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AssCompact 02/2022

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AssCompact AWARD

Die Favoriten der Makler

in PKV und Pflege

LTA

Reiseschutzversicherungen

in Zeiten der Pandemie

Sonderthemen

Tierversicherung

Makler in der Haftung

Mit Rekord -

ergebnissen

ins nächste

Jahrhundert

Dr. Rainer Reitzler, Vorstandsvorsitzender

der Münchener Verein Versicherungsgruppe

Februar 2022 | AssCompact 1


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EDITORIAL

Auch wenn es mal nervt

Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

Nachhaltigkeit ist eines der großen Themen unserer Zeit und unserer

Branche. Trotzdem gibt es weiterhin eine große Lücke zwischen Bewusstsein

und Verhalten. Und auch mit der Akzeptanz ist es nicht immer ganz

einfach. Und so könnte es sein, dass so manche Leserin, so mancher Leser

beim Wort Nachhaltigkeit schon jetzt eine Seite weitergeblättert und sich

dabei gedacht hat: „Ach nee, nicht schon wieder.“

Sicherlich hat niemand grundsätzlich was gegen Nachhaltigkeit. Doch

so richtig schnell geht es nirgends voran. Versicherer und

Investmentgesellschaften drehen an verschiedenen Stellschrauben

und versichern, dass die Nachfrage nach und der Absatz

von nachhaltigen Produkten steigt. Trotzdem geht es noch

langsam voran. Immer wenn zu viel diskutiert wird und zu wenig

passiert, flacht irgendwann das Interesse ab.

Die EU-Taxonomie könnte nun der entscheidende Hebel

werden. Mit jeder klaren Definition hebt sich der Schleier, was

Nachhaltigkeit eigentlich sein soll. Die Einstufung von Atomenergie

als nachhaltig löst bei uns Kopfschütteln aus, doch

sollte dies weder die anderen Inhalte überschatten noch zu

dem Schluss führen, es müsse in Atomenergie investiert werden.

Es bleibt jedem Investor überlassen, dies als Ausschlusskriterium

für eigene Kapitalanlagen zu etablieren.

Für die Beratung heißt es nun abzuwarten, ob sich der Start

der verpflichtenden Abfrage von Nachhaltigkeitspräferenzen der Kundinnen

und Kunden verschiebt. Dieser sollte im August sein, allerdings

werden bis dorthin die technischen Standards für die Taxonomie nicht

vorliegen, das hat die EU-Kommission bereits angekündigt. Vermittler -

verbände sind deshalb gerade dabei, auf eine Verschiebung hinzuwirken.

Eine etwas nervige Wirkung hat auch manchmal das Thema Frauenförderung.

Auch hier hat niemand so grundsätzlich was dagegen, aber

auch hier geht es langsam voran. Im Zusammenhang mit der Corona-

Pandemie und dem „New Work“ rücken Diversitätsfragen wieder etwas in

den Vordergrund. Zudem manifestieren Unternehmen Frauenförderung

immer öfter in ihren Nachhaltigkeitszielen. Na dann mal los.

Mit beiden Themen beschäftigen wir uns in dieser Ausgabe und wollen

dies auch regelmäßig weiter tun. Darüber hinaus haben wir in gewohnter

Weise zwei spannende Sonderthemen gestaltet und zahlreiche weitere relevante

Makler- und Produktthemen aufgegriffen.

Ihre

Brigitte Horn

Chefredakteurin | horn@asscompact.de

PS: Vier AssCompact Digitalkongresse sind für Sie in Planung. Der

erste findet am 22.02.2022 statt und hat – Sie dürfen kurz raten – das

Thema „Nachhaltigkeit“ im Gepäck. Im März und April 2022 folgen die

Kongresse Rechtsschutz, Mobilität und Health. Mehr Informationen gibt

es unter asscompact.de/Veranstaltungen.

Februar 2022 | AssCompact 3


Inhalt

PERSONEN

News ............................................................... 8

STUDIEN

Aktuelle Markt untersuchungen ... 14

AssCompact AWARD „Private

Kranken- & Pflegeversicherung

2022“: Die Maklerfavoriten ........... 16

ASSEKURANZ

News ............................................................ 18

T I T E L I N T E R V I E W

Münchener Verein:

Mit Rekordergebnissen

ins nächste Jahrhundert .................. 24

Interview mit Dr. Rainer Reitzler, Münchener Verein

AssCompact AWARD

„Private Kranken- & Pflegeversicherung

2022“ 16

„Dem Thema New Work

kann sich niemand

verschließen“ 82

© klyaksun – stock.adobe.com

ASSEKURANZ

Betriebliche Altersvorsorge

mit Aktien: Steuer- und sozial -

abgabenfrei, ertragsstark

sowie nachhaltig und „grün“ ....... 26

Fabian von Löbbecke, HDI

Aus Krisen lernen ................................ 28

Kai Waldmann, Alte Leipziger

Log4j: Bestandsaufnahme

und Folgen für die

Versicherungsbranche ..................... 30

Ole Sieverding, CyberDirekt

Moderne Versicherung

für ein modernes Leben ................... 32

Timo Suchert, VHV

Wird Covid-19 zum Umsatzbooster

bei den Reiseschutz -

versicherungen? ................................... 34

Dr. Michael Dorka, LTA

INVESTMENT

News ............................................................ 52

K O M M E N T A R

Dasselbe in Grün, bitte! ................... 57

Tom Kufner, AssCompact

Silber und seine

zwei Seiten .............................................. 58

Andreas Stoll, AUREUS

Mehr als ein Trend:

Robo-Advisor als Partner

für die Digitalisierung ....................... 60

Ulf Schierhorn, SMAVESTO

IMMOBILIEN

News ............................................................ 62

Digitale Baufi-Beratung:

Drei Evolutionsstufen und

die Vorteile für Vermittler ............... 66

Marcus Fienhold, Interhyp

Geht es am Wohnungsmarkt

weiter aufwärts? ................................... 68

Ditmar Rompf, Hüttig & Rompf

DKM STREAMING-DAYS

Workshops, Wissen,

Weiterbildung ........................................ 70

MANAGEMENT & VERTRIEB

News ............................................................ 72

K O L U M N E

Stornogefahrmitteilungen im

Geschäftsverkehr mit Pools .......... 78

Hans-Ludger Sandkühler

S E R I E

70% Zuschuss von der EU – Wenn

Projekte riskant genug sind! ........ 80

Kai Schimmelfeder, Fördermittelexperte

„Dem Thema New Work kann

sich niemand verschließen“ ......... 82

Interview mit Betina Kirsch, AGV

K O L U M N E

Deshalb sind Vermittler

oft ertragsschwach ............................. 85

Steffen Ritter

Die Kunst, online professionell

zu beraten, und was es dabei

zu beachten gilt .................................... 86

Roger Rankel, Verkaufstrainer

S E R I E

Den größten Social-Media-Trend

für 2022 verrät Ihnen niemand! .. 88

Katharina Heder, frauheder.de

STEUERN & RECHT

News ............................................................ 90

K O L U M N E

Bestandskauf durch Pools:

Ergibt das Sinn? .................................. 112

Andreas Grimm, bestandsmarktplatz.de

Editorial ........................................................ 3

Nachhaltigkeit | Serie ........................ 96

Stellenmarkt .......................................... 113

Impressum ............................................. 114

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AssCompact | Februar 2022


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Münchener Verein: Mit Rekord ergebnissen

ins nächste Jahrhundert 24

Bitte beachten Sie die in dieser Ausgabe enthaltenen Beilagen der LV 1871 sowie der WWK.

Aus Gründen der Lesbarkeit wird in diesem Heft bei Personenbezeichnungen überwiegend das generische

Maskulinum verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für

alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform beinhaltet insofern keine Wertung.

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Sonderthemen

TIERVERSICHERUNG

Tierisch beste Freunde ..................... 36

Tina Kirchner, AssCompact

Versicherungen für die

Familien mitglieder mit Fell ............ 38

Manuel Jäschke, Barmenia

„Für mich hat das Thema Hund

den Bereich Kfz in der

Neukunden akquise abgelöst“ ..... 40

Interview mit Martin Markowsky, Dogvers

Mit Assistance-Leistungen

auf der sicheren Seite ....................... 44

Ludwig Koch, Helvetia

„Die Produktvielfalt

ist relativ bunt“ ..................................... 46

Interview mit Mortesa Yakubi, softfair

Tierversicherungen

sind keine Nische mehr ................... 48

Dr. Theo Hölscher, Uelzener Versicherungen

„Pferde sind bei uns eine

Herzensangelegenheit“ ................... 50

Interview mit Anna Reichhardt, VML

MAKLER IN DER HAFTUNG

So bleibt Ihnen das erspart ......... 100

Tom Kufner, AssCompact

Quasideckung:

Versicherungs makler haftet nach

erfolgloser Deckungsklage ......... 102

Jürgen Evers, Kanzlei EVERS

Eine Klagewelle gegen Makler

ist nicht zu erwarten ........................ 104

Dr. Vincent Schreier, FU Berlin

Haftet der Versicherungsmakler

für die Bonität

des Versicherers? .............................. 106

Jens Reichow, Kanzlei Jöhnke & Reichow

Vorsicht bei dem

„Kleingedruckten“ ............................ 108

Kathrin Pagel, Kanzlei Michaelis

Hier liegen die größten

Haftungsrisiken für Makler .......... 110

Franziska Geusen, Hans John

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Personen | News

© HDI/Christian Daitche

© Talanx

HDI Leben richtet Vorstand

auf neue Strategie aus

Die HDI Lebensversicherung AG

richtet ihren Vorstand neu aus: Fabian

von Löbbecke, bisher verantwortlich

für das bAV-Geschäft, übernimmt ab

01.03.2022 als Vorstand die Verantwortung

für Produkte und Neugeschäft

in der Lebensversicherung. Er

wird künftig die Neugeschäftsaktivitäten

der betrieblichen und privaten

Altersvorsorge von HDI Deutschland

verantworten.

Der auf die Optimierung und

Migration von Lebensversicherungsportfolios

spezialisierte Bartlomiej

Maciaga tritt am 01.03.2022 neu in

den Konzern ein und übernimmt in

Fabian von Löbbecke der HDI Lebensversicherung die

(o.) und Bartlomiej Bereiche Aktuariat und Versicherungstechnik

– zunächst als Generalbevoll-

Maciaga (u.)

mächtigter. 2023 soll er in den Vorstand

berufen werden.

Silke Fuchs bleibt weiter für den Leben-Betrieb der

HDI Lebensversicherung AG und der Bancassurance

verantwortlich. Gleichzeitig wird die Steuerung der IT

in der Lebensversicherung zur Chefsache: Sven Lixenfeld,

Mitglied des Vorstands der HDI Deutschland für

das Geschäft mit Lebensversicherungen und Vorstandsvorsitzender

der HDI Lebensversicherung AG, übernimmt

zusätzlich die Verantwortung für die Informationstechnik

in der Lebensversicherung und Banc assurance

in Deutschland.

Dirk Böhme, IT-Vorstand der HDI Lebensversicherung

und Vorstand der HDI Systeme AG – der IT-Dienstleister

der Talanx Gruppe – scheidet Ende Februar 2022 aus

dem Unternehmen aus. (AC)

© abrdn

© ADAC SE

abrdn verstärkt

Wholesale-Bereich

abrdn (zuvor Aberdeen

Standard Investments) setzt

den Ausbau seines Deutschlandgeschäfts

fort und konnte

Pascale-Céline Cadix als

Director Business Development

gewinnen. Sie verstärkt

seit 01.01.2022 das Wholesale-

Pascale-Céline Cadix Team unter Leitung von

Michael Heidinger, wo sie

unter anderem in der Betreuung von Family

Offices und Banken in Deutschland tätig sein

und neben der Betreuung von Bestandskunden

auch für die Akquisition neuer Investoren für

die breite Produktpalette von abrdn verantwortlich

sein wird.

Pascale-Céline Cadix bringt mehr als 15

Jahre Erfahrung im Wholesale-Bereich bei verschiedenen

Vermögensverwaltern im In- und

Ausland mit, darunter Garban Intercapital,

Credit Suisse, Columbia Threadneedle,

Aquila Capital und Lupus alpha Asset

Management. (AC)

ADAC Versicherung mit neuer

Vorstandsvorsitzenden

Claudia Tuchscherer hat

zum 01.01.2022 die Führung

der ADAC Versicherung AG

übernommen. Als Vorstandsvorsitzende

tritt sie die Nachfolge

von Marion Ebentheuer

an, die das Unternehmen

Ende 2021 verlassen hatte.

Claudia Tuchscherer Tuchscherer wird innerhalb

des Vorstands künftig das

kaufmännische Ressort sowie die Bereiche

Personal, Versicherungsbetrieb, Informationsmanagement,

Recht, Risikomanagement, Compliance,

Revision und Rückversicherung verantworten.

Für einige Bereichewar die Juristin bereits

seit 2020 als Vorstand verantwortlich. Frühere

Stationen ihrer Karriere waren die Allianz und

auch die SV SparkassenVersicherung. (AC)

8

AssCompact | Februar 2022


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PERSONEN

© SV SparkassenVersicherung

SV SparkassenVersicherung:

Neuer Leiter Maklerdirektion

Burghard Wilcke

Zum 01.08.2022 übernimmt Burghard

Wilcke die Leitung der Direktion Makler/

Inhouse Broker der SV SparkassenVersicherung.

Er folgt zu diesem Zeitpunkt auf

Lorenz von Veltheim, der die SV verlässt.

Wilcke trat bereits zum 01.01.2022 in die

SV ein, um einen reibungslosen Übergang

zu gewährleisten. Wilcke kommt vom

ERGO Maklervertrieb, bei dem er seit

2017 die Regionaldirektion Schaden/

Unfall Nord/Ost geleitet hat. (AC)

© Waldenburger

Waldenburger baut Maklervertrieb aus

Die Waldenburger Versicherung AG hat

ihren bundesweiten Maklervertrieb weiter

ausgebaut und Uwe Hartmaier am Jahres -

anfang 2022 zum Leiter Maklervertrieb

ernannt. Hartmaier übernimmt den strategischen

Ausbau und die Führung der Vertriebsteams

inklusive Key Account. In seiner

neuen Funktion arbeitet er eng mit dem Vorstandsvorsitzenden

Thomas Gebhardt

Uwe Hartmaier

zusammen. Ein für ihn wichtiger Punkt ist

und bleibt, trotz der fortschreitenden Digitalisierung, die Sicherstellung

der persönlichen Kontakte und die Erreichbarkeit für

die aktiven und zukünftigen Vertriebspartner der Waldenburger. (AC)

Verstärkung für COGITANDA

COGITANDA, Spezialist für das Management und die Versicherung

von Cyberrisiken, hat die Geschäftsleitung im Versicherungsgeschäft

verstärkt: Seit Mitte Dezember 2021 ist

Dr. Kennet Otto Chief Product Officer (CPO) der COGITANDA

Versicherungseinheiten. Er soll sich von den Standorten Köln

und Hamburg aus um das Produkt- und Portfoliomanagement

kümmern und übernimmt damit die Gesamtverantwortung für

alle versicherungsfachlichen und -rechtlichen Fragen, Partnerschaften

mit Erst- und Rückversicherern, Portfolio Performance,

Aktuariat und fachliche Revision. Otto hatte zuletzt beim

SIGNAL-IDUNA-Konzern in Hamburg das Sach-/Haftpflicht-

Underwriting im Industriesegment verantwortet. (AC)


Personen | News

© blau direkt

© dvb

Personelle Veränderungen

bei blau direkt

Der Lübecker Maklerpool und

Infrastrukturdienstleister blau direkt

hat Hannes Heilenkötter zum

Geschäftsführer berufen. Damit verstärkt

der IT-Experte als Chief Technology

Officer (CTO) die Riege der

Geschäftsführer um Oliver Lang,

Lars Drückhammer und Oliver

Pradetto. blau direkt geht Unternehmensangaben

zufolge mit dieser

Berufung einen ersten Schritt in die

Nachfolgeplanung von Oliver

Pradetto. Heilenkötter soll vor allem

für die Koordination von Technologie

und Innovationsprozessen verantwortlich

sein.

Hannes Heilenkötter Des Weiteren ist seit 01.01.2022 der

(o.) und Christian Vertriebsexperte Christian Anders

Anders (u.) neuer Director Sales bei blau direkt.

Er übernimmt den Ausbau und

die Organisation von Vertriebswegen, das Vertriebsmanagement

sowie die Entwicklung von neuen

Geschäftsfeldern. (AC)

deutsche-versicherungsboerse.de

vollzieht Führungswechsel

Friedel Rohde (o.) und

Henning Plagemann (u.)

Friedel Rohde, der Gründer und

langjährige Geschäftsführer der

deutschen-versicherungsboerse.de

(dvb), hat zum 01.01.2022 an

Henning Plagemann übergeben, der

gemeinsam mit Maciej Homziuk die

Geschäftsführung des Branchendienstleisters

übernimmt. Friedel

Rohde bleibt der Branche im langjährigen

Team beratend erhalten.

Die dvb hat die Digitalisierung in

der Versicherungswirtschaft, insbesondere

die Maklerkommunikation,

von Anfang an begleitet und die Einführung

der Brancheninitiative

BiPRO unterstützt. Auch diese Aufgaben

übergibt Rohde an die neue

Geschäftsführung. (AC)

© DMB Rechtsschutz

Neuer Vertriebsleiter

bei DMB Rechtsschutz

Bereits am 01.11.2021 hat

Milan Jarosch die Leitung

Vertrieb bei der DMB

Rechtsschutz-Versicherung

AG übernommen. Er steuert

die Vertriebsaktivitäten des

konzernunabhängigen

Rechtsschutzversicherers

Milan Jarosch und baut den Maklervertrieb

deutschlandweit weiter aus.

Zuletzt war Jarosch beim Cyberdienstleister

Perseus Technologies in Berlin für den Aufund

Ausbau des Maklervertriebs in der DACH-

Region verantwortlich. Davor war er in Vertriebs-

und Führungsfunktionen bei verschiedenen

Versicherungsmaklern im Industriesegment

tätig. (AC)

creditweb verstärkt

Geschäftsführung

Der Anbieter für Baufinanzierungen

creditweb hat seit Jahresanfang 2022 mit

Patrick Luchetta einen neuen Geschäftsführer,

der zusammen mit dem langjährigen CEO

Horst Kesselkaul nun die Geschäftsführung des

Baufinanzierungsspezialisten bildet.

Luchetta ist bereits seit zwei Jahren Mitglied

der creditweb-Geschäftsleitung und blickt auf

eine über 20-jährige Berufserfahrung in der

Finanzierungsbranche zurück. Er zeichnet

hauptsächlich für Expansion, Erschließung

neuer Märkte und den Ausbau des Partner-

Netzwerks von creditweb verantwortlich. Verstärkt

wird die Führungsspitze zusätzlich mit

Andreas Wagner als Mitglied der Geschäftsleitung.

Der langjährige Vertriebsleiter der

creditweb-Niederlassung in Berlin verantwortet

in erster Linie den Bereich B2B. (AC)

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AssCompact | Februar 2022


PERSONEN

© Gothaer

Gothaer: Neue Leiterin Digitalisierung

und Datenmanagement

Solveig Schulze ist seit

01.01.2022 neue Leiterin

des Bereichs Digitalisierung

und Datenmanagement

bei der Gothaer und ist

zugleich auch in die

Geschäftsführung der

Gothaer Digital GmbH eingetreten.

Schulze war bis-

Solveig Schulze

lang Co-Lead und Director

bei Signals, dem Innovations-Ökosystem der

SIGNAL IDUNA.

Zu den beruflichen Stationen von Solveig

Schulze gehörten die Lufthansa AG und die

Brunswick Group. 2020 wurde sie Co-Lead und

Director bei Signals. (AC)

Generali Deutschland:

Änderungen im Vorstandsteam

Zum 01.01.2022 sind im Vorstandsteam der Generali

Deutschland AG verschiedene Veränderungen wirksam

geworden: Stefan Lehmann, zuvor Chief Financial

Officer der Generali Deutschland AG, hat die Position

des Chief Business Officer Exclusive übernommen.

Lehmann, der seit 2004 in verschiedenen Führungspositionen

für die Generali in Deutschland tätig ist, folgt

auf Christoph Schmallenbach, der seine Versicherungsexpertise

nun in der Generali Group außerhalb von

Deutschland einbringt.

Neuer Chief Financial Officer ist Milan Novotný,

der seit 2017 Chief Risk Officer bei der Generali

Deutschland AG war. Er ist 2002 in die Generali Group

eingetreten und wurde nach verschiedenen Stationen

Chief Risk Officer bei der Generali CEE Holding in

Prag, bevor er nach Deutschland kam.

Katrin Gruber, zuvor Head of Controlling und Mitglied

des Country Risk Committees sowie langjähriges

Mitglied des Country Top Leadership Teams, ist als

neue Chief Risk Officer in den Vorstand der Generali

Deutschland AG berufen worden. Sie ist seit 2004 in

verschiedenen Führungspositionen im Finanzbereich,

zuletzt im Controlling, für die Generali Deutschland

AG tätig. (AC)

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Personen | News

Covomo meldet Veränderung

in der Geschäftsführung

Tim Klippstein (l.) und Kai Uhlemeyer (r.)

Nach sieben Jahren als Geschäftsführer und Mitgründer

des Vergleichsportals für Spezial- und Nischenversicherungen,

Covomo, ist Simon Nörtersheuser zum

Jahresanfang 2022 aus der operativen Leitung des

Frankfurter InsurTech-Unternehmens ausgeschieden.

Gleichzeitig ist er in den Beirat gewechselt und bleibt

Covomo mit seiner unternehmerischen Erfahrung

weiterhin erhalten.

Tim Klippstein und Kai Uhlemeyer wurden zeitgleich

in die Geschäftsführung berufen. Klippstein, der

einen Hintergrund als Unternehmensberater hat und

zuletzt beim Online-Versicherungsmakler CLARK tätig

war, soll zukünftig die Bereiche Vertrieb und Strategie

verantworten.

Kai Uhlemeyer ist studierter Informatiker und war

in den letzten Jahren für Online-Portale und Plattformen

verschiedenster Branchen sowohl im In- als auch

im Ausland verantwortlich. Bei Covomo soll er sich

zukünftig um die Themen Produktmanagement,

operatives Geschäft und Technologie kümmern. (AC)

© Covomo

© iS2

© DRSF

Wechsel im Vorstand der iS2

Der langjährige Vorstand

der iS2 Intelligent Solutions

AG, Stephan Hämmerl, ist

zum 01.01.2022 als Vorsitzender

in den Aufsichtsrat

gewechselt. Das neue Vorstandsteam

bilden nun

Andreas Wandelt, Felix

Stephan Hämmerl Kugelmann und Martin

Hierhager.

Andreas Wandelt und Martin Hierhager

rücken aus der erweiterten Geschäftsführung

in den Vorstand auf und setzen damit ihre

Arbeit für die iS2 in neuer Funktion fort. Felix

Kugelmann, der bereits über 20 Jahre in der

Versicherungswirtschaft tätig ist, ist zum Jahresbeginn

neu zur iS2 gekommen. (AC)

DRSF-Geschäftsführung

erhält Verstärkung

Verstärkung für den

Deutschen Reisesicherungsfonds

(DRSF): Dr. Stefan

Mees, vormals Head of

Underwriting – Credit

Lines bei der Zurich Insurance

plc, ist zu Beginn des Jahres

in die Geschäftsführung des

Dr. Stefan Mees DRSF gewechselt. Gemeinsam

mit Thomas Schreiber

und Dr. Andreas Gent ist er gesamtverantwortlich

für den im vergangenen Jahr unter staatlicher

Aufsicht gegründeten Reisesicherungsfonds,

bei dem alle deutschen Reiseanbieter

mit einem Jahresumsatz ab 10 Mio. Euro für

den Insolvenzfall abgesichert sind.

Dr. Stefan Mees ist Rechtsanwalt und hat

bei der Zurich Insurance plc verschiedene Führungspositionen

eingenommen. Dort war er

nicht nur für das Kautions- und Warenkreditversicherungsgeschäft,

sondern auch für die

Reisepreisabsicherung verantwortlich. (AC)

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AssCompact | Februar 2022


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Studien

So bewerten junge Leute ihre finanzielle

Lage während der Pandemie

Fragestellung: Wie schätzen Sie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Ihre Zukunft in

den nächsten 10 bis 15 Jahren ein? Angaben in Prozent. Quelle: Versorgungswerk MetallRente 2021, „Junge

Erwachsene und Corona“

Lockdown, Kurzarbeit, Zukunftsängste? Wie geht es

jungen Erwachsenen zwischen 17 und 27 Jahren in

Deutschland am Ende des zweiten Pandemiejahres?

Eine Untersuchung des Versorgungswerks MetallRente

liefert Antworten. Die Ergebnisse sind Teil der fünften

MetallRente-Studie „Jugend, Vorsorge, Finanzen“, die

im Mai 2022 erscheint. Mehr als die Hälfte der jungen

Erwachsenen (51%) spürt demnach bislang keine

finanziellen Einbußen durch Corona. 16% nehmen

sogar eine Verbesserung ihrer finanziellen Lage durch

die Pandemie wahr. Ein Drittel (33%) jedoch gibt an,

Dass ich fürs Alter vorsorgen kann, wird sich durch Corona ...

jetzt finanziell schlechter dazustehen als vor Beginn

der Pandemie. Bei denjenigen, die wenig Geld zur

Verfügung haben, ist dieser Anteil deutlich höher.

43% der Erwerbstätigen in Teilzeit sagen, dass sich ihre

finanzielle Situation durch Corona verschlechtert hat.

Bei den Arbeitslosen ist es mehr als die Hälfte (56%).

Zwar sagt über die Hälfte aller befragten Jugendlichen,

dass sich Corona bisher nicht auf ihr Sparverhalten

ausgewirkt hat. Doch gerade für diejenigen, deren

finanzielle Lage ohnehin schon angespannt ist, wird es

immer schwieriger vorzusorgen. Fast ein Drittel der

Befragten in dieser Gruppe (30%) gibt an, jetzt weniger

Geld zur Seite legen zu können als vor Corona. Umgekehrt

gibt es bei denjenigen, die ihre finanzielle Lage

als sehr gut beschreiben, die Tendenz, mehr Geld für

später zurückzulegen. Hier spart jeder Vierte (27%)

aktuell sogar mehr als vor der Pandemie. Trotz Corona

ist ein Großteil der jungen Menschen aber optimistisch,

auch in Zukunft Geld fürs Alter zurücklegen zu können.

Sechs von zehn gehen davon aus, dass Corona

nichts daran ändern wird. (AC)

AGCS: Diese D&O-Trends

kommen auf Führungskräfte zu

Vorstandsmitglieder und Führungskräfte

müssen weiter auf der Hut sein: Die gegenwärtige

Marktvolatilität mit der zunehmenden

Gefahr von Vermögensblasen und Inflation,

die Aussicht auf eine steigende Zahl von Insolvenzen

infolge der Pandemie und wachsende

Anforderungen im Bereich Umwelt, Soziales

und Governance sowie Cybersicherheit sind

die wichtigsten Haftungsszenarien, die Vor -

stände und Top-Manager (Directors & Officers)

im Jahr 2022 im Auge behalten müssen, so die

jüngste D&O-Studie der Allianz Global

Corporate & Specialty (AGCS).

Der Ausblick für die Märkte ist volatiler,

–da das Risiko von Vermögensblasen steigt und

die Inflation in verschiedenen Teilen der Welt

zunimmt. Gleichzeitig wird von mehr Banken

und Versicherern erwartet, die Verantwortung

für klimabedingte Risiken aus dem eigenen

operativen Geschäft bzw. Vermögensanlagen

selbst zu tragen und diese zudem angemessen

und rechtzeitig zu dokumentieren und offenzulegen.

Das sich verschärfende regulatorische

Umfeld, die Aussicht auf Rechtsstreitigkeiten

im Zusammenhang mit dem Klimawandel

oder „Greenwashing“ – aus all diesen Themen

können sich potenziell Ansprüche gegen Top-

Manager entwickeln.

Ein neues Risiko im Bereich der globalen

D&O-Versicherung stellt die Zunahme der

sogenannten Special Purpose Acquisition

Companies (SPACs) dar. Dabei handelt es sich

um Mantelfirmen, die einen schnelleren Weg

hin zu einer Börsennotierung ermöglichen.

SPACs sind mit einigen besonderen versicherungsrelevanten

Risiken verknüpft. Das Versäumnis,

eine geplante Transaktion innerhalb

der Zweijahresfrist abzuschließen, Insiderhandel

während der Börseneinführung, Vorwürfe

wegen einer falschen Auswahl des zu übernehmenden

Unternehmens oder das Fehlen einer

angemessenen Due-Diligence-Prüfung des Zielunternehmens

können eine Rolle spielen. (AC)

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AssCompact | Februar 2022


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STUDIEN

Die Favoriten der Makler in

der privaten Kranken- und

Pflegeversicherung 2022

© klyaksun – stock.adobe.com

Wer sind die Maklerfavoriten in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung

2022? Wie relevant sind welche Geschäftsbereiche und wann ist, auch angesichts

der neuen Regierungskoalition, mit einem Systemwechsel zu rechnen? Die

Antworten auf diese zentralen Branchenfragen liefert die aktuelle Studie

AssCompact AWARD – Private Kranken- & Pflegeversicherung 2022“.

Wer sind die Maklerfavoriten

in der privaten Kranken-

und Pflegeversicherung?

Dieses begehrte Qualitätssiegel

stand in der aktuellen Studie

AssCompact AWARD – Private

Kranken- & Pflegeversicherung

2022“ im Mittelpunkt der Analyse,

denn diese Sparte trägt nach Angaben

der Studienteilnehmer zu etwa

15% zum gesamten Vermittlungsgeschäft

bei. Der Blick auf die

jeweiligen Maklerfavoriten zeigt,

dass die unabhängigen Vermittler

2022 mehrheitlich auf vertraute

Partner bauen. So gab es in zwei

der drei betrachteten Bereiche nur

wenige Veränderungen auf den

jeweiligen Siegertreppchen bei der

Frage danach, an welche Versicherer

die Makler das meiste Geschäft

vermittelt haben.

Bei der privaten Krankenvollversicherung

allerdings war die größte

Dynamik zu erkennen. Hier eroberte

die HanseMerkur die Spitzenposition,

nachdem der Versicherer noch im

Jahr zuvor Platz 3 belegte. Dahinter

folgen auf Rang 2 die Barmenia

(2021: Rang 2) und die SIGNAL

IDUNA GRUPPE auf Platz 3, die

sich damit um einen Platz verbesserte.

Indes landete die Vorjahressiegerin

Hallesche in der gegenwärtigen

AssCompact AWARD-Studie

nur noch auf Rang 4. Einen kleinen

Sprung nach vorne vollzog auch die

Continentale, die sich von Platz 7

auf Platz 5 verbesserte.

Im Bereich der privaten Krankenzusatzversicherung

gab es hingegen

keine Veränderungen. Auch

2022 belegte die Barmenia Rang 1,

gefolgt von der ARAG (Platz 2) und

der HanseMerkur auf Rang 3. Allerdings

erzielte die Barmenia im Vergleich

zum Vorjahr ein deutlich

besseres Ergebnis und konnte bei

den Geschäftsanteilen den Abstand

zum zweit- und drittplatzierten Versicherer

deutlich ausbauen. Die

Bayerische hat sich mit Platz 8

(2021: Rang 11) im Vorjahresvergleich

deutlich verbessert.

Einen Tausch auf den Spitzenrängen

ergab die Studie im Bereich

der privaten Pflegeversicherung.

Vorjahressieger IDEAL rutschte auf

den 2. Platz ab, während der Vorjahreszweite,

Allianz, den Sprung auf

Platz 1 vollzog. Der 3. Platz blieb

wie 2021 schon in den Händen der

Hallesche. Bemerkenswert ist außerdem,

dass sich die Deutsche Familienversicherung

(DFV) von Rang 12

auf Platz 6 stark verbesserte. Die beiden

Versicherer Continentale (Rang

7) und uniVersa (Rang 8) wurden

neu im Ranking gelistet, während

der Versicherer SIGNAL IDUNA

GRUPPE von Platz 5 auf Rang 9

zurückfiel.

Die Einflussgrößen auf die

Gesamtzufriedenheit

Nach den Maklerfavoriten im

Bereich der privaten Kranken- und

Pflegeversicherung ermittelt die

aktuelle Studie „AssCompact

AWARD – Private Kranken- &

Pflegeversicherung 2022“ auch die

wichtigsten Einflusskriterien der

unabhängigen Vermittler auf die

Gesamtzufriedenheit mit den Versicherern

– und hier legte die Stu-

die doch gleich mehrere Veränderungen

offen:

• Wie bereits im Vorjahr bleibt

die Produktqualität seitens der

Versicherer der wichtigste Einflussfaktor

bei der Bewertung

der Maklerfavoriten.

• Auf Rang 2 gab es mit dem Faktor

„Abwicklung im Leistungsfall“

dann bereits die erste

größere Veränderung, denn der

Faktor verbesserte sich im Vorjahresvergleich

um drei Plätze.

• Dafür verlor der Faktor

„Bestandskundenservice“

einen Rang und kommt nun

auf den 3. Platz.

• Nennenswerte Veränderungen

ergaben sich außerdem bei den

Faktoren „Preis-Leistungs-

Verhältnis“ und „Tarifflexibilität“.

Während erst genannter

Faktor an Relevanz gewann

und sich um drei Plätze verbesserte,

verlor der Faktor „Tarif -

flexibilität“ gleich vier Ränge

und belegt unter den zentralen

Einflussfaktoren nur noch Platz 8.

Die Geschäftsbereiche

und ihr künftiges Potenzial

Weiter interessierte die Autoren

der aktuellen AssCompact AWARD-

Studie die Einschätzung hinsichtlich

des Zukunftspotenzials der einzelnen

Geschäftsbereiche. Große

Erwartungen stecken die Studienteilnehmer

hier in die zwei Bereiche

„Private Krankenzusatzversicherung“

und „Private Pflegeversicherung“.

Während die private Krankenzusatz -

versicherung gegenwärtig rund

16

AssCompact | Februar 2022


Assekuranz | News

Die Stuttgarter legt

Grüne Zukunft Index auf

Bei der Stuttgarter gibt es ein weiteres nachhaltiges

Altersvorsorge-Angebot: Seit Februar 2022 kann demnach

der Grüne Zukunft Index in der Stuttgarter Indexrente

index-safe gewählt werden. Zur Auswahl stehen

bis zu 40 ausgewählte Unternehmen aus acht nachhaltigen

Themengebieten: ressourcenschonende Wasserwirtschaft,

nachhaltige Kreislaufwirtschaft und Recycling,

energieeffiziente Klimalösungen, Chancengleichheit in

Gesundheit, Einkommen und Bildung, gesundes Leben

und nachhaltige Immobilienwirtschaft.

Mit dem Index werden Sicherheit, Renditechancen

und Nachhaltigkeit geboten, verspricht die Stuttgarter.

Sparanteile der Beiträge fließen in das Deckungskapital

des Versicherers. Zum Rentenbeginn erhalten Kunden

eine garantierte Leistung sowie daraus eine garantierte

lebenslange Mindestrente. Alternativ zum neuen

Grüne Zukunft Index kann der M-A-X Multi-Asset

Index gewählt werden. Für Bestandskunden bleibt der

bisherige GrüneRente Index mit seinen 600 Aktien

noch ein Jahr erhalten. (AC)

Dialog bringt neue bAV-Lösung

Die Dialog bringt eine Produktlösung im bAV-

Bereich auf den Markt: „AnnoFlex“ bietet die Möglichkeit,

ein Paket aus Hinterbliebenenversorgung

und Invaliditätsabsicherung in Kombination mit dem

betrieblichen Gesundheitsmanagement zu schnüren.

Mit dem Baukastensystem der Dialog kann der Arbeitgeber

die Versorgung seiner Belegschaft maß -

geschneidert zusammenstellen.

AnnoFlex ist speziell zur Rückdeckung kurz laufender

Pensionszusagen konzipiert und hat eine Vertragslaufzeit

von einem Jahr. Der Vertrag kann jeweils um ein weiteres

Jahr verlängert werden. Mit der neuartigen jährlichen

Beitragskalkulation werden die Beiträge regel mäßig je

nach Anzahl und Höhe der Schadenfälle überprüft.

Treten weniger Schadenfälle auf, werden die Beiträge

zugunsten des Arbeitgebers reduziert. Um finanzielle

Planungssicherheit zu schaffen, sind diese über einen

Beitragskorridor nach oben und unten gedeckelt. Auch

große Belegschaften können mit einer einfachen Frage

nach dem aktuellen Arbeitsvermögen versichert werden.

Erst bei hohen versicherten Leistungen wird eine

ausführliche Gesundheitsprüfung notwendig. (AC)

HUK-COBURG und Neodigital: Gründung eines Joint Ventures für den

Vertrieb von Kfz-Versicherungen

HUK-COBURG investiert

in Neodigital

Die HUK-COBURG Holding AG beteiligt

sich am InsurTech Neodigital Versicherung

und treibt die Gründung eines Joint Ventures

für den Vertrieb von Kfz-Versicherungen voran.

In diese „Neodigital Autoversicherung AG“

fließt die Digitalkompetenz von Neodigital

ein, Angebote schnell und flexibel anzupassen.

Ergänzt wird sie durch das langjährige Knowhow

von Deutschlands großem Kfz-Versicherer

mit dem Ziel, zusammen und über den eigenen

Vertrieb der HUK-COBURG- Marke hinaus eine

weitere Möglichkeit zu schaffen, branchenübergreifend

Kfz-Versicherungen anzubieten.

„Neodigital steht für eine komplette Online-

Verwaltung aller Verträge und zeichnet sich

durch einen hohen Automatisierungsgrad

in der Prozessbearbeitung aus, die HUK-

COBURG für eine hohe Preis- und Leistungsqualität.

Beides gepaart bietet Versicherungsunternehmen,

Vermittlerinnen und Vermittlern

sowie Beraterinnen und Beratern neue digitale

Produkt- und Lösungsangebote“, so Markus

Imle, Leiter Neue Geschäftsfelder der HUK-

COBURG. Das Joint Venture soll unmittelbar

nach Vorlage der behördlichen Genehmigungen

an den Markt gehen. Über die Investitionshöhe

wurde Stillschweigen vereinbart. (AC)

© thanksforbuying – stock.adobe.com

18

AssCompact | Februar 2022


ASSEKURANZ

WWK mit neuer Fondspolice

Die WWK Lebensversicherung a. G. bietet

die renditeorientierte und flexible fonds -

gebundene Rentenversicherung WWK Premium

FondsRente 2.0 an. Ziel des Tarifs sind hohe

Renditen durch Partizipation an den weltweiten

Aktienmärkten. Auf Kapitalgarantien wird während

der Ansparzeit verzichtet. Neu ist auch, dass

zusätzlich in der „Rentenphase-Invest“ die Chancen

des Kapitalmarktes genutzt werden können.

Dazu Thomas Heß, Marketingchef und

Organisationsdirektor: „Auch während des

Rentenbezugs kann der Kunde auf Wunsch in

Fonds investiert bleiben und profitiert von der

freien Fondsauswahl, von kostenlosem Shiften der

Fondsanlage und von verschiedenen Optionen zur

Rentenoptimierung. Dabei bleibt dem Kunden

eine lebenslang garantierte Leibrente erhalten.“

Ausgewählt werden kann aus qualitätsgeprüften

Fonds. Reduzierte Fondskosten werden

sichergestellt durch Clean Shareclasses und institutionelle

Anteilsklassen. Zudem gibt es 35 effiziente

ETFs, Indexfonds und Dimensional Fonds

zur Auswahl. Im Sinne der Nachhaltigkeit

werden 17 ESG-konforme Fonds bzw. ETFs

sowie neun Impact-Fonds in Anspar- und Rentenphase

geboten. Außerdem stehen vorkonfektionierte

Fonds-Baskets und spezielle Themenfonds

sowie Mischfonds zur Verfügung.

Laut dem Münchener Versicherer wird ein

hoher Rentenfaktor mit Besserstellungsoption

garantiert. Die bei Vertragsschluss gültigen Rechnungsgrundlagen

gelten über die gesamte Laufzeit.

Beitragsreduzierungen und -erhöhungen in

der Ansparphase sowie flexible Entnahme- und

Zuzahlungsmöglichkeiten über die gesamte

Vertragslaufzeit – in Anspar- wie auch Rentenphase

– sind möglich.

„Zielgruppe der neuen WWK Premium

FondsRente 2.0 sind Sparer, die für ihre Altersvorsorge

die Renditechancen der globalen

Kapitalmärkte nutzen möchten, eine verlässliche

Rentenzahlung und eine flexible sowie gleichzeitig

auch steuerlich attraktive Anlageform

suchen“, sagt Vertriebsvorstand Rainer Gebhart.

Die WWK Premium FondsRente 2.0 startet

zunächst als Privatrente in der dritten Schicht.

Der Tarif wurde bereits vor Produktstart von

der Ratingagentur Franke & Bornberg mit der

Note FFF+ ausgezeichnet. (AC)

andsafe erweitert Angebot

um Hundehaftpflicht

Beim digitalen Versicherer andsafe können nun

auch Hunde abgesichert werden. Die Hundehaftpflichtversicherung

kann online und ohne Wartezeit

abgeschlossen werden.

Der Versicherungsschutz gilt je nach Tarif bis zu

einer Summe von 50 Mio. Euro. Welpen bis zu einem

Alter von einem Jahr sind kostenlos mitversichert.

Die andsafe-Hundehaftpflicht schützt vor Sachund

Personenschäden und daraus resultierenden Vermögensschäden.

Zudem greift der Versicherungsschutz

auch für alle Personen, die nicht gewerbsmäßig auf den

Hund aufpassen, etwa der Nachbar. Durch den Hund

verursachte Schäden an einer vom Halter zu privaten

Zwecken gemieteten oder gepachteten Immobilie sind

ebenfalls inbegriffen. Dies gilt sowohl für Miet- als auch

für Ferienwohnungen. Und sollte der Hund ohne Leine

oder Maulkorb ausgeführt werden und einen Schaden

verursachen, greift auch hier die Versicherung – selbst

in Bereichen, in denen eigentlich Leinenpflicht bzw.

-zwang besteht.

Darüber hinaus übernimmt die Hundehaftpflicht

des zum Provinzial Konzern gehörenden Versicherers

beispielsweise auch Kosten von Bergungs- oder Rettungsaktionen,

Kautionsleistungen bei Versicherungsfällen

im Ausland oder eine Eigenschutzdeckung. Letzteres

beinhaltet die Absicherung von eigenen Schadenersatzansprüchen,

wenn der fremde Hundehalter nachweislich

zahlungsunfähig ist. (AC)

Alte Leipziger startet

Grundfähigkeitsversicherung

Die Alte Leipziger Lebensversicherung bietet nun

eine Grundfähigkeitsversicherung an, die ab einem

Alter von sechs Monaten abgeschlossen werden kann.

Mit dem Eintritt in die Grundschule kann sie in eine

Berufsunfähigkeitsversicherung umgewandelt werden.

Dabei findet keine erneute Gesundheitsprüfung statt.

Beruf und Freizeit sind abgesichert. Für Erwachsene

werden berufsspezifische Konzepte angeboten, darunter

Fliesenleger, Pfleger, Köche oder Friseure. In dem

Tarif sind die wichtigsten Grundfähigkeiten für den

jeweiligen Beruf zusammengestellt. Diese können

ergänzt werden um für den individuellen Alltag

wichtige Fähigkeiten.

Die Versicherung schützt alltägliche körperliche

oder geistige Fähigkeiten wie Hören, Sehen, Sprechen

oder Schmecken. Versichert sind zum Beispiel auch

Treppensteigen, Autofahren, ein Smartphone bedienen

oder der Geschmackssinn. Sie ist weltweit gültig. (AC)

Februar 2022 | AssCompact 19


Assekuranz | News

VOLKSWOHL BUND

mit neuer Fondspolice

Die VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung

startet mit der fondsgebundenen Rentenversicherung

Fondsmodern, die es zurzeit als Privatrente und

in der Direktversicherung gibt. Weitere Varianten

kündigt der Versicherer bereits an.

Das Konzept beinhaltet eine hohe Fondsquote

mit Garantien. Mithilfe eines intelligenten Steuerinstruments

können börsentäglich individuelle

Änderungen vorgenommen werden, wenn die

Fondsquote nicht mehr zur gewünschten Garantie

passt. Fallen zum Beispiel die Kurse und ist dadurch

die Ablaufgarantie gefährdet, senkt das Unternehmen

die Fondsquote und erhöht dafür die Beteiligung

an den Zinsüberschüssen aus dem Sicherungs -

vermögen. Wenn die Kurse steigen, wird die Fondsquote

wieder angehoben. So ist das Vertragsgut -

haben bei Fondsmodern mit der Entwicklung der

Fonds verknüpft.

Für die Police besteht eine Auswahl an mehr

als 100 Einzelfonds oder acht Themenportfolios.

Zwölfmal im Jahr kann der Fonds kostenlos

gewechselt werden. Fondsmodern ist auch als Rente

PLUS mit erhöhter Leistung bei Pflegebedürftigkeit

erhältlich. Der minimale Monatsbeitrag

beginnt bei 10 Euro. Auch die Einzahlung eines

Einmalbeitrags mit einem Startmanagement wird

angeboten.

Der Beitrag kann nach Bedarf auf bis zu 500

Euro mehr im Monat erhöht werden. Es werden

Zuzahlungen bis zu 200% des Jahresbeitrags pro

Kalenderjahr ermöglicht. Eine Auszahlung ist bis

zu 20.000 Euro im Jahr gestattet.

Ein neuer Baustein ist die Garantie PLUS, bei

der Kunden zum Jahrestag des Vertragsabschlusses

automatisch eine Garantieerhöhung von 5% erhalten.

Dies geht dann, wenn die Fondsquote mit dieser

Erhöhung 100% beträgt. Auf diese Weise können

die Versicherten Garantien erreichen, die über

100% der Beitragssumme liegen.

Nach der Ansparphase können Kunden auf

Rentemodern umsteigen. Dann erhalten sie 75%

der klassischen Garantierente und eine Zusatz -

rente mit hoher Fondsquote. Neu ist zudem die

Sicherheit, dass die Gesamtrente von einem Jahr

auf das andere um höchstens 10% fallen kann. (AC)

Zurich senkt Preise

in BU-Versicherung

Die Zurich Gruppe Deutschland hat zum

Jahresbeginn 2022 die Prämien in der Berufsunfähigkeitsversicherung

(BU) um bis zu 12%

gesenkt. Die Preissenkung gilt für alle Tätig -

keiten – insbesondere in der Kernzielgruppe

der kaufmännisch geprägten Berufsbilder.

Gleichzeitig sagt Zurich eine Nettobeitrags -

garantie bis 2025 zu. Für Studierende reduziert

sich laut Versicherer die monatliche Prämie

um bis zu 10%. Je nach Ausprägung der Tätigkeit

wird die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit

auch in handwerklichen Berufen wie dem

Berufsbild des Elektronikers um bis zu 12%

günstiger.

Bei der Online-Gesundheitsabfrage über

Vermittler zum Abschluss von Neuverträgen

wurde zudem der Fragenkatalog von 21 auf 12

Fragen abgespeckt. Daneben erhalten Kunden

im Rahmen des webbasierten automatisierten

Underwritings eine unmittelbare Auskunft

über die Risikoentscheidung. Im BU-Leistungsfall

bietet die Zurich ihren Kunden des Weiteren

einen kostenfreien Service über den Kooperationspartner

ReIntra an. Dabei handelt es sich

um ein auf medizinisch-berufskundliche Beratung

spezialisiertes Unternehmen, das im Leistungsfall

nicht nur bei der Kommunikation

mit dem Versicherer und mit Behörden unterstützt,

sondern auch bei der Suche und Wahl

der geeigneten Behandlung und Fachklinik.

Darüber hinaus berät ReIntra zu geeigneten

Maßnahmen für den beruflichen Wiedereinstieg.

An den vereinbarten Maßnahmen beteiligt

sich Zurich in Höhe von bis zu sechs

Monatsrenten. (AC)

© fotomek – stock.adobe.com

20

AssCompact | Februar 2022


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ASSEKURANZ

Ostangler schützt Wohngebäude -

kunden mit Hochwasserpass

Die Ostangler Brandgilde hat einen Hochwasserpass

für Wohngebäudekunden in ihr

Portfolio integriert. Die Erweiterung bei der

Wohngebäudeversicherung ist seit Januar 2022

im nachhaltigen Versicherungsprodukt „Green

Fair Play plus“ enthalten. Beim Hochwasserpass

handelt es sich um ein Dokument zur Standortanalyse

und Bewertung von bestehenden

oder geplanten Privat- und Gewerbeimmobilien

in hochwassergefährdeten Gebieten. Die Immobilie

wird dazu sachkundig von Fachleuten

analysiert und das Hochwasserrisiko festgestellt.

Grundlage stellt ein Fragebogen dar, mit dem

das Umfeld der jeweiligen Immobilie beleuchtet

wird. Im Anschluss an die Analyse erhält der

Hausbesitzer den Hochwasserpass und eine

Risikoeinschätzung für sein Eigenheim.

