25.03.2022 Aufrufe

Heimisch genießen | In der Osterzeit | 1-2022

Kulinarisch ist die Osterzeit eher der kleine Bruder des Weihnachtsfestes. Das mag daran liegen, dass Ostern heute für uns eine eher untergeordnete Rolle spielt, obwohl es das höchste Fest der christlichen Kirche ist. Aber vielleicht ist der Grund auch, dass Ostern ins Frühjahr fällt und wir uns dann oft bewusster ernähren. Man kann schon das erste frische Gemüse des Jahres kaufen und wir freuen uns auf gesellige Treffen mit Freunden und Familie, wenn die Tage wieder länger, heller und wärmer werden. In dieser Ausgabe von Heimisch genießen haben wir ein paar Osterbräuche unter die Lupe genommen und Menschen besucht, die in der Osterzeit besonders gefragt sind: So haben wir z.B. mit einer Schäferin über die Tradition des Osterlamms gesprochen und von der jungen Landfrau Martina erfahren, wie es ist, selbst Hühner zu halten. Außerdem gibt’s in diesem Heft noch mehr Wissenswertes rund um Ostereier, Osterbrot und andere Leckereien.

Kulinarisch ist die Osterzeit eher der kleine Bruder des Weihnachtsfestes. Das mag daran liegen, dass Ostern heute für uns eine eher untergeordnete Rolle spielt, obwohl es das höchste Fest der christlichen Kirche ist. Aber vielleicht ist der Grund auch, dass Ostern ins Frühjahr fällt und wir uns dann oft bewusster ernähren. Man kann schon das erste frische Gemüse des Jahres kaufen und wir freuen uns auf gesellige Treffen mit Freunden und Familie, wenn die Tage wieder länger, heller und wärmer werden.

In dieser Ausgabe von Heimisch genießen haben wir ein paar Osterbräuche unter die Lupe genommen und Menschen besucht, die in der Osterzeit besonders gefragt sind: So haben wir z.B. mit einer Schäferin über die Tradition des Osterlamms gesprochen und von der jungen Landfrau Martina erfahren, wie es ist, selbst Hühner zu halten.
Außerdem gibt’s in diesem Heft noch mehr Wissenswertes rund um Ostereier,
Osterbrot und andere Leckereien.

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<strong>Heimisch</strong><br />

<strong>genießen</strong><br />

<strong>In</strong> <strong>der</strong> <strong>Osterzeit</strong><br />

Reportage<br />

Warum es bei Schäferin Sandra Lippert<br />

zu Ostern kein Lamm gibt und was<br />

ihre Herde aus „Landschaftspflegern<br />

mit Biss“ so beson<strong>der</strong>s macht, gibt es<br />

dieses Mal in <strong>der</strong> Reportage.<br />

<strong>In</strong>terview<br />

Annerose Blöttner ist die Chefin von<br />

57.000 Hennen. Wie sie gehalten<br />

werden und was ihr Unternehmen<br />

ausmacht, berichtet sie im <strong>In</strong>terview.<br />

Rezept<br />

Die junge Landfrau Martina hält<br />

nicht nur selbst Hühner, sie baut<br />

auch Gemüse an. Perfekt, um einen<br />

schnellen Rübli-Kuchen zu backen.


Vorwort<br />

2<br />

Vorwort<br />

Kulinarisch ist die <strong>Osterzeit</strong> eher <strong>der</strong><br />

kleine Bru<strong>der</strong> vom Weihnachtsfest.<br />

Das mag daran liegen, dass Ostern<br />

heute für uns eine eher untergeordnete<br />

Rolle spielt, obwohl es das kirchlich<br />

höchste Fest ist. Aber vielleicht ist <strong>der</strong><br />

Grund auch, dass Ostern ins Frühjahr<br />

fällt und wir uns dann oft bewusster<br />

ernähren. Man kann schon das erste<br />

frische Gemüse des Jahres kaufen und<br />

wir freuen uns auf gesellige Treffen<br />

mit Freunden und Familie, wenn die<br />

Tage wie<strong>der</strong> länger, heller und wärmer<br />

werden.<br />

<strong>In</strong> dieser Ausgabe von <strong>Heimisch</strong> <strong>genießen</strong><br />

haben wir ein paar Osterbräuche<br />

unter die Lupe genommen und Menschen<br />

besucht, die in <strong>der</strong> <strong>Osterzeit</strong> beson<strong>der</strong>s<br />

gefragt sind: So haben wir z.B.<br />

mit einer Schäferin über die Tradition<br />

des Osterlamms gesprochen und von<br />

<strong>der</strong> jungen Landfrau Martina erfahren,<br />

wie es ist, selbst Hühner zu halten.<br />

Außerdem gibt’s in diesem Heft noch<br />

mehr Wissenswertes rund um Ostereier,<br />

Osterbrot und an<strong>der</strong>e Leckereien.<br />

Evelyn Zschächner<br />

<strong>In</strong>itiative <strong>Heimisch</strong>e Landwirtschaft<br />

Pamela Brix<br />

Kompetenzzentrum Direktvermarktung<br />

<strong>In</strong>haltsverzeichnis<br />

Rund ums Osterei Seite 3<br />

Boden, Freiland, Kleingruppe: Auf die Haltung kommt es an Seite 4<br />

18 Millionen Eier pro Jahr Seite 6<br />

Hühnerhaltung daheim Seite 8<br />

Darum gibt’s Karfreitag Fisch Seite 9<br />

Warum bei dieser Schäferin kein Osterlamm auf den Tisch kommt<br />

Süß und lecker: Das Osterbrot<br />

Handwerkskunst und Familientradition<br />

Wissenswertes rund ums Osterfest<br />

Martinas mo<strong>der</strong>ne Landfrauenküche in <strong>der</strong> <strong>Osterzeit</strong><br />

Seite 10<br />

Seite 12<br />

Seite 13<br />

Seite 14<br />

Seite 15<br />

Impressum<br />

Herausgeber:<br />

<strong>Heimisch</strong>e Landwirtschaft UG, Alfred-Hess-Straße 8, 99094 Erfurt<br />

Telefon: +49 (361) 26 25 33 30 | E-Mail: info@heimische-landwirtschaft.de<br />

<strong>In</strong>ternet: www.heimischelandwirtschaft.de<br />

Kompetenzzentrum Direktvermarktung, c/o Landvolkbildung Thüringen e.V.,<br />

Alfred-Hess-Straße 8, 99094 Erfurt<br />

Telefon: +49 (361) 26 25 32 86 | E-Mail: direktvermarktung@landvolkbildung.de<br />

<strong>In</strong>ternet: www.landvolkbildung.de<br />

Bildnachweise (falls nicht an<strong>der</strong>s angegeben)<br />

Seite 1 (Titel): #420753803 - svetlana_cherruty - stock.adobe.com<br />

Seite 8: MDR/Grit Hasselmann<br />

Seite 10/11: Sandra Lippert, privat<br />

Seite 13: Susann Nürnberger<br />

Envato Elements:<br />

Alle von <strong>der</strong> Bilddatenbank Envato Elements verwendeten Bil<strong>der</strong> wurden nachweislich<br />

für dieses Magazin lizenziert. Eine expliziter Bildnachweis ist nicht nötig.<br />

