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130 Jahre Weißenburger Tagblatt

Sonderausgabe zum Jubiläum

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Leonhard Braun<br />

JAHRE<br />

Max Elbel<br />

Sonderausgabe<br />

Seit ihrer Gründung 1892 befindet sich die Druckerei Braun & Elbel mitsamt dem Zeitungsverlag in der Wildbadstraße. Wer das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> nicht abonniert<br />

hatte, holte sich eine druckfrische Ausgabe direkt am Schalter ab. Das ehemalige Verlagsgebäude wurde mittlerweile durch einen Neubau ersetzt, Zeitungsredaktion und<br />

Druckerei sind aber noch immer im Herzen Weißenburgs – und eine aktuelle <strong>Tagblatt</strong>-Ausgabe bekommt man in der Wildbadstraße auch noch.<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> lokale<br />

Zeitungsgeschichte<br />

Modernes Medienhaus<br />

der Gegenwart<br />

Das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> spiegelt<br />

Themen der Gegenwart wider.<br />

Doch wir sind mehr als nur Zeitung:<br />

Ein vielfältiger Verlag stellt sich vor.<br />

Welche Zukunft hat der<br />

Lokaljournalismus?<br />

Historische Ereignisse, prominente<br />

Besucher, erfolgreiche Recherchen,<br />

Kult-Überschriften, eine Medienwelt<br />

im Wandel: Wir werfen einen Blick ins<br />

<strong>Tagblatt</strong>-Archiv.<br />

Wer braucht eigentlich noch Lokaljournalismus?<br />

Wie wird sich die Zeitung<br />

mit der Digitalisierung entwickeln, was<br />

kann ein lokales Verlagshaus leisten?<br />

Wir wagen einen Ausblick.


2<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong><br />

<strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong><br />

Wir freuen uns mit Ihnen über das <strong>130</strong>-jährige Jubiläum des <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>s!<br />

Von Andreas Scherer<br />

1. Vorsitzender des Verbands Bayerischer<br />

Zeitungsverleger e. V.<br />

Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig die<br />

Rolle der lokalen Berichterstattung ist: Die<br />

Menschen wollen wissen, was in ihrer unmittelbaren<br />

Umgebung geschieht – und die tief in<br />

der Region verwurzelten Zeitungsredaktionen liefern<br />

ihnen dazu umfassend alle relevanten Informationen.<br />

Zu Themen aus der Lokalpolitik und der<br />

Stadtplanung, aus den Vereinen oder anderen regionalen<br />

Initiativen. Sie geben Hinweise zu Familiennachrichten<br />

und Veranstaltungen und vieles andere<br />

mehr. Kein anderes Medium kann das so kompetent<br />

leisten, wie die Tageszeitung vor Ort. Die Kooperation<br />

mit dem Verlag Nürnberger Presse stellt sicher,<br />

dass auch die überregionale Berichterstattung von<br />

hoher Qualität ist. Beides, die lokale und die globale<br />

Berichterstattung, hat seit der Corona-Pandemie<br />

und vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs<br />

in der Ukraine, der unsere gesamte Weltordnung<br />

gefährdet, noch einmal spürbar an Bedeutung<br />

gewonnen.<br />

Das stattliche Jubiläum ist das Ergebnis einer<br />

kompetenten und engagierten Arbeit in<br />

den Redaktionen, aber auch das einer klugen,<br />

vorausschauenden Unternehmensleitung. Unsere<br />

bayerischen Verlage haben bereits früh auf die<br />

Digitalisierung der Workflows und ihrer Nachrichtenangebote<br />

gesetzt. Deshalb sind unsere Verlage<br />

heute Hightech-Unternehmen, und zwar auch da,<br />

wo früh am Morgen die gedruckte Zeitung pünktlich<br />

noch vor Tagesanbruch zu ihren Abonnentinnen<br />

und Abonnenten gebracht wird. Ein lieb gewonnener<br />

Service, der sich in vielen Fällen nicht durch die<br />

elektronische Ausgabe ersetzen lässt, schon allein<br />

aufgrund des schleppenden Infrastrukturausbaus<br />

gerade in der ländlichen Region. Hier springen Zeitungshäuser<br />

wie der Verlag Braun & Elbel mit ihrer<br />

eigenen, analogen Infrastruktur ein und bringen,<br />

ganz klassich, die gedruckte Tageszeitung an die<br />

Haustür. Und das seit Ende des 19. Jahrhunderts.<br />

Leistbar ist all das aber nur, wenn die Verlage<br />

sich weiterhin behaupten können. Gegenüber<br />

globalen Plattformen, die – datenfinanziert<br />

– Nutzerinnen und Nutzer mit Informationen<br />

von zweifelhafter Qualität und Herkunft überfluten,<br />

aber auch gegenüber den beitragsfinanzierten<br />

Angeboten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.<br />

Deutschland braucht deshalb eine staatliche Förderung<br />

der freien Presse. Durch eine Förderung der<br />

Infrastruktur für unsere flächendeckende Zeitungszustellung.<br />

Sie ist systemrelevant. Nicht nur für uns,<br />

die Verlage, sondern auch für unsere Demokratie.<br />

Das muss die Politik leisten. Für den Erhalt einer<br />

freien Presse, auf die wir stolz sein können.<br />

Erfolgreiche Zeitungen werden am<br />

liebsten in Bayern gedruckt.<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>. Herzlichen Glückwunsch!<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 2


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

Rückblick und<br />

Vorausschau<br />

Auf den folgenden Seiten blicken wir zurück. Wir beleuchten<br />

die Geschichte des Verlags Braun & Elbel. Wir haben in unser<br />

Archiv geschaut, unsere Redakteurinnen und Redakteure beschreiben,<br />

was ihnen aus ihrem Berufsalltag im Gedächtnis<br />

haften blieb. Wir stellen unsere Mitarbeiter vor. Nicht fehlen<br />

dürfen natürlich betagte Fotografien und ein Blick auf die<br />

weiteren Standbeine, die wir uns geschaffen haben.<br />

Im Dienste der Leser 04/05<br />

Interview mit Professor Dr. Klaus Meier 06/07<br />

Nachts um 2, im Plenarsaal 08/09<br />

Konkurrenz, Verdrängung, Ergänzung 10/11<br />

Metzelsuppe und der tägliche Rehunfall 12/13<br />

Mit Sprache spielen und im Nachtclub<br />

recherchieren<br />

Die Promis im Blick 16/17<br />

Recherche-Erfolge 20/21<br />

Lob, Kritik und Beschimpfungen<br />

Mehr als Zeitung – viele Standbeine<br />

14/15<br />

Weltmeister, Olympiasieger, Legenden 18/19<br />

Ein Haus mit vielen Facetten<br />

Am Ball mit dem Lokalsport<br />

Rückschau mit Bilderschnipseln<br />

22/23<br />

26/27<br />

30/31<br />

32/33<br />

34<br />

Herausgeber: Braun & Elbel GmbH & Co. KG, Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>,<br />

Wildbadstraße 16-18 | 91781 Weißenburg, Tel. 0 91 41 / 85 90 90<br />

Impressum:<br />

Bildverweise: S. 6: Christian Klenk; S. 14: Szene mit Pierre Brice als Winnetou<br />

in Elspe; Quelle: Fotograf Lothar Spurzem; wikimedia. <br />

Layout: Sven Katheder, be media. Alle Rechte vorbehalten. Alle veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich<br />

geschützt. Vervielfältigung und Nachdruck nur rmit Genehmigung des Herausgebers.<br />

Von Robert Renner<br />

Wir machen<br />

Lokalzeitung<br />

Und das seit <strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>n. Täglich<br />

blicken wir dazu in unsere Heimat,<br />

das <strong>Weißenburger</strong> Land.<br />

Denn guter Journalismus ist gefragt<br />

und wird gebraucht.<br />

Liebe Leserinnen und Leser,<br />

Redaktionsleiter<br />

Heimat wird mitunter als trendiger Begriff<br />

verwendet, gerne auch verkitscht. Heimatpflege<br />

und Brauchtum erfreuen sich gleichzeitig<br />

wieder einer größeren Beliebtheit als noch vor<br />

ein paar <strong>Jahre</strong>n. Manchmal klingt Heimat, ja auch<br />

Heimatzeitung, aber auch angestaubt.<br />

Doch genau das ist das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

nicht. Wir rennen nicht jedem vermeintlichen<br />

Trend hinterher, aber wir verschließen<br />

uns auch nicht sinnvollen Neuerungen. Unsere Zeitung<br />

hat sich immer wieder gegenüber neuen Techniken<br />

geöffnet und ist mit der Zeit gegangen. Sie wäre<br />

heute beispielsweise ohne ihre Online-Angebote<br />

nicht denkbar. Diese werden sicher in den nächsten<br />

<strong>Jahre</strong>n noch ausgebaut. Gleichzeitig ist es für uns<br />

undenkbar, die gedruckte Ausgabe nicht mehr fortzuführen.<br />

Für viele unserer Leser gehört die Zeitung<br />

in Papierform auf den Frühstückstisch. Bei all diesen<br />

treuen Abonnenten und Käufern wollen wir uns<br />

an dieser Stelle einmal ganz herzlich bedanken.<br />

Sie haben – ebenso wie unsere langjährigen<br />

Anzeigenkunden – dazu beigetragen, dass das<br />

Ableben der Zeitung doch nicht so kam, wie<br />

es von vielen vor nicht allzu langer Zeit schon prognostiziert<br />

wurde. Allen Unkenrufen zum Trotz lebt<br />

die Heimatzeitung noch immer. Und das ist gut so.<br />

Denn die Heimatzeitung und speziell das <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong> ist verwurzelt in der Region.<br />

Wir machen Lokalzeitung. Das heißt, vor<br />

Ort zu sein. Die große weite Welt ist für<br />

Journalisten sicher interessant, egal ob<br />

es um internationale Beziehungen geht, um die EU<br />

oder die Bundespolitik. Doch wir als Heimatzeitung<br />

begleiten die Entwicklung in unserem unmittelbaren<br />

Lebensumfeld. Wir versuchen hier hinter die<br />

Kulissen zu blicken und Themen einzuordnen.<br />

Und dabei passen Leser und Politiker genau<br />

auf, was über ihre Heimat, die sie täglich erleben,<br />

berichtet wird. Sie klopfen uns auch<br />

mal auf die Finger, wenn was nicht stimmt. Zugleich<br />

versuchen manche gerade ihren Blick auf die Dinge<br />

oder ihre Interessen in die Zeitung zu bringen. Deswegen<br />

ist der Journalismus im Lokalen nicht immer<br />

einfach. Mittendrin zu sein, sich gleichzeitig aber<br />

nicht vereinnahmen zu lassen, das ist der Spagat,<br />

den es zu machen gilt.<br />

Guter Journalismus – gerade auch im Lokalen<br />

– wird gebraucht. In einer Gesellschaft<br />

ohne freie Presse wollen die Macher dieser<br />

Zeitung jedenfalls nicht leben. Pressefreiheit ist ein<br />

Stützpfeiler jeglicher Demokratie. Erst wenn sie verloren<br />

geht, wird mancher erkennen, welch schmerzlichen<br />

Verlust es zu beklagen gilt. So viel zum Thema<br />

Lügenpresse. Social Media jedenfalls wird eine freie<br />

Presse nicht zu ersetzen vermögen.<br />

Seite 3<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

4 Im Dienste der Les<br />

Von Robert Renner<br />

„Tag für Tag, Jahr für Jahr sind unsere<br />

zahlreichen Abonnenten gewohnt, pünktlich<br />

auf die Stunde in den Besitz des ,<strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong>‘ zu gelangen. Tag für<br />

Tag, Jahr für Jahr wird die Zeitung als etwas<br />

Selbstverständliches betrachtet: ohne<br />

Zeitung kann man nicht mehr sein. Und<br />

doch wissen wohl die wenigsten, wieviel<br />

Nerven- und Kraftaufwand die Herstellung<br />

einer einzigen Zeitungsnummer beansprucht.“<br />

land gegangen und hatte als Chefredakteur<br />

verschiedener Zeitungen Karriere gemacht.<br />

Max Elbel verstarb 1922. Er hatte<br />

in den <strong>Jahre</strong>n zuvor als Gemeindebevollmächtigter<br />

sowie Magistratsmitglied gewirkt<br />

und es zu hohem Ansehen gebracht.<br />

Während des Ersten Weltkriegs hatte er<br />

sogar die „Stellvertretung des durch die<br />

Kriegsnotwendigkeit jahrelang abwesenden<br />

Bürgermeisters“ übernommen, hieß<br />

es in seinem Nachruf.<br />

So stand es am 2. Juli 1932 in unserer<br />

Zeitung zu lesen. Damals erschien<br />

eine Jubiläumsausgabe zum<br />

40-jährigen Bestehen des <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong>s. Gut 90 <strong>Jahre</strong> später halten Sie,<br />

werte Leserinnen und Leser, wieder eine<br />

solche in den Händen. Unsere Zeitung<br />

und der Verlag Braun & Elbel, in dem<br />

sie erscheint, bestehen samt zugehöriger<br />

Druckerei seit <strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>n.<br />

Wie vor 90 <strong>Jahre</strong>n, als die einleitenden<br />

Zeilen erschienen,<br />

sind die Zeiten aktuell stürmisch<br />

bis turbulent – Wirtschaftskrise,<br />

Corona-Pandemie, Energiekrise, Ukraine-Krieg,<br />

Klimawandel und vieles mehr<br />

gilt es zu bewältigen. Und all dies spiegelt<br />

sich natürlich auch in unserem Blatt wider.<br />

Daneben hat aber auch das Kleine,<br />

vermeintlich Unspektakuläre seinen Platz<br />

in unserer Lokalzeitung. Das <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong> ist so selbst ein Stückchen<br />

Heimat. Abseits des großen Weltgeschehens<br />

steht in unserem Lokalteil das im<br />

Fokus, was vor der Haustüre unserer rund<br />

25 000 Leser passiert.<br />

Und das war auch schon zur Gründungszeit<br />

so. 1892 war es –<br />

Deutschland hatte noch einen<br />

Kaiser, in Berlin wurde der Sportverein<br />

Hertha BSC gegründet, in Hamburg brach<br />

eine Cholera-Epidemie aus, in deren Folge<br />

über 8 600 Menschen starben, und in den<br />

USA wurde die Rolltreppe patentiert –<br />

da gründeten zwei tatkräftige Männer den<br />

Verlag „Braun & Elbel“, der bis heute das<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> herausgibt.<br />

Die Gründung einer Tageszeitung<br />

war für Leonhard Braun und Max<br />

Elbel bereits das Ziel, als sie in<br />

der Wildbadstraße ein Haus kauften, um<br />

dort ihre Buch- und Steindruckerei zueröffnen.<br />

Der gelernte Buchdrucker Elbel<br />

übernahm die Redaktion des Blattes, der<br />

Lithograf Braun kümmerte sich um die<br />

technische Herstellung der Zeitung und<br />

die Steindruckerei. Der Start verlief offenbar<br />

gut. „Durch Umsicht und geschäftliche<br />

Tüchtigkeit seiner Gründer stand das Unternehmen<br />

denn auch bald auf gesicherter<br />

Basis“, hieß es in der Jubiläumsausgabe<br />

von 1932. Außerdem fasste Braun & Elbel<br />

rasch in der Ansichtskarten-Industrie<br />

Fuß. Und auch die Zeitung hatte scheinbar<br />

Erfolg. „Das neugegründete Blatt erfreute<br />

sich bald eines stattlichen Leserkreises in<br />

Stadt und Land, auch der Anzeigenteil war<br />

in stetem Aufschwung begriffen“, machte<br />

die Jubiläumsschrift deutlich.<br />

Überhaupt schienen die ersten zwei<br />

Jahrzehnte sehr erfolgreich für<br />

Braun & Elbel verlaufen zu sein.<br />

Der Druckerei, die damals noch als lithografische<br />

Anstalt bezeichnet wurde, kam<br />

das Aufblühen der örtlichen Gold- und Silbermanufakturen<br />

zugute. Für die Produkte,<br />

die nach Übersee exportiert wurden,<br />

waren aufwendige Etiketten notwendig.<br />

„Bei Bedarf brauchte man nicht mehr, wie<br />

früher, auf auswärtige Firmen zurückgreifen.<br />

Man sandte einfach den Geschäftsboten<br />

mit dem Muster in die Anstalt und zur<br />

gewünschten Zeit konnte man die fertige<br />

Arbeit ohne Spesen abholen lassen“, beschrieb<br />

die Jubiläumszeitung.<br />

Aber auch an den Zeitungsbetrieb<br />

wurden immer höhere Anforderungen<br />

gestellt. Die Zahl der<br />

Abonnenten stieg weiter, und das <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong> sah sich gezwungen,<br />

das Format der Zeitung zu vergrößern. Bis<br />

dato war das gesamte Blatt im Handsatz<br />

hergestellt worden, 1907 wurde eine damals<br />

neuzeitliche Satzmaschine angeschafft,<br />

die die Jubiläumsschrift als „ein<br />

Wunderwerk der Technik“ bezeichnete.<br />

Dann aber kam der Erste Weltkrieg: „Das<br />

geschulte Personal mußte zu den Fahnen<br />

eilen, um Haus und Hof und die Ehre des<br />

Vaterlandes zu verteidigen“, blickte das<br />

Unternehmen 1932 pathetisch zurück.<br />

Während des Ersten Weltkrieges<br />

herrschte Stillstand. Als<br />

die Mitarbeiter 1918 in großen<br />

Teilen zurückkehrten, ging der Betrieb<br />

mit neuer Kraft ans Werk. Aber es folgten<br />

schwere <strong>Jahre</strong> mit galoppierender Inflation<br />

und Weltwirtschaftskrise.<br />

Dann aber stabilisiert sich die Lage<br />

für das Unternehmen. Die bisherigen<br />

Firmenräume erwiesen<br />

sich als zu klein, es wurde angebaut und<br />

es wurden moderne Maschinen beschafft.<br />

Es waren allerdings nicht mehr die Exportartikel<br />

der Gold- und Silbermanufakturen,<br />

die im Hause Braun & Elbel für<br />

Umsätze sorgten, sondern die Erfindung<br />

und Herstellung eines Alltagsartikels:<br />

Topfreiniger. „Da jeder einzelne von diesen<br />

Scheuerballen auch mit einem Firmenetikett<br />

versehen ist, so wirkt sich dieses<br />

Geschäft auch wieder vorteilhaft auf die<br />

lithografische Anstalt aus, so daß dieser<br />

Betrieb heute wieder ganz gut beschäftigt<br />

ist“, wusste die Jubiläumsausgabe 1932 zu<br />

berichten.<br />

Max Braun, seinerzeitiger Verlagschef,<br />

hatte die Entwicklung<br />

rechtzeitig erkannt, den Betrieb<br />

entsprechend umgestellt und passende<br />

Maschinen beschafft. Auch der Herstellung<br />

von Flaschenbieretiketten wandte<br />

sich seine Druckerei zu. Er war nach seiner<br />

Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg<br />

ins elterliche Geschäft eingestiegen und<br />

brachte es zusammen mit seinem Vater<br />

Leonhard wieder zu wirtschaftlicher Blüte.<br />

Als sein Vater 1927 starb, führte er das<br />

Unternehmen als Alleininhaber weiter.<br />

Mitgründer Max Elbel war bereits<br />

1912 infolge einer Krankheit aus<br />

dem Geschäft ausgetreten. Sein<br />

Sohn Leonhard war nach Norddeutsch-<br />

Seit Elbels Ausscheiden führt Familie<br />

Braun – inzwischen in der vierten<br />

Generation – das Verlagshaus allein.<br />

Max Brauns Sohn Leonhard war ab<br />

1961 alleiniger Unternehmer. Nach seinem<br />

Tod übernahm sein Frau Waltraud<br />

die Geschäftsführung, bis schließlich<br />

Sohn Ralf als Verleger einstieg.<br />

Der Verlag ist übrigens bis heute<br />

seinen Ursprüngen in der Wildbadstraße<br />

treu geblieben. Er<br />

findet sich dort, wo eine Lokalzeitung<br />

hingehört: in Laufweite von Rathaus,<br />

Landratsamt und Marktplatz. Leonhard<br />

Braun ließ 1972 das alte Verlagsgebäude<br />

abreißen und baute an derselben Stelle einen<br />

neuen Betrieb auf, in dem bis heute<br />

die Druckerei, der Verlag und die Redaktion<br />

untergebracht sind. In den vergangenen<br />

<strong>Jahre</strong>n wurden weitere Standbeine<br />

entwickelt. Neben der Tageszeitung<br />

bringt Braun & Elbel mittlerweile sehr<br />

erfolgreich das regionale Kulturmagazin<br />

Carpe diem und den Wirtschaftskompass<br />

(WIKO) heraus. Ferner wurden die Werbagentur<br />

be media und der Regionalladen<br />

HeimaTeil gegründet.<br />

An derartige Dinge hatte man in<br />

den 1930er-<strong>Jahre</strong>n noch nicht gedacht.<br />

In der NS-Zeit wurde das<br />

Zeitungswesen auch im <strong>Weißenburger</strong><br />

Land neu geordnet. Der Ellinger Anzeiger<br />

und die Pappenheimer Zeitung gingen in<br />

den Verlag der Fränkischen Tageszeitungen<br />

über, der bereits für das <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong> verantwortlich war. Die konkurrierende<br />

