige legen mir heimlich Schlingen, /

Böse spannen ein Netz aus, *

stellen mir Fallen am Wegrand.

Ich sage zum Herrn: Du bist mein Gott. *

Vernimm, o Herr, mein lautes Flehen!

Herr, mein Gebieter, meine starke Hilfe, *

du beschirmst mein Haupt am Tag des Kampfes.

Herr, erfülle nicht die Wünsche des Frevlers, *

lass seine Pläne nicht gelingen!

Ich weiß, der Herr führt die Sache des Armen, *

er verhilft den Gebeugten zum Recht.

Deinen Namen preisen nur die Gerechten; *

vor deinem Angesicht dürfen nur die Redlichen bleiben.

Ehre sei dem Vater ...

Du, Herr, verhilfst den Gebeugten zum Recht. Wenn Menschen

uns bedrängen und auf Böses sinnen, verschaffe uns Raum und

gib uns Luft zum Atmen.

Lesung Jes 11, 1–2

Aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger

Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des

Herrn lässt sich nieder auf ihm: der Geist der Weisheit und der

Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis

und der Gottesfurcht.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Jesus war etwa dreißig Jahre alt, als er zum ersten Mal öffentlich

auftrat. Und man hielt ihn für den Sohn des Josef.


213

Freitag, 19. März · Abend

Fürbitten

Gott unser Vater, wir bitten dich für die Frauen und Männer,

die sich Tag für Tag gefordert sehen, ihren Kindern bei ihrer

Entwicklung zur Seite zu stehen:

A: Sei uns nah mit deinem Segen.

– Sei den Eltern nah, deren Kinder keinen Zugang zum Glauben

finden.

– Steh den Eltern bei, deren Kinder an einer schweren Krankheit

leiden.

– Zeige denen einen Weg, die nicht wissen, wie sie finanziell

für ihre Kinder aufkommen sollen.

– Mach allen Mut, die sich um ihr Ungeborenes sorgen.

– Hilf allen Eltern auf, die den Tod eines Kindes zu verkraften

haben.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, du hast Jesus, unseren Heiland, und seine

Mutter Maria der treuen Sorge des heiligen Josef anvertraut.

Höre auf seine Fürsprache und hilf deiner Kirche, die Geheimnisse

der Erlösung treu zu verwalten, bis das Werk des Heiles

vollendet ist. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der treue Gott behüte unseren Schlaf,

er halte Unheil von uns fern

und führe uns in sein Reich.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Samstag, 20. März 2021

Namenstag: hl. Wolfram von Sens (Bischof, Missionar in Friesland,

† um 700) · Ebo von Reims (Bischof von Hildesheim, Initiator der

nordischen Mission, † 851) · hl. Irmgard von Erstein (Klostergründerin,

† 851)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Zu spät hab ich dich lieb gewonnen,

Schönheit so alt, Schönheit so neu,

viel zu spät.

Du warst in mir, doch ich war außer mir.

Dort suchte ich dich,

ich stürzte mich auf das Schöne,

das du erschaffen hast.

Du warst mit mir,

doch ich nicht mit dir.

Fern von dir hielt mich,

was es nicht gäbe,

wär’s nicht in dir.

Du hast gerufen, geschrien,

hast meine Taubheit durchbrochen.

Du bist erglänzt, bist erstrahlt,

hast meine Blindheit vertrieben.


215

Samstag, 20. März · Morgen

Du hast mich mit Duft umgeben –

ich hab ihn eingeatmet und seufze dir zu.

Ich habe gekostet

und hungre und dürste nach dir.

Du hast mich berührt,

und brennend ersehn ich deinen Frieden.

Aurelius Augustinus, Bekenntnisse 10, 27, 38

Canticum Ez 36,24–28

Antiphon:

Ich gebe euch ein neues Herz und einen neuen Geist.

Ich hole euch heraus aus den Völkern, /

ich sammle euch aus allen Ländern *

und bringe euch in euer Land.

Ich gieße reines Wasser über euch aus,

dann werdet ihr rein. *

Ich reinige euch von aller Unreinheit, von all euren Götzen.

Ich schenke euch ein neues Herz *

und lege einen neuen Geist in euch.

Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust *

und gebe euch ein Herz von Fleisch.

Ich lege meinen Geist in euch /

und bewirke,

dass ihr meinen Gesetzen folgt, *

auf meine Gebote achtet und sie erfüllt.

Dann werdet ihr in dem Lande wohnen, *

das ich euren Vätern gab.

Ihr werdet mein Volk sein, *

und ich werde euer Gott sein.

Ehre sei dem Vater ...


Morgen · Samstag, 20. März 216

Lesung Röm 12, 1–2

Angesichts des Erbarmens Gottes ermahne ich euch, meine

Brüder, euch selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen,

das Gott gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene

Gottesdienst. Gleicht euch nicht dieser Welt an, sondern

wandelt euch durch ein neues Denken, damit ihr prüfen

und erkennen könnt, was der Wille Gottes ist: was ihm gefällt,

was gut und vollkommen ist.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Die Knechte, die Jesus festnehmen sollten, kamen zurück und

sagten: Noch nie hat ein Mensch so gesprochen wie dieser

Mensch.

Bitten

Christus Jesus, dir wenden wir uns zu und hören auf deine

Stimme. Wir rufen zu dir:

A: Kehr bei uns ein, du Weisheit des Vaters.

– Mit der Aufrichtigkeit deiner Worte.

– Mit deinem Mut, auf Menschen zuzugehen.

– Mit der Ernsthaftigkeit deines Zuhörens.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, lenke du selbst unsere Herzen zu dir hin;

denn ohne deine Hilfe können wir dir nicht gefallen. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


217

Samstag, 20. März · Eucharistie

Texte zur Eucharistiefeier

Mich umfingen die Fesseln des Todes.

Die Bande der Unterwelt umstrickten mich.

In meiner Not rief ich zum Herrn.

Aus seinem Heiligtum hörte er mein Rufen.

Ps 18, 5–7

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 11, 18–20

Der Herr ließ es mich wissen, und so wusste ich es; damals

ließest du mich ihr Treiben durchschauen.

Ich selbst war wie ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten

geführt wird, und ahnte nicht, dass sie gegen mich Böses

planten: Wir wollen den Baum im Saft verderben; wir wollen

ihn ausrotten aus dem Land der Lebenden, sodass man seinen

Namen nicht mehr erwähnt.

Aber der Herr der Heere richtet gerecht, er prüft Herz und

Nieren. Ich werde sehen, wie du Rache an ihnen nimmst; denn

dir habe ich meine Sache anvertraut.

Impuls zur Lesung

Der Prophet vergleicht sich selbst mit einem arglosen, zutraulichen

Lamm, das lange nicht ahnte, wohin die Reise geht – zur

Schlachtbank. Hier wird nicht mitleidheischend das Kindchen-

Schema bemüht, hier drängt sich einem Betroffenen ein erbarmungswürdiges

Bild auf. Das Prophetenamt ist kein Ruhe-,

sondern ein Schleudersitz. Und doch hadert Jeremia nicht mit

Gott, er vertraut ganz und gar auf dessen Weggeleit. Sein Gott

hat ihm ja die Augen geöffnet, ihn gerettet vor dem gewaltsamen

Tod, den ihm hasserfüllte Mitbürger zudachten. Jeremia

schmiedet keine weißglühenden Rachepläne, er kann loslassen.

Ruhig erwartet er Gottes gerechtes Richten. Der Herr sieht


Eucharistie · Samstag, 20. März 218

ja tiefer als menschliche Blicke, „er prüft Herz und Nieren“.

Der gequälte und geängstigte Prophet findet Frieden, er kann

zu seinen Rachewünschen Abstand halten, „denn dir habe ich

meine Sache anvertraut“.

Antwortpsalm Ps 7, 2–3.9–12

Kehrvers:

Herr, mein Gott, ich hoffe auf dich.

Herr, mein Gott, ich flüchte mich zu dir; *

hilf mir vor allen Verfolgern und rette mich,

damit mir niemand wie ein Löwe das Leben raubt, *

mich zerreißt, und keiner ist da, der mich rettet. – Kehrvers

Herr, weil ich gerecht bin, verschaff mir Recht, *

und tu an mir Gutes, weil ich schuldlos bin!

Die Bosheit der Frevler finde ein Ende, /

doch gib dem Gerechten Bestand, *

gerechter Gott, der du auf Herz und Nieren prüfst. – Kehrvers

Ein Schild über mir ist Gott, *

er rettet die Menschen mit redlichem Herzen.

Gott ist ein gerechter Richter, *

ein Gott, der täglich strafen kann. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 2a, ferner GL 431 oder GL 1975 527, 7 (IV. Ton)

oder KG 619 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Lk 8, 15

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Selig, die das Wort mit aufrichtigem Herzen hören und Frucht

bringen in Geduld.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!


219

Samstag, 20. März · Abend

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 7, 40–53

In jener Zeit sagten einige aus dem Volk, als sie Jesu Worte

hörten: Er ist wahrhaftig der Prophet. Andere sagten: Er ist

der Messias. Wieder andere sagten: Kommt denn der Messias

aus Galiläa? Sagt nicht die Schrift: Der Messias kommt aus

dem Geschlecht Davids und aus dem Dorf Betlehem, wo David

lebte? So entstand seinetwegen eine Spaltung in der Menge.

Einige von ihnen wollten ihn festnehmen; aber keiner wagte

ihn anzufassen.

Als die Gerichtsdiener zu den Hohenpriestern und den Pharisäern

zurückkamen, fragten diese: Warum habt ihr ihn nicht

hergebracht? Die Gerichtsdiener antworteten: Noch nie hat ein

Mensch so gesprochen.

Da entgegneten ihnen die Pharisäer: Habt auch ihr euch in

die Irre führen lassen? Ist etwa einer vom Hohen Rat oder von

den Pharisäern zum Glauben an ihn gekommen? Dieses Volk

jedoch, das vom Gesetz nichts versteht, verflucht ist es.

Nikodemus aber, einer aus ihren eigenen Reihen, der früher

einmal Jesus aufgesucht hatte, sagte zu ihnen: Verurteilt etwa

unser Gesetz einen Menschen, bevor man ihn verhört und festgestellt

hat, was er tut? Sie erwiderten ihm: Bist du vielleicht

auch aus Galiläa? Lies doch nach: Der Prophet kommt nicht aus

Galiläa. Dann gingen alle nach Hause.

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...


Abend · Samstag, 20. März 220

Hymnus

Leben, das keinen Tod zu fürchten braucht,

Leben, das auch im Kreuz sich nicht verbraucht.

Liebe, die ohne Grund sich andern schenkt,

Liebe, die allen Streit zum Frieden lenkt.

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt,

bringt es keine Frucht, und es verdirbt.

Glaube, der auch im Menschen Gott entdeckt,

Glaube, der sich im Alltag nicht versteckt.

Christus, der uns zum Himmel Brücken baut,

Christus, durch den uns Gott wird ganz vertraut.

Er ist Gottes Weizenkorn, das in der Erde liegt,

für uns stirbt und so den Tod besiegt.

Manfred Henkes: Todesfrucht,

aus: ders., Auf-Brüche. Wege zu Gott und den Menschen,

Stuttgart 1982, S. 26

Psalm 141 Verse 1–9

Herr, ich rufe zu dir. Eile mir zu Hilfe; *

höre auf meine Stimme, wenn ich zu dir rufe.

Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf; *

als Abendopfer gelte vor dir, wenn ich meine Hände erhebe.

Herr, stell eine Wache vor meinen Mund, *

eine Wehr vor das Tor meiner Lippen!

Gib, dass mein Herz sich bösen Worten nicht zuneigt, *

dass ich nichts tue, was schändlich ist,

zusammen mit Menschen, die Unrecht tun. *

Von ihren Leckerbissen will ich nicht kosten.

Der Gerechte mag mich schlagen aus Güte: *

Wenn er mich bessert, ist es Salböl für mein Haupt;

da wird sich mein Haupt nicht sträuben. *

Ist er in Not, will ich stets für ihn beten.


221

Samstag, 20. März · Abend

Haben ihre Richter sich auch die Felsen hinabgestürzt, *

sie sollen hören, dass mein Wort für sie freundlich ist.

Wie wenn man Furchen zieht und das Erdreich aufreißt, *

so sind unsre Glieder hingestreut an den Rand der Unterwelt.

Mein Herr und Gott, meine Augen richten sich auf dich; *

bei dir berge ich mich. Gieß mein Leben nicht aus!

Vor der Schlinge, die sie mir legten, bewahre mich, *

vor den Fallen derer, die Unrecht tun!

Ehre sei dem Vater ...

Du unser Gott, dir gehören wir an, auf dich richten sich unsere

Augen. Hilf uns, deinen Weg zu finden und dir entgegenzugehen.

Lesung 1 Petr 1, 18–21

Ihr wisst, dass ihr aus eurer sinnlosen, von den Vätern ererbten

Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft

wurdet, nicht um Silber oder Gold, sondern mit dem

kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel. Er

war schon vor der Erschaffung der Welt dazu ausersehen, und

euretwegen ist er am Ende der Zeiten erschienen. Durch ihn

seid ihr zum Glauben an Gott gekommen, der ihn von den Toten

auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, sodass ihr

an Gott glauben und auf ihn hoffen könnt.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt

es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.

Fürbitten

Infolge der Volksabstimmung in Oberschlesien heute vor 100

Jahren wuchsen die Spannungen zwischen Deutschen und Polen

und führten schließlich zur Teilung. Heute, ein Menschen-


Abend · Samstag, 20. März 222

alter nach Flucht und Vertreibung, ist die Region zu einem Vorbild

der Versöhnung unter den Volksgruppen geworden. Beten

wir für alle, die in Regionen mit unterschiedlichen Bevölkerungsanteilen

leben, und für alle, die Schlesien verbunden sind:

V: Gott des Friedens, A: hilf uns zusammenzuhalten.

– Dass wir bei allen Unterschieden das Gemeinsame im Blick

behalten.

– Dass wir uns für gute Lebensmöglichkeiten für alle einsetzen.

– Dass wir erlittenes Unrecht als Antrieb begreifen, einen Ausgleich

zu erreichen, der allen Beteiligten gerecht wird.

– Dass wir der Menschen gedenken, die durch ihr Engagement

Versöhnung und Zusammenarbeit den Weg bereitet haben.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt dem

Tod überliefert. Lass uns in seiner Liebe bleiben und mit deiner

Gnade aus ihr leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt,

bewahre unsere Herzen und unsere Gedanken

in Christus Jesus, unserem Herrn.

Vgl. Phil 4, 7

Ave Regina caelorum (Seite 331)


223

Samstag, 20. März · Von Woche zu Woche

Von Woche zu Woche

Herzenssache

(zu Jer 31, 31–34)

Steinerne Tafeln sind nützlich,

Regeln häufig hilfreich,

Weisungen oft weise.

Die Tora,

Lebensweisung Israels,

führt zur Lebensfülle.

Weil Gott barmherzig ist,

dringt er darauf,

dass Israel die Tora hält.

