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MAGNIFICAT August 2022

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AUGUST 2022


Zum Titelbild

Verklärung Jesu

Fra Angelico, Fresko in einer Zelle des Dominikanerklosters San

Marco, um 1439–1446, Museo di San Marco, Florenz

© bpk / DeA Picture Library / G. Nimatallah

Fra Angelico wurde um 1395–99 in der Nähe von Florenz als Guido di Pietro

geboren. Frühe Dokumente bezeugen ihn bereits als Maler. Vor 1423 trat er in

Fiesole bei Florenz dem Dominikanerorden bei. Seitdem führte er den Ordensnamen

Fra Giovanni da Fiesole. Aufgrund seiner innigen, mystischen Malweise

wurde er schon zu Lebzeiten Beato Angelico genannt, obwohl er offiziell erst

1982 von Johannes Paul II. seliggesprochen wurde.

Zunächst scheint er zum Buchmaler ausgebildet worden zu sein (im ehemaligen

Dominikanerkonvent von San Marco in Florenz werden einige Manuskripte

aufbewahrt, die ihm zumindest teilweise zugeschrieben werden). Doch

schon bald erhielt er bedeutende Aufträge für große Altarretabel, vorwiegend

im Umfeld des Dominikanerordens.

Ab 1436 lebte er längere Zeit im Konvent von San Marco in Florenz. 1439

erhielt er von Cosimo de’ Medici den Auftrag, die Klosterzellen und Kreuzgänge

mit Fresken zu bemalen. Die Einfachheit und Innigkeit dieser Bilder, zu denen

auch unser Titelbild zählt, beeindrucken die Betrachter im zum Museum umgewandelten

Kloster bis heute.

Fra Angelico knüpfte in seiner Kunst an Masolino und Masaccio an und gehört

damit zu den bedeutendsten Vertretern der italienischen Frührenaissance.

1455 starb er in Rom, wo er in der Dominikanerkirche Santa Maria sopra Minerva

begraben liegt.

Sein Fresko der Verklärung Christi zeigt den verklärten Herrn als Zentrum

des Bildes mit Mose, Elija, Maria und Dominikus als Zeugen des übernatürlichen

Geschehens. Unter dem Felssockel aber sind die Jünger zu Boden gesunken

und wenden den Blick vom gleißenden Licht der Verklärung ab.

Heinz Detlef Stäps


Die auf ihn blickten,

werden strahlen

(Ps 34, 6)

nimm ihn

in dein Auge

und in dein Herz

den Gekreuzigten

im Glanz

des Göttlichen

und spüre

hinter deinem Kreuz

das Licht

Heinz Detlef Stäps

Verklärung Jesu, Fra Angelico,

Fresko in einer Zelle des Dominikanerklosters San Marco,

um 1439–1446, Museo di San Marco, Florenz

© bpk / DeA Picture Library / G. Nimatallah

Karte aus: MAGNIFICAT. Das Stundenbuch, Ausgabe: August 2022

© Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer, www.magnificat.de


Benedictus

epriesen sei der Herr, der Gott Israels! *

Denn er hat sein Volk besucht und ihm

Erlösung geschaffen;

er hat uns einen starken Retter erweckt *

im Hause seines Knechtes David.

So hat er verheißen von alters her *

durch den Mund seiner heiligen Propheten.

Er hat uns errettet vor unsern Feinden *

und aus der Hand aller, die uns hassen;

er hat das Erbarmen mit den Vätern an uns vollendet /

und an seinen heiligen Bund gedacht, *

an den Eid, den er unserm Vater Abraham geschworen hat;

er hat uns geschenkt, dass wir, aus Feindeshand befreit, /

ihm furchtlos dienen in Heiligkeit und Gerechtigkeit *

vor seinem Angesicht all unsre Tage.

Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; /

denn du wirst dem Herrn vorangehn *

und ihm den Weg bereiten.

Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken *

in der Vergebung der Sünden.

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes *

wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe,

um allen zu leuchten, die in Finsternis sitzen

und im Schatten des Todes, *

und unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn *

und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit *

und in Ewigkeit. Amen.

Lk 1, 68–79 – VIII. Ton, vgl. GL 1975 681 · KG 267,

alternative Melodie im V. Ton: vgl. GL 617, 2


Magnificat

eine Seele preist die Größe des Herrn, *

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd

hat er geschaut. *

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, *

und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht *

über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: *

Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

er stürzt die Mächtigen vom Thron *

und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben *

und lässt die Reichen leer ausgehn.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an *

und denkt an sein Erbarmen,

das er unsern Vätern verheißen hat, *

Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Ehre sei dem Vater ...

Lk 1, 46–55 – IX. Ton, vgl. GL 631, 4 · GL 1975 689 · KG 274

Nunc dimittis

un lässt du, Herr, deinen Knecht, *

wie du gesagt hast, in Frieden scheiden.

Denn meine Augen haben das Heil gesehen, *

das du vor allen Völkern bereitet hast,

ein Licht, das die Heiden erleuchtet, *

und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

Ehre sei dem Vater ...

Lk 2, 29–32 – III. Ton, vgl. GL 665, 3 · GL 1975 700, 3 · KG 290


August 2022

Jesus-Titel · Ich-bin-Worte

Herr

Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!,

wird in das Himmelreich kommen,

sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut.

Evangelium nach Matthäus – Kapitel 7, Vers 21

VERLAG BUTZON & BERCKER KEVELAER


Jahresthema 2

Jesus-Titel · Ich-bin-Worte

Dezember 2021

Januar 2022

Februar 2022

März 2022

Die Heilige Woche 2022

April 2022

Mai 2022

Juni 2022

Juli 2022

August 2022

September 2022

Oktober 2022

November 2022

Sohn Gottes

Gesalbter

Hirte

Lamm Gottes

Heiland

Auferstehung

Sohn Davids

Brot des Lebens

Weg – Wahrheit – Leben

Herr

Gottesknecht

Menschensohn

Friedensfürst

MAGNIFICAT IN CORONA-ZEITEN

Aktuelle Informationen und Hinweise finden Sie im Internet unter

https://www.magnificat-das-stundenbuch.de/de/corona.html


3

Inhalt

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5

Das Bild im Blick

Haus aus Licht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Morgengebet, Texte zur Eucharistiefeier, Abendgebet 10

Thema des Monats

Kyrios – Herr . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 346

Unter die Lupe genommen

Herrlichkeit. Gott Gewicht geben . . . . . . . . . . . . . . . . . 349

Gebote des Vertrauens: der Dekalog. . . . . . . . . . . . . . . . 351

Singt dem Herrn ein neues Lied

Gott gab uns Atem, damit wir leben. Umkehr zum Leben 353

Engagiertes Christsein

Jüdin und Christin: Edith Stein . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 356

Die Mitte erschließen

Kirchenjahr – evangelisch und altkatholisch . . . . . . . . . 360

Themen und Termine

Gebetsanliegen des Papstes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

Heilige des Monats: Mirjam von Abellin . . . . . . . . . . . . 363

Internationaler Tag der Jugend . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 366

Roma-Wallfahrt nach Mariazell . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 367

Schiffsprozessionen auf dem Bodensee . . . . . . . . . . . . . 368

11. Vollversammlung des ÖRK in Karlsruhe . . . . . . . . . . 369

125. Geburtstag des „Predigers von Buchenwald“ . . . . . 372


Inhalt 4

Reiseführer zu den mystischen Quellen der Bibel . . . . . . 374

Gottesdienste im ZDF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 376

DOMRADIO.DE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 376

Gebete und Gesänge

Confiteor . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Erbarme dich, Herr, unser Gott . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Eröffnung von Morgen- und Abendgebet . . . . . . . . . . . 377

Marianische Antiphon Salve Regina . . . . . . . . . . . . . . . 378

Marianische Antiphon Ave Regina caelorum . . . . . . . . . 379

Namenstagskalender . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 380

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 382

Leserservice . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 383

Quellennachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 384

Abkürzungen:

GL: Gotteslob 2013

GL 1975: Gotteslob 1975

KG: Kath. Gebet- und Gesangbuch der deutschsprachigen Schweiz

EG: Evangelisches Gesangbuch

MAGNIFICAT wird aus reinem Dünndruckpapier hergestellt und verbraucht

daher 50 % weniger Nutzholz und Energie als herkömmliches

Papier. Dünndruckpapier ist ein idealer Recycling-Rohstoff und leistet

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5Editorial

Liebe Leserinnen und Leser!

Jesus Christus ist der Herr – zur Ehre Gottes, des Vaters“: dieser

Satz aus dem Philipperhymnus (2, 11) eint alle, die sich zu

Jesus bekennen. Wo Ende des Monats in Karlsruhe die 11. Vollversammlung

des Ökumenischen Rates der Kirchen beginnt,

möchte ich gern aufspüren, was dieses Kurzbekenntnis des

Glaubens uns Christinnen und Christen weltweit zusprechen

könnte.

Der Herr, Kyrios, steht im Fokus dieser Ausgabe. Mich fasziniert

seit Langem, wie das griechische Wort mit dem hebräischen

Gottesnamen JHWH zusammenstimmt, den es in der

antiken griechischen Übersetzung des Alten Testaments, der

Septuaginta, vertritt (siehe S. 346–348). Kyrios lässt sich als

Ableitung vom Substantiv kyros auffassen (Nicht mit dem persischen

Großkönig verwechseln!), das so viel wie „Rechtskraft,

Geltung“ bedeutet. Weiter gefasst, könnte das wie „Wirkmacht“

klingen. Hier befänden wir uns nah an der hebräischen Wurzel

des Gottesnamens, dem Verbum hajah. Es mit sein wiederzugeben,

wie Ex 3, 14 seit der Septuaginta höchst folgenreich geschehen,

wäre allein zu abstrakt. Da sein, wirklich sein kommt

der Bedeutung näher, bleibt aber vor der Dynamik des Hebräischen

blass. Man muss das Wunder des brennenden Dornbuschs

und den Kontext des Exodus, der machtvollen Befreiung

darin mithören. Und der Kyrios Jesus? Für menschliche Begriffe

unscheinbar, aber hat er nicht tatsächlich des Vaters Wirkmacht

erwiesen (und erweist sie noch immer)? Wenn er die

Menschen aufrichtet, zum endzeitlichen Gottesvolk sammelt?

Ein brennender Dornbusch, der auch im leiblichen Tod nicht

vergangen ist?

Menschen werden Teil dieses Geschehens, wenn sie sich von

diesem Herrn inspirieren lassen und ihrerseits aufrichten, sammeln.

Gott, dem Herrn, in unserer Wirklichkeit Gewicht zu verleihen

(siehe S. 349–351), ändert etwas in der Welt.

Ihr Johannes Bernhard Uphus


Das Bild im Blick 6

Haus aus Licht

Wenn die Kirche am 6. August das Fest Verklärung des

Herrn feiert, gedenkt sie des Aufleuchtens der göttlichen

Herrlichkeit Jesu (wie es die synoptischen Evangelien berichten,

vgl. Mt 17, 1–9) mitten auf dem Weg Jesu zu Kreuz und

Auferstehung. Dieses Ziel seines Weges, das sich in Jerusalem

erfüllen sollte, wurde von ihm selbst angekündigt (vgl. Mt

16, 21). Dies zeigt, dass die Verklärung des Herrn der Stärkung

der Jünger dienen sollte, sie sollten durch die vorweggenommene

himmlische Herrlichkeit mit Jesus in sein Leiden und seine

Kreuzigung gehen können.

Meditation der biblischen Geheimnisse

Wenn Fra Angelico im Kloster San Marco in Florenz die Zellen

der Dominikaner mit Fresken ausmalte, dann übergab er

wichtige biblische Szenen der Meditation seiner Mitbrüder.

Der feste Tagesablauf sah solche Zeiten des persönlichen Gebets

und der Betrachtung vor, in denen sich die Brüder in die biblischen

Szenen vertiefen konnten, die Fra Angelico ihnen in die

jeweiligen Zellen gemalt hatte (wobei wir eventuelle Teile von

Gehilfen nicht klar abgrenzen können). In der Zelle Nr. 6 im

Obergeschoss des Konventsgebäudes findet sich links von einem

Fensterdurchbruch das Fresko mit der Verklärung des Herrn. Es

greift mit seinem bogenförmigen oberen Abschluss und seinem

gemalten Rahmen die Architektur der schlichten Zelle auf, ist

aber wenig glücklich asymmetrisch unter dem Tonnengewölbe

platziert, das oben links den gemalten Rahmen anschneidet und

sich damit als spätere Konstruktion erweist.

Das Fresko zeigt bildbeherrschend den verklärten Herrn,

der auf einem sockelähnlichen Felsplateau steht, womit der

Berg assoziiert werden kann, auf den Jesus die Jünger geführt

hatte (vgl. Mt 17, 1). Seine im Maßstab alle anderen Personen


7

Das Bild im Blick

überragende Gestalt ist in helles Licht getaucht. Eine gleißend

helle Mandorla umgibt seinen gesamten Körper, seine Gewänder

sind „weiß wie das Licht“ (Mt 17, 2), und selbst die waagerechten

Flächen des Felssockels strahlen im Licht. Außerhalb

der Mandorla leuchtet der gesamte Hintergrund des Freskos in

hellem Gelb.

Hinter dem sehr ausdrucksstark gemalten Kopf Jesu, die Augen

schauen den Betrachter nicht direkt an, ist ein stuckierter

Nimbus mit eingemaltem roten Kreuz zu sehen. Der Herr hat

die Arme in Kreuzesform weit ausgebreitet. Auf diese Weise

gibt der Maler nicht nur dem Licht der Auferstehung, sondern

auch der Kreuzigung, die diesem vorausgeht, einen wichtigen

Stellenwert in seinem Bild.

Starke Emotionen

Unterhalb der Hände Jesu sind die Köpfe von Mose (links, mit

zwei Strahlen als Zeichen des Glanzes der Gottesbegegnung,

vgl. Ex 34, 29) und Elija (rechts) zu sehen. Um sie als himmlische

Erscheinungen zu kennzeichnen, lässt der Maler sie über

einem Wolkensaum erscheinen. Beide tragen einen Heiligenschein

und sind im Dreiviertelprofil auf Jesus hin ausgerichtet.

Zu Füßen des Herrn sind die drei Jünger (Petrus, Jakobus

und Johannes), die Jesus mit auf den Berg genommen hatte,

zu Boden gesunken. In verschiedenen Körperhaltungen zeigen

sie die Erschütterung, welche die übernatürliche Erscheinung

in ihnen auslöst, und heben die Hände zum Schutz gegen

das blendende Licht. Petrus auf der linken Seite ist dem Betrachter

zugewandt, weil er der sprechende Jünger ist (vgl.

Mt 17, 4). Einzig Johannes auf der rechten Seite ist dem Herrn

in anbetender Weise zugewandt und wird damit zur Identifikationsfigur

für den meditierenden Zellenbewohner und zu

seinem Eingangstor in die biblische Szene bei der Betrachtung

des Freskos. Die starken Emotionen, in denen der Maler die


Das Bild im Blick 8

Jünger schildert, helfen dem Beter, auch in sich starke Seelenbewegungen

zuzulassen.

Zeitsprünge erleichtern die Meditation

In besonderer Weise sind die beiden Personen, die zwischen

den Jüngern unten und Mose mit Elija oben zu sehen sind, eine

Hilfe für die Meditation der Ordensbrüder. Hier hat der Maler

nämlich zwei Heilige dargestellt, die in der biblischen Erzählung

nicht vorkommen, mit denen sich die Betrachter aber auf

besondere Weise identifizieren konnten. Links ist Maria, die

Mutter Jesu, zu sehen. Sie hat die Hände vor der Brust gekreuzt

und nimmt dadurch eine Haltung ein, in der sie häufig unter

dem Kreuz gezeigt wird; sie drückt aus, dass sie sich in den

Willen Gottes ergibt. Auf diese Weise stellt der Maler nochmals

einen Bezug zur Kreuzigung her, da Maria meistens zur Rechten

des Gekreuzigten gezeigt wird. Auf den anderen Fresken in

San Marco hat Fra Angelico ebenfalls immer wieder die Gottesmutter

in verschiedene biblische Szenen hineingemalt, in denen

sie nicht erwähnt wird. Die stark auf Maria ausgerichtete

Spiritualität der Dominikaner erleichterte ihnen auf diese Weise

den Einstieg ins Bild; Maria wurde zur Brücke für den Weg des

Betrachters in die himmlische Herrlichkeit Jesu.

Dies wird noch verstärkt durch die Darstellung des heiligen

Dominikus, des Gründers der Dominikaner, auf der anderen

Seite. Er ist im traditionellen weiß-schwarzen Habit der Dominikaner

dargestellt und hat die Hände gefaltet als Zeichen des

Gebets. Am Rand des Heiligenscheins ist ein Stern zu sehen,

der sich auf eine Legende bezieht, nach der die Amme bei der

Taufe des Heiligen einen Stern an seinem Kopf sah und dies als

Zeichen der besonderen Berufung des Kindes gedeutet wurde.

Dominikus lebte im 12. und 13. Jahrhundert, ist also in dieser

biblischen Szene eigentlich fremd, aber der Zeitsprung mit der

Darstellung des Ordensgründers erleichterte dem Ordensbruder

die Meditation, da er sich mit diesem in besonderer Weise


9

Das Bild im Blick

identifizieren und in die dargestellte Wirklichkeit hineinversetzen

konnte.

Der Komposition des Freskos liegt die Kreisform zugrunde,

die vom oberen Rand vorgegeben wird. In ihr fügen sich alle

Figuren organisch ein und werden miteinander verbunden. Die

Kreisform unterstreicht auch die Stellung Jesu als Mittelpunkt

der Komposition. Die Farbgebung hebt die untere Sphäre des

Irdischen von der oberen des Himmlischen ab.

Fra Angelico kann als herausragender Maler des Überweltlichen

gelten. Immer wieder gelingt es ihm, auf sehr glaubhafte

Weise darzustellen, was unser Verstehen und Begreifen übersteigt,

und den Betrachtern auf diese Weise den Schritt des

Glaubens zu erleichtern. Auch wenn er die Wolke und die Stimme

des Vaters nicht darstellt, lässt er den Bezug zum Vater nicht

nur für den Herrn in der biblischen Geschichte aufstrahlen,

sondern macht ihn auch für alle Betrachter aller Zeiten nachempfindbar.

Hier versetzt er uns in ein Haus aus Licht, in dem

der Herr zu Hause ist, aus dem er in sein Menschsein herabstieg

und zu dem er nach seiner Auferstehung zurückkehrt. Es ist das

Haus, in dem auch wir zu Hause sind und in dem er einen Platz

für uns bereitet (vgl. Joh 14, 2).

Heinz Detlef Stäps


Montag, 1. August 2022

Heiliger Alfons Maria von Liguori

Alfons Maria von Liguori (1696–1787) sah sich selbst in erster

Linie als Seelsorger, leistete aber auch als Theologe Bedeutendes.

Er stammte aus einer reichen italienischen Adelsfamilie. Schon

früh war er ein erfolgreicher Rechtsanwalt, gab seine Karriere aber

auf und wurde 1726 mit 30 Jahren Priester. Er schloss sich einer

Weltpriestervereinigung an und widmete sich besonders der Ausund

Weiterbildung der Seelsorger, organisierte das Laienapostolat

und die Volksmission. 1731 gründete er den beschaulichen Orden

der Redemptoristinnen und 1732 die „Kongregation des allerheiligsten

Erlösers“ (Redemptoristen), einen Missionsorden für das

einfache Volk. 1762–1775 war er Bischof von Sant’ Agata de’ Goti

im Königreich Neapel. Hier bemühte er sich erfolgreich um die religiöse

Erneuerung von Klerus und Volk. Besonders wichtig war ihm

die Schulung der Beichtväter, Seelenführer und Prediger, die den

Menschen die Liebe und Barmherzigkeit Gottes vermitteln sollten.

Aus gesundheitlichen Gründen gab er 1775 sein Bischofsamt auf

und zog sich in ein Kloster zurück, wo er bis zu seinem Tode lebte.

Er hinterließ zahlreiche Werke, darunter eine Moraltheologie und

eine Anleitung für Beichtväter. 1839 wurde er heiliggesprochen,

1871 zum Kirchenlehrer erhoben und 1950 zum Patron der Beichtväter

und Seelenführer erklärt.

Schrifttexte: Lesung: Röm 8, 1–4; Evangelium: Mt 5, 13–19

Namenstag: hl. Fides, hl. Spes, hl. Caritas († vor 138) · Ulrich von

Ursberg (Prämonstratenser, † 1136) · hl. Petrus Faber (Jesuit, † 1546)

Ökumenischer Gedenktag: Heraustragung des Kreuzes (orth.)

Schweizer Bundesfeier


11

Montag, 1. August · Morgen

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit.

Amen. Halleluja.

Hymnus

Nimm mein Leben, es zu halten,

dir zur Ehre es entfalten.

Nimm die Stunden meines Tag’s,

dich zu loben, wie du magst.

Nimm und führe meine Hand,

deine Liebe mach bekannt.

Nimm und setze meinen Fuß,

jeder Schritt von dir ein Gruß.

Meine Stimme lass erklingen,

Lieder deiner Herrschaft singen.

Komm und öffne meinen Mund,

mach durch mich dein Kommen kund.

Nimm mein Geld und nimm mein Gut,

dass es Menschen Gutes tut.

Nimm mein Herz und meinen Geist,

dass sich deine Kraft erweist.

Nimm mein Wollen und mein Planen,

lass mich deinen Willen ahnen.

Nimm mein Denken und mein Tun,

lass mich nicht zufrieden ruhn.

Nimm mein Sehnen und mein Sein,

alles, was ich fühl’, sei dein.


Morgen · Montag, 1. August 12

Nimm mich ganz, so wie ich bin,

Herr, gib meinem Leben Sinn.

Raymund Weber, nach Frances Ridley Havergal (1836–1879) „Take my life“,

© beim Autor

Canticum Sir 36, 1–7.13.16–19

Antiphon:

Die Antiphon wird zu Beginn und am Ende eines Canticums gebetet.

Zeige uns, Herr, das Licht deines Erbarmens.

Rette uns, du Gott des Alls, *

und wirf deinen Schrecken auf alle Völker!

Schwing deine Hand gegen das fremde Volk, *

damit es deine mächtigen Taten sieht.

Wie du dich an uns vor ihren Augen als heilig bezeugt hast, *

so verherrliche dich an ihnen vor unseren Augen,

damit sie erkennen, wie wir es erkannten: *

Es gibt keinen Gott außer dir.

Erneuere die Zeichen, wiederhole die Wunder, *

zeig die Macht deiner Hand und die Kraft

deines rechten Armes!

Sammle alle Stämme Jakobs, *

verteil den Erbbesitz wie in den Tagen der Vorzeit!

Hab Erbarmen mit dem Volk, das deinen Namen trägt, *

mit Israel, den du deinen Erstgeborenen nanntest.

Hab Erbarmen mit deiner heiligen Stadt, *

mit Jerusalem, dem Ort, wo du wohnst.

Erfülle Zion mit deinem Glanz *

und deinen Tempel mit deiner Herrlichkeit!

Ehre sei dem Vater ...


13

Montag, 1. August · Morgen

Lesung Jes 48, 20

Verkündet es jauchzend, damit man es hört! Ruft es hinaus

bis ans Ende der Erde! Ruft: Der Herr hat seinen Knecht

Jakob losgekauft.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Benedictus, Magnificat und Nunc dimittis finden Sie auf einem heraustrennbaren

Gebetsblatt am Anfang des Heftes. Die dazugehörigen Antiphonen werden

jeweils vor und nach diesen Gesängen aus dem Evangelium gebetet.

Antiphon zum Benedictus:

Den Armen die frohe Botschaft zu verkünden, hat Gott mich

gesandt.

Redaktion Magnificat nach Alfons Maria von Liguori

Bitten

Wir beten zu Christus, der uns heute nahe sein will:

A: Erhöre uns, Christus.

– Lass uns ein Segen sein für alle, denen wir heute begegnen.

– Erfülle uns mit Freude und Dank für dein Weggeleit.

– Lenke unsere Schritte auf dem Weg des Friedens.

Vaterunser

Oration

Gott, du Hirt deines Volkes, du schenkst der Kirche zu allen Zeiten

Menschen, die durch ihren Glauben und ihre Liebe ein Vorbild

sind. Gib, dass uns gleich dem heiligen Alfons das Heil der

Menschen am Herzen liegt, und schenke uns im Himmel den

Lohn, den er schon empfangen hat. Darum bitten wir durch

Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in

der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle

Ewigkeit.

Bei d e n Orationen, die mit „Darum bitten wir durch Jesus Christus“ enden,

soll die oben angegebene abschließende Formel gebetet werden.


Eucharistie · Montag, 1. August 14

Christus Jesus, unser Bruder und Heiland,

er sei in unserer Mitte, wenn wir uns

zu seinem Lob versammeln.

Texte zur Eucharistiefeier

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 28, 1–17

Im Anfang der Regierung Zidkijas, des Königs von Juda, im fünften

Monat des vierten Jahres, sagte der Prophet Hananja, der

Sohn Asurs aus Gibeon, im Haus des Herrn vor den Priestern und

dem ganzen Volk zu Jeremia:

So spricht der Herr der Heere, der Gott Israels: Ich zerbreche

das Joch des Königs von Babel. Noch zwei Jahre, und ich bringe

alle Geräte des Hauses des Herrn, die Nebukadnezzar, der König

von Babel, von diesem Ort weggenommen und nach Babel gebracht

hat, wieder an diesen Ort zurück.

Auch Jojachin, den Sohn Jojakims, den König von Juda, samt

allen Verschleppten aus Juda, die nach Babel gebracht wurden,

führe ich an diesen Ort zurück – Spruch des Herrn –; denn ich

zerbreche das Joch des Königs von Babel.

Der Prophet Jeremia antwortete dem Propheten Hananja vor

den Priestern und vor dem ganzen Volk, das im Haus des Herrn

stand.

Der Prophet Jeremia sagte: Ganz recht! Mag der Herr so tun.

Der Herr erfülle deine Worte, die du verkündet hast, und bringe

die Geräte des Hauses des Herrn und alle Verschleppten aus Babel

zurück an diesen Ort.

Doch höre das Wort, das ich dir und dem ganzen Volk in die

Ohren rufe: Die Propheten, die vor mir und vor dir je gelebt haben,

weissagten Krieg, Unheil und Pest gegen viele Länder und

mächtige Reiche. Der Prophet aber, der Heil weissagt – an der


15

Montag, 1. August · Eucharistie

Erfüllung des prophetischen Wortes erkennt man den Propheten,

den der Herr wirklich gesandt hat.

Da nahm der Prophet Hananja das Jochholz vom Nacken des

Propheten Jeremia und brach es entzwei. Vor dem ganzen Volk

erklärte Hananja: So spricht der Herr: Ebenso nehme ich binnen

zwei Jahren das Joch Nebukadnezzars, des Königs von Babel,

vom Nacken aller Völker und zerbreche es. Der Prophet Jeremia

ging seines Weges.

Nachdem nun der Prophet Hananja das Jochholz vom Nacken

des Propheten Jeremia genommen und zerbrochen hatte, erging

das Wort des Herrn an Jeremia: Geh und sag zu Hananja:

So spricht der Herr: Jochstangen aus Holz hast du zerbrochen,

dafür aber musst du nun Jochstangen aus Eisen machen. Denn

so spricht der Herr der Heere, der Gott Israels: Ein eisernes Joch

habe ich auf den Nacken aller dieser Völker gelegt; sie müssen

Nebukadnezzar, dem König von Babel, untertan sein. Sie werden

ihm untertan sein, und auch die Tiere des Feldes gebe ich ihm.

Der Prophet Jeremia sagte also zum Propheten Hananja: Höre,

Hananja! Der Herr hat dich nicht gesandt, und du hast dieses

Volk dazu verführt, auf Lügen zu vertrauen. Darum – so spricht

der Herr: Siehe, ich schaffe dich vom Erdboden fort.

Noch in diesem Jahr bist du tot; denn du hast Auflehnung gegen

den Herrn gepredigt. Im siebten Monat desselben Jahres

starb der Prophet Hananja.

Impuls zur Lesung

Beides scheint Konjunktur zu haben: das Schwarzmalen und

das unverantwortliche Verharmlosen. Denn beides verkauft

sich gut. Wer Katastrophen ankündigt, kann sich über sprunghaft

ansteigende Klickzahlen, Einschaltquoten und Werbeeinnahmen

freuen. Doch auch, wer unangenehme Wahrheiten

klein- oder schönredet, wird gerne gehört. Wie soll man also

wissen, was die Stunde geschlagen hat? Die Bibel sieht, wie

viele Schichten diese Frage hat. Sie vereinfacht nicht, im Unterschied

zu den vielen schrecklichen Vereinfachern damals und


Eucharistie · Montag, 1. August 16

heute. Und dennoch ist sie zuversichtlich: Wir Menschen sind

nicht eine Herde hilflos blökender Schafe. Jeden und jede hat

Gott zu seinem Bilde geschaffen, in seine Nähe gerufen, mit

seinem Geist begabt; und mit Verstand und wachen Sinnen.

Das ist nicht wenig. Das ist auch nicht wenig verlangt. Wie geht

das, mutig, prophetisch, Mensch sein, ohne Erwählungsdünkel

oder Größenwahn? In aller Demut Gottes Wege gehen: Auf

mich, auf dich, kommt es an!

Antwortpsalm Ps 119, 29.43.79–80.95.102

Kehrvers:

Herr, lehre mich deine Gesetze!

Halte mich fern vom Weg der Lüge; *

begnade mich mit deiner Weisung!

Entziehe meinem Mund nicht das Wort der Wahrheit! *

Ich hoffe so sehr auf deine Entscheide. – Kehrvers

Mir sollen sich alle zuwenden, die dich fürchten und ehren *

und die deine Vorschriften kennen.

Mein Herz richte sich ganz nach deinen Gesetzen; *

dann werde ich nicht zuschanden. – Kehrvers

Frevler lauern mir auf, um mich zu vernichten; *

doch mein Sinn achtet auf das, was du gebietest.

Ich weiche nicht ab von deinen Entscheiden, *

du hast mich ja selbst unterwiesen. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 12b, ferner GL 71, 1 (VIII. Ton)

oder GL 1975 528, 1 · KG 794 (I. Ton

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.

vgl. Mt 4, 4b

Nicht nur von Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort

aus Gottes Mund.

Halleluja.


17

Montag, 1. August · Abend

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 14, 13–21

In jener Zeit, als Jesus hörte, dass Johannes enthauptet worden

war, fuhr er mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein

zu sein. Aber die Leute in den Städten hörten davon und gingen

ihm zu Fuß nach. Als er ausstieg und die vielen Menschen sah,

hatte er Mitleid mit ihnen und heilte die Kranken, die bei ihnen

waren.

Als es Abend wurde, kamen die Jünger zu ihm und sagten:

Der Ort ist abgelegen, und es ist schon spät geworden. Schick

doch die Menschen weg, damit sie in die Dörfer gehen und sich

etwas zu essen kaufen können.

Jesus antwortete: Sie brauchen nicht wegzugehen. Gebt ihr

ihnen zu essen! Sie sagten zu ihm: Wir haben nur fünf Brote

und zwei Fische bei uns.

Darauf antwortete er: Bringt sie her! Dann ordnete er an, die

Leute sollten sich ins Gras setzen. Und er nahm die fünf Brote

und die zwei Fische, blickte zum Himmel auf, sprach den Lobpreis,

brach die Brote und gab sie den Jüngern; die Jünger aber

gaben sie den Leuten, und alle aßen und wurden satt.

Als die Jünger die übriggebliebenen Brotstücke einsammelten,

wurden zwölf Körbe voll. Es waren etwa fünftausend Männer,

die an dem Mahl teilnahmen, dazu noch Frauen und Kinder.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Die vollständige Fassung der Eröffnungen von Morgen- und Abendgebet finden

Sie mit Noten auf Seite 377.


Abend · Montag, 1. August 18

Innehalten am Abend

Ohne große Liebe zu Jesus Christus erreichen wir die Sanftmut

nicht.

Alfons Maria von Liguori (Heiliger des Tages)

• Sanftmut, eine wie aus der Zeit gefallene Eigenschaft – was

bedeutet sie mir?

• Wo habe ich Sanftmut mit Schwäche verwechselt – und wo

ist sie mir aufgeleuchtet als Stärke, die aus der Liebe kommt?

Confiteor – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Ich bekenne Gott, dem Allmächtigen, und allen Brüdern und

Schwestern, dass ich Gutes unterlassen und Böses getan habe –

ich habe gesündigt in Gedanken, Worten und Werken – durch

meine Schuld, durch meine Schuld, durch meine große Schuld.

Darum bitte ich die selige Jungfrau Maria, alle Engel und Heiligen

und euch, Brüder und Schwestern, für mich zu beten bei

Gott, unserem Herrn.

Hymnus

1. Herr Jesus Christus,

du gingst heim zum Vater,

thronst ihm zur Rechten

über allen Welten;

doch deine Jünger

lässt du nicht als Waisen

hier auf der Erde.

3. Er weckt Propheten,

die dem Volk vorangehn

und es voll Umsicht

auf dem Weg geleiten.

Hirten bestellt er,

ist in ihren Worten

nahe den Deinen.

2. Du schickst als Beistand

deinen Geist der Wahrheit.

Er schenkt uns Einsicht,

gibt uns Licht und Hoffnung.

Er führt die Kirche

sicher durch die Zeiten

hin zur Vollendung.

4. Sie geben Zeugnis,

reden unerschrocken,

stärken die Schwachen,

sammeln die Zerstreuten,

lehren in Vollmacht,

helfen ihren Brüdern,

dich zu bekennen.


19

Montag, 1. August · Abend

5. Lob sei dem Vater

auf dem höchsten Throne,

Lob sei dem Sohne,

den er uns gesandt hat,

Lob sei dem Geiste,

der von beiden ausgeht,

immer und ewig. Amen.

Zeitgenössisch (Verfasser: Bernardin Schellenberger)

Melodie: GL 484 · GL 1975 634 · KG 143 · EG 227

Psalm 40 Verse 10–14.17–18

Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde, *

meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.

Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht im Herzen, *

ich spreche von deiner Treue und Hilfe,

ich schweige nicht über deine Huld und Wahrheit *

vor der großen Gemeinde.

Du, Herr, verschließ mir nicht dein Erbarmen, *

deine Huld und Wahrheit mögen mich immer behüten!

Denn Leiden ohne Zahl umfangen mich, /

meine Sünden holen mich ein, *

ich vermag nicht mehr aufzusehn.

Zahlreicher sind sie als die Haare auf meinem Kopf, *

der Mut hat mich ganz verlassen.

Gewähre mir die Gunst, Herr, und reiß mich heraus; *

Herr, eile mir zu Hilfe!

Alle, die dich suchen, frohlocken; *

sie mögen sich freuen in dir.

Die dein Heil lieben, sollen immer sagen: *

Groß ist Gott, der Herr.

Ich bin arm und gebeugt; *

der Herr aber sorgt für mich.


Abend · Montag, 1. August 20

Meine Hilfe und mein Retter bist du. *

Mein Gott, säume doch nicht!

Ehre sei dem Vater ...

Deine Gerechtigkeit, ewiger Gott, gereicht deinen Geschöpfen

zum Segen. Lass sie in uns und durch uns Wirklichkeit werden.

Lesung 1 Thess 2, 13

Wir danken Gott unablässig dafür, dass ihr das Wort Gottes,

das ihr durch unsere Verkündigung empfangen habt,

nicht als Menschenwort, sondern – was es in Wahrheit ist – als

Gottes Wort angenommen habt; und jetzt ist es in euch, den

Gläubigen, wirksam.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Du kannst mit Gott so zärtlich umgehen wie ein Kind mit seiner

Mutter.

Redaktion Magnificat nach Alfons Maria von Liguori

Fürbitten

Die Jünger wollen die müden und hungrigen Menschen wegschicken,

doch Jesus hält sie auf: „Sie brauchen nicht wegzugehen.

Gebt ihr ihnen zu essen!“ Voll Vertrauen rufen wir deshalb

zu Jesus Christus, der den Menschen nahe ist:

V: Du unser Bruder, A: wir bitten dich, erhöre uns.

Wir bitten für deine ganze Kirche und besonders für alle, die

ein Amt in ihr ausüben:

– Hilf ihnen, deinem Vorbild zu folgen und mitfühlend und

barmherzig zu handeln.

Wir bitten für Menschen, die sich politisch und sozial engagieren:

– Hilf ihnen, nicht müde zu werden in ihrem Einsatz für Gerechtigkeit.


21

Montag, 1. August · Abend

Wir bitten für Paare und Familien, denen die Liebe und das

Vertrauen zueinander geschwunden sind:

– Hilf ihnen, wieder Schritte aufeinander zu und miteinander

zu gehen.

Wir bitten für alle Menschen, die hungrig einschlafen und

hungrig aufwachen:

– Hilf uns, mit ihnen zu teilen, damit sie ein menschenwürdiges

Leben führen können.

Vaterunser

Oration

Gott, du Hirt deines Volkes, du schenkst der Kirche zu allen Zeiten

Menschen, die durch ihren Glauben und ihre Liebe ein Vorbild

sind. Gib, dass uns gleich dem heiligen Alfons das Heil der

Menschen am Herzen liegt, und schenke uns im Himmel den

Lohn, den er schon empfangen hat. Darum bitten wir durch

Jesus Christus.

Salve Regina (Seite 378)

Der Geist lehre uns,

Gottes Willen zu tun,

und leite uns auf ebenem Pfad.

Vgl. Ps 143, 10


Dienstag, 2. August 2022

Heiliger Eusebius

Heiliger Petrus Julianus Eymard

Eusebius wurde 283 auf Sardinien geboren, kam aber sehr früh

mit seinen Eltern nach Rom. Dort wurde er hervorragend ausgebildet

und zum Priester geweiht. Nach seinem Wirken als Lektor

in Rom wurde er 340 (oder 345) zum ersten Bischof von Vercelli

(Norditalien) berufen. Erstmalig im Abendland führte er für die

Geistlichen der Kathedralkirche eine Form des gemeinsamen Lebens

ein. Er trat energisch gegen den Arianismus auf und wurde

deshalb 355 verbannt. 363 durfte er wieder in seine Diözese zurückkehren.

Er starb 371. Spätere Legenden behaupten, er sei von

Arianern gesteinigt worden.

Schrifttexte: Lesung: 1 Joh 5, 1–5; Evangelium: Mt 5, 1–12a

Petrus Julianus Eymard, ein besonderer Verehrer der hl. Eucharistie,

wurde 1811 in La Mure-d’Isère bei Grenoble geboren.

Er empfing 1834 die Priesterweihe. Einige Jahre gehörte er der

„Kongregation der Maristen“ (Gesellschaft Mariens) an, bevor er

1856 in Paris die „Kongregation vom heiligsten Sakrament“ (Eucharistiner)

zur Förderung der Verehrung der Eucharistie gründete

und später den weiblichen Ordenszweig der „Dienerinnen des allerheiligsten

Altarsakramentes“. Er starb 1868 in seinem Geburtsort.

Zehn Jahre später wurde sein unversehrter Leichnam in die

Corpus-Christi-Kirche in Paris übertragen. Er wurde 1962 heiliggesprochen.

Schrifttexte zur Auswahl: Lesung: Apg 4,32–35; Evangelium: Joh

15, 1–8

Namenstag: hl. Etheldreda von Crowland (Elfriede, Reklusin, † 834) ·

sel. Gerhard Hirschfelder (Priester, Märtyrer, † 1942)

Ökumenischer Gedenktag: Basilius von Moskau (Narr in Christus,

1468–1557)


23

Dienstag, 2. August · Morgen

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Christus – mächtiger Gott!

Du, Allherrscher der Schöpfung,

lenkst die kreisenden Welten –

wandelst auf Wogen,

wendest die Stürme –

rufst deine Engel,

zwingst die Dämonen –

König der Welt!

Allem verleihst du das Sein,

Wort des allmächtigen Vaters!

Christus – Heiland der Welt!

Aus dem Schoße des Vaters

steigst du rettend hernieder:

wirst unser Bruder,

teilst unsre Armut –

trägst unsre Leiden,

tilgst unsre Sünden –

hebst uns empor:

Erster des neuen Geschlechts,

das du erlöst und geheiligt.

Christus – göttliches Haupt!

Wie der Weinstock die Reben

nährst du uns, deine Glieder:

senkst in die Seelen

göttliches Leben,

einigst die Völker


Morgen · Dienstag, 2. August 24

in deiner Kirche

heiligem Leib.

Zieh uns auf ewig an dich,

Mittler unsterblichen Lebens!

Zeitgenössisch

Canticum

Antiphon:

Sei unsere Hilfe, Herr, alle Tage unseres Lebens.

Ich sagte: In der Mitte meiner Tage /

muss ich hinab zu den Pforten der Unterwelt, *

man raubt mir den Rest meiner Jahre.

Jes 38, 10–13a.14cd.17–20

Ich sagte: /

Ich darf den Herrn nicht mehr schauen

im Land der Lebenden, *

keinen Menschen mehr sehen bei den Bewohnern der Erde.

Meine Hütte bricht man über mir ab, *

man schafft sie weg wie das Zelt eines Hirten.

Wie ein Weber hast du mein Leben zu Ende gewoben, *

du schneidest mich ab wie ein fertig gewobenes Tuch.

Vom Anbruch des Tages bis in die Nacht

gibst du mich preis; *

bis zum Morgen schreie ich um Hilfe.

Meine Augen blicken ermattet nach oben: *

Ich bin in Not, Herr; steh mir bei!

Du hast mich aus meiner bitteren Not gerettet, /

du hast mich vor dem tödlichen Abgrund bewahrt; *

denn all meine Sünden warfst du hinter deinen Rücken.

Ja, in der Unterwelt dankt man dir nicht, /

die Toten loben dich nicht; *

wer ins Grab gesunken ist,

kann nichts mehr von deiner Güte erhoffen.


25

Dienstag, 2. August · Morgen

Nur die Lebenden danken dir, wie ich am heutigen Tag. *

Von deiner Treue erzählt der Vater den Kindern.

Der Herr war bereit, mir zu helfen. *

Wir wollen singen und spielen im Haus des Herrn,

solange wir leben!

Ehre sei dem Vater ...

Lesung Jes 12, 2

Gott ist meine Rettung; ihm will ich vertrauen und niemals

verzagen. Denn meine Stärke und mein Lied ist der Herr.

Er ist mir zum Retter geworden.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Aus den Händen aller, die uns hassen, errette uns, o Herr.

Bitten

Allmächtiger Gott, hier und jetzt willst du uns befreien von den

Ängsten, die uns binden. Wir bitten dich:

A: Schenke uns wahre Freiheit.

– Dass wir kein Vorhaben mehr ohne dich beginnen.

– Dass wir den Aufbruch wagen, auch wenn wir noch nicht

sehen, wohin du uns führst.

– Dass wir aufstehen können, wenn Leid und Sorgen uns niederdrücken.

Vaterunser

Oration

Herr Jesus Christus, du wahres Licht, das alle Menschen erleuchtet,

damit sie das Heil finden, gib uns die Kraft, deinem

Frieden und deiner Gerechtigkeit den Weg zu bereiten. Der du


Eucharistie · Dienstag, 2. August 26

in der Einheit des Heiligen Geistes mit Gott dem Vater lebst und

herrschest in alle Ewigkeit.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Tagesgebet

Texte zur Eucharistiefeier

Heiliger Gott. Du hast deine Gemeinde zur Heiligkeit berufen.

Du befähigst uns schon in dieser Welt zu einem neuen Leben.

Vergib uns, wenn wir dennoch immer wieder versagen. Sende

uns deinen Geist und lass uns erfahren, dass du die Herzen der

Menschen verwandelst. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 30, 1–2.12–15.18–22

Das Wort, das vom Herrn an Jeremia erging: So spricht der

Herr, der Gott Israels: Schreib dir alle Worte, die ich dir

gesagt habe, in ein Buch!

So spricht der Herr: Arg ist dein Schaden, unheilbar deine

Wunde. Niemand verschafft dir Recht. Für das Geschwür gibt

es keine Heilung, keine Genesung gibt es für dich.

Alle deine Freunde haben dich vergessen, sie kümmern sich

nicht mehr um dich. Denn wie ein Feind schlägt, so habe ich

dich geschlagen mit harter Züchtigung wegen deiner vielfachen

Schuld und deiner zahlreichen Sünden.

Was schreist du über deinen Schaden und dein arges Leiden?

Wegen deiner vielfachen Schuld und deiner zahlreichen Sünden

habe ich dir das getan.

So spricht der Herr: Seht, ich wende das Geschick der Zelte

Jakobs, seiner Wohnstätten erbarme ich mich. Die Stadt soll

auf ihrem Schutthügel aufgebaut werden, die Burg auf ihrem


27

Dienstag, 2. August · Eucharistie

alten Platz stehen. Lobgesang wird dort erschallen, die Stimme

fröhlicher Menschen.

Ich will ihre Zahl vermehren, sie sollen nicht weniger werden;

ich will ihnen Ehre verschaffen, sie sollen nicht verachtet

werden. Die Söhne Jakobs werden sein wie ehedem, seine Gemeinde

wird vor mir bestehen bleiben, doch alle seine Unterdrücker

ziehe ich zur Rechenschaft.

Sein Machthaber wird ihm selbst entstammen, sein Herrscher

aus seiner Mitte hervorgehen. Ich gewähre ihm Zutritt,

sodass er mir nahen kann; denn wer sonst dürfte sein Leben

wagen, um mir zu nahen? – Spruch des Herrn.

Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein.

Impuls zur Lesung

Als ich vier Jahre alt war, zog die Familie von einer kleinen süddeutschen

Stadt nach Stuttgart. In der Nähe unserer Wohnung

befand sich eine Anhöhe, in meiner Erinnerung ein veritabler

Berg, der Birkenkopf. Manche Leute nannten ihn auch „Scherbelino“

oder „Monte Scherbelino“, eine Bezeichnung, von der

ich spürte, dass sie unseren Eltern nicht so gut gefiel. Vermutlich

erschien sie ihnen angesichts der grauenvollen Zerstörung

der im Krieg zerbombten Stadt frivol. Wir Kinder liebten die

Spaziergänge auf den Birkenkopf, denn dort hatte man einen

wunderbaren Blick über die Stadt und ins Weite, vor allem aber

konnte man auf dem Gipfel in den Fassadenresten der zerstörten

Häuser herumklettern, aus deren Schutt der Stadtberg

nach dem Zweiten Weltkrieg weiter gewachsen war. Nicht erst

das verwüstete Stuttgart hat seinen Scherbenberg, schon das

schwer geschlagene biblische Jerusalem soll, so verheißt es der

Herr, auf seinem Schutthügel neu erbaut werden. Der Zionshügel

als Monte Scherbelino? Wenn Gott das sagt, dann ist es

Hoffnung auf Rettung aus Not und Tod und nicht frivol.


Eucharistie · Dienstag, 2. August 28

Antwortpsalm Ps 102, 16–21.29.22

Kehrvers:

Der Herr baut Zion wieder auf und erscheint in all seiner Herrlichkeit.

Die Völker fürchten den Namen des Herrn *

und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.

Denn der Herr baut Zion wieder auf *

und erscheint in all seiner Herrlichkeit. – Kehrvers

Er wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu, *

ihre Bitten verschmäht er nicht.

Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht, *

damit das Volk, das noch erschaffen wird,

den Herrn lobpreise. – Kehrvers

Der Herr schaut herab aus heiliger Höhe, *

vom Himmel blickt er auf die Erde nieder;

er will auf das Seufzen der Gefangenen hören *

und alle befreien, die dem Tod geweiht sind. – Kehrvers

Die Kinder deiner Knechte werden in Sicherheit wohnen, *

ihre Nachkommen vor deinem Antlitz bestehen,

damit sie den Namen des Herrn auf dem Zion verkünden *

und sein Lob in Jerusalem. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 17, ferner GL 48, 1 (I. Ton) oder GL 1975 735, 1 (II. Ton)

oder KG 315, 6 (V. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.

Joh 1, 49b

Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 14, 22–36

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger

auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer voraus-


29

Dienstag, 2. August · Abend

zufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken.

Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um

in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch

allein auf dem Berg. Das Boot aber war schon viele Stadien vom

Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen;

denn sie hatten Gegenwind.

In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf

dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken

sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie

schrien vor Angst.

Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen,

ich bin es; fürchtet euch nicht!

Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl,

dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm!

Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf

Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er

Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich!

Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu

ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie

ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im

Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du

bist Gottes Sohn.

Sie fuhren auf das Ufer zu und kamen nach Gennesaret. Als

die Leute dort ihn erkannten, schickten sie Boten in die ganze

Umgebung. Und man brachte alle Kranken zu ihm und bat ihn,

er möge sie wenigstens den Saum seines Gewandes berühren

lassen. Und alle, die ihn berührten, wurden geheilt.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Abend · Dienstag, 2. August 30

Innehalten am Abend

Geh nicht immer auf dem vorgezeichneten Weg, der nur dahin

führt, wo andere bereits gegangen sind.

Alexander Graham Bell (heute vor 100 Jahren starb

der Sprachtherapeut, Taubstummenlehrer und Erfinder,

der das erste marktreife Telefon entwickelte; 1847–1922)

• Welche Wege pflege ich zu gehen?

• Was könnten mir neue, nicht vorgezeichnete Wege eröffnen?

Confiteor (Seite 18) – oder:

V: Erbarme dich, Herr, unser Gott, erbarme dich.

A: Denn wir haben vor dir gesündigt.

V: Erweise, Herr, uns deine Huld.

A: Und schenke uns dein Heil.

Hymnus

Unendlicher Schöpfergott,

du hast die Wasser geteilt

und ihnen den Himmelsdamm

in ihre Fluten gekeilt.

Die Arche hast du bestimmt,

des Menschen Rettung zu sein.

Mit leuchtendem Flügelschlag

kehrt Heil durch die Taube ein.

So gieße den Geist als dein

verheißenes Friedensreich heut

von Neuem in unser Herz

und in die Fluten der Zeit.

Neues Stundenbuch


31

Dienstag, 2. August · Abend

Psalm 119

Denk an das Wort für deinen Knecht, *

durch das du mir Hoffnung gabst.

Das ist mein Trost im Elend: *

Deine Verheißung spendet mir Leben.

Frech verhöhnen mich die Stolzen; *

ich aber weiche nicht ab von deiner Weisung.

Denke ich an deine Urteile seit alter Zeit, *

Herr, dann bin ich getröstet.

Zorn packt mich wegen der Frevler, *

weil sie deine Weisung missachten.

Zum Lobgesang wurden mir deine Gesetze *

im Haus meiner Pilgerschaft.

In der Nacht denke ich, Herr, an deinen Namen; *

ich will deine Weisung beachten.

Deine Befehle zu befolgen *

ist das Glück, das mir zufiel.

Ehre sei dem Vater ...

Verse 49–56 Sajin

Dein Wort gibt uns Hoffnung, treuer Gott, deine Verheißung

spendet uns Leben. Bewahre uns in dieser Nacht und lass uns

morgen froh deinen Willen tun.

Lesung Jer 23, 6

In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, Israel kann in

Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Der

Herr ist unsere Gerechtigkeit.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Großes hat an mir getan der Mächtige, sein Name ist heilig.


Abend · Dienstag, 2. August 32

Fürbitten (Gebetsanliegen des Papstes)

Beten wir für kleine und mittlere Unternehmen,

– dass sie inmitten der ökonomischen und sozialen Krisen Wege

finden zu überleben, voranzuschreiten und weiter ihren Gemeinden

zu dienen.

Näheres zu diesem Gebetsanliegen erfahren Sie auf www.magnificat.de/aktuelles.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, dein ist der Tag, und dein ist die Nacht. Lass

Christus, die Sonne der Gerechtigkeit, in unseren Herzen nicht

untergehen, damit wir aus dem Dunkel dieser Zeit in das Licht

gelangen, in dem du wohnst. Darum bitten wir durch ihn, Jesus

Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Salve Regina (Seite 378)


Mittwoch, 3. August 2022

Namenstag: hl. Lydia (biblische Gestalt) · sel. Benno von Metz (Benediktiner,

Bischof, Gründer von Einsiedeln, † 940) · Burchard von Rot

an der Rot (Prämonstratenser, † 1140)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Du Friedefürst, Herr Jesu Christ,

wahr’ Mensch und wahrer Gott,

ein starker Nothelfer du bist

im Leben und im Tod.

