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Der Harz_03_24_I

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Schutzgebühr 2,00 € | Ausgabe <strong>03</strong>_20<strong>24</strong><br />

125 Jahre <strong>Harz</strong>querund<br />

Brockenbahn<br />

Seite 10<br />

Glanzlichter der<br />

Naturfotografie 2022<br />

Seite 11<br />

120 Jahre<br />

Tourismusmarketing<br />

für den <strong>Harz</strong> Seite 14<br />

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Bergbau, Kirchen, Stadtwerdung,<br />

Eisenbahngeschichte,<br />

Eisenhüttenwerk,<br />

Stahlhelmproduktion, Maler<br />

Willi Neubert, Bergtheater, Hexentanzplatz, Roßtrappe,<br />

Naturschutzgebiet Bodetal, Heuscheune, alte Eibe, Mythenweg,<br />

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1. April – 31. Oktober<br />

10:15 Uhr; 11:30 Uhr; 12:45 Uhr;<br />

14:00 Uhr; 15:15 Uhr<br />

Ruhetag: Montag<br />

1. November – 20. Dezember<br />

Sonntags 10:15 Uhr; 11:30 Uhr<br />

27. Dezember – 31. März<br />

10:15 Uhr; 11:30 Uhr; 12:45 Uhr<br />

Ruhetage: Montag und Freitag


EDITORIAL<br />

Impressum<br />

Herausgeber:<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub e.V.<br />

Heimat-, Wander- und<br />

Naturschutzbund<br />

Am Alten Bahnhof 5a<br />

38678 Clausthal-Zellerfeld<br />

Telefon 05323 81758<br />

info@harzklub.de<br />

www.harzklub.de<br />

Redaktion:<br />

Christoph Steingaß (CS)<br />

Redaktionskollegium:<br />

David Rügner (Hauptpressewart),<br />

Christine Eggers (stellv. Hauptpressewartin),<br />

Michael Rudolph<br />

(stellv. Hauptpressewart), Marion<br />

Schmidt (Hauptschriftwartin), Klaus<br />

Dumeier (stellv. Präsident).<br />

Beiträge, die nicht ausdrücklich<br />

als Stellungnahme der genannten<br />

Institutionen gekennzeichnet sind,<br />

stellen die persönliche Meinung<br />

des Verfassers dar. Für unverlangt<br />

eingesandte Manuskripte und Fotos<br />

übernimmt der Verlag keine Gewähr.<br />

<strong>Der</strong> auszugsweise oder vollständige<br />

Abdruck von Beiträgen ist nur<br />

mit Genehmigung des Verlages<br />

gestattet.<br />

Redaktions- und Anzeigenschluss:<br />

Jeweils zum 15. des Vormonats.<br />

Verlag und Druck:<br />

(Redaktion, Anzeigen, Vertrieb)<br />

<strong>Harz</strong>druckerei GmbH<br />

Max-Planck-Straße 12/14<br />

38855 Wernigerode<br />

Telefon: <strong>03</strong>943 54<strong>24</strong>-0<br />

Telefax: <strong>03</strong>943 54<strong>24</strong>-99<br />

info@harzdruckerei.de<br />

www.harzdruckerei.de<br />

Layout:<br />

E. Köhler, Telefon: <strong>03</strong>943 54<strong>24</strong>-46<br />

e.koehler@harzdruckerei.de<br />

Anzeigenverkauf:<br />

W. Schilling, Telefon: <strong>03</strong>943 54<strong>24</strong>-26<br />

R. Harms, Telefon: <strong>03</strong>943 54<strong>24</strong>-27<br />

Abo-Hotline:<br />

Telefon: <strong>03</strong>943 54<strong>24</strong>-0<br />

DER HARZ erscheint Anfang des<br />

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30. September des laufenden Jahres<br />

für das Folgejahr.<br />

Titelseite:<br />

Rehbock mit Bastgehörn<br />

Foto: Otto Unruh<br />

Liebe Leserinnen und liebe Leser<br />

Es vergeht momentan kaum ein Tag, an dem man nicht in einer<br />

der <strong>Harz</strong>er Tageszeitungen über neue Bauplanungen für Ferienhäuser,<br />

Hotels oder Freizeitanlagen lesen kann.<br />

Ich frage mich dabei immer öfter, ob das wirklich in jedem Falle<br />

sinnvoll ist. Auf der anderen Seite stehen nämlich in den Orten<br />

und drumherum ungezählte Häuser leer, ganz frisch oder schon so lange, dass selbst<br />

die Waschbären wieder ausgezogen sind. Man nennt das politisch korrekt heutzutage<br />

„Leerstände“. Kann man nicht sinnvoller diese Bauten, vom relativ noch intakten Zustand<br />

bis hin zu ausgesprochenen Bauruinen, weiter nutzen? Instandsetzen oder abreißen und<br />

auf dem vorhandenen Gelände neu bauen? Das wäre nicht nur für das Image des <strong>Harz</strong>es<br />

von großem Vorteil, sondern würde auch der unnötigen Verschwendung von Land und<br />

Natur Einhalt gebieten. Aber große Investoren, denen der <strong>Harz</strong> vermutlich nicht so sehr<br />

am Herzen liegt, wie uns, die wir hier leben, gehen lieber auf die grüne Wiese! Und – schon<br />

wieder ist ursprüngliche Natur unwiederbringlich verloren!<br />

Ich bin sicher, dass Gäste und Bewohner ohne lange zu überlegen, viele, viele dieser verlassenen<br />

ehemaligen Schmuckstücke aufzählen könnten. Meiner Meinung nach ist hier<br />

ganz eindeutig die Politik gefragt! Nicht die ehrenamtlichen Bürgermeister, Ratsfrauen<br />

und -herren, die sich aufopfern, damit wenigstens ein neuer Blumenkübel am Brückengeländer<br />

angebracht werden kann. Ich meine diejenigen, die wir gewählt haben und in<br />

irgendeiner Weise schließlich auch bezahlen. Also, lasst euch doch einmal blicken und<br />

euch erklären, wo und warum hier immer öfter die Lichter ausgehen! <strong>Der</strong> <strong>Harz</strong> war schön,<br />

ist schön und soll bitte schön bleiben!<br />

Vielleicht bin ich geistig etwas insolvent, zu naiv oder einfach zu unerfahren darin, Dinge<br />

zu beurteilen, die ich für richtig halte. Als in den siebziger Jahren des vergangenen<br />

Jahrhunderts die großen, unschönen und teilweise weithin sichtbaren Zweckbauten<br />

im <strong>Harz</strong> entstanden, warnte der damalige Vorsitzende des <strong>Harz</strong>klubs, Hermann Kerl, in<br />

einem eingängigen Schlagwort, vor „Manhattan im <strong>Harz</strong>!“ Mögen uns wenigstens solche<br />

landschaftszerstörenden Ungetüme diesmal erspart bleiben!<br />

Glück Auf!<br />

Christoph Steingaß<br />

INHALT<br />

Zweigverein Thale: Jahreshauptversammlung am 16. Februar 20<strong>24</strong> 4<br />

Treffen der Arbeitsgemeinschaft der Thüringer Zweigvereine 5<br />

Freiwillige gesucht für Aufforstung eines klimastabilen Mischwaldes 6<br />

<strong>Harz</strong>klub: Kein Platz für Rechtsextreme 6<br />

Start eines neuen Lehrgangs – Machen Sie mit! 7<br />

Neue Bedrohung für Salamander und Molche 8<br />

Zweigverein Bad <strong>Harz</strong>burg: Frischer Wind im neuen Jahr 9<br />

„125 Jahre <strong>Harz</strong>quer- und Brockenbahn“ 10<br />

„Glanzlichter der Naturfotografie 2022“ zeigen den Reichtum und<br />

die Formenvielfalt der Natur 11<br />

Geopark aus Kinder-Sicht 12<br />

Frühblüher – Zauber des Waldes 13<br />

Wertstoffe wertschätzen 13<br />

Ein historischer Abriss – 120 Jahre Tourismusmarketing für den <strong>Harz</strong> 14<br />

Das „Südharzer Kirchenlexikon“ –<br />

eine kostbare Momentaufnahme aus der Jahrtausendwende 16<br />

Wie die Linde zu ihren besonderen Blättern kam 18<br />

Zweigverein Ballenstedt: <strong>Harz</strong>wanderung Tanne – <strong>Harz</strong>er Höhenvieh Pfad –<br />

