Download - der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

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Download - der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

EhrEnamtlichEs EngagEmEnt

fördErn und untErstützEn

Beauftragte für

Diakone und

Diakoninnen

Modelle und Projekte

aus der Arbeit von

Diakonen und Diakoninnen


Ehrenamtliches Engagement fördern und unterstützen

Modelle und Projekte aus der Arbeit von Diakonen und Diakoninnen

Herausgeber: Haus kirchlicher Dienste der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers

Verantwortlich: Fachgebiet Beauftragte für Diakone und Diakoninnen, Kerstin Dede

Hausanschrift: Archivstraße 3, 30169 Hannover

Postanschrift: Postfach 2 65, 30002 Hannover

Fon: 0511 1241-555 Fax: 0511 1241-548

E-Mail: dede@kirchliche-dienste.de www.diakon-in-hannover.de

Satz und Layout: Christiane Rettig, Volker Tellermann

Fotos: mit freundlicher Genehmigung der Evangelischen Zeitung

Druck: Haus kirchlicher Dienste Auflage: 2000

Artikelnummer: 542120


Dramatisch sind die Zukunftsherausforderungen

für unser Land. Die demographische

Entwicklung ist vorgezeichnet: Gegenwärtig

haben 00 Deutsche 63 Kinder und lediglich

39 Enkel. Die Staatsfinanzen sind zerrüttet,

die sozialen Sicherungssysteme überfordert,

die chronische Massenarbeitslosigkeit hat ihre

Wurzeln in tiefsitzenden Strukturproblemen,

nicht nur in kurzfristigen Konjunkturdellen.

Alles dieses trifft auch die Kirche und mindert

ihre äußere, ihre institutionelle Leistungskraft:

die Mitgliederzahlen sinken, die Finanzkraft

schwindet. Gegenläufig dazu aber wachsen die

inhaltlichen Aufgaben für die Christen, für die

Kirche. Denn der Wandel kann nur menschen-

und zukunftsgerecht gestaltet werden, wenn das

Leitbild vom Menschen nicht Schaden nimmt,

das jedem Einzelnen seine Gott gegebene Würde

zuerkennt, Beteiligungsgerechtigkeit sichert

und kritische Nachfragen im unerlässlichen

Umbau nicht abfällig als „Gutmenschentum“

diskreditiert.

Doch christliche Zuversicht hat keine Angst vor

der, sondern Mut zur Zukunft und befähigt zur

aktiven Gestaltung nach der Leitfrage: Was

müssen wir heute tun, damit unsere Kirche auch

in 20 und 30 Jahren wirksam für die Menschen

handeln kann? Nach einem jedenfalls äußerlich

für die meisten „goldenen Zeitalter“ stehen wir

in Staat, Gesellschaft und auch in der Kirche

nun in einem weitreichenden Wandel. Natürlich

ändert sich nicht unser biblischer Auftrag,

die befreiende Zuversicht von der voraussetzungslosen

Zuwendung Gottes weiterzugeben

und durch unser Handeln für die Menschen

erlebbar zu machen. Wohl aber haben wir den

überkommenen institutionellen Rahmen, die gewohnten

Arbeitsformen, die bisherigen Arbeitsschwerpunkte,

also auch unsere traditionellen

Berufsbilder und die bisherige Kooperation der

Berufsgruppen kritisch zu sichten und zukunftsorientiert

zu ändern und dies auch energisch

und zügig. Die allgemeine Entwicklung stellt

nämlich ihre Uhren nicht nach dem hier und

da um sich selbst kreisenden gemächlichen

Entscheidungstempo in der Kirche

Ich traue unserer Kirche aber die Kraft zu,

diesen Wandel aktiv zu gestalten und nicht nur

resignativ zu erleiden. Denn unserer Evangelisch-lutherischen

Landeskirche Hannovers ist

es in den zurückliegenden Jahrzehnten weitgehend

gelungen, die jeweils erforderlichen

Schritte rechtzeitig zu gehen. Freilich werden

nun markantere Schritte im beschleunigten

Tempo nötig. Uns wird eine Reformfähigkeit

abverlangt, wie wir sie bisher nicht unter Beweis

stellen mussten.

Schon nackte Zahlen belegen dieses. Bis

Ende 20 0 müssen gut 80 Mio. Euro aus dem

landeskirchlichen Haushalt von etwa 500 Mio.

Euro gekürzt werden, damit die laufenden Einnahmen

endlich die Ausgaben wieder decken

und die Defizite nicht in wenigen Jahren unserer

Finanzsubstanz aufzehren. Diese nüchternen

Zahlen verweisen auf die gewaltige Dimension

der darin enthaltenen viel wichtigeren inhaltlichen

Entscheidungen.

Die Prioritäten- und also auch Posterioritätendebatte

ist eröffnet. Sie wird streitig sein, wen

kann dieses wundern? Aber sie braucht einige

für alle verbindliche Grundverständigungen.

Eine davon muss die Orientierung aller kirchlicher

Arbeit daran sein, wie sie die ehrenamtliche

Mitverantwortung in der Kirche fördert,

Frauen und Männer zu sie erfüllender Mitarbeit

befähigt und ihnen angemessene Souveränität

in ihrem Ehrenamt zuweist, kurz: wie die „Ehrenamtstauglichkeit“

der Kirche professionell

nachhaltig verbessert werden kann.

Hier sehe ich eine zentrale Aufgabe, gerade

auch für Diakone und Diakoninnen und zugleich

eine aussichtsreiche Chance zur Schärfung

und damit Sicherung ihres für die Kirche so

wichtigen Berufsbildes. Natürlich bleibt festzuhalten:

Das Ehrenamt entdecken wir nicht erst

in schlechten Zeiten als kirchlichen „Notnagel“.

Und jedes erfolgreiche Ehrenamt braucht

auch professionell bestens ausgewiesene

Hauptamtliche. Stärker in den Vordergrund der

kirchlichen Prioritätensetzung gehört aber die

Prüffrage: Wie viele Ehrenamtliche setzt ein

Hauptamtlicher durch seine Arbeit in Stand,

ihre Ehrenämter wirksam und übrigens auch

mit Freude und eigenem inneren Gewinn in der

Kirche auszuüben?

Vor diesem Hintergrund begrüße ich sehr, dass

die Diakone und Diakoninnen diese Herausforderung

aktiv und konstruktiv aufnehmen. Uns

alle mag dabei in der anstrengenden Gestaltung

des Wandels die Zusage begleiten:

„Die dem Herrn vertrauen, schöpfen neue Kraft“

(Jesaja 40,3 ).

Präsident Dr. Eckhart v. Vietinghoff

Hannover, den 13. Juni 2005

Vorwort


2

Brief an die Gemeinde in rom

Kapitel 12

.

1 Ich ermutige euch, Geschwister: Verlasst euch auf Gottes Mitgefühl und

bringt eure Körper als lebendige und heilige Gabe dar, an der Gott Freude

hat. Das ist euer vernunftgemäßer Gottesdienst.

2 Passt euch nicht den Strukturen dieser Zeit an, sondern macht euch frei

von ihnen, indem ihr euer Denken erneuert. Dann wird euch deutlich, was

Gott will: das Gute, das was Gott Freude macht, das Vollkommene.

3 Durch die Befähigung, die Gott mir geschenkt hat, sage ich nun einer jeden

und einem jeden von euch: Überfordert euch nicht bei dem, wofür ihr euch

einsetzt, achtet auf eure Grenzen bei dem, was ihr vorhabt. Denn Gott hat

jedem und jeder ein bestimmtes Maß an Kraft zugeteilt, Vertrauen zu leben.

4 Denkt an unseren Körper . Er besteht aus vielen Gliedern, aber nicht jedes

Teil hat dieselbe Funktion.

5 So sind wir, obwohl wir viele sind, doch ein einziger Körper in der messianischen

Gemeinschaft. Einzeln betrachtet sind wir Körperteile, die sich

füreinander einsetzen.

6 Wir haben jeweils unterschiedliche #(charis)#Befähigungen, die uns in

#(charis)#göttlicher Zuwendung geschenkt wurden:

Wer die Gabe hat, prophetisch zu reden, nutze sie, um deutlich zu machen,

welches Handeln dem Vertrauen auf Gott entspricht.

7 Wer die Gabe hat, für andere zu #(diakoneo)#sorgen, nutze sie zum Wohl

der Gemeinschaft. Wer die Gabe hat zu lehren, nutze sie, um andere am

Wissen teilhaben zu lassen.

8 Wer die Gabe hat zu trösten, nutze sie, um andere zu ermutigen.

Wer mit anderen teilt, sei aufrichtig dabei.

Wer eine Leitungsaufgabe übernimmt, fülle sie mit Begeisterung aus.

Wer solidarisch mit anderen lebt, soll es heiter tun.

Römer 12 (Übersetzung aus dem Projekt: Bibel in gerechter Sprache – Claudia Janssen)

1 Kor 12,12-30


Viele ehrenamtlich engagierte Menschen haben

die Erfahrung, von Diakonen und Diakoninnen

begleitet, gefördert und unterstützt zu werden.

Ebenso machen Diakone und Diakoninnen

gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit

Ehrenamtlichen. Darin liegt ein großer Erfahrungsschatz,

den wir Ihnen mit diesem Heft in

Ausschnitten zur Verfügung stellen wollen.

Den Ausgangspunkt bildet das Konzept des

Freiwilligenmanagements von Heinz Janning.

Dieses Konzept finden Sie auf den ersten Seiten

dieses Heftes von Diakonin Claudia Gerke

beschrieben. Sie wendet es in der Kirchengemeinde

an und hat es insbesondere in der

Arbeit mit jungen Familien erprobt (siehe S. 8).

Weitere Modelle und Projekte aus der Arbeit von

Diakonen und Diakoninnen mit Ehrenamtlichen

haben wir anhand des Konzeptes dargestellt.

In jedem Beitrag aus der Praxis finden Sie die

Gliederung

• Aufgaben benennen

• Suchprofile: geeignete Personen finden

• Kontakte zu potentiellen Ehrenamtliche

(Freiwilligen) knüpfen

• Integration und Unterstützung bieten

• Ausstieg organisieren

So erhalten Sie die Möglichkeit zu vergleichen,

quer zu lesen und die einzelnen Beiträge zu

ähnlichen Fragestellungen zu untersuchen.

Wir stellen Ihnen in dieser Broschüre zwölf

Arbeitsfelder vor. Kirchengemeinden haben

oft eine größere Vielfalt an Aufgabenfeldern

und auch Diakone und Diakoninnen haben ein

breiteres Spektrum in ihrer Arbeit. Die skizzierten

Modelle möchten Anstöße geben zur

Diskussion. Sie können Anregungen sein für

die eigene Praxis und einen weiteren Schritt

in die Richtung gehen, das ehrenamtliche Engagement

vieler Menschen in dieser Kirche zu

würdigen.

Ein Gedanke ist uns dabei wichtig: Ehrenamtliche

sind kein Ersatz für Hauptamtliche.

Sie sollen nicht die Aufgaben übernehmen,

die Hauptamtliche nicht mehr tun können. Wir

gehen davon aus, dass nur ein gutes Zusammenspiel,

die Zusammenarbeit auf Augenhöhe

und gegenseitige Wertschätzung für unsere

Kirche förderlich sind. Haupt- und ehrenamtlich

Mitarbeitende in der Kirche können sehr

ehrenamtliches enGaGement

fördern und unterstützen

Modelle und Projekte aus der Arbeit von Diakonen und Diakoninnen

unterschiedliche, meistens sich ergänzende,

manchmal konkurrierende Fähigkeiten und

Kompetenzen mitbringen. Je professioneller wir

Hauptamtlichen arbeiten, mit aller Menschenfreundlichkeit,

zu der uns unser christlicher

Auftrag einlädt und auffordert, umso klarer und

zufriedener können wir die Zusammenarbeit mit

Kollegen und Kolleginnen, aber eben auch mit

Ehrenamtlichen gestalten.

Wir wünschen uns sehr, dass es uns in unserer

Kirche gelingt so zusammenzuarbeiten, wie es

im Römerbrief nachzulesen ist (Rö. 2, ff).

Danken möchte ich allen, die an dieser Broschüre

mitgewirkt haben – sie sind am Ende

jeden Artikels namentlich genannt. Diese Texte

sind auch mit Schmerzen entstanden, weil sie

vielfach verändert wurden. Danken möchte ich

dem Team, das maßgeblich an der Redaktion

des Heftes beteiligt war: Claudia Gerke, Margitta

Redecke-Groß und Katja Riedel. Auch das

war teilweise ehrenamtliches Engagement.

Ihnen, dem Leser und der Leserin, wünsche ich

viel Spaß beim Öffnen dieser Schatztruhe.

Kerstin Dede

Beauftragte für Diakone und Diakoninnen

im Haus kirchlicher Dienste

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4

freiwilliGenmanaGement

Eine Konzeption für die Arbeit mit und von Ehrenamtlichen

.

Dem traditionsbewussten Ehrenamt in der Kirche

ein neumodisches Freiwilligenmanagement

gegenüber stellen – muss das sein?

Es „muss“ vielleicht nicht sein, kann aber doch

sehr hilfreiche Impulse geben.

Motive für ehrenamtliches Engagement in der

Kirche sind schon lange über pflichtbewusst

helfende, die Hauptamtlichen unterstützende

Tätigkeiten hinausgewachsen. Menschen bringen

ihre persönlichen Interessen an bestimmten

Fragen ein, handeln verantwortlich in Gruppen

und Kreisen ihrer Gemeinde, setzen sich mit

religiösen, gesellschaftlichen und politischen

Themen auseinander, gestalten „ihre“ Kirchengemeinde

mit. Und das tun sie nicht nur, wenn

sie „Ehre“ und „Amt“ als Kirchenvorstandsmitglieder

innehaben – hier wird übrigens durch

die Wahl oder Berufung für diese Aufgabe die

Bezeichnung „Ehrenamt“ auch stimmig.

Sondern das Engagement vieler verschiedener

Menschen in den unterschiedlichsten Bereichen

macht kirchliches Leben so bunt und vielfältig,

wie es ist. Um dies zu erhalten, zu fördern und

zu verbessern, ist es wichtig, die Rahmenbedingungen

für freiwillige Mitarbeit unter die Lupe

zu nehmen – und gegebenenfalls zu verändern.

Darum geht es im Freiwilligenmanagement.

In diesem Text nutze ich den Begriff „Freiwillige“

– wohl wissend, dass er gewöhnungsbedürftig

ist – um die „Freiheit“ und den „Willen“ zu betonen,

die hierin enthalten sind und die ich für

das Engagement in unseren Kirchengemeinden

und Einrichtungen für so wichtig halte.

Christiane Biedermann, Diplom-Sozialpädagogin

und eine der ersten, die anknüpfend an

Erfahrungen im angelsächsischen Raum in

Deutschland begonnen hat, ein Management

freiwilliger Arbeit zu etablieren, sagt: „Freiwilligenmanagement

bedeutet, freiwilliges Engagement

innerhalb einer Organisation zu planen,

zu organisieren und zu koordinieren.“

Vieles im folgenden Text ist sicher nicht neu,

sondern tägliches Brot in Kirchengemeinden,

-kreisen und –einrichtungen. Die Idee eines

Managements freiwilliger Arbeit allerdings rückt

diese Inhalte in einen anderen Blickwinkel: die

gemeinsamen Vorbereitungen, die Schulungen,

Teamtreffen oder Dank-Veranstaltungen mit

Freiwilligen und für Freiwilligein Kindergruppen,

Jugendfreizeiten, Seniorenkreisen, bei

Partnerschaftsaktionen oder Zielgruppengottesdiensten

sind nicht mehr Zuarbeit für die

eigentlichen Angebote, sondern werden als

eigener Arbeitsschwerpunkt betrachtet. Dies

bedeutet eine Verlagerung des Schwerpunkts

hauptamtlicher Arbeit. Finanzielle wie personelle

Ressourcen sind unerlässlich für das

Gelingen eines Freiwilligenmanagements.

Das heißt auch: Freiwilligenarbeit ist unentgeltlich,

aber nicht kostenlos.

Auf diesem Hintergrund wird deutlich, dass eine

veränderte Sichtweise Voraussetzung für ein

qualifiziertes Freiwilligenmanagement ist.

Herkömmlich ist der Blick

auf die Organisation mit

den unterschiedlichen Möglichkeiten

des freiwilligen

Engagements.

Im Freiwilligenmanagement gibt es zwei Blickrichtungen:

Freiwillige/r Organisation

Den bekannten Blick auf die Organisation,

also die Kirchengemeinde, den Kirchenkreis,

die diakonische Einrichtung, mit ihrem Ziel,

ihren Leitbildern, ihrem Profil, ihren Angeboten

und den Aufgaben, für die sie Mitarbeitende

braucht.

Und den (vermutlich) neuen Blick auf den oder

die potenzielle Freiwillige/n mit den besonderen

Interessen, Wünschen, Fähigkeiten und der

Engagementbereitschaft, die dieser Mensch

mitbringt.

Ein entscheidender Inhalt eines Freiwilligenmanagements

ist, die entstehende Schnittmenge

wahrzunehmen und zu nutzen. Also zu fragen:

Woran haben Menschen in unserem Stadtteil

oder im Umfeld unserer Einrichtung Interesse,

wobei und auf welche Art möchten sie sich engagieren

und was davon passt zu uns, unserer

Arbeit und unseren Zielen?

Die Schnittmenge beinhaltet die Engagementmöglichkeiten!


Natürlich gibt es das bereits: Menschen wenden

sich mit ihren Interessen an Kirchengemeinden

und z.B. Selbsthilfegruppen finden dann in Räumen

der Gemeinde statt. Allerdings geschieht

dies oftmals ohne weitere Anbindung: Wie weit

diese Angebote dann auch als Gemeindearbeit

verstanden werden und sich selbst so verstehen,

bleibt offen.

Inhalte eines qualifizierten

Freiwilligenmanagements

(nach Heinz Janning – Leiter der Freiwilligenagentur

„zeitweise“ in Bremen, einer der Ausbilder

meiner Fortbildung zur Freiwilligenmanagerin

im Ev. Bildungszentrum Bad Bederkesa)

A. Die Grundlagen

Ein Management der freiwilligen Arbeit sollte so

gestaltet sein, dass es zur jeweiligen Kirchengemeinde

oder kirchlichen Einrichtung passt.

Grundlage ist also das Leitbild oder das Profil,

sind die Ziele und Schwerpunkte der Gemeinde

oder Einrichtung. H. Janning nennt dies das

„Organisationsanliegen“. Es sollte bewusst sein

und nach innen (Hauptamtliche, Freiwillige,

KundInnen) und nach außen (Öffentlichkeit)

kommuniziert werden.

Folgende Fragen sind zu klären: Beinhaltet das

Organisationsanliegen in sich Freiwilligenarbeit?

Wird Engagement von Freiwilligen als eine

Möglichkeit gesehen, die Ziele umzusetzen?

Wird Freiwilligenarbeit genutzt, um Arbeit von

Hauptamtlichen zu ersetzen, wenn Lücken

entstehen, oder hat ihre Mitarbeit einen Stellenwert

an sich? Ist Mitarbeit von Freiwilligen eine

nicht hinterfragte Tradition oder eine bewusste

Entscheidung?

Wenn diese Fragen geklärt und Grundlagen

geschaffen sind, kann ein Freiwilligenmanagement

umgesetzt werden.

