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mav 01-02.2019

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TRENDTechnologieschaufenster Japan mav: Das folgt dem Trend, den Sie ansprachen ... Kleinmann: Ja. Einfache Automatisierung für den kleinen, flach organisierten Betrieb, wo es aber zunehmend darum geht, Maschinen intensiver und flexibler zu nutzen, und zwar mannlos. Diese Anforderung ist in einem solchen Maße gegeben, dass wir da im Moment wirklich große Zuwächse spüren. Das beginnt schon bei der visuellen Erfassung. Der Palettenspeicher ist nicht abstrakt, sondern Sie können reinschauen. Pamav: Gab es weitere signifikante Trends auf der Messe? Additive Fertigung etwa ...? Kleinmann: Ich habe hier weit weniger zu additiver Fertigung gesehen als in Europa. mav: Auf der IMTS in Chicago war das ja ein starkes Thema. Warum hier nicht so sehr? Kleinmann: Dort stehen andere Märkte im Vordergrund. Medizintechnik, Hightech oder Luft- und Raumfahrttechnik sind dort wichtigere Marktsegmente. Da gibt es aus unserer Sicht im Moment große Impulse. In Japan sehe ich das aktuell nicht so sehr als Trend. Und auch unsere Zahlen in Japan bestätigen das. Wir haben Zuwächse, aber die sind nicht exponentiell, sondern moderat. mav: In Japan gibt es viele Hersteller, die Hybridmaschinen bauen, zu denen auch Matsuura zählt. Aber es gibt kaum hochrangige Spezialisten für 3D-Metalldrucker. Woher kommt das? Kleinmann: Das kann ich Ihnen auch nicht genau sagen. Es ist aber auf jeden Fall so, ich stelle das auch fest. mav: Wie hat sich ihre Lumex-Technologie, die additive Fertigung im Pulverbett und 5-Achs-Fräsbearbeitung kombiniert, in den vergangenen zwei Jahren weiterentwickelt? Kleinmann: Wir haben nach wie vor die größten Erfolge im Bereich Werkzeug- und Formenbau. Alle anderen Segmente – Teilebearbeitung, Medizintechnik, Luftfahrt – bedürfen einer gemeinsamen Verfahrensent- wicklung mit den Kunden. Das ist eine langwierige Angelegenheit. Die Integration in eine Zerspanungsprozesskette ist eine schwierige Aufgabe. mav: Haben Sie auch in Wiesbaden entsprechende Kompetenz aufgebaut? Kleinmann: Wir haben ein kleines Kompetenzzentrum aufgebaut, haben solche Maschinen in unserem Technologiezentrum, machen dort Versuche und entwickeln Verfahren. Wobei wir uns auch in Europa in erster Linie an den Werkzeug- und Formenbau wenden, weil wir dort ganz klar die Messeneuheit auf der Jimtof 2018: Das 5-Achs-Bearbeitungszentrum MAM72-70V mit 500 kg Paletten - belastung und kompaktem Palettenwechsler. Bild: mav/Kieß Wirtschaftlichkeit sehen und die Technologie auch relativ allgemein zugänglich machen können. Wir fokussieren dabei auf Kunden, die die gesamte Prozesskette von der Konstruktion eines Werkzeugs bis zum Spritzprozess abbilden können. mav: Wo liegen die Vorteile? Kleinmann: Wir können die Kühlung frei gestalten und Porosität variieren. Das erhöht die Standzeit des Werkzeugs und verkürzt die Zykluszeit beim Spritzgießen. Der gesamte Prozess von der Konstruktion bis zum Produkt kann dramatisch verkürzt werden. mav: Für welche Anwendungen ist das Hybridverfahren letztendlich interessant? Kleinmann: Die Anforderung besteht immer in einer Qualität im Innern eines Teils, in einer Kontur, einer Oberflächenqualität, die sonst nicht erzeugt werden kann, oder in ei- ner Genauigkeit, die noch nicht erzeugt werden kann. mav: Wie stellen Sie die Partikelsauberkeit sicher? Ist das ein Thema? Kleinmann: Im Hinblick auf die Prozess - sicherheit ist das ein Riesenthema. Es gibt unterschiedliche technische Möglichkeiten, das zu überprüfen – bis hin zur fotografischen Erfassung eines jeden Layers. Sie können das komplett dokumentieren und speichern. Die Partikelreinheit wird durch verschiedene Maßnahmen wie Partikelabsaugung und 2-Klingen-Beschichtersystem gewährleistet, und wir recyceln das Pulver. Wir wenden in diesem Bereich auch einen permanenten Luftzug an, und auch eine gewisse Geschwindigkeit. Die muss hoch genug sein, dass die Partikel weggeblasen werden, aber sie darf auch wieder nicht zu hoch sein, weil wir sonst unerwünschte Effekte in der Maschine haben. Es ist also schon ein komplexes Verfahren. mav: Welche Neuheiten haben Sie auf der Jimtof am Stand gezeigt? Kleinmann: Wir haben ein neues 5-Achs- Hochleistungsbearbeitungszentrum vorgestellt, die MAM72–70V. Sie ist deutlich größer als die Vorgängermaschine, mit jetzt 500 kg Palettenbeladung, einem Störkreis von 700 mm und einem sehr kompakten Palettenwechsler. Außerdem haben wir die MX-850, eine noch größere 5-Achs-Maschine erstmals mit einem Vierfach-Palettenwechsler präsentiert. Nachdem wir die kleineren Maschinen der MX-Baureihe mit solchen smarten Palettenwechslern ausgestattet hatten, haben wir das also nun auch mit dem größten Modell getan. 26 Januar/Februar 2019