<strong>Weißenburger</strong> Zeitung wurde<br />

eingestellt. Das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>,<br />

das zeitweise ein Hakenkreuz auf dem Titel<br />

trug, war somit die führende Zeitung<br />

im Kreis Weißenburg. Am 30. September<br />

1944 erschein die zunächst letzte Ausgabe.<br />

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam<br />

das <strong>Tagblatt</strong> erst nur in Form<br />

eines Amtsblattes heraus. Erst<br />

1949 durfte Verleger Max Braun mit einer<br />

Auflage von 5000 Stück und vier Ausgaben<br />

pro Woche starten. Es folgte in den<br />

1960er-<strong>Jahre</strong>n ein harter Konkurrenzkampf<br />

mit den <strong>Weißenburger</strong> Nachrichten,<br />

die von den Nürnberger Nachrichten<br />

angesiedelt wurden. Als eine der letzten<br />

Zeitungen in Mittelfranken trat das <strong>Tagblatt</strong><br />

der Arbeits- und Interessengemeinschaft<br />

der Nürnberger Nachrichten bei.<br />

Eine Zusammenarbeit, die sich seinerzeit<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 4


er<br />

Seit<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>n versorgt unsere<br />

Zeitung die Menschen in der<br />

Region mit Neuigkeiten aus<br />

dem <strong>Weißenburger</strong> Land<br />

Für den Kinofilm über die RAF wurden auf unserer Zeitungsdruckmaschine von Albert Baumann<br />

und Heinz Hüttinger Ende der 2000er-<strong>Jahre</strong> alte Zeitungen nachgedruckt.<br />

als richtiger Schachzug erwies. Seitdem<br />

liefern die NN für die tägliche Ausgabe<br />

der Heimatzeitung den sogenannten<br />

Mantelteil mit Politik, Wirtschaft, Kultur<br />

und Sport aus aller Welt, während<br />

die Redaktion in Weißenburg selbstbewusst<br />

und engagiert den Lokalteil erstellt.<br />

Ab 1949 hatte diesen Paul Anton<br />

Haßold mit einem sehr<br />

eigenen Stil geprägt. 37 <strong>Jahre</strong><br />

war er Chefredakteur des Blattes<br />

und schon zu Lebzeiten eine Legende.<br />

Während er, der sich selbst oftmals als<br />

„Chronist“ bezeichnete, sich vor allem<br />

um den Landkreis kümmerte, war sein<br />

jahrzehntelanger Kollege Cornel Diederichs<br />

schwerpunktmäßig für die Stadt<br />

Weißenburg zuständig. Als Haßold<br />

ging, kam für ein kurzes Gastspiel Arno<br />

Heider nach Weißenburg, den Uwe<br />

Ritzer als Redaktionsleiter beerbte. Der<br />

<strong>Weißenburger</strong> schreibt heute für die<br />

Süddeutsche Zeitung, ist einer der renommiertesten<br />

Wirtschaftsjournalisten<br />

Deutschlands und Buchautor. Sein<br />

Nachfolger als Redaktionsleiter wurde<br />

2005 der Ansbacher Robert Maurer.<br />

Seit September führt der <strong>Weißenburger</strong><br />

Robert Renner die Redaktion.<br />

Braun & Elbel beschäftigt heute<br />

gut 30 Mitarbeiter in der Verwaltung,<br />

in der Druckerei, samt<br />

Vorstufe und Weiterverarbeitung, und<br />

in der Redaktion. Diese bringt nicht<br />

nur sechsmal pro Woche das <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong> als gedruckte Ausgabe<br />

heraus, sondern auch als E-Paper. Ferner<br />

betreibt sie in Kooperation mit dem<br />

Verlag Nürnberger Presse die Internetseiten<br />

weissenburger-tagblatt.com,<br />

nordbayern.de und nn.de.<br />

Über die Jahrzehnte hat sich<br />

doch vieles verändert, manches<br />

aber auch nicht: Tag für Tag,<br />

Jahr für Jahr wird die Zeitung – egal<br />

ob digital oder analog und auch wenn<br />

die Abonnentenzahlen rückläufig sind –<br />

als etwas Selbstverständliches betrachtet.<br />

Und immer noch „wissen wohl die<br />

wenigsten, wie viel Nerven- und Kraftaufwand<br />

die Herstellung einer einzigen<br />

Zeitungsnummer beansprucht“. Aber<br />

das ist gut so!<br />

Weil’s um mehr<br />

als Geld geht.<br />

Herzlichen Glückwunsch<br />

zu <strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>n<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>!<br />

WEIL EINE STADT<br />

EINE ZEITUNG<br />

BRAUCHT.<br />

Glückwunsch zum<br />

Jubiläum!<br />

Ihre<br />

Unser langjähriger Sportberichterstatter Fritz Kirchdörfer (Mitte) erhielt von Richard Stücklen<br />

im Beisein des damaligen Oberbürgermeisters Reinhard Schwirzer eine Auszeichnung.<br />

Die besten Alles Wünsche<br />

und weiterhin<br />

was alles Räume Gute!<br />

schöner Am Hof macht 5<br />

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Seite 5<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

6<br />

„Journalismus ist ein<br />

wichtiger Beruf für<br />

unsere Gesellschaft“<br />

Der Eichstätter Journalistikprofessor Dr. Klaus Meier erklärt, warum Lokaljournalismus<br />

für die Demokratie eine wichtige Rolle spielt.<br />

Interview: Markus Steiner<br />

Herr Prof. Meier, gibt es im Jahr 2022 noch<br />

Studierende an Ihrer Uni, die ganz klar den<br />

Wunsch haben als Erstsemester, einmal Lokaljournalist<br />

zu werden?<br />

Ja, die gibt es in der Tat. Das ist zwar nicht die<br />

Mehrheit, aber es gibt auf jeden Fall welche, die<br />

sich das vornehmen. Häufig kennen sie die Lokalzeitung<br />

der Region, aus der sie kommen und<br />

sagen: Da würde ich später gerne einmal arbeiten.<br />

Das sind – zugegeben – nicht sehr viele. Aber<br />

auch heuer haben wir wieder einige Erstsemester<br />

dabei.<br />

Lokaljournalismus wird ja gerne belächelt…<br />

Lokaljournalisten, das sind doch die, die<br />

von Kaninchenzuchtverein zu Kaninchenzuchtverein<br />

oder von Sportplatz zu Sportplatz<br />

pilgern und dann chronistisch alles<br />

nur aufschreiben und dann auch fast genau<br />

so in der Zeitung abdrucken. Oder die sich<br />

vielleicht sogar vom Landrat bis zum Oberbürgermeister<br />

diktieren lassen, worüber sie<br />

berichten sollen. Wie sehen Sie denn aus<br />

wissenschaftlicher Sicht die Rolle des Lokaljournalismus<br />

für Gesellschaft und Demokratie?<br />

Das ist natürlich eine sehr weitreichende Frage,<br />

über die man ganze Vorträge halten könnte. Ich<br />

versuche mal, es kurz zu machen. Gerade im Lokalen<br />

fängt Demokratie ja an, deshalb braucht<br />

man auch auf lokaler Ebene Medien, die Demokratie<br />

für die Bürgerinnen und Bürger ermöglichen,<br />

damit diese sich gut informiert beteiligen<br />

können. Um sich in einem Ort und in einer Region<br />

zu Hause zu fühlen, brauchen Menschen verlässliche,<br />

relevante und konstruktive Informationen<br />

aus dem Nahbereich. Um sich als mündige<br />

Bürger in eine demokratische Gesellschaft einbringen<br />

zu können, brauchen sie aber auch den<br />

unabhängigen, kritischen und distanzierten Blick<br />

der Redaktion auf lokale Verantwortungsträger<br />

und Machtstrukturen. Diese Funktion der Kontrolle<br />

braucht man im Lokalen natürlich auch,<br />

damit Demokratie lebendig bleiben kann. Demokratie<br />

ist ja nicht ein vorgegebenes System, das<br />

für immer und ewig funktioniert, sondern am Gelingen<br />

von Demokratie müssen wir alle mitarbeiten,<br />

deshalb gehört auch eine vielfältige und unabhängige<br />

Information dazu, so wie Wasser zum<br />

Prof. Dr. Klaus Meier<br />

Jahrgang 1968. Nach zwei <strong>Jahre</strong>n Volontariat<br />

und einem halben Jahr als Lokalredakteur bei<br />

der Frankenpost (Hof) begann er ein Journalistik-Studium<br />

mit anschließendem Promotionsstudium<br />

in Kommunikationswissenschaft,<br />

Politikwissenschaft und Philosophie an<br />

der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.<br />

Von 1996 bis 2001 wissenschaftlicher<br />

Mitarbeiter am Lehrstuhl für Journalistik I<br />

in Eichstätt, parallel Berater und Coach in<br />

Redaktionen und Weiterbildungseinrichtungen<br />

für Journalisten in mehreren Ländern.<br />

2001 bis 2009 Professor für Journalistik<br />

an der Hochschule Darmstadt (Aufbau der<br />

Studiengänge Online-Journalismus und<br />

Wissenschaftsjournalismus). September 2009<br />

bis Dezember 2010 Lehrstuhl für crossmediale<br />

Entwicklungen des Journalismus am Institut<br />

für Journalistik der Technischen Universität<br />

Dortmund. Ab Januar 2011 Lehrstuhl für<br />

Journalistik I an der Katholischen<br />

Universität Eichstätt-Ingolstadt.<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 6


Leben gehört. Anders formuliert: ans Tageslicht<br />

zu bringen, was sonst im Geheimen bliebe, etwa<br />

Entscheidungen im Hinterzimmer der Politik.<br />

Das Motto der „Washington Post“, „Democracy<br />

dies in darkness“ („Demokratie stirbt in der Dunkelheit“),<br />

bringt das gut auf den Punkt.<br />

Oft wird Lokalzeitungen vorgeworfen, sie<br />

hätten eine lokale Beißhemmung und würden<br />

eher unkritisch über die Mächtigen berichten,<br />

weil die ja auch die Hauptquellen<br />

ihrer Berichterstattung sind. Stimmt das aus<br />

Ihrer Sicht? Sind Lokalmedien oft zu unkritisch?<br />

Dieser Vorwurf stimmt zum Teil schon und liegt<br />

darin begründet, dass es für Lokaljournalisten<br />

viel schwieriger ist Missstände aufzudecken und<br />

zu kritisieren, weil man sich am nächsten Tag<br />

ja noch in die Augen schauen will. Den Bundeskanzler<br />

zu kritisieren ist sehr, sehr einfach. Um<br />

den Landrat oder Oberbürgermeister zu kritisieren,<br />

braucht man definitiv mehr Mut. Es gehört<br />

aber zur Aufgabe dazu und Lokalredaktionen,<br />

aber auch wir alle als mündige Bürgerinnen<br />

und Bürger, müssen sich deshalb immer wieder<br />

bewusst machen: Journalismus muss auch anecken<br />

und unbequem sein und die Finger in die<br />

Wunden legen, die es vor Ort gibt. Also Themen<br />

aufgreifen, die die Menschen bewegen, und nicht<br />

nur zu schreiben, was Lokalpolitik oder auch<br />

lokale Wirtschaft oder Vereine verlautbaren.<br />

Wenn man die Entwicklung des Lokaljournalismus<br />

über die vergangenen Jahrzehnte hinweg<br />

beobachtet, kann man feststellen, dass das aber<br />

definitiv nicht schlechter geworden ist. Viele Redaktionen<br />

sind sich dieser Aufgabe bewusst und<br />

wissen, dass heutzutage Vereine und Parteien,<br />

ja eigentlich jedermann, für die Öffentlichkeit<br />

selbst digitale Angebote machen kann. Lokaljournalismus<br />

hat sein Informationsmonopol verloren,<br />

aber eine unabhängige Berichterstattung,<br />

die keine Eigeninteressen verfolgt, die neutral ist<br />

und aufpasst, ist hier wichtiger denn je. Objektive<br />

Information im Auftrag des Bürgers, das kann<br />

nur Journalismus leisten. Jede Lokalredaktion<br />

sollte sich immer wieder fragen: Warum braucht<br />

es uns überhaupt im Ort? Welche Aufgaben haben<br />

wir, was können wir für die Bürgerinnen und<br />

Bürger tun? Seitdem die Konkurrenz der digitalen<br />

Medien da ist, hat dieses Bewusstsein bei den<br />

Lokalredaktionen aber deutlich zugenommen,<br />

weil es eben auch viele andere, öffentliche Kanäle<br />

gibt.<br />

Fakt ist: Es lesen immer weniger Menschen<br />

eine Lokalzeitung. Und sie werden auch immer<br />

älter. Der Durchschnittsleser einer Lokalzeitung<br />

ist 55 <strong>Jahre</strong> und älter. Die junge<br />

Generation nutzt vor allem das Internet als<br />

Informationsquelle und nutzt lieber Facebook,<br />

Instagram und Co. Ist die Lokalzeitung<br />

ein Auslaufmodell? Wird es in 20<br />

<strong>Jahre</strong>n noch eine gedruckte Lokalzeitung<br />

geben?<br />

20 <strong>Jahre</strong> ist ein extrem großer Zeitraum. Wer<br />

hätte vor 20 <strong>Jahre</strong>n schon gedacht, dass es so etwas<br />

wie Instagram oder Facebook überhaupt geben<br />

wird und dass es so extrem genutzt wird und<br />

die Öffentlichkeit in weiten Teilen auch prägen<br />

wird? Mit Blick in die Zukunft können wir aber<br />

schon jetzt gut begründet vermuten, dass es in<br />

20 <strong>Jahre</strong>n die eine oder andere Zeitung täglich in<br />

gedruckter Form nicht mehr geben wird. Es wird<br />

vielleicht noch einzelne Tageszeitungen geben,<br />

aber es wird auch Regionen geben, die gar nicht<br />

mehr abgedeckt werden können mit einer täglich<br />

erscheinenden Zeitung. Das bedeutet, dass wir<br />

alle digitalen Kanäle auch journalistisch nutzen<br />

und bespielen müssen, die uns zur Verfügung stehen,<br />

um auch junge Menschen zu erreichen. Aber<br />

das Grundproblem ist hier die Finanzierung.<br />

Wenn die Lokalredaktion beispielsweise ganz<br />

viel auf Instagram macht, dann ist das ja gut für<br />

die jungen Menschen und die Demokratie, aber<br />

es wird damit noch kein Geld verdient. Das ist ein<br />

Grundproblem, weil Journalismus einerseits eine<br />

Infrastruktur für Demokratie ist, andererseits<br />

aber jahrzehntelang auch als marktwirtschaftliches<br />

Geschäftsmodell funktioniert hat, das aber<br />

immer mehr bröckelt und irgendwann vielleicht<br />

überhaupt nicht mehr funktioniert. Da sind wir<br />

„Objektive<br />

Information im<br />

Auftrag des<br />

Bürgers, das kann<br />

nur Journalismus<br />

leisten.”<br />

Prof. Dr. Meier<br />

schon bei dem Punkt angelangt, an dem wir uns<br />

als Gesellschaft Gedanken machen müssen, ob<br />

wir nicht bundesweit Modelle finden müssen,<br />

bei denen auch Staatsgelder, also Steuermittel,<br />

eingesetzt werden, um Lokaljournalismus zu fördern.<br />

Nicht in der der Art, dass die Politik mit<br />

entscheiden darf, welche Art von Lokaljournalismus<br />

gemacht wird. Das müsste unabhängig organisiert<br />

werden. Ich glaube, dass das langfristig<br />

notwendig werden wird, andere Länder machen<br />

das teilweise ja schon.<br />

Das heißt, das wäre in eine Art „GEZ-Modell“<br />

für Lokalzeitungen? Eine gebührenfinanzierte<br />

Förderung wie im öffentlich-rechtlichen<br />

Rundfunk also?<br />

Das ist ein Modell. Ob man das auch im Lokaljournalismus<br />

so umsetzt, das muss man diskutieren.<br />

Es gibt da viele Ideen und Modelle. Ein<br />

weiteres Beispiel: Es gibt ja auch viele andere<br />

wichtige gesellschaftliche Einrichtungen, die wir<br />

als Gesellschaft unbedingt wollen und die als<br />

marktwirtschaftliches Modell nicht funktionieren:<br />

Kulturelle Angebote vor Ort, wie Theater<br />

oder Museen, werden öffentlich subventioniert,<br />

weil sie sich selbst nicht decken, aber wichtig für<br />

Zusammenhalt, Gemeinschaft oder Bildung vor<br />

Ort sind. Da gehört meiner Ansicht nach auch der<br />

Lokaljournalismus dazu, der auch ein Kulturgut<br />

vor Ort und – wie gesagt – eine Infrastruktur der<br />

Demokratie ist, was durchaus öffentlich gefördert<br />

werden könnte.<br />

Wie würden Sie denn guten Lokaljournalismus<br />

aus Sicht der wissenschaftlichen Lehre<br />

definieren?<br />

Das beginnt bei Recherche und Auswahl: Guter<br />

Lokaljournalismus muss verlässlich sein, recherchieren,<br />

die Fakten prüfen, Fehler korrigieren –<br />

und die wichtigen Themen der Menschen im Ort<br />

auswählen. Er muss entscheiden, was wichtig<br />

und relevant für viele Leserinnen und Leser ist<br />

und nicht nur für Einzelne, die bestimmte Interessen<br />

verfolgen und deshalb am lautesten rufen.<br />

Und es endet beim kritischen und distanzierten<br />

Blick auf alles, was eine gewisse Macht hat oder<br />

Eigeninteressen verfolgt. Dass man kritisch draufschaut<br />

und gegenrecherchiert, wenn es Probleme<br />

vor Ort gibt – natürlich mit Augenmaß und Fairness,<br />

aber auch mit Courage.<br />

Was würden Sie der Redaktion und dem Verleger<br />

des <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>s nach <strong>130</strong><br />

<strong>Jahre</strong>n raten, damit der Verlag auch weiterhin<br />

eine gute Zukunft hat…<br />

(lacht) Das ist eine sehr schwierige Frage. Wenn<br />

ich hier gute Ratschläge hätte, wie ein Verlag gut<br />

ökonomisch überleben kann, dann könnte ich<br />

als Berater viel Geld verdienen. Es ist eine sehr<br />

komplexe Situation, in der die Verlage derzeit<br />

stecken. Es ist auch ein Markt, der viel schwieriger<br />

ist als in anderen Branchen. Wir haben über<br />

die problematischen Eckpunkte ja schon gesprochen.<br />

Wir wissen definitiv, dass man nicht ewig<br />

auf das gedruckte Produkt setzen kann, sondern<br />

Strategien entwickeln muss, wie man mit eigenen<br />

digitalen Produkten Menschen vor Ort erreicht,<br />

die dafür auch bezahlen, zum Beispiel über eine<br />

Zeitungs-App oder eine Webseite. Wir sprechen<br />

hier oft von einer Paywall, einer Bezahlschranke<br />

also. Ich selbst mag den Begriff nicht, weil er negativ<br />

besetzt ist. Besser ist es, von Plus-Modellen<br />

zu sprechen: Wer ein Abo kauft, bekommt ein<br />

„Plus“, also eine verlässliche Qualität und gute<br />

unabhängige Inhalte, die es eben sonst nirgendwo<br />

in der digitalen Welt gibt. Die Menschen sind<br />

ja auch bereit, für einen Espresso oder einen Kaffee<br />

to go zwei oder drei Euro auszugeben, viel<br />

mehr bräuchte es für die Information vor Ort ja<br />

auch nicht, wenn viele bereit sind, dafür zu zahlen.<br />

Dann kann man sich als Verlag eine Lokalredaktion<br />

leisten, die alles digital ausspielt, weil<br />

ja der Druck und das Verteilen der gedruckten<br />

Zeitung wegfällt, was ja derzeit sehr hohe Kosten<br />

verursacht. Wenn sich, vielleicht in 20 <strong>Jahre</strong>n,<br />

das Drucken überhaupt nicht mehr lohnt und<br />

man nur noch die Redaktionen und die digitalen<br />

Ausspielkanäle finanzieren muss, dann können<br />

lokale Verlage auch überlebensfähig sein.<br />

Eine hypothetische Frage. Wenn Sie einen<br />

Sohn oder eine Tochter im Alter von 18<br />

<strong>Jahre</strong>n hätten, der oder die gerade das Abitur<br />

gemacht hat, würden Sie ihr oder ihm<br />

raten, den Beruf des Journalisten zu ergreifen?<br />

(lacht) Wir haben einen Sohn, der gerade 20 <strong>Jahre</strong><br />

alt geworden ist, aber er hat ein komplett anderes<br />

Interessen- und Talentespektrum, darum<br />

war das nie ein Thema für uns. Aber ich kenne ja<br />

viele junge Menschen in diesem Alter in unserem<br />

Studiengang, die mit der Journalistik beginnen,<br />

und ich rate immer dazu, den Beruf zu ergreifen,<br />

wenn es in ihrem Interesse liegt. Journalismus<br />

ist, wie schon mehrfach gesagt, ein ganz wichtiger<br />

Beruf für unsere Gesellschaft und die Demokratie,<br />

und deshalb werden wir immer auch Wege<br />

finden, Journalismus und Lokaljournalismus<br />

zu ermöglichen. Davon bin ich überzeugt. Deshalb<br />

würde ich alle motivieren, die sich für den<br />

Beruf interessieren, ihn auch zu ergreifen. Wir<br />

raten also keineswegs davon ab.<br />

Wir gratulieren dem <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> zum<br />

<strong>130</strong>. GEBURTSTAG<br />

und bedanken uns für die gute langjährige Zusammenarbeit!<br />

Wir gratulieren zum Jubiläum<br />

Apothekenmuseum Weißenburg<br />

Stiftung Kohl’sche Einhorn-Apotheke<br />

91781 Weißenburg in Bayern · Rosenstraße 3<br />

Einhorn-Apotheke<br />

Katrin Binkert<br />

Telefon 09141/2307 - Fax: 09141/73471<br />

www.einhorn-apotheke-weissenburg.de<br />

Seite 7<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

8<br />

Nachts um 2,<br />

im Plenarsaal.<br />

Beim Frühstück.<br />

Eine besondere Beziehung verbindet uns mit unseren Leserinnen und Lesern.<br />

Wie sie gerne ihre Zeitung lesen und was sie uns für die nächsten <strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> wünschen,<br />

haben wir hier zusammengetragen.<br />

Von Ina Brechenmacher<br />

Nicht nur im Verlagshaus in der<br />

Wildbadstraße bestimmt das<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> den<br />