Es lassen sich zwei Felder beschreiben, denen

die Inhalte eines Freiwilligenmanagements

zugeordnet werden können: Grundsätzliche

Fragen zur Etablierung freiwilliger Arbeit und

konkrete Umsetzungen.

B. Grundsätzliches zur Einbindung

freiwilliger Tätigkeit

Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Hauptamtlichen und

Freiwilligen, zwischen Freiwilligen untereinander

und auch zwischen Hauptamtlichen untereinander

werden reflektiert und so gestaltet, dass

sie förderlich für freiwilliges Engagement sind.

Es geht um den Umgang miteinander – welche

Formen von Zusammenarbeit werden prakti-

ziert? Gibt es einen „Chef“ und „HelferInnen“?

Finden Freiwillige Unterstützung bei Hauptamtlichen

für ihre Vorhaben? Wie wird mit Konkurrenz

und Macht umgegangen?

Rollenklarheit, deutliche Zuständigkeiten und

Aufgabenbeschreibungen (vergl. C. Konkrete

Umsetzungen) ermöglichen ein Klima, das

Freiwilligenarbeit unterstützt und angenehm

macht.

Partizipation

Wo und wobei ist Mitbestimmung von Freiwilligen

möglich und gewünscht? Welche Gremien

mit welchen Entscheidungskompetenzen und

Vorgehensweisen gibt es? Und sind Wege

und Strukturen für Freiwillige transparent und

nachvollziehbar?

Ein besonderer Fall freiwilligen Engagements ist

natürlich die ehrenamtliche Kirchenvorstandstätigkeit,

die auch dadurch Auswirkungen haben

kann, dass Freiwillige a) eine Arbeitgeberfunktion

wahrnehmen und b) Entscheidungen über

andere freiwillige Arbeit in ihrer Gemeinde

treffen. In dieser Beschreibung eines Freiwilligenmanagements

gehe ich aber nicht weiter

darauf ein, sondern beziehe mich auf den Kirchenvorstand

als Gemeindeleitungsgremium,

das mit den Hauptamtlichen Verantwortung

für freiwilliges Engagement innerhalb der Gemeinde

trägt.

Gegenleistung

Anerkennung, Wertschätzung und Würdigung

sind unerlässlich im Freiwilligenmanagement.

Welche Anerkennungsformen gibt es? Welche

Art Würdigung brauchen die Freiwilligen?

Unterschiedliche Freiwillige können ganz

unterschiedliche Bedürfnisse haben, denen

Rechnung getragen werden sollte, ohne dabei

grundsätzliche Regeln innerhalb der Organisation

außer Acht zu lassen. Was für die Einen

der persönliche Dank durch die Hauptamtlichen

ist, kann für andere ein Mitfahrvorrecht bei der

Familienfreizeit oder der geringere Mietpreis

für das Gemeindehaus bei einer Familienfeier

sein.

Beachtenswert ist, dass Mitbestimmung auch

als eine Form der Anerkennung erlebt wird und

zu Zufriedenheit führen kann.

Hier sind Fantasie und Kreativität gefragt, aber

auch konsequentes Umsetzen der Ideen von

Seiten der Hauptamtlichen und des Kirchenvorstandes.

Ein Instrument, diesen Fragen intensiv nachzugehen

ist eine Organisationsanalyse im Blick

auf Stellung und Bedeutung von Freiwilligen.

Angefangen damit, ob Freiwilligenarbeit im

Leitbild oder in Zielformulierungen der Kirchengemeinde

(o.ä.) auftauchen über Klarheit der

5


6

.

Zuständigkeiten und AnsprechpartnerInnen bis

hin zu Fragen wie „Wer bekommt einen Schlüssel

für welche Räume?“ oder „Wer hat Zugang

zum Kopier- und Materialraum?“

C. Konkrete Umsetzungen

Aufgaben benennen

Unter der Fragestellung „Für welche Aufgaben

brauchen wir Mitarbeitende?“ können sehr konkrete

Aufgaben- oder Tätigkeitsprofile erstellt

werden.

Es wird genau beschrieben:

- Wichtige Angaben zur Organisation

- die Aufgabe mit allen dazugehörigen

Tätigkeiten

- Kenntnisse und Fähigkeiten, die erwartet

werden

- der benötigte Zeitumfang, evtl. auch konkrete

Zeiten

- Beginn und Ende der Tätigkeit

- Leistungen der KG: Ansprechpartner/in,

Einarbeitung, Begleitung, Fortbildung, ggfs.

Aufwandsentschädigung, Versicherung

Hilfreich habe ich hierbei erlebt, wenn Freiwillige

am Erstellen dieser Profile beteiligt sind, da

sie ihren Blickwinkel einbringen und durchaus

konkreter sind, z. B. wenn es um Fähigkeiten

und Kompetenzen geht.

Für die Veröffentlichung dieser Aufgabenprofile

muss ein der Organisation entsprechender Weg

gesucht werden. Hat z.B. der Gemeindebrief

einen hohen Stellenwert, könnten sie dort veröffentlicht

werden. Sie können im Gemeindehaus

aushängen oder im Kirchenbüro ausliegen.

Oder sie werden jeweils im konkreten Fall von

der/dem Freiwilligenmanager/in zur Verfügung

gestellt.

Bei der Frage nach Aufgabenfeldern für Freiwilligenarbeit

sind klare Rollendefinitionen wichtig

und in welchem Verhältnis die Aufgaben von

Hauptamtlichen und Freiwilligen zueinander

stehen.

Es gibt drei Möglichkeiten:

Die Substitution (Ersatz, Vertretung): Im besten

Falle funktioniert diese Vertretung in beide

Richtungen, üblich ist eher, dass Freiwillige

die Hauptamtlichen vertreten, da wo diese die

Arbeit nicht schaffen.

Ein integratives (unterstützendes) Verhältnis:

Freiwillige und Hauptamtliche machen die

gleiche Arbeit und Hauptamtliche unterstützen

Freiwillige dabei, z.B. in Gottesdienstvorbereitungsgruppen,

in Seniorenkreisen, die im

Wechsel von Hauptamtlichen und Freiwilligen

organisiert werden.

Ein autonomer (ermöglichender) Umgang:

Freiwillige arbeiten eigenständig, Hauptamtliche

ermöglichen dies (verwaltungsmäßig und konzeptionell)

und das alleine ist ihre Aufgabe.

Ein sehr konsequentes Freiwilligenmanagement

geht davon aus, dass die dritte Variante

das einzige Zukunftsmodell ist.

„`Gute, kleine und konkrete` Tätigkeitsfelder

werden entworfen, die mit `eindeutigen Trennschärfen`

zu hauptamtlichen Aufgabenfeldern

versehen sind. Haupt- und Ehrenamtliche

sollten sich dabei nicht gleich lautende Aufgaben

teilen, sondern deutlich unterscheidbare

bzw. sich ergänzende, um darüber nicht in eine

ungewollte Konkurrenz zu geraten.“ (C. Biedermann,

Die Zusammenarbeit mit Freiwilligen

organisieren, in: D. Rosenkranz, A. Weber,

Freiwilligenarbeit, S. 83)

Meine Beobachtung ist, dass tatsächlich, da

wo eine freiwillige Tätigkeit viel Selbständigkeit,

Mitbestimmung und Verantwortung mit sich

bringt, auch viel Energie ist und die Menschen

ihre Aufgaben engagiert und profiliert wahrnehmen.

Für das Beschreiben von Aufgabenprofilen heißt

das, sich im Voraus darüber klar zu werden, wie

die Rahmenbedingungen für die einzelnen Aufgabenbereiche

gesteckt sein sollen. Wie viel

Eigenständigkeit und Selbstverantwortung wird

gewünscht und kann die Gemeinde, sprich die

Hauptamtlichen oder auch der Kirchenvorstand

auch gewährleisten, dass diese Arbeit dann

getragen und unterstützt wird?

Such-Profile:

Geeignete Personen finden

Für die unterschiedlichen Aufgabenbereiche

innerhalb einer Gemeinde oder Einrichtung

werden ebenso unterschiedliche Menschen

gebraucht. Hier ist es hilfreich, entsprechend

dem jeweiligen Aufgabenprofil ein Suchprofil

zu entwickeln, das heißt, sich darüber klar zu

werden, wo die für eine Aufgabe geeigneten

Menschen gefunden werden könnten.

Harte Faktoren wie Alter, Geschlecht sind ebenso

zu berücksichtigen wie weiche Faktoren wie

Fähigkeiten und Kompetenzen, die wir uns von

den Freiwilligen wünschen.

Lebensphasen (Schul- , Ausbildungszeit, Elternzeit,

Berufsphase, Nachberufsphase,...) wie

Lebenslagen (vom Thema betroffen, Arbeitslosigkeit,

Single, Familie, Neuzugezogen,...)

werden bedacht.

Beispielsweise brauche ich für eine Schularbeitenhilfe

Menschen, die intellektuell wie

psychisch dazu in der Lage sind und die die

entsprechenden zeitlichen Ressourcen zur

Verfügung haben. Ich muss also überlegen,


welche Ausbildung oder Lebenserfahrung

Freiwillige mitbringen sollten und ob sie genug

Selbstsicherheit und Einfühlungsvermögen mitbringen.

Ganz praktisch müssen sie aber auch

nachmittags Zeit haben. Neben Eltern in der

Familienphase kommen dann möglicherweise

auch StudentInnen oder Vorruheständler in

den Blick.

Auch die Motive potenzieller Freiwilliger sollten

wir bei der Suche beachten.

Ganz grob unterteilt können wir vier Motiv-Typen

unterscheiden:

• Helfen –

„Ich engagiere mich, um etwas Gutes

zu tun.“

• Pflichtbewusstsein –

„Die Arbeit muss ja getan werden.“

• Eigenbezug –

„Ich habe selbst etwas von meinem

Engagement.“

• Gestalten –

„Ich möchte mitbestimmen und etwas

aufbauen.“

Die ersten Beiden sind eher bei Menschen zu

finden, die sich traditionell und langfristig in

Kirchengemeinden engagieren. Die anderen

beiden sind eher bei jüngeren Freiwilligen zu

finden. Oft sind die Motive vom Lebensalter

und Lebenserfahrungen beeinflusst. Wichtig

ist, dass alle Motive ihre Berechtigung haben

und nebeneinander bestehen dürfen.

Wenn wir beschreiben können, für welche

Personentypen, gesellschaftliche Gruppen und

Menschen mit welchen Motiven die beschriebenen

Aufgaben samt Rahmenbedingungen

geeignet sein können, können wir eher entscheiden,

wo sie zu finden sind und mit welchen

Mitteln und über welche Wege sie zu erreichen

sind. Hierbei bleibt natürlich die persönliche Ansprache

der effektivste Weg. Allerdings können

wir uns Frustrationen ersparen, indem wir tatsächlich

nur die Personen ansprechen, die nach

diesen Vorüberlegungen in Frage kommen.

Beispielsweise haben wir für ein generationenübergreifendes

Projekt (ein offenes Gemeindehaus

jeden Mittwoch mit einem Essensangebot)

folgende Menschen gewinnen können:

- nicht berufstätige bzw. teilzeit berufstätige

Frauen (Lebenslage)

- Frauen am Ende der Berufstätigkeit, junge

Mütter, Konfirmanden-Mütter (Lebensphase)

- Interessierte an konzeptionellem Arbeiten

(Motiv „Gestalten“)

- Kochbegeisterte Frauen, die auch 30-40

Portionen bewältigen (Fähigkeiten)

Wir haben gezielt Frauen, auf die ein oder mehrere

dieser Punkte zutrafen, angesprochen, nur

selten Absagen bekommen, aber immer wieder

Tipps „Fragt doch mal...!“ und konnten so für

die Einstiegsphase ein gut arbeitsfähiges Team

zusammenstellen.

Kontakte zu potenziellen Freiwilligen

knüpfen

Um freiwilliges Engagement in unserer Kirchengemeinde

oder Einrichtung attraktiv zu machen,

sind dies wichtige Voraussetzungen:

- Die Organisation und die Freiwilligenarbeit

brauchen ein gutes Image

- Freiwillige und Hauptamtliche gehen mit einem

positiven Bild an die Öffentlichkeit und in ihre

sozialen Bezüge

- Mund-zu-Mund-Propaganda ist ein wichtiger

Faktor

- Freiwillige sehen sich selbst als Multiplikatoren

- Zusammenarbeit mit Freiwilligenagenturen

kann das Image weitertragen

Ein erstes Gespräch zwischen Interessierten

und dem oder der FreiwilligenmanagerIn oder

einem oder einer Hauptamtlichen wird dazu

genutzt herauszufinden, wie ein Engagement

aussehen kann. In diesem „Matching“ genannten

Gespräch wird die Schnittmenge zwischen

Organisation und Freiwilligem/r, die die Engagementmöglichkeiten

enthält, wieder relevant.

Es werden „Passungen“ gesucht, das heißt, es

wird abgeglichen, ob Erwartungen, Wünsche

und Voraussetzungen beider Seiten zueinander

passen.

Inhalte dieses „Matching“-Gespräches sind:

- Informationen über freiwilliges Engagement

in dieser Organisation

- Motivation, Erfahrungen, Interessen, Fähigkeiten

des Freiwilligen

- Schwierigkeiten, Hindernisse

- Einkreisen und Auswahl möglicher Tätigkeiten

und Informationen dazu

- Schritte des Vorgehens

- Vereinbarungen

Drei Anknüpfungspunkte erlebe ich bei solchen

Gesprächen: Menschen interessieren sich für

eine bestimmte Tätigkeit; Menschen kommen

und sagen „Ich möchte in Ihrer Gemeinde irgendetwas

tun.“ und Menschen werden von mir auf

eine Mitarbeit hin angesprochen.

Immer sollte dieses Gespräch mit Zeit und

Einfühlungsvermögen geführt werden, so dass

spätere Enttäuschungen möglichst vermieden

werden.

Wenn dieses Gespräch ernst genommen wird,

kann dabei auch herauskommen, dass ein/e

potenzielle/r Freiwillige/r sich für einen Einstieg

in eine ganz andere als die ursprünglich


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.

gewünschte Tätigkeit entscheidet oder spürt,

dass eine freiwillige Tätigkeit zu dem Zeitpunkt

nicht das Richtige ist. Das Ergebnis kann sogar

sein, dass – um im Bild der zwei Kreise zu

bleiben - die Schnittmenge so gering ist, dass

ein Engagement in einer anderen Organisation

viel passender und dann auch befriedigender

für den/die Freiwillige/n ist. Wenn von diesem

„Matching-Gespräch“ nicht das Gefühl bleibt

„Die wollen mich nicht.“ sondern „Die haben

mir geholfen, das Richtige für mich zu finden.“

fördert auch dies ein positives Image. Eine

junge Frau hat sich vor einigen Jahren nach

einem intensiven Gespräch mit meiner Kollegin

für eine Mitarbeit beim Kinderschutzbund

entschieden, weil sich zu dem Zeitpunkt keine

passende Möglichkeit für ihre Interessen in unserer

Gemeinde fand. Heute engagiert sie sich

nach wie vor im Kinderschutzbund und leitet

aber nach der Geburt ihres ersten Kindes eine

Eltern-Kind-Gruppe in unserer Gemeinde.

Integration und Unterstützung bieten

Ein/e Freiwilligenmanager/in in der Kirchengemeinde

oder in der diakonischen Einrichtung

oder z.B. für einen Arbeitsbereich im Kirchenkreis

wäre die beste Voraussetzung für ein

qualifiziertes Freiwilligenmanagement.

Ein- und Ausstieg, Begleitung, Fortbildung und

Motivation, Ansprechbarkeit und ein Beschwerdemanagement

könnten hierüber gewährleistet

werden.

Auch Teams für Arbeitsbereiche sind hilfreich

für freiwillige Arbeit, hier gibt es Unterstützung

und ein Gemeinschaftserleben, Kontakte unter

Freiwilligen bekommen Raum und werden

gefördert.

Eine Einführung in einem gottesdienstlichen

Rahmen verbunden mit einem Segen für die

Tätigkeit kann das Besondere eines Engagements

im kirchlichen Raum unterstützen

Besondere Daten im Kirchenjahr könnten für

Feste oder Ehrungen vorbehalten sein.

Die zuständigen Hauptamtlichen sollten erreichbar

und ansprechbar sein.

Fortbildungsangebote, können intern angeboten

werden oder extern ermöglicht werden, eine

Kostenregelung sollte grundsätzlich getroffen

werden.

Anerkennungssysteme, die der „Kultur“ der

Organisation und den Bedürfnissen der Freiwilligen

entsprechen, sorgen für ein angenehmes

Klima des Miteinander-Arbeitens und- Unterwegsseins.

Wenn beide Seiten – die Kirchengemeinde und

die Freiwilligen – einen Gewinn haben, also

eine „Win-Win“-Situation geschaffen wird, ist

ein Freiwilligenmanagement gelungen.

Ausstieg organisieren

Genau wie der Anfangspunkt muss auch der

Endpunkt deutlich gesetzt werden. „Frau X gestaltet

nächste Woche/nächsten Monat das letzte

Mal mit uns den Seniorenkreis.“ Das gibt auch

den Teilnehmenden die Möglichkeit, sich darauf

einzustellen und sich zu verabschieden.

Gerade auch bei langfristigem Engagement

müssen Ausstiegsmöglichkeiten ohne

schlechtes Gewissen möglich sein. Die Tätigkeit

zu beenden, liegt in der Freiheit der

Freiwilligen.

Bei projektorientiertem Engagement sollte das

Ende mit festgelegt werden. Bei sporadischer

Mitarbeit ist es oft schwierig, da ein Ausstieg

von Seiten der Freiwilligen eher schleichend geschehen

kann. Der Vorschlag eines eindeutigen

Abschlusses von Seiten der Hauptamtlichen

kann da hilfreich sein.

Wichtig ist, kurzfristige oder sporadische Mitarbeit

genauso zu würdigen wie ein Engagement,

das über Jahre gewährt hat. Für die jeweiligen

Freiwilligen ist die eine oder die andere Variante

das Richtige gewesen

Ein Abschied und ein Ritual dafür im entsprechenden

Rahmen sind wesentlich. Das kann

im Gottesdienst sein, aber ebenso gut innerhalb

der Arbeit, in der sich der/die Freiwillige

engagiert hat oder im Mitarbeitendenkreis des

entsprechenden Arbeitsbereiches.

Weiterentwicklung:

Erfolge überprüfen

Hierzu gehören Überprüfungen der Aufgabenprofile,

der Anerkennungssysteme und der

Unterstützungs- und Fortbildungsmaßnahmen

durch Hauptamtliche, Freiwillige und KundInnen.

Genauso gehört dazu eine Leitbild-Überprüfung

in Bezug auf die Ziele der Kirchengemeinde

oder der kirchlichen Einrichtung und ihre Auswirkungen

auf die Stellung und Bedeutung der

Freiwilligen.

Wünschenswert ist für mich, wenn - auch gerade

angesichts der Situation und Diskussionen

in unserer Landeskirche – deutlich werden

kann:

Die Lebendigkeit in unseren Gemeinden und

Einrichtungen kann durch Freiwilligenarbeit

und ihr qualifiziertes Management nur gestärkt

werden, zum Guten der „Organisation“ und der

Freiwilligen.