Der erbarmende Gott hofft,

dass das rechte Tun

zur Herzenssache wird.

Er selbst will

die steinernen Herzen

erweichen.

Dorothee Sandherr-Klemp


21. März 2021

5. Fastensonntag

Namenstag: sel. Christian von Köln (erster Abt von St. Pantaleon,

† 1002) · sel. Richeza von Polen († 1063) · Absalon von Lund (Axel,

Bischof, † 1201) · Emilie Schneider (Ordensfrau, Mystikerin, † 1859)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Gib uns ein reines Herz, o Gott,

damit wir dich preisen und ehren!

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Auf meinen lieben Gott

trau ich in Angst und Not;

der kann mich allzeit retten

aus Trübsal, Angst und Nöten,

mein Unglück kann er wenden,

steht alls in seinen Händen.

Ob mich mein Sünd anficht,

will ich verzagen nicht;

auf Christus will ich bauen


225

Sonntag, 21. März · Morgen

und ihm allein vertrauen,

ihm tu ich mich ergeben

im Tod und auch im Leben.

Ob mich der Tod nimmt hin,

ist Sterben mein Gewinn,

und Christus ist mein Leben;

dem tu ich mich ergeben;

ich sterb heut oder morgen,

mein Seel wird er versorgen.

O mein Herr Jesu Christ,

der du geduldig bist

für mich am Kreuz gestorben:

hast mir das Heil erworben,

auch uns allen zugleiche

das ewig Himmelreiche.

Amen zu aller Stund

sprech ich aus Herzensgrund;

du wollest selbst uns leiten,

Herr Christ, zu allen Zeiten,

auf dass wir deinen Namen

ewiglich preisen. Amen.

Lübeck vor 1603, Wittenberg und Nürnberg 1607,

EG 345

Psalm 2

Warum toben die Völker, *

warum machen die Nationen vergebliche Pläne?

Die Könige der Erde stehen auf, *

die Großen haben sich verbündet

gegen den Herrn und seinen Gesalbten.

„Lasst uns ihre Fesseln zerreißen *

und von uns werfen ihre Stricke!“


Morgen · Sonntag, 21. März 226

Doch er, der im Himmel thront, lacht, *

der Herr verspottet sie.

Dann aber spricht er zu ihnen im Zorn, *

in seinem Grimm wird er sie erschrecken:

„Ich selber habe meinen König eingesetzt *

auf Zion, meinem heiligen Berg.“

Den Beschluss des Herrn will ich kundtun. /

Er sprach zu mir: „Mein Sohn bist du. *

Heute habe ich dich gezeugt.

Fordre von mir, und ich gebe dir die Völker zum Erbe, *

die Enden der Erde zum Eigentum.

Du wirst sie zerschlagen mit eiserner Keule, *

wie Krüge aus Ton wirst du sie zertrümmern.“

Nun denn, ihr Könige, kommt zur Einsicht, *

lasst euch warnen, ihr Gebieter der Erde!

Dient dem Herrn in Furcht *

und küsst ihm mit Beben die Füße,

damit er nicht zürnt *

und euer Weg nicht in den Abgrund führt.

Denn wenig nur, und sein Zorn ist entbrannt. *

Wohl allen, die ihm vertrauen!

Ehre sei dem Vater ...

Vergeblich ist alles Sinnen, das nicht aus dir, Lebendiger, seine

Kraft schöpft. Stärke unser Vertrauen.

Lesung Eph 3, 20–21

Gott, der durch die Macht, die in uns wirkt, unendlich viel

mehr tun kann, als wir erbitten oder uns ausdenken können,

er werde verherrlicht durch die Kirche und durch Christus

Jesus in allen Generationen, für ewige Zeiten. Amen.


227

Sonntag, 21. März · Eucharistie

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Lazarus, unser Freund, schläft; aber ich gehe hin, um ihn aufzuwecken.

Bitten

Gott, du hast in unserer Taufe den Grund dafür gelegt, dass wir

zu neuen Menschen werden. Wir bitten dich:

A: Stärke uns mit deiner Liebe.

– Dass deine Frohbotschaft uns tiefer durchdringt.

– Dass wir dir fester vertrauen.

– Dass wir über uns hinaus- und dir entgegenwachsen.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt dem

Tod überliefert. Lass uns in seiner Liebe bleiben und mit deiner

Gnade aus ihr leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der ewige Gott erweise uns seine Gnade,

er lasse uns seine Stimme hören

und schenke uns sein Leben.

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 209, 210, 267, 272, 275, 297, 460 · KG 137,

141, 142, 202, 390

Verschaff mir Recht, o Gott,

und führe meine Sache gegen ein treuloses Volk!

Rette mich vor bösen und tückischen Menschen,

denn du bist mein starker Gott.

Ps 43, 1–2


Eucharistie · Sonntag, 21. März 228

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 31, 31–34

Siehe, Tage kommen – Spruch des HERRN –, da schließe ich

mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen Bund.

Er ist nicht wie der Bund, den ich mit ihren Vätern geschlossen

habe an dem Tag, als ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem

Land Ägypten herauszuführen. Diesen meinen Bund haben sie

gebrochen, obwohl ich ihr Gebieter war – Spruch des HERRN.

Sondern so wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen

mit dem Haus Israel schließe – Spruch des HERRN: Ich habe

meine Weisung in ihre Mitte gegeben und werde sie auf ihr

Herz schreiben. Ich werde ihnen Gott sein und sie werden mir

Volk sein.

Keiner wird mehr den andern belehren, man wird nicht

zueinander sagen: Erkennt den HERRN!, denn sie alle, vom

Kleinsten bis zum Größten, werden mich erkennen – Spruch

des HERRN. Denn ich vergebe ihre Schuld, an ihre Sünde denke

ich nicht mehr.

Impuls zur Lesung

„Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.“ Das

hat Gott dem Mose am Sinai zugesagt. Der Herr will mit seinem

Volk im Bunde sein, auch wenn es immer wieder fremde

Götter, vermeintlich mächtigere Verbündete, sucht. Israels

Gott ist gerecht und schafft Recht, aber er besteht nicht auf

seinem Recht. Er ist barmherzig. Doch gerade, weil der Herr

barmherzig ist, dringt er darauf, dass Israel die Tora hält. Sie

ist die Lebensweisung, die zur Lebensfülle führt. Steinerne

Tafeln sind gut, aber nicht gut genug. Adonai will, dass das

rechte Tun den Menschen zur Herzensangelegenheit wird. Er

selbst wird die steinernen Herzen erweichen.


229

Sonntag, 21. März · Eucharistie

Antwortpsalm Ps 51, 3–4.12–15

Kehrvers:

Ein reines Herz erschaffe mir, o Gott!

Gott, sei mir gnädig nach deiner Huld, *

tilge meine Frevel nach deinem reichen Erbarmen!

Wasch meine Schuld von mir ab *

und mach mich rein von meiner Sünde! – Kehrvers

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz *

und einen festen Geist erneuere in meinem Innern!

Verwirf mich nicht vor deinem Angesicht, *

deinen heiligen Geist nimm nicht von mir! – Kehrvers

Gib mir wieder die Freude deines Heiles, *

rüste mich aus mit dem Geist der Großmut!

Ich will die Frevler deine Wege lehren *

und die Sünder kehren um zu dir. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 12a, ferner GL 301 oder GL 1975 528, 2

oder KG 399 (IV. Ton)

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 5, 7–9

Christus hat in den Tagen seines irdischen Lebens mit lautem

Schreien und unter Tränen Gebete und Bitten vor den

gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte, und er ist erhört

worden aufgrund seiner Gottesfurcht.

Obwohl er der Sohn war, hat er durch das, was er gelitten hat,

den Gehorsam gelernt; zur Vollendung gelangt, ist er für alle,

die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.

Ruf vor dem Evangelium

Joh 12, 26a

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

So spricht der Herr: Wenn einer mir dienen will, folge er mir

nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!


Eucharistie · Sonntag, 21. März 230

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 12, 20–33

In jener Zeit gab es auch einige Griechen unter den Pilgern,

die beim Paschafest in Jerusalem Gott anbeten wollten. Diese

traten an Philippus heran, der aus Betsaida in Galiläa stammte,

und baten ihn: Herr, wir möchten Jesus sehen. Philippus ging

und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten

es Jesus.

Jesus aber antwortete ihnen: Die Stunde ist gekommen, dass

der Menschensohn verherrlicht wird. Amen, amen, ich sage

euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt,

bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer

sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt

gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben. Wenn

einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort

wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der

Vater ihn ehren.

Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette

mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde

gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen!

Da kam eine Stimme vom Himmel: Ich habe ihn schon verherrlicht

und werde ihn wieder verherrlichen. Die Menge, die

dabeistand und das hörte, sagte: Es hat gedonnert. Andere sagten:

Ein Engel hat zu ihm geredet.

Jesus antwortete und sagte: Nicht mir galt diese Stimme, sondern

euch. Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt; jetzt

wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Und

ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.

Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben

werde.

Credo


231

Sonntag, 21. März · Eucharistie

Gabengebet

Erhöre uns, allmächtiger Gott. Du hast uns durch dein Wort

zum Zeugnis eines christlichen Lebens berufen. Reinige uns

durch dieses Opfer und stärke uns zum Kampf gegen das Böse.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel,

zu danken und dein Erbarmen zu preisen. Denn jedes Jahr

schenkst du deinen Gläubigen die Gnade, das Osterfest in der

Freude des Heiligen Geistes zu erwarten. Du mahnst uns in

dieser Zeit der Buße zum Gebet und zu Werken der Liebe, du

rufst uns zur Feier der Geheimnisse, die in uns die Gnade der

Kindschaft erneuern. So führst du uns mit geläutertem Herzen

zur österlichen Freude und zur Fülle des Lebens durch unseren

Herrn Jesus Christus. Durch ihn rühmen wir deine Größe und

vereinen uns mit den Chören der Engel zum Hochgesang von

deiner göttlichen Herrlichkeit.

Kommunionvers Joh 12, 24–25

Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die

Erde fällt und stirbt, bleibt es allein. Wenn es aber stirbt, bringt

es reiche Frucht.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, du hast uns das Sakrament der Einheit geschenkt.

Lass uns immer lebendige Glieder Christi bleiben,

dessen Leib und Blut wir empfangen haben. Darum bitten wir

durch ihn, Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Der barmherzige Gott, der seinen Sohn für uns dahingegeben

und uns in ihm ein Beispiel der Liebe geschenkt hat, segne euch

und mache euch bereit, Gott und den Menschen zu dienen.


Auslegung · Sonntag, 21. März 232

Und Christus, der Herr, der uns durch sein Sterben dem ewigen

Tode entrissen hat, stärke euren Glauben und führe euch

zur unvergänglichen Herrlichkeit.

Und allen, die ihm folgen auf dem Weg der Entäußerung, gebe

er Anteil an seiner Auferstehung und an seiner Herrlichkeit.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Auslegung zum Sonntagsevangelium

Von Augustinus

Bei dieser Gelegenheit also, als die Heiden ihn sehen wollten,

verkündete er die künftige Fülle der Heiden und versprach

ihnen, dass die Stunde seiner Verherrlichung schon da

sei; wenn sie nämlich im Himmel vollendet ist, werden die Heiden

zum Glauben kommen, gemäß dem Wort: „Erhebe dich

über die Himmel, o Gott, und deine Herrlichkeit über die ganze

Erde“ (Ps 57, 6).

Aurelius Augustinus (Bischof von Hippo, Kirchenlehrer, 354–430),

hier nach: Thomas von Aquin, Catena Aurea. Kommentar zu den Evangelien

im Jahreskreis, hg. v. Marianne Schlosser und Florian Kolbinger, 379,

© EOS Verlag, St. Ottilien, 2. Auflage 2012

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...


233

Sonntag, 21. März · Abend

Hymnus

Lasset uns mit Jesus ziehen,

seinem Vorbild folgen nach,

in der Welt der Welt entfliehen

auf der Bahn, die er uns brach.

Immerfort zum Himmel reisen,

irdisch noch schon himmlisch sein,

glauben recht und leben rein,

in der Lieb den Glauben weisen.

Treuer Jesu, bleib bei mir,

gehe vor, ich folge dir.

Lasset uns mit Jesus leiden,

seinem Vorbild werden gleich;

nach dem Leide folgen Freuden,

Armut hier macht dorten reich,

Tränensaat, die erntet Lachen;

Hoffnung tröste die Geduld:

es kann leichtlich Gottes Huld

aus dem Regen Sonne machen.

Jesu, hier leid ich mit dir,

dort teil deine Freud mit mir!

Lasset uns mit Jesus sterben;

sein Tod uns vom andern Tod

rettet und vom Seelverderben,

von der ewiglichen Not.

Lasst uns töten hier im Leben

unser Fleisch, ihm sterben ab,

so wird er uns aus dem Grab

in das Himmelsleben heben.

Jesu, sterb ich, sterb ich dir,

dass ich lebe für und für.


Abend · Sonntag, 21. März 234

Lasset uns mit Jesus leben.

Weil er auferstanden ist,

muss das Grab uns wiedergeben.

Jesu, unser Haupt du bist,

wir sind deines Leibes Glieder,

wo du lebst, da leben wir;

ach erkenn uns für und für,

trauter Freund, als deine Brüder!

Jesu, dir ich lebe hier,

dorten ewig auch bei dir.

Sigmund von Birken 1653

EG 384 – Melodie: Sollt ich meinem Gott nicht singen (EG 325)

Canticum Vgl. 1 Petr 2, 21–24

Antiphon:

Er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, misshandelt

wegen unserer Sünden. Durch seine Wunden sind wir geheilt.

Christus hat für uns gelitten /

und uns ein Beispiel gegeben, *

damit wir ihm folgen auf seinem Weg.

Er hat keine Sünde begangen, *

und in seinem Mund war keine Falschheit.

Als er geschmäht wurde, schmähte er nicht, /

als er litt, drohte er nicht, *

sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter.

Er hat unsre Sünden mit seinem eigenen Leib /

am Holz des Kreuzes getragen, *

damit wir tot sind für die Sünden

und leben für die Gerechtigkeit.

Durch seine Wunden *

sind wir geheilt.

Ehre sei dem Vater ...


235

Sonntag, 21. März · Abend

Lesung Eph 2, 13–16

Jetzt seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus

Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Denn

er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile – Juden und

Heiden – und riss durch sein Sterben die trennende Wand der

Feindschaft nieder. Er hob das Gesetz mit seinen Geboten und

Forderungen auf, um die zwei in seiner Person zu dem einen

neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte

die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er

hat in seiner Person die Feindschaft getötet.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Wenn ich von der Erde erhöht bin, werde ich alle an mich ziehen.

Fürbitten

„Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt

es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“ Dass

auch unser Leben nicht fruchtlos bleiben möge, darum bitten

wir den Gott des Lebens:

V: Du unser Schöpfer, A: wir bitten dich, erhöre uns.

Für die Kirche:

– Verleihe ihr die Gabe, glaubhaft die Hoffnung zu bezeugen,

dass aus Jesu Tod neues Leben wird.