Kapitelsberg – Großer Allerbach – Kapitelsberg – Die Lange – Tanne 19<br />

Nachruf Inge Schilling 20<br />

Einladung Jahreshauptversammlung des <strong>Harz</strong>klub e.V. 20<br />

Geführte Wanderungen März / April 20<strong>24</strong> 21<br />

<strong>03</strong> | 20<strong>24</strong> 3


HARZKLUB<br />

<strong>Harz</strong>klub-Zweigverein Thale<br />

Jahreshauptversammlung am 16. Februar 20<strong>24</strong><br />

<strong>Der</strong> Februar ist Versammlungsmonat,<br />

zumindestens beim <strong>Harz</strong>klub- Zweigverein<br />

Thale. Dieser guten Tradition<br />

folgend, fand auch in diesem Jahr, am<br />

16.02.20<strong>24</strong>, die Jahreshauptversammlung<br />

im großen Saal des Thaler Rathaus<br />

statt. <strong>Der</strong> Vorstand hatte geladen und 61<br />

Vereinsmitglieder kamen.<br />

Pünktlich um 18.00 Uhr eröffnete der<br />

Versammlungsleiter und 2. Vorsitzende<br />

des Zweigvereins, Dr. Harald Watzek, die<br />

Veranstaltung. Wie hoch der Stellenwert<br />

des Zweigvereins in der Region um Thale<br />

ist, zeigte die Teilnahme der anwesenden<br />

Gäste. Im Präsidium hatten neben dem<br />

stellvertretenden Bürgermeister von Thale,<br />

Eiko Franke, auch der Landrat des Landkreises<br />

<strong>Harz</strong>, Thomas Balcerowski, Platz<br />

genommen. Gleichwohl, als Vertreter des<br />

<strong>Harz</strong>klub-Hauptvereins, war der stellvertretende<br />

Präsident, Dirk Erfurt, anwesend.<br />

Es folgte die Verlesung des Jahres-Rechenschaftsbericht<br />

durch den 1. Vorsitzenden<br />

des <strong>Harz</strong>klub Zweigverein, Fritz Nennhuber.<br />

Trotz Sterbefällen, Wohnortwechsel<br />

und altersbedingter Austritte hat sich die<br />

Mitgliederzahl des Zweigverein gegenüber<br />

2022 erhöht. Zählte der Verein im letzten<br />

Jahr 139 Mitglieder, so hat sich die Zahl<br />

zum Ende 2023 auf nunmehr 148 positiv<br />

geändert, so der Vorsitzende.<br />

Lobend äußert sich Fritz Nennhuber über<br />

die ständigen Aktivitäten im Zweigverein,<br />

über die die jeweiligen Warte im Anschluss<br />

berichteten. Aber auch zum Thema Klimaschutz<br />

und Energiewende nahm der Vorsitzende<br />

Stellung. Er zitierte aus der Präambel<br />

des Positionspapiers, welches der<br />

Hauptverein zu diesem Thema erstellt hat.<br />

Dank richtete der Vorsitzende in Richtung<br />

Stadt. Durch die gute Zusammenarbeit<br />

zwischen Rathaus und <strong>Harz</strong>klub werden<br />

viele Probleme auf dem kurzen Dienstweg<br />

erledigt.<br />

Nach dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden<br />

konnten die Fachwarte Einblicke<br />

in ihre Arbeit vermitteln. Wegewart<br />

Dr. Detlef Ulrich berichtete, wie der sich<br />

zurzeit stattfindende Waldumbau negativ<br />

auf die Wanderwegbeschilderung auswirkt.<br />

Wo vor Jahren ein Baum als Schilderhalter<br />

genutzt werden konnte, müssen heute<br />

Wegebäume gesetzt werden. Zusätzlicher<br />

Mehraufwand an ehrenamtlicher Arbeit<br />

und ein erhöhter Materialaufwand sind<br />

nötig, um eine ordentliche Wanderwegbeschilderung<br />

aufrecht zu halten. Für den<br />

Zweigverein sorgen sich sieben <strong>Harz</strong>klubler<br />

um 550 Wanderschilder welche auf den<br />

insgesamt 250 Wanderwegkilometern rund<br />

um Thale verbaut sind. Vandalismus an den<br />

Schildern, so Dr. Ulrich, ist ein leider immer<br />

wiederkehrendes Thema. In 2023 wurden<br />

für die Wegebeschilderung <strong>24</strong>1 Stunden im<br />

Ehrenamt erbracht.<br />

Ordnung und Sicherheit, speziell rund um<br />

das Bodetal bei Thale, dafür sorgen sich<br />

fünf Vereinsmitglieder der Naturstation.<br />

Für Reparaturen an Sitzgruppen, Bänken<br />

und Schutzhütten, für das Freischneiden<br />

von Wanderwegen bis hin zur Beseitigung<br />

von Windbruch entlang der Wanderwege<br />

wurden in 2023 ca. 1000 ehrenamtliche<br />

Stunden geleistet. In seinem Bericht präsentierte<br />

der Leiter der Naturstation, Peter<br />

Hill, eindrucksvoll die erbrachten Leistungen.<br />

In 20<strong>24</strong> werden die Verantwortlichkeiten<br />

in der Naturstation neu aufgestellt.<br />

Für jedes Kalenderjahr erstellt der Wanderwart<br />

einen Wanderplan. In 2023 wurden<br />

offiziell 25 Wanderungen vom Zweigverein<br />

angeboten. An diesen Wanderungen nahmen<br />

368 Wanderfreunde und Wanderfreundinnen<br />

teil und erwanderten 234 km. Statistisch<br />

gesehen hat somit jeder Teilnehmer<br />

gut 10 km pro Wanderung absolviert. Zwei<br />

Nordic Walking-Gruppen komplettieren<br />

den Aktivitätsradius des Zweigverein Thale.<br />

20<strong>24</strong> standen beim Zweigverein wieder<br />

die Vorstandswahlen an. Dr. Watzek stellte<br />

die Kandidaten vor, welche eigentlich<br />

die „Alten“ waren. In nur drei Positionen<br />

gab es namentliche Veränderungen. Ohne<br />

Gegenstimmen wurde der neue Vorstand<br />

für vier weitere Jahre bestätigt.<br />

Nach der Vorstandswahl gab es Gästegrußworte.<br />

Im Konsens waren sich der Landrat,<br />

der stellvertretende Bürgermeister und der<br />

stellvertretende Präsident des <strong>Harz</strong>klub<br />

e.V. einig. Sie bescheinigten dem <strong>Harz</strong>klub<br />

Zweigverein Thale ein absolut positives<br />

Erscheinungsbild und einen zuverlässlichen<br />

Partner in Sachen Ehrenamt.<br />

Das Schlusswort des Vorsitzenden beendete<br />

die Jahreshauptversammlung 20<strong>24</strong>.<br />

Axel Seiler.<br />

4 <strong>03</strong> | 20<strong>24</strong>


HARZKLUB<br />

Treffen der Arbeitsgemeinschaft der<br />

Thüringer Zweigvereine<br />

Am Donnerstag, den 8.2.<strong>24</strong> trafen sich<br />

die Vorsitzenden der Thüringer <strong>Harz</strong>klub<br />

Zweigvereine unter der Leitung<br />

unserer AG Vorsitzenden Frau Dr. Sabine<br />

Mehne. Mit eingeladen waren als Gäste<br />

Vertreter des Naturparkes Südharz, der<br />

Tourismusförderung im Landratsamt<br />

Nordhausen sowie des Karstwanderweges<br />

3 Länder – ein Weg. Auch der stellv.<br />

Präsident des Hauptvereins, Herr Dirk<br />

Erfurt, nahm an der Beratung teil. Gemeinsam<br />

wurde die Arbeit in den <strong>Harz</strong>klubzweigvereinen<br />

sowie tourismusfördernde<br />

Maßnahmen beraten.<br />

Die Thüringer Zweigvereine waren vertreten<br />

mit den Zweigvereinen Nordhausen,<br />

Ellrich, Auleben, Ilfeld und Neustadt. <strong>Der</strong><br />

Neustädter <strong>Harz</strong>klub war zudem der gastgebende<br />

Verein zur ersten Arbeitsberatung<br />

im neuen Jahr.<br />

Auf der Tagesordnung standen weitere Themen<br />

wie die Auswertung der Aktivitäten der<br />

HKZV in 2023. Besonderen Schwerpunkt<br />

hatte dabei die Ausrichtung des Thüringer<br />

Wandertages durch den Ausrichter,<br />

den HKZV Ilfeld. Frau Dr. Sabine dankte<br />

nochmals allen Beteiligten, Helfern, Unterstützern<br />

und Sponsoren, die für einen<br />

reibungslosen Ablauf zum Thüringer Wandertag<br />

gesorgt haben.<br />

Die Vereinsvorsitzenden berichteten aus<br />

ihren Zweigvereinen. Dabei wurde über<br />

den aktuellen Stand im HKZV berichtet<br />

und auch die zukünftige Entwicklung vorgestellt.<br />

Sorgen bereitet unseren HKZV die Gewinnung<br />

von neuen Mitgliedern. Auch wurden<br />

Fragen gestellt und Probleme in gemeinsamer<br />

Runde beraten und diskutiert.<br />

Jeder HKZV gab seine geplanten Termine<br />

für 20<strong>24</strong> bekannt. Besprochen wurde, aus<br />

der Vielfalt der Termine einen gemeinsamen<br />

Terminkalender zusammenzutragen<br />

und diesen auch zu veröffentlichen.<br />

Dirk Erfurt, der stellv. Präsident des<br />

Hauptharzklub e.V. überbrachte die Grüße<br />

des Präsidenten, Prof. Dr. Junk und<br />

des Vorstandes.<br />

Auch er stellte die Termine des Hauptvereins<br />

im Jahr 20<strong>24</strong> vor. Schwerpunkte<br />

sind der <strong>Harz</strong>er Heimattag am 18.8.<strong>24</strong>,<br />

die Sternwanderung am 1.9.20<strong>24</strong> und<br />

die Auslobung des <strong>Harz</strong>er Naturschutzpreises<br />

mit dem Motto „Naturschutztag<br />

20<strong>24</strong> – <strong>Harz</strong>klub Jugend aktiv“.<br />

Die Termine werden alle frühzeitig veröffentlicht.<br />

Zur Jahreshauptversammlung am<br />

13.4.<strong>24</strong> in Clausthal-Zellerfeld sind alle<br />

HKZV herzlich eingeladen.<br />

Zwei weitere Informationen konnte Dirk<br />

Erfurt noch den Mitgliedern vorstellen.<br />

Das harzklubeigene Jugend- und Wanderheim<br />

in Wildemann ist personell und<br />

baulich neu aufgestellt und steht gern<br />

Wanderfreunden und Wandergruppen als<br />

Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung.<br />

Anfragen gern unter: https://www.gruppenhaus.de/jugend-und-wanderheimwildemann-harzklub-e.v.-wildemannhs6397.html<br />

Weiterhin besteht für alle<br />

Mitglieder die in den <strong>Harz</strong>klubzweigvereinen<br />

tätig sind<br />

ein umfangreicher Versicherungsschutz.<br />

Dazu gehört eine<br />

Haftpflichtversicherung, Gruppenunfallversicherung,<br />

selbst<br />

für die Schutzhütten und ggf.<br />

Musikinstrumente besteht Versicherungsschutz.<br />

So sind die<br />

Mitglieder bei der Ausübung ihrer<br />

satzungsgemäßen Aufgaben<br />

stets versichert.<br />

Frau Dr. Mehne betonte die sehr<br />

gute Zusammenarbeit mit den<br />

Partnern in der Naturparkverwaltung<br />

und dem Landratsamt.<br />

<strong>Der</strong>zeit sind in den HKZV des<br />

gesamten <strong>Harz</strong>es die Jahreshauptversammlungen<br />

in Planung<br />

und Durchführung. Diese<br />

Mitgliederversammlungen sind ein gutes<br />

Beispiel sich über die Arbeit des <strong>Harz</strong>klubs<br />

und seinen satzungsgemäßen Aufgaben zu<br />

informieren. Interessierte und Gäste sind<br />

stets willkommen.<br />

Dirk Erfurt<br />

Wer sich für den <strong>Harz</strong>klub<br />

interessiert und gern Mitglied<br />

werden möchte, kann sich auch<br />

gern über die jeweiligen<br />

Internetseiten informieren.<br />

https://harzklub.de/<br />

<strong>03</strong> | 20<strong>24</strong> 5


HARZKLUB<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub hilft bei der Walderneuerung in Wolfshagen<br />

Freiwillige gesucht für Aufforstung eines<br />

klimastabilen Mischwaldes<br />

Die Wälder zwischen Wolfshagen und Lautenthal im Oberharz<br />

sollen vielfältiger und bunter werden. An diesem Ziel arbeiten<br />

die Niedersächsischen Landesforsten gemeinsam mit dem <strong>Harz</strong>klub.<br />

<strong>Der</strong> Verband unterstützt mit seiner Aktion „<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub<br />

hilft“ die Wiederbewaldung abgestorbener Fichtenwälder. Und<br />

er bietet Freiwilligen die Chance, im Landeswald neue Bäume<br />

zu pflanzen, um dem Klimawandel entgegenzuwirken.<br />

Wer selber zu Spaten und Pflanzhacke greifen möchte, kann das<br />

am Samstag, 23. März, tun. Betreut von <strong>Harz</strong>klub-Mitgliedern und<br />

Angehörigen der Landesforsten sollen Laubbäume in den steinigen<br />

Waldboden kommen, auf dem zuvor ein Fichtenwald gestanden<br />

hatte. Bei Familien mit kleinen Kindern, Studierenden, Berufstätigen<br />

oder Ruheständlern sind die jährlichen Pflanzaktionen beliebt.<br />

Mischwald als Farbtupfer an der K 35 nahe der Schäderbaude<br />

„Langfristig plane ich hier einen abwechslungsreichen Mischwald.<br />

Die Baumpflanzerinnen und -Pflanzer setzen rund 500 Bergulmen<br />

auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern. Die im <strong>Harz</strong> seltenen<br />

Bergulmen schützt ein Holzzaun vor Wildverbiss. Als echter Farbtupfer<br />

bereichern sie den Waldbestand an der Kreisstraße 35 nahe<br />

der Schäderbaude“, beschreibt Förster Julian Syldatk die Pflanzfläche<br />

zwischen Wolfshagen und Lautenthal. Unterstützung erhält<br />

der Leiter der Revierförsterei Riesberg von Klaus Wippermann<br />

und dem <strong>Harz</strong>klub-Zweigverein Wolfshagen, die gemeinsam die<br />

Aktion organisieren und den Einsatz in der Fläche koordinieren.<br />

<strong>Der</strong> pensionierte Förster Wippermann aus Goslar-Hahndorf ist<br />

stellvertretender Hauptnaturschutzwart im <strong>Harz</strong>klub. <strong>Der</strong> weit über<br />

den <strong>Harz</strong> hinaus verzweigte Verband erhält die Wanderinfrastruktur<br />

des Mittelgebirges, pflegt das <strong>Harz</strong>er Brauchtum und engagiert sich<br />

als mitgliedstarker Naturschutz-Akteur in der Region.<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub hilft – Initiative mit positiver Resonanz<br />

„Neue Wälder zu begründen und damit einen Beitrag zum Klimaschutz<br />

zu leisten ist erstmal schwere körperliche Handarbeit“,<br />

weiß Klaus Wippermann. Als Naturschutzwart hat er schon diverse<br />

Pflanzaktionen begleitet und setzt sich ein für die Initiative „<strong>Der</strong><br />

<strong>Harz</strong>klub hilft“.<br />

Hintergrund der Hilfsaktion ist die angespannte Lage in den <strong>Harz</strong>er<br />

Wäldern. Nach wiederholten Sturmschäden und mehrjährigen<br />

Dürresommern sind große Teile der Fichtenwälder von einer<br />

Borkenkäferplage<br />

heimgesucht. Die<br />

Folgen sind allerorts<br />

sichtbar: abgestorbene<br />

Wälder mit<br />

vertrockneten Bäumen<br />

rücken immer<br />

dichter an die Ortschaften<br />

und Städte<br />

heran. <strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub<br />

ruft deshalb seine<br />

Zweigvereine, Mitglieder,<br />

Freiwillige<br />

und die Bevölkerung<br />

auf, bei der<br />

Wiederbewaldung<br />

Familie Baum aus Peine pflanzt einen Bergahorn.<br />

Davor rechts haben sie eine seltene<br />

Elsbeere gesetzt. Bei der Pflanzaktion nahe<br />

Bad <strong>Harz</strong>burg im Herbst 2021 waren zahlreiche<br />

Freiwillige dem <strong>Harz</strong>klub-Aufruf gefolgt.<br />

zu helfen. Neben aktiver Unterstützung als Baumpflanzerinnen<br />

und Baumpflanzer erhält der Verein auch Hilfe aus der Region. Ein<br />

Grund mehr für die <strong>Harz</strong>er Heimat mal wieder die <strong>Harz</strong>er Pflanzhacke<br />

zu schwingen, meinen Klaus Wipperman und Julian Sydatk<br />

und hoffen auf rege Beteiligung am vorletzten Samstag im März.<br />

Treffpunkt: Samstag, 23.3.20<strong>24</strong>, Schäderbaude (Wanderheim<br />

des <strong>Harz</strong>klub-Zweigvereins Wolfshagen) Parkplatz an der K35<br />

(Verbindung zwischen Wolfshagen und Lautenthal) Koordinaten:<br />

51.89833 – 10.30674; UTM: 32 U 589907 – 5750532<br />

9.30 Uhr am Treffpunkt – Pflanzen bis 12.30 Uhr<br />

Im Anschluss an die Aktion ist in der Schäderbaude eine kleine<br />

Mahlzeit möglich. Pflanzgeräte und Pflanzenmaterial stehen vor<br />

Ort bereit. Wer hat sollte geeignete Pflanzgeräte wie Spaten oder<br />

Pflanzhauen mitbringen. Festes Schuhwerk, wetterfeste Kleidung,<br />

die auch schmutzig werden darf, und Arbeitshandschuhe sind<br />

empfehlenswert. Bei extrem widrigem Wetter wird der Termin<br />

verschoben.<br />

Aktuelles zum Thema Pflanzaktionen gibt es auf:<br />

https://harzklub.de/harzklub-hilft/<br />

Anmeldung erforderlich! <strong>Harz</strong>klub e.V. Geschäftsstelle<br />

Am Alten Bahnhof 5a, 38678 Clausthal-Zellerfeld<br />

Telefon (05323) 81758, E-Mail: info@harzklub.de<br />

Pressemitteilung<br />

<strong>Harz</strong>klub: Kein Platz für Rechtsextreme<br />

Einstimmig hat sich der <strong>Harz</strong>klub-Gesamtverband<br />

im Rahmen seiner erweiterten<br />

Vorstandssitzung am 27.02.20<strong>24</strong> in Altenau<br />

gegen eine Zusammenarbeit mit dem<br />

Zweigverein Zorge ausgesprochen. Eine<br />

Kooperation bleibt bis zur Aufklärung der<br />

Rolle des dortigen stellv. Vorsitzenden Philipp<br />

Göthel ausgesetzt.<br />

Philipp Göthel hatte sich jüngst der Aufforderung<br />

des Hauptvorstandes entzogen,<br />

sich deutlich und schriftlich von seiner<br />

rechtsextremen Vergangenheit und aktuellen<br />

Verstrickungen in die rechtsextreme<br />

Szene zu distanzieren.<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub mit beinahe 12.000 Mitgliedern<br />