Claudia Gerke


modelle und Projekte

aus der arBeit Von

diakonen und diakoninnen

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ehrenamtliche juGendliche

im sozialen BrennPunkt

Arbeit mit Kindern in der Willehadi-Kirchengemeinde, Garbsen

.

Das Gemeindezentrum der Willehadi-Kirchengemeinde

liegt mitten im Stadtteil Garbsen

– Auf der Horst, einem sozialen Brennpunkt.

Zur Gemeinde gehört ein weiterer Stadtteil,

der eher mittelschichtsorientiert ist. In meinen

Ausführungen beschränke ich mich auf die

Jugendlichen, die sich bei Willehadi in der Kinderarbeit

engagieren.

Aufgaben benennen

Die ehrenamtlichen Jugendlichen sind hauptsächlich

in der Kinderarbeit, wenige auch im

Konfirmandenunterricht der Willehadi–Gemeinde

aktiv. Zur Kinderarbeit gehören eine

Kindergruppe, die von zwei Frauen eigenständig

geleitet wird, in meiner Regie als Diakonin

ein einmal wöchentlich stattfindender Offener

Kindernachmittag, die Kinderkirche alle sechs

Wochen und über das Jahr verteilt Projekte für

Kinder im Stadtteil, teilweise mit Übernachtung

und mit wechselnden Kooperationspartnern (Diakonisches

Werk, städtische Mitarbeiterinnen,

kath. Gemeinde) sowie Freizeiten.

Die Ehrenamtlichen in der Offenen Arbeit „Auf

der Horst“ sind mehrheitlich Jungen und Haupt-

schüler. Sie sind in einem ähnlichen Milieu

aufgewachsen wie die Kinder und somit mit

deren Lebensumständen vertraut. Das spüren

die Kinder.

Die Jugendlichen übernehmen zu Beginn kleine

begrenzte Aufgaben und entwickeln daraus

nach und nach eigene Ideen und Angebote.

Gleichzeitig fällt es den Jugendlichen manches

Mal schwer, sich an Absprachen zu halten, das

Gefühl für Verbindlichkeit das Zutrauen in die

eigenen Fähigkeiten muss langfristig erarbeitet

werden. „Ich habe Verantwortung“, „Ich kann

mein Leben und mein Umfeld mitgestalten“

– was Jugendliche aus der Mittelschicht eher

für sich in Anspruch nehmen -, damit tun sich

Kinder aus sozial benachteiligten Familien viel

schwerer, auch als Ehrenamtliche.

Gut läuft die Vorbereitung und Durchführung

von zeitlich begrenzten Projekten. Die praktische

Arbeit ist überschaubar und der zeitliche

Einsatz der Jugendlichen hoch. Besonders bei

unseren niedrigschwelligen Angeboten, z.B. das

Aufsuchen der Kinder in den Straßen, in denen

sie wohnen, sind einige der Jugendlichen sehr

motiviert dabei, legen Wert darauf, von Anfang

an, also von den ersten Vorbereitungen

bis zum Aufräumen

dabei zu sein. Familie und

Freunde der Ehrenamtlichen

werden hier und da spontan

mit einbezogen.

Bei religiösen Inhalten oder

wenn es um die kognitive

Vermittlung geht, sind die Jugendlichen,

die von der Hauptschule

kommen, erst mal zögerlich

in der Beteiligung und

im Einbringen eigener Ideen

oder dem Erzählen biblischer

Geschichten. Erst nach langen

Erfahrungen als Mitarbeitende

entwickeln einige das Selbstvertrauen

auf diesem Gebiet in

ihre Fähigkeiten und beteiligen

sich zum Beispiel neben der

Kinderkirche auch an Einschulungsgottesdiensten.

Meine Aufgabe als Diakonin

ist es, mit den Jugendlichen

die Reflektion ihrer Mitarbeit

zu fördern, gemeinsam mit


ihnen zu planen und sie bei der Entwicklung

von Selbstvertrauen zu unterstützen. Das heißt

auch, sie zu fordern, Bedingungen und Grenzen

der Mitarbeit zu benennen.

Suchprofile:

Geeignete Personen finden

Wen wollen wir – oder auch: wer findet zu uns?

Oft sind es Jugendliche, die selbst als Kinder

Teilnehmende an unseren Angeboten waren

oder die ich im Konfirmandenunterricht erlebt

habe. Mir ist wichtig, dass sie den Ort, an dem

sie mitarbeiten, als Kirche wahrnehmen und

dass sie sich mit der Gemeinde identifizieren

können. In unserer Arbeit mit den Kindern brauchen

wir Mitarbeitende, die sich auf die Kinder,

auf ihren Hintergrund einlassen können, die

sich in sie hineinversetzen können. Das sind

oft diejenigen, die aus einem ähnlichen Milieu

kommen.

Besonders Mädchen haben wenig Zutrauen in

ihre eigenen Fähigkeiten in der Mitarbeit. Verantwortung,

die über den häuslichen Rahmen

hinausgeht, fällt ihnen häufig schwerer.

Bei der Gewinnung von neuen Jugendlichen ist

es für mich als Hauptamtliche wichtig, Aufgaben

für sie zu finden, die ihren Voraussetzungen

entsprechen - dazu eignen sich besonders

niedrigschwellige Angebote im Stadtteil - und

sie nach und nach mehr zu fordern.

Integration und Unterstützung bieten

Die Integration und Unterstützung der Ehrenamtlichen

geschieht sowohl im Vollzug

der Arbeit als auch in der Weiterbildung der

Jugendlichen. Die Hürde, in einer Jugendleiterschulung

mitzumachen, ist für einige sehr

hoch. Das Bildungsgefälle ist gerade in diesen

Kursen spürbar und eine Grenze. Zeitweise ist

es uns in einem Kurs mit Nachbargemeinden

gelungen, die Zugangsschwelle ein wenig

niedriger zu setzen. Dennoch ist eine hohe

Motivation nötig.

Allein schon der Kontakt zu Jugendlichen aus

anderen Gemeinden ist sinnvoll. Die Jugendlichen

„Auf der Horst“ verlassen selten ihren

Stadtteil. Die Kurse sind eine gute Möglichkeit,

das zu fördern, sowohl im Praxisbereich als

auch während des Kurses. Die Ausweitung des

eigenen Aktions-Radius erhöht auch gleichzeitig

die Identifikation und die Auseinandersetzung

mit der eigenen Gemeinde.

Eine wichtige Anerkennung ihrer Arbeit ist die

Möglichkeit zur Teilnahme an Freizeiten als

Mitarbeiter. Weiterhin gibt es ein alljährlich

stattfindendes „Dankeschönfest“ für alle Ehrenamtlichen

der Gemeinde. Hier werden die

Jugendlichen von den Mitarbeitenden aus allen

Generationen wahrgenommen und erzählen mir

hinterher von ihren Gesprächen und dem Lob,

das sie für ihre Arbeit bekommen haben.

Von sich aus fordern die Jugendlichen wenig

Mitbestimmung. Das ist bei Jugendlichen mit

höherer Schulbildung anders. Auseinandersetzungen

hervorzulocken und zu fördern ist

ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit. Wenn

das passiert, ist das ein Zeichen dafür, dass

die Identifikation mit der eigenen Rolle, der

eigenen Mitarbeit wächst. Statt zu Schweigen

und Rückzug kommt es auch mal zu offenen

Konflikten, was meist hilfreich für die weitere

Zusammenarbeit ist.

Ausstieg organisieren

Der Ausstieg aus der Mitarbeit ist nicht so einfach.

Durch die schon oben erwähnte Spontaneität

geschieht der Ausstieg oft von heute auf

morgen. Manchmal kann sich der Mitarbeiter

trotz inszenierter Verabschiedung aus der Arbeit

und von den Kindern dann doch nicht lösen. Die

Jugendlichen verlassen, auch wenn sie eine

Ausbildung machen, in der Regel ihren Stadtteil

nicht, sie bleiben und es bleibt die Frage, welche

neue Anbindung benötigen sie in der Gemeinde

und wie kann ich sie dabei unterstützen?

Diakonin Heike Voskamp, Jahrgang 1958,

Studium an der Ev. Fachhochschule Hannover,

Dipl.-Religionspädagogin, seit 1983 als Diakonin in der ev.-luth. Willehadigemeinde

in Garbsen – Auf der Horst. Schwerpunkte: (Offene) Kinderarbeit,

Kinderkirche, Projekte und Freizeiten mit Kindern, Konfirmandenarbeit,

Partnerschaftsarbeit.


2

sPrenGeljuGendkirchentaG

hannoVer 2004

Organisation der Open-Air-Bühne mit ehrenamtlichen Jugendlichen

.

Der Sprengeljugendkirchentag (SPJKT) im September

2004 war eine Großveranstaltung für

Jugendliche in und um die neue Jugendkirche

in Hannovers Nordstadt. Rund 500 Jugendliche

waren zu dem Tag, der unter dem Motto

„FEEL GOD – FEEL GOOD“ stand, als Gäste

gekommen. Über 250 haupt- und ehrenamtliche

Mitarbeitende haben zum Gelingen des Tages

beigetragen. Einer der fünf Themenbereiche

war die Organisation der Open-Air-Bühne, für

die ich die Hauptverantwortung übernahm.

Aufgaben benennen

Für den Bereich der Open-Air-Bühne gab es

in vielfacher Hinsicht Aufgaben zu berücksichtigen,

wie beispielsweise die atmosphärischfreundliche

Gestaltung des Backstagebereiches

(Backstagezeltaufbau und -einrichtung) und

auch die Betreuung der Künstlerinnen und

Künstler. Hier ging es vorrangig um Gastfreundschaft.

Die eingesetzten Helfer sollten

- „Anpacken können“ z. B. Material wuchten,

schleppen, auf- und abbauen,

- Freude und Identifikation mit bzw. an Musik-,

Kultur- und Bühnenprogramm haben,

- Kommunikations-/Informationsfähigkeit besitzen

(Wissen, was wann wo läuft und dieses

weiterkommunizieren können),

- Teamfähigkeit haben.

Wie auch immer das Tätigkeitsprofil bei einzelnen

Projekten aussieht, scheinen mir drei

Dinge in allen Bereichen der Jugendarbeit für

die Jugendlichen bedeutsam:

- die Aktion muss den Jugendlichen Spaß machen

(Eigenmotivation)

- sie müssen an der Gestaltung inhaltlich mitwirken

können (Partizipation)

- sie müssen eine zeitlich begrenzte Verbindlichkeit

eingehen (Kooperation)

Die Erfahrungen mit den Mitarbeitenden für

die Open-Air-Bühnengestaltung, insbesondere

auch von den mitwirkenden Künstlerinnen und

Künstlern, waren durchweg positiv. Für mich als

Hauptamtlicher bestand die Aufgabe in erster

Linie darin, selbst motivierend zu wirken und

sowohl für die Sache aber insbesondere auch

zur Mitarbeit zu begeistern. Weiterhin kam es

mir darauf an, die Wichtigkeit des gesamten

Sprengeljugendkirchentages hervorzuheben

und zu verdeutlichen, dass dieser ohne die

tatkräftige Unterstützung von ehrenamtlichen

Mitarbeitenden wohl denkbar, aber nicht durchführbar

wäre.

Suchprofile:

Geeignete Personen finden

In Bezug auf die Open-Air-Bühnenvorbereitung

hatte ich vor allem eine Anzahl von Jugendlichen

vor Augen, die sich gemeinsam auf der

letzten von uns durchgeführten Mitarbeiterschulung

zur Ausbildung zur Jugendgruppenleiterin

bzw. zum Jugendgruppenleiter kennen gelernt

hatten. Zum Teil waren es Freundinnen und

Freunde aus gleichen Wohngebieten, zum

Teil aber hatten sich auch neue Kontakte und

Freundschaften zu Jugendlichen aus anderen

Ortschaften entwickelt. Diese Jugendlichen

wurden von mir zunächst mündlich angesprochen,

ob sie grundsätzlich Interesse hätten

mitzuarbeiten und schließlich schriftlich zu

einem ersten Vorbereitungstreffen eingeladen.

Grundsätzlich stehen wir mit unserer Arbeit

innerhalb des Verbandes der Evangelischen Jugend

allen Jugendlichen offen. Nicht zwingende

Voraussetzung, aber von Vorteil ist dabei, wenn

sie schon Erfahrungen als Mitarbeitende oder

aber beispielsweise als Teilnehmende in der

Ev. Jugendarbeit gemacht haben. Primär aber

suchen wir verbindliche bzw. zuverlässige Mitarbeitende.


Kontakt zu potentiellen Ehrenamtlichen

knüpfen

Im Rahmen der (all)täglichen Jugendarbeit des

Kreisjugenddienstes komme ich immer wieder

in Kontakt mit jugendlichen und jungen erwachsenen

Mitarbeitenden, die sich in unterschiedlichen

Bereichen der Jugendarbeit engagieren

oder als Teilnehmende bei Veranstaltungen,

Freizeiten bzw. Aktionen dabei waren. Der

„Pool“ dieser Zielgruppe besteht aus teilweise

langjährig tätigen, wie auch aus neu dazu kommenden

und spontan über Freundinnen und

Freunde dazu stoßenden Jugendlichen.

Die persönliche Ansprache von mir als Hauptamtlichen

ist und war allerdings auch bei der

Werbung zur Mitarbeit für die Open-Air-Bühne

nur ein Baustein neben anderen. Mindestens

genauso, wenn nicht noch viel bedeutsamer ist,

wie sich die Jugendlichen selbst als Multiplikatoren

einbringen und für die Sache beispielsweise

bei Freundinnen und Freunden oder in

der Schule werben.

Positiv stelle ich immer wieder aufs Neue fest,

dass sich fast jede und jeder die bzw. der persönlich

von uns angesprochen wird, sich auch

(sofern der Terminkalender es zulässt) bereit

erklärt, irgendeinen Part zu übernehmen. Für

andere etwas zu tun ist dabei sicherlich die eine

Seite der Motivation. Für sich selbst auch etwas

dabei herauszuziehen (Anerkennung, Spaß,

Gemeinschaftsgefühl, neue Lernerfahrungen

etc.) ist ein eben so wichtiges Motiv, das genauso

legitim ist, wie das erstgenannte Motiv

des sozialen Engagements.

Integration und Unterstützung bieten

Eine informelle Einführung in die Aufgaben der

Open-Air-Bühnenbetreuung gab es schon im

Vorlauf bei den persönlichen Gesprächen mit

den Jugendlichen. Bei dem ersten offiziellen

Treffen fanden sich schließlich 2 Ehren- und

4 Hauptamtliche zusammen und nach einer

kurzen Vorstellungsrunde wurde ein erstes

Brainstorming vorgenommen. Beim zweiten

Treffen wurde schließlich das Raster des Bühnenprogramms

gemeinsam konkretisiert und

eine Aufgabenverteilung vorgenommen, wer

in welchen Bereichen, wann welche Aufgaben

übernimmt. Der endgültige Übersichts-Plan

sowohl über das Bühnenprogramm, als auch

wer wann wo mitarbeitet stand schließlich nach

dem dritten Treffen fest

Der Einfallsreichtum und die Kreativität der Jugendlichen

war enorm. Insbesondere bringen

sie als Jugendliche das ein, was sozusagen

bei Jugendlichen „in“ ist. Diese unmittelbare

Nähe ist ein wahrer Schatz und lässt Ideen

zu, die dann auch quasi automatisch nah an

dieser Zielgruppe sind. Neben der Weitergabe

von zentralen und detaillierten Informationen

bestand ein Großteil meiner Aufgabe darin,

die Gesamtkoordination federführend zu verantworten.

Auf den Punkt gebracht könnte ich

auch formulieren: Die Rolle für mich als Hauptamtlicher

bestand darin, leitender Partner und

partnerschaftlicher Leiter für die Ehrenamtlichen

zu sein. Ich halte es einerseits für wichtig, als

Hauptamtlicher für Transparenz zu sorgen,

warum bestimmte Ideen nicht umsetzbar waren

(beispielsweise Finanzen/oder Künstlerabsagen

aufgrund von Terminschwierigkeiten).

Andererseits galt es auch, konkret Lob auszusprechen

und in einer bestimmten Form

für Identifikation und Anerkennung zu sorgen.

Zudem wurde beim Abschlusssegen des SPJKT

in der Kirche noch einmal allen Mitwirkenden

aus den unterschiedlichen Bereichen ein ausdrücklicher

Dank ausgesprochen, der durch die

jugendlichen Gäste jeweils immer mit Applaus

bedacht wurde.

Ausstieg organisieren

Ein ordentlicher Ausstieg - insbesondere nach

einer so gelungenen Aktion - muss sein! Die

erlebte, gestaltete und geteilte Freude sich

noch einmal zu vergegenwärtigen und dafür

zu danken gehört auch zur Wertschätzung

der Ehrenamtlichen dazu. So wurden alle Mitarbeitenden

zu einem großen Dankeschönabend

in die Jugendkirche eingeladen, bei dem

einerseits eine anhand eines Rasterbogens

vorgefertigte Auswertung in Kleingruppen

vorgenommen wurde. Zum anderen standen

aber auch ein offizielles Dankeschön mit Buffet

sowie eine Beamerpräsentation mit Fotos vom

SPJKT auf dem Programm. Diese bekamen alle

Mitarbeitenden als Dankeschön-CD-Geschenk

überreicht.

Diakon Michael Benkowitz, Jahrgang 1964,

Studium an der Ev. Fachhochschule Hannover, Dipl.-Religionspädagoge,

berufsbegleitendes Studium für außerschulische Jugend- und Erwachsenenbildung

an der Universität Hannover, dipl.päd., Moderatorenausbildung.

Berufspraktikum in Aurich, anschließend Diakon in Hannover (Jugendzentrum),

zurzeit Diakon im Kirchenkreis Burgdorf als Kreisjugendwart und

Mitarbeitervertreter.

3


4

„kids for konfi“ in sarstedt

Eltern und Großeltern engagieren sich für den Vorkonfirmandenunterricht

.

„Man lernt nur von denen etwas, die man mag

und denen man vertraut.“ Diese pädagogische

Erfahrung qualifiziert Eltern und Großeltern in

Sarstedt für den ehrenamtlichen Konfirmandenunterricht

mit Kindern. Seit 200 wird hier der

Konfirmandenunterricht für sechs Kirchengemeinden

nach dem Modell von Hoya durchgeführt:

Die Vorkonfirmanden gehen in die 4.

Klasse. Der Unterricht wird von den erwachsenen

Begleitern der Kinder – Eltern, Großeltern

oder Paten – gemeinsam vorbereitet.

Aufgaben benennen

Die Ehrenamtlichen haben eine klare Vorstellung

von den Aufgaben, die auf sie zu kommen:

In erster Linie geht es um die zu unterrichtende

Konfi-Kindergruppe, die sich wöchentlich eine

Stunde lang trifft. Dazu kommt die Elternvorbereitungsgruppe,

die für ein knappes Jahr alle

vierzehn Tage abends für zwei Stunden stattfindet.

Hier werden die ehrenamtlichen Eltern

und Großeltern auf die Gruppenstunden mit den

Kindern vorbereitet. Was die zeitliche Belastung

bedeutet, wird manchmal erst im Laufe des Jahres

deutlich. Das kann zu Schwierigkeiten und

manchmal sogar zum Abbruch der ehrenamtlichen

Aufgabe führen, wenn außerplanmäßige

Belastungen wie z. B. eine Krankheit der Kinder

dazukommen.