Für die Menschen in Kriegsgebieten:

– Sei all denen nahe, die unter der permanenten Bedrohung

tödlicher Gewalt leben müssen.

Für alle, denen ihre Lebenssituation ausweglos erscheint:

– Schicke ihnen deinen Engel der Nähe und lass sie Menschen

finden, die gemeinsam mit ihnen ein Stück aus dem Dunkel

herausgehen.


Abend · Sonntag, 21. März 236

Für die Menschen in Todesnähe:

– Nimm ihnen die Furcht vor der dunklen Pforte, durch die

sie hindurchmüssen, und ziehe sie zu dir in dein tröstendes

Licht.

V: Du unser Schöpfer, A: wir bitten dich, erhöre uns.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, dein Sohn hat sich aus Liebe zur Welt dem

Tod überliefert. Lass uns in seiner Liebe bleiben und mit deiner

Gnade aus ihr leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Gott aller Gnade, der uns in Christus

zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat,

wird uns aufrichten, stärken, kräftigen

und auf festen Grund stellen.

Sein ist die Macht in Ewigkeit.

Vgl. 1 Petr 5, 10 f.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Montag, 22. März 2021

Namenstag: hl. Lea (Witwe in Rom, † um 384) · sel. Elko von Lidlum/

Friesland (Elmar, Abt, † 1332) · sel. Clemens August Kardinal Graf von

Galen (Bischof von Münster, Gegner der Nationalsozialisten, † 1946)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Du Morgenstern, du Licht vom Licht,

das durch die Finsternisse bricht,

du gingst vor aller Zeiten Lauf

in unerschaffner Klarheit auf.

Du Lebensquell, wir danken dir,

auf dich, Lebend’ger, hoffen wir;

denn du durchdrangst des Todes Nacht,

hast Sieg und Leben uns gebracht.

Du ewge Wahrheit, Gottes Bild,

der du den Vater uns enthüllt,

du kamst herab ins Erdental

mit deiner Gotterkenntnis Strahl.

Bleib bei uns, Herr, verlass uns nicht,

führ uns durch Finsternis zum Licht,

bleib auch am Abend dieser Welt

als Hilf und Hort uns zugesellt.

Johann Gottfried Herder (vor 1800), nach 1817 bearbeitet

EG 74 · Melodie: GL 222 · GL 1975 112


Morgen · Montag, 22. März 238

Psalm 9 Verse 12–21

Singt dem Herrn, der thront auf dem Zion, *

verkündet unter den Völkern seine Taten!

Denn er, der jede Blutschuld rächt, denkt an die Armen, *

und ihren Notschrei vergisst er nicht.

Sei mir gnädig in meiner Not; *

Herr, sieh doch, wie sie mich hassen!

Führ mich herauf von den Pforten des Todes, /

damit ich all deinen Ruhm verkünde in den Toren von Zion *

und frohlocke, weil du mir hilfst.

Völker versanken in der Grube, die sie selber gegraben; *

im Netz, das sie heimlich gelegt, hat ihr Fuß sich verfangen.

Kundgetan hat sich der Herr: Er hielt sein Gericht; *

im eigenen Werk hat sich der Frevler verstrickt.

Hinabfahren müssen die Frevler zum Totenreich, *

alle Heiden, die Gott vergessen.

Doch der Arme ist nicht auf ewig vergessen, *

des Elenden Hoffnung ist nicht für immer verloren.

Erheb dich, Herr, damit nicht der Mensch triumphiert, *

damit die Völker gerichtet werden vor deinem Angesicht.

Wirf Schrecken auf sie, o Herr! *

Erkennen sollen die Völker: Sie sind nur Menschen.

Ehre sei dem Vater ...

Barmherziger Gott, du denkst an die Armen und vergisst sie

nicht. Gib, dass wir unsere Endlichkeit und Verwundbarkeit vor

Augen behalten und einander in jeder Not beistehen.

Lesung Jer 11, 19–20

Ich war wie ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten geführt

wird, und ahnte nicht, dass sie gegen mich Böses planten:

Wir wollen den Baum im Saft verderben; wir wollen ihn

ausrotten aus dem Land der Lebenden, sodass man seinen Na-


239

Montag, 22. März · Morgen

men nicht mehr erwähnt. Aber der Herr der Heere richtet gerecht,

er prüft Herz und Nieren. Ich werde sehen, wie du Rache

an ihnen nimmst; denn dir habe ich meine Sache anvertraut.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wandelt nicht in

der Finsternis, sondern hat das Licht des Lebens.

Bitten

Mutig hat sich Bischof Clemens August Graf von Galen, der

heute vor 75 Jahren starb, für das Lebensrecht von Menschen

mit Behinderung eingesetzt. Bitten wir den Gott des Lebens:

V: Du unser Vater, A: mach uns stark.

– Dass wir aufmerksam bleiben für die Situation unserer Mitmenschen.

– Dass wir klug und lösungsorientiert überlegen, wie ihnen zu

helfen ist.

– Dass wir Mut finden, das Schweigen zu überwinden, wenn

wir Missständen begegnen.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, in deinem Sohn hast du uns die Fülle des

Segens geschenkt. Gib uns Kraft, unsere sündhaften Gewohnheiten

abzulegen und in der neuen Wirklichkeit zu leben, damit

einst die Herrlichkeit deines Reiches an uns offenbar wird. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


Eucharistie · Montag, 22. März 240

Texte zur Eucharistiefeier

Sei mir gnädig, Gott, denn Menschen stellen mir nach;

meine Feinde bedrängen mich Tag für Tag.

Ps 56, 2

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Daniel

Dan 13, 1–9.15–17.19–30.33–62

Kurzfassung: Dan 13, 41c–62

In jenen Tagen wohnte in Babylon ein Mann mit Namen Jojakim.

Er hatte Susanna, die Tochter Hilkijas, zur Frau; sie war

sehr schön und gottesfürchtig. Auch ihre Eltern waren gerecht

und hatten ihre Tochter nach dem Gesetz des Mose erzogen.

Jojakim war sehr reich; er besaß einen Garten nahe bei seinem

Haus. Die Juden pflegten bei ihm zusammenzukommen, weil er

der Angesehenste von allen war.

Als Richter amtierten in jenem Jahr zwei Älteste aus dem

Volk, von denen galt, was der Herr gesagt hat: Ungerechtigkeit

ging von Babylon aus, von den Ältesten, von den Richtern, die

als Leiter des Volkes galten. Sie hielten sich regelmäßig im Haus

Jojakims auf, und alle, die eine Rechtssache hatten, kamen zu

ihnen. Hatten sich nun die Leute um die Mittagszeit wieder

entfernt, dann kam Susanna und ging im Garten ihres Mannes

spazieren. Die beiden Ältesten sahen sie täglich kommen und

umhergehen; da regte sich in ihnen die Begierde nach ihr. Ihre

Gedanken gerieten auf Abwege, und ihre Augen gingen in die

Irre; sie sahen weder zum Himmel auf, noch dachten sie an die

gerechten Strafen Gottes.

Während sie auf einen günstigen Tag warteten, kam Susanna

eines Tages wie gewöhnlich in den Garten, nur von zwei Mädchen

begleitet, und wollte baden; denn es war heiß. Niemand

war dort außer den beiden Ältesten, die sich versteckt hatten


241

Montag, 22. März · Eucharistie

und ihr auflauerten. Sie sagte zu den Mädchen: Holt mir Öl und

Salben und verriegelt das Gartentor, damit ich baden kann.

Als die Mädchen weg waren, standen die beiden Ältesten auf,

liefen zu Susanna hin und sagten: Das Gartentor ist verschlossen,

und niemand sieht uns; wir brennen vor Verlangen nach

dir: Sei uns zu Willen, und gib dich uns hin! Weigerst du dich,

dann bezeugen wir gegen dich, dass ein junger Mann bei dir

war und dass du deshalb die Mädchen weggeschickt hast. Da

seufzte Susanna und sagte: Ich bin bedrängt von allen Seiten:

Wenn ich es tue, so droht mir der Tod; tue ich es aber nicht, so

werde ich euch nicht entrinnen. Es ist besser für mich, es nicht

zu tun und euch in die Hände zu fallen, als gegen den Herrn

zu sündigen.

Dann schrie Susanna, so laut sie konnte. Aber zugleich mit

ihr schrien auch die beiden Ältesten, und einer von ihnen lief

zum Gartentor und öffnete es. Als die Leute im Haus das Geschrei

im Garten hörten, eilten sie durch die Seitentür herbei,

um zu sehen, was ihr zugestoßen sei. Als die Ältesten ihre Erklärung

gaben, schämten sich die Diener sehr; denn noch nie

war so etwas über Susanna gesagt worden.

Als am nächsten Morgen das Volk bei Jojakim, ihrem Mann,

zusammenkam, erschienen auch die beiden Ältesten. Sie kamen

mit der verbrecherischen Absicht, gegen Susanna die Todesstrafe

zu erwirken. Sie sagten vor dem Volk: Schickt nach

Susanna, der Tochter Hilkijas, der Frau Jojakims! Man schickte

nach ihr. Sie kam, begleitet von ihren Eltern, ihren Kindern und

allen Verwandten.

Ihre Angehörigen weinten, und alle, die sie sahen, begannen

ebenfalls zu weinen. Vor dem ganzen Volk standen nun die

beiden Ältesten auf und legten die Hände auf den Kopf Susannas.

Sie aber blickte weinend zum Himmel auf; denn ihr Herz

vertraute dem Herrn. Die Ältesten sagten: Während wir allein

im Garten spazieren gingen, kam diese Frau mit zwei Mägden

herein. Sie ließ das Gartentor verriegeln und schickte die Mägde

fort. Dann kam ein junger Mann zu ihr, der sich versteckt


Eucharistie · Montag, 22. März 242

hatte, und legte sich zu ihr. Wir waren gerade in einer abgelegenen

Ecke des Gartens; als wir aber die Sünde sahen, eilten

wir zu ihnen hin und sahen, wie sie zusammen waren. Den

Mann konnten wir nicht festhalten; denn er war stärker als

wir; er öffnete das Tor und entkam. Aber diese da hielten wir

fest und fragten sie, wer der junge Mann war. Sie wollte es uns

aber nicht verraten. Das alles können wir bezeugen. Die versammelte

Gemeinde glaubte ihnen, weil sie Älteste des Volkes

und Richter waren, und verurteilte Susanna zum Tod.

Da rief sie laut: Ewiger Gott, du kennst auch das Verborgene;

du weißt alles, noch bevor es geschieht. Du weißt auch, dass sie

eine falsche Aussage gegen mich gemacht haben. Darum muss

ich jetzt sterben, obwohl ich nichts von dem getan habe, was

diese Menschen mir vorwerfen.

Der Herr erhörte ihr Rufen. Als man sie zur Hinrichtung führte,

erweckte Gott den heiligen Geist in einem jungen Mann

namens Daniel. Dieser rief laut: Ich bin unschuldig am Tod dieser

Frau. Da wandten sich alle Leute nach ihm um und fragten

ihn: Was soll das heißen, was du da gesagt hast? Er trat mitten

unter sie und sagte: Seid ihr so töricht, ihr Söhne Israels? Ohne

Verhör und ohne Prüfung der Beweise habt ihr eine Tochter Israels

verurteilt. Kehrt zurück zum Ort des Gerichts! Denn diese

Ältesten haben eine falsche Aussage gegen Susanna gemacht.

Eilig kehrten alle Leute wieder um, und die Ältesten sagten

zu Daniel: Setz dich hier mitten unter uns, und sag uns, was du

zu sagen hast. Denn dir hat Gott den Vorsitz verliehen. Daniel

sagte zu ihnen: Trennt diese beiden Männer, bringt sie weit

auseinander! Ich will sie verhören. Als man sie voneinander getrennt

hatte, rief er den einen von ihnen her und sagte zu ihm:

In Schlechtigkeit bist du alt geworden; doch jetzt kommt die

Strafe für die Sünden, die du bisher begangen hast. Ungerechte

Urteile hast du gefällt, Schuldlose verurteilt, aber Schuldige freigesprochen;

und doch hat der Herr gesagt: Einen Schuldlosen

und Gerechten sollst du nicht töten. Wenn du also diese Frau

wirklich gesehen hast, dann sag uns: Was für ein Baum war das,


243

Montag, 22. März · Eucharistie

unter dem du die beiden zusammen gesehen hast? Er antwortete:

Unter einer Zeder. Da sagte Daniel: Mit deiner Lüge hast

du dein eigenes Haupt getroffen. Der Engel Gottes wird dich

zerspalten; schon hat er von Gott den Befehl dazu erhalten.

Dann ließ er ihn wegbringen und befahl, den andern vorzuführen.

Zu ihm sagte er: Du Sohn Kanaans, nicht Judas, dich

hat die Schönheit verführt, die Leidenschaft hat dein Herz verdorben.

So konntet ihr an den Töchtern Israels handeln, sie

fürchteten sich und waren euch zu Willen. Aber die Tochter

Judas hat eure Gemeinheit nicht geduldet. Nun sag mir: Was

für ein Baum war das, unter dem du die beiden ertappt hast?

Er antwortete: Unter einer Eiche. Da sagte Daniel zu ihm: Mit

deiner Lüge hast auch du dein eigenes Haupt getroffen. Der Engel

Gottes wartet schon mit dem Schwert in der Hand, um dich

mitten entzweizuhauen. So wird er euch beide vernichten.

Da schrie die ganze Gemeinde laut auf und pries Gott, der

alle rettet, die auf ihn hoffen. Dann erhoben sie sich gegen die

beiden Ältesten, die Daniel durch ihre eigenen Worte als falsche

Zeugen entlarvt hatte. Das Böse, das sie ihrem Nächsten

hatten antun wollen, tat man nach dem Gesetz des Mose ihnen

an: Man tötete sie. So wurde an jenem Tag unschuldiges Blut

gerettet.

Impuls zur Lesung

Ein übles Komplott, die Worte werden dem hilflosen Opfer im

Munde verdreht, die Täter gebärden sich als Belastungszeugen

und Ankläger und maßen sich noch das Richteramt an.

Die Frau, die sie bedrängt hatten, wird von ihnen auch vor

Gericht noch tätlich und mit Worten erniedrigt. Der Prozess

scheint gelaufen zu sein, die Vorverurteilung einer geraden

und gerechten Frau steuert unerbittlich auf ihre Verurteilung

zu, auf das Todesurteil für diese wahre Tochter Israels. Wer

sollte den beiden Ehrenmännern denn jetzt noch das Handwerk

legen? Wie froh bin ich, als wider alle Gruppenpsychologie

schließlich ein junger Mann aufsteht und den schlimmen


Eucharistie · Montag, 22. März 244

Lauf der Dinge aufhält. Dem Rad in die Speichen greifen, so

hat es Dietrich Bonhoeffer einmal genannt. Die skrupellos verleumderischen

Gewalttäter werden zum Tode verurteilt. Die

dramatische Erzählung zielt aber nicht auf die Genugtuung,

zwei Dunkelmänner zur Strecke zu bringen. Das ist nicht Gottes

Geist. Dem Geist, der in Daniel erweckt wird, geht es nicht

ums Vernichten, er will die rettungslos Schwachen schützen:

„Einen Schuldlosen und Gerechten sollst du nicht töten.“ Es

geht um die tatkräftige Erinnerung daran, dass Gott „unschuldiges

Blut“ in Acht nimmt. Es geht um das Lob eines Gottes,

„der alle rettet, die auf ihn hoffen“. Wider alle, von uns geduldete,

gebilligte, bezeugte Wahrscheinlichkeit.