Zusätzlich gibt das Dokument konkrete Handlungsempfehlungen

an den Besitzer, um Hochwasser-

und Starkregenschäden verhindern

oder eindämmen zu können. (AC)

PHV: Die Haftpflichtkasse

erneuert Tarifstruktur

Die Haftpflichtkasse hat die Tarifstruktur in

ihrer privaten Haftpflichtversicherung (PHV)

vereinfacht und bietet nun drei statt bisher vier

Produktlinien an: „Einfach Gut“, „Einfach Besser“

und „Einfach Komplett“. Im Rahmen der

Neustrukturierung erhöhen sich die Versicherungssummen

in allen Produktlinien deutlich:

auf 25, 50 und 70 Mio. Euro. Um dem gesellschaftlichen

Wandel bei Familienformen gerecht

zu werden, gibt es eine eigene Tarifvariante für

Paare ohne Kinder. Weitere Neuerungen: Bei

der Nutzung von Car-Sharing-Angeboten übernimmt

die Haftpflichtkasse im Schadenfall den

Selbstbehalt der Vollkasko bis 250 Euro – für

Elektroautos sogar bis 500 Euro. Auch Schäden

an gemieteten E-Scootern sind mitversichert.

Ebenso sind selbstständige gewerbliche Nebentätigkeiten

bis zu 22.000 Euro Jahresumsatz

mitversichert („Einfach Komplett“-Tarif). (AC)

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Versicherungssumme 200.000 €). Netto-Monatsbeitrag bei Abschluss

mit Beginn 01.12.2021, Laufzeit 20 Jahre, Versicherungsende 30.11.2041:

13,10 € (Summe von 240 Monatsbeiträgen 3.144,00 €); Netto-Monatsbeitrag

bei Abschluss mit Beginn 01.01.2022, Laufzeit 20 Jahre, Versicherungsende

31.12.2041: 14,47 € (Summe von 240 Monatsbeiträgen

3.472,80 €). Das entspricht einer Beitragsersparnis von monatlich 9,4 %.

Zahlbeitrag nach Sofortverrechnung der Überschussbeteiligung. Diese ist

für 2021 garantiert, nicht jedoch für die gesamte Laufzeit. Umgerechnet

auf eine Laufzeit von 20 Jahren können somit 328,80 € gespart werden.

(Bitte beachten Sie, dass sich aufgrund einer Rückdatierung auf den

01.12.2021, das Versicherungsende um die rückdatierten Monate verschiebt.)


Assekuranz | News

uniVersa verbessert BU-Absicherung

Die uniVersa hat ihren Schutz bei Berufsunfähigkeit

(BU) weiterentwickelt. Bei Selbstständigen verzichtet

die Gesellschaft in ihrem neuen BU-Schutz

nun auf eine Umorganisation. Dies gilt generell in

Kleinbetrieben mit weniger als fünf Mitarbeitern.

Darüber hinaus auch bei einer akademischen Ausbildung

und Bürotätigkeit von mindestens 90%.

Verbessert wurden auch die Nachversicherungs -

garantien. So kann der Schutz jetzt auch bei Tod des

Ehegatten oder Lebenspartners sowie bei reduzierter

Beamtenpension und beim Erwerb einer selbst

genutzten Wohnimmobilie ohne erneute Gesundheitsprüfung

aufgestockt werden. Möglich ist dies

innerhalb von zwölf statt bisher sechs Monaten.

Zudem kann die Vertragslaufzeit ohne erneute

Gesundheitsprüfung verlängert werden, falls die

Regelaltersgrenze in der gesetzlichen Rentenver -

sicherung von derzeit 67 Jahren durch eine Renten -

reform erhöht wird.

Verbessert wurde auch der Premiumschutz. So

gibt es dort die Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit

bereits ab drei Monaten anstatt bisher vier und einer

Prognosedauer von drei Monaten für bis zu 36 Monate

(bisher 24 Monate). Statt einer fachärztlichen Bescheinigung

reicht hierfür jetzt eine normale Arztbescheinigung

aus. Wird eine Umorganisation erforderlich,

gibt es als neue Starthilfe eine Einmalzahlung von

neun Monatsrenten. Verbessert wurde im Premiumschutz

auch die Wiedereingliederungshilfe. Diese

kann jetzt mehrfach während der Vertragslaufzeit in

Anspruch genommen werden. (AC)

© Robert Kneschke – stock.adobe.com

© malp – stock.adobe.com

SIGNAL IDUNA richtet Fondspolice

SIGGI nachhaltig aus

Die SIGNAL IDUNA Lebensversicherung

AG hat die Fondspolice SIGNAL IDUNA

Global Garant Invest (SIGGI) vollständig einer

nachhaltigen Ausrichtung unterzogen. Das

Angebot gilt für die private wie auch für die

betriebliche Altersversorgung.

Die Fondspolice ist über die gesamte

Vertragslaufzeit nachhaltig ausgerichtet, also

in der Anspar- und der Rentenphase. Bei der

Fondsauswahl wird unter anderem auf die

Selbstverpflichtung der jeweiligen Kapitalverwaltungsgesellschaft

auf die international anerkannten

sechs Prinzipien für verantwortliches

Investieren geachtet (UN PRI). Zurzeit sind

rund zwei Drittel der freien Fonds nachhaltig

ausgerichtet. Mit dem Relaunch von SIGGI

wurde auch die Anzahl kostengünstiger ETFs

(„Exchange Traded Funds“) erhöht.

Versicherte können zukünftig in der

privaten Altersvorsorge ein Garantieniveau

zwischen 0 und 80% wählen. In der betrieb -

lichen Altersversorgung wird ein festes Garantieniveau

von 80 oder 90% angeboten. Neben der

Beitragsgarantie geben die überarbeiteten

Zusatzbausteine „Sicherheit+“ und „Ablauf -

management+“ weitere Sicherheit. Beide

Sicherheitsmechanismen sind eng miteinander

verzahnt und sorgen dafür, dass Schwankungen

des Kapitalmarktes abgefedert und aufgelaufene

Erträge gesichert werden. (AC)

Der BU-Schutz kann beim Erwerb einer selbst genutzten Wohnimmobilie ohne

erneute Gesundheitsprüfung aufgestockt werden.

22

AssCompact | Februar 2022


ASSEKURANZ

GVO gründet nachhaltigen

Assekuradeur

Die Gegenseitigkeit Versicherung Oldenburg

(GVO) hat den nachhaltigen Assekuradeur

SicherGRÜN gegründet. Das Unternehmen

verfolgt das Ziel, Kunden sicheren und nachhaltigen

Versicherungsschutz anzubieten.

Zunächst wird eine Hausrat- und eine Privathaftpflichtversicherung

mit nachhaltigen Mehrleistungen

angeboten. Zu den Mehrleistungen

zählen unter anderem die Wiederbeschaffung

oder Reparatur durch nachhaltige Unternehmen.

Zudem geht pro Versicherungsbeitrag 1 Euro

in die gemeinnützige Stiftungsgesellschaft der

GVO Stiftungs-gGmbH für Umwelt und Nachhaltigkeit.

Diese fördert nachhaltige Projekte,

die eines der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele der

Agenda 2030 unterstützen. (AC)

Policenwerk bringt neues

Unfallkonzept auf den Markt

Mit der neuen Tariflinie Vital, Balance, Comfort und

Comfort Plus (Gliedertaxe) bringt Policenwerk Assekuradeure

GmbH & Co. KG vier neue Unfallkonzepte auf

Grundlage der AUB 2021. Die neuen Tarife ersetzen die

bisherigen Konzepte Basis, Top und Premium. Der Tarif

Vital kann ohne Gesundheitsprüfung abgeschlossen

werden und eignet sich daher besonders für junge

Kunden oder Kunden mit geringfügigen Vorerkrank -

ungen. Balance kommt für den preisorientierten Kunden

infrage, der einen guten Versicherungsschutz zu

günstiger Prämie sucht. Comfort besticht durch einen

Rundum-Schutz mit bis zu 50.000 Euro Leistung für

kosmetische Operationen, auch Schäden an Zahnersatz

sind mitversichert. Bergungs-, Such- und Rettungskosten

sind mit 100.000 Euro abgesichert. Mit Comfort

Plus wird der Tarif Comfort um eine verbesserte

Gliedertaxe erweitert.

In Balance, Comfort und Comfort Plus (Gliedertaxe)

sind Gesundheitsschäden aufgrund von Schutzimpfungen

mitversichert. Bei der Gliedertaxe liegt der Invaliditätsgrad

für die Hand bei 90%. Gleiches gilt für einen

Fuß mit 70% und Gehör auf einem Ohr mit 50%. Die

inneren Organe wie Niere, Magen und Darm wurden

mit 30% und ein Lungenflügel mit 50% bewertet. (AC)

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TOP-SCHUTZ FÜR MEDIZINER: NK.SELECT XL

Starke Leistungen für alle,

die sich für Gesundheit

stark machen!

Modern, leistungsstark, vorsorge- und familienfreundlich.

Das ist der neue NK.select XL, der größte NK, den es je gab.

Und das Beste: Den neuen PKV-Top-Tarif gibt es jetzt auch

für die Zielgruppe „Ärzte und Zahnärzte“.

www.vermittlerportal.de/mediziner


ASSEKURANZ

Münchener Verein: Mit Rekord -

ergebnissen ins nächste Jahrhundert

INTERVIEW MIT DR. RAINER REITZLER, VORSTANDSVORSITZENDER

DER MÜNCHENER VEREIN VERSICHERUNGSGRUPPE

Der Münchener Vorsorgespezialist und Handwerksversicherer feiert 2022 sein 100-jähriges Jubiläum.

Das Geschäftsjahr 2021 verbuchen die Münchener erneut als Rekordjahr – trotz anspruchsvoller

Rahmenbedingungen.

Herr Reitzler, Sie feiern 2022 „100

Jahre Münchener Verein“. Welche

Bedeutung hat das Jubiläum für

Sie und Ihr Haus?

100 Jahre Münchener Verein

heißt 100 Jahre Qualität, Innovationskraft

und Zuverlässigkeit für

unsere Kunden und Kundinnen in

ganz Deutschland. Nicht viele

Unternehmen erreichen dieses stolze

Alter, es ist ein Glanzstück und eine

Meisterleistung. Wir alle sind darauf

enorm stolz. Allen, die dazu beigetragen

haben, danke ich hierfür

sehr. Dazu gehören

selbstverständlich auch

alle Außendienst- und

Vertriebspartner mit

ihrem jahrzehntelangen

Einsatz und ihrer großartigen

Unterstützung.

Ohne sie alle hätten wir

das nicht geschafft. Ich

bin froh und dankbar, dass wir

selbst in dieser schwierigen Zeit

immer wieder neue Rekordergebnisse

erzielen und uns stabil und

stark im Markt behaupten.

men. Sie machen mit unseren Produkten

sehr gute Geschäfte. Herausstellen

möchte ich unseren herausragenden

Maklerservice mit bester

telefonischer Erreichbarkeit. Die

wiederholte Auszeichnung als Makler-Champion

belohnt den

100%-igen Einsatz unserer Teams

im Innen- und Außendienst.

Bei welchen Servicelevels sehen

Sie sich im Maklermarkt gefordert?

Erfolgreiche Maklerbetriebe

erwarten die beste Unterstützung

„Ich bin froh und dankbar, dass wir selbst

in dieser schwierigen Zeit immer wieder

neue Rekordergebnisse erzielen und uns

stabil und stark im Markt behaupten.“

für ihren Erfolg. Exakt das leisten

wir mit schlanken Prozessen, digitalen

Tools und perfekten Services.

Wir unterscheiden uns bewusst von

anderen, auch großen, Versicherern.

Anonyme Callcenter lehnen wir

strikt ab. Wir setzen mit unseren

sehr gut qualifizierten Kollegen

und Kolleginnen auf persönliche

Kontakte vor Ort oder mittels digitaler

Medien. Wir sind erreichbar

und ansprechbar. Unser neues

EasyXSelling bietet weiteren Mehrwert:

Mit wenigen Klicks können

drei KV-Zusatztarife – Zahn, ambulant

und stationär – gleichzeitig mit

einem einzigen Online-Antrag

abgeschlossen werden.

Das gilt also auch für Makler?

Ja, so ist es. Unsere Devise lautet:

schnell, online und unkompliziert.

Bei unseren KV-Zusatzprodukten ist

alles digital, mit der vertriebsfreund-

Eine enge Partnerschaft zwischen

den Vertriebspartnern und dem

Produktgeber ist essenziell. Wie

sieht Ihre Strategie aus?

Der Münchener Verein war und

ist stets ein topmoderner Partner

für seine Vertriebspartner und Vertriebspartnerinnen.

An unserer Seite

konnten und können sie ebenso

mindestens 100 Jahre alt werden.

Erfolg ist für uns keine Eintagsfliege,

sondern das Ergebnis einer klaren,

langfristig angelegten und

gemeinsam verabschiedeten Strategie.

Sicherlich auch deshalb haben

wir einen super Lauf.

Viele Vertriebspartner sind in

den letzten Jahren hinzugekomlichen

Option von einfachen Online-

Abschlüssen ohne Unterschrift.

Geschäftsergebnisse sind immer

wieder eine Benchmark für das

kommende Jahr. Wie bewerten Sie

die Zahlen 2021? Wie fällt Ihr Blick

auf 2022 aus?

Prämieneinnahmen von erstmals

über 800 Mio. Euro und eine

Gesamtvertriebsleistung auf absoluter

Rekordhöhe in der 99-jährigen

Geschichte unseres Unternehmens.

Kühl betrachtet sind dies die Eck -

daten eines erneuten

Rekordjahres 2021. Doch

mir persönlich reicht

diese Sichtweise nicht.

Dieses Ergebnis ist

alles außer gewöhnlich

– insbesondere unter

dem Aspekt des zweiten

Pandemiejahres. Erreicht

haben wir das alles nur gemeinsam:

Mit unserem ganzen Team und

unseren vielen Vertriebspartnern.

Alle haben in ihrem Verantwortungsbereich

einen exzellenten Job

gemacht. In unserem Jubiläumsjahr

wollen wir noch einmal eine

Schippe drauflegen.

Der Münchener Verein ist aus dem

Handwerk heraus entstanden.

Welchen Stellenwert hat das

Handwerk heute noch für die

Versicherungsgruppe?

Handwerksbetriebe sind seit

jeher ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

in Deutschland. Unsere strategische

Kernzielgruppe begleiten wir

seit 100 Jahren, auch als anerkannter

berufsständischer Versicherer

des Handwerks, mit maßgeschneiderten

Produkten und Sonderkonditionen.

Die über Jahrzehnte

gewachsenen Partnerschaften stehen

24

AssCompact | Februar 2022


Dr. Rainer Reitzler möchte mit dem Münchener Verein weiterhin profitabel wachsen und ein vertrauenswürdiger Partner bleiben.

für eine einzigartige Verbundenheit.

Das schätzen wir sehr, weil es

heutzutage nicht selbstverständlich

ist, so lange Zeit vertrauensvoll Seite

an Seite zu stehen. Über das Handwerk

hinaus erzielen wir dank

attraktiver Produkte und unternehmerischer

Flexibilität auch im

Kooperations- und Honorarvertrieb

seit Langem hohe Zuwachsraten.

KV-Zusatzprodukte spielen für den

Münchener Verein seit Jahren eine

strategische Rolle. Wie kann eine

Weiterentwicklung in diesem Segment

aussehen?

Das KV-Zusatzgeschäft ist mit

unserem hohen Neugeschäftsanteil

von über 80% des Gesamtvolumens

ein strategisches Geschäftsfeld von

großer Bedeutung. Dieses prosperierende

Segment werden wir stetig

ausbauen. Weiterentwicklung bedeutet

für uns auch, einzigartige Produkte

und Services intelligent zu

verknüpfen. Das bieten wir in der

Krankenversicherung und künftig

auch in den weiteren Sparten.

Der Münchener Verein gilt als

Traditionsversicherer. Wie sieht

es mit grundsätzlichen digitalen

Transformationsprozessen bei

Ihnen aus?

Tradition, gewachsene Werte

und stetige Veränderungsbereitschaft:

Damit agieren wir seit 100

Jahren erfolgreich im Markt. Wir

treiben damit auch den digitalen

Reifegrad zügig voran. Die Devise

„hybrider Vertrieb“ mit individuellen

Ansprache- und Betreuungskonzepten

für den Kunden ist fest in

der Unternehmensstrategie verankert.

Dazu liefern wir alle notwendigen

digitalen Tools, um die Beratung

und den Service noch einfacher und

effizienter zu gestalten. Wir investieren

hohe Beträge in unsere IT-

Systeme und somit in unsere

Zukunftsfähigkeit.

Welchen Beitrag leisten Sie in

Sachen Nachhaltigkeit?

Schon seit Längerem haben wir

die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsrisiken

in unsere Geschäftsstrategie

aufgenommen. Das Impact

Portfolio, mit dem gezielt in

Geschäftsmodelle investiert wird,

die neben einer risikogerechten Verzinsung

auch einen positiven Beitrag

zur Erreichung der Pariser Klimaziele

sicherstellen, wird auch 2022

weiter ausgebaut. Im Sommer 2021

hat die Finanzzeitschrift Euro Testergebnisse

zum Thema „Nachhaltigste

Versicherer“ veröffentlicht.

Der Münchener Verein hat die Gesamtnote

„sehr gut“ erzielt. Wir sind

auf dem richtigen Weg und werden

diesen Kurs konsequent fortsetzen.

Sie sind mittlerweile seit 15 Jahren

CEO des Münchener Verein. Wie

empfinden Sie diese Zeit?

Ich bin sehr demütig, den

Münchener Verein inzwischen 15 Jahre

als Vorstandsvorsitzender leiten zu

können. Für das große entgegengebrachte

Vertrauen bin ich sehr dankbar.

In der Branche ist eine solche

Kontinuität nicht an der Tagesordnung

und sicherlich auch ein kleiner

Wettbewerbsvorteil für uns. Unsere

Erfolge sind immer nachhaltige und

ambitionierte Teamleistungen, auf

die wir auch richtig stolz sein dürfen.

Auch für die Zukunft haben wir

uns klare Ziele gesetzt: Wir wollen

jeden Tag noch ein bisschen besser

werden. Auf der Basis des goldenen

Bodens des Handwerks wollen wir

mit allen unseren Stakeholdern

„goldene 20er-Jahre“ erleben. Ich

möchte, dass wir dabei weiterhin

profitabel wachsen. Auch in den

nächsten 100 Jahren wollen wir ein

sympathischer, nachhaltiger und

vertrauenswürdiger Partner für

unsere Versicherten, Vertriebspartner

und Mitarbeiter bleiben. P

Februar 2022 | AssCompact 25


ASSEKURANZ

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Betriebliche Altersvorsorge mit Aktien:

Steuer- und sozialabgabenfrei, ertragsstark

sowie nachhaltig und „grün“

Kapitalmarktzinsen um 0% haben erhebliche Auswirkungen auf die Direktversicherung. Ein neues Angebot des HDI

weist Beschäftigten einen Ausweg: Die staatliche Förderung sowie Garantieleistungen können flexibel mit den Renditechancen

der Aktienanlage kombiniert werden. Im Fokus: nachhaltige Investmentfonds und ein „Börsencrash-Airbag“.

Die betriebliche Altersversorgung

(bAV) ist normalerweise

das lukrativste Angebot

einer finanziellen Absicherung

für den Ruhestand. Die Kombination

staatlicher Förderungen, Zuschüsse

des Arbeitgebers und Garantieleistungen

sind der Grund. Doch in

Zeiten von Niedrig- und sogar

Minuszinsen und gleichzeitig anziehender

Inflation können die Erträge

für Deutschlands Arbeitnehmer

selbst hierbei abschmelzen.

Mit dem neuen Angebot „Safe -

Invest Direktversicherung“ des HDI

kann dem begegnet werden. Denn es

ist eine bAV, die auf die Renditechancen

der Aktienanlage setzt und dennoch

alle gesetzlichen Anforderungen

einer bAV erfüllt. Trotz der aktuellen

Situation auf dem Kapitalmarkt

mit Anleihezinsen um 0% sind damit

lukrative Vorsorgeangebote für die

Beschäftigten möglich. Im vergangenen

Jahr beispielsweise stiegen weltweit

investierende Aktienfonds häufig

um 20 bis 30% im Kurs. Von diesen

Kurssteigerungen können dann

auch diejenigen profitieren, die eine

Direktversicherung nach dem Safe -

Invest-Prinzip abgeschlossen haben.

Absicherung mit

Börsencrash-Airbag

Dass Aktienkurse aber nicht nur

eine Richtung kennen, ist ebenfalls

kein Geheimnis. Die Entwicklung

im März 2020, dem Beginn der

Corona-Pandemie, ist vielen noch in

Erinnerung. Für solche Fälle bietet

SafeInvest mit einem sogenannten

„Börsencrash-Airbag“ den Versicherten

aber Hilfe: Der Airbag sorgt

dafür, dass die in den Investment-

Portfolios angesammelten Guthaben

der Versicherten monatlich immer

in Höhe von 80% des Vormonatswerts

gesichert sind – ein Schutzschirm

für alle Versicherten, gepaart

mit einer Produktgestaltung, die

über das gewählte Investment-Portfolio

je nach Marktsituation bis zu

100% Anlage in Aktien erlaubt.

Bei Bedarf kann die Absicherung

durch die Bausteine „Safe

plus“ und ein Kapital-Ablaufmanagement

dazu noch weiter ausgebaut

werden. Mit SafeInvest können so

eine hohe Aktienquote und attraktive

Renditechancen geboten werden,

ohne dass der Versicherte auf gesetzlich

erforderliche Garantien verzichten

muss. So etwa auch eine

80%-ige Bruttobeitragsgarantie.

Mehrere Erfolgsbausteine

im Bündel

Mehr als acht Millionen Beschäftigte

in Deutschland haben bereits

Direktversicherungen. Weil durch

Vereinbarung mit dem Arbeitgeber

dann Gehaltsteile direkt in die

finanzielle Absicherung des Ruhestands

fließen, müssen auf die Beiträge

keine Steuern und Sozialabgaben

gezahlt werden. Die Renditen

der Verträge werden durch dieses

Entgegenkommen des Staates nach

oben gehebelt. Ein weiterer Bonus:

Wenn auch der Arbeitgeber Sozialbeiträge

spart, stockt er den Altersvorsorgebetrag

um weitere 15% auf.

26

AssCompact | Februar 2022


ASSEKURANZ

In den vergangenen Jahren gab es zudem mehrere

weitere Verbesserungen in der bAV. So wurde etwa ein

zusätzlicher Freibetrag für die Krankenversicherungsbeiträge

in der Rentenphase geschaffen oder auch eine

zusätzliche Förderung für Geringverdiener eingeführt.

Zudem gab es eine Verdopplung des steuerfreien Höchstbeitrags

bei Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds

von 4% auf 8% der Beitragsbemessungsgrenze.

Nicht zuletzt der ganze oder teilweise Entfall des Solidaritätszuschlags

ist hier ebenfalls als möglicher zusätzlicher

Renditebringer zu nennen. Das ist ein ganzes Bündel

von Attraktivitätssteigerungen der bAV. Und das neue

HDI-Modell setzt mit der renditeorientierten Gestaltung

jetzt noch einen deutlichen Bonus obendrauf.

Nachhaltigkeit steht im Fokus

Die Arbeitnehmer können bei der HDI SafeInvest

Direktversicherung zwischen nachhaltigen, chancenorientierten

und schwankungsarmen Anlagen mit breiter Risikostreuung

über verschiedene Anlageklassen wählen. Die

nachhaltigen oder „grünen“ Investments zeigen sich

gerade in den letzten Jahren auch besonders renditestark.

Treiber dieser Entwicklung sind vor allem zwei Aspekte:

Zum einen führt der Wandel in Politik und Gesellschaft zu

einer immer stärkeren Nachfrage nach nachhaltigen Investmentmöglichkeiten.

Zum anderen schreitet insgesamt die

wirtschaftliche und technologische Entwicklung in Richtung

Nachhaltigkeit immer stärker voran. Unternehmen,

die nachhaltige Innovationen und Lösungen am Markt anbieten,

stehen daher auch am Aktienmarkt hoch im Kurs.

„An grünen Investments geht in Zukunft kein Weg mehr

vorbei“, heißt es deshalb unisono unter Aktienanalysten.

Die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit gehört auch zur

Unternehmensphilosophie des HDI. Denn der Versicherer

fördert weltweit nachhaltiges Wirtschaften und

richtet sich nach den zehn universellen Prinzipien des

UN Global Compact. In der Versicherungstechnik sowie

bei der Kapitalanlage werden ESG-Kriterien befolgt. Da

ist es nur folgerichtig, jetzt auch in der betrieblichen

Altersversorgung diesen Nachhaltigkeitsschritt zu gehen.

Auch Verlässlichkeit steht bei HDI und beim neuen

Angebot SafeInvest im Fokus. So ist die Kombination

der Direktversicherung mit einer Berufsunfähigkeits -

zusatzversicherung sehr vorteilhaft für Beschäftigte.

Denn so sind Arbeitnehmer auch im Falle einer folgenreichen

Erkrankung finanziell abgesichert. Zudem können

erworbene Rentenansprüche im Rahmen der

gesetzlichen Möglichkeiten zu jedem neuen Arbeit -

geber mitgenommen werden.

P

Fabian von Löbbecke

Vorstandsvorsitzender der HDI

Pensionsmanagement AG und Vorstandsmitglied

der HDI Lebensversicherung AG

Folgende Veränderungen haben seit

2018 die rechtlichen Rahmenbedingungen

und die Erträge der betrieblichen

Altersversorgung verbessert:

01.01.2018:

Verdopplung des steuerfreien Höchstbeitrags bei Direktversicherung,

Pensionskasse und Pensionsfonds von 4%

auf 8% der Beitragsbemessungsgrenze West

01.01.2018:

Die doppelte sozialversicherungsrechtliche Verbei -

tragung bezogen auf die Riester-Förderung in der

betrieblichen Altersversorgung wurde abgeschafft.

01.01.2018:

Einführung der Geringverdiener-Förderung in der betrieb -

lichen Altersversorgung. Unternehmen, die zugunsten

eines beschäftigten Geringverdieners (max. 2.200 Euro Einkommen

p. M.) einen bAV-Beitrag (240 bis 480 Euro p. a.)

im Rahmen einer Direktversicherung, einer Pensionskasse

oder eines Pensionsfonds leisten, erhalten einen Förder -

betrag von 30% dieses zusätzlichen Arbeitgeberbeitrags

(max. 144 Euro) für sogenannte ungezillmerte Verträge.

01.01.2019:

Arbeitgeber müssen bAV-Neuverträge mit Entgeltumwandlung

um 15% aufstocken, soweit die Unternehmen

eine Sozialversicherungsersparnis durch die Entgelt -

umwandlung des Beschäftigten erzielen. Das ist immer

der Fall bei Gehältern, die nach der Gehaltsumwandlung

unter der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenver -

sicherung liegen. Diese Aufstockungspflicht gilt grundsätzlich

für die Durchführungswege Direktversicherung,

Pensionskasse und Pensionsfonds.

01.01.2020:

Für gesetzlich Pflichtversicherte in der Krankenversicherung

der Rentner ist in der Auszahlungsphase ein Freibetrag von

zunächst 159,25 Euro monatlich eingeführt worden. Der

Freibetrag gilt nicht für die gesetzliche Pflegeversicherung

oder für freiwillig Versicherte. Der Betrag ist indexiert und

steigt in gleichem Umfang wie die monatliche Bezugsgröße

nach § 18 des Vierten Buches Sozialgesetzbuch.

01.01.2020:

Verdopplung des Förderbetrags für Geringverdiener

von 144 Euro p. a. auf 288 Euro p. a. bei gleichzeitiger

Anhebung der Geringverdiener-Einkommensgrenze von

monatlich 2.200 Euro auf monatlich 2.575 Euro. Der maximal

förderfähige zusätzliche Arbeitgeberbeitrag wurde

damit von 480 Euro p. a. auf 960 Euro p. a. erhöht.

01.01.2021:

Neuregelung des Solidaritätszuschlages. Durch die einkommensabhängige

Rückführung steigt die Rendite für

viele bAV-Sparer deutlich an.

01.01.2022:

Der Beitragszuschuss zur Entgeltumwandlung wird auch

auf bestehende bAV-Verträge mit Entgeltumwandlung

ausgeweitet. Die neue gesetzliche Vorgabe verpflichtet

den Arbeitgeber zur automatischen Aufstockung.

Februar 2022 | AssCompact 27


ASSEKURANZ

Aus Krisen lernen

Für das Produktmanagement der Sachversicherer wird Anpassung zur Hauptaufgabe.

Das bedeutet, schnell aus Krisen zu lernen und neue Risiken in Produktleistungen

umzusetzen. Die Alte Leipziger setzt hierzu moderne Methoden ein und hat einige

ihrer Sachprodukte angepasst.

Die Jahre 2020 und 2021

hätten eins nicht deutlicher

vor Augen führen können:

Katastrophen verändern das

Leben rasend schnell und nichts

bleibt, wie es vorher war. Das zeigt

die Corona-Pandemie, die das

Privat- und Arbeitsleben verändert

hat. Das zeigt das Juli-Hochwasser,

das Häuser und Straßen hinweggeschwemmt

hat.

Tempo ist gefragt

Schadenversicherer sind gefordert,

ihre Produkte an neue Szenarien

anzupassen, sei es im Rahmen

von Tarif-Neuauflagen oder kleineren

Updates am bestehenden Produkt.

Dabei kommt es auf die

Geschwindigkeit an. Denn langwierige

Produktentwicklungen

drohen schon veraltet zu sein,

wenn sie eingeführt werden.

Die Alte Leipziger hat bei ihren

Produkten Gas gegeben. 2020 und

2021 erneuerte sie ihre Hausrat-,

Haftpflicht- und Wohngebäudeversicherung

mitsamt den damit verbundenen

internen Prozessen. Dabei

konnte sie Lehren aus der Flut

berücksichtigen und dank einer

dynamischen Produktimplementierung

besondere Corona-Leistungen

ergänzen. Die Gesellschaft

arbeitet mit agilen Produktentwicklungsmethoden

und hat beispielsweise

die so genannte „Market

Watch“ eingeführt, mit deren Hilfe

Produkte in Zukunft rollierend

aktualisiert werden. Die Vertriebspartner

profitieren automatisch von

Innovationen, ohne in Zugzwang zu

kommen, ihre Bestände selbst neu

ordnen zu müssen. Elastische Produktkonzeptionen

lassen die Tarife

mitwachsen. Anpassbar zu sein, ist

die neue Kernkompetenz in der

Schadenversicherung.

Was genau bedeutet das mit

Blick auf die Produkte?

Flexible Haftpflichtversicherung

Die im Dezember 2020 eingeführte

Haftpflichtversicherung

bleibt dank Innovationsklausel,

Vorversicherungsgarantie und

Bestleistungsgarantie flexibel.

Vertriebspartnern bietet diese

Offenheit Beratungssicherheit und

sie reduziert Haftungsrisiken.

Denn Kunden profitieren automatisch

von (zukünftigen) Leistungsverbesserungen.

Um die Leistungen an den veränderten

Pandemie-Alltag anzupassen,

hat die Alte Leipziger bereits

im Februar 2021 innovative und

beitragsfreie Zusatzleistungen

ergänzt. Beispielsweise wurde ein

Zuschuss für Nachhilfeunterricht

und Lernsoftware von 300 Euro

pro Kind eingeführt. Mitversichert

ist nun auch, passend zu „New

Normal“, Hardware, die von der

Schule oder vom Arbeitgeber zur

Verfügung gestellt wird.

Zeitgemäße

Hausratversicherung

In der Grundkonzeption der

2020 gestarteten neuen Hausratversicherung

sind einige Leistungsverbesserungen

enthalten, die das Angebot

zeitgemäß machen. So sind beispielsweise

berufsbedingte Zweitwohnsitze

im Schutz inbegriffen,

ebenso der Grill auf der Terrasse

oder der Hausstand eines Kindes,

das auszieht. Ein Cybermodul rettet

Bilder und Dokumente, wenn sie

verschlüsselt wurden. Bei Cybermobbing

wirkt ein spezialisierter

Dienstleister darauf hin, die verletzenden

Inhalte im Netz zu löschen

oder zumindest aus den Suchergebnissen

zu verbannen. Auch grob

fahrlässiges Verhalten und die Verletzung

von Obliegenheiten sind

versichert.

Doch wie bleiben die Leistungen

nach der Produkteinführung auf

der Höhe der Zeit? Auch hier löst

die Alte Leipziger diese Herausforderung

mit einer „Innovationsklausel“.

Das heißt, Kunden profitieren

beitragsfrei von zukünftigen

Produktneuerungen. Weil Coro na

bei der Produktentwicklung noch

nicht absehbar war, konnten

dadurch mittlerweile neue Leistungen

in den Versicherungsschutz integriert

werden. Wenn zum Beispiel

der Herd kaputt ist und die Küche

kalt bleiben muss, gibt es einen

Zuschuss für die Restaurantbestellungen

oder den Lieferservice bis

250 Euro. Im Fall von Kurzarbeit

oder Arbeitslosigkeit greift eine

zwölfmonatige Beitragsbefreiung.

Wechselt der Kunde von einem

anderen Versicherer zur Alte

Leipziger, so ist garantiert, dass im

Schadenfall der bessere Schutz

zählt. Besteht zum Zeitpunkt des

Schadens ein anderer Tarif in

Deutschland mit höheren Leistungen,

dann gilt durch die „Bestleistungsgarantie“

für die Regulierung

der Tarif des anderen Versicherers.

28

AssCompact | Februar 2022


ASSEKURANZ

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Verbraucherorientierte

Wohngebäudeversicherung

Die Alte Leipziger hat bei der

Neukonzeption ihrer Wohngebäudeversicherung,

die im Dezember

2021 auf den Markt gekommen ist,

die Lehren aus der Flutkatastrophe

berücksichtigt. Der Elementarschutz

enthält deshalb eine besonders verbraucherorientierte

Definition der

Überschwemmungsschäden und

hilft Kunden zum Beispiel mit dem

Ersatz von Trocknungskosten, wenn

nach Starkregenereignissen Schäden

durch Grundwasser entstanden

sind. Zusätzlich bietet sie Kostenersatz

für eine Hochwasser-Vorsorgeberatung.

Im schlimmsten Fall, dem

Totalschaden, bietet das neue Produktkonzept

Neuwert- statt nur

Zeitwertersatz, wenn das Haus an

einem anderen Ort wiederaufgebaut

wird. Neukunden, die bisher

einen schlechteren oder keinen

Elementarschutz haben, erhalten

ihn als Sofort-Upgrade für sechs

Monate kostenlos.

Wenn Kunden im Schadenfall

selbst mit anpacken und beispielsweise

Malerarbeiten übernehmen,

reduziert sich der Preis erheblich

und sie werden für ihre Leistung

fair und transparent im Rahmen

eines Leistungskatalogs entlohnt.

Neben dem Angebot für Selbermacher

gibt es umweltfreundliche

Produktmerkmale oder ein neuartiges

Zusatzpaket für den Garten.

„Grob fahrlässige Obliegenheitsverletzungen“

wie unzureichendes

Heizen bei Frost führen im neuen

Produkt nicht mehr zu Schadenablehnungen.

Und Firmen?

Auch in der Gewerbeversicherung

sind Versicherer gefragt, mit

Anpassungen auf die Pandemie zu

reagieren. Die Alte Leipziger hat

beispielsweise im Februar 2021 im

Heilwesensegment spezielle, für die

Zeit der Corona-Pandemie befristete

Haftpflicht-Deckungserweiterungen

eingeführt.

Die Betriebsschließungsversicherung

(BSV) war noch nie so im

Fokus wie seit Pandemiebeginn. Sie

hat branchenweit viel Unzufriedenheit

hervorgebracht, weil vor Corona

niemand an eine Allgemeinverfügung

anlässlich einer Pandemie

gedacht hatte. Nun haben die Versicherer

ihre Produkte an die neue

Situation angepasst. Die Alte

Leipziger hat Leistungen ausgebaut

und verbessert, wichtige Klarstellungen

vorgenommen und den

dynamischen Bezug zum Infektionsschutzgesetz

eingeführt. Ursprünglich

war die BSV Betrieben, die mit

Lebensmitteln zu tun haben, sowie

der Hotel- und Gastronomie -

branche vorbehalten. Nun wurde

sie auf weitere Betriebsarten erweitert,

beispielsweise Arztpraxen, Schuhgeschäfte,

Boutiquen, Friseure und

Kosmetiksalons.

Fazit

Es kommt zukünftig stärker als

bisher darauf an, dass sich die Versicherer

mit Produkten und Prozessen

schnell den neuen Herausforderungen

anpassen können.

Außerordentliche Krisen können

helfen, die Produkte weiterzuentwickeln,

indem sie Lücken aufzeigen.

Das Produktmanagement der Sachversicherer

ist laufend gefordert,

den Versicherungsschutz dem Leben

anzupassen. Tempo ist wichtig. P

Katastrophen

verändern das

Leben rasend

schnell und nichts

bleibt, wie es

vorher war. Das

zeigen die

Corona-Pandemie

und das Juli-

Hochwasser.

Kai Waldmann

Vorstand der Alte Leipziger

Versicherung AG

für das Geschäftsfeld Privat

Februar 2022 | AssCompact 29


ASSEKURANZ

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Log4j: Bestandsaufnahme und Folgen für

die Versicherungsbranche

Für die Sicherheitslücke „Log4Shell“ gibt es zwar Entwarnung, eine Reaktion der Cyberversicherer ließ aber

nicht lange auf sich warten. Die Markt ist nervös, regelmäßige Ausschlüsse in den Bedingungen dürfen nicht

die Folge sein. Eine Einordnung vom Spezialisten für Cyberversicherungen CyberDirekt.

Spartenübergreifend

entwickeln

die Risikoträger

ein verstärktes

Informationsbedürfnis

zu Log4j und

fordern die zusätzliche

Beantwortung

von Risikofragen.

Vor etwa einem Monat, am

dritten Adventswochenende,

stand die IT-Security-Welt

scheinbar für einen Augenblick still.

Am 09.12.2021 wurde eine Schwachstelle

mit dem höchstmöglichen

Schweregrad (CVSS 10.0) veröffentlicht.

Die weltweite IT-Sicherheitsszene

überschlug sich daraufhin mit

apokalyptischen Einordnungen der

Situation als noch nie dagewesene

schlimmste Sicherheitslücke. Die

Rede ist von Log4Shell (CVE-44228),

eine sehr leicht ausführbare Schwachstelle

in einem Software-Schnipsel

zur Protokollierung in Java-Bibliotheken,

die die komplette Übernahme

des betroffenen Systems erlaubt.

Das Bundesamt für Sicherheit in

der Informationstechnik (BSI) warnte

im Dezember sehr schnell und eindringlich

mit der Warnstufe „Rot“ die

deutsche Öffentlichkeit und berichtete

von weltweiten Massen-Scans

und Kompromittierungsversuchen.

Unter anderem der Bundesfinanzhof

und das Land Schleswig-

Holstein sahen sich nach konkreten

Hacking-Angriffen gezwungen, ihre

Webseiten temporär abzuschalten.

Die US-Security-Behörde CISA

startet eine Warnung mit

einer Entwarnung

Dann kehrte Ruhe ein. Viele

Experten warnten eindringlich vor

einer Schadenwelle über Weih -

nachten und Neujahr. Es wurde

erwartet, dass bisher unentdeckt

eingerichtete Hintertüren in den

Systemen von den Angreifenden

über die Ruhe der Festtage ausgenutzt

würden. Am 12.01.2022 gab

das BSI dann Entwarnung und stufte

die Warnstufe auf „Gelb“ herunter.

Patches wären inzwischen in der

Breite veröffentlicht, eine große

Schadenwelle blieb vorerst aus und

die Bedrohungslage entspannte sich

erst einmal.

Jen Easterly, Direktorin der USamerikanischen

Cybersecurity and

Infrastructure Security Agency

(CISA) als Pendant zum deutschen

BSI berichtete, dass bisher keine

Bundesbehörden durch Log4Shell

kompromittiert sowie keine kritischen

Sicherheitsvorfälle im Zusammenhang

mit der Schwachstelle von

US-Unternehmen an ihre Behörde

30

AssCompact | Februar 2022


ASSEKURANZ

gemeldet worden seien. Diese

Lage beschreibung deckt sich auch

mit dem aktuellen Kenntnisstand

der Vergleichsplattform CyberDirekt

in Bezug auf die Cyberversicherung

in Deutschland.

Es gab bisher ein paar Verdachtsmeldungen,

aber noch keine kritischen

Schadenfälle im direkten

Zusammenhang mit Log4Shell. Dies

unterscheidet sich deutlich von der

Situation im März 2021, als durch

massenhafte Kompromittierungen

einer Microsoft-Exchange-Schwachstelle

durch die Hacking-Organisation

Hafnium bei einigen Cyberversicherern

eine bis dahin ungekannt hohe

Zahl an Schadenmeldungen innerhalb

kurzer Zeit eingingen.

Fazit ist, die Gefahr von Log4j

ist noch nicht gebannt und schwelt

aktuell noch mit unklarem Ende.

Das BSI empfiehlt daher weiterhin

die Aufrechterhaltung einer verstärkten

Beobachtung von Auffälligkeiten

im eigenen IT-System auch

nach der Überprüfung auf aktuelle

Schwachstellen und dem Einspielen

von Sicherheitspatches.

Bedeutung für die

Versicherungsbranche

Allerdings ist eine verstärkte

Auseinandersetzung der Versicherer

mit Log4j in der Vertragsanbahnung

zu beobachten. Spartenübergreifend,

also nicht nur in der

Cyberversicherung, sondern beispielhaft

gleichwohl in der Vertrauensschadenversicherung

und Vermögensschadenhaftpflichtversicherung

entwickeln die Risikoträger ein verstärktes

Informationsbedürfnis zu

Log4j und fordern die zusätzliche

Beantwortung von Risiko fragen. In

der Praxis sind diese Fragen durch

die Komplexität und den eingeschränkten

eigenen Einflussbereich

gerade für kleine und mittelständische

Unternehmen kaum wahrheitsgemäß

zu beantworten.

Hinzu kommen spezifische Ausschlussklauseln

für Schäden im

direkten oder indirekten Zusammenhang

mit der Log4Shell-Schwach -

stelle. Dies betrifft nach aktuellem

Kenntnisstand erst mal nur Neu -

geschäftsanfragen und vereinzelt Vertragsanpassungen

wie die Höher -

deckung von Versicherungssummen.

Tückisches Zeichen für den

Cyberversicherungsmarkt

So ein Ausschluss ist schnell

geschrieben und von den Risiko -

trägern als Vorgabe verlangt. Die

Konsequenzen für den Markt sind

allerdings noch nicht absehbar.

Als Reaktion auf eine Schwachstelle,

aus der sich bisher noch kein

konkreter Schaden materialisierte,

Neuverträge mit spezifischen Ausschlüssen

zu versehen, verdeutlicht

die aktuelle Unsicherheit und Hilf -

losigkeit der Versicherer, mit solchen

Gefahren umzugehen. Das viel größere

Risiko müsste für die Versicherer

im eigenen Bestand liegen. Außerdem

ist unklar, wie und auf welcher

Grundlage die Versicherung das Vorliegen

eines solchen Ausschlusstat -

bestandes nachweisen könnte.

Für die versicherten Unternehmen

schürt dieses Verhalten vor

allem Unsicherheit zum Regulierungsverhalten

der Cyberversicherer.

Wie sinnvoll und verlässlich ist

ein Versicherungsprodukt, aus dem

relevante Bedrohungsszenarien gleich

versucht werden auszuschließen? In

dem frühen Stadium des Cyberversicherungsmarktes

kann dies verheerende

Vertrauensverluste bedeuten.

Es bleibt abzuwarten, wie sich

die Reaktion der Versicherer auf solche

in Zukunft immer häufiger aufkommenden

Veröffentlichungen

kritischer Sicherheitsschwachstellen

einpendeln wird.

Überreaktion oder Gefahr

für Versicherer?

Der Umgang mit

kritischen Sicherheitslücken

bei

Standardsoftware

stellt eine große

gesellschaftliche

Herausforderung

dar.

Sehen wir aktuell eine Überreaktion

vereinzelter Versicherer, hervorgerufen

durch die eindringliche

Sicherheitswarnung des BSI? Oder

übersteigt das Schadenpotenzial

bestimmter Sicherheitslücken tatsächlich

die Tragfähigkeit des

Risikotransfers? Und muss die Versicherbarkeit

ähnlich dem Kriegsausschluss

pauschal begrenzt werden?

In jedem Fall bleibt die Herausforderung

der Beweislast. Gerade zu

Beginn eines Schadenfalls in der

Chaosphase sind Ursache und

Hergang unklar. Je mehr Zeit zwischen

der vermeintlichen Kompromittierung

und dem tatsächlichen

Schadenereignis liegt, desto herausfordernder

bis unmöglich wird die

IT-forensische Aufklärung des Sachverhalts,

vor allem wegen fehlender

Protokolldaten.

Hier ist zu betonen, dass der

Umgang mit kritischen Sicherheitslücken

bei Standardsoftware eine

große gesellschaftliche Herausforderung

darstellt, der nur im

gemeinsamen Schulterschluss effektiv

begegnet werden kann. Dabei

tragen Führungskräfte und IT-Verantwortliche

in den Organisationen

vor allem die Pflicht der offenen

Suche und Beseitigung von bekannten

Cybergefahren.

Grob fahrlässiges Unterlassen

dieser ständigen Auseinandersetzung

mit aktuellen Schwachstellen und

der möglichst zeitnahen Reaktion

durch geeignete Schutzmaßnahmen

wie der Installation von bereit -

gestellten Sicherheitspatches sollten

nicht toleriert werden. Der pauschale

Ausschluss einzelner bekannt gewordener

Sicherheitslücken ist dafür

allerdings der falsche Anknüpfungspunkt

und damit ein Irrweg. P

Ole Sieverding

Geschäftsführer von CyberDirekt

Februar 2022 | AssCompact 31


ASSEKURANZ

Moderne Versicherung

für ein modernes Leben

Die VHV hat ihre Wohngebäudeversicherung erneuert. Leistungserweiterungen

gibt es dabei in allen Produktvarianten, zusätzlich auch einen Elementarschutz

in zwei Stufen. Doch auch der Hausrat will abgesichert sein. Auch hier geht der

Maklerversicherer auf die Gegebenheiten eines modernen Lebens ein.

Ein Leck in der Fußbodenheizung,

eine geplatzte Wasserleitung

oder ausbleibende

Mieteinnahmen nach einem Brand.

Schäden am Wohneigentum werden

schnell sehr teuer und können

sogar die finanzielle Existenz gefährden.

Denn noch nie war die eigene

Immobilie so werthaltig wie heute.

Folglich ist ein guter Schutz essenziell.

Daher vergleichen und überlegen

die Menschen gründlich, bevor

sie eine Wohngebäudeversicherung

abschließen.

Schäden am Wohneigentum

werden

schnell sehr teuer

und können sogar

die finanzielle

Existenz gefährden.

Denn noch nie

war die eigene

Immobilie so werthaltig

wie heute.

Folglich ist ein

guter Schutz

essenziell.

Grund genug, für die VHV Versicherungen,

ihre Wohngebäudeversicherung

zu erneuern. Der neue

Tarif beinhaltet 24 Leistungsverbesserungen

sowohl in der KLASSIKals

auch in der EXKLUSIV-Variante,

neue Tarifstrukturen auch für ältere

Gebäude sowie einen inkludierten

Sofortschutz für alle Neuverträge.

Wohngebäude: Zahlreiche

Erweiterungen in der

KLASSIK-Variante

Was ist neu in der Variante VHV

KLASSIK-GARANT?

Ab sofort werden stationäre

Ladestationen für E-Mobilität am

Gebäude oder auf dem Versicherungsgrundstück

mitversichert. Außerdem

gibt es exklusiv einen Sofortschutz,

der beitragsfrei zur Verfügung steht,

wenn der Altvertrag noch besteht

und der VHV-Vertrag maximal zwölf

Monate in der Zukunft beginnt. Bei

Arbeitslosigkeit greift die Beitragsbefreiung

bis zu zwölf Monate. Es

gibt keine Kürzung wegen Unterversicherung

bei Schäden bis 5.000

Euro, und gegebenenfalls entstandene

Gebäudebeschädigungen, wenn

Rettungskräfte wegen eines Fehlalarms

– beispielsweise eines Rauchmelders

– gewaltsam in das versicherte

Gebäude eindringen, sind

mitversichert.

Darüber hinaus gibt es nun auch

einen Versicherungsschutz für ältere

Häuser, das heißt auch für Ein-,

Zwei- und kleinere bis mittlere

Mehrfamilienhäuser, die älter als 40

Jahre und andernfalls nur schwer

versicherbar sind. In diesem Zuge

sind auch die Tarifstrukturen angepasst

worden, sodass mit nur wenigen

Angaben zum Haus unkompliziert

ein risikogerechter Preis ermittelt

werden kann. Insgesamt ergibt

sich so ein deutlich einfacheres

Handling bei Antragstellung und

Bestandsverwaltung.

Der Baustein mit

Zusatzleistungen

Mit dem Baustein EXKLUSIV

bietet die VHV einen Schutz mit

vielen zusätzlichen Leistungen.