Redaktion und V.i.S.d.P.: Evelyn Zschächner<br />

Layout: Frank + Haueis GmbH (Entwurf), besser.design (Weiterentwicklung und finale Gestaltung)


3<br />

Rund ums Osterei<br />

Rund ums Osterei<br />

Ob aus Schokolade, Marzipan o<strong>der</strong> gekocht:<br />

an Ostern werden Eier gegessen. Doch woher<br />

stammt dieser Brauch?<br />

Das Ei ist ein Symbol für Leben,<br />

Fruchtbarkeit und die Auferstehung<br />

Christi und ein Zeichen für den Sieg des<br />

Lebens über den Tod. Denn das Küken,<br />

das aus dem Ei schlüpft, ist ein Sinnbild<br />

für Jesus, <strong>der</strong> den Stein von seinem<br />

Grab schiebt.<br />

Im Mittelalter zählten Fleisch, Eier, Butter,<br />

Sahne, Milch, Käse, Wein und Liköre<br />

zu den „verbotenen“ Lebensmitteln in<br />

<strong>der</strong> Fastenzeit. Doch die Hennen legten<br />

natürlich trotzdem weiter fleißig Eier.<br />

Damit diese nicht verdarben, wurden<br />

die Eier gekocht und haltbar gemacht.<br />

Um die hartgekochten Eier von den<br />

rohen unterscheiden zu können, wurden<br />

die gekochten Eier gefärbt. Daher<br />

stammt vermutlich auch <strong>der</strong> Brauch,<br />

Ostereier zu bemalen.<br />

Von Aschermittwoch bis<br />

Gründonnerstag: Eine Zeit des Verzichts<br />

Durch die Enthaltsamkeit in <strong>der</strong> Fastenzeit<br />

sollten die Menschen zur Besinnung<br />

kommen. Heute gilt die Fastenzeit eher als<br />

freiwilliger und bewusster Verzicht auf zum<br />

Beispiel Vergnügungen, Süßes o<strong>der</strong> Alkohol.<br />

Eier selbst färben<br />

Bunte Ostereier:<br />

Kaufen o<strong>der</strong> selbst färben?<br />

23.9%<br />

Bunte Eier kaufen<br />

14.1%<br />

Darauf würden wir in <strong>der</strong> Fastenzeit<br />

am ehesten verzichten<br />

Teils/teils<br />

28.8%<br />

Alkohol<br />

73%<br />

We<strong>der</strong> noch<br />

11.9%<br />

Süßigkeiten<br />

Fleisch<br />

54%<br />

68%<br />

0% 10% 20% 30%<br />

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1057422/umfrage/umfrage-zum-faerben-voneiern-zum-osterfest-in-deutschland/<br />

Rauchen<br />

45%<br />

Fernsehen<br />

39%<br />

Computer<br />

24%<br />

Auto<br />

24%<br />

0% 25% 50% 75%<br />

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/510164/umfrage/genussmittel-o<strong>der</strong>konsumgueter-auf-die-man-am-ehesten-verzichten-wuerde/<br />

Produktionsmenge von Schokoosterhasen<br />

in Deutschland 2021: 214 Millionen Stück<br />

- <strong>In</strong>landsabsatz: 107 Millionen<br />

- Auslandsabsatz: 107 Millionen


Boden, Freiland, Kleingruppe: Auf die Haltung kommt es an<br />

4<br />

Boden, Freiland, Kleingruppe:<br />

Auf die Haltung kommt es an<br />

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, als vor dem täglichen Verzehr von Eiern gewarnt wurde? Zu hoch sei das gesundheitliche<br />

Risiko. Herzkrankheiten o<strong>der</strong> Diabetes könnten die Folge sein. Dieses Ernährungsgebot ist mittlerweile wi<strong>der</strong>legt und das<br />

Hühnerei ist rehabilitiert. Es liefert hingegen eine Menge Eiweiß und Proteine.<br />

Ganze 239 Eier isst je<strong>der</strong> von uns pro Jahr. Ob als klassisches Frühstücksei o<strong>der</strong> verarbeitet in Nudeln und Backwaren:<br />

Eier kommen hierzulande also häufig auf den Tisch.<br />

Obwohl viele Hühnereier in Deutschland erzeugt werden, sind wir mit einem Selbstversorgungsgrad von 71,8 Prozent<br />

doch auf den Import aus dem Ausland angewiesen. Häufig kommen sie aus Polen, Belgien o<strong>der</strong> den Nie<strong>der</strong>landen.<br />

Die mehr als 43 Millionen Legehennen werden hierzulande ganz unterschiedlich gehalten. Die mit Abstand häufigste<br />

Haltungsform ist die Bodenhaltung. Darüber hinaus gibt es die Freilandhaltung, die Haltung in <strong>der</strong> Kleingruppe o<strong>der</strong> in<br />

ökologischen Betrieben.<br />

Das bedeuten die Haltungsformen<br />

für Legehennen


5 Boden, Freiland, Kleingruppe: Auf die Haltung kommt es an<br />

Ökologische Erzeugung –<br />

Ziffer „0“ im Erzeugercode<br />

• pro Stall max. 3.000 Tiere, pro Henne mind. 1.660 Quadratzentimeter Fläche<br />

und 18 cm Sitzstange<br />

• Auslauf ins Freie mit mind. vier Quadratmeter Fläche pro Tier<br />

• Fütterung ausschließlich mit ökologischen, möglichst betriebseigenen Futtermitteln<br />

• maximal 230 Tiere pro Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche des Erzeugers<br />

Freilandhaltung –<br />

Ziffer „1“ im Erzeugercode<br />

• wie Bodenhaltung, aber zusätzlich mit mind. vier Quadratmeter Auslauffläche<br />

im Freien pro Tier, welche tagsüber uneingeschränkt zur Verfügung steht<br />

• Auslauf sollte bewachsen sein, nicht an<strong>der</strong>s genutzt werden (Ausnahme Obstgarten,<br />

Wald o<strong>der</strong> Weide) und muss je nach Größe Unterstände und Tränken<br />

enthalten<br />

Bodenhaltung –<br />

Ziffer „2“ im Erzeugercode<br />

• geschlossene Ställe, maximal 6.000 Tiere pro Stall<br />

• maximal neun Hennen pro Quadratmeter (pro Tier 1.100 Quadratzentimeter),<br />

bis zu vier Ebenen, wobei nur max. 18 Tiere pro Quadratmeter Stallgrundfläche<br />

gehalten werden dürfen<br />

• Sitzstangen und Laufflächen, Nester zur Eiablage<br />

• eingestreuter Bereich (Kaltscharr-Raum) muss mindestens 2/3 des Tages zum<br />