Drum wir allein im Namen dein

zu deinem Vater schreien.

Recht große Not uns stößet an

von Krieg und Ungemach,

daraus uns niemand helfen kann

denn du; drum führ die Sach.

Den Vater bitt, dass er ja nit

im Zorn mit uns verfahre.

Gedenke, Herr, jetzt an dein Amt,

dass du ein Friedfürst bist,

und hilf uns gnädig allesamt

jetzt und zu aller Frist.

Lass uns hinfort dein göttlich Wort

im Fried noch länger schallen.

Jakob Ebert 1601 – EG 422


Morgen · Mittwoch, 3. August 34

Psalm 77 Verse 2–21

Ich rufe zu Gott, ich schreie, *

ich rufe zu Gott, bis er mich hört.

Am Tag meiner Not suche ich den Herrn; /

unablässig erhebe ich nachts meine Hände, *

meine Seele lässt sich nicht trösten.

Denke ich an Gott, muss ich seufzen; *

sinne ich nach, dann will mein Geist verzagen.

Du lässt mich nicht mehr schlafen; *

ich bin voll Unruhe und kann nicht reden.

Ich sinne nach über die Tage von einst, *

ich will denken an längst vergangene Jahre.

Mein Herz grübelt bei Nacht, *

ich sinne nach, es forscht mein Geist.

Wird der Herr mich denn auf ewig verstoßen *

und mir niemals mehr gnädig sein?

Hat seine Huld für immer ein Ende, *

ist seine Verheißung aufgehoben für alle Zeiten?

Hat Gott seine Gnade vergessen, *

im Zorn sein Erbarmen verschlossen?

Da sagte ich mir: „Das ist mein Schmerz, *

dass die Rechte des Höchsten so anders handelt.“

Ich denke an die Taten des Herrn, *

ich will denken an deine früheren Wunder.

Ich erwäge all deine Werke *

und will nachsinnen über deine Taten.

Gott, dein Weg ist heilig. *

Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott?

Du allein bist der Gott, der Wunder tut, *

du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

Du hast mit starkem Arm dein Volk erlöst, *

die Kinder Jakobs und Josefs.


35

Mittwoch, 3. August · Morgen

Die Wasser sahen dich, Gott, /

die Wasser sahen dich und bebten. *

Die Tiefen des Meeres tobten.

Die Wolken gossen ihr Wasser aus, /

das Gewölk ließ die Stimme dröhnen, *

auch deine Pfeile flogen dahin.

Dröhnend rollte dein Donner, /

Blitze erhellten den Erdkreis, *

die Erde bebte und wankte.

Durch das Meer ging dein Weg, /

dein Pfad durch gewaltige Wasser, *

doch niemand sah deine Spuren.

Du führtest dein Volk wie eine Herde *

durch die Hand von Mose und Aaron.

Ehre sei dem Vater ...

In Tagen der Not und Verzweiflung lass uns nicht allein, Gott unseres

Heiles. Stärke uns durch die Augenblicke, in denen wir deine

Hilfe erfahren haben, und gewähre uns neu deine Wunder.

Lesung Röm 8, 35.37

Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis

oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr

oder Schwert? All das überwinden wir durch den, der uns geliebt

hat.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Dienet dem Herrn in Heiligkeit, denn er befreit uns aus der

Hand unserer Feinde.

Bitten

Guter Schöpfer, du suchst uns Menschen und willst uns nahe

sein. Wir bitten dich:


Eucharistie · Mittwoch, 3. August 36

A: Öffne uns Augen und Herzen.

– Dass wir bereit sind, in jedem Menschen dein Ebenbild zu

sehen.

– Dass wir aufrichtig auf Andersdenkende zugehen.

– Dass wir respektvoll umgehen mit dem, was anderen lieb und

heilig ist.

Vaterunser

Oration

Gott, unser Vater, steh deinen Dienerinnen und Dienern bei

und erweise allen, die zu dir rufen, Tag für Tag deine Liebe. Du

bist unser Schöpfer und der Lenker unseres Lebens. Erneuere

deine Gnade in uns, damit wir dir gefallen, und erhalte, was du

erneuert hast. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Tagesgebet

Texte zur Eucharistiefeier

Barmherziger Gott, du hast deinen Sohn in diese Welt gesandt,

um die Menschen aus der alten Knechtschaft zu erlösen. Schenke

allen, die auf deine Hilfe warten, die Freiheit des neuen Lebens.

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 31, 1–7

In jener Zeit – Spruch des Herrn – werde ich der Gott aller

Stämme Israels sein, und sie werden mein Volk sein.

So spricht der Herr: Gnade fand in der Wüste das Volk, das

vom Schwert verschont blieb; Israel zieht zum Ort seiner Ruhe.


37

Mittwoch, 3. August · Eucharistie

Aus der Ferne ist ihm der Herr erschienen: Mit ewiger Liebe

habe ich dich geliebt, darum habe ich dir so lange die Treue

bewahrt.

Ich baue dich wieder auf, du sollst neu gebaut werden, Jungfrau

Israel. Du sollst dich wieder schmücken mit deinen Pauken,

sollst ausziehen im Reigen der Fröhlichen. Wieder sollst

du Weingärten pflanzen auf Samarias Bergen. Wer Pflanzungen

anlegt, darf ihre Früchte genießen.

Denn es kommt der Tag, da rufen die Wächter auf Efraims

Bergland: Auf, lasst uns hinaufpilgern nach Zion zum Herrn,

unserem Gott.

Ja, so spricht der Herr: Jubelt Jakob voll Freude zu, und

jauchzt über das Haupt der Völker! Verkündet, lobsingt und

sagt: Der Herr hat sein Volk gerettet, den Rest Israels.

Impuls zur Lesung

Der Gott Israels, von dem wir glauben dürfen, dass er auch

unser Gott sein will, ist ein Gott des Wiederaufbaus, des Neubeginns.

Ganz gleich, wie erschreckend groß die Kluft geworden

ist zwischen ihm und uns, zwischen ihm und mir, dieser

Gott steht zum Neuanfang bereit. Ja, mehr noch: er läuft mir

entgegen wie der barmherzige Vater (Lk 15, 11–32), dem das

Elend seines zerlumpten Sohnes das Innere zerreißt. Ein anderer

hätte anders reagiert: So ein Lump! So ein verlorener Sohn,

so eine verlorene Tochter, das ist ja wahrlich kein schöner Anblick.

Gott ist es egal, denn wir sind ihm nicht egal. Gott freut

sich über uns. In seinen Augen sind wir schön. Wir sind sein

Ein und Alles. Es ist vorbei. Es fängt gut an.

Antwortpsalm

Kehrvers:

Der Herr wird uns hüten wie ein Hirt seine Herde.

Hört, ihr Völker, das Wort des Herrn, *

verkündet es auf den fernsten Inseln und sagt:

Jer 31, 10–12b.13


Eucharistie · Mittwoch, 3. August 38

Er, der Israel zerstreut hat, wird es auch sammeln *

und hüten wie ein Hirt seine Herde.

Kehrvers:

Der Herr wird uns hüten wie ein Hirt seine Herde.

Denn der Herr wird Jakob erlösen *

und ihn befreien aus der Hand des Stärkeren.

Sie kommen und jubeln auf Zions Höhe, *

sie strahlen vor Freude über die Gaben des Herrn. – Kehrvers

Dann freut sich das Mädchen beim Reigentanz, *

Jung und Alt sind fröhlich.

Ich verwandle ihre Trauer in Jubel, *

tröste und erfreue sie nach ihrem Kummer. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 10d, ferner GL 480 (V. Ton)

oder GL 1975 646, 4 (IV. Ton) oder KG 639 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Lk 7, 16

Halleluja. Halleluja.

Ein großer Prophet trat unter uns auf: Gott nahm sich seines

Volkes an.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 15, 21–28

In jener Zeit zog sich Jesus in das Gebiet von Tyrus und Sidon

zurück. Da kam eine kanaanäische Frau aus jener Gegend zu

ihm und rief: Hab Erbarmen mit mir, Herr, du Sohn Davids!

Meine Tochter wird von einem Dämon gequält. Jesus aber gab

ihr keine Antwort.

Da traten seine Jünger zu ihm und baten: Befrei sie von ihrer

Sorge, denn sie schreit hinter uns her. Er antwortete: Ich bin

nur zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel gesandt.

Doch die Frau kam, fiel vor ihm nieder und sagte: Herr, hilf

mir! Er erwiderte: Es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen

und den Hunden vorzuwerfen.


39

Mittwoch, 3. August · Abend

Da entgegnete sie: Ja, du hast recht, Herr! Aber selbst die

Hunde bekommen von den Brotresten, die vom Tisch ihrer Herren

fallen. Darauf antwortete ihr Jesus: Frau, dein Glaube ist

groß. Was du willst, soll geschehen.

Und von dieser Stunde an war ihre Tochter geheilt.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Die Nächsten lieben und mit den anderen in Frieden leben;

ein sicheres Zeichen, dass man auf dem rechten Weg ist.

Angela Meríci (geboren in Desenzano am Gardasee, war die Gründerin

der Compagnia di Sant’ Orsola, aus der sich der Ursulinenorden entwickelt

hat. Aus tiefer christlicher Überzeugung setzte sie sich für die Bildung

der armen und benachteiligten Kinder und die Verbesserung der sozialen

Lebensumstände ein. 1807 wurde sie heiliggesprochen; 1474–1540)

• Die Nächsten lieben – eine nicht immer einfache Übung: bei

wem fällt sie mir schwer, warum?

• Was stärkt meinen inneren Frieden und den Frieden mit

anderen?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Christus, du bist der helle Tag,

dein Glanz durchbricht die dunkle Nacht.

Du Gott des Lichtes kündest uns

das Licht, das wahrhaft selig macht.


Abend · Mittwoch, 3. August 40

Gib, dass nichts Arges uns bedrängt,

der böse Feind uns nicht verführt,

und lass nicht zu, dass Geist und Leib

vor deinem Auge schuldig wird.

Sei deiner Diener eingedenk,

die du mit deinem Blut erkauft.

Stärk uns durch deines Leidens Kraft;

wir sind auf deinen Tod getauft.

Aus ganzem Herzen preisen wir

dich, Christus, Herr der Herrlichkeit,

der mit dem Vater und dem Geist

uns liebt in alle Ewigkeit. Amen.

Nach: Christe, qui lux es et dies (Christe, qui splendor et dies);

5.–6. Jahrhundert

Melodie: GL 90 · GL 1975 704 · KG 679 · EG 469

Psalm 62 Verse 2–13

Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe, *

von ihm kommt mir Hilfe.

Nur er ist mein Fels, meine Hilfe, meine Burg; *

darum werde ich nicht wanken.

Wie lange rennt ihr an gegen einen Einzigen, /

stürmt alle heran wie gegen eine fallende Wand, *

wie gegen eine Mauer, die einstürzt?

Ja, sie planen, ihn von seiner Höhe zu stürzen; *

Lügen ist ihre Lust.

Sie segnen mit ihrem Mund, *

doch in ihrem Herzen fluchen sie.

Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe; *

denn von ihm kommt meine Hoffnung.

Nur er ist mein Fels, meine Hilfe, meine Burg; *

darum werde ich nicht wanken.


41

Mittwoch, 3. August · Abend

Bei Gott ist mein Heil, meine Ehre; *

Gott ist mein schützender Fels, meine Zuflucht.

Vertrau ihm, Volk Gottes, zu jeder Zeit! /

Schüttet euer Herz vor ihm aus! *

Denn Gott ist unsere Zuflucht.

Nur ein Hauch sind die Menschen, *

die Leute nur Lug und Trug.

Auf der Waage schnellen sie empor, *

leichter als ein Hauch sind sie alle.

Vertraut nicht auf Gewalt, *

verlasst euch nicht auf Raub!

Wenn der Reichtum auch wächst, *

so verliert doch nicht euer Herz an ihn!

Eines hat Gott gesagt, *

zweierlei habe ich gehört:

Bei Gott ist die Macht; *

Herr, bei dir ist die Huld.

Denn du wirst jedem vergelten, *

wie es seine Taten verdienen.

Ehre sei dem Vater ...

Von dir kommt unsere Hoffnung, Vater des Erbarmens. Lass

unsere Seelen zur Ruhe kommen bei dir.

Lesung 1 Petr 5, 5b–7

Begegnet einander in Demut. Denn Gott tritt den Stolzen entgegen,

den Demütigen aber schenkt er seine Gnade. Beugt

euch also in Demut unter die mächtige Hand Gottes, damit er

euch erhöht, wenn die Zeit gekommen ist. Werft alle eure Sorge

auf ihn, denn er kümmert sich um euch.


Abend · Mittwoch, 3. August 42

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Machtvolle Taten vollbringt der Herr, er zerstreut, die im Herzen

voll Hochmut sind.

Fürbitten

„Frau, dein Glaube ist groß. Was du willst, soll geschehen.“ Jesus

selbst hört und sieht – und erneuert sein Denken und Handeln.

Rufen wir zu ihm, der uns ins Weite ruft:

V/A: Kyrie, eleison.

– Wir beten für alle, die von der Kirche enttäuscht sind.

– Wir bitten für alle Getauften, die bereit sind zu lernen und die

zur Erneuerung der Kirche beitragen.

– Wir beten für die Eltern schwer erkrankter Kinder.

– Wir bitten für Großeltern, Verwandte und Freunde, die besonders

belastete Familien stützen.

– Wir beten für die Menschen, deren Leben in diesen hellen

Sommerwochen zu Ende geht, und bitten für sie um dein

unvergängliches Licht.

Vaterunser

Oration

Gott, dein Name ist heilig, und deine Barmherzigkeit wird gerühmt

von Geschlecht zu Geschlecht. Nimm das Abendgebet

deiner Kirche an und gib, dass in ihr dein Lobpreis niemals

verstumme. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Salve Regina (Seite 378)


Donnerstag, 4. August 2022

Heiliger Johannes Maria Vianney

Johannes Maria Vianney (1786–1859) ist uns besser als „Pfarrer

von Ars“ bekannt. Er lebte in Frankreich und entstammte

einer streng katholischen Bauernfamilie. Er war schon als Kind

sehr fromm und hatte die Absicht, Priester zu werden. Mit 19 Jahren

begann er sein Studium. Allerdings fiel ihm das Lernen wegen

mangelnder Schulbildung sehr schwer. Die Napoleonischen Kriege

brachten eine weitere Verzögerung. Erst 1815 wurde er zum Priester

geweiht. Seit 1818 war er Seelsorger der religiös völlig uninteressierten

Gemeinde von Ars. Mit großem persönlichen Einsatz

gelang es ihm, hier ein neues, wahrhaft christliches Leben zu wecken.

Unermüdlich war er als Beichtvater, Prediger und Seelenführer

tätig. Sein Ruf lockte bald Menschenscharen von nah und

fern an, die bei ihm Rat und Hilfe suchten. Er bürdete sich immer

mehr auf. Hinzu kam sein asketischer Lebenswandel, sodass er die

Grenzen seiner Belastbarkeit weit überschritt. Viermal versuchte

er, sich seiner Aufgabe als Pfarrer zu entziehen, um in der Einsamkeit

ein kontemplatives Leben zu führen. Seine Gemeinde holte

ihn jedoch jedes Mal zurück. 1859 starb er völlig erschöpft. Papst

Pius XI. sprach ihn 1925 heilig und erklärte ihn 1929 zum Patron

der Pfarrer.

Schrifttexte: Lesung: Ez 3, 16–21; Evangelium: Mt 9, 35 – 10, 1

Namenstag: hl. Eleutherius (4. Jh.)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Donnerstag, 4. August 44

Hymnus

Aus meines Herzens Grunde

sag ich dir Lob und Dank

in dieser Morgenstunde,

dazu mein Leben lang,

dir, Gott in deinem Thron,

zu Lob und Preis und Ehren

durch Christum, unsern Herren,

dein eingebornen Sohn,

dass du mich hast aus Gnaden

in der vergangnen Nacht

vor G’fahr und allem Schaden

behütet und bewacht;

demütig bitt ich dich,

wollst mir mein Sünd vergeben,

womit in diesem Leben

ich hab erzürnet dich.

Gott will ich lassen raten,

denn er all Ding vermag.

Er segne meine Taten

an diesem neuen Tag.

Ihm hab ich heimgestellt

mein Leib, mein Seel, mein Leben

und was er sonst gegeben;

er mach’s, wie’s ihm gefällt.

Darauf so sprech ich „Amen“

und zweifle nicht daran,

Gott wird es alls zusammen,

in Gnaden sehen an,

und streck nun aus mein Hand,

greif an das Werk mit Freuden,


45

Donnerstag, 4. August · Morgen

dazu mich Gott beschieden

in meim Beruf und Stand.

Nach Georg Niege vor 1585/Hamburg 1592,

GL 86 · GL 1975 669 · KG 678 · EG 443

Canticum Jes 12, 1b–6

Antiphon:

Herrliche Taten hat Gott vollbracht; die ganze Erde soll es wissen.

Ich danke dir, Herr. /

Du hast mir gezürnt, doch dein Zorn hat sich gewendet, *

und du hast mich getröstet.

Ja, Gott ist meine Rettung; *

ihm will ich vertrauen und niemals verzagen.

Denn meine Stärke und mein Lied ist der Herr. *

Er ist für mich zum Retter geworden.

Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude *

aus den Quellen des Heils.

An jenem Tag werdet ihr sagen: *

Dankt dem Herrn! Ruft seinen Namen an!

Macht seine Taten unter den Völkern bekannt, *

verkündet: Sein Name ist groß und erhaben!

Preist den Herrn; denn herrliche Taten hat er vollbracht; *

auf der ganzen Erde soll man es wissen.

Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner von Zion, *

denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels.

Ehre sei dem Vater ...

Lesung vgl. Jer 3, 12.14a

Kehrt zurück – Spruch des Herrn. Ich schaue euch nicht

mehr zornig an; denn ich bin gütig, ich trage nicht ewig

nach. Kehrt um, ihr abtrünnigen Söhne – Spruch des Herrn.


Morgen · Donnerstag, 4. August 46

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Nicht auf die schönen und die langen Gebete achtet Gott, sondern

auf jene, die aus dem Herzen kommen.

Redaktion Magnificat nach Johannes Maria Vianney

Bitten

Wir Menschen sind sehr durch das Sehen bestimmt und nehmen

doch oft das Wesentliche nicht wahr. Darum lasst uns beten:

A: Öffne uns die Augen, Gott.

– Dass wir die Zeichen verstehen, die du uns gibst.

– Dass wir wahrnehmen, wo unsere Mitmenschen uns brauchen.

– Dass wir bei allen, die uns begegnen, weniger auf das Äußere

als auf das Herz achten.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger und barmherziger Gott, du hast dem heiligen

Pfarrer von Ars die Geduld und Sorge eines guten Hirten gegeben,

der sich für das Heil seiner Mitmenschen verzehrt. Hilf

auf seine Fürsprache auch uns, in der Liebe Christi Menschen

für dich zu gewinnen und zusammen mit unseren Brüdern und

Schwestern das ewige Heil zu finden. Darum bitten wir durch

Jesus Christus.

Der Herr behüte uns vor allem Bösen, er behüte unser Leben.

Der Herr behüte unseren Ausgang und Eingang,

von nun an bis in Ewigkeit.

Vgl. Ps 121, 7–8


47

Donnerstag, 4. August · Eucharistie

Texte zur Eucharistiefeier

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 31, 31–34

Seht, es werden Tage kommen – Spruch des Herrn –, in denen

ich mit dem Haus Israel und dem Haus Juda einen neuen

Bund schließen werde, nicht wie der Bund war, den ich mit

ihren Vätern geschlossen habe, als ich sie bei der Hand nahm,

um sie aus Ägypten herauszuführen. Diesen meinen Bund haben

sie gebrochen, obwohl ich ihr Gebieter war – Spruch des

Herrn.

Denn das wird der Bund sein, den ich nach diesen Tagen mit

dem Haus Israel schließe – Spruch des Herrn: Ich lege mein

Gesetz in sie hinein und schreibe es auf ihr Herz. Ich werde ihr

Gott sein, und sie werden mein Volk sein.

Keiner wird mehr den andern belehren, man wird nicht zueinander

sagen: Erkennt den Herrn!, sondern sie alle, Klein und

Groß, werden mich erkennen – Spruch des Herrn. Denn ich

verzeihe ihnen die Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr.

Impuls zur Lesung

„Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.“ Das

hat Gott dem Mose am Sinai zugesagt. Der Herr will mit seinem

Volk im Bunde sein, auch wenn es immer wieder fremde

Götter, vermeintlich fähigere Verbündete, sucht. Israels Gott

ist gerecht und schafft Recht, aber er besteht nicht auf seinem

Recht. Er ist barmherzig. Doch gerade weil der Herr barmherzig

ist, dringt er darauf, dass Israel die Tora hält. Sie ist die Lebensweisung,

die zur Lebensfülle führt. Steinerne Tafeln sind

gut, aber nicht gut genug. Adonai will, dass das rechte Tun

zur Herzensangelegenheit wird. Er selbst wird die steinernen

Herzen erweichen.


Eucharistie · Donnerstag, 4. August 48

Antwortpsalm Ps 51, 12–15.18–19

Kehrvers:

Ein reines Herz erschaffe mir, o Gott!

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, *

und gib mir einen neuen, beständigen Geist!

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, *

und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! – Kehrvers

Mach mich wieder froh mit deinem Heil; *

mit einem willigen Geist rüste mich aus!

Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege, *

und die Sünder kehren um zu dir. – Kehrvers

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; *

an Brandopfern hast du kein Gefallen.

Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, *

ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du,

Gott, nicht verschmähen. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 12a, ferner GL 517 · GL 1975 527, 5 · KG 613

oder GL 1975 528, 2 · KG 385, 7 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Mt 16, 18

Halleluja. Halleluja.

Du bist Petrus – der Fels –, und auf diesen Felsen werde ich

meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden sie

nicht überwältigen.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 16, 13–23

In jener Zeit, als Jesus in das Gebiet von Cäsarea Philippi kam,

fragte er seine Jünger: Für wen halten die Leute den Menschensohn?

Sie sagten: Die einen für Johannes den Täufer, andere für Elija,

wieder andere für Jeremia oder sonst einen Propheten.


49

Donnerstag, 4. August · Abend

Da sagte er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Simon

Petrus antwortete: Du bist der Messias, der Sohn des lebendigen

Gottes!

Jesus sagte zu ihm: Selig bist du, Simon Barjona; denn nicht

Fleisch und Blut haben dir das offenbart, sondern mein Vater

im Himmel.

Ich aber sage dir: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen werde

ich meine Kirche bauen, und die Mächte der Unterwelt werden

sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs

geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im

Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das

wird auch im Himmel gelöst sein. Dann befahl er den Jüngern,

niemandem zu sagen, dass er der Messias sei.

Von da an begann Jesus, seinen Jüngern zu erklären, er müsse

nach Jerusalem gehen und von den Ältesten, den Hohenpriestern

und den Schriftgelehrten vieles erleiden; er werde getötet

werden, aber am dritten Tag werde er auferstehen.

Da nahm ihn Petrus beiseite und machte ihm Vorwürfe; er

sagte: Das soll Gott verhüten, Herr! Das darf nicht mit dir geschehen!

Jesus aber wandte sich um und sagte zu Petrus: Weg

mit dir, Satan, geh mir aus den Augen! Du willst mich zu Fall

bringen; denn du hast nicht das im Sinn, was Gott will, sondern

was die Menschen wollen.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Der liebe Gott ist ebenso bereit, uns zu verzeihen, wenn wir

ihn darum bitten, wie eine Mutter bereit ist, ihr Kind aus dem

Feuer zu ziehen. Johannes Maria Vianney (Heiliger des Tages)


Abend · Donnerstag, 4. August 50

• Die Mütterlichkeit Gottes – wer hat sie mir nahegebracht?

• Welches Gottesbild hat mein Leben geprägt?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Du, ewigen Lichtes Quell,

hole mich heim, in dich zurück,

von wo ich gekommen,

du, tiefster Grund allen Lebens.

Lass mich erkennen,

wie ich erkannt bin, lieben,

wie ich geliebt bin.

Dich, mein Gott,

werd ich sehen,

wie du bist,

werd dich schauen,

genießen, besitzen,

selig durch dich

auf ewig.

Gertrud von Helfta

Psalm 56 Verse 2–7.9–14

Sei mir gnädig, Gott, denn Menschen stellen mir nach; *

meine Feinde bedrängen mich Tag für Tag.

Täglich stellen meine Gegner mir nach; *

ja, es sind viele, die mich voll Hochmut bekämpfen.

An dem Tag, da ich mich fürchten muss, *

setze ich auf dich mein Vertrauen.

Ich preise Gottes Wort. /

Ich vertraue auf Gott und fürchte mich nicht. *

Was können Menschen mir antun?

Sie verdrehen meine Worte den ganzen Tag; *

auf mein Verderben geht ihr ganzes Sinnen.


51

Donnerstag, 4. August · Abend

Sie lauern und spähen und beobachten

genau meine Schritte; *

denn sie trachten mir nach dem Leben.

Mein Elend ist aufgezeichnet bei dir. /

Sammle meine Tränen in einem Krug, *

zeichne sie auf in deinem Buch!

Dann weichen die Feinde zurück an dem Tag, da ich rufe. *

Ich habe erkannt: Mir steht Gott zur Seite.

Ich preise Gottes Wort, *

ich preise das Wort des Herrn.

Ich vertraue auf Gott und fürchte mich nicht. *

Was können Menschen mir antun?

Ich schulde dir die Erfüllung meiner Gelübde, o Gott; *

ich will dir Dankopfer weihen.

Denn du hast mein Leben dem Tod entrissen, *

meine Füße bewahrt vor dem Fall.

So gehe ich vor Gott meinen Weg *

im Licht der Lebenden.

Ehre sei dem Vater ...

Gott, auf dich vertrauen wir. In deinem Licht lass uns unsere

Wege gehen.

Lesung Jer 32, 40

Ich schließe mit ihnen einen ewigen Bund, dass ich mich nicht

von ihnen abwenden will, sondern ihnen Gutes erweise. Ich

lege ihnen die Furcht vor mir ins Herz, damit sie nicht von mir

weichen.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Dies ist das Glück, das wir auf Erden haben: Gott kennen und

ihn lieben. Redaktion Magnificat nach Johannes Maria Vianney


Abend · Donnerstag, 4. August 52

Fürbitten

Jesus von Nazaret, du bist als Mensch zu den Menschen gegangen.

Wir rufen zu dir:

V: Sohn des Höchsten, A: erhöre unsere Bitten.

Für alle, die in der Verkündigung tätig sind;

– verleih ihnen die Gabe, den Menschen aus der Seele zu sprechen.

Für alle Glaubenden;

– lass sie durch die Art, wie sie mit ihren Mitmenschen umgehen,

deine Güte verkünden.

Für Menschen, die von schwerer Schuld bedrückt sind;

– sprich ihnen durch deine Seelsorger Vergebung zu und bahne

ihnen einen Weg zurück in die Gemeinschaft.

Für unsere Verstorbenen;

– hole sie heim in die ewige Freude.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger und barmherziger Gott, du hast dem heiligen

Pfarrer von Ars die Geduld und Sorge eines guten Hirten gegeben,

der sich für das Heil seiner Mitmenschen verzehrt. Hilf

auf seine Fürsprache auch uns, in der Liebe Christi Menschen

für dich zu gewinnen und zusammen mit unseren Brüdern und

Schwestern das ewige Heil zu finden. Darum bitten wir durch

Jesus Christus.

Christus Jesus gebe uns einen wachen Sinn

für die Menschen um uns her

und verbinde uns in seiner Liebe.

Salve Regina (Seite 378)


Freitag, 5. August 2022

Weihetag der Basilika

Santa Maria Maggiore in Rom

Herz-Jesu-Freitag

Heute wird der Weihe der Basilika Santa Maria Maggiore gedacht.

Sie ist die Größte der 80 Marienkirchen in Rom und die

älteste Marienkirche des Abendlandes. Sie gehört zu den sieben

römischen Pilgerkirchen und darunter zu den vier Patriarchalbasiliken.

Nach römischer Überlieferung soll sie Papst Liberius (352–

366) an einem durch ein Schneewunder angezeigten Ort erbaut

haben. Daher trägt sie auch den Namen „Santa Maria della Neve“

(„Maria Schnee“). Papst Sixtus III. (432–440) nahm die Verkündigung

des Glaubenssatzes von der Gottesmutterschaft Marias durch

das Konzil von Ephesus (431) zum Anlass, den Bau des Liberius

abbrechen zu lassen und durch eine größere und schönere Kirche

zu ersetzen.

Schrifttexte: Lesung: Offb 21, 1–5a; Evangelium: Lk 11, 27–28

Namenstag: hl. Oswald von Northumbrien (Glaubensbote in Nordengland,

† 642) · sel. Dominika (Dominikanerin, Mystikerin, † 1553) ·

Stanislaus Hosius (Bischof, † 1579)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

als wir gefangen waren

in kerkerhaft

in ketten und in banden

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Freitag, 5. August 54

in dunkler kellernacht

gab ihr gebet uns kraft

die ketten fielen ab

die türen sprangen auf

die wächter schliefen tief

als uns ein engel rief

steht auf

verwandelt war in helles licht

der dunkle kerkerraum

es gingen uns die augen auf

war alles nur ein traum

wir wurden dann

wie blind geführt

von unsichtbarer hand

durch wasser feuer hungersnot

in das verheißene land

Wilhelm Willms

Psalm 60 Verse 3–14

Du hast uns verworfen, o Gott, und zerschlagen. *

Du hast uns gezürnt. Richte uns wieder auf!

Erschüttert hast du das Land und gespalten. *

Heile seine Risse! Denn es kam ins Wanken.

Du hast dein Volk hart geprüft, *

du gabst uns betäubenden Wein zu trinken.

Für alle, die dich fürchten, hast du ein Zeichen aufgestellt, *

zu dem sie fliehen können vor dem Bogen.

Hilf mit deiner Rechten, erhöre uns, *

damit die gerettet werden, die du so sehr liebst.

Gott hat in seinem Heiligtum gesprochen: /

„Ich will triumphieren, will Sichem verteilen *

und das Tal von Sukkot vermessen.


55

Freitag, 5. August · Morgen

Mein ist Gilead, mein auch Manasse, /

Efraim ist der Helm auf meinem Haupt, *

Juda mein Herrscherstab.

Doch Moab ist mein Waschbecken, /

auf Edom werfe ich meinen Schuh, *

ich triumphiere über das Land der Philister.“

Wer führt mich hin zu der befestigten Stadt, *

wer wird mich nach Edom geleiten?

Gott, hast denn du uns verworfen? *

Du ziehst ja nicht aus, o Gott, mit unseren Heeren.

Bring uns doch Hilfe im Kampf mit dem Feind! *

Denn die Hilfe von Menschen ist nutzlos.

Mit Gott werden wir Großes vollbringen; *

er selbst wird unsere Feinde zertreten.

Ehre sei dem Vater ...

Wenn wir trauern, setzen wir in dich unsere Hoffnung, barmherziger

Gott. Wenn wir am Boden liegen, richte du uns auf.

Lesung Eph 2, 13–16

Jetzt seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus

Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Denn

er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile – Juden und

Heiden – und riss durch sein Sterben die trennende Wand der

Feindschaft nieder. Er hob das Gesetz mit seinen Geboten und

Forderungen auf, um die zwei in seiner Person zu dem einen

neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte

die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er

hat in seiner Person die Feindschaft getötet.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes hat uns besucht

das aufstrahlende Licht aus der Höhe.


Eucharistie · Freitag, 5. August 56

Bitten

Nach Isaak Luria, dem bedeutenden jüdischen Mystiker, der

heute vor 450 Jahren starb, hat Gott sich selbst zurückgenommen,

um der Schöpfung neben sich Raum zu geben. Wenn Jesus

uns aufträgt, unser Kreuz auf uns zu nehmen, gehen wir also

Gottes Königsweg mit. Ihn bitten wir darum:

A: Du unser Gott, mach uns stark.

– Dass wir fest in der Beziehung zu dir verwurzelt sind.

– Dass durch die Freiheit, die wir anderen ermöglichen, etwas

von dir aufleuchtet.

– Dass unsere Welt deinem Reich entgegenwächst.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, wir bringen dir unser Morgenlob dar. Gib,

dass unser Lied einst sich vollende im Chor deiner Heiligen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Tagesgebet

Texte zur Eucharistiefeier

Gott. Deine Treue hat Jesus aus dem Tod gerettet. Sie ruft auch

uns in die Herrlichkeit des neuen Lebens. Lass diese Zuversicht

in unser ganzes Leben dringen. Lass diese Freude aus unseren

Taten strahlen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung aus dem Buch Nahum Nah 2, 1.3; 3, 1–3.6–7

Seht auf den Bergen die Schritte des Freudenboten! Er verkündet

Frieden! Juda, feiere deine Feste, erfülle deine Gelüb-


57

Freitag, 5. August · Eucharistie

de! Denn der Unheilstifter durchstreift dein Land nicht mehr;

er ist völlig vernichtet.

Wahrhaftig, der Herr stellt die Pracht Jakobs wieder her wie

die Pracht Israels; denn Verwüster haben sie verwüstet und ihre

jungen Pflanzen vernichtet. Weh der Stadt voll Blutschuld; sie

ist nichts als Lüge. Voll von Raffgier ist sie, vom Rauben lässt

sie nicht ab.

Knallen von Peitschen und Gedröhn rasselnder Räder, rennende

Pferde und holpernde Wagen. Hetzende Reiter, flammende

Schwerter, blitzende Lanzen, eine Menge Erschlagener, eine

Masse von Toten, kein Ende der Leichen, man stolpert über die

Leiber.

Mit Kot bewerfe ich dich, gebe dich der Verachtung preis und

mache dich zum Schaustück. Dann wird es geschehen: Wer immer

dich sieht, schreckt vor dir zurück und sagt: Verwüstet ist

Ninive. Wer zeigt ihr Teilnahme? Wo soll ich dir einen Tröster

suchen?

Impuls zur Lesung

Nahum sieht das Ende der florierenden, der fast allmächtigen

Hauptstadt des assyrischen Reiches kommen. „Du hast deine

Händler zahlreicher gemacht / als die Sterne am Himmel.“ (Nah

3, 16) Die Stadt berauscht sich an ihrer wirtschaftlichen Herrlichkeit,

die ihr schier grenzenlose Macht verleiht. Dass Ninives

Reichtum und Einfluss letztlich ungerecht, auf Gewalt- und Bluttat

gebaut sind – wer fragt danach? Die Opfer sind unsichtbar.

Dass es einmal ganz anders kommen kann, ist dem, der alles

kann, ohnehin unvorstellbar. Der Prophet aber stellt das Unvorstellbare

vor Augen. Ninive hat nichts gesehen. Was sehen wir?

Antwortpsalm

Dtn 32, 35c–36b.39abcd.41

Kehrvers: Ich bin es, der tötet und der lebendig macht.

Der Tag ihres Verderbens ist nah, *

und ihr Verhängnis kommt schnell.


Eucharistie · Freitag, 5. August 58

Ja, der Herr wird seinem Volk Recht geben *

und mit seinen Dienern Mitleid haben.

Kehrvers: Ich bin es, der tötet und der lebendig macht.

Jetzt seht: Ich bin es, nur ich, *

und kein Gott tritt mir entgegen.

Ich bin es, der tötet und der lebendig macht. *

Ich habe verwundet; nur ich werde heilen. – Kehrvers

Habe ich erst die Klinge meines Schwertes geschliffen, *

um das Recht in meine Hand zu nehmen,

dann zwinge ich meinen Gegnern die Strafe auf*

und denen, die mich hassen, die Vergeltung. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 39c, ferner GL 229 · GL 1975 526, 5 · KG 48 (I. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Mt 5, 10

Halleluja. Halleluja.

Selig, die um der Gerechtigkeit willen Verfolgung leiden; denn

ihnen gehört das Himmelreich.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 16, 24–28

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wer mein Jünger

sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich

und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, wird es

verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird

es gewinnen.

Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt,

dabei aber sein Leben einbüßt? Um welchen Preis kann

ein Mensch sein Leben zurückkaufen?

Der Menschensohn wird mit seinen Engeln in der Hoheit

seines Vaters kommen und jedem Menschen vergelten, wie es

seine Taten verdienen. Amen, ich sage euch: Von denen, die

hier stehen, werden einige den Tod nicht erleiden, bis sie den

Menschensohn in seiner königlichen Macht kommen sehen.


59

Freitag, 5. August · Abend

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Gewalt richtet das Reich Gottes, das Reich der Menschlichkeit

nicht auf.

Benedikt XVI. (em. Papst, * 1927)

• Zur Gewalt gehört auch die aggressive und abwertende Sprache:

Wo vernehme ich sie?

• Wie kann ich mich und andere dafür sensibilisieren?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Es flackern die Lichter

schon auf in der Stadt,

die Sonne glüht rot.

Und da man dich, Christus,

gekreuzigt hat,

ist Gott nun tot.

Kyrie, eleison.

Kommt, lasst uns die Finsternis

singend bestehn,

in der er hängt,

auf dass wir darinnen

die Sonne sehn,

die uns umfängt.

Kyrie, eleison.

Neues Stundenbuch

Psalm 116 Verse 1–9

Ich liebe den Herrn; *

denn er hat mein lautes Flehen gehört

und sein Ohr mir zugeneigt *

an dem Tag, als ich zu ihm rief.


Abend · Freitag, 5. August 60

Mich umfingen die Fesseln des Todes, /

mich befielen die Ängste der Unterwelt, *

mich trafen Bedrängnis und Kummer.

Da rief ich den Namen des Herrn an: *

„Ach Herr, rette mein Leben!“

Der Herr ist gnädig und gerecht, *

unser Gott ist barmherzig.

Der Herr behütet die schlichten Herzen; *

ich war in Not, und er brachte mir Hilfe.

Komm wieder zur Ruhe, mein Herz! *

Denn der Herr hat dir Gutes getan.

Ja, du hast mein Leben dem Tod entrissen, /

meine Tränen getrocknet, *

meinen Fuß bewahrt vor dem Gleiten.

So gehe ich meinen Weg vor dem Herrn *

im Land der Lebenden.

Ehre sei dem Vater ...

In der Not bring du uns Hilfe, treuer Gott. Gib uns Kraft zu tragen,

was uns an Widrigkeiten begegnet, und lass uns zur Ruhe

kommen bei dir.

Lesung

Jer 14, 9bc

Du bist in unsrer Mitte, Herr, und dein Name ist über uns

ausgerufen. Verlass uns nicht, Herr, unser Gott!

Nunc dimittis – Lobgesang des Simeon

Antiphon zum Nunc dimittis:

Sei unser Heil, o Herr, wenn wir wachen, und unser Schutz,

wenn wir schlafen; damit wir wachen mit Christus und ruhen

in seinem Frieden.


61

Freitag, 5. August · Abend

Fürbitten

Heute vor 250 Jahren wurde Polen zum ersten Mal geteilt, vor

80 Jahren wurde der Arzt und Pädagoge Janusz Korczak im Vernichtungslager

Treblinka ermordet. Beten wir für die Menschen

in Polen:

V: Gerechter gütiger Gott, A: höre unser Gebet.

– Dass sie ihr nationales Erbe für ein lebendiges Europa fruchtbar

machen.

– Dass die Leiden des polnischen Volkes und des jüdischen Volkes

in Polen in Erinnerung bleiben.

– Dass wir anderen Europäer Verständnis für den Stellenwert

entwickeln, den für Polen die Freiheit besitzt.

– Dass die Menschen in Polen in einer Zeit der Umbrüche Halt

und Orientierung finden.

– Dass die Opfer der polnischen Teilungen und der nationalsozialistischen

und kommunistischen Gewaltherrschaft nicht

vergessen werden.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, dein eingeborener Sohn ist hinabgestiegen

in die Nacht des Todes und auferstanden. Gib, dass wir alle Tage

durch den Glauben ihm verbunden bleiben, damit wir einst mit

ihm auferstehen zum neuen Leben. Darum bitten wir durch

ihn, Christus, unseren Herrn.

Der Gott unserer Hoffnung segne uns und bewahre uns,

er lasse uns seine Barmherzigkeit schauen

und schenke uns seinen Frieden.

Salve Regina (Seite 378)


erklärung des Herrn

Samstag, 6. August 2022

Von der Verklärung Jesu auf Tabor, deren Zeugen Petrus, Johannes

und Jakobus sind, berichten alle drei Synoptiker (vgl. Mk

9, 2 ff.). Was die Jünger dort auf dem Berg sehen, ist ein Aufleuchten

der göttlichen Herrlichkeit Jesu, aus der Jesus in die Welt gekommen

ist und in die er durch Tod und Auferstehung hindurch

wieder zurückkehren wird. Eine Stimme verkündet Jesus als Sohn

Gottes, auf dessen Wort die Jünger hören sollen: „Das ist mein

geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.“ (Mk 9, 7) Diese Erfahrung

will den Jüngern helfen, den bevorstehenden Leidensweg Jesu als

Weg in die Herrlichkeit zu verstehen.

Seit dem vierten / fünften Jahrhundert feiert man im Orient die

Verklärung Jesu am 6. August, seit dem neunten Jahrhundert auch

in Spanien. Erst 1457 übernahm Papst Kallixtus III. das Fest für die

gesamte westliche Kirche, um damit für einen Sieg über die Türken

1456 bei Belgrad zu danken.

Lesungen zur Auswahl: Dan 7, 9–10.13–14; 2 Petr 1, 16–19

Namenstag: Eupraxia (Praxedis, Adelheid von Kiew, † 1109) · sel.

Schetzel (Einsiedler in Luxemburg, † um 1138) · Gilbert (erster Abt

von Maria Laach, † 1152) · sel. Hermann von Cappenberg (Prämonstratenser,

† 1173)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Der Herr ist König. Die Erde frohlocke!

Freuen sollen sich die vielen Inseln.

Ps 97, 1

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


63

Samstag, 6. August · Morgen

Hymnus

Des ew’gen Glanzes Lichtgestalt,

die unsre Hoffnung sehnend sucht,

macht heute der verklärte Herr

den Seinen strahlend offenbar.

Er führt die Jünger auf den Berg

und zeigt sich in der Herrlichkeit:

Sein Leib die Sonne überstrahlt,

und sein Gewand ist weiß wie Schnee.

Und aus der lichten Wolke dringt

des Vaters Stimme, die bezeugt:

„Seht, dies ist mein geliebter Sohn,

auf dem mein Wohlgefallen ruht.“

Herr, führ uns aus der dunklen Welt

zum Lichte, das du selber bist,

und wandle unsern armen Leib

zum Bilde deiner Herrlichkeit.

Gott Vater, dir sei Preis und Ruhm,

dem Sohne, deinem Ebenbild,

dem Geiste, der euch beide eint,

jetzt, immer und in Ewigkeit. Amen.

Nach: Caelestis formam gloriae; spätestens 13. Jahrhundert

Melodie: GL 339 · GL 1975 229 · KG 473 – andere Melodie: EG 440

Psalm 99

Der Herr ist König: Es zittern die Völker. *

Er thront auf den Kerubim: Es wankt die Erde.

Groß ist der Herr auf Zion, *

über alle Völker erhaben.

Preisen sollen sie deinen großen, majestätischen Namen. *

Denn er ist heilig.


Morgen · Samstag, 6. August 64

Stark ist der König, er liebt das Recht. /

Du hast die Weltordnung fest begründet, *

hast Recht und Gerechtigkeit in Jakob geschaffen.

Rühmt den Herrn, unsern Gott; /

werft euch am Schemel seiner Füße nieder! *

Denn er ist heilig.

Mose und Aaron sind unter seinen Priestern, /

Samuel unter denen, die seinen Namen anrufen; *

sie riefen zum Herrn, und er hat sie erhört.

Aus der Wolkensäule sprach er zu ihnen; /

seine Gebote hielten sie, *

die Satzung, die er ihnen gab.

Herr, unser Gott, du hast sie erhört; /

du warst ihnen ein verzeihender Gott, *

aber du hast ihre Frevel vergolten.

Rühmt den Herrn, unsern Gott, /

werft euch nieder an seinem heiligen Berge! *

Denn heilig ist der Herr, unser Gott.

Ehre sei dem Vater ...

Du, unser König, liebst die Gerechtigkeit, denn du bist heilig.

Lass uns deine Gebote befolgen, auf dass die Völker deinen Namen

preisen.

Lesung Offb 21, 10.23

Der Engel entrückte mich in der Verzückung auf einen

großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem,

wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam. Die

Stadt braucht weder Sonne noch Mond, die ihr leuchten. Denn

die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie, und ihre Leuchte ist das

Lamm.


65

Samstag, 6. August · Morgen

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Und siehe, aus der Wolke rief eine Stimme: Dieser ist mein

geliebter Sohn, an ihm habe ich mein Gefallen. Ihn sollt ihr

hören!

Bitten

Gepriesen sei Jesus Christus, der sein Licht in uns zum Leuchten

bringen will. Zu ihm lasst uns rufen:

A: Erfülle uns mit deiner Güte.

– Verleih uns die rechte Selbsteinschätzung, dass wir uns über

niemand erheben und uns nicht kleiner machen, als wir sind.

– Lass uns niemand etwas verweigern, das wir ihm zu geben

vermögen.

– Gib uns Mut, dass wir Unrecht entgegentreten.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, bei der Verklärung deines eingeborenen Sohnes

hast du durch das Zeugnis der Väter die Geheimnisse unseres

Glaubens bekräftigt. Du hast uns gezeigt, was wir erhoffen

dürfen, wenn unsere Annahme an Kindes statt sich einmal vollendet.

Hilf uns, auf das Wort deines Sohnes zu hören, damit wir

Anteil erhalten an seiner Herrlichkeit. Darum bitten wir durch

Jesus Christus.

Gnade sei mit uns und Friede

von Gott, unserem Vater,

und dem Herrn Jesus Christus.

Vgl. Röm 1, 7


Eucharistie · Samstag, 6. August 66

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 363, 365, 402, 485 · KG 186, 196, 512

Aus einer leuchtenden Wolke kam die Stimme des Vaters:

Dies ist mein geliebter Sohn,

an dem ich Gefallen gefunden habe:

Auf ihn sollt ihr hören.

Vgl. Mt 17, 5

Gloria

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Daniel Dan 7, 9–10.13–14

Ich, Daniel, sah in einer nächtlichen Vision: Throne wurden

aufgestellt und ein Hochbetagter nahm Platz. Sein Gewand

war weiß wie Schnee, sein Haar wie reine Wolle. Feuerflammen

waren sein Thron und dessen Räder waren loderndes Feuer.

Ein Strom von Feuer ging von ihm aus. Tausendmal Tausende

dienten ihm, zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm.

Das Gericht nahm Platz und es wurden Bücher aufgeschlagen.

Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit

den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn. Er gelangte

bis zu dem Hochbetagten und wurde vor ihn geführt.

Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle

Völker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft

ist eine ewige, unvergängliche Herrschaft. Sein Reich geht niemals

unter.

Impuls zur Lesung

„Einer wie ein Menschensohn“ kommt mit den Wolken zum

Gericht, das Gott am Ende der Tage halten wird. Gott übergibt

ihm alle Macht, „Herrschaft, Würde und Königtum“. So sieht

es der Seher Daniel in einer nächtlichen Vision. Jesus hat sich


67

Samstag, 6. August · Eucharistie

selber „Menschensohn“ genannt. Er teilt unser Menschsein,

ohne Vorbehalt. Er kennt unser Leben und Sterben. Zweifel

kennt er, Ängste und Schmerzen, er kennt Leid und Mitleid.

Hoffnung und Freude sind ihm vertraut; er hat Versuchungen

erfahren und bestanden. Jesus kennt Staunen, Zuversicht und

Glück. Jesus kennt uns von innen. Gott will es so. Gott will ihn

so: „einer wie ein Menschensohn“, ein wahrer Menschenversteher.

Wer sonst sollte unser Richter sein?

Antwortpsalm Ps 97, 1–2.5–6.8–9

Kehrvers:

Der HERR ist König, er ist der Höchste über der ganzen Erde.

Der HERR ist König. Es juble die Erde! *

Freuen sollen sich die vielen Inseln.

Rings um ihn her sind Wolken und Dunkel, *

Gerechtigkeit und Recht

sind die Stützen seines Thrones. – Kehrvers

Berge schmelzen wie Wachs vor dem HERRN, *

vor dem Angesicht des HERRN der ganzen Erde.

Seine Gerechtigkeit verkünden die Himmel, *

seine Herrlichkeit schauen alle Völker. – Kehrvers

Zion hört es und freut sich, *

Judas Töchter jubeln, HERR, über deine Urteile.

Denn du, HERR, bist der Höchste über der ganzen Erde, *

hoch erhaben bist du über alle Götter. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Verse 1a.9a, ferner GL 635, 4 · GL 1975 149, 3 (V. Ton)

oder KG 622 (VIII. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Lk 9, 35

Halleluja. Halleluja.

Aus der leuchtenden Wolke rief die Stimme des Vaters: Das ist

mein geliebter Sohn; auf ihn sollt ihr hören.

Halleluja.


Eucharistie · Samstag, 6. August 68

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 9, 28b–36

In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Johannes und Jakobus mit

sich und stieg auf einen Berg, um zu beten. Und während er

betete, veränderte sich das Aussehen seines Gesichtes und sein

Gewand wurde leuchtend weiß.

Und siehe, es redeten zwei Männer mit ihm. Es waren Mose

und Elija; sie erschienen in Herrlichkeit und sprachen von seinem

Ende, das er in Jerusalem erfüllen sollte.

Petrus und seine Begleiter aber waren eingeschlafen, wurden

jedoch wach und sahen Jesus in strahlendem Licht und die zwei

Männer, die bei ihm standen.

Und es geschah: Als diese sich von ihm trennen wollten, sagte

Petrus zu Jesus: Meister, es ist gut, dass wir hier sind. Wir wollen

drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine

für Elija. Er wusste aber nicht, was er sagte. Während er noch

redete, kam eine Wolke und überschattete sie. Sie aber fürchteten

sich, als sie in die Wolke hineingerieten.

Da erscholl eine Stimme aus der Wolke: Dieser ist mein auserwählter

Sohn, auf ihn sollt ihr hören.

Während die Stimme erscholl, fanden sie Jesus allein. Und sie

schwiegen und erzählten in jenen Tagen niemandem von dem,

was sie gesehen hatten.

Gabengebet

Gott, unser Vater, sende über uns und diese Gaben das Licht

deiner Herrlichkeit, das in deinem Sohn aufgestrahlt ist. Es vertreibe

das Dunkel der Sünde und mache uns zu Kindern des

Lichtes. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater,

allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken durch

unseren Herrn Jesus Christus. Denn er enthüllte auf dem Berg

der Verklärung seine verborgene Herrlichkeit, er ließ vor auser-


69

Samstag, 6. August · Abend

wählten Zeugen seinen sterblichen Leib im Lichtglanz erstrahlen

und gab den Jüngern die Kraft, das Ärgernis des Kreuzes zu

tragen. So schenkte er der ganzen Kirche die Hoffnung, vereint

mit ihrem Haupt die ewige Verklärung zu empfangen. Darum

preisen wir deine Größe und vereinen uns mit den Chören der

Engel zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.

Kommunionvers 1 Joh 3, 2

Wenn der Herr offenbar wird, werden wir ihm ähnlich sein,

denn wir werden ihn sehen, wie er ist.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, in der Verklärung deines Sohnes wurde der

Glanz seiner Gottheit offenbar. Lass uns durch den Empfang

der himmlischen Speise seinem verherrlichten Leib gleichgestaltet

werden. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren

Herrn.

Schlusssegen

Der Herr segne euch und behüte euch; der Herr lasse sein Angesicht

über euch leuchten und sei euch gnädig; er wende euch

sein Antlitz zu und schenke euch seinen Frieden.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Abend · Samstag, 6. August 70

Hymnus

Sieger im Tode, strahlend Verklärter,

dich hat der Vater heute verherrlicht.

Dort auf dem Berge sprach aus der Wolke

machtvoll die Stimme: „Ihn sollt ihr hören.“

Christus, dich schauten staunend die Jünger.