Die Variante KLASSIK-GARANT-

EXKLUSIV leistet in vielen Fällen

ohne Einschränkungen bis zur Versicherungssumme.

Neu dabei sind

beispielsweise eine Bestleistungs -

garantie inklusive der Versicherung

gegen unbenannte Gefahren und

das Eindringen von Niederschlägen

oder Schmutz durch nicht ordnungsgemäß

geschlossene Öffnungen

im Gebäude bis 10.000 Euro.

Außerdem sind Kleinwindkraft -

anlagen und Geothermieanlagen

bis 25.000 Euro und der Schutz vor

Graffitischäden bis 20.000 Euro

mitversichert.

Elementarabsicherung in zwei

Kategorien

Jeder Neuvertrag erhält den kostenlosen

Sofortschutz, der eine

Differenzdeckung zur Versicherungssumme

bis 20.000 Euro sowie

zu den neuen Konditionen des VHV-

Produkts im Vergleich zum bisherigen

Versicherer beinhaltet. Außerdem

ist ein erweiterter Schutz gegen

Rückstau bei Oberflächenwasser

inklusive. Das heißt, dass auch ohne

vollständige Überschwemmung von

32

AssCompact | Februar 2022


ASSEKURANZ

© Mono – stock.adobe.com

Grund und Boden der Versicherungsschutz

vorliegt.

Denn diese sind in zwei Kategorien

versicherbar: Elementar I bietet

umfassenden Schutz gegen Überschwemmung

durch Witterungsniederschläge,

Rückstau, Schneedruck,

Dachlawinen, Lawinen, Erdsenkungen,

Erdrutsch, Erdbeben

und Vulkanausbruch. Elementar II

gewährt zusätzlich zu den voran

genannten Ursachen auch Versicherungsschutz

gegen Überschwemmung

infolge von Ausuferung oberirdischer

Gewässer. Dieser Schutz

wird vor dem Hintergrund zunehmender

Wetterextreme wie beispielsweise

nach dem Sturmtief

Bernd immer wichtiger.

Natürlich gilt für das neue

Angebot auch die Leistungs-Update-

Garantie der VHV: Auch Bestandsverträge

profitieren von den Leistungsverbesserungen

späterer Tarifgenerationen.

So ist die Absicherung

aller VHV-Kunden immer auf dem

neuesten Stand.

Hausrat: Computer, Flachbildfernseher,

Smoker, Ausland

Doch nicht nur das Gebäude,

sondern auch der Hausrat will

umfassend abgesichert sein. Denn

jeder Mensch besitzt seine eigenen,

wertvollen Gegenstände in den eigenen

vier Wänden.

Was passiert, wenn man nach

Hause kommt und Einbruchspuren

entdeckt: Der Laptop ist verschwunden,

die Möbel stark beschädigt

und sogar das Trampolin im Garten

ist gestohlen? Die VHV Hausratversicherung

hilft in solchen Schadenfällen,

den finanziellen Verlust zu

ersetzen. Der Hausrat geht aber

über die eigenen vier Wände hinaus

und versichert so gut wie alles, was

im Garten oder auf der Terrasse

steht, zum Beispiel ein Trampolin.

In dem VHV KLASSIK-GARANT-

Hausrattarif sind Gartengeräte

inklusive Mähroboter, Garten -

möbel, Grills, Wäschespinnen, Kleidung

und Wäsche auf dem Versicherungsgrundstück

bis 5% der Versicherungssumme

geschützt.

Außerdem sind auch Bruchschäden

an Installationen im Versicherungsschutz

inbegriffen. Wenn also

zum Beispiel der Spiegel von der

Wand rutscht und auch noch das

Waschbecken dabei beschädigt,

wird dieser Schaden bezahlt. Und

wenn es einen Handwerker braucht,

der diesen Schaden repariert? Dann

hilft jederzeit der Home-Service des

VHV KLASSIK-GARANT: Ein

Anruf genügt und die Hilfe kommt

umgehend.

Zudem sind mit der Cyberklausel

auch Wertgegenstände in der

digitalen Welt mitversichert. Mit

der Klausel sind Kunden etwa vor

digitalen Schäden beim Onlineshopping

geschützt.

Auch hier gibt es den

Baustein EXKLUSIV

Der Baustein EXKLUSIV der

VHV Hausratversicherung gewährt

zudem noch weitere Leistungen wie

beispielsweise bei Schäden, die

durch Obliegenheitsverletzungen

verursacht wurden. Das kann zum

Beispiel ein offen gelassenes Fenster

sein, während man außer Haus ist.

Aber auch bei anderen Schäden leistet

dieser Baustein. Beispielsweise

sind Hagelschäden bis 3.500 Euro

mitversichert. Darüber hinaus kann

innerhalb des Außenversicherungspakets

das gesamte Hab und Gut

bei einem Auslandsaufenthalt von

bis zu zwölf Monaten bei Schäden

bis zu 51% der Versicherungs -

summe ersetzt werden.

Ein besonderes Plus dieses

Zusatzbausteins besteht in der Bestleistungsgarantie.

Diese garantiert

im Schadenfall die besten Leistungen

aus allen Hausratversicherungen

am deutschen Markt und umfasst

unter anderem auch die Cyber -

klausel und den Einfluss weiterer,

unbenannter Gefahren, um auch

die Tücken der digitalen Welt zu

berücksichtigen.

P

Timo Suchert

Leiter Produkt- und Tarifentwicklung

der VHV Allgemeine Versicherung AG

Februar 2022 | AssCompact 33


ASSEKURANZ

© Ekaterina Pokrovsky – stock.adobe.com

Wird Covid-19 zum Umsatzbooster bei den

Reiseschutzversicherungen?

Die Herausforderungen für den Vertrieb von Reiseschutzversicherungen sind durch die Pandemie enorm gestiegen.

Die Integration eines Covid-19-Schutzes in die bestehenden Reiseschutzpakete kann aber zum Umsatzbooster für

Makler und Reisebüros werden, meint die LTA und stellt dar, worauf es ankommt.

Bei so gut wie allen

Reiseversicherungen

sind Ereignisse

wie Pandemien oder

Naturkatastrophen

keine versicher -

baren Ereignisse.

Es mussten also

Lösungen für diese

neue Situation

geschaffen werden.


In jeder Krise steckt auch eine

Chance“, lautet ein bekanntes

Zitat. Im Falle der Pandemie

scheint dies insbesondere auch auf

den Bereich der Reiseschutz ver -

sicherungen zuzutreffen. Denn spezielle

Angebote mit Covid-

19-Schutzpaketen können dazu

beitragen, die Umsatzrückgänge, die

durch ein insgesamt rückläufiges

Reisebuchungsaufkommen entstanden

sind, teilweise auszugleichen.

Corona wird der Reisebranche

den Todesstoß versetzen, lauteten

alle Befürchtungen zu Beginn der

Pandemie im Jahr 2020. Aber auch

wenn Konzerne wie Lufthansa oder

TUI nur mit massiver staatlicher

Unterstützung gerettet werden

konnten und viele Betriebe der Reisebranche

bis heute auf finanzielle

Hilfen angewiesen sind, leben der

Tourismussektor und nachgeschaltete

Branchen wie Gastronomie

und Entertainment/Kultur nach

wie vor. Dies zeigen auch die Zahlen

der getätigten Reisen, die zu

Beginn der Pandemie zwar um die

Hälfte eingebrochen waren, sich aber

2021 dank der erfolgreichen Impfkampagnen

in einigen Bereichen

schon wieder deutlich erholt haben.

Die Vorzeichen für 2022 standen

eigentlich auf weiterer Erholung;

diese wird jetzt aber stark davon

abhängen, wie sich die Pandemie im

Hinblick auf die Omikron-Variante

entwickeln wird. Bei Befragungen

2021 gaben aber fast zwei Drittel der

Befragten (Quelle: DRV – Der deutsche

Reisemarkt) an, dass sie auch

weiterhin einen Urlaub planen.

Keine Versicherungen zu

Beginn der Pandemie

Am 11.03.2020 wurde Corona

von der Weltgesundheitsorganisation

zur Pandemie hochgestuft. Ab diesem

Zeitpunkt bestand für Reisende,

34

AssCompact | Februar 2022


ASSEKURANZ

im Falle einer Covid-19-Infektion

oder damit verbundener Quarantäne

im Prinzip kein Versicherungsschutz

mehr, was die Reiserücktrittoder

Reiseabbruchversicherung angeht.

Denn bei so gut wie allen Reiseversicherungen

(abgesehen von

Spezial-Policen, beispielsweise für

Reporter, die in Krisengebieten im

Einsatz sind, und Ähnliches) sind

Ereignisse wie Pandemien oder

Naturkatastrophen keine versicherbaren

Ereignisse. Die Mitarbeiter des

auf den Vertrieb von Reiseschutz -

paketen spezialisierten Anbieters

LTA (Lifecard-Travel-Assistance Gesellschaft

für Reiseschutz mbH) bekamen

in dieser Zeit oft zu hören:

„Wenn Corona nicht mitversichert

ist, dann brauche ich auch keine

Versicherung.“ Es mussten also

Lösungen für diese neue Situation

geschaffen werden.

Zusatzmodule schließen

Versicherungslücken

Seit einiger Zeit haben die

Anbieter von Reiseschutzversicherungen

reagiert und ihre Angebote

um Covid-19-Module/Pakete erweitert.

Am Beispiel der LTA soll hier

der Leistungsumfang der sogenannten

„Covid-19-Versicherungen“ dargestellt

werden, die je nach Anbieter

variieren können. Die Lösung der

LTA für die bestehende Lücke im

Versicherungsschutz besteht in

einem separaten Modul, das zu

allen neuen Verträgen und auch zu

allen Bestandsverträgen, die eine

Reiserücktrittsversicherung beinhalten,

hinzugebucht werden kann.

Mit der Buchung des Zusatzmoduls

besteht dann grundsätzlich Reiseschutz

bei: diagnostizierter Infektion

mit SARS-CoV-2 (Covid-19), persönlicher

und individuell angeordneter

Quarantänemaßnahme, Verweigerung

der Beförderung nach

Diagnose einer Infektion, Verweigerung

der Einreise nach Diagnose

einer Infektion, Verweigerung des

Betretens des Mietobjekts nach

Diagnose einer Infektion, Reise

kann nicht wie geplant beendet

werden, weil die versicherte Person

oder eine mitreisende Risikoperson

von einer Quarantäne betroffen

sind, sowie Erkrankung und Tod

aufgrund von Covid-19.

Makler sollten Bedarf

an Covid-19-Reiseschutz

abdecken können

Über 50 Millionen Urlaubsreisen

wurden auch im Corona-Jahr 2020

getätigt (Quelle: DRV – Der deutsche

Reisemarkt; gilt auch im Folgenden).

Dabei wurde immer noch

ein Gesamtumsatz von 12,5 Mrd.

Euro erzielt. Selbst wenn sich 2022

nur auf ähnlichem Niveau bewegen

sollte, stellt der Bereich der Reise -

absicherung immer noch einen lohnenden

Geschäftszweig dar, den

sich Makler nicht durch fehlende

Angebote im Bereich Covid-19-

Absicherung entgehen lassen sollten.

Zumal 80% der Reisenden und

damit der Maklerkunden jedes Jahr

verreisen und somit für kontinuierliche

Provisionen sorgen können.

Jahresverträge immer beliebter

Früher waren drei Wochen

Urlaub am Stück völlig normal. Seit

Anfang des neuen Jahrtausends ist

aber ein deutlicher Rückgang bei

der Reisedauer zu verzeichnen. Diese

betrug 2020 im Durchschnitt nur

noch 11,6 Tage. Bedeutet dies, dass

die Deutschen weniger Urlaub

machen? Nein, aber die Urlaubs -

gewohnheiten haben sich geändert.

Neben dem „großen“ Sommer -

urlaub wird oft noch ein zweiter

Urlaub im Herbst oder Winter

gemacht. Auch Kurzurlaube und

Städtetrips sind seit Jahren im Aufwind.

Dieser Trend kann von der

LTA auch klar mit den Absatzzahlen

ihrer verschiedenen Produkte belegt

werden. Absoluter Bestseller im Portfolio

der LTA ist der „All in One“-

Jahresvertrag, bei dem beliebig viele

Reisen innerhalb eines Jahres versichert

sind. Je nach Reisepreis kann

sich ein Jahresvertrag schon bei

zwei Reisen gegenüber der Einzelversicherung

der Reisen rechnen.

Deckungssummen als wichtiges

Verkaufsargument

Nicht erst seit der „Geiz ist

geil“- Kampagne einer bekannten

Elektronikmarkt-Kette schauen

Kunden auf den Preis und entscheiden

sich in den meisten Fällen für

das günstigste Produkt. Es gibt viele

Gerade bei den

Reiseversicherungen

sind die

Deckungssummen

entscheidend und

auch ein gutes

Argument, dem

Kunden höher -

preisige Produkte

zu verkaufen.

Beispiele, dass dies nicht immer das

beste sein muss. Gerade bei den

Reiseversicherungen sind die

Deckungssummen entscheidend

und auch ein gutes Argument, dem

Kunden höherpreisige Produkte zu

verkaufen. Mit Deckungssummen

von 5.000 Euro für Einzelpersonen

und 10.000 Euro für Familien bietet

die LTA Produkte, die ca. 90% aller

üblichen Reisen abdecken sollten.

Noch höhere Reisepreise sind aber

auch absicherbar.

Fazit

Mit den richtigen Produkten

und der entsprechenden Beratung

des Kunden bietet Reiseschutz mit

Covid-19-Reiseabsicherungen für

Makler eine gute Chance, Kunden

zu binden, neue Kunden zu gewinnen

und dauerhaft Provisionen zu

generieren, denn auch in Zukunft

wird weiter jedes Jahr Urlaub

gemacht werden.

P

Dr. Michael Dorka

Geschäftsführer der LTA Lifecard-

Travel-Assistance Gesellschaft für

Reiseschutz mbH

Februar 2022 | AssCompact 35


TIERVERSICHERUNG

Tierisch

beste Freunde

Gefährten, Begleiter, Teil der Familie: Nicht erst seit der Corona-Pandemie erfreuen

sich Hund, Katze, Pferd & Co. zunehmender Beliebtheit. Zur Hege und Pflege der

Vierbeiner scheuen viele Besitzer weder Kosten noch Mühen. Dabei rückt auch das

Thema Versicherungsschutz in den Fokus. Ein Blick auf die Sparte Tierversicherung.

© Chalabala – stock.adobe.com

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AssCompact | Februar 2022


TIERVERSICHERUNG

Wenn ein 14-Jähriger loszieht,

um ein Geschenk

zu besorgen und weder

Muttertag ansteht noch der Geburtstag

der Oma, könnte eine junge

Dame der Auslöser sein. Im vorliegenden

Fall trägt diese Dame Fell,

heißt Luna und wird ein Jahr alt.

Zum Geburtstag soll es für die Katze

ein neues Spielzeug geben und ein

paar besondere Leckereien.

Enge Bindung zum

Familienmitglied mit Fell

Darüber freut sich nicht nur das

Tier, sondern auch die Anbieter für

Heimtierbedarf, bei denen zuletzt ordentlich

die Kasse klingelte. Rund 4,5

Mrd. Euro Gesamtumsatz verzeichnete

der stationäre Fach- und Lebensmitteleinzelhandel

im Jahr 2020 laut

Industrieverband Heimtierbedarf e. V.

Der Umsatz mit Heimtierbedarf in

Deutschland ist in den vergangenen

Jahren stetig angestiegen.

Haustierboom von

Corona verstärkt

Schon vor der Pandemie war

hierzulande eine wachsende Tierliebe

zu beobachten bis hin zu einem

regelrechten Boom. Im Zuge der

Corona-Krise wurde dieser Trend

nochmals verstärkt. Viele Familien

haben sich ein Haustier zugelegt

oder aber die Zahl ihrer tierischen

Gefährten erweitert. So leben in etlichen

Haushalten inzwischen Hunde

oder Katzen mit weiteren Artgenossen

unter einem Dach.

Deutsche lassen sich

Fürsorge einiges kosten

Wie auch das eingangs erwähnte

Beispiel unterstreicht, hat sich die

Beziehung zu Tieren und deren Stellenwert

im Lauf der Jahre verändert.

Gerade Hunde und Katzen sind heute

Familienmitglieder, das Pferd Sportsfreund

und Freizeitpartner. Für das

Wohlergehen von Waldi & Co. scheuen

viele Halter weder Kosten noch

Mühen. „Heimtiere sind für viele

Menschen Familienmitglieder, für

deren Gesundheit Tierhalter bereit

sind, Geld auszugeben“, sagt Norbert

Holthenrich, Präsident des Zentralverbands

Zoologischer Fachbetriebe

Deutschlands e. V. (ZZF). Das Wohlbefinden

ihrer Tiere ist für die Halter

eine emotionale Angelegenheit.

Medizinischer Fortschritt

Wenn das Tier erkrankt oder sich

verletzt und zum Tierarzt muss, kann

das schnell teuer werden – vor allem

dann, wenn eine Operation erforderlich

ist. Erleidet eine Katze beispielsweise

einen Kreuzbandriss, können

sich die Kosten für eine Operation auf

bis zu 1.000 Euro belaufen. Vielen

Tierhaltern ist nicht bewusst, welche

Kosten hier auf sie zukommen können.

Und auch in der Tiermedizin

erhöht sich dank des technologischen

Fortschritts die Bandbreite an dia -

gnostischen und therapeutischen

Möglichkeiten, was zu höheren Behandlungskosten

führen dürfte.

Versicherungsschutz für die

vierbeinigen Gefährten

Der Trend zum vierbeinigen Mitbewohner

hat auch die Nachfrage

nach Tierversicherungen angekurbelt.

Etliche Gesellschaften meldeten

zuletzt deutliche Zuwächse im

Bereich der Tierhalterhaftpflicht.

Aber auch die Nachfrage nach Tierkrankenversicherungen

ist gestiegen.

Heute fristen entsprechende

Versicherungslösungen wie die Tierkranken-

oder eine OP-Versicherung

längst kein Nischendasein mehr.

Zugleich ist auf dem Markt eine

gewisse Dynamik zu beobachten.

Immer mehr Gesellschaften haben

Versicherungslösungen rund ums

Tier im Portfolio. Zugleich feilen

die Versicherer an ihren Produkten

und bieten neue Services, zum Beispiel

im Bereich der Telemedizin,

wie auch die Beiträge im vorliegenden

Sonderthema zeigen.

Wie von Anbieterseite auch zu

hören ist, würden Tierversicherungen

immer besser von den Kunden

wahrgenommen und auch der Vertrieb

habe das Potenzial erkannt.

Das sagen die Makler

Vorab-Ergebnisse der nächsten

AssCompact TRENDS-Studie zeigen,

dass aktuell zwar nur 13,8% der

befragten Vermittler der Sparte eine

große oder sehr große Relevanz für

Sonderthema im Überblick

Versicherungen für die

Familienmitglieder mit Fell

„Für mich hat das Thema

Hund den Bereich Kfz in der

Neukundenakquise abgelöst“

Mit Assistance-Leistungen

auf der sicheren Seite

„Die Produktvielfalt

ist relativ bunt“

Tierversicherungen

sind keine Nische mehr

„Pferde sind bei uns eine

Herzensangelegenheit“

das eigene Unternehmen beimessen,

doch die Bedeutung, die dem Thema

zugeschrieben wird, scheint perspektivisch

zu wachsen: So bescheinigen

über 20% der Vermittler der

Sparte eine große bis sehr große

Relevanz für das eigene Unternehmen

in fünf Jahren.

Was die Vermittlungshäufigkeit

angeht, rangiert die Tierhalterhaftpflicht

weit vor der Tier-OP- und

der Tierkrankenversicherung. Fast

zwei Drittel der befragten Vermittler

gehen aber davon aus, dass aufgrund

steigender Behandlungskosten

auch die Nachfrage nach Tierkrankenversicherungen

in den kommenden

Jahren steigen wird.

Emotion und Kundenbindung

Die zunehmend emotionale

Beziehung zum Haustier sehen

über 60% der Makler als geeignetes

Motiv zur Kundenansprache. Vermittlern

bietet die kleine, aber feine

Sparte Tierversicherungen durchaus

Potenzial – gerade auch in Sachen

Kundenbindung.

P

Tina Kirchner, AssCompact

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Februar 2022 | AssCompact 37


TIERVERSICHERUNG

© Annabell Gsödl– stock.adobe.com

Versicherungen für die

Familienmitglieder mit Fell

Der Trend geht seit Jahren klar hin zum Haustier. Wenn Hund, Katze oder vor allem auch das Pferd erkranken

oder sogar unters Messer müssen, kann es schnell teuer werden. Unterschiedliche Versicherungslösungen wie eine

Tier krankenversicherung oder eine OP-Kostenversicherung bieten hier Absicherung. Tierbesitzer sollten sich außerdem

mit einer passenden Tierhalterhaftpflicht absichern, die für Schäden aufkommt, die der eigene Vierbeiner verursacht.

Damit die tierischen

Familienmitglieder

umfangreich

geschützt sind,

bieten Versicherer

ganz unterschiedliche

Lösungen an – von

Hund und Katze bis

zum Pferd.

In deutschen Haushalten lebten

im Jahr 2021 rund 35 Millionen

Haustiere unterschiedlichster

Art. Im Vergleich zum Jahr 2016

wuchs damit die Zahl der Samtpfoten,

Fellnasen sowie der gefiederten

und geschuppten Freunde unter

deutschen Dächern um rund

3,3 Millionen an. Laut Statista ist

das beliebteste Haustier der Deutschen

die Katze. Rund 15,7 Millionen

Katzen leben in den deutschen

Haushalten. Die Anzahl der Hunde

beläuft sich auf 10,7 Millionen.

Neben Katzen und Hunden sind

in den Haushalten hierzulande

auch kleinere Tiere sehr beliebt.

Unter die Kategorie der Kleintiere

fallen zum Beispiel Kaninchen,

Meerschweinchen oder Hamster.

Die Haltung von Nagetieren scheint

meist unkompliziert, dennoch sollte

auf eine artgerechte Haltung mit

ausreichend Platz geachtet werden.

Vor dem Kauf sollten sich die zukünftigen

Haustierbesitzer daher ausführlich

über die Haltungsbedingungen

informieren.

Absicherung für Samtpfoten

und Fellnasen

Die tierischen Begleiter werden

oft als bester Freund des Menschen

bezeichnet. Im Unterschied zur

Nutztierhaltung sind Haustiere

Familienmitglieder. Bei der Haltung

von Hund, Katze oder anderen

Haustieren sollte jedoch das Tierwohl

immer im Vordergrund stehen.

Durch die wachsende Tierliebe der

Deutschen entwickelte sich in den

vergangenen Jahren hierzulande ein

riesiger Absatzmarkt für Heimtier-

38

AssCompact | Februar 2022


TIERVERSICHERUNG

produkte. Damit die tierischen

Familienmitglieder umfangreich

geschützt sind, bieten Versicherer

ganz unterschiedliche Lösungen an

– von Hund und Katze bis zum Pferd.

Versicherungslösungen

rund ums Tier

Tiere können im Gegensatz zu

Menschen keine Schmerzen äußern

und sind daher umso mehr auf die

Hilfe ihrer Besitzer angewiesen.

Tierarztbesuche können aber schon

einmal mehrere 100 Euro kosten

und damit ganz schön ins Geld

gehen. Um Besitzern hier die Sorgen

zu nehmen, gibt es ganz unterschiedliche

Angebote. Darunter

fallen bei der Hunde- und Katzenkrankenversicherung

die Operationskosten,

der Auslandsschutz, die

Vorsorgeleistungen oder auch die

Zahnbehandlungen. Kunden können

sich ihre Versicherung so zusammenstellen,

wie es für sie am besten ist,

um die vierbeinigen Lieblinge individuell

abzusichern. So kann das

gute Zusammenleben mit dem

Tier im Vordergrund stehen – und

der finanzielle Stress rückt im Fall

der Fälle in den Hintergrund.

Operationskostenschutz

für den Vierbeiner

Ist ein Tier schwer verletzt oder

ernsthaft erkrankt, können die

Behandlungskosten schnell explodieren.

Damit nicht die finanziellen

Möglichkeiten der Besitzer über

die Gesundheit des Tieres entscheiden

müssen, gibt es unterschiedliche

Angebote, das lieb gewonnene Haustier

rundum abzusichern.

Unter anderem die Operationskostenversicherung.

Sie gilt für

ambulante wie stationäre Eingriffe

und deckt gleichzeitig auch alle

vorbereitenden Untersuchungen,

wenn eine versicherte Operation

durchgeführt wird – einschließlich

Labortests, Röntgenaufnahmen

oder Magnetresonanztomografien –

mit ab. Und das am besten ohne

Jahreshöchstbegrenzung. Wie beim

Menschen ist es auch für die Tiere

sinnvoll, dass der Halter freie Arztwahl

hat. Je nach Bedarf sollte dieser

Schutz auch für vorübergehende

Auslandsaufenthalte bestehen. Zu

beachten ist auch, dass häufig

Altershöchstgrenzen für den

Abschluss existieren. Einmal abgeschlossen,

sollte sie aber ein Tier -

leben lang gelten.

Tierkrankenversicherung

Wünscht der Besitzer des Tieres

einen erweiterten Leistungsumfang,

kann auch eine Tierkrankenversicherung

abgeschlossen werden.

Diese beinhaltet zusätzlich zu den

Leistungen der OP-Versicherung

Leistungen für notwendige ambulante

Behandlungen – einschließlich

Telemedizin. Der Versicherungsnehmer

kann verschiedene Erstattungssätze

und Jahreshöchstgrenzen

wählen – je nach Budget oder

Wunsch des Kunden.

Insbesondere telemedizinische

Leistungen sind gefragt. Digitale

Services werden – gerade in Zeiten

der Pandemie – verstärkt nachgefragt.

Mit FirstVet hat zum Beispiel

die Barmenia einen weiteren erfahrenen

und etablierten Telemedizinpartner

auf diesem innovativen Feld

der Tiermedizin als Kooperationspartner

gewinnen können. FirstVet

bietet den Kunden via Smartphone,

Computer oder Tablet einfach und

unkompliziert Zugang zu einem

erfahrenen Tierarzt. Telemedizinische

Leistungen werden ohne Mehrkosten

in allen Tarifen angeboten.

Besonderheit Pferde

Mit ihrer Ausdauer und Kraft

sind Pferde beeindruckende Tiere.

Mit der Pferdestärke haben sie sogar

unser Maß für Leistung definiert.

Doch auch Pferde sind anfällig für

Krankheiten und Verletzungen.

Und sie haben nicht nur eine

350°-Sicht und ein sehr feines

Gehör, sondern auch ihren ganz

eigenen Kopf:

Von der Blesse auf der Stirn bis

zur Fessel am Hinterfuß ist jedes

Pferd einzigartig – ganz besonders

natürlich das eigene. Pferdebesitzer

kennen den Charakter ihres Tieres,

können seine Stimmung an der

kleinsten Bewegung der Ohren

ablesen und erkennen, ob es

schlapp oder zufrieden ist. Doch

was, wenn einmal der Tierarzt genau

schauen muss, was nicht

stimmt? Nicht selten ist es mit

einer ambulanten Untersuchung

nicht getan. Koliken sind dabei eine

der häufigsten Ursachen für Operationen

bei Pferden. Die Operationskosten

für diese großen Tiere summieren

sich schnell auf Tausende

Euro einschließlich des notwendigen

stationären Aufenthalt nach

der Operation.

Tierhalterhaftpflicht -

versicherung – Ein Muss

Allerdings können nicht nur

Krankheiten für den Tierbesitzer

extrem teuer werden. Hohe Kosten

können auch dann entstehen, wenn

der Hund einen Schaden verursacht.

Beispielsweise wenn er auf die

Straße läuft und es zu einem

Unfall kommt. In diesem Fall haftet

der Hundehalter und muss für die

entstandenen Schäden aufkommen.

Aus diesem Grund ist eine Hundehalterhaftpflichtversicherung

sinnvoll.

In den meisten Bundesländern

ist diese nicht vorgeschrieben oder

nur für bestimmte Rassen, Größen

sowie verhaltensauffällige Tiere

verpflichtend.

Pferde sind äußerst sensible und

vorsichtige Tiere. Doch sie können

auch schreckhaft sein und unvermutet

ausschlagen. Für Schäden,

die das eigene Pferd verursacht,

kommt die Pferdehalterhaftpflichtversicherung

auf. Da die Haftung

des Halters immer unbegrenzt ist,

sind Kosten schwer überschaubar

und daher ist die Tierhalterhaftpflichtversicherung

ein Muss. P

Manuel Jäschke

Leiter Tierversicherung der

Barmenia Allgemeine

Versicherungs-AG

Februar 2022 | AssCompact 39


TIERVERSICHERUNG

„Für mich hat das Thema Hund den Bereich

Kfz in der Neukundenakquise abgelöst“

INTERVIEW MIT MARTIN MARKOWSKY, VERSICHERUNGSMAKLER UND GESCHÄFTSFÜHRER DER DOGVERS GMBH

Martin Markowsky ist auf den Hund gekommen – nicht nur privat, sondern auch als Spezialmakler

für Versicherungslösungen rund um Paule & Co. Wie es dazu kam und worauf es bei der Absicherung

für Hundehalter und ihre vierbeinigen Gefährten ankommt, hier einige Einblicke.

Hat sich der Absicherung

von Hunden verschrieben

und ist in diesem

Thema zu Hause:

Martin Markowsky

Herr Markowsky, wie kam es zu Ihrer Spezialisierung

auf Hunde? Sie waren ja vorher im Bereich bAV aktiv.

Für diese Veränderung gab es zwei Auslöser: Der

eine war der Einzug von Paule, meinem Border-Collie-

Whippet-Mix, und der andere relativ zeitgleich die

Insolvenz eines großen bAV-Kunden. Das war der

Punkt, an dem ich kurzzeitig auch an das Wechseln der

Branche gedacht habe. Letztendlich habe ich mich

dann aber für mein Herzensthema Hunde bzw. die

Absicherung von Hunden entschieden.

Und wie hat sich der Beratungsalltag verändert?

In meinem Arbeitsalltag spielte plötzlich nur noch

das Thema Hund eine Rolle. Wirtschaftlich war dies

natürlich auch ein Wagnis, da ich ab diesem Zeitpunkt

so gut wie kein Abschlussprovisionsgeschäft mehr generierte.

Die Umstellung hat aber dazu geführt, dass das

sogenannte „Grundrauschen“ in meinem Unternehmen

eine Größenordnung erreicht hat, die viele Dinge entspannter

macht. Für mich steht 2022 das Thema Cross-

Selling auf meiner Agenda.

Wie ist Ihre Einschätzung der aktuellen Markt -

situation? Wie entwickelt sich derzeit die Nachfrage

nach der Hundehalterhaftpflicht und der

Tierkranken versicherung?

Der Markt für die Absicherung von Hunden

erlebte durch die Pandemie einen regelrechten

Schub. Die Anzahl der Hunde stieg alleine in den

letzten zwei Jahren um gut eine Million. Entsprechend

ist auch die Nachfrage nach Absicherungsmöglichkeiten

deutlich angestiegen. Trotzdem sind

erst rund 20% aller Hunde in Deutschland krankenund/oder

OP-versichert. Schaut man zum Beispiel

nach Großbritannien oder nach Schweden, ist dieser

Anteil dort deutlich höher. Potenzial gibt es also bei

uns immer noch reichlich.

Für mich hat das Thema Hund den Bereich Kfz in

der Neukundenakquise abgelöst. Der Hund ist positiv

besetzt und ich bin fast ausschließlich auf einer Herzensebene

bei meinen Kunden. Da sind der nächste

Schritt zum angesprochenen Thema Cross-Selling

und der Weg zur Gesamtbetreuung dann nicht weit.

40

AssCompact | Februar 2022


TIERVERSICHERUNG

Geht der Trend denn hin zum Zweithund?

Allein, dass wir rund 12 Millionen Hunde in

Deutschland haben und diese in rund 9,8 Millionen

Haushalten leben, zeigt, dass es diesen Trend gibt. Ich

glaube, dass das auch damit zusammenhängt, dass viele

Neuhundebesitzer feststellen, dass der Hund auch

nach der Pandemie Aufmerksamkeit benötigt, aber

aus beruflichen Gründen seines

Halters häufiger alleine bleiben

muss. Das verstärkt sicher den

Trend zum Zweithund.

Sie haben die Beispiele Groß -

britannien und Schweden schon

angesprochen. Wie versichern

andere Länder und kann man

davon etwas lernen?

Im Bereich der Krankenver -

sicherung oder/und OP-Kosten -

absicherung sieht man in Schweden

und Großbritannien, dass die

Quote der Hunde, die abgesichert

sind, deutlich höher ist als in

Deutschland. In Schweden beträgt sie über 80%, in

Großbritannien über 45%.

Was ich sehr gut finde, ist der Ansatz in Großbritannien,

dass dort in der Regel das versichert wird, was

unvorhersehbar ist – alles das, was vorhersehbar ist,

dagegen nicht. Das heißt, dass zum Beispiel das Thema

Vorsorgeaufwendungen wie Krallen schneiden, Wurmkur,

Impfungen nicht bezahlt werden, aber der Kreuzbandriss

oder eine Zerrung.

Was sind denn die Finessen bei den Krankenversicherungsbedingungen?

In den vergangenen Jahren sind

immer mehr Anbieter auf den Markt

gekommen, da sie erkannt haben,

dass das Thema Hunde interessant

ist. Eine größere Auswahl an Anbietern

begrüße ich grundsätzlich sehr.

Zum einen belebt Konkurrenz das

Geschäft und führt zum anderen

sicher auch zu einer Verbesserung

der Leistungen bzw. der Bedingungen,

was ich am Markt auch durch

Gespräche mit den Anbietern spüre.

Leider stelle ich aber auch fest,

dass es Anbieter gibt, die einfach

nur eine Krankenversicherung im

Angebot haben möchten. Hier sehe

ich keine positiven Besonderheiten

oder innovative Produktideen. Teilweise

werden Bedingungen unterschiedlicher Anbieter

einfach abgeschrieben und dann in einem Akt der

„Bedingungsakrobatik“ so verschlimmbessert, dass diese

Produkte aus meiner Sicht noch nicht einmal eine

Daseinsberechtigung haben. Gerne genommen werden

hier dann auch Verklausulierungen, wo selbst ich teilweise

überlegen muss, was denn jetzt überhaupt noch

gemeint bzw. versichert ist.

„Im Bereich der Krankenversicherung

oder

dem OP-Kostenschutz

sieht man in Schweden

und Großbritannien,

dass die Quote der

Hunde, die abgesichert

sind, deutlich höher ist

als in Deutschland.“

„Leider stelle ich

aber auch fest, dass

es Anbieter gibt, die

einfach nur eine

Krankenversicherung

im Angebot haben

möchten. Hier sehe ich

keine positiven

Besonderheiten oder

innovative

Produktideen.“

Meine Empfehlung beim Lesen der Versicherungsbedingungen

ist, immer mit den Ausschlüssen zu beginnen.

Hier geht es insbesondere um den Ausschluss klassischer

Erkrankungen wie etwa HD, das heißt Hüftdysplasie, ED

oder Ellenbogendysplasie, Patellaluxation, also die Kniescheibe,

brachyzephales Syndrom bzw. Deformation des

Kopfes, Herz und einiges mehr. Wenn all diese Krankheiten

ausgeschlossen sind, ist das

bereits ein erstes Anzeichen für eher

suboptimale Bedingungen.

Eine weitere Unart ist die Limitierung

von Leistungen, um den

Beitrag optisch günstig darstellen

zu können. Beispielsweise gibt es

Anbieter, die Leistungen im ambulanten

Bereich und im OP-Kostenbereich

bei 2.000 Euro deckeln

oder nur bis zum zweifachen Satz

der Gebührenordnung der Tierärzte

(GOT) übernehmen. Im Notdienst

mit Abrechnung bis zum

vierfachen Satz bedeutet dies im

Zweifel, dass nur die Hälfte der

Kosten erstattet wird. Die Begrenzung der Leistungen

nach Summe habe ich noch gar nicht berücksichtigt.

Mit welchen Kosten ist denn in der Regel zu rechnen,

um eine adäquate Absicherung zu erhalten?

Das hängt zum einen davon ab, ob ich nur die Teildeckung

aus der Krankenversicherung absichern

möchte, also die reine OP-Kostenabsicherung, oder die

Krankenversicherung inklusive OP. Weiterhin kommt

es auf die Rasse an: Ist diese anfälliger für Erkrankungen,

zum Beispiel eine französische Bulldogge oder ein

Mops, dann wird es teurer, wenn

man einen optimalen Schutz

wünscht. Die Beiträge schwanken

bei der OP und der Krankenversicherung

teils deutlich.

Und wie teuer oder günstig kommt

heute denn eine Hundehalterhaftpflichtversicherung?

Hier gibt es eine sehr große

Bandbreite, was die Beiträge angeht.

Es gibt Hundehalterhaftpflichtversicherungen

ab etwa 40 Euro. Nach

oben kann es auch schon mal über

die 200-Euro-Grenze hinausgehen.

Das hängt zum einen natürlich

vom Leistungsumfang, aber auch

von der zu versichernden Rasse ab.

Beispielsweise ist ein Pitbull deutlich

teurer zu versichern als ein Chihuahua. Wobei viele

Versicherer sogenannte Listenhunde erst gar nicht

versichern. Bei meiner gemeinsam mit asspario entwickelten

Hundehalterhaftpflicht liegt der Beitrag je

nach Hund in der Exklusivdeckung zwischen 60 Euro

und knapp 100 Euro. Dann allerdings auch mit einem

einzigartigen Deckungsumfang wie die Mitversicherung

von Schäden durch Giftköder und mehr. O

Februar 2022 | AssCompact 41


TIERVERSICHERUNG

Wie sehr gleichen sich die Angebote der Versicherer?

Im Bereich der Hundehalterhaftpflicht ist die Basis

bei den meisten Anbietern vergleichbar. Es gibt hier

sowohl nach unten wie auch nach oben aber sicher Ausnahmen.

Beispielsweise scheuen die meisten Anbieter

die Absicherung von Listenhunden, oder das Thema

Rechtsschutz und Ordnungswidrigkeiten ist in den

Deckungen nicht vorhanden. Ich glaube, hier wird sich

der Markt aber in den nächsten Jahren verändern. Aus

meiner Sicht sind einige Risiken dazugekommen, die es

vor 10 oder 15 Jahren einfach so gut wie nicht gegeben

hat, wie das bereits erwähnte Thema Giftköder.

Was sollte eine Hundehalterhaftpflicht

bieten?

Im Bereich der Haftpflichtversicherung

sollten grundsätzlich folgende

Risiken versichert sein:

• Versicherungssumme mindestens

20 Mio. Euro pauschal für

Personen-, Sach- und Vermögensschäden

• Hüten durch dritte Personen

• Führen ohne Leine/keine Maulkorbpflicht

• Weltweiter Versicherungsschutz

• Teilnahme an Trainings, Turnieren

und Rennen

• Mietsachschäden auch an gemieteten (Ferien-)

Wohnungen

• Beschädigung und Abhandenkommen von

fremden beweglichen Sachen

• Forderungsausfalldeckung und Schadensersatz-

Rechtsschutz

• Welpen bis zum Alter von zwölf Monaten

Sie haben die Problematik der Listenhunde bereits

angesprochen. Worauf ist denn beim Versicherungsschutz

für entsprechende Rassen zu achten?

In der Hundehalterhaftpflicht haben Versicherer

häufig massive Probleme, Hunde, die als sogenannte

Listenhunde gelten, überhaupt abzusichern. Wenn es

„Aus meiner Sicht

sind einige Risiken

dazugekommen,

die es vor 10 oder 15

Jahren einfach so gut

wie nicht gegeben hat,

wie das Thema

Giftköder.“

dann möglich ist, ist mir besonders wichtig, dass das

Thema Strafrechtsschutz und Ordnungwidrigkeiten

mit abgesichert ist. In den klassischen Rechtsschutzversicherungen

ist dies häufig nicht der Fall. Aus meiner

Erfahrung kann ich sagen, dass Listenhundbesitzer per

se „immer“ schuld sind. Ein Beispiel: Bei einer Rauferei

von einem American Staffordshire Terrier mit einem

Jack Russel versucht die Besitzerin, ihren Jack Russel

aus der Situation zu nehmen. Dabei beißt der Staff ihr

in die Hand. Jetzt bewegen wir uns im Bereich der Körperverletzung

und nach Anzeige durch die Besitzerin

wird sich sehr kurzfristig auch das Ordnungsamt melden.

Hier sollte dann eine vernünftige Absicherung

vorhanden sein.

Was muss man als Makler über die

Rasse, mögliche Krankheiten oder

auch Haftpflichtrisiken wissen?

Der Kunde oder Interessent

merkt sehr schnell, ob man in diesem

Thema zu Hause ist oder

nicht. Deshalb sollten Makler

schon eine grobe Klassifizierung

vornehmen können: Bestimmte

Rassen wie Schäferhunde oder

Labradore haben häufig Probleme

mit der Hüfte oder den Gelenken.

Kurzköpfige Rassen wie Boxer,

Möpse oder französische Bulldoggen sind anfällig für

das brachyzephale Syndrom, also die Deformation des

Kopfes und die damit einhergehend auftretenden

Krankheiten. Bei der Absicherung sollte man darauf

achten, dass diese speziellen Rasserisiken auch wirklich

gedeckt sind. Ist dies nicht der Fall, ist der Kopf einfach

nicht versichert: Gaumensegel, Augen und Ohren sind

gänzlich ausgeschlossen.

Wie viele Hunde muss man im Schnitt ungefähr versichern,

um von der „Zielgruppe“ leben zu können?

Eine schwierige Frage. Wenn ich nichts anderes

außer der Hundehalterhaftpflicht, der Hundekrankenoder

OP-Absicherung mache, benötigt man aus meiner

Sicht etwa 1.000 Hunde. Aber hier spielt natürlich auch

die persönliche Situation und der eigene Lebensstil eine

wichtige Rolle. Nutzt man aber das Thema Tierversicherung

als Einstieg für Cross-Selling, denke ich, dass es

dann ab ca. 400 bis 500 Hunden auch schon sehr interessant

werden kann.

Tierversicherung scheint auch ein Thema für Insur-

Techs zu sein. Wie nehmen Sie die neuen Player wahr?

Ja, an das Thema Hunde- bzw. Katzenkrankenversicherung

oder OP-Schutz hat sich das eine oder andere

InsurTech herangewagt. Teilweise mit aus meiner Sicht

guten Ansätzen, aber mir ist aktuell kein Anbieter

bekannt, der den klassischen Versicherern das Wasser

reichen kann, zumindest nicht im Bereich der Leistungen

und der Beitragsgestaltung. Bezogen auf die digitale

Antragsabwicklung mit Dunkelverarbeitung gibt es

aber bei den herkömmlichen Anbietern zum Teil noch

deutlichen Nachbesserungsbedarf.

P

42

AssCompact | Februar 2022


© annaav – stock.adobe.com

Februar 2022 | AssCompact 43


TIERVERSICHERUNG

Mit Assistance-Leistungen

auf der sicheren Seite

Was passiert mit Waldi, Luna & Co., wenn der Besitzer beispielsweise nach einem Unfall oder wegen einer Erkrankung

stationär in der Klinik behandelt werden muss? Mit einer Tierkrankenversicherung, die diesbezüglich Zusatzleistungen

bietet, können sich Tierhalter entsprechend absichern. Helvetia hat im Portfolio ihrer Tierkrankenversicherung auch

einen integrierten Schutzbrief für Tierhalter im Angebot.

Bei Unfällen oder Erkrankungen

von Hunden und Katzen

kommen auf die Besitzer oft

erhebliche Tierarztkosten zu. Teure

Behandlungen, Operationen und

anschließende Therapien sind

si gnifikante Kostenfaktoren. Auch

die regelmäßige Gesundheitsvorsorge

muss bezahlt werden. Eine

gute Tierkrankenversicherung für

Hunde und Katzen sollte umfassenden

Schutz für alle Eventualitäten

bieten und leisten, wenn das Tier

oder der Halter erkrankt.

Das neue Jahr hat gerade angefangen.

Mit guten Vorsätzen geht

man öfter und länger spazieren.

Dann rutscht man aus, bricht sich

das Bein und muss für längere

Zeit ins Krankenhaus. Gut, wenn

man dann eine Unfallversicherung

abgeschlossen hat. Aber was

passiert in so einem Fall mit dem

Haustier, das es sich zu Hause auf

dem Sofa bequem gemacht hat?

Im besten Fall steht jemand aus

dem Bekanntenkreis bereit, um

sich um das Tier zu kümmern. Es

kann auch notwendig sein, den

tierischen Liebling in eine Tierpension

zu bringen. Hier können

erhebliche Kosten für die Unterbringung

anfallen.

Assistance-Leistungen

machen den Unterschied

In solchen Momenten hilft eine

Tierkrankenversicherung. In vielen

Vollkostentarifen und OP-Tarifen

sind die Kosten für die Unterbringung

des Tieres beim Krankenhausaufenthalt

des Versicherungsnehmers

mitversichert. Meist wird eine

pauschale Entschädigung für eine

bestimmte Tagesanzahl gezahlt, die

aber oft nicht alle Kosten abdeckt.

Muss das Tier vorübergehend in

eine Tierpension, kann es zudem

schwierig sein, dies zu organisieren.

@ lifeonwhite — stock.adobe.com

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AssCompact | Februar 2022


TIERVERSICHERUNG

© Eric Isselée – stock.adobe.com

Eine Lösung für diese Unwägbarkeiten

ist ein Schutzbrief in der

Tierkrankenversicherung.

Mit dem Helvetia PetCare

Schutzbrief profitieren Tierhalter

bei Krankheit oder Unfall von

zahlreichen Assistance-Leistungen.

Ein Anruf bei der 24h-Hotline

genügt, um Kunden zielgerichtet

bei allen Fragen zu unterstützen.

Ist der Kunde im Krankenhaus

oder der Reha, organisiert Helvetia

die Unterbringung in einer Tierpension

in der Nähe und übernimmt

die Kosten bis zu vier

Wochen. Falls die Katze oder der

Hund bei Bekannten untergebracht

wird und sich diese nicht

umfänglich um das Haustier kümmern

können, kann die Versorgung

über den Schutzbrief organisiert

werden. Dazu zählt zum Beispiel

das tägliche Ausführen (bis 2

Stunden täglich), das Tierfutter und

eventuell notwendige Medikamente.

Hilfe bei der Tierarztsuche,

wenn der Vierbeiner verletzt ist

Wenn sich nicht der Ver -

sicherungsnehmer, sondern sein

Hund beim Spaziergehen verletzt?

Der klassische Weg ist dann: Tierarzt

suchen, hinfahren, Untersuchung

eventuell inklusive Medikamente

oder OP und im Anschluss

die oft hohe Rechnung, die dann

bei der hoffentlich vorhandenen

Tierkrankenver sicherung eingereicht

werden kann. Oft werden die

Emotionen und der Stress unterschätzt,

die eine Verletzung des Vierbeiners

als lieb gewonnenes Familienmitglied

auslöst. Auch hier hilft

der Schutzbrief bei der Tierarztsuche.

Helvetia übernimmt die Recherche

und vermittelt einen Tierarzt in der

Nähe. Zudem werden die Kosten

für den Notfalltransport zum Tierarzt

und die eventuell erforderlichen

Fahrdienste zu regelmäßigen Tierarztterminen

übernommen.

Die Helvetia Tierkrankenversicherung

PetCare hilft Kunden und

ihren Vierbeinern in emotionalen

und stressigen Zeiten und ist da,

wenn man sie braucht.

Tierkrankenschutz je nach dem

individuellen Bedarf

Genügt es, einen Schutzbrief

abzuschließen und alles ist in Ordnung?

Nicht ganz. Die bessere

Absicherung erhalten Kunden,

wenn sie eine leistungsstarke Tierkrankenversicherung

abschließen,

die sie vor hohen Tierarztrechnungen

schützt und dem Hund oder

der Katze eine hervorragende

Behandlung ermöglichen. Gegebenenfalls

reicht eine reine OP-Ver -

sicherung aus oder eine Vollversicherung

ist sinnvoll, die auch Kosten

für Vorsorgeuntersuchungen oder

Heilbehandlungen durch einen

Tierarzt abdeckt. Gegebenenfalls

möchte der Kunde eine noch weitergehende

Abdeckung, beispielsweise

für alternative Medizin oder

Zahnschutz. Unsere Tierkrankenversicherung

Helvetia PetCare

bietet für jeden individuellen

Bedarf eine Lösung.

Helvetia zahlt im Rahmen der

neuen Hausratversicherung auch

Schäden durch das eigene Haustier.

Sollte die Katze ihre Krallen an

der Couch schärfen, sollten Sie

daher nicht nur an eine leistungsstarke

Tierkranken-, sondern auch

an eine umfassende Hausratversicherung

denken.