Tagesrhythmus. Auch für viele unserer<br />

Leserinnen und Leser ist die Zeitung<br />

ein fester Bestandteil des Tages: Relativ<br />

synchron wird an vielen Frühstückstischen<br />

im Einzugsgebiet an sechs Tagen<br />

der Woche das <strong>Tagblatt</strong> aufgeschlagen.<br />

Auch in Wartezimmern, Cafés und Büros<br />

kreist unsere Zeitung. Und manche<br />

lesen den Heimatteil auch unterwegs<br />

auf dem Smartphone oder Tablet – das<br />

E-Paper macht‘s möglich.<br />

„Wenn es mal wieder länger dauert im<br />

Plenarsaal, lese ich schon die Online-<br />

Ausgabe des nächsten Tages. Durch die<br />

Online-Ausgabe habe ich immer<br />

schnellen Zugriff auf Informationen und<br />

aktuelle Themen aus der Heimat –<br />

egal wo. Herzlichen Glückwunsch zu<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>n <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>!“<br />

Artur Auernhammer, Bundestagsabgeordneter für unseren Wahlkreis<br />

Am Frühstückstisch der Schröppels ist das<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> ein fester Bestandteil.<br />

„Für eine Stadt unserer Größe ist es von<br />

enormer Bedeutung, dass es noch eine Lokalzeitung gibt.<br />

Das ist für mich ein Stück Identität.“<br />

Jürgen Schröppel, Oberbürgermeister der Stadt Weißenburg<br />

„Die Zusammenarbeit mit dem <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

war und ist stets von einem guten und konstruktiven<br />

Miteinander geprägt, in dem man auch mal gegenseitig<br />

kritische Meinungen äußern darf. Ich wünsche<br />

dem <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> zum <strong>130</strong>-jährigen<br />

Jubiläum alles Gute!“<br />

Manuel Westphal, Landrat des Landkreises Weißenburg-Gunzenhausen<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 8


Im ersten Stock der <strong>Weißenburger</strong> Bücherei<br />

können alle das <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong> lesen – ob Mitglied oder nicht.<br />

„Wir haben Stammleser,<br />

die wirklich regelmäßig kommen“,<br />

erzählt die<br />

Stadtbibliothekarin.<br />

Über die Oma im Erdgeschoss wandert<br />

das <strong>Tagblatt</strong> jeden Tag zu Ciro Morena<br />

und seinen Eltern im ersten Stock.<br />

Im Jugendparlament setzt er sich für einen<br />

Treffpunkt für Jugendliche ein.<br />

„Dafür, dass Weißenburg nicht<br />

riesengroß ist, passiert schon relativ<br />

viel. Ich freue mich, wenn ich das,<br />

was interessant ist zu wissen,<br />

im <strong>Tagblatt</strong> lesen kann.“<br />

Ciro Morena, Mitglied des Jugendparlaments<br />

Der <strong>Weißenburger</strong> Teil, jede Seite sorgsam<br />

mit dem Stempel der Bücherei<br />

versehen, ist dann beliebte Tauschware.<br />

Sandra Buchholz-Reinberger, Bibliotheksleiterin<br />

der Stadtbibliothek Weißenburg<br />

Für Helga Horrer ist zu viel Sport im<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>, den Rest liest<br />

sie jeden Früh nach der Stallarbeit<br />

aber sehr gerne – von hinten: <br />

„Ich weiß immer zuerst, wer<br />

gestorben ist.“<br />

Manchmal hat sie sich schon geärgert,<br />

wenn bei einem landwirtschaftlichen<br />

Thema das Bild nicht zum Artikel<br />

passt, sonst ist sie aber zufrieden<br />

mit den Berichten: „Das <strong>Tagblatt</strong><br />

berichtet sehr ausgewogen über<br />

unseren Berufsstand. Auch unsere<br />

Familie wurde immer sehr<br />

nett begleitet.“<br />

Helga Horrer, 15 <strong>Jahre</strong> lang Kreisbäuerin,<br />

nun Ehrenkreisbäuerin<br />

„Die Zeitung geht wieder net<br />

zu, du bist drin.“<br />

Das hörte Brigitte Brand in den<br />

vielen <strong>Jahre</strong>n ihrer ehrenamtlichen<br />

Tätigkeit rund um den Sport<br />

im Landkreis häufiger von ihrem<br />

Mann. Der aktuelle Sportteil im<br />

<strong>Tagblatt</strong> sei wichtig für die Vereine,<br />

um neue Mitglieder zu gewinnen.<br />

„Das funktioniert bei uns in Weißenburg sehr, sehr gut.“<br />

Sie wünscht sich weiterhin schöne Berichte über den Sport<br />

und einen dickeren Lokalteil.<br />

Brigitte Brand, von 2007 bis 2022 Kreisvorsitzende des Bayerischen<br />

Landes-Sportverbands<br />

Manchmal kommt es vor, dass nächtliche<br />

Passanten eines der Zeitungspakete<br />

an der Verteilerstelle mitgehen<br />

lassen. Das findet Johann Durst dann<br />

meistens in der näheren Umgebung.<br />

„Einmal hab´ ich´s gar nicht<br />

gefunden. Das war noch ganz<br />

am Anfang. Dann hab´ ich aus<br />

meiner Verzweiflung die Frau Braun angerufen.<br />

Die ist dann nachts vorbeigekommen.“<br />

Johann Durst, seit 16 <strong>Jahre</strong>n Zeitungszusteller in Weißenburg<br />

Ihr wird jeden Morgen aus dem<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> vorgelesen:<br />

Brigitte Brunner genießt diesen Service<br />

ihres Mannes Thomas Hausner.<br />

Besonders freuen sich beide natürlich<br />

über Kritiken ihrer Theaterstücke. Sogar<br />

im Urlaub lassen sie sich die Zeitung per<br />

Post ins Allgäu oder an die Ostsee<br />

schicken. Sie wünscht sich,<br />

„dass es das <strong>Tagblatt</strong> noch ganz<br />

lange gibt, vor allem in Papierform“.<br />

- „Im Notfall kann man sich<br />

dahinter verstecken, und das Papier<br />

ist super für Pappmaché.“<br />

Brigitte Brunner, Schulleiterin, betreibt zusammen<br />

mit Thomas Hausner die Luna Bühne<br />

Seite 9<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

10<br />

Konkurrenz,<br />

Verdrängung,<br />

Ergänzung<br />

Das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> in der lokalen Medienlandschaft – vom 19. Jahrhundert bis heute<br />

Von Miriam Zöllich<br />

Gerne würden wir uns damit schmücken,<br />

die erste Lokalzeitung für das<br />

<strong>Weißenburger</strong> Land gewesen zu sein.<br />

Nur leider entspricht das nicht der Wahrheit –<br />

andere waren früher dran, das zeigten unsere<br />

Recherchen gemeinsam mit den Stadtarchiven<br />

von Weißenburg, Pappenheim und Ellingen<br />

(ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle).<br />

Dafür aber konnte sich das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

in einer sich ständig wandelnden Medienlandschaft<br />

bis heute behaupten. Eine Chronik.<br />

1819-1919: <strong>Weißenburger</strong> Wochenblatt<br />

Das „wöchentliche Nachrichts-Frageund<br />

Anzeige-Blatt der Königl. Baier.<br />

Stadt Weißenburg im Rezatkreise“ erscheint<br />

erstmals am 8. Januar 1819. „Es ist uns<br />

auf unser gehorsamstes Bitten von der Königl.<br />

Baier. Regierung des Rezatkreises gnädigst<br />

erlaubt worden, ein Wochenblatt, wie es andere<br />

Städte im Königreiche schon länger haben,<br />

herausgeben zu dürfen“, heißt es in der<br />

Erstausgabe. „Ich, Jacobi, besorge die Herausgabe,<br />

und ich, Buchdrucker Meyer dahier, den<br />

Druck und Verlag.“ Die Druckerei Meyer ist am<br />

Marktplatz 7 in Weißenburg beheimatet. Das<br />

Wochenblatt erscheint erst wöchentlich, später<br />

zweimal in der Woche und schließlich täglich.<br />

1840-1919: Pappenheimer Wochenblatt<br />

Am 1. Januar 1840 erscheint erstmals<br />

das „Wochenblatt für Pappenheim und<br />

Umgegend“. Es soll „auch in späterer<br />

Zeit noch für jede Familie zur belehrenden und<br />

angenehmen Unterhaltung dienen“, heißt es<br />

in der Erstausgabe. Der jüdische Drucker Josef<br />

Hirschbaum produziert das wöchentlich<br />

erscheinende Blatt im Lämmermann-Haus in<br />

der Deisingerstraße. Ab 1868 ist das Wochenblatt<br />

auch zugleich Amtsblatt für den Gerichtsbezirk<br />

Pappenheim, ab 1917 auch Amtsblatt für<br />

den Stadtmagistrat.<br />

1887-heute: Treuchtinger Kurier<br />

Im Herbst 1887 gründet Johann Christian<br />

Leidel den Treuchtlinger Kurier als Anzeigenblatt<br />

und Amtsblatt für den Magistrat<br />

Treuchtlingen. Anfangs erscheint die Zeitung<br />

zweimal wöchentlich, ab 1914 dreimal wöchentlich<br />

und 1923 viermal. Zu diesem Zeitpunkt ist<br />

der TK sogar Amtsblatt des Amtsgerichtsbezirks<br />

Weißenburg. 1939 entziehen die Nazis<br />

dem Verlag J. C. Leidel das Verlagsrecht, der<br />

Treuchtlinger Kurier erscheint nun unter dem<br />

Herausgeber der Fränkischen Tageszeitung.<br />

1943 wird die Publikation eingestellt, 1949 erscheint<br />

der Treuchtlinger Kurier wieder als Tageszeitung.<br />

1959 schließt sich der Treuchtlinger<br />

Kurier der Interessengemeinschaft mit den<br />

Nürnberger Nachrichten an und bezieht den<br />

Mantelteil aus Nürnberg. Ab 1969 gestalten<br />

der Treuchtlinger Kurier und das <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong> einen gemeinsamen Lokalteil für<br />

den Altlandkreis Weißenburg. 1996 verkauft<br />

die Enkelin von J. C. Leidel das Unternehmen<br />

an den Verlag Nürnberger Presse.<br />

1892-heute: <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Im Jahr 1891 gründen Leonhard Braun<br />

und Max Elbel ihre Lithografie-Druckerei<br />

in der Wildbadstraße, im Juli 1892 erscheint<br />

die erste Ausgabe des <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong>s im hauseigenen Verlag Braun & Elbel.<br />

Ab 1938/1939 sind die Medien in der Region<br />

gleichgeschaltet, es erscheint nur noch<br />

das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> in der Herausgeberschaft<br />

der Fränkischen Tageszeitung. Nach<br />

dem Krieg genehmigen die Besatzungsmächte<br />

eine Neuauflage des <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>s<br />

als vollständige Tageszeitung erst 1949.<br />

1904-1938 Ellinger Anzeiger<br />

Als Amtsblatt des Stadtrats Ellingen und<br />

des Marktgemeinderats Pleinfeld erscheint<br />

der Ellinger Anzeiger erstmals<br />

am 29. September 1904. In den ersten drei<br />

<strong>Jahre</strong>n wird das wöchentlich erscheinende<br />

Blatt von der Familie Specht herausgegeben,<br />

dann übernimmt die Buchdruckerei Fick in der<br />

Pleinfelder Straße 19 Verlag und Herausgabe.<br />

1938 verkauft die Familie den Verlag, der Ellinger<br />

Anzeiger wird eingestellt.<br />

1919-1939 Pappenheimer Zeitung<br />

Das Pappenheimer Wochenblatt geht<br />

in die Pappenheimer Zeitung über,<br />

die gleichzeitig auch das Amtsblatt für<br />

Pappenheim und Umgebung ist. 1913 übernimmt<br />

Julius Lampmann den Verlag und die<br />

Druckerei. Unter dem Namen Pappenheimer<br />

Zeitung läuft die Publikation weiter bis 1939,<br />

allerdings wechseln Verleger und Inhalt ab<br />

1933 häufig, ab 1936 ist die Pappenheimer Zeitung<br />

auch das amtliche Verkündungsblatt der<br />

NSDAP. Ab 1939 gibt es in Pappenheim nur<br />

noch das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> als amtliches<br />

Organ.<br />

1920-1938: <strong>Weißenburger</strong> Zeitung<br />

1920 geht das <strong>Weißenburger</strong> Wochenblatt<br />

in die <strong>Weißenburger</strong> Zeitung über, Verlag<br />

und Herausgeber ist die Druckerei Rascher<br />

in der Ellinger Straße. Die letzte Ausgabe<br />

erscheint 1938.<br />

1931-1933 <strong>Weißenburger</strong> Anzeiger<br />

Die <strong>Weißenburger</strong> Ortsgruppe der<br />

NSDAP bringt mit dem <strong>Weißenburger</strong><br />

Anzeiger ihr eigenes Parteiblatt heraus,<br />

weitere Informationen zur Entwicklung<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 10


Wir gratulieren dem <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

zum Jubiläum.<br />

Vertrieb<br />

Montage<br />

Kundendienst<br />

von Industrie- und<br />

Garagentoranlagen<br />

STOLL TORANLAGEN<br />

Hausbuck 20<br />

91790 Nennslingen<br />

www.stoll-toranlagen.de<br />

info@stoll-toranlagen.de<br />

Tel. 0 91 47 / 51 82<br />

der Publikation finden sich im <strong>Weißenburger</strong><br />

Stadtarchiv allerdings nicht.<br />

1960-1969: <strong>Weißenburger</strong> Nachrichten<br />

Der Verlag Nürnberger Presse (Nürnberger<br />

Nachrichten) gründet 1960 eine<br />

Lokalredaktion in Weißenburg als<br />

Konkurrenz zum <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>. 1969<br />

tritt das WT jedoch der Interessengemeinschaft<br />

Nürnberger Nachrichten bei und bezieht<br />

den Mantelteil aus Nürnberg, die <strong>Weißenburger</strong><br />

Nachrichten werden wieder eingestellt.<br />

1971-heute: Wochenzeitung<br />

Im Jahr 1971 wird das wöchentliche Anzeigenblatt<br />

mit redaktionellem Teil gegründet,<br />

damals noch unter dem Titel Wochenblatt.<br />

Der Altmühlfranken Verlag GmbH sitzt<br />

in Weißenburg, weitere Regionalausgaben der<br />

Wochenzeitung erscheinen in Bayern und Baden-Württemberg.<br />

2018 fusioniert die Wochenzeitung<br />

mit der Stadtzeitung, die ebenfalls<br />

wöchentlich im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen<br />

erschien.<br />

1988-2018: Stadtzeitung Weißenburg<br />

Unter dem Anfangstitel „Das Gelbe<br />

Blatt“ wird 1988 die Stadtzeitung Weißenburg<br />

gegründet. Ebenso wie die<br />

Wochenzeitung ist sie ein Anzeigenblatt mit<br />

redaktioneller Lokalberichterstattung. Später<br />

wird das Blatt von der Stadtzeitung in Augsburg<br />

übernommen und erscheint seit 1989 als Wochenzeitung<br />

im gesamten Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen.<br />

2018 fusionieren Stadtzeitung<br />

und Wochenzeitung und firmieren<br />

seitdem unter dem Titel Wochenzeitung Altmühlfranken.<br />

1988-heute: Radio 8<br />

Vier <strong>Jahre</strong> nach der Einführung des dualen<br />

Rundfunksystems, das neben dem<br />

öffentlich-rechtlichen auch einen privaten<br />

Rundfunk ermöglicht, wird in Ansbach<br />

der regionale Radiosender Radio 8 gegründet.<br />

Das Verbreitungsgebiet und die redaktionelle<br />

Berichterstattung decken auch den Landkreis<br />

Weißenburg-Gunzenhausen ab.<br />

1995-heute: Franken Fernsehen<br />

1986-heute: intv/tv.ingolstadt<br />

Der Regional-Fernsehsender intv mit<br />

Sitz in Ingolstadt deckt auch den Landkreis<br />

Weißenburg-Gunzenhausen ab,<br />

eine regionale Berichterstattung erfolgt jedoch<br />

kaum. 2019 stellte intv den Sendebetrieb ein<br />

und ging in den neuen Sender tv.ingolstadt<br />

über.<br />

2003-heute: Pappenheimer Skribent<br />

Erste Gehversuche machte Peter Prusakow<br />

mit dem Online-Portal „Pappenheimgast“<br />

bereits im Jahr 2000, im Oktober<br />

2003 veröffentlicht er den ersten Artikel<br />

im Online-Magazin Pappenheimer Skribent.<br />

Bis heute ist der Skribent mit seiner aktuellen<br />

lokalen Berichterstattung in Pappenheim und<br />

Umgebung präsent.<br />

2014-2016: Weißenburg Aktuell<br />

Der Journalist Peter Diesler gründet im<br />

Frühsommer 2014 das Online-Magazin<br />

Weißenburg Aktuell mit lokaler<br />

Berichterstattung. Diesler pflegt die Seite bis<br />

2016, aufgrund beruflicher Veränderung wird<br />

der Betrieb eingestellt.<br />

2021-heute: BR-Studio Fränkisches<br />

Seenland<br />

Im Zuge seiner Regionalisierungsoffensive<br />

eröffnet der Bayerische Rundfunk das<br />

BR-Studio Fränkisches Seenland. Weißenburg<br />

konnte sich als Medienstandort gegen<br />

mehrere andere Bewerber durchsetzen. Die<br />

zweiköpfige Redaktion deckt nun von hier aus<br />

mit ihrer Berichterstattung die Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen<br />

und Roth ab.<br />

UND EIN GUTES NEUES JAHR 2023 WÜNSCHT<br />

Menschen und Autos.<br />

3x in Weißenburg • 1x in Treuchtlingen • 1x in Gunzenhausen<br />

Ich blicke auf vier Jahrzehnte<br />

gute Zusammenarbeit und<br />

Verbundenheit mit dem<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> zurück<br />

und gratuliere ganz herzlich zum<br />

<strong>130</strong>-jährigen Jubiläum!<br />

Wir bieten die<br />

volle farbpalette<br />

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Herzlichen<br />

Glückwunsch zu<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong><br />

<strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong><br />

Weißenburg<br />

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Der private Regionalsender Franken<br />

Fernsehen hat seinen Sitz in Nürnberg,<br />

das Sendegebiet erstreckt sich bis Weißenburg-Gunzenhausen.<br />

Die Berichterstattung<br />

aus der Region Weißenburg-Gunzenhausen ist<br />

jedoch überschaubar.<br />

Seit 1892 gibt es das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>. Die Lokalzeitung konnte sich schon zu Beginn gegen die Konkurrenz behaupten,<br />

etliche <strong>Weißenburger</strong> holten sich die frisch gedruckte Ausgabe täglich in der Wildbadstraße ab.<br />