Furcht und Entsetzen warf sie zu Boden.

Jubelnd bekennt dich heute die Kirche:

Herrlicher Sieger, du bist das Leben.

Du schenkst den Deinen Kraft auf dem Wege,

führst sie durch Drangsal bis zur Vollendung.

Schenk uns des Geistes machtvolles Wirken,

lass uns beim Vater ewig dich schauen. Amen.

Zeitgenössisch (Verfasser: Bernardin Schellenberger)

Canticum vgl. 1 Tim 3, 16

Lobet den Herrn, alle Völker.

Er wurde offenbart im Fleisch, *

gerechtfertigt durch den Geist.

Lobet den Herrn, alle Völker.

Geschaut von den Engeln, *

verkündet unter den Heiden.

Lobet den Herrn, alle Völker.

Geglaubt in der Welt, *

aufgenommen in die Herrlichkeit.

Lobet den Herrn, alle Völker.

Ehre sei dem Vater ...


71

Samstag, 6. August · Abend

Lesung 2 Kor 3, 18

Wir alle spiegeln mit enthülltem Angesicht die Herrlichkeit

des Herrn wider und werden so in sein eigenes Bild verwandelt,

von Herrlichkeit zu Herrlichkeit, durch den Geist des

Herrn.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Als die Jünger die Stimme aus der Wolke hörten, fielen sie auf

ihr Angesicht nieder und fürchteten sich sehr. Da trat Jesus zu

ihnen, fasste sie an und sprach: Steht auf und seid ohne Furcht.

Fürbitten

Du unser Schöpfer, du hast mit jeder und jedem von uns Großes

vor; du willst, dass wir gemeinsam deine Schöpfung gestalten.

Wir bitten dich für die Menschen, die orientierungslos sind:

A: Lass ihnen dein Licht aufgehen.

– Für die Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz finden.

– Für alle, die erwerbslos sind und an ihrem Selbstwert zweifeln,

besonders die jungen Menschen.

– Für alle, die in Beruf oder Partnerschaft eine Krise durchleben.

– Für alle, die sich in unserm Land und unserer Kultur nicht

zurechtfinden.

– Für alle, die nach dem Verlust eines engen Vertrauten den

Lebensmut verloren haben.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, bei der Verklärung deines eingeborenen Sohnes

hast du durch das Zeugnis der Väter die Geheimnisse unse-


Abend · Samstag, 6. August 72

res Glaubens bekräftigt. Du hast uns gezeigt, was wir erhoffen

dürfen, wenn unsere Annahme an Kindes statt sich einmal vollendet.

Hilf uns, auf das Wort deines Sohnes zu hören, damit wir

Anteil erhalten an seiner Herrlichkeit. Darum bitten wir durch

Jesus Christus.

Segne uns, Ewiger, mit allem Guten,

bewahre uns vor dem Bösen.

Erleuchte unser Herz mit Einsicht,

die uns zum Leben führt,

und gib uns die Gnade,

deine ewige Wahrheit zu erkennen.

Lass dein gütiges Antlitz über uns leuchten,

uns zu ewigem Frieden.

Nach einem Segensspruch aus Qumran

Salve Regina (Seite 378)


73

Samstag, 6. August · Von Woche zu Woche

Von Woche zu Woche

Wagnis des Wandels oder

Der Glaube ist kein Eigenheim

(zu Hebr 1, 1–2.8–19)

Wohnen ist mir wichtig.

Es bedeutet mir viel,

anzukommen, daheim zu sein,

das sichere Gehäuse

um mich zu spüren,

bergend und gut.

Auch der Glaube gibt Heimat,

zugleich ruft er heraus

aus Gewohntem,

Vertrautem:

Die Kirche ist ek-klesia,

die Herausgerufene.

Glaubende sind Menschen,

die sich herausrufen lassen,

Sicherheiten aufgeben

und der Verheißung trauen,

auch dann, wenn sie sich

scheinbar nicht erfüllt –

Wagnis des Wandels!

Dorothee Sandherr-Klemp


7. August 2022

19. Sonntag im Jahreskreis

Namenstag: hl. Xystus II. (Sixtus, Papst, Märtyrer, † 258) · hl. Afra

(Märtyrerin in Augsburg, † um 304) · hl. Donatus (Benediktiner, Bischof

von Bésançon, † vor 660) · hl. Kajetan von Thiene (Ordensgründer,

† 1547)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn;

für die Frommen ziemt es sich, Gott zu loben.

Ps 33, 1

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

O dass ich tausend Zungen hätte

und einen tausendfachen Mund,

so stimmt ich damit um die Wette

vom allertiefsten Herzensgrund

ein Loblied nach dem andern an

von dem, was Gott an mir getan.

O dass doch meine Stimme schallte

bis dahin, wo die Sonne steht;

o dass mein Blut mit Jauchzen wallte,


75

Sonntag, 7. August · Morgen

solang es noch im Laufe geht;

ach wär ein jeder Puls ein Dank

und jeder Odem ein Gesang!

Ihr grünen Blätter in den Wäldern,

bewegt und regt euch doch mit mir;

ihr schwanken Gräslein auf den Feldern,

ihr Blumen, lasst doch eure Zier

zu Gottes Ruhm belebet sein

und stimmet lieblich mit mir ein.

Ach alles, alles, was ein Leben

und einen Odem in sich hat,

soll sich mir zum Gehilfen geben;

denn mein Vermögen ist zu matt,

die großen Wunder zu erhöhn,

die allenthalben um mich stehn.

Johann Mentzer 1704

EG 330 · Melodie: GL 424 · KG 541

Strophen 1–4

Psalm 93

Der Herr ist König, bekleidet mit Hoheit; *

der Herr hat sich bekleidet und mit Macht umgürtet.

Der Erdkreis ist fest gegründet, *

nie wird er wanken.

Dein Thron steht fest von Anbeginn, *

du bist seit Ewigkeit.

Fluten erheben sich, Herr, /

Fluten erheben ihr Brausen, *

Fluten erheben ihr Tosen.

Gewaltiger als das Tosen vieler Wasser, /

gewaltiger als die Brandung des Meeres *

ist der Herr in der Höhe.


Morgen · Sonntag, 7. August 76

Deine Gesetze sind fest und verlässlich; /

Herr, deinem Haus gebührt Heiligkeit *

für alle Zeiten.

Ehre sei dem Vater ...

Ewiger Gott, in unserer lauten Welt sind viele verunsichert und

lassen sich vom Gewoge der Meinungen hin und her werfen.

Lass dein kraftvolles Wort in unsere Herzen dringen, dass es

uns Halt und Kraft gibt. Bei dir wollen wir bleiben.

Lesung Gal 2, 19b–20

Ich bin mit Christus gekreuzigt worden; nicht mehr ich lebe,

sondern Christus lebt in mir. Soweit ich aber jetzt noch in

dieser Welt lebe, lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der

mich geliebt und sich für mich hingegeben hat.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

So spricht der Herr: Wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.

Bitten

Jesus, du rufst uns in deine Nähe. Du willst, dass wir mitarbeiten

an deinem Reich. Wir bitten dich:

A: Du unsre Hoffnung, hilf uns.

– Gib uns Beharrlichkeit, damit wir entfalten, was du in uns

angelegt hast.

– Weise uns einen Ort, an dem unser Tun zum Segen werden

kann.

– Mach uns stark, gib uns Mut, dass wir eintreten für Freiheit,

Gerechtigkeit und Frieden.

Vaterunser


77

Sonntag, 7. August · Eucharistie

Oration

Allmächtiger Gott, wir dürfen dich Vater nennen, denn du hast

uns an Kindes statt angenommen und uns den Geist deines Sohnes

gesandt. Gib, dass wir in diesem Geist wachsen und einst

das verheißene Erbe empfangen. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Christus Jesus, der Auferstandene,

komme den Seinen zu Hilfe.

In der ewigen Herrlichkeit

zähle er uns seinen Heiligen zu.

Nach dem Te Deum

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 211, 446, 450, 469, 478, 552 · KG 149, 210,

213, 506, 541, 674

Gloria

Blick hin, o Herr, auf deinen Bund

und vergiss das Leben deiner Armen nicht für immer.

Erhebe dich, Gott, und führe deine Sache.

Vergiss nicht das Rufen derer, die dich suchen.

Vgl. Ps 74, 20.19.22.23

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch der Weisheit Weish 18, 6–9

Die Nacht der Befreiung wurde unseren Vätern vorher angekündigt;

denn sie sollten sich freuen in sicherem Wissen,

welch eidlichen Zusagen sie vertrauten. So erwartete dein

Volk die Rettung der Gerechten und den Untergang der Feinde.


Eucharistie · Sonntag, 7. August 78

Wodurch du die Gegner straftest, dadurch hast du uns zu dir

gerufen und verherrlicht.

Denn im Verborgenen opferten die heiligen Kinder der Guten;

sie verpflichteten sich einmütig auf das göttliche Gesetz,

dass die Heiligen in gleicher Weise Güter wie Gefahren teilen

sollten, und stimmten dabei schon im Voraus die Loblieder der

Väter an.

Antwortpsalm Ps 33, 1.12.18–20.22

Kehrvers:

Selig das Volk, das der HERR sich zum Erbteil erwählt hat.

Jubelt im HERRN, ihr Gerechten, *

den Redlichen ziemt der Lobgesang.

Selig die Nation, deren Gott der HERR ist, *

das Volk, das er sich zum Erbteil erwählt hat. – Kehrvers

Siehe, das Auge des HERRN ruht auf denen,

die ihn fürchten, *

die seine Huld erwarten,

dass er ihre Seele dem Tod entreiße *

und, wenn sie hungern, sie am Leben erhalte. – Kehrvers

Unsre Seele hofft auf den HERRN; *

er ist unsre Hilfe und unser Schild.

Lass deine Huld über uns walten, o HERR, *

wie wir auf dich hofften! – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 12b, ferner GL 56, 1 · GL 1975 646, 1 · KG 623 (V. Ton)

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 11, 1–2.8–19

Kurzfassung: Hebr 11, 1–2.8–12

Schwestern und Brüder! Glaube aber ist: Grundlage dessen,

was man erhofft, ein Zutagetreten von Tatsachen, die man

nicht sieht. Aufgrund dieses Glaubens haben die Alten ein gutes

Zeugnis erhalten.


79

Sonntag, 7. August · Eucharistie

Aufgrund des Glaubens gehorchte Abraham dem Ruf, wegzuziehen

in ein Land, das er zum Erbe erhalten sollte; und er zog

weg, ohne zu wissen, wohin er kommen würde.

Aufgrund des Glaubens siedelte er im verheißenen Land wie

in der Fremde und wohnte mit Isaak und Jakob, den Miterben

derselben Verheißung, in Zelten; denn er erwartete die Stadt

mit den festen Grundmauern, die Gott selbst geplant und gebaut

hat.

Aufgrund des Glaubens empfing selbst Sara, die unfruchtbar

war, die Kraft, trotz ihres Alters noch Mutter zu werden;

denn sie hielt den für treu, der die Verheißung gegeben hatte.

So stammen denn auch von einem einzigen Menschen, dessen

Kraft bereits erstorben war, viele ab: zahlreich wie die Sterne

am Himmel und der Sand am Meeresstrand, den man nicht

zählen kann.

Im Glauben sind diese alle gestorben und haben die Verheißungen

nicht erlangt, sondern sie nur von fern geschaut und

gegrüßt und sie haben bekannt, dass sie Fremde und Gäste auf

Erden sind. Und die, die solches sagen, geben zu erkennen, dass

sie eine Heimat suchen. Hätten sie dabei an die Heimat gedacht,

aus der sie weggezogen waren, so wäre ihnen Zeit geblieben

zurückzukehren; nun aber streben sie nach einer besseren Heimat,

nämlich der himmlischen. Darum schämt sich Gott ihrer

nicht, er schämt sich nicht, ihr Gott genannt zu werden; denn

er hat ihnen eine Stadt bereitet.

Aufgrund des Glaubens hat Abraham den Isaak hingegeben,

als er auf die Probe gestellt wurde; er gab den einzigen Sohn

dahin, er, der die Verheißungen empfangen hatte und zu dem

gesagt worden war: Durch Isaak wirst du Nachkommen haben.

Er war überzeugt, dass Gott sogar die Macht hat, von den Toten

zu erwecken; darum erhielt er Isaak auch zurück. Das ist ein

Sinnbild.


Eucharistie · Sonntag, 7. August 80

Impuls zur Lesung

Wir Menschen möchten im Leben etwas erreichen. Dazu suchen

wir eine feste Grundlage, auf der wir etwas planen und

aufbauen können, einen Ort, an den wir gehören, eine Heimat.

Und am liebsten hören wir dann: Das ist keine Fantasie, keine

Fiktion. Das ist Fakt! Der Glaube ist aber kein Eigenheim, er

verheißt mehr als das eigene, selbst finanzierte, vielleicht sogar

selbst gebaute Häuschen. Aber dafür ruft er heraus aus der

Sicherheit. Die Kirche ist ek-klesia, die Herausgerufene, und

die „Pfarrei“ meint vom Wortursprung her jene, die am Rand

der Stadt wohnen, die gerade keinen festen, sicheren Platz haben.

Glaubende sind Menschen, die sich in die Unsicherheit

begeben, die der Verheißung auch dann noch trauen, wenn sie

sich, nach menschlichem Ermessen, nicht erfüllt.

Ruf vor dem Evangelium vgl. Mt 24, 42a.44

Halleluja. Halleluja.

Seid wachsam und haltet euch bereit! Denn der Menschensohn

kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 12,32–48

Kurzfassung: Lk 12, 35–40

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Fürchte dich

nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen,

euch das Reich zu geben.

Verkauft euren Besitz und gebt Almosen! Macht euch Geldbeutel,

die nicht alt werden! Verschafft euch einen Schatz, der

nicht abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine

Motte ihn frisst! Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.

Eure Hüften sollen gegürtet sein und eure Lampen brennen!

Seid wie Menschen, die auf ihren Herrn warten, der von einer

Hochzeit zurückkehrt, damit sie ihm sogleich öffnen, wenn er

kommt und anklopft!


81

Sonntag, 7. August · Eucharistie

Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt!

Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz

nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt

er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie

wach – selig sind sie.

Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, in welcher Stunde

der Dieb kommt, so würde er verhindern, dass man in sein

Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn

kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

Da sagte Petrus: Herr, sagst du dieses Gleichnis nur zu uns

oder auch zu allen?

Der Herr antwortete: Wer ist denn der treue und kluge Verwalter,

den der Herr über sein Gesinde einsetzen wird, damit er

ihnen zur rechten Zeit die Tagesration gibt?

Selig der Knecht, den der Herr damit beschäftigt findet, wenn

er kommt! Wahrhaftig, ich sage euch: Er wird ihn über sein

ganzes Vermögen einsetzen.

Wenn aber der Knecht in seinem Herzen sagt: Mein Herr verspätet

sich zu kommen! und anfängt, die Knechte und Mägde

zu schlagen, auch zu essen und zu trinken und sich zu berauschen,

dann wird der Herr jenes Knechtes an einem Tag kommen,

an dem er es nicht erwartet, und zu einer Stunde, die er

nicht kennt; und der Herr wird ihn in Stücke hauen und ihm

seinen Platz unter den Ungläubigen zuweisen.

Der Knecht, der den Willen seines Herrn kennt, sich aber

nicht darum kümmert und nicht danach handelt, der wird viele

Schläge bekommen. Wer aber, ohne den Willen des Herrn zu

kennen, etwas tut, was Schläge verdient, der wird wenig Schläge

bekommen.

Wem viel gegeben wurde, von dem wird viel zurückgefordert

werden, und wem man viel anvertraut hat, von dem wird man

umso mehr verlangen.

Credo


Eucharistie · Sonntag, 7. August 82

Gabengebet

Herr, unser Gott, wir bringen die Gaben zum Altar, die du selber

uns geschenkt hast. Nimm sie von deiner Kirche entgegen

und mache sie für uns zum Sakrament des Heiles. Darum bitten

wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater,

allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken. Denn

wir erkennen deine Herrlichkeit in dem, was du an uns getan

hast: Du bist uns mit der Macht deiner Gottheit zu Hilfe gekommen

und hast uns durch deinen menschgewordenen Sohn Rettung

und Heil gebracht aus unserer menschlichen Sterblichkeit.

So kam uns aus unserer Vergänglichkeit das unvergängliche

Leben durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn preisen

wir jetzt und in Ewigkeit dein Erbarmen und singen mit den

Chören der Engel das Lob deiner Herrlichkeit.

Kommunionvers Joh 6, 51

So spricht der Herr: Das Brot, das ich geben werde, ist mein

Fleisch; ich gebe es hin für das Leben der Welt.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, wir haben den Leib und das Blut deines

Sohnes empfangen. Das heilige Sakrament bringe uns Heil, es

erhalte uns in der Wahrheit und sei unser Licht in der Finsternis.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Der Herr segne euch und behüte euch; der Herr lasse sein Angesicht

über euch leuchten und sei euch gnädig; er wende euch

sein Antlitz zu und schenke euch seinen Frieden.


83

Sonntag, 7. August · Auslegung

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Auslegung zum Sonntagsevangelium

Von Peter Köster

D

ieser Redeabschnitt zieht weitere Folgerungen aus dem

Gleichnis vom reichen Kornbauern. Ihm werden die Jünger

gegenübergestellt, die in der Erwartung des Herrn leben.

Die unterschiedlichen Textarten dieser Komposition sind thematisch

durch die überraschend plötzliche Wiederkehr des

Herrn miteinander verbunden. Jesus ergänzt seine Mahnungen

an die Jünger. Seine Worte richten sich in besonderer Weise an

die (künftigen) Verantwortlichen der Gemeinden.

Das Bild von den umgürteten Lenden erinnert an die Feier

des Paschamahles (Ex 12, 11), an die Nacht des entschlossenen

Aufbruchs Israels aus allen pharaonischen Nöten und Zwängen.

Auch die anderen großen Ereignisse in der Geschichte des Gottesvolkes

spielten sich in der Nacht ab. Wer sich an die Taten

Gottes erinnert, hat Hoffnung. Gott selbst hat die Nacht, die

etwas Bedrohliches an sich hat, in den Anfang der Rettung verwandelt.

Im Judentum erwartete man den Messias um Mitternacht

(C. F. Bovon). Auch die brennenden Lampen gehören

zum Motiv der nächtlichen Szenerie. Wer sich in beiden Bildern

wiederfindet, weiß, was die Stunde geschlagen hat. Die

kleine Herde, das noch gefangene und schon befreite neue Gottesvolk

soll in Aufbruchstimmung sein, in wacher Bereitschaft,

dem Herrn jederzeit zu öffnen, wenn er wiederkommt und anklopft.

Dann werden sie in beglückender Weise erfahren, dass

er ihnen begegnet wie beim Abschiedsmahl: „Ich bin in eurer

Mitte wie der, der (be-)dient“ (Lk 22, 27).


Abend · Sonntag, 7. August 84

Doch die Stunde seiner Rückkehr bleibt ungewiss. Deshalb

soll der Jünger wie ein wachsamer Hausbesitzer mit dem unvorhersehbaren

Kommen des Diebes bei Nacht rechnen und sein

Anwesen vor jedem Einbruch zu schützen wissen. Der Dieb

kann auch ein Bild für die Gefährdung der Glaubenden, für die

Anfechtungen und Bedrohungen der Welt sein.

Peter Köster SJ (Theologe, geistlicher Lehrer, * 1936),

aus: Ders., Das Lukas-Evangelium – Orientierung am Weg Jesu.

Eine geistliche Auslegung auf fachexegetischer Grundlage, 166–167,

© EOS Verlag, St. Ottilien 2004

Hymnus

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Wer überströmet mich mit Segen?

Bist du es nicht, o reicher Gott!

Wer schützet mich auf meinen Wegen?

Du, du, o Herr Gott Zebaoth!

Auch in der größesten Gefahr

ward deines Trostes ich gewahr.

Ich will von deiner Güte singen,

solange sich die Zunge regt;

ich will dir Freudenopfer bringen,

solange sich mein Herz bewegt;

ja, wenn der Mund wird kraftlos sein,

so stimm ich doch mit Seufzen ein.

Ach, nimm das arme Lob auf Erden,

mein Gott, in allen Gnaden hin!


85

Sonntag, 7. August · Abend

Im Himmel soll es besser werden,

wenn ich bei deinen Engeln bin.

Da sing ich dir im höhern Chor

viel tausend Halleluja vor.

Johann Mentzer 1704

EG 330 · Melodie: GL 424 · KG 541

Psalm 118 Verse 1–9

Danket dem Herrn, denn er ist gütig, *

denn seine Huld währt ewig!

So soll Israel sagen: *

Denn seine Huld währt ewig.

So soll das Haus Aaron sagen: *

Denn seine Huld währt ewig.

So sollen alle sagen, die den Herrn fürchten und ehren: *

Denn seine Huld währt ewig.

In der Bedrängnis rief ich zum Herrn; *

der Herr hat mich erhört und mich frei gemacht.

Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht. *

Was können Menschen mir antun?

Der Herr ist bei mir, er ist mein Helfer; *

ich aber schaue auf meine Hasser herab.

Besser, sich zu bergen beim Herrn, *

als auf Menschen zu bauen.

Besser, sich zu bergen beim Herrn, *

als auf Fürsten zu bauen.

Ehre sei dem Vater ...

Bist du bei uns, treuer Gott, was kann uns schaden? Bist du uns

nah, vor wem sollten wir uns fürchten? Auf dich hoffen wir,

dein Kommen erwarten wir. Säume doch nicht, du unser Heil!


Abend · Sonntag, 7. August 86

Lesung 1 Petr 1, 3–5

Gepriesen sei der Gott und Vater Jesu Christi, unseres Herrn:

Er hat uns in seinem großen Erbarmen neu geboren, damit

wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine

lebendige Hoffnung haben und das unzerstörbare, makellose

und unvergängliche Erbe empfangen, das im Himmel für euch

aufbewahrt ist. Gottes Macht behütet euch durch den Glauben,

damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden

soll.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater

gefallen, euch das Reich zu geben.

Fürbitten

Gott, du beschenkst uns mit deinem Vertrauen. Voll Zuversicht

rufen wir zu dir und bitten dich:

V: Du unsere Hoffnung, A: höre und erhöre uns.

Für alle deine Getauften:

– Lass sie wachsen in Glaube, Hoffnung und Liebe hin zur Einheit,

die uns verheißen ist.

Für alle, die in diesen Ferienwochen Erholung suchen:

– Hilf ihnen, ihre Lasten und Belastungen zurückzulassen und

Freude in der Natur, im Entdecken von Schönem und in der

Begegnung mit anderen Menschen zu erfahren.

Für die Menschen, die sich keinen Urlaub leisten können:

– Stärke sie und schenke ihnen Freude und Trost durch die

Helligkeit dieser Sommertage und lass sie die Schönheit, das

Blühen und Reifen der Natur genießen.

Für die Menschen, die in diesen Wochen einen lieben Menschen

durch den Tod verloren haben:


87

Sonntag, 7. August · Abend

– Schenke ihnen Raum für ihre Trauer und Raum für die Hoffnung.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, wir dürfen dich Vater nennen, denn du hast

uns an Kindes statt angenommen und uns den Geist deines Sohnes

gesandt. Gib, dass wir in diesem Geist wachsen und einst

das verheißene Erbe empfangen. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Gnade und unvergängliches Leben sei mit allen,

die Jesus Christus, unseren Herrn, lieben.

Eph 6, 24

Salve Regina (Seite 378)


Montag, 8. August 2022

Heiliger Dominikus

Dominikus (um 1170–1221), der Gründer des Dominikanerordens,

war ein Mann von großer Frömmigkeit und Sorge um

die Seelen der Menschen. Er stammte aus Spanien, studierte Philosophie

und Theologie, wurde Priester und Mitglied des regulierten

Domstiftes von Osma (Nordspanien) und 1201 dessen Subprior.

Auf zwei Reisen mit seinem Bischof Diego durch Südfrankreich

erlebte er dort die weite Verbreitung der Katharer und Waldenser,

deren Armutsbewegung die Bevölkerung durch Wanderpredigt

und strenge Askese überzeugte. In der Bekehrung der Anhänger

von Irrlehren fand Dominikus seine Lebensaufgabe. 1215 gründete

er eine Gemeinschaft von Predigern nach der Augustinerregel,

die Dominikaner, die in evangelischer Armut als Wanderprediger

das Wort Gottes verkündigen sollten. Hierzu sollten die Brüder

durch ein gründliches Studium befähigt werden. Schon bald sandte

Dominikus die wenigen Brüder des Ordens nach Paris und Bologna

aus und erwirkte vom Papst eine universale Empfehlung des

Ordens. So war es seiner Weitsicht zu danken, dass sich der Dominikanerorden

schnell über die ganze Welt ausbreitete. Seinem

vielfach bezeugten Verständnis für Frauen und deren Religiosität

verdanken auch die Dominikanerinnen ihre Gründung. Dargestellt

wird Dominikus häufig mit einem Rosenkranz, weil er diesen einer

Legende zufolge in einer Vision von Maria erhalten haben soll.

Schrifttexte: Lesung: 1 Kor 2, 1–10a; Evangelium: Lk 9, 57–62

Namenstag: hl. Cyriakus (Märtyrer, Nothelfer, † um 304) · hl. Wardo

(Famian, Pilger, Zisterzienser, † 1150)

Ökumenischer Gedenktag: Gregor vom Sinai (orth. Hymnendichter,

1255–1346) · Augsburger Hohes Friedensfest


89

Montag, 8. August · Morgen

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Schon schreitet rasch der Tag voran,

wir schauen auf zu Gott, dem Herrn,

der, dreifach reich an Liebeskraft,

zum rechten Handeln uns bewegt.

Das ist die Stunde, da der Geist

sich den Aposteln mitgeteilt,

ihr Herz für Christi Dienst entflammt

und sie als Zeugen ausgesandt.

Auch uns erfülle Gottes Geist,

der in uns lebt und durch uns wirkt,

mit neuer Kraft und Zuversicht

als Christi Boten in der Welt.

Den ew’gen Vater preisen wir

und Jesus Christus, seinen Sohn,

den Beistand auch, den Heil’gen Geist,

der uns erleuchtet, stärkt und führt. Amen.

Nach: Certum tenentes ordinem; 7.–8. Jahrhundert

Melodie: GL 144 · GL 1975 474 · KG 40 · EG 288

Psalm 96

Singet dem Herrn ein neues Lied, *

singt dem Herrn, alle Länder der Erde!

Singt dem Herrn und preist seinen Namen, *

verkündet sein Heil von Tag zu Tag!


Morgen · Montag, 8. August 90

Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit, *

bei allen Nationen von seinen Wundern!

Denn groß ist der Herr und hoch zu preisen, *

mehr zu fürchten als alle Götter.

Alle Götter der Heiden sind nichtig, *

der Herr aber hat den Himmel geschaffen.

Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht, *

Macht und Glanz in seinem Heiligtum.

Bringt dar dem Herrn, ihr Stämme der Völker, *

bringt dar dem Herrn Lob und Ehre!

Bringt dar dem Herrn die Ehre seines Namens, *

spendet Opfergaben und tretet ein in sein Heiligtum!

In heiligem Schmuck werft euch nieder vor dem Herrn, *

erbebt vor ihm, alle Länder der Erde!

Verkündet bei den Völkern: *

Der Herr ist König.

Den Erdkreis hat er gegründet, sodass er nicht wankt. *

Er richtet die Nationen so, wie es recht ist.

Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke, *

es brause das Meer und alles, was es erfüllt.

Es jauchze die Flur und was auf ihr wächst. *

Jubeln sollen alle Bäume des Waldes

vor dem Herrn, wenn er kommt, *

wenn er kommt, um die Erde zu richten.

Er richtet den Erdkreis gerecht *

und die Nationen nach seiner Treue.

Ehre sei dem Vater ...

Deine Herrlichkeit wollen wir künden, von deinen Wundern

den Menschen erzählen. Gott Israels, Schöpfer des Lebens, wir

danken dir, dass du uns nahe bist.


91

Montag, 8. August · Morgen

Lesung Jak 2, 12–13

Redet und handelt wie Menschen, die nach dem Gesetz der

Freiheit gerichtet werden! Denn das Gericht ist erbarmungslos

gegen den, der kein Erbarmen gezeigt hat. Barmherzigkeit

aber triumphiert über das Gericht.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Geh und predige, denn dazu bist du erwählt.

Redaktion Magnificat nach Dominikus

Bitten

Gott, unser Fels, von deinen Dienerinnen und Dienern erwartest

du Treue zu deinem Wort. Wir bitten dich:

A: Bewahre uns in deiner Gnade.

– Lass uns eintreten für dein Recht, wo Unrecht geschieht.

– Gib uns Mut, das Evangelium zu leben, wo man sich über den

Glauben lustig macht.

– Wecke unseren Sinn und lass uns erkennen, wann eine helfende

Tat mehr von dir sagt als ein Wort.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, stärke deine Kirche durch das Vorbild und die

Lehre des heiligen Dominikus, der mit Macht deine Wahrheit

verkündet hat. Höre auf seine Fürsprache und erwecke auch in

unserer Zeit Prediger, die dein Wort glaubwürdig verkünden.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.


Eucharistie · Montag, 8. August 92

Texte zur Eucharistiefeier

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Einführung zur Bahnlesung aus dem Buch Ezechiel

Der Prophet Ezechiel stammt aus einer priesterlichen Familie. Zusammen

mit König Jojachin und vielen weiteren Angehörigen der

Oberschicht wird er 597 v. Chr. von Nebukadnezzar II., der von

605 bis 562 v. Chr. als babylonischer König herrschte, nach Babylonien

verbannt. Ezechiel erfährt seine Berufung zum Propheten im

Exil. Gegen die unter den Verschleppten verbreitete Orientierung

an einer baldigen Rückkehr kündigt der Prophet Gottes Gericht

über Jerusalem und den Tempel an. Nach beider Zerstörung im

Jahre 586 v. Chr. weist Ezechiel voraus auf Gottes rettendes Eingreifen,

er verkündet die Belebung des wie tot am Boden liegenden

Volkes und sieht den neu erbauten Tempel als Kraftfeld jener Auferstehung.

Wer war Ezechiel? Zweifellos ein großer Visionär, einer, der sich

von Gottes Geist erfassen, von Gottes Hand ergreifen und aus dem

gewohnten, eingeübten Leben geradezu entführen lässt, und der

darum mehr und schärfer sieht als viele Zeit- und Glaubensgenossen.

Das Buch Ezechiel enthält aber nicht nur Aussagen des Propheten.

Spätere Bearbeitungen haben manches hinzugefügt. Man

geht davon aus, dass das Ezechiel-Buch aus zunächst kleineren

Sammlungen, etwa von Ezechiels Symbolhandlungen, Worten gegen

die Götzen oder Gerichtsankündigungen, zusammengewachsen

ist. Da Ezechiel einigen seiner Verkündigungen ein Datum

hinzugefügt und also manches selbst schriftlich notiert hat, lässt

sich der Zeitraum seines persönlichen Wirkens – von 592 bis 571

v. Chr. – recht gut bestimmen. Insgesamt nimmt die Verheißung in

der zweiten Periode seines Wirkens zunehmend mehr Raum ein,

Droh- und Scheltworte treten zurück.

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 1, 2–5.24–28c

Am fünften Tag des Monats – es war im fünften Jahr nach

der Verschleppung des Königs Jojachin nach Babel – erging


93

Montag, 8. August · Eucharistie

das Wort des Herrn an Ezechiel, den Sohn Busis, den Priester,

im Land der Chaldäer, am Fluss Kebar. Dort kam die Hand des

Herrn über ihn.

Ich sah: Ein Sturmwind kam von Norden, eine große Wolke

mit flackerndem Feuer, umgeben von einem hellen Schein. Aus

dem Feuer strahlte es wie glänzendes Gold. Mitten darin erschien

etwas wie vier Lebewesen. Und das war ihre Gestalt: Sie

sahen aus wie Menschen.

Ich hörte das Rauschen ihrer Flügel; es war wie das Rauschen

gewaltiger Wassermassen, wie die Stimme des Allmächtigen.

Wenn sie gingen, glich das tosende Rauschen dem Lärm eines

Heerlagers. Wenn sie standen, ließen sie ihre Flügel herabhängen.

Ein Rauschen war auch oberhalb der Platte, die über ihren

Köpfen war. Wenn sie standen, ließen sie ihre Flügel herabhängen.

Oberhalb der Platte über ihren Köpfen war etwas, das wie Saphir

aussah und einem Thron glich. Auf dem, was einem Thron

glich, saß eine Gestalt, die wie ein Mensch aussah.

Oberhalb von dem, was wie seine Hüften aussah, sah ich etwas

wie glänzendes Gold in einem Feuerkranz. Unterhalb von

dem, was wie seine Hüften aussah, sah ich etwas wie Feuer

und ringsum einen hellen Schein. Wie der Anblick des Regenbogens,

der sich an einem Regentag in den Wolken zeigt, so war

der helle Schein ringsum.

So etwa sah die Herrlichkeit des Herrn aus. Als ich diese Erscheinung

sah, fiel ich nieder auf mein Gesicht.

Impuls zur Lesung

Gott hat sein Volk nicht aus den Augen verloren. Aber für viele

aus Israel ist Gott – Luft. Er hat uns ja nicht davor bewahrt,

nach Babylon verschleppt zu werden! In dieser Situation bekommt

der dreißigjährige Priestersohn Ezechiel Gott in den

Blick. Seine Vision schildert eindringlich und ungewöhnlich

detailliert das königliche Erscheinen Gottes: Gott thront und


Eucharistie · Montag, 8. August 94

wohnt, wo er will. Verstörende Unwetter, Sturm, Wolken und

Blitze, nie gesehene Lichter- und Farbenspiele, kosmische Weite,

menschengestaltige Lebewesen mit der Kraft wilder Tiere,

ein furchterregendes Throngefährt, das unbändige Bewegung

mit ruhiger Harmonie vereint, schließlich die Beschreibung

des Unbeschreiblichen: des Throns und des Thronenden. Seine

plastische, anschauliche Wiedergabe beschließt Ezechiel

mit den Worten: „So etwa sah die Herrlichkeit Gottes aus.“

„Etwa so“ – das ist ein ins Bild eingebautes Bilderverbot. Du

sollst dir kein Bildnis machen! Gott sehen heißt für Ezechiel

vor allem: sehen, dass Gott nach uns sieht.

Antwortpsalm Ps 148, 1–2.11–14

Kehrvers: Halleluja – oder:

Erfüllt sind Himmel und Erde von deiner Herrlichkeit.

Lobet den Herrn vom Himmel her, *

lobt ihn in den Höhen:

Lobt ihn, all seine Engel, *

lobt ihn, all seine Scharen. – Kehrvers

Lobt ihn, ihr Könige der Erde und alle Völker; *

ihr Fürsten und alle Richter auf Erden,

ihr jungen Männer und auch ihr Mädchen, *

ihr Alten mit den Jungen! – Kehrvers

Loben sollen sie den Namen des Herrn; /

denn sein Name allein ist erhaben, *

seine Hoheit strahlt über Erde und Himmel.

Seinem Volk verleiht er Macht, /

das ist ein Ruhm für all seine Frommen, *

für Israels Kinder, das Volk, das ihm nahen darf. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 8, ferner GL 623, 2

oder GL 1975 528, 6 · KG 85, 6 (II. Ton)


95

Montag, 8. August · Abend

Ruf vor dem Evangelium vgl. 2 Thess 2, 14

Halleluja. Halleluja.

Durch das Evangelium hat Gott uns berufen zur Herrlichkeit

Jesu Christi, unseres Herrn.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 17, 22–27

In jener Zeit, als Jesus und seine Jünger in Galiläa zusammenwaren,

sagte er zu ihnen: Der Menschensohn wird den Menschen

ausgeliefert werden, und sie werden ihn töten; aber am

dritten Tag wird er auferstehen. Da wurden sie sehr traurig.

Als Jesus und die Jünger nach Kafarnaum kamen, gingen die

Männer, die die Tempelsteuer einzogen, zu Petrus und fragten:

Zahlt euer Meister die Doppeldrachme nicht? Er antwortete:

Doch!

Als er dann ins Haus hineinging, kam ihm Jesus mit der Frage

zuvor: Was meinst du, Simon, von wem erheben die Könige

dieser Welt Zölle und Steuern? Von ihren eigenen Söhnen oder

von den anderen Leuten?

Als Petrus antwortete: Von den anderen!, sagte Jesus zu ihm:

Also sind die Söhne frei. Damit wir aber bei niemand Anstoß

erregen, geh an den See und wirf die Angel aus; den ersten

Fisch, den du heraufholst, nimm, öffne ihm das Maul, und du

wirst ein Vierdrachmenstück finden. Das gib den Männern als

Steuer für mich und für dich.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Abend · Montag, 8. August 96

Innehalten am Abend

Wie kann ich über toten Häuten studieren, wenn hier die Menschen

an Hunger sterben.

Dominikus (Heiliger des Tages)

• Was treibt mich um?

• Was will ich ändern?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Halte deine Träume fest,

lerne sie zu leben.

Gegen zu viel Sicherheit,

gegen Ausweglosigkeit:

Halte deine Träume fest.

Halte deine Freiheit fest,

lerne sie zu leben.

Fürchte dich vor keinem Streit,

finde zur Versöhnung Zeit:

Halte deine Freiheit fest.

Halte deine Liebe fest,

lerne sie zu leben.

Brich mit ihr die Einsamkeit,

übe Menschenfreundlichkeit:

Halte deine Liebe fest.

Eugen Eckert

Psalm 123

Ich erhebe meine Augen zu dir, *

der du hoch im Himmel thronst.

Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn, *

wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Herrin,


97

Montag, 8. August · Abend

so schauen unsre Augen auf den Herrn, unsern Gott, *

bis er uns gnädig ist.

Sei uns gnädig, Herr, sei uns gnädig, *

denn übersatt sind wir vom Hohn der Spötter,

übersatt ist unsre Seele von ihrem Spott, *

von der Verachtung der Stolzen.

Ehre sei dem Vater ...

Die Menschen, die dir dienen, werden oft angefeindet, weil sie

treu zu dir stehen. Stärke sie, verborgener Gott, dass sie ihren

Weg weiter vor deinem Angesicht gehen.

Lesung Gal 6, 7b.8

Was der Mensch sät, das wird er auch ernten. Wer im Vertrauen

auf das Fleisch sät, wird vom Fleisch Verderben

ernten; wer aber im Vertrauen auf den Geist sät, wird vom

Geist ewiges Leben ernten.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Handle mit standhaftem Herzen und zweifle nicht an der Barmherzigkeit

Gottes.

Redaktion Magnificat nach Dominikus

Fürbitten

Jesus von Nazaret, auch heute suchen dich viele Menschen. Wir

bitten dich:

A: Hilf ihnen dich finden.

– Durch das Wort der Heiligen Schrift.

– Durch die Anziehungskraft deiner Gläubigen.

– Durch unseren Beistand in Lebenskrisen.

– Durch Christen, die ihnen die Bedeutung des Kreuzes erschließen.


Abend · Montag, 8. August 98

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, stärke deine Kirche durch das Vorbild und die

Lehre des heiligen Dominikus, der mit Macht deine Wahrheit

verkündet hat. Höre auf seine Fürsprache und erwecke auch in

unserer Zeit Prediger, die dein Wort glaubwürdig verkünden.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der barmherzige Gott wende sich uns zu,

er schenke uns Ruhe und Vertrauen

und erweise uns seine Gnade.

Salve Regina (Seite 378)


eresia Benedicta vom

Kreuz (Edith Stein)

Dienstag, 9. August 2022

E

dith Stein wurde am 12. Oktober 1891 in Breslau geboren. Die

Eltern legten bei der Erziehung Wert darauf, ihren elf Kindern

den jüdischen Glauben nahezubringen. Edith Stein studierte in

Breslau und Göttingen Philosophie, wurde 1916 promoviert und

war dann einige Jahre Mitarbeiterin des Philosophen Edmund Husserl

in Freiburg.

Die Studienjahre hatten ihre Bindung an den Glauben ihrer Familie

bereits gelockert. Doch für eine religiöse Neuorientierung

waren zwei Begegnungen in ihrem Leben maßgeblich: Als sie nach

dem Tod eines Freundes dessen Witwe trösten wollte, erfuhr sie,

dass diese Frau im Glauben so viel Kraft fand, dass sie in der Lage

war, ihr noch Trost zu geben. Nun begann Edith Stein, das Neue

Testament zu lesen. Das zweite wichtige Ereignis für sie war die

Lektüre einer Biografie Teresas von Avila. Tief beeindruckt ließ sie

sich mit 31 Jahren taufen. In der folgenden Zeit wirkte sie als Lehrerin

in Speyer und Dozentin in Münster, was ihr ab 1933 aber

untersagt wurde. In diesem Jahr trat sie in den Kölner Karmel ein.

Sie erhielt den Namen Teresia Benedicta a Cruce (Teresia, die vom

Kreuz Gesegnete). Nach den Unruhen der „Kristallnacht“ floh sie

in das holländische Kloster Echt. Dort verhaftete die Gestapo sie

zusammen mit ihrer Schwester Rosa am 2. August 1942 – ein Racheakt

gegen die holländischen Bischöfe, die die Naziverbrechen

öffentlich angeprangert hatten. Auf dem Weg ins KZ fand sie noch

tröstende Worte für andere, in dem festen Glauben: „Jesus ist auch

hier mitten unter uns.“ Am 9. August 1942 starb sie zusammen mit

ihrer Schwester Rosa in den Gaskammern von Auschwitz. Papst Johannes

Paul II. sprach sie am 11. Oktober 1998 heilig und ernannte

sie am 1. Oktober 1999 zusammen mit Katharina von Siena und

Birgitta von Schweden zur Patronin Europas.


Morgen · Dienstag, 9. August 100

Namenstag: hl. Romanus (Märtyrer, † 258) · sel. Hathumar von Paderborn

(Bischof, † 815) · hl. Altmann von Passau (Bischof, † 1091)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Wir wollen uns niederwerfen und deinem Namen danken

für deine Huld und Treue.

Vgl. Ps 138, 2ab

Hymnus

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Du senkst voll Liebe deinen Blick in meinen

und neigst dein Ohr zu meinen leisen Worten

und füllst mit Frieden tief das Herz.

Doch deine Liebe findet kein Genügen

in diesem Austausch, der noch Trennung lässt:

Das Herz verlangt nach mehr.

Du kommst als Frühmahl zu mir jeden Morgen,

dein Fleisch und Blut wird mir zu Trank und Speise

und Wunderbares wird gewirkt.

Dein Leib durchdringt geheimnisvoll den meinen,

und deine Seele eint sich mit der meinen:

Ich bin nicht mehr, was einst ich war.

Du kommst und gehst, doch bleibt zurück die Saat,

die du gesät zu künft’ger Herrlichkeit,

verborgen in dem Leib von Staub.

Es bleibt ein Glanz des Himmels in der Seele,

es bleibt ein tiefes Leuchten in den Augen,

ein Schweben in der Stimme Klang.

Es bleibt das Band, das Herz mit Herz verbindet,


101

Dienstag, 9. August · Morgen

der Lebensstrom, der aus dem deinen quillt

und jedes Glied belebt.

Edith Stein (1891–1942)

GL Seite 980 (Anhang Hamburg, Hildesheim, Osnabrück)

Psalm 85 Verse 2–14

Einst hast du, Herr, dein Land begnadet *

und Jakobs Unglück gewendet,

hast deinem Volk die Schuld vergeben, *

all seine Sünden zugedeckt,

hast zurückgezogen deinen ganzen Grimm *

und deinen glühenden Zorn gedämpft.

Gott, unser Retter, richte uns wieder auf, *

lass von deinem Unmut gegen uns ab!

Willst du uns ewig zürnen, *

soll dein Zorn dauern von Geschlecht zu Geschlecht?

Willst du uns nicht wieder beleben, *

sodass dein Volk sich an dir freuen kann?

Erweise uns, Herr, deine Huld *

und gewähre uns dein Heil!

Ich will hören, was Gott redet: /

Frieden verkündet der Herr seinem Volk *

und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen.

Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten. *

Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land!

Es begegnen einander Huld und Treue; *

Gerechtigkeit und Friede küssen sich.

Treue sprosst aus der Erde hervor; *

Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.

Auch spendet der Herr dann Segen, *

und unser Land gibt seinen Ertrag.


Morgen · Dienstag, 9. August 102

Gerechtigkeit geht vor ihm her, *

und Heil folgt der Spur seiner Schritte.

Ehre sei dem Vater ...

Unsere Welt ist voll von Krieg und Verderben, und wir selbst

ändern nur wenig daran. Lass ab von deinem Zorn, bewege uns

zur Umkehr. Belebe uns neu, du unsere Hoffnung!

Lesung Röm 9, 4–5

Sie sind Israeliten; damit haben sie die Sohnschaft, die Herrlichkeit,

die Bundesordnungen, ihnen ist das Gesetz gegeben,

der Gottesdienst und die Verheißungen, sie haben die Väter,

und dem Fleisch nach entstammt ihnen der Christus. Gott,

der über allem ist, er ist gepriesen in Ewigkeit. Amen.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Unsere Menschenliebe ist das Maß unserer Gottesliebe.

Redaktion Magnificat nach Edith Stein

Bitten

Treuer Gott, durch unbändige Sehnsucht nach Wahrheit hast

du Edith Stein zu dir gezogen. An ihrem 80. Todestag bitten

wir dich:

A: Lass uns deine Stimme hören.

– In unserem Bedürfnis nach Geborgenheit.

– In den Rufen der Armen und Leidenden.

– In den Fragen der Suchenden.

Vaterunser

Oration

Gott unserer Väter, du hast die heilige Märtyrin Teresia Benedicta

vom Kreuz zur Erkenntnis deines gekreuzigten Sohnes ge-


103

Dienstag, 9. August · Eucharistie

führt und in seine Nachfolge bis zum Tod gerufen. Auf ihre Fürsprache

lass alle Menschen in Christus den Erlöser erkennen

und durch ihn zur ewigen Schau deiner Herrlichkeit gelangen.

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Der erhabene Gott,

der hinabschaut in die Tiefe

und den Schwachen aus dem Staub emporhebt,

er segne uns und alle, die uns nahe sind.

Er schenke uns Frieden und Freude.

Nach Ps 113, 6 f.

Gloria

Eucharistiefeier

Ich will mich allein des Kreuzes Jesu Christi,

unseres Herrn, rühmen,

durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.

Gal 6, 14

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Ester

Est 4, 17k–m.r–t

In jenen Tagen wurde die Königin Ester von Todesangst ergriffen

und suchte Zuflucht beim Herrn, und sie betete zum

Herrn, dem Gott Israels:

Herr, unser König, du bist der Einzige. Hilf mir! Denn ich bin

allein und habe keinen Helfer außer dir; die Gefahr steht greifbar

vor mir. Von Kindheit an habe ich in meiner Familie und

meinem Stamm gehört, dass du, Herr, Israel aus allen Völkern

erwählt hast; du hast dir unsere Väter aus allen ihren Vorfahren

als deinen ewigen Erbbesitz ausgesucht und hast an ihnen gehandelt,

wie du es versprochen hattest.


Eucharistie · Dienstag, 9. August 104

Denk an uns, Herr! Offenbare dich in der Zeit unserer Not,

und gib mir Mut, König der Götter und Herrscher über alle

Mächte! Leg mir in Gegenwart des Löwen die passenden Worte

in den Mund, und stimm sein Herz um, damit er unseren Feind

hasst und ihn und seine Gesinnungsgenossen vernichtet. Uns

aber rette mit deiner Hand! Hilf mir, denn ich bin allein und

habe niemand außer dir, o Herr!

Impuls zur Lesung

Du, Adonai, bist der Einzige – das ist das Glaubensbekenntnis

Israels. Nichts und niemandem auf Erden kommt Anbetung

zu, nichts und niemand hienieden darf absolut gesetzt werden.

Prestige und Macht, Leistungsfähigkeit, Reichtum und

Erfolg, Führer, Volk und Vaterland, Blut und Boden – all dies

wurde und wird von Menschen angebetet, mit oft unvorstellbaren

Folgen. Der nationalsozialistische Rassenwahn, dem mit

Millionen von Menschen vor allem jüdischer Herkunft auch

Edith Stein und ihre Schwester Rosa zum Opfer fielen, steht

für die verheerende Gewalt des Götzendienstes. Edith Stein,

Jüdin und christliche Ordensfrau, treue Tochter Israels, hat

vorgelebt, dass der wahre Gott Menschen nicht klein, sondern

groß macht, sie nicht entmündigt, sondern verpflichtet. Gottes

Einzigkeit ruft nach des Menschen Einzigkeit, sein Ja zu uns

wartet auf unsere Antwort, unsere Verantwortung für unsere

Welt.

Antwortpsalm

Ps 18, 2–3.5.7a.17–20.29.50

Kehrvers:

Du führst mich hinaus ins Weite, du machst meine Finsternis

hell.

Ich will dich rühmen, Herr, meine Stärke, *

Herr, du mein Fels, meine Burg und mein Retter,

mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge, *

mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht. – Kehrvers


105

Dienstag, 9. August · Eucharistie

Mich umfingen die Fesseln des Todes, *

mich erschreckten die Fluten des Verderbens.

In meiner Not rief ich zum Herrn *

und schrie zu meinem Gott. – Kehrvers

Er griff aus der Höhe herab und fasste mich, *

zog mich heraus aus gewaltigen Wassern.

Er führte mich hinaus ins Weite, *

er befreite mich, denn er hatte an mir Gefallen. – Kehrvers

Du, Herr, lässt meine Leuchte erstrahlen, *

mein Gott macht meine Finsternis hell.

Darum will ich dir danken, Herr, vor den Völkern, *

ich will deinen Namen singen und spielen. – Kehrvers

Kehrvers siehe Verse 20 u. 29,

ferner GL 629, 1 · GL 1975 712, 1 · KG 607 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Ez 37, 27

Halleluja. Halleluja.

So spricht Gott, der Herr: Bei ihnen wird meine Wohnung sein.

Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 4, 19–24

In jener Zeit sagte eine samaritische Frau zu Jesus: Herr, ich

sehe, dass du ein Prophet bist. Unsere Väter haben auf diesem

Berg Gott angebetet; ihr aber sagt, in Jerusalem sei die Stätte,

wo man anbeten muss.

Jesus sprach zu ihr: Glaube mir, Frau, die Stunde kommt, zu

der ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten

werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt, wir beten an,

was wir kennen; denn das Heil kommt von den Juden. Aber die

Stunde kommt, und sie ist schon da, zu der die wahren Beter

den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn

so will der Vater angebetet werden. Gott ist Geist, und alle, die

ihn anbeten, müssen im Geist und in der Wahrheit anbeten.


Eucharistie · Dienstag, 9. August 106

Gabengebet

Herr, unser Gott, nimm gütig diese Gaben an: Wir weihen sie

dir am Fest deiner heiligen Märtyrin Teresia Benedicta vom

Kreuz. Du hast die vielfältigen Opfer des Alten Bundes besiegelt

mit dem einen vollkommenen Opfer Jesu Christi. Lass nun

wirksam werden, was dir dein Sohn dargebracht hat in seinem

Blut, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu

danken und in den Heiligen deine Größe zu rühmen. Im Martyrium

der heiligen Teresia Benedicta vom Kreuz offenbarst du

das Wunder deiner Gnade, denn in der menschlichen Schwachheit

bringst du deine göttliche Kraft zur Vollendung. Sie ist

Christus nachgefolgt auf dem Weg des Leides und hat ihr Blut

vergossen als Zeugin des Glaubens. Darum preisen wir dich in

deiner Kirche und vereinen uns mit den Engeln und Heiligen

zum Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.

Kommunionvers vgl. Ps 23, 4–5

Muss ich auch wandern durch Todesschatten, ich fürchte kein

Unheil, denn du bist bei mir.

Schlussgebet

Gütiger Gott, am Fest der heiligen Teresia Benedicta vom Kreuz

haben wir die himmlische Frucht vom Baum des Kreuzes empfangen.

Gib, dass sie unseren Herzen Kraft verleiht, damit wir

auf Erden treu zu Christus stehen und im Paradies essen dürfen

vom Baum des Lebens. Darum bitten wir durch Christus, unseren

Herrn.