Picken und Scharren zur Verfügung stehen, Einstreu muss regelmäßig erneuert<br />

werden (Hygiene)<br />

• 2/3 <strong>der</strong> nutzbaren Stallfläche hat Boden aus Gitterrosten aus Kunststoff, lassen<br />

Kot auf darunter liegende Entsorgungsbän<strong>der</strong> o<strong>der</strong> in Kotgruben fallen, so dass<br />

die Tiere nicht in ihren Exkrementen leben<br />

Kleingruppenhaltung –<br />

Ziffer „3“ im Erzeugercode<br />

• Haltung in kleinen Gruppen (20 bis<br />

max. 60 Tiere) in ausgestalteten<br />

Käfigen<br />

• Käfige beinhalten Einstreufläche<br />

zum Picken und Scharren, abgedunkelte<br />

Nester und Sitzstangen<br />

• für Hennen unter zwei Kilogramm<br />

Körpergewicht müssen<br />

800 Quadratzentimeter, ab zwei<br />

Kilogramm Körpergewicht 900<br />

Quadratzentimeter Fläche pro Tier<br />

zur Verfügung stehen<br />

ab 2025 größtenteils verboten<br />

Eier kaum im Handel, sie werden<br />

größtenteils von <strong>der</strong> Nahrungsmittelindustrie<br />

abgenommen<br />

Son<strong>der</strong>formen:<br />

mobiler Stall<br />

• voll ausgestatteter Stall, welcher<br />

auf verschiedene Außenflächen<br />

bewegt werden kann, so dass die<br />

Hennen wechselnde Flächen<br />

beweiden können<br />

schon<br />

gewusst?<br />

Kennzeichnung: Was bedeutet <strong>der</strong> Erzeugercode auf dem Ei?<br />

Jedes Ei mit einem Erzeugercode kann bis zum Legehennenbetrieb zurückverfolgt werden.<br />

Beim Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT) kann <strong>der</strong> Eier-Code<br />

auf dieser Seite eingegeben werden, um mehr <strong>In</strong>formationen zum Erzeuger zu erfahren.<br />

www.was-steht-auf-dem-ei.de


18 Millionen Reportage Eier pro Jahr<br />

6<br />

18 Millionen Eier pro Jahr<br />

Teichweiden ist ein Ortsteil von Uhlstädt-Kirchhasel im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen.<br />

Neben 182 Einwohnern leben hier auch 57.000 Hennen in Boden- und Freilandhaltung. <strong>Heimisch</strong><br />

<strong>genießen</strong> hat den Geflügelhof vor Ostern besucht und mit Annerose Blöttner, Geschäftsführerin des<br />

Geflügelhof Teichweiden über die Hühnerhaltung in ihrem Unternehmen gesprochen.<br />

Wie werden die Legehennen bei Ihnen im Unternehmen gehalten und was<br />

wird aus den Eiern hergestellt?<br />

Jährlich legen unsere 57.000 Hennen 17 bis 18 Millionen Eier aus Bodenhaltung und<br />

aus Freilandhaltung. Wir vermarkten frische und auch hart gekochte Eier für den<br />

Lebensmitteleinzelhandel.<br />

Wir halten vier Herden: Zwei braune zwei weiße auf Bodenhaltung und in Freilandhaltung.<br />

Gemäß <strong>der</strong> europäischen Eiweißstrategie verwenden wir so genanntes<br />

„Europasoja“(Anm. gentechnikfreies Soja aus europäischem Anbau) zur Fütterung.<br />

Ab diesem Jahr beschäftigen wir uns mit <strong>der</strong> Bru<strong>der</strong>hahnaufzucht.<br />

Ostern werden ja traditionell sehr viele Eier gekauft und gegessen. Ist das für<br />

Sie und Ihr Team auch die arbeitsintensivste Zeit des Jahres?<br />

Bei uns ist Ostern und auch Weihnachten Saison. Im Sommer geht <strong>der</strong> Absatz etwas<br />

runter. Wir bieten zum Ostereierfärben braune und auch weiße Eier an. Wobei die<br />

weiße Henne fleißiger legt und weniger Futter benötigt. Dafür ist das gelegte Ei<br />

weniger groß als ein braunes Ei. Ebenso enthält unser Sortiment ganzjährig hart<br />

gekochte, bereits gefärbte Eier aus einer Thüringer Eifärberei.<br />

Gibt es zu Ostern spezielle Produkte?<br />

Unsere hart gekochten, gefärbten Eier bieten wir ganzjährig an. Zu Ostern werden<br />

diese stark nachgefragt. Wenn Schulen o<strong>der</strong> Kitas unseren Betrieb besuchen,<br />

runden wir die Besichtigung mit einer Eiersuche ab. Dies ist ganzjährig ein<br />

Highlight für die kleinen Besucher.<br />

Die studierte Diplom-Agraringenieurin ist seit 1982 im<br />

Unternehmen, seit 1987 als Betriebsleiterin. Gemeinsam<br />

mit 18 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie einem<br />

Azubi kümmert sie sich um die Aufzucht <strong>der</strong> Tiere sowie<br />

die Vermarktung <strong>der</strong> Eier.<br />

Annerose Blöttner<br />

Geschäftsführerin Geflügelhof Teichweiden


7 18 Millionen Reportage Eier pro Jahr<br />

Was macht die in Ihrem Unternehmen erzeugten Eier so beson<strong>der</strong>s?<br />

Wir sind ein regionales Thüringer Unternehmen. 2008 haben wir auf Bodenhaltung<br />

umgestellt und stehen in permanenter Konkurrenz zu den Eiern aus <strong>der</strong> Käfighaltung<br />

aus dem Ausland. Weiterverarbeiter o<strong>der</strong> die Lebensmittelindustrie werden<br />

viel damit beliefert. <strong>In</strong> Deutschland herrschen hohe Bedingungen an die Ei-Produktion.<br />

Höhere Standards als im europäischen Ausland in Sachen Tierhaltung,<br />

Tierwohl und Produktqualität sind richtig, schärfen aber den Wettbewerb zu ausländischen<br />

Produkten.<br />

Wo genau kann man die Eier aus Teichweiden kaufen?<br />

Das Hauptgeschäft sehen wir in <strong>der</strong> Direktvermarktung. Unser Leitmotiv ist:<br />

„Hier produziert, hier vermarktet.“ Im Umkreis von 35 Kilometern beliefern wir<br />

regionale Bäcker, Großbäckereien, Fleischer, Gastronomen und Hotels, gerade<br />

in <strong>der</strong> Ferienregion des Thüringer Waldes. Auch ein Teil unserer Ware wird über<br />

die großen Lebensmitteileinzelhandelsketten vermarktet. Regionalität macht<br />

das Sortiment für den Kunden interessant. Die großen Händler beliefern wir bis<br />