in 80 Zweigvereinen sieht sich auch<br />

weiterhin als engagierter Träger von ehrenamtlichen<br />

und zivilgesellschaftlichen<br />

Strukturen im <strong>Harz</strong> und bleibt ebenso<br />

deutlich wie einstimmig bei der Position,<br />

dass es im <strong>Harz</strong>klub keinen Platz für<br />

rechtsextremistische Bestrebungen und<br />

Unterwanderungen geben darf.<br />

6 <strong>03</strong> | 20<strong>24</strong>


HARZKLUB<br />

… geht nicht ohne Wanderführerinnen und Wanderführer!<br />

Start eines neuen Lehrgangs –<br />

Machen Sie mit!<br />

Im Mai 2023 konnten 13 neue Wanderführerinnen<br />

und Wanderführer mit Freude<br />

ihre Zertifizierung entgegennehmen und<br />

sind seither im <strong>Harz</strong> aktiv unterwegs.<br />

Noch heute wird über den letzten Lehrgang<br />

erzählt, viel Neues gab es zu lernen<br />

und der Spaß kam nicht zu kurz.<br />

Mit Ende der Ausbildung wurde bereits<br />

der nächste Lehrgang durchgeplant, der<br />

eigentlich im Oktober 2023 hätte starten<br />

sollen. Leider musste dieser auf das Jahr<br />

20<strong>24</strong> verschoben werden.<br />

Vor diesem Hintergrund möchten wir an<br />

dieser Stelle auf unseren neuen Wanderführer-Lehrgang<br />

hinweisen. Dieser findet<br />

wieder, wie üblich, an vier Wochenenden in<br />

der Jugendherberge Wernigerode statt. Einzelzimmer<br />

sind bereits im Vorfeld reserviert!<br />

Wir starten wie folgt:<br />

Modul I 19. - 21.04.20<strong>24</strong><br />

Modul II <strong>24</strong>. - 26.05.20<strong>24</strong><br />

Modul III 18. - 20.10.20<strong>24</strong><br />

Modul IV 01. - <strong>03</strong>.11.20<strong>24</strong>.<br />

Beginn ist jeweils freitags, um 14 Uhr<br />

in der Jugendherberge, Ende jeweils<br />

sonntags gegen 17 Uhr.<br />

Wanderverband testiert wird. Auch einige<br />

praktische Aufgaben müssen gemeistert<br />

werden.<br />

Ein besonderes Highlight ist die Ausfertigung<br />

einer Tageswanderung zwischen dem<br />

II und dem III. Modul, das Gesellenstück jeder<br />

Wanderführerin, jedes Wanderführers.<br />

Voller Stolz wurden diese Arbeiten in den<br />

letzten Jahren präsentiert!<br />

Die gesamte Ausbildung findet analog den<br />

Richtlinien des Deutschen Wanderverbands<br />

statt. Nach Absolvierung der Module und<br />

Bestehen der Tests erfolgt am <strong>03</strong>.11.20<strong>24</strong><br />

die feierliche Übergabe der Zertifikate.<br />

Diese sind auf 5 Jahre befristet, können<br />

aber durch drei Fortbildungen innerhalb<br />

der 5 Jahre verlängert werden. Die entsprechenden<br />

Fortbildungen werden ebenfalls<br />

seitens der Hauptwanderwarte angeboten.<br />

Voraussetzung für die Teilnahme am Lehrgang<br />

ist die Mitgliedschaft in einem Verein,<br />

der dem Deutschen Wanderverband angehört,<br />

wie z.B. die <strong>Harz</strong>klub- Zweigvereine.<br />

Darüber hinaus ist die Absolvierung eines<br />

Erste-Hilfe-Lehrgangs Pflicht, dieser darf<br />

nicht länger als 3 Jahre zurückliegen.<br />

Weitere Regularien sind der Internetseite<br />

des Hauptvereins zu<br />

entnehmen. Fragen zum Thema<br />

nimmt gerne Dr. Michaela Hellwig,<br />

mail: hellwig.michaela@t-online.de;<br />

Tel. 0172 2766154, entgegen.<br />

Wir bitten um zeitnahe Anmeldung<br />

direkt über die jeweiligen Zweigvereine<br />

an Frau Dr. Michaela Hellwig<br />

(siehe oben).<br />

Glück auf!<br />

Dr. Michaela Hellwig<br />

Stellvertr. Hauptwanderwartin<br />

In 80 Stunden, die sich in Theorie und Praxis<br />

aufteilen, werden Kenntnisse in Kartenkunde,<br />

Wegstreckenberechnung, Berechnungen<br />

zum Höhenprofil, Wetterkunde, Recht<br />

und Versicherung, Ökologie, Tourismus,<br />

Kommunikation, Baudenkmäler und Baustile,<br />

Geschichte, Brauchtum, Lebensräume<br />

und Biotope, Natur- und Artenschutz sowie<br />

zur Erlebnispädagogik und der Geologie<br />

vermittelt. Mit praktischen Übungen und<br />

Wanderungen werden die theoretischen<br />

Kenntnisse vertieft. Nach den langen Unterrichtstagen<br />

werden Erfahrungen abends<br />

gemeinsam in der Jugendherberge ausgetauscht<br />

und Netzwerke geknüpft.<br />

Jedes Modul endet mit einem kleinen<br />

schriftlichen Test am Sonntag, so dass die<br />

Kenntnisvermittlung für den Deutschen<br />

<strong>03</strong> | 20<strong>24</strong> 7


HARZ AKTUELL<br />

Alle Waldnutzer können etwas gegen die Ausbreitung der Salamanderpest tun!<br />

Neue Bedrohung für Salamander und Molche<br />

Wer kennt sie nicht – die <strong>Harz</strong>er Feuersalamander,<br />

die zahlreiche Wanderer und<br />

Naturfreunde bei feuchten Wetterlagen<br />

und Regen an und auf den Wanderwegen<br />

sehen. Doch ihnen droht Gefahr, und das<br />

ist im <strong>Harz</strong> kaum bekannt.<br />

<strong>Der</strong> hoch infektiöse, parasitische und bis<br />

vor kurzem unbekannte Hautpilz Batrachochytrium<br />

salamandrivorans (Bsal)<br />

wurde in Europa erstmals 2008 in den<br />

Niederlanden nachgewiesen. Dieser Pilz,<br />

der nach seinem Wirtstier benannt ist, dem<br />

Feuersalamander (Salamandra salamandra),<br />

verursachte bisher Massensterben bei<br />

Feuersalamandern in den Niederlanden,<br />

Belgien und Deutschland. Betroffen in<br />

Deutschland sind bisher Rheinland-Pfalz,<br />

Nordrhein-Westfalen und aktuell Teile von<br />

Hessen (Landkreise Waldeck-Frankenberg,<br />

Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill) an der<br />

Grenze zu NRW.<br />

Feuersalamander mit Symptomen (Foto: Jonas Virgo,<br />

Ruhr-Universität Bochum/NABU Bochum)<br />

Im Zuge der Globalisierung wurde der Pilz<br />

vermutlich aus Asien eingeschleppt. Er ist<br />

für den Menschen ungefährlich, doch auch<br />

einheimische Molche können an Bsal erkranken,<br />

überleben dies aber teilweise,<br />

je nach Art und Stärke der Infektion. Sie<br />

können den Erreger damit aber weiter verteilen,<br />

auch außerhalb der Areale des Feuersalamanders.<br />

Ähnliches gilt für Frösche,<br />

wobei diese scheinbar nicht erkranken,<br />

aber als Überträger dienen.<br />

<strong>Der</strong> Erreger kann in feuchtem Erdsubstrat<br />

und anderen Materialien sowie im Wasser<br />

überdauern und auf diese Weise sehr einfach<br />

verschleppt werden. Nicht nur von<br />

Tieren aller Art, sondern der<br />

Mensch ist die häufigste<br />

Übertragungs- und Verbreitungsquelle<br />

für den Erreger!<br />

Krankheiten und Tod sind Teil<br />

des Lebens. Allerdings stellt<br />

dieser hoch infektiöse Krankheitserreger<br />

eine existenzielle<br />

Bedrohung für einen Großteil<br />

der einheimischen Amphibienfauna<br />

dar – wodurch in<br />

Belgien, den Niederlanden<br />

und der Südeifel bereits ganze<br />

Populationen ausgerottet<br />

wurden.<br />

Bis heute gibt es leider keine realistisch<br />

umsetzbaren Maßnahmen wie z.B. Impfungen,<br />

um die Ausbreitung der Infektion<br />

einzudämmen. Bekannt ist lediglich, dass<br />

der Pilz bei dauerhaften Temperaturen über<br />

25 °C nicht überlebt. Unter 5 °C, also z.B. in<br />

kalten Gewässern, wird die Infektion<br />

lediglich verlangsamt.<br />

Symptome<br />

<strong>Der</strong> Pilz verursacht oberflächliche<br />

Aushöhlungen (Löcher) und Geschwüre<br />

in der Haut von Feuersalamandern<br />

und Molchen. Bis dato<br />

konnte der Pilz bei Larven nicht<br />

nachgewiesen werden. Die Tiere<br />

leiden an Muskelkrämpfen, hören<br />

auf zu fressen und sterben kurze<br />

Zeit später. Inzwischen ist bekannt,<br />

dass Bsal aber auch Todesfälle ohne<br />

äußerlich sichtbare Anzeichen verursachen<br />

kann. Die Mortalitätsrate<br />

liegt bei Feuersalamandern bei<br />

annähernd 100 %, andere einheimische<br />

Arten wie z.B. der Bergmolch sind offenbar<br />

weniger empfindlich und können damit als<br />

Überträger fungieren.<br />

Was wir alle dagegen tun können und<br />

sollten<br />

• Bitte berühren Sie keine Amphibien. Dies<br />

gilt insbesondere für Feuersalamander<br />

und Molche. Die Tiere wandern im Frühjahr<br />

und im Herbst zu ihren Laichgewässern,<br />

um sich zu paaren und ihre Eier oder<br />

Larven abzusetzen. Dabei dürfen sie nicht<br />

gestört werden!<br />

• Bitte betreten Sie keine Land- und Wasserlebensräume<br />

von Amphibien – bleiben<br />

Gesunder Feuersalamander (Foto: Stefan Meyer)<br />

Sie daher bitte auf den vorgegebenen<br />

Wegen.<br />

• Bitte führen Sie insbesondere in Waldlandschaften<br />

Ihren Hund an der Leine.<br />

Bäche, Uferbereiche, Teiche, Tümpel und<br />

wassergefüllte Wagenspuren im Wald<br />

sollten nicht betreten werden.<br />

Wenn Sie trotzdem Kontakt mit Amphibien<br />

oder deren Lebensräumen hatten<br />

• Befreien Sie Ihr Schuhwerk vor Ort gründlich<br />

von Erde, halten Sie dabei ausreichend<br />

Abstand zu Gewässern.<br />

• Anschließend sollten Sie Ihr Schuhwerk<br />

desinfizieren. Geeignet hierfür ist<br />

70-prozentiger Alkohol (z.B. verdünnter<br />

Brennspiritus, Verhältnis ca. 3 Teile<br />

Wasser auf 7 Teile Spiritus) oder eine<br />

1-prozentige Virkon-S-Lösung. Das Desinfektionsmittel<br />

bzw. die alkoholische<br />

Lösung füllt man in eine handelsübliche<br />

Sprühflasche und besprüht damit<br />

Schuhsohlen und -schäfte. Das Desinfektionsmittel<br />

muss mindestens zwei<br />

Minuten lang einwirken.<br />

Zahlreiche weitere Informationen und<br />

auch weiterführende Links finden<br />

sich im Internet unter dem Suchwort<br />

„Salamanderpest“ sehr leicht unter<br />

https://de.wikipedia.org/wiki/Batrachochytrium_salamandrivorans<br />

Dort auch weitere instruktive Fotos zur<br />

Krankheit.<br />

Herzlichen Dank für Ihre Mithilfe!<br />

Siegfried Wielert, Goslar<br />

8 <strong>03</strong> | 20<strong>24</strong>


HARZ AKTUELL<br />

<strong>Harz</strong>klub-Zweigverein Bad <strong>Harz</strong>burg<br />

Frischer Wind im neuen Jahr<br />

Vergangenen Herbst hat sich der Vorstand<br />

des <strong>Harz</strong>klub-Zweigvereins Bad<br />

<strong>Harz</strong>burg neu aufgestellt. Wie berichtet<br />

folgte Uwe Siebels als Vorsitzender auf<br />

Alfred Heineke, Ines Hohlbein ist seine<br />

Stellvertreterin. Darüber hinaus gehören<br />

dem Vorstand Harald und Kathrin<br />

Germer an.<br />

Nun hat die Vereinsführung ihre erste große<br />

Veranstaltung vor der Nase: das Maisingen<br />

am Sonntag, 5. Mai. Beginn ist gegen 11<br />

Uhr. Dabei möchten die Organisatoren<br />

zwar Traditionen bewahren, gleichzeitig<br />

aber auch frischen Wind reinbringen, sagt<br />

2. Vorsitzende Ines Hohlbein. Wobei die<br />

Zukunft der Veranstaltung ungewiss ist.<br />

Gewohnter Weise findet das Maisingen jeweils<br />

am ersten Sonntag im Mai statt. Auch<br />

diesmal soll das wieder auf der Wiese vor<br />

dem Molkenhaus passieren. Die JJ Gastro<br />

und Event UG – sie betreibt die Ausflugsgaststätte<br />

– wird für das leibliche Wohl sorgen.<br />

Außerdem soll es ein Busshuttle geben, das<br />

Gäste mit hinauf zum Molkenhaus nimmt.<br />

Und es werden auch wieder die gewohnten<br />

Gesichter sein, die durch das Programm<br />

führen: Edda Schaper moderiert, die Hexe<br />

Tula – dahinter steckt Ines Hohlbein – wird<br />

die Besucher bespaßen und animieren.<br />

Familien ansprechen<br />

Das vorläufige Programm indes sieht da<br />

schon etwas anders aus, als in den Vorjahren.<br />

Zwar werden auch wieder Brauchtumsgruppen<br />

der <strong>Harz</strong>klubs-Zweigvereine und<br />

diesmal auch die Peitschenknaller zugegen<br />

sein – die Kultur soll wie gesagt bewahrt<br />

und erlebbar gemacht werden, das ist ja<br />

auch der Sinn des Maisingens. Diesmal soll<br />

nach Möglichkeit aber auch ein Kinderchor<br />

auftreten. Und es kommt erneut das Duo<br />

„90 Grad“ aus Braunlage, die modernere<br />

Musik machen werden. Dieses stand bereits<br />

im vergangenen Jahr beim Maisingen auf<br />

der Bühne.<br />

Abseits der Bühne möchte der <strong>Harz</strong>klub<br />

Bad <strong>Harz</strong>burg wieder einen Stand aufstellen,<br />

an dem es Plaketten zum Sammeln<br />

gibt. Und die Möglichkeit, eigene Ideen<br />

und Wünsche zu äußern, welche Angebote<br />

der <strong>Harz</strong>klub künftig in sein Portfolio<br />

aufnehmen könnte. Darüber hinaus sollen<br />

die einzelnen bislang bereits bestehenden<br />

Sparten des Vereins vorgestellt werden.<br />

Nach dem Wechsel im Vorstand sind da<br />

neue hinzugekommen: Familienwanderungen<br />

etwa. Sie sind für die Termine 27. April,<br />

29. Juni, 28. September und 19. Oktober<br />

geplant. Start ist jeweils um 10 Uhr an unterschiedlichen,<br />

kurzfristig festgelegten<br />

Treffpunkten.<br />

Nicht brandneu aber erst seit einem Jahr im<br />

Angebot hat der <strong>Harz</strong>klub Pedelec-Touren.<br />

Und dann gibt es da noch die regelmäßig<br />

wiederkehrenden Sonntags- und Afterwork-Wanderungen<br />

sowie die Patchwork-<br />

Gruppe. Das Heimatmuseum Remise wie<br />

auch die Dienstagsgruppe (geschlossene<br />

Seniorengruppe) sollen beim Maisingen<br />

ebenfalls erwähnt werden. Und dann ist<br />

da noch ein Angebot, das es längere Zeit<br />

nicht mehr gab, was nicht über den <strong>Harz</strong>klub,<br />

sondern die Kur-, Tourismus- und<br />

Wirtschaftsbetriebe läuft, aber von Ines<br />

Hohlbein betreut wird: Gesundheitswandern.<br />

Auch dieses soll an mehreren Tagen<br />

angeboten werden.<br />

Unterstützung erhofft<br />

Aufs Maisingen blickt der neue <strong>Harz</strong>klub-<br />

Vorstand allerdings auch mit Sorge: Im vergangenen<br />

Jahr waren bereits deutlich weniger<br />

Besucher gekommen als sonst. Hinzu<br />

kämen die allgemein gestiegenen Kosten,<br />

die auch die Organisation der Veranstaltung<br />

träfen, berichtet Hohlbein. Keineswegs sicher<br />

aber eben auch nicht ausgeschlossen<br />

ist es deshalb, dass Bad <strong>Harz</strong>burg in diesem<br />

Jahr sein letztes Maisingen erleben wird.<br />

Um zumindest ausreichend finanzielle Mittel<br />

zu haben, damit die Traditionsveranstaltung<br />

am Leben gehalten werden kann,<br />

denkt der <strong>Harz</strong>klub darüber nach, zweckgebundene<br />

Spenden zu sammeln. Möglich<br />

sein soll das über die neue Internetseite des<br />

Vereins, die sich aktuell allerdings noch im<br />

Umbau befindet.<br />

Maisingen. Oben: <strong>Der</strong> Vorstand des Zweigvereins Bad <strong>Harz</strong>burg.<br />