P

Ludwig Koch

Leiter Privatkunden Sach

bei den Helvetia Versicherungen

Februar 2022 | AssCompact 45


TIERVERSICHERUNG

„Die Produktvielfalt

ist relativ bunt“

INTERVIEW MIT MORTESA YAKUBI, BUSINESS

PRODUKTMANAGER BEI DER SOFTFAIR GMBH

Inwieweit hat der Haustierboom auch den Tierversicherungen einen Auftrieb

gegeben? Und wie stark unterscheiden sich die Tarife auf dem Markt, gerade

auch in der Tierhalterhaftpflicht, und zeichnen sich bestimmte Trends ab?

Herr Yakubi, in den vergangenen

Jahren gab es einen regelrechten

Haustierboom, den die Pandemie

zusätzlich befeuert hat. Ebbt diese

Entwicklung derzeit etwas ab oder

geht der Trend nach wie vor zum

tierischen Familienmitglied?

Der Trend geht aktuell ganz

klar zum tierischen Familienmitglied.

An erster Stelle stehen Hunde

und Katzen. Im Jahr 2019 lebten

ca. 9 Millionen Hunde

und 14 Millionen Katzen

in deutschen Haushalten.

Laut derzeitigen Schätzungen

vom Gesamtverband

der deutschen

Versicherungswirtschaft

(GDV) leben aktuell ca.

11,2 Millionen Hunde

und ca. 16 Millionen

Katzen in deutschen Haushalten.

Die pandemische Lage hat diese

Situation somit noch einmal stark

verschärft und führte 2020 zu

Rekordeinnahmen aus der Hundesteuer.

Nach Berechnungen des

Statistischen Bundesamts konnten

380 Mio. Euro eingenommen werden.

Dieser Rekord unterstreicht den

klaren Aufwärtstrend zum Haustier.

Wie hat sich denn der Markt für

Tierversicherungen während der

Pandemie entwickelt?

Die Nachfrage am Markt für

Tierversicherungen profitiert natürlich

auch von dem klaren Aufwärtstrend

zum Haustier. Ebenfalls hat

sich die Rolle des Haustieres verändert.

Haustiere werden als echte

Familienmitglieder wahrgenommen

und Tierhalter sind gewillter, ihren

Lieblingen die bestmögliche Absicherung

zukommen zu lassen. Bei

der Absicherung des Tierhalters

durch eine Tierhalterhaftpflichtversicherung

besteht, zumindest wenn

man auf die Zahlen schaut, noch

deutlich Entwicklungspotenzial.

Aktuell sind lediglich ca. 63% der

„Bei der Absicherung des Tierhalters

durch eine Tierhalterhaftpflichtversicherung

besteht, zumindest wenn man auf

die Zahlen schaut, noch deutlich

Entwicklungspotenzial.“

Tierhalter gegen etwaige Schadenersatzansprüche

versichert. Jedoch

ist Absicherung durch eine Tierhalterhaftpflicht

existenziell bzw. in

einigen Bundesländern sogar Pflicht.

Für das vierbeinige Familienmitglied

nur das Beste: Gilt dies auch

in der Tierkrankenversicherung?

Zur bestmöglichen Absicherung

gehört definitiv eine Tierkrankenbzw.

Tier-OP-Versicherung. Der

Tierhalter kann mit einer solchen

Versicherung das finanzielle Risiko

beim Tierarzt und bei Operationen

minimieren und sich vollkommen

auf das Wohl des Tieres konzentrieren.

Die positive Entwicklung

auf dem Markt und die hohe Nachfrage

nach Tierkranken- bzw. Tier-

OP-Versicherungen hat uns auch

dazu veranlasst, im vergangenen

Jahr einen Vergleichsrechner auf

den Markt zu bringen.

Gerade wenn das Tier unters

Messer muss, kann es beim Tierarzt

schnell teuer werden. Wie

sieht es denn in Sachen OP-Schutz

aus? Wissen Kunden um die

Kosten, die da auf sie

zukommen können?

Und steigt auch hier

die Nachfrage?

Durch die neue

Wahrnehmung der

Haustiere als Familienmitglieder

ist die Bereitschaft

der Tierhalter

gestiegen, das Wohlergehen

durch eine Tierkranken- bzw.

Tier-OP-Versicherung bestmöglich

sicherzustellen. Jedoch unterschätzen

viele noch das finanzielle Risiko

bei der Anschaffung eines Haustieres

und erleben das böse Erwachen bei

der ersten Rechnung. Bei einem

Kreuzbandriss beim Hund ist man

zum Beispiel schnell bei 2.500 bis

3.000 Euro. Dieses Risiko lässt sich

sehr gut mit einer bedarfsgerechten

Absicherung mindern.

Die Tierhalterhaftpflicht ist in

einigen Bundesländern verpflichtend,

in anderen nicht. Sind sich

Tierhalter der Risiken bewusst?

In Hamburg, Berlin, Niedersachsen,

Sachsen-Anhalt, Schleswig-

46

AssCompact | Februar 2022


TIERVERSICHERUNG

Holstein und Thüringen ist man als

Hundehalter gesetzlich dazu verpflichtet,

eine Hundehaftpflichtversicherung

abzuschließen. In

den restlichen Bundesländern gilt

diese Pflicht nur für Listenhunde.

Lediglich in Mecklenburg-Vorpommern

gibt es gar keine Versicherungspflicht.

Generell besteht

noch großer Aufklärungsbedarf in

diesem Bereich. Tierhalter sind

sich der finanziellen und rechtlichen

Risiken offenbar nicht gänzlich

bewusst, denn der Anteil an

Tierhaltern ohne eine Tierhalterhaftpflicht

liegt aktuell bei

etwa 27%. Ein erschreckend

hoher Anteil.

Bei durchschnittlich

80.000 Schäden im

Jahr ist ein existenzbedrohender

Haftpflichtschaden

im Rahmen

des Möglichen und

sollte durch eine bedarfsgerechte

Tierhalterhaftpflichtversicherung

abgesichert werden.

Nun haben zig Versicherer Tierhalterhaftpflichttarife

auf dem Markt.

Wie stark unterscheiden sich denn

die Produkte?

Die Produktvielfalt ist bei Tierhalterhaftpflichttarifen

relativ bunt.

Bei der Produktqualität gibt es

jedoch große Nuancen und jeder

Tierhalter muss sich mit seinem

Versicherungsbedarf sehr genau

auseinandersetzen, um die bestmögliche

Absicherung mit einer

Tierhalterhaftpflicht zu erreichen.

Zeichnen sich hier bestimmte

Trends ab?

ESG (Environmental, Social and

Governance) ist der kommende

Trend in der gesamten Versicherungsbranche

und beschreibt das Thema

Nachhaltigkeit in den Bereichen

Umwelt, Sozial und Unternehmensführung.

Durch die Verabschiedung

der Taxonomie-Verordnung

(EU 2020/852) der EU sind

Versicherungsunternehmen nun

dazu verpflichtet, einen Beitrag in

den genannten Bereichen zu leisten

und diesen Beitrag offenzulegen.

Anhand von ESG-Kriterien lassen

sich somit Wirtschaftstätigkeiten

von Versicherungsunternehmen

analysieren und als ökologisch

nachhaltig definieren. Ein Trend,

der bei Tierhaltern in Zeiten des

Klimawandels gut ankommt.

Wird der Markt insgesamt unübersichtlicher?

Und wie gelingt es

angesichts der Angebotsvielfalt,

die Spreu vom Weizen zu trennen?

Die Übersicht kann man nur

mit einer detaillierten Analyse des

Marktes bewahren. Hierfür nutzt

softfair das Leistungsratingverfahren,

bei dem 18 verschiedene Leistungsbereiche

objektiv und neutral

„Tierhalter sind sich der

finanziellen und rechtlichen

Risiken offenbar nicht

gänzlich bewusst, denn der Anteil

an Tierhalter ohne eine Tierhalterhaftpflicht

liegt aktuell bei etwa 27%.

Ein erschreckend hoher Anteil.“

analysiert werden. Das Ergebnis

unterstützt Vermittler in der Beratung

ihrer Kunden und hilft diesen

bei der Entscheidungsfindung.

Ansonsten sollte der Tierhalter bei

der Wahl eines geeigneten Tarifes

auf eine zeitgemäße Deckungssumme

für Personen-, Sach- und

Vermögensschäden wertlegen. Hiermit

kann man schon stark selektieren

und Basistarife rausfiltern. Ebenfalls

wichtig ist eine Absicherung

von Mietsachschäden an unbeweglichen

und beweglichen Sachen in

gemieteten Räumen. Einige Tarife

bieten hier keine Absicherung an

und liefern somit grundsätzlich

ein gutes Auswahlkriterium für die

Entscheidungsfindung. Am Ende

des Tages ist eine gute Absicherung

jedoch abhängig von den Bedürfnissen

des Tierhalters und dem

vorhandenen Budget.

Hat Qualität ihren Preis oder

bieten auch günstige Tarife ausreichend

Schutz?

Generell lässt sich sagen, dass

günstige Basistarife eher einen

Grundschutz und Premiumtarife eine

vollkommene Absicherung bieten.

Jedoch verringert sich die Kluft und

die Versicherer kalkulieren neue

Produkte haargenau auf die Bedürfnisse

der unterschiedlichen Kunden

und der aktuellen Marktsituation.

Dennoch bleibt das Qualitätsempfinden

des Versicherungsnehmers

immer abhängig von seinem Bedarf

und seinem Budget.

Ist darüber hinaus eine private

Rechtsschutzversicherung für

Tierhalter sinnvoll?

Hierbei würde es sich um eine

Ausschnittsdeckung handeln, die

eher als Baustein in einer Tierhalterhaftpflichtversicherung

passen

könnte. Persönlich würde

ich eine private Rechtsschutzversicherung

in

diesem Fall vorziehen, um

mögliche Grenzbereiche

zu vermeiden.

Wie verhält es sich beim

Versicherungsschutz für

Listenhunde?

Halter von Listenhunden

haben es schwer

auf dem aktuellen Versicherungsmarkt.

Entweder muss

man mit hohen Zuschlägen rechnen

oder es ist gar kein Versicherungsschutz

möglich. Einige Anbieter

haben sich jedoch auf Listenhunde

spezialisiert.

Gerade in der Tierhalterhaftpflicht

scheinen zunehmend digitale

Player auf dem Markt aktiv. Wie

beurteilen Sie diese Entwicklung?

Die Tierhalterhaftpflicht gilt als

weniger komplexe Versicherungssparte

und bietet sich somit neuen

digitalen Playern besonders an. Hier

kann man ohne großes Versicherungs-Know-how

schnell gewinnbringend

agieren und gleichzeitig

Erfahrungen und finanzielle

Rücklagen bilden. Diese könnte

man anschließend nutzen, um

weitere Produkte auf den Markt

zu bringen. Wie erfolgreich diese

Strategie ist, wird sich in den kommenden

Jahren zeigen.

P

Februar 2022 | AssCompact 47


TIERVERSICHERUNG

Tierversicherungen

sind keine Nische mehr

Im Zuge der Pandemie haben sich etliche Deutsche ein Haustier angeschafft. Versicherungslösungen für

das vierbeinige Familienmitglied fristen längst kein Nischendasein mehr – mit Folgen für Vermittler.

Denn Tierversicherungen bieten viel Potenzial und eine gute Möglichkeit der Kundenbindung.

Im Ernstfall

möchte kein

Tierhalter beim

Besuch des

Tierarztes fragen

müssen: „Was

kostet die

Behandlung?“,

sondern sicher

sein, dass sein

Vierbeiner die

beste Behandlung

bekommt.

Tierversicherungen gehören in

Deutschland nicht zu dem

klassischen Absicherungspaket

bei Versicherern und werden somit

oft als Nische verstanden. Der

Stellenwert des Tieres hat sich innerhalb

unserer Gesellschaft jedoch

stark verändert. Tiere sind heute

vollwertige Familienmitglieder. Eine

Absicherung durch eine Tier-

OP- oder Krankenversicherung ist

unter Tierhaltern daher längst keine

Ausnahme mehr.

Blickt man in das Gründungsjahr

der Uelzener 1873 zurück, wurden

Tiere vorwiegend zur Absicherung

des Lebensunterhalts gehalten.

Hunde beschützten Hof und

Haus und Pferde halfen bei der

Landwirtschaft. „Kosten versus

Nutzen“ spielte eine erhebliche

Rolle bei Unfall und Erkrankung

eines Tieres.

Heute haben Hunde, Katzen

und Pferde einen emotionalen

Wert. Sie sind Teil der Familie. Laut

einer Studie des Industrieverband

Heimtierbedarf (IVH) e. V. leben

heute rund 10,7 Millionen Hunde

und 15,7 Millionen Katzen in deutschen

Haushalten. Heimtiere wohnen

jetzt in Städten, haben mitunter

einen eigenen Social-Media-

Kanal und Hunde begleiten ihre

Halter mit ins Büro.

Wohlbefinden der Tiere

ein wichtiger Faktor

Die Gesundheit der neuen Familienmitglieder

steht an erster Stelle.

Durch moderne Technologien werden

diagnostische sowie therapeutische

Möglichkeiten bei der Behandlung

von Tieren ebenfalls immer

vielfältiger. Invasive Operationen,

MRT und CT gehören in der Tiermedizin

zum Alltag. Dieser Fortschritt

bedeutet auch höhere Kosten

für Personal und Technik, was mitunter

zu höheren Behandlungsrechnungen

führt. Tierhalter wollen

für ihren ständigen Begleiter

Sicherheit im Fall eines medizinischen

Notfalls. Die finanzielle

Belastung für Herrchen und Frauchen

steigt durch die Erweiterung

der Behandlungsmöglichkeiten. Im

Ernstfall möchte kein Tierhalter

beim Besuch des Tierarztes fragen

müssen: „Was kostet die Behandlung?“,

sondern sicher sein, dass sein

Vierbeiner die beste Behandlung

bekommt.

Tierkrankenversicherung

als Bindeglied

Seit Mitte der 80er-Jahre ist ein

Schutz durch eine Tierkrankenver -

sicherung für Heimtiere und Freizeitpferde

möglich. Die Uelzener

Versicherung hat diese Absicherung

als erste Gesellschaft in Deutschland

angeboten. Die Tierkrankenversicherung

ist das Bindeglied

zwischen Tieren als Familienmitgliedern

und den neuen Möglichkeiten

in der Tiermedizin. Sie bietet

finanzielle Sicherheit und eine optimale

Behandlung für die heutigen

Bedürfnisse der Tierhalter.

Familienmitglied Tier und seine

Bedeutung für Vermittler

Das Thema Tier ist emotional

behaftet und erfordert vom Ver -

sicherungsmakler viel Fingerspitzengefühl.

Im Gespräch mit dem

Kunden sollte daher das Sicherheitsbedürfnis

genau hinterfragt

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AssCompact | Februar 2022


TIERVERSICHERUNG

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Quelle: Zahlen der Uelzener Versicherungen (2015 bis 2020)

werden: Einige Tierhalter möchten

eine finanzielle Absicherung für

die wirklich ernsten Notfälle, in

denen eine Operation unvermeidbar

ist. Diese Halter sollten eine

Tier-OP-Versicherung in Erwägung

ziehen. Für Tierhalter, die ein

finanzielles Risiko komplett vermeiden

möchten, ist der Tierkrankenschutz

eine sinnvolle Option.

Falls eine langwierige tierärztliche

Behandlung erforderlich ist, bietet

eine Tier-Krankenversicherung

weitreichenden Schutz. Sie deckt

alle ambulanten und stationären,

konservativen sowie chirurgischen

Eingriffe ab.

Die Uelzener Versicherung hat

beispielsweise durch die unterschiedlichen

Tarife basis, premium

und premium plus für jedes Kundenbedürfnis

ein Produkt im Portfolio.

Der Kunde kann selbst wählen,

welches Risiko er abdecken

möchte. In jedem Fall empfehlenswert

ist es, den Leistungsumfang

der Tarife und die Ausschlüsse genau

zu prüfen, damit es hinterher

zu keinen Enttäuschungen

kommt, weil eine nötige Leistung

nicht inkludiert ist.

Vertrauen schafft

Kundenbindung

Tierhalter wollen die bestmögliche

Behandlung für ihr Tier, ohne

sich Gedanken über die finanziellen

Kosten zu machen. Für den Versicherungsmakler

bedeutet das: Wer

den Bedarf der Kunden an der Absicherung

von Hunden, Katzen oder

Pferden erkannt hat und vielleicht

selbst eigene Erfahrungen als Tierhalter

einbringen kann, hat die

Möglichkeit, gutes, zusätzliches Geschäft

zu generieren und die Kunden

noch besser an sich zu binden. Die

Tierversicherung ist hier nicht mehr

als Nische zu verstehen.

P

Dr. Theo Hölscher

Vorstandsvorsitzender der

Uelzener Versicherungen

Februar 2022 | AssCompact 49


TIERVERSICHERUNG

„Pferde sind bei uns eine

Herzensangelegenheit“

INTERVIEW MIT ANNA REICHHARDT, GESCHÄFTSFÜHRERIN

DES MAKLERUNTERNEHMENS VML GMBH

Das Maklerunternehmen VML (v-m-l.de) berät – nicht nur, aber mit Leidenschaft

– rund um den Versicherungsschutz für Reiter und Pferd. In der Beratung erfahren

die Experten immer wieder, dass mögliche Gefahren und Kosten unterschätzt

werden oder Versicherungsbedingungen mancher Anbieter nicht weit genug gehen.

Frau Reichhardt, zu Ihrem Produktportfolio

zählt auch Versicherungsschutz

rund ums Pferd.

Haben Sie eine besondere Affinität

zu Pferden oder zum Reitsport?

Das Thema Pferd liegt bei uns

quasi in der Familie. Mein Mann,

der Gründer der VML GmbH, ist

auf dem elterlichen Reitbetrieb

„Pferdeparadies Leberle“ aufgewachsen

und hat natürlich dadurch eine

besondere Verbindung und auch

das Verständnis sowohl zu Pferden

als auch zu deren Besitzern. Man

kann sagen, dass dieses Thema bei

uns eine Herzensangelegenheit ist.

Wie hat sich denn

die Pandemie auf den

Reitsport bzw. die

Nachfrage nach

Pferden ausgewirkt?

Seit Beginn der Pandemie

haben wir auf jeden

Fall einen Zuwachs

an Kunden, die

ein Pferd besitzen. Vor

allem im ländlichen

Raum konnte man den Zuwachs

deutlich spüren. Viele Reiter, die

bereits ein Pferd besitzen, haben

sich innerhalb der letzten zwei

Jahre noch ein weiteres Tier angeschafft.

Dem zufolge haben auch

die Reitbeteiligungen zugenommen,

da es natürlich für jemand

mit mehreren Pferden oft nicht zu

bewerkstelligen ist, alle Pferde

gleichermaßen zu bewegen. Ebenfalls

wissen wir über den elterlichen

Reitbetrieb, dass die Nachfrage

nach einem Stallplatz deutlich

gestiegen ist.

Wiederum hatten Reitschulen

und Reitlehrer einen Einbruch, da

aufgrund der Coronamaßnahmen

Reitunterricht erst einmal nicht

gestattet war. Selbst aktuell unterliegt

der Reitunterricht der 2G-plus-

Regelung.

Ein Pferd zu halten, ohne eine

Pferdehaftpflichtversicherung

abzuschließen – wissen Pferde -

lieb haber denn, was im schlimmsten

Fall auf sie zukommen kann?

„Es ist eigentlich allen Pferdebesitzern

klar, dass sie eine Pferdehaftpflich t -

versicherung benötigen, sobald ein Pferd

angeschafft wird. Als Pferdebesitzer ohne

Haftpflicht für sein Tier würde man in

99% aller Ställe keinen Platz bekommen.“

Es ist eigentlich allen Pferde -

besitzern klar, dass sie eine Pferdehaftpflichtversicherung

benötigen,

sobald ein Pferd angeschafft wird.

Als Pferdebesitzer ohne Haftpflicht

für sein Tier würde man in 99%

aller Ställe keinen Platz bekommen.

Allein aus diesem Grund ist es

jedem Pferdebesitzer klar, vorab eine

Pferdehaftpflicht abzuschließen.

Was im schlimmsten Fall aber auf

sie zukommen könnte, ist den

wenigsten bewusst. Wenn wir unseren

Kunden im Beratungsgespräch

erläutern, dass laut BGB der Halter

für sein Tier persönlich haftet und

es anhand von Beispielen darstellen,

ist eindeutig, dass es oftmals unterschätzt

wird.

Haben Sie ein Beispiel?

Ein Pferd scheut beim Ausreiten,

wirft den Reiter ab und geht durch.

Das Pferd springt auf die nahe gelegene,

viel befahrene Bundesstraße

und verursacht einen Unfall. Im

schlimmsten Fall mit verletzten Personen.

Hier sind wir schnell bei

einer extremen Schadenhöhe,

für die man

ohne Pferdehaftpflichtversicherung

sein Leben

lang zahlen müsste.

Sollte eine Pferde -

halterhaftpflicht Ihrer

Meinung nach verpflichtend

sein?

Definitiv. Pferde sind

athletische, kraftvolle

Tiere. Diese enorme Stärke kann

natürlich auch enormen Schaden

anrichten. Und nicht zu vergessen,

Pferde sind Fluchttiere. Ein Haftpflichtschaden

des eigenen Pferdes

kann quasi wie ein Lotto-Gewinn

sein – nur andersrum.

Werden alle gängigen Risiken über

die Halterhaftpflicht abgedeckt?

Am besten kann dies anhand eines

Beispiels erklärt werden. Sie lassen

50

AssCompact | Februar 2022


TIERVERSICHERUNG

ihr Pferd auf dem Weg von der Weide

zum Stall noch etwas grasen, das

Pferd erschrickt, geht durch, galoppiert

auf das Feld nebenan und über

die angrenzende Straße. Dabei muss

der entgegenkommende Autofahrer

ausweichen und fährt in den Graben.

Der Autofahrer ist verletzt und

bricht sich das Bein.

• Auf dem Feld entsteht ein erheblicher

Schaden = Flurschaden

• Auto ist beschädigt = Sachschaden

• Autofahrer verletzt = Personenschaden

• Autofahrer kann aufgrund des

gebrochenen Beins nicht arbeiten

= Vermögensschaden

Wie schnell so ein Schaden entstehen

kann, erläutert dieses einfache

Beispiel. Daher sollte jede Pferdehaftpflichtversicherung

gegen Sach-, Personen-,

Vermögens- und Flurschäden

absichern. Leider ist das

jedoch nicht standardisiert

bei allen Anbietern der

Fall – von manchen Pferdehaftpflichtversicherern

werden Flurschäden sogar

ausgeschlossen. Die Versicherungsbedingungen

sind daher äußerst wichtig.

Natürlich gibt es immer

Grenzen im Versicherungsbereich.

Alle Risiken abzu -

decken, wäre für keinen Besitzer bezahlbar.

Daher führen wir immer im

Vorfeld ein Gespräch, um die Situation

des Besitzers und des Pferdes zu

analysieren und daraus die bestmögliche

Absicherung für jeden Kunden

individuell zu erarbeiten und die

nicht versicherbaren Bereiche so

gering wie möglich zu halten.

Nicht versicherbar in der Pferdehalterhaftpflicht

sind beispielsweise

eigene Schäden. Beispiel hierzu:

Mein Pferd tritt im eigenen Pferdeanhänger

so stark gegen die Wand,

dass diese kaputt ist – nicht versichert.

Im gemieteten Pferdeanhänger

wäre es versichert, sofern die

Klausel gemietete und geliehene

Gegenstände erfüllt ist.

Auf welche Einschlüsse gilt es also

bei den Produkten zu achten?

Unserer Meinung nach ist es

wichtig, auf folgende Einschlüsse zu

achten: Flurschäden, Reitbeteiligung

– unterschieden in Eigenschaden

und Fremdschaden – Führen des

Pferdes an Halfter und Strick, Absicherung

im Ausland, Reiten mit gebissloser

Zäumung, Schutz auf Turnieren,

Schäden an geliehenen und

gemieteten Utensilien, Kutschfahrten.

Die Deckungssumme sollte unserer

Meinung nach nicht unter 20

Mio. Euro liegen. Die meisten Versicherer

bieten eine Deckungssumme

zwischen 1 und 10 Mio. Euro an,

was sehr schnell erschöpft sein

kann. Vor allem wenn es sich um

Personenschäden handelt.

„Die Pferdekrankenversicherung

oder Pferde-OP-Versicherung ist eine

der wichtigsten Versicherungen für

Pferdehalter. Eine Pferde-OP kann

plötzlich sehr hohe Kosten verursachen.“

Mit welchen Kosten ist denn in der

Regel zu rechnen, um eine adäquate

Absicherung zu erhalten?

Natürlich ist es schwer, hier einen

fixen Betrag zu nennen, da so viele

Faktoren zu beachten sind. Allein,

ob ich ein Pferd zum privaten

Hobbyreiten halte oder ein Gnadenbrotpferd,

ein Pony oder Turnierpferd

– das ist schon die erste

grundsätzliche Frage, die wir stellen

müssen, ohne überhaupt die versicherten

Schadenfälle zu besprechen,

die wichtig sind.

Als ungefähren Richtwert für

eine Pferdehalterhaftpflichtversicherung

für ein Pferd, das rein zum

Hobbyreiten gedacht ist, würden wir

die Beitragsspanne aktuell zwischen

110 und 190 Euro im Jahr ansetzen.

Wobei nicht der Beitrag wichtig ist,

sondern immer das Kleingedruckte

in den Bedingungen!

Welche Rolle spielt denn eine

Krankenversicherung für Pferde?

Die Pferdekrankenversicherung

oder Pferde-OP-Versicherung ist

eine der wichtigsten Versicherungen

für Pferdehalter. Eine Pferde-

OP kann plötzlich sehr hohe Kosten

verursachen. Hat beispielsweise ein

Pferd eine plötzliche Kolik und

muss in die Tierklinik und dort

operiert werden, kommt zu den

OP-Kosten noch der Aufenthalt in

der Klinik dazu. Solch ein medizinischer

Einsatz kann schnell mehrere

Tausend Euro kosten. Um zu verhindern,

dass der Pferdehalter dadurch

in finanzielle Nöte kommt, ist es

sehr sinnvoll, eine Pferde-OP-Versicherung

abzuschließen. Bei der

Pferdekrankenversicherung geht es

hauptsächlich darum, Routine -

untersuchungen und wiederkehrende

ärztliche Leistungen wie

Impfungen, Wurmkuren, Blutbilder,

Krankheiten abzudecken.

Wie nehmen Sie das Angebot auf

dem Markt wahr? Gibt es passenden

Schutz zu bezahlbaren Prämien?

Nicht jede Versicherungsgesellschaft,

die für Menschen eine Krankenversicherung

anbietet, bietet

auch eine Krankenversicherung für

Pferde an. Das Angebot ist dadurch

schon etwas geringer,

allerdings nicht zwingend

schlechter. Wir

finden hier Gesellschaften,

die wissen,

wovon sie sprechen,

und auf den Bereich

Tier spezialisiert sind.

Natürlich gilt auch

hier, dass nicht alle

Wehwehchen oder Behandlungen

in den Tarifen abgesichert

werden können. Es müssen

einfach Grenzen gezogen werden –

wie es bei unserer eigenen Krankenversicherung

ja auch ist. Trotzdem

muss man sagen, dass es Tarife gibt,

die eine wirklich gute Leistung bieten

für einen fairen Beitrag. Ausschlaggebend

ist hier allerdings eine

ausgiebige Beratung – auf keinen

Fall blauäugig etwas mal eben

schnell abschließen.

In welchen Fällen sind denn spezielle

Absicherungen wie etwa eine

Pferdelebensversicherung sinnvoll?

Die Pferdelebensversicherung ist

sinnvoll für Pferdehalter, die mit

ihren Pferden Geld verdienen, zum

Beispiel Sport- und Zuchttiere.

Solche Pferde haben meistens

auch einen sehr hohen finanziellen

Wert. Sollte ein solches Pferd infolge

einer Krankheit oder eines Unfalls

sterben oder dadurch für die Zucht

ausscheiden, sichert eine Pferde -

lebensversicherung dieses Risiko ab. P

Februar 2022 | AssCompact 51


Investment | News

Aktionärszahlen sind

2021 leicht gesunken

Die Aktionärszahlen des vergangenen Jahres geben Orientierung für 2022.

Das Deutsche Aktieninstitut (DAI) hat die jährlich

erhobenen Aktionärszahlen für Deutschland

vorgelegt. Demnach waren im vergangenen Jahr

12,1 Millionen Menschen in Deutschland in Aktien,

Aktienfonds oder ETFs investiert. Im Vergleich zum

Aktien-Boom-Jahr 2020 sanken die Aktionärszahlen

zwar um 280.000 Anleger, dennoch handelt es sich

um die dritthöchste Aktionärsquote, die das DAI

seit 1997 ermittelt hat.

„Die Menschen in Deutschland setzten auch 2021

weiter auf Aktien und Aktienfonds. Das Vertrauen in

Aktien ist ungebrochen“, zieht Dr. Christine Bortenlänger,

geschäftsführende Vorständin des DAI, Bilanz. „Nach

dem starken Anstieg im Jahr 2020 haben sich die

Aktionärszahlen auf hohem Niveau stabilisiert. Rund

jeder Sechste ist am Aktienmarkt engagiert. 2021 war

also erneut ein gutes Jahr für die Aktienkultur in

Deutschland.“

Wie sich aus den DAI-Erhebungen ergibt, ist von

den 12,1 Millionen Aktienbesitzern rund ein Drittel

weiblich. Das sind gut vier Millionen Aktiensparer -

innen. Der geringere Frauenanteil zieht sich durch alle

Altersklassen. Dabei handelt es sich um ein Phänomen,

das sich auch in den Vorjahren beobachten ließ. „Nach

wie vor nutzen zu wenige Frauen die Chancen der

Aktienanlage“, stellt Bortenlänger fest.

Bei den beliebtesten Anlageformen dominieren

Aktienfonds und aktienbasierte ETFs. 66% der Anleger -

innen und 53% der Anleger setzen ausschließlich auf

Investmentfonds. Die Direktanlage wird stärker von

Männern genutzt: 28% der Aktienanleger investieren in

Einzelaktien, aber nur 22% der Aktienanlegerinnen. (AC)

© peterschreiber.media – stock.adobe.com

Bundesanleihen:

Das Ende der Minuszinsen

Bundesanleihen gelten als besonders sicher,

allerdings auch als gering verzinst, besonders

in der jüngsten Vergangenheit. Die Unsicherheiten

um die Modalitäten des Brexit läuteten

ab Mai 2019 eine Phase negativer Renditen auf

Bundesanleihen ein. Der Ausbruch der Corona -

virus-Pandemie und der folgende Börsen-Crash

verstärkten den Run auf Bundesanleihen. Im

März 2020 erreichte die Rendite der zehnjährigen

Titel daher ein Rekordtief.

Gut zweieinhalb Jahre notierten die Renditen

dauerhaft im Minus, doch am Vormittag

des 19.01.2022 war es dann so weit: Das Ende

der Phase ungebrochener Minuszinsen war

da. Die jüngste zehnjährige Staatsanleihe warf

nach Angaben des Finanzportals onvista kurzfristig

eine positive Rendite von 0,017% ab.

„Endlich muss der Anleger beim Kauf von

zehnjährigen Bundesanleihen nicht von vorne

herein draufzahlen“, kommentiert Berenberg-

Chefvolkswirt Holger Schmieding den Vorgang.

„Aber eine attraktive Anlage, die neben

der Sicherheit über die spätere Rückzahlung

auch einen Ertrag verspricht, sind diese Anleihen

damit noch lange nicht.“

Der Anstieg der deutschen Rendite sei die

Folge anhaltend hoher Inflationsraten und der

Erwartung kräftiger Zinserhöhungen durch

die Fed sowie einer weniger expansiven Geldpolitik

der EZB, sagt Oliver Eichmann, Zins -

experte für den europäischen Raum der Fondsgesellschaft

DWS, und prognostiziert: „Wir gehen

davon aus, dass die Rendite der zehnjährigen

Bundesanleihen in diesem Jahr weiter bis in

den Bereich von 0,2% steigen wird.“ Laut

Elmar Völker, Analyst bei der LBBW, gebe es

einen „Abwärtsdruck auf die Rentenkurse“ und

dementsprechend einen „Aufwärtsdruck auf

die Renditen“. Und das komme vor allem aus

den USA, „wo sich die Anzeichen verdichteten,

dass die US-Notenbank bereits in Kürze die

Leitzinswende einläuten dürfte“, sagt Völker.

Anders als in der Eurozone gab es zuletzt Spekulationen,

dass die Fed die Zinsen angesichts

immer neuer Höchststände bei den Teuerungsraten

bereits im März erhöhen könnte – und

damit früher als ursprünglich an den Finanzmärkten

erwartet. (AC)

52

AssCompact | Februar 2022


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DIE TIERARZT-

RECHNUNG GEHT

AUF UNS.

PFOTE DRAUF!

Vermittler blicken optimistisch

auf das Börsenjahr 2022

Trotz Inflationssorgen, aktuell zunehmender

Corona-Inzidenzwerte und der Unklarheiten

um die Omikron-Variante sind Anlagevermittler

für die Entwicklung des deutschen

Aktienindex Dax in diesem Jahr sehr positiv

gestimmt. Das geht aus der aktuellen Vermittler-Fokus-Umfrage

der European Bank for

Financial Services GmbH (ebase) hervor.

Für die Erhebung hat ebase seine Vertriebspartner

online nach ihren Erwartungen für das

Börsenjahr 2022 gefragt. 70% der 170 Befragten

gehen für das neue Jahr von einer weiterhin

positiven Entwicklung des Dax aus. Ein Fünftel

wiederum erwartet ein gleichbleibendes

Aktienkursniveau.

Die optimistische Grundstimmung hat

sich, basierend auf den bisherigen ebase-Umfragen,

in den vergangenen drei Jahren deutlich

verstärkt. Während die Optimisten mittlerweile

70% der Umfrageteilnehmer ausmachen,

waren es vor einem Jahr noch rund zwei Drittel

und im Jahre 2019 nur 45% der Befragten. Nur

ein Zehntel erwartet fallende Kurse.

„Aufgrund der anstehenden Zinswende

stehen wir vor einer wahrscheinlich volatileren

Marktphase. Es wird spannend sein zu sehen,

ob die Optimisten unter den Finanzprofis

recht behalten“, sagt Kai Friedrich, CEO der

ebase. „Nur 10% der befragten Finanzvermittler

gehen für 2022 von einem sinkenden

Aktienmarktniveau aus, 4% von einem stark

sinkenden Dax.“

Der überwiegende Optimismus unter den

Finanzvermittlern deckt sich mit einer aktuellen

repräsentativen Umfrage der ebase zu den

finanziellen Vorsätzen der Deutschen für 2022.

Erstmals haben in der jährlichen Umfrage

mehr Umfrageteilnehmer angegeben, künftig

in Fonds und ETFs investieren zu wollen,

anstatt ihr Geld auf Festgeldkonto und Sparbuch

liegen zu lassen.

Um die zu erwartende steigende Nachfrage

nach Investments am Kapitalmarkt sowohl von

Anlegern als auch von Finanzberatern optimal

bedienen zu können, sieht sich ebase sehr gut

aufgestellt. (AC)

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Investment | News

Neuer Aktienfonds verbindet

Klimaneutralität und Dividende

Die EB – Sustainable Investment Management

GmbH (EB-SIM), Vermögensverwalter der evangelischen

Bank für nachhaltige Investments im deutschsprachigen

Raum, erweitert ihr Angebot um den

nachhaltigen Aktienfonds namens „EB Dividendenstrategie

Klima Global“. Der neue Fonds ist ab dem

03.01.2022 über die Vertriebspartner der EB-SIM

erhältlich. Er investiert weltweit ausschließlich in

nachhaltige Unternehmen, die attraktive Dividendensowie

Wachstumschancen bieten. Der Fonds steht

außerdem im Einklang mit dem 1,5-Grad-Ziel des

Pariser Klimaabkommens. „Klimaneutralität und hohe

Dividendenausschüttungen gehen bei vielen Unternehmen

Hand in Hand“, sagt Dr. Oliver Pfeil,

Geschäftsführer und Chief Investment Officer bei der

EB-SIM. „Unternehmen, die eine niedrige CO2-Intensität

aufweisen, sind häufig gleichzeitig sehr profitabel

und schütten entsprechend hohe Dividenden aus.

Der ‚EB Dividendenstrategie Klima Global‘ macht

sich das zunutze, indem er gezielt in Unternehmen

investiert, die sich in beiden Feldern positiv

hervortun.“

Bei der Zusammenstellung des

Anlageuniversums wendet die

EB-SIM strenge Ausschlusskriterien

an. So darf der Fonds ausschließlich

in Unternehmen

investieren, die keine

deutlich negative

Wirkung auf eines

der Sustainable

Development Goals

der Vereinten Nationen

(SDGs) in Verbindung mit

einer unterdurchschnittlichen Nachhaltigkeitsbewertung

aufweisen. Im nächsten Schritt untersucht das

Fondsmanagementteam rund um Philipp Hohmann

die verbleibenden Unternehmen hinsichtlich ihrer

Unternehmenskennzahlen, der Dividendenqualität,

des Ratings sowie des Wachstumspotenzials. Zusätzlich

berücksichtigt die EB-SIM bei der Aktienauswahl

unter anderem das Geschäftsmodell und die Marktpositionierung

der Unternehmen. Regional liegt der

Fokus des Fonds zum Start auf Nordamerika (45%),

Westeuropa (38%) und Asien Pazifik (17%). (AC)

Peter E. Huber lanciert

antizyklischen Aktienfonds

Mit dem Fonds „TT Global Contrarian“ legt die

Taunus Trust einen internationalen Aktienfonds auf,

der antizyklisch agiert. Gemanagt wird der ausschüttende

Fonds von Peter E. Huber, der auch Partner

beim Vermögensverwalter Taunus Trust ist.

Der „TT Contrarian Global“ wurde am 01.12.2021

aufgelegt und verfügt über eine institutionelle

I-Tranche und eine auf Privatanleger ausgerichtete

P-Tranche (WKN: A3CRQ6). An Kosten fällt für die

P-Tranche ein Ausgabeaufschlag von 3% an. Hinzu

kommen laufende Kosten in Höhe von 1,4% p.a. Der

Fonds wies zum 30.12.2021 ein Fondsvolumen von

22 Mio. Euro auf und ist bereits über die meisten

Plattformen handelbar.

Außer von Huber selbst wird der Fonds auch von

seinen beiden Co-Fondsmanagern David Meyer und

Norbert Keimling betreut. Ansprechpartner für den

Fondsvertrieb ist Steffen Berndt.

Seine Anlagestrategie untermauert der Fonds -

manager Huber mit acht Thesen, die seiner Meinung

nach gerade jetzt für die Auflage eines antizyklischen

Aktienfonds sprechen. (AC)

LOIM legt „Fallen Angels

Recovery“-Strategie auf

Der Vermögensverwalter Lombard Odier Investment

Managers (LOIM) hat sein Angebot an festverzinslichen

Wertpapieren mit der Lancierung der

„Fallen Angels Recovery“-Strategie erweitert.

Die bereits am 30.11.2021 aufgelegte Strategie

investiert in Unternehmen, die im Rating-Spektrum

zurückgefallen sind, jedoch nach Einschätzung von

LOIM Aussicht auf eine Erholung haben und eine

attraktive Bewertung aufweisen. Per Ende Dezember

2021 verfügte die Strategie bereits über ein verwaltetes

Vermögen von 86 Mio. US-Dollar.

Fallen Angels sind Anleihen, die auf High Yield

herabgestuft wurden, aber vergleichsweise unterbewertet

sind. Laut LOIM bietet die Strategie den

Anlegern attraktive risikobereinigte Renditen über

den gesamten Zyklus hinweg und ermöglicht ein

starkes Marktengagement bei einer Erholung, während

das Engagement bei einer Korrektur begrenzt wird. (AC)

© Ainoa – stock.adobe.com

54

AssCompact | Februar 2022


INVESTMENT

Fonds mit Spitzenrating schlagen den Markt

Scope Analysis hat ausgewertet, wie gut sich aktiv

gemanagte Fondsprodukte im Vergleich zu ihren passiven

ETF-Pendants in den vergangenen Jahren geschlagen

haben. Dabei stellten die Scope-Analysten fest, dass

Fonds mit Spitzenbewertung in früheren Jahren sowohl

drei als auch fünf Jahre nach Erhalt ihres Ratings eine

höhere Rendite erzielten als der Marktdurchschnitt. Im

besten Fall gelang den Top-Fonds eine Outperformance

von bis zu 2,7 Prozentpunkten pro Jahr.

Um die Kapitalmärkte möglichst breit abzudecken,

betrachteten die Analysten neun Anlagesegmente. Aus

jeder Peergroup wurden jeweils die drei Fonds mit den

höchsten Rating-Punktzahlen vor drei und vor fünf

Jahren ausgewählt. Daraus erstellten die Scope-Analysten

ein reines Aktienfonds-Portfolio und ein reines Rentenfonds-Portfolio.

Zudem konstruierten die Analysten

ein Balanced-Portfolio.

In den Portfolios wurden die Fonds so gewichtet,

dass ihre Verteilung den Standard-Benchmarks MSCI

AC World Index (Aktien) und Bloomberg Euro Aggregate

Bond Index (Anleihen) entspricht.

Um die Entwicklung des breiten Markts aus Anlegersicht

möglichst realistisch wiederzugeben, setzten

die Analysten ETFs ein.

Die laufenden Kosten wurden in der Auswertung

sowohl bei den Top-Fonds als auch bei den passiven

Anlageprodukten bereits berücksichtigt. Anders sieht

es bei den einmalig anfallenden Gebühren wie den

Ausgabeaufschlägen bei aktiv gemanagten Fonds oder

den Trading-Gebühren bei den ETF-Produkten aus. Die

ließen die Scope-Analysten außen vor.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass zumindest

einige Anbieter aktiv gemanagter Fonds einen Mehrwert

gegenüber passiven Anlageprodukten aufweisen. (AC)

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Investment | News

Riester-Run-off:

Deka kehrt Neugeschäft den Rücken

Der letzte Akt der Riester-Rente? Die Anbieter verabschieden sich.

Nachdem die DekaBank ihr Riester-Neugeschäft im

vergangenen Jahr bereits massiv heruntergefahren hatte,

zieht das Wertpapierhaus der Sparkassen nun endgültig

die Reißleine. Zum 01.06.2022 stellt die Deka

ihr Riester-Neugeschäft vollständig ein. Aktuell betroffen

von diesem Schritt sei das Produkt Deka-Zukunfts-

Plan in den Varianten Classic und Select, wie einer

Mitteilung der Deka zu entnehmen ist.

Die Deka hatte das Riester-Neugeschäft 2021 bereits

stark eingeschränkt, indem sie die angebotenen Riester-

Fondsverträge nicht mehr aktiv bewarb und den Ausgabeaufschlag

auf 0% absenkte.

Für Bestandskunden ändere sich laut Deka überhaupt

nichts. Ihre Verträge sollen unverändert weitergeführt

werden.

Die Deka ist das dritte große Fondshaus, das sich

aus dem Angebot von Riester-Verträgen ganz oder teilweise

verabschiedet. Bereits zuvor hatte die DWS dem

Riester-Neugeschäft komplett den Rücken gekehrt.

Union Investment wiederum bietet zwar noch Verträge

an, fordert jedoch bei Neukunden eine Mindestlaufzeit

von 20 Jahren. Und auch die Deka selbst hatte ihr

Angebot an Riester-Produkten bereits zuvor ausgedünnt.

Der Grund für den Rückzug aus dem Riester-

Geschäft ist bei allen drei großen Fondsanbietern ähnlich:

Die Beitragsgarantie in der staatlich geförderten

privaten Vorsorge bei gleichzeitig anhaltend niedrigen

Zinsen stellt die Anbieter vor nahezu unlösbare

Herausforderungen. Die Deka setzt zukünftig auf

garantiefreie Produkte. (AC)

© Zerbor – stock.adobe.com

Aus Oyster-Fonds

werden iMGP Funds

Das weltweite Netzwerk aus Asset Managern,

iM Global Partner, ändert den Namen

seiner in Luxemburg ansässigen Oyster-Fondspalette

in iMGP Funds. Die Änderung steht

im Mittelpunkt einer umfassenden Rebranding-Initiative,

die iM Global Partners als Reaktion

auf das schnelle Unternehmenswachstum

und eine erneuerte Vision des Unternehmens

durchführt. Der neue Markenname, der seit

10.01.2022 für die in Luxemburg ansässige

SICAV (Investmentgesellschaft mit variablem

Grundkapital nach luxemburgischem Recht)

gilt, ist bereits am 16.12.2021 für die US-Fonds

eingeführt worden.

Auf das Jahr 2021 blickt iM Global Partner

positiv zurück. Der grenzüberschreitende Vermögensverwalter

hat eigenen Angaben zufolge

sein Netzwerk um neue Partner erweitert und

100% des Vermögensverwaltungs- und Fondsgeschäfts

von Litman Gregory erworben. (AC)

Asset-Manager Amundi

schließt Lyxor-Übernahme ab

Die Fusions- und Übernahmewelle in der

europäischen Fondslandschaft geht weiter. Wie

der französische Vermögensverwalter Amundi

nun bekannt gegeben hat, ist die Übernahme der

Société-Générale-Tochter Lyxor abgeschlossen.

Bereits im April 2021 wurden die Verhandlungen

über Lyxor zwischen den beiden großen

französischen Finanzmarktinstitutionen

bekannt. Amundi und die französische Großbank

einigten sich auf einen Kaufpreis in Höhe

von etwa 825 Mio. Euro. Alle erforderlichen

aufsichtsrechtlichen und wettbewerbsrechtlichen

Genehmigungen wurden eingeholt,

sodass die Übernahme früher besiegelt werden

konnte als ursprünglich geplant.

Lyxor wurde 1998 gegründet, ist einer der

Pioniere auf dem europäischen ETF-Markt und

hatte bereits 2018 ComStage von der Commerzbank

übernommen. Mit der Übernahme von

Lyxor steigt Amundi nach eigenen Angaben

zum führenden ETF-Anbieter in Europa auf. (AC)

56

AssCompact | Februar 2022


INVESTMENT

Gold im Jahr 2022: Das können Anleger erwarten

Das World Gold Council (WGC) geht davon aus,

dass der Goldpreis kurzfristig auf die realen Zinssätze

reagieren werde. Die Stärke der Reaktion hänge davon

ab, wie schnell die globalen Zentralbanken ihre Geldpolitik

straffen und wie effektiv sie die Inflation kontrollieren.

Gleichzeitig sei aber zu erwarten, dass erhöhte

Inflationsraten und Marktrückschläge die Nachfrage

nach Gold als Absicherung wieder stützen werden.

Zinserhöhungen könnten demnach zwar Gegenwind

für den Goldpreis bedeuten, aber die Geschichte zeige,

dass ihre Wirkung begrenzt sei.

Mit Blick auf die Zukunft sieht das WGC in seinem

Ausblick hauptsächlich die steigenden Zinsen als Risiko.

Gold habe sich in der Vergangenheit, in Monaten vor

einer Zinserhöhung der US-Notenbank, tendenziell

unterdurchschnittlich entwickelt. In den Monaten

nach einer ersten Zinserhöhung schneide Gold jedoch

deutlich besser ab. Einen weiteren potenziell belastenden

Faktor für den Goldpreis sieht das WGC in der

Möglichkeit eines stärkeren US-Dollars.

Die unterstützende Wirkung wichtiger Schmuckmärkte

wiederum könnte sich stabilisierend auf den

Goldpreis auswirken. Und schließlich dürfe auch die

Goldnachfrage der Zentralbanken nicht außer Acht

gelassen werden. Diese wirke sich in turbulenten Marktphasen

ebenfalls stabilisierend aus.

Dementsprechend sieht das WGC verschiedene

widerstreitende Faktoren, die sich teils fördernd, zum

Teil aber auch bremsend auf den Goldpreis auswirken

können. Nichtsdestotrotz schätzt die Lobby-Organisation

der Goldbergbaubetriebe, die sich explizit der Förderung

und Aufrechterhaltung der Goldnachfrage verschrieben

hat, die Bedeutung von Gold als Risikoabsicherung für

Anleger in diesem Jahr hoch ein. (AC)

Kommentar: Dasselbe in Grün, bitte!

Wer dafür sorgen will, dass Finanzmarktkritikern

ein kalter Schauer über den Rücken läuft, muss nur

einen Namen erwähnen: BlackRock. Die Schattenbank.

Die graue Eminenz. Der schwarze Riese.

Nun lädt der Name des Vermögensverwalters tatsächlich

zu ominös klingenden Wortspielen ein. Und

mit mittlerweile mehr als 10 Bio. US-Dollar under

Management ist das Unternehmen zweifellos ein Riese.

Doch BlackRock hat sich unter seinem CEO Larry

Fink einer grünen Frischzellenkur verschrieben. Einmal

pro Jahr schreibt Fink einen Brief an die Aktionäre des

Finanzriesen und macht darin deutlich, wohin die Reise

gehen soll. In den letzten Jahren handelte der Brief häufig

von der Bekämpfung des Klimawandels, dem Ausstieg

aus fossilen Brennstoffen und dem Schutz von

Küstengebieten. Es fällt leicht, das alles als „Green -

washing“ abzutun. Und natürlich verdient BlackRock

mit seinen Beteiligungen an Öl- und Gasunternehmen

auch viel Geld. Doch Fink hat einen konkreten Plan.