Die Konfi-Gruppen bestehen aus fünf bis sechs

Kindern, die einmal wöchentlich für eine Stunde

zusammen kommen. Meist führt ein Erwachsener

die Kindergruppe alleine, manchmal teilen

sich auch zwei Erwachsene diese Aufgabe. Bewährt

hat sich die Zweierkonstellation aber nur

in den Fällen, in denen sich die beiden schon

vorher kannten und meist auch miteinander

befreundet waren. Für manche ist auch der

hohe Grad an Verbindlichkeit und Verantwortung

schwierig.

Suchprofile:

Geeignete Personen finden

Voraussetzung für diese Aufgabe ist, es sich

selbst zuzutrauen, Lust dazu zu haben, ebenso

wie Verlässlichkeit und freie Kapazitäten. Das

hört sich für ein „Suchprofil“ zugegebener Maßen

ein wenig dürftig an, hat sich aber bewährt.

Die Einschätzung der Menschen im Vorfeld ist

nämlich eine sehr ungenaue Sache. Wir Hauptamtlichen

haben so manches Mal gedacht:

„Na, ob das gut geht?“ und es ging wunderbar,

die Kinder waren mit Feuereifer dabei. Und an

anderen Stellen, an denen wir eigentlich keine

Fragen an Zuverlässigkeit, Sprachfähigkeit

oder ähnlichem hatten, taten sich Probleme

auf. Aber in der Elternvorbereitungsgruppe

stellt es sich dann im Laufe der Zeit heraus, ob

alle Ehrenamtlichen glücklich mit der neuen

Aufgabe sind oder nicht. Für Interventionen bin

ich dann zuständig.

Die Konsolidierung der Elterngruppe dauert

fast ein viertel Jahr. In der Regel ist es so, dass

die ehrenamtlichen Eltern und Großeltern in

die Arbeit hineinwachsen und sich selbst und

die Kinder gut einschätzen können. Die letzte

Verantwortung liegt bei mir, einzugreifen, wenn

jemand beginnt, Aufgaben zu vernachlässigen,

es jemandem zu viel wird oder andere Schwierigkeiten

auftauchen.

Kontakt zu potenziellen Ehrenamtlichen

knüpfen

Meine Stelle und die damit verbundene Arbeit

als begleitende Hauptamtliche sind auf

regionaler Ebene angesiedelt. Deshalb liegt

die Gewinnung der mitarbeitenden Eltern und

Großeltern in deren Hand. Bereits lange im

Vorfeld haben sie die neue Generation der

zukünftigen Vorkonfirmanden im Blick. Bei

anstehenden Kasualien, Geburtstags- oder


Zugezogenenbesuchen bedenken sie immer

auch die Gewinnung der neuen ehrenamtlichen

Eltern und Großeltern für den Vorkonfirmandenunterricht

und fragen gegebenenfalls schon

einmal an.

Ein weiterer Ort der Werbung ist der Informationsabend,

an dem die Eltern in jeder

Gemeinde zusammen kommen, um sich über

„kids for konfi“ zu informieren. Im Laufe dieser

Abende stelle ich die ehrenamtliche Aufgabe

vor und benenne die Vorteile: einen besonderen

Kontakt zu den eigenen Kindern oder Enkeln;

neue, eigene Zugänge zu christlichen Inhalten;

die Elterngruppe als tragfähige Gemeinschaft

in netter Atmosphäre. Wenn im Anschluss an

den Informationsabend noch nicht genügend

Eltern oder Großeltern gefunden sind, gehen

die Pastoren und die Pastorin telefonisch oder

mit Hausbesuchen auf einzelne Familien zu,

um für die Mitarbeit zu werben. Dass sich Eltern

oder Großeltern von sich aus melden und die

Bereitschaft zur Mitarbeit erklären, ist eher die

Ausnahme.

Integration und Unterstützung bieten

Die Treffen der Elterngruppe beginnen Wochen

vor den Gruppenstunden der Vorkonfirmanden.

Dieser Vorlauf hat den Sinn der Gruppenfindung.

Die Elterngruppe wird von mir vorbereitet und

durchgeführt. Die Ehrenamtlichen erleben die

Stunden, die sie später mit den Kindern durchführen

werden, zunächst selbst und bekommen

dabei alle Materialien und Abläufe an die Hand,

lernen Lieder und Rituale kennen. Dabei hat es

sich herausgestellt, dass die Ehrenamtlichen

klare und strukturierte Stundenverläufe bevorzugen.

Die Freiheit der Eigenregie wollen sie

oft gar nicht nutzen. Bei diesen Elternabenden

ist der Tisch mit Säften, allerlei Knabbereien,

Blumen und schönen Dingen reich gedeckt,

um eine Oase zu schaffen, in der man sich

wohl fühlt. Dabei trete ich für etliche Wochen in

Vorleistung, bevor die Bewirtung reihum durch

die Gruppe geht.

Jeder Vorkonfirmanden-Jahrgang stellt sich

durch eine kleine Aktion im Gottesdienst vor. Die

ehrenamtlich Mitarbeitenden sind an den Aktivitäten

der Vorkonfirmanden im Gottesdienst

beteiligt und werden der Gemeinde gesondert

vorgestellt oder eingesegnet.

Die Weihnachtsfeier für die Ehrenamtlichen ist

etwas Besonderes und unterscheidet sich von

der Stunde, die an die Kinder weitergegeben

werden soll. Bei der Weihnachtsfeier hat die

Elterngruppe füreinander und für weihnachtliche

Inhalte Zeit. Es gibt einen Gruß und ein kleines

Weihnachtsgeschenk sowie die Einladung jeder

Gemeinde zum Mitarbeiter-Neujahrsempfang.

Am wichtigsten ist es für die Eltern und Großeltern,

dass da immer jemand ist, zu dem sie

Vertrauen haben und zu dem sie mit Schwierigkeiten,

Sorgen und Nöten kommen können.

Dies passiert oft telefonisch, aber auch durch

Besuche in meinem Büro oder bei den Ehrenamtlichen

zuhause.

Ausstieg organisieren

Das Jahr des Vorkonfirmandenunterrichts ist

für viele ehrenamtliche Mitarbeitende ein ganz

besonderes Jahr. Hier kommt es zu Begegnungen

mit Menschen und Inhalten, die es

sonst nicht gegeben hätte. Den Abschluss von

der Elterngruppe bildet eine Feier mit einem an

Salaten und Grillfleisch reich gedeckten Tisch.

Das Wichtigste ist, dass ich alles dafür vorbereitet

habe und keiner der Ehrenamtlichen einen

Handschlag dazu beitragen musste. Es gibt ein

Dankeschöngeschenk und eine kleine Rede.

Den Ehrenamtlichen werden Blumen überreicht.

Oft ist ein Pastor in Vertretung für alle Kollegen

bei der Feier und sagt seinen Dank und die

Grüße der anderen. Offiziell wird den Eltern

und Großeltern in dem Abschlussgottesdienst

der Vorkonfirmanden gedankt.

So manche(r) hat die Elterngruppe, die ja vorher

auch eine zeitliche Belastung darstellt, nach

dem Abschluss vermisst. Zum Neujahrsempfang

der Gemeinden werden die „Ehemaligen“

der „kids for konfi“ eingeladen. Auch gruppenbezogene

Ehemaligentreffen wurden von mir

schon durchgeführt.

Diakonin Renata Friede, Jahrgang 1967,

Studium an der Ev. Fachhochschule in Darmstadt, Dipl.-Religionspädagogin.

Anschließend zehn Jahre als Religionslehrerin in Bayern an verschiedenen

Schultypen. Seit 2001 Diakonin im Kirchenkreis Hildesheim-Sarstedt

als Koordinatorin für das Hoyaer Konfirmandenmodell im Kirchenkreis tätig.

Zurzeit Diakonin im Kirchenkreis Hildesheimer Land für die Gemeinden

Gronau, Eberholzen und Despetal.

5


6

arBeit mit junGen familien

in der kirchenGemeinde alt-GarBsen

Erste Schritte eines Freiwilligenmanagements in einer Kirchengemeinde

.

Eltern-Kind-Gruppen, Krabbelgottesdienste und

weitere Veranstaltungen für die Zielgruppe der

jungen Familien sind in Alt-Garbsen durch die

Schaffung eines „Minijobs“ aus eigenen Mitteln

für mich als Diakonin gut in die Gemeindearbeit

integriert. Hier besteht die Chance, Gemeindeaufbau

vom Kleinen – oder von den Kleinen

– her kommend zu betreiben. Junge Eltern

sind auf der Suche nach Anknüpfungspunkten,

Kontakt und Orientierung und bringen neben

diesen Bedürfnissen oft auch Bereitschaft mit,

sich - für ihr Kind – aber auch darüber hinaus

zu engagieren.

Aufgaben benennen

Mögliche Tätigkeiten sind in „Aufgabenprofilen“

genau beschrieben; diese sind inhaltlich

von einander abgegrenzt und ermöglichen

Freiwilligen selbstbestimmt zu entscheiden,

in welchem Bereich und in welchem zeitlichen

Umfang sie sich engagieren möchten. Sie

hängen im Raum der Eltern-Kind-Gruppen im

Gemeindehaus aus:

- Leitung einer Eltern-Kind-Gruppe

- Planung und Durchführung von Festen, Basaren

und anderen Veranstaltungen in einem

Team

- Leitung der Stillgruppe

- „Küchen-Engel“

- Planung und Durchführung von Krabbelgottesdiensten

in einem Team

- Leitung des Vater-Kind-Frühstücks

Manche Freiwillige sind hochmotiviert und bringen

sich in verschiedenen Bereichen, nach und

nach auch über den Bereich die jungen Familien

hinaus, ein. Andere haben sich bewusst für eine

Tätigkeit entschieden, die ihnen zeitlich und inhaltlich

zusagt. Beides wird wahrgenommen und

wertgeschätzt. Nach drei Jahren Erfahrungen

mit diesen Profilen bin ich gerade gemeinsam

mit einem kleinen Team von Freiwilligen dabei,

sie zu überarbeiten und zu prüfen, ob sie noch

angemessen und stimmig sind.

Suchprofile:

Geeignete Personen finden

Zur Zeit engagieren sich ausschließlich Menschen

, die durch ihre Lebensphase – nämlich

Geburt eines Kindes, Elternschaft, oft, aber

nicht immer Unterbrechung der Berufstätigkeit

– selbst an für sie bestimmten Angeboten interessiert

sind. Motive entspringen vorrangig der

persönlichen Situation, es besteht das Interesse,

für sich selbst und das Kind etwas zu tun.

Und es gibt „genug Interessierte“, die an Gruppen

oder Veranstaltungen teilnehmen und

darüber durch Eigeninitiative oder Ansprache

zu einer Mitarbeit kommen.

Kontakte zu potenziellen Freiwilligen

knüpfen

Natürlich ist der Anknüpfungspunkt oft die

Geburt eines Kindes, junge Mütter, aber auch

Väter, kommen in Kontakt zu Angeboten der Kirchengemeinde,

z. B. durch Taufgespräche oder

die Stillgruppe. Die Angebote für junge Familien

haben über den Stadtteil hinaus ein Image von

Offenheit und Gemeinschaftserfahrungen. Das

wird unter den Familien weitergetragen bei Geburtsvorbereitungskursen,

beim Babyschwimmen,

in Kindergärten,… Und dieses Image

führt sich fort: auch die Möglichkeiten freiwilliger

Mitarbeit haben ein „Ansehen“ von Offenheit,

Gemeinschaftserleben und Möglichkeiten des

Mit-Gestaltens. Aus der Stillgruppe erwachsen

ca. zweimal im Jahr neue Eltern-Kind-Gruppen

und aus diesem Kreis kommt dann die neue

Leitung. Praktisch stellt sich das so dar, dass

ich die Stillgruppe besuche und vom gesamten

Angebot für junge Familien und von den Eltern-

Kind-Gruppen speziell berichte und von der

Vorgehensweise, dass aus diesem Kreis die

neue Gruppenleitung hervorgeht. Manchmal zögerlich,

manchmal spontan melden sich Interessierte,

mit denen ich ein ausführliches Gespräch

anhand des „Aufgabenprofils“ führe. Hilfreich

ist hierbei, dass diese zukünftigen Freiwilligen

bereits eine ähnliche freiwillige Gruppenleitung,

nämlich die der Stillgruppe, erlebt haben. Gleichzeitig

liegt hier eine Schwierigkeit, wenn zwar

Interesse an einer Gruppe vorhanden ist, das an

einer Leitung aber erst mühsam geweckt werden

muss, oder dann, wenn Interessierte nicht die

erforderlichen Voraussetzungen mitbringen.

An dieser Stelle kommen die Leitsätze unserer

Kirchengemeinde ins Spiel: „Wir schaffen Bedingungen,

dass Gottes heilende Kraft wirksam

werden kann“ und „Wir unterstützen Menschen

dabei, ihren eigenen Weg zu finden.“ Die Teilnahme

an einem Angebot steht allen offen,

aber für Freiwillige ist eine Identifikation mit

dem, was unsere Kirchengemeinde ausmacht,

Voraussetzung. Durch das Miterleben weiterer

Veranstaltungen erleben potenzielle Freiwillige

die Möglichkeiten für ein Engagement und

bieten ihre Mitarbeit an. Oder die Ansprache

geschieht durch mich, oft nach Hinweisen von

anderen Mitarbeitenden.


Integration und Unterstützung bieten

Durch 6-wöchentliche Teamtreffen mit allen

Gruppenleitungen und mir ist ein gute Einführung

und Begleitung dieser verantwortungsvollen

Aufgaben gegeben. Hier gebe ich inhaltliche

Impulse, es wird aus dem Gruppenalltag

und über die Elternabende berichtet, Probleme

können in einem geschützten Rahmen angesprochen

werden und wir suchen miteinander

nach Lösungen. Die Atmosphäre bei diesen

Treffen ist geprägt von Gemeinschaft und

Solidarität; der Austausch untereinander hat

einen sehr hohen Stellenwert. Schwierig ist die

Situation für die Gruppenleitungen, die nicht

regelmäßig teilnehmen können, hier kann ein

gewisses Zugehörigkeitsgefühl nicht erwachsen,

was auch regelmäßige Kontakte und

Gespräche mit mir nicht ersetzen können. Das

Team hat einige Entscheidungskompetenzen,

was die Arbeit in den Gruppen angeht, z.B.

in Bezug auf Anschaffungen, Gestaltung des

Raumes usw. Für die anderen Tätigkeiten hat

sich ein „Pool“ von Freiwilligen entwickelt, der

sich immer wieder verändert.

Fortbildungen für Eltern-Kind-Gruppen-Leitungen

werden regelmäßig von der Evangelischen

Erwachsenenbildung angeboten, und

sind, da die Gruppen in Pädagogischer Verantwortung

der EEB angeboten werden, einmal im

Halbjahr verpflichtend für die Leiterinnen. Dies

wird anteilig durchaus als Druck erlebt, aber

auch immer wieder als sehr unterstützend für

die Gruppenstunden und Elternabende empfunden.

Einmal im Jahr wird gemeindeintern eine

Fortbildung für alle, die sich freiwillig engagieren,

angeboten. Hier werden Wünsche und

Bedarfe berücksichtigt und es ist gleichzeitig

eine Kontaktmöglichkeit für Mitarbeitende verschiedener

Arbeitsbereiche.

Ein Gottesdienst mit anschließendem kleinem

Fest für alle (freiwilligen und hauptamtlichen)M

itarbeitenden hat vor einigen Jahren die Dank-

Veranstaltungen der einzelnen Teams ersetzt,

um Begegnung untereinander zu ermöglichen

und auch ein Gemeinschaftsgefühl aller Freiwilligen

zu unterstützen.

Ausstieg organisieren

Der Ort fürs Abschiednehmen ist in der Regel

das Teamtreffen.

Auf Wunsch erhalten die Freiwilligen eine

Bescheinigung über ihre Tätigkeit, die auch

die Teilnahme an Fortbildungen beinhaltet.

Der Pfingstgottesdienst mit einem Segen und

anschließendem Empfang zur Begrüßung und

Verabschiedung von Mitarbeitenden, die im

Verlauf des Jahres dazugekommen sind oder

aufgehört haben, entwickelt sich langsam zu

einer Tradition. Hier werden Freiwillige aus den

unterschiedlichen Arbeitsbereichen von der

Gottesdienstgemeinde wahr- und aufgenommen,

bzw. verabschiedet.

Ein befriedigend organisierter Ausstieg ist

problematisch bei Freiwilligen, die sich sporadisch

z. B. bei Festen oder als „Küchen-Engel“

engagieren, weil dann der Ausstieg von Seiten

der Kirchengemeinde nicht wirklich wahrgenommen

wird.

Deshalb ist neben dem organisierten Beenden

der Arbeit an dieser Stelle meine Rolle noch einmal

sehr wichtig, um im persönlichen Gespräch

Anerkennung und Dank auszusprechen.

Der Abschied freiwilliger Mitarbeitender ist meistens

durch Berufstätigkeit oder Engagement

für die Kinder an anderer Stelle begründet.

Dass dieser Abschied oft schwer fällt, aber kein

schlechtes Gewissen mit sich bringt, werte ich

als Zeichen, dass das freiwillige Engagement

genau von der Mischung aus freier Entscheidung

und verantwortlichem Willen getragen

war, die ich mir wünsche.

Die guten Erfahrungen mit freiwilligem Engagement

in diesem Bereich sind mit ausschlaggebend,

dass bei einer zukunftsgerichteten

Klausurtagung des Kirchenvorstandes u.a.

beschlossen wurde, ein möglichst umfassendes

Freiwilligenmanagement für die Gemeinde zu

etablieren.

Diakonin Claudia Gerke, Jahrgang 1959,

Studium an der Ev. Fachhochschule Hannover, Dipl.-Religionspädagogin,

2001-2002 Fortbildung zur Freiwilligenmanagerin im Ev. Bildungszentrum

Bad Bederkesa. Seit 1993 mit 6 Wochenstunden in der Kirchengemeinde

Alt-Garbsen, ¼ Diakonenstelle in der St. Paulusgemeinde Langenhagen,

Honorartätigkeiten beim Freiwilligen Sozialen Jahr im Diakonischen Werk

und beim Verein für berufliche Bildung Hannover und freiwillige Tätigkeit in

einem Mehrgenerationen-Projekt.


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frauen Gestalten ihr ProGramm

Ehrenamtliche Arbeit im Frauenwerk, Region Lüneburg

.

Aufgaben benennen

Das Frauenwerk der Ev.- lutherischen Landeskirche

Hannovers besteht vor allem durch die

verlässliche Arbeit von über 30 beauftragten

ehrenamtlich tätigen Frauen auf Landesebene,

in den Regionen und Kirchenkreisen. Dazu kommen

Frauen, die sich in den Kirchengemeinden

ehrenamtlich engagieren. Sie organisieren

bzw. bieten Werkstätten und Vorbereitungen

für Frauengottesdienste (z.B. Weltgebetstag,

Sonntag in Solidarität), Tage für Frauen und

andere vielfältige Angebote für Frauen an. Sie

beraten Frauen in den Gemeinden mit Themen

für ihre Treffen, bei der Gründung von Frauentreffpunkten

und stehen darüber hinaus als

Ansprechpartnerin für die Frauen in der Kirche

(und vor ihren Türen) zur Verfügung. Sie stehen

auch als Referentinnen zur Verfügung.