Text und Fotos: Christoph Exner<br />

<strong>03</strong> | 20<strong>24</strong><br />

9


HARZER SCHMALSPURBAHNEN<br />

Offizielle Eröffnung beider Strecken am 27. März 1899<br />

„125 Jahre <strong>Harz</strong>quer- und Brockenbahn“<br />

In diesem Jahr würdigt die HSB das<br />

historische Jubiläum „125 Jahre <strong>Harz</strong>quer-<br />

und Brockenbahn“ am 27. März<br />

mit zwei Sonderzügen. Dabei startet<br />

jeweils ein Sonderzug in Nordhausen<br />

und in Wernigerode. Ab Drei Annen<br />

Hohne fahren beide Züge vereint auf<br />

den höchsten <strong>Harz</strong>gipfel.<br />

Dabei wurde insgesamt dem Schmalspurverkehr<br />

der Vorzug gegeben, insbesondere<br />

da er aufgrund der schwierigen Geländeverhältnisse<br />

die kostengünstigere und<br />

einfacher realisierbare Variante darstellte.<br />

Die Erwartungen, die man mit dem Bahnbau<br />

verknüpfte, sollten sich bald erfüllen:<br />

Von Beginn an wirkten sich die Schmalspurbahnen<br />

positiv auf den Tourismus im<br />

<strong>Harz</strong> sowie auf Handel und Wirtschaft aus.<br />

die damalige sowjetische Militäradministration<br />

enteignet und an die Deutsche<br />

Reichsbahn übergeben. Aufgrund der<br />

politischen Entwicklung wurde der Personenverkehr<br />

auf der Brockenbahn zwischen<br />

Schierke und dem Brocken im August<br />

1961 unterbrochen. Jahrzehnte blieb<br />

der sagenumwobene Brockengipfel aufgrund<br />

dieser innerdeutschen<br />

Grenzziehung unerreichbar.<br />

Mit dem Fall der „Mauer“<br />

im Herbst 1989 war auch<br />

die Brockenkuppe ab dem<br />

3. Dezember 1989 wieder frei<br />

zugänglich. Am 13. März 1991<br />

wurde eine kommunale Gründungsgesellschaft<br />

zum Erhalt<br />

des <strong>Harz</strong>er Schmalspurnetzes<br />

gegründet, Gesellschafter<br />

sind die damaligen Landkreise<br />

Nordhausen, Quedlinburg<br />

und Wernigerode sowie die an<br />

der Strecke liegenden Kommunen<br />

und die Kurbetriebsgesellschaft<br />

Braunlage. Sitz der<br />

Gesellschaft ist Wernigerode.<br />

Erstes Ziel der neuen Gesellschaft<br />

war die schnellstmögliche<br />

Wiederaufnahme des<br />

Zugverkehrs auf der Brockenstrecke.<br />

Hunderte Schaulustige verfolgten die beiden Eröffnungszüge am 15. September 1991, als die Brockenbahn<br />

endlich wieder fahren konnte. (Foto HSB/Volker Schadach)<br />

Die Schmalspurbahnen im <strong>Harz</strong> blicken<br />

auf eine lange und interessante<br />

Geschichte zurück. Sie wurden Ende<br />

des 19. Jahrhunderts angelegt, um den<br />

Anschluss des <strong>Harz</strong>es mit seinen Bodenschätzen,<br />

den Holzvorkommen und<br />

der Kleinindustrie an das wirtschaftlich<br />

aufstrebende Deutschland herzustellen<br />

und den beginnenden Fremdenverkehr<br />

zu fördern. Ursprünglich waren es drei<br />

Gesellschaften, die den <strong>Harz</strong> auf schmaler<br />

Spur erschlossen: 1886 wurde die Gernrode-<strong>Harz</strong>geroder-Eisenbahn<br />

AG (GHE)<br />

gegründet, 1896 folgte die Nordhausen-<br />

Wernigeroder-Eisenbahn AG (NWE) und<br />

als letzte1897 die Südharzeisenbahn AG<br />

von Walkenried nach Braunlage.<br />

Nachdem die erste Schmalspurbahn<br />

im <strong>Harz</strong> 1887 auf dem ersten Streckenabschnitt<br />

der Selketalbahn zwischen<br />

Gernrode und Mägdesprung fahren<br />

konnte, war es auf der <strong>Harz</strong>quer- und<br />

Brockenbahn am 27. März 1899 soweit<br />

– nach zahlreichen Teilstreckeneröffnungen<br />

konnte hier auch der letzte Abschnitt<br />

Schierke – Brocken fertiggestellt<br />

werden. Ein dampfbespannter Sonderzug<br />

fuhr an diesem Tag ab Nordhausen mit<br />

Ehrengästen und unter dem Jubel zahlreicher<br />

an der Strecke wartenden Gästen<br />

erstmals offiziell nach Drei Annen Hohne<br />

und dann auf den höchsten <strong>Harz</strong>gipfel.<br />

Die Südharzeisenbahn wurde durch die<br />

deutsche Teilung getrennt und stellte ihren<br />

Restbetreib 1963 ein. 1949 wurden<br />

die Schmalspurbahnen im <strong>Harz</strong> durch<br />

Am 15. September 1991 fuhren<br />

dann zwei geschmückte<br />

Sonderzüge unter dem Jubel<br />

tausender Menschen nach über 30jähriger<br />

Unterbrechung wieder in den Bahnhof<br />

Brocken ein. Seit dem 1. Februar 1993<br />

verkehren die historischen Dampfzüge<br />

auf der <strong>Harz</strong>quer-, Selketal- und Brockenbahn<br />

unter der Zuständigkeit der <strong>Harz</strong>er<br />

Schmalspurbahnen GmbH (HSB), die am<br />

19. November 1991 gegründet wurde.<br />

Für die beiden Sonderzüge am 27. März<br />

20<strong>24</strong> sind Restkarten noch über die Website<br />

der HSB erhältlich.<br />

Weitere Informationen rund um<br />

die <strong>Harz</strong>er Schmalspurbahnen<br />

gibt es im Internet auf der<br />

Homepage der HSB unter<br />

www.hsb-wr.de.<br />

10<br />

<strong>03</strong> | 20<strong>24</strong>


NATIONALPARK HARZ<br />

Internationale Fotoausstellung gastiert seit 3. Februar<br />

im Nationalparkhaus Ilsetal in Ilsenburg<br />

„Glanzlichter der Naturfotografie 2022“ zeigen<br />

den Reichtum und die Formenvielfalt der Natur<br />

Herausragende Aufnahmen von wilden<br />

Tieren und Pflanzen, ihren Lebensräumen<br />

sowie von den fantastischen Formen<br />

und Farben der Natur – das bietet die<br />

Wanderausstellung „Glanzlichter der Naturfotografie“<br />

den Besucher*innen des<br />

Nationalparkhauses Ilsetal in Ilsenburg.<br />

Die Fotoausstellung zeigt die Siegerbilder<br />

des Jahres 2022 aus dem gleichnamigen<br />

internationalen Fotowettbewerb<br />

und ist bis zum 26. Mai zu den Öffnungszeiten<br />

des Nationalparkhauses (Di - So<br />

von 8.30 - 16.30 Uhr; montags nur an<br />

Feiertagen) geöffnet. <strong>Der</strong> Eintritt ist<br />

kostenfrei.<br />

Die Ausstellung präsentiert den Reichtum<br />

und die Formenvielfalt der Natur – Säugetiere,<br />

Vögel, Insekten, Blüten und Bäume,<br />

Feuer, Wasser und Eis – und wie es den<br />

Fotograf*innen meisterlich gelingt, diese<br />

Eindrücke im Bild festzuhalten. Die Aufnahmen<br />

führen den Gästen im Nationalparkhaus<br />

gleichzeitig die Schönheit der<br />

Natur und ihrer Lebewesen sowie deren<br />

Verletzlichkeit und Schutzbedürftigkeit vor<br />

Augen. „Fotos können mehr“, sagt Bundesumweltministerin<br />

Steffi Lemke, Schirmherrin<br />

des Wettbewerbs: „Sie können Kleines<br />

groß und Übersehenes sichtbar machen.<br />

Sie können uns Welten eröffnen, die wir<br />

sonst nie entdeckt hätten.“<br />

„Selten hinterließ ein Landschaftsbild<br />

einen so emotionalen Eindruck“<br />

Das Spektrum reicht von hungrigen Eisbären<br />

an einem Walskelett über eine beinahe<br />

außerirdisch anmutende Wüstenpflanze in<br />

voller Blüte inmitten einer kargen Felsenlandschaft<br />

bis zu gewaltigen Eisbergen vor<br />

Grönland und magisch wirkenden Felsformationen<br />

auf den Lofoten, beleuchtet vom<br />

irisierenden Polarlicht. Mit dieser Aufnahme<br />

mit dem Titel „Das Auge“ gelang dem italienischen<br />

Fotografen Ivan Pedretti der Gesamtsieg<br />

im Wettbewerb. „Selten hinterließ<br />

ein Landschaftsbild einen so emotionalen<br />

und direkten Eindruck“, begründete die<br />

Jury ihr Urteil. „<strong>Der</strong> Augenblick, der vom Fotografen<br />

eingefangen wurde, ist einzigartig.<br />

Das Bild erzählt eine vielfältige Geschichte:<br />

einzelner Stein, Strand, Felsen, Nordlicht,<br />

Sterne und Wolken – alles ergibt ein unfassbar<br />

einzigartiges Ganzes, von dem der<br />

Betrachter des Bildes den Eindruck hat,<br />

mittendrin zu stehen.“ Pedretti selbst sagt:<br />

„Meine große Liebe gilt den arktischen Orten<br />

und ihren Landschaften. Sie inspirieren<br />

mich zu Ruhe und Frieden.“<br />

„Das Auge“ von Ivan Pedretti, Italien, Gesamtsieger<br />

des Wettbewerbs 2022. (Foto: Ivan<br />

Pedretti, © für dieses Foto bei projekt natur & fotografie,<br />

Mara K. Fuhrmann und dem Fotografen)<br />

Es ist eine schöne Tradition geworden, dass<br />

der Nationalpark <strong>Harz</strong> die preisgekrönten<br />

Fotografien der Internationalen Fürstenfelder<br />

Naturfototage zeigen kann. Das Projekt<br />

„natur & fotografie“ Monreal hat sich<br />

längst zum größten Naturfoto-Wettbewerb<br />

Deutschlands entwickelt. Unter dem Titel<br />

„Glanzlichter“ werden in jedem Jahr die<br />

Besten prämiert und in Wanderausstellungen<br />

gezeigt. An dem von Mara Fuhrmann<br />

und Udo Höcke im Jahr 1999 ins Leben gerufenen<br />

Wettbewerb hatten 2022 mehr als<br />

800 Fotografinnen und Fotografen aus 41<br />

Ländern mit insgesamt fast 16.000 Bilder<br />

teilgenommen.<br />

„Wüstenblüte“ von Marco Gaiotti, Italien, Sieger in der Kategorie The Beauty of Plants<br />

(Foto: Marco Gaiotti, © für dieses Foto bei projekt natur & fotografie, Mara K. Fuhrmann und dem Fotografen)<br />

Weitere Informationen zum Nationalparkhaus<br />

Ilsetal gibt es auf der Internetseite<br />

des Nationalparks <strong>Harz</strong> unter<br />

www.nationalpark-harz.de/de/<br />

besucherzentren/nlp-haus-ilsenburg/<br />

<strong>03</strong> | 20<strong>24</strong><br />

11


REGIONALVERBAND HARZ<br />

Fortsetzung Geopark aus Kinder-Sicht<br />

FünftklässlerInnen erzählen von ihren Erlebnissen bei einem<br />

Geopark-Ausflug zum Rabensteiner Stollen. Trotz launischem<br />

Novemberwetter blieben den Kindern viele spannende Eindrücke<br />

vom Vormittag unter Tage im Kopf.<br />

Im Rahmen der Förderung von Geoparks im Freistaat Thüringen<br />

lud das Geopark-Team die 5. Klassen der Staatlichen Regelschule<br />

Gotthold-Ephraim-Lessing zu einer Entdeckungstour im Rabensteiner<br />

Stollen bei Ilfeld ein (Artikel in <strong>Der</strong> <strong>Harz</strong> 12/2023). Einen<br />