BlackRock soll den Firmen Kapital zur Verfügung

stellen, die sich auf den Weg gemacht haben und die

„tektonische Kapitalverschiebung“ hin zu mehr Nachhaltigkeit

unterstützen. Außerdem verspricht Black-

Rock, sich als großer Anteilseigner der Weltwirtschaft

auch für eine Änderung der gängigen Geschäfts -

modelle einzusetzen.

Ist Fink nun die Greta Thunberg der Finanzmärkte?

Natürlich nicht. BlackRock kalkuliert knallhart und

profitiert massiv von dem Trend hin zu nachhaltigen

Anlagen. Aber Fink hat früh verstanden, dass die Rolle

eines Vermögensverwalters in erster Linie darin besteht,

das Vermögen seiner Kunden zu bewahren – nachhaltig.

BlackRock hat kein Interesse an steigenden Meeresspiegeln,

Flüchtlingsströmen und kriegerischen Konflikten

um Wasser und fruchtbares Land. Das ist schlecht fürs

Geschäft. Vor allem dann, wenn man nahezu an jedem

börsengehandelten Unternehmen der Welt beteiligt ist.

Sie sind anderer Meinung? Lassen Sie mich wissen, warum.

Schreiben Sie an kufner@asscompact.de.

P

Tom Kufner, AssCompact

Februar 2022 | AssCompact 57


INVESTMENT

Silber und seine zwei Seiten

Wenn Anleger nach einem Investment in Sachwerte Ausschau halten, denken sie

häufig zunächst an Edelmetalle und dabei überwiegend an den Klassiker Gold.

Im Gegensatz zum Wertspeicher und Schmuckmaterial Gold spielt Silber jedoch

auch als Industriemetall eine große Rolle. Weshalb ausgerechnet der Aufstieg von

Tesla und Co. dem Investment in Silber neuen Auftrieb verleihen könnte, verrät

Andreas Stoll vom Aureus Golddepot.

Silber ist ein endlicher Rohstoff,

dessen förderfähige Reserven

vom United States Geological

Survey im Januar 2020 auf weltweit

560.000 Tonnen geschätzt wurden.

Davon entfallen schätzungsweise

120.000 Tonnen auf Peru, 100.000

Tonnen auf Polen, 90.000 Tonnen

auf Australien und 45.000 Tonnen

auf Russland. Diese vier Staaten halten

zusammen einen Anteil von

63,4% an den weltweiten Reserven.

Gleichzeitig ist für die Beurteilung

der Reserven noch ein weiterer

Aspekt zu berücksichtigen: Silber

wird aus Kostengründen im Gegensatz

zu Gold so gut wie nicht recycelt.

Silber in der Industrie

Gleichzeitig wird Silber aber weltweit

als Industrie- und Investmentmetall

behandelt und gehandelt. Die

Einsatzbereiche in der Industrie sind

vielfältig. Aufgrund der guten Leit -

fähigkeit (Silber ist der beste elektrische

Leiter) wird Silber beispielsweise

in vielen elektronischen Anwendungen

verbaut. Wegen des hohen

Reflex ionsvermögens ist Silber aber

auch in der Fotovoltaik stark gefragt.

Sogar antiseptische Eigenschaften

weist das Edelmetall auf und führt so

zunehmend zu Nachfrage in der Medizin

sowie der Medizintechnik.

Globale Infrastruktur-Großprojekte

wie Chinas „Neue Seidenstraße“

befeuern den Silberbedarf.

Mit dem Fokus auf die Klimapolitik

und der damit einhergehenden

weltweit angestrebten CO2- Neutralität

werden mehr und mehr Fahrzeuge

mit Verbrennerantrieb durch

Elektroautos ersetzt.

Silber in der

Produktion von E-Autos

Betrachtet man beispielsweise

den derzeitigen Silberbedarf für die

Produktion eines Kraftfahrzeugs,

kann man feststellen, dass zur Herstellung

eines Verbrennerfahrzeugs

etwa eine Unze Silber, für ein

Hybridfahrzeug 1,5 Unzen und für

ein komplettes Elektrofahrzeug

sogar rund 2 Unzen benötigt werden.

So kann die angestrebte Umstellung

im Fahrzeugbau zu einer Verdopplung

der Nachfrage nach Silber

führen. Mit dem Wissen, dass

zukünftig voraussichtlich rund 100

Millionen E-Fahrzeuge weltweit pro

Jahr produziert werden dürften,

steigt die Nachfrage rechnerisch auf

ca. 200 Mio. Unzen. Dem steht eine

jährliche Förderung von rund 806

Mio. Unzen mit fallender Tendenz,

bezogen auf die letzten fünf Jahre,

gegenüber.

Damit entsteht auf der einen

Seite eine erhöhte Nachfrage, die

auf der anderen Seite nicht einfach

aus bestehenden Quellen zu decken

sein wird.

Flaschenhals Silbermine

Die Silberförderung findet derzeit

zum einen in reinen Silber -

minen und zum anderen in Minen

statt, deren Hauptförderung auf andere

Metalle wie Gold, Zink, Kupfer

etc. ausgerichtet ist.

Während die reinen Silber -

minen auf einen Unzenpreis oberhalb

ihrer Förder- bzw. Break-even-

Kosten angewiesen sind (Beispiel:

Panamericana Silber Förderkostenausgleich

13,42 Euro, Break-even

15,21 Euro pro Unze), können

andere Minen, die Silber nebenbei

mitfördern, günstigere Preise anbieten.

Dort kommen rund 70% der

Silberförderung her. Auf diese Weise

ist zu erklären, dass Silberminen die

Fördermengen nicht erhöht, zum

Teil eher reduziert haben. Diese

Umstände erschweren auch die bei

Edelmetallen übliche Bestimmung

des intrinsischen (inneren) Wertes

von Silber für Investoren.

Zumindest eine ungefähre Bestimmung

des intrinsischen Wertes

von Silber ist über die Förderkosten

jedoch möglich. Wenn wir wissen,

wie hoch die Förderkosten für eine

Unze Edelmetall sind (Energie-,

Lohn- und Aufwandskosten), können

wir den wahrscheinlichen Wiederbeschaffungswert

ermitteln, den

eine Unze aus Sicht der Minen -

betreiber mindestens einbringen

muss, um kostendeckend bzw.

gewinnbringend zu sein.

Mit diesen Zahlen im Hinterkopf

wird deutlich, dass Silber auch

als Investmentmetall interessant ist.

Sein historisches Hoch an der Börse

lag während der letzten Bankenund

Finanzkrise 2011 bei 32,88 Euro

pro Unze. Aktuell bewegt sich der

Silberpreis bei 20 Euro pro Unze.

Im Schatten des Goldes

Silber steht leider immer noch

im großen Schatten seines Bruders

Gold. Trotz der Popularität von

Gold sollte man auch Silber nicht

verachten, denn vor allem aufgrund

der großen Nachfrage aus der

Industrie bietet Silber viele Chancen.

58

AssCompact | Februar 2022


INVESTMENT

© Blue Planet Studio – stock.adobe.com

© Destina – stock.adobe.com

Für Investoren, die in physisches

Silber investieren wollen, ist das

Edelmetall sicherlich etwas problematisch,

da selbst bei mittleren

Investitionen im fünfstelligen Euro -

bereich sehr schnell Silbereinheiten

zusammenkommen, die in puncto

Umfang und Gewicht erst einmal

entsprechend gelagert werden müssen.

Zusätzlich wird der Kauf von

Silber in Deutschland mit derzeit

19% Mehrwertsteuer belegt.

Ausweichmöglichkeiten und

Lösungen für beide Herausforderungen

bieten Zollfreilager an. In

den zollfreien Zonen werden Waren

angeliefert, die noch unverzollt

sind. Die fiskalischen Abgaben fallen

erst an, wenn die eingelagerten

Waren in das Bestimmungsland eingeführt

werden. Das erworbene

Edelmetall wird im Hochsicherheits-/Zollfreilager

verwahrt. Damit

genießt der Eigentümer neben dem

Mehrwertsteuervorteil optimale

Sicherheit und 100%-igen Versicherungsschutz.

Gold/Silber-Ratio

Interessenten, die mit dem

Gedanken spielen, eine Investition

in Silber zu tätigen, wird bei der

Recherche mit Sicherheit das sogenannte

Gold/Silber-Ratio begegnen.

Dabei handelt es sich um das Werteverhältnis

zwischen den beiden

Edelmetallen. Obwohl das Verhältnis

des geologischen Vorkommens

zwischen Gold und Silber derzeit

bei bekannt eins zu sieben liegt,

liegt das börsliche Ratio seit 20 Jahren

durchschnittlich bei 1 zu 60

und aktuell bei 1 zu 75. Aus diesem

Grund sprechen Experten von einer

Unter bewertung von Silber.

Vielleicht entsteht das Investoreninteresse

aus dem aktuellen

Spannungsfeld von Zinsen auf Guthaben

und der Entwicklung der

Inflationsrate in Deutschland. Während

die EZB seit 2016 einen Null-

Zins-Kurs fährt, vermeldet das Statistische

Bundesamt Rekordinflationsraten

von 5,2%. Wer sich als Anleger

darum aus den Geldwerten verabschiedet

und auf Sachwerte umschwenkt,

stellt verhältnismäßig

hohe Preise bei Aktien und Immobilien

fest. Im Augenblick rücken

vermehrt Edelmetalle in die Aufmerksamkeit

von Anlegern.

Nachdem sich die Einführung

des Euro am 01.01.2022 zum zwanzigsten

Mal gejährt hat, können wir

ein kleines Gedankenspiel machen:

Vor zwanzig Jahren tauschten wir

rund 200 DM in 100 Euro. Angenommen,

wir hätten die 200 DM

stattdessen in Silber getauscht, so

hätten wir rund 20 Unzen (~620g)

Silber erhalten. Heute hat diese Silbermenge

einen Wert von ca. 380

bis 400 Euro.

Fazit

Mittel- und langfristig hat Silber

sein Potenzial als Wertaufbewahrungsmedium

für Anleger bewiesen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten,

dass Silber aktuell als Industriemetall

sehr gefragt ist und diese

Nachfrage perspektivisch noch weiter

steigen dürfte. Gleichzeitig ist Silber

gemäß der Gold/Silber-Ratio massiv

unterbewertet und somit auch als

Investmentmetall attraktiv.

P

Um der Mehrwertsteuer

und den

Lagerungsproblemen

beim

Kauf von Silber aus

dem Weg zu gehen,

bieten sich

Zollfreilager an.

Dort werden Waren

angeliefert, die

noch unverzollt

sind. Steuern fallen

erst an, wenn die

eingelagerten

Waren in das

Bestimmungsland

eingeführt werden.

Andreas Stoll

Vertriebskoordinator bei der

AUREUS Golddepot GmbH

Februar 2022 | AssCompact 59


INVESTMENT

© kirill_makarov – stock.adobe.com

Mehr als ein Trend: Robo-Advisor

als Partner für die Digitalisierung

Robo-Advisor sind derzeit in aller Munde. Die Auswahl ist ebenso groß wie die Einsatzmöglichkeiten der digitalen

Vermögensverwaltung. Ulf Schierhorn von SMAVESTO erklärt, was einen erstklassigen Robo-Advisor ausmacht,

weshalb sich immer mehr Kunden der digitalen Vermögensverwaltung zuwenden und wie auch Vermittler von dieser

Entwicklung profitieren können – selbst ohne Erlaubnis zur Finanzanlagenvermittlung.

Weder persönliche

Beratung noch individuelle

Betreuung

wird je überflüssig

werden. Was sich

jedoch sehr wohl

weiterentwickeln

wird, ist die Art der

Kundenbetreuung.

In einer Welt, die sich immer

schneller zu drehen scheint, tauchen

häufig neue Trends auf.

Viele verschwinden so schnell wieder,

wie sie gekommen sind, und bei

anderen kann man sich über Sinn

und Unsinn streiten. Bereits seit fast

zehn Jahren gibt es am deutschen

Markt sogenannte Robo-Advisor,

die sich wachsender Beliebtheit und

Akzeptanz erfreuen. Inzwischen

kann man also davon ausgehen, dass

diese Robo-Advisor gekommen

sind, um zu bleiben. Höchste Zeit,

sich die Frage zu stellen, welchen

Mehrwert sie auch unabhängigen

Vermittlern bieten können.

Wie definiert sich

ein Robo-Advisor?

Eine Frage taucht häufig auf: Was

genau ist eigentlich ein Robo-Advisor?

Eine gute Frage, auf die es keine

einfache Antwort gibt, vor allem,

weil am Markt unterschiedliche Ansätze

existieren. Wenn man jedoch

stellvertretend den Begriff „digitale

Vermögensverwaltung“ benutzt, lassen

sich leichter einige Kernpunkte

definieren. Es geht darum, möglichst

viele Vorteile der Digitalisierung zu

nutzen, um sie an Kundinnen und

Kunden weiterzugeben und bei der

Geldanlage positiv nutz- und erlebbar

zu machen. Je durchdachter und

umfangreicher das Vorgehen ist, desto

größer der Mehrwert.

Mehrwerte für wen?

Natürlich sollte als Erstes immer

der Nutzen für den Kunden im Mittelpunkt

der Überlegungen stehen.

Und hier können Robo-Advisor

gleich mehrfach ihre Stärke ausspielen.

Denn sie bieten Endkunden

einen einfachen Zugang zu den

Kapitalmärkten – und unterstützen

sie oder ihn dabei, noch immer vorhandene

Berührungsängste zu überwinden.

Häufig wird auch von der

Demokratisierung der Vermögensverwaltung

gesprochen.

60

AssCompact | Februar 2022


INVESTMENT

Ein guter Robo-Advisor begleitet

den Kunden vom Online-

Onboarding über die Risiko -

profilierung und die individuelle

Depotgestaltung bis hin zu laufenden

Einblicken in das eigene

Depot per App. Das Ganze transparent,

verständlich und zu einem

fairen Preis – denn aufgrund vieler

digitaler und automatisierter Prozesse

lässt sich auch der Kostenvorteil

an den Kunden weitergeben.

Vorteile auch

bei der Asset-Allokation

Aber auch bei der eigentlichen

Kernleistung, der laufenden professionellen

Verwaltung von Kundengeldern,

können Robo-Advisor,

wenn sie entsprechend konzipiert

sind, punkten. So lassen sich auch

schon für kleinere Vermögen, ganz

gleich ob per Einmalanlage oder

über einen Sparplan, wirklich individuell

an die Kundenwünsche und

die Risikoneigung angepasste Depots

erstellen. Neben dieser anfänglichen

Erstellung ist für Kunden

natürlich auch ein hochwertiges

Risikomanagement durch eine laufende

Überwachung und regelmäßige

aktive Umschichtungen wichtig. Das

unterscheidet die Robo-Advisor

zum Beispiel auch von einem reinen

ETF-Sparplan. Und all diese

Vorzüge des Robo-Advisors spiegeln

sich am Ende in einer hoffentlich

guten Wertentwicklung bzw.

einer starken Performance wider.

Und aus Sicht des Vermittlers?

Abgesehen von den Produktvorteilen,

die sich für viele Kunden

ergeben, können sich auch Vermittler

durch den Einsatz eines

Robo-Advisors Zeit und Kosten

sparen, denn es handelt sich meist

um ein einfach zu integrierendes

Vermittlungsgeschäft ohne zeit -

intensiven eigenen Mehraufwand.

Zusätzlich ergibt sich durch die

Zeitersparnis auch die Möglichkeit,

sich besser auf die beratungsintensivere

Kundschaft zu konzentrieren

– ohne dabei einzelne Kundengruppen

versehentlich aus den

Augen oder an Mitbewerber zu

verlieren. Für Berater ohne Zulassung

zur Finanzanlagenvermittlung

kann sich ggf. auch die Chance

auf eine interessante Erweiterung

des eigenen Geschäfts modells ergeben.

Wobei die eigenen Kunden

gleichzeitig in den Genuss eines

vertrauensvollen und produktneutral

agierenden Vermögensverwalters

kommen.

Es können also bestehende Kunden

durch ein erweitertes Angebot

gebunden und oft auch neue Kundengruppen

erschlossen werden.

Mögliche Potenziale nutzen

Laut Statista hatten die Deutschen

2021 ein Geldvermögen von

über 7 Bio. Euro. Mit Blick auf den

Anteil von ungefähr einem Drittel,

der hiervon als Bargeld und Bankguthaben

gehalten wird, ergeben

sich über 2 Bio. Euro die – bedingt

durch Inflation und Negativzins –

häufig nicht optimal angelegt

sind. Diese Zahlen machen deutlich,

dass die Suche nach alternativen

Anlagemöglichkeiten nicht

nur eine Vertriebschance für Vermittler

ist, sondern auch eine Notwendigkeit

für Kundinnen und

Kunden darstellt.

Gibt es „den“ Zielkunden?

Unsere Erfahrung zeigt tatsächlich,

dass es nicht den klassischen

Robo-Advisor-Kunden gibt. Je

nach Situation und Problem sehen

Kunden ganz unterschiedliche

Vorteile bei einer digitalen Geldanlage.

Einige Kundinnen und

Kunden sind von Verwahrentgelten

betroffen und suchen sinnvolle

Alternativen, die sich an die eigenen

Wünsche anpassen lassen.

Andere nutzen das Know-how

eines Vermögensverwalters bei der

Selektion guter Anlageklassen, oft

im Zusammenhang mit ETFs. Und

schließlich gibt es die immer

schneller wachsende Gruppe der

Kunden, die einen glaubhaften

Weg suchen, Nachhaltigkeit und

Verantwortung im Sinne der ESG-

Kriterien im eigenen Depot umzusetzen.

Und ja, sicherlich ist ein Teil

der Kundschaft auch einfach von

den digitalen Möglichkeiten und/

oder dem Einsatz künstlicher Intelligenz

(KI) im Zusammenhang mit

der Geldanlage fasziniert.

Werden Berater

bald überflüssig?

Kunden haben eine große Vielzahl

unterschiedlichster Themen

und Fragen, die sie beschäftigen.

Und zum Glück ist der Mensch ein

soziales Wesen. Deshalb wird die

persönliche Beratung und individuelle

Betreuung niemals überflüssig

werden. Die Art der Kundenbetreuung

wird sich zukünftig jedoch sehr

wahrscheinlich weiterentwickeln.

Bei dieser Veränderung sollte man

digitale Lösungen als Ergänzung

und Erleichterung betrachten – und

nicht als „Ersatz“. Vielleicht ist jetzt

ein guter Zeitpunkt, sich auf diese

Zukunft auszurichten.

Und was bringt die Zukunft?

„Vorhersagen sind schwierig,

besonders wenn sie die Zukunft

betreffen“, lautet ein bekanntes

Sprichwort. Auch wenn unklar ist,

woher das Zitat stammt, kann man

sicher sagen: Die Zukunft bleibt

spannend und wird auch in der

Finanzdienstleistung deutliche

Veränderungen mit sich bringen.

Je früher man sich damit beschäftigt

und darauf einstellt, desto

besser. Lassen Sie sich hierbei am

besten von starken und verlässlichen

Partnern unterstützen – und

nutzen Sie die Potenziale und

Mehrwerte digitaler Lösungen im

Kundenkontakt.

P

SMAVESTO ist eine 2019 gegründete

FinTech-Tochter der Sparkasse Bremen.

Der Robo-Advisor setzt durch Zusammenarbeit

mit Partnern wie GET Capital

auf künstliche Intelligenz, Digitalisierung

und Unabhängigkeit in der

digitalen Vermögensverwaltung.

Ulf Schierhorn

Head of B2B-Sales

bei der SMAVESTO GmbH

Februar 2022 | AssCompact 61


Immobilien | News

Immobilieninvestoren bleiben

auch 2022 positiv gestimmt

Nach dem Boomjahr 2021 ist die Stimmung

auf dem deutschen Immobilieninvestmentmarkt

auch im neuen Jahr positiv. Dies geht aus der jähr -

lichen Investorenumfrage von Engel & Völkers

Investment Consulting (EVIC) hervor. Demnach

konzentrieren sich fast zwei Drittel der Befragten

2022 auf den Ausbau des Portfolios. Daneben

stehen bei den Investoren Bestandsoptimierungen

und das Bauen im Bestand auf der Agenda. 90%

der Investoren planen gleich stark (47%) oder mehr

(43%) in den Bestand zu investieren als bislang.

Als eine Ursache hierfür sieht EVIC auch die

zunehmende Umsetzung von ESG-Anforderungen.

Immer beliebter wird bei den meisten

Investoren das Umland: So planen 63% der

Umfrageteilnehmer, vermehrt in die Speckgürtel

deutscher Metropolregionen zu investieren. In

Städten über 100.000 Einwohner planen das 50%

der Befragten. Die wachsende Beliebtheit des

Umlands und der B- und C-Standorte ist mit einem

Rückgang der Anziehungskraft der Top-Sieben-

Standorte verknüpft. Auch das Ausland rückt stärker

ins Blickfeld: Wollten Investoren bislang ihr Geld

in Deutschland anlegen, plant künftig fast jeder

Dritte, vermehrt im Ausland zu investieren.

Trotz des steigenden Preisniveaus bleibt Wohnen

der Liebling der Investoren: 69% der Befragten

wollen auch 2022 vor allem in Wohnimmo -

bilien investieren, 48% in die Asset-Klasse Logistik

und Light Industrial. Das von der Pandemie stark

betroffene Hotelsegment darf sich laut Umfrage

2022 auf die „erste Bodenbildung“ freuen: 20%

der Investoren wollen Ankäufe in diesem Bereich

umsetzen. Umstritten bleiben hingegen Büros:

Schon im Jahr 2021 liebäugelten die Investoren

nicht gerade mit dieser Asset-Klasse. Nun planen

immerhin 38% der Befragten, im Jahr 2022 Büroankäufe

zu tätigen. Jeder Zweite erwartet stabile,

32% sinkende Preise in den Ballungsgebieten.

In der Umfrage wurde auch ermittelt, was den

Investoren mit Blick auf die kommenden zwölf

Monate am meisten Sorgen bereitet: Ganz oben

auf der Sorgenliste stehen die steigenden Baupreise

(71%). Auf Rang 2 folgen regulatorische Veränderungen

im Mietrecht (42%). (AC)

PropTech McMakler sammelt

weiteres Kapital ein

Das Immobilien-Start-up McMakler hat

eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen.

Angeführt wurde sie von der international

agierenden Investment-Management-Firma

Baillie Gifford mit Sitz in Edinburgh, die

McMakler als neuen Investor gewinnen konnte,

und dem US-amerikanischen Private-Equity-

Unternehmen Warburg Pincus. Von einem

Volumen der Finanzierungsrunde im zweistelligen

Millionenbereich ist die Rede. Unternehmensangaben

zufolge sicherte sich das Prop-

Tech zusätzlich eine langfristige, strategische

Fremdkapitallinie im hohen zweistelligen

Millionenbereich. Das Gesamtvolumen der

Finanzierung beträgt damit über 100 Mio. Euro.

Wie das PropTech weiter mitteilt, habe es

damit rund ein Jahr nach der letzten Finanzierungsrunde

seine Firmenbewertung mehr als verdoppelt.

Seit der Unternehmensgründung im Jahr

2015 hat das Immobilien-Start-up mit inzwischen

über 400 fest angestellten Immobilienmaklern

nun mehr als 170 Mio. Euro Wachstumskapital

von Investoren erhalten. Mit dem frischen Kapital

will McMakler sein Kerngeschäft in Deutschland

ausbauen und weiter in die eigene Technologieplattform

Immoforce investieren. (AC)

© vetre – stock.adobe.com

62

AssCompact | Februar 2022


IMMOBILIEN

Allianz Real Estate und VGP

mit neuem Logistik-Joint-Venture

Baufi24-Vertrieb legt 2021 zu

Der Immobilienfinanzierungsvermittler

Baufi24 konnte 2021 sein Geschäftsstellennetz

deutlich ausbauen. So verzeichnete der

Baufi24-Vertrieb ein Wachstum von 38%: Die

Anzahl der lokalen Büros für Baufinanzierungsberatung

wuchs bundesweit auf über 75.

Zudem meldet die Baufi24-Gruppe rund 80%

neue angestellte und selbstständige Vertriebsmitarbeiter.

Die Baufi24-Geschäftsstellen eröffnen

im Franchisesystem. In Zeiten von Bankfilialschließungen

und sich verändernden Markt -

bedingungen würden sich viele Fachleute

umorientieren, wie Michael Lorenz, Vorstand

für das B2C-Geschäft bei Baufi24, erklärt.

Das Geschäftsstellennetz soll weiter wachsen.

Standorte wie Leipzig oder Frankfurt seien

als Baufi24- Geschäftsstellen noch unbesetzt. (AC)

Allianz Real Estate, die im Namen mehrerer Unternehmen

der Allianz Gruppe handelt, und VGP, ein

europäischer Anbieter von hochwertigen Logistik- und

Gewerbeimmobilien, gründen ein neues 50/50-Joint-

Venture. Dabei handelt es sich um das vierte Joint-

Venture zwischen Allianz Real Estate und VGP seit

2016. Es wird ein Portfolio von erstklassigen Logistik -

immobilien in Deutschland, der Tschechischen Republik,

Ungarn und der Slowakei entwickeln, wie beide

Unternehmen bekannt gegeben haben. Gemeinsames

Ziel von Allianz Real Estate und VGP ist es, das

Joint Venture innerhalb von fünf Jahren auf einen

Bruttowert von 2,8 Mrd. Euro auszubauen, indem

ausschließlich von VGP entwickelte Objekte gekauft

werden. Der europäische Anbieter, Entwickler, Verwalter

und Eigentümer von Logistik- und Gewerbeimmobilien

VGP verfügt über eine Pipeline von Objekten

an rund 25 strategischen Standorten in Deutschland,

der Tschechischen Republik, Ungarn und der Slowakei.

Das Unternehmen besitzt und betreibt derzeit

Objekte in zwölf europäischen Ländern. (AC)

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Immobilien | News

Wo sind die meisten renovierungs -

bedürftigen Immobilien zu finden?

Die Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von

Betonbauwerken hat mehr als 3.600 Immobilienanzeigen

unter die Lupe genommen und festgestellt, wo

besonders viele Gebäude mit Modernisierungsbedarf

stehen. Mehr als jede zweite sanierungsfähige Immobilie

steht in ländlichen Gemeinden und Kleinstädten.

An die 66% der renovierungsbedürftigen Gebäude

stehen in Orten mit unter 20.000 Einwohnern. In

mittelgroßen Städten mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern

sind an die 19,7% der Immobilien mit Sanierungsbedarf

zu finden. Im Stadtbild von Großstädten mit

über 100.000 Einwohnern befinden sich mit einem

Anteil von etwa 14,5% der Inserate die wenigsten Liegenschaften,

die vor dem Bezug renoviert werden müssen.

Laut Auswertung befinden sich die meisten sanierungsfähigen

Immobilien in Niedersachsen. Auf

Rang 2 folgt Bayern. Sachsen weist den dritthöchsten

Modernisierungsstau auf. In den Stadtstaaten Berlin,

Hamburg und Bremen befinden sich dagegen die

wenigsten Immobilien, die vor dem Bezug saniert

werden müssen. Im Vergleich der neuen Bundesländer

gegenüber den alten kommt Ostdeutschland mit rund

31% der Anzeigen gegenüber Westdeutschland mit

etwa 69% besser weg. Zu beachten ist hier jedoch,

dass ein Großteil der deutschen Bevölkerung in den

neuen Bundesländern lebt. (AC)

Die meisten Gebäude mit Sanierungsbedarf stehen in Niedersachsen.

© Wirestock – stock.adobe.com

Private Wohnimmobilien: Preise

steigen vor allem im Osten

Die Transaktionsplattform für Immobilien -

finanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkredite

Europace hat ihre aktuelle Einschätzung

zum privaten Wohnimmobilienmarkt vorgelegt.

Die Zahlen für das Jahr 2021 zeigen auf, dass

der private Wohnimmobilienmarkt vor allem

in den nordöstlichen Bundesländern wächst.

Bei der Kaufpreisentwicklung für Wohnungen

sticht vor allem Thüringen mit einer Steigerung

von 25% und einem durchschnittlichen

Preis von 215.039 Euro heraus. Damit nähern

sich die Preise von Eigentumswohnungen den

Hauspreisen an – diese liegen bei durchschnittlich

292.754 Euro. Der Abstand zwischen dem

Kaufpreis für Häuser und dem für Wohnungen

ist diesen Zahlen zufolge in keinem anderen

Bundesland so gering wie in Thüringen. Ähnlich

klein ist die Spanne laut Europace-Analyse

nur in Mecklenburg-Vorpommern.

Auch die Kaufpreisen für Häuser ziehen eher

in den östlichen Bundesländern an: in Brandenburg

um 16%, in Sachsen um 14% und in Thüringen

um 12%. Im Vergleich zu den vorherigen

Monaten ist der Preisanstieg dennoch etwas

zurückgegangen. Die Hauspreise in Berlin erhöhen

sich um 20% auf 652.319 Euro und werden

nur noch von Hamburg mit einem durchschnittlichen

Preis von 675.657 Euro übertroffen. Die

Bundesländer mit den höchsten Kaufpreisen

für Häuser sind somit weiterhin Hamburg und

Berlin mit über 600.000 Euro sowie Bayern und

Baden-Württemberg mit einem Durchschnittspreis

von über 500.000 Euro. Bei den Preisen für

Eigentumswohnungen liegt Hessen vor Baden-

Württemberg. Der Analyse zufolge legten 2021

auch die Preise in den Metropolen weiter zu:

Die Kaufpreise in München sind 2021 um 31%

auf durchschnittlich 954.192 Euro gestiegen,

an zweiter Stelle steht Leipzig mit 26% und

einem Kaufpreis von 322.285 Euro. In Hamburg

verteuerten sich die Preise um 21% auf

durchschnittlich 488.117 Euro.

Die Käufer sind laut Europace durchschnittlich

39 Jahre alt und haben einen Haushaltsüberschuss

von 1.556 Euro sowie ein Durchschnittseinkommen

von 3.637 Euro. (AC)

64

AssCompact | Februar 2022


IMMOBILIEN

Gefahr von Immobilienblasen wächst regional

Die Immobilienpreise in Deutschland legen auch in

der Pandemie weiter zu. In immer mehr Regionen und

Marktsegmenten sind spekulative Übertreibungen zu

beobachten. Dies betrifft vor allem Eigentumswohnungen

und Baugrundstücke in Großstädten wie Berlin,

Hamburg und München. Die Gefahr einer flächen -

deckenden Immobilienpreisblase in ganz Deutschland

ist momentan überschaubar. So lautet das Fazit einer

aktuellen Studie der Immobilienökonomen Konstantin

Kholodilin und Claus Michelsen, die im Wochen -

bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

(DIW Berlin) erschienen ist. Für die Analyse

wurde die Entwicklung in den 114 größten deutschen

Städten mit mindestens 50.000 Einwohnern beleuchtet,

wobei nicht nur die Kaufpreise, sondern auch die

Mieten berücksichtigt wurden. Während die Kaufpreise

für Wohneigentum 2021 im Schnitt um 9% stiegen,

legten die Mieten nur etwa halb so stark zu. In den vergangenen

zehn Jahren betrugt der Anstieg der Mieten

50%, wohingegen sich der Preis von Eigentumswohnungen

in etwa verdoppelte. Da Immobilienpreise

langfristig an die Entwicklung von Mieterträgen und

damit an die allgemeine Einkommensentwicklung

gebunden sein sollten, deutet den Ökonomen zufolge

eine zunehmende Diskrepanz zwischen Mieten und

Kaufpreisen auf Spekulationsblasen hin. Tatsächlich

zeigten spezielle statistische Tests vielerorts explosive

Muster in der Preisentwicklung. In den großen Metro -

polen wie Berlin, Hamburg und München folge laut

Studie sogar das Preis-Miet-Verhältnis einem explosiven

Muster – in kleineren Städten sei es jedoch noch einigermaßen

intakt. Die Kreditvergabe für Immobilien sei über

die Jahre zwar deutlich gestiegen, stehe mit 8,5% aber in

einem gesunden Verhältnis zur Wirtschaftsleistung. (AC)

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IMMOBILIEN

Digitale Baufi-Beratung:

Drei Evolutionsstufen und

die Vorteile für Vermittler

Der Vermittler für private Baufinanzierungen Interhyp hat es sich zum Ziel gesetzt,

die Finanzierung einer Immobilie so einfach wie möglich zu machen, und setzt

dabei auf Digitalisierung. Vermittler profitieren dabei in mehrfacher Hinsicht.

Zwei Monate Sammeln von

Unterlagen. Dann das

Gespräch mit dem Baufinanzierungsberater

darüber, welche

Unterlagen in welcher Form und

wie ausführlich vorliegen müssen.

Zwei weitere Stunden am Scanner

und beim Zusammentragen der

Unterlagen. So oder so ähnlich sah

eine Baufinanzierung aus, bevor die

Welt digital wurde. Dabei ging es

früher in den Gesprächen nicht

immer nur um Themen wie die Tilgung,

wie verschiedene Angebote

der unterschiedlichen Banken zu

dem passen, was Immobilienkäufer

brauchen. Häufig drehten sich die

Gespräche auch um Formalitäten,

darum, welche Unterlagen und welche

Dokumente erforderlich sind.

Genau das ändert die Interhyp

Gruppe gerade. Die Voraussetzungen

dafür, den Beratungsprozess so digital

zu machen, wie der Kunde es will,

sind geschaffen. Das bietet Finanzvermittlern

die Möglichkeit, sich auf das

zu fokussieren, was sie wirklich können

und tun wollen: Kunden individuell

beraten und die Baufinanzierung

finden, die am besten zu Situation,

Objekt und den finanziellen

Umständen passt. Im Hintergrund der

Online-Plattform Home unterstützen

Finanzierungsberater der Interhyp

den Vermittler, um auch die kniffligsten

Kundenanfragen zu lösen.

Stufe 1: Die erste Website

Im Wesentlichen existieren drei

Evolutionsstufen der digitalen Beratung:

Mit Launch der allerersten

Website von Interhyp vor über 20 Jahren

entstanden die ersten Ansätze für

eine digitale Baufinanzierung. Mit

Gründung der Prohyp nur etwas zeitversetzt

konnte dieses Angebot auf

Einzelvermittler wie auch auf institutionelle

Anbieter ausgeweitet werden.

Für die meisten Kunden war es für

eine rein digitale Lösung zu diesem

Zeitpunkt zu früh. Immerhin treffen

angehende Bauleute mit einer Baufinanzierung

nebst der Partnerwahl vor

der Hochzeit eine der wichtigsten

Entscheidungen ihres Lebens. Aber

damit war Stufe eins, das Fundament

für die Digitalisierung, geschaffen.

Stufe 2: Digitale Anreicherung

der persönlichen Beratung

Die zweite Stufe war die Entwicklung

der persönlichen Beratungsleistung

immer im Einklang

mit einer Vereinfachung des Prozesses

für den Kunden wie auch für Berater

und Vermittler. Je nach Möglichkeiten

konnte der Austausch der

Unterlagen, aber auch die Beratung

mit immer mehr digitalen Tools

angereichert werden: Dazu gehören

via Senden-Button übermittelte

Daten oder Unterlagen genauso wie

ein kurzfristig anberaumter Video-

Call oder eine Zinsübersicht.

Stufe 3: Der Kunde bestimmt den

Prozess: So digital wie möglich,

so persönlich wie gewünscht

Die dritte Evolutionsstufe schafft

jetzt nur, wer bereits massiv in Digitalisierung

investiert hat und eben

seine Beratungsleistung stets um

digitale Assets erweitert hat. Die

aktuelle Pandemie wirkt wie ein

Turbo. Von hier an ist es nicht mehr

Standard, die analogen Prozesse nur

mit digitalen Tools zu ergänzen.

Die dritte Stufe zeichnet sich

dadurch aus, dass sich die Beratungsleistung

ganz gezielt in einen

zunehmend digitalen Prozess einbringt.

Durch die verstärkten Self

Services kann der Kunde viel unabhängiger

agieren: Er sucht, bewertet

und vergleicht eigenständig Angebote,

optimiert sein Eigenkapital

im Tool und bucht selbstständig

seinen Sachverständigen.

Der Grundsatz bleibt: so, wie

der Kunde es braucht. Mit einem

Mal gehören Beratungsgespräche

via Video-Schaltung zum Alltag,

Unterlagen werden komplett in

einem eigens dafür konzipierten

Unterlagenmanager abgelegt, verwaltet

und an die Bank übermittelt.

Der Vermittler kann sich wieder

ganz dem individuellen Beratungsgespräch

mit dem Kunden widmen.

Der erste digitale Abschluss

Um diese Möglichkeiten stets zu

erweitern, hat die Interhyp zusammen

mit der Münchener Hypothekenbank

im September 2021 ein

Pilotprojekt gestartet, in dem sie

den Kunden eine digitale Prüfung

der Haushaltsrechnung anbietet. Im

November desselben Jahres hatten

Kunden bereits den ersten digitalen

Abschluss gemacht. Wer als Immobilienkäufer

eine gewisse Routine

66

AssCompact | Februar 2022


IMMOBILIEN

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in der Finanzierung von Immobilien

hat, kann hier jede Menge Zeit

sparen. Perspektivisch spart das

auch bei den Vermittlern und Beratern

viel Zeit. Deshalb ist das Thema

Open Banking via PSD2-Schnittstellen

auch in Zukunft essenziell in

der Branche.

Die drei Vorteile

für den Vermittler

Wer den gesamten Baufinanzierungsprozess

aus der Vogelperspektive

betrachtet, erkennt bei dieser

stufenweisen Digitalisierung überzeugende

Vorteile für den Vermittler.

So profitiert er in Sachen Zeit

von nun an doppelt: Einmal kann

er – rein quantitativ betrachtet –

mehr Kunden beraten, da viele der

administrativen Ratschläge und

Korrekturhilfen entfallen. Vermittler

sprechen hier von bis zu 50%

Zeitersparnis.

Aber auch die Qualität innerhalb

der Gespräche nimmt zu. Der

Kunde agiert heute schon sehr viel

mehr auf Augenhöhe als noch vor

ein paar Jahren. Durch die steigende

Zahl an Self Services kommen viele

Kunden schon gut informiert zu

einem ersten Gespräch. Da kann der

Vermittler viel schneller in den

Beratungsprozess einsteigen, auf

persönliche Bedürfnisse eingehen

und muss nicht erst einmal das Vorgehen

und die Basics der Baufinanzierung

erklären.

Diese neue Sonderbehandlung,

die die Interhyp für jeden Kunden

möglich macht, führt dazu, dass

am Ende des Prozesses die Conversion-Rate

noch ein spürbares

Stück nach oben geht. Digital wird

das New Normal der Kundenberatung.

Bei dieser Art der hybriden

Beratung profitieren Berater unter

der Marke Interhyp genauso wie

die Vermittler unter der Marke

Prohyp von Innovationen im

Bereich der Digitalisierung.

Digital wird total normal

Diese neue Evolutionsstufe und

damit das New Normal soll aber

vor allem auch flexibel, sicher und

stabil sein. Für den Markt der

Zukunft garantiert Interhyp eine

schnelle Reaktionsfähigkeit, aber

auch Stabilität für interne und

externe Rahmenbedingungen. Dazu

gehören eine Cloud-basierte Infrastruktur,

Microservices, die unabhängig

voneinander justiert werden

können, und eine API-offene Architektur,

um jederzeit anschlussfähig

zu sein für die Systeme externer

Partner. IT-Compliance ist in einer

perfekten Welt mit allen Bereichen

eng verwoben und schafft bei diesen

Anpassungen die Leitplanken,

damit Features entstehen, die den

rechtlichen Leitlinien folgen und

damit Vertrauen wecken bei Kunden

und Vermittlern. So unterstützen

schon heute verschiedene KIs

bei Interhyp den Vertrieb: Eine

davon unterstützt die Schlüsselung

der Kunden an den passenden

Vertriebsmitarbeiter, eine andere

sortiert beispielsweise die Dokumente

der Kunden.

P

Marcus Fienhold

Chief Digital Officer

der Interhyp Gruppe

Februar 2022 | AssCompact 67


IMMOBILIEN

Geht es am Wohnungsmarkt

weiter aufwärts?

Inflationssorgen und das anhaltend niedrige Zinsumfeld werden die Preisentwicklung bei Wohnimmobilien auch in

diesem Jahr prägen. Kapitalanleger können dabei von regionalen Unterschieden profitieren, sofern sie einige wichtige

Aspekte berücksichtigen. Welche das sind, erläutert Ditmar Rompf, Vorstandsvorsitzender der Hüttig & Rompf AG.

Interessenten

können bei

geschickter

Auswahl und konsequenter

Verhandlung

durchaus

wirtschaftliche

Ergebnisse erzielen,

gerade außerhalb

der großen

Ballungsräume.

Erstens kommt es anders und

zweitens als man denkt. Dies

gilt auch für den wohnwirtschaftlichen

Immobilienmarkt, für

den viele Auguren schon seit Langem

eine Trendwende vorhersagen.

Stattdessen sind die Kaufpreise auch

2021 weiter gestiegen. So zahlten

Selbstnutzer im dritten Quartal des

vergangenen Jahres für ihre Objekte

11% mehr als im entsprechenden

Vorjahreszeitraum. Mit +22% fielen

die Zuwächse bei Kapitalanlegern

sogar doppelt so hoch aus. Ablesen

lässt sich dies unter anderem aus

einer aktuellen Auswertung von

Marktdaten, die die über 30 Hüttig

& Rompf Filialen im Rahmen von

Beratungsgesprächen und konkreten

Baufinanzierungsvermittlungen

erhoben haben.

Starke Stützen des

Preisniveaus

Dabei waren es insbesondere die

teuren Objekte, die den durchschnittlichen

Kaufpreis der Kapitalanleger

besonders stark nach oben

getrieben haben. In der aktuellen

Situation beschäftigen sich somit

zunehmend Besserverdiener bzw.

Anleger mit höherem Vermögen

(größeres Volumen pro Transaktion)

mit dem Immobilienerwerb. Die

Käufer nutzen das noch niedrige

Zinsumfeld, während gleichzeitig die

Befürchtungen zunehmen, dass die

zuletzt auf den höchsten Stand seit

fast 30 Jahren angestiegenen Inflationsraten

von über 5% von längerfristiger

Natur sein könnten. Beide

Faktoren stützen die Attraktivität

des wohnwirtschaftlichen Immobilienmarktes

als Anlageklasse.

Noch keine Blase in Sicht

Trotz des inzwischen erreichten

Niveaus kann in Bezug auf den

Markt für Wohnimmobilien insgesamt

deshalb (noch) nicht von einer

Blasenbildung gesprochen werden.

Schließlich entwickeln sich die Mieten

im Allgemeinen analog zum

Verbraucherpreisindex, was zu konstanten

Einnahmezuwächsen bei

vermieteten Wohnimmobilien führt.

Auf der anderen Seite können

Kapitalanleger, aber auch Eigennutzer

im Falle eines späteren Verkaufs

bei sehr niedriger Zinsbelastung

von der inflationsgetriebenen Preisentwicklung

ihrer Objekte profitieren,

während der Nominalwert des

Finanzierungsanteils unverändert

68

AssCompact | Februar 2022


IMMOBILIEN

© 3d_kot - stock.adobe.com

bleibt. Man spricht hier vom

„Kredithebel-Effekt“. Gleichwohl, das

soll an dieser Stelle nicht verschwiegen

werden, bewegen sich manche

Metropolregionen auf einem Bewertungsniveau,

auf dem Käufer mit

hoher Vorsicht agieren sollten.

Mikrolage entscheidend

Hat der Selbstnutzer aufgrund

seines Arbeitsplatzes oder persönlicher

Bindungen bei der Standortwahl

oft nur geringe Entscheidungsmöglichkeiten,

ist der Kapitalan leger

an dieser Stelle deutlich flexibler. Er

kann die Auswahl seiner Immobilieninvestments

deshalb unabhängig

von der Region streng nach

wirtschaftlichen Gesichtspunkten

treffen. Eine gute Orientierungs -

größe ist dabei der Kaufpreisfaktor,

also der Kaufpreis geteilt durch die

Jahresmiete. Galten hier in der Vergangenheit

Werte von um die 20 als

Indiz für ein rentables Immobilieninvestment,

muss für kapitalanlagegeeignete

Immobilien heute eher

mit einem Faktor von 25 gerechnet

werden. In besonders begehrten

Lagen sind oft sogar 30 oder noch

mehr Jahresmieten zur Erwirtschaftung

des Kaufpreises erforderlich.

Allerdings können Interessenten

bei geschickter Auswahl und konsequenter

Verhandlung durchaus

wirtschaftliche Ergebnisse erzielen,

gerade außerhalb der großen Ballungsräume.

Zudem sollten Kapital -

anleger keinesfalls nur auf die

erzielbaren Mietrenditen schauen.

Neben weiteren Faktoren kommt

vielmehr auch dem Entwicklungspotenzial

des jeweiligen Standorts

eine hohe Bedeutung zu. Beispielsweise

können sich begehrte Mikrolagen

in bestimmten Stadtteilen

weitaus positiver entwickeln als der

Rest der Stadt.

Clevere Finanzierung für

zusätzliche Klimakosten

Neben dem ausgeprägten Nachfrageüberhang,

vor allem in den

Metropolregionen, haben im vergangenen

Jahr 2021 auch stark

gestiegene Baukosten die Immobilienpreisentwicklung

befeuert. Der

Haupttreiber waren dabei die explodierenden

Rohstoffpreise. Zwar

kommen diese insbesondere bei

Neubauten zum Tragen, sie wirken

sich indirekt aber auch auf

Bestandsimmobilien aus.

Hinzu kommen immer höhere

Aufwendungen für den Klimaschutz.

So müssen bei der Planung

eines Neubauprojekts die Grenzwerte

der Energieeinsparverordnung

(EnEV) zwingend berücksichtigt

werden. Die neue Bundesregierung

möchte nun möglichst schnell den

CO 2

-Ausstoß der vielen mit fossilen

Brennstoffen betriebenen Heizungen

in Deutschland reduzieren.

Noch strengere Energievorschriften

sowie die Berücksichtigung eines

Mindestanteils an erneuerbaren

Energien beim Bau neuer Heizungen

scheinen hierfür die Mittel der

Wahl zu sein. Das würde die Preisspirale

weiter antreiben.

Dabei ist es sinnvoll, diese Entwicklung

schon frühzeitig einzu -

planen und ihr durch nachhaltiges

Bauen so weit wie möglich entgegenzuwirken.

Erstens lässt sich der

zukünftige Energieverbrauch auf

diese Weise von Anfang an reduzieren

und zweitens können hierdurch

äußerst attraktive Finanzierungsquellen

erschlossen werden. So beschert

die neue „Bundesförderung

für effiziente Gebäude“ (BEG) bei

vielen Förderprogrammen deutlich

günstigere Konditionen, die Hüttig

& Rompf in der Baufinanzierungsberatung

selbstverständlich miteinbezieht.

Darüber hinaus bieten einige

Partnerbanken von Hüttig & Rompf

unter dem Stichwort „nachhaltige

Immobilienfinanzierung“ weitere

Programme mit herabgesetzten

Kreditzinsen an.

Gerade bei einer der

finanziell wichtigsten

Entscheidungen

des Lebens sollte

die Erstellung eines

individuellen Finanzierungskonzepts

durch unabhängige

Partner oberste

Priorität haben.

Beratung bleibt gefragt

Davon erfahren Bauherren, Käufer

und sanierungsbereite Immobilienbesitzer

in der Regel allerdings

nur im Rahmen einer unabhängigen

und individualisierten Beratung,

die im Zuge der voranschreitenden

Digitalisierung bei einigen

Finanzierungsvermittlern immer

mehr auf der Strecke bleibt. Dabei

sollte gerade bei einer der finanziell

wichtigsten Entscheidungen des

Lebens die Erstellung eines individuellen

Finanzierungskonzepts durch

unabhängige Partner, welche nicht

an einzelne Banken gebunden sind,

oberste Priorität haben.

P

Ditmar Rompf

Vorstandsvorsitzender

der Hüttig & Rompf AG

Februar 2022 | AssCompact 69


DKM Streaming-Days

Workshops, Wissen, Weiterbildung

Mit den DKM Streaming-Days geht das DKM Forum hybrid 2021 in die Verlängerung:

Immer donnerstags finden die Aussteller-Workshops des DKM Forums auf der digitalen Plattform

DKM365 statt. Es geht um Informationen, Austausch und Weiterbildungszeit.

Das DKM Forum hybrid 2021 fand am 27. und

28.10.2021 unter besonderen Bedingungen statt. In der

Messe Dortmund konnte coronabedingt nicht das DKM-

Konzept im üblichen Umfang übernommen werden. Im

Wissensprogramm lieferten die 14 Kongresse, die auch

auf der Plattform DKM365 gestreamt wurden, wertvolle

Informationen für die Teilnehmer.

Die Workshops der Aussteller wurden dagegen

ausgegliedert und sind nun Bestandteil der DKM

Streaming-Days.