Das Frauenwerk in der Region (vormals Sprengel)

wird von einer Diakonin gemeinsam mit

zwei oder drei ehrenamtlichen Regionalbeauftragten

geleitet.

Ehrenamtliche Kirchenkreisbeauftragte leiten

die Frauenwerke in den Kirchenkreisen. Sie unterstützen

mit ihrer Arbeit die ehrenamtlich engagierten

Frauen in den Kirchengemeinden.

Das Frauenwerk in den Regionen unterstützt

durch Fortbildungen und Beratungstätigkeit in

erster Linie die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen

in den Frauenwerken der Kirchenkreise. Wichtig

ist aber auch die Mitarbeit der Ehrenamtlichen

an der Richtungsbestimmung des Frauenwerks.

Die Aufgabe der hauptamtlichen Mitarbeiterin

liegt darin, mit ihrer beruflichen Kompetenz

fördernd zu wirken. Sie sorgt für die Fortbildung

der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in

den Kirchen kreisen und -gemeinden, den

Informationsfluss innerhalb des Frauenwerks,

eröffnet Räume zur Partizipation und unterstützt

selbstverantwortetes Arbeiten.

Diese kollegiale Zusammenarbeit von Hauptamtlichen

und Ehrenamtlichen hat sich bewährt.

Allerdings ist es wichtig darauf zu achten, die

Balance zwischen Zutrauen und Überforderung

nicht zu verlieren.

Suchprofile:

geeignete Personen finden

Frauen, die Lust haben, einen begrenzten,

selbstbestimmten, aber verlässlichen Teil ihrer

Zeit für die Frauenarbeit in der Kirche einzusetzen,

sind im Frauenwerk richtig. Frauen,

die Lust haben, aktiv an der Gestaltung des

kirchlichen und geistlichen Lebens durch und

für Frauen mitzuwirken. Frauen, die gerne auf

Neues zu gehen, dazulernen, ihre Fähigkeiten

einbringen, die kommunikativ sind und Interesse

an Teamarbeit mitbringen.

Zurzeit sprechen wir besonders die Altersgruppe

der 50 – 65+ jährigen Frauen an. Die

Altersstreuung orientiert sich aber offensichtlich

auch am Lebensalter der Mitarbeiterinnen. Eine

generationenübergreifende, altersgestreute

Zusammensetzung unserer Mitarbeiterinnenteams

ist wichtig, um möglichst viele Interessen

und Bedarfe von Frauen für unsere Arbeit im

Blick zu behalten.

Meist sind potentielle ehrenamtliche Mitarbeiterinnen

besonders in den Veranstaltungen

des Frauenwerks und der Gemeinden zu

entdecken: bei den Gottesdiensten und den

Veranstaltungen, im Eltern–Kind–Kreis, Frauengesprächskreis

u.ä. Aber auch der Freundinnenkreis,

die Nachbarschaft und ähnliche

Kontakte bieten sich durchaus an.

Es ist wichtig, genau sagen zu können, was die

Aufgaben sind und wofür eine neue ehrenamtliche

Mitarbeiterin gesucht wird. Bei der Findung

und Formulierung eines Profils stehen wir als

hauptamtliche Mitarbeiterinnen beratend zur

Verfügung.

Profile zu entwickeln, an den Aufgaben, die

eigentlich anstehen und dafür dann auch die

geeigneten Frauen zu finden, ist nicht einfach.

Es kommt vor, dass sich auch Frauen interessieren,

die nicht in das Profil passen.

Kontakt zu potenziellen Ehrenamtlichen

knüpfen

Gespräche mit Ehrenamtlichen haben gezeigt,

dass sie sich häufig durch die Teilnahme an

Veranstaltungen des Frauenwerks und/oder

durch Kontakte zu Mitarbeiterinnen für eine ehrenamtliche

Arbeit im Frauenwerk entscheiden.

Sie haben dort etwas positiv erlebt und entdecken

ihr Interesse, daran mitzuwirken. Eine

Variante ist, dass Mitarbeiterinnen eine Frau,

die sie für geeignet halten, auf die Möglichkeit

der ehrenamtlichen Mitarbeit ansprechen.

Seltener nehmen Frauen, die sich für eine

ehrenamtliche Mitarbeit interessieren, von sich

aus den Kontakt auf. Darum werden potentielle

ehrenamtliche Mitarbeiterinnen meist persönlich

angesprochen, um sie zu werben.

Diese Vorgehensweise funktioniert gut, wenn

auch mühsam. Allerdings birgt sie auch Schwierigkeiten.

Nicht immer trifft man potentielle Inte-


essierte und/oder Geeignete in den genannten

Zusammenhängen an. Darum denken wir seit

einiger Zeit darüber nach, ob wir nicht auch die

Ehrenämter im Frauenwerk öffentlich ausschreiben

sollen: mit Anforderungsprofil („was wir

suchen“) und Gratifikationen („was Sie davon

haben“). Für die Gewinnung einer neuen Landesbeauftragten

haben wir das erstmals getan

und sind damit sehr erfolgreich gewesen.

Integration und Unterstützung bieten

Bevor sich eine Frau zur ehrenamtlichen Mitarbeit

endgültig entschließt, bieten wir an, eine

so genannte Schnupperzeit in dem Arbeitsfeld

zu machen. Dabei hat sie die Gelegenheit, in

einem festgelegten Zeitraum, die späteren Aufgaben

in der Praxis kennen zu lernen.

Die Beauftragung in der Region erfolgt durch

die Wahl der Regionalen Arbeitsgemeinschaft.

Im Kirchenkreis erfolgt die Beauftragung durch

Berufung durch den Kirchenkreisvorstand. In

der Regel schlägt das Mitarbeiterinnenteam des

Frauenwerks im Kirchenkreis (ggf. durch Wahl)

die zu Berufende vor. Die Einführung in den

Dienst geschieht in einem Gottesdienst durch

die Leiterin des Frauenwerks (Regionalbeauftragte)

bzw. den Superintendenten, die Superintendentin

und die Referentin des Frauenwerks

in der Region (Kreisbeauftragte).

Das Engagement der Einzelnen geht in ein

Team ein. Zu diesen Teams gehören 2 oder 3

Beauftragte und Frauen, die sich für bestimmte

Schwerpunkte engagieren. Diesen Teams

stehen die hauptamtlichen Referentinnen des

Frauenwerks in der Region zur Beratung und

Fortbildung zur Verfügung. Außerdem haben die

hauptamtlichen Mitarbeiterinnen im Frauenwerk

ein „Handbuch für die ehrenamtliche Mitarbeit

im Frauenwerk“ erarbeitet, das Ordnungen und

Strukturen der Landeskirche und praktische

Tipps für die Aufgabe enthält.

Jährliche Tagungen auf landeskirchlicher Ebene

und Arbeitsgemeinschaften (in der Regel zwei

- ½ tägige) auf regionaler Ebene, die wir

als hauptamtliche Mitarbeiterinnen anbieten,

dienen der Arbeit an Inhalten für die Arbeit

vor Ort, der Weitergabe von Informationen,

dem Austausch von Ideen und der kollegialen

Beratung. Außerdem bieten wir Seminare zur

Fortbildung mit biblisch-theologischen, spirituell-geistlichen,

frauenspezifischen, methodischdidaktischen

und anderen aufgabenrelevanten

Inhalten an.

Darüber hinaus haben die Beauftragten die

Möglichkeit in der Regel kostenlos am Fortbildungsangebot

der Landeskirche und ggf.

anderer Träger teilzunehmen, wenn dies aufgabenrelevant

ist.

Diese Form der Integration und Unterstützung

stößt auf gute Resonanz bei den ehrenamtlichen

Mitarbeiterinnen.

Ausstieg organisieren

Die Berufung bzw. Beauftragung besteht für

sechs Jahre. Dann kann sowohl die ehrenamtliche

Mitarbeiterin als auch das Team bzw. der

Kirchenkreisvorstand, die regionale Arbeitsgemeinschaft

entscheiden, ob die Beauftragung

endet oder verlängert wird. Es ist möglich, für

die geleistete, ehrenamtliche Arbeit eine qualifizierte

Bescheinigung zu bekommen.

Auch die Verabschiedung findet, wie die Einführung,

in einem Gottesdienst durch den

Superintendenten/die Superintendentin und

die Referentin des Frauenwerks in der Region

bzw. die Leiterin des Frauenwerks statt.

Dabei ist es uns sehr wichtig, dass die Dinge,

die die ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Zeit

des Engagements in das Frauenwerk und die

Kirche eingebracht hat, genannt und bedankt

werden.

Diakonin Perdita Wünsch, Jahrgang 1964,

Studium an der Ev. Fachhochschule Hannover, Dipl.-Religionspädagogin.

Berufspraktikum und Anstellung in einer Kirchengemeinde mit den

Schwerpunkten Erwachsenenarbeit (insbesondere Arbeit mit Frauen und

SeniorInnen) und Gemeindeaufbau; seit 2001 Referentin des Frauenwerks

im Haus kirchlicher Dienste der ev.-luth. Landeskirche Hannovers für die

Region Lüneburg.

9


20

ehrenamtliche in der seniorenarBeit

Das „Mittwochs-Team“ in St. Katharinen, Osnabrück

.

Im Frühjahr 2002 wurden in der St. Katharinengemeinde

Osnabrück die „Nachmittage für

Senioren und Junggebliebene“ als wöchentliche

Veranstaltung für die ältere Generation

eingerichtet. Neben der Begegnung und dem

Gemeinschaftserleben geht es bei diesen

Nachmittagen vor allem um Bildungsarbeit

für Ältere zu sozialen, kulturellen und theologischen

Themen. Dazu werden regelmäßig

Referenten und Gäste eingeladen. Seit dem

Umzug in das neue Gemeindehaus, das zentral

in der Stadt gelegen ist, erhöht sich seit

zwei Jahren die Zahl der Teilnehmenden bei

dieser Veranstaltung kontinuierlich. Inzwischen

kommen Woche für Woche zwischen 40 und

60 Seniorinnen und Senioren (manches Mal

sind es auch noch mehr) in das Steinwerk St.

Katharinen. Das inhaltliche Programm, die

Werbung und die Rahmenbedingungen der

Veranstaltungen werden von mir, der Diakonin,

organisiert. Doch die konkrete Durchführung der

Nachmittage, zu denen immer auch ein gemeinsames

Kaffeetrinken gehört, ist nur durch die

Mitarbeit zahlreicher Ehrenamtlicher möglich

– dem „Mittwochs-Team“. Das ist der neue

Name, den sich dieser Kreis von mehr als 30

Ehrenamtlichen im Sommer 2005 gegeben hat;

dabei beziehen sie sich auf den Wochentag, an

dem sie tätig sind.

Aufgaben benennen

Die Aufgaben der Ehrenamtlichen: sie decken

vor der Veranstaltung die Tische mit Geschirr

ein, kümmern sich um den Blumenschmuck und

andere Tischdekoration, schneiden und verteilen

Kuchen, kochen Kaffee und Tee. Während

der Veranstaltung achten sie auf alles, was für

das Wohlergehen der Teilnehmenden gebraucht

wird. Nach der Veranstaltung übernimmt ein Teil

der Ehrenamtlichen den sog. „Küchendienst“

(Geschirr spülen etc.), während andere die

Tische und Stühle umstellen, Arbeitsmaterialien

(z.B. Dia-Projektor, Elektro-Kabel, Gesangbücher

u.a.) an ihren Platz zurückzubringen und

dafür sorgen, dass der Saal wieder so hergerichtet

ist, dass dort die nächste Veranstaltung

stattfinden kann.

Neben diesen organisatorischen und Bewirtungsaufgaben

haben die Ehrenamtlichen auch

eine wichtige soziale Funktion. Sie achten auf

die älteren Menschen, die als Teilnehmende zu

diesen Veranstaltungen kommen: Wer sucht

noch einen Platz? Wo ist jemand körperlich

gebrechlich und braucht Unterstützung (z.B.

beim Parken des Rollators)? Ist jemand neu

gekommen und kennt sich mit den Räumlichkeiten

noch nicht aus? Welche Informationen

zu anderen Veranstaltungen in der Senioren-

und Gemeindearbeit können weitergegeben

werden? Rasches und flexibles Handeln ist

von den Ehrenamtlichen gefordert, wenn (was

öfter geschieht) zu einer Veranstaltung mehr

Menschen kommen als Plätze vorbereitet sind.

Denn alle Teilnehmenden sollen sich willkommen

fühlen.

Es ist erfreulich, dass immer mehr Ehrenamtliche

diese Aufgaben übernehmen und

sich für das Gelingen der Veranstaltungen

mitverantwortlich fühlen. Weil oft viele mithelfen,

ist die Grenze zwischen „eingetragenen“

Ehrenamtlichen und „spontan mitmachenden“

Teilnehmenden fließend. Das kann gelegentlich

zu Konflikten führen.

Meine Aufgabe als Hauptamtliche ist es, für jeden

Mittwochnachmittag genug Ehrenamtliche

zu finden, die an dem betreffenden Tag verantwortlich

mitarbeiten, mit ihnen Zuständigkeiten

abzuklären und auf spezielle Gegebenheiten

bei der jeweiligen Veranstaltung hinzuweisen.

Suchprofile:

geeignete Personen finden

Als Ehrenamtliche mitarbeiten können Menschen

mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen.

So gibt es bei uns ältere, rüstige

Rentnerinnen wie auch jüngere Seniorinnen

und Senioren, bei denen der Ruhestand erst

begonnen hat. Einige Ehrenamtliche sind noch

im Berufsleben und ihr Engagement findet in der

Freizeit statt. Alle bringen sich entsprechend

ihrer zeitlichen und persönlichen Möglichkeiten

ein.

Wichtig für die Mitarbeit ist die Aufgeschlossenheit

für die Lebenswelt(en) der älteren Generation

und die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit

anderen Ehrenamtlichen in einem Team.

Die meisten sind dazu gekommen, weil ich

sie bei anderen Gemeinde-Veranstaltungen,

nach Gottesdiensten oder bei Besuchen angesprochen

habe, ob sie nicht einmalig eine

bestimmte Aufgabe übernehmen könnten. Je

nach Interessenslage und persönlicher Situation

hat sich dann oftmals weiteres Engagement

daraus entwickelt.


Bei gegenseitiger Sympathie läuft die Zusammenarbeit

der Ehrenamtlichen erfreulich gut und

unproblematisch. Doch manchmal treffen auch

IndividualistInnen aufeinander, die sehr gegensätzliche

Lebens- und Arbeitsauffassungen

mitbringen. Meine Aufgabe als Hauptamtliche

ist es, die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen

Ehrenamtlichen zu fördern und bei

Konflikten gegebenenfalls zu vermitteln.

Kontakte knüpfen

Neue Ehrenamtliche werden durch Hinweise

im Gemeindeblatt wie auch durch „Mundpropaganda“

gefunden. Ebenso durch persönliche

Ansprache. Werbewirksam wirkt sich das positive

Image aus, das die Seniorennachmittage

haben. Es spricht sich nämlich herum, dass es

dort sehr lebendig und unterhaltsam zugeht und

alle, die mitarbeiten, auch selbst was davon

haben. Das lockt neue Interessierte an.

Mit ihnen kläre ich in einem Erstgespräch ab,

welche Interessen sie mitbringen und ob die

angebotenen Aufgaben voraussichtlich ihren

Vorstellungen entsprechen. Auch der möglich

zeitliche Umfang des Engagements wird überlegt.

Diese Klärungen haben sich bewährt, um

Enttäuschungen vorzubeugen.

Integration und Unterstützung bieten

Bei der Einführung in die ehrenamtliche Arbeit

geht es um technische Aspekte wie die Bedienung

der speziellen Kaffeemaschine und der

industriellen Geschirrspülmaschine, aber auch

um die Vermittlung der Zusammenhänge, die

zum Gelingen der Seniorennachmittage beitragen,

z.B. die Integration aller Teilnehmenden.

Als Hauptamtliche begleite ich die Ehrenamtlichen

in ihrer Tätigkeit, sowohl als Einzelne

wie auch als Gesamt-Gruppe, dem „Mittwochs-

Team“. Ich bin für sie Ansprechpartnerin in allen

Belangen, die sich aus ihrer ehrenamtlichen

Tätigkeit ergeben wie auch für persönliche Sorgen,

die die einzelnen mitbringen (z.B. kranker

Ehepartner). Auch das wird als Wertschätzung

erlebt. Zur gemeinsamen Reflexion der Arbeit

und zur Stärkung der Zusammenarbeit gibt es

neuerdings zwei Treffen im Jahr, zu denen alle

Mitarbeitenden eingeladen werden.

Darüber hinaus ist die Anerkennung der Arbeit

durch öffentlichen und persönlichen Dank wichtig,

was bei jeder Veranstaltung geschieht. In

der Vorweihnachtszeit gibt es kleine Geschenke

sowie die Einladung zum Jahresempfang, wo

sich alle Ehrenamtlichen der Kirchengemeinde

präsentieren.

Ausstieg organisieren

Ehrenamtliches Engagement kann auch immer

wieder beendet werden – aus beruflichen, gesundheitlichen,

familiären oder ganz anderen

Gründen. Die Verabschiedung und Ehrung geschieht

im Zusammenhang der Veranstaltungen

und in besonderen Fällen gibt es auch einen

Artikel im Gemeindeblatt. Als Hauptamtliche

sorge ich dafür, dass die Würdigung von Ehrenamtlichen

immer im Blick behalten wird.

Diakonin Lisa Neumann, Jahrgang 1961,

Studium an der Ev. Fachhochschule des Rauhen Hauses in Hamburg,

Dipl.-Sozialpädagogin und Diakonin. Seit 1990 in der St. Katharinengemeinde

Osnabrück, Arbeitsschwerpunkt: Arbeit mit älteren Menschen

(Veranstaltungen für Senioren und Besuchsdienstarbeit). Nach einer theaterpädagogischen

Ausbildung: Gründung einer Seniorentheatergruppe

– die „Herbstzeitlosen“ (seit 1998).

2


22

Besuchsdienst als arBeitsfeld

für ehrenamtliche

Besuchsdienst als regionale Herausforderung

.

In der Region Brockel, Kirchwalsede Visselhövede

ist die Besuchsdienstarbeit regional organisiert.

Diese Arbeit ist nur umzusetzen, wenn

alle Hauptamtlichen den regionalen Gedanken

mittragen. Gemeinsame Standards sind in der

regionalen Besuchsdienstarbeit unabdingbar. In

unserer Region wirken zurzeit 48 ehrenamtlich

Mitarbeitende im Besuchsdienst mit. Es gibt in

der Region 5 Geburtstagsbesuchsdienstkreise

und einen Besuchsdienstkreis der Besuche in

einem Altenheim in Visselhövede wahrnimmt

(diesen Kreis leite ich selber).

Aufgaben benennen

Die ehrenamtlichen Besuchsdienstmitarbeiterinnen

und -mitarbeiter besuchen Gemeindeglieder

vor allem zu Geburtstagen in den

jeweiligen Pfarrbezirken und auch in den

Altenheimen der Region. Sie überbringen im

Namen der Kirchengemeinde einen Geburtstagsgruß

(Geburtstagskarte, Geburtstagsheft

oder Blume) und versuchen mit dem Jubilar ins

Gespräch zu kommen.