Antwortpsalm Ps 23

Kehrvers:

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein

Unheil, denn du bist bei mir.

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. /

Er lässt mich lagern auf grünen Auen *

und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Er stillt mein Verlangen; *

er leitet mich auf rechten Pfaden,

treu seinem Namen. – Kehrvers

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, *

ich fürchte kein Unheil;

denn du bist bei mir, *

dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. – Kehrvers

Du deckst mir den Tisch *

vor den Augen meiner Feinde.

Du salbst mein Haupt mit Öl, *

du füllst mir reichlich den Becher. – Kehrvers

Lauter Güte und Huld *

werden mir folgen mein Leben lang,


245

Montag, 22. März · Eucharistie

und im Haus des Herrn *

darf ich wohnen für lange Zeit. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 4abc, ferner GL 37, 1 · GL 1975 718, 1 · KG 611 (VI. Ton)

oder GL 1975 172, 4 (III. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Ez 33, 11

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

So spricht der Herr: Ich habe kein Gefallen am Tod des Schuldigen,

sondern daran, dass er umkehrt auf seinem Weg und am

Leben bleibt.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 8, 1–11

In jener Zeit ging Jesus zum Ölberg. Am frühen Morgen begab

er sich wieder in den Tempel. Alles Volk kam zu ihm. Er setzte

sich und lehrte es.

Da brachten die Schriftgelehrten und die Pharisäer eine Frau,

die beim Ehebruch ertappt worden war. Sie stellten sie in die

Mitte und sagten zu ihm: Meister, diese Frau wurde beim Ehebruch

auf frischer Tat ertappt. Mose hat uns im Gesetz vorgeschrieben,

solche Frauen zu steinigen. Nun, was sagst du? Mit

dieser Frage wollten sie ihn auf die Probe stellen, um einen

Grund zu haben, ihn zu verklagen. Jesus aber bückte sich und

schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie hartnäckig weiterfragten,

richtete er sich auf und sagte zu ihnen: Wer von euch

ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. Und er

bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.

Als sie seine Antwort gehört hatten, ging einer nach dem anderen

fort, zuerst die Ältesten. Jesus blieb allein zurück mit der

Frau, die noch in der Mitte stand. Er richtete sich auf und sagte

zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt?

Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich

verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!


Abend · Montag, 22. März 246

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Hast du, habe ich nur so lange das Recht zu leben, solange

wir produktiv sind? Wenn man den Grundsatz aufstellt und

anwendet, dass man den „unproduktiven“ Mitmenschen töten

darf, dann wehe uns allen, wenn wir alt und altersschwach

werden!

Heute ist der 75. Todestag von Clemens August Graf von Galen

(deutscher katholischer Theologe, seit 1933 Bischof von Münster,

seit 1946 Kardinal; Gegner des Nationalsozialismus, 1878–1946).

• Was macht für mich den Wert von Leben aus?

• Welchen Stellenwert hat die Leistung in meinem Leben?

Confiteor (Seite 16), Erbarme dich (Seite 26) – oder:

V: Gott, unser Retter, richte uns wieder auf,

A: lass von deinem Unmut gegen uns ab!

V: Willst du uns ewig zürnen,

A: soll dein Zorn dauern von Geschlecht zu Geschlecht?

V: Willst du uns nicht wieder beleben,

A: so dass dein Volk sich an dir freuen kann?

V: Erweise uns, Herr, deine Huld

A: und gewähre uns dein Heil!

Ps 85, 5–8

Hymnus

Hinunter ist der Sonne Schein;

die finstre Nacht bricht stark herein.


247

Montag, 22. März · Abend

Leucht uns, Herr Christ, du wahres Licht;

lass uns im Finstern tappen nicht.

Dir sei Dank, dass du uns den Tag

vor Schaden, G’fahr und mancher Plag

durch deine Engel hast behüt

aus Gnad und väterlicher Güt.

Womit wir heut erzürnet dich,

dasselb verzeih uns gnädiglich

und rechn es unsrer Seel nicht zu;

lass schlafen uns mit Fried und Ruh.

Dein Engel uns zur Wach bestell,

dass uns der böse Feind nicht fäll.

Vor Schrecken, Angst und Feuersnot

behüte uns, o lieber Gott.

Nikolaus Herman, 1560

Melodie: GL 1975 705 · EG 467 –

alternative Melodie: GL 90 · GL 1975 704 · KG 679 · EG 469

Psalm 7 Verse 11–18

Ein Schild über mir ist Gott, *

er rettet die Menschen mit redlichem Herzen.

Gott ist ein gerechter Richter, *

ein Gott, der täglich strafen kann.

Wenn der Frevler sein Schwert wieder schärft, *

seinen Bogen spannt und zielt,

dann rüstet er tödliche Waffen gegen sich selbst, *

bereitet sich glühende Pfeile.

Er hat Böses im Sinn; *

er geht schwanger mit Unheil, und Tücke gebiert er.

Er gräbt ein Loch, er schaufelt es aus, *

doch er stürzt in die Grube, die er selber gemacht hat.


Abend · Montag, 22. März 248

Seine Untat kommt auf sein eigenes Haupt, *

seine Gewalttat fällt auf seinen Scheitel zurück.

Ich will dem Herrn danken, denn er ist gerecht; *

dem Namen des Herrn, des Höchsten,

will ich singen und spielen.

Ehre sei dem Vater ...

Gütiger Gott, großes Unrecht geschieht in unserer Welt. Beschütze

alle, die dir vertrauen, und bewege zur Umkehr, die

Gewalt anwenden.

Lesung Röm 5, 8–9

Gott hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus

für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Nachdem

wir jetzt durch sein Blut gerecht gemacht sind, werden wir

durch ihn erst recht vor dem Gericht Gottes gerettet werden.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Ich selber lege Zeugnis für mich ab, und auch der Vater, der

mich gesandt hat, ist mein Zeuge.

Fürbitten

Lasst uns beten für die Menschen, die mit einer Behinderung

leben:

V: Jesus, du unsre Hoffnung, A: sei ihnen nah.

– Dass sie in unserer Gesellschaft Respekt und Wertschätzung

finden.

– Dass sie die Möglichkeiten ergreifen können, die du ihnen

eröffnest.

– Dass sie durch den Umgang mit ihrer Behinderung ihren Mitmenschen

Zeugen der Hoffnung werden.


249

Montag, 22. März · Abend

– Dass die Menschen in ihrer Umgebung ihre Erfordernisse besser

wahrnehmen lernen.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, in deinem Sohn hast du uns die Fülle des

Segens geschenkt. Gib uns Kraft, unsere sündhaften Gewohnheiten

abzulegen und in der neuen Wirklichkeit zu leben, damit

einst die Herrlichkeit deines Reiches an uns offenbar wird. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Dienstag, 23. März 2021

Heiliger Turibio von Mongrovejo

Turibio von Mongrovejo (1538–1606) ist der Patron von Peru

und Lima und war einer der bedeutendsten Kirchenführer Südamerikas.

Er studierte Theologie mit dem Schwerpunkt Kirchenrecht

und promovierte in Salamanca zum Doktor der Rechte. Von

Ende 1573 bis 1580 war er Inquisitor in Granada. 1579/80 wurde

er zum Erzbischof von Lima nominiert. Zuvor empfing er die niederen

Weihen, die Priester- und die Bischofsweihe. In seiner 26-jährigen

Amtszeit als Erzbischof von Lima arbeitete er unermüdlich

an der Reorganisation seiner großen Diözese. Er ließ Kirchen und

Schulen bauen und gründete Sozialeinrichtungen. Seine besondere

Sorge galt der Mission bei den Indianern. Zur Hebung des religiösen

und sittlichen Lebens von Klerus und Volk unternahm er

ausgedehnte Visitationsreisen und musste dabei gegen große Widerstände

ankämpfen. Unter seiner Führung fanden 13 Synoden

und drei Konzilien statt. Besondere Bedeutung kam dem Provinzialkonzil

von Lima zu (1582/83), das zur geistlichen Grundlage der

südamerikanischen Kirche wurde.

Namenstag: sel. Merbod von Mehrerau († 1110) · hl. Rebekka Ar-Rayyès

(libanesische Ordensfrau, † 1914)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

O sel’ger Urgrund allen Seins,

Heiland der Welt, Herr Jesus Christ,


251

Dienstag, 23. März · Morgen

du Licht von deines Vaters Licht

und wahrer Gott vom wahren Gott.

Wie hat die Liebe dich gedrängt,

dass du für uns den Tod erwählt.

Du gibst das Leben uns zurück,

das Adams Sünde uns geraubt.

Der Stoß der Lanze trifft dein Herz,

und Blut und Wasser bricht hervor,

ein Quell des Heils, der nie versiegt

und aller Schöpfung Freude bringt.

Dir, Herr, sei Preis und Herrlichkeit,

der uns sein Herz geöffnet hat,

mit dir dem Vater und dem Geist

durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

Nach: Auctor beate saeculi; 18. Jahrhundert

Melodie: GL 359 – andere Melodie: GL 297 · GL 1975 178 · KG 395 · EG 79

Psalm 12 Verse 2–9

Hilf doch, o Herr, die Frommen schwinden dahin, *

unter den Menschen gibt es keine Treue mehr.

Sie lügen einander an, einer den andern; *

mit falscher Zunge und zwiespältigem Herzen reden sie.

Der Herr vertilge alle falschen Zungen, *

jede Zunge, die vermessen redet.

Sie sagen: „Durch unsre Zunge sind wir mächtig; *

unsre Lippen sind unsre Stärke. Wer ist uns überlegen?“

Die Schwachen werden unterdrückt; die Armen seufzen. /

Darum spricht der Herr: „Jetzt stehe ich auf, *

dem Verachteten bringe ich Heil.“

Die Worte des Herrn sind lautere Worte, /

Silber, geschmolzen im Ofen, *

von Schlacken geschieden, geläutert siebenfach.


Morgen · Dienstag, 23. März 252

Du, Herr, wirst uns behüten *

und uns vor diesen Leuten für immer erretten,

auch wenn die Frevler frei umhergehn *

und unter den Menschen die Gemeinheit groß wird.

Ehre sei dem Vater ...

Rein sind deine Worte und klar, heiliger Gott. Heile uns von

Missgunst und Bosheit, und gib, dass wir unseren Mitmenschen

deine Liebe aufrichtig bezeugen.

Lesung vgl. Sach 12, 10–11a

Über das Haus David und über die Einwohner Jerusalems

werde ich den Geist des Mitleids und des Gebets ausgießen.

Und sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt

haben. Sie werden um ihn klagen, wie man um den einzigen

Sohn klagt; sie werden bitter um ihn weinen, wie man um den

Erstgeborenen weint. An jenem Tag wird laute Totenklage sein

in Jerusalem.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen,

dass ich mit Recht sage: Ich bin es.

Bitten

Barmherziger Gott, dein Reich verwirklicht sich, wo du uns leitest.

So rufen wir zu dir:

A: Sei du unser König!

– Hilf, dass wir dich, unseren Schöpfer, tiefer erkennen.

– Gib, dass wir uns an Jesus ausrichten.

– Mach uns bereit, uns täglich neu deinem Leben schaffenden

Geist zu öffnen.


253

Dienstag, 23. März · Eucharistie

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, schenke uns Beharrlichkeit und Ausdauer auf dem

Weg deiner Gebote, damit auch in unseren Tagen viele Menschen

zu dir finden und deine Kirche dir immer eifriger dient.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Hoffe auf den Herrn und sei stark!

Hab festen Mut und hoffe auf den Herrn.

Ps 27, 14

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Numeri Num 21, 4–9

In jenen Tagen brachen die Israeliten vom Berg Hor auf und

schlugen die Richtung zum Schilfmeer ein, um Edom zu umgehen.

Unterwegs aber verlor das Volk den Mut, es lehnte sich

gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns

aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben?

Es gibt weder Brot noch Wasser. Dieser elenden Nahrung

sind wir überdrüssig.

Da schickte der Herr Giftschlangen unter das Volk. Sie bissen

die Menschen, und viele Israeliten starben. Die Leute kamen zu

Mose und sagten: Wir haben gesündigt, denn wir haben uns gegen

den Herrn und gegen dich aufgelehnt. Bete zum Herrn, dass

er uns von den Schlangen befreit. Da betete Mose für das Volk.


Eucharistie · Dienstag, 23. März 254

Der Herr antwortete Mose: Mach dir eine Schlange, und

häng sie an einer Fahnenstange auf! Jeder, der gebissen wird,

wird am Leben bleiben, wenn er sie ansieht. Mose machte also

eine Schlange aus Kupfer und hängte sie an einer Fahnenstange

auf. Wenn nun jemand von einer Schlange gebissen wurde und

zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben.

Antwortpsalm Ps 102, 2–3.16–21

Kehrvers:

Herr, erhöre mein Gebet, und lass mein Rufen zu dir kommen!

Herr, höre mein Gebet! *

Mein Schreien dringe zu dir.

Verbirg dein Antlitz nicht vor mir! /

Wenn ich in Not bin, wende dein Ohr mir zu! *

Wenn ich dich anrufe, erhöre mich bald! – Kehrvers

Dann fürchten die Völker den Namen des Herrn *

und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.

Denn der Herr baut Zion wieder auf *

und erscheint in all seiner Herrlichkeit. – Kehrvers

Er wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu, *

ihre Bitten verschmäht er nicht.

Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht, *

damit das Volk, das noch erschaffen wird,

den Herrn lobpreise. – Kehrvers

Denn der Herr schaut herab aus heiliger Höhe, *

vom Himmel blickt er auf die Erde nieder;

er will auf das Seufzen der Gefangenen hören *

und alle befreien, die dem Tod geweiht sind. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 2, ferner GL 229 · GL 1975 526, 5 · KG 48 (I. Ton)

oder GL 1975 171, 1 (III. Ton)


255

Dienstag, 23. März · Eucharistie

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Der Samen ist das Wort Gottes, der Sämann ist Christus. Wer

Christus findet, der bleibt in Ewigkeit.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 8, 21–30

In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich gehe fort,

und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde

sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.

Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum

sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen?

Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von

oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich

habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn

wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden

sterben.

Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum

rede ich überhaupt noch mit euch? Ich hätte noch viel über

euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt

hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe,

das sage ich der Welt.

Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte. Da sagte

Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt,

dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin. Ihr werdet erkennen,

dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das

sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt

hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer

das tue, was ihm gefällt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum

Glauben an ihn.