Erfurt, Sömmerda o<strong>der</strong> Rudolstadt und Jena.<br />

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft des Unternehmens<br />

und für Sie persönlich?<br />

Nach 40 Jahren Laufbahn in dem Betrieb ist ein nächster Schritt die Betriebsübergabe<br />

und mein Ruhestand. Dies bedarf langer, gründlicher Vorbereitung,<br />

damit das Unternehmen in Zukunft wirtschaftlich weiter gut bestehen kann.<br />

Die Produkte kann man u. a. in unserem<br />

Hofladen in Teichweiden kaufen:<br />

Geflügelhof Teichweiden<br />

Teichweiden Nr.57<br />

07407 Uhlstädt-Kirchhasel<br />

Öffnungszeiten:<br />

Täglich von 9:00 - 17:00 Uhr<br />

Samstag von 9:00 - 12:00 Uhr<br />

Mehr <strong>In</strong>formationen unter:<br />

www.gefluegelhofteichweiden.de


Hühnerhaltung daheim<br />

8<br />

Hühnerhaltung daheim<br />

Kochen und backen mit frischen Eiern von den eigenen Hühnern – diesen Traum hat sich Landfrau<br />

Martina vor vier Jahren erfüllt. Angefangen hat alles mit 15 Hühnern und einem Hahn.<br />

Mittlerweile leben auf Martinas kleinem Bauernhof zwei Hähne und zwanzig Hühner, die sie täglich<br />

mit frischen Eiern versorgen. Jetzt im Frühling, sobald ein Huhn gluckt, möchte sie sogar selber<br />

Küken großziehen.<br />

Uns hat Martina verraten, warum ein Bauernhof ohne Hühner für sie undenkbar ist, worauf man<br />

bei <strong>der</strong> Haltung von Hühnern achten sollte und was man mit den vielen frischen Eiern alles<br />