Vormittag verbrachten die Kinder dort, lernten spielerisch viel<br />

über die Erdgeschichte, suchten Fossilien und fuhren in echter<br />

Bergmann-Manier in den Stollen ein.<br />

Nach einem lehrreichen und aufregenden Schultag der anderen<br />

Art, gab das Geopark-Team den Kindern eine kleine Hausaufgabe<br />

mit. Ihre Erlebnisse sollten sie Form eines Blogartikels festhalten<br />

und aus ihrer Sicht erzählen, wie sie den Tag wahrgenommen haben.<br />

Zusammengekommen sind kurze Berichte, die den Tag aus<br />

unterschiedlichen Perspektiven zeigen. Lesenswert für jeden, der<br />

bei dem Ausflug nicht dabei war und eine schöne Rückmeldung<br />

für das Geopark-Team, dass auch die Kinder gern an den Tag in<br />

und am Rabensteiner Stollen zurückdenken. Einige Ergebnisse<br />

möchten wir hier in unveränderter Form und anonymisiert teilen.<br />

Text: Esther Czymoch<br />

Blogartikel: Kinder der 5. Klassen der Staatlichen Regelschule Gotthold-<br />

Ephraim-Lessing<br />

Dieses Projekt wurde durch Mittel<br />

des Landes Thüringen gefördert.<br />

12 <strong>03</strong> | 20<strong>24</strong>


REGIONALVERBAND HARZ<br />

Frühblüher – Zauber des Waldes<br />

Besonders im Frühjahr zeigt sich der Wald<br />

von einer ganz besonderen Seite. Wenn<br />

nach der Schneeschmelze die Natur wieder<br />

erwacht, sprießt und blüht es überall.<br />

Einige Pflanzen nutzen die Chance<br />

auf Licht, bevor der Waldboden durch das<br />

Laub der Bäume beschattet wird.<br />

Sobald die ersten kräftigen Sonnenstrahlen<br />

auf den Waldboden gelangen, verwandelt<br />

sich die Krautschicht in ein Meer aus Farben.<br />

Zu den frühesten Vertretern der Frühblühergemeinschaft<br />

in Deutschland zählen das<br />

Schneeglöckchen und der Winterling, die<br />

bereits im Februar zu blühen beginnen. Kurz<br />

darauf folgen Krokusse, Narzissen, Zweiblättrige<br />

Blausterne, Buschwindröschen und<br />

viele weitere Vertreter.<br />

Durch ihr jahreszeitlich frühes Auftreten<br />

müssen die Frühblüher nicht selten Frost<br />

standhalten. Dabei hilft ihnen zum Beispiel<br />

ihre niedrige Wuchsform in Bodennähe oder<br />

die Einlagerung von Salzen als eine Art Frostschutzmittel.<br />

Eine weitere Besonderheit von<br />

Frühblühern ist ihr schnelles Wachstum. Zudem<br />

bilden sie kaum Blätter aus, sondern<br />

fokussieren sich meist auf die Blüte, um von<br />

Insekten bestäubt zu werden. Für einige Insekten<br />

sind sie sogar eine unverzichtbare<br />

erste Nahrungsquelle im Jahreszyklus. Hummelköniginnen<br />

suchen beispielsweise ab<br />

Märzenbecher<br />

etwa 2 °C nach Nahrung und auch Bienen<br />

benötigen für den Aufbau eines neuen Volkes<br />

ausreichend Pollen und Nektar.<br />

Tipp: Wer etwas gegen das Insektensterben<br />

unternehmen möchte, kann durch die<br />

Anpflanzung von Frühblühern im Garten<br />

oder auf dem Balkon eine wichtige Nahrungsquelle<br />

schaffen.<br />

Lust, mehr über Frühblüher zu erfahren?<br />

Zweiblättriger Blaustern<br />

Hier finden Sie passende Wanderrouten<br />

• Märzenbecher Wanderwege bei Ballenstedt<br />

• Adonisröschen am Kleinen Fallstein bei Hoppenstedt<br />

• Bärlauch im Schimmerwald (Nationalpark <strong>Harz</strong>)<br />

Wertstoffe wertschätzen<br />

Gelb, blau oder doch<br />

schwarz? Richtige Mülltrennung<br />

ist essentiell<br />

für das Recycling von<br />

Wertstoffen. <strong>Der</strong> Weltrecyclingtag<br />

am 18. März bietet Anlass,<br />

die unterschiedlichen Farben unserer Mülltonnen<br />

genauer unter die Lupe zu nehmen.<br />

Wortwörtlich bedeutet Recycling, dass etwas<br />

zurück in einen Kreislauf gebracht wird.<br />

Bekannt ist der Begriff aus der Abfallverwertung.<br />

Abfälle, die in unseren Haushalten<br />

anfallen sollen richtig voneinander getrennt<br />

entsorgt werden, damit sie zu neuen Stoffen<br />

verwertet werden können. Verpackungsmüll<br />

wie Joghurtbecher, Konservendosen und<br />

Milchkartons gehört dafür in die gelbe Wertstofftonne.<br />

Die Kunststoffe werden sortiert,<br />

gereinigt, eingeschmolzen und können zu<br />

neuen Verpackungen verarbeitet werden.<br />

Dann beginnt der Kreislauf von vorne. Auf<br />

diesem Weg werden Ressourcen gespart,<br />

da statt neuem Plastik aus Erdöl unser Müll<br />

zur Herstellung von Verpackungen genutzt<br />

werden kann. Jeder einzelne Mensch kann<br />

daher durch eine gewissenhafte Mülltrennung<br />

aktiv zu einer Rohstoffeinsparung beitragen.<br />

Viele Verpackungen lassen sich sogar<br />

noch weiter trennen. Banderolen aus Papier<br />

sollten entfernt und gesondert in der blauen<br />

Altpapiertonne gesammelt werden. Denn<br />

auch Papier lässt sich gut recyclen ohne,<br />

dass die Erzeugnisse an Qualität verlieren.<br />

Mit einem Blick auf die Verpackung lassen<br />

sich recycelte Produkte und Verpackungen<br />

gut erkennen.<br />

Nur was nicht mehr verwertet werden kann,<br />

z. B. Hygieneartikel, Staubsaugerbeutel und<br />

beschichtetes Papier gehört in die Restmülltonne.<br />

Vielerorts werden auch Bioabfälle mit<br />

dem Restmüll entsorgt statt in einer gesonderten<br />

Tonne um zu Biogas verarbeitet zu<br />

werden. Wer möchte kann auch selbst auf<br />

einem Komposthaufen im Garten oder in<br />

einer sogenannten Wurmkiste hochwertigen<br />

Dünger aus Bioabfällen erzeugen.<br />

Noch besser als Müll zu trennen ist natürlich<br />

so wenig Müll wie möglich zu erzeugen. Warum<br />

also nicht mal buntes Zeitungspapier<br />

oder alte Kalenderblätter statt Geschenkpapier<br />

zum Einpacken von Geschenken verwenden?<br />

In alten Schraubgläsern lassen sich z. B.<br />

Reis und Nudeln trocken lagern oder eigene<br />

Erzeugnisse auf Vorrat einkochen. Und statt<br />

auf Einmalgeschirr kann das Grillgut bei der<br />

nächsten Gartenparty im Brötchen serviert<br />

werden.<br />

Es gibt viele Möglichkeiten sein eigenes<br />

„Müll-Verhalten“ anzupassen. Nachhaltiger<br />

Konsum und nachhaltige Produktion gehören<br />

zu den 17 Nachhaltigkeitszielen (kurz<br />

SDG für Sustainable Development Goals). Die<br />

Weltgemeinschaft hat diese Ziele im Rahmen<br />

der sogenannten Agenda 2<strong>03</strong>0 festgelegt und<br />

will so langfristig unsere natürlichen Lebensgrundlagen<br />

erhalten sowie allen Menschen<br />

ein menschenwürdiges Leben ermöglichen.<br />

Weitere Informationen<br />

zu den SDGs gibt<br />

es hier:<br />

Text: Esther Czymoch<br />

<strong>03</strong> | 20<strong>24</strong><br />

13


HARZER TOURISMUSVERBAND<br />

Ein historischer Abriss –<br />

120 Jahre Tourismusmarketing für den <strong>Harz</strong><br />

<strong>Harz</strong>er Tourismusverband<br />

Vor 120 Jahren wurde der <strong>Harz</strong>er Tourismusverband unter dem<br />

Namen <strong>Harz</strong>er Verkehrsverband gegründet. Ausgangspunkt<br />

war der florierende Fremdenverkehr der Jahrhundertwende.<br />

Diesen begünstigte einerseits die schnelle Ausbreitung des<br />

Schienenverkehrs, andererseits aber auch die Erkenntnisse<br />

über die besondere Wirkung der verschiedenen Heilklimate.<br />

Nach der bahntechnischen Anbindung an die Quellmärkte der<br />

Großstädte konnte der <strong>Harz</strong> anfänglich nur partiell von der<br />

wachsenden Reiselust profitieren und litt unter der Konkurrenz<br />

anderer regionaler Erholungsgebiete, die mit Prospekten<br />

und Plakaten intensiv für sich warben.<br />

Die Gründung und die Anfangsjahre<br />

Auch dem Herzoglichen Badekommissar Ernst Dommes aus Bad<br />

<strong>Harz</strong>burg fiel auf seinen Reisen auf, dass der <strong>Harz</strong> aufgrund mangelnder<br />

„Propaganda“ bisher wenig bekannt war. So regte er im<br />

Dezember 19<strong>03</strong> in einem Schreiben an seine Amtskollegen ein<br />

Treffen an, in dessen Mittelpunkt die gemeinsame Vermarktung<br />

der Region stehen sollte. Er motivierte etwa 50 Vertreter der<br />

<strong>Harz</strong>orte am 5. Januar 1904 in Goslar zu einer ersten Vorbesprechung<br />

zusammenzukommen. Dommes‘ Vorschlag, einen Verein<br />

zur Durchführung allgemeiner Werbung ins Leben zu rufen, fand<br />

große Zustimmung. Zugleich wurde ein Arbeitsausschuss gebildet,<br />

der mit der Vorbereitung der Vereinsgründung und der Festlegung<br />

des Arbeitsfeldes beauftragt wurde.<br />

Wernigerode, Flughafen in den 20ern<br />

Dieser lud am 3. März 1904 zu einer beschlussfassenden Hauptversammlung<br />

nach Bad Lauterberg ein. Im Ergebnis wurde die<br />

Gründung des <strong>Harz</strong>er Verkehrsverbandes (HVV) besiegelt, als Sitz<br />

der Geschäftsstelle Bad <strong>Harz</strong>burg bestimmt und Badekommissar<br />

Dommes wurde einstimmig zum 1. Vorsitzenden gewählt. Mit<br />

sofortiger Wirkung erklärten 25 Orte ihren Beitritt.<br />

In den ersten Jahren nach der Gründung konzentrierte sich die<br />

Verbandsarbeit insbesondere auf die Herausgabe von Werbeschriften<br />

wie bspw. der „Reise durch den <strong>Harz</strong>“ oder dem „Blauen<br />

<strong>Harz</strong>führer“ sowie den Ausbau der Eisenbahn- und Busanbindung<br />

des <strong>Harz</strong>es. In den Kriegsjahren 1914-1918 wurde die Verbandsarbeit<br />

den Bedingungen angepasst. Unter dem Motto „Heilung und<br />

Erholung im <strong>Harz</strong>“ wurde die Werbetätigkeit fortgesetzt.<br />

Flugverbindungen in den <strong>Harz</strong><br />

Nach dem ersten Weltkrieg stieg das Fremdenverkehrsaufkommen<br />

wieder an. Ende der zwanziger Jahre verfügte der <strong>Harz</strong> sogar über<br />

regelmäßige Flugverbindungen. Das Kursbuch der Deutschen Lufthansa<br />

AG wies 1928 den so genannten „<strong>Harz</strong>-Ring“ aus. Täglicher<br />

Abflug war in Hannover um 15:35 Uhr. Mit Zwischenlandungen in<br />

Hildesheim, Goslar, Wernigerode und Quedlinburg erreichte man<br />

dann um 18:00 Uhr Halle.<br />

1929 feierte der HVV sein 25-jähriges Bestehen. Zu diesem Zeitpunkt<br />

zählte der Verband bereits 128 Mitglieder.<br />

Die 30er Jahre und der Zweite Weltkrieg<br />

Brief Badekommissar Dommes<br />

Seit Beginn der dreißiger Jahre wurde der Verband unter dem<br />

„Führerprinzip“ geleitet. Im Herbst 1933 rief der Ministerpräsident<br />

des Landes Braunschweig eine Mitgliederversammlung ein, in<br />

welcher er selbst den Vorsitz des Verbandes übernahm. Gleichzeitig<br />

wurde dieser in Landesfremdenverkehrsverband (LFV) umbe-<br />

14 <strong>03</strong> | 20<strong>24</strong>


HARZER TOURISMUSVERBAND<br />

1949 bis 1989<br />

Die Geschäftsstelle des HVV wurde 1949 von Braunlage nach Goslar<br />

verlegt und mit einem hauptamtlichen Geschäftsführer und<br />

weiterem Personal dem steigenden Arbeitsumfang angepasst. Um<br />

eine Erhöhung der Gästezahlen zu erreichen, arbeitete der HVV<br />

eng mit der regionalen und überregionalen Presse zusammen und<br />

verstärkte seine Kooperationen mit Verkehrsträgern, Reisebüros<br />

und Veranstaltern. Nach einigen Zwischenstationen zog die Verbandsgeschäftsstelle<br />

1966 in das ehemalige Bäckergildehaus, wo<br />

der Verband auch noch heute seinen Sitz hat.<br />

Alte <strong>Harz</strong> Reiseführer<br />

nannt. Dem LFV standen für seine umfangreichen Aufgaben wie<br />

dem Straßenausbau erhöhte Mittel zu Verfügung, die durch die<br />

Zwangsmitgliedschaften der Orte und die angewiesene Verpflichtung<br />

der Kommunen zur Förderung der Fremdenverkehrsvereine<br />

generiert wurden.<br />

In der Werbung konzentrierte man sich in der Vorkriegszeit stark<br />

auf das Außenmarketing. In der neuen Werbeschrift des Verbandes<br />

wurden erstmals nicht die einzelnen Orte, sondern vielmehr<br />

der <strong>Harz</strong> als Gesamtheit vorgestellt. Des Weiteren wurde der<br />

Wintersport-Wettermeldedienst in Zusammenarbeit mit der Wetterdienststelle<br />

Magdeburg sowie der regelmäßige Pressedienst<br />

eingeführt – Maßnahmen, die bis heute zum Portfolio des <strong>Harz</strong>er<br />

Tourismusverbandes gehören.<br />

Mit dem Zusammenbruch und der Kapitulation Deutschlands im<br />

Mai 1945 wurde die Arbeit des LFV zwangsläufig beendet. Nach<br />

intensiven Gesprächen in den Nachkriegsjahren kam es im Juli<br />

1946 zur Neugründung des HVV für den niedersächsischen Teil<br />

des <strong>Harz</strong>es und damit die Wiederbelebung des Fremdenverkehrs.<br />

Nach Entwicklung der ersten Werbekonzeption des HVV in den<br />

Siebzigern stellte das Marketing eine Kombination aus Werbung,<br />

Öffentlichkeitsarbeit, Verkaufsförderung und Preispolitik dar. In<br />

dieser Zeit entstand auch die <strong>Harz</strong>gastkarte, die bis heute den<br />

kurtaxzahlenden Übernachtungsgästen kostenlose oder preisermäßigte<br />

Leistungen bietet. Das erste regionale <strong>Harz</strong>-Logo – die<br />

symbolisierte Tanne – wurde 1968 entwickelt und zierte bis in die<br />

80er Jahre die Werbebroschüren des <strong>Harz</strong>es.<br />

Auf völlig neuen Marketingpfaden wandelte der HVV 1983, als der<br />

erste Fernsehspot des <strong>Harz</strong>es im Westdeutschen Rundfunk ausgestrahlt<br />

wurde. Im dem 20sekündigen Spot forderte die <strong>Harz</strong>hexe<br />

die Zuschauer auf, ihr zu schreiben. Die Fernsehwerbung wirkte<br />

noch lange nach und sorgte auch für Anfragen aus Belgien und<br />

den Niederlanden.<br />

In den vielen Jahren des wirtschaftlichen Aufschwungs war es<br />

vergleichsweise einfach, Zuwachsraten im Tourismus zu erzielen.<br />

Neue Ferienanlagen mit umfassenden Angebotsstrukturen, wie<br />

am Glockenberg in Altenau oder die Panoramic-Hotelanlagen in<br />

Hohegeiß und Bad Lauterberg, zogen ein neues, jüngeres Publikum<br />

in den <strong>Harz</strong>. In den 80er Jahren verebbte dieser Boom. <strong>Der</strong> Konkurrenzdruck<br />

stieg, die Gästezahlen entwickelten sich rückläufig.<br />

Teil 2 der Historie des <strong>Harz</strong>er Tourismusverbandes finden Sie in der<br />