Meine Aufgabe als Hauptamtlicher ist die Koordination

der gesamten Besuchsdienstarbeit in

der Region. Das bedeutet, dass ich mich ein bis

zweimal jährlich mit den Leitern und Leiterinnen

der Besuchsdienstkreise zum Austausch und

für gemeinsame Absprachen treffe. Zu meinen

Aufgaben gehört auch die Durchführung einer

jährlichen regionalen Besuchsdienstfortbildung.

In der Anfangsphase der Regionalisierung

fanden auch Gesamtkoordinationssitzungen

aller Ehrenamtlichen in der regionalen Besuchsdienstarbeit

statt. Notwendig war dies

um sich kennen zu lernen, auszutauschen und

gemeinsame Standards abzusprechen.

Suchprofile:

Geeignete Personen finden

Für mich geht es darum seelsorgerlich Begabte

und an Besuchsdienstarbeit Interessierte für

den Besuchsdienst zu gewinnen. Zielgruppe

sind überwiegend Frauen und Männer im Alter

von 40 bis 5 Jahren. Zurzeit gibt es nur 5

männliche Besuchsdienstmitarbeiter. Deshalb

ist mein Ziel auch mehr Männer für die Besuchsdienstarbeit

zu motivieren, weil sie bei

Besuchen von Männern auch Männerthemen

besser ansprechen können.

Folgende Grundsätze stammen aus dem Handbuch

für Besuchsdienste „Türen öffnen“ und ich

sehe sie auch als Orientierung für die Besuchsdienstarbeit

unserer Region. „Von einem guten

Besucher können wir einige Voraussetzungen

erwarten: Solidarität mit der Gemeinde, in deren

Auftrag er die Besuche macht. Sie kann auch

in einer gewissen kritischen Distanz bestehen,

aber er darf nicht eigene Wege gehen wollen.

Das schließt auch die Fähigkeit und Bereitschaft

zur Zusammenarbeit mit den anderen

Besuchern und den Mitarbeitern der Gemeinde/

Region ein. Er/ Sie soll soweit kontaktfähig sein,

dass er seine eigenen Hemmungen überwinden

und sich auf seinen Partner einstellen kann. Er

soll soweit lernfähig und lernwillig sein, dass er

nach entsprechender Schulung Emotionen und

Probleme des Gesprächspartners erkennen

und damit umgehen kann. Ein guter Besucher

soll eine gewisse psychische Belastbarkeit haben.

Vor allem wird von jedem Besucher, der ja

im Auftrage der Gemeinde auch Seelsorger ist,

die Fähigkeit und Bereitschaft zur Verschwiegenheit

verlangt. Das muss von vornherein klar

sein und im Einführungsseminar und während

der Auswertungsabende systematisch geübt

werden.“

Potentielle MitarbeiterInnen sind den Hauptamtlichen

häufig bereits aus der Kirchengemeinde

bekannt und werden von ihnen angesprochen.

Manchmal wenden sich Interessierte auch direkt

an die Seelsorger ihrer Gemeinde oder an

mich als Koordinator. Die Erfahrungen zeigen,

dass ehrenamtliche Besuchsdienstmitarbeiter

meistens einen unmittelbareren Zugang zu

den Menschen in der Gemeinde haben. Sie

können persönliche Gespräche führen, die uns

Hauptamtlichen manchmal erschwert sind. Es

gibt Besucher die nur Menschen aus ihrem

dörflichen Umfeld besuchen möchten. Manche

Besucher sind eher bereit sich auf neue Erfahrungen

mit unbekannten Jubilaren einzulassen.

Andere möchten Bewohner im Altenheim nur

zum Gespräch und nicht anlässlich des Geburtstages

besuchen. Diese unterschiedlichen

Bedürfnisse zuzulassen und trotzdem ermutigen,

sich für Neues zu öffnen, ist eine wichtige

Aufgabe von Leitung.

Kontakte zu potenziellen Ehrenamtlichen

knüpfen

Bisher haben wir „Besuchsdienst-Mitarbeiter-

Stellen“ nicht offen ausgeschrieben. Im regionalen

Gemeindebrief hat die Besuchsdienstarbeit

aber immer wieder ein Forum gefunden

um die Besuchsdienstkreise vorzustellen. Auf

Grund dieser Artikel sind schon Interessierte

für die Besuchsdienstarbeit geworben worden.


Meistens geschieht die Kontaktaufnahme über

die Seelsorger in den drei Kirchengemeinden

oder über mich als Koordinator. Ich sehe meine

Aufgabe darin, mit dem neuen Besuchsdienstmitarbeiter

bzw. der neuen Besuchsdienstmitarbeiterin

im Erstgespräch abzuklären wo seine

bzw. ihre Neigungen aber auch seine bzw. ihre

Grenzen im Besuchsdienst liegen. Dazu gehört

auch ein erster gemeinsamer Besuch, sei es

beim Geburtstagsjubilar zu Hause oder beim

Bewohner im Altenheim, und eine anschließende

Auswertung dieses Besuchs. Dabei kann

sich auch herausstellen, dass dieses Arbeitsfeld

nicht in Betracht kommt. Darüber offen zu sprechen

und vielleicht auch andere Betätigungsfelder

in der Gemeinde/Region aufzuzeigen, ist

für mich Aufgabe des Hauptamtlichen.

Integration und Unterstützung bieten

In der Praxis hat sich herausgestellt, dass für

die meisten Besuchsdienstmitarbeitenden nicht

nur die Besuchsdiensttätigkeit, sondern auch

die Teilnahme an einer Besuchsdienstgruppe

ein wesentliches Moment sind, sich längerfristig

in der Besuchsdienstarbeit einzubinden (Anerkennung

und Stärkung durch die Gruppe). Die

Besuchsdienstkreise treffen sich in der Regel

monatlich. Befindlichkeitsrunde, Austausch,

Reflexion und Andacht gehören zum Ablauf

eines Besuchsdiensttreffens. In der jährlichen

regionalen Fortbildung arbeiten die ehrenamtlich

Mitarbeitenden gemeinsam an einem

Thema. Folgende regionale Fortbildungen

wurden bisher angeboten: „Gesprächsführung

im Besuchsdienst“, „Umgang mit Trauer bei

Besuchen“, „Umgang mit Demenz“. Geplant

ist für dieses Jahr: „Den Glauben ins Gespräch

bringen“.

In einem unserer Besuchsdienstkreise wird

eine Supervision von auswärts in Anspruch

genommen. Regionale Fortbildungen fanden

in Kooperation mit der Besuchsdienstarbeit aus

dem Haus kirchlicher Dienste oder beim Thema

„Demenz“ mit einer qualifizierten Mitarbeiterin

unserer Diakonie-Sozialstation statt. Anerken-

nungskultur geschieht durch gemeinsames

Feiern (Adventsfeier, Grillfest etc.), durch eine

Einladung zum Mitarbeitergottesdienst, durch

eine Dankeskarte zu Weihnachten und durch

Würdigung des Geburtstages der Mitarbeitenden

(mit Wunschlied und kleinem Geschenk).

Ausstieg organisieren

Wir haben bisher keine zeitliche Befristung

der Besuchsdiensttätigkeit vorgesehen. Jeder

Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin bestimmt den

Zeitpunkt des Ausstiegs selber. Mittelfristig geht

es aber darum, gute und angemessene Formen

des Anfangs und des Ausstiegs zu entwickeln,

weil damit ehrenamtliche Arbeit kompetenter

und verantwortlicher wahrgenommen werden

kann (regionaler Leitbildentwurf). Falls ein

Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin aus der Besuchsdienstarbeit

ausscheidet, wird das durch

die leitende Person des Besuchsdienstkreises

im Rahmen dieses Kreises durch ein Dankeschön

und ein Geschenk gewürdigt.

Bemerkung zum Abschluss

Besuchsdienstarbeit, die ein deutlich diakonisches

Profil hat, orientiert sich an den Bedürfnissen

der Gemeindeglieder und ist auch

immer im Wandel begriffen. So könnte ich mir

vorstellen, dass es für die Zukunft nötig ist, ganz

andere Zielgruppen in den Blick zu nehmen,

z. B. Pflegebedürftige, die ambulant von der

Diakonie-Sozialstation versorgt werden (regionale

Einrichtung). Es bleibt immer weniger

Zeit für ein Gespräch der Pflegefachkräfte mit

Patienten oder Angehörigen. Angedacht ist, in

Absprache mit der Diakonie-Sozialstation, dass

Ehrenamtliche mit seelsorgerlichen Besuchen

hierbei entlasten könnten (Natürlich mit der

entsprechenden Begleitung und Fortbildung).

Die Menschen, die besucht werden, sind froh

über diese Arbeit. So wurde uns gesagt: „Wenn

es den Besuchsdienst nicht gäbe, müsste man

ihn erfinden.“ Das erfüllt mich und die Ehrenamtlichen

mit Dankbarkeit und Freude.

Diakon Dieter Weiß, Jahrgang 1953,

gelernter Buchhändler und Bibliothekar, berufsbegleitende Ausbildung

zum Diakon am Lutherstift Falkenburg (1980 bis 1983) Gemeindediakon

in Bassum und Braunschweig. Seit 1994 in der St. Johannis- Kirchengemeinde

Visselhövede. Arbeitsschwerpunkte: Senioren- und Besuchsdienstarbeit

einschließlich Betreuung der Altenheime in der Region,

23


24

„wir sind Bereit zu teilen“

Ehrenamtliche gestalten Partnerschaftsarbeit im Kirchenkreis Stolzenau-Loccum

.

Die Partnerschaftsarbeit mit dem lutherischen

Kirchenkreis Eastern Cape in Südafrika gibt es

im Kirchenkreis Stolzenau-Loccum seit 980.

Damals waren die Überwindung der Apartheid

und die Solidarität mit unseren schwarzen

Schwestern und Brüdern dringlichste Ziele. Es

gab Besuche im zweijährigen Rhythmus, abwechselnd

von Nord nach Süd. Im September

2004 wurde ein neuer Partnerschaftsvertrag

verabschiedet, dessen Hauptanliegen darin

besteht, gemeinsame Projekte im kulturellen,

geistlichen (spirituellen) und sozialen Bereich zu

fördern und durchzuführen. Es ist nunmehr eine

Partnerschaft von Auge zu Auge: wo Geben

und Nehmen sich die Waage halten sollten; wo

Freundschaften geschlossen werden können;

wo intensiver Austausch im geistlichen Leben

und Fürbitte im Gebet im Vordergrund stehen

sollen.

Ein Partnerschaftsausschuss initiiert und

koordiniert die Arbeit im Kirchenkreis. Die

ehrenamtlichen Mitglieder sind vom Vorstand

des Kirchenkreistags berufen bzw. es sind

assoziierte Mitglieder. Nachdem lange Zeit ein

Theologe den Vorsitz hatte, ist mit mir erstmalig

eine Diakonin damit beauftragt worden.

Wir verstehen uns als Multiplikatorinnen und

Multiplikatoren der Partnerschaftsarbeit. Unser

Ziel ist es, Impulse in die Gemeinden und

Gemeindegruppen zu geben, um dort eigene

Aktivitäten anzustoßen.

Unsere Erfahrungen sind: wo Partnerschaft in

den Gemeinden lebendig wird durch Singen,

Beten, Tanzen, Zuhören, Feiern und Genießen,

werden Menschen eher bereit, auch ihre materiellen

Güter zu teilen.

Aufgaben benennen

Die Aufgabe des Ausschusses besteht darin,

Projekte auszuarbeiten und durchzuführen,

Finanzierungspläne zu erstellen, Öffentlichkeitsarbeit

zu leisten und Verbindungen zum

Kirchenkreis und zu dessen unterschiedlichen

Diensten zu halten: zu Lektoren und Diakoniebeauftragten,

zu Kindergottesdienst-, Frauen-

und Männerarbeit, zu Jugendgruppen, Kirchenvorständen

und Kirchenkreistag. Wir erstellen

inhaltliche Bausteine für den Konfirmandenunterricht,

für Gruppenarbeit und Gottesdienst.

Wir pflegen Kontakte zum Sprengel und zum

Landeskirchenamt.

Meine Rolle als Hauptamtliche besteht darin,

den geistlichen Raum zu gestalten, die Arbeit zu

koordinieren und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

zu motivieren. Dabei ist mir wichtig, dass

wir die unterschiedlichen Aufgabenbereiche

wie Öffentlichkeitsarbeit, Übersetzungen und

schriftliche Kontakte, Projektarbeit oder Gestaltungsaufgaben

nach Gaben und Fähigkeiten im

Team aufteilen.

Aus dem Partnerschaftsausschuss tragen

wir die Arbeit weiter – in die Gemeinden und

Gemeindegruppen hinein. Als Team von Ehrenamtlichen

arbeiten wir dort überwiegend mit Ehrenamtlichen

zusammen. Die Aufgaben richten

sich zum einen nach den jeweiligen Projekten.

Zum anderen entwickeln die Gruppen ihren

eigenen Zugang zum Thema „Partnerschaftsarbeit“.

Beispiele für ehrenamtliches Engagement

sind u. a. die Gastgeberschaft bei Besuchen

aus Südafrika, die vielfältigen Aktivitäten zum

Einwerben von zusätzlichen finanziellen Mitteln

oder die Gestaltung des Partnerschaftssonntags

in den Gemeinden.

Suchprofile:

Geeignete Ehrenamtliche finden

Unsere Arbeit soll zu einer hohen Beteiligung

und zu Engagement bei den Menschen im

Kirchenkreis führen. Ein enges Suchprofil, das

potentielle Interessierte ausschließt, würde dem

entgegenstehen. Lieber laden wir durch unsere

Aktivitäten zur Mitarbeit ein und entwickeln

gemeinsam mit den Menschen zusätzliche Tätigkeitsfelder.

Den Ausgangspunkt bilden dabei

oft die besonderen Gaben und Fähigkeiten der

Ehrenamtlichen: Wenn sich beispielsweise ein

Frauenkreis für die Partnerschaftsarbeit engagieren

möchte und dort viele Teilnehmerinnen

über kunsthandwerkliches Geschick verfügen,

dann entwickeln wir gemeinsam die Idee eines

Partnerschafts-Basars oder gestalten Gastgeschenke.

Kann jemand für die ehrenamtliche Mitarbeit in

der Partnerschaftsarbeit nicht geeignet sein?

Bei der Suche nach Gastfamilien stellten wir

uns diese Frage kurzfristig. Fehlende Sprachkenntnisse,

großer Wohlstand bzw. sehr geringe

eigene Mittel wurden dabei ebenso diskutiert

wie die fehlende Kirchenmitgliedschaft. Letztendlich

haben wir alle interessierten Gastfamilien

berücksichtigt. Es kam zu lebendigen

Begegnungen mit den Gästen, aber auch die

Gastfamilien hielten untereinander den Kontakt

und integrierten sich stärker in das kirchliche

Leben vor Ort.


Kontakte knüpfen

Klappern gehört bei uns zum Handwerk: Die

Öffentlichkeitsarbeit ist deshalb ein wesentlicher

Teil unserer Arbeit im Partnerschaftsausschuss.

Dazu gehört auch die regelmäßige Bereitstellung

von Material aus Südafrika für die Gemeindebriefe

im Kirchenkreis.

Darüber hinaus sind die Mitglieder des Partnerschaftsausschusses

aber auch persönlich in

den Gemeinden präsent. Jeder von uns verfügt

über ein eigenes Netzwerk von Kontakten zu

Gruppen und Einzelpersonen. Immer häufiger

ergeben sich so auch Beziehungen zu außerkirchlichen

Gruppen wie zum örtlichen Shantychor

oder zu Kursen der Volkshochschule. Die

Bereitschaft zum Engagement ist hier ebenfalls

groß. Als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren

sprechen wir potentielle Mitarbeitende direkt

an.

Wenn möglich beziehen wir die Hauptamtlichen

in unsere Aktivitäten ein und stellen über sie

Kontakte zu künftigen Mitarbeitenden her.

Aktuelle Anlässe sind zum Beispiel der Partnerschaftssonntag,

der in den Gemeinden gefeiert

werden kann, oder auch der Weltgebetstag

2006, dessen Liturgie von Frauen aus Südafrika

erarbeitet wurde.

Integration und Unterstützung bieten

Im Rahmen unserer Informationsarbeit werden

auch die Mitwirkenden ausführlich über die

Hintergründe ihres Engagements aufgeklärt.

Hinzu kommen schriftliche Informationen und

Treffen, um konkrete Aufgaben und Anforderungen

z. B. für Gastfamilien zu besprechen.

Für die Ehrenamtlichen im Ausschuss bieten

wir Fortbildungsmöglichkeiten in Hermannsburg

und Falkenburg an.

Zweierlei ist uns in der Zusammenarbeit von

Haupt- und Ehrenamtlichen besonders wichtig:

Zum einen sollen die Mitarbeitenden sich nach

ihren Vorstellungen und Ideen in die Arbeit einbringen

können. Wir bemühen uns, möglichst

jede Tätigkeit über jeden Zeitraum in die Partnerschaftsarbeit

zu integrieren. Darüber hinaus

entwickeln wir konkrete Projekte, die eine breite

Beteiligung ermöglichen sollen.

Zum anderen wollen wir die Zusammenarbeit

im Geist unserer Ziele gestalten, d. h. die Solidarität

untereinander und die Gemeinschaft

sind für uns wesentlich. Wir beten und singen,

wir genießen beim köstlichen Essen – kurz,

wir versuchen unsere Arbeit genussvoll zu

gestalten.

Ausstieg organisieren

Viele Beteiligungsmöglichkeiten sind projektorientiert

und auf einen begrenzten Zeitraum

zugeschnitten. Diese punktuelle Mitarbeit

möchten wir künftig stärker vernetzen. Mit

Folgeprojekten, Aktionen und Einladungen zu

Veranstaltungen wollen wir die ehemaligen

Mitarbeitenden nach Abschluss des Projekts

längerfristig binden. Die konkrete Beteiligung

kann natürlich zu jedem Zeitpunkt beendet

werden. Die Berufung für den Partnerschaftsausschuss

ist auf sechs Jahre angelegt. Um

hier einen Ausstieg zu ermöglichen, halten wir

Kontakt zu potentiellen Interessierten, die dann

ggf. nachrücken.

Diakonin Christiane Scholz-Muntschick, Jahrgang 1949,

Ausbildung zur Katechetin am rpi-Loccum, berufsbegleitende Ausbildung zur Diakonin

am Lutherstift Falkenburg (1981 – 1984), Diakonin und Kreisjugendwartin

im Kirchenkreis Stolzenau-Loccum seit 1980, Diakonin mit einer halben Stelle

seit 1996 in der Kirchengemeinde Rehburg-Loccum mit den Schwerpunkten

Kinder-, Jugend- und Erwachsenenarbeit.

25


26

ehrenamtliche arBeit

mit menschen mit BehinderunGen

Ein Schwerpunkt im Kirchenkreis Lüneburg

.