Schlusssegen

Der gütige Gott, der die Heiligen zur Vollendung geführt hat,

segne euch und bewahre euch vor allem Unheil.


107

Dienstag, 9. August · Abend

Das Vorbild der heiligen Teresia Benedicta vom Kreuz lehre

euch, und ihre Fürsprache helfe euch, Gott und den Menschen

zu dienen.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Glauben – das ist die Heiterkeit, die von Gott stammt.

Johannes XXIII. (1881–1963)

• Wenn ich meiner eigenen Grundstimmung eine Farbe zuordnen

müsste, welche wäre es?

• Was macht mich froh?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Lass blind mich, Herr, die Wege gehn,

die deine sind.

Will deine Führung nicht verstehn,

bin ja dein Kind!

Bist Vater der Weisheit,

auch Vater mir.

Führest durch Nacht du auch,

führst du doch zu dir.

Herr, lass geschehen, was du willst,

ich bin bereit!


Abend · Dienstag, 9. August 108

Auch wenn du nie mein Sehnen stillst

in dieser Zeit.

Bist ja der Herr der Zeit.

Das Wann ist dein.

Dein ew’ges Jetzt,

einst wird es mein.

Mach alles wahr, wie du es planst

in deinem Rat.

Wenn still du dann zum Opfer mahnst,

hilf auch zur Tat.

Lass überseh’n mich ganz mein kleines Ich,

dass ich mir selber tot, nur leb’ für dich.

Edith Stein (1891–1942)

Psalm 119

Herr, dein Wort bleibt auf ewig, *

es steht fest wie der Himmel.

Verse 89–96 Lamed

Deine Treue währt von Geschlecht zu Geschlecht; *

du hast die Erde gegründet, sie bleibt bestehen.

Nach deiner Ordnung bestehen sie bis heute, *

und dir ist alles dienstbar.

Wäre nicht dein Gesetz meine Freude, *

ich wäre zugrunde gegangen in meinem Elend.

Nie will ich deine Befehle vergessen; *

denn durch sie schenkst du mir Leben.

Ich bin dein, errette mich! *

Ich frage nach deinen Befehlen.

Frevler lauern mir auf, um mich zu vernichten; *

doch mein Sinn achtet auf das, was du gebietest.

Ich sah, dass alles Vollkommene Grenzen hat; *

doch dein Gebot kennt keine Schranken.

Ehre sei dem Vater ...


109

Dienstag, 9. August · Abend

Auf ewig bleibt dein Wort. Treuer Gott, wecke in uns das Verlangen,

nach deiner Weisung zu forschen. Lass uns deine Stimme

hören, damit wir uns stets an dich halten.

Lesung Röm 11, 33–36

OTiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes!

Wie unergründlich sind seine Entscheidungen, wie unerforschlich

seine Wege! Denn wer hat die Gedanken des Herrn

erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen? Wer hat ihm etwas

gegeben, sodass Gott auch ihm etwas geben müsste? Denn

aus ihm und durch ihn und auf ihn hin ist die ganze Schöpfung.

Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Die Liebe Christi kennt keine Grenzen.

Redaktion Magnificat nach Edith Stein

Fürbitten

Gütiger Gott, am 80. Todestag der heiligen Edith Stein kommen

wir voll Vertrauen zu dir und rufen:

A: Erhöre unser Gebet.

– Stärke die Karmelitinnen und Karmeliten in deinem Dienst.

– Allen, die nach Sinn in ihrem Leben suchen, gewähre die

Gnade, dir zu begegnen.

– Gib allen Geflüchteten einen Ort, an dem sie würdig leben

können.

– Nimm die Verstorbenen auf in deine Freude.

Vaterunser


Abend · Dienstag, 9. August 110

Oration

Gott unserer Väter, du hast die heilige Märtyrin Teresia Benedicta

vom Kreuz zur Erkenntnis deines gekreuzigten Sohnes geführt

und in seine Nachfolge bis zum Tod gerufen. Auf ihre Fürsprache

lass alle Menschen in Christus den Erlöser erkennen

und durch ihn zur ewigen Schau deiner Herrlichkeit gelangen.

Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Der treue Gott,

dem das Sterben seiner Frommen kostbar ist,

er löse unsere Fesseln und schenke uns seinen Frieden.

Vgl. Ps 116, 15 f.

Salve Regina (Seite 378)


aurentius

Mittwoch, 10. August 2022

Laurentius ist einer der am meisten verehrten Heiligen. Über seine

Herkunft ist nichts Sicheres bekannt. Einer Überlieferung

zufolge kam er aus Spanien nach Rom, wo er Erzdiakon bei Papst

Sixtus II. war. In der Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Valerian

hat er wahrscheinlich mit dem Papst und anderen Diakonen

im Jahre 258 das Martyrium erlitten. Nach dem Tod des Papstes

erhob der Kaiser Anspruch auf die Kirchengüter, die Laurentius

ihm aushändigen sollte. Der Diakon nutzte die ihm gesetzte Frist

dazu, den ganzen Kirchenbesitz an Notleidende zu verteilen. Dass

er die Armen als wahren Schatz der Kirche vor Valerian präsentierte,

besiegelte sein Schicksal. Einer Legende zufolge wurde er am

10. August 258 auf einem glühenden Rost zu Tode gequält. Papst

Leo der Große sagt über ihn: „Das Feuer, das in ihm brannte, half

ihm, das äußere Feuer des Martyriums zu bestehen.“ Unter Kaiser

Konstantin wurde bei seinem Grab eine Kirche errichtet, zu der

viele Pilger kamen. Die dem Heiligen gewidmete Basilika S. Lorenzo

fuori le mura zählt zu den sieben Hauptkirchen Roms.

Namenstag: hl. Asteria (Asta, Astrid, Märtyrerin, † um 304) · Plektrud

(† 725) · Ruth Pfau (Ordensfrau, Frauenärztin, † 2017)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Preist den Herrn, denn er hat uns aus dem Feuer erlöst.

Nach Dan 3, 88

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Mittwoch, 10. August 112

Hymnus

elija

du fährst auf im feuerwagen

elija

dich trägt keiner

feuer hat dich getragen

wer wird für uns

durchs feuer gehn

mose

dich trägt pech

du gehst in die binsen

mose

dich trägt nichts

das nichts

trägt zinsen

wer hilft uns

durch die fluten gehn

einer

den trägt keiner

wasser und zwei bretter

wolken

hoffnung

wind

unsichtbarer retter

wer lässt uns

diese zeit bestehn

Wilhelm Willms


113

Mittwoch, 10. August · Morgen

Canticum

Jes 33, 2–3.5–6.7b–8.10

Antiphon:

Weisheit und Erkenntnis sind der Reichtum, der Zion rettet;

sein Schatz ist die Furcht vor dem Herrn.

Herr, hab mit uns Erbarmen; *

denn wir hoffen auf dich.

Sei uns ein helfender Arm an jedem Morgen, *

sei in der Not unsere Rettung!

Vor dem lauten Getöse fliehn die Nationen; *

wenn du dich erhebst, flüchten die Völker nach allen Seiten.

Der Herr ist erhaben, er wohnt in der Höhe; *

er wird Zion mit Recht und Gerechtigkeit erfüllen.

Es wird sichere Zeiten erleben. /

Weisheit und Erkenntnis sind der Reichtum, der es rettet; *

sein Schatz ist die Furcht vor dem Herrn.

Bitterlich weinen die Boten des Friedens. *

Die Wege sind verödet, die Straßen sind leer.

Den Vertrag hat man gebrochen, /

man verachtet die Zeugen des Bundes *

und schätzt die Menschen gering.

Jetzt stehe ich auf, spricht der Herr, *

jetzt erhebe ich mich, jetzt richte ich mich auf.

Ehre sei dem Vater ...

Lesung 2 Kor 1, 3–5

Gepriesen sei der Gott und Vater Jesu Christi, unseres Herrn,

der Vater des Erbarmens und der Gott allen Trostes. Er tröstet

uns in all unserer Not, damit auch wir die Kraft haben, alle

zu trösten, die in Not sind, durch den Trost, mit dem auch wir

von Gott getröstet werden. Wie uns nämlich die Leiden Christi

überreich zuteil geworden sind, so wird uns durch Christus

auch überreicher Trost zuteil.


Morgen · Mittwoch, 10. August 114

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Fürchte dich nicht, mein Knecht, ich bin bei dir. Gehst du durch

Feuer, so wirst du nicht verbrennen, die Flamme wird dich

nicht versengen.

Bitten

Christus Jesus, du willst uns Gottes Fülle schenken. Wir bitten

dich:

A: Belebe uns neu.

– Lass nicht zu, dass wir uns voreinander verschließen.

– Erhalte uns Räume der Stille, in denen wir zu dir und zueinander

finden.

– Entzünde dein Feuer in uns, dass wir unseren Mitmenschen

leuchten.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, die glühende Liebe zu dir hat dem heiligen

Diakon Laurentius die Kraft gegeben, dir und den Armen treu

zu dienen und furchtlos für dich zu sterben. Hilf uns, dich zu

lieben, wie er dich geliebt hat, und den Armen zu dienen, wie

er ihnen gedient hat. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der ewige Gott erweise uns seine Gnade,

er lasse uns seine Stimme hören

und schenke uns sein Leben.


115

Mittwoch, 10. August · Eucharistie

Eucharistiefeier

Der heilige Laurentius hat im Dienst der Kirche

sein Leben für die Armen hingegeben.

Darum wurde er aufgenommen in die Freude des Herrn.

Gloria

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem zweiten Korintherbrief 2 Kor 9, 6–10

Schwestern und Brüder! Denkt daran: Wer kärglich sät, wird

auch kärglich ernten; wer reichlich sät, wird reichlich ernten.

Jeder gebe, wie er es sich in seinem Herzen vorgenommen

hat, nicht verdrossen und nicht unter Zwang; denn Gott liebt

einen fröhlichen Geber.

In seiner Macht kann Gott alle Gaben über euch ausschütten,

sodass euch allezeit in allem alles Nötige ausreichend zur Verfügung

steht und ihr noch genug habt, um allen Gutes zu tun,

wie es in der Schrift heißt: Reichlich gibt er den Armen; seine

Gerechtigkeit hat Bestand für immer.

Gott, der Samen gibt für die Aussaat und Brot zur Nahrung,

wird auch euch das Saatgut geben und die Saat aufgehen lassen;

er wird die Früchte eurer Gerechtigkeit wachsen lassen.

Antwortpsalm Ps 112, 1–2.5–10

Kehrvers:

Selig der Mann, der gütig ist und zum Helfen bereit.

Wohl dem Mann, der den Herrn fürchtet und ehrt *

und sich herzlich freut an seinen Geboten.

Seine Nachkommen werden mächtig im Land, *

das Geschlecht der Redlichen wird gesegnet. – Kehrvers

Wohl dem Mann, der gütig und zum Helfen bereit ist, *

der das Seine ordnet, wie es recht ist.


Eucharistie · Mittwoch, 10. August 116

Niemals gerät er ins Wanken; *

ewig denkt man an den Gerechten.

Kehrvers:

Selig der Mann, der gütig ist und zum Helfen bereit.

Er fürchtet sich nicht vor Verleumdung; *

sein Herz ist fest, er vertraut auf den Herrn.

Sein Herz ist getrost, er fürchtet sich nie; *

denn bald wird er herabschauen

auf seine Bedränger. – Kehrvers

Reichlich gibt er den Armen, /

sein Heil hat Bestand für immer; *

er ist mächtig und hoch geehrt.

Voll Verdruss sieht es der Frevler, /

er knirscht mit den Zähnen und geht zugrunde. *

Zunichte werden die Wünsche der Frevler. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 5a, ferner GL 305, 5 (VI. Ton) oder GL 1975 645, 3 (VIII.

Ton) oder KG 253 (I. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.

vgl. Joh 8, 12bc

So spricht der Herr: Wer mir nachfolgt, wandelt nicht in Finsternis,

sondern hat das Licht des Lebens.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 12, 24–26

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, amen, ich

sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und

stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.

Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in

dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.

Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich

bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient,

wird der Vater ihn ehren.


117

Mittwoch, 10. August · Eucharistie

Impuls zum Evangelium

Seit dem 4. Jahrhundert steht der Name des Märtyrers Laurentius

im Messkanon. Seine Basilika ist eine der sieben Hauptkirchen

Roms. Als der gierige Kaiser Valerian das Kirchenvermögen

in seinen Besitz bringen will, greift er ins Leere. Laurentius

hatte das Geld bereits an die Armen der Stadt verteilen lassen:

Nicht das begehrte blanke Gold, sondern verachtete und verletzliche

Menschen sind der wahre Kirchenschatz. Der geprellte

Herrscher hält sich an Laurentius schadlos. Niemand darf

Leben missachten und achtlos wegwerfen, weder das eigene

noch das fremde. Der Schöpfer achtet es ja von jeher und hat

für immer darauf Acht. Doch der Dienst des Weizenkorns, der

lebensmutige Widerstand gegen Menschenfeindschaft, gegen

Götzendienst, ist Gottesdienst.

Gabengebet

Herr, unser Gott, in der Nachfolge deines Sohnes wurde der

heilige Laurentius zum Weizenkorn, das in die Erde fällt und

reiche Frucht bringt. Mache auch uns zu einer Gabe, welche

dir wohlgefällt und der Welt zum Segen wird. Darum bitten wir

durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu

danken und in den Heiligen deine Größe zu rühmen. Im Martyrium

des heiligen Laurentius offenbarst du das Wunder deiner

Gnade, denn in der menschlichen Schwachheit bringst du deine

göttliche Kraft zur Vollendung. Er ist Christus nachgefolgt

auf dem Weg des Leides und hat sein Blut vergossen als Zeuge

des Glaubens. Darum preisen wir dich in deiner Kirche und

vereinen uns mit den Engeln und Heiligen zum Hochgesang

von deiner göttlichen Herrlichkeit.


Abend · Mittwoch, 10. August 118

Kommunionvers Joh 12, 26

Wer mir dienen will, folge mir nach; und wo ich bin, dort wird

auch der sein, der mir dient – so spricht der Herr.

Schlussgebet

Gütiger Gott, am Festtag des heiligen Laurentius haben wir das

Opfer gefeiert und das heilige Sakrament empfangen. Es heile

uns von unseren Sünden und schenke uns Wachstum in deiner

Gnade. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Der gütige Gott, der die Heiligen zur Vollendung geführt hat,

segne euch und bewahre euch vor allem Unheil.

Das Vorbild des heiligen Laurentius lehre euch, und seine

Fürsprache helfe euch, Gott und den Menschen zu dienen.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Das ureigenste aller Menschenrechte ist die Eigenverantwortung.

Viktor Emil Frankl (österreichischer Psychiater und Therapeut, 1905–1997)

• In welchem Maß übernehme ich Verantwortung – auch für

mich?

• In welchen Bereichen meines Lebens kann ich diese Verantwortung

noch besser wahrnehmen?


119

Mittwoch, 10. August · Abend

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Du bist ein flutend Feuer,

ein erquickend Wasser,

verzehrst und fließest doch von Wonne über

und befreiest von Verderbnis.

Menschen machst zu Göttern du,

die Finsternis zu Licht,

führst aus der Unterwelt zurück,

beschenkst die Toten mit Unvergänglichkeit.

Führst aus Finsternissen hin zum Licht.

Schließest die Tür der Nacht mit deiner Hand.

Umgibst das Herz mit Lichtesschimmer.

Wandelst mich gänzlich um.

Verbindst mit Menschen dich,

machst sie zu Göttern;

entflammest sie mit deiner Liebe,

deiner Kindschaft, deiner Gnade,

durch deinen Geist.

Vereinst als Gott auf wunderbare Weise

das von dir Getrennte.

Symeon der Neue Theologe (949–1022), Hymnus VII,

Übersetzung: Kilian Kirchhoff († 1944)

Psalm 74 Verse 1–11

Warum, Gott, hast du uns für immer verstoßen? *

Warum ist dein Zorn gegen die Herde deiner Weide entbrannt?

Denk an deine Gemeinde, die du vorzeiten erworben, /

als Stamm dir zu eigen erkauft, *

an den Berg Zion, den du zur Wohnung erwählt hast.

Erheb deine Schritte zu den uralten Trümmern! *

Der Feind hat im Heiligtum alles verwüstet.


Abend · Mittwoch, 10. August 120

Deine Widersacher lärmten an deiner heiligen Stätte, *

stellten ihre Banner auf als Zeichen des Sieges.

Wie einer die Axt schwingt im Dickicht des Waldes, *

so zerschlugen sie all das Schnitzwerk mit Beil und Hammer.

Sie legten an dein Heiligtum Feuer, *

entweihten die Wohnung deines Namens bis auf den Grund.

Sie sagten in ihrem Herzen: „Wir zerstören alles.“ *

Und sie verbrannten alle Gottesstätten ringsum im Land.

Zeichen für uns sehen wir nicht, /

es ist kein Prophet mehr da, *

niemand von uns weiß, wie lange noch.

Wie lange, Gott, darf der Bedränger noch schmähen, *

darf der Feind ewig deinen Namen lästern?

Warum ziehst du die Hand von uns ab, *

hältst deine Rechte im Gewand verborgen?

Ehre sei dem Vater ...

Schreckliches fügen wir Menschen einander zu. Barmherziger

Gott, erbarme dich unserer Unfähigkeit zum Frieden. Gib uns

die Kraft, dem Unrecht gewaltlos zu widerstehen, und führe die

Täter zur Umkehr.

Lesung 2 Kor 5, 1

Wir wissen: Wenn unser irdisches Zelt abgebrochen wird,

dann haben wir eine Wohnung von Gott, ein nicht von

Händen errichtetes ewiges Haus im Himmel.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der heilige Laurentius sprach: Meine Nacht kennt keine Dunkelheit,

sie ist hell wie der Tag.


121

Mittwoch, 10. August · Abend

Fürbitten

Am Gedenktag des heiligen Diakons Laurentius bitten wir Gott:

V: Höre unser Gebet A: und lass unser Rufen zu dir dringen.

– Für die ganze Kirche: um den Willen, an der Seite der Armen

und Übersehenen zu stehen.

– Für alle Getauften: um die Liebe, die teilen und helfen hilft.

– Für junge Menschen: um die Fähigkeit und den Willen, Verantwortung

für das eigene Leben zu übernehmen und Not

und Leid anderer wahrzunehmen.

– Für alle, die Frieden stiften und Versöhnung leben, wo Aggression,

Abwertung und Hass herrschen.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, die glühende Liebe zu dir hat dem heiligen

Diakon Laurentius die Kraft gegeben, dir und den Armen treu

zu dienen und furchtlos für dich zu sterben. Hilf uns, dich zu

lieben, wie er dich geliebt hat, und den Armen zu dienen, wie

er ihnen gedient hat. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der gütige Gott,

der Herr über Zeit und Ewigkeit,

unser Gestern und unser Morgen,

er lasse uns sein Licht in dieser Nacht leuchten.

Salve Regina (Seite 378)


Donnerstag, 11. August 2022

Heilige Klara von Assisi

Klara (1194–1253) war adeliger Herkunft. Der heilige Franz gewann

sie für das Armutsideal. Mit 18 Jahren floh sie aus ihrem

Elternhaus. Sie erhielt von Franz im Portiunkulakirchlein Ordensgewand

und Schleier. Mit ihrer Schwester Agnes zog sie in ein kleines

Haus in der Nähe von San Damiano. Weitere Gefährtinnen kamen

hinzu. Dies war die Keimzelle des ersten franziskanischen Frauenklosters.

Die Gemeinschaft, der sich später auch Klaras Schwester

Beatrice und ihre verwitwete Mutter Hortulana anschlossen, wurde

nach Klaras Tod „Klarissen“ genannt. Franziskus verfasste für die

Frauen eine kurze schriftliche Anweisung für das tägliche Leben.

Um 1215 erhielt Klara von Innozenz III. ein für Frauen damals ungewöhnliches

Privileg, nämlich das „Privilegium paupertatis“, das

besondere Recht der Armut. Die endgültige Regel, die weiterhin das

Ideal vollkommener Armut verfolgt, geht auf Klara selbst zurück und

wurde zwei Tage vor ihrem Tod von Papst Innozenz IV. gebilligt.

Klaras zarte Gesundheit verschlechterte sich durch ihre strenge Askese.

Etwa vom dreißigsten Lebensjahr an konnte sie ihren Orden,

der sich weiter ausbreitete, nur noch vom Bett aus leiten. Mit großer

Geduld ertrug sie ihr Leiden, dem sie schließlich erlag. Bereits zwei

Jahre nach ihrem Tod wurde sie heiliggesprochen.

Schrifttexte: Lesung: Phil 3, 8–14; Evangelium: Mt 19, 27–29

Namenstag: hl. Philomena († 302) · hl. Susanna (Märtyrerin, † um

304) · Nikolaus von Kues (Humanist, Theologe, Kardinal, Kirchenreformer,

† 1464)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


123

Donnerstag, 11. August · Morgen

Hymnus

Herr,

in deinen Armen bin ich sicher.

Wenn du mich hältst,

habe ich nichts zu fürchten.

Ich weiß nichts von der Zukunft,

doch ich vertraue auf dich.

Franz von Assisi

Psalm 90 Verse 1b–17

Herr, du warst unsere Zuflucht *

von Geschlecht zu Geschlecht.

Ehe die Berge geboren wurden, /

die Erde entstand und das Weltall, *

bist du, o Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Du lässt die Menschen zurückkehren zum Staub *

und sprichst: „Kommt wieder, ihr Menschen!“

Denn tausend Jahre sind für dich wie der Tag,

der gestern vergangen ist, *

wie eine Wache in der Nacht.

Von Jahr zu Jahr säst du die Menschen aus; *

sie gleichen dem sprossenden Gras.

Am Morgen grünt es und blüht, *

am Abend wird es geschnitten und welkt.

Denn wir vergehen durch deinen Zorn, *

werden vernichtet durch deinen Grimm.

Du hast unsere Sünden vor dich hingestellt, *

unsere geheime Schuld in das Licht deines Angesichts.

Denn all unsere Tage gehn hin unter deinem Zorn, *

wir beenden unsere Jahre wie einen Seufzer.

Unser Leben währt siebzig Jahre, *

und wenn es hoch kommt, sind es achtzig.


Morgen · Donnerstag, 11. August 124

Das Beste daran ist nur Mühsal und Beschwer, *

rasch geht es vorbei, wir fliegen dahin.

Wer kennt die Gewalt deines Zornes *

und fürchtet sich vor deinem Grimm?

Unsere Tage zu zählen, lehre uns! *

Dann gewinnen wir ein weises Herz.

Herr, wende dich uns doch endlich zu! *

Hab Mitleid mit deinen Knechten!

Sättige uns am Morgen mit deiner Huld! *

Dann wollen wir jubeln und uns freuen all unsre Tage.

Erfreue uns so viele Tage, wie du uns gebeugt hast, *

so viele Jahre, wie wir Unglück erlitten.

Zeig deinen Knechten deine Taten *

und ihren Kindern deine erhabene Macht!

Es komme über uns die Güte des Herrn, unsres Gottes! /

Lass das Werk unsrer Hände gedeihen, *

ja, lass gedeihen das Werk unsrer Hände!

Ehre sei dem Vater ...

Du unser Gott, wir fliegen dahin. Hilf, dass wir jeden Tag vor

deinem Angesicht leben. Du bist unsere Freude, du unsere Hoffnung.

Lesung 2 Kor 13, 4

Zwar wurde Christus in seiner Schwachheit gekreuzigt, aber

er lebt aus Gottes Kraft. Auch wir sind schwach in ihm, aber

wir werden zusammen mit ihm vor euren Augen aus Gottes

Kraft leben.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Nimm das Kreuz und folge Christus, der uns vorangeht.

Redaktion Magnificat nach Klara von Assisi


125

Donnerstag, 11. August · Eucharistie

Bitten

Jesus, manchmal fällt es uns schwer, dir nachzufolgen. Wir bitten

dich:

A: Nimm uns bei der Hand.

In unserem Denken liegen Glaube und Gehorsam oft weit auseinander;

– lass es uns wagen, wie du ganz dem Vater zu leben.

Wir haben Angst, uns könnte Wichtiges entgehen;

– lass uns lernen, dass du uns zur Fülle des Lebens führst.

Wir fürchten, das Bekenntnis zu dir könnte uns isolieren;

– erfülle uns mit der Kraft deines Geistes, dass wir durch dich

zu neuer Gemeinschaft finden.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, aus Liebe zu dir hat die heilige Klara ein

Leben der Armut geführt. Hilf uns auf ihre Fürsprache, dass

wir unsere Wünsche mäßigen und mit ganzer Hingabe Christus

nachfolgen, damit wir im Himmel dich, unser höchstes Gut,

schauen dürfen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 12, 1–12

Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, du

wohnst mitten unter einem widerspenstigen Volk, das Au-


Eucharistie · Donnerstag, 11. August 126

gen hat, um zu sehen, und doch nicht sieht, das Ohren hat, um

zu hören, und doch nicht hört; denn sie sind ein widerspenstiges

Volk.

Du, Menschensohn, pack deine Sachen, als würdest du verschleppt,

und geh am hellen Tag vor ihren Augen weg, als ob

du vor ihren Augen von deinem Wohnsitz an einen andern verschleppt

würdest. Vielleicht sehen sie es; aber sie sind ja ein widerspenstiges

Volk. Trag dein Gepäck bei Tag vor ihren Augen

hinaus, wie ein Mann, der verschleppt wird. Am Abend aber

geh selbst vor ihren Augen hinaus, wie die Leute, die in die

Verbannung ziehen.

Brich dir vor ihren Augen ein Loch in die Wand, und kriech

hindurch! Vor ihren Augen nimm das Gepäck auf die Schulter!

Bring es in der Dunkelheit weg! Verhülle dein Gesicht, damit du

das Land nicht mehr siehst. Denn ich habe dich zum Mahnzeichen

für das Haus Israel gemacht.

Ich tat, was mir befohlen wurde. Bei Tag trug ich mein Gepäck

hinaus, wie ein Mann, der verschleppt wird. Am Abend

brach ich mit den Händen ein Loch durch die Wand; in der

Dunkelheit kroch ich hindurch. Dann nahm ich vor ihren Augen

das Gepäck auf die Schulter.

Am nächsten Morgen erging das Wort des Herrn an mich:

Menschensohn, hat nicht das Haus Israel, das widerspenstige

Volk, zu dir gesagt: Was machst du da? Sag zu ihnen: So spricht

Gott, der Herr: Dieses drohende Wort gilt dem Fürsten von Jerusalem

und dem ganzen Volk Israel, das in Jerusalem wohnt.

Sag: Ich bin ein Mahnzeichen für euch: Was ich getan habe,

das wird mit ihnen geschehen; in die Verbannung, in die Gefangenschaft

werden sie ziehen. Ihr Fürst wird in der Dunkelheit

sein Gepäck auf die Schulter nehmen und hinausgehen. In die

Mauer wird man ein Loch brechen, um hindurchzugehen. Er

wird sein Gesicht verhüllen, um mit seinen Augen das Land

nicht zu sehen.


127

Donnerstag, 11. August · Eucharistie

Impuls zur Lesung

Wir alle kennen wohl diesen Aufsteller: Achtung! Rutschgefahr!

Auf grellgelbem Grund in einem roten Warndreieck ein rotes

Strichmännchen, das schon schwer ins Schleudern geraten ist,

noch hilflos mit den Armen rudert und, die Beine in der Luft,

gleich rücklings hinschlagen wird. Das wirkt. Gesten, Zeichen,

Bilder, „Piktogramme“, sie sind oft eindringlicher als Worte. Es

versteht sie fast jeder, ob groß oder klein, Inländer oder Ausländer.

Statt viele schwer- und missverständliche Worte zu machen,

gibt der Prophet Zeichen. Gott hat Ezechiel beauftragt, es

mit einer Pantomime zu versuchen, mit Straßentheater. Ezechiel

spielt Verbannung. Verbannung, das spielt man nicht, damit

spielt man nicht! Doch dieses Spiel ist bitterer Ernst. Ezechiel

spielt den Zug der Israeliten in die babylonische Verbannung, er

spielt ihn nicht nach, sondern vor. Requisiten braucht er kaum,

weil die Verbannten ja fast nichts werden mitnehmen dürfen.

Sehr leichtes Marschgepäck schultert er also in der Abendkühle

und zieht los, das Gesicht verhüllt in Trauer und Scham. Das

Zeichen ist eigentlich leicht zu lesen: Kehrt um zu Gott, sonst

kommt das, was ihr seht, das Unheil der Verbannung, unausweichlich

auf euch zu. Achtung! Allerhöchste Rutschgefahr!

Die Warnung ist eigentlich unübersehbar, doch so oft sehen

wir Menschen nur, was wir sehen wollen: das war damals so,

und das ist wohl exakt so in unserer Zeit.

Antwortpsalm Ps 78, 56–59.61–62

Kehrvers: Vergesst die Taten Gottes nicht!

Sie versuchten Gott und trotzten dem Höchsten; *

sie hielten seine Satzungen nicht.

Wie ihre Väter, fielen sie treulos von ihm ab, *

sie wandten sich ab wie ein Bogen, der versagt. – Kehrvers

Sie erbitterten ihn mit ihrem Kult auf den Höhen *

und reizten seine Eifersucht mit ihren Götzen.


Eucharistie · Donnerstag, 11. August 128

Als Gott es sah, war er voll Grimm *

und sagte sich los von Israel.

Kehrvers: Vergesst die Taten Gottes nicht!

Er gab seine Macht in Gefangenschaft, *

seine heilige Lade fiel in die Hand des Feindes.

Er lieferte sein Volk dem Schwert aus; *

er war voll Grimm über sein Eigentum. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 7b, ferner GL 229 · GL 1975 526, 5 · KG 48 (I. Ton)

oder GL 1975 172, 1 (IV. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Ps 119, 135

Halleluja. Halleluja.

Herr, lass dein Angesicht leuchten über deinem Knecht, und

lehre mich deine Gesetze!

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 18, 21 – 19, 1

In jener Zeit trat Petrus zu Jesus und fragte: Herr, wie oft muss

ich meinem Bruder vergeben, wenn er sich gegen mich versündigt?

Siebenmal? Jesus sagte zu ihm: Nicht siebenmal, sondern

siebenundsiebzigmal.

Mit dem Himmelreich ist es deshalb wie mit einem König,

der beschloss, von seinen Dienern Rechenschaft zu verlangen.

Als er nun mit der Abrechnung begann, brachte man einen zu

ihm, der ihm zehntausend Talente schuldig war. Weil er aber

das Geld nicht zurückzahlen konnte, befahl der Herr, ihn mit

Frau und Kindern und allem, was er besaß, zu verkaufen und so

die Schuld zu begleichen.

Da fiel der Diener vor ihm auf die Knie und bat: Hab Geduld

mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen. Der Herr hatte

Mitleid mit dem Diener, ließ ihn gehen und schenkte ihm die

Schuld.


129

Donnerstag, 11. August · Abend

Als nun der Diener hinausging, traf er einen anderen Diener

seines Herrn, der ihm hundert Denare schuldig war. Er packte

ihn, würgte ihn und rief: Bezahl, was du mir schuldig bist!

Da fiel der andere vor ihm nieder und flehte: Hab Geduld

mit mir! Ich werde es dir zurückzahlen. Er aber wollte nicht,

sondern ging weg und ließ ihn ins Gefängnis werfen, bis er die

Schuld bezahlt habe.

Als die übrigen Diener das sahen, waren sie sehr betrübt; sie

gingen zu ihrem Herrn und berichteten ihm alles, was geschehen

war.

Da ließ ihn sein Herr rufen und sagte zu ihm: Du elender Diener!

Deine ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich so

angefleht hast. Hättest nicht auch du mit jenem, der gemeinsam

mit dir in meinem Dienst steht, Erbarmen haben müssen, so

wie ich mit dir Erbarmen hatte? Und in seinem Zorn übergab

ihn der Herr den Folterknechten, bis er die ganze Schuld bezahlt

habe.

Ebenso wird mein himmlischer Vater jeden von euch behandeln,

der seinem Bruder nicht von ganzem Herzen vergibt.

Als Jesus diese Reden beendet hatte, verließ er Galiläa und

zog in das Gebiet von Judäa jenseits des Jordan.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Sieh auf den, der um deinetwillen verachtenswert geworden

ist, und folge ihm nach, verachtenswert geworden um seinetwillen

in dieser Welt.

Klara von Assisi (Heilige des Tages)


Abend · Donnerstag, 11. August 130

• Nachfolge Christi: Was bedeutet sie für mich in meinem Alltag?

• Wann habe ich Zeit, auf den zu sehen, der das Licht in meinem

Leben ist?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Klara, du Schwester, erleuchtete Frau,

dein Name schon ist ein prophetisches Wort.

Du zeigst uns die Klarheit des Lichtes.

Du zeigst uns die Sonne, den Christus.

Klara, du Schwester, der schweigende Ort,

an dem du gelebt und gebetet vor ihm,

ist heiliger Boden und führt uns

zum brennenden Dornbusch, zu Christus.

Klara, du Schwester, dein Glaube ist groß.

Du bist wie ein Brunnen, der sprudelt und quillt.

Du gibst uns lebendiges Wasser

vom Quell aus dem Felsen, von Christus.

Klara, du Schwester, du wachst in der Nacht,

mit liebendem Herzen erwartest du Gott.

Er kommt nicht im Sturm, nicht im Beben.

Er trägt unsre Ohnmacht, der Christus.

Klara, du Schwester, dein Leben ist arm.

Dein Reichtum, dein Schatz ist das Brot, das du brichst

mit Schwestern und Brüdern und Armen,

das Brot für das Leben, den Christus.

Helmut Schlegel, © Strube Verlag, München


131

Donnerstag, 11. August · Abend

Psalm 132 Verse 1–10

O Herr, denk an David, *

denk an all seine Mühen,

wie er dem Herrn geschworen, *

dem starken Gott Jakobs gelobt hat:

„Nicht will ich mein Zelt betreten *

noch mich zur Ruhe betten,

nicht Schlaf den Augen gönnen *

noch Schlummer den Lidern,

bis ich eine Stätte finde für den Herrn, *

eine Wohnung für den starken Gott Jakobs.“

Wir hörten von seiner Lade in Efrata, *

fanden sie im Gefilde von Jáar.

„Lasst uns hingehen zu seiner Wohnung *

und niederfallen vor dem Schemel seiner Füße!“

„Erheb dich, Herr, komm an den Ort deiner Ruhe, *

du und deine machtvolle Lade!“

Deine Priester sollen sich bekleiden mit Gerechtigkeit, *

und deine Frommen sollen jubeln.

„Weil David dein Knecht ist, *

weise deinen Gesalbten nicht ab!“

Ehre sei dem Vater ...

Groß sind die Mühen deiner Berufenen, Gott Israels. Komm zu

uns, bleib bei uns. Gib uns Mut und Kraft, dass wir dir unermüdlich

dienen.

Lesung Eph 3, 20–21

Gott, der durch die Macht, die in uns wirkt, unendlich viel

mehr tun kann, als wir erbitten oder uns ausdenken können,

er werde verherrlicht durch die Kirche und durch Christus

Jesus in allen Generationen, für ewige Zeiten. Amen.


Abend · Donnerstag, 11. August 132

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

O selige Armut! Denen, die sie lieben und schätzen, gewährt sie

ewigen Reichtum.

Redaktion Magnificat nach Klara von Assisi

Fürbitten

Am Tag der heiligen Klara lasst uns zu Gott beten:

V/A: Kyrie, eleison.

Für die Klarissen;

– gib ihnen Kraft für ihren Dienst, besonders für ihre betende

Anteilnahme an Not und Leid anderer Menschen.

Für alle, die sich Klara und Franziskus verbunden fühlen;

– lass ihren Verzicht auf Unwesentliches von der Freude an dir.

Für alle, die verarmt und vereinsamt gestorben sind;

– gedenke ihrer und schenke ihnen dein Leben.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, aus Liebe zu dir hat die heilige Klara ein

Leben der Armut geführt. Hilf uns auf ihre Fürsprache, dass

wir unsere Wünsche mäßigen und mit ganzer Hingabe Christus

nachfolgen, damit wir im Himmel dich, unser höchstes Gut,

schauen dürfen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Unser Schöpfer und Erlöser schenke uns Frieden

und gebe uns Anteil an allem Guten.

Er segne uns im Kreuz seines Sohnes.

Nach Franz von Assisi

Salve Regina (Seite 378)


Freitag, 12. August 2022

Heilige Johanna Franziska von Chantal

Johanna Franziska (1572–1641), die Gründerin des Ordens der

Salesianerinnen, stammte aus Burgund und heiratete mit 20 Jahren

den Baron de Chantal. Als ihr Mann 1601 bei einem Jagdunfall

starb, beschloss sie, künftig ehelos zu leben, und widmete sich

ganz der Erziehung ihrer vier Kinder, Werken der Nächstenliebe

und dem Gebet. 1604 lernte sie Franz von Sales kennen, der ihr

geistlicher Führer wurde. Der Briefwechsel der beiden zeigt uns

eine Frau mit mystischen Erfahrungen, die sich mit großer Demut

dem Willen Gottes anvertraute. Mit Franz von Sales und einigen

Gefährtinnen gründete sie 1610 den Frauenorden von der Heimsuchung

Mariens (Salesianerinnen), deren Mitglieder ein heiligmäßiges

Leben ohne Klausur und strenge Ordensregeln führen sollten.

Dieses Konzept wurde aber von der Kirche nicht gebilligt. So wurde

die Kongregation in einen kontemplativen Orden umgewandelt.

1618 wurde der Orden von Papst Paul V. unter der Augustinerregel

zu einem Orden mit päpstlicher Klausur erhoben. Die letzten Jahre

ihres Lebens widmete Franziska der Verbreitung ihres Ordens.

Schrifttexte: Lesung: Spr 31, 10–13.19–20.30–31; Evangelium:

Mk 3, 31–35

Namenstag: Noting von Konstanz (Benediktiner, Bischof, † 934) · sel.

Innozenz XI. (Papst, † 1689) · sel. Karl Leisner (Jugendseelsorger, im

KZ Dachau im Geheimen zum Priester geweiht, † 1945)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Freitag, 12. August 134

Hymnus

Freuet euch im Herren allewege!

Abermals vernehmt es: Freuet euch!

Dass er Hand in Hand zum Bund euch lege,

neigt sich Gott zu euch vom Himmelreich.

Eure Liebe, die euch hier verbindet,

ist von seiner Liebeshuld verklärt.

Wo in Gott der Mensch zum Menschen findet,

ist der Segen stets noch eingekehrt.

Lasst die Lindigkeit, die ihr erfahren,

kund sein allen Menschen, die ihr zählt.

Kündet fortan von dem Wunderbaren,

das in dieser Stunde euch beseelt.

Euer Gott ist unter euch getreten!

Segnend war Er euren Herzen nah!

Ja, in euren Taten und Gebeten

sei bezeugt, was euch von Ihm geschah.

Sorget nichts! Vielmehr in allen Dingen

dürft ihr alles, was euch je bedrängt,

in Gebet und Flehen vor Ihn bringen,

der als Vater hört, als König schenkt.

Sorget nichts! Ihr kennt den Wundertäter!

Er weiß alles, was ihr hofft und bangt!

Der Mensch tritt vor Gott als rechter Beter,

der im Bitten schon voll Freude dankt.

Und der Friede Gottes, welcher höher

als Vernunft und Erdenweisheit ist,

sei in eurem Bund euch täglich näher

und bewahre euch in Jesu Christ.

Er bewahre euer Herz und Sinne!

Gottes Friede sei euch zum Geleit!

Er sei mit euch heute zum Beginne;

er vollende euch in Ewigkeit!


135

Freitag, 12. August · Morgen

Freut euch. Doch die Freude aller Frommen

kenne auch der Freude tiefsten Grund.

Gott wird einst in Christo wiederkommen!

Dann erfüllt sich erst der letzte Bund!

Er, der nah war, wird noch einmal nahen.

Seine Herrschaft wird ohn’ Ende sein.

Die sein Reich schon hier im Glauben sahen,

holt der König dann mit Ehren ein.

Jochen Klepper (1903–1942), Hochzeitslied

Canticum Jes 61, 10 – 62,5

Antiphon:

Ich will mich freuen über den Herrn. Er kleidet mich in Gewänder

des Heils.

Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. *

Meine Seele soll jubeln über meinen Gott.

Denn er kleidet mich in Gewänder des Heils, *

er hüllt mich in den Mantel der Gerechtigkeit,

wie ein Bräutigam sich festlich schmückt *

und wie eine Braut ihr Geschmeide anlegt.

Denn wie die Erde die Saat wachsen lässt *

und der Garten die Pflanzen hervorbringt,

so bringt Gott, der Herr, Gerechtigkeit hervor *

und Ruhm vor allen Völkern.

Um Zions willen kann ich nicht schweigen, *

und um Jerusalems willen nicht still sein,

bis das Recht in ihm aufstrahlt wie ein helles Licht *

und sein Heil aufleuchtet wie eine brennende Fackel.

Dann sehen die Völker deine Gerechtigkeit *

und alle Könige deine strahlende Pracht.

Man ruft dich mit einem neuen Namen, *

den der Mund des Herrn für dich bestimmt.


Morgen · Freitag, 12. August 136

Du wirst zu einer prächtigen Krone in der Hand des Herrn, *

zu einem königlichen Diadem in der Rechten deines Gottes.

Nicht länger nennt man dich „Die Verlassene“ *

und dein Land nicht mehr „Das Ödland“,

sondern man nennt dich „Meine Wonne“ *

und dein Land „Die Vermählte“.

Denn der Herr hat an dir seine Freude, *

und dein Land wird mit ihm vermählt.

Wie der junge Mann sich mit der Jungfrau vermählt, *

so vermählt sich mit dir dein Erbauer.

Wie der Bräutigam sich freut über die Braut, *

so freut sich dein Gott über dich.

Ehre sei dem Vater ...

Antiphon:

Ich will mich freuen über den Herrn. Er kleidet mich in Gewänder

des Heils.

Lesung Jer 32, 40

Ich schließe mit ihnen einen ewigen Bund, dass ich mich nicht

von ihnen abwenden will, sondern ihnen Gutes erweise. Ich

lege ihnen die Furcht vor mir ins Herz, damit sie nicht von mir

weichen.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Der Herr hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen.

Bitten

Gott, unser Vater, du hast uns auf Gemeinschaft hin geschaffen.

Wir bitten dich:

A: Öffne unsere Herzen füreinander.


137

Freitag, 12. August · Eucharistie

– Wenn der Alltag uns von unserer Partnerin, unserem Partner

entfremdet hat.

– Wenn unsere Eltern zu festgelegte Erwartungen an uns haben.

– Wenn unsere Familie durch Streit oder Gleichgültigkeit den

Zusammenhalt zu verlieren droht.

Vaterunser

Oration

Gott des Bundes, du willst, dass wir Menschen in Eintracht miteinander

leben. Bewahre uns über alle Verwerfungen hinweg

in der Gemeinschaft mit dir, damit wir durch dich untereinander

verbunden bleiben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Redaktion Magnificat

Die Gnade Jesu Christi, unseres Herrn, sei mit uns allen.

Vgl. Röm 16, 24

Tagesgebet

Texte zur Eucharistiefeier

Gott, unser Vater, steh deinen Dienern bei und erweise allen,

die zu dir rufen, Tag für Tag deine Liebe. Du bist unser Schöpfer

und der Lenker unseres Lebens. Erneuere deine Gnade in uns,

damit wir dir gefallen, und erhalte, was du erneuert hast. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 16, 1–15.60.63

Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, mach

Jerusalem seine Gräueltaten bewusst! Sag: So spricht Gott,

der Herr, zu Jerusalem: Deiner Herkunft und deiner Geburt


Eucharistie · Freitag, 12. August 138

nach stammst du aus dem Land der Kanaaniter. Dein Vater war

ein Amoriter, deine Mutter eine Hetiterin.

Bei deiner Geburt, als du geboren wurdest, hat man deine

Nabelschnur nicht abgeschnitten. Man hat dich nicht mit Wasser

abgewaschen, nicht mit Salz eingerieben, nicht in Windeln

gewickelt. Nichts von all dem hat man getan, kein Auge zeigte

dir Mitleid, niemand übte Schonung an dir, sondern am Tag

deiner Geburt hat man dich auf freiem Feld ausgesetzt, weil

man dich verabscheute.

Da kam ich an dir vorüber und sah dich in deinem Blut zappeln;

und ich sagte zu dir, als du blutverschmiert dalagst: Bleib

am Leben! Wie eine Blume auf der Wiese ließ ich dich wachsen.

Und du bist herangewachsen, bist groß geworden und herrlich

aufgeblüht. Deine Brüste wurden fest; dein Haar wurde dicht.

Doch du warst nackt und bloß.

Da kam ich an dir vorüber und sah dich, und siehe, deine Zeit

war gekommen, die Zeit der Liebe. Ich breitete meinen Mantel

über dich und bedeckte deine Nacktheit. Ich leistete dir den Eid

und ging mit dir einen Bund ein – Spruch Gottes, des Herrn –,

und du wurdest mein.

Dann habe ich dich gebadet, dein Blut von dir abgewaschen

und dich mit Öl gesalbt. Ich kleidete dich in bunte Gewänder,

zog dir Schuhe aus Tahasch-Leder an und hüllte dich in Leinen

und kostbare Gewänder. Ich legte dir prächtigen Schmuck an,

legte dir Spangen an die Arme und eine Kette um den Hals. Deine

Nase schmückte ich mit einem Reif, Ohrringe hängte ich dir

an die Ohren und setzte dir eine herrliche Krone auf.

Mit Gold und Silber konntest du dich schmücken, in Byssus,

Seide und bunte Gewebe dich kleiden. Feinmehl, Honig und

Öl waren deine Nahrung. So wurdest du strahlend schön und

wurdest sogar Königin.

Der Ruf deiner Schönheit drang zu allen Völkern; denn mein

Schmuck, den ich dir anlegte, hatte deine Schönheit vollkommen

gemacht – Spruch Gottes, des Herrn.


139

Freitag, 12. August · Eucharistie

Doch dann hast du dich auf deine Schönheit verlassen, du

hast deinen Ruhm missbraucht und dich zur Dirne gemacht.

Jedem, der vorbeiging, hast du dich angeboten, jedem bist du

zu Willen gewesen.

Aber ich will meines Bundes gedenken, den ich mit dir in

deiner Jugend geschlossen habe, und will einen ewigen Bund

mit dir eingehen. Dann sollst du dich erinnern, sollst dich schämen

und vor Scham nicht mehr wagen, den Mund zu öffnen,

weil ich dir alles vergebe, was du getan hast – Spruch Gottes,

des Herrn.

Oder:

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 16, 59–63

So spricht Gott, der Herr: Ich habe mit dir gemacht, was du

gemacht hast; du hast den Eid missachtet und den Bund gebrochen.

Aber ich will meines Bundes gedenken, den ich mit

dir in deiner Jugend geschlossen habe, und will einen ewigen

Bund mit dir eingehen.

Du sollst dich an dein Verhalten erinnern und dich schämen,

wenn ich deine älteren und jüngeren Schwestern nehme und

sie dir zu Töchtern gebe, aber nicht deshalb, weil du den Bund

gehalten hättest.

Ich selbst gehe einen Bund mit dir ein, damit du erkennst,

dass ich der Herr bin. Dann sollst du dich erinnern, sollst dich

schämen und vor Scham nicht mehr wagen, den Mund zu öffnen,

weil ich dir alles vergebe, was du getan hast – Spruch

Gottes, des Herrn.

Antwortpsalm

Jes 12, 2.3.4b–6

Kehrvers:

Dein Zorn hat sich gewendet, Herr, und du hast mich getröstet.

Gott ist meine Rettung; *

ihm will ich vertrauen und niemals verzagen.


Eucharistie · Freitag, 12. August 140

Denn meine Stärke und mein Lied ist der Herr. *

Er ist für mich zum Retter geworden. – Kehrvers

Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude *

aus den Quellen des Heils.

Dankt dem Herrn! Ruft seinen Namen an! /

Macht seine Taten unter den Völkern bekannt, *

verkündet: Sein Name ist groß und erhaben! – Kehrvers

Preist den Herrn; denn herrliche Taten hat er vollbracht; *

auf der ganzen Erde soll man es wissen.

Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner von Zion; *

denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 1c, ferner GL 56, 1 · GL 1975 741, 1 · KG 623 (V. Ton)

oder GL 1975 646, 2 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. 1 Thess 2, 13

Halleluja. Halleluja.

Nehmt das Wort Gottes an, nicht als Menschenwort, sondern –

was es in Wahrheit ist – als Gottes Wort.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 19, 3–12

In jener Zeit kamen Pharisäer zu Jesus, die ihm eine Falle stellen

wollten, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen

Grund aus der Ehe entlassen?

Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die

Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und

dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen

und sich an seine Frau binden, und die zwei werden ein

Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was

aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen.

Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben,

dass man der Frau eine Scheidungsurkunde geben muss, wenn

man sich trennen will?


141

Freitag, 12. August · Eucharistie

Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch

erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war

das nicht so. Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl

kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der

begeht Ehebruch.

Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes

in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten.

Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen,

sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es ist so: Manche

sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den

Menschen dazu gemacht, und manche haben sich selbst dazu

gemacht – um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen

kann, der erfasse es.

Impuls zum Evangelium

Die Geschichte der Neuzeit ist eine Geschichte wachsender

Individualisierung. Auch die Erwartungen an Ehe und Partnerschaft

sind komplexer geworden. Die Lebensdauer der Menschen

hat sich gegenüber der Antike mindestens verdoppelt,

und folglich auch die durchschnittliche Dauer einer ehelichen

Verbindung. Die Ehe auf Lebenszeit ist heute für immer weniger

Menschen eine Selbstverständlichkeit. All diese gesellschaftlichen,

geschichtlichen und kulturellen Unterschiede

einmal zugestanden – doch auch zur Zeit Jesu wurden Ehen

geschieden. Frauen konnten von ihren Ehemännern aus den

verschiedensten Gründen aus der Ehe entlassen, fortgeschickt

werden. Das war rechtlich-religiös in Ordnung; die Trennung

sollte sozialverträglich geschehen (Dtn 24, 1–4). Doch Jesus ist

damit nicht einverstanden, er verweist auf die Schöpfung. Von

der Schöpfung und vom liebenden Schöpfer her gesehen ist die

gängige Praxis gar nicht in Ordnung! Die Jünger sind schockiert

– nun wird es ja richtig ungemütlich. Ihre Reaktion zeigt, dass

sie gar nicht so weit von unserer Zeit entfernt sind. Dann besser

sich erst gar nicht auf eine Ehe einlassen? Was fangen wir mit

dem Jesuswort zur Ehescheidung an? Wir müssen, wir dürfen


Abend · Freitag, 12. August 142

es ganz ernst nehmen. Doch was heißt das genau? Gewiss darf

man es nicht einfach als Waffe gegen Menschen benutzen, deren

Beziehung scheitert. Soll man daraus Paragraphen schmieden?

Matthäus berichtet einleitend von den großen Volksmengen,

die Jesus folgten. Und fügt hinzu: „und er heilte sie“ (Mt

19, 2b). Darum geht es Jesus, hier wie dort: um das Heilsein,

um das Heilwerden heilloser, gewiss verengter und verhärteter,

verletzter und hilfloser, Heil und Heilung suchender Menschen.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Ich fühle kein anderes Verlangen in der Spitze meines Geistes

als das, den heiligen Willen Gottes in allen Dingen zu erfüllen.

Johanna Franziska von Chantal (Heilige des Tages)

• Wo ist der Raum für mich, in dem mein Geist zu Besinnung

und Ruhe kommt?

• Wie kann ich in meinem Alltag dem Willen Gottes nachspüren?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

wir wollen

uns trauen

einander

in die augen

schauen


143

Freitag, 12. August · Abend

wir wollen probieren

den ersten schritt

zu riskieren

wir wollen es wagen

nach dem lohn

nicht zu fragen

wir wollen

versuchen

uns selbst

zu vergessen

wir wollen

mit anderen

maßstäben

messen

Wilhelm Willms

Canticum vgl. 1 Kor 13, 1–8

Antiphon:

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am

größten unter ihnen ist die Liebe. Halleluja.