machen kann.<br />

Martina Blücher<br />

Seit wann hältst Du Hühner?<br />

Bei meinen Eltern hatten wir schon immer<br />

Hühner. Ich bin quasi mit Hühnern aufgewachsen.<br />

Selber halte ich seit 2018 auf dem<br />

eigenen Grundstück Hühner. Es ist einfach<br />

toll, jeden Tag frische Eier aus dem eigenen<br />

Stall holen zu können. Damit meine Hühner<br />

viel Abwechslung haben, sind sie auch schon<br />

dreimal innerhalb des Hofes umgezogen.<br />

Warum hältst Du Hühner daheim?<br />

Für mich gehören Hühner auf einem kleinen<br />

Bauernhof einfach dazu. Anfallende Essensreste<br />

landen bei uns nicht im Müll, son<strong>der</strong>n<br />

im Hühnerstall. Darüber freuen sich die Hähne<br />

und Hühner immer sehr. Und frische Eier kann<br />

man natürlich immer gut gebrauchen, vor<br />

allem wenn man gerne backt und kocht.<br />

Wie viele Eier bekommst Du durchschnittlich<br />

im Jahr und was tust Du damit?<br />

Im Durchschnitt legen die Hühner etwa zehn<br />

Eier pro Tag, dies schwankt allerdings zwischen<br />

sechzehn und drei Eiern täglich. Im Jahr<br />

sind es also um die 3.500 Eier, das ist schon<br />

eine ganze Menge.<br />

Die Eier nutze ich für uns zum Kochen, Backen<br />

und Braten – dadurch habe ich immer Zutaten<br />

für ein schnelles Essen parat. Sonst tausche<br />

ich die Eier auch gern bei Nachbarn und<br />

Freunden – das funktioniert auf dem Dorf<br />

nach dem Motto „Geben und Nehmen“. Letzte<br />

Woche konnte ich zum Beispiel 2 Packungen<br />

Eier gegen ein Glas Honig tauschen.<br />

Welche Hühnerrasse eignet sich Deiner<br />

Meinung nach gut und warum?<br />

Es gibt viele verschiedenen Rassen, die sich<br />

für die Hobbyhaltung eignen. Ich habe weiße<br />

Leghorn, die sind sehr schmal und sehr aktiv,<br />

fast schon etwas irre. Dann habe ich noch<br />

Lohmann Brown und Grünleger (Araucana).<br />

Außerdem leben bei mir noch Sussex Hühner<br />

– die legen zwar weniger Eier, kann man aber<br />

vom Gewicht her auch gut schlachten –<br />

also eine Zweinutzungsrasse. Mein Hahn ist<br />

ein Ayman Cemani, <strong>der</strong> ist komplett schwarz<br />

und sieht einfach toll aus!<br />

Es gibt viele Rassen, die sich für die eigene<br />

Hühnerhaltung eignen. Wichtig ist, sich vor<br />

<strong>der</strong> Anschaffung gut mit den verschiedenen<br />

Rassen zu befassen und gut zu überlegen,<br />

welche Hühner man halten möchte.<br />

Welche Pflege <strong>der</strong> Tiere ist notwendig?<br />

Ich schaue täglich zweimal nach meinen<br />

Tieren. Hier gucke ich, ob es allen gut geht<br />

und gebe ihnen frisches Futter und Wasser.<br />

Morgens mache ich den Stall auf und abends<br />

zu, so dass die Tiere raus gehen können.<br />

Alle zwei Wochen wird <strong>der</strong> Stall ausgemistet<br />

und neu eingestreut. Sie haben im Stall eine<br />

Kies-Ecke, hier können sie scharren und kleine<br />

Steinchen aufnehmen. Es gibt auch ein Brett,<br />

auf das Futterrüben zum Picken aufgesteckt<br />

werden. Ein Strohballen im Stall dient zur<br />

Beschäftigung und zum Erkunden.<br />

Was fressen die Hühner?<br />

Die Hühner bekommen ein fertiges Mischfutter,<br />

indem alle wichtigen Nährstoffe enthalten<br />

sind. Dann bekommen sie noch Weizen,<br />

Sonnenblumenkerne und Futterrüben. Wenn<br />

Essensreste da sind, z.B. Brot, Kartoffeln,<br />

o<strong>der</strong> Gemüse, bekommen sie die auch.<br />

Hühnergrit steht auch immer zur Verfügung,<br />

sowie ein Vitaminmix, <strong>der</strong> ins Tränkewasser<br />

kommt – das mache ich aber nur über die<br />

Wintermonate.<br />

Wie alt werden sie bei Dir ungefähr?<br />

Die Hühner bleiben bei mir, bis sie sterben –<br />

also ungefähr fünf Jahre.<br />

Wie viel Platz haben die Hühner bei Dir?<br />

Der Stall ist ca. 35 Quadratmeter groß, mit<br />

einem erhöhten Bereich <strong>der</strong> Sitzstangen mit<br />

Kotbrett. im Außenbereich habe ich einen<br />

Geflügelstromzaun. Diesen stelle ich ca.<br />

zwei- bis dreimal im Jahr um, so dass sich <strong>der</strong><br />

Boden erholen kann, denn die Hühner picken<br />

alles Grün weg, das dort wächst.<br />

<strong>In</strong>sgesamt sind das im Außenbereich ca. 100<br />

Quadratmeter. Es kommt auch schon mal vor,<br />

dass die Hühner ausbrechen und sich über<br />

das Gemüsebeet hermachen.<br />

Welche Voraussetzungen braucht man unbedingt,<br />

wenn man selbst Hühner halten<br />

will?<br />

Man muss den Tieren auf jeden Fall genug<br />

Platz und Beschäftigung bieten. Täglich<br />

mindestens einmal nach ihnen sehen und sie<br />

versorgen. Die Tiere können natürlich auch<br />

krank werden, man muss eventuell Tierarztkosten<br />

einplanen o<strong>der</strong> notfalls die Tiere von<br />

ihrem Leiden erlösen. Der Stall muss auch<br />

regelmäßig gereinigt werden – und Hühnerkot<br />

ist wirklich unangenehm und hartnäckig.<br />

Eine Auslaufmöglichkeit ist zu empfehlen,<br />

aber auch die Option, die Tiere wegen <strong>der</strong><br />

Geflügelgrippe mehrere Wochen eingesperrt<br />

zu lassen, muss bedacht werden. Deshalb<br />

sollte <strong>der</strong> Stall auch ausreichend groß sein<br />

und Abwechslung bieten.<br />

Hast Du ein Lieblingshuhn? Und haben<br />

Deine Hühner Namen?<br />

Ich habe ein Lieblingshuhn, das ist aus<br />

eigener Nachzucht und ist durch die wilde<br />

Kreuzung ein Fe<strong>der</strong>füßiges Huhn. Das ist<br />

mittlerweile auch schon vier Jahre alt – und<br />

legt wahrscheinlich keine Eier mehr.<br />

Die Hühner haben keine Namen, nur mein<br />

schwarzer Hahn – <strong>der</strong> heißt Franka Jäger.


9 Darum gibt’s Karfreitag Fisch<br />

Darum gibt’s Karfreitag Fisch<br />

Warum <strong>der</strong> regionale Fischhändler<br />

die erste Adresse ist<br />

Dass am Karfreitag ein Fischgericht auf den Tisch kommt, gehört zu den kulinarischen Ritualen an den<br />

Osterfeiertagen. Doch warum muss es Fisch sein? Diese Tradition gründet auf den christlichen Fastenregeln.<br />

Der Fisch steht als Symbol für den kirchlichen Glauben und Jesus Christus. Außerdem wird er nicht zu<br />

den Tieren des Himmels und <strong>der</strong> Erde gezählt.<br />

Ob Forelle, Karpfen o<strong>der</strong> Brasse: Welches Fischgericht auf den Tisch kommt, entscheidet <strong>der</strong> Geschmack. Für den Kauf lohnt sich<br />

<strong>der</strong> Weg zum Fischhändler in <strong>der</strong> Region. Denn wirklich frischen Fisch, eine gute Beratung und Tipps zur Zubereitung gibt es nur<br />

hier. Außerdem stimmt beim Kauf vor Ort die CO2-Bilanz.<br />

<strong>Heimisch</strong>e Süßwasserfische wie Forelle o<strong>der</strong> Saibling enthalten viel hochwertiges Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe.<br />

<strong>Heimisch</strong>e Fischarten:<br />

Süßwasserfische<br />

• Brasse<br />

• Felchen<br />

• Forelle (Bach-, Lachs-,<br />

Regenbogenforelle)<br />

• Hecht<br />

• Karpfen<br />

• Maräne<br />

• Renke<br />

• Saibling<br />

• Wels<br />

• Zan<strong>der</strong><br />

Salzwasserfische<br />

• Dorsch<br />

• Flun<strong>der</strong><br />

• Hering<br />

• Kabeljau<br />

• Scholle<br />

• Seezunge<br />

• Sprotte<br />

• Steinbutt<br />

Fisch aus <strong>der</strong> Region kaufen:<br />

Fisch Hofladen Kressepark<br />

Motzstraße 8, 99094 Erfurt<br />

Öffnungszeiten:<br />

Montag bis Sonntag 10 bis 18 Uhr,<br />

Samstag 9 bis 18 Uhr,<br />

feiertags 10 bis 18 Uhr<br />

Forellenhof Themar<br />

Steinlache 4, 98660 Themar<br />

Öffnungszeiten Hofladen:<br />

Mittwoch bis Freitag von 8 bis 18 Uhr<br />

Samstag von 8 Uhr bis 13 Uhr<br />

Weitere Verkaufsstellen finden Sie auch hier:<br />

www.heimischehoflaeden.de<br />

www.thueringer-bauern.de


Warum bei dieser Schäferin kein Osterlamm auf den Tisch kommt<br />

10<br />

Warum bei dieser Schäferin kein<br />

Osterlamm auf den Tisch kommt<br />

Der Lammbraten gehört für viele von uns zu Ostern einfach dazu. Ein Lamm, das ist ein<br />

junges Schaf, das maximal zwölf Monate alt ist. Die Lämmer, die dann im Supermarkt<br />

überwiegend angeboten werden, sind üblicherweise nur etwa vier Monate alt geworden.<br />

Bei Schäferin Sandra Lippert aus Haufeld bei Rudolstadt in Thüringen gibt es diese<br />

Tradition des Osterlamms in an<strong>der</strong>er Form: Denn die Lämmer von Schafen und<br />

Ziegen werden bei ihr erst in <strong>der</strong> <strong>Osterzeit</strong> geboren. „Das ist einfach <strong>der</strong> natürliche<br />

Zyklus <strong>der</strong> Tiere. Sie lammen im Frühjahr ab, weil es für die Lämmer dann wärmer<br />

ist und die Mutterschafe draußen mehr zu fressen haben“, erklärt sie.<br />

Sandra ist Seiteneinsteigerin im Schäferberuf, hat lange Zeit im Kundendienst<br />

gearbeitet, aber nebenher irgendwann angefangen, Ziegen zu halten. Aus dem<br />

anfänglichen Hobby wurde schnell eine große Leidenschaft. Deshalb hat sie den<br />

Bürojob vor einigen Jahren an den Nagel gehängt, um in <strong>der</strong> Natur und mit Tieren<br />

zu arbeiten.<br />

Als „Landschaftspfleger mit Biss“ hält sie eine kleine Herde mit fast 80 Schafen und<br />

Ziegen. Ihr Auftrag: Die Landschaft zu schützen und zu erhalten. Denn indem die<br />

Tiere Gras, Büsche und an<strong>der</strong>e Pflanzen abfressen (<strong>der</strong> Profi nennt das Entbuschung<br />

bzw. Beweidung), wird das Landschaftsbild erhalten und es können sich sogar<br />

verdrängte Arten ansiedeln. Lippert setzt dafür auf Burenziegen. „Die haben einen<br />

ruhigen Charakter und sie haben mich auch vom Äußeren her mit ihrer Stämmigkeit<br />

und <strong>der</strong> dunklen Rammnase gleich angesprochen“, sagt die Schäferin. Fürs<br />