Die Behindertenarbeit des Kirchenkreises Lüneburg

rückt eine Zielgruppe in den Mittelpunkt,

die in den Heimatgemeinden bisher keinen

oder keinen ausreichenden Ort für ihre religiösen

und freizeitgestaltenden Ausdrucks- und

Lebensweisen gefunden hat. Wir eröffnen den

behinderten Menschen auf vielfältige Weise

differenzierte Zugänge zur Gestaltung christlichen

Glaubens und Lebens. Als Kirchenkreis

haben wir in dieser Arbeit einen Schwerpunkt

entwickelt, der in dieser Weise in unserer Landeskirche

nahezu einmalig ist:

Alle Gruppen und Aktivitäten können in dieser

Weise nur durchgeführt werden, weil die Leitung

und Begleitung, Planung und Umsetzung in

einem stabilen Team von hauptamtlichen und

ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

geschieht. Wir kooperieren mit anderen

Einrichtungen, Initiativen und Interessensvertretungen

dieses Arbeitsbereiches. Wir sind

offen für Beteiligungsformen und -wünsche von

Interessierten. Wir fördern das Miteinander von

Menschen mit und ohne Behinderungen in allen

Lebensbereichen.

Aufgaben benennen

Die Behindertenarbeit im Kirchenkreis hat einen

Stamm von zehn Ehrenamtlichen, die kontinuierlich

in den drei Gruppen mitarbeiten. Hinzu

kommen Ehrenamtliche, die „nur“ mithelfen,

wenn umfangreiche Gottesdienste oder Aktionen

anstehen, welche nicht alleine durch die

Stammbesetzung durchgeführt werden können.

Darüber hinaus sind ehrenamtliche Mitarbeitende

wichtige Impulsgeber für die Hauptamtlichen.

Im Behindertenbeirat von St. Nicolai

engagieren sich beispielsweise Personen aus

der Verwaltung des Kirchenkreises und aus

Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

(z.B. Lebenshilfe, Schule für Geistigbehinderte

etc.). Der Beirat hat beratende Funktionen. Er

nimmt über die Arbeit vor Ort hinaus andere

Institutionen und Aktivitäten in den Blick und

hält die Verbindung z.B. zum Kirchenvorstand

von St. Nicolai.

Die Hauptgruppe der Ehrenamtlichen ist im

„Nicolai-Treff“ tätig. Hier kommen wöchentlich

rund 30 behinderte und nichtbehinderte Menschen

zu Geselligkeit und musisch-kulturellen

Aktivitäten zusammen. Die Themen für die

Gruppenstunden werden zu Beginn eines

Halbjahres gemeinsam mit mir geplant. Die

ehrenamtlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen

bereiten die Abende eigenständig vor. Dazu gehören

auch die Gestaltung des Raumes und das

Kochen des Tees für die Klönrunde zu Beginn

des Abends. Ein bis zweimal im Halbjahr bin ich

auch mit dabei. Hin und wieder werden Gäste

eingeladen, die einen Abend gestalten können.

Für die Koordination der Termine und der Absprachen

bin ich zuständig. Eine der Ehrenamtlichen

ist gleich in allen drei Freizeitgruppen mit

dabei. Sie ist seit einiger Zeit Rentnerin und hat

Zeit für mehr freiwilliges Engagement.

Neben dem „Nicolai-Treff“ gibt es noch eine

weitere Gruppe für Jugendliche und junge

Erwachsene („Mittwochsgruppe“) sowie ein regelmäßiges

Angebot für 30 zum Teil schwer geistig

behinderte Erwachsene, die überwiegend

in den Werkstätten der Lebenshilfe arbeiten

(„Freitagsgruppe“). In diesen Gruppen sind die

Ehrenamtlichen zumeist als Unterstützung für

die Hauptamtlichen mit dabei. Eigene Ideen und

Vorschläge der ehrenamtlichen Mitarbeiter sind

dabei aber sehr willkommen. Die Altersspanne

der Ehrenamtlichen in der Behindertenarbeit

erstreckt sich auf 30 bis 65 Jahre.

Suchprofile:

Geeignete Personen finden

Die Ehrenamtlichen entstammen keinem besonderen

Personenkreis. Sie sind bzw. waren

in den unterschiedlichsten Berufen tätig. Einige

der Mitarbeiter haben selbst Kinder oder Bekannte

mit Behinderungen. Die Hauptvoraussetzung

für ihre Mitarbeit ist, dass sich alle

sozial engagieren wollen.

Die meisten Ehrenamtlichen sind Frauen – viele

davon weit in der zweiten Lebenshälfte. Aus diesem

Grund wollen wir künftig stärker auf männliche

Mitarbeiter zugehen und auch Jüngere in

den Blick nehmen. Die gezielte Gewinnung von

weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird

in der nächsten Zeit einen Schwerpunkt unserer

Arbeit bilden.

Kontakte zu potenziellen Ehrenamtlichen

knüpfen

Der Kontakt zur Behindertenarbeit entsteht

meist durch persönliche Kontakte bzw. Ansprache

durch Ehrenamtliche und Hauptamtliche

oder Besuche von größeren Aktionen / Gottesdiensten

der Behindertenarbeit. Ein Beispiel

hierfür ist das Erntedankfrühstück, an dem auch

Schüler, Familienmitglieder sowie Lehrerinnen


und Lehrer bzw. Betreuer der umliegenden

Schulen und Einrichtungen teilnehmen.

Die Interessierten erhalten die Möglichkeit, in

die verschiedenen Gruppen - in Begleitung von

einem Ehrenamtlichen oder von mir - hineinzuschnuppern.

Dazu gehören auch ausführliche

Vorgespräche mit den interessierten Personen

in Bezug auf Informationen über sie und die

Behindertenarbeit.

Diesen Erfolg versprechenden Weg wollen

wir in Zukunft weiter ausbauen. Im Gegensatz

dazu führten Aushänge – zum Beispiel an der

Fachhochschule – nicht zu der gewünschten

Resonanz.

Integration und Unterstützung bieten

Ich erachte es als wichtig, mich bei den Ehrenamtlichen

für ihr Interesse und Engagement in

der Behindertenarbeit zu bedanken. 2004 habe

ich mit einem Teil von ihnen einen Ausflug zu

Ikea unternommen. Viele hatten bisher keine

Möglichkeit dorthin zu fahren. In diesem Jahr

werden wir gemeinsam nach Hannover fahren

und dort die Herrenhäuser Gärten besichtigen.

Als ein Teil der Unterstützung der ehrenamtlichen

Arbeit gehören für mich auch Fortbildungen

oder Workshops zu verschiedenen

Themen dazu. In diesem Jahr werden wir einen

„Erste-Hilfe-Kurs“ anbieten, der auch Themen in

der Arbeit mit Menschen mit Behinderungen mitberücksichtigt

(wie z.B., Was mache ich, wenn

jemand einen epileptischen Anfall hat? etc.).

Des Weiteren wird es eine Fortbildung durch

einen Neurologen geben, in der es um medizinische

Hintergründe von Behinderungen gehen

wird. Von den Ehrenamtlichen gewünscht, sind

auch Workshops zu kreativem und musischem

Arbeiten mit den Gruppen in Planung.

Ausstieg organisieren

Falls einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter beschließt,

aus der Arbeit auszusteigen, war es

bisher so, dass sie innerhalb der Gruppen mit

einem „Danke-schön“-Fest und Geschenken

verabschiedet wurden. Daran beteiligen meine

Kollegen und ich uns natürlich auch. Seit ich

in der Behindertenarbeit tätig bin, hat es noch

keine Verabschiedung gegeben.

Am Schluss meiner Ausführungen möchte ich

noch einmal betonen, dass diese Arbeit nicht

ohne ehrenamtliches Engagement in dem o.g.

Umfange stattfinden könnte.

Ein „Herzliches Dankeschön“ an alle Ehrenamtlichen.

Diakonin Sandra Schulz, Jahrgang 1975,

Dipl.-Religionspäd, Dipl.-Sozialpädagogin, Studium an der Ev. Fachhochschule

Hannover, Fachbereiche Religionspädagogik & Diakonie und Sozialwesen, seit

2002 Diakonin in der Behindertenarbeit des Kirchenkreises Lüneburg

2


28

Gewalt üBerwinden

Projekte mit Ehrenamtlichen im Kirchenkreis Lüneburg

.

„Gewalt überwinden im Kirchenkreis Lüneburg“

ist ein kleines aber inzwischen sehr erfolgreiches

und wegweisendes Feld für engagierte

Menschen!

„Gewalt überwinden“ im Kirchenkreis Lüneburg

besteht aus einer Arbeitsgruppe aus haupt- und

ehrenamtlich Mitarbeitenden aus Kirchengemeinden,

dem Kirchenkreis und aus diakonischen

Einrichtungen. Diese AG beschließt

die thematisch vielschichtigen Schwerpunkte:

Familien, ältere Menschen, Kinder + Jugendliche.

Sie organisiert eigene Veranstaltungen

(Vorträge, Kino-Wochen, Ausstellungen) und

motiviert Menschen, Kirchengemeinden und

Einrichtungen zum Mitgestalten der gewählten

Schwerpunkte.

Die Organisation der AG, die Gesamtkoordination,

die Netzwerkarbeit, die Öffentlichkeitsarbeit

und die Gesamtfinanzierung liegen bei mir, dem

Diakon, als Projektkoordinator.

Projektziele

Wir zeigen

- dass Gewalt nicht sein muss: Gewalt überwinden

kann gelernt werden!

- dass konstruktive Konfliktlösungsmöglichkeiten

eingeübt werden können.

- dass die Bibel eine Botschaft von Frieden,

Gewaltlosigkeit und Gerechtigkeit für uns

bereithält.

- dass jeder einzelne einen Beitrag leisten kann,

in der Auseinandersetzung mit sich selbst, im

Wirken in seiner Umgebung

- dass Gewalt kein „theoretisches, abstraktes

und depressives“ Thema ist.

- dass wir im gemeinsamen Zusammenleben

und Arbeiten ein gelingendes Leben einüben

können.

- dass Menschen sich in Krisen an uns wenden

können.

Wir wollen uns aktiv dafür einsetzen, eine Kultur

des Friedens aufzubauen.

Aufgaben benennen

Besonders große Erfolge und nachhaltige

Wirkung zeigen die öffentlichkeitswirksamen

Veranstaltungen: Theater in der Fußgängerzone,

Großvorträge, Entwicklung und Gestaltung

von Aktionsständen und Kunstobjekten, Mitentwicklung

und Gestaltung von Gottesdiensten,

Schulprojekten uvm.

Die Mitarbeit bei Schulungen und Projekten für

Kinder und Jugendliche ist aus Zeitgründen der

Ehrenamtlichen oft schwieriger: Anfragen von

Schulen für Projekttage liegen einfach in der

Schul- bzw. Arbeitszeit.

Bei Konfirmandenprojekten ist die Mitarbeit oft

gut realisierbar!

Grenzen finden sich in der auch stattfindenden

seelsorgerlichen Begleitung von Menschen in

Krisen: Häusliche Gewalt, sexuelle Gewalt etc.

An solchen Punkten wird auf professionelle

Hilfe wert gelegt, weil sich viele Menschen in

diesen Situationen mit sehr komplexen und

komplizierten Problemlagen auseinandersetzen

müssen.

Suchprofile:

Geeignete Personen finden

Wir suchen

- kreative Menschen, die das schwierige Thema

„Gewalt“ nicht scheuen und bereit sind ganz

tatkräftig anzupacken.

- einfühlsame Menschen, die Lust haben sich

auf Menschen einzulassen, die in Krisen leben

oder diese erlebt haben.

- verschwiegene Menschen, damit sich Hilfesuchende

aufgehoben und angenommen

fühlen.

- verlässliche Menschen, die reflexionsfähig

sind und Lust haben, sich weiterzubilden.


Für seelsorgerliche und fachliche Begleitung

und Schulung stehen professionelle Mitarbeitende

zur Verfügung.

Kontakte zu potenziellen Ehrenamtlichen

knüpfen

Die breite Öffentlichkeitsarbeit zeigt große

Wirkung. Das positive Image von „Gewalt

überwinden im Kirchenkreis Lüneburg“ bringt

viele Menschen dazu Kontakt aufzunehmen

und Gespräche zu suchen. Die oft zeitlich

begrenzten und überschaubaren Projekte und

Aktionen werden gut wahrgenommen und laden

zum punktuellen Mitmachen ein.

Integration und Unterstützung bieten

Durch ständige Begleitung und Schulung

herrscht ein Klima, in dem auch besondere

Stärken gut eingesetzt werden können. Gerade

das „sich ausprobieren“ und die daran

anschließende Reflexion werden von den

Ehrenamtlichen als außerordentlich wohltuend

empfunden. Eine gute Vorbereitung lässt

Befürchtungen und Ängste bei dem Thema Gewalt

auf ein gutes Maß an „Kribbeln“ absinken.

Neben der Auseinandersetzung mit dem Thema

Gewalt werden die Ehrenamtlichen geschult im

Umgang mit Aggression und Konflikten, in der

Eigenreflexion und in ganz praktischen Fähigkeiten:

Kommunikation in der Öffentlichkeit,

Projektplanung und Umsetzung, Vorbereitung

und Durchführung von thematischen Einheiten,

Andachten und Gottesdiensten, Finanzierung

und Fundraising.

Bei jugendlichen Mitarbeitenden ist die Gruppenleiterausbildung

mit ihren entwicklungspsychologischen,

soziologischen und pädagogischen

Inhalten sehr hilfreich.

Ausstieg organisieren

Durch die Organisationsform mit vielen zeitlich

und überschaubaren Projekten und Aktionen ist

ein guter Einstieg wie auch ein guter Ausstieg

möglich. In der Regel findet nach jeder Aktion

oder in einem gewissen Abstand ein kleines

„Dankeschön-Event“ statt: Ein gemeinsames

Grillen, der Ausflug in den Hochseilgarten oder

ähnliches. Öffentlicher Dank in Gottesdienst,

Feier oder Zeitung ist selbstverständlich. Auf

Wunsch wird über das ehrenamtliche Engagement

eine Bescheinigung ausgestellt.

Diakon Henry Schwier, Jahrgang 1970,

Studium an der Ev. Fachhochschule Hannover, Dipl.-Religionspädagoge,

Erstberuf: Gärtner/Zierpflanzenbau, zurzeit Weiterbildung „Management in

sozialen Organisationen“ bei der Diakonischen Akademie Deutschlands in

Berlin. Aktuelle Tätigkeiten: Projektkoordinator „Gewalt überwinden“, Kirchenkreisjugendwart

Lüneburg, Diakon Kirchengemeinde Lüne.

29


30

Projekt “kost-nix-laden”

Das Diakonische Werk Cuxhaven lädt zum Mitmachen ein

.

Die Idee des „Kost-nix-Ladens“ stammt

aus Hamburg. Wir haben sie auf Cuxhaven

übertragen, weil es einen großen Mangel bei

„nichtsesshaften Durchreisenden“ gibt. Räume

für den Laden wurden frei, so dass wir mit der

Umsetzung der Idee beginnen konnten. Wir lassen

uns alles, was die Leute loswerden wollen,

schenken, und schenken dieses an “Bedürftige”

weiter: Nippes, Geschirr, Besteck, Bettwäsche,

Kinder- und Erwachsenenkleidung, Schuhe,

Kleinmöbel, Rucksäcke, Fahrräder, Elektrogeräte,

und vieles mehr. Inzwischen beschenken

uns Menschen aus dem gesamten Kreisgebiet,

aber auch Kurgäste, die unsere Arbeit hier vor

Ort kennen lernten. Es ist viel da, was es wert

ist nicht auf den Müll geworfen zu werden – und

es wird viel gebraucht. Die Arbeit ist inzwischen

so erweitert, dass wir wöchentlich bis zu 40

Säcke Kleidung für die “Aktion helfende Hände”

(Hilfe für Rumänien und Königsberg) abzweigen

und in Litauen ein kleines Diakonisches Werk,

eine Schule, die Pfadfinder und Gemeinden

unterstützen.

Aufgaben benennen

Im „Kost-nix-Laden“ müssen folgende Aufgaben

erledigt werden: Annahme der Waren,

auspacken, sortieren, aussortieren, einräumen,

ausgeben, nachpacken, wegräumen. Zum

körperlichen Einsatz hinzu kommt der Kontakt

zu den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, zu

den Menschen aus ca. 20 Nationen. Wenn die

Ehrenamtlichen selber zu den Spendern fahren,

ist der sorgsame Umgang mit denen nötig, die

sich von den Dingen trennen, die ihnen oder

dem verstorbenen Menschen lieb und teuer

waren. Der zeitliche Rahmen: normalerweise

wöchentlich bis zu 4 Stunden, manche sind

aber auch bis zu 2 Stunden dabei.

Dienstags von 0.00 - 2.00 Uhr und mittwochs

von 5.00 - .00 Uhr ist der Laden geöffnet.

Wöchentlich bis zu 60 Personen holen sich die

Dinge des täglichen Lebens, die sie sich finanziell

sonst nicht leisten könnten - von der Babywäsche

bis zum Föhn oder dem gebrauchten

Fahrrad. Unsere “ Kunden” bekommen alles

kostenlos, aber nicht in unbegrenzter Menge.

Karteikarten mit Vermerken ermöglichen es,

etwas Kontrolle auszuüben. Unsere “Kundschaft”:

Kleinrentner, Arbeitslose, Übersiedler,

Asylbewerber, Sozialhilfeempfänger. All diese

Aufgaben erfordern Sorgfalt, Engagement,

Koordinationsfähigkeit und Menschenliebe.

Suchprofile:

Geeignete Ehrenamtliche finden

Wen wir wollen: Menschen jeden Alters, die

sich, egal ob sie Christen, Moslems, Buddhisten,

Ausgetretene oder Gottesleugner sind,

in diese Arbeit für andere Menschen hineinnehmen

lassen.

Kontakte knüpfen

Das wichtigste war, diesen Gedanken in die

Öffentlichkeit zu bringen. Klappern gehört zum

Handwerk: Presse, Gemeindebrief, Vorstellung

der Arbeit an vielen Stellen. Ehrenamtliche für

diese Arbeit zu gewinnen, das war der leichteste

Teil der Arbeit (allein in diesem Zweig unserer

Arbeit haben wir 20 Ehrenamtliche).

Integration und Unterstützung bieten

Vorarbeit: Treffen mit denen, die - durch Presse,

Gemeindebriefe und Vorstellung der Arbeit oder

der Planung angeregt - erwägen, ihre Kraft und

Zeit in die ehrenamtliche Arbeit einzubringen.

Die Aufgabe des Hauptamtlichen: anleiten,

stützen, zuhören, regelmäßige Würdigung der

Arbeit der Ehrenamtlichen, Hellhörigkeit, wenn

zwischenmenschliche Probleme auftauchen

(auch Freiwillige haben schlechte Tage, Kummer,

Ärger, Aggressionen), ein Gespür für die

persönlichen Belastungen der Ehrenamtlichen,

Schulung für Gespräche, Verständnis wecken

für die Andersartigkeit und Sonderbarkeit der

verschiedenen Menschen aus den verschiedensten

Religionen, Herkunftsländern, Sprachmächtigkeiten

und Lebenssituationen. Das ist

nur zu schaffen, wenn in jedem der Tagesteams

eine Ehrenamtliche ist, die als Teamchefin begabt

und akzeptiert ist und das Vertrauen der

Ehrenamtlichen und des Hauptamtlichen hat.

Dazu kommen als Aufgaben des Hauptamtlichen

regelmäßige Feiern von Geburtstagen,

Grillfesten, Advents -und Weihnachtsfeiern.