Redaktion Magnificat nach 1 Kor 13, 13

Wenn ich in den Sprachen

der Menschen und Engel redete, /

hätte aber die Liebe nicht, *

wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.

Und wenn ich prophetisch reden könnte /

und alle Geheimnisse wüsste, *

hätte aber die Liebe nicht, wäre ich nichts.

Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte, /

und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, *

hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts.


Abend · Freitag, 12. August 144

Die Liebe ist langmütig, *

die Liebe ist gütig.

Sie ereifert sich nicht, /

sie prahlt nicht, *

sie bläht sich nicht auf.

Sie handelt nicht ungehörig, sucht nicht ihren Vorteil, *

trägt das Böse nicht nach.

Sie freut sich nicht über das Unrecht, *

sondern freut sich an der Wahrheit.

Sie erträgt alles, glaubt alles, /

hofft alles, hält allem stand. *

Die Liebe hört niemals auf.

Ehre sei dem Vater ...

Antiphon:

Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; doch am

größten unter ihnen ist die Liebe. Halleluja.

Redaktion Magnificat nach 1 Kor 13, 13

Lesung Hld 8, 6b–7

Stark wie der Tod ist die Liebe, die Leidenschaft ist hart wie

die Unterwelt. Ihre Gluten sind Feuergluten, gewaltige

Flammen. Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen;

auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für

die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses, nur verachten

würde man ihn.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der Herr nimmt sich seiner Kinder an und denkt an sein Erbarmen.


145

Freitag, 12. August · Abend

Fürbitten

Gott, du hast uns Menschen als Mann und Frau erschaffen. Wir

bitten dich für die Eheleute:

A: Erhalte sie in deinem Bund.

– Dass ihre Liebe ausstrahlt auf die Menschen, mit denen sie

leben.

– Dass sie durch ihre Partnerschaft deine Verlässlichkeit und

Treue bezeugen.

– Dass sie in ihren Kindern fördern, was du in ihnen angelegt

hast.

– Dass sie ihre Kinder anleiten, vor deinem Angesicht zu leben.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger und barmherziger Gott, wir sind dein Eigentum,

du hast uns in deine Hand geschrieben. Halte von uns fern,

was uns gefährdet, und nimm weg, was uns an Seele und Leib

bedrückt, damit wir freien Herzens deinen Willen tun. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Salve Regina (Seite 378)


Samstag, 13. August 2022

Heiliger Pontianus und heiliger Hippolyt

Hippolyt (um 170–235) war ein Schüler des Irenäus von Lyon

und ein bedeutender Schriftsteller und Gelehrter der frühen

Kirche. Dem 217 zum Papst gewählten Calixtus warf er Irrlehren

vor und ließ sich zum Gegenpapst wählen. Dieses Schisma blieb

auch noch unter den Nachfolgern des Calixtus, den Päpsten Urban

I. (222–230) und Pontianus (230–235), bestehen. 235 brach

unter Kaiser Maximinus Thrax eine neue Christenverfolgung aus,

bei der Hippolyt und Pontianus ins Exil nach Sardinien verbannt

wurden. Dort verzichteten beide auf ihr Amt und versöhnten sich.

Wohl noch im selben Jahr starben beide im Exil an den Strapazen

der Zwangsarbeit in einem Steinbruch.

Schrifttexte: Lesung: 1 Petr 4, 12–19; Evangelium: Joh 15, 18–21

Namenstag: hl. Kassian von Imola (Märtyrer, † um 304) · hl. Radegund

von Poitiers (Königstochter, Klostergründerin, † 587) · hl. Maximus

der Bekenner († 662) · hl. Wigbert (Benediktiner, Glaubensbote,

† 738) · sel. Hariolf von Langres (Gründer der Abtei Ellwangen,

† um 800) · Ludolf von Corvey (Abt, Mystiker, † 983) · Gerold von

Lübeck (Bischof, † 1163) · sel. Gertrud von Altenberg (jüngste Tochter

Elisabeths von Thüringen, Prämonstratenserin, † 1297) · sel. Conan

O’Rourke (irischer Zisterzienser, Märtyrer, † 1578) · hl. Johannes

Berchmans (Jesuit, † 1621)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


147

Samstag, 13. August · Morgen

Hymnus

Zu diesem Lied finden Sie eine Auslegung auf den Seiten 353–356.

Gott gab uns Atem, damit wir leben.

Er gab uns Augen, dass wir uns sehn.

Gott hat uns diese Erde gegeben,

dass wir auf ihr die Zeit bestehn.

Gott gab uns Ohren, damit wir hören.

Er gab uns Worte, dass wir verstehn.

Gott will nicht diese Erde zerstören.

Er schuf sie gut, er schuf sie schön.

Gott gab uns Hände, damit wir handeln.

Er gab uns Füße, dass wir fest stehn.

Gott will mit uns die Erde verwandeln.

Wir können neu ins Leben gehn.

Text: Eckart Bücken 1982, Melodie: Fritz Baltruweit 1982,

© Strube Verlag, München

GL 468 · EG 432

Psalm 25 Verse 12–22

Wer ist der Mann, der Gott fürchtet? *

Ihm zeigt er den Weg, den er wählen soll.

Dann wird er wohnen im Glück, *

seine Kinder werden das Land besitzen.

Die sind Vertraute des Herrn, die ihn fürchten; *

er weiht sie ein in seinen Bund.

Meine Augen schauen stets auf den Herrn; *

denn er befreit meine Füße aus dem Netz.

Wende dich mir zu und sei mir gnädig; *

denn ich bin einsam und gebeugt.

Befrei mein Herz von der Angst, *

führe mich heraus aus der Bedrängnis!


Morgen · Samstag, 13. August 148

Sieh meine Not und Plage an *

und vergib mir all meine Sünden!

Sieh doch, wie zahlreich meine Feinde sind, *

mit welch tödlichem Hass sie mich hassen!

Erhalte mein Leben und rette mich, /

lass mich nicht scheitern! *

Denn ich nehme zu dir meine Zuflucht.

Unschuld und Redlichkeit mögen mich schützen, *

denn ich hoffe auf dich, o Herr.

O Gott, erlöse Israel *

aus all seinen Nöten!

Ehre sei dem Vater ...

Lehre uns, gütiger Gott, dich zu fürchten, weihe uns ein in deinen

Bund. Deine Weisung erfüllt uns mit Freude.

Lesung Phil 2, 14–15

Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr rein und

ohne Tadel seid, Kinder Gottes ohne Makel mitten in einer

verdorbenen und verwirrten Generation, unter der ihr als Lichter

in der Welt leuchtet.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Licht aus der Höhe, leuchte allen, die in Finsternis sind und im

Schatten des Todes.

Bitten

Jesus, du bist selbst als hilfloses Kind zu uns gekommen. Wir

bitten dich:

A: Mach uns zu Kindern deines Vaters.

Gib, dass wir unsere Abhängigkeit von der Treue und Güte unseres

Schöpfers erkennen;


149

Samstag, 13. August · Eucharistie

– lass uns voll Freude spüren, dass wir geliebt und getragen

sind.

„Das Kind ist Vater des Mannes“, schreibt William Wordsworth;

– lass uns den Kindern mit Ehrfurcht begegnen und erhalte in

uns die Fähigkeit zu staunen.

Bewahre uns vor Verbitterung und Griesgram;

– hilf, dass wir vorbehaltlos vertrauen und uns kindlich freuen

können.

Vaterunser

Oration

Gott, du Quell und Ursprung unseres Heils, mach unser ganzes

Leben zu einem Loblied deiner Herrlichkeit, damit wir einst

im Himmel dich preisen können ohne Ende. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Tagesgebet

Texte zur Eucharistiefeier

Gott, du unsere Hoffnung und unsere Kraft, ohne dich vermögen

wir nichts. Steh uns mit deiner Gnade bei, damit wir denken,

reden und tun, was dir gefällt. Darum bitten wir durch

Jesus Christus.

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 18, 1–10.13b.30–32

Das Wort des Herrn erging an mich: Wie kommt ihr dazu, im

Land Israel das Sprichwort zu gebrauchen: Die Väter essen

saure Trauben, und den Söhnen werden die Zähne stumpf?


Eucharistie · Samstag, 13. August 150

So wahr ich lebe – Spruch Gottes, des Herrn –, keiner von

euch in Israel soll mehr dieses Sprichwort gebrauchen. Alle

Menschenleben sind mein Eigentum, das Leben des Vaters

ebenso wie das Leben des Sohnes, sie gehören mir. Nur wer

sündigt, soll sterben. Ist jemand gerecht, so handelt er nach

Recht und Gerechtigkeit. Er hält auf den Bergen keine Opfermahlzeiten

ab. Er blickt nicht zu den Götzen des Hauses Israel

auf. Er schändet nicht die Frau seines Nächsten. Einer Frau tritt

er nicht nahe während ihrer Blutung.

Er unterdrückt niemand. Er gibt dem Schuldner das Pfand

zurück. Er begeht keinen Raub. Dem Hungrigen gibt er von

seinem Brot, und den Nackten bekleidet er.

Er leiht nicht gegen Zins und treibt keinen Wucher. Er hält

seine Hand vom Unrecht fern. Zwischen Streitenden fällt er ein

gerechtes Urteil.

Er lebt nach meinen Gesetzen, er achtet auf meine Rechtsvorschriften

und befolgt sie treu. Er ist gerecht, und deshalb wird

er am Leben bleiben – Spruch Gottes, des Herrn.

Angenommen aber, er zeugt einen Sohn, der gewalttätig

wird, der Blut vergießt oder eine andere von diesen Sünden

begeht, soll der dann am Leben bleiben? Er soll nicht am Leben

bleiben. Er hat alle diese Gräueltaten verübt, darum muss er

sterben. Er ist selbst schuld an seinem Tod.

Ich will euch richten, jeden nach seinem Verhalten, ihr vom

Haus Israel – Spruch Gottes, des Herrn. Kehrt um, wendet euch

ab von all euren Vergehen! Sie sollen für euch nicht länger der

Anlass sein, in Sünde zu fallen.

Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt! Schafft

euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Warum wollt ihr

sterben, ihr vom Haus Israel? Ich habe doch kein Gefallen am

Tod dessen, der sterben muss – Spruch Gottes, des Herrn. Kehrt

um, damit ihr am Leben bleibt.


151

Samstag, 13. August · Eucharistie

Antwortpsalm Ps 51, 12–15.18–19

Kehrvers:

Ein reines Herz erschaffe mir, o Gott!

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, *

und gib mir einen neuen, beständigen Geist!

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, *

und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! – Kehrvers

Mach mich wieder froh mit deinem Heil; *

mit einem willigen Geist rüste mich aus!

Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege, *

und die Sünder kehren um zu dir. – Kehrvers

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; *

an Brandopfern hast du kein Gefallen.

Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, *

ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du,

Gott, nicht verschmähen. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 2a, ferner GL 653, 3 · GL 1975 649, 1 (V. Ton)

oder KG 645 (I. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Mt 11, 25

Halleluja. Halleluja.

Sei gepriesen, Vater, Herr des Himmels und der Erde; du hast

die Geheimnisse des Reiches den Unmündigen offenbart.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 19, 13–15

In jener Zeit brachte man Kinder zu Jesus, damit er ihnen die

Hände auflegte und für sie betete. Die Jünger aber wiesen die

Leute schroff ab.

Doch Jesus sagte: Lasst die Kinder zu mir kommen; hindert

sie nicht daran! Denn Menschen wie ihnen gehört das Himmelreich.

Dann legte er ihnen die Hände auf und zog weiter.


Abend · Samstag, 13. August 152

Impuls zum Evangelium

Unser Tagesevangelium wird Kinderevangelium genannt: Von

Menschen erzählen, die nicht zählen. Man zählt sie nicht, man

zählt sie selten eigens auf (vgl. Mt 14, 21), sie sind irgendwie

mitgemeint. Die Zuwendung zu den Kindern – typisch Jesus.

Den christlichen Gemeinden hat er damit ein Beispiel gegeben.

Großes Interesse an der religiösen Unterweisung der Kleinen

zeigen auch die Pharisäer. Der Blick Jesu weist über die Gruppe

der Kleinkinder und Kinder hinaus auf all diejenigen, die gesellschaftlich

klein, unbeachtet oder verachtet, unwichtig und

unbedeutend sind. Diese kleinen Leute gehen ihm nahe. Er

holt sie in seine Nähe. Die Außenseiter nimmt er in die Mitte.

Er verjagt sie nicht, sondern segnet sie. Das Auflegen der Hände

ist ein Gestus des Schutzes und der Ermächtigung. Sie gilt

gerade jenen, die am Zutritt gehindert werden, jenen, die Jesu

Zuwendung am dringlichsten brauchen, weil sie nicht so wichtig

sind, ausgenutzt, sprachlos, schutzlos – oft gerade Kinder.

Umso schwerer wiegt unser Versagen, wiegt unsere Schuld.

Hymnus

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Herr, steh deinen Dienern bei, welche dich in Demut bitten.

Kauftest durch dein Blut uns frei, hast den Tod für uns gelitten;

nimm uns nach vollbrachtem Lauf zu dir in den Himmel auf.

Sieh dein Volk in Gnaden an. Hilf uns, segne, Herr, dein Erbe;

leit es auf der rechten Bahn, dass der Feind es nicht verderbe.

Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit.


153

Samstag, 13. August · Abend

Alle Tage wollen wir dich und deinen Namen preisen

und zu allen Zeiten dir Ehre, Lob und Dank erweisen.

Rett aus Sünden, rett aus Tod, sei uns gnädig, Herre Gott!

Herr, erbarm, erbarme dich. Lass uns deine Güte schauen;

deine Treue zeige sich, wie wir fest auf dich vertrauen.

Auf dich hoffen wir allein: Lass uns nicht verloren sein.

Ignaz Franz 1771 nach dem „Te Deum“ / AÖL 1973

GL 380 · GL 1975 257 · KG 175 · EG 331, Strophen 8–11

Psalm 69 Verse 14–22

Ich bete zu dir, *

Herr, zur Zeit der Gnade.

Erhöre mich in deiner großen Huld, *

Gott, hilf mir in deiner Treue!

Entreiß mich dem Sumpf, *

damit ich nicht versinke!

Zieh mich heraus aus dem Verderben, *

aus dem tiefen Wasser!

Lass nicht zu, dass die Flut mich überschwemmt, /

die Tiefe mich verschlingt, *

der Brunnenschacht über mir seinen Rachen schließt.

Erhöre mich, Herr, in deiner Huld und Güte, *

wende dich mir zu in deinem großen Erbarmen!

Verbirg nicht dein Gesicht vor deinem Knecht; *

denn mir ist angst. Erhöre mich bald!

Sei mir nah und erlöse mich! *

Befrei mich meinen Feinden zum Trotz!

Du kennst meine Schmach und meine Schande. *

Dir stehen meine Widersacher alle vor Augen.

Die Schande bricht mir das Herz, *

ganz krank bin ich vor Schmach;

umsonst habe ich auf Mitleid gewartet, *

auf einen Tröster, doch ich habe keinen gefunden.


Abend · Samstag, 13. August 154

Sie gaben mir Gift zu essen, *

für den Durst reichten sie mir Essig.

Ehre sei dem Vater ...

Erhöre uns, Gott, in deinem Erbarmen wende dich uns zu. Verbirg

nicht dein Gesicht, wenn wir dich rufen.

Lesung Spr 2, 7–8

Für die Redlichen hält der Herr Hilfe bereit, den Rechtschaffenen

ist er ein Schild. Er hütet die Pfade des Rechts und

bewacht den Weg seiner Frommen.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Der Herr hörte mein Schreien. Er zog mich heraus aus der Grube

des Grauens und legte mir ein neues Lied in den Mund.

Fürbitten

Im Vertrauen auf Gottes Beistand können wir mit unseren bescheidenen

Mitteln viel bewirken. So lasst uns Gott bitten:

A: Stärke unsere Hoffnung.

– Dass wir trotz unserer begrenzten Möglichkeiten beitragen

können, Frieden und Gerechtigkeit voranzubringen.

– Dass Menschen, die einen Neuanfang wagen, im Leben wieder

Fuß fassen können.

– Dass auch kleine Unternehmen Chancen haben, in der Wirtschaftswelt

zu bestehen.

– Dass die Lebensfreude und die Solidarität der Armen unsere

konsumorientierte Gesellschaft verwandeln helfen.

– Dass niemand vergessen bleibt, der einsam und elend gestorben

ist.

Vaterunser


155

Samstag, 13. August · Abend

Oration

Barmherziger Gott, was kein Auge geschaut und kein Ohr gehört

hat, das hast du denen bereitet, die dich lieben. Gib uns

ein Herz, das dich in allem und über alles liebt, damit wir den

Reichtum deiner Verheißungen erlangen, der alles übersteigt,

was wir ersehnen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Salve Regina (Seite 378)

Gnade sei mit uns und Friede

von Gott, unserem Vater,

und dem Herrn Jesus Christus.

Vgl. 1 Kor 1, 3


Von Woche zu Woche · Samstag, 13. August 156

Von Woche zu Woche

Schlammschlacht

(zu Jer 28, 4–19)

Der Prophet redet Klartext,

das kommt gar nicht gut an.

Weil er aneckt,

ist sein Schicksal der Brunnen:

Im Schlamm übler Nachrede

wird er wohl umkommen.

Auch heute sind Menschen bedroht

vom Schlamm der Gemeinheit.

„Gutmensch“ gilt als Schimpfwort,

kritisches Denken stört.

Gottes Prophet zu werden

macht keine Freunde!

Doch Jesus selbst ermutigt!

Jesus selbst steht dafür ein:

Gottes Prophet und Gottes Prophetin

können nur mutige,

von Gott selbst ermutigte

Freunde des Lebens sein.

Dorothee Sandherr-Klemp


14. August 2022

20. Sonntag im Jahreskreis

Namenstag: hl. Werenfried (Glaubensbote in Friesland, † um 760) · sel.

Eberhard von Einsiedeln (Klostergründer, † 958) · hl. Meinhard (Glaubensbote

in Livland, † 1196) · hl. Maximilian Maria Kolbe (polnischer

Minorit, kath. Publizist in Japan, Märtyrer in Auschwitz, † 1941)

Ökumenischer Gedenktag: Florence Nightingale (Begründerin der

modernen Krankenpflege, 1820–1910)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Die ihr den Herrn sucht, frohlockt,

freut euch in eurem Gott.

Vgl. Ps 40, 17

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Seht, wie die Schatten dunkler Nacht verblassen:

Rötliches Leuchten strahlt am frühen Himmel.

Bitten wir innig mit vereinter Stimme

Gott, den Allmächt’gen!

Dass er sich unser liebevoll erbarme,

Heil uns gewähre, unsre Trägheit banne


Morgen · Sonntag, 14. August 158

und uns als Vater einst in Güte schenke

himmlisches Erbe.

Lob sei dem Vater auf dem höchsten Throne,

Lob sei dem Sohne, Gott aus Gott geboren,

Lob sei dem Geiste, der von beiden ausgeht,

immer und ewig. Amen.

Nach: Ecce iam noctis tenuatur umbra; karolingisch

Melodie: GL 484 · GL 1975 634 · KG 143 · EG 227

Psalm 69 Verse 2–13

Hilf mir, o Gott! *

Schon reicht mir das Wasser bis an die Kehle.

Ich bin in tiefem Schlamm versunken *

und habe keinen Halt mehr;

ich geriet in tiefes Wasser, *

die Strömung reißt mich fort.

Ich bin müde vom Rufen, *

meine Kehle ist heiser,

mir versagen die Augen, *

während ich warte auf meinen Gott.

Zahlreicher als die Haare auf meinem Kopf *

sind die, die mich grundlos hassen.

Zahlreich sind meine Verderber, meine verlogenen Feinde. *

Was ich nicht geraubt habe, soll ich erstatten.

Gott, du kennst meine Torheit, *

meine Verfehlungen sind dir nicht verborgen.

Wer auf dich hofft, Herr, du Herr der Heere, *

soll durch mich nicht scheitern;

wer dich sucht, Gott Israels, *

gerate durch mich nicht in Schande.

Denn deinetwegen erleide ich Schmach, *

und Schande bedeckt mein Gesicht.


159

Sonntag, 14. August · Morgen

Entfremdet bin ich den eigenen Brüdern, *

den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.

Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt; *

die Schmähungen derer, die dich schmähen,

haben mich getroffen.

Ich nahm mich durch Fasten in Zucht, *

doch es brachte mir Schmach und Schande.

Ich ging in Sack und Asche, *

doch sie riefen Spottverse hinter mir her.

Man redet über mich in der Versammlung am Tor, *

von mir singen die Zecher beim Wein.

Ehre sei dem Vater ...

Du allein, Gott, bist unsere Hoffnung. Wecke in uns den Eifer

für deine Sache; lass uns denen, die dich suchen, treue Weggefährten

sein.

Lesung 2 Kor 5, 14–15

Die Liebe Christi drängt uns, da wir erkannt haben: Einer ist

für alle gestorben, also sind alle gestorben. Er ist aber für

alle gestorben, damit die Lebenden nicht mehr für sich leben,

sondern für den, der für sie starb und auferweckt wurde.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Mit einer Taufe muss ich getauft werden, und wie bedrängt es

mich, bis es vollbracht ist.

Bitten

Bitten wir den Auferstandenen um die Kraft des Glaubens:

A: Jesus, steh uns bei.

– Festige unsere Schritte auf dem Weg, den du mit uns gehst.

– Gib uns den Mut zu bezeugen, dass du mit uns lebst.


Eucharistie · Sonntag, 14. August 160

– Schenke uns inneren Frieden, der uns weiterträgt, auch in

Gefahr und Bedrängnis.

A: Jesus, steh uns bei.

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, was kein Auge geschaut und kein Ohr gehört

hat, das hast du denen bereitet, die dich lieben. Gib uns

ein Herz, das dich in allem und über alles liebt, damit wir den

Reichtum deiner Verheißungen erlangen, der alles übersteigt,

was wir ersehnen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Christus Jesus,

unser Weg, unsere Wahrheit

und unser Leben,

sei mit uns heute und alle Tage.

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 84, 145, 210, 378, 383, 448 · KG 43, 137, 149,

211, 562, 567, 589

Gott, du unser Beschützer,

schau auf das Angesicht deines Gesalbten.

Denn ein einziger Tag in den Vorhöfen deines Heiligtums

ist besser als tausend andere.

Ps 84, 10–11

Gloria

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)


161

Sonntag, 14. August · Eucharistie

Lesung aus dem Buch Jeremia Jer 38, 4–10

In jenen Tagen sagten die Beamten zum König: Jeremia muss

getötet werden, denn er lähmt die Hände der Krieger, die in

dieser Stadt übrig geblieben sind, und die Hände des ganzen

Volkes, wenn er solche Worte zu ihnen redet. Denn dieser

Mann sucht nicht Heil für dieses Volk, sondern Unheil. Der

König Zidkija erwiderte: Siehe, er ist in eurer Hand; denn der

König vermag nichts gegen euch. Da ergriffen sie Jeremia und

warfen ihn in die Zisterne des Königssohns Malkija, die sich

im Wachhof befand; man ließ ihn an Stricken hinunter. In der

Zisterne war kein Wasser, sondern nur Schlamm und Jeremia

sank in den Schlamm.

Der Kuschiter Ebed-Melech, ein Höfling, sagte zum König:

Mein Herr und König, schlecht war alles, was diese Männer

dem Propheten Jeremia angetan haben; sie haben ihn in die Zisterne

geworfen, damit er dort unten verhungert. Denn es gibt

in der Stadt kein Brot mehr. Da befahl der König dem Kuschiter

Ebed-Melech: Nimm dir von hier dreißig Männer mit und zieh

den Propheten Jeremia aus der Zisterne herauf, bevor er stirbt.

Impuls zur Lesung

Wehrkraftzersetzung. Defaitismus. Mit seinen düsteren Ansagen

(Jer 38, 2–3) untergräbt Jeremia die Kampfmoral! Todeswürdige

Verbrechen allesamt, und abermals landet der Prophet

in einer Zisterne, doch abermals wird er wundersam vor

dem Tod gerettet, der schon mit knochigen Fingern nach ihm

griff. Gottes Prophet zu werden, das scheint etwas für Lebensmüde

zu sein. Das Jeremia-Buch legt diesen Gedanken nahe.

Das Gegenteil ist wahr: Gottes Prophet und Gottes Prophetin,

das können nur mutige Freunde des Lebens sein!


Eucharistie · Sonntag, 14. August 162

Antwortpsalm

Kehrvers:

O Gott, komm mir zu Hilfe, HERR, eile, mir zu helfen.

Ich hoffte, ja ich hoffte auf den HERRN. *

Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.

Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, *

aus Schlamm und Morast. – Kehrvers

Er stellte meine Füße auf Fels, *

machte fest meine Schritte.

Er gab mir ein neues Lied in den Mund, *

einen Lobgesang auf unseren Gott. – Kehrvers

Ich aber bin elend und arm. *

Der Herr wird an mich denken.

Ps 40, 2–4b.18

Meine Hilfe und mein Retter bist du. *

Mein Gott, säume doch nicht! – Kehrvers

Kehrvers vgl. Ps 70, 2, ferner GL 307, 5 (I. Ton)

oder GL 1975 716, 1 oder GL 657, 3 · GL 1975 527, 2 · KG 612 (III. Ton)

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 12, 1–4

Schwestern und Brüder! Darum wollen auch wir, die wir eine

solche Wolke von Zeugen um uns haben, alle Last und die

Sünde abwerfen, die uns so leicht umstrickt. Lasst uns mit Ausdauer

in dem Wettkampf laufen, der vor uns liegt, und dabei

auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens;

er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf

sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur

Rechten von Gottes Thron gesetzt.

Richtet also eure Aufmerksamkeit auf den, der solche Anfeindung

von Seiten der Sünder gegen sich erduldet hat, damit ihr

nicht ermattet und mutlos werdet! Ihr habt im Kampf gegen die

Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet.


163

Sonntag, 14. August · Eucharistie

Ruf vor dem Evangelium Joh 10, 27

Halleluja. Halleluja.

So spricht der Herr: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich

kenne sie und sie folgen mir.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 12, 49–53

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen,

um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es

würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden

und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist.

Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu

bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung. Denn von nun

an werden fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben:

Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei; der

Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den

Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die

Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter, und

die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

Credo

Gabengebet

Herr, wir bringen unsere Gaben dar für die Feier, in der sich ein

heiliger Tausch vollzieht. Nimm sie in Gnaden an und schenke

uns dich selbst in deinem Sohn Jesus Christus, der mit dir lebt

und herrscht in alle Ewigkeit.

Präfation

Wir danken dir, Vater im Himmel, und rühmen dich durch unseren

Herrn Jesus Christus. Denn durch seine Geburt hat er den

Menschen erneuert, durch sein Leiden unsere Sünden getilgt,

in seiner Auferstehung den Weg zum Leben erschlossen und

in seiner Auffahrt zu dir das Tor des Himmels geöffnet. Durch


Auslegung · Sonntag, 14. August 164

ihn rühmen dich deine Erlösten und singen mit den Chören der

Engel das Lob deiner Herrlichkeit.

Kommunionvers Joh 6, 51

So spricht der Herr: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel

herabgekommen ist. Wer von diesem Brote isst, wird leben

in Ewigkeit.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, im heiligen Mahl schenkst du uns Anteil

am Leben deines Sohnes. Dieses Sakrament mache uns auf Erden

Christus ähnlich, damit wir im Himmel zur vollen Gemeinschaft

mit ihm gelangen, der mit dir lebt und herrscht in alle

Ewigkeit.

Schlusssegen

Gott, der allmächtige Vater, segne euch und schenke euch gedeihliches

Wetter; er halte Blitz, Hagel und jedes Unheil von

euch fern.

Er segne die Felder, die Gärten und den Wald und schenke

euch die Früchte der Erde.

Er begleite eure Arbeit, damit ihr in Dankbarkeit und Freude

gebrauchet, was durch die Kräfte der Natur und die Mühe des

Menschen gewachsen ist.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Auslegung zum Sonntagsevangelium

Von Johannes Chrysostomus

Mit „Erde“ meint er hier nicht das, worauf wir mit den Füßen

stehen, sondern das, was er mit seinen Händen ge-


165

Sonntag, 14. August · Abend

bildet hat: den Menschen. Ihn entflammt der Herr, damit seine

Sünden getilgt werden und seine Seele [wieder] neu wird.

Johannes Chrysostomus (Patriarch von Konstantinopel,

Kirchenvater, 354–407), hier nach: Thomas von Aquin, Catena Aurea.

Kommentar zu den Evangelien im Jahreskreis, hg. v. Marianne Schlosser

und Florian Kolbinger, 692, © EOS Verlag, St. Ottilien, 2. Auflage 2012

Hymnus

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Herrlich strahlst du im Licht, Jungfrau Maria,

Kind aus Davids Geschlecht, Tochter des Königs,

die erhaben nun thront hoch in den Himmeln

und Gebieterin ist über die Engel.

Dem allmächtigen Gott wurdest du Mutter,

hast dem Herrn, der dich schuf, Wohnung bereitet,

ihm den heiligen Schoß willig geboten –

und im Fleische ward Gott Mensch wie wir alle.

Den in Ehrfurcht verehrt Erde und Himmel,

den Erlöser und Herrn, bitten wir heute,

da ins himmlische Reich ganz er dich aufnahm:

Aus dem Dunkel der Welt führ uns zum Lichte.

Dir sei Ehre und Preis, Vater des Lichtes,

dir, dem ewigen Sohn, der uns erlöst hat,

dir, dem Heiligen Geist, Gott dem Dreieinen,

dessen Herrschaft und Reich währen auf ewig. Amen.

Nach: O quam glorifica luce coruscas; spätestens 9. Jahrhundert


Abend · Sonntag, 14. August 166

Psalm 122

Ich freute mich, als man mir sagte: *

„Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.“

Schon stehen wir in deinen Toren, Jerusalem: /

Jerusalem, du starke Stadt, *

dicht gebaut und fest gefügt.

Dorthin ziehen die Stämme hinauf, die Stämme des Herrn, /

wie es Israel geboten ist, *

den Namen des Herrn zu preisen.

Denn dort stehen Throne bereit für das Gericht, *

die Throne des Hauses David.

Erbittet für Jerusalem Frieden! *

Wer dich liebt, sei in dir geborgen.

Friede wohne in deinen Mauern, *

in deinen Häusern Geborgenheit.

Wegen meiner Brüder und Freunde *

will ich sagen: In dir sei Friede.

Wegen des Hauses des Herrn, unseres Gottes, *

will ich dir Glück erflehen.

Ehre sei dem Vater ...

Tu uns auf das Tor zu deiner Stadt, du Herrscher auf Zion. Bei

dir suchen wir Frieden und Geborgenheit.

Lesung Röm 8, 29.30

Alle, die Gott im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu

bestimmt, der verherrlichten Gestalt seines Sohnes nachgebildet

zu werden. Die aber, die er vorausbestimmt hat, hat er auch

berufen, und die er berufen hat, hat er auch gerecht gemacht.


167

Sonntag, 14. August · Abend

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Selig preisen mich alle Geschlechter, denn Großes hat der

Mächtige an mir getan. Halleluja.

Fürbitten

Christus Jesus, du lässt niemand im Tod, der dir im Leben treu

geblieben ist. Wir rufen zu dir:

A: Höre unsere Bitten.

Deine Mutter hat mit ihrem Ja zur Botschaft des Engels unsere

Erlösung ermöglicht;

– gib allen Glaubenden die Bereitschaft, den Willen des Vaters

zu tun.

Maria hat unter dem Kreuz bei dir ausgehalten;

– stehe allen Eltern bei, die das Leiden ihrer Kinder ertragen

müssen.

Du hast deine Mutter dorthin geholt, wo du bist;

– führe auch unsere Verstorbenen zur Vollendung bei dir.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast die selige Jungfrau Maria, die

uns Christus geboren hat, vor aller Sünde bewahrt und sie mit

Leib und Seele zur Herrlichkeit des Himmels erhoben. Gib, dass

wir auf dieses Zeichen der Hoffnung und des Trostes schauen

und auf dem Weg bleiben, der hinführt zu deiner Herrlichkeit.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Gnade und unvergängliches Leben sei mit allen,

die Jesus Christus, unseren Herrn, lieben.

Eph 6, 24

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Mariä Aufnahme in

den Himmel

Montag, 15. August 2022

Im Zentrum des Hochfestes Mariä Aufnahme in den Himmel (lat.:

Assumptio Beatae Mariae Virginis) steht die innige Beziehung

Marias zu ihrem Sohn. Das Dogma von der leiblichen Aufnahme

Mariens in den Himmel verkündet, dass für Maria schon jetzt

Wirklichkeit ist, was für alle anderen Christen noch aussteht. Sie

ist das Bild des erlösten Menschen, in ihr schaut die Kirche das Bild

ihrer Vollendung. So ist nicht eine biblische Aussage über Maria

der Auslöser für dieses Fest, sondern der Glaube der Christen, dass

Maria bereits jetzt in der Vollendung lebt: „Ihr Sohn, der Tod und

Grab besiegt, er lässt im Tod die Mutter nicht.“ (GL 522) Papst Pius

XII. hat diese Glaubensüberzeugung 1950 zum Dogma erhoben.

In der Ostkirche feiert man schon seit 450 den Heimgang Marias,

für den Westen ist das Fest seit dem siebenten Jahrhundert

bezeugt. Der Gedenktag eines Heiligen wird in der Regel auf seinen

Todestag gelegt. Der Todestag Marias ist zwar nicht bekannt; aber

am 15. August feierte man in der Jerusalemer Marienkirche einen

Feiertag zu Ehren der Gottesmutter. Am Fest Mariä Aufnahme in

den Himmel lädt die Mutter aller Gläubigen uns ein, in Wort und

Tat eine tiefere Beziehung zu ihrem Sohn zu suchen.

Namenstag: Assunta (ital.: „Maria in den Himmel aufgenommen“) ·

hl. Tarsitius (Märtyrer, 3. Jh.) · hl. Altfrid von Hildesheim (Bischof,

† 874) · hl. Arnulf von Soissons (Abt, Bischof, † 1087) · sel. Rupert von

Ottobeuren (Abt, † 1145) · sel. Mechthild von Magdeburg (Zisterzienserin,

Mystikerin, † 1282/84) · Stanislaus Kostka (Jesuit, † 1568) ·

Johann Adam Schall von Bell (Jesuit, Mathematiker, Astronom, Mandarin

am Kaiserhof in Peking, † 1666) · Bernhard Wensch (Jugendseelsorger,

Gegner des Nationalsozialismus, Märtyrer in Dachau, † 1942)


169

Montag, 15. August · Morgen

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Wir wollen deinen Namen rühmen, Herr, unser Gott,

von Geschlecht zu Geschlecht.

Vgl. Ps 45, 18a

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Du große Herrin, schönste Frau,

hoch über Sternen steht dein Thron.

Du trugst den Schöpfer, der dich schuf,

und nährtest ihn an deiner Brust.

Was Eva einst verloren sah,

gibst du im Sohne reich zurück.

Der Himmel öffnet sich in dir;

zur Heimkehr steht der Weg uns frei.

Du Pforte für den Königssohn,

des neuen Lichtes helles Tor,

in dir grüßt jauchzend alle Welt

das Leben, das du ihr geschenkt.

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Preis,

Gott, den die Jungfrau uns gebar,

Lob auch dem Vater und dem Geist

durch alle Zeit und Ewigkeit. Amen.

Nach: O gloriosa Domina; 7.–8. Jahrhundert

GL 648 – andere Melodie: GL 539 · GL 1975 605 · KG 781 · EG 142

Psalm 149

Dieser Psalm ist geprägt von der Erwartung der endzeitlichen Gottesherrschaft.

Gott wendet sich seinem Volk – den Gebeugten und Frommen – zu und wird

ihnen den Sieg verleihen, ja, er wird seinen Getreuen das Gericht über die Völ-


Morgen · Montag, 15. August 170

ker übertragen. Die Rede vom Schwert muss so schroff, wie sie zunächst klingt,

nicht verstanden werden. Zum einen kann die Bindung der Könige als Konkretisierung

des zuvor genannten Völkergerichts gelesen werden; zum anderen ist

zu beachten, dass die Macht des Wortes biblisch oft mit dem Schwert verglichen

wird. Insofern das Gotteslob Israels JHWH schon jetzt als den wahren und einzigen

König proklamiert, lässt sich dieser Lobpreis als in der Gegenwart einsetzende

Entmachtung widergöttlicher Herrschaft begreifen.

Singet dem Herrn ein neues Lied! *

Sein Lob erschalle in der Gemeinde der Frommen.

Israel soll sich über seinen Schöpfer freuen, *

die Kinder Zions über ihren König jauchzen.

Seinen Namen sollen sie loben beim Reigentanz, *

ihm spielen auf Pauken und Harfen.

Der Herr hat an seinem Volk Gefallen, *

die Gebeugten krönt er mit Sieg.

In festlichem Glanz sollen die Frommen frohlocken, *

auf ihren Lagern jauchzen:

Loblieder auf Gott in ihrem Mund, *

ein zweischneidiges Schwert in der Hand,

um die Vergeltung zu vollziehn an den Völkern, *

an den Nationen das Strafgericht,

um ihre Könige mit Fesseln zu binden, *

ihre Fürsten mit eisernen Ketten,

um Gericht über sie zu halten, so wie geschrieben steht. *

Herrlich ist das für all seine Frommen.

Ehre sei dem Vater ...

An den Gebeugten hast du Gefallen, Gott Israels. Richte deine

Getreuen auf und schenke ihnen deine Freude.

Lesung Jes 61, 10

Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. Meine

Seele soll jubeln über meinen Gott. Denn er kleidet mich in

Gewänder des Heils, er hüllt mich in den Mantel der Gerech-


171

Montag, 15. August · Morgen

tigkeit, wie ein Bräutigam sich festlich schmückt und wie eine

Braut ihr Geschmeide anlegt.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Schön bist du und voll Anmut, Tochter Jerusalem. Wie das

Frührot am Morgen steigst du empor.

Bitten

Wenden wir uns Gott zu, der uns ruft, seine Schöpfung mitzugestalten:

A: Vor dir stehen wir, du unser Gott.

– Mit unserm Geschick, unsern Talenten und Fähigkeiten.

– Mit unserer Aufmerksamkeit, unserer Hilfsbereitschaft, unserem

Mitgefühl.

– Mit Tatkraft und Entschlossenheit, heute zu tun, was gut und

richtig ist.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast die selige Jungfrau Maria, die

uns Christus geboren hat, vor aller Sünde bewahrt und sie mit

Leib und Seele zur Herrlichkeit des Himmels erhoben. Gib, dass

wir auf dieses Zeichen der Hoffnung und des Trostes schauen

und auf dem Weg bleiben, der hinführt zu deiner Herrlichkeit.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Gott, unser Schöpfer,

deine Güte wärmt wie die Sonne,

deine Liebe ist weit wie das Meer.

Befreie uns. Mach uns reich.

Führ uns in Eintracht zusammen.


Eucharistie · Montag, 15. August 172

Gloria

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 390, 395, 466, 521, 522, 531, 536,

648 · KG 572, 750, 757, 758, 760

Ein großes Zeichen erschien am Himmel:

Eine Frau, umgeben von der Sonne,

den Mond unter ihren Füßen,

und einen Kranz von zwölf Sternen auf ihrem Haupt.

Offb 12, 1

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus der Offenbarung des Johannes


Offb 11, 19a; 12, 1–6a.10ab

Der Tempel Gottes im Himmel wurde geöffnet und in seinem

Tempel wurde die Lade seines Bundes sichtbar: Dann erschien

ein großes Zeichen am Himmel: eine Frau, mit der Sonne

bekleidet; der Mond war unter ihren Füßen und ein Kranz

von zwölf Sternen auf ihrem Haupt. Sie war schwanger und

schrie vor Schmerz in ihren Geburtswehen.

Ein anderes Zeichen erschien am Himmel und siehe, ein Drache,

groß und feuerrot, mit sieben Köpfen und zehn Hörnern

und mit sieben Diademen auf seinen Köpfen. Sein Schwanz

fegte ein Drittel der Sterne vom Himmel und warf sie auf die

Erde herab. Der Drache stand vor der Frau, die gebären sollte;

er wollte ihr Kind verschlingen, sobald es geboren war. Und sie

gebar ein Kind, einen Sohn, der alle Völker mit eisernem Zepter

weiden wird. Und ihr Kind wurde zu Gott und zu seinem Thron

entrückt. Die Frau aber floh in die Wüste, wo Gott ihr einen

Zufluchtsort geschaffen hatte.

Da hörte ich eine laute Stimme im Himmel rufen: Jetzt ist er

da, der rettende Sieg, die Macht und die Königsherrschaft unseres

Gottes und die Vollmacht seines Gesalbten.


173

Montag, 15. August · Eucharistie

Impuls zur Lesung

Der Seher Johannes sieht am Himmel ein bedrängendes Bild:

eine sternenbekränzte, mit der Sonne bekleidete Frau, die auf

dem Mond steht und von Wehen gepeinigt wird. Vor ihr wartet

ein furchterregender Drache darauf, das Kind zu verschlingen,

das sie zur Welt bringen wird. Die Offenbarung des Johannes

antwortet auf die Bedrängnis der christlichen Glaubensgemeinschaften

in Kleinasien. Durch die auftrumpfende hellenistische

Kultur und durch den römischen Kaiserkult ist ihre

ja noch ungesicherte Identität schwer bedroht. Doch Befreiung

kann so wenig mit Gewalt herbeigezwungen werden wie eine

bevorstehende Geburt. Die Zeit muss sich erfüllen. Dann aber

werden wir gebraucht, wie Maria – mit unserer Widerstandskraft,

mit vertrauender Ausdauer, mit aller Liebe zum Leben.

Antwortpsalm Ps 45, 11–12.16.18

Kehrvers:

Selig bist du, Jungfrau Maria, du stehst zur Rechten des Herrn.

Höre, Tochter, sieh her und neige dein Ohr, *

vergiss dein Volk und dein Vaterhaus!

Der König verlangt nach deiner Schönheit; *

er ist ja dein Herr, wirf dich vor ihm nieder! – Kehrvers

Sie werden geleitet mit Freude und Jubel, *

sie kommen in den Palast des Königs.

Ich will deinen Namen in Erinnerung rufen

von Geschlecht zu Geschlecht; *

darum werden die Völker dich preisen

auf immer und ewig. – Kehrvers

Kehrvers vgl. GL 649, 1 · GL 1975 600, 1 · KG 770 (II. Ton)

Lesung aus dem ersten Korintherbrief 1 Kor 15, 20–27a

Schwestern und Brüder! Christus ist von den Toten auferweckt

worden als der Erste der Entschlafenen.


Eucharistie · Montag, 15. August 174

Da nämlich durch e i n e n Menschen der Tod gekommen ist,

kommt durch e i n e n Menschen auch die Auferstehung der Toten.

Denn wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle

lebendig gemacht werden.

Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus;

dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören.

Danach kommt das Ende, wenn er jede Macht, Gewalt und

Kraft entmachtet hat und seine Herrschaft Gott, dem Vater,

übergibt.

Denn er muss herrschen, bis Gott ihm alle Feinde unter seine

Füße gelegt hat. Der letzte Feind, der entmachtet wird, ist der

Tod. Denn: Alles hat er seinen Füßen unterworfen.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.

Aufgenommen in den Himmel ist die Jungfrau Maria. Die Engel

freuen sich und preisen den Herrn.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 1, 39–56

In jenen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in

eine Stadt im Bergland von Judäa. Sie ging in das Haus des

Zacharias und begrüßte Elisabet. Und es geschah: Als Elisabet

den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib.

Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt und rief mit lauter

Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist

die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines

Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich

deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.

Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr

sagen ließ.

Da sagte Maria:

Meine Seele preist die Größe des Herrn

und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.


175

Montag, 15. August · Eucharistie

Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut.

Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.

Denn der Mächtige hat Großes an mir getan

und sein Name ist heilig.

Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht

über alle, die ihn fürchten.

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten:

Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;

er stürzt die Mächtigen vom Thron

und erhöht die Niedrigen.

Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben

und lässt die Reichen leer ausgehen.

Er nimmt sich seines Knechtes Israel an

und denkt an sein Erbarmen,

das er unsern Vätern verheißen hat,

Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.

Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie

nach Hause zurück.

Credo

Gabengebet

Allmächtiger Gott, unser Gebet und unser Opfer steige zu dir

empor. Höre auf die selige Jungfrau Maria, die du in den Himmel

aufgenommen hast, und entzünde in unseren Herzen das

Feuer der Liebe, damit wir dich allezeit suchen. Darum bitten

wir durch Christus, unseren Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu

danken und das Werk deiner Gnade zu rühmen. Denn heute

hast du die jungfräuliche Gottesmutter in den Himmel erhoben,


Eucharistie · Montag, 15. August 176

als Erste empfing sie von Christus die Herrlichkeit, die uns allen

verheißen ist, und wurde zum Urbild der Kirche in ihrer ewigen

Vollendung. Dem pilgernden Volk ist sie ein untrügliches Zeichen

der Hoffnung und eine Quelle des Trostes. Denn ihr Leib,

der den Urheber des Lebens geboren hat, sollte die Verwesung

nicht schauen. Darum preisen wir jetzt und in Ewigkeit dein

Erbarmen und singen mit den Chören der Engel das Lob deiner

Herrlichkeit.

Kommunionvers Lk 1, 48–49

Von nun an preisen mich selig alle Geschlechter. Denn der

Mächtige hat Großes an mir getan.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, wir haben das heilbringende Sakrament

empfangen. Lass uns auf die Fürsprache der seligen Jungfrau

Maria, die du in den Himmel aufgenommen hast, zur Herrlichkeit

der Auferstehung gelangen. Darum bitten wir durch Christus,

unseren Herrn.

Schlusssegen

Gott, der allmächtige Vater, segne euch durch den Erlöser der

Welt, unseren Herrn Jesus Christus, den Sohn der jungfräulichen

Mutter Maria.

Sie hat den Urheber des Lebens geboren; ihre mütterliche

Fürsprache erwirke euch Gottes Hilfe.

Euch und allen, die heute das Fest ihrer Aufnahme in den

Himmel begehen, schenke Gott die wahre Freude und den ewigen

Lohn.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.


177

Montag, 15. August · Zum Hochfest

Zum Hochfest

der Aufnahme Mariens in den Himmel

Von Carlo Maria Kardinal Martini

Das Ostern Marias

I

ch glaube, es gibt ein Mittel, das uns zu einer Betrachtung

über das Ostern Mariens helfen kann. Als ich mich beim Marienheiligtum

in Ain Karim aufhielt, dem Ort der Begegnung

Marias mit Elisabeth, sind mir einige Texte in den Sinn gekommen;

aus ihnen kann man das Wesentliche über das Scheiden

Mariens aus diesem Leben und ihr Eingehen in die Herrlichkeit

herauslesen. Denn das ist Ostern: das Scheiden aus diesem Leben

und das Eingehen in die Herrlichkeit.

Vom Scheiden aus diesem Leben spricht Paulus im Brief an

die Philipper (1, 23): „Es zieht mich nach beiden Seiten hin. Ich

habe das Verlangen, aufzubrechen und mit Christus zu sein;

denn das wäre weitaus das Bessere.“ Das drückt für mich das

aus, was Maria empfand: ihre Sehnsucht, mit Christus zu sein,

befreit zu werden aus dieser irdischen Erfahrung, damit sich die

endgültige Erfahrung in ihr offenbaren könne; das Verlangen

nach der Fülle der Schau …

Was mag wohl der Herr gesagt haben, als Maria in ihre Herrlichkeit

einging? Denken wir an Mt 25, 34–35: „… Komm, du

Gesegnete meines Vaters, nimm das Reich in Besitz, das dir seit

Grundlegung der Welt bereitet ist. Denn ich war hungrig, und

du hast mir zu essen gegeben, ich war durstig, und du hast mir

zu trinken gegeben.“

Maria hat als erste verstanden, dass das Wort Gottes sich in

einer so winzigen Wirklichkeit wie einem Kind verbergen kann

und dass man das Wort Gottes in seiner Ganzheit, in seiner ganzen

Fülle, erreichen kann, indem man dieser winzigen Wirklichkeit

dient.


Abend · Montag, 15. August 178

Indem Maria dem kleinen Jesus diente, indem sie der kleinen

Gruppe der ersten Christen diente, hat sie der ganzen Menschheit

gedient. Sie hat ein Herz gehabt, das fähig war, sich der

ganzen Menschheit zu öffnen.

Carlo Maria Kardinal Martini (Erzbischof von Mailand, 1927–2012),

aus: ders., Christus entgegengehen. Meditationen für jeden Tag,

hg. v. August Berz, 246,

© 1990 Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Wie Seeleute von einem Stern in den sicheren Hafen geführt

werden, so die Christen von Maria in den Himmel.

Thomas von Aquin (Dominikaner, Theologe, Philosoph

und einflussreicher Kirchenlehrer, 1225–1274)

• Wie habe ich als Kind die Bedeutung Marias erlebt?

• Was bedeutet mir Maria in meinem Glaubensleben heute?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Erhebt in vollen Chören

Maria, singt ihr Lob;

vereint euch, sie zu ehren,

die Gott so hoch erhob.

Heilige Maria, heilige Maria,

unser Trost, unsre Freud,

sei gelobt in Ewigkeit!

Du bist’s, die Gott erkoren

zum Heil in Israel;

du bist’s, die uns geboren

den Gott Immanuel.

Heilige Maria, heilige Maria,

unser Trost, unsre Freud,

sei gelobt in Ewigkeit!


179

Montag, 15. August · Abend

Hilf uns in allen Leiden,

schütz uns in Angst und Not;

erbitte, wann wir scheiden,

uns einen selgen Tod.

Heilige Maria, heilige Maria,

unser Trost, unsre Freud,

sei gelobt in Ewigkeit!

Koblenz 1784 – GL 947 (Anhang Österreich)

Canticum Mt 5, 3–10

Antiphon:

Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen.

Selig, die arm sind vor Gott; *

denn ihnen gehört das Himmelreich.

Selig die Trauernden; *

denn sie werden getröstet werden.

Selig, die keine Gewalt anwenden; *

denn sie werden das Land erben.

Selig, die hungern und dürsten

nach der Gerechtigkeit; *

denn sie werden satt werden.

Selig die Barmherzigen; *

denn sie werden Erbarmen finden.

Selig, die ein reines Herz haben; *

denn sie werden Gott schauen.

Selig, die Frieden stiften; *

denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.

Selig, die um der Gerechtigkeit willen

verfolgt werden; *

denn ihnen gehört das Himmelreich.

Ehre sei dem Vater ...


Abend · Montag, 15. August 180

Lesung 1 Kor 15, 22–23

Wie in Adam alle sterben, so werden in Christus alle lebendig

gemacht werden. Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge:

Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt,

alle, die zu ihm gehören.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Heute stieg die Jungfrau Maria zum Himmel empor. Freut euch,

denn mit Christus herrscht sie in Ewigkeit.

Fürbitten

Du unser Gott, du schaust auf die Niedrigen und die, die deinen

Namen ehren. Wir bitten dich:

A: Komm allen zu Hilfe, die zu dir rufen.

Viele Menschen wissen nicht, wovon sie sich heute ernähren

sollen;

– hilf, dass alle genug zu essen bekommen.

Vor allem die Kinder leiden in armen Ländern an Unterernährung

und Krankheiten;

– lass uns das Nötige tun, dass sie zu gesunden und hoffnungsvollen

Menschen werden.

Viele Schwerkranke können ihr Leiden kaum mehr ertragen;

– lass sie Linderung erfahren in ihrer Not.