WORKSHOPS MIT

VIELEN PRAXISINFORMATIONEN

Die DKM Streaming-Days finden seit Mitte

November jeweils donnerstags statt. Der Tag umfasst

fünf bis sechs Vorträge verschiedener Aussteller, die

jeweils in 30 Minuten Produkte und Services vorstellen

und über aktuelle Themen sprechen. Im Vordergrund

stehen praxisorientierte Informationen, die unabhängige

Finanz- und Versicherungsvermittler für die

Beratung ihrer Kunden benötigen. Vermittler können

die Vorträge über die Plattform DKM365 verfolgen.

Der Vorteil: Das vielfältige Wissensprogramm der

DKM wird entzerrt. Die Fachbesucher können an deutlich

mehr Slots teilnehmen. Das bringt noch mehr

Wissen und noch mehr Weiterbildungszeit.

IM BREAKOUT-ROOM MITDISKUTIEREN

Workshops heißen auch deshalb so, weil

Anmerkungen und Fragen von Teilnehmern ausdrücklich

gewünscht sind. So treffen sich Referenten

und Teilnehmer nach dem jeweiligen Vortrag im

sogenannten Breakout-Room. Dort kommen die

Beteiligten zu einer Video-Schalte zusammen, um mit -

einander zu diskutieren.

WEITERBILDUNGSZEIT SAMMELN

In gewohnter DKM-Manier werden die Workshops

vorab verifiziert und geprüft, ob sie IDD-konform sind.

Ist das der Fall, erhalten die Workshop-Teilnehmer ein

Zertifikat über die entsprechende Weiterbildungszeit.

Die gesammelte Zeit ist im Nachgang im DKM-Nutzerkonto

abrufbar. Die Weiterbildungszeit wird – sofern im

DKM-Nutzerkonto die „gut beraten“-ID hinterlegt

wurde – der Initiative „gut beraten“ gemeldet. Für die

Teilnehmer ist die Meldung kostenfrei.

WORKSHOP VERPASST?

Die Workshops gehen live vonstatten. Nun kann es

aber mal sein, dass man einen Programmpunkt verpasst.

Wem das passiert, der kann sich den Vortrag auch später

unter dem jeweiligen Programmpunkt noch einmal

anschauen und die dazugehörigen Präsentationen herunterladen.

Informationen zu den Unternehmen

finden sich auf den jeweiligen Ausstellerprofilen.

EINFACHER ZUGANG

ZU DEN DKM STREAMING-DAYS

Alle Teilnehmer des DKM Forum hybrid 2021 haben

jederzeit Zugang zur Eventplattform DKM365, auf der

die DKM Streaming-Days stattfinden. Ergänzend dazu

erhalten sie per E-Mail jeweils kurz vor den Terminen

aktuelle Informationen.

Zugang zur Plattform DKM365:

events.dkm365.de

Unabhängige Vermittler, die am DKM Forum

hybrid 2021 nicht teilnehmen konnten, können sich

noch kostenlos für die DKM Streaming-Days anmelden.

Neu-Anmeldung:

dkmforum.de/anmeldung

IM FEBRUAR

Im Februar finden vier DKM Streaming-Days statt.

Wer zum Beispiel den ersten Streaming-Day am

03.02.2022 schon verpasst hat, kann die Workshops

unter events.dkm365.de nachholen.

Aktuelles Programm:

dkmforum.de/streaming-days

70

AssCompact | Februar 2022


Plattform DKM365

Forum.hybrid

03.02.2022

10:00 – 10:30

Vortrag

11:00 – 11:30

Vortrag

12:00 – 12:30

Vortrag

13:00 – 13:30

Vortrag

14:00 – 14:30

Vortrag

Fonds Finanz Maklerservice GmbH

Fonds Finanz – quo vadis? Aktuelles bei der Fonds Finanz und was uns 2022 erwartet

Xempus AG

Warum Sie nie wieder ohne den XEMPUS advisor bAV beraten werden

COGITANDA Dataprotect AG

Cyberversicherung, Trends und Chancen

Concordia Versicherungs-Gesellschaft a. G.

Concordia präsentiert: PRONEO Hausrat – innovativ, transparent, digital

Zurich Gruppe Deutschland

Was macht eine nachhaltige Fondspolice zu einer guten nachhaltigen Fondspolice?

10.02.2022

09:00 – 09:30

Vortrag

10:00 – 10:30

Vortrag

11:00 – 11:30

Vortrag

12:00 – 12:30

Vortrag

13:00 – 13:30

Vortrag

14:00 – 14:30

Vortrag

Die Haftpflichtkasse VVaG

Der neue PHV-Tarif der Haftpflichtkasse

VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a. G.

Thema folgt noch

BCA AG

Erfolgsfaktor Bestand: Veredeln | Verrenten | Verkaufen

IKK classic

Wissenswertes zum Jahreswechsel: Die IKK classic macht Sie fit für 2022

ARAG Krankenversicherungs-AG

ARAG Kranken: Starker Partner mit hoher Beitragsstabilität

in modernen PKV- und Stationärtarifen

Lippische Landesbrandversicherung AG

Die Kleinflotte der Lippische Landesbrandversicherung AG

17.02.2022

09:00 – 09:30

Vortrag

10:00 – 10:30

Vortrag

11:00 – 11:30

Vortrag

12:00 – 12:30

Vortrag

13:00 – 13:30

Vortrag

14:00 – 14:30

Vortrag

Münchener Verein Versicherungsgruppe

ZahnGesund und KlinikGesund –

die „ausgezeichneten“ Zusatzversicherungen des Münchener Verein

NÜRNBERGER Versicherung

Einkommensschutz mit der NÜRNBERGER – attraktive Lösungen in verschiedenen Zielgruppen

Neodigital Versicherung AG

Kundenbetreuung mithilfe digitaler Versicherungsprodukte

Netfonds AG

Thema folgt noch

NV-Versicherungen VVaG

bessergrün – nachhaltige Versicherungen mit transparentem Mehrwert

Stuttgarter Lebensversicherung a. G.

Die neue Unfallvorsorge aktiv der Stuttgarter

24.02.2022

09:00 – 09:30

Vortrag

10:00 – 10:30

Vortrag

11:00 – 11:30

Vortrag

12:00 – 12:30

Vortrag

13:00 – 13:30

Vortrag

14:00 – 14:30

Vortrag

NV-Versicherungen VVaG

Thema folgt noch

SDK Süddeutsche Krankenversicherung a. G.

Die Krankenzusatzversicherungen der SDK? Einfach geregelt.

Thinksurance GmbH

Thema folgt noch

NÜRNBERGER Versicherung

Über das betriebliche Gesundheitsmanagement direkt zur NÜRNBERGER bKV

Adam Riese GmbH

Qualitative Maklertarife und leistungsstarke Produkte: Versicherungen nach Adam Riese

DWS Investment GmbH

Die Zukunft der Fondspolice. Aktiv oder passiv, klassisch oder nachhaltig – wir reden drüber!

Februar 2022 | AssCompact 71


Management & Vertrieb | News

© Sashkin – stock.adobe.com

„Unternehmer-Ass 2021“:

Die besten Makler und Agenturen

Zum 16. Mal haben die Jury und Initiatoren des

„Award Unternehmer-Ass“ – das Versicherungsmagazin,

der BVK sowie das Institut Ritter – die besten Vermittlerbetriebe

des Jahres 2021 ausgezeichnet. Überreicht

wurde der Award Ende 2021 bei der Online-Veranstaltung

„Zukunftstag deutscher Vermittler“.

Die Gewinner in der Kategorie Exklusivorganisation

„Deutsche Versicherungsagentur 2021“ sind:

• Schlechtinger OHG,

Provinzial Geschäftsstelle, Wenden (Gold)

• Versicherungsagentur Marinesse e. K.,

Öffentliche Oldenburg, Oldenburg (Silber)

• Generalagentur Dario Palumbo,

SV SparkassenVersicherung, Neu-Isenburg (Bronze).

In der Kategorie Maklerunternehmen „Deutscher

Versicherungsmakler 2021“ gewannen

• nucleus Finanz- und Versicherungsmakler AG, Köln

(Gold),

• CuP Versicherungsmakler GmbH & Co. KG, Fürth

(Silber),

• Paas & Paas Versicherungen, Düsseldorf (Bronze).

Im Rahmen des Wettbewerbs stellten Jury und Initiatoren

fest, dass die Branche immer organisierter, professioneller

und unternehmerisch bewusster wird. Die

erfolgreichsten Vermittler werden als zukunftsorientiert,

nachhaltig und hochfokussiert beschrieben. Es handele

sich um agile Unternehmerinnen und Unternehmer, die

stetig an der eigenen persönlichen und unternehmerischen

Entwicklung arbeiten würden. Auch die jeweiligen

Teams seien professionell und hochmotiviert.

Ab dem 01.03.2022 beginnt schon die Bewerbungsphase

für den Award Unternehmer-Ass 2022. Weitere

Informationen gibt es unter unternehmerass.de (AC)

„gut beraten“: Durchschnittlich

18 Stunden Weiterbildung

Die freiwillige Weiterbildungsinitiative der

Versicherungswirtschaft „gut beraten“ hat kürzlich

ihren Bericht für das vierte Quartal 2021

vorgelegt und zieht darin eine positive Bilanz

für das gesamte vergangene Jahr: Fast 150.000

Bildungskonten waren demnach 2021 aktiv.

Insgesamt wurden mehr als 2,6 Millionen

Stunden Weiterbildungszeit dokumentiert.

Durchschnittlich ergibt das knapp 18 Stunden

Weiterbildungszeit pro Teilnehmer. Diese Stundenzahl

liegt um 20% höher als vom Gesetz -

geber gefordert (mindestens 15 Stunden). Bei

knapp 22.000 vertrieblich Tätigen sind sogar

30 Stunden und mehr dokumentiert.

Im Jahresüberblick geht „gut beraten“ auch

auf die FAQ der Aufsichten zur Weiterbildungsverpflichtung

ein, die im Februar und im

November 2021 aktualisiert wurden. Als

Interessenvertretung konnte „gut beraten“

schon im Vorfeld einige Punkte klären, heißt

es in einem Pressestatement. Diese Positionen

wurden demnach in den Aktualisierungen der

FAQ berücksichtigt. Klargestellt wurde zum

Beispiel, dass Schulungen zu Agenturmanagement

inklusive betriebswirtschaftlicher Weiterbildungen

zu Personalführung und zu Nachhaltigkeit

anrechenbar sind, wenn der Bezug

zur Versicherungsvermittlung und -beratung

erkennbar ist.

Zu Beginn dieses Jahres hat „gut beraten“

das Leistungsangebot verändert und stärker differenziert.

Für Bildungsdienstleister gibt es nun

verschiedene Wahlmöglichkeiten. Sie können

sich zudem mit einem Qualitätssiegel als zertifizierter

Partner der Initiative „gut beraten“

ausweisen. Für vertrieblich Tätige bleibt das

Bildungskonto kostenfrei und sie erhalten ein

Weiterbildungssiegel, wenn ihr Bildungskonto

mindestens 30 Stunden absolvierter Bildungszeit

ausweist. (AC)

72

AssCompact | Februar 2022


MANAGEMENT & VERTRIEB

DIN-Projektstart zur Abfrage

von Nachhaltigkeitspräferenzen

Der Arbeitsausschuss „Finanzdienstleistungen

für den Privathaushalt“ beim Deutschen

Institut für Normung (DIN e. V.) hat ein Projekt

zur Erarbeitung eines Moduls zur „Abfrage

von Nachhaltigkeitspräferenzen“ der bestehenden

DIN-Norm 77230 gestartet. Eine Großzahl

Versicherungsgesellschaften, Banken, Kapitalanlagegesellschaften,

Vertriebe, Makler, Verbände,

Nachhaltigkeitsexperten, Verbraucherschützer

und Wissenschaftler beteiligen sich.

Nach aktuellem Stand wird ab dem

02.08.2022 eine Pflicht zur Abfrage der Nachhaltigkeitspräferenzen

in Kraft treten. Bei der

Erarbeitung des Moduls sollen Anforderungen

definiert werden, wie die gesetzlichen Vorgaben

praktisch umgesetzt werden können. (AC)

Neue Runde für die

AssCompact Wissen Digitalkongresse

Im vergangenen Jahr hat AssCompact aufgrund der

coronabedingten Einschränkungen ein neues Weiterbildungsformat

gestartet: die AssCompact Wissen Digitalkongresse.

Hier können sich unabhängige Vermittler im

Laufe eines Tages rund um ein bestimmtes Thema gezielt

online informieren und Weiterbildungszeit sammeln.

Aufgrund der positiven Resonanz gibt es dieses Jahr

nun eine Neuauflage. Den Start macht am 22.02.2022

der Digitalkongress „Nachhaltigkeit“, ein Thema, das

angesichts der ESG-Richtlinie im Finanzbereich Fuß

gefasst hat, aber immer noch viele Fragen aufwirft.

Weiter geht es am 15.03.2022 mit dem Digitalkongress

„Rechtsschutz“, einem Wissensfeld, das längst kein

Nischendasein mehr führt. Am 05.04.2022 findet der

Digitalkongress „Mobilität“ statt: Egal ob auf zwei oder

auf vier Rädern, wer mobil ist, setzt sich bestimmten

Risiken aus, die der richtigen Absicherung bedürfen.

Den Abschluss bildet am 26.04.2022 der Digitalkongress

„Health – Krankenversicherung“. Der Titel ist so

umfassend gewählt, da sich die Anbieter nicht mehr

nur als reine „Absicherer“ von Gesundheitsrisiken

verstehen, sondern immer mehr auch die Themen

Prävention und Services in den Blick nehmen.

Der Start der Digitalkongresse ist jeweils um 09:00

Uhr, das Ende um 14:00 Uhr. Informationen unter

asscompact.de/digitalkongresse (AC)

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Management & Vertrieb | News

Kooperation von FondsKonzept

und CAPinside

Die FondsKonzept AG und die CAPinside AG haben

zu Beginn des Jahres eine Kooperation beschlossen.

FondsKonzept versteht sich als offener Maklerverbund

und integrierter Dienstleister für freie Makler, Vertriebe,

Vermögensverwalter, Banken, Versicherungen und Haftungsdächer,

während CAPinside eine Investment-

Community mit nach eigenen Angaben mehr als

26.000 angemeldeten Nutzern ist.

Mit der Kooperation erweitert FondsKonzept seine

Dienstleistungen für das digitale Marketing von Verbundmaklern.

Denn dadurch wird den FondsKonzept-

Maklern der Zugang zu Analysetools des Online-

Marketings, zu Rankings oder Fondsvergleichen

eröffnet. Die Investment-Community von CAPinside

ist Plattform für den kommunikativen Austausch bei

Produkten und dient außerdem der kundenindi -

viduellen Ausarbeitung von Anlagelösungen über

verschiedene Asset-Klassen hinweg.

Zudem können Makler laut FondsKonzept sämtliche

Content-, Analyse- und Community-Funktionen

nutzen und so ihre Präsenz in digitalen Schaufenstern

und bei Social-Media-Aktivitäten unterstützen. Beispielsweise

gibt es spezielle Tools des Online-Marketings

wie die Suchmaschinenoptimierung (SEO), Content-

Strecken über Text und Bewegtbilder sowie interaktive

vertriebliche Elemente. (AC)

Makler können nun sämtliche Content-, Analyse- und Community-Funktionen

nutzen und so ihre Präsenz bei Social-Media-Aktivitäten unterstützen.

© Monster Ztudio – stock.adobe.com

GGW übernimmt DROEGE

Der Zusammenschluss von inhabergeführten

Versicherungsmaklern, die GGW Holding,

und der Spezialist im Transport- und Logistikgewerbe,

die DROEGE Holding GmbH, haben

im Dezember 2021 einen Übernahmevertrag

abgeschlossen. Damit ist DROEGE, die 2018

den Versicherungsmakler Aktiv Assekuranz

übernommen hat, nun Teil der GGW Gruppe.

Für DROEGE arbeiten rund 160 Mitarbeiter

in Deutschland, Österreich und der Türkei.

Die ebenfalls in Hamburg ansässige Unternehmensgruppe

GGW beschäftigt mehr als 1.000

Mitarbeiter an über 50 Standorten in Deutschland

und Österreich. Alle bekannten Namen

und Adressen der DROEGE Holding GmbH

bleiben erhalten. Geschäftsführung und Führungskräfte

werden ebenfalls übernommen.

Außerdem wechselt Thomas Zimmermann

in die Geschäftsführung der GGW Holding

GmbH. (AC)

BCA kooperiert mit FinTech fino

Der Oberurseler Maklerdienstleister BCA

AG kooperiert mit dem hessischen FinTech-

Unternehmen fino. Demnach wird die Analyse-

Software fino-Cockpit als White-Label-Lösung

in das Produktportfolio der BCA integriert.

Diese digitale Lösung bietet angeschlossenen

Maklerbetrieben eine ganzheitliche Sicht auf

bestehende Kundendaten, womit der Beratungsprozess

verbessert und Versicherungslücken

aufgezeigt werden sollen.

Hat der Kunde zugestimmt, analysiert fino-

Cockpit die Kontotransaktionsdaten in Echtzeit

und stellt dem Kunden wie auch dem

Makler das Auswertungsergebnis als verschlüsselte

PDF-Datei zur Verfügung. Auf dieser

Basis kann sich der Berater auf den

Kundentermin vorbereiten und passende

Produktvorschläge unterbreiten. Die Vorbereitung

verläuft sowohl für den Berater als

auch für den Kunden papierlos. (AC)

74

AssCompact | Februar 2022


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EasyIDD bietet Fortbildungen

zu IDD und Nachhaltigkeit an

EasyIDD startet auf seiner Plattform mit

Seminaren im Rahmen der IDD-Weiterbildungsvorschriften.

Das Angebot richtet sich sowohl

an Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler

als auch an Banken, Versicherungen und Finanzdienstleister

und all deren Mitarbeiter. Angeboten

werden E-Learnings, die zeitlich unabhängig

durchgeführt werden können.

EasyIDD gehört zur EasyUNION, die

neben IDD-Fortbildungen auch zertifizierte

Online-Seminare im Bereich Nachhaltigkeit/

ESG unter dem Namen EasyGREEN24 anbietet.

Mit den absolvierten IDD-Stunden können

sich Kunden gleichzeitig und ohne weiteren

Aufwand zum „Kenner“ in der Nachhaltigkeit

zertifizieren lassen, heißt es vonseiten des

Unternehmens. (AC)

HonorarKonzept erweitert

Leistungsangebot

Der Servicedienstleister HonorarKonzept

GmbH bietet zusätzliche Coachingleistungen

und neue Beratungstechnologien für Honorareinsteiger

und -profis an.

Ausgebaut wurden vor allem die personelle

und fachliche Vertriebsunterstützung und die

Softwarelösungen. Beispielsweise können

HonorarKonzept-Partner auf einen Vergleichsrechner

zugreifen, der um einen Easy- und

Profimodus erweitert wurde. Zudem wurde

das IDD-Beratungstool weiterentwickelt. Damit

können Finanzberater die Angemessenheitsund

Geeignetheitsprüfung digital abschließen.

Zudem kooperiert HonorarKonzept mit

dem Nettoversicherer myLife. Daraus resultieren

neue Honorarmanagementprozesse

beim Abschluss einer Versicherung und

ein Produktkonzept für das Vererben von

Vermögenswerten. (AC)

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Management & Vertrieb | News

Die Services: Digitalisierung von Heilwesen-Haftpflichtfällen, Strukturierung

medizinischer Daten, medizinische Einschätzung von Schadenfällen

InsurTech ANTEVIS startet

in Deutschland

Das auf Heilwesen-Haftpflichtfälle spezialisierte

InsurTech ANTEVIS mit Hauptsitz in Lyon/Frankreich

ist nun auch in Deutschland aktiv. Das Joint

Venture ANTEVIS wurde 2020 von ACTINEO, dem

deutschen Marktführer für die Digitalisierung und

medizinische Einschätzung von Personenschäden,

und der Relyens-Gruppe, dem führenden Versicherer

und Risikomanager für Akteure im Heilwesen in

Europa, gegründet.

Die Services setzen sich einerseits aus der Digitalisierung

von Heilwesen-Haftpflichtfällen und der

Strukturierung medizinischer Daten und andererseits

aus der medizinischen Einschätzung von Schadenfällen

zusammen. Über eine Schnittstelle zum IT-System

des Kunden können Auftragsdaten erhalten und

strukturierte medizinische Daten automatisiert zurück

übertragen werden. Neben einem Dokumentenmanager

bietet die IT-Lösung Medizinern und Schadensachbearbeitern

eine gemeinsame Plattform für

die Fall bearbeitung.

Die Leistungen richten sich an alle Einrichtungen,

die im Rahmen der medizinischen Haftpflicht an der

Bearbeitung von Personenschadenfällen beteiligt sind,

unabhängig davon, ob es sich um Versicherungsakteure

wie Makler, Verwalter, Versicherer sowie Rückversicherer

oder um Akteure im Heilwesen handelt. (AC)

© metamorworks – stock.adobe.com

Cyberschutz: Start-up Baobab

steht in den Startlöchern

Das Start-up Baobab, das Cyberversicherungen

gebündelt mit Cybersicherheitsmaßnahmen für

kleine und mittelständische Firmen anbietet, hat

3,5 Mio. Euro an Risikokapital eingesammelt.

Angeführt wird die Pre-Seed-Finanzierungsrunde

von Project A Ventures. Zum Investorenkreis gehören

außerdem La Famiglia und Discovery Ventures

sowie Angel Investoren wie unter anderem die

Clark- Gründer Christopher Oster und Marco Adelt.

Das InsurTech bewertet das Cyberrisiko, sichert

das Unternehmen gegen Angriffe ab und versichert

es gegen Verluste. Gegründet wurde Baobab 2020

von Vincenz Klemm, dem Mitgründer der Versicherungsplattform

Gabi, die im vergangenen Jahr

für 320 Mio. US-Dollar verkauft wurde, und Anton

Foth, ehemals bei BCG Digital Ventures und der

Coya AG. Baobab will im Frühjahr 2022 in Deutschland

an den Start gehen, weitere europäische Märkte

sollen folgen. Das Start-up wendet sich auch an

Versicherungsmakler, die sich mit Baobab zusammenschließen

können, um ihre Kunden rund um

Cyberrisken zu beraten und Policen anzubieten.

Als Assekuradeur will Baobab mit größeren

Versicherern zusammenarbeiten. (AC)

SMART INSUR: Verbraucherschutz-

Tarifcheck auf weitere Sparten

Die Versicherungsplattform SMART INSUR hat

ihre qualitative Tarifbewertung nach Verbraucherschutzkriterien

SMART CHECK auf drei weitere

Sparten ausgedehnt. Seit Kurzem lassen sich auch

Berufsunfähigkeits-, Risikoleben- sowie PKV-Tarife

nach Kriterien von Verbraucherschutzorganisa -

tionen wie unter anderem Stiftung Warentest

vergleichen. Maklerbüros und Vertriebsorganisationen,

die den Tarifcheck einsetzen, können ihren

Kunden somit nun in 15 Produktsparten ein Tarifrating

nach Verbraucherschutzstandards anbieten

und Optimierungsvorschläge aufzeigen. Der objektive

Tarifcheck ist mittlerweile für Sach- und Krankenversicherungen

sowie den Lebensbereich verfügbar.

Er greift auf mehr als 16.500 Alt- und Neutarife

von mehr als 400 Versicherern zurück. Die Alttarifdatenbank

reicht bis ins Jahr 1960. (AC)

76

AssCompact | Februar 2022


MANAGEMENT & VERTRIEB

Neuerungen im Privathaftpflichtrechner

von softfair

Die softfair GmbH hat ihrem Privathaftpflichtrechner

einen neuen Look verpasst und

ihn mit einigen neuen Funktionen ausgestattet.

Im Fokus standen das Update der Oberfläche

und die Anpassung an die neuesten technischen

Standards. So stellt eine neu gedachte

Navigation mit Unterpunkten und einer kontextsensitiven

Werkzeugleiste die intuitive Nutzung

des Moduls in den Mittelpunkt. Das neue

Multitool wird dabei zur zentralen Anlaufstelle

zur Konfiguration und Anzeige weiterer Informationen.

Außerdem soll die überarbeitete

Darstellung und Führung der Nutzer in Formularen,

die zusätzlich durch seitlich mitlaufende

Tooltips unterstützt wird, die Anwendung

erleichtern. Die neu gestaltete Ergebnisseite

bietet nützliche Funktionen wie eine übersichtliche

Zusammenstellung von Tarifen zum Vergleich.

Hierbei lassen sich nun bis zu fünf Tarife

inklusive Alttarif darstellen. Der Vergleich

ermöglicht zudem einen einfachen und

beschleunigten Antragsprozess. Den Antragsprozess

wie auch die neu gestaltete Dokumentenseite

hat softfair individueller an die Bedürfnisse

der Makler angepasst. (AC)

Diese Versicherer punkten

mit technischer Makleranbindung

Die deutsche-versicherungsboerse.de (dvb) hat

Ende vergangenen Jahres eine neue Auflage ihres dvb-

Makler-Audits „IT-Prozesse im Maklerunternehmen:

Vertrieb, Administration, Technik“ präsentiert. Darin

werden die technischen Anbindungen der Versicherer

an die Maklerbüros beleuchtet. Hierzu wurden Versicherer

nach ihren Services befragt, aber auch Makler

um eine Einschätzung gebeten. Wie die Analyse zeigt,

sind die BiPRO-Implementierungen in allen Gesellschaften

weiter vorangeschritten. Die Vermittler sind

jetzt am Zug, die prozessuale Unterstützung durch eine

Anbindung aktiv zu nutzen.

Im Rahmen des Audits wurde die Vermittlerschaft

um eine Eigeneinschätzung der technischen Kompetenz,

der Nutzung von Automatisierungsregeln zur

Verringerung des Verwaltungsaufwandes und um eine

Bewertung der Versicherer-Services wie auch der genutzten

Maklerverwaltungsprogramme (MVP) gebeten. Den

Ergebnissen zufolge wollen 12,6% der befragten Makler

ihr MVP-System wechseln, weil ihnen wichtige Funktionen

fehlen. In diesem geringen Anteil sieht die dvb

einen Grund zur Sorge: Von den Befragten wurden 42

verschiedene MVP-Systeme genannt. Laut dvb sei es unwahrscheinlich,

dass alle Hersteller langfristig überleben.

Im Zuge des Audits wurden abermals die Gesellschaften

mit der besten technischen Maklerunterstützung

in drei Klassen gekürt. Einen Award in Gold gab

es erneut für den VOLKSWOHL BUND, der sich den

1. Rang in diesem Jahr mit der Gothaer teilt. Eine Auszeichnung

in Silber erhielten die Barmenia, die Alte

Leipziger und die Stuttgarter. In der Kategorie Bronze

wurden die Rhion, die Nürnberger, die Itzehoer, die

WWK und die Allianz prämiert. (AC)

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KOLUMNE | MAKLERFRAGEN

Stornogefahrmitteilungen im

Geschäftsverkehr mit Pools

Ein Makler kann auch

im Geschäftsverkehr

mit Pools schutz -

bedürftig sein wie

ein Versicherungsvertreter.

Dies hängt

aber von den jewei -

ligen besonderen

Umständen des

Einzelfalls ab und

darf dementsprechend

nicht verall -

gemeinert werden.

Hans-Ludger Sandkühler

Hans-Ludger Sandkühler ist aus gewiesener

Experte in Maklerfragen, gefragter Referent

und Autor zahlreicher Veröffentlichungen.

Außerdem ist er Mitinitiator

des Arbeitskreises

„Beratungsprozesse“

sowie

Geschäftsführer des

Instituts für

Verbraucherfinanzen.

In der letzten Ausgabe haben wir

das Thema Unabhängigkeit der

Makler im Geschäftsverkehr mit

Pools noch einmal hervorgeholt.

Das nicht von ungefähr. Denn kürzlich

hat der BGH entschieden, dass

ein Maklerpool an einen Versicherungsmakler

Stornogefahrmitteilungen

versenden muss, wenn der

Makler im Einzelfall genauso

schutzbedürftig ist wie ein Versicherungsvertreter.

Die Entscheidung

führte in der Medienwelt der Versicherungswirtschaft

zu Schlagzeilen

wie „Poolanbindung ähnelt Handelsvertretung“

und befeuert offenbar

die Diskussion über die Unabhängigkeit

der Makler im Geschäftsverkehr

mit Pools.

Der Tatbestand

In dem der Entscheidung zugrunde

liegenden Sachverhalt hatte

ein Versicherungsmakler mehrere

Lebensversicherungsverträge bei

einem Maklerpool eingereicht und

dafür diskontierte Provisionen erhalten.

Nach der zwischen Parteien

geschlossenen Courtagevereinbarung

war der Maklerpool verpflichtet, das

vom Makler vermittelte Geschäft zu

verprovisionieren und über die Provisionen

im Rahmen eines Kontokorrentkontos

abzurechnen. In

Bezug auf vorschüssig geleistete Provisionszahlungen

hatte sich der Pool

in einer Ergänzungsvereinbarung für

vordiskontierte Produkte außerdem

zur unverzüglichen Weiterleitung

von Stornogefahrmitteilungen an

den Makler verpflichtet, wenn und

soweit ihm solche von den jeweiligen

Versicherungsunternehmen übersandt

werden. Weitergehende Pflichten

des Maklerpools zur Storno -

bekämpfung waren nicht vereinbart.

Im weiteren Verlauf belastete

der Maklerpool das Provisions -

konto des Maklers mit Stornierungen,

nachdem es in einem Fall zum

Widerruf eines Vertrages und in

zwei anderen Fällen zur Beitragsfreistellung

von Verträgen gekommen

war. Stornogefahrmitteilungen

an den Makler erfolgten erst

mit mehrmonatigen Verzögerungen,

obwohl die Versicherer die

Mitteilungen rechtzeitig an den

Maklerpool verschickt hatten.

Mit der Klage begehrte der Makler

die Feststellung, dass der Maklerpool

verpflichtet sei, dem Provisionskonto

des Maklers Beträge in

Höhe der Stornierungen zuzüglich

Kosten gutzuschreiben.

Mögliche Pflicht des

Versicherers zur Nach -

bearbeitung auch bei Maklern

In den Urteilsgründen hat der

BGH seine Rechtsauffassung bekräftigt,

nach der sich auch gegenüber

einem Versicherungsmakler eine

Pflicht des Versicherers zur Nach -

bearbeitung von durch einen Versicherungsmakler

vermittelten not -

leidenden Versicherungsverträgen

ergeben kann, wie sie im Falle des

Versicherungsvertreters grundsätzlich

besteht.

Pflicht des Versicherers

zur Nachbearbeitung bei

Versicherungsvertretern

Ein Handelsvertreter hat gemäß

§ 87a Abs. 3 Satz 1 HGB auch dann

einen Anspruch auf Provision,

wenn feststeht, dass der Unternehmer

das Geschäft ganz oder teilweise

nicht oder nicht so ausführt, wie es

abgeschlossen worden ist. Im Falle

78

AssCompact | Februar 2022


MAKLERFRAGEN | KOLUMNE

© verticalarray - stock.adobe.com

der Nichtausführung entfällt der

Anspruch aber, wenn und soweit

diese auf Umständen beruht, die

vom Unternehmer nicht zu vertreten

sind. Nach der ständigen

Rechtsprechung des BGH hat ein

Versicherungsunternehmen die

Nichtausführung (Stornierung)

eines Versicherungsvertrages nicht

zu vertreten, wenn es notleidende

Verträge im gebotenen Umfang

nachgearbeitet hat. Dabei kann das

Versicherungsunternehmen entweder

eigene Maßnahmen zur Stornoabwehr

ergreifen oder sich darauf

beschränken, dem Versicherungsvertreter

durch eine Stornogefahrmitteilung

Gelegenheit zu geben,

den notleidend gewordenen Vertrag

selbst nachzuarbeiten. Umgekehrt

gewendet heißt das, dass

dem Vertreter die Provision für

stornierte Verträge zusteht, wenn

und soweit der Versicherer keine

eigenen Maßnahmen eingeleitet

und auch keine Stornogefahrmitteilung

verschickt hat.

Anwendung auf Makler

Nach Ansicht des BGH kann

der Rechtsgedanke des § 87a Abs. 3

HGB auch auf einen Versicherungsmakler

angewendet werden,

wenn dieser nach Treu und Glauben

(§ 242 BGB) genauso schutzbedürftig

ist wie ein Versicherungsvertreter.

Die Beurteilung der

Schutzbedürftigkeit richtet sich

nach den besonderen Umständen

des jeweiligen Einzelfalls und entzieht

sich einer allgemeinen

Betrachtung. Gesichtspunkte für

die Annahme der besonderen

Schutzbedürftigkeit sind etwa die

Zahlung laufender Courtagevorschüsse,

die Einbindung in die

Organisationsstruktur, die Zahlung

von Organisationszuschüssen

oder von Bestandspflegegeld und

die regelmäßige Versendung von

Stornogefahrmitteilungen.

Anwendung auch bei gestuften

Vermittlungsverhältnissen

Die auf § 242 BGB gestützte

Annahme einer besonderen Schutzbedürftigkeit

kann auch bei gestuften

Vermittlungsverhältnissen erfolgen.

Wenn das Versicherungsunternehmen

die Nachbearbeitung an

den Hauptvertreter delegiert, obliegt

im Verhältnis zwischen Hauptvertreter

und Untervertreter dem

Hauptvertreter die Pflicht zur Nachbearbeitung.

Dieser Rechtsgedanke

kann gemäß § 242 BGB auf das Verhältnis

Maklerpool und Versicherungsmakler

übertragen werden,

wenn das Vermittlungsverhältnis in

seiner Ausgestaltung handelsvertreterrechtliche

Züge trägt.

Pflicht des Unternehmers zur

Nachbearbeitung bei Widerruf

und Beitragsfreistellung

Eine Pflicht des Unternehmers

zur Nachbearbeitung von Verträgen

besteht nur dann, wenn der

Unternehmer die Nichtausführung

des Vertrages zu vertreten hat. Dies

ist der Fall, wenn dem Unternehmer

persönliches Verschulden zur

Last fällt oder die Umstände der

Nichtausführung dem unternehmerischen

oder betrieblichen

Risiko bereich zuzuordnen sind

oder auf einem übernommenen

Risiko beruhen.

Nach Ansicht des BGH kann die

Ausübung des allgemeinen Widerrufsrechts

nach § 8 VVG nicht der

vom Unternehmer zu verantwortenden

Risikosphäre zugeordnet werden.

Der Versicherungsvertrag sei

gleichsam mit der Belastung des

gesetzlichen Widerrufsrechts vermittelt

worden, die sich durch die

Widerrufserklärung verwirkliche.

Für die Vornahme der Widerrufs -

erklärung trage der Unternehmer

keine Verantwortung. Sie liege in

der alleinigen Entscheidung des

Versicherungsnehmers. Das habe

der Unternehmer zu respektieren.

Bei einem Antrag auf Beitragsfreistellung

sei dagegen eine Nachbearbeitung

zu verlangen. Eine Beitragsfreistellung

werde in der Regel

in Betracht gezogen, wenn der Versicherungsnehmer

aufgrund geänderter

wirtschaftlicher Verhältnisse seine

Prämie nicht mehr zahlen wolle. Hier

müsse der Unternehmer Bemühungen

um die weitere – gegebenenfalls

angepasste – Durchführung des Vertrages

unternehmen.

Im Ergebnis war der Maklerpool

damit nur im Falle der Beitragsfreistellung

zur Nachbearbeitung bzw.

zum Versand von Stornogefahrmitteilungen

verpflichtet und musste die

entsprechende Gutschrift erteilen.

Fazit

Mit der Entscheidung hat der

BGH seine bisherige Rechtsprechung

fortgesetzt. Ein Makler kann

auch im Geschäftsverkehr mit

Pools schutzbedürftig sein wie ein

Versicherungsvertreter. Dies hängt

aber von den jeweiligen besonderen

Umständen des Einzelfalls ab

und darf dementsprechend nicht

verallgemeinert werden. Aus der

Entscheidung zu schlussfolgern,

eine Poolanbindung ähnele einer

Handelsvertretung, ist deutlich zu

kurz gesprungen. Die Anwendung

handelsrechtlicher Rechtsgedanken

ist an die jeweilige Schutzbedürftigkeit

geknüpft und nicht an die

Poolanbindung. Eine Poolanbindung

per se bringt einen Makler

nicht in handelsrechtliche Abhängigkeiten.

P

Februar 2022 | AssCompact

79


SERIE | FÖRDERMITTEL FÜR MAKLER

© K.-U. Häßler – stock.adobe.com

70% Zuschuss von der EU –

Wenn Projekte riskant genug sind!

Marktveränderungen aufgrund von Digitalisierung und neuen Kundenanforderungen führen bei Unternehmen der

Versicherungswirtschaft zu Investitionen in Innovationen. Sind diese disruptiv oder besonders risikoreich, können solche

Vorhaben Förderungen auf EU-Ebene erhalten. Der Experte Kai Schimmelfeder informiert in seiner AssCompact Serie

über diese Möglichkeiten. Teil 10

Der Zuschuss von

70% und die Chance,

zusätzliches Risikokapital

aus diesem

Förderprogramm zu

nutzen, ist ein

Sprungbrett für

antragstellende

Unternehmen.

Der EIC Accelerator ist speziell

für kleine und mittlere

Unternehmen – hierzu zählen

auch Unternehmen der Versicherungsbranche.

Voraussetzung

für Bewerbung und Antragstellung

ist, dass disruptive (zerstörerische)

und/oder hochrisikoreiche Innovationen

mit großem Marktpotenzial

von dem antragstellenden Unternehmen

entwickelt werden. Entscheidend

ist auch, dass ein hohes

Wachstumspotenzial in Aussicht

steht und dass der Antragsteller die

Innovation in Europa und/oder

auch weltweit in den (zukünftigen)

Markt treiben will. Es soll gerne bei

hohem Risiko die (weltweite)

Marktführerschaft angestrebt werden.

Die eigenen Finanzmittel müssen

nur einen geringen Teil des Projektes

abdecken, aber ohne eine

grundsätzliche freie Liquidität geht

es nicht. Der Zuschuss von 70% und

die Chance, zusätzliches Risikokapi-

tal aus diesem Förderprogramm zu

nutzen, ist somit ein Sprungbrett für

Antragsteller. Anträge stellen müssen

die Unternehmen selbst, aber dann

kann es mit zusätzlicher (finanzieller)

Energie aus der EIC-Förderung

in die Höhe und Weite gehen.

Innovationsturbo – Förderung

als Zuschuss mit Eigenkapital

Das Förderprogramm bietet eine

gemischte Fördermittelfinanzierung

an. Es gibt einmal eine 70%-

Förderung als Zuschuss (geschenktes

Geld vom Staat) mit maximaler

Summe von 2,5 Mio. Euro. Dieser

Betrag ist nicht (!) zurückzuzahlen.

Auch dann nicht, wenn das Projekt

scheitert! Liegt ein Projekt bei rund

3,5 Mio. Euro und beantragt das antragstellende

Unternehmen ausschließlich

den Zuschuss, sind es

rund 2,5 Mio. Euro. Der Eigenanteil

ist somit gering und kann mit

80

AssCompact | Februar 2022


FÖRDERMITTEL FÜR MAKLER | SERIE

anderen Förderprogrammen weiter

reduziert werden. So sinkt das Risiko

von Unternehmen in wirtschaftlicher

und finanzieller Hinsicht außerordentlich.

Im Grunde kommt kein

Unternehmen an diesem Förderprogramm

vorbei – wenn es die Marktführerschaft

mit einem innovativen

Produkt im Blick hat. Selbst Unternehmen,

die sich in Investitions -

zurückhaltung üben, haben mit diesen

Zuschüssen einen Wachstumshebel,

der das eigene Kapital bzw.

die eigene Liquidität schützen kann.

Das Thema Innovation kann somit

wieder auf die Agenda gebracht werden.

Auch um die Zukunftsfähigkeit

von Unternehmen zu sichern.

Risikokapital gibt es zusätzlich,

damit geht es in den Markt

Neben den Zuschüssen können

antragstellende Unternehmen auf

Risikokapital zurückgreifen. Auch

dies ist ein Erkenntnis gewinn der

letzten Jahre seitens der EU. Viele

Projekte waren innovativ und auf

dem Weg an die Spitze – und sind

dann in der Markteinführung aufgrund

von fehlendem bzw. freiem

Kapital im Marktabsatz gescheitert.

Das hat viele planende Antragsteller

im weiteren Vorgehen zögern lassen.

Somit hatte die EU einen Innovationsfortschritt

nicht wesentlich

beeinflussen können. Nun gibt es

deswegen zusätzliches Kapital – als

Eigenkapitalverstärkung für das antragstellende

Unternehmen. Speziell

die marktnahen Aktivitäten

sollen damit finanziert werden. Die

Vorstellung der EU ist es, dass der

Zuschuss und das Risikokapital zusammen

beantragt werden. Somit

sollen die Erfolgsaussichten für die

Innovation des Unternehmens (Antragsteller)

wesentlich verbessert

werden. Wenn Unternehmen nur

den Zuschuss nutzen möchten, ist

dies jedoch auch möglich. Alle Innovationsprojekte

der Unternehmen

(Antragsteller) sollen die Investitionssumme

von mindestens

500.000 Euro übersteigen.

Unternehmen, die nur den Zuschuss

beantragen, bezeichnet die

EU als „Grant only“. Dies sollte aber

aus Sicht der EU die Ausnahme

bleiben, da es ja gerade um die

Eigen kapitalstärkung des Antragstellers

gehen soll. Wer nur den Zuschuss

beantragt, muss nachweisen,

dass die eigenen finanziellen Mittel

ausreichen, um neben der Innovation

auch das Wachstum bzw. die Skalierung

zu finanzieren! Es besteht

auch die Möglichkeit, nur die Risikokapitalvariante

(Eigenkapitalverstärkung)

einzeln zu nutzen. Das wird

dann als „Investment component

only“ bezeichnet. In dem Sonderfall,

dass Antragsteller das gesamte

Potenzial der Innovation noch

nicht abschließend bearbeitet

haben und zum Beispiel die Validierung

noch nicht final ist, können sie

sogar zuerst den Zuschuss beantragen

(„Grant first“) und dann entscheiden,

ob die Investmentkomponente

(Risikokapital bis 15 Mio.

Euro) nachbeantragt wird. Zusammenfassend

für alle Fälle: Der

Zuschuss beträgt maximal 2,5 Mio.

Euro und die Summe an Risiko -

kapital zur Eigenkapitalverstärkung

liegt bei maximal 15 Mio. Euro. Die

Projektlaufzeit soll zwischen 12 und

24 Monaten geplant sein.

Erfolgreiches Antragsverfahren

ist dreistufig

Das Vorgehen ist in drei Stufen

unterteilt: Stufe eins beginnt mit

der Vorbereitung. Je nachdem, wann

und wie das Unternehmen sich vorbereitet,

sind es vielleicht zwei

Wochen im Unternehmen. Es wird

ein Kurzantrag erstellt. Der Kurz -

antrag besteht aus einem kurzen

Fragenkatalog, in dem die Innovation,

der potenzielle Markt und das

Team vorgestellt werden, einem Pitch-

Deck mit bis zu zehn Folien sowie

einem Video-Pitch von bis zu drei

Minuten, in dem die Kernmitglieder

des Teams (bis zu drei Personen)

die Motivation für die Bewerbung

darstellen sollen. Das sind die

Unterlagen für die Begutachtung.

Nach etwa vier Wochen wird das

Begutachtungsergebnis bekannt

gegeben. Bei einem „Go“ erfolgt die

Einladung zur zweiten Stufe, dem

Vollantrag. Die Vorbereitung dazu

benötigt weitere Zeit. Der Voll -

antrag ist ein 30-seitiger Antrag auf

Englisch exklusive Anhang (vorgegebene

Vorlage). Die Erstellung des

Antrags läuft über eine auf künstlicher

Intelligenz basierende IT-Plattform.

Der Antrag ist der Businessplan

und teilt sich konzeptionell in

den Hauptkriterien wie folgt auf:

Excellence, Impact, Implementation

(jeweils ein Drittel). Die Einreichung

ist auf bestimmte Stichtage reglementiert.

Dies wird nach Einreichung

begutachtet. Dann schließt

sich Stufe drei an: das persönliche

Interview in Brüssel vor einem

Experten-Panel. Hier sind nur die

eingeladen, die mit ihrem Antrag

über dem Schwellenwert der

Antragsbewertung platziert sind.

Wer hier final punktet, bekommt

das „Grant Agreement“: den Vertrag

mit der EU über den Zuschuss von

70% (plus 25% indirekte Kosten)

und, soweit beantragt, die eigen -

kapitalverstärkende Komponente.

Interessierte Unternehmen müssen

sich als Erstes im Participant

Portal der EU anmelden: https://

ec.europa.eu/info/funding-tenders/

opportunities/portal/screen/home.

Danach geht es zum Start der

Fördermittelbeantragung.

P

Kai Schimmelfeder

Kai Schimmelfeder ist Geschäftsführer des Fördermittel -

beratungsunternehmens „feder consulting“

(federconsulting.com). Als

Fördermittelexperte begleitet er mit

seinem Team seit über 25 Jahren

Unternehmen in der Fördermittel -

beantragung. Er ist Buchautor,

Sachverständiger für öffentliche

Fördermittel und Zuschüsse und

mehrfach ausgezeichneter

Fördermittelberater.

© Christina Pörsch

Februar 2022 | AssCompact

81


MANAGEMENT & VERTRIEB

„Dem Thema New Work

kann sich niemand verschließen“

INTERVIEW MIT BETINA KIRSCH, RECHTSANWÄLTIN (SYNDIKUSRECHTSANWÄLTIN) UND

GESCHÄFTSFÜHRERIN DES ARBEITGEBERVERBAND DER VERSICHERUNGSUNTERNEHMEN

IN DEUTSCHLAND (AGV)

Das vom AGV gestartete Projekt „Women in Leadership & Culture“ soll mehr Frauen für Führungs -

positionen begeistern. Im Interview gibt Betina Kirsch, Geschäftsführerin des AGV, Auskunft über

das Vorankommen des Projekts, über Diversität und New Work. Eine besondere Rolle spielt auch

die (Unternehmens-)Kultur.

Diversität ist für Betina

Kirsch in erster Linie

ein Kulturthema.

Frau Kirsch, auf der AGV-Website steht:

„Der AGV möchte die Versicherungsunternehmen auf

ihrem Weg, mehr Frauen für Führungsaufgaben zu

gewinnen, begleiten und unterstützen.“ Wie schätzen

Sie die Entwicklung seit 2013, also seit Projektstart,

ein? Welche Erfahrungen haben Sie bisher gemacht?

Ich finde, dass sehr viel passiert ist – kulturell mehr

als auf die blanken Zahlen geblickt. Als wir 2013 mit

dem Projekt gestartet sind, waren unsere Initiative und

auch viele unserer Ideen (u. a. unternehmensübergreifende

Vernetzung erfolgreicher Frauen durch unsere

AGV-Topmanagerinnenkonferenz) „exotisch“. Manch

einer hat unser Projekt vielleicht auch belächelt und

dabei geäußert, Frauen würden ja gar nicht in Führung

wollen. Heute dagegen ist es ein unternehmerisches

„Selbstverständnis“, mehr Frauen für Führung zu

gewinnen. Zudem ist es nicht mehr „gesellschaftsfähig“,

sich mit einem rein männlich besetzten Vorstand

zufrieden zu geben.

Wie sieht es zurzeit bei den Vorständinnen aus?

Gibt es denn jetzt mehr Vorständinnen als vor acht

oder neun Jahren?

Ja, auf jeden Fall. Der AGV selbst erhebt leider keine

Zahlen zum Frauenanteil in Vorständen der Versicherungsbranche.

Wir arbeiten insoweit mit den Zahlen

des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, das

von 2012 bis 2021 eine Erhöhung des Frauenanteils in

Vorständen von 5,7% auf 13,2% ausgewiesen hat. Diese

Zahl betrifft die 60 größten Versicherungen.

Im Vertrieb geht es kaum voran bei diesem Thema.

Wie sehen Sie das? Wie ist das zu ändern?

Der Frauenanteil im Vertrieb ist in der Tat niedrig.

Laut unserer flexiblen Personalstatistik lag dieser für

2020 bei 23,6%. Für den niedrigen Frauenanteil werden

gerne folgende Gründe zitiert, die ich hier nur als Schlagworte

benenne: Vertriebsimage, Wettkampfkultur, Vereinbarkeit

Job/Familie, provisionsbasierte Vergütung.

An vielen Stellen wird schon geschraubt. Was das Vertriebsimage

angeht, hoffe ich, dass durch die Kampagne

„werde insurancer“, in der viele interessante und coole

Vertrieblerinnen zu Wort kommen, eine neue Wahrnehmung

für den Vertrieb entsteht. Die Frauen, die ich aus

dem Vertrieb kenne, haben großen Spaß an der Arbeit

und sind überdurchschnittlich erfolgreich. Auch die

82

AssCompact | Februar 2022


MANAGEMENT & VERTRIEB

zunehmende Digitalisierung im Vertrieb wird nach meiner

Einschätzung den Job für Frauen interessanter

machen, zumal die Beratung noch komplexer wird. Lange

Fahrt- und Reisezeiten werden abnehmen, sodass es leichter

wird, Job und Familie unter einen Hut zu bringen.

Wie sehen Sie die Situation unterhalb der

Vorstandsebene?