Abend · Dienstag, 23. März 256

Impuls zum Evangelium

Im Johannesevangelium treten die Pharisäer als treibende Kraft

der Ablehnung Jesu in Erscheinung. Das Gespräch mit ihnen

stolpert nicht selten von Missverstehen zu Missverstehen: Die

Beziehung zwischen Jesus und seinem Gott und Vater ist so

eng geknüpft, dass herkömmliche Glaubensmuster nicht ausreichen,

um sie zu fassen. Dennoch kommen viele Glaubensgeschwister

zum Glauben an ihn. Wie tragfähig ist dieser Glaube?

Wie reif ist er? Fragen, die das Evangelium auch uns stellt.

Was bedeutet der Glaube an Jesus für mich? Glaube ich an

einen Religionsgründer, der außerdem noch Gottes Sohn ist,

also eine ganz besonders sichere Anlagemöglichkeit für mein

Glaubensinvestment verheißt? Oder bringt mich der Glaube an

Gottes Fleisch und Mensch gewordenes Liebes- und Lebenswort

dazu, meine festgefahrenen Gottes- und Menschen-, ja

meine gesammelten Lebensabziehbilder, zu überprüfen? Kann

ich mit diesem Glauben in der Liebe wachsen? Hilft er mir,

mein Menschsein, mein Menschsein von Gott her, anzunehmen,

für diese Erde, für die von Gott geliebten Geschwister,

immer mehr? Oder sogar: ganz?

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Takt ist der Verstand des Herzens.

Karl Ferdinand Gutzkow

(deutscher Schriftsteller, Dramatiker und Journalist, 1811–1834)


257

Dienstag, 23. März · Abend

• Wer in meinem Bekannten- und Freundeskreis verfügt in

besonderer Weise über diesen „Verstand des Herzens“?

• Erinnere ich mich an Situationen, in denen ich dankbar das

Taktgefühl meines Gegenübers empfunden habe?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Wenn leise nun der Abend naht,

bedenken wir des Tages Zeit.

Zu loben dich sind wir bereit

aus Liebe, Herr, weil du uns liebst.

Wir danken, wenn das Werk getan,

für deinen Beistand, deinen Rat,

für gutes Wort und gute Tat,

gelenkt durch deines Geistes Licht.

So einfach bist du, ewig wahr,

in deiner Macht Dreifaltigkeit.

Dir, Gott, sei dieser Tag geweiht,

dir, Vater, Sohn und Heil’ger Geist.

Quelle unbekannt

Melodie: GL 663 · GL 1975 696 · KG 284 – andere Melodie: EG 469

Canticum

Offb 4, 11; 5, 9b–10.12b

Antiphon:

Du hast uns, Herr, zu Königen gemacht und zu Priestern für

unseren Gott.

Würdig bist du, unser Herr und Gott, *

Herrlichkeit zu empfangen und Ehre und Macht.

Denn du bist es, der die Welt erschaffen hat, *

durch deinen Willen war sie und wurde sie erschaffen.

Würdig bist du, *

das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen;


Abend · Dienstag, 23. März 258

denn du wurdest geschlachtet /

und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erworben *

aus allen Stämmen und Sprachen,

aus allen Nationen und Völkern,

und du hast sie für unseren Gott

zu Königen und Priestern gemacht; *

und sie werden auf der Erde herrschen.

Würdig ist das Lamm, das geschlachtet wurde, /

Macht zu empfangen, Reichtum und Weisheit, *

Kraft und Ehre, Herrlichkeit und Lob.

Ehre sei dem Vater ...

Antiphon:

Du hast uns, Herr, zu Königen gemacht und zu Priestern für

unseren Gott.

Lesung 1 Kor 1, 27b–30

Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke

zuschanden zu machen. Und das Niedrige in der Welt und

das Verachtete hat Gott erwählt: das, was nichts ist, um das,

was etwas ist, zu vernichten, damit kein Mensch sich rühmen

kann vor Gott. Von ihm her seid ihr in Christus Jesus, den Gott

für uns zur Weisheit gemacht hat, zur Gerechtigkeit, Heiligung

und Erlösung.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er lässt mich nicht allein,

weil ich immer tue, was ihm gefällt.

Fürbitten

Jesus hat die Bedürftigen und Ausgestoßenen seliggepriesen.

Für sie lasst uns beten:

V: Gott, unser Vater, A: zu uns komme dein Reich.


259

Dienstag, 23. März · Abend

– Für die Armen, die in unserer Gesellschaft nichts gelten.

– Für die Hungernden, die keine Lebensperspektive haben.

– Für die Trauernden, die mit ihrem Kummer alleingelassen

sind.

– Für alle, die zu Unrecht verdächtigt und von menschlicher

Gemeinschaft ausgeschlossen werden.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, schenke uns Beharrlichkeit und Ausdauer auf dem

Weg deiner Gebote, damit auch in unseren Tagen viele Menschen

zu dir finden und deine Kirche dir immer eifriger dient.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Mittwoch, 24. März 2021

Namenstag: Elias von Rommersdorf (Abt, † 1201) · hl. Katharina von

Vadstena (Ordensfrau, Tochter der hl. Birgitta, † 1381) · hl. Oscar

Romero (Erzbischof von San Salvador, Märtyrer, † 1980)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Jesu, du treuer Heiland mein,

früh ruf ich an den Namen dein;

dein selger Nam mein erstes Wort

heut früh soll sein und immerfort.

Kyrie eleison.

Was ich beginn an diesem Tag,

auch was ich leid für Ungemach,

nimm als gelitten und getan

zu deiner größern Ehre an!

Kyrie eleison.

So sei es, Amen! Jesu Christ,

mein Leben dir versprochen ist,

in deiner Huld und Gütigkeit

möcht bleiben ich in Ewigkeit!

Kyrie eleison.

David Gregor Corner 1625

GL 711 (Anhang Münster)


261

Mittwoch, 24. März · Morgen

Psalm 36 Verse 2–13

Der Frevler spricht: „Ich bin entschlossen zum Bösen.“ *

In seinen Augen gibt es kein Erschrecken vor Gott.

Er gefällt sich darin, *

sich schuldig zu machen und zu hassen.

Die Worte seines Mundes sind Trug und Unheil; *

er hat es aufgegeben, weise und gut zu handeln.

Unheil plant er auf seinem Lager, /

er betritt schlimme Wege *

und scheut nicht das Böse.

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, *

deine Treue, so weit die Wolken ziehn.

Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes, *

deine Urteile sind tief wie das Meer.

Herr, du hilfst Menschen und Tieren. *

Gott, wie köstlich ist deine Huld!

Die Menschen bergen sich im Schatten deiner Flügel, /

sie laben sich am Reichtum deines Hauses; *

du tränkst sie mit dem Strom deiner Wonnen.

Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, *

in deinem Licht schauen wir das Licht.

Erhalte denen, die dich kennen, deine Huld *

und deine Gerechtigkeit den Menschen mit redlichem Herzen!

Lass mich nicht kommen unter den Fuß der Stolzen; *

die Hand der Frevler soll mich nicht vertreiben.

Dann brechen die Bösen zusammen, *

sie werden niedergestoßen und können nie wieder aufstehn.

Ehre sei dem Vater ...

Unter deinen Flügeln bergen wir uns, gütiger Gott. Erhalte uns

in deiner Gerechtigkeit, lass nicht Stolz und Eigensinn Macht

über uns gewinnen.


Morgen · Mittwoch, 24. März 262

Lesung Jes 50, 5–7

Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet. Ich aber wehrte

mich nicht und wich nicht zurück. Ich hielt meinen Rücken

denen hin, die mich schlugen, und denen, die mir den

Bart ausrissen, meine Wangen. Mein Gesicht verbarg ich nicht

vor Schmähungen und Speichel. Doch Gott, der Herr, wird mir

helfen; darum werde ich nicht in Schande enden. Deshalb mache

ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich

nicht in Schande gerate.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr meine Jünger. Ihr

werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch

befreien.

Bitten

Lasst uns beten zu Jesus Christus, dem Wort seines Vaters:

A: Komm, Herr, segne uns.

– Sprich uns frei von Schuld, dass wir dir mit neuer Kraft folgen.

– Berühre unseren Mund, dass wir deine Taten verkünden.

– Mach uns Mut, dass wir unsere Grenzen überspringen.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, du selber weckst in uns das Verlangen, dir

zu dienen. Heilige uns durch Werke der Buße, erleuchte und

stärke uns, damit wir treu den Weg deiner Gebote gehen. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


263

Mittwoch, 24. März · Eucharistie

Texte zur Eucharistiefeier

Du hast mich von meinen Feinden befreit, o Herr,

mich über meine Gegner erhoben,

dem Mann der Gewalt mich entrissen.

Ps 18, 49

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Daniel Dan 3, 14–21.49.91–92.95

In jenen Tagen sprach König Nebukadnezzar: Ist es wahr,

Schadrach, Meschach und Abed-Nego: Ihr verehrt meine

Götter nicht und betet das goldene Standbild nicht an, das ich

errichtet habe? Nun, wenn ihr bereit seid, sobald ihr den Klang

der Hörner, Pfeifen und Zithern, der Harfen, Lauten und Sackpfeifen

und aller anderen Instrumente hört, sofort niederzufallen

und das Standbild anzubeten, das ich habe machen lassen,

ist es gut; betet ihr es aber nicht an, dann werdet ihr noch zur

selben Stunde in den glühenden Feuerofen geworfen. Welcher

Gott kann euch dann aus meiner Gewalt erretten? Schadrach,

Meschach und Abed-Nego erwiderten dem König Nebukadnezzar:

Wir haben es nicht nötig, dir darauf zu antworten: Wenn

überhaupt jemand, so kann nur unser Gott, den wir verehren,

uns erretten; auch aus dem glühenden Feuerofen und aus deiner

Hand, König, kann er uns retten. Tut er es aber nicht, so

sollst du, König, wissen: Auch dann verehren wir deine Götter

nicht und beten das goldene Standbild nicht an, das du errichtet

hast.

Da wurde Nebukadnezzar wütend; sein Gesicht verzerrte

sich vor Zorn über Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Er

ließ den Ofen siebenmal stärker heizen, als man ihn gewöhnlich

heizte. Dann befahl er, einige der stärksten Männer aus seinem

Heer sollten Schadrach, Meschach und Abed-Nego fesseln

und in den glühenden Feuerofen werfen. Da wurden die Männer,

wie sie waren, gefesselt und in den glühenden Feuerofen


Eucharistie · Mittwoch, 24. März 264

geworfen. Aber der Engel des Herrn war zusammen mit Asarja

und seinen Gefährten in den Ofen hinabgestiegen. Er trieb die

Flammen des Feuers aus dem Ofen hinaus.

Der König Nebukadnezzar fragte seine Räte: Haben wir nicht

drei Männer gefesselt ins Feuer geworfen? Sie gaben dem König

zur Antwort: Gewiss, König! Er erwiderte: Ich sehe aber

vier Männer frei im Feuer umhergehen. Sie sind unversehrt,

und der vierte sieht aus wie ein Göttersohn. Da rief Nebukadnezzar

aus: Gepriesen sei der Gott Schadrachs, Meschachs und

Abed-Negos. Denn er hat seinen Engel gesandt und seine Diener

gerettet. Im Vertrauen auf ihn haben sie lieber den Befehl

des Königs missachtet und ihr Leben dahingegeben, als dass sie

irgendeinen anderen als ihren eigenen Gott verehrten und anbeteten.

Impuls zur Lesung

Albtraum. Eine Szene wie aus einem schlimmen Märchen.

Und doch wird Gott, der Retter, hier nicht mit einem Zauberer

verwechselt. Die drei frommen jüdischen Männer wagen es.

Sie sprechen frei. Ohne alle Magie, sie sagen wahr. So sprechen

sie sich selbst das Todesurteil. Dem Mann, der sie in der

Hand hat, sagen sie ins Gesicht, dass sie menschengemachte

Götter niemals anbeten werden. Sie vertrauen auf Adonai

und seine rettende Hand. Angesichts ihres liebenden Vertrauens

zerfließt jeder irdische Absolutheitsanspruch „wie eitel

Schaum“, wie es bei Heinrich Heine heißt. Menschenmacht

wird radikal relativiert. Die drei jungen Männer bauen aber

nicht auf Gott, wie man auf eine Wunderwaffe baut oder auf

einen todsicheren Taschenspielertrick. Selbst wenn der Herr

sie nicht vor dem Ärgsten bewahren wird, sie werden den Götzendienst

verweigern, sie bleiben dem Gott ihrer Eltern, dem

Gott Abrahams und Isaaks, Saras und Rebekkas treu. Treue zu

diesem Gott schenkt Freiheit. Nutzen wir sie? Leben wir sie?

Leben wir so, dass wir, und die in unserer Nähe, etwas von

seiner erlösenden Nähe merken?


265

Mittwoch, 24. März · Eucharistie

Antwortpsalm Dan 3, 52–56

Gepriesen bist du, Herr, du Gott unserer Väter. *

Kehrvers: Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

Gepriesen bist du im Tempel deiner heiligen Herrlichkeit. *

Kehrvers: Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

Gepriesen bist du,

der in die Tiefen schaut und auf Kerubim thront.*

Kehrvers: Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

Gepriesen bist du auf dem Thron deiner Herrschaft.*

Kehrvers: Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

Gepriesen bist du am Gewölbe des Himmels.*

Kehrvers: Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

Kehrvers vgl. Vers 52b, ferner GL 616, 4 oder GL 1975 677, 2 oder KG 264, 1

Ruf vor dem Evangelium vgl. Lk 8, 15

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Selig, die das Wort mit aufrichtigem Herzen hören und Frucht

bringen in Geduld.

Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 8, 31–42

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten:

Wenn ihr in meinem Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger.

Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit

wird euch befreien. Sie erwiderten ihm: Wir sind Nachkommen

Abrahams und sind noch nie Sklaven gewesen. Wie kannst du

sagen: Ihr werdet frei werden?

Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wer

die Sünde tut, ist Sklave der Sünde. Der Sklave aber bleibt nicht

für immer im Haus; nur der Sohn bleibt für immer im Haus.

Wenn euch also der Sohn befreit, dann seid ihr wirklich frei.

Ich weiß, dass ihr Nachkommen Abrahams seid. Aber ihr wollt

mich töten, weil mein Wort in euch keine Aufnahme findet. Ich


Abend · Mittwoch, 24. März 266

sage, was ich beim Vater gesehen habe, und ihr tut, was ihr von

eurem Vater gehört habt.

Sie antworteten ihm: Unser Vater ist Abraham. Jesus sagte zu

ihnen: Wenn ihr Kinder Abrahams wärt, würdet ihr so handeln

wie Abraham. Jetzt aber wollt ihr mich töten, einen Menschen,

der euch die Wahrheit verkündet hat, die Wahrheit, die ich von

Gott gehört habe. So hat Abraham nicht gehandelt. Ihr vollbringt

die Werke eures Vaters.

Sie entgegneten ihm: Wir stammen nicht aus einem Ehebruch,

sondern wir haben nur den einen Vater: Gott.

Jesus sagte zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, würdet

ihr mich lieben; denn von Gott bin ich ausgegangen und gekommen.