Unsere Verstorbenen haben auf dich ihre Hoffnung gesetzt;

– geleite sie heim in deine Herrlichkeit.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger, ewiger Gott, du hast die selige Jungfrau Maria, die

uns Christus geboren hat, vor aller Sünde bewahrt und sie mit

Leib und Seele zur Herrlichkeit des Himmels erhoben. Gib, dass


181

Montag, 15. August · Abend

wir auf dieses Zeichen der Hoffnung und des Trostes schauen

und auf dem Weg bleiben, der hinführt zu deiner Herrlichkeit.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Gott unserer Hoffnung schütze uns,

er breite über uns allen Segen und Frieden des Himmels.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Dienstag, 16. August 2022

Heiliger Stephan

Stephan I. (969–1038), der Patron Ungarns, vollzog die Christianisierung

Ungarns. Er war der Sohn des Arpadenfürsten Géza

und verheiratet mit der später seliggesprochenen Gisela, der Schwester

des heiligen Königs Heinrich II. Es gelang ihm, seine Herrschaft

gegen andere Stammesfürsten durchzusetzen. Im Jahre 1000, vermutlich

am Weihnachtsfest, wurde er mit der von Papst Sylvester

zugesandten Krone zum König von Ungarn gekrönt. (Die sogenannte

„Stephanskrone“ entstand erst später.) Stephan gab seinem Reich

eine christliche Verfassung, gründete zwei Erzbistümer und acht Bistümer

und stiftete Kirchen und Klöster. Als einer der bedeutendsten

Herrscher der europäischen Geschichte regierte er streng, gerecht

und gütig nach den Prinzipien des christlichen Glaubens. Trotz vieler

Kriege zeichnete ihn das Bemühen um Frieden und Versöhnung

aus. Die Ungarn verehren ihn als ihren Nationalheiligen.

Schrifttexte: Lesung: Dtn 6, 3–9; Evangelium: Mt 25, 14–30 (Mt

25, 14–23)

Namenstag: hl. Theodor von Martigny (erster Bischof im Wallis, 4.

Jh.) · Christian von Wedinghausen (Prämonstratenser, † um 1200) ·

hl. Rochus (Pilger, Pfleger der Pestkranken, † 1327) · Friedrich Haass

(Leibarzt am Zarenhof, Gefangenenseelsorger, † 1853)

Ökumenischer Gedenktag: Übertragung des Mandylions, des Christusbildes

von Edessa, nach Konstantinopel (944) · Frère Roger (Gründer

der Gemeinschaft von Taizé, 1915–2005)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


183

Dienstag, 16. August · Morgen

Hymnus

Du Licht des Himmels, großer Gott,

der ausgespannt das Sternenzelt

und der es hält mit starker Hand,

du sendest Licht in unsre Welt.

Die Morgenröte zieht herauf

und überstrahlt das Sternenheer,

der graue Nebel löst sich auf,

Tau netzt die Erde segensschwer.

Das Reich der Schatten weicht zurück,

das Tageslicht nimmt seinen Lauf;

und strahlend, gleich dem Morgenstern,

weckt Christus uns vom Schlafe auf.

Du, Christus, bist der helle Tag,

das Licht, dem unser Licht entspringt,

Gott, der mit seiner Allmacht Kraft

die tote Welt zum Leben bringt.

Erlöser, der ins Licht uns führt

und aller Finsternis entreißt,

dich preisen wir im Morgenlied

mit Gott, dem Vater, und dem Geist. Amen.

Nach: Deus, qui caeli lumen es; 5.–6. Jahrhundert

GL 615 · GL 1979 229 · KG 473 – andere Melodie: EG 437

Psalm 102 Verse 12–23

Meine Tage schwinden dahin wie Schatten, *

ich verdorre wie Gras.

Du aber, Herr, du thronst für immer und ewig, *

dein Name dauert von Geschlecht zu Geschlecht.

Du wirst dich erheben, dich über Zion erbarmen; *

denn es ist Zeit, ihm gnädig zu sein, die Stunde ist da.


Morgen · Dienstag, 16. August 184

An Zions Steinen hängt das Herz deiner Knechte, *

um seine Trümmer tragen sie Leid.

Dann fürchten die Völker den Namen des Herrn *

und alle Könige der Erde deine Herrlichkeit.

Denn der Herr baut Zion wieder auf *

und erscheint in all seiner Herrlichkeit.

Er wendet sich dem Gebet der Verlassenen zu, *

ihre Bitten verschmäht er nicht.

Dies sei aufgeschrieben für das kommende Geschlecht, *

damit das Volk, das noch erschaffen wird, den Herrn lobpreise.

Denn der Herr schaut herab aus heiliger Höhe, *

vom Himmel blickt er auf die Erde nieder;

er will auf das Seufzen der Gefangenen hören *

und alle befreien, die dem Tod geweiht sind,

damit sie den Namen des Herrn auf dem Zion verkünden *

und sein Lob in Jerusalem,

wenn sich dort Königreiche und Völker versammeln, *

um den Herrn zu verehren.

Ehre sei dem Vater ...

Ewiger Gott, du erbarmst dich über dein Volk und wendest dich

den Verlassenen zu. Befreie uns aus dem Gefängnis unserer

Schuld und offenbare den Völkern deine Herrlichkeit.

Lesung Dtn 6, 4–7

Höre, Israel! Jahwe, unser Gott Jahwe ist einzig. Darum sollst

du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit

ganzer Seele und mit ganzer Kraft. Diese Worte, auf die ich

dich heute verpflichte, sollen auf deinem Herzen geschrieben

stehen. Du sollst sie deinen Söhnen wiederholen. Du sollst von

ihnen reden, wenn du zu Hause sitzt und wenn du auf der Straße

gehst, wenn du dich schlafen legst und wenn du aufstehst.


185

Dienstag, 16. August · Eucharistie

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Aus den Händen aller, die uns hassen, errette uns, o Herr.

Bitten

Gott, in deinem Geist bist du uns nahe. Wir rufen zu dir:

A: Kyrie, eleison.

Du, der Unermessliche, wendest dich deinen Geschöpfen zu;

– lass uns allem, was du erschaffen hast, mit Ehrfurcht begegnen.

Du hast dich nicht gescheut, dich in deinem Sohn Jesus Christus

den Ausgestoßenen zuzuwenden;

– befreie uns von Hochmut und Dünkel.

Dich dürfen wir Vater nennen;

– wende dich uns liebend zu, wenn wir vor uns selbst nicht

bestehen können.

Vaterunser

Oration

Gott und Herr, mehre in uns den Glauben an dich, damit unser

Lobgebet Frucht bringt für Zeit und Ewigkeit. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Tagesgebet

Texte zur Eucharistiefeier

Gott, alles Gute, das wir wollen, hast du uns eingegeben, und

du hilfst uns, es zu vollbringen. Du berufst Männer und Frauen,

alles zu verlassen, um Christus nachzufolgen. Führe sie auf dem


Eucharistie · Dienstag, 16. August 186

Weg des Heiles, gib, dass sie sich um den Geist der Armut und

der Demut mühen und dir und den Menschen dienen. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 28, 1–10

Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, sag

zum Fürsten von Tyrus: So spricht Gott, der Herr: Dein

Herz war stolz, und du sagtest: Ich bin ein Gott, einen Wohnsitz

für Götter bewohne ich mitten im Meer. Doch du bist nur

ein Mensch und kein Gott, obwohl du im Herzen geglaubt hast,

dass du wie Gott bist.

Gewiss, du bist weiser als Daniel. Kein Geheimnis war dir zu

dunkel. Durch deine Weisheit und Einsicht schufst du dir Reichtum.

Mit Gold und Silber fülltest du deine Kammern.

Durch deine gewaltige Weisheit, durch deinen Handel hast du

deinen Reichtum vermehrt. Doch dein Herz wurde stolz wegen

all deines Reichtums.

Darum – so spricht Gott, der Herr: Weil du im Herzen geglaubt

hast, dass du wie Gott bist, darum schicke ich Fremde gegen

dich, tyrannische Völker. Sie zücken das Schwert gegen all

deine prächtige Weisheit, entweihen deinen strahlenden Glanz.

Man stößt dich hinab in das Grab; wie einer durchbohrt wird

und stirbt, so stirbst du mitten im Meer.

Willst du dann angesichts deiner Mörder noch sagen: Ich bin

ein Gott? Du bist nur ein Mensch und kein Gott in der Hand

deiner Mörder. Wie Unbeschnittene sterben, so stirbst du durch

Fremde; denn ich habe gesprochen – Spruch Gottes, des Herrn.

Impuls zur Lesung

Der Stadtkönig von Tyrus besitzt einen uneinnehmbaren

Wohnsitz mitten im Meer. Mir kann keiner! Der Prophet nennt

den Herrscher weise, doch es handelt sich um eine ausgesprochene

Schmalspurweisheit. Sie dient allein der Profitmaximierung,

der Anhäufung von Besitztümern. Ezechiel hingegen

erkennt die Zweischneidigkeit von Macht und Besitz. Als end-


187

Dienstag, 16. August · Eucharistie

liche Güter sinnvoll, menschenfreundlich eingesetzt, sind sie

gut. Aber bei diesem Einsatz bleibt es nur selten. Es gehört

zur Logik des Habens und der Macht, dass sie bald absolut gesetzt

und gleichsam zu Göttern werden. Die Götter Macht und

Reichtum sind gefräßig. Sie vertilgen am Ende sogar jene, die

sie doch ernähren und mehren sollten. Da wird der schönste

Göttersitz – zum Schleudersitz.

Antwortpsalm

Kehrvers:

Ich bin es, der tötet und der lebendig macht.

Ich könnte sagen: Sie sollen nicht mehr sein, /

kein Mensch soll später noch an sie denken, *

müsste ich nicht auch ihren Feind angreifen,

der meinen Zorn erregt,

Dtn 32, 26–30.35c–36b

ihre Gegner, die sich nicht täuschen sollen, /

die nicht sagen sollen: Unsere Hand ist erhoben, *

der Herr hat nichts von allem getan. – Kehrvers

Doch diesem Volk fehlt es an Rat, *

ihm mangelt es an Verstand.

Wären sie klug, so begriffen sie alles *

und verstünden,

was in Zukunft mit ihnen geschieht. – Kehrvers

Wie kann ein einziger hinter tausend herjagen, *

und zwei zehntausend in die Flucht schlagen,

es sei denn, ihr Fels hat sie verkauft, *

der Herr hat sie preisgegeben? – Kehrvers

Der Tag ihres Verderbens ist nah, *

und ihr Verhängnis kommt schnell.

Ja, der Herr wird seinem Volk recht geben *

und mit seinen Dienern Mitleid haben. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 39c, ferner GL 33, 1 · GL 1975 710, 1 · KG 793 (VII. Ton)


Abend · Dienstag, 16. August 188

Ruf vor dem Evangelium vgl. 2 Kor 8, 9

Halleluja. Halleluja.

Jesus Christus, der reich war, wurde aus Liebe arm. Und durch

seine Armut hat er uns reich gemacht.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 19, 23–30

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Amen, das sage ich

euch: Ein Reicher wird nur schwer in das Himmelreich kommen.

Nochmals sage ich euch: Eher geht ein Kamel durch ein

Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt.

Als die Jünger das hörten, erschraken sie sehr und sagten: Wer

kann dann noch gerettet werden?

Jesus sah sie an und sagte zu ihnen: Für Menschen ist das unmöglich,

für Gott aber ist alles möglich.

Da antwortete Petrus: Du weißt, wir haben alles verlassen und

sind dir nachgefolgt. Was werden wir dafür bekommen?

Jesus erwiderte ihnen: Amen, ich sage euch: Wenn die Welt

neu geschaffen wird und der Menschensohn sich auf den Thron

der Herrlichkeit setzt, werdet ihr, die ihr mir nachgefolgt seid,

auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

Und jeder, der um meines Namens willen Häuser oder Brüder,

Schwestern, Vater, Mutter, Kinder oder Äcker verlassen hat, wird

dafür das Hundertfache erhalten und das ewige Leben gewinnen.

Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten

sein, und die Letzten werden die Ersten sein.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


189

Dienstag, 16. August · Abend

Innehalten am Abend

Ich für meinen Teil halte die Tugend der Geduld für größer als

Zeichen und Wunder.

Gregor der Große (590 zum Papst gewählt, er ist der jüngste der vier

großen lateinischen Kirchenväter der Spätantike, gestorben 604)

• Auf einer Skala von eins bis zehn: Wo würde ich bei mir die

Tugend der Geduld ansiedeln?

• Was hilft mir, gegebenenfalls noch geduldiger und gelassener

zu werden?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Gott, deine Liebe reicht weit,

du hüllst sie ein in ein Kleid

aus Bäumen, Blumen und Ähren,

die schön sind und uns ernähren.

Wir wurzeln in ihr von Zeit zu Zeit:

Gott, deine Liebe reicht weit.

Gott, deine Liebe ein Lied,

das mich seit je zu dir zieht.

Singt, Vögel, Wellen und Winde,

dass meinen Ursprung ich finde.

Dein Atem belebt, die Schwermut flieht:

Gott, deine Liebe, ein Lied.

Gott, deine Liebe hält warm.

Sie ist der schützende Arm,

mit dem wir Menschen uns geben,

was jeder braucht für sein Leben.

Wir schöpfen aus ihr Hoffnung und Charme:

Gott, deine Liebe hält warm.

Eugen Eckert


Abend · Dienstag, 16. August 190

Psalm 82

Gott steht auf in der Versammlung der Götter, *

im Kreis der Götter hält er Gericht.

„Wie lange noch wollt ihr ungerecht richten *

und die Frevler begünstigen?

Verschafft Recht den Unterdrückten und Waisen, *

verhelft den Gebeugten und Bedürftigen zum Recht!

Befreit die Geringen und Armen, *

entreißt sie der Hand der Frevler!“

Sie aber haben weder Einsicht noch Verstand, /

sie tappen dahin im Finstern.*

Alle Grundfesten der Erde wanken.

„Wohl habe ich gesagt: Ihr seid Götter, *

ihr alle seid Söhne des Höchsten.

Doch nun sollt ihr sterben wie Menschen, *

sollt stürzen wie jeder der Fürsten.“

Erheb dich, Gott, und richte die Erde! *

Denn alle Völker werden dein Erbteil sein.

Ehre sei dem Vater ...

Ewiger Gott, in deinem Sinn dürfen wir deine Schöpfung gestalten.

Täglich sehen wir, wie wenig wir dieser Würde gerecht

werden. Gewähre uns die Gnade, alle Geschöpfe mit Ehrfurcht

zu behandeln und besonders unseren notleidenden Mitmenschen

zu dienen.

Lesung Kol 3, 16

Das Wort Christi wohne mit seinem ganzen Reichtum bei

euch. Belehrt und ermahnt einander in aller Weisheit!

Singt Gott in eurem Herzen Psalmen, Hymnen und Lieder, wie

sie der Geist eingibt, denn ihr seid in Gottes Gnade.


191

Dienstag, 16. August · Abend

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Großes hat an mir getan der Mächtige, sein Name ist heilig.

Fürbitten

„Viele aber, die jetzt die Ersten sind, werden dann die Letzten

sein, und die Letzten werden die Ersten sein.“ Reservierte Plätze

wird es im Himmelreich nicht geben, so sagt es die heutige

Lesung. Gerade deshalb vertrauen wir auf Gott, den barmherzigen

Vater, und bitten ihn:

A: Höre und erhöre uns.

– Für die Kirche, die sich auf den Weg innerer und äußerer

Erneuerung gemacht hat.

– Für alle, die Heil und Heilung suchen.

– Für alle, die die Not anderer sehen und für sie da sind.

– Für alle, die Verständigung auch über schwierige Fragen und

Themen suchen.

– Für alle, die anderen die Hand reichen über den Gräben des

Hasses.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, nimm unser Abendlob an. Gib, dass wir allezeit

im Herzen bewahren, was wir mit den Lippen bekennen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Salve Regina (Seite 378)


Mittwoch, 17. August 2022

Namenstag: Karlmann (Sohn Karl Martells, fränk. Hausmeier, Benediktiner,

† 754) · hl. Jeron (Glaubensbote in Holland und Friesland, †

um 856) · sel. Guda von Arnstein (Jutta, Reklusin, 12. Jh.)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Hymnus

Mein Hirt ist Gott, der Herr,

er will mich immer weiden.

Darum ich nimmermehr

mag Not und Mangel leiden.

Er wird mit treuem Mut

auf grünen Auen gut

mir Rast und Weide geben

und wird mich immerdar

an Wassern still und klar,

erfrischen und beleben.

Er wird die Seele mein

mit Lebenstrank erquicken,

wird durch den Namen sein

auf rechte Bahn mich schicken.

Und wandelt ich einmal

weglos im finstern Tal,

da Todesschatten wäre,

fürcht ich mich dennoch nicht;

ich weiß mit Zuversicht:

du bist bei mir, o Herre.

Kaspar Ulenberg, 1582

Melodie: GL 421

Psalm 103 Verse 17–22

Die Huld des Herrn währt immer und ewig *

für alle, die ihn fürchten und ehren;

sein Heil erfahren noch Kinder und Enkel; /

alle, die seinen Bund bewahren, *

an seine Gebote denken und danach handeln.


193

Mittwoch, 17. August · Morgen

Der Herr hat seinen Thron errichtet im Himmel, *

seine königliche Macht beherrscht das All.

Lobt den Herrn, ihr seine Engel, /

ihr starken Helden, die seine Befehle vollstrecken, *

seinen Worten gehorsam!

Lobt den Herrn, all seine Scharen, *

seine Diener, die seinen Willen vollziehen!

Lobt den Herrn, all seine Werke, /

an jedem Ort seiner Herrschaft! *

Lobe den Herrn, meine Seele!

Ehre sei dem Vater ...

Ewiger, gütiger Gott, bewahre uns in deiner Huld. Geleite uns

durch deine Engel, dass wir sicher unseren Weg vor dir gehen.

Lesung Dtn 4, 39–40a

Heute sollst du erkennen und dir zu Herzen nehmen: Jahwe

ist der Gott im Himmel droben und auf der Erde unten, keiner

sonst. Daher sollst du auf seine Gesetze und seine Gebote

achten, auf die ich dich heute verpflichte.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Dienet dem Herrn in Heiligkeit, denn er befreit uns aus der

Hand unserer Feinde.

Bitten

Gepriesen sei Jesus Christus, der seine Liebe in unsere Herzen

gesenkt hat. Zu ihm lasst uns rufen:

A: Lob sei dir, König der Herrlichkeit.

– Durch unser Trauern mit den Betrübten.

– Durch unsere Nähe zu den Verzweifelten.

– Durch unseren Einsatz für die Benachteiligten.


Eucharistie · Mittwoch, 17. August 194

Vaterunser

Oration

Barmherziger Gott, lenke du selbst unsere Herzen zu dir hin;

denn ohne deine Hilfe können wir dir nicht gefallen. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Tagesgebet

Texte zur Eucharistiefeier

Allmächtiger, ewiger Gott, wir dürfen dich Vater nennen, denn

du hast uns an Kindes Statt angenommen. Gib, dass wir mehr

und mehr aus dem Geist der Kindschaft leben, damit wir die

wahre Freiheit finden und das unvergängliche Erbe erlangen.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 34, 1–11

Das Wort des Herrn erging an mich: Menschensohn, sprich

als Prophet gegen die Hirten Israels, sprich als Prophet,

und sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Weh den Hirten

Israels, die nur sich selbst weiden. Müssen die Hirten nicht die

Herde weiden?

Ihr trinkt die Milch, nehmt die Wolle für eure Kleidung und

schlachtet die fetten Tiere; aber die Herde führt ihr nicht auf die

Weide. Die schwachen Tiere stärkt ihr nicht, die kranken heilt

ihr nicht, die verletzten verbindet ihr nicht, die verscheuchten

holt ihr nicht zurück, die verirrten sucht ihr nicht, und die starken

misshandelt ihr.

Und weil sie keinen Hirten hatten, zerstreuten sich meine

Schafe und wurden eine Beute der wilden Tiere.


195

Mittwoch, 17. August · Eucharistie

Meine Herde irrte auf allen Bergen und Höhen umher und

war über das ganze Land verstreut. Doch keiner kümmerte sich

um sie; niemand suchte sie.

Darum ihr Hirten, hört das Wort des Herrn: So wahr ich lebe –

Spruch Gottes, des Herrn: Weil meine Herde geraubt wurde und

weil meine Schafe eine Beute der wilden Tiere wurden – denn

sie hatten keinen Hirten – und weil meine Hirten nicht nach

meiner Herde fragten, sondern nur sich selbst und nicht meine

Herde weideten, darum, ihr Hirten, hört das Wort des Herrn:

So spricht Gott, der Herr: Nun gehe ich gegen die Hirten vor

und fordere meine Schafe von ihnen zurück. Ich setze sie ab, sie

sollen nicht mehr die Hirten meiner Herde sein. Die Hirten sollen

nicht länger nur sich selbst weiden: Ich reiße meine Schafe

aus ihrem Rachen, sie sollen nicht länger ihr Fraß sein.

Denn so spricht Gott, der Herr: Jetzt will ich meine Schafe

selber suchen und mich selber um sie kümmern.

Impuls zur Lesung

Ezechiel zeichnet das Bild des guten Hirten: Dieser kümmert

sich selbst um seine Schafe, er sucht sie. Der Herr ist der Hirte,

und darum geht es den Schafen gut. Bedeutet dies, dass sich

Israel wie ein Kleinkind von seinem Allversorger einlullen lässt

und sich selbst als braves Schaf versteht? Darauf zielt das Bild

gerade nicht. Es geht um die Hoffnung, dass verantwortungslose

menschliche Herrscher nicht länger ihre despotische Macht

ausüben. Kein Freibrief mehr für Schinder und Schlächter, für

Weggucker und Gaffer – der ganz andere Hirte ist nicht selbstgerecht,

sondern gerecht.

Antwortpsalm Ps 23

Kehrvers: Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen. /

Er lässt mich lagern auf grünen Auen *

und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.


Eucharistie · Mittwoch, 17. August 196

Er stillt mein Verlangen; *

er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.

Kehrvers: Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht, *

ich fürchte kein Unheil;

denn du bist bei mir, *

dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht. – Kehrvers

Du deckst mir den Tisch *

vor den Augen meiner Feinde.

Du salbst mein Haupt mit Öl, *

du füllst mir reichlich den Becher. – Kehrvers

Lauter Güte und Huld *

werden mir folgen mein Leben lang,

und im Haus des Herrn *

darf ich wohnen für lange Zeit. – Kehrvers

Kehrvers siehe Vers 1, ferner GL 37, 1 · GL 1975 718, 1 · KG 611 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Hebr 4, 12

Halleluja. Halleluja.

Lebendig ist das Wort Gottes und kraftvoll. Es richtet über die

Regungen und Gedanken der Herzen.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 20, 1–16a

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende Gleichnis:

Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Gutsbesitzer,

der früh am Morgen sein Haus verließ, um Arbeiter für seinen

Weinberg anzuwerben. Er einigte sich mit den Arbeitern auf

einen Denar für den Tag und schickte sie in seinen Weinberg.

Um die dritte Stunde ging er wieder auf den Markt und sah

andere dastehen, die keine Arbeit hatten. Er sagte zu ihnen:


197

Mittwoch, 17. August · Abend

Geht auch ihr in meinen Weinberg! Ich werde euch geben, was

recht ist. Und sie gingen.

Um die sechste und um die neunte Stunde ging der Gutsherr

wieder auf den Markt und machte es ebenso.

Als er um die elfte Stunde noch einmal hinging, traf er wieder

einige, die dort herumstanden. Er sagte zu ihnen: Was steht ihr

hier den ganzen Tag untätig herum? Sie antworteten: Niemand

hat uns angeworben. Da sagte er zu ihnen: Geht auch ihr in

meinen Weinberg!

Als es nun Abend geworden war, sagte der Besitzer des Weinbergs

zu seinem Verwalter: Ruf die Arbeiter, und zahl ihnen

den Lohn aus, angefangen bei den letzten, bis hin zu den ersten.

Da kamen die Männer, die er um die elfte Stunde angeworben

hatte, und jeder erhielt einen Denar. Als dann die ersten

an der Reihe waren, glaubten sie, mehr zu bekommen. Aber

auch sie erhielten nur einen Denar. Da begannen sie, über den

Gutsherrn zu murren, und sagten: Diese letzten haben nur eine

Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleichgestellt; wir aber

haben den ganzen Tag über die Last der Arbeit und die Hitze

ertragen.

Da erwiderte er einem von ihnen: Mein Freund, dir geschieht

kein Unrecht. Hast du nicht einen Denar mit mir vereinbart?

Nimm dein Geld und geh! Ich will dem letzten ebenso viel geben

wie dir. Darf ich mit dem, was mir gehört, nicht tun, was

ich will? Oder bist du neidisch, weil ich zu anderen gütig bin?

So werden die Letzten die Ersten sein.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Abend · Mittwoch, 17. August 198

Innehalten am Abend

Jede Zeit wie jeder Mensch hat ein gewisses Gedankenfeld,

über das hinaus nichts wahrgenommen wird.

Bertha von Suttner (eigentlich Baroness Bertha Sophie Felicitas von, österreichische

Schriftstellerin und Pazifistin; Friedensnobelpreis 1905; 1843–1914)

• Wo könnten die blinden Flecken auf meinem eigenen „Gedankenfeld“

liegen?

• Wie kann ich den Radius meiner Wahrnehmung erweitern?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Lass dich, Herr Jesu Christ,

durch mein Gebet bewegen,

komm in mein Haus und Herz

und bringe mir den Segen.

All Arbeit, Müh und Kunst

ohn dich nichts richtet aus;

wo du mit Gnaden bist,

gesegnet wird das Haus.

Johann Heermann 1630 – EG 496

Psalm 139 Verse 1b–12

Herr, du hast mich erforscht, und du kennst mich. /

Ob ich sitze oder stehe, du weißt von mir. *

Von fern erkennst du meine Gedanken.

Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt; *

du bist vertraut mit all meinen Wegen.

Noch liegt mir das Wort nicht auf der Zunge – *

du, Herr, kennst es bereits.

Du umschließt mich von allen Seiten *

und legst deine Hand auf mich.

Zu wunderbar ist für mich dieses Wissen, *

zu hoch, ich kann es nicht begreifen.

Wohin könnte ich fliehen vor deinem Geist, *

wohin mich vor deinem Angesicht flüchten?


199

Mittwoch, 17. August · Abend

Steige ich hinauf in den Himmel, so bist du dort; *

bette ich mich in der Unterwelt, bist du zugegen.

Nehme ich die Flügel des Morgenrots *

und lasse mich nieder am äußersten Meer,

auch dort wird deine Hand mich ergreifen *

und deine Rechte mich fassen.

Würde ich sagen: „Finsternis soll mich bedecken, /

statt Licht soll Nacht mich umgeben“, *

auch die Finsternis wäre für dich nicht finster,

die Nacht würde leuchten wie der Tag, *

die Finsternis wäre wie Licht.

Ehre sei dem Vater ...

Wohin immer wir kommen, umgibst du uns, Allgegenwärtiger.

Doch du engst uns nicht ein. Du wirbst um uns und wartest,

dass wir uns dir zuwenden. Öffne uns Augen und Herz, lass uns

deine Hand ergreifen.

Lesung Jer 31, 16–17

So spricht der Herr: Verwehre deiner Stimme die Klage und

deinen Augen die Tränen! Denn es gibt einen Lohn für deine

Mühe – Spruch des Herrn: Sie werden zurückkehren aus

dem Feindesland. Es gibt eine Hoffnung für deine Nachkommen

– Spruch des Herrn: Die Söhne werden zurückkehren in

ihre Heimat.

Nunc dimittis – Lobgesang des Simeon

Antiphon zum Nunc dimittis:

Sei unser Heil, o Herr, wenn wir wachen, und unser Schutz,

wenn wir schlafen; damit wir wachen mit Christus und ruhen

in seinem Frieden.


Abend · Mittwoch, 17. August 200

Fürbitten

Lasst uns beten zu Jesus Christus, der uns neues Leben erschlossen

hat:

A: Mach uns zu Boten der Freiheit.

Für alle, deren Leben sich in Arbeit und Konsum erschöpft:

– dass wir ihnen Räume der Begegnung mit dir eröffnen.

Für alle, die ihre Hoffnung auf sich selbst, die Technik oder das

Geld setzen:

– dass wir für sie da sind, wenn sie unsere Hilfe brauchen.

Für alle, die hungern und Not leiden:

– dass wir in geschwisterlicher Liebe mit ihnen teilen.

Für alle, die krank sind oder im Sterben liegen:

– dass wir ihnen heilende Nähe schenken.

Für alle, die uns vorausgegangen sind zu dir:

– dass wir sie nicht vergessen, sondern ausharren in der Hoffnung

auf Wiederbegegnung bei dir.

Vaterunser

Oration

Gütiger Gott, du sättigst die Hungernden, die zu dir rufen. Gedenke

deiner Huld und schenke unserer Armut den Reichtum

deiner Gaben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Salve Regina (Seite 378)


Donnerstag, 18. August 2022

Namenstag: hl. Helena (Kaiserinmutter, Pilgerin im Heiligen Land,

† 330) · hl. Rainald von Ravenna (Bischof, † 1321) · Claudia von Genf

(Klarissin, 15. Jh.)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

All Morgen ist ganz frisch und neu

des Herren Gnad und große Treu;

sie hat kein End den langen Tag,

drauf jeder sich verlassen mag.

O Gott, du schöner Morgenstern,

gib uns, was wir von dir begehrn:

Zünd deine Lichter in uns an,

lass uns an Gnad kein Mangel han.

Treib aus, o Licht, all Finsternis;

behüt uns, Herr, vor Ärgernis,

vor Blindheit und vor aller Schand,

und reich uns Tag und Nacht dein Hand,

zu wandeln als am lichten Tag,

damit, was immer sich zutrag,

wir stehn im Glauben bis ans End

und bleiben von dir ungetrennt.

Johannes Zwick, um 1541

GL 710 (Anhang München-Freising) · GL 1975 666 · KG 670 · EG 440


Morgen · Donnerstag, 18. August 202

Psalm 143 Verse 1–11

Herr, höre mein Gebet, vernimm mein Flehen; *

in deiner Treue erhöre mich, in deiner Gerechtigkeit!

Geh mit deinem Knecht nicht ins Gericht; *

denn keiner, der lebt, ist gerecht vor dir.

Der Feind verfolgt mich, tritt mein Leben zu Boden, *

er lässt mich in der Finsternis wohnen wie längst Verstorbene.

Mein Geist verzagt in mir, *

mir erstarrt das Herz in der Brust.

Ich denke an die vergangenen Tage, /

sinne nach über all deine Taten, *

erwäge das Werk deiner Hände.

Ich breite die Hände aus und bete zu dir; *

meine Seele dürstet nach dir wie lechzendes Land.

Herr, erhöre mich bald, *

denn mein Geist wird müde;

verbirg dein Antlitz nicht vor mir, *

damit ich nicht werde wie Menschen, die längst begraben sind.

Lass mich deine Huld erfahren am frühen Morgen; *

denn ich vertraue auf dich.

Zeig mir den Weg, den ich gehen soll; *

denn ich erhebe meine Seele zu dir.

Herr, entreiß mich den Feinden! *

Zu dir nehme ich meine Zuflucht.

Lehre mich, deinen Willen zu tun; denn du bist mein Gott. *

Dein guter Geist leite mich auf ebenem Pfad.

Um deines Namens willen, Herr, erhalt mich am Leben, *

führe mich heraus aus der Not in deiner Gerechtigkeit!

Ehre sei dem Vater ...


203

Donnerstag, 18. August · Morgen

Menschenfreundlicher Gott, durch deinen Sohn lehrst du uns,

deinen Willen zu tun. Schenke uns deinen Geist, damit wir auf

ebenen Pfaden vor dir gehen.

Lesung Bar 4, 28–29

Wie euer Sinn auf den Abfall von Gott gerichtet war, so

zeigt nun zehnfachen Eifer, umzukehren und ihn zu suchen.

Er, der über euch das Unheil gebracht hat, wird mit eurer

Rettung euch ewige Freude bringen.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Lass uns, Herr, dein Heil erfahren und vergib uns unsere Sünden.

Bitten

Deine Gerechtigkeit erweist du, ewiger Gott, indem du dem

Sünder die Schuld vergibst. Wir bitten dich:

A: Herr, befreie uns.

Immer wieder greift unser Bemühen zu kurz und wir versäumen

zu tun, was du von uns erwartest;

– nimm von uns die Last unserer Schuld und fange stets neu

mit uns an.

Was wir Menschen einander antun, wirft Mauern zwischen

uns auf, die das Leben ersticken;

– lass uns den ersten Schritt tun, damit wir wieder zueinanderfinden.

Viele werden von ihren Nachbarn oder Kollegen in die Enge

getrieben;

– rüttle uns wach, dass wir den Bedrängten zu Hilfe kommen

und ihren Bedrängern entgegentreten.

Vaterunser


Eucharistie · Donnerstag, 18. August 204

Oration

Du, der du uns deinen Namen genannt und uns Mut gemacht

hast, dich anzusprechen, wir kommen zu dir und sagen: Gott,

unser Vater, wir danken dir, dass du für uns da bist. Hilf uns,

dass auch wir für dich leben – und für die Menschen, in denen

du uns begegnest. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Tagesgebet

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, du hast deinen Sohn als das wahre Licht in die Welt gesandt.

Offenbare den Menschen deine Wahrheit durch den Heiligen

Geist, den er verheißen hat, und öffne ihre Herzen für den

Glauben. Gib, dass alle in der Taufe das neue Leben empfangen

und Glieder deines Volkes werden. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 36, 23–28

So spricht der Herr: Meinen großen, bei den Völkern entweihten

Namen, den ihr mitten unter ihnen entweiht habt,

werde ich wieder heiligen. Und die Völker – Spruch Gottes,

des Herrn – werden erkennen, dass ich der Herr bin, wenn ich

mich an euch vor ihren Augen als heilig erweise.

Ich hole euch heraus aus den Völkern, ich sammle euch aus

allen Ländern und bringe euch in euer Land. Ich gieße reines

Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein. Ich reinige euch

von aller Unreinheit und von allen euren Götzen.

Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist

in euch. Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust und gebe

euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist in euch und


205

Donnerstag, 18. August · Eucharistie

bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf meine Gebote

achtet und sie erfüllt.

Dann werdet ihr in dem Land wohnen, das ich euren Vätern

gab. Ihr werdet mein Volk sein, und ich werde euer Gott sein.

Impuls zur Lesung

In eine düstere Situation wirft Ezechiel durch die Vision eines

neuen, eines erneuerten und erneuernden Gottesbundes

helles Licht: „Ich nehme das Herz von Stein aus eurer Brust

und gebe euch ein Herz von Fleisch. Ich lege meinen Geist

in euch und bewirke, dass ihr meinen Gesetzen folgt und auf

meine Gebote achtet und sie erfüllt.“ Der Prophet ist davon

überzeugt, dass der Herr Israel neu vor die Wahl stellt, sich für

ihn, für ein Leben gemäß seiner Weisung, zu entscheiden. Alle

Türen zu? Nichts geht mehr? Nein, nichts ist verhängt, nichts

ist vorentschieden, nichts ist verschlossen, alle Türen offen;

wähle heute. Wähle das Leben. Was für eine Befreiung, wenn

ein hartes Herz aus seiner Erstarrung erwacht.

Antwortpsalm Ps 51, 12–15.18–19

Kehrvers:

Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein von

all euren Sünden.

Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, *

und gib mir einen neuen, beständigen Geist!

Verwirf mich nicht von deinem Angesicht, *

und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir! – Kehrvers

Mach mich wieder froh mit deinem Heil; *

mit einem willigen Geist rüste mich aus!

Dann lehre ich Abtrünnige deine Wege, *

und die Sünder kehren um zu dir. – Kehrvers

Schlachtopfer willst du nicht, ich würde sie dir geben; *

an Brandopfern hast du kein Gefallen.


Eucharistie · Donnerstag, 18. August 206

Das Opfer, das Gott gefällt, ist ein zerknirschter Geist, *

ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du,

Gott, nicht verschmähen.

Kehrvers:

Ich gieße reines Wasser über euch aus, dann werdet ihr rein von

all euren Sünden.

Kehrvers vgl. Ez 36, 25, ferner GL 517 · GL 1975 527, 5 · KG 613 (IV. Ton)

oder GL 1975 173, 2 (VI. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.

vgl. Ps 95, 7b.8a

Wenn ihr heute seine Stimme hört, verhärtet nicht euer Herz!

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 22, 1–14

In jener Zeit erzählte Jesus den Hohenpriestern und den Ältesten

des Volkes das folgende Gleichnis: Mit dem Himmelreich

ist es wie mit einem König, der die Hochzeit seines Sohnes vorbereitete.

Er schickte seine Diener, um die eingeladenen Gäste

zur Hochzeit rufen zu lassen. Sie aber wollten nicht kommen.

Da schickte er noch einmal Diener und trug ihnen auf: Sagt

den Eingeladenen: Mein Mahl ist fertig, die Ochsen und das

Mastvieh sind geschlachtet, alles ist bereit. Kommt zur Hochzeit!

Sie aber kümmerten sich nicht darum, sondern der eine ging auf

seinen Acker, der andere in seinen Laden, wieder andere fielen

über seine Diener her, misshandelten sie und brachten sie um.

Da wurde der König zornig; er schickte sein Heer, ließ die

Mörder töten und ihre Stadt in Schutt und Asche legen.

Dann sagte er zu seinen Dienern: Das Hochzeitsmahl ist

vorbereitet, aber die Gäste waren es nicht wert, eingeladen zu

werden. Geht also hinaus auf die Straßen und ladet alle, die ihr

trefft, zur Hochzeit ein. Die Diener gingen auf die Straßen hinaus

und holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute,

und der Festsaal füllte sich mit Gästen.


207

Donnerstag, 18. August · Abend

Als sie sich gesetzt hatten und der König eintrat, um sich die

Gäste anzusehen, bemerkte er unter ihnen einen Mann, der

kein Hochzeitsgewand anhatte. Er sagte zu ihm: Mein Freund,

wie konntest du hier ohne Hochzeitsgewand erscheinen? Darauf

wusste der Mann nichts zu sagen.

Da befahl der König seinen Dienern: Bindet ihm Hände und

Füße, und werft ihn hinaus in die äußerste Finsternis! Dort

wird er heulen und mit den Zähnen knirschen. Denn viele sind

gerufen, aber nur wenige auserwählt.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Jede Gemeinschaft mit Gott führt zum Nächsten.

Roger Schutz (Gründer der Gemeinschaft von Taizé, 1915–2005)

• Wie ist mein Umgang mit anderen, wie freundschaftlich,

wie verzeihend, wie treu?

• Wer ist mir Vorbild im liebevollen, im großherzigen Miteinander?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Ein reines Herz, Herr, schaff in mir,

schließ zu der Sünde Tor und Tür;

vertreibe sie und lass nicht zu,

dass sie in meinem Herzen ruh.


Abend · Donnerstag, 18. August 208

Dir öffn ich, Jesu, meine Tür,

ach komm und wohne du bei mir;

treib all Unreinigkeit hinaus

aus deinem Tempel, deinem Haus.

Lass deines guten Geistes Licht

und dein hell glänzend Angesicht

erleuchten mein Herz und Gemüt,

o Brunnen unerschöpfter Güt,

und mache dann mein Herz zugleich

an Himmelsglut und Segen reich;

gib Weisheit, Stärke, Rat, Verstand

aus deiner milden Gnadenhand.

So will ich deines Namens Ruhm

ausbreiten als dein Eigentum

und dieses achten für Gewinn,

wenn ich nur dir ergeben bin.

Heinrich Georg Neuß 1703

EG 389 – Melodie: GL 485 · GL 1975 643 · KG 512

Psalm 119 Verse 153–160 Resch

Sieh mein Elend an und rette mich; *

denn ich habe deine Weisung nicht vergessen.

Verschaff mir Recht und erlöse mich; *

nach deiner Weisung erhalte mein Leben!

Fern bleibt den Frevlern das Heil; *

denn sie fragen nicht nach deinen Gesetzen.

Herr, groß ist dein Erbarmen; *

durch deine Entscheide belebe mich!

Viele verfolgen und quälen mich, *

doch von deinen Vorschriften weich’ ich nicht ab.

Wenn ich Abtrünnige sehe, empfinde ich Abscheu, *

weil sie dein Wort nicht befolgen.


209

Donnerstag, 18. August · Abend

Sieh an, wie sehr ich deine Vorschriften liebe; *

Herr, in deiner Huld belebe mich!

Das Wesen deines Wortes ist Wahrheit, *

deine gerechten Urteile haben auf ewig Bestand.

Ehre sei dem Vater ...

Du, Gott Israels, siehst auf unsere Not und willst uns retten.

Gib uns die Gnade zu sehen, wo du deine Hand nach uns ausstreckst.

Lesung Bar 5, 3–4

Gott will deinen Glanz dem ganzen Erdkreis unter dem Himmel

zeigen. Gott gibt dir für immer den Namen: Friede der

Gerechtigkeit und Herrlichkeit der Gottesfurcht.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Selig, die hungern nach der Gerechtigkeit; der Herr wird sie

sättigen und mit seinen Gaben beschenken.

Fürbitten

Lasst uns beten zum auferstandenen Herrn Jesus Christus, der

alle Menschen zum wahren Leben geleiten will:

A: Nimm dich deiner Geschwister an.

– Wir bitten für alle, die sich deinem Wort verschließen.

– Wir bitten für alle, die sich mit Konsum und Vergnügungen

zufriedengeben.

– Wir bitten für alle, denen die Sorge um das tägliche Brot alle

Hoffnung raubt.

– Wir bitten für alle, die unversöhnt gestorben sind.

Vaterunser


Abend · Donnerstag, 18. August 210

Oration

Ewiger Gott, durch dein Gebot weist du uns den Weg zum Leben.

Gib, dass wir Jesu Beispiel folgen und uns ganz an dich

halten, damit uns und unseren Mitmenschen zum Segen wird,

was immer wir tun. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Redaktion Magnificat

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Salve Regina (Seite 378)


Freitag, 19. August 2022

Heiliger Johannes Eudes

Johannes Eudes (1601–1680) lebte in Frankreich. In Paris wurde

er 1623 Oratorianer und erhielt 1625 die Priesterweihe. Nach

der Betreuung von Pestkranken in Argentan widmete er sich seit

1631 verstärkt der Volksmission. Dabei fiel ihm der beklagenswerte

Bildungsstand der Priester auf. Deshalb gründete er 1643 die „Kongregation

von Jesus und Maria“, die „Eudisten“, deren Aufgabe vor

allem die Priesterausbildung war. 1644 gründete er die Schwesternkongregation

„Unsere Frau von der Liebe“, heute bekannt als

„Schwestern vom Guten Hirten“, die sich verstärkt um verwahrloste

Mädchen kümmerte. Er förderte die Herz-Jesu-Verehrung und

die Herz-Mariä-Verehrung. Johannes Eudes war berühmt für seine

Predigten, in denen sich volkstümlicher Ton und lebendige Theologie

verbanden. Er gilt als einer der großen Erneuerer des religiösen

Lebens in Frankreich.

Schrifttexte: Lesung: Eph 3, 14–19; Evangelium: Mt 11, 25–30

Namenstag: hl. Bertulf (Benediktiner, † 640) · sel. Reginlind von

Schwaben (Herzoginwitwe, Förderin von Einsiedeln, 10. Jh.) · hl.

Sebald (Einsiedler, Glaubensbote in Nürnberg, † vor 1070) · Caritas

Pirkheimer (Klarissin, Äbtissin in Nürnberg, † 1532)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Du gabst, o Herr, mir Sein und Leben

und deiner Lehre himmlisch Licht.


Morgen · Freitag, 19. August 212

Was kann dafür ich, Staub, dir geben?

Nur danken kann ich, mehr doch nicht.

Wohl mir! Du willst für deine Liebe

ja nichts als wieder Lieb’ allein;

und Liebe, dankerfüllte Liebe

soll meines Lebens Wonne sein.

Mich selbst, o Herr, mein Tun und Denken

und Leid und Freude opfr’ ich dir;

Herr, nimm durch deines Sohnes Opfer

dies Herzensopfer auch von mir.

Johann Philipp Neumann 1827

GL 754 (Anhang Bamberg)

Canticum

Tob 13, 2–5b.7c–9

Antiphon:

Preist den Herrn der Gerechtigkeit, rühmt den ewigen König.

Gepriesen sei Gott, der in Ewigkeit lebt, *

sein Königtum sei gepriesen!

Er züchtigt und hat auch wieder Erbarmen, /

er führt hinab in die Unterwelt

und führt auch wieder zum Leben. *

Niemand kann seiner Macht entfliehen.

Bekennt euch zu ihm vor allen Völkern, ihr Kinder Israels, *

denn er selbst hat uns unter die Völker zerstreut.

Verkündet dort seine erhabene Größe, *

preist ihn laut vor allem, was lebt.

Denn er ist unser Herr und Gott, *

er ist unser Vater in alle Ewigkeit.

Er züchtigt uns wegen unsrer Sünden, *

doch hat er auch wieder Erbarmen.

Preist den Herrn der Gerechtigkeit, *

rühmt den ewigen König!


213

Freitag, 19. August · Morgen

Ich bekenne mich zum Herrn im Land der Verbannung, *

ich bezeuge den Sündern seine Macht und erhabene Größe.

Kehrt um, ihr Sünder; /

tut, was recht ist in seinen Augen! *

Vielleicht ist er gnädig und hat mit euch Erbarmen.

Ich will meinen Gott rühmen, den König des Himmels, *

meine Seele freut sich über die erhabene Größe meines Gottes.

Ehre sei dem Vater ...

Lesung Röm 1, 16–17

Ich schäme mich des Evangeliums nicht: es ist eine Kraft Gottes,

die jeden rettet, der glaubt, zuerst den Juden, aber ebenso

den Griechen. Denn im Evangelium wird die Gerechtigkeit

Gottes offenbart aus Glauben zum Glauben, wie in der Schrift

steht: Der aus Glauben Gerechte wird leben.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes hat uns besucht

das aufstrahlende Licht aus der Höhe.

Bitten

Jesus, du hast uns dein Leben gegeben. Wir bitten dich:

A: Bleibe bei uns, Herr.

– Damit wir für unsere Mitmenschen da sein können.

– Damit wir trotz aller Rückschläge weiter auf das Kommen

deines Reiches hoffen.

– Damit wir allen Mut machen können, die nicht wissen, wie

es weitergehen soll.

Vaterunser


Eucharistie · Freitag, 19. August 214

Oration

Herr und Gott, schenk uns den Reichtum deiner Gnade und

lenke unsere Schritte auf dem Weg deiner Gebote, damit wir

schon in diesem Leben Trost und Frieden finden und einst die

ewige Freude erlangen. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Tagesgebet

Texte zur Eucharistiefeier

Allmächtiger Gott, sende uns den Heiligen Geist und entzünde

in unseren Herzen das Feuer deiner Liebe, damit unser Sinnen

und Trachten suche, was dir gefällt, und wir dich aufrichtig

lieben in unseren Brüdern und Schwestern. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 37, 1–14

In jenen Tagen legte sich die Hand des Herrn auf mich, und

der Herr brachte mich im Geist hinaus und versetzte mich

mitten in die Ebene. Sie war voll von Gebeinen.

Er führte mich ringsum an ihnen vorüber, und ich sah sehr

viele über die Ebene verstreut liegen; sie waren ganz ausgetrocknet.

Er fragte mich: Menschensohn, können diese Gebeine wieder

lebendig werden? Ich antwortete: Herr und Gott, das weißt nur

du.

Da sagte er zu mir: Sprich als Prophet über diese Gebeine,

und sag zu ihnen: Ihr ausgetrockneten Gebeine, hört das Wort

des Herrn! So spricht Gott, der Herr, zu diesen Gebeinen: Ich

selbst bringe Geist in euch, dann werdet ihr lebendig. Ich spanne

Sehnen über euch und umgebe euch mit Fleisch; ich über-


215

Freitag, 19. August · Eucharistie

ziehe euch mit Haut und bringe Geist in euch, dann werdet ihr

lebendig. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.

Da sprach ich als Prophet, wie mir befohlen war; und noch

während ich redete, hörte ich auf einmal ein Geräusch: Die

Gebeine rückten zusammen, Bein an Bein. Und als ich hinsah,

waren plötzlich Sehnen auf ihnen, und Fleisch umgab sie, und

Haut überzog sie. Aber es war noch kein Geist in ihnen.

Da sagte er zu mir: Rede als Prophet zum Geist, rede, Menschensohn,

sag zum Geist: So spricht Gott, der Herr: Geist,

komm herbei von den vier Winden! Hauch diese Erschlagenen

an, damit sie lebendig werden.

Da sprach ich als Prophet, wie er mir befohlen hatte, und es

kam Geist in sie. Sie wurden lebendig und standen auf – ein

großes, gewaltiges Heer.

Er sagte zu mir: Menschensohn, diese Gebeine sind das ganze

Haus Israel. Jetzt sagt Israel: Ausgetrocknet sind unsere Gebeine,

unsere Hoffnung ist untergegangen, wir sind verloren. Deshalb

tritt als Prophet auf, und sag zu ihnen: So spricht Gott, der

Herr: Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren

Gräbern herauf. Ich bringe euch zurück in das Land Israel.

Wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren

Gräbern heraufhole, dann werdet ihr erkennen, dass ich der

Herr bin. Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr

lebendig, und ich bringe euch wieder in euer Land. Dann werdet

ihr erkennen, dass ich der Herr bin.

Ich habe gesprochen, und ich führe es aus – Spruch des

Herrn.

Impuls zur Lesung

Das deutsche Wort Geist klingt nach grauer Theorie und blasser

Abstraktion, oder gar gespenstisch-geisterhaft. Das war aber

nicht immer so, und es muss auch nicht bei diesem Klang

bleiben. Im Ezechiel-Buch hören wir von einem Feld, das mit

ausgebleichtem, dürrem Gebein übersät ist. Ein trostloser Anblick.

Und doch. Gottes Geist schafft aus dieser Triumphstätte


Eucharistie · Freitag, 19. August 216

des Todes regsames Leben. Erst bilden sich Sehnen, Haut und

Fleisch: Ohne diese könnten wir nicht leben, aber sie reichen

zum Leben nicht aus. Erst als Gottes Geist weht, haucht oder

bläst – Ursprung auch unseres Wortes Geist –, als er alle anweht

und anhaucht, werden aus den reglosen Körpern lebendige

Leiber. Erstorbenes regt sich, was tot war, wird wach. „Sie

wurden lebendig und standen auf.“ Menschen empfangen

Geisthauch und stehen auf. Stehen auf und gehen. Stehen auf

und leben. Miteinander, füreinander, geist-voll, vor Gott.

Antwortpsalm Ps 107, 2–9

Kehrvers: Halleluja – oder:

Danken sollen alle dem Herrn; denn seine Huld währt ewig.

So sollen alle sprechen, die vom Herrn erlöst sind, *

die er von den Feinden befreit hat.

Denn er hat sie aus den Ländern gesammelt, *

vom Aufgang und Niedergang,

vom Norden und Süden. – Kehrvers

Sie, die umherirrten in der Wüste, im Ödland, *

und den Weg zur wohnlichen Stadt nicht fanden,

die Hunger litten und Durst, *

denen das Leben dahinschwand. – Kehrvers

Die in ihrer Bedrängnis schrien zum Herrn, *

die er ihren Ängsten entriss

und die er führte auf geraden Wegen, *

sodass sie zur wohnlichen Stadt gelangten: – Kehrvers

sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, *

für sein wunderbares Tun an den Menschen,

weil er die lechzende Seele gesättigt, *

die hungernde Seele mit seinen Gaben erfüllt hat. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 15a, ferner GL 558, 1

oder GL 1975 233, 1 · KG 626 (VI. Ton)


217

Freitag, 19. August · Abend

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.

Ps 25, 4a.5a

Zeige mir, Herr, deine Wege, führe mich in deiner Treue und

lehre mich!

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 22, 34–40

In jener Zeit, als die Pharisäer hörten, dass Jesus die Sadduzäer

zum Schweigen gebracht hatte, kamen sie bei ihm zusammen.

Einer von ihnen, ein Gesetzeslehrer, wollte ihn auf die

Probe stellen und fragte ihn: Meister, welches Gebot im Gesetz

ist das wichtigste?

Er antwortete ihm: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben

mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken.

Das ist das wichtigste und erste Gebot.

Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten lieben

wie dich selbst.

An diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz samt den

Propheten.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

O Jesus! Sei immer Jesus, dann bin ich zufrieden, was mir

auch zustoßen möge!

Johannes Eudes (Heiliger des Tages)

• Was lässt mich ruhig werden und zufrieden?

• Was gibt mir Sicherheit?