nächsten Ausgabe.<br />

Brockenhotel um 1930<br />

www.harzinfo.de<br />

<strong>03</strong> | 20<strong>24</strong><br />

15


BUCHTIPP<br />

Buchbesprechung<br />

Das „Südharzer Kirchenlexikon“ –<br />

eine kostbare Momentaufnahme aus der<br />

Jahrtausendwende<br />

Im Februar 2002 hatte Herbert Buchholz<br />

aus Ilfeld in zweijähriger Arbeit<br />

118 Kirchen im Kirchenkreis Nordhausen,<br />

vom Südharz bis ins Eichsfeld,<br />

fotografisch dokumentiert. Das „Südharzer<br />

Kirchenlexikon“, ein Hobbyprojekt,<br />

sollte zum Erhalt der Kirchen<br />

beitragen. Doch wegen Geldmangels<br />

kam es nicht zum Druck.<br />

Taufstein, Gudersleben (S. 56)<br />

Orgel Limlingerode (S. 104)<br />

2010 entdeckte Sigrid Vogel herrenlose<br />

Ausdrucke der kostbaren Kirchenfotos<br />

in einer Fensternische von St.<br />

Petri in Liebenrode. Ein gerade an<br />

der Klärgrube des frisch restaurierten<br />

Hahnenhauses arbeitender Liebenroder<br />

gab Auskünfte und besorgte eine<br />

CD mit der Fotodokumentation der<br />

Kirchen und der Anschrift des Verfassers.<br />

<strong>Der</strong> Schatz wurde aber erst 2021<br />

endgültig gehoben, als einige Fotos<br />

der Südharzer Kirchen mit Zustimmung<br />

des Autors auf der Internetseite<br />

www.karstwanderweg.de veröffentlicht<br />

wurden.<br />

Dort sind Kirchen im Karst des Südharzes,<br />

der goldenen Aue und der Kyffhäuserregion<br />

präsentiert, z.T. mit weiterführenden<br />

Links zur Gemeinde oder dem abrufbaren<br />

Glockenklang. Sie sind dort beschrieben,<br />

weil sie nicht nur ein Zeugnis der regionalen<br />

Baugesteine der spannenden<br />

Gipskarstlandschaft des Südharzes sind,<br />

sondern weil sie einladen einzutreten, zu<br />

schauen und innere Einkehr zu halten. <strong>Der</strong><br />

Karstwanderweg zieht sich mit insgesamt<br />

265 km entlang des Südharzes und durch<br />

die Bundesländer Sachsen-Anhalt, Thüringen<br />

und Niedersachsen.<br />

Nach einem gemeinsamen Treffen einiger<br />

Mitglieder des Fördervereins Dt. Gipsmuseum<br />

und Karstwanderweg e.V. mit dem<br />

Autor Buchholz war man sich einig, doch<br />

noch einmal nach Publikationsmöglichkeiten<br />

für das „Südharzer Kirchenlexikon“<br />

zu suchen.<br />

Inzwischen war jedoch 2017 das Buch „Die<br />

Kirchen im Südharz“ von Thomas Müller<br />

erschienen. Es enthält Abbildungen des<br />

aktuellen Zustands der Kirchen. Somit<br />

stellt das „Südharzer Kirchenlexikon“<br />

von 2001/2002 ein wertvolles Bindeglied<br />

dar. Mithilfe der kostengünstigen Technik<br />

des Papierflieger-Verlags Clausthal-Zellerfeld<br />

und einem breiten Abnehmerkreis<br />

konnte die Herausgabe der Dokumentation<br />

abgesichert und 2023 gedruckt werden<br />

16 <strong>03</strong> | 20<strong>24</strong>


BUCHTIPP<br />

Epitaph eines Pfarrers, Kehmstedt (S. 81) Sarg, Wülflingerode (S. 202)<br />

Im kontinuierlichen Prozess von Erbauen, Umgestalten, Erneuern<br />

von Kirchen stellt das Werk von Herbert Buchholz eine überaus<br />

wertvolle Momentaufnahme dar. Es zeigt mit den bis 2002 erfolgten<br />

Sanierungen auch die Liebe, mit der Gemeindemitglieder sich<br />

nach dem Umbruch wieder ihrem dörflichen oder städtischen<br />

Identifikationspunkt zuwandten und ihren Willen zur Renovierung<br />

und zum Erhalt der Kirchen. Und der Autor erweist sich als<br />

Bewahrer dieses Beitrags der Gemeindemitglieder.<br />

Das Buch ist unter der ISBN 978-3-86948-918-6<br />

für 23 € im Buchhandel bestellbar.<br />

www.nationalpark-harz.de/de/downloads/<br />

wissenschaftliche-arbeiten/<br />

Im Südharz baute man Kirchen mit Werksteinen aus Dolomit und<br />

Anhydrit sowie Gipsmörteln und -putzen. Flussgerölle und -kiesel<br />

ermöglichten feste und dauerhafte Fundamente. Lehm und kleine<br />

Feldsteine füllten die Holzgefache der Außen- und Innenfachwerkwände<br />

eines Kirchenschiffs. Manche Taufsteine - wie der aus der<br />

Kirche zu Gudersleben - verweisen auf das prägende Merkmal der<br />

Südharzer Landschaft, das Gips- und Anhydrit-Gestein<br />

Ergänzt durch Kunsthistorisches besticht die Dokumentation<br />

besonders durch die Aufnahmen wesentlicher Kirchenelemente:<br />

Kirchenschiffe und -gewölbe, Bemalungen, Kirchenfenster, Türme<br />

einschließlich ihrer Kreuze, Wetterfahnen und Uhren, Glocken und<br />

Glockenstühle, Altäre, Kanzeln, Orgeln, Taufbecken und -engel,<br />

Epitaphe und Reliefs, Gönnern, Pfarrern und Adligen gewidmet.<br />

Die Abbildungssammlung ist der Appetitanreger, ein Besuch vor<br />

Ort der Augenschmaus!<br />

Dr. Sigrid Vogel, Firouz Vladi<br />

Fenster, Uthleben (S. 180)<br />

Turm und Turmuhr, Göhrsbach (S. 45)<br />

<strong>03</strong> | 20<strong>24</strong><br />

17


JUGEND<br />

Auszug aus dem Buch „Bäume – heilig & heilsam“<br />

Wie die Linde zu ihren besonderen Blättern kam<br />

Vor sehr sehr langer Zeit, da gab es ein<br />

Mädchen im <strong>Harz</strong>, dass so schön war,<br />

dass jeder Mann weit und breit es freien<br />

wollte, sobald er es zu Gesicht bekam.<br />

Allein in ihrem Dorf, da lebten zwei, die<br />

sie zu gewinnen versuchten. Das Mädchen<br />

war auch beiden nicht abgeneigt, wusste<br />

aber bislang noch nicht recht, wem sie ihr<br />

Herz schenken sollte. <strong>Der</strong> eine war reich<br />

bis zum Himmel, sah auch stattlich aus<br />

und konnte ihr eine Menge bieten. <strong>Der</strong><br />

andere war arm, hatte aber ein schönes<br />

Wesen und trug sein herzhaftes Lachen<br />

stets zu jedem Menschen hin. Da ließ sie<br />

eines schönen Tages beide unter die Linde<br />

kommen, um ihnen zu verkünden, dass<br />

sie die Liebe zu ihr beweisen sollten. „Wir<br />

werden uns hier für dich duellieren. Wer<br />

überlebt, kriegt dich als Preis“, sagte der<br />

Reiche, schon entschlossen eine Hand an<br />

den Degengriff legend. „Nein, bei Gott,<br />

ihr sollt euch doch kein Leid antun. Sinnt<br />

lieber nach, wie ihr mich gewinnen wollt.<br />

Ich will mich morgen zur Morgenröte für<br />

einen von euch entscheiden!“<br />

Da rannte der Reiche gleich nach Hause<br />

und packte all seine Besitztümer zusammen,<br />

die wollte er der Schönen morgen zu<br />

Füßen legen. Wer konnte schon solcher<br />

Pracht widerstehen. Viele Mädchen hatte<br />

er auf diese Weise schon herumbekommen<br />

und wie ein welkes Blatt fallenlassen,<br />

als er ihrer überdrüssig ward. – <strong>Der</strong> Arme<br />

hingegen hatte nichts, was er ihr schenken<br />

konnte, außer sein übervolles Herz,<br />

das überquoll, wenn er sie bloß ansah,<br />

wenn sie zu lächeln begann, anhob ein<br />

himmlisches Wort zu sprechen. „Was soll<br />

ich solch einer Göttin schenken?“, fragte<br />

er sich leis, hoch oben in der Krone des<br />

Lindenbaums sitzen. Plötzlich hörte er<br />

eine Stimme, die er einer Frau und doch<br />

wieder nicht, denn irgendwie war’s auch<br />

Blätterrauschen, der Klang des Windes<br />

oder Sternengesang?! „Was willst du,<br />

sprich!?“, flüsterte er vorsichtig und hörte<br />

raunen: „Die Frage ist doch eigentlich,<br />

was du willst!“ – „Wwwer bist du?“ – „Das<br />

weißt du und wiederum ist’s nicht die<br />

Antwort darauf, was du willst“, raunte<br />

wiederum die Linde. „Ich, ich, ich hätte<br />

so gerne meine Braut, wenn sie mich<br />

auch zum Gemahl will, doch weiß nicht,<br />

wie ich’s anstellen soll! Wie soll ich ihr<br />

meine Liebe zeigen?“ – „Weil du wirklich<br />

liebst, will ich’s dir sagen: nimm dein<br />

Messerchen und schneide meine Blätter<br />

zu Herzen. So zeigst du, wie viel Liebe<br />

in dir wohnt. Doch, ob du sie damit gewinnst,<br />

das weiß ich nicht, das liegt in der<br />

Beschaffenheit ihres Herzens“, flüsterte<br />

der Baum. „Aber, tut dir das nicht weh,<br />

wenn ich an dir herumschneide?“, fragte<br />

der Mann und spürte in sich die klare<br />

Gewissheit „Nicht, wenn du’s aus wahrer<br />

Liebe heraus tust!“<br />

Am anderen Morgen betrachtete die Schöne<br />

die aufgetürmten Reichtümer des Einen<br />

und hatte gleich ein sonderbares Funkeln<br />

in ihren Augen. <strong>Der</strong> Arme bemerkte<br />

rasch, dass sie von den kostbaren Dingen<br />

wie verzaubert war. Zunächst wollte sie<br />

sein Geschenk nicht einmal ansehen, fast<br />

als hätte sich ein schwarzer Zauber über<br />

ihren Blick gelegt und ihr Herz verschnürt.<br />

Beinahe hätte sie auch dem Reichen ihr<br />

bindendes Wort gegeben, hätte sie das<br />

Schluchzen des Armen nicht zurück ins<br />

Hiersein geführt. Wie aus einem bösen<br />

Traum erwacht, blickte sie ihn an, bemerkte<br />

seine Tränen und tupfte sie mit<br />

ihrem Rocksaum fort. „Sind deine Tränen<br />

Beweis deiner Liebe für mich?“, fragte sie,<br />

„So will ich jede einzelne einsammeln und<br />

immer gut bewahren.“ – „Auch das ist Beweis<br />

meiner Liebe“, sagte der junge Mann<br />

und ergänzte, „sowie dies Blätterdach<br />

der Linde unterm Himmelszelt!“ – Und,<br />

wie er ihr die Herzblätter zeigte und sie<br />

gewahr wurde, wie viele tausend Blätter<br />

er für sie zu Herzen geschnitten hatte, da<br />

fühlte sie sich in einem Male so geliebt,<br />

so auf Händen getragen, dass<br />

ganz gleich welches Schicksal sie<br />

mit dem Armen erwarten würde, sie<br />

es freudig hinnimmt, wenn es auf<br />

solcher Liebe gründet. Sie sprang<br />

ihm auch gleich in den Arm und<br />

küsste ihn viel hundertmal, dass<br />

ein jeder Lindenbaum rundherum<br />

gleich neidisch war, neidisch darauf,<br />

nicht auch solche Herzblätter<br />

zu haben. Einzig dieser Gedanke<br />

aber, so lichtvoll gedacht, hat gemacht,<br />

dass alle Lindenbäume sich<br />

lieblicher Träume ergaben und bis<br />

heute die hübschen Herzblätter<br />

haben.<br />

Aufgeschrieben von Carsten Kiehne<br />

nach einem alten deutschen Märchen;<br />

mehr Baumsagen & Märchen findest<br />

du in unserem Buch „BÄUME – HEILIG<br />

& HEILSAM“)<br />

Foto: CS<br />

18 <strong>03</strong> | 20<strong>24</strong>


HARZ WANDERN<br />

<strong>Harz</strong>klub-Zweigverein Ballenstedt – <strong>Harz</strong>-Wanderung<br />

Tanne – <strong>Harz</strong>er Höhenvieh Pfad – Kapitelsberg –<br />

Großer Allerbach – Kapitelsberg – Die Lange – Tanne<br />

Eine Spätherbstwanderung stand auf dem<br />

Programm des <strong>Harz</strong>klub Zweigvereins Ballenstedt.<br />

<strong>Der</strong> Treffpunkt zu dieser Wanderung<br />

war der, zu der Stadt Oberharz am<br />

Brocken gehörige, Ortsteil Tanne. <strong>Der</strong> Erholungsort<br />

ist Teil des Landkreises <strong>Harz</strong><br />

in Sachsen-Anhalt. Er liegt in der Nähe der<br />

ehemaligen innerdeutschen Grenze. Dies<br />

war auch im Jahre 1964 der Grund, dass<br />

die Jahrhunderte alte Tradition der Verarbeitung<br />

von Eisenerz aufgegeben wurde.<br />

Die Produktion wurde in den Nachbarort<br />

Königshütte ausgelagert. Durch Tanne fließt<br />

die Warme Bode. Dies und der ehemalige<br />

Holzreichtum, sowie das in der Nähe abgebaute<br />

Erz waren die Voraussetzungen, dass<br />

sich hier eine Hüttenindustrie entwickeln<br />

konnte. Ein beliebtes Erzeugnis waren die<br />

Tanne Roofen aus Gusseisen. Die Warme<br />

Bode mit ihren Zuflüssen entspringt<br />

am Wurmberg bei Braunlage. Die Kalte<br />

Bode dagegen entspringt am Brocken. In<br />

Königshütte, genauer gesagt im ehemaligen<br />

<strong>Harz</strong> ort Königshof, vereinigen sich<br />

die beiden Flüsse zur Bode. Den Parkplatz<br />

am ehemaligen Standort der Tanner Hütte<br />

hatte sich unsere Wanderleiterin, Bianka<br />

Becker, für diese eigentliche Spätherbstwanderung<br />

ausgewählt.<br />

In Tanne wurden wir von der winterlichen<br />

Umgebung überrascht. Die Temperaturen<br />

lagen um den Gefrierpunkt. Aus dem Regen,<br />

der uns auf der Anfahrt begleitete, wurde ein<br />

Schneeregen. Dieser Schneeregen, je nach<br />

Höhenlage war es auch Schnee, begleitete<br />

uns fast ständig auf der gesamten Wanderung.<br />

Vom Parkplatz wanderten wir an der<br />

Warmen Bode in Fließrichtung des <strong>Harz</strong>flusses.<br />

Die sich am Parkplatz befindliche<br />

Brücke Jungfernstieg ist leider noch immer<br />

gesperrt, sodass wir die<br />

Brücke an der B <strong>24</strong>2 nehmen<br />

mussten, um auf das rechte<br />

Ufer der Bode zu gelangen.<br />

Hier wanderten wir in auf<br />

schmalen Wanderwegen –<br />

bzw. Stiegen weiter. Dieser<br />

als Hirtenstieg bezeichnete<br />

Pfad wurde früher zum Austrieb<br />

des <strong>Harz</strong>er Höhenviehs<br />

benutzt. Unser 1. Ziel war es,<br />

den Aussichtspunkt am Kapitelsberg<br />

zu erreichen. In<br />

einem schmalen Nebental<br />

der Bode ging es relativ steil bergauf. Aufgrund<br />

der starken Stürme der letzten Tage<br />

waren mehrere, durch den Borkenkäfer<br />

geschädigte, Fichten umgestürzt. Das Überwinden<br />

dieser umgestürzten Bäume unter<br />

den winterlichen Bedingungen auf dem<br />

schmalen Stieg durch die Wandergruppe,<br />

wurde nach einer kurzen Beratung, als zu gefährlich<br />

eingeschätzt. Also ging es auf dem<br />

gleichen Stieg wieder nach unten. Unten<br />

angekommen, mussten wir feststellen, dass<br />

der Wanderweg in Richtung Königshütte<br />

ebenfalls nicht begehbar war. Problemlos<br />

gelang es unserer Wanderleiterin, uns nun<br />

eine völlig andere Wanderroute vorzuschlagen.<br />

Gern nahmen wir den Vorschlag an.<br />

Anschließend ging es auf dem Hirtenstieg<br />

zurück bis zur nächsten Bodebrücke. Nach<br />

der Überquerung der Warmen Bode und<br />

der, nach Königshütte führenden, Bodetalstraße<br />

(Chaussee) wanderten wir auf einem<br />

Feldweg weiter in Richtung Königshütte.<br />

Dieser, zugleich als Wanderweg ausgewiesener,<br />

Feldweg führt parallel zur Bodetalstraße<br />

in nordöstlicher Richtung. In Höhe<br />

des Großen Allerbachtales verließen wir<br />

diesen Weg und wanderten<br />

auf feuchten Wiesengrund<br />

zur nächsten Bodebrücke.<br />

Hier trafen wir auf den, von<br />

Tanne nach Königshütte, am<br />

Flussufer entlangführenden<br />

Wanderweg. Zum Glück war<br />

dieses Stück des Wanderweges,<br />

bis zum Abzweig des<br />

Wanderweges zum Kapitelsberg,<br />

begehbar. Nun ging es<br />

teilweise recht steil bergauf.<br />

An der Schutzhütte Kapitelsberg<br />

angekommen, legten wir unsere<br />

Mittagspause ein. Hier befindet sich auch<br />

eine Stempelstelle der <strong>Harz</strong>er Wandernadel.<br />

Leider war die Sicht an der Aussichtsstelle<br />

am Kapitelsberg stark eingeschränkt.<br />

Von der Hütte Kapitelsberg wanderten wir<br />

nun in Richtung „Die Lange“.<br />

„Die Lange“ ist eine fast schnurgrade<br />

Verbindungsstraße zwischen der Stadt<br />

Benneckenstein und dem Kreuzweg bei<br />

Rübeland. Dieser, heute teilweise asphaltierte,<br />

Forstweg war jahrhundertelang ein<br />

für den Bergbau im Oberharz wichtiger<br />

Transportweg. Dieser Höhenweg stellt aber<br />

zugleich eine Wasserscheide zwischen der<br />

Rappbode und der Warmen Bode dar.<br />

Auf dieser Straße, die zugleich ein beliebter<br />

Wanderweg ist, wanderten wir zurück in<br />

Richtung Tanne. Kurz vor dem Erholungsort<br />

Benneckenstein verließen wir „Die Lange“.<br />

In nördlicher Richtung ging es nun wieder<br />

hinunter zu dem Ort Tanne. Hier kamen wir<br />

auch an dem Jägerborn vorbei. Von dieser<br />

Quelle aus wurde jahrhundertelang – seit<br />

dem 16.-17. Jahrhundert – der Ort Tanne<br />

und auch die Tanner Hütte über Rohre mit<br />

Trinkwasser versorgt. Nach ca. 11 km und<br />

ca. 260 Höhenmeter erreichten wir wieder<br />

den Parkplatz. Es wurde trotz der Anfangsprobleme<br />

eine wunderschöne Winterwanderung.<br />

Für die verantwortungsbewusste<br />

und umsichtige Wanderführung möchte<br />

ich mich bei der Wanderleiterin nochmals<br />

vielmals bedanken. Zur Abrundung meines<br />

Berichtes habe ich wieder ein paar Bilder<br />

aus meinem Archiv hinzugefügt.<br />

Text und Fotos: Gerd Horenburg<br />

<strong>03</strong> | 20<strong>24</strong><br />

19


HARZKLUB<br />

NACHRUF<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub e.V. und der Zweigverein Hasselfelde<br />