Regelmäßige Verlautbarungen in der Presse

über die Arbeit dieser Menschen in einer

bestimmten Arbeit der Diakonie erhöhen das

fröhliche Selbstwertgefühl der Mitarbeitenden

wie auch des Hauptamtlichen wesentlich!

Für mich steht fest: Die Arbeit machen die Ehrenamtlichen,

und die tun sie gut und gerne,

mein Part als Diakon und Kirchenkreissozialarbeiter

ist die Mitarbeiterpflege, die Würdigung

der Arbeit und die Öffentlichkeitsarbeit, um

diese und die vielen anderen Arbeitsbereiche


des Diakonischen Werkes Cuxhaven ständig

“im Gerede” zu halten.

Auch unsere Laden-Kunden tragen zum Dank

bei: Eine Spendendose ermutigt sie, ihren Dank

nicht nur verbal sondern so, wie sie es können

und mögen, auch mit Cents und Euro abzustatten.

Dieses Spendenaufkommen ermöglicht

es, den Ehrenamtlichen, wenn sie z.B. Sachen

aus den Häusern abholen, einen kleinen Obolus

für Benzin zu geben und auch einiges an

Lebensmitteln für die Wärmestube zu kaufen

oder eine Fahrt nach Litauen mitzufinanzieren.

Eine Hand wäscht die andere. Regelmäßige

Flohmärkte und Bücherflohmärkte ermöglichen

es, mit dem Erlös wieder besondere Aktionen

zu unterstützen.

Ausstieg organisieren

Eine zeitliche Begrenzung des Dienstes, in

der wöchentlichen Stundenzahl wie auch in

der Begrenzung in der Arbeit, ist wichtig. Nicht

jahrelange Mitarbeit - evtl. unter Druck: „Ich

muss ja, weil ich Ja gesagt habe“, sondern: „Für

eine gewisse Zeit mache ich diese Arbeit, und

ich darf aufhören, wenn ich nicht mehr kann,

mag oder will oder was dazwischenkommt.

Aber solange ich mitmache, mache ich meine

Arbeit gewissenhaft und möglichst in der Gemeinschaft

der Anderen in Absprache und mit

Freude.“ Dieses Prinzip wird bei den monatlichen

Treffen grundsätzlich angesprochen und

von allen für gut geheißen.

Diakon Konrad Geesmann, Jahrgang 1943,

Erstberuf Landwirt, missionstheologische Ausbildung in Neuenkirchen/

Niederrhein, 1967 bis 1997 Kreisjugendwart, Katechet und Gemeindediakon,

Prädikant, seit 1997 Leiter des Diakonischen Werks des Ev. luth.

Kirchenkreises Cuxhaven, Gefangenenseelsorger und Geschäftsführer

des Gefangenen-Fürsorge-Vereins, arbeitet hauptsächlich in der Beratung

von Menschen in multimiserialen Situationen.

3


32

arBeitsfeld: freiwilliGenmanaGement

in der kirchenreGion rotenBurG

Ein Diakon als hauptamtlicher Freiwilligenmanager

.

Aufgabenbereiche und Ehrenamtliche

in der Region

Die Kirchenregion Rotenburg besteht aus drei

Kirchengemeinden. Darüber hinaus gibt es

große Einrichtungen der Diakonie in der Stadt,

unter anderem ein evangelisches Krankenhaus.

Seit November 2004 arbeite ich als Freiwilligenmanager

auf einer Diakonenstelle. Vor

allem Entwickeln neuer Ideen, Konzipieren und

Koordinieren galt es zunächst hinzusehen und

wahrzunehmen: Wer tut was wo und für wen?

Freiwillig engagierte Männer und Frauen denken

und planen im Gemeindebeirat, sie besuchen

alte Menschen zu ihrem Geburtstag oder

einfach so zwischendurch im Pflegeheim. Es

gibt Ehrenamtliche in der Krankenhausseelsorge,

im Eine-Welt-Laden und im Mach-Mit-Café,

beim Offenen Mittagstisch und im Arbeitskreis

Asyl. Die Liste ließe sich mühelos fortsetzen.

Das Rad kann und muss also nicht neu erfunden

werden. Es gibt bereits an vielen Stellen

freiwilliges Engagement in beeindruckender

Weise und ein Zusammenwirken von Haupt-

und Ehrenamtlichen.

Kritische Fragen und neue Engagierte

Meine Aufgabe besteht darin, mit ehrenamtlichen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und

mit Pfarrern bzw. dem Diakon gemeinsam zu

fragen: Was kann und sollte verbessert werden

und wie können weitere Menschen auf die

vielen Engagementmöglichkeiten hingewiesen

bzw. für eine Mitarbeit gewonnen werden?

Und: Welche gemeindlichen und diakonischen

Angebote oder Projekte könnten zusätzlich

entstehen, wenn wir „neue“ Ehrenamtliche mit

ihren jeweiligen Neigungen, Begabungen und

(beruflichen) Hintergründen, ihren Ideen und

Fähigkeiten für ein Engagement im Rahmen

der Kirche und Diakonie gewinnen?

Perspektivübernahme: Mit den

Augen der Engagierten sehen

Wir versuchen konsequent und mit zunehmender

Selbstverständlichkeit von den (potenziellen)

Ehrenamtlichen her zu denken,

ihren Blickwinkel einzunehmen: Sie sollen ihre

Mitarbeit dauerhaft als sinnvoll und bereichernd

erleben. Sie sollen sich nach selbst gesteckten

Zielen engagieren und diese Ziele auch mit

Hilfe der Hauptamtlichen überprüfen können.

Sie sollen Kirche als einen Ort entdecken können,

an dem es möglich ist, Projekte zu starten

und Neues zu gestalten - aber auch

möglichst unkompliziert und ohne

moralischen Druck ein-, aus- und

in andere Aufgaben umzusteigen.

Neben der Schaffung von Strukturen

und der Gewinnung von Männern

und Frauen für ein freiwilliges Engagement

geht es deshalb auch um

individuelle Beratung.

Das Instrument der Tätigkeitsprofile

Um dauerhaft ein Klima und eine

Struktur zu schaffen, die ehrenamtliches

Engagement noch besser als

bisher fördern, versuchen wir, einzelne

Instrumente des Freiwilligenmanagements

anzuwenden.

So spielt die Erstellung von Tätigkeitsprofilen

eine wichtige Rolle. Diese

machen eine Reflexion darüber

möglich, was denn genau von einem

Mitarbeiter in einer bestimmten Aufgabe

verlangt und was geleistet wird.

Das schafft Klarheit und führt nicht


selten dazu, dass ganz neue Fragen entstehen:

Wäre es nicht besser, einen weiteren Besuchsdienst

einzurichten, der sich auf eine bestimmte

Zielgruppe konzentriert? Warum ist es eigentlich

so schwer, die Aufgabe XY in wenigen Worten

zu beschreiben; ist sie etwa schon im Ansatz

zu unklar, zu breit angelegt?

Die Tätigkeitsprofile sind ein Instrument nach

innen und außen. Denn auch Interessierte, die

sich über Möglichkeiten und die Bandbreite von

Engagementfeldern informieren wollen, können

hier detailliert Auskunft über den geforderten

Zeitumfang, Aufgaben und Erwartungen einzelner

Tätigkeiten und zugleich mit Hilfe eines

aktuellen Profil-Katalogs einen Gesamtüberblick

erhalten.

Kontakt, Kommunikation und

manche Vorurteile

In einem Team Kommunikation überlege ich

zusammen mit Freiwilligen, wie eine geeignete

Werbung und Kommunikationsstrategie

aussehen kann. Mit Hilfe von Anzeigen in der

Tageszeitung ist es gelungen Einzelne für

ein Engagement zu interessieren. Events wie

Talkabende oder Freiwilligenbörsen sollen folgen.

Auf diesem Weg werden wir versuchen,

vor allem diejenigen anzusprechen, die zwar

grundsätzlich bereit sind und Lust haben, sich

ehrenamtlich zu engagieren, aber über den

guten Vorsatz aus ganz unterschiedlichen Gründen

bisher nicht hinauskamen: sie sind falsch

oder nicht ausreichend informiert darüber, wie

es wirklich ist, wenn man sich engagiert; sie

haben wenig ermutigende Beispiele vor Augen

oder sehen keine Aufgabe, die ihnen entspricht,

die sie herausfordert und vom geforderten

Zeiteinsatz her zu ihnen passt. Es sind also eine

ganze Reihe von zum Teil fest in den Köpfen

sitzenden Vor-Urteilen, aber auch „Bildern“ aufgrund

von negativen Beispielen, denen wir im

Team Kommunikation durch eine regelmäßige

und zielgruppengerechte Öffentlichkeitsarbeit

entgegentreten wollen. Eine Homepage soll zukünftig

für einen schnellen und unkomplizierten

Zugang zu Informationen und Tätigkeitsprofilen

sorgen.

Suchprofile und freiwillige

KoordinatorInnen

Eine Schwierigkeit besteht darin, die inhaltliche

und persönliche Brücke zwischen „dem Freiwilligenmanagement“

als Service-Einrichtung

und den verschiedenen Gruppen und Kreisen

der beteiligten Kirchengemeinden zu schlagen.

Damit die Idee des Freiwilligenmanagements in

den einzelnen Gemeinden greifen kann und es

nicht allein bei einer Meta-Ebene bleibt, sollen

auf Dauer AnsprechpartnerInnen gewonnen

und speziell geschult werden, die dann eng mit

mir als Hauptamtlichen zusammenarbeiten. Diese

AnsprechparterInnen wären dann so etwas

wie ehrenamtliche KoordinatorInnen für Freiwilligenmanagement:

sie machen (so die Idee)

das Anliegen des Freiwilligenmanagements in

der Region zu ihrer „Sache“, zu ihrem Anliegen

und zwar für den überschaubaren Bereich ihrer

Kirchengemeinde. Im Moment ist das zwar noch

ein Wunschgedanke, aber aus meiner Sicht ein

wesentlicher Baustein für die Entwicklung des

Gesamtprojekts.

Große Herausforderung und ein Übungsfeld

im Kleinen

Als Freiwilligenmanager für die Kirchenregion

kann ich nur Schwerpunkte setzen und für Zugänge,

Vermittlung, Einzelberatung und eine

möglichst gute Vernetzung sorgen.

Als sehr hilfreich empfinde ich es, dass dennoch

an einer Stelle exemplarisch eine ständige,

intensive Zusammenarbeit mit kreativen und

kompetenten Freiwilligen gegeben ist: im bereits

erwähnten Team Kommunikation. Es ist

hilfreich, nicht nur mit haupt- und ehrenamtlichen

Leitenden über Anerkennungsformen,

sachgemäße kontinuierliche Begleitung, Begrüßung

und Abschied zu sprechen, sondern

selber gegenüber einzelnen Ehrenamtlichen

in genau dieser Verantwortung zu stehen. Und

es macht Spaß!

Diakon Matthias Pregla, Jahrgang 1968,

Ausbildung im Einzelhandel, Ausbildung am theologischen Seminar der

Bahnauer Bruderschaft in Unterweissach (1990-1994), berufsbegleitendes

Studium zum Marketing-Kommunikationswirt in Hamburg (2000-2002),

Prediger im Hannoverschen Verband Landeskirchlicher Gemeinschaften

(1995-2002), Seit November 2004 Diakon im Bereich Freiwilligenmanagement

in der Kirchenregion Rotenburg/Wümme.

33


34

literaturhinweise

.

AWO Bundesverband (Hrsg.)

Praxishandbuch der Initiative Ehrenamt:

Freiwillige ansprechen, gewinnen, beteiligen.

Bonn 2000

Biedermann, Christiane

Freiwilligenarbeit koordinieren.

Volunteering und Volunteer-Management in

Großbritannien. Herausgegeben vom Förderverein

für Jugend- und Sozialarbeit e.V.,

Berlin 998

Beher, Karin/ Liebig, Reinhard/

Rauschenbach, Thomas

Strukturwandel des Ehrenamts.

Gemeinwohlorientierung im Modernisierungsprozeß.

Weinheim und München 2000

Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros/

Institut für Soziale Infrastruktur (Hrsg.)

Grundsatzthemen der Freiwilligenarbeit;

Theorie und Praxis des sozialen Engagements

und seine Bedeutung für ältere Menschen.

Stuttgart-Marburg-Erfurt 2002

Diakonisches Werk der EKD (Hrsg.)

„Handeln Ehrensache“

Kampagnenleitfaden; Gemeinsam stark für

Andere. Ehrenamtliches Engagement als

Chance; Neue Wege. Ehrenamtliche gewinnen

und integrieren; Das Haus richten. Fit werden

für die Zusammenarbeit mit Freiwilligen; eine

Kampagne zum Internationalen Jahr der Freiwilligen

200

Foitzik, Karl

Mitarbeit in Kirche und Gemeinde.

Grundlagen, Didaktik, Arbeitsfelder

Stuttgart 998

internetadressen

www.kirchliche-dienste.de

Haus kirchlicher Dienste der Evangelischlutherischen

Landeskirche Hannovers

www.ehrenamtlich-in-der-kirche.de

Internetseite der Evangelisch-lutherischen

Landeskirche Hannovers für das Ehrenamt

www.freiwilligenserver.de

Portal für bürgerschaftliches Engagement,

Ehrenamt und Selbsthilfe des Landes Niedersachsen

2. Freiwilligensurvey 2004 – Ehrenamt,

Freiwilligenarbeit, Bürgerschaftliches Engagement

(Schriftenreihe des Bundesministeriums für

Familie, Senioren, Frauen und Jugend)

Janning, Heinz

Ehrenamtlichkeit fällt nicht vom Himmel.

Über das niederländische Freiwilligensystem.

( 995)

In: Sozialmagazin, 20.Jg., H.3; S. 28f

Janning, Heinz/Luhe, Detlef/Rubart, Frauke

Qualitätsentwicklung für das Ehrenamt.

Ein Bericht über die Freiwilligen-Agentur in

Bremen ( 998)

In: Forschungsjournal Neue Soziale Bewegungen,

Heft 2/98

Janning, Heinz

Hauptberufliche und ehrenamtliche MitarbeiterInnen

– (k)ein lösbares Problem in

der Altenhilfe:

Impulse – Gestaltungsideen – Praxisbeispiele

(2000)

In: Kommunikation und Kooperation in der Altenhilfe

(Hrsg. Von H. Berghaus, K.-H. Knapic

u. U. Sievert) Band 55 der Reihe: „thema“ des

Kuratoriums Deutsche Altershilfe; Köln

Rosenkranz, Doris/Weber, Angelika

Freiwilligenarbeit. Eine Einführung in Management

von Ehrenamtlichen in der Sozialen

Arbeit.

Weinheim und München 2002

Wolf, Jochen (Hrsg.)

Kursbuch Vereinsmanagement.

Alles, was Ehren- und Hauptamtliche wissen

müssen.

Wien 999

www.ehrenamt.de

Förderverein für Jugend- und Sozialarbeit,

e.V., Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland

www.deranstoss.de

Freiwilligenagentur Hannover

www.zeitweise.info

Freiwilligenagentur Bremen


zitatenschatz

Zitate von ehrenamtlich engagierten Mitarbeitenden aus den beschriebenen Projekten

„Wenn es den Besuchsdienst nicht gäbe,

müsste man ihn erfinden“

Claudia Willig, Heimleiterin,

ez Nr. 23 vom 17. Juli 2005)

„Der Umgang mit den Konfirmanden hält

jung und die Arbeit im Frauenwerk gibt

Selbstbewusstsein“

Marion Breithaupt,

ez Nr. 15 vom 17. April 2005

„Ich zünde eine Kerze an als Dankeschön

für drei Jahre mit Renata (Diakonin in

Hildesheim). Sie hat mir neue Impulse

gegeben. Mein Interesse an Kirche und

Glaube ist größer geworden“

Edith Kattner,

ez Nr. 11 vom 20. März 2005

„Wenn niemand Hand anlegt, dann passiert

nichts, das ist in der Kirche nicht

anders als zu Hause“ … „Lisa Neumann

(Diakonin in der Seniorenarbeit) hält uns

ganz schön auf Trab“

Lieselotte von Glasenapp,

ez Nr. 20 vom 22. Mai 2005

„Perdita (Diakonin und Geschäftsführerin

im Frauenwerk) ist bei Problemen unsere

Ansprechpartnerin und sie ermutigt

uns dazu, alleine etwas auf die Beine zu

stellen“… „Das tolle war, dass sie mich

gleichberechtigt behandelt hat und mich

ermuntert hat, eigene Gedanken einzubringen“…

„Mir wurde eine ganz große

Tür aufgemacht.“ … „Wir sind sicherer

geworden und werden auch anders angesehen.“

Marlies Wegner,

ez Nr. 15 vom 17. April 2005

35


36

inhaltsVerzeichnis

.

Eckhart Dr. von Vietinghoff: Vorwort .............................................................................................

Brief an die Gemeinde in Rom, Kapitel 2 ................................................................................2

Kerstin Dede: Ehrenamtliches Engagement fördern und unterstützen –

Modelle und Projekte aus der Arbeit von Diakonen und Diakoninnen ..........................................3

Claudia Gerke: Freiwilligenmanagement –

Eine Konzeption für die Arbeit mit und von Ehrenamtlichen .........................................................4

Heike Voskamp: Ehrenamtliche Jugendliche im sozialen Brennpunkt –

Arbeit mit Kindern in der Willehadi-Gemeinde, Garbsen ............................................................. 0

Michael Benkowitz: Sprengeljugendtag Hannover 2004 –

Organisation der Open-Air-Bühne mit ehrenamtlichen Jugendlichen ......................................... 2

Renata Friede: „kids for konfi“ in Sarstedt –

Eltern und Großeltern engagieren sich für den Vorkonfirmandenunterricht ................................ 4

Claudia Gerke: Arbeit mit jungen Familien in der Kirchengemeinde Alt-Garbsen –

Erste Schritte eines Freiwilligenmanagements in einer Kirchengemeinde .................................. 6

Perdita Wünsch: Frauen gestalten ihr Programm –

Ehrenamtliche Arbeit im Frauenwerk, Region Lüneburg ............................................................ 8

Lisa Neumann: Ehrenamtliche in der Seniorenarbeit –

Das „Mittwochs-Team“ in St. Katharinen, Osnabrück ..................................................................20

Dieter Weiß: Ein Arbeitsfeld für Ehrenamtliche in der Region Brockel, Kirchwalsede,

Visselhövede – Besuchsdienst als regionale Herausforderung ................................................22

Christiane Scholz-Muntschick: „Wir sind bereit zu teilen“ –

Ehrenamtliche gestalten Partnerschaftsarbeit im Kirchenkreis Stolzenau-Loccum ...................24

Sandra Schulz: Ehrenamtliche Arbeit mit Menschen mit Behinderungen –

Ein Schwerpunkt im Kirchenkreis Lüneburg ................................................................................26

Henry Schwier: Gewalt überwinden –

Projekte mit Ehrenamtlichen im Kirchenkreis Lüneburg .............................................................28

Konrad Geesmann: Kost-nix-Laden –

der Kirchenkreis Cuxhaven lädt zur Mitarbeit ein ........................................................................30

Matthias Pregla: Freiwilligenmanagement in der Kirchenregion Rotenburg ........................32

Literaturhinweise und Internetadressen ......................................................................................34

Zitatenschatz ...............................................................................................................................35


542120

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