Abend · Freitag, 19. August 218

Confiteor (Seite 18), Erbarme dich (Seite 30) – oder:

Gott, unser Heil, wir sehnen uns nach deiner Nähe. Du fehlst

uns, obwohl du immer um uns bist. Sende uns dein aufrichtendes

Wort, erleuchte uns mit einem Strahl deines Lichtes, dass

wir innehalten und unser Herz für dich öffnen. Bleib uns nicht

fern. Komm und mach uns froh.

Redaktion Magnificat

Hymnus

Täglich neu quillt unser Sein und Leben

aus der Hand des Vaters, der uns liebt.

Liebe trägt das Weltall, birgt die Schöpfung

in dem Sinn, den die Liebe ihr verleiht.

Alles ist ein Lobpreis dieser Liebe,

kehrt zurück in ihren ew’gen Schoß.

Dort erwartet uns des Lebens Fülle

nach dem Kampf und der Mühsal dieser Zeit.

Herr, wir legen nun in deine Hände

diesen Tag, den du uns neu geschenkt.

Du ergänze, was wir nicht vollendet,

du vergib, was nicht deinem Geist entsprach.

Großer Gott, wir neigen uns in Ehrfurcht,

beten staunend deine Größe an:

Vater mit dem Sohn im Heilgen Geiste,

segne uns und behüte deine Welt. Amen.

© 2013 Bernardin Schellenberger

Psalm 145 Verse 13c–21

Der Herr ist treu in all seinen Worten, *

voll Huld in all seinen Taten.

Der Herr stützt alle, die fallen, *

und richtet alle Gebeugten auf.


219

Freitag, 19. August · Abend

Aller Augen warten auf dich, *

und du gibst ihnen Speise zur rechten Zeit.

Du öffnest deine Hand *

und sättigst alles, was lebt, nach deinem Gefallen.

Gerecht ist der Herr in allem, was er tut, *

voll Huld in all seinen Werken.

Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe, *

allen, die zu ihm aufrichtig rufen.

Die Wünsche derer, die ihn fürchten, erfüllt er, *

er hört ihr Schreien und rettet sie.

Alle, die ihn lieben, behütet der Herr, *

doch alle Frevler vernichtet er.

Mein Mund verkünde das Lob des Herrn. *

Alles, was lebt, preise seinen heiligen Namen immer und ewig!

Ehre sei dem Vater ...

Du öffnest deine Hände und reichst uns dar, was wir brauchen.

Komm, gütiger Gott, und erfülle uns mit deinem Leben; denn

wir warten auf dich.

Lesung Röm 8, 1–2

Jetzt gibt es keine Verurteilung mehr für die, welche in Christus

Jesus sind. Denn das Gesetz des Geistes, des Lebens in

Christus Jesus, hat dich frei gemacht vom Gesetz der Sünde und

des Todes.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Denke, Herr, an dein Erbarmen, das du unseren Vätern verheißen

hast.


Abend · Freitag, 19. August 220

Fürbitten

Gott mit ganzem Herzen lieben und den Nächsten – wie sich

selbst: Das ist die Kernbotschaft des christlichen Glaubens. Rufen

wir zu unserem Vater und bitten ihn:

V: Gott, unser Heil, A: höre unser Gebet.

Für die Kirche:

– Lass sie immer wieder bewusst an der Seite der Armen stehen,

an der Seite der Menschen ohne Lobby.

Für unsere Gemeinden:

– Stärke sie im Glauben und in der Liebe und lass sie voll Hoffnung

der Einheit aller Getauften entgegengehen.

Für alle, die nun ihre Ferienwochen genießen:

– Lass sie frohe Tage erleben, lass sie Gemeinschaft erfahren

und unsere Welt, deine Schöpfung, mit neuen Augen sehen.

Für alle, die krank sind oder Kranke betreuen:

– Schenke ihnen Licht und Leben und lass sie die Wärme und

die Helligkeit dieser Sommerwochen spüren.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, so sehr hast du die Welt geliebt, dass du deinen

einzigen Sohn dahingabst für das Heil der Welt. Schenke

deiner Kirche die Bereitschaft, sich dir als lebendiges Opfer zu

weihen, damit sie ganz erfüllt werde von deiner Liebe. Darum

bitten wir durch Jesus Christus.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Salve Regina (Seite 378)


Samstag, 20. August 2022

Heiliger Bernhard von Clairvaux

Bernhard von Clairvaux (1090–1153) ist eine der großen und

einflussreichen Heiligengestalten des Mittelalters. Er stammte

aus einer adeligen und frommen Familie in Burgund. 1112 trat er

zusammen mit 30 Gefährten in das Reformkloster Cîteaux ein.

1115 wurde er mit zwölf Mönchen nach Clairvaux gesandt, um

dort ein neues Kloster zu gründen, dessen Abt er wurde. Von hier

aus gründete er 69 weitere Klöster. Bernhard war ein begabter Prediger.

Sein Rat und Einfluss wurde von den mächtigen Persönlichkeiten

seiner Zeit, Päpsten, Bischöfen und Fürsten, gesucht und

geschätzt. Trotzdem blieb er zutiefst Mönch und lehnte hohe kirchliche

Ämter und Würden ab. Er bekämpfte verschiedene Irrlehren,

ebenso die rationalistische Glaubensauslegung des Abaelard. Seine

Christusmystik, in deren Mittelpunkt der Gekreuzigte steht, war

wegweisend für die mittelalterliche Mystik. Auf Veranlassung von

Papst Eugen III. warb er landauf, landab für den zweiten Kreuzzug.

Die große Enttäuschung über die verheerende Niederlage überschattete

sein Lebensende. Bernhard wurde 1174 heiliggesprochen

und 1830 zum Kirchenlehrer erhoben.

Schrifttexte: Lesung: Sir 15, 1–6; Evangelium: Joh 17, 20–26

Namenstag: Samuel (Prophet) · hl. Oswin (angelsächs. König, Märtyrer,

† 651) · hl. Burchard von Worms (Bischof, † 1025) · hl. Ronald von

Orkney (Herzog, 12. Jh.) · sel. Hugo von Tennenbach (Zisterzienser,

† 1270)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Samstag, 20. August 222

Hymnus

Wie liebst du mich doch,

mein Gott, du meine Liebe!

Wie liebst du mich,

indem du immer und überall

meiner gedenkst,

immer und überall

auf das Heil des Bedürftigen

und Armen bedacht bist,

nicht nur übermütigen Menschen,

sondern auch Engeln in der Höhe gegenüber!

Im Himmel wie auf Erden

richtest du, o Herr,

die mir Schaden zufügen,

und bezwingst,

die wider mich kämpfen;

allerorts kommst du mir zu Hilfe,

allerorts stehst du mir bei,

allerorts bist du zu meiner Rechten,

damit ich nicht wanke.

Dafür will ich den Herrn preisen

mein Leben lang,

ich will meinem Gott lobsingen,

solange ich bin.

Bernhard von Clairvaux,

aus: ders., Sämtliche Werke, hg. v. Gerhard B. Winkler,

Bd. V, Tyrolia Innsbruck 1994, 253,

© ARGE St. Bernhard, Stift Wilhering, Linzer Str. 4, A-4073 Wilhering

Psalm 8 Verse 2–10

Herr, unser Herrscher, /

wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde; *

über den Himmel breitest du deine Hoheit aus.


223

Samstag, 20. August · Morgen

Aus dem Mund der Kinder und Säuglinge

schaffst du dir Lob, /

deinen Gegnern zum Trotz; *

deine Feinde und Widersacher müssen verstummen.

Seh ich den Himmel, das Werk deiner Finger, *

Mond und Sterne, die du befestigt:

Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, *

des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, *

hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.

Du hast ihn als Herrscher eingesetzt

über das Werk deiner Hände, *

hast ihm alles zu Füßen gelegt:

all die Schafe, Ziegen und Rinder *

und auch die wilden Tiere,

die Vögel des Himmels und die Fische im Meer, *

alles, was auf den Pfaden der Meere dahinzieht.

Herr, unser Herrscher, *

wie gewaltig ist dein Name auf der ganzen Erde!

Ehre sei dem Vater ...

Solange noch Kinder geboren werden, wird dein Lob nicht verstummen.

Guter Vater, lehre uns Ehrfurcht vor den Kindern

und hilf uns sie schützen.

Lesung Röm 12, 9–12

Eure Liebe sei ohne Heuchelei. Verabscheut das Böse, haltet

fest am Guten. Seid einander in brüderlicher Liebe zugetan,

übertrefft euch in gegenseitiger Achtung! Lasst nicht nach in

eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem

Herrn! Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in der Bedrängnis,

beharrlich im Gebet!


Morgen · Samstag, 20. August 224

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Bernhards Seele war erleuchtet vom Glanz des ewigen Wortes;

nun strahlt das Licht seines Glaubens in der ganzen Kirche.

Bitten

Gepriesen sei Gott, der uns hilft, unsere Grenzen zu überwinden:

V: Du unser Vater, A: gib uns ein fühlendes Herz.

– Damit wir erkennen, welchen Weg du uns führen willst.

– Damit uns kein Rückschlag davon abhält, Jesu Spuren zu folgen.

– Damit wir unseren Mitmenschen treue und verlässliche Weggefährten

sind.

Vaterunser

Oration

Allmächtiger Gott, du hast den heiligen Abt Bernhard mit brennender

Sorge für deine Kirche erfüllt und ihn in den Wirren

seiner Zeit zu einem hellen Licht gemacht. Erwecke auch heute

Menschen, die vom Geist Christi ergriffen sind und als Kinder

des Lichtes leben. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Du Gott des Bundes,

du lässt unter den Deinen Netzwerke der Liebe wachsen.

Segne alle, mit denen wir verbunden sind,

und hilf uns, den Suchenden Halt zu geben.

Denn dir gehen wir gemeinsam entgegen.


225

Samstag, 20. August · Eucharistie

Texte zur Eucharistiefeier

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Ezechiel Ez 43, 1–7a

Der Mann, der mich begleitete, führte mich zu einem der

Tore, dem Tor, das im Osten lag. Da sah ich, wie die Herrlichkeit

des Gottes Israels aus dem Osten herankam. Ihr Rauschen

war wie das Rauschen gewaltiger Wassermassen, und die

Erde leuchtete auf von seiner Herrlichkeit.

Die Erscheinung, die ich sah, war wie die Erscheinung, die

ich damals sah, als er kam, um die Stadt zu vernichten, und wie

die Erscheinung, die ich am Fluss Kebar gesehen hatte. Da fiel

ich nieder auf mein Gesicht.

Und die Herrlichkeit des Herrn zog in den Tempel ein durch

das Tor, das im Osten lag. Der Geist hob mich empor und brachte

mich in den Innenhof. Und die Herrlichkeit des Herrn erfüllte

den Tempel.

Dann hörte ich vom Tempel her, während der Mann neben

mir stand, einen, der mit mir redete; er sagte zu mir: Menschensohn,

das ist der Ort, wo mein Thron steht, und der Ort,

wo meine Füße ruhen; hier will ich für immer mitten unter den

Israeliten wohnen.

Antwortpsalm Ps 85, 9–14

Kehrvers:

Die Herrlichkeit Gottes wohnt in unserm Land.

Ich will hören, was Gott redet: /

Frieden verkündet der Herr seinem Volk *

und seinen Frommen, den Menschen mit redlichem Herzen.

Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten. *

Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land. – Kehrvers


Eucharistie · Samstag, 20. August 226

Es begegnen einander Huld und Treue; *

Gerechtigkeit und Friede küssen sich.

Treue sprosst aus der Erde hervor; *

Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.

Kehrvers:

Die Herrlichkeit Gottes wohnt in unserm Land.

Auch spendet der Herr dann Segen, *

und unser Land gibt seinen Ertrag.

Gerechtigkeit geht vor ihm her, *

und Heil folgt der Spur seiner Schritte. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 10b, ferner GL 454 oder KG 36 (VI. Ton)

oder GL 1975 529, 6 (II. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.

Mt 23, 9b.10b

Einer ist euer Vater, der im Himmel: Einer ist euer Lehrer,

Christus.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 23, 1–12

In jener Zeit wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger

und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich

auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was

sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun;

denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie

schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen

auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren,

um die Lasten zu tragen.

Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen:

Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren

Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz

und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf


227

Samstag, 20. August · Eucharistie

den Straßen und Plätzen lassen sie sich gern grüßen und von

den Leuten Rabbi – Meister – nennen.

Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer

ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand

auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer

Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen

lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.

Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich

selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt,

wird erhöht werden.

Impuls zum Evangelium

Unser Bild der Pharisäer ist vor allem von diesen und ähnlich

kämpferischen Versen aus dem 23. Kapitel des Matthäus-Evangeliums

geprägt. Waren die Pharisäer Heuchler? Zweifellos

rangen die Pharisäer der Zeit Jesu darum, den Willen Gottes

nicht nur zu lehren, wozu sie Jesus zufolge berechtigt sind (Mt

23, 3), sondern auch tagtäglich zu tun. Dennoch übten andere

jüdische Gruppierungen, auch Jesus, der pharisäischen Überzeugungen

in manchem durchaus nahestand, leidenschaftlich

an den Pharisäern Kritik – und es existierte eine lebhafte pharisäische

Selbstkritik! Erst als die pharisäische Richtung sich

nach 70 n. Chr. als entscheidende und maßgebliche Kraft im

Judentum verstand und es, zunächst auf Kosten der Vielfalt,

auch wurde, verschärfte sich der Ton zwischen jüdischen

Christusanhängern und rabbinischem Judentum bis hin zur

erbitterten Feindschaft. Was ist das innerste Innere von Gottes

Willen? Auf diese Frage hat das Matthäus-Evangelium mit dem

Liebesgebot geantwortet. Auf den inneren Kompass, der zum

Nächsten in Not führt, kommt es an. Und denken wir daran:

Kapitel 23 wie das ganze Matthäus-Evangelium richtet sich an

christliche Leser. Zu jeder Zeit ist sie neu an der Zeit, die Besinnung

darauf, wo das Herz des Glaubens schlägt.


Abend · Samstag, 20. August 228

Hymnus

Abendgebet am Vorabend

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Preis, Lob und Dank sei Gott dem Herren,

der seiner Menschen Jammer wehrt

und sammelt draus zu seinen Ehren

sich eine ewge Kirch auf Erd,

die er von Anfang schön erbauet

als seine auserwählte Stadt,

die allezeit auf ihn vertrauet

und tröst’ sich solcher großen Gnad.

Der Heilig Geist darin regieret,

hat seine Hüter eingesetzt;

die wachen stets, wie sich’s gebühret,

dass Gottes Haus sei unverletzt;

die führn das Predigtamt darinnen

und zeigen an das ewig Licht;

darin wir Bürgerrecht gewinnen

durch Glauben, Lieb und Zuversicht.

Die recht in dieser Kirche wohnen,

die werden in Gott selig sein;

des Todes Flut wird sie verschonen,

denn Gottes Arche schließt sie ein.

Für sie ist Christi Blut vergossen,

das sie im Glauben nehmen an,

und werden Gottes Hausgenossen,

sind ihm auch willig untertan.

Petrus Herbert 1566

EG 245, Strophen 1–3 – Melodie: GL 551 · GL 1975 262 · KG 522


229

Samstag, 20. August · Abend

Psalm 134

Wohlan, nun preiset den Herrn, *

all ihr Knechte des Herrn,

die ihr steht im Hause des Herrn *

zu nächtlicher Stunde.

Erhebt eure Hände zum Heiligtum *

und preiset den Herrn!

Es segne dich der Herr vom Zion her, *

der Herr, der Himmel und Erde gemacht hat.

Ehre sei dem Vater ...

Wir preisen dich, ewiger Gott; du rufst uns und führst uns zusammen.

Dir wenden wir uns zu, wo immer wir gerade sind:

Segne uns, deine Kinder.

Lesung Jes 55, 1

Auf, ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser! Auch wer kein

Geld hat, soll kommen. Kauft Getreide und esst, kommt

und kauft ohne Geld, kauft Wein und Milch ohne Bezahlung!

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Alle Völker will ich versammeln. Sie werden kommen und meine

Herrlichkeit schauen.

Fürbitten

Lasst uns beten zu Christus, dem Auferstandenen, der uns sein

Leben schenken will:

A: Erneuere das Antlitz der Erde.

– Dass wir Wege finden, die Hungernden zu sättigen.

– Dass die Menschen unserer Zeit das innere, geistliche Leben

neu für sich entdecken.


Abend · Samstag, 20. August 230

– Dass die Begegnung von Menschen der verschiedenen Kulturen

der Versöhnung und dem Frieden dient.

A: Erneuere das Antlitz der Erde.

– Dass die über die Zeiten hinweg fortdauernde Gemeinschaft

mit den Verstorbenen wieder mehr in den Blick kommt.

Vaterunser

Oration

Gott, unser Herr, du verbindest alle, die an dich glauben, zum

gemeinsamen Streben. Gib, dass wir lieben, was du befiehlst,

und ersehnen, was du uns verheißen hast, damit in der Unbeständigkeit

dieses Lebens unsere Herzen dort verankert seien,

wo die wahren Freuden sind. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt,

bewahre unsere Herzen und unsere Gedanken

in Christus Jesus, unserem Herrn.

Vgl. Phil 4, 7

Salve Regina (Seite 378)


231

Samstag, 20. August · Von Woche zu Woche

Von Woche zu Woche

Keine Reservierungen im Himmelreich

(zu Lk 13, 22–30)

Prominenten-Logen hier,

Premium-Plätze dort,

Hauptsache schnell an der Schlange vorbei.

Hier nur mit Vorbestellung!

– Für eine kleine, feine Gruppe,

die sich erwählt fühlen mag.

Den namenlosen Mann im Evangelium

treibt die Frage um:

Gehöre ich dazu?

– Und wie komme ich hinein,

wie passe ich hinein

in den frommen Kreis der Erwählten?

Jesus zieht den Kreis nicht zu klein!

Er ermutigt auch uns zum Einsatz unserer Kräfte

für das Wachsen des Guten in der Welt!

Dorothee Sandherr-Klemp


21. August 2022

21. Sonntag im Jahreskreis

Namenstag: sel. Balduin (Baldur, Zisterzienser, † 1140) · hl. Gratia

(Ordensfrau, Märtyrerin in Spanien, † um 1180) · hl. Pius X. (Papst,

† 1914)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Lobet den Herrn, alle Völker,

preist ihn, alle Nationen!

Ps 117, 1

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Hymnus

Nada te turbe,

nada te espante.

Quien a Dios tiene,

nada le falta.

Nada te turbe,

nada te espante.

Sólo Dios basta.

Nichts soll dich stören,

nichts dich erschrecken.

Wer sich an Gott hält,

dem wird nichts fehlen.

Nichts soll dich stören,

nichts dich erschrecken.

Gott allein erfüllt.

Theresia von Jesus (von Ávila)


233

Sonntag, 21. August · Morgen

Psalm 63 Verse 2–9

Gott, du mein Gott, dich suche ich, *

meine Seele dürstet nach dir.

Nach dir schmachtet mein Leib *

wie dürres, lechzendes Land ohne Wasser.

Darum halte ich Ausschau nach dir im Heiligtum, *

um deine Macht und Herrlichkeit zu sehen.

Denn deine Huld ist besser als das Leben; *

darum preisen dich meine Lippen.

Ich will dich rühmen mein Leben lang, *

in deinem Namen die Hände erheben.

Wie an Fett und Mark wird satt meine Seele, *

mit jubelnden Lippen soll mein Mund dich preisen.

Ich denke an dich auf nächtlichem Lager *

und sinne über dich nach, wenn ich wache.

Ja, du wurdest meine Hilfe; *

jubeln kann ich im Schatten deiner Flügel.

Meine Seele hängt an dir, *

deine rechte Hand hält mich fest.

Ehre sei dem Vater ...

Gott, wir halten Ausschau nach dir. Offenbare der ganzen Erde

deine Herrlichkeit und rettende Macht!

Lesung Offb 7, 10b.12

Die Rettung kommt von unserem Gott, der auf dem Thron

sitzt, und von dem Lamm! Amen, Lob und Herrlichkeit,

Weisheit und Dank, Ehre und Macht und Stärke unserem Gott

in alle Ewigkeit! Amen.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen.


Eucharistie · Sonntag, 21. August 234

Bitten

Gott ist unsere Zukunft, heute kommt er auf uns zu. Darum

lasst uns beten:

V: Du unsere Hoffnung, A: hilf uns dich finden.

– In denen, die orientierungslos sind.

– In denen, die schuldig geworden sind.

– In denen, die sich selbst nicht helfen können.

Vaterunser

Oration

Gott, unser Herr, du verbindest alle, die an dich glauben, zum

gemeinsamen Streben. Gib, dass wir lieben, was du befiehlst,

und ersehnen, was du uns verheißen hast, damit in der Unbeständigkeit

dieses Lebens unsere Herzen dort verankert seien,

wo die wahren Freuden sind. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Der treue Gott geleite uns durch die Wüsten unserer Tage

und führe uns zur Quelle des Lebens.

Eucharistiefeier

Liedvorschläge: GL 103, 147, 412, 416, 425, 471, 483, 549 · KG 93,

199, 211, 508, 531, 533, 534, 536, 549, 559

Gloria

Wende dein Ohr mir zu, erhöre mich, Herr,

hilf deinem Knecht, der dir vertraut,

sei mir gnädig, o Herr.

Den ganzen Tag rufe ich zu dir.

Ps 86, 1–3


235

Sonntag, 21. August · Eucharistie

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem Buch Jesaja Jes 66, 18–21

So spricht der HERR: Ich kenne die Taten und die Gedanken

aller Nationen und Sprachen und komme, um sie zu versammeln,

und sie werden kommen und meine Herrlichkeit sehen.

Ich stelle bei ihnen ein Zeichen auf und schicke von ihnen einige,

die entronnen sind, zu den Nationen, zu den fernen Inseln,

die noch keine Kunde von mir gehört und meine Herrlichkeit

noch nicht gesehen haben.

Sie sollen meine Herrlichkeit unter den Nationen verkünden.

Sie werden alle eure Brüder aus allen Nationen als Opfergabe

für den HERRN herbeibringen auf Rossen und Wagen, in

Sänften, auf Maultieren und Kamelen, zu meinem heiligen Berg

nach Jerusalem, spricht der HERR, so wie die Söhne Israels ihre

Opfergabe in reinen Gefäßen zum Haus des HERRN bringen.

Und auch aus ihnen nehme ich einige zu levitischen Priestern,

spricht der HERR.

Impuls zur Lesung

Die prophetische Gruppe, die in der Tradition Jesajas während

und nach dem babylonischen Exil wirkte, entwickelt kühne

und weit ausgreifende Gottesgedanken: Der Herr will, dass

sein Name unter allen Völkern bekannt und seine Herrlichkeit

den fernsten Inseln sichtbar wird. Es wird keinen Unterschied

mehr geben zwischen Israeliten und Heiden; sogar seine Priester

und Leviten will sich der Herr aus allen Völkern suchen.

Die frühchristliche Mission und Theologie hat an diese Jesaja-

Traditionen angeknüpft. Eine Theologie, offen für die Vielfalt

der Kulturen, strikt der Gerechtigkeit eines großherzigen Gottes

und der Geschwisterlichkeit der Menschen verpflichtet,

dem biblischen Kompass treu, ohne alle Beliebigkeit – sollte

das nicht auch den müden Gottesgedanken unserer Zeit beflügeln

und unsere parzellierte Welt umpflügen?


Eucharistie · Sonntag, 21. August 236

Antwortpsalm Ps 117

Kehrvers: Halleluja. – oder:

Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet allen das Evangelium!

Lobet den HERRN, alle Völker, *

rühmt ihn, alle Nationen! – Kehrvers

Denn mächtig waltet über uns seine Huld, *

die Treue des HERRN währt in Ewigkeit. – Kehrvers

Kehrvers siehe Mk 16, 15, ferner GL 454 · GL 1975 646, 5 · KG 36 (VI. Ton)

Lesung aus dem Hebräerbrief Hebr 12, 5–7.11–13

Schwestern und Brüder! Ihr habt die Mahnung vergessen, die

euch als Söhne anredet: Mein Sohn, verachte nicht die Zucht

des Herrn und verzage nicht, wenn er dich zurechtweist! Denn

wen der Herr liebt, den züchtigt er; er schlägt mit der Rute

jeden Sohn, den er gern hat. Haltet aus, wenn ihr gezüchtigt

werdet! Gott behandelt euch wie Söhne. Denn wo ist ein Sohn,

den sein Vater nicht züchtigt?

Jede Züchtigung scheint zwar für den Augenblick nicht Freude

zu bringen, sondern Leid; später aber gewährt sie denen, die

durch sie geschult worden sind, Gerechtigkeit als Frucht des

Friedens.

Darum macht die erschlafften Hände und die wankenden

Knie wieder stark, schafft ebene Wege für eure Füße, damit

die lahmen Glieder nicht ausgerenkt, sondern vielmehr geheilt

werden!

Ruf vor dem Evangelium Joh 14, 6

Halleluja. Halleluja.

So spricht der Herr: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das

Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich.

Halleluja.


237

Sonntag, 21. August · Eucharistie

Aus dem hl. Evangelium nach Lukas Lk 13, 22–30

In jener Zeit zog Jesus auf seinem Weg nach Jerusalem von

Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte.

Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet

werden?

Er sagte zu ihnen: Bemüht euch mit allen Kräften, durch die

enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen

hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.

Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt

und ihr draußen steht, an die Tür klopft und ruft: Herr, mach

uns auf!, dann wird er euch antworten: Ich weiß nicht, woher

ihr seid.

Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben doch in deinem

Beisein gegessen und getrunken und du hast auf unseren

Straßen gelehrt. Er aber wird euch erwidern: Ich weiß nicht,

woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan!

Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein, wenn ihr seht,

dass Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich

Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid.

Und sie werden von Osten und Westen und von Norden und

Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen.

Und siehe, da sind Letzte, die werden Erste sein, und da sind

Erste, die werden Letzte sein.

Credo

Gabengebet

Herr und Gott, du hast dir das eine Volk des Neuen Bundes erworben

durch das Opfer deines Sohnes, das er ein für alle Mal

dargebracht hat. Sieh gnädig auf uns und schenke uns in deiner

Kirche Einheit und Frieden. Darum bitten wir durch Christus,

unseren Herrn.


Eucharistie · Sonntag, 21. August 238

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu

danken und dich mit der ganzen Schöpfung zu loben. Denn du

hast die Welt mit all ihren Kräften ins Dasein gerufen und sie

dem Wechsel der Zeit unterworfen. Den Menschen aber hast du

auf dein Bild hin geschaffen und ihm das Werk deiner Allmacht

übergeben. Du hast ihn bestimmt, über die Erde zu herrschen,

dir, seinem Herrn und Schöpfer zu dienen und das Lob deiner

großen Taten zu verkünden durch unseren Herrn Jesus Christus.

Darum singen wir mit den Engeln und Erzengeln, den Thronen

und Mächten und mit all den Scharen des himmlischen Heeres

den Hochgesang von deiner göttlichen Herrlichkeit.

Kommunionvers vgl. Ps 104, 13–15

Herr, von den Früchten deiner Schöpfung werden alle satt. Du

schenkst dem Menschen Brot von der Erde und Wein, der sein

Herz erfreut.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, schenke uns durch dieses Sakrament die Fülle

deines Erbarmens und mache uns heil. Gewähre uns deine Hilfe,

damit wir so vor dir leben können, wie es dir gefällt. Darum

bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

Schlusssegen

Der allmächtige Gott gewähre euch Segen und Heil; er offenbare

euch die Wege seiner Weisheit.

Er stärke euren Glauben durch sein Wort und schenke euch

die Gnade, nach seinen Geboten zu leben, damit in allem sein

Wille geschehe.

Er lenke eure Schritte auf den Weg des Friedens; er mache

euch beharrlich im Guten und vollende euch in der Liebe.

Das gewähre euch der allmächtige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.


239

Sonntag, 21. August · Auslegung

Auslegung zum Sonntagsevangelium

Von Peter Köster

Irgendwo unterwegs „von Stadt zu Stadt und Dorf zu Dorf“

wird Jesus von jemand gefragt, ob nur wenige Menschen

gerettet werden. Den Unbekannten bewegt wohl weniger die

Zahl, als die Sorge, einmal selbst zum Kreis der Geretteten zu

gehören.

Jesus greift mit seiner Antwort die Beunruhigung des Zuhörers

auf und bekräftigt sie: Wer durch die enge Tür ins Gottesreich

gelangen will, muss mit Ausdauer darum kämpfen (agonídzo),

und das werden viele nicht schaffen. Jesus fordert also wieder

zu entschiedenem Handeln im Jetzt auf. Kämpfen wird man

aber nur, wenn es einem um etwas wirklich Wichtiges geht.

Peter Köster SJ (Theologe, geistlicher Lehrer, * 1936), aus: Ders., Das Lukas-

Evangelium – Orientierung am Weg Jesu. Eine geistliche Auslegung auf

fachexegetischer Grundlage, 178, © EOS Verlag, St. Ottilien 2004

Hymnus

Kein Wort, das ihn verfügt,

kein Götze, der ihn schlägt.

Wo immer Anfang sei,

ist seine Hand dabei,

kein andrer, der uns trägt.

Der in der Stille sprach,

das Schicksal unterbrach

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Abend · Sonntag, 21. August 240

und ging auf neuen Wegen,

er ist noch nicht verstummt,

er sucht nach uns, er kommt

in Menschen uns entgegen.

Es schwindet viel, nur er

wird immer mehr und mehr,

Zukunft, die unser harrt.

Bei ihm ist kein Verrat,

wir selbst sind seine Tat,

er prüft des Menschen Herz.

Wir leben nur zum Teil,

sein Land von Recht und Heil

ist schon von fern zu sehen.

Wüste ist um uns her

und alle, der und der,

verfallen und vergehen.

Wenn er vollendet hat,

wird er uns eine Stadt

von Brot und Spielen sein.

Der Stock, der uns regiert,

die Fessel, die uns schnürt,

der Tod wird nicht mehr sein.

Durchhellt von seinem Licht

wird hell unser Gesicht,

vollzogen unsre Sache.

Wunschträume werden wahr:

wir reden immerdar

des Friedens neue Sprache.

Huub Oosterhuis, Übersetzung: Peter Pawlowsky,

aus: Du Atem meiner Lieder. 100 Lieder und Gesänge, 84–85,

© 2009 Verlag Herder GmbH, Freiburg i. Br.


241

Sonntag, 21. August · Abend

Canticum Offb 15, 3b–4

Antiphon:

Alle Völker werden kommen und niederfallen vor dir, unserem

Gott und Herrn.

Groß und wunderbar sind deine Taten, *

Herr und Gott, du Herrscher über die ganze Schöpfung.

Gerecht und zuverlässig sind deine Wege, *

du König der Völker.

Wer wird dich nicht fürchten, Herr, *

wer wird deinen Namen nicht preisen?

Denn du allein bist heilig: /

Alle Völker kommen und beten dich an; *

denn offenbar geworden sind deine gerechten Taten.

Ehre sei dem Vater ...

Lesung Jes 60, 4b–5

Deine Söhne, Jerusalem, kommen von fern, deine Töchter

trägt man auf den Armen herbei. Du wirst es sehen, und du

wirst strahlen, dein Herz bebt vor Freude und öffnet sich weit.

Denn der Reichtum des Meeres strömt dir zu, die Schätze der

Völker kommen zu dir.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Von Osten und Westen werden sie kommen und mit Abraham,

Isaak und Jakob zu Tische sitzen im Reiche Gottes.

Fürbitten

Lasst uns zu Jesus Christus beten, der die Notleidenden gespeist

hat:

A: Kyrie, eleison.

– Für die Mitarbeiter der humanitären Hilfsorganisationen.


Abend · Sonntag, 21. August 242

– Für alle, die die Folgen von Korruption und Misswirtschaft

zu tragen haben.

A: Kyrie, eleison.

– Für alle, die in einem Bürgerkrieg ihre äußere und innere

Heimat verloren haben.

– Für die Familien in Israel, Syrien und Palästina, die in diesen

Tagen getötete Verwandte betrauern.

Vaterunser

Oration

Gott, unser Herr, du verbindest alle, die an dich glauben, zum

gemeinsamen Streben. Gib, dass wir lieben, was du befiehlst,

und ersehnen, was du uns verheißen hast, damit in der Unbeständigkeit

dieses Lebens unsere Herzen dort verankert seien,

wo die wahren Freuden sind. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Gott wird uns durch Jesus Christus

alles, was wir nötig haben,

aus dem Reichtum seiner Herrlichkeit schenken.

Unserem Gott und Vater sei die Ehre

in alle Ewigkeit. Amen.

Vgl. Phil 4, 19–20

Salve Regina (Seite 378)


Montag, 22. August 2022

Maria Königin

Die Verehrung Marias als Königin hat eine lange Tradition. Im

19. Jahrhundert gab es verschiedene Marienfeiern, die Papst

Pius XII. zum Abschluss des „Marianischen Jahres“ (100 Jahre nach

der Verkündigung des Dogmas von der ohne Erbsünde empfangenen

Jungfrau und Gottesmutter Maria) am 1. November 1954 im

Fest Maria Königin zusammenfasste. Zunächst wurde der Gedenktag

am 31. Mai gefeiert (als Abschluss des Maimonats), nach der

Liturgiereform aber auf den früheren Oktavtag von Mariä Himmelfahrt

verlegt. Das Anliegen, das der Papst mit der Einführung dieses

Marienfestes verband, ist auch heute noch unser Anliegen: Maria

möge als Königin des Friedens für uns alle eintreten bei ihrem Sohn.

Schrifttexte: Lesung: Jes 9, 1–6; Evangelium: Lk 1, 26–38

Namenstag: Regina (Maria Königin) · hl. Siegfried von Wearmouth

(Benediktiner, † 689) · sel. Thomas Percy, 7. Earl of Northumberland

(Gegner Elisabeths I. von England, Märtyrer, † 1572)

Heute ist Internationaler Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten

aus Gründen der Religion und des Glaubens.

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Ein schöne Ros im heilgen Land,

blüht in dem Paradiese.

Den Engeln ist sie wohlbekannt,

ihr Farb ist rot und süße.

Sie übertrifft der Sonne Glanz,


Morgen · Montag, 22. August 244

ihr Schein erleucht den Himmel ganz

auf wunderbare Weise.

Die schönste Rose, die ich mein,

die alle Welt erfreuet,

bist du, Maria, Jungfrau rein,

von Gott gebenedeiet.

Du Gott des Vaters Tochter bist,

du wahre Mutter Jesu Christ,

du Braut des Heilgen Geistes.

Drum kein Geschöpf im Himmel ist,

dir, Jungfrau, zu vergleichen;

denn du nach Gott die Höchste bist:

all Schönheit muss dir weichen.

All Engel in dem Himmelssaal,

die lieben Heilgen allzumal

dir ihre Palmen reichen.

Laurentius von Schniffis 1692

GL 891 (Anhang Hamburg, Hildesheim, Osnabrück)

Psalm 29

Bringt dar dem Herrn, ihr Himmlischen, *

bringt dar dem Herrn Lob und Ehre!

Bringt dar dem Herrn die Ehre seines Namens, *

werft euch nieder vor dem Herrn in heiligem Schmuck!

Die Stimme des Herrn erschallt über den Wassern. /

Der Gott der Herrlichkeit donnert, *

der Herr über gewaltigen Wassern.

Die Stimme des Herrn ertönt mit Macht, *

die Stimme des Herrn voll Majestät.

Die Stimme des Herrn zerbricht die Zedern, *

der Herr zerschmettert die Zedern des Libanon.

Er lässt den Libanon hüpfen wie ein Kalb, *

wie einen Wildstier den Sirjon.


245

Montag, 22. August · Morgen

Die Stimme des Herrn sprüht flammendes Feuer, /

die Stimme des Herrn lässt die Wüste beben, *

beben lässt der Herr die Wüste von Kadesch.

Die Stimme des Herrn wirbelt Eichen empor, /

sie reißt ganze Wälder kahl. *

In seinem Palast rufen alle: O herrlicher Gott!

Der Herr thront über der Flut, *

der Herr thront als König in Ewigkeit.

Der Herr gebe Kraft seinem Volk! *

Der Herr segne sein Volk mit Frieden!

Ehre sei dem Vater ...

Himmel und Erde preisen deine Herrlichkeit, du unser Gott.

Richte uns auf durch deine Stimme, leite uns auf deinen Wegen.

Lesung Jes 65, 18–19

Ihr sollt euch ohne Ende freuen und jubeln über das, was ich

erschaffe. Denn ich mache aus Jerusalem Jubel und aus seinen

Einwohnern Freude. Ich will über Jerusalem jubeln und

mich freuen über mein Volk. Nie mehr hört man dort lautes

Weinen und lautes Klagen.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Erhabene Königin der Welt, Maria, immerwährende Jungfrau,

du hast Christus geboren, unsern Herrn und Erlöser.

Bitten

Lasst uns beten zu Gott, der Maria zur Mutter seines Sohnes

berufen hat:

A: Höre unsere Bitten.

– Dass wir in unseren Kindern die Begabungen zur Entfaltung

bringen, die du ihnen geschenkt hast.


Eucharistie · Montag, 22. August 246

– Dass wir die Ereignisse, die uns heute begegnen, achtsam in

uns aufnehmen und in unserem Herzen bewegen.

A: Höre unsere Bitten.

– Dass wir auch dann, wenn es uns schwer wird, an deinem

Weg festhalten.

Vaterunser

Oration

Gott, du hast die Mutter deines Sohnes auch uns zur Mutter

gegeben. Wir ehren sie als unsere Königin und vertrauen auf

ihre Fürsprache. Lass uns im himmlischen Reich an der Herrlichkeit

deiner Kinder teilhaben. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Texte zur Eucharistiefeier

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus dem zweiten Thessalonicherbrief

2 Thess 1, 1–5.11–12

Paulus, Silvanus und Timotheus an die Gemeinde von Thessalonich,

die in Gott, unserem Vater, und in Jesus Christus,

dem Herrn, ist: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, dem

Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Wir müssen Gott euretwegen immer danken, Brüder, wie es

recht ist, denn euer Glaube wächst, und die gegenseitige Liebe

nimmt bei euch allen zu.

Wir können in den Gemeinden Gottes mit Stolz auf euch hinweisen,

weil ihr im Glauben standhaft bleibt bei aller Verfol-


247

Montag, 22. August · Eucharistie

gung und Bedrängnis, die ihr zu ertragen habt. Dies ist ein Anzeichen

des gerechten Gerichtes Gottes; ihr sollt ja des Reiches

Gottes teilhaftig werden, für das ihr leidet.

Wir beten immer für euch, dass unser Gott euch eurer Berufung

würdig mache und in seiner Macht allen Willen zum

Guten und jedes Werk des Glaubens vollende. So soll der Name

Jesu, unseres Herrn, in euch verherrlicht werden und ihr in

ihm, durch die Gnade unseres Gottes und Herrn Jesus Christus.

Antwortpsalm Ps 96, 1–6

Kehrvers:

Kündet den Völkern die Herrlichkeit des Herrn!

Singet dem Herrn ein neues Lied, *

singt dem Herrn, alle Länder der Erde!

Singt dem Herrn und preist seinen Namen, *

verkündet sein Heil von Tag zu Tag! – Kehrvers

Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit, *

bei allen Nationen von seinen Wundern!

Denn groß ist der Herr und hoch zu preisen, *

mehr zu fürchten als alle Götter. – Kehrvers

Alle Götter der Heiden sind nichtig, *

der Herr aber hat den Himmel geschaffen.

Hoheit und Pracht sind vor seinem Angesicht, *

Macht und Glanz in seinem Heiligtum. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 3a, ferner GL 454 · GL 1975 646, 5 · KG 36 (VI. Ton)

oder GL 1975 529, 6 (II. Ton)

Ruf vor dem Evangelium Joh 10, 27

Halleluja. Halleluja.

So spricht der Herr: Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich

kenne sie, und sie folgen mir.

Halleluja.


Eucharistie · Montag, 22. August 248

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 23, 13–22

In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und

Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr verschließt den Menschen das

Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch

die nicht hinein, die hineingehen wollen.

Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler!

Ihr zieht über Land und Meer, um einen einzigen Menschen

für euren Glauben zu gewinnen; und wenn er gewonnen ist,

dann macht ihr ihn zu einem Sohn der Hölle, der doppelt so

schlimm ist wie ihr selbst.

Weh euch, ihr seid blinde Führer! Ihr sagt: Wenn einer beim

Tempel schwört, so ist das kein Eid; wer aber beim Gold des

Tempels schwört, der ist an seinen Eid gebunden.

Ihr blinden Narren! Was ist wichtiger: das Gold oder der Tempel,

der das Gold erst heilig macht?

Auch sagt ihr: Wenn einer beim Altar schwört, so ist das kein

Eid; wer aber bei dem Opfer schwört, das auf dem Altar liegt,

der ist an seinen Eid gebunden.

Ihr Blinden! Was ist wichtiger: das Opfer oder der Altar, der

das Opfer erst heilig macht?

Wer beim Altar schwört, der schwört bei ihm und bei allem,

was darauf liegt. Und wer beim Tempel schwört, der schwört

bei ihm und bei dem, der darin wohnt. Und wer beim Himmel

schwört, der schwört beim Thron Gottes und bei dem, der darauf

sitzt.

Impuls zum Evangelium

Simon Petrus erhält für die Christus-Gemeinschaft die Schlüssel

zum Himmelreich (Mt 16, 19). Gottes Wille soll so ausgelegt

werden, dass Menschen in ihrem Leben Anteil am Leben

Gottes bekommen; das ist das Himmelreich. Den Pharisäern,

die rechtens (Mt 23, 2–4) auf dem Lehrstuhl des Mose sitzen

und die Schlüssel des Himmelreiches haben, gilt hier der harte

Vorwurf, sich und anderen durch den Widerspruch zwischen

Lehre und Leben die Gemeinschaft mit Gott zu verschließen.


249

Montag, 22. August · Abend

Damit führt uns das heutige Evangelium vor Augen, dass das

Auf- oder Zuschließen des Himmelreiches nicht am Ende unserer

Tage, sondern in der gelebten Gegenwart geschieht. Entscheidend

dafür ist das Zusammenstimmen von Reden und

Handeln, von Lasten, die man sich selbst und die man den anderen

auferlegt. Den Auftrag, im Sprechen und Schweigen, im

Ruhen und Tun Menschen das Leben mit Gott aufzuschließen,

teilen wir mit Petrus und mit den oft so einseitig gesehenen

Pharisäern. Die Welt braucht auch unseren Schlüsseldienst!

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Das erste Glück eines Kindes ist das Bewusstsein, geliebt zu

werden.

Johannes Bosco (Giovanni Melchiorre Bosco, Don Bosco genannt,

italienischer katholischer Priester, Jugendseelsorger und Ordensgründer.

Er wurde 1929 selig- und 1934 heiliggesprochen, 1815–1888)

• Was ist meine erste Erinnerung, was meine erste Freude, an

die ich mich erinnere?

• Wer gab mir als Kind das Gefühl, willkommen, geliebt zu sein?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Sei gegrüßt, o Jungfrau rein,

sei gegrüßt, Maria!

Zu dir steht all Hoffnung mein,

zu dir, o Maria!


Abend · Montag, 22. August 250

O Maria, voll der Gnaden,

hilf, dass uns kein Feind mag schaden!

Sei gegrüßt, Maria!

Vor dir weicht des Mondes Glanz,

Königin der Ehre,

und der Sonne Strahlenglanz

mit dem Sternenheere.

Mutter Christi, hoch erhoben,

will dich lieben, will dich loben!

Sei gegrüßt, Maria.

O Maria, Jungfrau rein,

Königin Maria!

Lass uns dir befohlen sein,

Helferin Maria!

Bitt, dass uns nach diesem Leben

Gott die Seligkeit mög geben!

Sei gegrüßt, Maria!

Köln 1844, Münster 1855 – GL 861 (Anhang Münster)

Psalm 15

Herr, wer darf Gast sein in deinem Zelt, *

wer darf weilen auf deinem heiligen Berg?

Der makellos lebt und das Rechte tut; /

der von Herzen die Wahrheit sagt *

und mit seiner Zunge nicht verleumdet;

der seinem Freund nichts Böses antut *

und seinen Nächsten nicht schmäht;

der den Verworfenen verachtet, *

doch alle, die den Herrn fürchten, in Ehren hält;

der sein Versprechen nicht ändert, *

das er seinem Nächsten geschworen hat;

der sein Geld nicht auf Wucher ausleiht *

und nicht zum Nachteil des Schuldlosen Bestechung annimmt.


251

Montag, 22. August · Abend

Wer sich danach richtet, *

der wird niemals wanken.

Ehre sei dem Vater ...

Hilf uns, gütiger Gott, miteinander so umzugehen, wie es in

deinem Sinne ist. Nimm du uns bei der Hand und führe uns,

lass uns zu Hause sein bei dir.

Lesung Offb 22, 4–5

Sie werden sein Angesicht schauen, und sein Name ist auf

ihre Stirn geschrieben. Es wird keine Nacht mehr geben,

und sie brauchen weder das Licht einer Lampe noch das Licht

der Sonne. Denn der Herr, ihr Gott, wird über ihnen leuchten,

und sie werden herrschen in alle Ewigkeit.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Selig bist du, Maria; du hast geglaubt, was der Herr dir gesagt

hat: Mit Christus herrschest du auf ewig.

Fürbitten

Lasst uns beten zu Jesus Christus, der uns seine Liebe ins Herz

gelegt hat:

A: Jesus, komm uns zu Hilfe.

– Für alle, die im Rettungsdienst tätig sind.

– Für alle, die sich in Kriseninterventionsteams um die von Unglücksfällen

Betroffenen kümmern.

– Für alle, die Kranke, Senioren und Sterbende pflegen.

– Für alle, die unter Einsatz ihres Lebens in Kriegsgebieten humanitäre

Hilfe leisten.

– Für alle, die ihr Leben verloren haben, um das eines anderen

Menschen zu retten.


Abend · Montag, 22. August 252

Vaterunser

Oration

Gott, du hast die Mutter deines Sohnes auch uns zur Mutter

gegeben. Wir ehren sie als unsere Königin und vertrauen auf

ihre Fürsprache. Lass uns im himmlischen Reich an der Herrlichkeit

deiner Kinder teilhaben. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Der barmherzige Gott behüte unser Leben,

er gebe uns Gesundheit an Leib und Seele

und schenke uns sein Heil.

Ave Regina caelorum (Seite 379)


Dienstag, 23. August 2022

Heilige Rosa von Lima

Rosa von Lima (1586–1617) – getauft auf den Namen Isabella

– ist die erste Heilige Amerikas. Sie war spanischer Herkunft

und wurde in Lima (Peru) geboren. Sie weigerte sich, zu heiraten,

und wurde 1606 Dominikaner-Terziarin. Bis 1614 lebte sie in einer

Hütte im Garten ihrer Eltern ein frommes Büßerleben. Körperliche

Leiden und seelische Anfeindungen konnten ihren fröhlich kindlichen

Glauben nicht mindern. Durch den Verkauf von Web- und

Stickarbeiten trug sie zum Lebensunterhalt der Familie bei. Daneben

widmete sie ihr Leben der Krankenpflege und der Glaubensverkündigung.

Gern wäre sie in ein Kloster eingetreten. Da es aber

in Lima keines gab, setzte sie sich, unterstützt von einer reichen

Gönnerin, für den Bau eines Klosters ein. Es wurde das erste kontemplative

Kloster Südamerikas, das nach der von ihr verehrten

Katharina von Siena benannt wurde. Die Fertigstellung 1623 erlebte

sie nicht mehr, da sie vorher ihren langjährigen Leiden erlag.

Schrifttexte: Lesung: 2 Kor 10, 17–11, 2; Evangelium: Mt 13, 44–46

Namenstag: hl. Justinian (Einsiedler, Märtyrer in Wales, 6. Jh.) · sel.

Richildis von Hohenwart (Reklusin, † 1100)

Ökumenischer Gedenktag: Gründung des Ökumenischen Rates der

Kirchen (ÖRK, 1948)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Dienstag, 23. August 254

Hymnus

Ich suche allerlanden eine Stadt,

Die einen Engel vor der Pforte hat.

Ich trage seinen großen Flügel

Gebrochen schwer am Schulterblatt

Und in der Stirne seinen Stern als Siegel.

Und wandele immer in die Nacht ...

Ich habe Liebe in die Welt gebracht,

Dass blau zu blühen jedes Herz vermag,

Und hab ein Leben müde mich gewacht,

In Gott gehüllt den dunklen Atemschlag.

O Gott, schließ um mich Deinen Mantel fest.

Ich weiß, ich bin im Kugelglas der Rest,

Und wenn der letzte Mensch die Welt vergießt,

Du mich nicht wieder aus der Allmacht lässt,

Und sich ein neuer Erdball um mich schließt.

Else Lasker-Schüler (1869–1945), Gebet

Psalm 119

Wohl denen, deren Weg ohne Tadel ist, *

die leben nach der Weisung des Herrn.

Wohl denen, die seine Vorschriften befolgen *

und ihn suchen von ganzem Herzen,

die kein Unrecht tun *

und auf seinen Wegen gehen.

Du hast deine Befehle gegeben, *

damit man sie genau beachtet.

Wären doch meine Schritte fest darauf gerichtet, *

deinen Gesetzen zu folgen!

Dann werde ich niemals scheitern, *

wenn ich auf all deine Gebote schaue.

Verse 1–8 Alef


255

Dienstag, 23. August · Morgen

Mit lauterem Herzen will ich dir danken, *

wenn ich deine gerechten Urteile lerne.

Deinen Gesetzen will ich immer folgen. *

Lass mich niemals im Stich!

Ehre sei dem Vater ...

Wer auf deine Stimme hört, barmherziger Gott, den lässt du

nicht fallen. Wir danken dir, dass du zu uns sprichst, und bitten

dich: Schärfe unsere Sinne, dass deine Weisung uns erreicht.

Lesung

Röm 13, 11b–13a

Die Stunde ist gekommen, sich vom Schlaf zu erheben. Denn

jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig

wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag ist nahe. Darum lasst

uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen

des Lichts! Lasst uns ehrenhaft leben wie am Tag.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Einen starken Retter hat der Herr uns erweckt, wie er verheißen

hat durch den Mund seiner Propheten.

Bitten

Herr über Zeit und Ewigkeit, du hältst unser Leben in deinen

Händen. Am 100. Geburtstag der Autorin Inge Deutschkron –

sie hat besonders an die „stillen Helden“ erinnert, die im Geheimen

Jüdinnen und Juden gerettet haben – bitten wir dich:

V: Komm uns entgegen, A: sei unsre Zukunft.

Lass uns klar vor Augen treten, was du von uns willst,

– und schenke uns den Mut, uns für deinen Weg zu entscheiden.

Gib uns Geduld und Zivilcourage, dass wir erfüllen, was unsere

Aufgabe ist,


Eucharistie · Dienstag, 23. August 256

– und hilf uns auf, wenn uns nichts zu gelingen scheint.

V: Komm uns entgegen, A: sei unsre Zukunft.

Weise uns Wege zu unseren Mitmenschen

– und lass uns gemeinsam mit ihnen an deinem Reich bauen.

Vaterunser

Oration

Herr, neige dein Ohr und vernimm das Morgengebet deiner

Gläubigen. Erhelle und heile, was in der Tiefe unseres Herzens

krank ist, damit kein Begehren uns in seinem Bann gefangen

hält, die wir erleuchtet wurden durch das Licht der himmlischen

Gnade. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Tagesgebet

Texte zur Eucharistiefeier

Gott, du bist unser Ziel, du zeigst den Irrenden das Licht der

Wahrheit und führst sie auf den rechten Weg zurück. Gib allen,

die sich Christen nennen, die Kraft, zu meiden, was diesem

Namen widerspricht, und das zu tun, was unserem Glauben

entspricht. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Lesung aus dem zweiten Thessalonicherbrief


2 Thess 2, 1–3a.14–17

Brüder, wir schreiben euch über die Ankunft Jesu Christi,

unseres Herrn, und unsere Vereinigung mit ihm und bitten

euch: Lasst euch nicht so schnell aus der Fassung bringen und

in Schrecken jagen, wenn in einem prophetischen Wort oder


257

Dienstag, 23. August · Eucharistie

einer Rede oder in einem Brief, der angeblich von uns stammt,

behauptet wird, der Tag des Herrn sei schon da. Lasst euch

durch niemand und auf keine Weise täuschen!