nehmen Abschied von Heimatgruppenwartin Inge Schilling<br />

Nach kurzer Krankheit verstarb am 30.12.2023 unsere Wanderkameradin<br />

Inge Schilling, kurz vor ihrem 90. Geburtstag.<br />

Seit der Wiedergründung des Zweigvereins Hasselfelde 1990<br />

war Inge Schilling Mitglied im Zweigverein. Unser Verein verliert<br />

mit ihr ein ganz besonders aktives Mitglied.<br />

Ihre ganze Liebe galt der <strong>Harz</strong>folklore und der <strong>Harz</strong>er Heimat.<br />

Das <strong>Harz</strong>folkloreensemble Hasselfelde hat Inge Schilling über<br />

30 Jahre wesentlich geprägt und qualitativ weiterentwickelt.<br />

Auch in schweren Zeiten hat sie den Fortbestand der Gruppe<br />

gesichert und sie in die <strong>Harz</strong>klubzeit geführt. Viele hundert<br />

Auftritte hat sie nicht nur organisiert, sondern auch auf ihre<br />

unnachahmliche Art durch Moderation und Erklärung mitgestaltet.<br />

Im Hauptvorstand des <strong>Harz</strong>klub e.V. war Inge Schilling von<br />

2001 bis 2015 stellvertretende Hauptheimatgruppenwartin.<br />

Mit Begeisterung hat sie sich für unsere <strong>Harz</strong>er Traditionen<br />

eingesetzt und diese umfassend und mit viel Freude vermittelt.<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>er Heimattag lag Inge Schilling besonders am Herzen.<br />

Neue Wege und Ideen hat sie mit Nachdruck vertreten und<br />

vor allem unterschiedliche Auffassungen der alten und neuen<br />

Bundesländer integrativ verbunden. Heimatverbundenheit<br />

wurde bei Inge Schilling „Groß“ geschrieben.<br />

Mit ihrer ausgesprochen<br />

freundlichen Art und ihrem<br />

hohem Engagement<br />

bereicherte sie das Leben<br />

im Zweigverein Hasselfelde.<br />

Seit vielen Jahren war<br />

sie aktives Mitglied im Vorstand.<br />

Wenn es etwas zu<br />

organisieren gab, egal ob<br />

Waldfest, <strong>Harz</strong>er Heimattag<br />

oder Arbeitseinsatz<br />

Inge Schilling war immer<br />

bereit, Verantwortung zu<br />

übernehmen. Es gab kaum<br />

eine Veranstaltung wo Inge<br />

Schilling fehlte.<br />

Inge Schilling wurde 2014 für ihre Verdienste für den Verein und<br />

ihr Engagement für die <strong>Harz</strong>folklore das <strong>Harz</strong>klub-Ehrenzeichen<br />

in Gold verliehen.<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub-Hauptvorstand, der Zweigverein Hasselfelde<br />

und alle, die sie kannten werden sie in dankbarer Erinnerung<br />

behalten.<br />

Dr. Henning Kurth<br />

Vorsitzender Zweigverein Hasselfelde<br />

Jahreshauptversammlung<br />

des <strong>Harz</strong>klub e.V. am 13. April 20<strong>24</strong><br />

in Clausthal-Zellerfeld<br />

Demokratie, Partizipation und Regionale<br />

Identität zu stärken und die <strong>Harz</strong>er<br />

Heimat attraktiv zu entwickeln sind<br />

wichtige Aufgaben unseres <strong>Harz</strong>klubs.<br />

Seit Jahrzehnten kümmern sich 12.000<br />

Mitglieder in mehr als 80 Zweigvereinen<br />

um das Wanderwegenetz, die Gestaltung<br />

unserer Landschaft und um die Bewahrung<br />

unserer <strong>Harz</strong>er Traditionen. Unser<br />

Wanderverein motiviert Menschen, gemeinsam<br />

tätig zu werden und ihre Freizeit<br />

mit Gleichgesinnten zu verbringen.<br />

Doch bürgerschaftliches Engagement und<br />

Ehrenamt unterliegen aktuell einem spürbaren<br />

Wandel. Die Übernahme von gesellschaftlicher<br />

Verantwortung im Ehrenamt<br />

ist nicht mehr so selbstverständlich wie<br />

früher. Hinzu kommt das demographische<br />

Thema, das den <strong>Harz</strong>klub ebenso wie die<br />

Kommunen trifft. Deshalb haben wir unser<br />

Vereinsjahr unter das Motto: „<strong>Harz</strong>klub-<br />

Jugend aktiv“ gestellt.<br />

Intensiv arbeiten wir daran, über neue und<br />

andere Wege zur Übernahme von ehrenamtlichem<br />

Engagement zu motivieren.<br />

Wichtig ist insbesondere den Jüngeren die<br />

temporäre Überschaubarkeit der Verantwortung.<br />

Dauerhafte Verpflichtungen verlieren<br />

an Attraktivität. Engagierte wollen<br />

sich jederzeit wieder zurückziehen können.<br />

Sie wollen projektbezogen arbeiten.<br />

Offenkundig hoch ist die Bedeutung der<br />

Vereinsarbeit für die Kommunen im ländlichen<br />

Raum. Unter Berücksichtigung der<br />

vorgenannten Themen bedeutet dies,<br />

dass <strong>Harz</strong>klub und Kommunen noch enger<br />

zusammenarbeiten müssen und gemeinsam<br />

auch der Frage nachgehen, wie<br />

effektive Unterstützung für das Ehrenamt<br />

aussehen kann.<br />

Diesen und anderen Fragen möchten wir<br />

in unserer Jahreshauptversammlung<br />

nachgehen. Nicht umsonst haben wir<br />

als Veranstaltungsort die TU Clausthal<br />

ausgewählt!<br />

Die Jahreshauptversammlung des<br />

<strong>Harz</strong>klub e.V. findet am 13. April 20<strong>24</strong><br />

ab 10.00 Uhr in der Mensa der Technischen<br />

Universität Clausthal statt.<br />

Nach einem musikalischen Auftakt des<br />

Flügelhorn-Duos Bernhard und Steffen<br />

Lenk, beginnt unsere Veranstaltung mit<br />

einem Statement des Landrates des Landkreises<br />

Goslar, Dr. Alexander Saipa.<br />

20 <strong>03</strong> | 20<strong>24</strong>


HARZKLUB<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>klub wandert wieder, wandern Sie mit!<br />

Geführte Wanderungen März / April 20<strong>24</strong><br />

Bitte beachten Sie: Um Anmeldung zu den Wanderungen wird gebeten, wir empfehlen Rucksackverpflegung!!<br />

Sonntag, <strong>24</strong>.<strong>03</strong>.20<strong>24</strong><br />

„Bärlauch im Hainholz“<br />

(Zweigverein Herzberg)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften. Wanderung: von Hörden über Aschenhütte,<br />

Düna, Jettenhöhle und Krücker, zurück über Schwiegershausen<br />

und Düna, ca. 13 km, Rückkehr gegen 16.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 09.00 Uhr Herzberg, Busbahnhof.<br />

Anmeldung und Führung: Jürgen Kerl, 0151 54<strong>24</strong>1331<br />

Sonntag, 31.<strong>03</strong>.20<strong>24</strong><br />

„Osterwanderung zur Osterwasserquelle“<br />

(Zweigverein Wildemann)<br />

Wanderung: zur Osterwasserquelle im Grumbachtal, zurück über<br />

Lausestieg, ca. 6 km. Im Anschluss besteht die Möglichkeit im<br />

Gemeindehaus zu frühstücken.<br />

Treffpunkt: 06.00 Uhr, Wildemann, Parkplatz Glow-Golf.<br />

Anmeldung und Führung: Martina Michel, 0160 6316318<br />

Samstag, 06.04.20<strong>24</strong><br />

„Unterwegs im Elm“<br />

(Zweigverein Braunschweig)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften (Mitfahrkosten 10,00€). Wanderung:<br />

durch den Elm, ca. 12 km, Rückkehr gegen 14.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 10.00 Uhr Braunschweig, Thüringen Platz.<br />

Anmeldung und Führung: Dieter Claus, 01590 3025823<br />

Samstag, 06.04.20<strong>24</strong><br />

„Zu den Rabenklippen“<br />

(Zweigverein Blankenburg)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften (Mitfahrkosten 4,00€). Wanderung: von<br />

der Hagenmühle um die Hasselvorsperre zur Rabenklippe, zurück<br />

über Rappbodevorsperre, ca. 11 km, Rückkehr gegen 14.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 09.00 Uhr Blankenburg, Parkplatz Theaterstraße.<br />

Anmeldung und Führung: Wolfgang Linde, <strong>03</strong>944 61559<br />

Frühlingsbote Weidenkätzchen (Foto: CS)<br />

Donnerstag, 11.04.20<strong>24</strong><br />

„Almsfeld nach Blankenburg“ (Zweigverein Blankenburg)<br />

Busfahrt (Fahrkosten 4,50€). Wanderung: von Almsfeld über Wasserwerk<br />

(Führung) und Wienrode nach Blankenburg, ca. 11 km,<br />

Rückkehr gegen 14.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: Blankenburg, Busbahnhof. Anmeldung erforderlich<br />

und Führung: Werner Binkau, 0157 36518256.<br />

Samstag, 13.04.20<strong>24</strong><br />

„Frühjahrswanderung“ (Zweigverein Auleben)<br />

Wanderung: entlang des <strong>Harz</strong>-Kyffhäuser-Rennsteig-Radweges<br />

zu den Frühblühern, ca. 7 km, Rückkehr gegen 14.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 10.00 Uhr Auleben, Schloss. Anmeldung erforderlich<br />

und Führung: Andreas Krumpholz, 0162 9419275<br />

Sonntag, 14.04.20<strong>24</strong><br />

„Buntenbock-Runde“ (Zweigverein Bad <strong>Harz</strong>burg)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften. Wanderung: um Buntenbock mit<br />

5 Stempeln der <strong>Harz</strong>er Wandernadel, ca. 18 km, Rückkehr gegen<br />

17.30 Uhr. Treffpunkt: 09.15 Uhr, Bad <strong>Harz</strong>burg, Parkplatz TEDI.<br />

Anmeldung und Führung: Uwe Siebels, 01575 5571609<br />

Sonntag, 14.04.20<strong>24</strong><br />

„<strong>Der</strong> Hünstollen bei Ebergötzen“ (Zweigverein Herzberg)<br />

PKW-Fahrgemeinschaften. Wanderung (mit Einkehr): von Ebergötzen<br />

zum Hünstollen mit Aussichtsturm, zurück über Lukasberg<br />

und Bösinghausen, ca. 13 km, Rückkehr gegen 16.00 Uhr.<br />

Treffpunkt: 09.30 Uhr Herzberg, Busbahnhof.<br />

Anmeldung und Führung: Olaf Peters, 0171 9604758<br />

Sonntag, 14.04.20<strong>24</strong><br />

„Bärlauchwanderung“ (Zweigverein Wildemann)<br />

Wanderung: kleine Genusswanderung mit Verkostung über<br />

den Gallenberg und den Iberger Albertturm zum Haus Brückner<br />

(Bärlauchimbiss), ca. 8 km.<br />

Treffpunkt: 10.00 Uhr, Wildemann, Kiosk am Eck.<br />

Anmeldung erforderlich und Führung: Martina Michel,<br />

0160 6316318<br />

21


Schutzgebühr 2,00 € | Ausgabe <strong>03</strong>_20<strong>24</strong><br />

HARZKLUB<br />

✂<br />

Beitrittserklärung<br />

Zutreffendes bitte ankreuzen:<br />

Ja, ich möchte die wichtigen Ziele und Aufgaben des <strong>Harz</strong>klubs unterstützen<br />

und erkläre hiermit meinen Beitritt als:<br />

Vollmitglied Lebenspartner Jugendlicher/Kind<br />

Familie<br />

Vorname/Name:<br />

Geburtsdatum:<br />

Straße:<br />

PLZ /Ort:<br />

E-Mail:<br />

Beitritt zum <strong>Harz</strong>klub-Hauptverein/Zweigverein:<br />

<strong>Der</strong> Jahresbeitrag ist unterschiedlich und liegt zwischen 10,- und 30,- €<br />