Seite 11<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

12<br />

Metzelsuppe<br />

und der tägliche<br />

Rehunfall<br />

Kultiges und Kurioses aus dem <strong>Tagblatt</strong>-Archiv<br />

Von Miriam Zöllich<br />

Viele Stunden hat die <strong>Tagblatt</strong>-Redaktion<br />

für das Zusammentragen dieser<br />

Jubiläumsausgabe im hauseigenen<br />

Zeitungsarchiv zugebracht. Und beim Wälzen<br />

der zahlreichen Jahrgangsbände von 1898 (die<br />

ersten <strong>Jahre</strong> sind leider nicht archiviert) bis<br />

2022 sind uns auch allerlei Kuriositäten in die<br />

Hände gefallen. Stellenanzeigen etwa, die nach<br />

einem perfekten, ehrlichen Mädchen suchen.<br />

Andere Qualifikationsansprüche sind nicht bekannt.<br />

Heute undenkbar, vor 80 <strong>Jahre</strong>n ganz<br />

normal. Ebenso wie die Tatsache, dass bei Verkehrsunfällen<br />

noch die Namen der tödlich Verunglückten<br />

in der Überschrift prangten und<br />

sich Suizidberichte in den Kurzmeldungen fanden.<br />

Datenschutz? Werther-Effekt? Das kam<br />

alles viel später.<br />

Das Archiv des <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>s<br />

bietet also einen interessanten Einblick<br />

in die lokale Mediengeschichte<br />

und die Entwicklung der journalistischen Arbeit.<br />

Primär ist es aber eine wertvolle Dokumentation<br />

der Stadtgeschichte. Historische<br />

Ereignisse, festgehalten von den Chronisten<br />

in der Lokalredaktion. Die beiden Weltkriege,<br />

die Nachkriegsjahre unter den amerikanischen<br />

Besatzern, die Entdeckung des Urvogels<br />

in Langenaltheim und des Römerschatzes,<br />

Zerstörung durch Wassermassen oder verheerende<br />

Brände, aber auch Veränderungen des<br />

Stadtbildes durch Baumaßnahmen und Umgestaltungen:<br />

All das ist im <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

widergespiegelt.<br />

Aufschlussreich ist nicht nur der Blick<br />

in den redaktionellen Teil der historischen<br />

Ausgaben, auch die Anzeigenseiten<br />

haben die lokale Geschichte festgehalten.<br />

An manchen Tagen überboten sich die Gasthäuser<br />

der Region mit ihren Metzelsuppen-Annoncen<br />

im <strong>Tagblatt</strong>. Daneben die Werbeanzeigen<br />

von Lichtspielhäusern und Geschäften, die<br />

es längst nicht mehr gibt, die aber vor allem in<br />

der alteingesessenen <strong>Weißenburger</strong> Bevölkerung<br />

noch immer ein Begriff sind. Einkaufen<br />

gehen? Freilich, zum Gubi!<br />

Seite 12


Andere Traditionsunternehmen gibt es<br />

noch immer, wenn auch vielleicht mit<br />

angepasstem Angebot. So verkauft die<br />

Firma Wüst heute keine Kutschen und Fahrräder<br />

mehr, sondern Autos der Marken Mercedes<br />

und AMG. Und manch ein Name von früher ist<br />

erst verschwunden und dann wiedergekommen.<br />

Etwa der kürzlich wiedereröffnete Gasthof Römischer<br />

Kaiser in Ellingen, der bereits vor 80 <strong>Jahre</strong>n<br />

im <strong>Tagblatt</strong> inserierte.<br />

Legendär sind bis heute die Haßold’schen<br />

Überschriften aus der Kurzmeldungsrubrik<br />

„Blick in die Heimat“. Hielt an – fuhr<br />

auf. Mann hielt an – Frau fuhr auf. Frau hielt an<br />

– Italiener fuhr auf. Ergänzt wurde der tägliche<br />

Auffahrunfall in allen nur erdenklichen Variationen<br />

vom täglichen Rehunfall. Kult-Überschriften,<br />

über die sich die <strong>Weißenburger</strong> noch heute<br />

köstlich amüsieren und die den 1986 in Rente gegangenen<br />

Redakteur Paul Anton Haßold zur unsterblichen<br />

<strong>Tagblatt</strong>-Legende machten.<br />

Auch sonst verleitet die Berichterstattung<br />

in den Siebziger- und Achtzigerjahren<br />

häufig zum Schmunzeln, denn die Stadtchronisten<br />

in der <strong>Tagblatt</strong>-Redaktion hielten allerlei<br />

kuriose Vorkommnisse fest. Stadträte, die<br />

mit Sitzungsunterlagen Staub wedeln, überraschend<br />

wenig Alkoholleichen beim Tag der Betriebe<br />

auf der Kirchweih, oder Rangierprobleme<br />

in der <strong>Weißenburger</strong> Altstadt – komfortablerweise<br />

zumeist fotografiert direkt aus dem Fenster<br />

des Redaktionsbüros von Cornel Diederichs…<br />

Die Mediengruppe Bayern<br />

gratuliert zu <strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>n<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>!<br />

mediengruppe-bayern.de<br />

Seite 13<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

14<br />

Mit Sprache spielen und im<br />

Nachtclub recherchieren<br />

Von Markus Steiner<br />

Der<br />

schwerste<br />

und der<br />

schönste Job<br />

der Welt<br />

Lokalzeitungen verlieren von Jahr<br />

zu Jahr mehr Leser. Die Abonnenten<br />

sterben leider weg, ihre Nachfolger<br />

haben kein Interesse am Lokalen<br />

oder wohnen viel zu weit weg, als dass sie<br />

das interessiert, was in Weißenburg und<br />

Umgebung passiert. Mich hat das dagegen<br />

schon immer interessiert, darum bin<br />

ich nach dem Abitur vor 30 <strong>Jahre</strong>n Freier<br />

Mitarbeiter beim <strong>Tagblatt</strong> geworden und<br />

weiß noch genau, was mein erster Termin<br />

war: Ein Kabarettist namens Günter<br />

Grünwald ist in der Alten Schule in Solnhofen<br />

aufgetreten. Der damalige Redaktionsleiter<br />

Uwe Ritzer meinte: „Da kannst<br />

Du hingehen und ohne Druck etwas<br />

schreiben. Wenn es nix wird, dann macht<br />

das auch nichts.“ Der Rest ist Geschichte:<br />

Günter Grünwald ist längst eine feste Größe<br />

im Kabarett-Geschäft. Markus Steiner<br />

schreibt noch immer für die kleine Lokalzeitung.<br />

Dafür kann er aber immerhin von<br />

sich behaupten, er hätte Günter Grünwald<br />

ganz groß gemacht…<br />

Na ja, das stimmt vielleicht nicht<br />

ganz. In der Lokalzeitung muss<br />

man sich ja viel eher auch mit den<br />

kleineren Dingen des Alltags beschäftigen.<br />

Dafür kann man aber regelmäßig beobachten,<br />

wie die Berichterstattung wahrgenommen<br />

wird – und manchmal auch<br />

zu kleinen Erfolgen führen kann. Wenn<br />

hier oder dort aufgrund der Berichterstattung<br />

endlich doch noch ein Zebrastreifen<br />

für Schulkinder gebaut oder ein Windrad<br />

direkt am Ortsrand eines kleinen Dorfes<br />

verhindert wird, weil die Politiker und Investoren<br />

noch einmal nachdenken, ob es<br />

doch noch einen besser geeigneten Standort<br />

gibt.<br />

Wer gerne Autor ist und Menschen<br />

mag, für den ist Lokaljournalist<br />

der schönste Beruf<br />

der Welt. Weil er jeden Tag neue Herausforderungen,<br />

Begegnungen und Termine<br />

mit sich bringt, die nie Langeweile aufkommen<br />

lassen. Und wenn der Job erledigt<br />

ist, muss man in der Redaktion nicht<br />

sinnlos die Zeit absitzen, sondern geht<br />

nach Hause.<br />

Während junge Menschen, die<br />

sich mit dem Gedanken tragen,<br />

einmal Journalist werden<br />

zu wollen, viel eher den Spiegel, die Süddeutsche<br />

oder den Stern im Sinn haben<br />

und keinesfalls über Kaninchenzüchter<br />

oder Hunderennen auf der Kirchweih berichten<br />

wollen, weiß der altgediente Redakteur<br />

mit einem soliden Manteltarifvertrag,<br />

dass man im Lokalen alles machen<br />

kann: Kultur, Sport, Politik und einfach<br />

alles, was auch die Kollegen/Innen gut<br />

finden. Man kann zum Beispiel eine Nacht<br />

lang mit der Polizei Streife fahren, in der<br />

Tanke arbeiten, mit dem Wasserwachtboot<br />

über den Brombachsee brettern, mit<br />

dem Bischof durch das Altmühltal wandern<br />

oder einen Tabledance-Club besuchen.<br />

Ganz offiziell und ohne schlechtes<br />

Gewissen, weil einige Tage später ja exakt<br />

in der Zeitung steht, wie es in dem Etablissement<br />

zugeht.<br />

Wo sonst, als in der Redaktion,<br />

legen Besucher, wenn man<br />

einmal kurz auf Termin ist, die<br />

schönsten Steinpilze, geräucherten Schinken<br />

oder Schokolade auf den Schreibtisch?<br />

Eben! Nur hier. Und wo kann man heute<br />

noch so schön mit Sprache spielen wie in<br />

unserem Beruf, wenn man erst einmal die<br />

fast grenzenlose Narrenfreiheit eines Redakteurs<br />

erlangt hat, der weiß, wie toll es<br />

ist, eine Pressefreiheit zu genießen, und<br />

der eigentlich nur Angst davor hat, dass<br />

ihm vielleicht eines Tages der Himmel auf<br />

den Kopf fällt. Der heute, anders als früher,<br />

nur müde darüber lächelt, wenn ihn<br />

jemand als „Zeitungsschmierer“ tituliert<br />

und sich nicht mehr die Mühe macht, das<br />

Gegenüber darauf hinzuweisen, dass die<br />

korrekte Berufsbezeichnung „eigentlich<br />

Redakteur“ wäre. Weil er weiß, dass Zeitungsschmierer<br />

– oder wie das auch immer<br />

heißt – einer der schönsten Berufe<br />

Von Uwe Mühling<br />

Als ich<br />

Winnetou<br />

interviewte<br />

– na ja, fast<br />

jedenfalls . . .<br />

sie spreche öfter für ihn und wisse genau,<br />

was er denkt und welche Antworten<br />

er geben würde, erklärte sie sinngemäß<br />

und äußerst freundlich.<br />

Etwas skeptisch ließ ich mich darauf<br />

ein, und Hella erzählte in<br />

einem wunderbaren Gespräch,<br />

dass Pierre Komödien liebt, dass er<br />

gerne auf Tournee geht, weil Theater<br />

dadurch für jedes Publikum zugänglich<br />

wird, dass ihm die Rolle des<br />

Winnetou einfach gefällt, weil es sich<br />

um eine große Aufgabe und auch ein<br />

Stück Selbstverwirklichung handelt,<br />

und dass er auch rund 30 <strong>Jahre</strong> nach<br />

den legendären Winnetou-Filmen noch<br />

immer täglich rund 100 Fanbriefe<br />

erhält.<br />

Die Stadt Weißenburg hatte einst<br />

eine Kulturreihe, die ziemlich<br />

beliebt war und immer wieder<br />

auch bekannte Schauspieler anlockte:<br />

„Das besondere Theater“ hieß das Ganze.<br />

Mitunter kamen sogar große Weltstars<br />

auf die Bühne unserer Kleinstadt. Im<br />

Oktober 1997 etwa gastierte Pierre Brice<br />

im Kulturzentrum Karmeliterkirche.<br />

Der Mann, den auch heute noch<br />

alle jüngeren Generationen mit<br />

der Rolle des Apachen-Häuptlings<br />

Winnetou assoziieren, spielte die<br />

Hauptrolle in der Komödie „Ein Fünf-<br />

Sterne-Mann“. Diese Gelegenheit wollte<br />

ich mir nicht entgehen lassen. Das Kulturamt<br />

vermittelte im Vorfeld einen telefonischen<br />

Interview-Termin. Es meldete<br />

sich Hella, eine gebürtige Ambergerin<br />

und damals bereits seit 20 <strong>Jahre</strong>n die<br />

Frau an der Seite von Pierre Brice. Obendrein<br />

war sie Managerin, Fotografin und<br />

Pressereferentin ihres berühmten Mannes.<br />

Aus zeitlichen Gründen solle ich<br />

das Interview gleich mit ihr führen und<br />

das sei auch vollkommen in Ordnung:<br />

Sie kenne ihren Mann schon so lange,<br />

All das und einiges mehr tippte<br />

ich im Frage-Antwort-Spiel<br />

in einen Artikel, den ich von<br />

Hella und Pierre Brice – wie es sich<br />

gehört – noch einmal absegnen ließ.<br />

Autorisieren, nennt sich das in<br />

unserem Metier. Am Tag der<br />

Aufführung wurde der Beitrag<br />

auf unserer ersten<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 14


Von Robert Renner<br />

„Schmeiß das Jubiläum<br />

raus, wir haben noch<br />

einen Toten“<br />

Von Miriam Zöllich<br />

Ein Satz, der so nur in einer Lokalredaktion<br />

fallen kann. Nämlich<br />

dann, wenn ein bereits fertiger Artikel<br />

weichen muss, um bedauerlicherweise<br />

noch eine Todesanzeige unterzubringen.<br />

Das mag für manch einen makaber<br />

klingen, in der Wildbadstraße sind solche<br />

Zurufe jedoch Berufsalltag. Genauso wie<br />

der Ausspruch: „Mach mal das Hurenkind<br />

da weg“, was tatsächlich Umbruch-Fachsprache<br />

ist und bedeutet, dass ein überhängendes<br />

Wort am Anfang einer neuen<br />

Textspalte eliminiert werden muss. Gewöhnungsbedürftig.<br />

Überhaupt sind es oftmals Aussprüche<br />

und geflügelte Worte, die<br />

den täglichen Entstehungsprozess<br />

des <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>s prägen.<br />

Spätestens am Donnerstag flucht jemand<br />

in der Konferenz: „Mist, wir brauchen<br />

noch a Glosse!“. Es folgt dann meist unterhaltsames<br />

bis panisches Brainstormen,<br />

je nachdem, wie nah die Samstagausgabe<br />

bereits gerückt ist. Bei nahezu jedem Termin<br />

fordert ein Leser mit aufmunterndem<br />

Blick und angedachtem Schulterklopfen:<br />

„Schreiben‘s fei was Schönes.“ „Des<br />

schreiben‘s etz aber fei ned!“ ist hingegen<br />

die fränkische Bitte um Vertraulichkeit,<br />

die mindestens einmal täglich fällt. Allein<br />

mit den unter Verschluss gehaltenen „Des<br />

schreiben‘s etz aber fei ned!“-Informationen<br />

könnte unsere Redaktion spannende<br />

Bücher und Abhandlungen über das<br />

<strong>Weißenburger</strong> Land füllen. „Des ham’s<br />

fei schee in die Zeitung neig‘setzt“, ist das<br />

höchste Lob, „was ham‘s na da wieder für<br />

an Schmarrn g‘schrieben“, hingegen die<br />

meistformulierte konstruktive Kritik unserer<br />

Leserschaft, in der Regel vorgebracht<br />

in morgendlichen Telefonaten. Und auch<br />

ein „Frau Zöllich, des war scheiße!“ wurde<br />

schon in einem Feedbackgespräch geäußert.<br />

Doch das gehört dazu. „Zeitung“ ist<br />

bei uns kein anonymes Produkt.<br />

Wir als Redaktion, als Menschen<br />

sind erreichbar, uns kann man<br />

anrufen, auf der Straße oder<br />

im Café ansprechen. Wenn niemand mehr<br />

kommen würde mit Lob, Tadel oder einer<br />

„Des schreiben‘s etz aber fei ned“-Information,<br />

dann müssten wir uns ernsthaft<br />

Ein Prosit auf die<br />

Brandbekämpfer<br />

Das Leben schreibt immer noch<br />

die schönsten Geschichten,<br />

wenngleich dieser hier tragische<br />

Momente zugrunde liegen. Die<br />

Begebenheit liegt knapp 20 <strong>Jahre</strong> zurück<br />

und ist mir noch immer in Erinnerung,<br />

weil sie so skurril war. Hätte<br />

ein Drehbuchautor die Szene für eine<br />

Fernsehreihe à la Sketchup erfinden<br />

wollen, er hätte es nicht besser tun<br />

können.<br />

W<br />

ir Reporter müssen oftmals<br />

auch dann raus, wenn<br />

Menschen schwer verunglücken<br />

oder es brennt. So geschehen<br />

an einem Mittwochabend Mitte Februar<br />

2003. Das Diensthandy klingelte:<br />

Dachstuhlbrand in der Mackenmühle<br />

bei Pleinfeld. Es war kalt, es war glatt,<br />

es hatte geschneit, die Anfahrt war<br />

nicht einfach – auch nicht für die Feuerwehren<br />

aus Pleinfeld, Stirn und Hohenweiler.<br />

Das Löschen gestaltete sich<br />

ebenfalls schwierig. Doch die gut 30<br />

Einsatzkräfte gaben einmal mehr ihr<br />

Bestes.<br />

Die Feuerwehrleute verlegten<br />

Schläuche, kuppelten sie aneinander,<br />

bedienten die Pumpen,<br />

um Wasser aus der Rezat zu fördern,<br />

beleuchteten die Einsatzstelle<br />

und taten vieles mehr, oft im Laufschritt.<br />

Sie wollten zumindest das<br />

Übergreifen der Flammen von dem<br />

lichterloh brennenden Mühlengebäude<br />

auf Nachbarhäuser verhindern.<br />

Ich stand an einem Nebengebäude,<br />

um mir Notizen zu machen<br />

und alles im Bild – damals noch<br />

auf Schwarz-Weiß-Film – festzuhalten.<br />

Gerade eilten wieder zwei Wehrmänner<br />

vorbei, als der Bewohner des<br />

Nebengebäudes aus der Haustür trat.<br />

„Brennt ganz schön, oder?“, meinte er,<br />

und ich dachte mir schon: „Der ist ja<br />

drauf.“ Mit seiner anschließenden Frage<br />

erwischte er mich dann aber völlig<br />

kalt: „Mögen‘s einen Sekt?“<br />

Es war bestimmt freundlich gemeint,<br />

aber vor dieser Szenerie<br />

anstoßen? Innerlich musste ich<br />

lachen, äußerlich war ich sprachlos, bis<br />

es mir dann entfuhr: „Nein danke, ich<br />

muss noch Auto fahren.“ Einen Ver-<br />

Als ich einmal den Pfarrer vergaß ...<br />

Von Jan Stephan<br />

Als ich meinen Dienst im <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong> antrat, war ich ein<br />

junger Mann. Einer mit den üblichen<br />

Nebenwirkungen dieses Alters: wilde<br />

Frisur, feste Überzeugungen. Das Alter<br />

hat mir die wilde Frisur ausgetrieben, der<br />

Lokaljournalismus die festen Überzeugungen.<br />

Denn wenn man im Lokaljournalismus<br />

etwas lernt, dann dass die<br />

Dinge nicht so einfach sind. Was<br />

aus der Distanz wie Blödsinn aussieht,<br />

wirkt von Nahem oft zumindest nachvollziehbar.<br />

Und nah dran ist man im Lokaljournalismus<br />

immer, handelt es sich doch<br />

um die Vollkontakt-Sparte des Genres.<br />

Man trifft im Regelfall all die<br />

Menschen wirklich, über die<br />

man schreibt. Vom Ministerpräsidenten<br />

bis zum Kaninchenzüchter,<br />

vom Corona-Leugner bis zum Virologen,<br />

vom Bischof bis zum Mann, der sich für<br />

Jesus hält. Meine Erkenntnis aus diesen<br />

Begegnungen: Menschen handeln selten<br />

ohne Grund. Was sie tun, lässt sich aus<br />

ihrer Sicht der Dinge immer schlüssig erklären.<br />

Nur manchmal stimmen halt die<br />

Grundannahmen nicht. Ich persönlich<br />

glaube zum Beispiel nicht, dass der Mann<br />

Jesus war …<br />

Aber egal, lassen wir das, Meinungsverschiedenheiten<br />

gehören zum<br />

Geschäft. Das kann unterhaltsam<br />

sein. Wie im Falle jenes Herrn, der ungefragt<br />

in meinem Büro Platz nahm und auf<br />

die Frage, wie ich ihm helfen könnte, mit<br />

einem gebrüllten „Ich stelle hier die Fragen“<br />

antwortete. Als sich herausstellte,<br />

dass es sich bei diesen Fragen eher um mit<br />

Fragezeichen versehene Beschimpfungen<br />

handelte, fand das Gespräch ein Ende.<br />

Der Herr ist in 17 <strong>Jahre</strong>n Lokaljournalismus<br />

der Einzige, den ich je aus dem Büro<br />

geworfen habe. Wofür er mich – ebenfalls<br />

als bislang Einziger – mit dem schönen<br />

Schimpfwort „Strolch“ bedachte.<br />

Weniger lustig wird es, wenn<br />

man seinen eigenen Namen im<br />

Chat eines einschlägigen Nazi-Forums<br />

findet, versehen mit einer diffusen<br />

Drohung. Klar, hinterher ist nichts<br />

passiert, aber vorher weiß man halt immer<br />

nicht, was hinterher ist.<br />

Meinen größten journalistischen<br />

Ausrutscher beging ich in den<br />

Anfangsjahren. Ich erschien<br />

zum Termin für ein Gruppenfoto von<br />

Konfirmanden in einem ländlichen Ort.<br />

Da sich auch nach längerer Wartezeit der<br />

Pfarrer nicht einfand, fotografierte ich<br />

die Kinder ohne ihren Hirten. Die Konsequenzen<br />

waren mir damals nicht bewusst.<br />

Es entspann sich eine wochenlange Debatte<br />

mit konzertierten Anrufen, Schreiben,<br />

Verhandlungsangeboten und vorgeschickten<br />

Unterhändlern. Im Kern liefen<br />

die Vorwürfe darauf hinaus, dass ein Leben<br />

mit einem Konfirmationsfoto ohne<br />

Geistlichen zwar vielleicht möglich, aber<br />

in jedem Fall sinnlos sei.<br />

Irgendwie fanden wir am Ende einen<br />

Kompromiss, und mittlerweile darf<br />

ich das Dorf wieder betreten. Viele<br />

weitere Konfirmationen habe ich seitdem<br />

fotografiert, keine einzige mehr ohne<br />

einen Pfarrer oder eine Pfarrerin. Ist ja<br />

nicht so, dass man nicht lernfähig wäre.<br />

Was ich an diesem Job so sehr<br />

schätze, ist, dass er immer<br />

noch in der Lage ist, einen zu<br />

überraschen. Wenn das Telefon klingelt,<br />

kann eben auch mal der Manager der<br />

Amigos am Telefon sein. Dass er mit einer<br />

Klage drohte, weil man seine beiden<br />

Schlagerstars in einem Text verrissen hatte,<br />

schmälerte die Freude in diesem konkreten<br />

Fall allerdings ein wenig.<br />

Tendenziell neigt der Job dazu übergriffig<br />

zu sein. Spätestens wenn die<br />

Handynummer die Runde gemacht<br />

hat. Und so telefoniert man notgedrungen<br />

auch schon mal mit einer hoch erbosten<br />

Staatssekretärin über die korrekte Art des<br />

Zitierens, während man das eigene Kind<br />

zu baden versucht.<br />

In puncto Überraschungen ist der Lokaljournalismus<br />

aber jederzeit auch<br />

im Guten groß. Vor einigen <strong>Jahre</strong>n<br />

schrieb ich eine Reportage über das<br />

Schicksal einer alleinerziehenden Mutter,<br />

die mit ihren Kindern ein Fest ohne Geschenke,<br />

Weihnachtsessen und Heizung<br />

vor sich hatte. Als die Geschichte veröffentlicht<br />

war, dauerte es wenige Stunden,<br />

und es stapelten sich die Hilfsgüter im<br />

<strong>Tagblatt</strong>.<br />

Ein <strong>Weißenburger</strong> rief an und teilte<br />

mit, er habe gerade die Tanne<br />

in seinem Garten abgesägt, wann<br />

ich sie abholen könnte. Dass diese Familie<br />

Weihnachten ohne Baum feiern muss,<br />

komme überhaupt nicht infrage. Derweil<br />

erreichten mich irritierte Nachfragen aus<br />

unserer Geschäftsstelle, was wir denn bitte<br />

mit dem rohen Fleisch anfangen sollten,<br />

das gleich mehrere Leser spontan für den<br />

Weihnachtsbraten der Familie vorbeigebracht<br />

hatten. Im Lauf des Tages kamen<br />

Heizöl, Holz für den Ofen, diverse Computer,<br />

jede Menge Spielzeug und allerlei<br />

andere Dinge als Hilfsgüter an.<br />

Es war ein Feuerwerk des guten Willens.<br />

Am Ende des Tages fuhren<br />

wir in Absprache mit der Frau viele<br />

der Dinge zu ihr, aber noch mehr zu einer<br />

Hilfsorganisation. Auch andere Bedürftige<br />

sollten etwas von diesem guten Willen<br />

haben, fand die Frau. Eine Geschichte, die<br />

zeigt, wozu die Menschen im Guten fähig<br />

sind.<br />

Wenn ich mir eines zum <strong>Tagblatt</strong>-Jubiläum<br />

allerdings wünschen<br />

dürfte, dann wäre es,<br />

dass wir daran arbeiten, wozu wir Menschen<br />

im Schlechten fähig sind. Denn die<br />

Gereiztheiten und der Wille zur Empörung<br />

ist auch bei uns größer geworden.<br />

Ein Umstand, den man als Lokaljournalist<br />

immer wieder schmerzlich zu spüren<br />

bekommt.<br />

Da würde manchmal das Miteinander-Reden<br />

guttun, denn, glauben<br />

Sie mir, die meisten Dinge<br />

werden deswegen getan, weil jemand davon<br />

überzeugt ist, dass es so am besten<br />

ist. Das muss deswegen nicht immer<br />

stimmen, aber man sollte es zumindest<br />

als mildernden Umstand annehmen.<br />

Und damit schließe ich mit einer<br />

Maxime, die einen ganz gut durch ein<br />

Seite 15<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

16<br />

Die<br />

Promis<br />

im Blick<br />

Wer nicht schon alles in Weißenburg war ...<br />

Von Jan Stephan<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> sind lang. Lang genug, um sich<br />