Im Innendienst hat sich der Frauenanteil in der ersten

Führungsebene von 10,2% im Jahre 2010 auf 17,5%

im Jahre 2020 erhöht. Es tut sich was. Bei der Bewertung

der Zahlen, darf man nicht vergessen, dass wir wenig

Fluktuation in der Branche haben und der Trend zu flacheren

Hierarchien/agileren Organisationen geht, was

eine Abnahme von Führungspositionen nach sich zieht.

Wenn Führungspositionen frei werden,

besteht ein großes Interesse der

Unternehmen, diese auch mit gut

qualifizierten Frauen zu besetzen.

Es wird viel über Diversität im

Arbeitsleben gesprochen. Was

verstehen Sie persönlich darunter?

Diversität ist für mich in erster

Linie ein Kulturthema – ich mache

das nicht nur an den bekannten

Diversity-Dimensionen fest. Wenn

jeder als Person so sein darf, wie er

ist, und als Mensch wertgeschätzt

wird, kommt in der Regel der beste

Output heraus. Dort, wo „genormte

Führungskräfte“ erwartet werden,

haben viele gute Köpfe kein Interesse,

sich zu verstellen, um beruflich

aufzusteigen. Es geht viel Innovation

und Kreativität verloren.

Wie und wo wird das in der Finanzund

Versicherungsbranche Ihrer Erfahrung nach bisher

wirklich gelebt? Welche Bedeutung kommt Diversität

in der Versicherungswelt zu?

Diversität und ihre Bedeutung sind schon längst in

der Branche angekommen. Das Thema wird ganz natürlich

durch den Fachkräftemangel und die Erwartungshaltung

der neu in den Arbeitsmarkt tretenden Generationen

getriggert. Die jüngeren Generationen können

sich aufgrund des aktuell vorherrschenden „Bewerbermarktes“

den Arbeitgeber aussuchen und das Thema

Diversität ist ein „Coolness-Faktor“. Generell stelle ich

fest, dass Versicherungsunternehmen als Arbeitgeber in

den letzten Jahren immer „cooler“ geworden sind. Dies

hängt unter anderem mit der Abflachung von Hierarchien,

der Zunahme von mobilem Arbeiten (auch

schon vor Corona), inspirierenden Bürokonzepten, einer

Zunahme der Duz-Kultur sowie zunehmend agileren

Arbeits methoden zusammen.

„Für Führungskräfte

sehe ich größere

Herausforderungen,

die Mitarbeitenden als

Team zusammen -

zuhalten und die

Identifikation mit dem

Unternehmen nicht zu

verlieren. Führen, was

in der heutigen Zeit

sehr viel mit wert -

schätzender Kommunikation

zu tun hat, wird

anspruchsvoller.“

Ein weiteres großes Thema, das neuen Aufschwung

durch die Corona-Pandemie erlangt hat, ist „New

Work“. Es beschreibt eine neue, moderne und oft

kreative, freie Arbeitsweise inmitten von Globalisierung

und Digitalisierung. Genannt werden in diesem

Zusammenhang oft das mobile Arbeiten oder Work-

Life-Balance. Wie ist Ihre Einstellung allgemein dazu?

Welche Herausforderungen sehen Sie?

Dem Thema New Work, das ja auch ein „Lebens -

gefühl“ darstellt, kann sich niemand verschließen. In

unserer Branche geht der Trend zu 40 bis 60% Mobilarbeitsquote

im New Normal. 63% der Versicherungsunternehmen

ermöglichen eine Mobilarbeitsquote von 50%

und mehr, so unsere aktuellen Zahlen. Mitarbeiterbefragungen

zeigen, dass diese Quoten den Präferenzen der

Mitarbeitenden entsprechen. Für Führungskräfte sehe

ich größere Herausforderungen, die Mitarbeitenden als

Team zusammenzuhalten und die Identifikation mit

dem Unternehmen nicht zu verlieren. Führen, was in der

heutigen Zeit sehr viel mit wertschätzender

Kommunikation zu tun hat,

wird anspruchsvoller. Durch die

globale Zunahme der Mobilarbeit

können die Mitarbeitenden theoretisch

für jeden Arbeitgeber arbeiten,

selbst wenn er 700 km entfernt

ist. Solange er noch irgendwo in

Deutschland sitzt, gibt es auch keinerlei

steuerrechtliche Komplikationen.

Sehen Sie New Work speziell für

Frauen, die ja immer noch oft der

Familie zuliebe weniger arbeiten, als

Vorteil? Warum oder warum nicht?

New Work steht für eine Kultur

der zeitlichen Flexibilität und des

Outputs und räumt auf mit der

alten „Präsenz-Kultur“, in der es

auch darauf ankam, um 19 Uhr noch

„schuftend“ am Arbeitsplatz gesehen

zu werden. Frauen, die oft noch

die Rolle des Familienmanagements

übernehmen, waren zu diesen Zeiten nicht mehr

im Büro. Dass sie womöglich schon um 6 Uhr zu arbeiten

begonnen haben, war dann auch irrelevant. New

Work ist grundsätzlich ein Benefit für Frauen wie Männer,

die nun alle selbstbestimmter ihr Privatleben und

den Job verbinden können. Bei Frauen sehe ich insoweit

nur die Gefahr, dass sie sich womöglich für eine höhere

Mobilarbeitsquote im Vergleich zu Männern entscheiden

und damit im Ergebnis auch wieder ihre Sichtbarkeit

leidet.

Schließen sich „Teilzeit“ und „Führungsposition“

Ihrer Meinung nach gegenseitig aus?

Nein. Machbar ist theoretisch alles – ob es sinnvoll ist,

hängt sicher von der jeweiligen Stelle und den handelnden

Personen ab. Die Erfahrung zeigt, dass Führen in

Teilzeit auf der zweiten oder dritten Führungsebene

schon des Öfteren in der Branche vorkommt. Viele Unternehmen

beschäftigen sich aktuell mit dem Thema

Job sharing auf der ersten Führungsebene, was noch sehr

selten ist. Hier sehe ich großes Potenzial für sogenannte

Generationentandems, bei denen eine ältere Führungskraft,

die der Arbeitgeber wegen der besonderen O

Februar 2022 | AssCompact 83


MANAGEMENT & VERTRIEB

„Women in

Leadership & Culture“

Der Arbeitgeberverband der Versicherungs -

unternehmen in Deutschland e. V. (AGV) initiierte

im Jahr 2013 die Bildung des Branchenbeirats

„Frauen in Führung“. Dieser hat sich zum Ziel

gesetzt, mehr Frauen für Führungspositionen in

der Assekuranz zu begeistern und ihren Anteil in

diesen Positionen zu erhöhen. Denn Frauen auf

Führungsebene sind in der Versicherungsbranche

weiterhin unterrepräsentiert. Die

Versicherungswirtschaft ist laut AGV die erste

Branche in Deutschland, die sich gemeinschaftlich

dafür einsetzt, den Anteil von Frauen in

Führungspositionen im Interesse der Chancengleichheit,

aber auch der Wettbewerbsfähigkeit

der Branche anzuheben. Der AGV unterstützt die

Versicherungsunternehmen im Rahmen ihrer

Initiativen zur Verbesserung der Chancengleichheit

von Männern und Frauen. Eine weitere Idee

ist es, erfolgreiche Frauen unternehmensübergreifend

zu vernetzen. Aktuell gibt es 29 Mitglieder.

Im September 2021 entschied der Beirat, sich

umzubenennen in „Women in Leadership &

Culture“, da so die Bedeutung der Unter -

nehmenskultur für die Ziele der Initiative

hervorgehoben wird.

Expertise noch lange in Beschäftigung halten will, ihre

Arbeitszeit beispielsweise durch Altersteilzeit verkürzt

und sich die Stelle mit einer jüngeren Nachwuchsführungskraft

teilt, die in der Rushhour des eigenen Lebens

zeitweilig nicht Vollzeit arbeiten kann. Solche Tandems

müssen sehr gut organisiert sein, die Führungskräfte

brauchen ein ähnliches Führungsverständnis und müssen

lernen loszulassen. Bei einem guten Matching haben

solche Tandems sowohl für das Team als auch für den

Arbeitgeber viele Vorteile, zum einen in Bezug auf die

Führungs-Skills zum anderen hinsichtlich der Über -

brückung von Fehlzeiten. Generell nehmen wir jedoch

wahr, dass vonseiten der Führungskräfte solche Modelle

(noch) nicht oft nach gefragt werden – das ist aber sicher

auch ein Kulturthema.

„Die Frauen, die ich aus dem Vertrieb

kenne, haben großen Spaß an der

Arbeit und sind überdurchschnittlich

erfolgreich. Auch die zunehmende

Digitalisierung im Vertrieb wird nach

meiner Einschätzung den Job für

Frauen interessanter machen, zumal

die Beratung noch komplexer wird.“

Wie lässt sich die Work-Life-Balance in der Ver -

sicherungsbranche noch verbessern? Welche

Möglichkeiten sehen Sie?

Bezogen auf die Mitarbeitenden fällt mir kein struktureller

Optimierungsbedarf mehr ein. Angefangen bei

der 38-Stunden-Woche und umfangreichen Teilzeitangeboten

über Unterstützung bei der Kinderbetreuung

und Pflege, flexible Arbeitszeit, eine Mobilarbeitsquote

von 40 bis 60%, 30 Tage Urlaub, Gleitzeit sowie Langzeitkonten

bis zu Sabbatical-Regelungen, die viele Häuser

haben, stehen wir als Branche schon sehr gut da.

Hinsichtlich der Führungskräfte sehe ich Potenzial,

das Thema Führen in Teilzeit und in Jobsharing tatsächlich

in die Praxis zu bringen und nicht nur auf dem

Papier stehen zu haben.

© venimo – stock.adobe.com

New Work hat auch etwas mit (Eigen-)Verantwortung,

Initiative und Engagement für das Unternehmen zu

tun. Hilft New Work den zukünftigen Maklern und

Maklerinnen sowie Versicherungsunternehmen bzw.

deren Geschäft?

Dem würde ich zustimmen. New Work schafft mehr

Flexibilität für Mitarbeitende, aber auch für Kunden.

Beratungen via Webtools sind nunmehr üblich und können

sogar persönliche Nähe schaffen, selbst wenn man

sich vorher noch nicht kannte. Individuelle Beratungsangebote

können über den Bildschirm geteilt werden,

sodass man sich auch nicht mehr zwingend vor Ort

irgendwo treffen muss. Ich selbst kann für mich sagen,

dass ich das als Kunde viel angenehmer empfinde, als

irgendwo hinzulaufen oder nur zu telefonieren. P

84

AssCompact | Februar 2022


IMPULSE FÜR MODERNE MAKLER | KOLUMNE

© toolsformotivation – unsplash.com

Deshalb sind Vermittler

oft ertragsschwach

Viele Vermittler arbeiten heute

noch so wie vor 30 Jahren.

Sie bauen über lange Zeit

ihre Bestände auf, ohne sich des

Hebels von „Multiplikatoren“ zu

bedienen. Diese Vermittler sind sehr

fleißig, keine Frage. Sie sind über

Jahre engagiert, aber es dauert und

dauert. Sie gewinnen Kunden nur

in Eins-zu-eins-Gesprächen, ohne

jeglichen Vertriebskatalysator. All

das bewirkt, dass auch der Ertrag

vergleichsweise gering ist.

Umso wichtiger ist das Thema

dieses Impulses: das Durchdenken,

Arrangieren und Entwickeln wertvoller

Kooperationen.

Steffen Ritter

Steffen Ritter ist

Geschäftsführer des

Instituts Ritter und

Mitinitiator des

Jungmakler Awards.

Alle Infos und Teilnahmebedingungen unter

jungmakler.de

1. Unternehmer, die an Ihren

Kunden interessiert sind

Die von einigen Vermittlern oftmals

bereits realisierte Kooperationsform

ist die mit anderen Unternehmern.

Das sind zum Beispiel

Steuerberater oder Rechtsanwälte.

Vielleicht sind es auch regionale

Dienstleister, Immobilienmakler

oder Händler.

Die Voraussetzung hierbei ist,

dass sich die Kooperationspartner

nicht überschneiden, sich also gegenseitig

kein Geschäft wegnehmen.

Richtig erfolgreich ist das nur, wenn

es auf beiden Seiten systematisch

läuft. Ich kenne viele „Kooperationen“,

die nie richtig zum Laufen

kommen. Wie kann man also derartige

Kooperationen forcieren? Hier

ein paar Beispiele:

• gemeinsame Newsletter, die

(z. B. quartalsweise) an die

Kunden beider Unternehmen

gesandt werden

• „Freebies“, die exklusiv an

Kunden des anderen offeriert

werden und „Fremden“ nicht

zur Verfügung stehen (z. B.

kann der Vermittler anbieten,

gratis Unterlagen der Kunden

zu ordnen)

• gemeinsame Events oder

Veranstaltungen, zu denen die

Top-Kunden beider Unter -

nehmen eingeladen werden

2. Branchenverbände und ähnliche

„Zielgruppenbesitzer“

Eine andere Kooperationsform

ist die Zusammenarbeit mit Verbänden

oder Institutionen, die Zielgruppen

besitzen. Diese wollen zwar

nicht Ihren Bestand, also Ihre Kunden,

sie wollen aber Ihr Know-how

zum Nutzen ihrer Mitglieder. Entweder

als Beitrag für ihre Verbandszeitschrift,

für ihren Blog, als Vortrag

für ihre Veranstaltung oder auch als

Bereicherung ihrer Facebook-

Community – um nur einige Beispiele

zu nennen.

Wollen Sie diese Kooperationsform

nutzen, dann ist entscheidend,

dass Sie Ihr Wissen allgemeinverständlich

aufbereiten können.

Sofern Sie das nicht können, finden

Sie vielleicht jemanden, der das

kann, entweder per Text – so wie

diesen hier – oder auch per Video.

Selbstredend mit der Möglichkeit,

zu Ihnen Kontakt aufzunehmen.

Entscheidend für den Erfolg ist: Es

muss der Inhalt im Mittelpunkt stehen,

es sollte nicht ausschließlich

Werbung sein. Was ist hier denkbar?

• regelmäßig erscheinende mehrwertige

Beiträge in einem Magazin

oder auf einem Blog

• „Freebies“, die exklusiv für

Verbandsmitglieder zur Ver -

fügung stehen

• Vorträge auf Messen und

Verbandsveranstaltungen

Wenn Sie Ihren Ertrag mit

Kooperationen und ähnlichen

Katalysatoren messbar forcieren

wollen, tragen Sie sich für mein

praxisnahes Schritt-für-Schritt-Training

„12 Hebel für Vermittler“ auf

agenturberatung.de/12-hebel ein,

das am 08.03.2022 startet.

P

Februar 2022 | AssCompact

85


MANAGEMENT & VERTRIEB

Die Kunst, online professionell

zu beraten, und was es dabei

zu beachten gilt

Zugegeben, die Technik funktioniert noch immer nicht bei jeder Videoberatung

auf Anhieb, aber im Großen und Ganzen wurde die Bedienung der Meeting-

Tools in den vergangenen Monaten gelernt. Aber noch entscheidender als das

ist die Präsentation und die Beratungsabfolge bis hin zum Abschluss.

Okay, zwischenzeitlich sollten

wir alle wissen, wie die

Tools von Zoom, Skype

und Microsoft Teams funktionieren.

Doch das ist erst der Start in

die Welt der Video-Meetings und

Online-Beratungen. Alles, was direkt

danach kommt, wird allerdings bis

heute noch sehr stiefmütterlich

behandelt. Doch eigentlich kommt

es gerade darauf an. Denn Kunden,

Geschäftspartner und Interessenten

machen, meist unbewusst, immer

einen sogenannten Kompetenzcheck.

Bei Online-Terminen ist dies

ein „digitaler Kompetenzcheck“.

Wird dieser bestanden, ist das mehr

als die halbe Miete.

Fünf wesentliche

Präsentationspunkte

Doch was lässt uns tatsächlich

kompetent vor dem Bildschirm wirken?

Im Grunde sind es fünf Punkte,

die es zu beachten gilt:

1. Beraten Sie auf Augenhöhe

Und zwar im wahrsten Sinne des

Wortes. Erhöhen Sie Ihren Computer,

sodass Sie nicht von unten nach

oben in Ihre Nasenlöcher „hineinstreamen“

und Teile der Decke Ihres

Wohnzimmers zu sehen sind, sondern

schaffen Sie durch eine etwa

20 Zentimeter hohe Unterlage ein

sehr viel besseres Bild. Sie werden

sehen, es wirkt gleich viel besser.

In diesem Zusammenhang können

Sie dann auch dem sogenannten

„Goldenen Schnitt“ gerecht werden.

Eine Erkenntnis aus der Fotografie.

2. Beachten Sie den

„Goldenen Schnitt“

Beim sogenannten „Goldenen

Schnitt“ wird das Bild imaginär in

drei Hälften unterteilt. Waagerecht

genauso wie senkrecht. Und am

professionellsten wirkt es, wenn

Ihre Augen auf der oberen „Drittel-

Linie“ sind. Entweder zwischen der

linken oder der rechten Drittel-Linie.

Und egal, ob Sie näher am Bildschirm

sitzen oder gar Ihre Beratung

im Stehen machen. Die Perspektive

bleibt dann immer gleich.

Machen Sie gerne mal den Test

und positionieren Sie Ihren Computer

so, dass Ihre Augen auf der

unteren Drittel-Linie angeordnet

sind – es wirklich tatsächlich gleich

sehr viel unprofessioneller.

3. „Erhöhen“ Sie etwas Ihre Gestik

Ja, Sie haben richtig gelesen.

„Erhöhen“ Sie etwas ihre Gestik,

denn wegen des begrenzten Bildschirms

sind sonst immer nur Ihre

Daumen zu sehen und dieses „Daumenkino“

verwirrt mehr, als dass es

Ihre Worte unterstützt.

Also: Gestikulieren Sie so, dass

es am Bildschirm klar zu sehen ist,

und versuchen Sie durch Ihre Gestik,

Ihre Inhalte zu strukturieren.

Wenn Sie zum Beispiel zwei Punkte

besonders hervorheben wollen,

können Sie das körpersprachlich

wunderbar unterstützen:

Machen Sie in Ihren einleitenden

Worten, wenn es um diese beiden

Punkte geht, ein Victory-Zeichen

und dann, wenn Sie den ersten

Punkt ausführen, ordnen Sie das

körpersprachlich der einen Seite des

Bildschirms zu, und wenn es dann

um den zweiten Punkt geht, eben

der anderen Seite.

4. Punkten Sie mit einem

guten Setting

Sorry, wenn ich es so deutlich

sage: Zwei Jahre Pandemie und

dennoch haben einige immer noch

nicht das Niveau ihrer Online-Präsenz

den neuen Gegebenheiten

angepasst. Und dazu gehört es nun

mal, dass man

• einen schönen Hintergrund hat:

Und zwar einen echten und keinen

digitalen, der bei jeder

Bewegung flackert und Unruhe

reinbringt. Ich selbst arbeite da

gerne mit einer Leinwand, die

ich extra habe bedrucken lassen

und bei Bedarf runterziehe.

Optisch erinnert diese Leinwand,

so wie ich sie habe

bedrucken lassen, in etwa an die

Optik meiner Homepage, also

meine Positionierung („Der Experte

für Kundengewinnung“),

mein Proven Expert-Siegel

(„99% Weiterempfehlungs-

Quote“) und noch ein paar

Auszeichnungen.

• eine gute technische Voraussetzung

hat: Und dazu gehört

gutes Licht, eine Webcam, ein

Mikro und eine stabile LAN-

Leitung. Kostet alles kein Geld,

bringt aber furchtbar viel.

86

AssCompact | Februar 2022


MANAGEMENT & VERTRIEB

© Alexander Limbach – stock.adobe.com

5. Kleider machen Leute

Entsprechend dieser technischen

Verbesserung und Ihrem neuen

Hintergrund fällt Ihnen künftig

die Kleiderwahl etwas leichter: Bei

meiner Firmenfarbe Türkis passt

Grau sehr gut. Das heißt, wenn ich

vor meiner überwiegend und extra

plakativ gehaltenen türkisfarbenen

Leinwand sitze und ein graues

Hemd trage, schaut das nicht nur

schick aus, sondern wirkt „angezogen“

(anders als mit einem Polo).

Anzug bzw. Jacke muss nicht sein.

Krawatte auch nicht. Hemd oder gepflegter

Strick-Pullover schon.

Online-Beratung ist

„abschlusssicherer“

Dies alles vorausgesetzt können

Sie Ihre Meetings, aber vor allem

Ihre Beratungsgespräche nach Ihrer

typischen Vorgehensweise durchführen

und Sie werden erleben, dass

die Kunden aufmerksamer und –

Achtung: Jetzt wird’s interessant –

abschlussorientierter sind.

Ja, Sie haben richtig gehört:

Online-Beratungen sind tatsächlich

abschlusssicherer!

Das bedingt einen guten

Gesprächseinstieg, eine ordentliche

Empfehlungsvereinbarung und

eine gründliche Bedarfsermittlung

und natürlich den nie zu vergessenden

Vorabschluss und die fixe Vereinbarung

für den eigentlichen

Beratungstermin.

In dem Beratungstermin wiederholen

Sie am besten noch einmal

das zuletzt Besprochene bis hin zum

Vorabschluss – bevor Sie mit der

eigentlichen Beratung beginnen.

Der Abschluss und die erfolgreiche

Weiterempfehlung werden

dann die logische Konsequenz sein.

Noch mehr Vorteile

Glücklicherweise sind die Kaufsignale,

aber auch etwaige Stör -

gefühle in einer Online-Beratung

leichter zu erkennen als bei einem

Präsenztermin. Ebenfalls spricht für

Online-Beratungen die Effizienz:

Sie schaffen mehr Termine bei gleicher

Zeit und gehen damit auch

mit der Zeit.

Auch die Weiterempfehlung

funktioniert online fast noch ein

bisschen besser und wenn Sie sich

erst einmal den Ruf erarbeitet

haben, dass man bei Ihnen

unkompliziert einen Online-

Termin – am besten über einen

Online-Termin kalender – buchen

kann und Sie damit verbunden

nur einen Mausklick entfernt

sind, werden Sie die Mund-Propaganda

in Ihrem Kundennetzwerk

steigern.

P

Glücklicherweise

sind die Kauf -

signale, aber auch

etwaige Störgefühle

in einer Online-

Beratung leichter

zu erkennen als

bei einem Präsenztermin.

Roger Rankel

Bestsellerautor Roger Rankel (rogerrankel.de)

ist „Der Verkaufstrainer

der Finanzdienstleister“. Jährlich hält

er 150 Vorträge. Rankels Seminare

und Bücher stehen für neue Kunden

und mehr Umsatz.

Februar 2022 | AssCompact 87


MANAGEMENT & VERTRIEB

Den größten Social-Media-Trend

für 2022 verrät Ihnen niemand!

Jedes Jahr gibt es neue Trends in den sozialen Medien. Die sind wichtig, schließlich erwarten

dort Nutzer auch immer was Neues. Ein erfolgreicher Auftritt beginnt aber weiterhin mit einem

schlüssigen Profil. Und der neueste Trend ist simpler, als man denken mag.

Katharina Heder

In diesen Wochen erscheinen

unzählige Auflistungen darüber,

welche Maßnahmen 2022

in den sozialen Medien besonders

wichtig sind. Wer sich hieran orientiert,

der verpasst jedoch den wichtigsten

Trend, insbesondere wenn es

um LinkedIn geht.

Katharina Heder ist Social-Media-

Expertin. Sie beleuchtet für AssCompact

aktuelle Themen aus der Welt der

sozialen Medien und gibt praktische

Tipps zur Umsetzung. Als „Frau

Heder“ (frauheder.de) unterstützt

sie Unternehmen im Marketing und bietet entsprechende

Coachings an. Unter anderem ist sie Referentin der DMA.

Die aktuellen Auswertungen

zu LinkedIn zeigen, dass sich insbesondere

Geschäftsführer dem

Thema intensiv widmen. Dies belegt

beispielsweise der „LinkedIn

CEO Navigator“ von Landau

Media. Die jüngst veröffentlichte

Auswertung belegt nicht nur, dass

sich die Aktivität von Geschäftsentscheidern

auf LinkedIn lohnt, sondern

sie zeigt auch, dass das Interesse

an Ein- und Ausblicken in und auf

strategische Entscheidungen eines

der Topthemen ist.

Falsche Reihenfolge führt zu

falschen Annahmen

Voraussetzung für einen erfolgreichen

Auftritt in den sozialen

Netzwerken ist und bleibt jedoch

das eigene Profil. Längst reicht es

nicht mehr aus, seine Vita grob

darzustellen und mit einem gelungenen

Foto auf sich aufmerksam

zu machen. Längst gehört es dazu,

einen professionellen Profilclaim zu

nutzen, um seine Unternehmensziele

auch in sozialen Netzwerken

wie LinkedIn zu erreichen. Auch

die Nutzung des Portfolios gehört

fast schon zum guten Ton. Der

wichtigste Trend in diesem Jahr

besteht also darin, dass Sie Ihr Profil

als Vertriebsinstrument begreifen:

Finden (potenzielle) Kunden dort,

wonach sie suchen? Verstehen zufällige

Besucher, was Sie anbieten?

Erst wenn diese Grundlage

gelegt ist, lohnt es sich, über aktuelle

Trends und Themen nachzudenken.

Hierzu zählt neben der Frage,

welche Inhalte Sie in welchen Intervallen

veröffentlichen, dann auch

die Überlegung, ob und in welchem

Maß die Kundengewinnung über

soziale Netzwerke möglich ist und

wie dies gelingen kann. Genau hier

liegt auch der größte Fehler, denn

wird die Reihenfolge umgekehrt

und erst wenn das Ergebnis nicht

stimmt, fragt sich der Inhaber des

Profils, woran dies liegt.

Was Sie jetzt tun sollten

Auf der Suche nach möglichen

Ursachen werden dann mitunter

Zweifel an der erfolgreichen Nutzung

sozialer Netzwerke genährt.

Schnell finden sich im Social Web

dann auch Weggefährten, die ähnliche

Erfahrungen gesammelt haben.

Allen gemeinsam ist jedoch, dass die

Ursache nicht oder nicht klar genug

erkannt wird: Das, was kommuniziert

wird, passt nicht zu dem, was

Kunden suchen.

Ein Beispiel dazu: Kein Kunde

sucht in den sozialen Netzwerken

nach Versicherungen. Jeder Kunde

interessiert sich jedoch für Tipps

und Tricks, wie er sich besserstellen

kann. Aus diesem Grund boomen

die Beiträge von Anlegern, die ihre

Strategien veröffentlichen. Für Ihr

Handeln bedeutet dies, sich anzupassen:

Welche Tipps können Sie

Ihrer Zielgruppe geben, damit sich

diese verbessern kann? Zudem

lohnt sich der Blick aufs eigene Profil,

um herauszufinden, was das

eigene Versprechen an die Zielgruppe

ist: Passt dies zu dem, was Kunden

suchen?

Wenn Sie sich

aktuell unsicher

sind, dann freue

ich mich auf Ihre

Nachricht auf

LinkedIn. P

88

AssCompact | Februar 2022


WISSEN 2022

Präsenz-Veranstaltungen

Forum Süd-West

Karlsruhe 03.05.2022

AKS-Symposium

München 24.05.2022

Wiesbaden 25.05.2022

Gewerbe-Symposium

Dortmund 21.06.2022

Hanau 23.06.2022

München 30.06.2022

Forum bV

Mannheim 22.09.2022

Digitalkongresse

Nachhaltigkeit 22.02.2022

Rechtsschutzversicherung 15.03.2022

Mobilität 05.04.2022

Health – Krankenversicherung 26.04.2022

Weitere Infos unter: www.asscompact.de/veranstaltungen


Steuern & Recht | News

Wirecard: Beschwerde gegen

BGH-Beschluss unzulässig

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat die namens

sowie „in Rechtsnachfolge“ des Wirecard-Untersuchungsausschusses

eingelegte Beschwerde gegen einen Beschluss

des BGH-Ermittlungsrichters verworfen. Der Ermittlungsrichter

hatte einen Antrag des Untersuchungsausschusses

abgelehnt, wonach der Geheimhaltungsgrad

„geheim“ aufgehoben werden sollte. Der Antrag bezog

sich auf dem Ausschuss übergebene, in den Berichten

der Ermittlungsbeauftragten des Ausschusses verwertete

Beweismittel („Wambach-Bericht“).

Der BGH hat die Beschwerde als unzulässig angesehen

und daher nicht in der Sache über die Aufhebung des

Geheimhaltungsgrades entschieden. Dafür war maßgeblich,

dass der Untersuchungsausschuss bei Einlegung des

Rechtsmittels gar nicht mehr beteiligungsfähig war; denn

er hatte zuvor mit der Entgegennahme seines Berichtes

durch den Bundestag geendet. Soweit die Beschwerde

durch den Präsidenten des Deutschen Bundestages oder

diesen selbst als „Rechtsnachfolger“ des Untersuchungsausschusses

erhoben worden ist, sind diese nicht Rechtsnachfolger

des Ausschusses und auch sonst nicht befugt,

dessen Rechte als Beschwerdeführer wahrzunehmen.

Eigene originäre Rechte haben sie nicht geltend gemacht.

Im Auftrag des Bundestagsuntersuchungsausschusses

zur Wirecard-Affäre hatten Sonderermittler die Arbeit

des Wirtschaftsprüfungsunternehmens EY bei dem

früheren Dax-Konzern Wirecard genauer unter die Lupe

genommen. Ihren Sonderbericht („Wambach-Bericht“,

benannt nach dem Wirtschaftsprüfer Martin Wambach,

Rödl & Partner) hatte die Geheimschutzstelle des

Bundestags als geheim eingestuft, weil EY darauf pochte,

dass der Bericht Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse

enthalte. Trotzdem gelangte der Bericht ins Internet. (AC)

BGH, BESCHLUSS VOM 16.12.2021 – STB 34/21

BGH: Der Untersuchungsausschuss war bei Beschwerdeeinlegung nicht mehr

beteiligungsfähig.

© Ralf Geithe – stock.adobe.com

Zur Zulässigkeit einer

Musterfeststellungsklage

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main

(OLG) hat die Musterfeststellungsklage der

Schutzgemeinschaft für Bankkunden e. V. als

unzulässig abgewiesen, da es die Ansicht vertritt,

dem Musterkläger fehle es an der Klagebefugnis.

Der Verein möchte im Rahmen der betreffenden

Musterfeststellungsklage diverse Feststellungen

im Zusammenhang mit dem Verbrauchererwerb

von Orderschuldverschreibungen,

Genussrechten und/oder Nachrangdarlehen

bestimmter Unternehmen erreichen.

Laut OLG ist die Musterfeststellungsklage

unzulässig, weil der Verein nicht zu den qualifizierten

Einrichtungen zähle, die zur Erhebung

einer Musterfeststellungsklage berechtigt

seien: Musterfeststellungsklagen dürfen von

qualifizierten Einrichtungen (§ 3 Abs. 1 S. 1

UKlaG) erhoben werden, die als Mitglieder

mindestens zehn im gleichen Aufgabenbereich

tätige Verbände oder mindestens 350 natürliche

Personen haben (§ 606 Abs. 1 Nr. 1 ZPO).

Der Schutzgemeinschaft für Bankkunden e. V.

erfüllt laut OLG Frankfurt am Main aber

weder die Mindestzahl hinsichtlich der Verbände

aus dem gleichen Aufgabenbereich noch die

der natürlichen Personen. Es seien den vorgelegten

Mitgliederlisten zwar mehr als 350 Vereinsmitglieder

zu entnehmen. Enthalten sei dabei

jedoch eine große Zahl sogenannter „Internet-

Mitglieder“, die nicht mitzurechnen seien, da sie

keine Vollmitglieder darstellten. So hätten sie

insbesondere kein Stimmrecht auf den Versammlungen

des Musterklägers. Sie könnten

damit nicht auf das Verhalten und die Geschicke

des Vereins maßgeblich Einfluss nehmen.

Außerdem hat das OLG erhebliche Zweifel,

ob der eingetragene Verein tatsächlich in Erfüllung

seiner satzungsmäßigen Aufgaben Verbraucherinteressen

weitgehend durch nicht-gewerbsmäßige

aufklärende oder beratende Tätigkeit

wahrnimmt. Es stehe im Raum, dass die

gerichtliche Geltendmachung von Verbraucherinteressen

beim Schutzgemeinschaft für Bankkunden

e. V. eine wesentliche und keinesfalls

eine nur untergeordnete Rolle spiele. (AC)

OLG FRANKFURT AM MAIN, URTEIL VOM 05.11.2021 – 24 MK 1/18

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AssCompact | Februar 2022


STEUERN & RECHT

Der Fiskus erbt nur im Notfall

Wenn ein Mensch verstirbt und die gesetzliche

Erbfolge greift, dann erben grundsätzlich

seine Verwandten, sein Ehegatte oder Lebenspartner.

Gesetzlich wird dabei differenziert,

welche Erben zu welchen Anteilen vorrangig

zu berücksichtigen sind. Nur für den Fall, dass

gar kein Verwandter, Ehegatte oder Lebenspartner

vorhanden ist, erbt der Staat. Die Ermittlung

möglicher Erben erfolgt durch das Nachlassgericht

in einem förmlichen Verfahren. Sofern

keine Erben existieren, stellt das Gericht dies

durch einen Beschluss fest, wodurch die Vermutung

begründet wird, der Fiskus sei Erbe.

Ein solcher Feststellungsbeschluss eines

Nachlassgerichts lag dem Oberlandesgericht

Braunschweig (OLG) in einem Beschwerde -

verfahren jüngst zur Überprüfung vor: Der

Erblasser war unverheiratet und hat keine

Abkömmlinge. Seine Eltern waren vor ihm

gestorben und hatten neben ihm keine weiteren

Kinder. Mangels einer letztwilligen Verfügung

gilt die gesetzliche Erbfolge. Den Abkömmlingen

seiner Großeltern mütterlicherseits hat das Amtsgericht

deshalb antragsgemäß einen gemeinschaftlichen

Teilerbschein ausgestellt, wonach

sie den Erblasser zur Hälfte beerben. Zu einem

späteren Zeitpunkt beantragten diese auch die

Erteilung eines gemeinschaftlichen Rest-Teil -

erbscheins, da Abkömmlinge der Großeltern

väterlicherseits nicht ermittelt worden seien.

Das Nachlassgericht führte weitere Ermittlungen

durch, die auch keine Hinweise auf weitere

Erbberechtigte ergaben. Daraufhin stellte

es fest, dass kein anderer Erbe hinsichtlich des

verbleibenden halben Nachlassanteils vorhanden

sei – also das Land Niedersachsen diesen Teil

erbe. Das OLG hat die Entscheidung auf die

Beschwerde des Landes Niedersachsen aufgehoben

und an das Nachlassgericht zur Entscheidung

über den beantragten Erbschein -

antrag zurückverwiesen. Das Nachlassgericht

hätte laut OLG das Erbrecht des Landes Niedersachsen

nicht feststellen dürfen. Eine Fiskus -

erbschaft komme bei der gegebenen Sachlage

auf keinen Fall in Betracht. Sofern es dabei

bliebe, dass lediglich Abkömmlinge der vorverstorbenen

Großeltern mütterlicherseits existierten,

würden diese nämlich allein erben. (AC)

OLG BRAUNSCHWEIG, BESCHLUSS VOM 17.12.2021 – 3 W 48/21

Zur steuerlichen Privilegierung

von Gewinneinkünften

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) hat per

Beschluss entschieden, dass eine auf Gewinneinkünfte

beschränkte Begrenzung des Einkommensteuertarifs

durch Regelungen im Steueränderungsgesetz 2007 und

im Jahressteuergesetz 2007 mit dem allgemeinen Gleichheitssatz

unvereinbar ist. Die Vorschriften bewirken nämlich

eine nicht gerechtfertigte Begünstigung von

Gewinneinkünften gegenüber den Überschusseinkünften.

Der Gesetzgeber ist nun verpflichtet, spätestens bis

zum 31.12.2022 rückwirkend für das Veranlagungsjahr

2007 eine Neuregelung zu treffen.

Durch das Steueränderungsgesetz 2007 wurde für

Einkünfte über 250.000 Euro (Einzelveranlagung) bzw.

500.000 Euro (Zusammenveranlagung von Ehegatten)

der Spitzensteuersatz ab dem Jahr 2007 von 42% auf

45% erhöht (§ 32a Abs. 1 Satz 2 Nr. 5 EStG).

Der Gesetzgeber muss bis zum 31.12.2022 rückwirkend für das Veranlagungsjahr

2007 eine Neuregelung treffen.

Von der Erhöhung wurden Gewinneinkünfte (beispielsweise

Einkünfte aus Gewerbebetrieb) für das

Jahr 2007 ausgenommen (§ 32c EStG), sodass der

Spitzensteuersatz von 45% nur Bezieher von Überschusseinkünften

(beispielsweise Einkünfte aus nichtselbstständiger

Arbeit) traf. Zur Begründung führte

der Gesetzgeber zum einen an, Gewinneinkünfte seien

mit einem spezifisch unternehmerischen Risiko verbunden.

Zum anderen wollte er mit der Entlastung

der Gewinneinkünfte dem Umstand Rechnung tragen,

dass für 2008 eine umfassende Unternehmenssteuerreform

geplant war. Er sah vor diesem Hintergrund

eine Anhebung des Spitzensteuersatzes auch

für unternehmerische Einkünfte als das falsche Signal

und zudem mit negativen ökonomischen Folgen

verbunden an. Durch das Jahressteuergesetz 2007

erfolgten weitere Anpassungen des Einkommen -

steuergesetzes zur Beschränkung des Steuersatzes für

Gewinneinkünfte auf 42%. (AC)

BVERFG, BESCHLUSS VOM 08.12.2021 – 2 BVL 1/13

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Februar 2022 | AssCompact 91


Steuern & Recht | News

Arbeitsassistenz: Kostenübernahme

kennt keine Altersgrenze

Ein schwerbehinderter Mensch kann die Übernahme

der Kosten für eine notwendige Arbeitsassistenz auch

nach Erreichen seines Regelrentenalters beanspruchen.

Das hat das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) per

Urteil entschieden. Im konkreten Fall ist ein blinder

Mann mit einem Grad der Behinderung von 100 als

Ein Schwerbehinderter kann die Übernahme der Kosten für eine notwendige

Arbeitsassistenz auch nach Erreichen seines Regelrentenalters beanspruchen.

schwerbehindert anerkannt. Die Leistungen für eine

Assistenzkraft in Höhe von monatlich 1.650 Euro (22

Wochenstunden), die er für seine selbstständige Tätigkeit

als Lehrer, Berater und Gewerbetreibender erhielt,

erbrachte der betreffende Landeswohlfahrtsverband aber

nur bis zum 30.06.2016 mit dem Argument, dass der

blinde Mann ab dem 01.07.2016 eine Altersrente beziehe.

Den Antrag des weiterhin erwerbstätigen Mannes, die

Kosten vom 01.07.2016 bis zum 30.06.2017 weiter zu

übernehmen, lehnte der Landeswohlfahrtsverband ab.

Widerspruch und Klage hatten keinen Erfolg. Auf die

Revision des Klägers hat das BVerwG die Entscheidung

des Verwaltungsgerichtshofs aufgehoben und die Sache

zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung dorthin

zurückverwiesen.

Für den Anspruch auf Übernahme der Kosten für

eine Arbeitsassistenz als begleitende Hilfe im Arbeits -

leben (gemäß § 102 Abs. 4 Neunten Buchs des Sozial -

gesetzbuchs – SGB IX – alter Fassung, dem § 185 Abs. 5

SGB IX neuer Fassung entspricht) ist eine Altersgrenze

laut BVerwG weder ausdrücklich im Gesetz geregelt noch

lässt sie sich ihm im Wege der Auslegung entnehmen. (AC)

BVERWG, URTEIL VOM 12.01.2022 – 5 C 6.20

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Kroatisches Urteil zu Ausbildungskosten

auch hier gültig

Eine Beschwerde, die sich gegen die Anerkennung

eines kroatischen Zahlungsurteils in

Deutschland bezüglich Rückzahlung von Ausbildungskosten

gerichtet hat, hat das Oberlandesgericht

Frankfurt am Main (OLG) mit einem

Beschluss zurückgewiesen. Im zugrunde liegenden

Fall hat sich die Antragstellerin gegen die

Anerkennung eines Urteils eines kroatischen

Arbeitsgerichts in Deutschland gewandt. Sie ist

Ärztin und hat in Kroatien eine im Wesentlichen

von ihrer dortigen Arbeitgeberin finanzierte

Facharztausbildung erhalten. Da sie vor

Ablauf von zehn Jahren dort kündigte und

nun in Deutschland arbeitet, verklagte ihre

frühere Arbeitgeberin sie in Kroatien unter

Berufung auf vereinbarte allgemeine Geschäftsbedingungen

(AGB) auf anteilige Rückzahlung

der gezahlten Gehälter und Schulungsbeiträge.

Das auf Rückzahlung von umgerechnet rund

60.000 Euro gerichtete Urteil eines kroatischen

Arbeitsgerichts ist rechtskräftig. Das

Landgericht hat den Antrag der Ärztin, dieses

Urteil in Deutschland nicht anzuerkennen,

zurück gewiesen. Die hiergegen eingelegte

sofortige Beschwerde hatte auch vor dem

OLG keinen Erfolg.

Die Antragstellerin könne jetzt nicht mehr

geltend machen, dass die kroatischen Gerichte

für das Rückzahlungsverfahren international

nicht zuständig gewesen seien. Das hätte sie

bereits im dortigen Verfahren rügen müssen.

Im hiesigen Versagungsverfahren sei die Geltendmachung

neuer Tatsachen, die bereits im Ausgangsverfahren

hätten dargelegt werden können,

ausgeschlossen. Damit soll die Verschleppung

des Versagungsverfahrens durch derartige neue

Tatsachenbehauptungen verhindert werden. Die

Anerkennung des kroatischen Urteils widerspreche

auch nicht der öffentlichen Ordnung

der Bundesrepublik Deutschland. Auch nach

deutschem Recht sei es grundsätzlich zulässig,

in AGB die Rückzahlung von Fortbildungs -

kosten zu vereinbaren und die Höhe der Rückzahlung

von der Einhaltung einer bestimmten

Bindungsdauer abhängig zu machen. (AC)

OLG FRANKFURT AM MAIN,

BESCHLUSS VOM 10.12.2021 – 26 W 21/21

92

AssCompact | Februar 2022


STEUERN & RECHT

Corona: Mietzahlungspflicht bei Geschäftsschließung?

Aufgrund des sich verbreitenden SARS-CoV-2-Virus

hat das Sächsische Staatsministerium für Soziales und

Gesellschaftlichen Zusammenhalt Ende März 2020

Allgemeinverfügungen erlassen, aufgrund derer die

Betreiberin eines Einzelhandelsgeschäfts für Textilien

aller Art sowie Waren des täglichen Ge- und Verbrauchs

ihr Geschäft einen Monat lang geschlossen halten musste.

Infolge der behördlich angeordneten Betriebsschließung

zahlte sie an die Vermieterin der Gewerbeimmobilie

für diesen Monat (April 2020) keine Miete.

Das Landgericht (LG) hat die Geschäftsbetreiberin

zur Zahlung der Miete für den Monat April 2020 in

Höhe von 7.854,00 Euro verurteilt. Auf ihre Berufung

hin hat das Oberlandesgericht (OLG) die erstinstanzliche

Entscheidung aufgehoben und die Beklagte, unter

Abweisung der Klage im Übrigen, zur Zahlung von

lediglich 3.720,09 Euro verurteilt: Infolge des Auftretens

der Corona-Pandemie und der staatlichen Schließungsanordnung

sei eine Störung der Geschäftsgrundlage

des Mietvertrags im Sinne von § 313 Abs. 1 BGB ein -

getreten, die eine Anpassung des Vertrags dahingehend

gebiete, dass die Kaltmiete für die Dauer der angeordneten

Schließung auf die Hälfte reduziert werde.

Auf die Revisionen der Klägerin, die nach wie vor

die volle Miete verlangt, und der Beklagten, die ihren

Klageabweisungsantrag weiterverfolgt, hat der Bundesgerichtshof

(BGH) das OLG-Urteil aufgehoben und die

Sache an das OLG zurückverwiesen. Das OLG hat nun

zu prüfen, welche konkreten wirtschaftlichen Auswirkungen

die Geschäftsschließung in dem streitgegenständlichen

Zeitraum für die Beklagte hatte und ob

diese Nachteile ein Ausmaß erreicht haben, das eine

Anpassung des Mietvertrags erforderlich macht. (AC)

BGH, URTEIL VOM 12.01.2022 – XII ZR 8/21

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Steuern & Recht | News

AfW sieht keinen Änderungsbedarf

bei der Vermittleraufsicht

Die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen

und die betriebliche Altersversorgung

(EIOPA) hat am 21.12.2021 ihren „zweiten jährlichen

Bericht über verwaltungsrechtliche Sanktionen und

andere Maßnahmen im Rahmen der Versicherungs -

vertriebsrichtlinie (IDD)“ für das Jahr 2020 vorgelegt –

nicht zu verwechseln mit dem jüngst erschienenen

IDD-Bericht, der das Zwischenfazit zur Implementierung

der IDD ziehen soll.

Der Bundesverband Finanzdienstleistung AfW ist

der Ansicht, dass der Jahresbericht einen Beleg für das

Funktionieren des deutschen IHK-Kammersystems

darstellt. Deutschland ist gemäß der EIOPA-Auswertung

nämlich eindeutiger Spitzenreiter bei der Verhängung

von Sanktionen. So wurden von europaweit 1.942

Sanktionen stattliche 1.562 allein in Deutschland

verhängt. Dementsprechend wurden 80,4% aller europaweit

ausgesprochenen Sanktionen gegen Versicherungsvermittler

in Deutschland verhängt. Diese Quote entspricht

ungefähr dem Wert aus dem Jahr 2019. Damals

betrug der Anteil Deutschlands an den europaweit verhängten

Sanktionen sogar 82,6%.

„In anderen europäischen Ländern mit einer

Kontrolle durch die Finanzaufsicht wird drastisch

weniger sanktioniert. Das System der Vermittleraufsicht

durch die IHKs in Deutschland funktioniert, das

belegen diese Zahlen eindeutig.“, analysiert AfW-Vorstand

Frank Rottenbacher die EIOPA-Auswertung. Mit

dieser Einschätzung wendet sich Rottenbacher gegen

die Ansicht von Verbraucherschützern, SPD und Grünen,

dass nur eine Vermittlerkontrolle durch die Finanzaufsicht

– in Deutschland also durch die BaFin – wirksam

wäre. „Die Unterstellung, dass das Kammersystem aus

einem Interessenkonflikt heraus seine eigenen Mitglieder

nicht sanktionieren würde, wird klar widerlegt. Das

Kammersystem eignet sich daher auch für eine Aufsicht

aller § 34f und § 34i Vermittler“, interpretiert

Rottenbacher die Zahlen weiter.

Mit 1.050 von insgesamt 2.172 Sanktionen wurden

Fehler bei der regelmäßigen Weiterbildungsverpflichtung

mit Abstand am häufigsten sanktioniert (48,3%).

Der AfW hoffe diesbezüglich, dass die von DIHK und

BaFin erarbeiteten und immer wieder aktualisierten

FAQ zur Erfüllung der 15-stündigen Weiterbildungsverpflichtung,

über die AssCompact bereits berichtete,

zu einem Rückgang dieser Sanktionen führen werden. (AC)

VOTUM Verband verfasst

offenen Brief an EU-Kommission

Die durch die EU-Kommission überarbeitete

Vertriebsrichtlinie IDD wird Vermittler voraussichtlich

ab August 2022 dazu verpflichten, in

jedem Beratungsgespräch die Nachhaltigkeitspräferenzen

ihrer Kunden abzufragen. Voraussetzung

dafür ist das Inkrafttreten eines sogenannten

technischen Regulierungsstandards

(RTS) zur einheitlichen unverbindlichen

Bestimmung der Nachhaltigkeitsfaktoren

und der diesbezüglich verpflichtenden Berichterstattung

für Unternehmen durch einen EU-

Rechtsakt. Nun hat die EU-Kommission entschieden,

den ursprünglichen Starttermin des

RTS um ein Jahr auf den 01.01.2023 zu verlegen.