Dazu hat er euch durch unser Evangelium berufen; ihr sollt

die Herrlichkeit Jesu Christi, unseres Herrn, erlangen. Seid also

standhaft, Brüder, und haltet an den Überlieferungen fest, in

denen wir euch unterwiesen haben, sei es mündlich, sei es

durch einen Brief.

Jesus Christus aber, unser Herr, und Gott, unser Vater, der

uns seine Liebe zugewandt und uns in seiner Gnade ewigen

Trost und sichere Hoffnung geschenkt hat, tröste euch und gebe

euch Kraft zu jedem guten Werk und Wort.

Impuls zur Lesung

Wie lange noch? In der Fußspur des Paulus stärkt und tröstet

ein uns namentlich nicht bekannter frühchristlicher Lehrer

Menschen aus der zweiten christlichen Generation. Wahrscheinlich

lag ihnen bereits eine kleine Sammlung von Paulusbriefen

vor, auf deren Grundlage sich ihre Beziehung zu

Jesus, dem Christus (Gesalbten, Messias) und Kyrios (Herrn),

und zu Gott, dem Vater, im Heiligen Geist entwickeln konnte.

Auf die Treue des einen und einzigen Gottes bauen und vertrauen,

auf Bescheidwissen und Besserwissen verzichten, den

Frieden suchen. Im Namen Gottes, des uns von Ewigkeit zu

Ewigkeit liebenden Vaters, und im Geiste unseres Herrn, Jesus

Christus, in der Kraft des Trostes, die uns erfüllt. Hier und

jetzt, und alle Zeit.

Antwortpsalm Ps 96, 10–13b

Kehrvers:

Der Herr wird kommen, um die Erde zu richten.

Verkündet bei den Völkern: Der Herr ist König. /

Den Erdkreis hat er gegründet, sodass er nicht wankt. *

Er richtet die Nationen so, wie es recht ist.


Eucharistie · Dienstag, 23. August 258

Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke, *

es brause das Meer und alles, was es erfüllt.

Kehrvers:

Der Herr wird kommen, um die Erde zu richten.

Es jauchze die Flur und was auf ihr wächst. *

Jubeln sollen alle Bäume des Waldes

vor dem Herrn, wenn er kommt, *

wenn er kommt, um die Erde zu richten. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 13ab, ferner GL 56, 1 · GL 1975 722, 1 · KG 623 (V. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Hebr 4, 12

Halleluja. Halleluja.

Lebendig ist das Wort Gottes und kraftvoll. Es richtet über die

Regungen und Gedanken der Herzen.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 23, 23–26

In jener Zeit sprach Jesus: Weh euch, ihr Schriftgelehrten und

Pharisäer, ihr Heuchler! Ihr gebt den Zehnten von Minze, Dill

und Kümmel und lasst das Wichtigste im Gesetz außer Acht:

Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Treue. Man muss das eine

tun, ohne das andere zu lassen. Blinde Führer seid ihr: Ihr siebt

Mücken aus und verschluckt Kamele.

Weh euch, ihr Schriftgelehrten und Pharisäer, ihr Heuchler!

Ihr haltet Becher und Schüsseln außen sauber, innen aber sind

sie voll von dem, was ihr in eurer Maßlosigkeit zusammengeraubt

habt. Du blinder Pharisäer! Mach den Becher zuerst innen

sauber, dann ist er auch außen rein.


259

Dienstag, 23. August · Abend

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Als Frau war es ihr verboten, zu predigen, aber sie versuchte

„mit himmlischer Beredsamkeit alle Leute, mit denen sie umging,

dafür zu gewinnen, dass sie die Tugenden liebten, die

Laster aber verabscheuten“.

Rosa von Lima (Heilige des Tages; Zitat über sie vom hl. Antonio Maria Claret)

• Rosa von Lima war entsetzt über das Unrecht, das der indigenen

Bevölkerung widerfuhr. – Wer hat meinen Blick für

das Unrecht geschärft?

• Was kann ich heute gegen Ungerechtigkeit tun, im Kleinen,

hier und jetzt?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Erhebet er sich, unser Gott,

seht, wie verstummt der Frechen Spott,

wie seine Feinde fliehen!

Sein furchtbar majestät’scher Blick

schreckt, die ihn hassen, weit zurück,

zerstäubt all ihr Bemühen.

Lobsinget Gott, die ihr ihn seht,

lobsinget seiner Majestät,

macht Bahn ihm, der da fähret

mit Hoheit durch die Wüste hin!

Herr ist sein Nam, erhebet ihn,

jauchzt laut, die ihr ihn ehret.


Abend · Dienstag, 23. August 260

Der Herr, der dort im Himmel wohnt

und hier im Heiligtume thront,

will unser stets gedenken;

will unsrer Waisen Vater sein,

will unsrer Witwen Helfer sein,

und keiner darf sie kränken.

Er ist es, der Verlorne liebt

und ihnen eine Wohnung gibt

nach einer langen Irre.

Er macht sein Volk aus Banden los,

er macht es reich, er macht es groß,

lässt Sünder in der Dürre.

Anbetung, Ehre, Dank und Ruhm

sei unserm Gott im Heiligtum,

der Tag für Tag uns segnet;

dem Gott, der Lasten auf uns legt,

doch uns mit unsern Lasten trägt

und uns mit Huld begegnet.

Sollt ihm, dem Herrn der Herrlichkeit,

dem Gott vollkommner Seligkeit,

nicht Ruhm und Ehr gebühren?

Er kann, er will, er wird in Not

vom Tode selbst und durch den Tod

uns zu dem Leben führen.

Matthias Jorissen 1798, nach Ps 68

EG 281 – Melodie: O Mensch, bewein dein Sünde groß (GL 267 · KG 380)

Strophen 1–3

Psalm 13 Verse 2–6

Wie lange noch, Herr, vergisst du mich ganz? *

Wie lange noch verbirgst du dein Gesicht vor mir?

Wie lange noch muss ich Schmerzen ertragen

in meiner Seele, /

in meinem Herzen Kummer Tag für Tag? *

Wie lange noch darf mein Feind über mich triumphieren?


261

Dienstag, 23. August · Abend

Blick doch her, erhöre mich, Herr, mein Gott, *

erleuchte meine Augen, damit ich nicht entschlafe und sterbe,

damit mein Feind nicht sagen kann: *

„Ich habe ihn überwältigt“,

damit meine Gegner nicht jubeln, *

weil ich ihnen erlegen bin.

Ich aber baue auf deine Huld, *

mein Herz soll über deine Hilfe frohlocken.

Singen will ich dem Herrn, *

weil er mir Gutes getan hat.

Ehre sei dem Vater ...

Wie lange noch, Gott, bis der Tag deiner Herrschaft anbricht?

Komm, unser Retter, komm heute noch, erfülle uns mit deiner

Gnade.

Lesung 1 Joh 3, 1a.2

Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat:

Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. Liebe Brüder,

jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch

nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein

werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen,

wie er ist.

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Mein Geist jubelt über Gott, meinen Herrn und meinen Retter.

Fürbitten

„Ihr lasst das Wichtigste im Gesetz außer Acht: Gerechtigkeit,

Barmherzigkeit und Treue.“ Hart geht Jesus mit den religiösen

Führern ins Gericht, denen der fromme Schein wichtiger ist als

das rechte Tun. – Bitten wir um Gottes Beistand:


Abend · Dienstag, 23. August 262

V: Du Gott des Lebens, A: wir bitten dich, erhöre uns.

– Für alle, die ihr Vertrauen in die Kirche verloren haben.

– Für alle, die ein Leitungsamt in der Kirche innehaben.

– Für alle, denen die innere und äußere Erneuerung der Kirche

ein Anliegen ist.

– Für alle, die den Alltag in den Gemeinden lebendig halten.

– Für alle, die, wie die heilige Rosa von Lima, Unrecht und

Ungerechtigkeit erkennen.

– Für alle, die ausgegrenzt und missachtet werden.

– Für alle, die die Menschen am Rande sehen und nicht übersehen.

Vaterunser

Oration

Treuer Gott, immer wieder kommt es zu Spannungen und Abgrenzungen

in deiner Kirche. Hilf uns umkehren zu dir, damit

wir durch dich zu unseren Schwestern und Brüdern finden und

gemeinsam mit ihnen deinen Namen preisen. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Redaktion Magnificat

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Salve Regina (Seite 378)


artholomäus

Mittwoch, 24. August 2022

Bartholomäus war womöglich der Beiname des aus Kana in Galiläa

stammenden Natanaël, von dem Joh 1, 45–50 berichtet.

Der Name Bartholomäus könnte auf die aramäische Bezeichnung

„bar tolmai“ („Sohn des Furchenziehers“) zurückgehen und damit

den Beruf des Vaters andeuten. Wenn Bartholomäus mit Natanaël

identisch ist, dann ist er durch Philippus zu Jesus gekommen, der

ihn einen echten Israeliten nennt, ohne Falschheit.

Der bis ins zweite Jahrhundert zurückreichenden Überlieferung

zufolge wirkte Bartholomäus als Wanderprediger in Armenien, Indien

und Mesopotamien. Um die Mitte des ersten Jahrhunderts

ließ ihn der heidnische Bruder des bekehrten Königs Polimius grausam

foltern und töten. Otto III. brachte die Gebeine des Apostels

983 nach Rom. Seit 1238 wird seine Hirnschale im Bartholomäus-

Dom in Frankfurt am Main aufbewahrt und er selbst dort als Stadtpatron

verehrt.

Namenstag: hl. Aldwin (Ouen, Owen, Bischof von Rouen, † 684) ·

hl. Sandrad von Mönchengladbach (Abt, † um 986) · hl. Isolde von

Maubeuge (Ordensfrau, † 1040) · hl. Jeanne-Antide Thouret (Ordensgründerin,

† 1826)

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Du erhörst uns in Treue, du Gott unseres Heiles,

du Zuversicht aller Enden der Erde. Halleluja.

Nach Ps 65, 6

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


Morgen · Mittwoch, 24. August 264

Hymnus

Gottes Geist ist ausgegossen

über unsre arme Welt,

neu zu schaffen, was verloren,

aufzutauen, was erstarrt.

Gottes Liebe ist erschienen,

Feuer, das im Innern brennt.

Gottes Geist, durch den wir leben,

Band, das Sohn und Vater eint.

Quelle aller guten Gaben,

die uns Gott als Vater schenkt,

die uns helfen, heimzufinden

aus der Fremde dieser Welt.

Gottes Geist, der Geist der Freude,

ist uns heute aufgestrahlt,

dass wir Glück und Hoffnung bringen

dorthin, wo Verzweiflung wohnt.

Sprenge alle unsre Fesseln,

Geist, der wahre Freiheit schafft.

Alles, was dein Wirken hindert,

reiß hinweg mit deiner Macht.

Lass uns ewig Gott lobsingen,

unsern Vater, der uns liebt;

Jesus Christus, der im Sterben

dich für uns erworben hat. Amen.

© Bernardin Schellenberger 2013

Psalm 47 Verse 2–10

Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; *

jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!

Denn Furcht gebietend ist der Herr, der Höchste, *

ein großer König über die ganze Erde.


265

Mittwoch, 24. August · Morgen

Er unterwirft uns Völker *

und zwingt Nationen unter unsre Füße.

Er wählt unser Erbland für uns aus, *

den Stolz Jakobs, den er liebt.

Gott stieg empor unter Jubel, *

der Herr beim Schall der Hörner.

Singt unserm Gott, ja, singt ihm! *

Spielt unserm König, spielt ihm!

Denn Gott ist König der ganzen Erde. *

Spielt ihm ein Psalmenlied!

Gott wurde König über alle Völker, *

Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

Die Fürsten der Völker sind versammelt *

als Volk des Gottes Abrahams.

Denn Gott gehören die Mächte der Erde; *

er ist hoch erhaben.

Ehre sei dem Vater ...

Gott Abrahams, durch die Apostel deines Sohnes hast du uns

in dein Reich gerufen. Vor dir wollen wir jauchzen und singen.

Lesung Tob 4, 15a.16a.18–19a

Was dir selbst verhasst ist, das mute auch einem anderen

nicht zu! Gib dem Hungrigen von deinem Brot und dem

Nackten von deinen Kleidern. Such nur bei Verständigen Rat;

einen brauchbaren Ratschlag verachte nicht! Preise Gott, den

Herrn, zu jeder Zeit; bitte ihn, dass dein Weg geradeaus führt

und dass alles, was du tust und planst, ein gutes Ende nimmt.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Auf zwölf Steine ist die heilige Stadt gegründet. Sie tragen die

Namen der Apostel des Lammes. Und das Lamm ist die Leuchte

der Stadt.


Eucharistie · Mittwoch, 24. August 266

Bitten

Gepriesen sei Christus Jesus, das Wort des ewigen Vaters. Zu

ihm lasst uns rufen:

A: Gib uns den Geist der Wahrheit und des Friedens.

In dir ist uns Gottes Bundestreue neu und endgültig zugesagt;

– lass uns tiefer verstehen, dass wir gemeinsam mit allen Menschen

ins Reich des Vaters gerufen sind.

Du hast uns vorgelebt, was Gottes Herrschaft für unser Leben

bedeutet;

– hilf uns, mit anderen Menschen geduldig und liebevoll umzugehen,

wie der Vater es uns gegenüber tut.

Du selbst bist die frohe Botschaft des Vaters an uns;

– gib, dass wir dir ähnlich werden und durch unser Leben die

verwandelnde Kraft des Evangeliums bezeugen.

Vaterunser

Oration

Gott, unser Herr, der Apostel Bartholomäus hat mit aufrichtigem

Herzen deinem Sohn die Treue gehalten. Stärke auf seine

Fürsprache auch unseren Glauben und mache deine Kirche

zum wirksamen Zeichen des Heiles für alle Völker. Darum bitten

wir durch Jesus Christus.

Durch das Leben und Sterben seiner Getreuen

stärke und erhalte uns der barmherzige Gott

und mache uns zu Boten seines Segens.

Eucharistiefeier

Verkündet Gottes Heil von Tag zu Tag!

Erzählt bei den Völkern von seiner Herrlichkeit!

Ps 96, 2–3


267

Mittwoch, 24. August · Eucharistie

Gloria

Tagesgebet (Oration des Morgengebetes)

Lesung aus der Offenbarung des Johannes Offb 21, 9b–14

Ein Engel sagte zu mir: Komm, ich will dir die Braut zeigen,

die Frau des Lammes. Da entrückte er mich in der Verzückung

auf einen großen, hohen Berg und zeigte mir die heilige

Stadt Jerusalem, wie sie von Gott her aus dem Himmel herabkam,

erfüllt von der Herrlichkeit Gottes. Sie glänzte wie ein

kostbarer Edelstein, wie ein kristallklarer Jaspis.

Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren

und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben:

die Namen der zwölf Stämme der Söhne Israels. Im Osten hat

die Stadt drei Tore und im Norden drei Tore und im Süden drei

Tore und im Westen drei Tore.

Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen

die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.

Impuls zur Lesung

Eine Stadt von sagenhafter Größe und Schönheit, ausgezeichnet

durch vollkommenes, den Kosmos spiegelndes Ebenmaß, aus

kostbarsten Materialien erbaut und überreich geschmückt: ein

neues Jerusalem. Mit seiner Vision will Johannes den bedrängten

Gemeinden vor allem zu verstehen geben, dass die mächtigste

Stadt auf Erden, das große, gleißende Rom, ein falscher

Gott ist, eigentlich ein Nichts. So imponierend und unbesiegbar

die römische Zentralmacht, die unangefochtene Super-Macht,

sich jetzt auch gebärdet, so sehr die Völker vor ihr zittern – die

wahre Macht wohnt anderswo: in Jerusalem. In einem neuen

Jerusalem, in dem Gott mitten unter den Menschen weilt, ohne

eines Tempels zu bedürfen, ohne Priester, ohne Opferkult. Anders

als der Götze Rom zwingt der wahre Gott niemanden in

seinen Dienst. Johannes zeigt uns einen Gott, dessen Herrlichkeit

hell in einem Menschen aufstrahlt, der auf Weisung Roms


Eucharistie · Mittwoch, 24. August 268

als überführter Aufrührer einen schändlichen Tod starb. Doch

von diesem Menschen sagt die Bibel, er habe so sehr in Gottes

Nähe, aus Gottes Nähe, gelebt, dass er die Menschen ohne

Vorbedingungen lieben konnte, Gott gleich. Eine Stadt, eine

Gemeinde, eine Gemeinschaft, die das glauben kann, braucht

kein anderes Licht. „Denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet

sie, und ihre Leuchte ist das Lamm.“ (22, 5)

Antwortpsalm

Ps 145, 10–13b.17–18

Kehrvers:

Deine Heiligen, o Herr, künden von der Herrlichkeit deines Königtums.

Danken sollen dir, Herr, all deine Werke *

und deine Frommen dich preisen.

Sie sollen von der Herrlichkeit deines Königtums reden, *

sollen sprechen von deiner Macht. – Kehrvers

Sie sollen den Menschen

deine machtvollen Taten verkünden *

und den herrlichen Glanz deines Königtums.

Dein Königtum ist ein Königtum für ewige Zeiten, *

deine Herrschaft währt

von Geschlecht zu Geschlecht. – Kehrvers

Gerecht ist der Herr in allem, was er tut, *

voll Huld in all seinen Werken.

Der Herr ist allen, die ihn anrufen, nahe, *

allen, die zu ihm aufrichtig rufen. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 12a, ferner GL 454 · GL 1975 646, 5 · KG 36 (VI. Ton)

oder GL 1975 529, 6 (II. Ton)

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja.

Joh 1, 49b

Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König von Israel!

Halleluja.


269

Mittwoch, 24. August · Eucharistie

Aus dem hl. Evangelium nach Johannes Joh 1, 45–51

In jener Zeit traf Philippus Natanaël und sagte zu ihm: Wir

haben den gefunden, über den Mose im Gesetz und auch die

Propheten geschrieben haben: Jesus aus Nazaret, den Sohn Josefs.

Da sagte Natanaël zu ihm: Aus Nazaret? Kann von dort

etwas Gutes kommen? Philippus antwortete: Komm und sieh!

Jesus sah Natanaël auf sich zukommen und sagte über ihn: Da

kommt ein echter Israelit, ein Mann ohne Falschheit. Natanaël

fragte ihn: Woher kennst du mich? Jesus antwortete ihm: Schon

bevor dich Philippus rief, habe ich dich unter dem Feigenbaum

gesehen. Natanaël antwortete ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes,

du bist der König von Israel!

Jesus antwortete ihm: Du glaubst, weil ich dir sagte, dass ich

dich unter dem Feigenbaum sah? Du wirst noch Größeres sehen.

Und er sprach zu ihm: Amen, amen, ich sage euch: Ihr

werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen

sehen über dem Menschensohn.

Gabengebet

Herr, unser Gott, zu Ehren des Apostels Bartholomäus feiern

wir das Opfer des Lobes. Höre auf seine Fürsprache und schenke

uns deine Hilfe. Darum bitten wir durch Christus, unseren

Herrn.

Präfation

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, allmächtiger Vater, zu

danken durch unseren Herrn Jesus Christus. Durch ihn hast du

die Kirche auf das Fundament der Apostel gegründet, damit sie

bis ans Ende der Tage fortbestehe als Zeichen deiner Heiligkeit

und allen Menschen die Botschaft des Heiles verkünde. Darum

preisen wir das Werk deiner Liebe und singen mit den Chören

der Engel das Lob deiner Herrlichkeit.


Abend · Mittwoch, 24. August 270

Kommunionvers Lk 22, 29–30

Ich vererbe euch das Reich, wie es mein Vater mir vererbt hat.

Ihr sollt in meinem Reich mit mir an einem Tisch essen und

trinken – so spricht der Herr.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, am Fest deines Apostels Bartholomäus haben

wir das Unterpfand des ewigen Heiles empfangen. Schenke uns

durch dieses Sakrament deine Hilfe für das gegenwärtige und

zukünftige Leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren

Herrn.

Schlusssegen

Der allmächtige Gott segne euch durch unseren Herrn Jesus

Christus, der seine Kirche auf das Fundament der Apostel gegründet

hat.

Der heilige Apostel Bartholomäus hat mit Freimut das Evangelium

Christi verkündet; Gott stärke euch durch seine Botschaft

zum Zeugnis für die Wahrheit.

Das Beispiel der Apostel festige euch im Glauben, ihre Fürsprache

geleite euch zur ewigen Heimat.

Das gewähre euch der dreieinige Gott, der Vater und der

Sohn † und der Heilige Geist.

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.


271

Mittwoch, 24. August · Abend

Innehalten am Abend

Du weißt, wie wohl einem bei Menschen ist, denen die Freiheit

des anderen heilig ist.

Johann Christoph Friedrich von Schiller

(deutscher Dichter und Dramatiker, 1759–1805)

• Wer hat mir vertraut und Freiheit zugestanden, als ich jung

war?

• Wem kann ich vertrauen und Freiheit(en) zugestehen?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Bartholomäus, voll von Gottes Gnad,

den Christus selbst sich auserkoren hat

als sein Apostel, reich an Wort und Tat.

Halleluja, Halleluja!

„Ganz ohne Trug“, so fand dich Gott bereit,

zu zieh’n die Furche für die neue Zeit,

dass in uns Christi Botschaft Früchte treibt.

Halleluja, Halleluja!

Du trugst das Licht des Glaubens in die Welt,

den dunklen Mächten hast du dich gestellt,

warst selbst im Tod gewiss, dass Gott dich hält.

Halleluja, Halleluja!

Hilf, dass auch wir für andere Furchen zieh’n,

dass Christi Saat erblühen kann darin:

so führt uns Gott zur wahren Kirche hin.

Halleluja, Halleluja!

Lutz Riehl 2014 (Lied zum Stadtkirchentag in Frankfurt am Main),

© beim Autor – Melodie: GL 258 · GL 1975 158 · KG 356

„Bartholomäus“ bedeutet „Sohn des Furchenziehers“. Er wird traditionell mit

Nathanaël gleichgesetzt, von dem es heißt, er sei „ganz ohne Trug“ (Johannesevangelium).

Bartholomäus gilt auch als „Apostel der Zukunft“.


Abend · Mittwoch, 24. August 272

Psalm 17 Verse 8–15

Herr, behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges, *

birg mich im Schatten deiner Flügel

vor den Frevlern, die mich hart bedrängen, *

vor den Feinden, die mich wütend umringen.

Sie haben ihr hartes Herz verschlossen, *

sie führen stolze Worte im Mund,

sie lauern mir auf, jetzt kreisen sie mich ein; *

sie trachten danach, mich zu Boden zu strecken,

so wie der Löwe voll Gier ist zu zerreißen, *

wie der junge Löwe, der im Hinterhalt lauert.

Erheb dich, Herr, tritt dem Frevler entgegen! *

Wirf ihn zu Boden, mit deinem Schwert entreiß mich ihm!

Rette mich, Herr, mit deiner Hand vor diesen Leuten, *

vor denen, die im Leben schon alles haben.

Du füllst ihren Leib mit Gütern, /

auch ihre Söhne werden noch satt *

und hinterlassen den Enkeln, was übrig bleibt.

Ich aber will in Gerechtigkeit dein Angesicht schauen, *

mich sattsehen an deiner Gestalt, wenn ich erwache.

Ehre sei dem Vater ...

Wenn Menschen uns bedrängen, bewahre uns in deiner Liebe,

gütiger Gott. Gib uns festen Mut, dass wir ihnen mit deiner

Barmherzigkeit begegnen.

Lesung 1 Joh 4, 14–15

Wir haben gesehen und bezeugen, dass der Vater den Sohn

gesandt hat als den Retter der Welt. Wer bekennt, dass

Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott, und er bleibt in

Gott.


273

Mittwoch, 24. August · Abend

Magnificat – Lobgesang Mariens

Antiphon zum Magnificat:

Wenn die Welt neu geschaffen wird und der Menschensohn

sich auf den Thron der Herrlichkeit setzt, werdet auch ihr auf

zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten.

Fürbitten

450 Jahre nach der Bartholomäusnacht, während der in Paris Tausende

Hugenotten, Anhänger Johann Calvins, ermordet wurden,

bitten wir um ein gutes Verhältnis zu den reformierten Kirchen:

V: Heiliger Gott, A: lass dein Reich unter uns wachsen.

– Dass alle, die dein Lob singen, die Psalmen neu für sich entdecken.

– Dass wir im Hören auf dein Wort und im Feiern der Liturgie

die Kraft finden zu leben, was wir glauben.

– Dass wir Vorurteile überwinden und die anderen Glaubenskulturen

als Bereicherung entdecken.

Vaterunser

Oration

Gott, unser Herr, der Apostel Bartholomäus hat mit aufrichtigem

Herzen deinem Sohn die Treue gehalten. Stärke auf seine

Fürsprache auch unseren Glauben und mache deine Kirche

zum wirksamen Zeichen des Heiles für alle Völker. Darum bitten

wir durch Jesus Christus.

Der Herr lasse uns wachsen und reich werden

in der Liebe zueinander und zu allen,

damit unser Herz gestärkt wird und wir ohne Tadel sind

und geheiligt, wenn er mit allen seinen Heiligen kommt.

Vgl. 1 Thess 3, 12–13

Salve Regina (Seite 378)


Donnerstag, 25. August 2022

Heiliger Ludwig

Heiliger Josef von Calasanz

König Ludwig IX. von Frankreich (1214–1270) war eine der

hervorragendsten Herrscherpersönlichkeiten seiner Epoche.

Bereits 1226 wurde er zum König gekrönt. Während seiner Minderjährigkeit

regierte seine energische Mutter, die fromme Blanca

von Kastilien. Neunzehnjährig heiratete er Margarete von der Provence.

Ludwig war tief religiös, demütig, geduldig, ein liebevoller

Vater seiner elf Kinder, voller Mitleid für Arme und Kranke. Gleichzeitig

war er ein tüchtiger Herrscher, gerecht und willensstark. Er

förderte die Bettelorden und unterstützte die Kirche, wusste aber

auch staatliche Ansprüche gegen sie zu verteidigen. Er ordnete

das Gerichts-, Münz- und Gewerbewesen. Ludwig IX. führte zwei

Kreuzzüge durch. Beim zweiten starb er an einer Seuche. Er wurde

1297 heiliggesprochen.

Schrifttexte: Lesung: Jes 58, 6–11; Evangelium: Mt 22, 34–40

Josef von Calasanz (1556–1648), Spanier von Geburt, studierte

Philosophie, Rechte und Theologie, erwarb den Doktorgrad und

wurde 1583 Priester. 1592 übersiedelte er nach Rom und erlebte

dort die Verwahrlosung vieler Kinder der Armen. Hier erkannte er

seine Berufung. Fortan widmete er sich besonders dem Unterricht

und der Erziehung dieser Kinder. 1597 eröffnete er zusammen mit

zwei anderen Priestern in Rom die erste öffentliche unentgeltliche

Volksschule Europas. Er fand rasch weitere Mitarbeiter. Aus ihrer

Gemeinschaft entstand der „Orden der armen Regularkleriker der

Mutter Gottes der frommen Schulen“ (Piaristen), der sich neben

den üblichen drei Ordensgelübden durch ein viertes zum unentgeltlichen

Unterricht der Jugend verpflichtete.

Schrifttexte: Lesung: 1 Kor 12, 31–13,13 (1 Kor 13, 4–13); Evangelium:

Mt 18, 1–5

Namenstag: hl. Alvera vom Périgord (Elvira, Märtyrerin, 3. Jh.) · hl.

Patrizia von Neapel (Pilgerin, † um 665) · hl. Ebba von Northumber-


275

Donnerstag, 25. August · Morgen

land (Äbtissin, † um 681) · Wichmann von Seeburg (Erzbischof von

Magdeburg, † 1192) · Christoph Hackethal (Gegner des Nationalsozialismus,

Märtyrer in Dachau, † 1942)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Erwacht und singt in der Nacht;

es kommt das göttliche Wort,

der Sohn, der Himmel und Erde gemacht,

vom Thron in unsre Zeit und Niedrigkeit.

Erhebt euch, Menschen, und gebt ihm Ehr’,

der über das All ward gesetzt,

dem Kyrios Christ, der lebt im Jetzt

von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Zeitgenössisch (Urheberin: Silja Walter)

Canticum

Jer 31, 10–13.14b

Antiphon:

So spricht der Herr: Mein Volk wird satt an meinen Gaben.

Hört, ihr Völker, das Wort des Herrn, *

verkündet es auf den fernsten Inseln und sagt:

Er, der Israel zerstreut hat, wird es auch sammeln *

und hüten wie ein Hirt seine Herde.

Denn der Herr wird Jakob erlösen *

und ihn befreien aus der Hand des Stärkeren.

Sie kommen und jubeln auf Zions Höhe, /

sie strahlen vor Freude über die Gaben des Herrn, *

über Korn, Wein und Öl, über Lämmer und Rinder.


Morgen · Donnerstag, 25. August 276

Sie werden wie ein bewässerter Garten sein *

und nie mehr verschmachten.

Dann freut sich das Mädchen beim Reigentanz, *

Jung und Alt sind fröhlich.

Ich verwandle ihre Trauer in Jubel, /

tröste und erfreue sie nach ihrem Kummer; *

mein Volk wird satt an meinen Gaben.

Ehre sei dem Vater ...

Antiphon:

So spricht der Herr: Mein Volk wird satt an meinen Gaben.

Lesung 1 Joh 4, 9

Die Liebe Gottes wurde unter uns dadurch offenbart, dass

Gott seinen einzigen Sohn in die Welt gesandt hat, damit

wir durch ihn leben.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Dienet dem Herrn in Heiligkeit, denn er befreit uns aus der

Hand unserer Feinde.

Bitten

Ewiger, verborgener Gott, du bist uns unsagbar nah. Wir rufen

zu dir:

V: Komm uns entgegen, A: lass uns dich finden!

– Wenn wir uns trügerischen Heilslehren zuneigen.

– Wenn wir uns im Alltag zu verlieren drohen.

– Wenn wir von oberflächlichem Erfolg geblendet werden.

Vaterunser


277

Donnerstag, 25. August · Eucharistie

Oration

Ewiger Gott. Die Tage zerrinnen uns zwischen den Händen.

Unser Leben schwindet dahin. Du aber bleibst. Gestern und

heute und morgen bist du derselbe. Von Ewigkeit her kennst du

uns. Unsere Zukunft liegt in deiner Hand. Mach uns bereit für

alles, was du mit uns tun wirst. Darum bitten wir durch Jesus

Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Tagesgebet

Texte zur Eucharistiefeier

Allmächtiger und barmherziger Gott, deine Weisheit allein zeigt

uns den rechten Weg. Lass nicht zu, dass irdische Aufgaben und

Sorgen uns hindern, deinem Sohn entgegenzugehen. Führe uns

durch dein Wort und deine Gnade zur Gemeinschaft mit ihm,

der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht

in alle Ewigkeit.

Einführung zur Bahnlesung aus dem ersten Korintherbrief

Paulus verfasste den ersten Korintherbrief in Ephesus, vermutlich

um Ostern 55 oder im Frühjahr 54. Der Apostel hatte die Gemeinde

in Korinth um das Jahr 50/51 gegründet und war mit

ihr seither in brieflichem Kontakt geblieben. Neben Ephesus war

Korinth das Zentrum paulinischer Missionstätigkeit. Die bemerkenswerte

kulturelle, religiöse und soziale Vielfalt der Stadt bildet

sich auch in der Beschaffenheit der Gemeinde ab. Eine Mehrzahl

ehemaliger Heiden, aber auch ein starker Anteil judenchristlicher

Mitglieder sowie Gottesfürchtige und Proselyten hatten sich hier

zusammengefunden. Viele Menschen aus der Gemeinde waren

von einfacher Herkunft, aber es gab auch begüterte, gebildete


Eucharistie · Donnerstag, 25. August 278

und gesellschaftlich angesehene Mitglieder. Die korinthischen

Christen organisierten sich in mehreren Hausgemeinden. Spaltungstendenzen

und zerreißenden theologischen, ethischen und

sozialen Fragen begegnet Paulus mit der Erinnerung an die in

Christus begründete und in der Taufe unwiderruflich geschenkte

und empfangene Einheit der Gemeinde. Mit der umstrittenen

Teilnahme an heidnischen kultischen Opfermahlzeiten – die Frage

nach dem Verzehr von Götzenopferfleisch – und mit Missständen

beim christlichen Herrenmahl setzt sich Paulus im Anschluss

an korinthische Kontroversen auseinander, mit der Frage nach der

Wertigkeit der Geistesgaben und mit der fundamentalen Frage der

zukünftigen Auferstehung der Toten. Grundlegend ist für Paulus

der Gedanke der Einheit der Gemeinde, die der Leib Christi ist.

Darum sind alle hochgeschätzten Geistesgaben der einen und

einenden Gabe der Liebe untergeordnet. Christus aber ist Geber

und Maßstab dieser Liebe, er ist so Fundament, Baumeister, gegenwärtiger

Herr und Ziel der christlichen Gemeinde.

Lesung aus dem ersten Korintherbrief 1 Kor 1, 1–9

Paulus, durch Gottes Willen berufener Apostel Christi Jesu,

und der Bruder Sosthenes an die Kirche Gottes, die in Korinth

ist, – an die Geheiligten in Christus Jesus, berufen als

Heilige mit allen, die den Namen Jesu Christi, unseres Herrn,

überall anrufen, bei ihnen und bei uns. Gnade sei mit euch und

Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus.

Ich danke Gott jederzeit euretwegen für die Gnade Gottes, die

euch in Christus Jesus geschenkt wurde, dass ihr an allem reich

geworden seid in ihm, an aller Rede und aller Erkenntnis. Denn

das Zeugnis über Christus wurde bei euch gefestigt, sodass euch

keine Gnadengabe fehlt, während ihr auf die Offenbarung Jesu

Christi, unseres Herrn, wartet.

Er wird euch auch festigen bis ans Ende, sodass ihr schuldlos

dasteht am Tag Jesu, unseres Herrn. Treu ist Gott, durch den ihr

berufen worden seid zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus

Christus, unserem Herrn.


279

Donnerstag, 25. August · Eucharistie

Antwortpsalm Ps 145, 2–7

Kehrvers:

Herr, deinen Namen will ich loben immer und ewig.

Ich will dich preisen Tag für Tag *

und deinen Namen loben immer und ewig.

Groß ist der Herr und hoch zu loben, *

seine Größe ist unerforschlich. – Kehrvers

Ein Geschlecht verkünde dem andern

den Ruhm deiner Werke *

und erzähle von deinen gewaltigen Taten.

Sie sollen vom herrlichen Glanz deiner Hoheit reden; *

ich will deine Wunder besingen. – Kehrvers

Sie sollen sprechen von der Gewalt

deiner erschreckenden Taten; *

ich will von deinen großen Taten berichten.

Sie sollen die Erinnerung an deine große Güte wecken *

und über deine Gerechtigkeit jubeln. – Kehrvers

Kehrvers vgl. Vers 2b, ferner GL 401 · GL 1975 496 · KG 85, 7 (VI. Ton)

oder GL 1975 626, 1 (VII. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Mt 24, 42a.44

Halleluja. Halleluja.

Seid wachsam, und haltet euch bereit! Denn der Menschensohn

kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 24, 42–51

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Seid also wachsam!

Denn ihr wisst nicht, an welchem Tag euer Herr kommt.

Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüsste, zu welcher Stunde

in der Nacht der Dieb kommt, würde er wach bleiben und nicht

zulassen, dass man in sein Haus einbricht. Darum haltet auch


Eucharistie · Donnerstag, 25. August 280

ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde,

in der ihr es nicht erwartet.

Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den der Herr eingesetzt

hat, damit er dem Gesinde zur rechten Zeit gibt, was

sie zu essen brauchen? Selig der Knecht, den der Herr damit

beschäftigt findet, wenn er kommt! Amen, das sage ich euch:

Er wird ihn zum Verwalter seines ganzen Vermögens machen.

Wenn aber der Knecht schlecht ist und denkt: Mein Herr

kommt noch lange nicht!, und anfängt, seine Mitknechte zu

schlagen, wenn er mit Trinkern Gelage feiert, dann wird der

Herr an einem Tag kommen, an dem der Knecht es nicht erwartet,

und zu einer Stunde, die er nicht kennt; und der Herr wird

ihn in Stücke hauen und ihm seinen Platz unter den Heuchlern

zuweisen. Dort wird er heulen und mit den Zähnen knirschen.

Impuls zum Evangelium

Mit beunruhigenden, aufschreckenden Bildern mahnt uns das

Evangelium heute zur Wachsamkeit. Jetzt ist die Zeit, jetzt ist

die Stunde! Wachsein bedeutet, in Berührung bleiben mit Jesus,

dem Christus, mit Gottes Mensch gewordenem Ja-Wort,

Zuspruch und Anspruch zugleich. Schon Matthäus kämpft

darum, seine Gemeinde wach zu halten. Mein Herr kommt

noch lange nicht, so denken und empfinden auch wir. Wach

bleiben, oder besser, wach werden, das bedeutet hier, in Berührung

bleiben, in Berührung kommen, mit meinen Nächsten.

Es bedeutet, ihre Existenz, ihren Hunger, ihren Durst ernst zu

nehmen, gerade so wie meine Existenz, meinen Hunger und

meinen Durst. Zumeist, so sagt uns das Gleichnis, nehmen wir

die anderen wie im Dämmerschlaf wahr, gedämpft, schattenhaft,

wie durch einen Nebel hindurch. Die anderen, sie sind

so undeutlich, unwirklich, unwichtig. Das Evangelium ist ein

Nebelhorn.


281

Donnerstag, 25. August · Abend

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

Ich grämte mich auch über alles und jedes! Nun ist das Gegenteil

der Fall. Gott gibt mir die Gnade, mich niemals von etwas

Vergänglichem niederdrücken zu lassen.

Therese von Lisieux (auch Theresia vom Kinde Jesu

und vom hl. Antlitz, eigentlich Marie Françoise Thérèse Martin,

französische Karmelitin, 1873–1897)

• Was belastet mich, worüber gräme ich mich?

• Was hilft mir, frei zu werden von niederdrückenden Gedanken?

Confiteor (Seite 18) – oder – Erbarme dich (Seite 30)

Hymnus

Der lieben Sonne Licht und Pracht

hat nun den Lauf vollführet,

die Welt hat sich zur Ruh gemacht,

tu, Seel, was dir gebühret.

Tritt an die Himmelstür

und sing ein Lied dafür;

lass deine Augen, Herz und Sinn

auf Jesum sein gerichtet hin.

Der Schlaf wird fallen diese Nacht

auf Menschen und auf Tiere;

doch einer ist, der droben wacht,

bei dem kein Schlaf zu spüren.


Abend · Donnerstag, 25. August 282

Es schlummert Jesum nicht,

sein Aug auf mich er richt.

Drum soll mein Herz auch wachend sein,

dass Jesus wache nicht allein.

Nun, matter Leib, schick dich zur Ruh

und schlaf fein sanft und stille;

ihr müden Augen schließt euch zu,

denn das ist Gottes Wille;

schließt aber dies mit ein:

O Jesus, ich bin dein!

So ist der Schluss recht wohl gemacht.

In Jesu Namen: Gute Nacht.

Christian Scriver, 1684 – Melodie: EG 479

Psalm 32

Wohl dem, dessen Frevel vergeben *

und dessen Sünde bedeckt ist.

Wohl dem Menschen, /

dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt *

und dessen Herz keine Falschheit kennt.

Solang ich es verschwieg, waren meine Glieder matt, *

den ganzen Tag musste ich stöhnen.

Denn deine Hand lag schwer auf mir

bei Tag und bei Nacht; *

meine Lebenskraft war verdorrt

wie durch die Glut des Sommers.

Da bekannte ich dir meine Sünde *

und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir.

Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. *

Und du hast mir die Schuld vergeben.

Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir beten; *

fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen.


283

Donnerstag, 25. August · Abend

Du bist mein Schutz, bewahrst mich vor Not; *

du rettest mich und hüllst mich in Jubel.

„Ich unterweise dich und zeige dir den Weg,

den du gehen sollst. *

Ich will dir raten; über dir wacht mein Auge.“

Werdet nicht wie Ross und Maultier, *

die ohne Verstand sind.

Mit Zaum und Zügel muss man ihr Ungestüm bändigen, *

sonst folgen sie dir nicht.

Der Frevler leidet viele Schmerzen, /

doch wer dem Herrn vertraut, *

den wird er mit seiner Huld umgeben.

Freut euch am Herrn und jauchzt, ihr Gerechten, *

jubelt alle, ihr Menschen mit redlichem Herzen!

Ehre sei dem Vater ...

Gott, unser Vater, voller Geduld bringst du uns nahe, was uns

zum Leben führt. Wache über uns und nimm uns bei der Hand,

damit wir zu dir finden.

Lesung 1 Thess 5, 23

Der Gott des Friedens heilige euch ganz und gar und bewahre

euern Geist, eure Seele und euern Leib unversehrt,

damit ihr ohne Tadel seid, wenn Jesus Christus, unser Herr,

kommt.

Nunc dimittis – Lobgesang des Simeon

Antiphon zum Nunc dimittis:

Sei unser Heil, o Herr, wenn wir wachen, und unser Schutz,

wenn wir schlafen; damit wir wachen mit Christus und ruhen

in seinem Frieden.


Abend · Donnerstag, 25. August 284

Fürbitten

Du unser Friede, du allein kannst helfen, Spannungen und

Feindschaft zu überwinden. Darum rufen wir:

V: Gott aller Menschen, wir bitten dich:

A: Hilf uns zueinander finden.

– Um Verständnis und Mitgefühl gegenüber den Fremden, die

zu uns kommen.

– Um Zusammenhalt in unserer Gesellschaft.

– Um ein solidarisches Zusammenleben in Europa.

– Um Versöhnung in der Ukraine, in Syrien, Irak und Palästina.

– Um Zusammenarbeit und Ausgleich zwischen Nord und Süd,

Ost und West.

Vaterunser

Oration

Herr, unser Gott, sende uns in dieser Nacht einen ruhigen

Schlaf, damit wir uns von der Mühe des Tages erholen und morgen

mit neuer Kraft dir dienen können. Darum bitten wir durch

Christus, unseren Herrn.

Eine ruhige Nacht und ein gutes Ende

gewähre uns der allmächtige Herr.

Salve Regina (Seite 378)


Freitag, 26. August 2022

Namenstag: hl. Gregor von Utrecht (Abt, Gründer der Domschule,

Glaubensbote bei den Friesen, † um 777) · hl. Mirjam von Abellin

(arabisch-christliche Karmelitin, Klostergründerin in Betlehem,

† 1878, siehe Seite 363–366) · Matthias Erzberger (Politiker des

Zentrums, Minister der frühen Weimarer Republik, † 1921)

Ökumenischer Gedenktag: Werner Sylten (ev. Theologe jüd. Abstammung,

Märtyrer, 1893–1942)

Hymnus

Morgengebet

Herr, öffne meine Lippen.

Damit mein Mund dein Lob verkünde.

Ehre sei dem Vater ... Halleluja.

„Wachet auf“, ruft uns die Stimme

der Wächter sehr hoch auf der Zinne,

„wach auf, du Stadt Jerusalem.“

Mitternacht heißt diese Stunde;

sie rufen uns mit hellem Munde:

„Wo seid ihr klugen Jungfrauen?

Wohlauf, der Bräutgam kommt,

steht auf, die Lampen nehmt. Halleluja.

Macht euch bereit zu der Hochzeit,

ihr müsset ihm entgegengehn.“

Zion hört die Wächter singen,

das Herz tut ihr vor Freude springen,

sie wachet und steht eilend auf.

Ihr Freund kommt vom Himmel prächtig,

von Gnaden stark, von Wahrheit mächtig;


Morgen · Freitag, 26. August 286

ihr Licht wird hell, ihr Stern geht auf.

„Nun komm, du werte Kron,

Herr Jesu, Gottes Sohn. Hosianna.

Wir folgen all zum Freudensaal

und halten mit das Abendmahl.“

Philipp Nicolai 1599

GL 554 · GL 1975 110 · KG 210 · EG 147

Strophen 1 und 2

Psalm 26

Verschaff mir Recht, o Herr;

denn ich habe ohne Schuld gelebt. *

Dem Herrn habe ich vertraut, ohne zu wanken.

Erprobe mich, Herr, und durchforsche mich, *

prüfe mich auf Herz und Nieren!

Denn mir stand deine Huld vor Augen, *

ich ging meinen Weg in Treue zu dir.

Ich saß nicht bei falschen Menschen, *

mit Heuchlern hatte ich keinen Umgang.

Verhasst ist mir die Schar derer, die Unrecht tun; *

ich sitze nicht bei den Frevlern.

Ich wasche meine Hände in Unschuld; *

ich umschreite, Herr, deinen Altar,

um laut dein Lob zu verkünden *

und all deine Wunder zu erzählen.

Herr, ich liebe den Ort, wo dein Tempel steht, *

die Stätte, wo deine Herrlichkeit wohnt.

Raff mich nicht hinweg mit den Sündern, *

nimm mir nicht das Leben zusammen mit dem der Mörder!

An ihren Händen klebt Schandtat, *

ihre Rechte ist voll von Bestechung.

Ich aber gehe meinen Weg ohne Schuld. *

Erlöse mich und sei mir gnädig!


287

Freitag, 26. August · Morgen

Mein Fuß steht auf festem Grund. *

Den Herrn will ich preisen in der Gemeinde.

Ehre sei dem Vater ...

Lehre uns deine Gerechtigkeit, ewiger Gott. Reinige unsere Herzen,

damit wir deine Werke tun in unserer Welt.

Lesung 1 Joh 2, 8b–10

Die Finsternis geht vorüber, und schon leuchtet das wahre

Licht. Wer sagt, er sei im Licht, aber seinen Bruder hasst,

ist noch in der Finsternis. Wer seinen Bruder liebt, bleibt im

Licht; da gibt es für ihn kein Straucheln.

Benedictus – Lobgesang des Zacharias

Antiphon zum Benedictus:

Der Herr hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen.

Bitten

Jesus Christus, du Wächter über deine Kirche, bald wirst du

kommen. Wir rufen zu dir:

A: Jesus, wecke uns auf.

Jeden Tag pochst du an unsere Tür;

– lass uns niemand übergehen, der auf unsere Hilfe angewiesen

ist.

Viele Menschen auf unserer Erde bangen um ihr tägliches Brot;

– lass uns nicht müde werden, in unserem Leben nach Möglichkeiten

zu suchen, wie wir ihnen helfen können.

Unsere Lebenswelt ist geprägt von Hektik und Betriebsamkeit;

– hilf uns, Ruhe und Gottvertrauen neu zu lernen, auch von

Menschen anderer Kulturen.

Vaterunser


Eucharistie · Freitag, 26. August 288

Oration

Gott, durch das Licht deines Wortes vertreibst du das Dunkel

der Unwissenheit. Mehre in unserem Herzen die Kraft des

Glaubens, damit das Feuer, das deine Gnade in uns entfacht

hat, durch keine Anfechtung ausgelöscht wird. Darum bitten

wir durch Jesus Christus.

Der Herr segne uns, er bewahre uns vor Unheil

und führe uns zum ewigen Leben.

Tagesgebet

Texte zur Eucharistiefeier

Herr, unser Gott, erhalte deiner Kirche die Bereitschaft, das

Gute zu tun. Ermutige uns in diesem Leben durch deinen

Schutz und führe uns zu den ewigen Gütern. Darum bitten wir

durch Jesus Christus.

Lesung aus dem ersten Korintherbrief 1 Kor 1, 17–25

Schwestern und Brüder! Christus hat mich nicht gesandt zu

taufen, sondern das Evangelium zu verkünden, aber nicht

mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi

nicht um seine Kraft gebracht wird.

Denn das Wort vom Kreuz ist denen, die verlorengehen, Torheit;

uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft. Es heißt

nämlich in der Schrift: Ich lasse die Weisheit der Weisen vergehen

und die Klugheit der Klugen verschwinden.

Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Wortführer

in dieser Welt? Hat Gott nicht die Weisheit der Welt als

Torheit entlarvt? Denn da die Welt angesichts der Weisheit Gottes

auf dem Weg ihrer Weisheit Gott nicht erkannte, beschloss

Gott, alle, die glauben, durch die Torheit der Verkündigung zu

retten.


289

Freitag, 26. August · Eucharistie

Die Juden fordern Zeichen, die Griechen suchen Weisheit.

Wir dagegen verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für

Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für

die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Christus, Gottes Kraft

und Gottes Weisheit. Denn das Törichte an Gott ist weiser als

die Menschen, und das Schwache an Gott ist stärker als die

Menschen.

Impuls zur Lesung

Streit in Korinth, Auftreten von Cliquen mit dem Anspruch,

den wahren Glauben für sich gepachtet zu haben – durch die

Jahrhunderte der Kirchengeschichte hindurch hat sich diese

alte Geschichte oft wiederholt. Im Brief an die Gemeinde erinnert

Paulus deutlich an das, worum es eigentlich geht – an

das, was sein eigenes Leben auf den Kopf gestellt hat. In der

Mitte der Botschaft steht Christus, der Gekreuzigte; von außen

betrachtet ein unerträgliches Ärgernis, eine unbegreifliche

Torheit. Paulus aber hat erfahren: In der äußersten Schwäche

wirkt Gottes rettende Stärke.

Antwortpsalm Ps 33, 1–2.4–5.10–11

Kehrvers:

Von deiner Huld, o Herr, ist die Erde erfüllt.

Ihr Gerechten, jubelt vor dem Herrn; *

für die Frommen ziemt es sich, Gott zu loben.

Preist den Herrn mit der Zither, *

spielt für ihn auf der zehnsaitigen Harfe! – Kehrvers

Denn das Wort des Herrn ist wahrhaftig, *

all sein Tun ist verlässlich.

Er liebt Gerechtigkeit und Recht, *

die Erde ist erfüllt von der Huld des Herrn. – Kehrvers

Der Herr vereitelt die Beschlüsse der Heiden, *

er macht die Pläne der Völker zunichte.


Eucharistie · Freitag, 26. August 290

Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen, *

die Pläne seines Herzens überdauern die Zeiten.

Kehrvers:

Von deiner Huld, o Herr, ist die Erde erfüllt.

Kehrvers vgl. Vers 5b, ferner GL 401 · GL 1975 496 · KG 85, 7 (VI. Ton)

oder GL 1975 477 (V. Ton)

Ruf vor dem Evangelium vgl. Lk 21, 36

Halleluja. Halleluja.

Wacht und betet allezeit, damit ihr hintreten könnt vor den

Menschensohn.

Halleluja.

Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus Mt 25, 1–13

In jener Zeit erzählte Jesus seinen Jüngern das folgende

Gleichnis: Mit dem Himmelreich wird es sein wie mit zehn

Jungfrauen, die ihre Lampen nahmen und dem Bräutigam entgegengingen.

Fünf von ihnen waren töricht, und fünf waren

klug. Die törichten nahmen ihre Lampen mit, aber kein Öl, die

klugen aber nahmen außer den Lampen noch Öl in Krügen mit.

Als nun der Bräutigam lange nicht kam, wurden sie alle müde

und schliefen ein.

Mitten in der Nacht aber hörte man plötzlich laute Rufe: Der

Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen! Da standen die Jungfrauen

alle auf und machten ihre Lampen zurecht.

Die törichten aber sagten zu den klugen: Gebt uns von eurem

Öl, sonst gehen unsere Lampen aus. Die klugen erwiderten ihnen:

Dann reicht es weder für uns noch für euch; geht doch zu

den Händlern und kauft, was ihr braucht.

Während sie noch unterwegs waren, um das Öl zu kaufen,

kam der Bräutigam; die Jungfrauen, die bereit waren, gingen

mit ihm in den Hochzeitssaal, und die Tür wurde zugeschlossen.


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Freitag, 26. August · Abend

Später kamen auch die anderen Jungfrauen und riefen: Herr,

Herr, mach uns auf! Er aber antwortete ihnen: Amen, ich sage

euch: Ich kenne euch nicht.

Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die

Stunde.

Innehalten am Abend

Abendgebet

O Gott, komm mir zu Hilfe.

Herr, eile, mir zu helfen.

Ehr