Beweiden ist diese Rasse deshalb gut geeignet, weil sie mit hohen Temperaturen<br />

und einem kargen Futterangebot zurechtkommt. Mit ihrer gespaltenen Oberlippe<br />

können sie sogar sehr dornige Sträucher abfressen. Dort, wo die maschinelle Pflege<br />

an ihre Grenzen kommt und manchmal sogar unmöglich ist, kommen die Burenziegen<br />

zum Einsatz.<br />

Als eine Art ökologische „Rasenmäher“<br />

vermietet Sandra Lippert ihre Herde<br />

an Unternehmen und Privatpersonen.<br />

Sogar überregional ist diese Dienstleistung<br />

gefragt. Seit 2020 sind Sandras<br />

Landschaftspfleger regelmäßig im Auftrag<br />

<strong>der</strong> Deutschen Bahn in <strong>der</strong> Nähe<br />

von Magdeburg unterwegs und sorgen<br />

so für freie Gleise. „Dort wachsen<br />

viele Robinien, die sehr ausgeprägte<br />

Stacheln haben. Selbst mit Maschinen<br />

ist das Zurückschneiden für Menschen<br />

sehr anstrengend und auch gefährlich.<br />

Da hilft kein Arbeitshandschuh, denn<br />

die XXL-Dornen gehen da einfach durch.<br />

Für meine Tiere sind diese Bäume und<br />

Sträucher hingegen kein Problem“, berichtet<br />

Sandra Lippert.<br />

Sandra Lippert<br />

Seit 2018 ist Sandra Lippert Schäferin im Haupterwerb.<br />

Kümmert sie sich jetzt noch in erster Linie mit ihren<br />

Tiere um die Landschaftspflege, will sie in Zukunft in die<br />

Direktvermarktung einsteigen und einen Hofladen mit<br />

ausschließlich regionalen Produkten eröffnen.


11 Warum bei dieser Schäferin kein Osterlamm auf den Tisch kommt<br />

Auf ihrem <strong>In</strong>stagram-Kanal<br />

@landschaftspfleger_mit_biss<br />

gibt Sandra Lippert regelmäßig Einblicke in<br />

die Ziegen- und Schafhaltung und alles, was<br />

in ihrer Schäferei so passiert.<br />

Im Laufe <strong>der</strong> Zeit hat sich die gebürtige<br />

Mühlhäuserin eine Menge Wissen angeeignet.<br />

Mit Neugier geht sie beson<strong>der</strong>s<br />

gern auf erfahrene Schäfer zu, um alles<br />

über den Beruf zu erfahren. Daraus hat<br />

sich mittlerweile eine eigene Philosophie<br />

entwickelt. So bekommen ihre<br />

Schafe nicht wie in großen Schäfereien<br />

in den Wintermonaten Lämmer, son<strong>der</strong>n<br />

erst, wenn die Tage im Frühjahr wie<strong>der</strong><br />

wärmer werden. Geschlachtet werden<br />

sie dann erst mit mindestens sieben<br />

Monaten. Und auch ein Schaf, das bereits<br />

ein paar Tage älter ist, habe einen prima<br />

Geschmack. Deshalb kommt bei Sandra<br />

an den Ostertagen auch Schaf auf den<br />

Tisch, aber eben kein junges Lamm.<br />

Ohnehin, sagt sie, könne man Schaf- und<br />

Ziegenfleisch das ganze Jahr über essen.<br />

Es sei beispielsweise wun<strong>der</strong>bar für den<br />

Grill geeignet. Und das Grillen habe ja in<br />

einigen Regionen immer Saison.<br />

Burenziegen sind ideale<br />

Landschaftspfleger. Sie können gut<br />

klettern und erreichen auch Zweige in<br />

einer Höhe von zwei Metern.<br />

Mehr <strong>In</strong>formationen:<br />

www.landschaftspfleger-mit-biss.com<br />

facebook.com/LandschaftspflegermitBiss<br />

instagram.com/landschaftspfleger_mit_biss<br />

Die Lämmer <strong>der</strong> Nolana-Schafe kommen auf<br />

<strong>der</strong> Weide zu Welt. Schäferin Sandra Lippert<br />

unterstützt die Muttertiere beim Aufziehen<br />

des Nachwuchses.<br />

twitter.com/sandrasziegen


Süß und lecker: Das Osterbrot<br />

12<br />

Süß und lecker: Das Osterbrot<br />

Ein Gebäck aus Hefeteig, oft als Kranz o<strong>der</strong><br />

Zopf geformt, ist in vielen Familien an den<br />

Ostertagen ein kulinarischer Brauch. Wir<br />

erklären, was es mit dieser Tradition auf sich hat.<br />

Mit <strong>der</strong> <strong>Osterzeit</strong> endet nach dem christlichen<br />

Kalen<strong>der</strong> die Zeit des Fastens.<br />

Wurde von Aschermittwoch bis zum<br />

Gründonnerstag auf reichhaltige, fettige<br />

Speisen verzichtet, kommen nun wie<strong>der</strong><br />

gehaltvolle Gerichte auf den Tisch.<br />

Das süße, aus Hefeteig hergestellte und oft mit Rosinen und Safran verfeinerte<br />

Ostergebäck darf da nicht fehlen. Als Osterbrot, Osterzopf o<strong>der</strong> Osterkranz symbolisiert<br />

es verschiedene christliche Vorstellungen: Die safrangelbe Farbe steht für die<br />

Sonne und damit für Jesus als Licht <strong>der</strong> Welt. Der geflochtene Zopf stellt die enge<br />

Verbindung zwischen Mensch und Gott dar und ist ein Symbol für die Dreifaltigkeit.<br />

Das Osterbrot erinnert ein bisschen an Milchbrötchen und ist daheim ganz leicht<br />

nachzubacken.<br />

Traditionelles Osterbrot<br />

Zubereitung:<br />

Die Milch zusammen mit <strong>der</strong> Butter in einem Topf erwärmen und verrühren. Das<br />

Mehl in eine Schüssel geben, in <strong>der</strong> Mitte eine Mulde formen und die Hefe darin<br />

zerkleinern.<br />

Zucker, Vanillezucker, Safran, Zitronenschale, ein Ei sowie die Milch-Butter-Masse<br />

hinzugeben. Alles zu einem glatten Teig verkneten. Mandelstifte und Rosinen<br />

hinzugeben und nochmals kneten. Den Teig anschließend an<br />

einem warmen Ort zugedeckt für etwa eine Stunde gehen<br />

lassen.<br />

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Zutaten:<br />

265 ml Milch<br />

100 g Butter<br />

500 g Mehl<br />

Würfel (à 42 g)<br />

frische Hefe<br />

50 g Zucker<br />

1 Päckchen Vanillezucker<br />

1 EL Abrieb von<br />

einer Zitrone<br />

2 Eier<br />

100 g gestiftelte Mandeln<br />

100 g Rosinen<br />

1 Tüte Safran (ca. 0,1 g)<br />

Nach <strong>der</strong> Ruhezeit den Teig noch einmal kneten<br />

und zu einem Brot formen. Auf ein mit Backpapier<br />

belegtes Backblech legen und noch einmal eine<br />

Stunde gehen lassen.<br />

Vor dem Backen wird das Brot mit einer Mischung<br />

aus Eigelb und Milch bestrichen. Bei 175 Grad Celsius<br />

für etwa vierzig Minuten backen.