etwas Promi-Klatsch zu erlauben. Denn<br />

in fast eineinhalb Jahrhunderten <strong>Tagblatt</strong>-Geschichte<br />

habe sich die Wege vieler Berühmtheiten<br />

mit unserer Zeitung gekreuzt.<br />

Beginnen wir so weit vorne, wie uns es<br />

gelingt, und werfen einen Blick ins<br />

Bergwaldtheater, das ein paar mittelberühmte<br />

Schauspieler der 30er-<strong>Jahre</strong> in die<br />

Stadt brachte. Und das 1932 auch Erika Mann<br />

nach Weißenburg locken sollte. Der Skandal<br />

um ihre Ausladung auf Druck der Nazis hat der<br />

Stadt einen auch in der Zeitung ausgetragenen<br />

Skandal beschert – und eine misslaunige Erwähnung<br />

in den Briefen ihres Nobelpreisvaters<br />

Thomas Mann. Na ja, man wird halt nicht nur<br />

für tolle Sachen berühmt … In diesen Kontext<br />

passt auch die möglichst knappe Erwähnung<br />

des Kurzbesuchs von Adolf Hitler in Weißenburg.<br />

Noch gar nicht berühmt war ein junger,<br />

schlaksiger US-Soldat, der einen<br />

Weltkrieg später in Weißenburg auftauchte.<br />

Er verbrachte ein Jahr in Weißenburg<br />

und Gunzenhausen und heiratete in Pappenheim.<br />

Der Schlaks war J. D. Salinger, der<br />

später das berühmteste literarische Phantom<br />

der Weltgeschichte werden sollte. Sein Roman<br />

„Der Fänger im Roggen“ ist bis heute eines der<br />

meistgelesenen Bücher weltweit.<br />

Nach diesen frühen Erinnerungen<br />

springen wir ein paar Jahrzehnte nach<br />

vorne und wechseln das Genre. Die<br />

Politik war in der Vergangenheit der verlässlichste<br />

Lieferant für Promi-Besuche. Kaum<br />

ein Ministerpräsident, der nicht auch im <strong>Weißenburger</strong><br />

Land eine Rede gehalten hätte. Um<br />

die schillernde Persönlichkeit Franz Josef<br />

Strauß in die Gegend zu bringen, brauchte es<br />

aber schon ein ganzes Seenland. FJS übergab<br />

1986 den Kleinen Brombachsee seiner Bestimmung.<br />

Danach fehlte – mit Ausnahme des<br />

glücklosen Amigo-Streibls, den wir<br />

in unserem Archiv nicht finden konnten<br />

– kein Bayerischer Ministerpräsident<br />

mehr. Edmund Stoiber besuchte Bierzelte<br />

und weihte den Bayerischen Limes-Infopoint<br />

in Weißenburg ein. Horst Seehofer bescherte<br />

Weißenburg einen Staatsempfang in der<br />

Karmeliterkirche und übernahm gut gelaunt<br />

auch gleich die Baulast für den seit <strong>Jahre</strong>n vor<br />

sich hinbröckelnden Klosterflügel. Sein Nachfolger<br />

Markus Söder ist als Nürnberger ohnehin<br />

immer wieder in der Region auffällig geworden.<br />

Allerdings selten in Weißenburg, ihn<br />

zog es zuletzt eher an den Brombachsee, ins<br />

Kloster Heidenheim oder ins Solnhofener Museum.<br />

Günther Beckstein war über Jahrzehnte<br />

hinweg regelmäßiger Gast in der Region.<br />

Während Söder noch zu aktiv ist, als<br />

dass man seine Rolle in der Zeitgeschichte<br />

abschließend bewerten<br />

könnte, hat sich ein anderer Polit-Grande<br />

seinen Status zuletzt sauber ruiniert. Die Rede<br />

ist von Gerhard Schröder, der Genosse<br />

der Bosse. Auch der frühere Kanzler war auf<br />

Einladung der SPD schon mal in der Stadt. In<br />

der Gegend kannte er sich ohnehin gut aus,<br />

stammte seine zwischenzeitliche Ehefrau Doris<br />

doch aus Tagmersheim bei Monheim.<br />

Und in Weißenburg gefielt es Schröder<br />

auch. Zwar rief er nicht nach einer<br />

„Flasche Bier“ und Streikandrohungen,<br />

aber er soll eine sehr solide Vorliebe für<br />

das aus dem Fass gezapfte Schneider Bier im<br />

Wirtshaus Zur Kanne entwickelt haben, wie<br />

Augenzeugen zu berichten wissen. Übrigens<br />

machte mit Rudolf Scharping auch ein weiterer<br />

Schröder-Weggefährte in Weißenburg<br />

Station. Der frühere Verteidigungsminister ist<br />

allerdings vor allem durch seine romanzelnden<br />

Pool-Fotos in Erinnerung geblieben, die ihm<br />

das Image ruinierten, weil die Urlaubsidylle<br />

angesichts eines anstehenden Auslandseinsatzes<br />

„seiner“ Bundeswehr nicht gut kam.<br />

Ein bisschen umgekehrt verlief der<br />

Weg von Sigmar Gabriel. Der Mann<br />

aus Goslar war erst als Politik-Krawallnudel<br />

verschrien, wurde aber noch Außenminister,<br />

Vizekanzler und fühlt sich mittlerweile<br />

als Welterklärer pudelwohl. Dass er lockere<br />

Sprüche kann, bewies er auf seiner Wander-<br />

Sommerreise durch das Altmühltal, die ihn unter<br />

anderem zu den 12 Aposteln führte.<br />

Seinen Legendenstatus bewahrt hat sich<br />

im Gegensatz zu Schröder ein anderer<br />

SPD-Kanzler: Willy Brandt. Der Mann,<br />

der für die Gestaltung der Ostpolitik den Friedensnobelpreis<br />

bekommen hat, stattete Weißenburg<br />

ebenfalls einen Besuch ab.<br />

Eine andere Ikone der Weltpolitik landete<br />

in Eichstätt, wo er aber ebenfalls vom<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> begrüßt wurde.<br />

Die Rede ist von Michail Gorbatschow, von<br />

dem Mann also, der die Mauer fallen ließ. Die<br />

Sparkasse Eichstätt hatte sich zwei <strong>Jahre</strong> nach<br />

seinem Rücktritt als Präsident der UdSSR den<br />

prominenten Vortragsredner gegönnt und dafür<br />

tief in die Tasche gegriffen. Gorbatschow<br />

erwies sich in Sachen Kapitalismus offenbar<br />

als lernfähig.<br />

Politisch betrachtet wurde es im neuen<br />

Jahrtausend in Sachen Prominenz bunter.<br />

Ein Umstand, der damit zu tun hat,<br />

dass Bayern nun auch andere Parteien neben<br />

der CSU hatte. So legte die Grüne Claudia<br />

Roth etwa mal als DJane in der Kneipe Zum<br />

Torwart auf. Und im gleichen Jahr kam der<br />

König der politischen Rhetorik, der Linken-Politiker<br />

Gregor Gysi, zu einer Rede in den Wildbadsaal<br />

nach Weißenburg.<br />

Etwa zu selben Zeit sprach auf Einladung<br />

der Sparkasse Mittelfranken-Süd auch<br />

Joachim Gauck in der <strong>Weißenburger</strong><br />

Karmeliterkirche. Er war als Leiter der sogenannten<br />

Gauck-Behörde für Stasi-Akten schon<br />

Promi, dass er aber mal als Bundespräsident<br />

das höchste Amt des Staates bekleiden sollte,<br />

war nicht abzusehen. Eine nicht minder überraschende<br />

Karriere hat einer hingelegt, der im<br />

bayerischen Landtagswahlkampf 2018 noch<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 16


im Wildbadsaal Reden schwang. Die Rede<br />

ist von dem Grünen-Politiker und heutigen<br />

Wirtschaftsminister Robert Habeck.<br />

Aber wechseln wir das Genre, ab in<br />

die Welt der Stars und Sternchen,<br />

von denen unzählige auch im <strong>Weißenburger</strong><br />

Land Station gemacht haben.<br />

Ivan Rebroff etwa, jenes Kulturgewächs<br />

der 1960er-<strong>Jahre</strong>, das im Kulturzentrum<br />

auftrat. Hinter dem vermeintlichen Don<br />

Kosaken verbarg sich ein Berliner Jung mit<br />

Fellmütze und herausragendem Stimmumfang.<br />

In der Reihe „Das besondere Theater“<br />

war auch Winnetou-Darsteller Pierre<br />

Briece einmal an gleicher Stelle in Weißenburg<br />

zu Gast, was zu einem denkwürdigen<br />

Interview führte (siehe Seite 14).<br />

Bemerkenswert war auch der Auftritt<br />

von Modern Talking in der sogenannten<br />

Eventhalle in der Wiesenstraße.<br />

Die damals noch unzerstrittenen<br />

Dieter Bohlen und Thomas Anders folgten<br />

der Einladung des ziemlich schillernden<br />

Wirts der Eventlocation. Das Konzert war<br />

gut besucht, aber sicher auch teuer bezahlt.<br />

Retten konnte es die Eventhalle jedenfalls<br />

Legendenstatus haben sich ohne jeden<br />

Zweifel auch die Toten Hosen erworben,<br />

die 2012 im Rahmen eines<br />

Geheimkonzerts das <strong>Weißenburger</strong> Jugendzentrum<br />

besuchten und für einen echten Abriss<br />

sorgten. Die Band um Frontmann Campino<br />

wollte ein Zeichen gegen rechts setzen<br />

und das Engagement des Juz gegen aufkeimende<br />

Neonazi-Tendenzen würdigen. Noch<br />

heute schmücken ihre Unterschriften eine<br />

Wand im Juz.<br />

Die Smago-Awards sorgten für ein<br />

Promi-Schaulaufen der ganz anderen<br />

Art in Weißenburg. Das Who<br />

is Who der Schlagerszene gab sich in der<br />

Karmeliterkirche die Klinke in die Hand.<br />

Die Amigos, der österreichische Lederhosensänger<br />

Andreas Gabalier oder Jürgen<br />

Drews – sie alle drängten sich in der Karmeliterkirche<br />

im Publikum.<br />

An gleicher Stelle durfte man auch<br />

den großen Harry Rowohlt schon<br />

mal begrüßen. Berühmt geworden<br />

als Penner in der Lindenstraße machte er<br />

sich in der Literatur einen Namen als erstklassiger<br />

Übersetzer, sprachmächtiger Vorleser<br />

und unerschrockener Säufer. Dass es<br />

wenige gab, die unterhaltsamere Geschichten<br />

erzählen konnten als der Hamburger,<br />

stellte er in Weißenburg auf und hinter der<br />

Bühne unter Beweis.<br />

Freizeit schenken<br />

Weihnachtsaktion<br />

Golf-Schnupperkurs<br />

1500 €<br />

2 Stunden Golfkurs mit Golflehrer<br />

Golfanlage Zollmühle, 91792 Ellingen, Tel.: 09141-3976<br />

info@golfanlage-zollmuehle.de, www.golfanlage-zollmuehle.de<br />

5 <strong>Jahre</strong> Landkreis<br />

Weißenburg-Gunzenhausen<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong><br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Der Landkreis gratuliert<br />

Täglich. Gut. Informiert.<br />

Herzlichen<br />

Glückwunsch<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong><br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

,<br />

nicht, sie ging bald darauf in die ewigen<br />

Jagdgründe der <strong>Weißenburger</strong> Gastronomiegeschichte<br />

ein.<br />

Und sonst noch so? Na ja, Tatort-<br />

Kommissar Miroslav Nemec als<br />

Rockmusiker und der schwedische<br />

Bestseller-Autor Arne Dahl im Rahmen<br />

der Krimitage, BR-Gesicht Carolin<br />

Reiber, der Schauspieler Friedrich von<br />

Thun bei einer Fernseh-Weihnachtsgala<br />

in der Andreaskirche, Pop-Barde Max<br />

Giesinger beim Heimspiel-Festival, der<br />

bei dieser Gelegenheit gleich Freundschaft<br />

mit dem <strong>Weißenburger</strong> Badeweiher schloss,<br />

und ganz, ganz viele andere mehr, die wir an<br />

dieser Stelle vermutlich vergessen haben.<br />

Wir hoffen auf mindestens <strong>130</strong> weitere<br />

<strong>Tagblatt</strong>-<strong>Jahre</strong>, und selbstverständlich<br />

werden wir die<br />

Chronik der Prominenz weiterführen und<br />

weiter damit machen, Geschichten über die<br />

Stadt und ihre Besucher zu erzählen.<br />

Alles Gute und Danke<br />

für die stets gute<br />

Zusammenarbeit!<br />

www.landkreis-wug.de<br />

Weißenburg<br />

Nürnberger Straße 25<br />

Telefon 0 91 41 / 33 38<br />

gasthof-casino.wugnet.de<br />

Zum <strong>130</strong>-jährigen<br />

Jubiläum<br />

wünscht der<br />

Gasthof Casino<br />

alles Gute.<br />

In der festen Überzeugung,<br />

dass wir unser<br />

125-jähriges Bestehen<br />

im Casino nächstes Jahr<br />

zusammen feiern können!<br />

Das Bergwaldtheater dagegen erfreut<br />

sich in der Gegenwart immer noch<br />

bester Gesundheit und wie schon in<br />

den 1930er-<strong>Jahre</strong>n ist es immer wieder Anlass,<br />

um Prominenz in der Stadt zu begrüßen.<br />

Etwa ein Stück lebende<br />

Musikgeschichte in Form von<br />

Roger Hodgson, dem früheren<br />

Frontmann von Supertramp.<br />

Die Rockikone spielte<br />

auf Einladung der Stadt im<br />

Bergwaldtheater. Dass allerdings<br />

stellte sich als nicht ganz<br />

unanstrengend heraus. Das<br />

Management beharrte damals<br />

darauf, dass große Palmen auf<br />

der Bühne zu stehen hätten.<br />

Der Hinweis, dass man sich ohnehin<br />

im Wald befinde, half da<br />

auch nicht weiter.<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong><br />

mittendrin<br />

im lokalen Geschehen.<br />

Der Kreisverband der FW FREIEN WÄHLER (vormals<br />

FW/UWG/UB) und seine Ortsverbände begleiten<br />

ihre Heimatzeitung seit mehreren Jahrzehnten<br />

und gratulieren herzlich zu diesem Jubiläum!<br />

Seite 17<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Weltmeister,<br />

18<br />

Olympiasieger,<br />

Legenden<br />

Viele Sportgrößen waren in den vergangenen Jahrzehnten in der Region zu Gast und haben<br />

dadurch auch für zahlreiche interessante Berichte im <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> gesorgt<br />

Von Uwe Mühling<br />

Anfangs war Lothar Matthäus noch bestens<br />

gelaunt, dann war er mit einer Entscheidung<br />

von Schiedsrichter Gerhard Luff unzufrieden,<br />

und als er dann auch noch (relativ harmlos)<br />

gefoult wurde, war das Fass übergelaufen. Der Fußball-Weltmeister<br />

ließ sich auswechseln, stapfte in die<br />

Kabine und zog sich auf Nimmerwiedersehen in den<br />

Mannschaftsbus zurück.<br />

So geschehen im Mai 1996 in Pleinfeld. Anlässlich<br />

des 50-jährigen Bestehens des FC Pleinfeld<br />

war der große FC Bayern München zu einem<br />

Fußball-Freundschaftsspiel zu Gast. Über 3000<br />

Zuschauer wollten sich das Spektakel nicht entgehen<br />

lassen. Wegen der wenig später beginnenden Europameisterschaft,<br />

die Deutschland gewinnen sollte,<br />

fehlten zwar die Nationalspieler, die Bayern um<br />

„Spielertrainer“ Klaus Augenthaler boten aber<br />

noch genügend prominente Fußballer wie Andreas<br />

Herzog, Oliver Kreuzer oder Christian Nerlinger auf.<br />

Fußball-Weltmeister Lothar Matthäus gastierte 1996 mit dem FC Bayern München zu einem Jubiläumsspiel<br />

beim FC Pleinfeld und bahnte sich seinen Weg durch Hunderte von Fans. <br />

Foto: Uwe Mühling<br />

Und eben Lothar Mätthaus. Der Franke hatte<br />

sich das Gastspiel in der Heimat sicherlich<br />

etwas anders vorgestellt. Falls er sich überhaupt<br />

noch daran erinnert, wird er heute über die<br />

Episode von damals wohl schmunzeln oder den Kopf<br />

schütteln. Der Welt- und Europameister, Europas<br />

Fußballer des <strong>Jahre</strong>s (1990) und Fifa-Weltfußballer<br />

(1991) ist inzwischen nach Spieler- und Trainerkarriere<br />

längst ein anerkannter Fernsehexperte.<br />

Thomas Müller kam 2005 mit dem FC Bayern zu einem B-Jugendturnier<br />

nach Stopfenheim. 2014 war er Weltmeister. Fotos: Uwe Mühling<br />

Der „Hackl Schorsch“ 1999 auf der<br />

Pleinfelder Sommerrodelbahn.<br />

Und DFB-Rekordnationalspieler Matthäus<br />

ist eines von vielen Beispielen dafür, welch<br />

große Zahl an Berühmtheiten und Topstars<br />

aus dem Sportsektor in den vergangenen <strong>Jahre</strong>n und<br />

Jahrzehnten in Weißenburg und Umgebung zu Gast<br />

war. Deren Stippvisiten und mitunter auch deren<br />

sportlichen Auftritte haben sich vielfach in der Berichterstattung<br />

des <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>s widergespiegelt.<br />

Bleiben wir doch gleich beim Fußball: 2005<br />

spielte bei einem großen B-Jugendturnier der<br />

DJK Stopfenheim ein Toptalent mit, das eine<br />

Ausnahme-Karriere hinlegen sollte. Thomas Müller!<br />

Er holte mit dem FC Bayern den Turniersieg,<br />

und auch wenn der Schlaks im Münchner Dress beim<br />

abschließenden Elfmeterschießen traf, konnte damals<br />

keiner der Zuschauer wissen, welch aufgehenden<br />

Stern man gesehen hatte. Thomas Müller wurde<br />

2014 Weltmeister, gewann zweimal die Champions<br />

League und gehört zu jenem Bayern-Team, das ein<br />

Abonnement auf die Deutsche Meisterschaft hat und<br />

zweimal das Triple gewann. Katar war jüngst seine<br />

vierten WM-Teilnahme.<br />

Europameister Thomas Helmer spielte 2002 mit dem<br />

SV Seligenporten an der <strong>Weißenburger</strong> Jahnstraße.<br />

Willi Entenmann, Frank Baumann und Co waren 1997<br />

mit dem Club in Pappenheim. Fotos: Uwe Mühling<br />

Die Liste berühmter Leute aus der Fußballszene<br />

ließe sich noch ziemlich lange fortsetzen.<br />

Mit Stefan Reuter, Fritz Walter und<br />

Max Morlock zum Beispiel, alle drei 1987 zu Gast<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 18