Ich bin nicht in meinem eigenen Namen gekommen,

sondern er hat mich gesandt.

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Bei nichts mehr als der Erziehung muss es heißen: „Und hätte

ich alle Wahrheit und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts

nütze.“

Unbekannter Verfasser

• Dass die reine Lehre ohne Liebe nutzlos, ja gefährlich ist, wo

habe ich das erfahren?

• Wer hat mein Kinderleben mit Liebe begleitet?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)


267

Mittwoch, 24. März · Abend

Hymnus

Ave, Stern der Meere, Gottesmutter hehre,

Jungfrau, allzeit reine, Himmelpfort’ alleine.

„Ave“ hieß die Kunde aus des Engels Munde –

Evas Namen wende, uns den Frieden spende.

Dich als Mutter zeige, dass dem Flehn sich neige,

der für uns geboren, deinen Schoß erkoren.

Lehr uns, recht zu handeln, Christi Weg zu wandeln,

dass uns Freude einet, wenn er einst erscheinet.

Gott auf seinem Throne und dem höchsten Sohne

und dem Geist – den Dreien Preis und Lob wir weihen. Amen.

Nach: Ave, maris stella; 8./9. Jahrhundert

Melodie: GL 1975 578 · KG 754

Psalm 113

Lobet, ihr Knechte des Herrn, *

lobt den Namen des Herrn!

Der Name des Herrn sei gepriesen *

von nun an bis in Ewigkeit.

Vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang *

sei der Name des Herrn gelobt.

Der Herr ist erhaben über alle Völker, *

seine Herrlichkeit überragt die Himmel.

Wer gleicht dem Herrn, unserm Gott, *

im Himmel und auf Erden,

ihm, der in der Höhe thront, *

der hinabschaut in die Tiefe,

der den Schwachen aus dem Staub emporhebt *

und den Armen erhöht, der im Schmutz liegt?

Er gibt ihm einen Sitz bei den Edlen, *

bei den Edlen seines Volkes.


Abend · Mittwoch, 24. März 268

Die Frau, die kinderlos war, lässt er im Hause wohnen; *

sie wird Mutter und freut sich an ihren Kindern.

Ehre sei dem Vater ...

Ewiger, Unvergleichlicher, du neigst dich dem Geringen zu und

achtest auf alle, die in Not sind. Lass uns aus deiner Liebe leben

und unseren Mitmenschen im stillen Tun deinen Namen

verkünden.

Lesung 1 Joh 1, 1–2

Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir

mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was

unsere Hände angefasst haben, das verkünden wir, vom Wort

des Lebens sprechen wir. Denn das Leben wurde offenbart; wir

haben gesehen und bezeugen und verkünden euch das ewige

Leben, das beim Vater war und uns offenbart wurde.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der Heilige Geist wird über dich kommen, Maria, und die Kraft

des Höchsten wird dich überschatten.

Fürbitten

Lasst uns beten zu Jesus Christus, der durch Marias Ja ein

Mensch wie wir geworden ist:

V: Sohn des ewigen Vaters, A: erbarme dich unser.

Blick auf alle Frauen, die ein Kind erwarten,

– hilf, dass sie Schwangerschaft und Geburt gesund überstehen

und sich ihres Kindes freuen können.

Steh den berufstätigen Müttern bei,

– lass sie der doppelten Aufgabe in Familie und Beruf gewachsen

sein.


269

Mittwoch, 24. März · Abend

Nimm dich der Vergewaltigten und Misshandelten an,

– heile ihre Wunden und gib ihnen die Lebensfreude zurück.

Nimm die Verstorbenen auf in die Schar der Erlösten

– und lass sie teilhaben am Hochzeitsmahl in deinem Reich.

Vaterunser

Oration

Gott, du bist groß und unbegreiflich. Nach deinem Willen ist

dein ewiges Wort im Schoß der Jungfrau Maria Mensch geworden.

Gläubig bekennen wir, dass unser Erlöser wahrer Gott und

wahrer Mensch ist. Mache uns würdig, Anteil zu erhalten an

seinem göttlichen Leben. Darum bitten wir durch ihn, Jesus

Christus.

Das Wort des ewigen Vaters wohne in uns

und sei unser Licht in der Finsternis.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Verkündigung des

Herrn

Donnerstag, 25. März 2021

D

as Fest der Verkündigung des Herrn bezieht sich auf die Ankündigung

der Geburt Jesu an Maria durch den Engel Gabriel,

wie sie das Lukasevangelium (1, 26–38) erzählt. Im Laufe der Zeit

hat dieses Fest verschiedene Namen gehabt, die es teils als Marienfest

(Mariä Verkündigung), teils – so auch heute – als Herrenfest

kennzeichnen: Verkündigung des Herrn (lat.: Annuntiatio Domini).

Im Mittelpunkt steht die Menschwerdung Jesu aus Maria. Dabei

betont Lukas die geistgewirkte Empfängnis Jesu („der Heilige Geist

wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich

überschatten“; Lk 1, 35), Gott als Vater des Kindes („Deshalb wird

auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden“; Lk 1, 35)

und die zentrale Bedeutung Jesu im göttlichen Heilsplan („Gott,


271

Donnerstag, 25. März · Morgen

der Herr, wird ihm den Thron seines Vaters David geben. Er wird

über das Haus Jakob in Ewigkeit herrschen, und seine Herrschaft

wird kein Ende haben“; Lk 1, 32 f.). Durch Marias Antwort auf die

Engelsbotschaft: „fiat mihi“, „mir geschehe“ nach deinem Wort,

stellt sie sich ganz dem göttlichen Willen zur Verfügung.

Mit dem Datum des 25. März, neun Monate vor Weihnachten,

ist dieses Fest in der Ostkirche seit dem fünften Jahrhundert bezeugt,

im Westen seit dem siebten Jahrhundert.

Aus dem lukanischen Text der Verkündigung entstand im Mittelalter

der „Engel des Herrn“ (Angelus), in dem die Gläubigen sich

dreimal am Tag, ähnlich dem Stundengebet der Klöster, das Geheimnis

der Menschwerdung als Beginn des Erlösungsgeschehens

in Erinnerung rufen.

Namenstag: Annunziata, Nuncia, Ancilla (Verkündigung des Herrn) ·

hl. Prokop von Sázava (Abt, † 1053) · Jutta von Bernried (Judith, Einsiedlerin,

12. Jh.)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Wir wollen dem Herrn danken

für die Gnade seiner Menschwerdung

aus der Jungfrau Maria.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Nun soll es wissen alle Welt:

Gekommen ist, der Leben bringt,

erschienen ist, der Rettung schafft

und aus des Feindes Joch uns löst.

Denn was Jesaja einst verhieß,

ist in der Jungfrau jetzt erfüllt;


Morgen · Donnerstag, 25. März 272

was Gabriel ihr kundgetan,

das wirkt in ihr des Höchsten Kraft.

Empfangen hat Mariens Schoß

des Vaters Wort, den ew’gen Sohn;

ihn, den die ganze Welt nicht fasst,

umschließt und trägt der Jungfrau Leib.

Zur Erde kam das Licht vom Licht,

verscheucht die Nacht, besiegt den Tod.

Kommt alle, glaubt und betet an

den Gott im Schoße einer Frau.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,

Gott, den die Jungfrau uns gebar,

Lob auch dem Vater und dem Geist

durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

Nach: Agnoscat omne saeculum; 7.–8. Jahrhundert

Melodie: GL 144 · GL 1975 474 · KG 40 · EG 288

Psalm 19 Verse 2–7

Die Himmel rühmen die Herrlichkeit Gottes, *

vom Werk seiner Hände kündet das Firmament.

Ein Tag sagt es dem andern, *

eine Nacht tut es der andern kund,

ohne Worte und ohne Reden, *

unhörbar bleibt ihre Stimme.

Doch ihre Botschaft geht in die ganze Welt hinaus, *

ihre Kunde bis zu den Enden der Erde.

Dort hat er der Sonne ein Zelt gebaut. *

Sie tritt aus ihrem Gemach hervor wie ein Bräutigam;

sie frohlockt wie ein Held *

und läuft ihre Bahn.


273

Donnerstag, 25. März · Morgen

Am einen Ende des Himmels geht sie auf /

und läuft bis ans andere Ende; *

nichts kann sich vor ihrer Glut verbergen.

Ehre sei dem Vater ...

Deine Herrlichkeit, guter Schöpfer, preisen Himmel und Erde.

Die Sonne der Gerechtigkeit, dein Sohn Jesus Christus, erfülle

uns mit seinem Licht, dass wir unseren Mitmenschen Anteil

geben an dem Frieden, den du schenkst.

Lesung Eph 1, 9–10

Gott hat uns das Geheimnis seines Willens kundgetan, wie er

es gnädig im Voraus bestimmt hat: Er hat beschlossen, die

Fülle der Zeiten heraufzuführen, in Christus alles zu vereinen,

alles, was im Himmel und auf Erden ist.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

In seiner übergroßen Liebe, mit der er uns geliebt hat, sandte

Gott seinen Sohn in der Gestalt des sterblichen Fleisches.

Bitten

Gepriesen sei Gott, der Maria erwählt hat, die Mutter Jesu

Christi zu werden. Zu ihm lasst uns beten:

A: Befreie uns zu deinem Dienst.

– Öffne unser Herz für deinen Ruf.

– Gib uns Mut anzunehmen, was du mit uns vorhast.

– Bewahre uns im Vertrauen zu dir, wenn du andere Wege mit

uns gehst, als wir erwarten.

Vaterunser


Eucharistie · Donnerstag, 25. März 274

Oration

Gott, du bist groß und unbegreiflich. Nach deinem Willen ist dein

ewiges Wort im Schoß der Jungfrau Maria Mensch geworden.

Gläubig bekennen wir, dass unser Erlöser wahrer Gott und wahrer

Mensch ist. Mache uns würdig, Anteil zu erhalten an seinem

göttlichen Leben. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Der Heilige Geist komme über uns,

er lasse uns spüren, was Gott von uns will,

und schenke uns Kraft, es zu tun.

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 215, 395, 523, 528, 537 · KG 748,

760, 767

Als Christus in diese Welt eintrat,

sprach er zu seinem Vater:

Siehe, ich komme, um deinen Willen zu erfüllen.

Vgl. Hebr 10, 5.7

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 7, 10–14

In jenen Tagen sprach der HERR zu Ahas – dem König von

Juda; und sagte: Erbitte dir ein Zeichen vom HERRN, deinem

Gott, tief zur Unterwelt oder hoch nach oben hin!

Ahas antwortete: Ich werde um nichts bitten und den HERRN

nicht versuchen.

Da sagte Jesaja: Hört doch, Haus Davids! Genügt es euch

nicht, Menschen zu ermüden, dass ihr auch noch meinen Gott

ermüdet? Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben:

Siehe, die Jungfrau hat empfangen, sie gebiert einen Sohn und

wird ihm den Namen Immanuel – Gott mit uns – geben.


275

Donnerstag, 25. März · Eucharistie

Impuls zur Lesung

Was wird er tun, der König aus dem Hause David? Wird er

sich mit dem starken Nachbarn Assur verbünden, oder baut

er wie sein Ahnherr auf den Bund mit dem Herrn? Der König

hat sich bereits entschieden. Er wird sich mit der politischen

Großmacht arrangieren. Die Trennung vom Gott seines Volkes

nimmt er in Kauf. Ahas weiß: Umsonst ist nur der Tod. In aller

Ruhe will er taktieren und paktieren; ein Zeichen, das Gott auf

seiner Seite ist, käme ihm denkbar ungelegen. Sein Spielraum

wäre dahin. Bündnispolitisch wäre er erledigt. Doch nichts

bringt Gott von seinem Heilsplan für Israel ab – auch nicht

königliche Realpolitik. Der Herr kündigt das Zeichen an, von

dem der König nichts wissen will.

Zu jeder Zeit, und jeder Zeit, sagt Jesaja, bietet Gott seine Begleitung

an. Er ist der Immanuel, der „Gott mit uns“. – Nicht

der Wichtige und Mächtige, das unbedeutende Mädchen Maria

hat es gewagt, sich mit Leib und Leben auf Gottes Begleitung

einzulassen!

Antwortpsalm Ps 40, 7–11

Kehrvers:

Mein Gott, ich komme; deinen Willen zu tun, ist mein Gefallen.

An Schlacht- und Speiseopfern hattest du kein Gefallen, /

doch Ohren hast du mir gegraben, *

Brand- und Sündopfer hast du nicht gefordert.

Da habe ich gesagt: Siehe, ich komme. *

In der Buchrolle steht es über mich geschrieben. – Kehrvers

Deinen Willen zu tun, mein Gott, war mein Gefallen *

und deine Weisung ist in meinem Innern.

Gerechtigkeit habe ich in großer Versammlung verkündet, *

meine Lippen verschließe ich nicht;

HERR, du weißt es. – Kehrvers


Eucharistie · Donnerstag, 25. März 276

Deine Gerechtigkeit habe ich nicht

in meinem Herzen verborgen. *

Ich habe gesprochen von deinem Heil und deiner Treue,

nicht verschwiegen deine Huld *

und deine Treue vor großer Versammlung.

Kehrvers:

Mein Gott, ich komme; deinen Willen zu tun, ist mein Gefallen.

Kehrvers vgl. Verse 8a.9a, ferner GL 649, 4 (VII. Ton)

oder GL 1975 601, 1 (III. Ton) oder KG 649 (VII. Ton)

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 10, 4–10

Schwestern und Brüder! Das Blut von Stieren und Böcken

kann unmöglich Sünden wegnehmen. Darum spricht er bei

seinem Eintritt in die Welt: Schlacht- und Speiseopfer hast du

nicht gefordert, doch einen Leib hast du mir bereitet; an Brandund

Sündopfern hast du kein Gefallen. Da sagte ich: Siehe, ich

komme – so steht es über mich in der Schriftrolle –, um deinen

Willen, Gott, zu tun.

Zunächst sagt er: Schlacht- und Speiseopfer, Brand- und Sündopfer

forderst du nicht, du hast daran kein Gefallen, obgleich

sie doch nach dem Gesetz dargebracht werden; dann aber hat

er gesagt: Siehe, ich komme, um deinen Willen zu tun. Er hebt

das Erste auf, um das Zweite in Kraft zu setzen.

Aufgrund dieses Willens sind wir durch die Hingabe des Leibes

Jesu Christi geheiligt – ein für alle Mal.

Ruf vor dem Evangelium

vgl. Joh 1, 14ab

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und

wir haben seine Herrlichkeit geschaut.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!


277

Donnerstag, 25. März · Eucharistie

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 1, 26–38

In jener Zeit wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt

in Galiläa namens Nazaret zu einer Jungfrau gesandt. Sie war

mit einem Mann namens Josef verlobt, der aus dem Haus David

stammte. Der Name der Jungfrau war Maria.

Der Engel trat bei ihr ein und sagte: Sei gegrüßt, du Begnadete,

der Herr ist mit dir. Sie erschrak über die Anrede und

überlegte, was dieser Gruß zu bedeuten habe.