13 Handwerkskunst und Familientradition<br />

Handwerkskunst und Familientradition<br />

<strong>In</strong> <strong>der</strong> Gustav Zitzmann Mühle<br />

wird Regionalität garantiert.<br />

Ein Mehl, das zu einhun<strong>der</strong>t Prozent aus Thüringer Getreide hergestellt wird, das<br />

gibt es bei <strong>der</strong> Gustav Zitzmann Mühle in <strong>In</strong>gersleben. Das Familienunternehmen<br />

aus dem kleinen Ort zwischen Erfurt und Gotha stellt seit 1898 feinste Mehle her.<br />

Vom Weizen-, über Dinkel- bis hin zum Roggenmehl o<strong>der</strong> das Pizzamehl für die<br />

Gastronomie: Der heutige Chef Konrad Zitzmann legt Wert auf ein Sortiment, das<br />

den Ansprüchen <strong>der</strong> Kundschaft gerecht wird und setzt dabei vor allem auf gute<br />

Zutaten aus <strong>der</strong> Region. So wird das Getreide für das klassische Weizenmehl Type<br />

405 ausschließlich von Mitgliedsbetrieben <strong>der</strong> <strong>In</strong>itiative <strong>Heimisch</strong>e Landwirtschaft<br />

angebaut. Darunter sind beispielsweise die Agrar Töttelstädt GmbH sowie die Agrar<br />

GmbH & Co. KG Ermstedt. Kurze Transportwege und die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe<br />

sind damit garantiert.<br />

Für das feine Weizenmehl wird zu<br />

einem großen Teil bester Elite-Weizen<br />

verarbeitet, die qualitativ hochwertigste<br />

Weizensorte, die es gibt. Das Mehl wird<br />

nach traditioneller Handwerkskunst<br />

hergestellt und enthält keine zusätzlichen<br />

<strong>In</strong>haltsstoffe. „Unser Weizenmehl<br />

hat eine Vorzugsqualität“,<br />

unterstreicht Konrad Zitzmann<br />

einen Vorteil des Mehls.<br />

Das Premium-Weizenmehl<br />

ist u.a. im Mühlenladen in<br />

<strong>In</strong>gersleben erhältlich:<br />

Gustav Zitzmann Mühle <strong>In</strong>gersleben<br />

GmbH<br />

Karl-Marx-Straße 1<br />

99192 Nesse-Apfelstädt<br />

03 62 02 – 90 34 2<br />

info@gutesmehl.de<br />

Öffnungszeiten:<br />

Montag bis Freitag, 7 bis 16 Uhr<br />

Regional, nachhaltig, traditionell: Das feine<br />

Weizenmehl Type 405 ist seit Februar in einer<br />

neuen Verpackung erhältlich. Trotz mo<strong>der</strong>nen<br />

Designs wird jede Tüte noch von Hand vernäht.<br />

Deutlich sichtbar wird mit <strong>der</strong> Mehltüte nun<br />

die langjährige Kooperation <strong>der</strong> Mühle mit<br />

<strong>der</strong> <strong>In</strong>itiative <strong>Heimisch</strong>e Landwirtschaft.<br />

Die 2011 von Thüringer Landwirten gegründete Organisation<br />

ist heute bundesweit aktiv und setzt sich mit ihren fast 1.500<br />

Mitgliedsbetrieben sowie mehr als 100 För<strong>der</strong>mitglie<strong>der</strong>n für die<br />

Wertschätzung heimischer Lebensmittel und die<br />

Stärkung regionaler Landwirtschaft ein.<br />

Mehr <strong>In</strong>formationen:<br />

www.heimischelandwirtschaft.de<br />

Weitere Verkaufsstellen:<br />

Konrad Zitzmann führt das Familienunternehmen<br />

in vierter Generation.<br />

Edeka-Neukauf Lienert, Straße des Friedens 22 a, 99192 Nesse-Apfelstädt<br />

LaWaBi Landwaren Bischleben, Geratalstraße 59, 99094 Erfurt<br />

Agrar GmbH Gamstädt & Co.KG, Darenweg 73 a, 99192 Nesse-Apfelstädt<br />

AGAVE GmbH, Meininger Straße 17, 98630 Römhild<br />

HAVERS GmbH Hofladen Marienhof, Wurzener Weg 17, 99085 Erfurt<br />

Frucht Oase, Windthorstraße 37, 99096 Erfurt<br />

LTH Landhandel Ostwald, Mühlgasse 162, 99628 Buttstädt OT Olbersleben<br />

Landhandel Helmut Groch, Große Mühlgasse Nr. 25, 99334 Elxleben<br />

Landmarkt Berlstedt, Schwerstedter Straße 3-4, 99439 Berlstedt<br />

Barchfel<strong>der</strong> Haus-und Gartenmarkt GmbH, Im Vorwerk 8, 36456 Barchfeld<br />

Agrargenossenschaft Goldbach eG, Oberer Goldbacher Weg 2, 99869 Nessetal<br />

Landhandel Munk, Mühlstraße 36, 98587 Steinbach-Hallenberg<br />

Nahkauf Remde, Mühlgarten 2, 99094 Erfurt<br />

Obsthof Großmonra, Kirchstraße 28, 99625 Kölleda<br />

Landfutter Zsanett Belany, Blumenstraße 70, 99092 Erfurt<br />

Petra Sputh Feines & Loses, Heinestraße 24, 99867 Gotha<br />

Landwirtschaftliches Zentrum Hörseltal eG, Hinter den Höfen 9a, 99880 Hörsel<br />

Josera Großhandel, Meininger Straße 10, 98587 Steinbach-Hallenberg


Wissenswertes rund ums Osterfest<br />

14<br />

Wissenswertes<br />

Rund ums Osterfest<br />

Warum lassen sich frische<br />

Eier schlechter pellen?<br />

Ein frisches Ei, direkt aus dem<br />

Hühnerstall. Schnell gekocht, muss<br />

es nur noch gepellt werden. Doch<br />

weshalb lässt sich das frische Ei so<br />

schlecht pellen?<br />

Bei frisch gelegten Eiern liegt die<br />

<strong>In</strong>nenhaut noch sehr eng an <strong>der</strong><br />

Schale. Das liegt an <strong>der</strong> Bindung<br />

<strong>der</strong> Proteine. Je älter das Ei, desto<br />

mehr nimmt diese Bindung ab, die<br />

<strong>In</strong>nenhaut löst sich leichter und das<br />

Ei lässt sich besser pellen.<br />

Woran erkennt man, ob ein Ei noch gut ist?<br />

Auch wenn das Mindesthaltbarkeitsdatums von Lebensmitteln bereits abgelaufen<br />

ist, lassen sich doch die meisten Produkte noch eine ganze Zeit länger ohne Bedenken<br />

verzehren. Doch während man bei Joghurt o<strong>der</strong> Milch sehen und riechen kann,<br />

ob die Produkte noch gut sind, verhält es sich beim Ei etwas schwieriger.<br />

Abhilfe schaffen können hier verschiedene Tests, wie zum Beispiel <strong>der</strong> Wassertest.<br />