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

Beim Sepp-Herberger-Tag 1987 waren in Pleinfeld unter anderem Fritz Walter (links), Stefan Reuter (Dritter<br />

von links) und Max Morlock (ganz rechts) zu Gast. <br />

Foto: WT-Archiv<br />

Schillernde Figur: Löwen-Präsident Karl-Heinz Wildmoser (links) mit<br />

Fanclubchef Herbert Neuwerth in Dietfurt. Foto: Uwe Mühling<br />

Beispiel. Mitte/Ende der 1990er-<strong>Jahre</strong> erlebte hier<br />

das Kirchweihrennen des RC Germania Weißenburg<br />

seine Glanzzeit mit mehreren Tausend Zuschauern,<br />

woran Größen wie Olaf Ludwig, Erik Zabel, Jens<br />

Heppner oder Udo Bölts einen Riesenanteil hatten.<br />

Vor allem Zabel und Ludwig gehörten als Gewinner<br />

des grünen Trikots der Tour de France zu den Besten<br />

ihrer Generation. Ludwig war sogar Olympiasieger.<br />

Später war dann auch ein Germania-Eigengewächs<br />

das große<br />

Zugpferd: Paris-Roubaix-Sieger<br />

John Degenkolb.<br />

Aber noch mal zum Stichwort<br />

Olympiasieger:<br />

Auch Georg „Schorsch“<br />

Hackl darf in unserer Prominentenliste<br />

nicht fehlen. 1999<br />

kam der legendäre Rennrodler<br />

zu einem Sponsorentermin nach<br />

Pleinfeld. Ein Mann mit zahlreichen<br />

Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften<br />

sowie bei Olympiaden. Genauso wie Sylke Otto<br />

– auch sie ein Topstar im Eiskanal. Klar, dass die beiden<br />

Ausnahmesportler in Pleinfeld auf der 1980 erbauten<br />

Sommerrodelbahn zu Gast waren.<br />

In Pleinfeld tummelten sich auch in der Brombachhalle<br />

schon viele Stars – vor allem bei der insgesamt<br />

dreimal durchgeführten legendären „Nacht<br />

des Sport“ des Box-Clubs Weißenburg. Der „Hackl<br />

Schorsch“ war auch hier dabei, ebenso wie Ski-Ass<br />

Christa Kinshofer oder Box-Champion Sven<br />

Ottke. Oder auch beim klassischen <strong>Weißenburger</strong><br />

Kirchweihboxen im Festzelt. Im August 2017 war dabei<br />

kein Geringerer als Graciano Rocchigiani als<br />

Stargast dabei. Der frührere Weltmeister, der in seinem<br />

Leben durch einige Höhen und Tiefen ging, zeigte<br />

sich als echter Sympathieträger für den Boxsport –<br />

umso größer war der Schock, als er gut ein Jahr später<br />

im Alter von nur 54 <strong>Jahre</strong>n bei einem Verkehrsunfall<br />

in Italien verstarb.<br />

Einer der bekanntesten Boxer: Weltmeister Graciano Rocchigiani (Mitte) 2017<br />

beim <strong>Weißenburger</strong> Kirchweihboxen mit Walter Nowotny (links) und Heiner<br />

Pauckner (rechts). <br />

Foto: Uwe Mühling<br />

beim Sepp-Herberger-Tag in Pleinfeld und alle ebenfalls<br />

Fußball-Weltmeister – der eine 1990 in Rom,<br />

die anderen beim legendären „Wunder von Bern“<br />

1954. Oder mit Bayern-Manager und -Präsident Uli<br />

Hoeneß (auch er Welt- und Europameister) genauso<br />

wie mit Münchens langjährigem Ober-Löwen Karl-<br />

Heinz Wildmoser, mit Manni Schwabl, Didi<br />

Hamann oder Thomas Helmer, der Europameister<br />

von 1996, der im April 2002 nach seiner Profizeit<br />

für den SV Seligenporten an der Jahnstraße auflief<br />

und dort gegen den TSV 1860 Weißenburg spielte.<br />

Nicht ganz „unschuldig“ daran war Karlheinz „Carlo“<br />

Wild. Der heutige Chefreporter des Kicker engagierte<br />

sich in der damaligen Zeit stark bei den „Klosterern“,<br />

für die er auch selbst die Schuhe schnürte.<br />

Immer wieder zu Besuch war natürlich der 1. FC<br />

Nürnberg, der oftmals bekannte Leute in die <strong>Weißenburger</strong><br />

Region brachte: Dieter Nüssing,<br />

Raphael Schäfer, Dieter Hecking, Willi Entenmann,<br />

Frank Baumann und, und, und . . . Unvergessen<br />

werden nicht zuletzt die Gastspiele der Clubprofis<br />

bei der TSG Pappenheim (1996) und der TSG<br />

Solnhofen (2012) bleiben.<br />

Aber auch aus vielen anderen Sportarten machte<br />

die Prominenz keinen Bogen um das <strong>Weißenburger</strong>-<strong>Tagblatt</strong>-Land.<br />

Die Radprofis zum<br />

Herzlichen<br />

Glückwunsch<br />

zum <strong>130</strong>-jährigen<br />

Jubiläum!<br />

Für unsere Kunden da sein<br />

heißt auch dort sein.<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> –<br />

Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläumsjahr!<br />

Bei uns stehen Ihre Ziele und Wünsche, Pläne<br />

und Vorhaben nicht nur zu einem bestimmten<br />

Anlass im Mittelpunkt, sondern dauerhaft.<br />

Unser innovativstes Tool in unserer<br />

genossenschaftlichen Beratung:<br />

echte Nähe vor Ort in unserer Region.<br />

Die großen Kirchweih-Radrennen lockten in den 1990er-<strong>Jahre</strong>n unter anderem<br />

Erik Zabel (li.) und Olaf Ludwig nach Weißenburg. Foto: Uwe Mühling<br />

rb-wug.de<br />

Seite 19<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

20<br />

„Die Vielzahl der<br />

Probleme, die hier<br />

auf Erfüllung warten,<br />

ist in ganz Franken<br />

unerreicht“<br />

Recherche-Erfolge des <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>s<br />

Von Miriam Zöllich<br />

„Es ärgert mich am meisten, dass die ganzen<br />

Vorgänge scheibchenweise über die Presse bekannt<br />

werden und die eigentlich Beteiligten<br />

kaum etwas zur Aufklärung beitragen“, sagte<br />

1998 der damalige Landrat Georg Rosenbauer.<br />

Veranlasst zu dieser Aussage hatte ihn der<br />

Cronheimer Mülldeponie-Skandal, den Uwe<br />

Ritzer im <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> aufgedeckt<br />

hatte. Ärgerlich, ja. Aber genau das ist eine<br />

wichtige Aufgabe und eine Stärke des lokalen<br />

Journalismus: Er begleitet prägende Ereignisse<br />

in der Region, teils über <strong>Jahre</strong> hinweg. Die<br />

Redaktion greift lose wabernde Themen aus<br />

der Bevölkerung auf und stellt sie in einer breiten<br />

Öffentlichkeit zur Diskussion. Die Redakteurinnen<br />

und Redakteure gehen Hinweisen<br />

nach, decken Missstände auf, bringen ans Tageslicht,<br />

was manche lieber im Dunkeln gelassen<br />

hätten.<br />

Diese besondere Rolle in der Region<br />

erkannte und lobte die <strong>Tagblatt</strong>-Redaktion<br />

auch schon in der Kirchweihbeilage<br />

1950: „Die Vielzahl der Probleme, die<br />

hier auf Erfüllung warten, ist in ganz Franken<br />

unerreicht. Wenn es nun bei den maßgeblichen<br />

Stellen auch etwas zu dämmern anfängt,<br />

ist es auch mit ein kleines Verdienst der Heimatzeitung,<br />

die in einer Vielzahl von Artikeln<br />

auf die Probleme der Wasserversorgung, der<br />

Verkehrserschließung und der wirtschaftlichen<br />

Erschließung hingewiesen hat. (...) Darin<br />

liegen die Aufgaben, die einer echten Heimatzeitung,<br />

wie sie das <strong>Weißenburger</strong> Tagbatt ist,<br />

von keiner anderern Stelle abgenommen werden<br />

können und die von Zeitungen außerhalb<br />

des Kreises und der Stadt kaum erfüllt werden<br />

können.“<br />

Ein bisschen viel Pathos, ja. Vielleicht<br />

lags am allgemeinen Freudentaumel,<br />

denn erst ein Jahr zuvor hatten die<br />

amerikanischen Besatzer mit der Neuauflage<br />

des <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>s wieder eine unabhängige<br />

Heimatzeitung in Weißenburg genehmigt<br />

(zur Geschichte des <strong>Tagblatt</strong>s siehe Seite<br />

4/5). Und dann feierte man in Weißenburg<br />

nach den leidvollen und entbehrungsreichen<br />

Kriegs- und Nachkriegsjahren auch noch die<br />

Rückkehr der geliebten Kirchweih. Trotz allem<br />

Überschwangs: So ganz daneben lag die <strong>Tagblatt</strong>-Redaktion<br />

mit ihrer Einschätzung nicht.<br />

Blickt man auf die Schreckensszenarien der<br />

Prognos-Studie 2022, wartet die „Vielzahl der<br />

Probleme“ in unserem Landkreis noch immer<br />

auf Erfüllung. Verkehrserschließung, Wirtschaft<br />

und Wasser tauchen auch heute noch<br />

auf den Seiten des Lokalteils auf – wenn auch<br />

mit anderen Schwerpunkten als 1950.<br />

Die Mülldebatte war Anfang der Neunziger<br />

eines der beherrschenden Themen<br />

in der Zeitung. Stopfenheim war etwa<br />

als ein Standort für eine Restschlacke-Deponie<br />

im Gespräch, es regte sich heftiger Widerstand.<br />

Ende der 90er-<strong>Jahre</strong> flog auf, dass in<br />

Cronheim illegal Fremdmüll abgelagert wurde.<br />

Findige Bürger waren den Mülltransportern<br />

hinterhergefahren. 1997 konnte <strong>Tagblatt</strong>-Redakteur<br />

Uwe Ritzer aufdecken, dass die Städtereinigungsfirma<br />

Ernst gemeinsam mit einem<br />

Ingenieurbüro Bodenproben falsch deklarierte<br />

und Rechnungen frisierte, um die Erweiterung<br />

der eigenen Mülldeponie in Cronheim als Sanierung<br />

zu verkaufen. Bei einer Erweiterung<br />

hätte nämlich die Firma Ernst die Kosten allein<br />

getragen, an einer Sanierung musste sich<br />

der Landkreis finanziell beteiligen. Firmenchef<br />

Rudolf Ernst wurde wegen Betrugs zu einer<br />

saftigen Geldstrafe verurteilt.<br />

Es war auch Uwe Ritzer, der Anfang<br />

der 90er- <strong>Jahre</strong> über die Entlassung<br />

des damaligen <strong>Weißenburger</strong> Sparkassen-Direktors<br />

Dollinger berichtete, der<br />

mit millionenschweren Kreditzusagen seine<br />

„Kompetenzen massiv überschritten“ hatte.<br />

Und im Gunzenhausener Gebiet brachte Ritzer<br />

die Veruntreuung des dortigen Bürgermeisters<br />

ans Tageslicht. Willi Hilpert hatte<br />

städtische Bauhof-Mitarbeiter eingesetzt, um<br />

auf der Haus-Baustelle seiner Tochter mitzuhelfen<br />

– vertuscht durch falsche Angaben auf<br />

Stundenzetteln. Das Amtsgericht verurteilte<br />

Hilpert und den damaligen Bauhofleiter wegen<br />

Untreue in mehreren Fällen, der Stadt<br />

Gunzenhausen ist durch das „Amigo-System“<br />

nach Berechnungen des Gerichts ein Schaden<br />

von mehreren Zehntausend Mark entstanden.<br />

Hinter einen zigfachen Schaden geklemmt hat<br />

sich auch Rainer Heubeck Anfang der Nullerjahre:<br />

Der <strong>Tagblatt</strong>-Redakteur machte öffentlich,<br />

dass durch den Bau des Brombachsees der<br />

Grundwasserspiegel gestiegen ist. In der Folge<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 20


Wir wünschen dem<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

alles Gute zum Jubiläum!<br />

DOPPELPREMIERE im Au<br />

Śkoda Kamiq und K<br />

in Wettelsheim am Samstag, 21. Sept<br />

drückte das Wasser in etliche Keller in Allmannsdorf,<br />

St. Veit und Veitserlbach. Am Ende bekamen<br />

die Hausbesitzer eine Entschädigung.<br />

Immer wieder sind es Großprojekte, die lokal<br />

für Zündstoff sorgen. Vor allem, wenn sie zunächst<br />

an der Bevölkerung vorbeimanövriert<br />

werden. 2004 wollte sich Ellingen als Standort<br />

für den Limes-Park ins Gespräch bringen, doch<br />

das Thema stand nur auf der Tagesordnung im<br />

nicht öffentlichen Teil der Stadtratssitzung. Robert<br />

Renner bekam Wind davon und machte die<br />

Bewerbung Ellingens öffentlich. Der umstrittene<br />

Römer-Freizeitpark beherrschte dann die Berichterstattung<br />

im <strong>Tagblatt</strong> über <strong>Jahre</strong>, 2011 scheiterte<br />

das Projekt schließlich final. Gleiche Stelle, anderer<br />

Investor: Seit Kurzem sorgen die Pläne von<br />

Hetzner Online für Zoff in Ellingen. Markus Steiner<br />

hingegen lässt nicht locker, wenn es um den<br />

„Wohnpark am Fränkischen Meer“ in Pleinfeld<br />

geht. Seit <strong>Jahre</strong>n liegt das groß angekündigte Vorzeigeprojekt<br />

brach und ist in der Rezatgemeinde<br />

längst zum Politikum geworden. Gar nicht allzu<br />

lang her ist die Debatte um das Muna-Gelände in<br />

Langlau: Dass Center Parcs für den Brombachsee<br />

schon ganz konkrete Pläne hatte und seit<br />

<strong>Jahre</strong>n Gespräche mit örtlichen Verantwortlichen<br />

führte, konnte Jan Stephan ans Tageslicht<br />

bringen. Das millionenschwere Tourismusprojekt<br />

war das kontrovers disktutierte Thema der<br />

jüngeren Landkreisgeschichte. Das <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong> sah sich in der Folge einer Flut von<br />

Ereignissen, Positionierungen, Aktionen und<br />

Leserzuschriften gegenüber. Die Center-Parcs-<br />

Pläne zerschellten schließich im Mai 2021 an einem<br />

knappen Bürgerentscheid der Pfofelder.<br />

An den lokal brisanten Themen ist das <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong> ganz nah dran, nicht<br />

selten gelangen sie dann zu überregionaler<br />

Aufmerksamkeit. Jan Stephan machte den<br />

Vier-Quadratmeter-Streit zwischen Grafschaft<br />

und Stadt in Pappenheim bekannt. Seine jahrelange<br />

Berichterstattung über den Verfall von<br />

Schloss Syburg sorgte dafür, dass der jetzige Besitzer<br />

auf die Immobilie aufmerksam wurde und<br />

nun Millionen in die Sanierung des historischen<br />

Gebäudes steckt. Und dass J. D. Salinger, der<br />

weltberühmte Autor von „Der Fänger im Roggen“,<br />

1945 in Pappenheim eine bis dato unbekannte<br />

erste Ehe geschlossen hatte, fand Widerhall<br />

in zahlreichen Publikationen<br />

weltweit. Robert Renner und Miriam<br />

Zöllich berichteten 2014 über den<br />

„Kirchweih-Vorfall“ mit dem damaligen<br />

Linken-Stadtrat Erkan Dinar,<br />

der in Bayern Schlagzeilen machte.<br />

Dinar wurde vorgeworfen, alkoholisiert<br />

beim Einlass ins Weinzelt gepöbelt<br />

und einen Polizisten angegriffen<br />

zu haben. Der Linken-Stadtrat wiederum<br />

erhob schwere Anschuldigungen<br />

gegen die Polizeibeamten: Sie hätten<br />

ihn proviziert und übermäßige Gewalt<br />

angewendet. Der Fall rief die <strong>Weißenburger</strong><br />

Neonazi-Szene auf den Plan,<br />

die ihre Chance auf Abrechnung mit<br />

dem Linken witterte, und endete mit<br />

einem Strafbefehl gegen Dinar.<br />

Apropos Neonazis: Die über<br />

<strong>Jahre</strong> hinweg aktive rechte<br />

Szene in Weißenburg beobachtete<br />

das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

genau. Trauriger Höhepunkt: ein vermummter<br />

Angriff auf das <strong>Weißenburger</strong><br />

Jugendzentrum im November<br />

2011. Jan Stephan berichtete über<br />

den Vorfall, und die gesamte Redaktion<br />

unterschrieb einen Kommentar<br />

mit dem Titel „Kein Platz für Neonazis“.<br />

Die Punkrock-Band „Die Toten<br />

Hosen“ wurde auf die Geschichte<br />

aufmerksam und kam auf Einladung<br />

des Juz zu einem Konzert nach Weißenburg,<br />

um ein deutliches Zeichen<br />

gegen rechts zu setzen. Während der<br />

Corona-Pandemie 2020 konnte Miriam<br />

Zöllich nachweisen, wie Verschwörungstheoretiker<br />

und Gegner<br />

der Corona-Maßnahmen gezielt die<br />

öffentliche Debatte verzerrten. Mit einer<br />

arrangierten Mehrheit fluteten sie<br />

die Facebook-Seite des <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong>s mit Unterstützungsbekundungen<br />

für Bernd Bayerlein. Der Polizist<br />

hatte auf Corona-Demonstrationen<br />

gesprochen und dort fragwürdige Aussagen<br />

getroffen. Für ihre Berichterstattung über die Verschwörungs-<br />

und Querdenkerszene wurde Miriam<br />

Zöllich von der Konrad-Adenauer-Stiftung in einer<br />

Sonderpublikation zum Deutschen Lokaljournalistenpreis<br />

gewürdigt.<br />

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Ceed.<br />

mit seiner coupéhaften Silhouette, einer sportlich gestreckten Motorhaube<br />

Schön, und einem wenn stark abfallenden Ideen Fahrt Heck löst aufnehmen.<br />

schon beim ersten Blick den<br />

Habenwollen-Effekt aus. Und auch im Innenraum setzt sich der souveräne<br />

Charakter des neuen Kia XCeed fort, beispielsweise mit dem großzügigen<br />

Raumangebot und der erhöhten Sitzposition. Zahlreiche Soft-Touch-Applikationen,<br />

dunkle Chrom-Elemente am Armaturenbrett und hochwertige<br />

Sitzbezüge geben dem Cockpit eine moderne Anmutung. Innovative Ausstattungshighlights<br />

wie der freistehende Touchscreen des Infotainmentsystems<br />

oder das Multifunktions-Display für Bordcomputerdaten und Informationen<br />

zu Navigation, Audiosystem und Assistenzfunktionen¹ sind<br />

nicht nur hilfreiche Unterstützer im Alltag, sondern unterstreichen gleichzeitig<br />

den modernen Look. ¹ Der Einsatz von Assistenz- und Sicherheitssystemen entbindet<br />

nicht von der Pflicht zur ständigen Verkehrsbeobachtung und Fahrzeugkontrolle.<br />

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Der Neue ŠKODA KAMIQ – DER CITY-SUV<br />

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Jede Menge Freiheit. Keine Kompromisse.<br />

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Genau dafür steht der Neue ŠKODA KAMIQ,<br />

1 Die Angaben beziehen sich nicht auf ein einzelnes Fahrzeug und sind 1 Der E<br />

unser nicht erster Bestandteil City- SUV. des So Angebots, kompakt sondern und agil, dienen allein Vergleichszwecken von d<br />

dass man zwischen von kurzen den verschiedenen Trips in die Stadt Fahrzeugtypen. nicht<br />

kontr<br />

Öffentlichkeit ist eine<br />

mächtige Waffe – auch<br />

im Kampf gegen Krankheiten<br />

und Krankenkassen. Das<br />

konnte die Redaktion des <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong>s in den vergangenen<br />

Jahrzehnten immer<br />

wieder mit Unterstützungskampagnen<br />

beweisen. 2001 verunglückte<br />

der neunjährige Fabian<br />

aus Neudorf bei einem Autounfall<br />

schwer. Er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma,<br />

war gelähmt<br />

und konnte nur noch „Mama“<br />

sagen. Die Eltern hofften, Fabi-<br />

genug bekommt. Und so komfortabel, dass<br />

selbst lange Reisen noch viel länger sein<br />

dürften. Ganz gleich, wohin Ihr Weg Sie<br />

führt: Die zahlreichen Assistenzsysteme,<br />

das große an virtuelle könnte Cockpit durch und das eine clevere Delfintherapie Innenraumkonzept in lassen den Sie USA<br />

im Neuen ŠKODA KAMIQ ganz souverän Ihr Ziel erreichen.<br />

Fortschritte machen. Das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

berichtete über den Fall und löste eine Welle der<br />

Hilfsbereitschaft aus. Dank großzügiger Spenden<br />

bekam Fabian seine Delfintherapie, und gleichzeitig<br />

war der Verein „Kinderschicksale Mittelfranken“<br />

geboren, der seitdem Hunderte schwerkranke<br />

Kinder unterstützt hat. Markus Steiner griff<br />

2018 die Geschichte der kleinen Aria aus Stopfenheim<br />

auf. Das knapp einjährige Mädchen litt an einem<br />

Herzfehler, nur eine Herztransplantation in<br />

den USA konnte sie retten – doch die Krankenkasse<br />

wollte nicht zahlen. Nur wenige Wochen nach<br />

der Berichterstattung im <strong>Tagblatt</strong> und in überregionalen<br />

Medien schließlich die überraschende<br />

Wendung: Die Krankenkasse stellte eine halbe<br />

Million Euro in Aussicht, Aria bekam ein neues<br />

Herz. Inzwischen ist sie fünf <strong>Jahre</strong> alt. „Aria hat<br />

mittlerweile eine sehr starke Persönlichkeit entwickelt“,<br />

berichten die Eltern. „Sie ist ein total offenes<br />

kleines Mädchen.“<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

<br />

Seite 21<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


22 Ein Haus mit vielen<br />

Von Robert Renner<br />

A<br />

dieser Stelle gilt es einmal<br />

ein dickes Dankeschön<br />

zu sagen an alle<br />

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,<br />

die sich mit großem Engagement<br />

für das Unternehmen einsetzen.<br />

Tag für Tag leistet jeder<br />

an seiner Stelle seinen Beitrag<br />

dazu, dass unsere Kunden mit<br />

unseren Produkten zufrieden<br />

sind und morgens pünktlich ihre<br />

Zeitung im Briefkasten haben.<br />

Manche der Mitarbeiter halten<br />

unserem Betrieb schon seit<br />

Jahrzehnten die Treue. Neben<br />

Waltraud Braun<br />

Verlegerin und Geschäftsführerin<br />

im Verlag<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

der Verleger-Familie Braun mit<br />

Seniorchefin Waltraud Braun,<br />

ihrem Sohn Ralf, dem aktuellen<br />

Geschäftsführer des Unternehmens,<br />

und seiner Schwester<br />

Ulrike stehen vor allem die Redakteurinnen<br />

und Redakteure<br />

des <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>s in<br />

der Öffentlichkeit. Sie klären in<br />

der täglichen Konferenz, welche<br />

Themen sich in der Zeitung<br />

wiederfinden und wo und wie im<br />

Blatt platziert wird. Bei dieser<br />

Besprechung wird auch festgelegt,<br />

wer welche Termine besetzt.<br />

Ralf Braun<br />

Verleger und Geschäftsführer<br />

im Verlag<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Ulrike Heubeck<br />