Da sagte der Engel zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria; denn

du hast bei Gott Gnade gefunden. Siehe, du wirst schwanger

werden und einen Sohn wirst du gebären; dem sollst du den

Namen Jesus geben. Er wird groß sein und Sohn des Höchsten

genannt werden. Gott, der Herr, wird ihm den Thron seines

Vaters David geben. Er wird über das Haus Jakob in Ewigkeit

herrschen und seine Herrschaft wird kein Ende haben.

Maria sagte zu dem Engel: Wie soll das geschehen, da ich

keinen Mann erkenne?

Der Engel antwortete ihr: Heiliger Geist wird über dich kommen

und Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Deshalb

wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden.

Siehe, auch Elisabet, deine Verwandte, hat noch in ihrem Alter

einen Sohn empfangen; obwohl sie als unfruchtbar gilt, ist

sie schon im sechsten Monat. Denn für Gott ist nichts unmöglich.

Da sagte Maria: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe,

wie du es gesagt hast.

Danach verließ sie der Engel.

Credo

Zu den Worten „hat Fleisch angenommen“ bzw. „empfangen durch den Heiligen

Geist“ knien alle nieder.

Gabengebet

Allmächtiger Gott, nimm die Gaben deiner Kirche gütig an. Sie

erkennt in der Menschwerdung deines Sohnes ihren eigenen


Eucharistie · Donnerstag, 25. März 278

Ursprung; lass uns heute in der Feier dieses Geheimnisses seine

Liebe erfahren. Darum bitten wir durch Christus, unseren

Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Vater im Himmel, zu

danken und das Werk deiner Liebe zu rühmen. Denn heute

brachte der Engel Maria die Botschaft, und deine Magd nahm

sie auf mit gläubigem Herzen. Durch die Kraft des Heiligen

Geistes empfing die Jungfrau dein ewiges Wort, und das Wort

wurde Mensch in ihrem Schoß, um unter uns Menschen zu

wohnen. So hast du an Israel deine Verheißung erfüllt und den

gesandt, den die Völker erwarten, deinen Sohn, unseren Herrn

Jesus Christus. Durch ihn preisen wir dein Erbarmen und singen

mit den Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit.

Kommunionvers Jes 7, 14

Seht, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären.

Sein Name ist: Immanuel – Gott mit uns.

Schlussgebet

Ewiger Gott, bewahre, was du uns im Sakrament des Glaubens

geschenkt hast. Lass uns festhalten am Bekenntnis, dass dein

Sohn, den die Jungfrau empfangen hat, wahrer Gott und wahrer

Mensch ist, und führe uns in der Kraft seiner Auferstehung

zur ewigen Freude. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren

Herrn.

Schlusssegen

Gott, der allmächtige Vater, segne euch durch den Erlöser der

Welt, unseren Herrn Jesus Christus, den Sohn der jungfräulichen

Mutter Maria.

Sie hat den Urheber des Lebens geboren; ihre mütterliche

Fürsprache erwirke euch Gottes Hilfe.


279

Donnerstag, 25. März · Abend

Euch und allen, die heute das Fest der Verkündigung unseres

Herrn begehen, schenke Gott die wahre Freude und den ewigen

Lohn.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Glauben heißt nichts anderes, als die Unbegreiflichkeit Gottes

ein Leben lang auszuhalten.

Karl Rahner SJ (einer der bedeutendsten katholischen Theologen

des 20. Jahrhunderts, 1904–1984)

• Die Unbegreiflichkeit Gottes, was hilft mir, sie anzunehmen?

• Mit wem kann ich über meine Glaubensfragen sprechen,

wer ist mit mir auf dem Glaubensweg?

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Den Erde, Meer und Firmament

verehren, loben, beten an,

der die drei Reiche trägt und lenkt,

ihn birgt Mariens reiner Schoß.

Dem Sonne, Mond und jeder Stern

durch alle Zeiten dienstbar sind,

ihn trägt der Leib der reinen Magd,

vom Hauch der Gnade ganz durchströmt.


Abend · Donnerstag, 25. März 280

Beglückte Mutter, reich beschenkt:

In deinem Schoße schließt sich ein

er, dessen Hand die Welt umfängt,

der Höchste, der das All erschuf.

Dir ward des Engels Botschaft kund,

und du empfingst vom Heil’gen Geist:

Aus deinem Schoße trat hervor,

der aller Völker Sehnsucht ist.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,

Gott, den die Jungfrau uns gebar,

Lob auch dem Vater und dem Geist

durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

Nach: Quem terra, pontus aethera; 7./8. Jahrhundert

Melodie: GL 530 · GL 1975 577 · KG 766 – andere Melodie: EG 155

Canticum Kol 1, 12–20

Antiphon:

Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem

Wort.

Dankt dem Vater mit Freude! *

Er hat euch fähig gemacht, Anteil zu haben

am Los der Heiligen, die im Licht sind.

Er hat uns der Macht der Finsternis entrissen *

und aufgenommen in das Reich seines geliebten Sohnes.

Durch ihn haben wir die Erlösung, *

die Vergebung der Sünden.

Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, *

der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.

Denn in ihm wurde alles erschaffen *

im Himmel und auf Erden,

das Sichtbare und das Unsichtbare, /

Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten; *

alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.


281

Donnerstag, 25. März · Abend

Er ist vor aller Schöpfung, *

in ihm hat alles Bestand.

Er ist das Haupt des Leibes, *

der Leib aber ist die Kirche.

Er ist der Ursprung, /

der Erstgeborene der Toten; *

so hat er in allem den Vorrang.

Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle in ihm wohnen, *

um durch ihn alles zu versöhnen.

Alles im Himmel und auf Erden

wollte er zu Christus führen, *

der Frieden gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.

Ehre sei dem Vater ...

Lesung 1 Joh 4, 9–11

Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass

Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit

wir durch ihn leben. Nicht darin besteht die Liebe, dass wir

Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt und seinen Sohn

als Sühne für unsere Sünden gesandt hat. Liebe Brüder, wenn

Gott uns so geliebt hat, müssen auch wir einander lieben.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir,

du bist gebenedeit unter den Frauen.

Fürbitten

Gott, unser Vater, du möchtest jedes Kind zu der Aufgabe heranreifen

lassen, mit der du es betrauen willst. Wir rufen zu dir:

A: Segne deine Kinder.


Abend · Donnerstag, 25. März 282

Durch Marias Eltern hast du grundgelegt, was deinen Sohn als

Mensch geprägt hat;

– schenke den Kindern liebevolle Großeltern.

A: Segne deine Kinder.

Das Ja der Mutter hat die Menschwerdung Jesu mit ermöglicht;

– schütze alle Schwangeren und gib ihnen Kraft für die Geburt.

Heute verbringen viele Kinder erheblich weniger Zeit mit ihren

Eltern als früher;

– lass sie genügend Liebe und Zuwendung erfahren, dass sie zu

lebensfrohen Menschen werden.

Der Verlust eines Kindes ist besonders schwer zu verwinden;

– tröste die verwaisten Familien und lass sie deine Treue und

Barmherzigkeit spüren.

Vaterunser

Oration

Gott, du bist groß und unbegreiflich. Nach deinem Willen ist

dein ewiges Wort im Schoß der Jungfrau Maria Mensch geworden.

Gläubig bekennen wir, dass unser Erlöser wahrer Gott und

wahrer Mensch ist. Mache uns würdig, Anteil zu erhalten an

seinem göttlichen Leben. Darum bitten wir durch ihn, Jesus

Christus.

Gott lasse uns wachsen in der Gnade und Erkenntnis

unseres Herrn und Retters Jesus Christus!

Ihm gebührt die Herrlichkeit,

jetzt und bis zum Tag der Ewigkeit.

Vgl. 2 Petr 3, 18

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Freitag, 26. März 2021

Heiliger Liudger

Liudger (742–809) war der erste Bischof von Münster. Er stammte

aus einer vornehmen friesischen Familie und war Schüler

Gregors in Utrecht und Alkuins in York. 777 wurde er in Köln

zum Priester geweiht und kehrte dann als Missionar nach Friesland

zurück. Dort erbaute er Kirchen und gründete Pfarreien. Nachdem

ihn einfallende Sachsen vertrieben hatten, begab er sich auf eine

Pilgerreise nach Rom und in das Kloster Montecassino. 792 übertrug

ihm Karl der Große die Leitung der Friesen- und Sachsenmission.

794 gründete Liudger ein Kanonikerstift, ein „Monasterium“,

den Ausgangspunkt des Missionsbistums Münster, zu dessen erstem

Bischof Liudger 804/805 geweiht wurde. Liudger schuf eine

vorbildliche Pfarr- und Bistumsstruktur, gründete den Dom und die

Domschule, baute weitere Kirchen und Klöster, u. a. in Werden an

der Ruhr, wo er später beigesetzt wurde.

Namenstag: hl. Kastulus (Märtyrer, † etwa 286) · hl. Larissa (Lara,

Märtyrerin auf der Krim, 4. Jh.)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

Mein schönste Zier und Kleinod bist

auf Erden du, Herr Jesu Christ;

dich will ich lassen walten

und allezeit

in Freud und Leid

in meinem Herzen halten.


Morgen · Freitag, 26. März 284

Dein Lieb und Treu vor allem geht,

kein Ding auf Erd so fest besteht,

das muss ich frei bekennen.

Drum soll nicht Tod,

nicht Angst, nicht Not

von deiner Lieb mich trennen.

Dein Wort ist wahr und trüget nicht

und hält gewiss, was es verspricht,

im Tod und auch im Leben.

Du bist nun mein,

und ich bin dein,

dir hab ich mich ergeben.

Königsberg 1597

GL 361 · GL 1975 559 · EG 473 · KG 206 – Strophen 1–3

Psalm 35 Verse 17–23.27–28

Herr, wie lange noch wirst du das ansehn? /

Rette mein Leben vor den wilden Tieren, *

mein einziges Gut vor den Löwen!

Ich will dir danken in großer Gemeinde, *

vor zahlreichem Volk dich preisen.

Über mich sollen die sich nicht freuen, *

die mich ohne Grund befeinden.

Sie sollen nicht mit den Augen zwinkern, *

die mich grundlos hassen.

Denn was sie reden, dient nicht dem Frieden; *

gegen die Stillen im Land ersinnen sie listige Pläne.

Sie reißen den Mund gegen mich auf und sagen: *

„Dir geschieht recht. Jetzt sehen wir’s mit eigenen Augen.“

Du hast es gesehen, Herr. So schweig doch nicht! *

Herr, bleib mir nicht fern!

Wach auf, tritt ein für mein Recht, *

verteidige mich, mein Gott und mein Herr!


285

Freitag, 26. März · Morgen

Alle sollen sich freuen und jubeln, *

die wünschen, dass ich im Recht bin.

Sie sollen jederzeit sagen: „Groß ist der Herr, *

er will das Heil seines Knechtes.“

Meine Zunge soll deine Gerechtigkeit verkünden, *

dein Lob alle Tage.

Ehre sei dem Vater ...

Wach auf, treuer Gott, tritt ein für dein Recht! Bleib uns nicht

fern, denn wir hoffen auf dich.

Lesung Jes 52, 13–15

Seht, mein Knecht hat Erfolg, er wird groß sein und hoch

erhaben. Viele haben sich über ihn entsetzt, so entstellt sah

er aus, nicht mehr wie ein Mensch, seine Gestalt war nicht

mehr die eines Menschen. Jetzt aber setzt er viele Völker in

Staunen, Könige müssen vor ihm verstummen. Denn was man

ihnen noch nie erzählt hat, das sehen sie nun; was sie niemals

hörten, das erfahren sie jetzt.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Viele gute Werke habe ich vor euren Augen getan. Für welches

wollt ihr mich töten?

Bitten

Jesus, Freund der Armen, du sendest uns vor allem zu denen,

die uns nichts vergelten können. Wir bitten dich:

A: Mach uns bereit zu selbstlosem Dienen.

Tag für Tag begegnen uns Menschen;

– gib, dass wir die Augenblicke, in denen wir ihnen gut sein

können, nicht achtlos verstreichen lassen.


Eucharistie · Freitag, 26. März 286

Viele Menschen hoffen nur auf ein Gespräch und ein wenig

Zuwendung;

– lass uns einsehen, wie viel wir schon mit ein wenig Zeit und

Verständnis zu geben vermögen.

A: Mach uns bereit zu selbstlosem Dienen.

Du kommst uns entgegen in den Bedürftigen und Leidenden;

– schenke ihnen und uns das Glück deiner Gegenwart.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, wir haben aus menschlicher Schwachheit

gefehlt und können aus eigener Kraft dem Netz der Sünde nicht

entrinnen. Komm uns in deiner Güte zu Hilfe und befreie uns

von aller Schuld. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, sei mir gnädig, denn mir ist angst.

Entreiß mich der Hand meiner Feinde und Verfolger.

Herr, lass mich nicht scheitern, denn ich rufe zu dir.

Ps 31, 10.16.18

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 20, 10–13

Jeremia sprach: Ich hörte das Flüstern der vielen: Grauen ringsum!

Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten

Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er


287

Freitag, 26. März · Eucharistie

sich betören, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm

rächen. Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held.

Darum straucheln meine Verfolger und kommen nicht auf. Sie

werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, in ewiger,

unvergesslicher Schmach. Aber der Herr der Heere prüft

den Gerechten, er sieht Herz und Nieren. Ich werde deine Rache

an ihnen erleben; denn dir habe ich meine Sache anvertraut.

Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das

Leben des Armen aus der Hand der Übeltäter.

Antwortpsalm Ps 18, 2–7.20

Kehrvers:

In meiner Not rief ich zum Herrn, und er hörte mein Rufen.

Ich will dich rühmen, Herr, meine Stärke, *

Herr, du mein Fels, meine Burg, mein Retter,

mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge, *

mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht. – Kehrvers

Ich rufe: Der Herr sei gepriesen!, *

und ich werde vor meinen Feinden gerettet.

Mich umfingen die Fesseln des Todes, *

mich erschreckten die Fluten des Verderbens. – Kehrvers

Die Bande der Unterwelt umstrickten mich, *

über mich fielen die Schlingen des Todes.

In meiner Not rief ich zum Herrn *

und schrie zu meinem Gott. – Kehrvers

Aus seinem Heiligtum hörte er mein Rufen, *

mein Hilfeschrei drang an sein Ohr.

Er führte mich hinaus ins Weite, *

er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 7, ferner GL 76, 1 (I. Ton) oder GL 1975 698, 1 (II. Ton)

oder KG 644 (IV. Ton)


Eucharistie · Freitag, 26. März 288

Ruf vor dem Evangelium

vgl. Joh 6, 63b.68c

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben. Du hast Worte des

ewigen Lebens.

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 10, 31–42

In jener Zeit hoben die Juden Steine auf, um Jesus zu steinigen.

Jesus hielt ihnen entgegen: Viele gute Werke habe ich im

Auftrag des Vaters vor euren Augen getan. Für welches dieser

Werke wollt ihr mich steinigen?

Die Juden antworteten ihm: Wir steinigen dich nicht wegen

eines guten Werkes, sondern wegen Gotteslästerung; denn du

bist nur ein Mensch und machst dich selbst zu Gott.