Dazu das Ei in ein großes mit Wasser gefülltes Gefäß geben. Steigt es nach oben<br />

und schwimmt an <strong>der</strong> Oberfläche, ist das Ei mit großer Wahrscheinlichkeit verdorben.<br />

Denn mit <strong>der</strong> Zeit entweicht Feuchtigkeit durch die Schale aus dem Ei. Die<br />

dadurch entstehende Luftblase lässt das Ei im Wasser nach oben steigen.<br />

Geruchstest:<br />

Ein Ei, das nach dem Aufschlagen unangenehm<br />

nach Schwefel riecht, ist<br />

verdorben.<br />

Wassertest:<br />

Legt man ein frisches Ei in Wasser,<br />

sinkt es nach unten. Ein verdorbenes Ei<br />

schwimmt an <strong>der</strong> Oberfläche.<br />

Schütteltest:<br />

Wird ein verdorbenes Ei per Hand geschüttelt,<br />

ist ein dumpfes Klappern zu<br />

hören und die Bewegung des <strong>In</strong>halts ist<br />

zu spüren. Bei einem frischen Ei treten<br />

diese Merkmale nicht auf.<br />

Termine:<br />

26. März <strong>2022</strong>:<br />

Wie<strong>der</strong>eröffnung Hofladen Tiefengruben / Mosterei Bad Berka<br />

Wo?<br />

Wann?<br />

Hofladen Tiefengruben/Mosterei Bad Berka,<br />

Dorfstraße Nr. 41, 99438 Tiefengruben<br />

10 bis 17 Uhr<br />

Nach dem Umbau des Hofladens gibt es nun auch ein noch größeres Angebot:<br />

<strong>Heimisch</strong>e Leckereien aus Obst aus eigenem Anbau, aber auch Eier, Knackwurst,<br />

Kartoffeln, Schafskäseprodukte und ganz neu Leckeres vom Strauß, Eierlikör <strong>der</strong><br />

Manufaktur Landgeschmack und Ziegenkäse aus Greußen sind im Sortiment.<br />

Zur Einstimmung aufs Osterfest gibt es zur Wie<strong>der</strong>eröffnung die neuen Ostermarmeladen<br />

zum Probieren und Kaufen.<br />

27. März <strong>2022</strong>:<br />

Frühlings- und Ostermarkt in Mellingen<br />

Wo?<br />

Wann?<br />

Agrargenossenschaft Mellingen e.G.,<br />

Köttendorfer Str. 1, 99441 Mellingen<br />

9 bis 16 Uhr<br />

Mehr <strong>In</strong>formationen:<br />

www.bauernmarkt-direktvermarkter.jimdosite.com


15 Martinas mo<strong>der</strong>ne Landfrauenküche Rezept in <strong>der</strong> <strong>Osterzeit</strong><br />

Martinas mo<strong>der</strong>ne Landfrauenküche<br />

in <strong>der</strong> <strong>Osterzeit</strong><br />

Das beim Kochen und Backen regionale und vor allem saisonale Zutaten verwendet<br />

werden, ist für Landfrau Martina selbstverständlich. Da um die <strong>Osterzeit</strong> herum<br />

die ersten Frühmöhren geerntet werden, backt sie zu dieser Zeit beson<strong>der</strong>s gerne<br />

Möhrenkuchen.<br />

Uns hat Martina ein altes Familienrezept verraten, das noch von ihrer Uroma stammt:<br />

saftiger Rübli-Kuchen. Traditionell wird er mit Zuckerguss verziert. Aber weil Martina<br />

in <strong>der</strong> Küche gern Neues wagt, empfiehlt sie ein süßes Frischkäse-Topping. Das ist<br />

schnell gemacht und passt gut zum leicht herben Geschmack des Kuchens.<br />

Rübli-Kuchen mit Frischkäse-Topping<br />

Zubereitung:<br />

-<br />

Die geriebenen Möhren, Mehl, Backpulver, Zucker, Zimt, Öl, Eier und Mandeln gut<br />

verrühren und in eine runde Form o<strong>der</strong> Kastenform geben. Die Form vorher gut<br />

einfetten und mit Backpapier auslegen.<br />

-<br />

Den Kuchen bei 180 Grad Celsius für 40-50 Minuten backen.<br />

Für das Frischkäse-Topping Frischkäse, Butter, Vanillezucker, Pu<strong>der</strong>zucker und<br />

Zitronensaft mit den Quirlen des Handrührgeräts verrühren.<br />

-<br />

Das Topping anschließend auf dem abgekühlten Rübli-Kuchen verteilen und nach<br />

Belieben verzieren.<br />

-<br />

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-<br />

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-<br />

Zutaten für einen Kuchen:<br />

375 g geriebene Möhren<br />

250 g Mehl / kann auch Dinkelmehl sein<br />

2 TL Backpulver<br />

250 g Zucker<br />

1 TL Zimt<br />

250 ml Öl<br />

4 Eier<br />

200 g Mandeln (gemahlen, gehackt<br />

o<strong>der</strong> gemischt)<br />

-<br />

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-<br />

-<br />

Zutaten für das Frischkäse-Topping:<br />

50 g Butter<br />

250 g Frischkäse (Doppelrahmstufe)<br />

1 Päckchen Vanillezucker<br />

100 g Pu<strong>der</strong>zucker<br />

Zitronensaft<br />

Martina Blücher


Für Schulen & Kitas!<br />

Zeigen Sie gemeinsam unseren Kin<strong>der</strong>n,<br />

wo Brot und Gemüse, Milch und Wurst<br />

herkommen. Besuchen Sie mit Ihrer<br />

­Klasse / Kin<strong>der</strong>gruppe­unsere­­Landwirte­<br />

mit­<strong>der</strong>­<strong>In</strong>itiative­„Lernort­Bauernhof­<br />

Thüringen“. Kontaktieren Sie uns und<br />

sichern Sie sich Ihren Termin:<br />

Christian Augsten<br />

Thüringer Ökoherz e.V.<br />

0176.80 66 73 55­/­c.augsten@oekoherz.de<br />

Martina Blücher<br />

Landvolkbildung­Thüringen­e.V.<br />

0173.41 17 78 0­/­nordhausen@landvolkbildung.de<br />

www.lernort-bauernhof-thueringen.de<br />

Entdecken Sie die <strong>In</strong>itiative <strong>Heimisch</strong>e<br />

Landwirtschaft in den sozialen Medien:<br />

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