Ort, Datum<br />

Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«:<br />

Ort, Datum<br />

<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong> (-er Wald)<br />

geht nicht ohne uns<br />

<strong>Harz</strong>klub hilft!<br />

Hier geht es zur großen Pflanzaktion:<br />

https://harzklub.de/harzklub-hilft/<br />

Aktiv für den Naturschutz<br />

im <strong>Harz</strong>!<br />

Unterschrift<br />

Bei Minderjährigen, Unterschrift<br />

eines Erziehungsberechtigten.<br />

Ich abonniere die Mitgliederzeitschrift »DER HARZ«<br />

(Jahresabonnement 31,57 € – erscheint monatlich).<br />

Unterschrift<br />

125 Jahre <strong>Harz</strong>querund<br />

Brockenbahn<br />

Seite 10<br />

Glanzlichter der<br />

Naturfotografie 2022<br />

Seite 11<br />

120 Jahre<br />

Tourismusmarketing<br />

für den <strong>Harz</strong> Seite 14<br />

www.harzklub.de<br />

Vorteile der Mitgliedschaft<br />

im <strong>Harz</strong>klub e.V.<br />

✔ Vergünstigungen, preiswerte Nutzung<br />

von Wanderheimen z.B. beim Kauf<br />

von Wanderkarten, Übernachtungen in den<br />

Wanderheimen<br />

✔ DWV-Mitgliedskarte (Deutscher<br />

Wanderverband): Vergünstigungen regional<br />

und deutschlandweit bei vielen Partnern<br />

✔ Angebote: Möglichkeit der Teilnahme<br />

an Veranstaltungen des <strong>Harz</strong>klub e.V., z.B.<br />

<strong>Harz</strong>er Heimattag, Naturschutztag, Sternwanderung,<br />

Brockenveranstaltungen, den<br />

Veranstaltungen der Zweigvereine und an<br />

den geführten Wanderungen und Ausflügen<br />

des <strong>Harz</strong>klubs<br />

✔ Lehrgänge und Fachtagungen: Möglichkeit<br />

der Teilnahme an den Lehrgängen,<br />

Fachtagungen und Weiterbildungen (Wanderführer,<br />

Wegebeschilderung, Naturschutz,<br />

Jodeln und Peitschenknallen, Akkord-Zither,<br />

Klöppeln)<br />

✔ Kinder- und Jugendfreizeiten im<br />

Wanderheim Wildemann, Ausflüge:<br />

Teilnahme an den Kinderfreiten mit Aktivitäten<br />

im Wald, zu Bergbau und Naturschutz,<br />

Basteln, <strong>Harz</strong>er Brauchtum und Lagerfeuer,<br />

Ausflüge zum Weltwald <strong>Harz</strong>, auf den Brocken,<br />

in Höhlen oder Bergwerke<br />

✔ Versicherungen: günstige Beiträge aufgrund<br />

der hohen Mitgliederzahl im <strong>Harz</strong>klub-<br />

Gesamtverein (Haftpflicht,-Unfall,- Schutzhütten,-<br />

Musikinstrumente)<br />

✔ Gema-Rahmenvertrag: Durch Mitgliedschaft<br />

im Deutschen Wanderverband<br />

20 % Nachlass der Gema-Gebühren bei Auftritte<br />

und Möglichkeit der Mitgliedschaft im<br />

Landestrachtenverband<br />

✔ Vermarktung und Werbung für die<br />

Heimat- und Brauchtumsgruppen sowie für<br />

Wanderungen und sonstige Veranstaltungen<br />

über die Geschäftsstelle, das Internet,<br />

Rundschreiben und Presseinformationen<br />

✔ Information sämtlicher Zweigvereine<br />

zu den Geschehnissen im <strong>Harz</strong>klub und im<br />

gesamten <strong>Harz</strong> z.B. durch Rundschreiben,<br />

Vereinszeitschrift „<strong>Der</strong> <strong>Harz</strong>“, Versammlungen,<br />

Internet, Presse<br />

✔ Termine: Weitergabe aus den Zweigvereinen<br />

über Rundschreiben und Veröffentlichungen,<br />

Internet<br />

✔ Austausch der Zweigvereine untereinander<br />

z.B. über Vereinsrecht (Satzungen),<br />

Versicherungen, Betreuungsgebiete usw.<br />

✔ Stiftungen: Inanspruchnahme finanzieller<br />

Zuschüsse entsprechend den Richtlinien<br />

für besondere Projekte der Zweigvereine<br />

✔ Unterstützung der Zweigvereine durch<br />

den Hauptverein bei Problemen, Gründungen,<br />

Veranstaltungen usw.<br />

✔ Beratung durch den Hauptverein über<br />

die Zusammenarbeit mit Forstbetrieben,<br />

Kommunen, anderen Partnern, Pressearbeit,<br />

Datenschutz usw.<br />

✔ Hohe Mitgliederzahl: 12.000 Mitglieder<br />

im gesamten <strong>Harz</strong>klub können sich viel besser<br />

Gehör verschaffen, als einzeln agierende<br />

„Ortsvereine“<br />

✔ Aktive Mitwirkung in der großen<br />

<strong>Harz</strong>klub-Familie: Umsetzung gemeinsamer<br />

Aufgaben und Ziele, Pflege des Gemeinschaftssinns<br />

22 <strong>03</strong> | 20<strong>24</strong>


ührernachwuchs im Großdeutschen Reich werden. Ausparamilitärischen<br />

Internatsschulen nicht nur das Abitur,<br />

at, Verwaltung, Wehrmacht und SS an vorderster Stelle<br />

etzen. An zwei sehr unterschiedlichen Standorten kamen<br />

ngsanstalten (NAPOLA). Die Klosterschule Ilfeld verwann<br />

Vorzeigegymnasium in eine straff geführte Einrichtung<br />

en Ballenstedt entstand nach 1934 der einzige Neubau<br />

igantomanischen Architektur heute befremdet und einer<br />

n im Mikrokosmos der neuen Bildungsanstalten wehrhafals<br />

„Politische Soldaten“ dem Führerstaat bedingungslos<br />

NS-System von Lager, Kolonne und Fahne. Als Vorbilder<br />

nd die englischen Public Schools mit ihrer spartanischen<br />

er Parole „Mehr sein als scheinen“ wuchsen hier ausie<br />

auch nach dem Untergang des NS-Staates in Schlüssel-<br />

II. Weltkrieg ihr Leben ließen.<br />

hstgelegenen NAPOLAs in Schulpforta und Naumburg<br />

rschaft erhellt.<br />

Wie alles begann: Es nahte<br />

der 250. Geburtstag von Johann<br />

Wolfgang von Goethe<br />

und so dachte ich, würden im<br />

<strong>Harz</strong> diverse Publikationen<br />

an den Mann erinnern, der<br />

den <strong>Harz</strong> mit seinen faszinierenden<br />

Landschaftsformen<br />

weltberühmt gemacht hat.<br />

Das Elendstal und den Brocken<br />

im »Faust«, das Bodetal,<br />

das er als »gewaltigstes Felsental<br />

nördlich der Alpen«<br />

pries. Doch fast nichts geschah.<br />

So kam die Idee einer<br />

Zeitung für die <strong>Harz</strong>reisen<br />

des Dichters auf, zu der mich<br />

der legendäre »Windbeutelkönig«<br />

Dieter Friedrich Holste<br />

aus Schulenberg ermunterte.<br />

Die karge Bebauung zu Goethes Winterreise 1777 wird auf diesem<br />

Bild angedeutet. Nur das Wolkenhäuschen gab minimalen<br />

Schutz vor Witterungsunbilden.<br />

Goethefans lesen in der Jahresausgabe<br />

Bei einer Wanderung über<br />

Umwege auf den Brocken<br />

reifte der Entschluss, diese<br />

Reisen für heutige Besucher<br />

darzustellen. Viel Literatur<br />

wurde gewälzt, Fotos an den<br />

Örtlichkeiten gesammelt und<br />

zum Geburtstag 1999 war sie<br />

fertig. Tiefer und tiefer in die<br />

Welt des Dichterfürsten einzusteigen,<br />

das war der Plan.<br />

Schnell fanden sich Verbündete.<br />

Über viele Jahre gehörte<br />

der Goslarer Rammelsberg<br />

dazu. Nicht in den kühnsten<br />

Gedanken hatte ich diesem<br />

Blatt für Literatur- und Kulturtouristen<br />

eine so lange<br />

Lebensdauer prophezeit. Es<br />

kam anders – wie öfter im<br />

Leben. Immer neue Personen<br />

aus dem Dunstkreis des<br />

Aufgehübschte Darstellung von Brockenreisenden um 1839, die wohl so fein gekleidet den Brocken 62 Jahre nach Goethe eher<br />

nicht erreichten.<br />

Dichters fanden in den Folgejahren<br />

Platz im Blatt.<br />

Christlob Mylius, der weithin<br />

unbekannte frühe Bezwinger<br />

des Brockens, der schon<br />

1753 den unwegsamen Gipfel<br />

im Winter erreichte, sei<br />

genannt. Hans Christian Andersen,<br />

Theodor Fontane, der<br />

geniale Braunschweiger Maler<br />

Pascha Johann Friedrich<br />

Weitsch, der Quedlinburger<br />

Friedrich Gottlieb Klopstock,<br />

Johann Wilhelm Ludwig<br />

Gleim und sein heute ihn ehrendes<br />

Halberstädter Literaturzentrum<br />

wurden treue Begleiter.<br />

Maria Antonia<br />

Pessina von Branconi, die<br />

schöne Gräfin von Langenstein,<br />

inspirierte nicht nur<br />

Goethe, auch Bernd Wolff<br />

fand »Im Labyrinth der Täler«<br />

seinen Spielraum wie in<br />

weiteren Romanen rund um<br />

Goethes <strong>Harz</strong>reisen. Unvergessen,<br />

wie wir mit dem<br />

Heinrich Heine Spezial irrend<br />

vorwärtsstolperten und<br />

immer weiter ging es. Die<br />

Rockoper »Faust«, deren Gesamtkonzept<br />

in Kombination<br />

von Dampfbahnromantik<br />

mit Rockmusik und geschickter<br />

Literaturbearbeitung<br />

auf dem Brocken reüssierte,<br />

faszinierte uns, das<br />

Engagement Einzelner wie<br />

Achim Kapelle, der das Hotel<br />

Rathaus in Altenau buchstäblich<br />

vor dem Ruin rettete,<br />

ist aller Ehren wert!<br />

Allen, die dieses Projekt gefördert<br />

haben, sei hier ausdrücklich<br />

Dank gesagt, auch<br />

wenn sie namentlich nicht<br />

erwähnt worden sind.<br />

Aber so, wie jede Serie an ihr<br />

Ende kommt, soll diese<br />

Schutzgebühr: 1 €<br />

◗ 1. HARZREISE: 1777 – Winterbesteigung des Brockens<br />

von Nordhausen über Ilfeld, Elbingerode, Wernigerode,<br />

Goslar, Clausthal, Altenau, Brocken, St. Andreasberg,<br />

Duderstadt nach Mühlhausen S. 2–6<br />

◗ 2. HARZREISE: 1783 – mit geologischen Studien<br />

von Langenstein über Blankenburg, Rübeland, Halberstadt,<br />

Zellerfeld, Brocken, Schierke, Elend, St. Andreasberg nach<br />

Göttingen S. 7<br />

3. HARZREISE: 1784 – mit zeichnerischen Studien<br />

von Lauterberg über Osterode, Clausthal-Zellerfeld,<br />

Wildemann, Goslar, Brocken, Elbingerode, Thale,<br />

Blankenburg nach Langenstein S. 10–11<br />

◗ 4. HARZREISE: 1805 – »Wallfahrt nach dem Roßtrapp«<br />

von Halberstadt über Thale, Bodetal, Gernrode, Ballenstedt<br />

nach Aschersleben S. 14<br />

Weltkulturerbe<br />

25. Ausgabe das Vierteljahrhundert<br />

der Begleitung von<br />

Kulturreisenden im <strong>Harz</strong> nun<br />

beschließen, auch wenn es so<br />

etwas angeblich deutschlandweit<br />

nicht noch einmal<br />

gibt. Jede Ausgabe veranschaulicht<br />

eine anstrengende<br />

und schöne Zeit, die ich nicht<br />

missen möchte. Bleiben Sie<br />

munter und weiter neugierig<br />

auf die Spuren, die Goethe<br />

uns im <strong>Harz</strong> hinterlassen hat!<br />

WolfgangSchilling<br />

Hotel & Veranstaltungshof<br />

Schlossmühle<br />

Kaiser-Otto-Straße 28<br />

D-06484 Quedlinburg<br />

Tel.: +49(0)3946.787-0<br />

info@schlossmuehle.de<br />

Arrangements buchbar unter: www.schlossmuehle.de<br />

Napola Verführte Elite im <strong>Harz</strong><br />

Napola<br />

Verführte Elite im <strong>Harz</strong><br />

Ballenstedt<br />

Ilfeld<br />

NEUAUFLAGE<br />

<strong>Harz</strong>reisen im Lichte<br />

Goethes<br />

Seit 1999 gibt es nun bereits den 25. Sonderdruck „Goethe<br />

im <strong>Harz</strong>“ als Edition der <strong>Harz</strong>druckerei Wernigerode aus der<br />

„Historischen Reihe“. Das Blatt beschäftigt sich mit des<br />

Dichters <strong>Harz</strong>reisen, seinen Intentionen, Gefühlen, Hoffnungen,<br />

wissenschaftlichen Forschungen und seinem Faible<br />

für diese einmalige Landschaft sowie die ihn umgebenden<br />

historischen Persönlichkeiten. Nach einem Vierteljahrhundert<br />

ist dieses Projekt nun in der finalen Phase. Es ist die<br />

abschließende Ausgabe für ein deutschlandweit einmalige<br />

Schriftenreihe, wie uns Goethekenner bescheinigten.<br />

Im Vordergrund steht<br />

dabei nicht so sehr der<br />

literarische Ertrag, sondern<br />

eher die ursächlichen<br />

Antriebe für die<br />

verhältnismäßig häufigen<br />

Visiten am und um<br />

den Blocksberg.<br />

In der Jahresausgabe<br />

2023/<strong>24</strong> beschäftigen wir<br />

uns u. a. mit der Wiederaufführung<br />

der Erfolgs-<br />

Rockoper „Faust“. Außerdem<br />

gibt es eine Information<br />

zum neuen Buch<br />

zum Bodetal und Thale,<br />

der Walpurgishalle auf<br />

dem Hexentanzplatz und<br />

zu einem neu benannten Wanderweg unterhalb des<br />

Brockens – dem Benno Schmidt Weg. Die Veränderungen<br />

auf dem Teufelsstieg werden erneut beleuchtet. Nicht<br />

zuletzt bleibt der Brocken selbst ein zu jeder Jahreszeit<br />

sehr empfehlenswertes Ziel und damit natürlich auch<br />

Thema in der aktuellen Jahresausgabe. „Man muß oft<br />

etwas Tolles unternehmen, um nur wieder eine Zeitlang<br />

leben zu können. In meiner Jugend habe ich es nicht<br />

besser gemacht, und doch bin ich noch mit ziemlich heiler<br />

Haut davongekommen.“ Soweit der Sprachmagier selbst<br />

über seine jungen Jahre, in denen es ihn im <strong>Harz</strong> auf<br />

unwegsamen Pfaden zu neuen Einsichten trieb.<br />

Diese 25. Goethezeitung ist jetzt in vielen Touristinformationen<br />

des gesamten <strong>Harz</strong>es erhältlich.<br />

Eine ereignisreiche Spurensuche<br />

wünscht Ihre<br />

NS-Eliteschulen gab es im <strong>Harz</strong> in Ballenstedt<br />

und Ilfeld. Erstmals befasst sich<br />

ein vierköpfiges Autorenteam umfassend<br />

mit diesem lange tabuisierten Thema. Im Internat<br />

sollten die Jungs nach sieben Jahren<br />

Konditionierung und ideologischer Schulung<br />

in einer paramilitärisch geführten Einrichtung<br />

das Abitur erreichen. Danach war<br />

ihnen die Berufswahl freigestellt. Kriegsbedingt<br />

gingen viele von ihnen zur Wehrmacht<br />

oder SS.<br />

Auf 304 Seiten mit 950 Fotos wird ein außergewöhnlich intensiver<br />

Blick in die Strukturen und Propaganda der NS-Zeit möglich.<br />

Informationen und Bestellung<br />

www.Napolaimharz.de oder ISBN 978-3-935971-94-2<br />

Goethe<br />

Die historische Reihe aus der<br />

im <strong>Harz</strong><br />

<br />

Auf den Spuren des großen deutschen Dichters 2023|20<strong>24</strong><br />

<strong>Harz</strong>reisen mit literarischem Ertrag<br />

25JahreaufdenSpurendesMalersWeberdurchsGebirge<br />

GOETHES HARZREISEN<br />

Quedlinburg<br />

Weltkulturerbe<br />

trifft Mittelalter<br />

und Fachwerk<br />

Faszination<br />

Romanik<br />

Sonderausgabe Nr. 25<br />

Einfach. Regional. Für alle.<br />

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