Gesellschafterin/Bürofachkraft<br />

im Verlag<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Es gilt hernach zu recherchieren,<br />

zu schreiben und zu redigieren,<br />

das heißt einen Text so zu bearbeiten,<br />

dass er gewisse Standards<br />

erfüllt und verständlich ist. Mit<br />

modernster Computertechnik<br />

werden danach die Zeitungsseiten<br />

zusammengestellt, Korrektur<br />

gelesen und dann online zu<br />

unserem Kooperationspartner<br />

Verlag Nürnberger Presse gesandt,<br />

wo die Zeitung samt dem<br />

sogenannten Mantelteil mit Politik,<br />

Wirtschaft, Sport, Kultur etc.<br />

gedruckt wird. Lieferwagen bringen<br />

sie schließlich zu den Austrägern<br />

und Verkaufsstellen.<br />

Nicht weniger wichtig sind<br />

all die anderen Bereiche<br />

unseres Hauses. Da sind<br />

unsere Mediaberater, die wissen,<br />

wann und wie welche Werbung<br />

wirkt. Sie stehen Unternehmen,<br />

Geschäften, Vereinen und Veranstaltern<br />

bei wichtigen Fragen<br />

zur Seite: Welche Zielgruppe will<br />

ich ansprechen? Wie erreiche ich<br />

möglichst viele Leser? Ist all das<br />

geklärt, kommen unsere Mediengestalter<br />

in der Setzerei ins<br />

Spiel, die die Inserate entwerfen<br />

und die Anzeigenseiten unserer<br />

Zeitung zusammenstellen.<br />

Wer eine Annonce aufgeben will,<br />

kommt in aller Regel mit unserer<br />

Geschäftsstelle in Kontakt. Die<br />

Mitarbeiterinnen dort verkaufen<br />

aber auch Shopartikel sowie die<br />

Produkte unseres Regionalladens<br />

HeimaTeil, sie kümmern sich um<br />

den Leserservice und verkaufen<br />

Konzert- und Theaterkarten.<br />

Und sie kümmern sich um Kunden,<br />

die Druckaufträge in unser<br />

Haus bringen. Auch hier ist nach<br />

der Auftragsannahme wieder die<br />

Setzerei gefragt. Über die Druckvorstufe<br />

geht es in die eigentliche<br />

Druckerei, wo von der Visitenkarte<br />

bis zur Fachzeitschrift alles<br />

in hoher Qualität gedruckt und<br />

Max Elbel &<br />

Leonhard Braun<br />

Gründer des<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>s<br />

in der Weiterverarbeitung in die<br />

richtige Form gebracht wird. Viele<br />

der Druckerzeugnisse werden<br />

zuvor in unserer Werbeagentur<br />

be media entwickelt – vom Firmenlogo<br />

bis hin zu aufwendigen<br />

Broschüren und vielem mehr.<br />

Zu be media gehört auch der<br />

Regionalladen HeimaTeil, der<br />

Produkte regionaler Erzeuger<br />

vermarktet. Nicht zu vergessen<br />

sind unsere Buchhaltung und<br />

unsere Reinigungskraft.<br />

Josef Höppler<br />

Druckereileitung<br />

Seit 1981 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Heinz Hüttinger<br />

Buch- & Offsetdrucker<br />

Seit 2002 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Andreas Jäger<br />

Buch- & Offsetdrucker<br />

Seit 2012 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Max Wörrlein<br />

Medientechnologe Druckweiterverarbeitung<br />

| Seit 2012 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Andreas Schertler<br />

Druckvorstufe<br />

Seit 1978 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Joachim Neubert<br />

Aushilfe Lektorat<br />

im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Elisabeth Lindner<br />

Aushilfe Lektorat<br />

im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Werner Maczkowiak<br />

Producer<br />

Seit 1988 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Inge Schwarz<br />

Bürofachkraft<br />

Seit 1999 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Silvia Herger<br />

Bürofachkraft<br />

Seit 2010 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 22


Facetten<br />

Im Verlag Braun & Elbel in der Wildbadstraße 16-18 in Weißenburg<br />

entsteht nicht nur sechsmal pro Woche das <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong>. Dort wird auch richtig Druck gemacht – unter anderem<br />

für die Eigenproduktionen Carpe diem und WIKO. Unter<br />

unserem Dach gibt es aber auch die Werbeagentur be media<br />

und den Regionalladen HeimaTeil.<br />

Claudia Lensing<br />

Anzeigenleitung<br />

Seit 2008 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Harald Kirchdorfer<br />

Lohn- und Finanzbuchhaltung<br />

Seit 2020 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Robert Renner<br />

Redaktionsleiter<br />

Seit 1993 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Jan Stephan<br />

Stellv. Redaktionsleiter<br />

Seit 2005 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Miriam Zöllich<br />

Redakteurin<br />

Seit 2020 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Markus Steiner<br />

Redakteur<br />

Seit 2005 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Ina Brechenmacher<br />

Redakteurin<br />

Seit 2022 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Uwe Mühling<br />

Sportredakteur<br />

Seit 1987 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Mathias Hochreuther<br />

Redakteur<br />

Seit 2022 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Rainer Heubeck<br />

Redakteur<br />

Seit 1989 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Klaus Gempel<br />

Mediengestalter<br />

Seit 1976 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Tanja Meyerhöfer<br />

Mediengestalterin<br />

Seit 2021 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Helmut Hussendörfer<br />

Mediengestalter<br />

Seit 1979 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Ingo Schwarz<br />

Mediengestalter<br />

Seit 1996 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Ingrid Philipp<br />

Lektorat<br />

Seit 2001 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Dominik Schwenk<br />

Projektleiter Onlineportal<br />

Seit 2022 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Felix Oeder<br />

Projektmanagement be media<br />

Seit 2021 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Sven Katheder<br />

Grafik & Design be media<br />

Seit 2005 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Erik Körner<br />

Illustration & Design be media<br />

Seit 2021 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Behare Rudi<br />

Reinigungskraft<br />

Seit 2019 im<br />

Verlag <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Seite 23<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

Leben gestalten -<br />

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Wir gratulieren<br />

zum<br />

<strong>130</strong>-jährigen<br />

Firmenjubiläum!<br />

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Wir blicken auf eine lange gemeinsame Erfolgsgeschichte<br />

zurück und bedanken uns für die stets gute Zusammenarbeit.<br />

Herzlichen Glückwunsch!<br />

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH<br />

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Artur Auernhammer<br />

Mitglied des Deutschen Bundestages<br />

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Druck: 23.11.2022 11:29:44<br />

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<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 24


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zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum und sagen Danke<br />

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Vorsitzender: Markus Erlinger<br />

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Seite 25<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

26<br />

„Alles Lüge<br />

in diesem<br />

Kommentar“<br />

Lob, Kritik und Beschimpfungen<br />

Von Ina Brechenmacher<br />

Lob tut gut, das lässt sich kaum leugnen.<br />

Von konstruktiver Kritik aber lebt der<br />

Journalismus: Fehler versuchen wir<br />

mit tiefergehender Recherche, einer Richtigstellung<br />

und einer Entschuldigung geradezurücken;<br />

an grobe Schnitzer erinnern wir uns<br />

noch lange. Und am Ende ist es aber ein Qualitätskriterium<br />

unserer Arbeit, wenn keine Seite<br />

mit dem Artikel zum Streitfall wirklich glücklich<br />

ist.<br />

Die Redaktion wollte mir wohl einen<br />

Vorgeschmack auf die Arbeit als Redakteurin<br />

in Weißenburg geben und<br />

beauftragte mich, die gesammelten Zuschriften<br />

der letzten <strong>Jahre</strong> aus der Sparte „Lob, Kritik<br />

und Beschimpfungen“ durchzugehen und<br />

besonders wortgewaltige Stücke herauszusuchen.<br />

Ein paar der kurioseren Rückmeldungen<br />

zu unseren Artikeln haben wir hier gesammelt.<br />

Nach und nach kamen die Kollegen und<br />

die Kollegin mit den wildesten Einsendungen<br />

zu mir: selbst gebastelte<br />

Postkarten, besorgniserregende Kollagen,<br />

Screenshots von Facebook-Kommentaren,<br />

schwungvoll beschriebene Briefe auf dickem<br />

Papier und wütend getippte E-Mails. Gespräche<br />

auf der Straße, anonyme Anrufe und das<br />

nicht so anonyme Pendant fehlen im improvisierten<br />

Archiv. Als Anekdoten leben die besonders<br />

lautstarken Monologe aber durchaus weiter.<br />

„Den [Nachname] brauchstʻ ma fei nimmer<br />

schicken“ scheint ein lokaler Klassiker der indirekten<br />

Feedbackkultur zu sein.<br />

Salz und Pfeffer<br />

„Was wäre die Suppe ohne Salz, das Chili ohne<br />

Pfeffer, Weißenburg ohne <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>“<br />

ziert eine besonders liebevolle Postkarte<br />

an unseren Redaktionsleiter Robert Renner.<br />

Unsere Artikel wurden von der Leserschaft<br />

schon als „wohltuend“ beschrieben, die Mitarbeit<br />

beim <strong>Tagblatt</strong> als „bereichernd“. Der ein<br />

oder andere wurde für die „bemerkenswerte<br />

journalistische Leistung“ gelobt.<br />

Bei Markus Steiner bedankte sich ein Leser<br />

für die „stets objektive und von gegenseitigem<br />

Respekt geprägt Berichterstattung“.<br />

„Bleibt unpolitisch und deckt auf,<br />

wo ihr Fäulnis riecht“, legte uns ein Leser am<br />

Ende seiner E-Mail, voll des Lobes für einen<br />

„miz“-Artikel, ans Herz. „So stelle ich mir Zeitung<br />

vor!“, schreibt eine Leserin als Reaktion<br />

auf einen Artikel von Jan Stephan.<br />

Vom Lapsus bis unter die Gürtellinie<br />

Die Kritik unter den Zusendungen reicht<br />

von lieb gemeintem Tadel bis hin zu<br />

ausufernden Hasstiraden. Es hätte sich<br />

„ein Lapsus“ in einen unserer Artikel geschlichen,<br />

schreibt ein durchaus netter und aufmerksamer<br />

Leser. Ein Mann aus Nordhessen<br />

machte sich einmal sogar die Mühe, die falsch<br />

geschriebenen Wörter eines Artikels mit rotem<br />

Buntstift anzustreichen und uns als Brief zukommen<br />

zu lassen.<br />

„Sausakrisch“ musste sich ein Leser über einen<br />

Artikel ärgern. Im gleichen Absatz droht er,<br />

keine Anzeigen mehr zu schalten. Jan Stephan<br />

mit seinem „spätpubertär-frühadoleszenten<br />

Geschreibsel“ sei „schreibwütig“, erzürnt sich<br />

der Autor einer E-Mail. Ein anderer Redakteur<br />

wurde schon als „journalistischer Barfußläufer“<br />

bezeichnet. „Alles Lüge in diesem Kommentar“,<br />

ist Rainer Heubeck als äußerst konstruktive<br />

Kritik in Erinnerung geblieben.<br />

Ganz unterirdisch wird es in mancher<br />

Facebook-Kommentarspalte: „Was<br />

fühlst du, wenn du morgens in den<br />

Spiegel schaust und weißt, dass du eine Verräterin<br />

an der Freiheit und der Demokratie dieses<br />

Landes bist und vor allem eine Verräterin<br />

an deinen Geschwistern, deinen Nachbarn,<br />

deinen Freunden und deinen Landsleuten?“ So<br />

etwas treibt einen dann doch länger um.<br />

Eine für <strong>Weißenburger</strong> weniger rühmliche<br />

Anekdote teilte Markus Steiner:<br />

„Pressefuzzi“ wird man ab und an auch gerne<br />

genannt am Lande. Freilich meist nicht von<br />

Angesicht zu Angesicht, sondern eher in der<br />

dritten Person, so geschehen kurz nach meinem<br />

Umzug von Ingolstadt nach Weißenburg,<br />

als einer an meinem Grundstück vorbeiging<br />

und über den Zaun fragte: „Wohnt<br />

jetzt da dieser Pressefuzzi?“ Eine Frage, die<br />

ich klar mit „Ja“ beantworten konnte.<br />

Bei der Sichtung des Materials ergaben<br />

sich ein paar wiederkehrende Themen.<br />

„Frau Zöllich blubbert doch auch nur<br />

das nach, was ihr vorgegeben ist“, schreibt<br />

jemand und vermutet einen unsichtbaren<br />

Strippenzieher. Kollege Renner, nimmt ein<br />

anonymer Briefeschreiber an, hätte „seinen<br />

Arbeitsplatz unter dem Schreibtisch von OB<br />

Schröppel, um ihm besser die Füße küssen zu<br />

können.“ Es fällt schwer, sich das nicht bildlich<br />

vorzustellen. Beide Beteiligten machen dabei<br />

einen weniger erfreuten Eindruck. „Gebauchpinselt“<br />

hätten wir ein Mitglied des Stadtrats.<br />

Daraus ergibt sich ein irgendwie schöneres<br />

Bild.<br />

Unsere „Postille“ abbestellen will ein<br />

aufgebrachter und seinem Gemeindeoberhaupt<br />

sehr zugetaner Bürger.<br />

Er beendet seine Tirade mit einer Kritik am gewählten<br />

Foto:<br />

„Hinzu kommt noch eine sehr unglückliche<br />

Abbildung unseres Bürgermeisters in ebendiesem<br />

Artikel. So etwas ist Majestätsbeleidigung<br />

und geht gar nicht!“<br />

Beim Thema Kirche scheinen sich die Absender<br />

nicht wirklich einig zu sein. Eine<br />

handgeschriebene Notiz sagt voraus,<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 26


i<br />

| Whirlpools<br />

Die Freien Wähler-Pappenheim<br />

wünschen dem <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

und allen Mitarbeitern zum<br />

<strong>130</strong>-jährigen Jubiläum<br />

weiterhin Erfolg.<br />

Wer sich in unserer Gemeinde<br />

kommunalpolitisch<br />

ohne Parteizugehörigkeit<br />

einbringen möchte, ist bei den<br />

Freien Wählern Pappenheim<br />

sehr gut aufgehoben.<br />

dass Kollege Steiner<br />

für seinen Artikel<br />

„in der Ewigkeit<br />

zur Rechenschaft<br />

gezogen“ wird.<br />

Autsch. Auf der anderen<br />

Seite attestierte<br />

uns eine Postkarte:<br />

„Z‘viel Weihrauch<br />

brennt in den Augen<br />

beim Lesen unseres<br />

fast schon zum Kirchenblatt<br />

mutierten<br />

WT‘s.“ Wie man‘s<br />

macht…<br />

Einmal haben<br />

wir uns getraut,<br />

ein Gemälde mit einem nackten Frauenoberkörper<br />

darauf zu fotografieren und abzudrucken.<br />

Ein Leser sah das gar nicht gerne:<br />

„So etwas müsste eine Zeitung ÄCHTEN!“,<br />

schreibt er. Die Worte „kein Niveau“ hat er<br />

zur Sicherheit unterstrichen. An zu schwitzigen<br />

Männern im Sportteil scheint er sich noch<br />

nicht gestört zu haben.<br />

Dynamisch, mit gepflegtem Hochdeutsch<br />

Beim <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> gibt es erst<br />

seit Kurzem eine weibliche Redakteurin.<br />

Mit mir nun zwei – es ist unglaublich.<br />

Eine ehemalige, ebenfalls weibliche Praktikantin<br />

stellte den damaligen Redakteuren<br />

ein neckisches, aber sehr liebevoll gemeintes<br />

Zeugnis aus. Sie schrieb:<br />

„Gute Journalisten besitzen für gewöhnlich<br />

bestimmte Eigenschaften: Sie sind vielseitig<br />

interessiert, politisch korrekt und gut organisiert.<br />

Sie können mit zehn Fingern schreiben,<br />

ein abgeschlossenes Studium vorweisen und<br />

gepflegtes Hochdeutsch sprechen. Sie sind mit<br />

vollster Konzentration bei der Sache, frisch,<br />

dynamisch und sachlich. Die sechs Redakteure<br />

des <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>s sind aber außergewöhnlich<br />

und haben dem Klischee den<br />

Kampf angesagt, denn bei ihnen verkehren<br />

sich all diese Charakterzüge ins Gegenteil.“<br />

Man mag sich gar nicht ausmalen, was<br />

aus Nürnberg entsandte Volontärinnen<br />

und Volontäre, die mit der <strong>Weißenburger</strong><br />

Art noch nicht vertraut sind, in ihren<br />

Praktikumsberichten schreiben.<br />

Bewältigungsstrategien<br />

Unterschiedlich viel haben die Kollegen<br />

und die Kollegin über die<br />

<strong>Jahre</strong> aufgehoben, was neben dem<br />

jeweiligen Chaos beim kürzlichen<br />

Umzug in neue Redaktionsräume<br />

auch auf sehr unterschiedliche Bewältigungstrategien<br />

schließen lässt.<br />

Jan Stephan hebt sehr akribisch auf;<br />

Sportchef Uwe Mühling wählt die wohl<br />

gesündeste Taktik: Er schmeißt einfach<br />

alles weg. Auffallend viele Autogrammkarten<br />

von Lammköniginnen, Waldprinzessinnen<br />

und einer bayerischen<br />

Polit-Prominenz liegen bei Kollege Steiner<br />

in der Schublade. Auch ein handsigniertes<br />

Exemplar der Fernsehmoderatorin<br />

Carolin Reiber hat er aufgehoben<br />

und als Motivation an prominenter<br />

Stelle im Büro platziert: „Lieber ste, das<br />

Interview beim OB war mit Ihnen ein<br />

Vergnügen. Das finden Ihre CR und das<br />

BR-Team! Alles Gute für Sie.“<br />

Wir laden Sie ein,<br />

bei uns mitzumachen!<br />

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Seite 27<br />

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<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 28


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Seite 29<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

30<br />

Am Ball mit dem<br />

Von Uwe Mühling<br />

Schöner wie Ulrich Wickert kann man es kaum<br />

sagen: „Ich liebe die Lokalpresse. Wenn ich unterwegs<br />

bin in Deutschland, lese ich als Erstes<br />

im Hotel natürlich die Lokalzeitung – weil ich dann<br />

weiß, was da passiert.“ So hat es die Tagesthemen-Legende<br />

jüngst im NN-Interview erzählt. Und Wickert<br />

muss es mit seiner jahrzehntenlangen Erfahrung als<br />

Journalist, Buchautor und Moderator ja wissen.<br />

In der Tat bringt die Lokalzeitung genau das zu<br />

Papier (oder in digitale Form), was in der jeweiligen<br />

Region gerade passiert. Und genau das liefert<br />

auch das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> seit <strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>n.<br />

Dass der Lokalsport dabei fest dazugehört, ist unbestritten.<br />

Über den Umfang gibt es sicher unterschiedliche<br />

Meinungen. Den einen ist es zu viel, die anderen<br />

können nicht genug davon kriegen.<br />

Wir im WT versuchen dabei, die richtige Balance<br />

zu finden. Gerade in den Hochzeiten<br />

– wenn draußen Fußball, Laufen und<br />

Co. volles Programm bieten, gleichzeitig aber auch<br />

der Hallensport auf Touren ist – kann es schon mal<br />

sein, dass einiges zusammenkommt. Vier bis fünf Seiten<br />

Lokalsport in der Wochenendausgabe sind dann<br />

keine Seltenheit. Das liegt letztlich auch daran, dass<br />

wir seit vielen <strong>Jahre</strong>n bemüht sind, über das aktuelle<br />

Geschehen hinaus möglichst viele interessante Hintergrund-Geschichten,<br />

Porträts oder Interviews zu<br />

liefern und damit mehr als die klassische 1:0-Berichterstattung<br />

zu bieten. Die Kür ergänzt sozusagen die<br />

Pflicht.<br />

Wir finden auch, dass der Sport im Heimatteil<br />

seinen Platz verdient hat, weil er ein<br />

wichtiger Aspekt des gemeinschaftlichen<br />

Lebens in der Region ist. Er ist die wohl wichtigste<br />

Freizeitbeschäftigung – egal ob aktiv oder passiv. Er<br />

vereint gerade viele junge Menschen – und damit<br />

Die VfL-Baskets Treuchtlingen sorgen seit vielen <strong>Jahre</strong>n für besondere Erfolge in der Regionalliga. Hier ein Mannschaftsfoto<br />

aus der Saison 2010/2011 – inklusive des Maskottchens VfL-Bunny. <br />

Foto: Uwe Mühling<br />

vielleicht auch die Leser und Leserinnen von morgen.<br />

Und seine Bedeutung zeigt sich auch an nackten Zahlen:<br />

Rund 35 000 Menschen und damit deutlich über<br />

ein Drittel der Landkreis-Bevölkerung sind Mitglied<br />

in einem der 113 Sportvereine im Gebiet Weißenburg-Gunzenhausen<br />

und damit sicher auch am sportlichen<br />

Geschehen interessiert.<br />

Das Schöne am Lokalsport ist vor allem die<br />

Tatsache, dass es nie langweilig wird. Es gibt<br />

kaum ein Wochenende im Jahr, an dem kein<br />

Wettbewerb stattfindet oder keine Veranstaltung<br />

läuft. Zudem ist in diesem Metier stets für Spannung<br />

gesorgt. Gewinnen und verlieren, Auf- und Abstieg,<br />

Triumphe und Tränen gehören permanent dazu,<br />

wenn irgendwo ein Ball rollt und fliegt, wenn irgendwo<br />

ein Startschuss fällt.<br />

All das spiegelt sich auch im <strong>Weißenburger</strong> Lokalteil<br />

wider. Dabei hat sich in den vergangenen<br />

Jahrzehnten ein großer Wandel vollzogen.<br />

War das Sportgeschehen in früheren <strong>Jahre</strong>n vor<br />

allem auf den Fußball fokussiert, so hat sich mehr und<br />

mehr eine enorme Vielfalt breitgemacht. Wer hätte<br />

sich vor 30 <strong>Jahre</strong>n schon vorstellen können, dass<br />

die Region einen Seenlandmarathon mit bis zu 3 000<br />

Teilnehmern hat? Oder dass ausgerechnet die Basketballer<br />

des VfL Treuchtlingen zur großen Zugnummer<br />

werden, wo sie doch aus einer vermeintlichen Randsportart<br />

kommen.<br />

Aber genau solche Aushängeschilder wie die<br />

VfL-Baskets braucht eine Region. Seit über<br />

zehn <strong>Jahre</strong>n spielen sie inzwischen viertklassig<br />

in der 1. Regionalliga – und das als reine Amateure.<br />

Viertklassig waren einst auch die Fußballer des<br />

damaligen TSV Weißenburg, als die Landesliga nach<br />

den beiden Bundesligen sowie der Regionalliga noch<br />

an vierter Stelle stand. Dort mitzumischen war schon<br />

etwas Außergewöhnliches. Und wie schwierig es ist,<br />

dorthin zurückzukehren, bekamen die Weißenbur-<br />

Wir gratulieren dem <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

zu <strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>n Zeitungsmarathon!<br />