„Durch die erneute Verschiebung des RTS

um ein Jahr ist diese sinnvoll aufeinander aufbauende

Gesetzgebung komplett auf den Kopf

gestellt worden“, so VOTUM-Verbandschef Martin

Klein. „Jetzt tritt erst die Beratungspflicht zur

Nachhaltigkeit in Kraft und dann erst mehrere

Monate später die verbindlichen technischen

Standards für die Taxonomie und die Berichterstattung

zu den Nachhaltigkeitsfaktoren, das

funktioniert in der Praxis nicht“, urteilt Klein

weiter. Vermittler werden dadurch gezwungen,

verbindliche Empfehlungen zu Kapitalanlagen

und dem Grad, inwieweit diese den Nachhaltigkeitspräferenzen

des Anlegers entsprechen,

auszusprechen – ohne dass zu dem Zeitpunkt

ihrer Empfehlung verbindliche Standards

dafür bestehen. Daher hat der VOTUM

Verband nun die EU-Kommission in einem

offenen Brief zur Verschiebung der Beratungspflicht

aufgefordert. „Nach dem jüngsten Entschluss

kann die EU-Kommission schlicht und

ergreifend nicht am aktuell geplanten Start der

Nachfragepflicht im Beratungsprozess festhalten“,

so VOTUM-Chef Martin Klein in seinem

offenen Brief an den zuständigen Generaldirektor

John Berrigan. Der Branchenverband verlangt

zur Wiederherstellung von Rechtssicherheit

die Vertagung der Einführung der neuen

IDD ebenfalls um ein Jahr bis 02.08.2023. (AC)

94

AssCompact | Februar 2022


STEUERN & RECHT

BaFin bereitet strengere Kapitalvorgaben für Banken vor

Angesichts gestiegener Risiken und möglicher

Überbewertungen am Immobilienmarkt bereitet die

BaFin strengere Eigenkapitalanforderungen für Banken

vor. Dazu führt sie einen antizyklischen Kapitalpuffer

von 0,75% der risikogewichteten Aktiva auf inländische

Risikopositionen und einen sektoralen Systemrisikopuffer

von 2,0% der risikogewichteten Aktiva auf mit

Wohnimmobilien besicherte Kredite ein. Derzeit liegen

die Quoten bei 0%. Die Institute haben Zeit, sich auf

die Maßnahmen einzustellen, sie müssen die zusätzlichen

Kapitalanforderungen zum 01.02.2023 erfüllen.

Die BaFin kalkuliert, dass mit den beiden Kapital -

puffern insgesamt rund 22 Mrd. Euro an hartem Kern -

kapital im Bankensystem konserviert werden – 17 Mrd.

Euro über den antizyklischen Kapitalpuffer und 5 Mrd.

Euro über den sektoralen Systemrisikopuffer. Hauptziel

ist es, die Widerstandsfähigkeit des Bankensektors vorbeugend

zu stärken. In schlechteren Zeiten dienen die Puffer

zur Verlustabsorption, sodass eine mögliche prozyklische

Einschränkung der Kreditvergabe mit negativen Auswirkungen

auf die Realwirtschaft begrenzt werden kann.

Ergänzend zu den Kapitalmaßnahmen mahnt die

Aufsicht Banken, Versicherungsunternehmen und

andere Kreditgeber, angesichts der aktuellen Entwicklungen

am Markt für Wohnimmobilien bei der Neukreditvergabe

besonders vorsichtig zu sein. Sie erwartet

eine konservative Bewertungs- und Kreditvergabepraxis,

die Finanzierungen mit hohem LTV („loan-to-value“)

restriktiv behandelt und eine solide Schuldentragfähigkeit

der Kreditnehmer dauerhaft, auch in Stressphasen,

sicherstellt. Kreditnehmer sollten jederzeit in der Lage

sein, die monatlichen Zahlungen für Zins und Tilgung

aufzubringen, auch wenn Zinsen steigen, empfiehlt die

BaFin den Finanzmarktakteuren weiter. (AC)

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heftvorschau märz

Sonderthemen

Nachhaltigkeit

Profitabilität im Maklerbüro

Weitere Themen

Interview mit Cengiz Horn vom Bardo e. V. zum Thema

Cyberkriminalität, Gastbeitrag von DJE Kapital über

Dividendentitel, Erläuterungen von CV Real Estate

zu Immobilien-Potenzialen in B-Lagen, Gespräch mit

Holger Schäfer von Howden über Wachstumspläne

und Konsolidierung am Maklermarkt, Informationen

von RAin Michaela Ferling über rechtliche Hürden beim

Umstieg in die Maklerschaft und weitere Artikel sowie

Kurzmeldungen zu aktuellen Themen.

Das Heft erscheint in der ersten Märzwoche.


SERIE | NACHHALTIGKEIT

„Die Branche jongliert

mit Begrifflichkeiten,

die noch keine verbindlichen

Standards darstellen.“

Das Thema „Nachhaltigkeit“ im Vermittlungsgeschäft

ist untrennbar mit Regulierung

durch den europäischen Gesetzgeber

verbunden. Ob EU-Transparenzverordnung

oder die ergänzte Vertriebs- bzw. zweite

europäische Finanzmarktrichtlinie: Die

Begrifflichkeiten und ihre Bedeutung für

Beraterinnen und Berater sind häufig

unklar und vermischen sich schnell. Zur

Ordnung der Dinge hat AssCompact bei

Norman Wirth, Vorstand beim Bundes -

verband Finanzdienstleistung AfW,

im Interview nachgefragt. Das Interview

führte Dr. Alexander Ströhl.

Herr Wirth, welche Bedeutung

erlangen nachhaltige Geldanlagen

gegenwärtig für Finanzberaterinnen

und -berater im Vermittlungsgeschäft?

Im Moment nehmen nachhaltige

Geldanlagen im Vermittlungs -

geschäft noch keine allzu große

Bedeutung ein, wobei wir wissen,

dass die Nachfrage von Kundenseite

wirklich erheblich zunimmt. Entsprechend

unserem aktuellen Vermittler-Barometer

– eine jährliche

Umfrage mit diesmal über 2.000

teilgenommenen Vermittlerinnen

und Vermittlern – verspüren die Befragten

eine deutlich höhere Nachfrage

nach nachhaltigen Geldanlagen

als noch ein Jahr zuvor.

Wie ist denn die Einstellung beim

Thema „Nachhaltige Geldanlagen“

unter den Vermittlerinnen und

Vermittlern überhaupt?

Die Vermittlerschaft ist bei diesem

Themenkomplex noch recht

konservativ eingestellt. Den meisten

muss das Thema Nachhaltigkeit

noch aktiv nähergebracht werden.

Ich habe den Eindruck, dass die

Thematisierung im Vermittler -

betrieb eher vom Kunden und vom

Gesetzgeber aus geht. Sicherlich, es

gibt auch viele engagierte Finanz -

beraterinnen und -berater. Aber allgemein

betrachtet ist es eher so, dass

der Impuls für dieses Thema von

außen kommen muss.

Welche Bedeutung hat die EU-

Transparenzverordnung – auch

jetzt schon – für den Vermittler -

betrieb und welche Serviceeinheiten,

beispielsweise Website, sind

davon betroffen?

Für den einzelnen Vermittler

oder die einzelne Vermittlerin weist

die EU-Transparenzverordnung, die

nun seit März 2021 in Kraft ist,

zunächst eine recht geringe Bedeutung

auf. So ergaben sich daraus für

sie nur wenige Pflichten und diese

ließen sich auch relativ leicht

umsetzen. Die Hauptinformations-

pflichten aus der Verordnung kann

man auf der eigenen Website, sofern

man eine hat, abbilden. Für diejenigen,

die keine Website haben, gelten

die meisten Informationspflichten

aus der Transparenzverordnung

nicht; der europäische Gesetzgeber

geht offensichtlich davon aus, dass

alle Vermittlerinnen und Vermittler

eine eigene Website haben. Insgesamt

fördert die Verordnung unter

der Vermittlerschaft also eher das

erste Kennenlernen mit dem komplexen

Thema Nachhaltigkeit. Ich

bezeichne sie daher regelmäßig als

einen „kleinen Gruß aus der Küche“

des europäischen Gesetzgebers

in Richtung Vermittlerschaft.

Auf die Produktgeber dagegen,

also die Versicherer, Banken und

Investmentgesellschaften, hat die

Verordnung indes einen ungleich

höheren Einfluss.

Welche neuen Pflichten ergeben

sich aus der Verordnung konkret?

Versicherungsmaklerinnen und

-makler sind verpflichtet, den Kundinnen

und Kunden bestimmte

Informationen zu geben. Das muss,

wenn vorhanden, auf der Website

des Finanzberaters – so der Vermittleroberbegriff

in der Verordnung –

erfolgen, und das zudem mit den

vorvertraglichen Informationen.

Dabei geht es unter anderem um

Fragen zur

• Einbeziehung von Nachhaltigkeitsrisiken

bei der Vermittlung

und Beratung und zur

• Einbeziehung von nachteiligen

Auswirkungen von Investitionsentscheidungen

auf Nachhaltigkeitsfaktoren

bei der Anlageoder

Versicherungsberatung.

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AssCompact | Februar 2022


NACHHALTIGKEIT | SERIE

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Klingt kompliziert, aber: Gemeinsam

haben der AfW und sein Partnerverband

VOTUM praxisnahe und

leicht umsetzbare Hinweise und Formulierungsvorschläge

zur Erfüllung

der gesetzlichen Pflichten entwickelt.

Viel wichtiger für den Beratungsalltag

sind unterdessen die nach aktuellem

Stand ab 02.08.2022 geltenden

Änderungen bei IDD und MiFID II …

… Sie sprechen hier die Ergänzung der

Vertriebsrichtlinie IDD und der zweiten

europäischen Finanzmarktrichtlinie

MiFID II hinsichtlich des Themas

Nachhaltigkeit an …

Richtig. Damit sind wir dann außerhalb

der Pflichten nach der Trans -

parenzverordnung. Wirklich neue Beratungspflichten

ergeben sich aus diesen

sogenannten delegierten

Verordnungen

des europäischen

Gesetzgebers.

Beide Verordnungen

existieren

bereits seit mehreren

Jahren und

wurden nun um

das Thema Nachhaltigkeit

erweitert.

Vermittlerinnen

„Insgesamt fördert die

Verordnung unter der

Vermittlerschaft also

eher das erste

Kennenlernen mit dem

komplexen Thema

Nachhaltigkeit.

Ich bezeichne sie daher

regelmäßig als einen

‚kleinen Gruß aus

der Küche‘ des europäischen

Gesetzgebers in

Richtung

Vermittlerschaft.“

und Vermittler

müssen im Beratungsgespräch

ergänzend

zum Thema

„Nachhaltigkeit“

weitere Aspekte

erfragen. IDD

und MiFID II sind

hier relativ gleichlautend

und schreiben

vor, dass Vermittlerinnen

und Vermittler die Nachhaltigkeitspräferenzen

der Kundinnen

und Kunden abzufragen und sie zum

Thema Nachhaltigkeit zu beraten haben.

Dazu kommt noch ein sogenannter

Geeignetheitstest, das heißt eine

Prüfung des Versicherungs- oder Kapitalanlageprodukts

dahingehend, ob es

für die Kundin/den Kunden vor dem

Hintergrund seiner Präferenzen überhaupt

geeignet ist. Wo es dann wirklich

spannend wird, ist die Regelmäßigkeit

dieser Geeignetheitsprüfung. Nehmen

wir als Beispiel eine nachhaltige, fondsgebundene

Lebensversicherung: Muss

ich als Vermittler jährlich prüfen, ob

dieses Produkt noch den Nachhaltigkeitspräferenzen

des Kunden entspricht?

Beides – also sowohl das

Fondsportfolio als auch die Präferenzen

– können sich ja im Laufe der Jahre

verändern. Wie geht man dann damit

um? Und nicht zuletzt ist darauf zu

achten, dass mit einem angeblich

nachhaltigen Investment kein „Greenwashing“

betrieben wird sowie die

Nachhaltigkeitspräferenzen korrekt

dokumentiert werden.

Worin bestehen denn hinsichtlich des

Themas Nachhaltigkeit gegenwärtig

Schwierigkeiten für das Vermittlungsgeschäft?

Das größte Problem ist, dass Vermittlerinnen

und Vermittler noch gar

nicht wissen können, was unter Nachhaltigkeit

konkret zu verstehen ist. Hier

liegt der Ball beim europäischen Gesetzgeber

– Stichwort

„Taxonomie“.

Die Taxonomie verfolgt

das Ziel, ein

EU-weites Klassifizierungssystem

für

die Bewertung ökologischer

Nachhaltigkeit

von wirtschaftlichen

Aktivitäten

zu etablieren.

Bei der Diskussion

um Atomstrom

und Erdgas sieht

man sehr plastisch,

wie kompliziert das

sein kann und auch

wie interessengetrieben

hier agiert

wird.

Hinzu kommt,

dass die EU-Kommission

gerade erst

entschieden hat, dass die Anwendung

der sogenannten technischen Regulierungsstandards

(RTS) für die Bestimmung

der Nachhaltigkeitsfaktoren

vom 01.01.2022 um ein Jahr auf den

01.01.2023 verschoben wird. Für das

Vermittlungsgeschäft hat das zur Folge,

dass man aufgrund fehlender Standards

schwerlich klare, wirklich belastbare

Aussagen gegenüber den Kundinnen

und Kunden treffen kann. Außerdem

hat die fehlende Vorgabe zur Folge,

dass auch die Vermittlerschaft dem Vorwurf

des „Greenwashing“ ausgesetzt ist.

Es gibt einfach derzeit nur sehr wenige

Siegel oder am Markt, darunter

sicherlich dasjenige des Forum Nachhaltige

Geldanlagen (FNG), die ein O

Februar 2022 | AssCompact

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SERIE | NACHHALTIGKEIT

nachhaltiges Investment wirklich sicherstellen.

Wenn zum 02.08.2022

die ergänzenden Beratungspflichten

in Kraft treten, wird das Dilemma

unmittelbar zutage treten. Ich

kann doch nicht Kunden über

nachhaltige Geldanlagen beraten,

wenn seitens des Gesetzgebers keine

klaren Definitionen für nachhaltige

Geldanlagen vorgegeben sind. Das

ist schlicht nicht machbar. Da müssen

alle Beteiligten aufpassen, dass

dadurch beim Thema Nachhaltigkeit

bei der Vermittlerschaft und deren

Kunden nicht das Momentum

durch Unklarheit, Überbürokratisierung

und pures Zerreden verloren

geht. Das wäre bedauerlich.

Das erscheint tatsächlich nicht sinnvoll.

Was macht der AfW dagegen?

Wir setzen uns unmittelbar

und aktiv dafür ein, dass die neuen

Beratungspflichten erst dann kommen,

wenn eine rechtssichere

Produktempfehlung

im Anschluss an

die Ermittlung der

Nachhaltigkeitspräferenzen

erteilt werden

kann. Und das ist frühestens

der Fall, wenn verbindliche

technische

Regulierungsstandards

vorliegen. Hierfür gehen

wir aktiv auf die Ba-

Fin und die EU-Kommission

zu.

Welche Folgen hätte denn eine

Pflichtverletzung wie eine Falschberatung

für Vermittlerinnen und

Vermittler?

Das ist schwierig einzuschätzen.

Wettbewerbsrechtliche Fragen außer

Acht gelassen, rücken insbesondere

zwei Rechtskreise in den Mittelpunkt:

zum einen das Gewerberecht

und zum anderen das allgemeine

Schadenersatzrecht. Im

gewerberechtlichen Sinne können

von der IHK-Aufsicht natürlich

Bußgelder bis hin zum Entzug der

Gewerbeerlaubnis drohen. Das ist

aber für mich nur schwer vorstellbar.

Im Zivilrecht sprechen wir über

Schadenersatz und vor allem über

Rückabwicklung von Verträgen, weil

der Kunde das Produkt, das nicht

seinen Nachhaltigkeitspräferenzen

entspricht, nicht erworben hätte,

wenn er das von vornherein gewusst

hätte. Er müsste dann also so

gestellt werden, wie wenn er das

konkrete Produkt nicht und stattdessen

ein passendes erworben hätte.

Die Frage, ob sich dabei ein ganz

konkreter materieller Schaden darstellen

lässt, ist dann vom Einzelfall

abhängig und dürfte schnell recht

komplex werden.

Der europäische Gesetzgeber

scheint durch die Ergänzungen bei

IDD und MiFID II von einer aufgeklärten

Bürgerschaft auszugehen.

Womöglich wird es Kundschaft

geben, die gar nicht weiß, was sie

beim Thema Nachhaltigkeit will.

Dieser Fall kann selbstverständlich

eintreten. Wenn Nachhaltigkeit

für die jeweiligen Kunden partout

kein relevantes Thema ist, spielt sie

dann im Beratungsgespräch eben

keine Rolle. Aber als engagierte und

„Wirklich neue Beratungspflichten

ergeben sich aus der Überarbeitung von

IDD und MiFID II des europäischen

Gesetzgebers. Vermittlerinnen und

Vermittler müssen im Beratungsgespräch

ergänzend zum Thema Nachhaltigkeit

weitere Aspekte erfragen.“

kundenorientierte Vermittlerin

muss ich mich bereits vor den Beratungsgesprächen

mit nachhaltigen

Themen auseinandersetzen, um

auch dem unwissenden Kunden die

Chancen und Stärken eines solchen

Investments aufzeigen zu können.

Das sollte das Ziel der Branche sein.

Inwiefern unterstützt der AfW-

Verband die Beraterschaft bei der

Umsetzung der neuen gesetzlichen

Vorgaben?

Wir klären auf und nehmen die

Vermittlerschaft bei dem Thema an

die Hand. Gemeinsam mit dem

VOTUM Verband hatten wir für

Vermittlerinnen und Vermittler

Vorlagen zur Handhabung der

Pflichten aus der Transparenzverordnung

entwickelt. Wir haben praxisnahe

Erläuterungen und Textbausteine

erarbeitet, die auf der

AfW-Website für alle frei zugänglich

zum Download zur Verfügung stehen.

Damit können relativ leicht die

schon vorhandenen Pflichten, die

sich aus der EU-Transparenzverordnung

seit März 2021 ergeben haben,

umgesetzt werden. Zudem hatten

wir Webinare angeboten, die die Vermittlerinnen

und Vermittler an das

Thema Nachhaltigkeit herangeführt

haben. Wichtig war uns dabei auch

das Verständnis dafür, dass es beim

Thema Nachhaltigkeit nicht nur um

das Klima geht, sondern um viele

weitere Themen. Das heißt, wir sprechen

dabei die Grundlagen der

Nachhaltigkeitsdebatte an, also die

UN-Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen

für nachhaltige Entwicklung. Etwas

pathetisch ausgedrückt handelt es

sich dabei ja um einen globalen

Plan zur Förderung nachhaltigen

Friedens und Wohlstands und zum

Schutz unseres Planeten – eingeschlossen

solche Themen

wie Beseitigung von

Armut, Hunger und

Krieg sowie Förderung

von Gesundheit, Bildung

und menschenwürdigen

Arbeitsbedingungen.

Die Schwierigkeiten haben

wir bereits oben

thematisiert. Welche

Vorteile ergeben sich

denn für Finanzberaterinnen

und -berater

durch die EU-Regulierung?

Zunächst erachten wir als sehr positiv,

dass eine Angleichung der gesetzlichen

Pflichten sowohl im Versicherungsvermittlungs-

als auch im Finanzanlagenvermittlungsbereich

beim Thema „Nachhaltigkeit“ stattfindet.

Allerdings geben die

ergänzten Richtlinien derzeit nur

recht pauschal vor, was genau zu

beachten ist. Was wir nicht wissen, ist,

wie genau das Thema Nachhaltigkeit

in Zukunft abzufragen ist: Ist das in

drei Fragen zu machen oder braucht

es dafür künftig 30 Fragen oder noch

mehr? Wie sieht es dauerhaft mit

Atomkraft oder Waffenproduzenten

aus? Genügen auch die UN-Nachhaltigkeitskriterien?

Die Branche jongliert

mit Begrifflichkeiten, die aber

wegen der noch unscharfen Taxonomie

in vielen Bereichen keine verbindlichen

Standards darstellen.

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AssCompact | Februar 2022


NACHHALTIGKEIT | SERIE

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Und wie agiert nun der AfW-Verband

in einer solch ungewissen Situation?

Man muss sich abstimmen! Es gibt

verschiedene Brancheninitiativen wie

das German Sustainability Network

(GSN) von V.E.R.S. Leipzig, die Initiative

„Nachhaltigkeit in der Lebensversicherung“,

das Forum Nachhaltige Geld -

anlagen (FNG), den Arbeitskreis „Beratungsprozesse“

oder auch das Deutsche

Institut für Normung (DIN), die sich

intensiv mit dem Thema befassen und

teilweise für sich anstreben, Nachhaltigkeitsaspekte

in der Beratung in eine

einheitliche und allgemein gültige

Form zu gießen. Der AfW ist in all diesen

Netzwerken selbstverständlich

auch vertreten. Unser Ziel als Verband

für Vermittler innen und Vermittler ist,

dass wir möglichst branchenweit einheitliche

Standards

haben. Allerdings

sind hier auch ganz

unterschiedliche

Partikularinteressen

im Spiel, die eine

solch wünschenswerte

Standardisierung

erschweren.

Am Ende kommt

dann vielleicht auch

noch die BaFin mit

einem Rundschreiben

um die Ecke

und stellt alles auf

den Kopf, was man

sich gerade mühsam

erarbeitet hat.

Nach heutigem

Stand der Dinge

kann ich nicht

abschätzen, ob und

wann die Initiativen

gemeinsame und untereinander

geteilte Standards anbieten können.

Vielleicht wird es das auch gar nicht

geben. Aber das wäre ein ärgerlicher

Zustand. Die Präsenz der maßgeblichen

Maklerpools und Verbünde beim

AfW gemeinsam mit der guten Kooperation

mit dem VOTUM Verband

könnten aber für die Entwicklung einheitlicher

Standards oder zumindest

von gemeinsamen, klaren Positionen

ein Vorteil sein.

Wie bewertet abschließend der AfW-

Verband die „neue“ Pflicht, dass

Vermittlerinnen und Vermittler in der

Beratung Nachhaltigkeitskriterien

einfließen lassen müssen?

„Der Gesetzgeber hat

entschieden, dass die

Mitgestaltung des

Wandels jetzt auch

Aufgabe der Finanz -

beraterinnen und

-berater ist. Gigantische

Finanz ströme sollen in

nachhaltige Bahnen gelenkt

werden und da

spielen die

Beraterinnen und

Berater nun eine

große Rolle.“

Wir begrüßen alle Schritte in Richtung

mehr Nachhaltigkeit. Das ist eine

Frage der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung,

insbesondere auch für die

nachfolgenden Generationen. Wir halten

insofern auch die Einführung von Beratungspflichten

zur Berücksichtigung der

Nachhaltigkeitspräferenzen für absolut

richtig und notwendig. Zudem ist es aus

Sicht des AfW auch eine große Chance,

was Neugeschäft und Umsatz betrifft.

Diejenigen Vermittlerinnen und Vermittler,

die diese Chance bereits ergriffen

haben, berichten davon, dass sie mit dem

Thema Nachhaltigkeit offene Türen einrennen,

insbesondere bei den jüngeren

Kundinnen und Kunden!

Ist es tatsächlich Aufgabe von Finanzberaterinnen

und -beratern, diesen

gesellschaftlichen

Wandel mitzu -

gestalten?

Unsere Branche

kennt das doch bereits:

Auch bei der

privaten Altersvorsorge

übernehmen

Beraterinnen und

Berater durch Vermittlung

entsprechender

Produkte

eine gesamtgesellschaftliche

Verantwortung,

die vom

Gesetz geber gewollt

ist. Ganz ähnlich

verhält es sich nun

beim Thema

„Nachhaltigkeit“.

Der Gesetzgeber

hat entschieden,

dass die Mitgestaltung

des Wandels jetzt auch Aufgabe

der Finanzberaterinnen und -berater

ist. Gigantische Finanzströme sollen in

nachhaltige Bahnen gelenkt werden

und da spielen die Beraterinnen und

Berater nun eine große Rolle. Ich

möchte aber dabei betonen, dass an erster

Stelle stets der Anlegerschutz steht

und erst dann kommen andere Themen

wie Nachhaltigkeit.

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Dr. Alexander Ströhl, AssCompact

Februar 2022 | AssCompact

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MAKLER IN DER HAFTUNG

So bleibt

Ihnen das erspart

Wurde die Beratung ausreichend und rechtssicher dokumentiert? War das Produkt

wirklich passend für den Kunden oder die Kundin? Sind alle relevanten Klauseln

und ihre Konsequenzen erläutert worden? Zittern im Angesicht von Haft(ungs)gefahren?

So weit sollte es natürlich gar nicht erst kommen – im Sinne aller Beteiligten.

© holwichaikawee – stock.adobe.com

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AssCompact | Februar 2022


MAKLER IN DER HAFTUNG

Zugegeben, ganz so schlimm

wie im Bild auf der linken

Seite werden Haftungsfragen

nur für die allerwenigsten Makler je

ausgehen. In den meisten Haftungsfällen

geht es um verhältnismäßig

niedrige Summen. Das bedeutet aber

nicht, dass Makler sich dem Thema

nicht im Detail widmen sollten. Ganz

im Gegenteil. Denn auch geringfügige

Inanspruchnahmen und selbst ungerechtfertigte

Forderungen belasten

den Arbeitsalltag und hin und wieder

sogar den Nachtschlaf des Maklers.

Denn der fürchtet plötzlich um die

Existenz seines Unternehmens oder

bangt zumindest um seine Reputation

und stellt sich schlichtweg die Frage,

ob seine Arbeitsabläufe seinen

eigenen Qualitätsansprüchen genügen.

Von möglichen Folgen für Kunden

mal ganz abgesehen.

Mit der Frage, wie diese Arbeitsabläufe

weiter verbesserbar sind, wo

Haftungsfallen lauern und wie sie

umschifft werden können, ist

AssCompact auf Experten ihres jeweiligen

Gebiets zugegangen und hat

zahlreiche Anregungen mitgebracht.

Die Pflichten des Maklers

Zunächst erläutert Rechtsanwalt

Jürgen Evers anhand eines aktuellen

Urteils zum einen die Bedeutung

einer detaillierten Dokumentation

der Beratung, liefert zum anderen

aber auch einen Hinweis auf die

Pflicht des Maklers, anlassbezogen

tätig zu werden.

Kommt die Klagewelle

gegen Makler?

Im Anschluss geht es um das leidige

Thema Betriebsschließungsversicherung

im Corona-Lockdown, bei

dem es bisher absolut keine Gewinner

gab. Die Versicherungsnehmer

blieben zu einem Großteil auf ihren

Betriebsausfällen sitzen, die Vor -

gehensweise der Versicherer geriet

ins Kreuzfeuer der Medien, die Politik

bekleckerte sich nicht gerade mit

Ruhm, als sie versuchte, zwischen

den Parteien zu vermitteln, und nun,

bald zwei Jahre nach Pandemie -

beginn, ist die rechtliche Bewertung

noch immer nicht abgeschlossen.

Oder ist sie das mittlerweile schon?

Zu Redaktionsschluss stand der erste

Verhandlungstag zum Verfahrenskomplex

Betriebsschließungsversicherung

unmittelbar bevor. Dr. Vincent

Schreier von der Freien Universität

Berlin ist der Ansicht, dass jetzt alles

ganz schnell gehen könnte. Zumindest

dann, wenn der Bundesgerichtshof

(BGH) wie die Vorinstanz

zugunsten des Versicherers entscheiden

sollte. Doch auch wenn es so

kommen sollte, rechnet der Experte

nicht damit, dass im Anschluss eine

Klagewelle auf die Makler zukommt.

Es sei zwar durchaus mit Fällen zu

rechnen, in denen die Versicherungsnehmer

Ansprüche gegen Makler

geltend machen, aber wer sich keine

groben Schnitzer bei der Beratung

erlaubt hat, dürfte nichts zu befürchten

haben, glaubt Schreier.

Makler statt Schufa:

Die Pflicht zur Bonitätsprüfung

Ganz anders sieht das bei der

Frage aus, wie weitreichend ein

Makler die Bonität eines Versicherers

prüfen muss, dessen Produkte

er vermittelt. Dieses Themas hat

sich Rechtsanwalt Jens Reichow angenommen.

Anhand zweier Urteile

erläutert er die Pflichten des Versicherungsmaklers,

sich ein Bild von

der Finanzkraft des Versicherungsunternehmens

zu verschaffen. Zwar

kam der jeweilige Vermittler in beiden

Fällen ungeschoren davon, aber

das ist nach Ansicht von Reichow

kein Grund, sich in Sicherheit zu

wiegen. Die Entscheidungen machten

nämlich deutlich, dass Gerichte

durchaus Hinweispflichten des Versicherungsmaklers

in Bezug auf die

Bonität des Versicherers bejahen

können. Etwas mehr Aufmerksamkeit

für das Thema ist aufseiten der

Maklerschaft folglich angebracht.

Der Teufel steckt

in den Vertragsdetails

Ein Thema, für das Versicherungsmakler

bereits seit Längerem

sensibilisiert sind, ist die Beratung

zu Berufsunfähigkeitspolicen. Neben

den gängigen Problemen, die häufig

aus der Beantwortung von Gesundheitsfragen

erwachsen, gibt es in der

BU noch ganz andere Stolperfallen.

Gerade auf die Fehlannahme, es gebe

kaum Unterschiede zwischen BU-

Sonderthema im Überblick

Quasideckung: Versicherungsmakler

haftet nach erfolgloser Deckungsklage

Eine Klagewelle gegen Makler

ist nicht zu erwarten

Haftet der Versicherungsmakler

für die Bonität des Versicherers?

Vorsicht bei dem „Kleingedruckten“

Hier liegen die größten

Haftungsrisiken für Makler

Produkten, weist Rechtsanwältin

Kathrin Pagel in ihrem Beitrag zu

diesem Sonderthema hin. Denn

selbst kleine Detailunterschiede in

den Versicherungsbedingungen

könnten im Versicherungsfall zu

ganz unterschiedlichen Ergebnissen

in der Leistung führen. Auf diese

Unterschiede, deren Tragweite für

Kunden häufig nicht ersichtlich ist,

müssen Versicherungsmakler hinweisen,

wenn sie die Pflichten nicht

verletzen wollen, die ihnen gegenüber

ihren Kunden zukommen.

Neue Haftungspotenziale

Und im letzten Beitrag dieses

Sonderthemas spricht AssCompact

schließlich noch mit einer Expertin,

die sich tagtäglich mit Haftungs -

fragen von Maklern auseinandersetzen

muss. Franziska Geusen ist

Geschäftsführerin des Spezialmaklers

Hans John und hat es im vergangenen

Jahr bis ins Finale des Jungmakler

Awards geschafft. Im Interview

liefert sie einen Überblick über

die üblichen Schadensummen,

spricht über Haftungspotenziale, die

aus der EU-Offenlegungsverordnung

erwachsen können, und erklärt, weshalb

Spezialmakler manchmal sogar

einen Wissensvorsprung gegenüber

den Versicherern haben.

P

Tom Kufner, AssCompact

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MAKLER IN DER HAFTUNG

© wei – stock.adobe.com

Quasideckung: Versicherungsmakler

haftet nach erfolgloser Deckungsklage

Ein Kunde hatte seinen Makler nach einer erfolglosen Deckungsklage wegen Pflichtverletzung in Haftung genommen.

Weshalb der Kunde mit seiner Haftungsklage vor dem Landgericht Hamburg Erfolg hatte und wie sich der Versicherungsmakler

gegenüber den Ansprüchen des Kunden hätte absichern können, verrät Rechtsanwalt Jürgen Evers.

Unterlässt der Makler

es, den Kunden

auf mangelnden

Versicherungsschutz

hinzuweisen,

kann dieser gemäß

§ 63 VVG Versicherungsschutz

verlangen.

Dabei ist der

Kunde so zu stellen,

als sei er ordnungsgemäß

versichert.

Vor dem Landgericht (LG)

Hamburg musste sich ein

Makler gegen die Haftungsklage

eines im Bewachungsgewerbe

tätigen Kunden verteidigen.

Makler soll Haftpflicht -

versicherung neu ordnen

Der Maklerkunde befasste sich

mit mobilen Kontrolldiensten im

Werk- und Objektschutz. Er bat den

Makler, seine Haftpflichtversicherung

neu zu ordnen. Die Police

schloss Haftpflichtansprüche aus

Sachschäden durch Überschwemmungen

sowie Umwelteinwirkungen

durch Wasser aus. Der Kunde

wollte Alarmüberwachungsverträge

schließen und übersandte dem Makler

dazu Entwürfe für die Objekte

einer Polderschutzgemeinschaft. Mit

deren Abschluss verpflichtete sich

der Maklerkunde, den Verschluss

von Schiebetoren sowie eines Flutschutztores

bei angekündigtem

Hochwasser sicherzustellen.

Erfolglose Deckungsklage

Die Polderschutzgemeinschaft

erlitt erhebliche Schäden. Wegen

mangelhaften Verschlusses von Flutschutztoren

war Hochwasser in die zu

schützenden Objekte eingedrungen.

Die Deckungsklage des Maklerkunden

blieb in allen Instanzen erfolglos.

Haftungsklage

gegen den Makler

Im Wege der Streitverkündung

verlangte der Kunde zum einen die

Feststellung, dass der Makler ihn

von der Verpflichtung zum Schadensersatz

freizuhalten hat. Zum

anderen sollte der Makler haftbar

sein für die vergeblich aufgewendeten

Kosten im Deckungsprozess

und die vorgerichtlichen Anwaltskosten

zur Geltendmachung der

Haftungsansprüche gegen den Makler.

Der Kunde beharrte darauf, dass

der Makler den Versicherungsschutz

so hätte organisieren müssen, dass

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AssCompact | Februar 2022


MAKLER IN DER HAFTUNG

er das Risiko von Überschwemmungen

deckt, zumal der Kunde langjährig

im Flutschutz tätig gewesen

sei. Deshalb habe der Makler ihn

beim Abschluss der Alarmüber -

wachungsverträge fehlerhaft beraten.

Der fehlende Versicherungsschutz

sei ihm nicht bewusst gewesen.

Hätte er den Mangel gekannt,

hätte er die Verträge mit der Polderschutzgemeinschaft

nicht abgeschlossen.

Wegen der Fehlleistungen,

ein bestimmtes Risiko abzudecken,

könne er verlangen, so gestellt

zu werden, als habe er den erforderlichen

Versicherungsschutz erhalten.

Der Makler erwiderte, dem

Kunden vom Abschluss abgeraten

zu haben. Das Landgericht gab der

Feststellungsklage statt und sprach

dem Kunden auch die vorgerichtlichen

Anwaltskosten zu. Soweit der

Kunde Ersatz der Kosten des

Deckungsprozesses verlangte, war

die Klage erfolglos.

Die Begründung des Gerichts

Die Kammer begründete die Entscheidung

mit folgenden Erwägungen:

Nach den Grundsätzen einer

Quasideckung könne der Kunde

gemäß §§ 63 Satz 1, 60, 61 Abs. 1

VVG vom Makler verlangen, so

gestellt zu werden, als habe er den

erforderlichen Versicherungsschutz

erhalten, wenn der Makler es pflichtwidrig

unterlasse, ein bestimmtes

Risiko abzudecken. Der Makler müsse

den Kunden mit einem individuellen

und an das Risiko angepassten

Versicherungsschutz versorgen, das

Risiko von sich aus untersuchen

und ungefragt über seine Bemühungen

unterrichten. Im Rahmen

der laufenden Betreuung müsse der

Makler das versicherte Risiko selbstständig

überwachen, den Kunden

auf Veränderungen hinweisen und

auf eine Anpassung hinwirken. Diese

Pflichten verletze ein Makler, der

die mangelnde Deckung des Haftpflichtrisikos

von Überschwemmungsschäden

nicht erkenne.

Der Makler müsse zwar nur tätig

werden, wenn er über Veränderungen

in Kenntnis gesetzt werde.

Übersende der Kunde dem Makler

jedoch einen Vertragsentwurf für

einen Alarmüberwachungsvertrag,

so sei dies ein Beratungsanlass, der

zur Folge habe, dass der Makler

tätig werden müsse.

Vorwurf der Pflichtverletzung

nicht zu entkräften

Dem Makler obliege die Beweislast

dafür, dass er den Kunden auf

mangelnden Versicherungsschutz

hingewiesen habe. Diesen Beweis

habe der Makler nicht geführt.

Unterlasse der Makler es, den

Kunden auf mangelnden Versicherungsschutz

hinzuweisen, könne

der Kunde aus dieser Pflichtverletzung

gemäß § 63 VVG Versicherungsschutz

verlangen. Dabei sei

der Kunde vom Makler so zu stellen,

als sei er ordnungsgemäß versichert.

Zur Vermeidung der Haftung hätte

der Makler den Kunden davon

abgehalten müssen, den Überwachungsvertrag

ohne entsprechenden

Versicherungsschutz zu schließen.

Auf die Klausel im Maklervertrag,

die die Haftung für Vermögensschäden

auf einen Betrag von 2,5

Mio. Euro beschränke, könne sich

der Makler nicht berufen, da die

Klausel die Haftungsbeschränkung

auch bei grober Fahrlässigkeit vorsehe.

Eine solche Klausel verstoße

gegen §§ 309 Nr. 7 lit. b, 310 BGB.

Das Gericht dürfe die Klausel auch

nicht dahin auslegen, dass sie einer

Inhaltskontrolle noch standhalte.

Kunde bleibt auf

Prozesskosten sitzen

Die mit der Zahlungsklage geltend

gemachten Kosten für den

Deckungsprozess könne der Kunde

nach §§ 280 Abs. 1 und 2, 249 BGB

nicht verlangen. Die Kosten stellten

keinen ersatzfähigen Schaden dar.

Schäden seien nur unfreiwillige

Einbußen am Vermögen oder an

anderen Rechtsgütern. Freiwillige

Vermögensopfer seien persönliche

Aufwendungen. Die Erhebung der

Deckungsklage sei allein die Entscheidung

des Kunden. Eine Einstandspflicht

des Maklers für die

Kosten des Deckungsprozesses gemäß

§§ 280 Abs. 1, 3, 281, 284 BGB scheide

aus, da der Makler untauglicher

Anspruchsgegner sei und die Aufwendungen

wegen der klaren Rechtslage

vom Kunden auch nicht billigerweise

gemacht werden dürfen.

Da die Hauptforderung einen

Schadensersatzanspruch zum Gegenstand

habe, könne der Kunde

von dem aufgrund des Beratungsfehlers

in Anspruch genommenen Makler

die Freihaltung von den außer -

gerichtlichen Kosten für die Inanspruchnahme

des Maklers gemäß

§§ 280 Abs. 1, 249 Abs. 1 BGB ersetzt

verlangen. Hierzu gehörten auch die

Anwaltskosten. Sofern der Schadenfall

schwierig gelagert sei oder der

Schaden nicht bereits bei der ersten

Anmeldung reguliert werde, sei die

Heranziehung eines Anwalts gerechtfertigt.

Mache der Kunde als

Hauptforderung einen Schadens -

ersatz anspruch nach dem VVG geltend,

der nicht klar und eindeutig

gelagert sei, dürfe er die Heranziehung

eines Anwalts für erforderlich

halten. Die Reaktion des Maklers auf

die Streitverkündung stehe diesem

Umstand nicht entgegen. Dies gelte,

wenn der Makler dem Streit beitrete,

ohne sich zu den gegen ihn gerichteten

Ansprüchen zu erklären. Dann

könne der Kunde nicht zweifelsfrei

annehmen, seine Ansprüche ohne

gerichtliche Anrufung zu erreichen.

Fazit

Die Entscheidung veranschaulicht

zum einen, wann Makler

anlassbezogen tätig werden müssen.

Außerdem wird wieder einmal

deutlich, dass sich ein Makler, der

seinen Rat nicht dokumentiert, im

Streitfall nicht entlasten kann. Haftungsbeschränkungen

in AGB wiederum,

die grobe Fahrlässigkeit

nicht ausnehmen, sind unwirksam.

Kosten des Deckungsprozesses sind

kein ersatzfähiger Schaden des Kunden,

die Kosten für die außer -

gerichtliche anwaltliche Tätigkeit

dagegen schon, wenn der Makler

sich nicht klar positioniert. P

Jürgen Evers

Rechtsanwalt der Kanzlei EVERS

Rechtsanwälte für Vertriebsrecht

Februar 2022 | AssCompact 103


MAKLER IN DER HAFTUNG

Eine Klagewelle gegen

Makler ist nicht zu erwarten

INTERVIEW MIT DR. VINCENT SCHREIER

VON DER FREIEN UNIVERSITÄT BERLIN

Ende Januar stand der erste Verhandlungstag zum Verfahrenskomplex Betriebsschließungsversicherung

vor dem BGH an. Dr. Vincent Schreier macht Maklern

Mut, die nun befürchten, ersatzweise in Haftung genommen zu werden, falls

die Bundesrichter zugunsten der Versicherer entscheiden sollten.

Herr Schreier, wenn dieses Interview

erscheint, haben wir den

ersten Verhandlungstag vor dem

BGH zur Betriebsschließungs -

versicherung bereits hinter uns.

Fassen Sie doch bitte zusammen,

worum es in dem Verfahren geht.

Der Kläger, ein Gaststätten -

betreiber aus Schleswig-Holstein,

beansprucht von seinem Versicherer

Versicherungsleistungen für den

Ertragsausfall, der ihm aufgrund des

ersten Lockdowns im Frühjahr

2020 entstanden ist. Ob ihm ein solcher

Anspruch zusteht, hängt von

der Auslegung der vertraglichen

Vereinbarungen in der

Betriebsschließungsversicherung

ab. Dreh- und

Angelpunkt ist hierbei

eine Formulierung in

den Versicherungsbedingungen,

in der definiert

wird, was unter

meldepflichtigen Krankheiten

und Krankheitserregern zu

verstehen ist. Dort wird eine ganze

Reihe von Krankheiten und Krankheitserregern

aufgezählt, bei deren

Auftreten der Versicherer leistet.

Genannt werden hierbei unter

anderem Cholera, Diphtherie, Salmonellen

und viele weitere, jedoch

nicht das neuartige Coronavirus,

das man zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses

noch nicht kannte.

Gleichzeitig nimmt diese Definition

aber auch Bezug auf die im

Infektionsschutzgesetz genannten

Krankheiten und Krankheitserreger.

Die Frage ist nun, ob nur die -

jenigen Krankheiten und Krankheitserreger

versichert sind, die in

den Versicherungsbedingungen ausdrücklich

genannt werden, oder ob

die Bezugnahme auf das Infektionsschutzgesetz

als dynamischer Verweis

zu verstehen ist. Letzteres würde

bedeuten, dass auch das Corona -

virus unter die versicherten Krankheitserreger

fallen würde, das im

Mai 2020 in das Infektionsschutzgesetz

aufgenommen wurde. Die allermeisten

Gerichte in Deutschland,

darunter fast ausnahmslos alle

Oberlandesgerichte, haben bisher

„Wenn der BGH die Entscheidung der

entsprechenden Oberlandesgerichte bestätigt,

dann gehe ich davon aus, dass die

Sache [...] weitgehend geklärt sein wird.“

den Standpunkt vertreten, dass die

Aufzählung in den Versicherungsbedingungen

abschließend zu verstehen

und das Coronavirus daher

nicht abgedeckt ist. Einige wenige

Gerichte haben aber auch angenommen,

dass eine solche Formulierung

in den Bedingungen ent -

weder mehrdeutig oder sogar intransparent

und somit unwirksam ist.

Es gibt aber auch Bedingungen,

in denen geschrieben steht, dass

gegen folgende Krankheiten und

Krankheitserreger Versicherungsschutz

besteht – ganz ohne Bezugnahme

auf das Infektionsschutz -

gesetz, oder?

Ja, die gibt es auch. Sie sind

allerdings, soweit ich das überschauen

kann, die Ausnahme. Tatsächlich

kenne ich nur Versicherungsbedingungen

eines Anbieters,

in denen ausdrücklich und

unmissverständlich klargestellt ist,

dass nur die in den Versicherungsbedingungen

genannten Krankheiten

und Krankheitserreger versichert

sind und keine anderen. Solche

Klauseln sind allerdings wie

gesagt eher die Ausnahme und entsprechen

vor allem

nicht den damaligen

Musterbedingungen des

Gesamtverbandes der

Deutschen Versicherungswirtschaft

(GDV).

Wenn es sich bei den

Bedingungen in dem

vor dem BGH verhandelten Fall um

die Musterbedingungen des GDV

handelt, wie weitreichend werden

dann die Folgen eines Urteils sein?

Für den Fall, dass der BGH

zugunsten des Versicherers entscheidet

und festlegt, dass der Katalog an

Krankheiten und Krankheitserregern

in den Versicherungsbedingungen

abschließend zu verstehen

ist, gehe ich davon aus, dass viele

Versicherungsnehmer ihre Revision

zurückziehen werden. Diese hätte

dann einfach keine nennenswerte

Aussicht auf Erfolg mehr. Dennoch

104

AssCompact | Februar 2022


MAKLER IN DER HAFTUNG

kommt es immer auf die genauen

Vereinbarungen in den Versicherungsbedingungen

an. Es wird

daher sicherlich auch Verträge

geben, auf die sich die kommende

BGH-Entscheidung nicht ohne Weiteres

übertragen lässt.

Das heißt, der ganze Verfahrenskomplex

könnte theoretisch schon

Ende Januar vorbei sein?

Ja, das könnte sein. Wenn der BGH

die Entscheidung der entsprechenden

Oberlandesgerichte bestätigt,

dann gehe ich davon aus, dass die

Sache zumindest für die typischen

Verträge weitgehend geklärt sein

wird. Anders wird es sicherlich sein,

wenn der BGH den Versicherungsnehmern

recht geben sollte. Dann

wird die Thematik die Gerichte wohl

noch etwas länger beschäftigen.

Mittlerweile ist die

Pandemie kein unrealistisches

Szenario

mehr, sondern gelebter

Alltag, und sie wird uns

voraussichtlich auch

noch in Zukunft

beschäftigen. Wie hätten

Vermittler das Risiko einer

Pandemie aber rückblickend

bewerten müssen und wie sieht es

im Gegensatz dazu heute aus?

Hinsichtlich des Umfangs der

Beratungspflicht müssen wir zwischen

Versicherungsvertreter und

Versicherungsmakler unterscheiden.

Während der Versicherungsvertreter

den Bedarf des Versicherungsnehmers

in der Regel nicht von sich

aus ermitteln muss und insbesondere

nicht zu einem breiten Produktvergleich

im Sinne eines „best advice“

verpflichtet ist, ist die Beratungspflicht

beim Makler deutlich weitreichender.

Er muss das versicherte

Risiko grundsätzlich selbst untersuchen.

Ihm kommt damit auch eine

eigene Pflicht zur Risikoermittlung

und zur Risikoanalyse zu. Rückblickend

habe ich aber Zweifel, ob

man dem Versicherungsmakler die

Pflicht auferlegen musste, das Szenario

einer Pandemie und eines

flächendeckenden Lockdowns zu

bedenken. Entscheidend sind hier

aber, wie so oft, die Umstände des

Einzelfalls, also vor allem, was

genau Inhalt des Beratungs -

gesprächs war. So soll es wohl auch

vorgekommen sein, dass sich Kunden

bereits im Februar und März

2020, also kurz vor dem ersten Lockdown,

nach einer Absicherung

durch eine Betriebsschließungsversicherung

erkundigt haben. Solche

Fälle wären wohl dann wieder

anders zu beurteilen.

Unter den heutigen Umständen

müssen Versicherungsvermittler,

wenn sie das Risikoprofil des Kunden

ermitteln, nun zwingend über

eine Betriebsschließungsversicherung

beraten. Dabei haben sie vor

allem auch auf die relevanten Risikoausschlüsse

im Zusammenhang mit

Epidemien und Pandemien klar

hinzuweisen. Entsprechend den

heute gültigen Bedingungen werden

sich dabei jedoch keine großen

Deckungsfragen mehr ergeben. Die

„Der Makler muss das versicherte Risiko

grundsätzlich selbst untersuchen. Ihm

kommt damit eine Pflicht zur Risiko -

ermittlung und zur Risikoanalyse zu.“

Punkte, über die aktuell gestritten

wird, sind in neueren Bedingungen

jetzt ausdrücklich geregelt. Das ist

ein aus meiner Sicht wichtiger

Unterschied zu der damaligen Haftungssituation

von Vermittlern, die

jedenfalls nicht eigeninitiativ und

ohne konkreten Anlass darüber aufklären

mussten, wie diese komplexen

und zum damaligen Zeitpunkt

auch fernliegenden Deckungsfragen

zu beantworten sind.

Sollte der BGH entscheiden, dass

die Versicherer nicht leisten müssen,

wie hoch ist dann die Wahrscheinlichkeit,

dass der ein oder

andere Versicherungsnehmer

nachträglich seinen Makler in

Haftung nehmen wird?

Ganz ausgeschlossen ist das

nicht. Dass auf die Versicherungsmakler

eine Klagewelle zukommen

wird, wenn der BGH tatsächlich

den vertraglichen Leistungsanspruch

ablehnen sollte, wage ich allerdings

zu bezweifeln. Man muss eine

Pflichtverletzung des Versicherungsmaklers

nämlich immer in

der konkreten Situation beurteilen.

Wir haben es hier mit Vertragsschlüssen

zu tun, die meist lange vor

der Pandemie erfolgt sind. Da hat

noch niemand an eine Pandemie

und einen Lockdown gedacht, sondern

in erster Linie an die Schließung

einer Gaststätte wegen Salmonellenbefalls.

Zumal der Umfang

der Beratungspflicht auch immer

ins Verhältnis zu der Versicherungsprämie

zu setzen ist. Hinzu kommt

auch, dass viele Versicherungsnehmer

sich in Haftungsprozessen mit

Maklern nicht unerheblichen

Beweisschwierigkeiten ausgesetzt

sehen könnten. Insoweit dürften

zumindest diejenigen Makler auf

der sicheren Seite sein, die den Beratungsvorgang