Jesus erwiderte ihnen: Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich

habe gesagt: Ihr seid Götter? Wenn er jene Menschen Götter

genannt hat, an die das Wort Gottes ergangen ist, und wenn die

Schrift nicht aufgehoben werden kann, dürft ihr dann von dem,

den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, sagen: Du

lästerst Gott – weil ich gesagt habe: Ich bin Gottes Sohn? Wenn

ich nicht die Werke meines Vaters vollbringe, dann glaubt mir

nicht. Aber wenn ich sie vollbringe, dann glaubt wenigstens

den Werken, wenn ihr mir nicht glaubt. Dann werdet ihr erkennen

und einsehen, dass in mir der Vater ist und ich im Vater

bin.

Wieder wollten sie ihn festnehmen; er aber entzog sich ihrem

Zugriff. Dann ging Jesus wieder weg auf die andere Seite des

Jordan, an den Ort, wo Johannes zuerst getauft hatte; und dort

blieb er. Viele kamen zu ihm. Sie sagten: Johannes hat kein Zeichen

getan; aber alles, was Johannes über diesen Mann gesagt

hat, ist wahr. Und viele kamen dort zum Glauben an ihn.


289

Freitag, 26. März · Abend

Impuls zum Evangelium

Die hl. Edith Stein, 1891 als jüngstes Kind einer jüdischen

Kaufmannsfamilie geboren, 1942 gemeinsam mit ihrer Schwester

Rosa im Todeslager Auschwitz ermordet, berichtet von einem

Gespräch mit ihrer betagten Mutter, einer gläubigen Jüdin,

kurz bevor die Tochter in den Kölner Karmel eintrat. Die Mutter

kann sich mit Ediths Schritt nicht abfinden. Jesus „mag ein sehr

guter Mensch gewesen sein. Aber warum hat er sich zu Gott

gemacht?“ Der Verdacht, hier werde ein Mensch von seinen

Anhängern zum Gott hochstilisiert oder habe sich selbst Göttlichkeit

angemaßt, begleitet das Christentum bis heute. Doch

nicht Jesus „macht sich“ zu Gott, sondern der Vater hat ihn „geheiligt

und in die Welt gesandt“ (Joh 10, 36). Im Bekenntnis zu

Jesus, dem Menschenkind und Gottessohn, geht es nicht um

menschliche Selbstvergrößerung, sondern um das Unfassliche,

dass wir Maß nehmen dürfen an dem einen, unfassbaren Gott.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ...

Innehalten am Abend

Man kann in einem großen Land etwas anpflanzen, das wichtiger

ist als Baumwolle – Toleranz!

Heute ist der 110. Geburtstag von Tennessee Williams

• Wo erscheint mir heute das „Pflanzen“ von Toleranz besonders

nötig?

• Wer ist für mich Vorbild in gelassener Weite des Denkens

und Glaubens?


Abend · Freitag, 26. März 290

Confiteor (Seite 16) – oder – Erbarme dich (Seite 26)

Hymnus

Christus, göttlicher Herr,

dich liebt, wer nur Kraft hat zu lieben:

unbewusst, wer dich nicht kennt;

sehnsuchtsvoll, wer um dich weiß.

Christus, du bist meine Hoffnung,

mein Friede, mein Glück, all mein Leben:

Christus, dir neigt sich mein Geist;

Christus, dich bete ich an.

Christus, an dir halt ich fest

mit der ganzen Kraft meiner Seele:

Dich, Herr, lieb ich allein –

suche dich, folge dir nach.

Nach: Christe Deus, vitae verae fabricator (Ad Christum Precatio);

Alphanus von Salerno, † 1085

Psalm 26

Verschaff mir Recht, o Herr;

denn ich habe ohne Schuld gelebt. *

Dem Herrn habe ich vertraut, ohne zu wanken.

Erprobe mich, Herr, und durchforsche mich, *

prüfe mich auf Herz und Nieren!

Denn mir stand deine Huld vor Augen, *

ich ging meinen Weg in Treue zu dir.

Ich saß nicht bei falschen Menschen, *

mit Heuchlern hatte ich keinen Umgang.

Verhasst ist mir die Schar derer, die Unrecht tun; *

ich sitze nicht bei den Frevlern.

Ich wasche meine Hände in Unschuld; *

ich umschreite, Herr, deinen Altar,


291

Freitag, 26. März · Abend

um laut dein Lob zu verkünden *

und all deine Wunder zu erzählen.

Herr, ich liebe den Ort, wo dein Tempel steht, *

die Stätte, wo deine Herrlichkeit wohnt.

Raff mich nicht hinweg mit den Sündern, *

nimm mir nicht das Leben zusammen mit dem der Mörder!

An ihren Händen klebt Schandtat, *

ihre Rechte ist voll von Bestechung.

Ich aber gehe meinen Weg ohne Schuld. *

Erlöse mich und sei mir gnädig!

Mein Fuß steht auf festem Grund. *

Den Herrn will ich preisen in der Gemeinde.

Ehre sei dem Vater ...

Lehre uns deine Gerechtigkeit, ewiger Gott. Reinige unsere Herzen,

damit wir deine Werke tun in unserer Welt.

Lesung 1 Petr 2, 21b–24

Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben,

damit ihr seinen Spuren folgt. Er hat keine Sünde begangen,

und kein trügerisches Wort war in seinem Mund. Er wurde

geschmäht, schmähte aber nicht; er litt, drohte aber nicht, sondern

überließ seine Sache dem gerechten Richter. Er hat unsere

Sünden mit seinem Leib auf das Holz des Kreuzes getragen,

damit wir tot seien für die Sünden und für die Gerechtigkeit

leben. Durch seine Wunden seid ihr geheilt.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Wenn ihr mir nicht glaubt, dann glaubt doch den Werken, die

ich im Namen meines Vaters tue.


Abend · Freitag, 26. März 292

Fürbitten

Lasst uns beten zu Jesus Christus, der die Menschen heilt:

A: Komm, Herr, segne uns.

Für die Hebammen und alle, die sich um werdende Mütter

kümmern;

– stärke sie immer neu durch die Freude am Leben, das du

schenkst.

Für alle, die in der Kranken- und Altenpflege tätig sind;

– gib ihnen Geduld und Kraft für ihre oft belastende Aufgabe.

Für die Therapeutinnen und Therapeuten;

– hilf, dass sie den Menschen, die sich ihnen anvertrauen,

Wege zur Genesung eröffnen.

Für die Ärztinnen und Ärzte;

– gib ihnen die Kraft, jedem der vielen Patienten als einem einzigartigen

Menschen zu begegnen.

Für die Menschen, die sich in der Hospizbewegung engagieren;

– lass sie den Sterbenden achtsame Wegbegleiter sein.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, wir haben aus menschlicher Schwachheit

gefehlt und können aus eigener Kraft dem Netz der Sünde nicht

entrinnen. Komm uns in deiner Güte zu Hilfe und befreie uns

von aller Schuld. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Ave Regina caelorum (Seite 331)


Samstag, 27. März 2021

Namenstag: Haimo von Halberstadt (Bischof, † 853) · Bernhelm von

Sponheim (Abt, † 1149) · sel. Frowin von Engelberg (Abt, † 1178) ·

Ensfrid von Köln († 1192)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ...

Hymnus

O Jesu Christe, wahres Licht,

erleuchte, die dich kennen nicht,

und bringe sie zu deiner Herd,

dass ihre Seel auch selig werd.

Lass alle, die im Finstern gehn,

die Sonne deiner Gnade sehn;

und wer den Weg verloren hat,

den suche du mit deiner Gnad.

Den Tauben öffne das Gehör,

die Stummen richtig reden lehr,

dass sie bekennen mögen frei,

was ihres Herzens Glaube sei.

Erleuchte, die da sind verblendt,

bring heim, die sich von dir getrennt,

versammle, die zerstreuet gehn,

mach feste, die im Zweifel stehn.


Morgen · Samstag, 27. März 294

So werden alle wir zugleich

auf Erden und im Himmelreich

hier zeitlich und dort ewiglich

für solche Gnade preisen dich.

Johann Heermann 1630/AÖL 1971

GL 485 · GL 1975 643 · EG 72

Psalm 119

Verse 33–40 He

Herr, weise mir den Weg deiner Gesetze! *

Ich will ihn einhalten bis ans Ende.

Gib mir Einsicht, damit ich deiner Weisung folge *

und mich an sie halte aus ganzem Herzen.

Führe mich auf dem Pfad deiner Gebote! *

Ich habe an ihm Gefallen.

Deinen Vorschriften neige mein Herz zu, *

doch nicht der Habgier!

Wende meine Augen ab von eitlen Dingen; *

durch dein Wort belebe mich!

Erfülle deinem Knecht die Verheißung, *

die allen gilt, die dich fürchten und ehren.

Wende die Schande ab, vor der mir graut; *

denn deine Entscheide sind gut.

Nach deinen Befehlen hab’ ich Verlangen. *

Gib mir neue Kraft durch deine Gerechtigkeit!

Ehre sei dem Vater ...

An deine Weisung wollen wir uns halten, treuer Gott. Belebe

uns durch dein Wort, damit wir auf deinem Weg bleiben bis

ans Ende.

Lesung

Jes 65, 1b–3a

Ich sagte: Hier bin ich, hier bin ich! Den ganzen Tag streckte

ich meine Hände aus nach einem abtrünnigen Volk, das einen


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Samstag, 27. März · Morgen

Weg ging, der nicht gut war, nach seinen eigenen Plänen, nach

einem Volk, das in seinem Trotz mich ständig ärgert.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Nicht nur für Israel ist Jesus gestorben, sondern auch um die

Kinder Gottes aus allen Völkern zu sammeln.

Bitten

Heute vor 150 Jahren wurde der Schriftsteller Heinrich Mann

geboren. Schon 1933 musste er emigrieren, wurde aber im

französischen und später amerikanischen Exil zur „Stimme des

stumm gewordenen Volkes“. Bitten wir Gott um Kraft:

A: Hilf uns, Zeugen der Hoffnung zu sein.

– Dass wir den Verzweifelten Mut zusprechen.

– Dass wir unsere Stimme gegen Unrecht erheben.

– Dass wir Verbündete finden, die mit uns für deine Gerechtigkeit

einstehen.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, du wirkst das Heil der Menschen zu jeder

Zeit; in diesen Tagen aber bist du uns besonders nahe. Trage

Sorge für dein Volk, schütze die Getauften und alle, die sich auf

die Taufe vorbereiten. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


Eucharistie · Samstag, 27. März 296

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, halte dich nicht fern!

Du, meine Stärke, eile mir zu Hilfe.

Ich bin ein Wurm und kein Mensch,

der Leute Spott, vom Volk verachtet.

Ps 22, 20.7

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 37, 21–28

So spricht Gott, der Herr: Ich hole die Israeliten aus den Völkern

heraus, zu denen sie gehen mussten; ich sammle sie

von allen Seiten und bringe sie in ihr Land. Ich mache sie in

meinem Land, auf den Bergen Israels, zu einem einzigen Volk.

Sie sollen alle einen einzigen König haben. Sie werden nicht

länger zwei Völker sein und sich nie mehr in zwei Reiche teilen.

Sie werden sich nicht mehr unrein machen durch ihre Götzen

und Gräuel und durch all ihre Untaten. Ich befreie sie von aller

Sünde, die sie in ihrer Untreue begangen haben, und ich mache

sie rein. Dann werden sie mein Volk sein, und ich werde ihr

Gott sein.

Mein Knecht David wird ihr König sein, und sie werden alle

einen einzigen Hirten haben. Sie werden nach meinen Rechtsvorschriften

leben und auf meine Gesetze achten und sie erfüllen.

Sie werden in dem Land wohnen, das ich meinem Knecht

Jakob gegeben habe und in dem ihre Väter gewohnt haben.

Sie und ihre Kinder und Kindeskinder werden für immer darin

wohnen, und mein Knecht David wird für alle Zeit ihr Fürst

sein. Ich schließe mit ihnen einen Friedensbund; es soll ein

ewiger Bund sein. Ich werde sie zahlreich machen. Ich werde

mitten unter ihnen für immer mein Heiligtum errichten, und

bei ihnen wird meine Wohnung sein. Ich werde ihr Gott sein,

und sie werden mein Volk sein. Wenn mein Heiligtum für alle


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Samstag, 27. März · Eucharistie

Zeit in ihrer Mitte ist, dann werden die Völker erkennen, dass

ich der Herr bin, der Israel heiligt.

Antwortpsalm

Jer 31, 10–12b.13

Kehrvers:

Der Herr wird uns hüten wie ein Hirt seine Herde.

Hört, ihr Völker, das Wort des Herrn. *

Verkündet es auf den fernsten Inseln und sagt:

Er, der Israel zerstreut hat, wird es auch sammeln *

und hüten wie ein Hirt seine Herde. – Kehrvers

Denn der Herr wird Jakob erlösen *

und ihn befreien aus der Hand des Stärkeren.

Sie kommen und jubeln auf Zions Höhe, *

sie strahlen vor Freude über die Gaben des Herrn. – Kehrvers

Dann freut sich das Mädchen beim Reigentanz, *

Jung und Alt sind fröhlich.

Ich verwandle ihre Trauer in Jubel, *

tröste und erfreue sie nach ihrem Kummer. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 10d, ferner GL 653, 3 (V. Ton)

oder GL 1975 646, 4 (IV. Ton) oder KG 615 (VII. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Ez 18, 31

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

So spricht Gott, der Herr: Werft alle Vergehen von euch, die

ihr verübt habt! Schafft euch ein neues Herz und einen neuen

Geist!

Christus, du ewiges Wort des Vaters, Ehre sei dir!

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 11, 45–57

In jener Zeit kamen viele der Juden, die zu Maria, der Schwester

des Lazarus, gekommen waren und gesehen hatten, was

Jesus getan hatte, zum Glauben an ihn. Aber einige von ihnen


Eucharistie · Samstag, 27. März 298

gingen zu den Pharisäern und berichteten ihnen, was er getan

hatte. Da beriefen die Hohenpriester und die Pharisäer eine

Versammlung des Hohen Rates ein. Sie sagten: Was sollen wir

tun? Dieser Mensch tut viele Zeichen. Wenn wir ihn gewähren

lassen, werden alle an ihn glauben. Dann werden die Römer

kommen und uns die heilige Stätte und das Volk nehmen.

Einer von ihnen, Kajaphas, der Hohepriester jenes Jahres, sagte

zu ihnen: Ihr versteht überhaupt nichts. Ihr bedenkt nicht,

dass es besser für euch ist, wenn ein einziger Mensch für das

Volk stirbt, als wenn das ganze Volk zugrunde geht. Das sagte

er nicht aus sich selbst; sondern weil er der Hohepriester jenes

Jahres war, sagte er aus prophetischer Eingebung, dass Jesus

für das Volk sterben werde. Aber er sollte nicht nur für das

Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes

wieder zu sammeln. Von diesem Tag an waren sie entschlossen,

ihn zu töten.