GrindTec letten- und Werkzeugmanagement sind nicht aufgebläht, sondern übersichtlich gehalten, sodass der Werker mit einigen zusätzlichen Kenntnissen diese Automatisierungsmöglichkeit nutzen kann. Wenn Sie dagegen einen 40-Fach-Palettenspeicher von uns nutzen wollen, dann müssen Sie schon deutlich tiefer in Paletten- und Werkzeugmanagement einsteigen. mav: Auffallend bei der Jimtof 2018 war die deutlich veränderte Hallenstruktur. Wie bewerten Sie das? Kleinmann: Alles war viel gemischter jetzt. In unserer Halle etwa fanden sich auch Unternehmen, die sich um Peripherie oder Spanntechnik kümmern. Das neue System hat Vor- und Nachteile. Für uns als Aussteller ist es ganz interessant, wenn ab und zu einmal umorganisiert wird. Wir haben das bereits auf der AMB gesehen, wo durch das Hinzukommen einer weiteren Halle neue Situationen entstanden sind, durch die Sie auch wieder neue Kunden an Ihren Ständen haben. Ich glaube schon, dass diese neue Durchmischung vorteilhaft sein kann für Aussteller, wenn es darum geht, Kontakte zu knüpfen und Kunden zu finden. mav: Wollte der japanische Verband damit auch die internationalen Hersteller besser bedienen als in der Vergangenheit? Kleinmann: Das kann ich nicht so genau beurteilen. Aber ich weiß umgekehrt, dass die deutschen Messeveranstalter sehr gezielt ausländische Hersteller platzieren, um eine gewisse Durchmischung zu erreichen und Partnerschaften zu entwickeln. Eine AMB etwa interessiert sich inzwischen ja nicht nur für eine Messe in Deutschland, sondern auch für Messen in Übersee. Dadurch entstehen neue Interessen, denen man Rechnung tragen muss. Will man in Fernost eine Messe organisieren, dann muss man den Herstellern aus diesen Ländern auch die Chance eröffnen, bei uns in gute Lagen zu kommen. Und ich glaube, dass das in Japan genauso ist. Jedenfalls war die Aufplanung der Jimtof in diesem Jahr sicher kein Zufall. mav: Wie bewerten Sie generell die aktuelle Marktentwicklung im Werkzeugmaschinenbereich? Spüren Sie eine Abkühlung? Kleinmann: Wir nehmen das noch nicht so sehr als konkrete Abkühlung, denn als Unsicherheit wahr. In einigen Teilmärkten im Automobilzuliefererbereich sehen wir leichte Beruhigungstendenzen, aber das sind nicht unsere absoluten Kernsegmente. Im Großen und Ganzen sehen wir in allen Regionen und in allen Marktsegmenten nach wir vor eine sehr hohe Nachfrage. mav: Beginnt im Automobilbereich die Elektromobilitätsdebatte zu wirken? Auf der Jimtof-Keynote eines Nissan-Vertreters ging es ja fast ausschließlich darum ... Kleinmann: In Asien hat die Elektromobilität im Moment vielleicht eine größere Bedeutung als in Europa, und ich denke schon, dass hieraus auch leichte Rückgänge für die spanende Industrie resultieren könnten. mav: Der Sprecher von Nissan hat aber auch deutlich gemacht, dass in manchen Bereichen die Anforderungen an die Präzisionszerspanung eher noch zunehmen, etwa bei den Getrieben, wo schnelle Kraftübertragung gefragt ist ... Kleinmann: Es gibt durchaus interessante Bereiche, in denen die Anforderungen steigen – was uns als Hersteller von Hochleistungsmaschinen natürlich zugute kommt. Aber dennoch wird es auch Eintrübungen im einen oder anderen Bereich des Automobilsektors geben. Aber alle anderen Marktsegmente funktionieren im Moment ganz hervorragend, und wir müssen uns sehr anstrengen, den Anforderungen gerecht zu werden und im Sourcing erfolgreich zu sein. Wer hier nicht langfristig plant und mit den Lieferanten spricht, der hat Schwierigkeiten, Wachstum zu generieren. mav: Welche Komponenten betrifft das? Kleinmann: Komponenten wie Kugelrollspindeln, Führungen, Lager und Ähnliches. Auch Elektronikkomponenten. Da ringen wir im Moment um Ressourcen und Kapazitäten im Markt. Wenn wir Zuwächse erreichen wollen – und die Nachfrage gibt das ja her – dann brauchen wir auch mehr Komponenten, und die zu bekommen ist im Moment nicht einfach. ■ Matsuura Machinery GmbH www.matsuura.de GrindTec 2020 Weltleitmesse der Schleiftechnik 18. – 21. März Messe Augsburg Top-Ergebnisse für die 643 Aus– steller, Bestnoten von den 19.100 Besuchern aus 54 Nationen: 91% 6 % 3 % 91 % der Aussteller * vergaben für das geschäftliche Ergebnis ihrer Beteiligung die Noten 1 („sehr gut“), 2 oder 3. Für eine 4 reichte es bei 6 %. Nur 3 % waren unzufrieden, sie verteilten die Noten 5 oder 6. * Gelszus Messe-Marktforschung, Dortmund Informationen + Anmeldeunterlagen www.grindtec.de Fachlicher Träger: FDPW Fachverband der Präzisions-Werkzeugmechaniker, www.fdpw.de Veranstalter: AFAG Messen u. Ausstellungen GmbH Januar/Februar 2019 27 Am Messezentrum 5, 86159 Augsburg, www.grindtec.de

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