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Slatin Pascha - Austrianfilm

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verschwand damit aber

verschwand damit aber nicht und wurde auch während der Herrschaft der Mahdisten fortgeführt. Während des Anglo-Ägyptischen Kondominiums ab 1899 wurden die südlichsten Provinzen des Sudan von den Briten getrennt vom Rest des Landes verwaltet, was zwar einerseits dazu beitrug, dass der Sklavenhandel unterbunden wurde, aber andererseits auch zu einer Vertiefung der Unterschiede (Religion, Entwicklungsstatus) der beiden Regionen geführt hat. Obwohl es naheliegend gewesen wäre, diesen Unterschieden Rechnung zu tragen und die beiden Länder getrennt in die Unabhängigkeit zu entlassen, wurde 1947 auf der Juba-Konferenz unter Ausschluss der Südsudanesen Gegenteiliges beschlossen. Das legte den Grundstein für die Rebellion der Südsudanesen und den 1955 beginnenden Ersten Bürgerkrieg, der 500.000 bis 700.000 Todesopfer fordern sollte. 1972 kam es zu einem Waffenstillstand, der aber nur etwa zehn Jahre dauern sollte. Anfang der 1980er-Jahre brach der Konflikt wieder auf. Die Ursachen für den Ausbruch des Zweiten Bürgerkrieges 1983 lagen in wirtschaftlichen Konflikten (Kampf um Erdöl und Wasser) und religiösen Konflikten (Versuch der Islamisierung des Südens). Zur Verteidigung gegen die Ausbeutungs- und Dominierungsversuche des Nordens wurde im Süden die SPLM (Sudan People's Liberation Movement) mit ihrem bewaffneten Arm, der SPLA (Sudan People's Liberation Army) gegründet. In diesem Zweiten Bürgerkrieg kämpften arabische Milizen aus dem Norden (u. a. Baggara) gegen Schwarzafrikaner (u. a. Dinka) aus dem Süden. Aber nicht nur zwischen diesen beiden Gruppen kam es zu Kämpfen, nach einer Spaltung der SPLA kam es auch zwischen schwarzafrikanischen Gruppen zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Geschürt wurden diese interethnischen Kämpfe von der Zentralregierung in Khartum, welche einzelne Gruppen nach dem Motto „divide et impera“ („teile und herrsche") mit Waffen versorgte. In dem 2005 unterzeichneten Friedensabkommen wurde vereinbart, dass der Erlös aus den Ölressourcen zu gleichen Anteilen an Süd- und Nordsudan gehen soll und dass die Scharia im Süden außer Kraft gesetzt wird. Damit ging der längste Bürgerkrieg Afrikas, der über zwei Millionen Opfer gefordert und auf beiden Seiten zu Kriegsverbrechen geführt hat (siehe Kapitel 4 über Kindersoldaten), zu Ende. Die Situation im Sudan bleibt aber weiterhin fragil. Slatin Pascha – Im Auftrag Ihrer Majestät 10 von 21

Unterrichtsvorschlag (Recherche, Brainstorming, Diskussion) Ziel: Die Schüler/innen reflektieren die Ursachen für die Bürgerkriege im Sudan. > Recherche Die Schüler/innen recherchieren im Internet die Ursachen für die Unabhängigkeitsbestrebungen des Südsudan. > Brainstorming Die Schüler/innen sammeln auf Zuruf an der Tafel das erworbene Wissen über die Ursachen für die Bürgerkriege im Sudan. > Diskussion Die Schüler/innen diskutieren, warum Dominanzverhalten einer Gruppe gegenüber einer anderen Gruppe zu Konflikten führen kann. 3.3. KONFLIKT IN DARFUR Während der beschriebene zweiteilige Bürgerkrieg im Sudan mit der erzwungenen Dominanz eines muslimisch-arabischen Nordens über einen größtenteils christlich geprägten Süden erklärt werden kann, eignet sich dies als Erklärung für den Konflikt in Darfur nicht. Die dortige Bevölkerung ist ein komplexes Gefüge aus afrikanischen und arabischen Stämmen, die sich durch das Jahrhunderte lange Neben- und Miteinander vermischt haben. Die Islamisierung hat in Darfur bereits vor über 300 Jahren eingesetzt, heute ist die Bevölkerung größtenteils muslimisch. Der Ethnologe Bernhard Streck hat darauf hingewiesen, dass für das Verständnis der Ereignisse in Darfur der Blick auf die Geschichte notwendig ist: Das Leben in Darfur ist vom Kampf zwischen Ackerbauern und Nomaden um Wasser und Weideland geprägt. Für das Verständnis der Darfur- Krise ist auch das Vorbild der Südsudanesen, die sich mit Gewalt die Unabhängigkeit erkämpft haben, zu berücksichtigen. 2003 begann in Darfur mit dem Aufstand der aus „schwarzafrikanischen" Bevölkerungsgruppen hervorgegangenen Rebellengruppen JEM (Justice and Equality Movement) und SLM/A (Sudan Liberation Movement/Army) ein Zentrum-Peripherie-Konflikt zwischen der islamistischen Zentralregierung in Khartum und dem politisch wie wirtschaftlich marginalisierten Westen des Landes, der dadurch ausgelöst wurde, dass Darfur vom Friedensprozess zwischen Nord- und Südsudan und der damit verbundenen Neuverteilung von Macht und Ressourcen ausgeschlossen blieb. Als Reaktion auf die Autonomiebestrebungen in Darfur setzte die Zentralregierung arabische Slatin Pascha – Im Auftrag Ihrer Majestät 11 von 21

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