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Der Seenlandmarathon ist eine Marke von<br />

Wolfgang Heindel (re.) vom FC/DJK Weißenburg bekam 2004 als Weltmeister<br />

im Ju-Jutsu einen großen Empfang am Bahnhof. Foto: Uwe Mühling<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 30


Lokalsport<br />

Mehr<br />

als ein 1:0: Der Heimatsport ist ein<br />

wichtiger Bestandteil unserer Zeitung.<br />

Er spiegelt auch die bunte Vielfalt und das<br />

große Engagement in den Vereinen wider.<br />

ger – inzwischen als TSV 1860 – auch zu<br />

spüren. Fast 30 <strong>Jahre</strong> lang mussten sie bis<br />

2021 auf den Wiederaufstieg warten, auch<br />

wenn die Landesliga durch viele Reformen<br />

heute „nur“ noch sechstklassig ist.<br />

Wir gratulieren zum Jubiläum!<br />

Viele Aushängeschilder gibt es auch<br />

abseits der großen Mannschaftssportarten.<br />

Zahlreiche Schüler/innen,<br />

Jugendliche, Frauen und Männer<br />

haben in den vergangenen Jahrzehnten<br />

Medaillen und Titel bei Bayerischen und<br />

Deutschen Meisterschaften und auch auf<br />

internationalem Parkett gefeiert. Besonders<br />

prestigeträchtig war 1989 beispielsweise<br />

der deutsche Titel für Schwergewichts-Champion<br />

Peter Stettinger vom<br />

Box-Club Weißenburg. Oder 2004 der<br />

Gewinn der Weltmeisterschaft durch Ju-<br />

Jutsu-Kämpfer Wolfgang Heindel vom FC/<br />

DJK Weißenburg. Quer durch die Bandbreite<br />

des heimischen Sports gab es immer<br />

wieder herausragende Erfolge – von der Leichtathletik<br />

über die Sportakrobatik bis hin zu Prellball, Taekwondo,<br />

Ringen, Tischtennis und, und, und. . .<br />

Es soll an dieser Stelle aber keine Best-of-Liste<br />

werden, das würde den Rahmen sprengen und<br />

könnte den Anspruch auf Vollständigkeit kaum<br />

erfüllen. Es soll aber zeigen, dass auch eine ländliche<br />

Region wie die unsrige überaus erfolgreiche Leute<br />

hervorbringen kann. Jüngste Beispiele sind dabei<br />

auch zwei Profis: Der <strong>Weißenburger</strong> Markus Steinhöfer<br />

spielte im Fußball unter anderem für den FC Bayern<br />

München, Red Bull Salzburg, Eintracht Frankfurt<br />

und den FC Basel, wurde mehrfacher Landesmeister<br />

und lief in der Champions League auf. Radsportler<br />

John Degenkolb, der in Hundsdorf bei Ettenstatt aufgewachsen<br />

ist, hat Siege bei den Frühjahrsklassikern<br />

Paris-Roubaix und Mailand-Sanremo ebenso in seiner<br />

Vita stehen wie Etappenerfolge bei der Tour de France<br />

und der Spanienrundfahrt „Vuelta“.<br />

Der <strong>Weißenburger</strong> Fußballprofi Markus Steinhöfer (re.) hat<br />

unter anderem gegen Neymar gespielt. Foto: WT-Archiv<br />

Und es soll auch zeigen, wie facettenreich der<br />

Sport in Weißenburg und der Region ist. Das<br />

lässt sich nicht nur an der großen<br />

Auswahl an Sportarten ablesen, sondern<br />

auch an den Veranstaltungen. Vom früheren<br />

Feldhandball über klassische Fußballturniere<br />

bis hin zu vielen Laufwettbewerben und<br />

Meisterschaften in zahlreichen – mitunter<br />

auch ausgefallenen – Disziplinen und Sportarten<br />

reicht die Palette.<br />

All das macht den Lokalsport so lebendig.<br />

Und das soll aus unserer Sicht<br />

auch seinen Platz im Heimatteil des<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>s finden. Und zu guter<br />

Letzt ist die Sportberichterstattung in der<br />

Tageszeitung auch eine Anerkennung dafür,<br />

was in den Sportvereinen zumeist ehrenamtlich<br />

geleistet wird, von Vorständen, Trainern<br />

und Betreuern bis hin zum Platzwart oder<br />

zur Trikotwäscherin. Dass der Sportteil immer<br />

auf den letzten Seiten zu finden ist, tut<br />

dem keinen Abbruch. Es soll ja viele Menschen<br />

geben, die die Zeitung von hinten lesen<br />

– allein schon wegen der Todesanzeigen<br />

– aber das ist natürlich augenzwinkernd gemeint.<br />

. .<br />

Die Bauzinsen sind derzeit noch günstig. Aber das könnte<br />

sich schnell ändern. Werden Sie deshalb jetzt aktiv!<br />

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Seite 31<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

32<br />

Mehr als Zeitung -<br />

wir stehen auf vielen Beinen<br />

Von Jan Stephan<br />

Wir sind mehr als nur ein Verlag<br />

– wir sind auch Druckerei,<br />

Werbeagentur, Regionalladen<br />

sowie ein bisschen Reisebüro und Veranstaltungsagentur.<br />

Wir sind mehr als<br />

nur das <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> - wir sind<br />

auch das Kulturmagazin Carpe diem, und<br />

die beiden Wirtschaftsmagazine WIKO<br />

Altmühlfranken und WIKO Eichstätt.<br />

Was wir aber vor allem sind – wir sind von<br />

hier.<br />

das Portfolio. Binnen kürzester Zeit haben<br />

wir uns mit be media – das be steht im<br />

Übrigen für Braun & Elbel – auf dem regionalen<br />

Markt etabliert und arbeiten für<br />

den Landkreis, die Stadt, Industrieunternehmen,<br />

aber auch den kleinen Friseur<br />

ums Eck oder die neue Regionalkäserei.<br />

Die Agentur im ersten Geschoss<br />

geht bestens zusammen mit der<br />

Druckerei einen Stock tiefer. Hier<br />

arbeitet man Hand in Hand, damit der<br />

Kunde nur einen Ansprechpartner für seine<br />

Projekte hat. Die technischen Investitionen<br />

der vergangenen <strong>Jahre</strong> haben sich<br />

ausgezahlt. In der Kombination von Gestaltung,<br />

Umsetzung und der Regionalität<br />

kann man auch mit den Giganten der<br />

Alle Aktivitäten des Verlags haben<br />

mit der Region zu tun, aus der wir<br />

kommen. Heimat ist sozusagen<br />

unser Geschäft. Als letzter Zeitungsverlag<br />

des Landkreises gehören wir noch einer<br />

Familie vor Ort und wir halten auch als<br />

letzte Offset-Druckerei des Landkreises<br />

die Stellung. Beides Geschichten, die vor<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>n begannen.<br />

Wir haben in den beiden vergangenen<br />

Jahrzehnten aber auch<br />

neue Geschichten geschrieben.<br />

Weil früh klar war, dass man sich als Lokalzeitung<br />

in Zukunft auf viele Beine stellen<br />

muss, wenn man als selbstständige<br />

Einheit in der Fläche überleben will.<br />

Also erweiterten wir vor rund zwölf<br />

<strong>Jahre</strong>n unser Portfolio um das<br />

Kulturmagazin Carpe diem. Aus<br />

der Idee von damals ist eine Institution<br />

von heute geworden, die aus dem lokalen<br />

Kulturbetrieb nicht mehr wegzudenken<br />

ist. Vor drei <strong>Jahre</strong>n folgte mit dem Wirtschaftskompass<br />

ein weiteres Magazin.<br />

Wieder wollten wir uns einem lokalen<br />

Thema in der Tiefe widmen und dabei das<br />

nutzen, was uns einzigartig macht: die Lokalkompetenz.<br />

Das Heft wurde auf Anhieb ein Erfolg<br />

und geht 2023 in die vierte<br />

Ausgabe. Seit diesem Jahr haben<br />

wir die Grenze des Landkreises übersprungen<br />

und bringen in Zusammenarbeit<br />

mit dem Donaukurier im Landkreis<br />

Eichstätt einen zweiten Wirtschaftskompass<br />

heraus. Weitere Ausgaben in<br />

anderen Regionen könnten folgen.<br />

Während andernorts Redaktionen<br />

und Setzereien zusammengekürzt<br />

werden, bauen wir<br />

Personal auf. Weil wir der festen Überzeugung<br />

sind, dass Lokaljournalismus eine<br />

hervorragende Zukunft hat, wenn man<br />

ihn gut macht. Und weil wir jede Menge<br />

Arbeit haben, weil noch etliche innovative<br />

Projekte in der Pipeline stecken.<br />

Aber das Haus entwickelt sich<br />

auch in anderen Bereichen weiter.<br />

Inzwischen haben wir mit be<br />

media eine preisgekrönte Werbeagentur<br />

aufgebaut und dem Verlag ein drittes<br />

Standbein beschert. Aus eigenem Personal<br />

und einigen Neuzugängen hat sich ein<br />

Team gebildet, das voller Enthusiasmus<br />

und Kreativität Projekte umsetzt. Vom<br />

kompletten Projektmanagement über die<br />

Erstellung von Marketingkonzepten, Logodesign<br />

und der Entwicklung von Corporate<br />

Identities bis hin zu Webdesign, Außenwerbung<br />

und Druckprodukten reicht<br />

media<br />

BRAUN&ELBEL<br />

Branche mithalten.<br />

In einem ganz anderen Metier ist man<br />

neuerdings mit dem HeimaTeil-Laden<br />

unterwegs. Der Regionalladen<br />

sammelt die Produkte von Direktvermarktern<br />

aus dem Landkreis ein und vermarktet<br />

sie zentral im Landkreis. Vor Ort<br />

in der Geschäftsstelle des <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong>s, auf dem Wochenmarkt in Weißenburg,<br />

aber auch im Netz. Mit einem<br />

Klick kann man hier nun echte Regionalprodukte<br />

kaufen und bekommt sie am<br />

nächsten Tag vor die Haustür geliefert.<br />

Eine Art Supermarkt des Regionalen im<br />

Internet. Nun muss man nicht mehr von<br />

Direktvermarkter zu Direktvermarkter<br />

tingeln, sondern kann endlich kompakt<br />

einkaufen. Ein Unternehmensfeld, das<br />

bestens zu uns als Heimatverlag passt und<br />

Gustav R. Albrecht<br />

Rechtsanwalt<br />

Fachanwalt für Steuerrecht<br />

Licencié en Droit (Paris XIII)<br />

Diplom-Kaufmann (Univ.)<br />

Bernd Körzendörfer M.A.<br />

Master of Arts (Mediation)<br />

Steuerberater<br />

Zertifizierter Mediator<br />

Bastian Forster M.A.<br />

Steuerberater<br />

Landwirtschaftliche Buchstelle<br />

Master of Arts (M.A.)<br />

Sandra Inselsperger<br />

Steuerberaterin<br />

(angestellt nach § 58 StBerG)<br />

Jennifer Pfefferlein<br />

Steuerberaterin<br />

(angestellt nach § 58 StBerG)<br />

Albrecht Körzendörfer Forster Partnerschaft Jahnstraße 31 Tel. 0 91 41 / 973 - 0 info@steuer-wirtschaft-recht.de<br />

Steuerberater – Rechtsanwalt 91781 Weißenburg Fax.: 0 91 41 / 973 - 160 www.steuer-wirtschaft-recht.de<br />

Preisgekröntes Team: be media ist eine der jüngeren Abteilu<br />

V. l. n. r.: Sven Katheder, Erik Körner, Felix Oeder, Claudia Le<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 32


Seit 52 <strong>Jahre</strong>n sind wir Euer Partner!<br />

Herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum.<br />

Ihr Partner in der Region<br />

Weißenburg & Gunzenhausen<br />

das in Zukunft behutsam weiter ausgebaut<br />

werden soll.<br />

Zurückkommen soll in Kürze unsere<br />

Leserreisensparte, die<br />

wir vor allem mit den Fans und<br />

Freunden unseres Kulturmagazins mit<br />

großem Erfolg über etliche <strong>Jahre</strong> durchgeführt<br />

hatten. Von Albanien über Griechenland<br />

und Italien bis nach Irland<br />

reichten unsere bisherigen Reiseziele.<br />

Immer angeführt von einem Reiseleiter<br />

aus der Region, der ein besonderes<br />

den Magiern und Andreas Kümmert<br />

hatten wir schon ein erstes Programm<br />

zusammen, dem dann aber die Corona-Pandemie<br />

einen Strich durch die<br />

Rechnung machte. Fortsetzung folgt,<br />

heißt es diesbezüglich hier aus unserem<br />

Haus.<br />

Dieses Motto gilt für alle Geschäftsbereiche.<br />

Denn Ziel aller<br />

Anstrengungen ist es, dass<br />

die Lichter in der Wildbadstraße 16-18<br />

noch lange leuchten. Dass wir auch die<br />

Wirtschaft setzt auf<br />

faire Partnerschaft<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> die Region Weißenburg publizistisch geprägt<br />

– wir gratulieren dem <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

Kundenkorrektur<br />

Sehr geehrte Damen und Herren,<br />

vielen Dank für Ihren Auftrag. Anbei erhalten Sie den Korrekturabzug Ihrer An<br />

Eventuelle Änderungswünsche richten Sie bitte an den im Briefkopf genannte<br />

Positionen<br />

Belegungseinheit Sonderaktivitäten WUG<br />

Erscheinungstermin 25.03.2020<br />

Farbe<br />

Vierfarbdruck<br />

Rubrik<br />

Geschäftsanzeigen<br />

Größe<br />

2Sp./50 mm<br />

Platzierung<br />

GE Geschäftsanzeigen<br />

Kollektiv<br />

Platzierungswunsch Rubrik Geschäftsanzeigen<br />

Terminkommentar<br />

Foto: Terra24/GettyImages.de<br />

Verhältnis zum jeweiligen Reiseziel hat.<br />

Mal sehen, was da in Zukunft noch so<br />

kommt.<br />

Das gilt auch für unsere Veranstaltungsschiene.<br />

Seit Beginn<br />

sind wir Partner und Unterstützer<br />

des Heimspiel-Festivals im <strong>Weißenburger</strong><br />

Bergwaldtheater. Daraus<br />

hatte sich die Idee entwickelt, selbst eine<br />

kleine Kulturreihe als <strong>Weißenburger</strong><br />

<strong>Tagblatt</strong> aufzulegen. Mit Django Asül,<br />

nächsten <strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> in der Region mitbegleiten<br />

und in manchen Teilen auch<br />

mitgestalten dürfen. Immer wieder frische<br />

Ideen zu haben, sich weiterzuentwickeln<br />

und dabei gelegentlich auch<br />

mal auf der Schnauze landen zu dürfen,<br />

ist die Voraussetzung dafür. Und natürlich<br />

sind auch Sie Voraussetzung,<br />

dass wir weitermachen können. Nur,<br />

wenn die verschiedenen Sparten unseres<br />

Verlags Kunden, Nutzer, Leser<br />

Eventuelle Änderungen bitte bis spätestens Montag 15.00 U<br />

spätestens Freitag vor Erscheintermin, 15.00 Uhr, durchgeb<br />

Korrektur, gehen wir davon aus, dass die Anzeige von Ihne<br />

Korrekturen nicht mehr ausgeführt werden.<br />

Es gelten unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen gemä<br />

Wir bedanken uns für den Auftrag<br />

und wünschen Wir bedanken viel uns Erfolg! für den Auftrag<br />

und wünschen viel Erfolg!<br />

NATUR<br />

STEINMETZMEISTER<br />

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& BILDHAUERMEISTER<br />

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Industriestraße 21, 21, 21, Weißenburg Weißenburg<br />

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• Terrassen<br />

• Treppen<br />

• Innenböden<br />

• Gartenmauern<br />

• Fensterbänke<br />

• Küchen-<br />

• Arbeitsplatten<br />

Herzlichen Glückwunsch<br />

zum <strong>130</strong>. Jubiläum<br />

HAUSMESSE am 26. und 27.10.2018<br />

HAUSMESSE Herzlichen am 26. Glückwunsch! und 27.10.2018<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>.<br />

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ngen des Hauses, hat sich aber schon den Deutschen Agenturpreis für seine Kreativarbeit gesichert.<br />

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Seite 33<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Donnerstag, Freitag, 16. Dezember 15. Dezember 2022 2022<br />

34<br />

Rückschau mit<br />

Bilderschnipseln<br />

Ein Querschnitt durch die Lokaljournalisten-Fotografie<br />

Operation am Wahrzeihen: 1997 wurden die Glocken nach einer Überholung wieder in den<br />

Andreasturm eingesetzt.<br />

Die fünfte <strong>Jahre</strong>szeit: Ohne Kirchweih ist Weißenburg fast nicht denkbar. Der Blumenund<br />

Trachtenzug erfreut sich dabei großer Beliebtheit, wie hier in den 1980er-<strong>Jahre</strong>n.<br />

Gelungener Schnappschuss: Fotografenglück<br />

in den 1970er-<strong>Jahre</strong>n.<br />

Land unter: Die Altmühl trat früher deutlich öfter und mit größerer<br />

Macht über die Ufer. Das Bild stammt aus den 1980er-<strong>Jahre</strong>n.<br />

Schöne Sommertage: Auch die erlebt man als Lokaljournalist, hier im<br />

Freibad Langenaltheim.<br />

Landwirtschaftlich geprägt: Das war das <strong>Weißenburger</strong> Land früher. Die Aufnahme aus<br />

den 1960er-<strong>Jahre</strong>n entstand bei Bieswang.<br />

Großereignis: Das Seenland hat unsere Region deutlich verändert. Hier wird der Stollen<br />

des Altmühlüberleiters gebohrt.<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong> Seite 34


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

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Wir gratulieren zum<br />

Jubiläum ganz herzlich<br />

und wünschen für<br />

die Zukunft alles Gute!<br />

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Wir gratulieren dem <strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong><br />

zu seinem <strong>130</strong>-jährigen Bestehen!<br />

Vielen Dank für die hervorragende<br />

jahrzehntelange Zusammenarbeit,<br />

die wir gerne auch in Zukunft weiterführen!<br />

WIR SIND DIE,<br />

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T 09141 81015<br />

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Wir machen die Steuererklärung für<br />

Mitglieder begrenzt nach § 4 Nr. 11<br />

StBerG.<br />

Seite 35<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>


Sonderausgabe zum <strong>130</strong>-jährigen Jubiläum Freitag, 16. Dezember 2022<br />

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Weißenburg<br />

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Das neue Programmhe ist da.<br />

Wir gratulieren zum Jubiläum und bedanken uns für die tolle<br />

Zusammenarbeit mit der Medienabteilung des Verlags Braun & Elbel.<br />

vhs Weißenburg und Umgebung e.V. | Am Hof 23 | 91781 Weißenburg<br />

Tel. 0 91 41 / 8 77 22 80 | info@vhs-weissenburg.de<br />

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Wir ziehen<br />

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Wir gratulieren zum<br />

Jubiläum<br />

und wünschen für die<br />

weitere<br />

Zukunft<br />

alles Gute!<br />

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Die langjährige Geschichte des „<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong>“ kann nur als<br />

Bestätigung für einen Qualitätsjournalismus gewertet werden, der über<br />

den Tag und die Region hinaus seine Wirkung entfaltet. Wir gratulieren<br />

ganz herzlich zum <strong>130</strong>. Firmenjubiläum.<br />

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Wir gratulieren dem<br />

<strong>Weißenburger</strong> <strong>Tagblatt</strong> zum<br />

<strong>130</strong>-jährigen Jubiläum ganz<br />

herzlich.<br />

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Seite 36<br />

<strong>130</strong> <strong>Jahre</strong>

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