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Katholisch in Südost - St. Nikolaus Münster

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Katholisch in Südost

Vier Gemeinden stellen sich vor

Münster

St.Agatha · St. Bernhard · St. Ida · St. Nikolaus


Inhalt

� Vorwort

� Seelsorgeteam

� Kirchenporträt

9 St. Agatha

10 St. Nikolaus

11 St. Ida

12 St. Bernhard

� Kirchenpatrone

13 St. Ida

14 St. Agatha

15 St. Bernhard

16 St. Nikolaus

� Gelebte Nächstenliebe

17 Caritas-Leben

19 Die Kleiderkammer Südost

20 Der Kreuzbund

� Glauben erleben

21 Die liturgische Landschaft

22 Liturgie für Kinder

23 Mit Bibel und Rucksack

24 „Touch and go“ – Jugendliturgie

� Ökumene vor Ort

26 Interview mit

Pfarrerin Wemhöner

und Pfarrer Hawerkamp

� Kinder und Familie

29 Familienseelsorge

30 Das Familienzentrum

31 Wolbecks Villa Kunterbunt

32 Kindertageseinrichtung

33 Familienkreise

� Jugend

34 . . . da ist mehr drin

35 Wir Messdiener

36 Wenn Kirche zur Schule geht

38 Kinder- und Jugendtreff

� Senioren

39 Seniorenangebote

40 Aktivkreis ab 60

41 Haus der Begegnung

42 Kardinal-von-Galen-Stift

43 Das Achatius-Haus

� Verbände

44 Pfadfinder St. Ida

44 60 Jahre Pfadfinder in St. Nikolaus

45 kfd-Stadtfrauen Münster

46 kfd-Theatergruppe

47 60 Jahre Kolping in St. Nikolaus

47 KAB St. Ida

48 Achatius-Bruderschaft

� Kultur in Südost

49 Kirchenmusik

49 Chöre

50 Katholische öffentliche

Büchereien

51 Literaturschoppen

52 Katholisches Bildungsforum

52 Kunstreisen sind gefragt

� Eine Welt

53 Gelebte Weltkirche

55 Segnen, Singen, Sammeln

Impressum

Herausgeber

Pfarreiengemeinschaft Münster Südost

Koordinierungskreis Öffentlichkeitsarbeit

Herrenstraße 15, 48167 Münster

Redaktion

Friedhelm Hoppe

Klaus Nelißen

Karin Plas

Sebastian Reimann (verantwortlich)

Heike Tytko

Karin Wiggelinghoff

Auflage

12.000 Exemplare

Layout

Friedhelm Hoppe

Karin Wiggelinghoff


Liebe Leserinnen und Leser,

Katholisch – das ist momentan kein

populärer Begriff. Ich denke, Ihnen fallen

zahlreiche negative Assoziationen

ein, wenn Sie das Wort „katholisch“

hören. Wenn nicht: ein Blick in die

Zeitungen und Nachrichten der letzten

Monate genügt.

Und trotzdem haben wir in der Redaktion

den Titel „Katholisch in Südost“ für

diesen Sonderpfarrbrief gewählt. Wir

haben lange überlegt, wie wir diese

erste gemeinsame Pfarrbriefausgabe

nennen und noch länger diskutiert, ob

wir wirklich „katholisch“ sei n wollen.

Ein Blick auf die Titelseite zeigt: wir

sind es.

Aber vielleicht ist das ja ein ganz

typischer Prozess: zunächst schauen

wir, was uns alles Negatives einfällt . . .

Versuchen wir „Katholisch in Südost

noch einmal aus einer anderen Perspektive

zu betrachten:

Zunächst sind da die vier Kirchen St.

Agatha, St. Bernhard, St. Ida und St.

Nikolaus mit ihrer zum Teil sehr langen

Geschichte und ihrer stadtbildprägenden

Architektur. Würde ohne diese Gebäude

nicht etwas fehlen? Zu jeder Kirche

gehört eine Heilige / ein Heiliger.

Zahlreiche Legenden und Geschichten

ranken sich um diese Figuren und so

manch ein Brauch ist überliefert.

Doch damit nicht genug, „Katholisch in

Südost“ bedeutet auch gelebte Nächstenliebe,

karitatives Engagement für

Katholisch und trotzdem okay

Benachteiligte in unserer unmittelbaren

Nachbarschaft und in Einrichtungen,

die sich professionell um die Anliegen

Schwächerer kümmern.

Katholisch in Südost“, diesen Glauben

kann ich erleben: ein feierliches

Hochamt mit Weihrauch und Orgel,

ein fröhlicher Familiengottesdienst am

Sonntag, die Begegnung bei Brot und

Wein am Gründonnerstag. All das sind

Punkte, bei denen ich spüre: ich bin

gerne katholisch.

Katholisch in Südost“ ist zudem gelebte

Ökumene: gemeinsame Schulgottesdienste

und ein Partnerschaftsvertrag

sind nur zwei Beispiele für Ökumene

vor Ort.

Kinder, Familien, Jugend und Senioren

sind aktiv in unseren Gemeinden,

leben und gestalten unseren Glauben.

Organisiert in Gruppen und Verbänden

setzen sie sich für unsere Gesellschaft

im Stadtteil und darüber hinaus ein.

Orgeln, Chöre und Konzerte, Kunstausstellungen

und Kunstreisen, vier

Büchereien und ein buntes Bildungsprogramm:

Katholisch in Südost“ ist

Kultur in Südost.

Und noch etwas, was mich immer wieder

fasziniert: katholisch endet nicht

an Gemeinde- oder Ländergrenzen.

Weltjugendtage, Papst und Rom, Fairer

Handel, Afrika, Asien und Lateinamerika:

Eine Welt ist bei uns Programm.

So bunt und lebendig ist „Katholisch in

Südost“.

Auch bei weiteren Negativschlagzeilen

sind das für mich genug positive Assoziationen

zum Titel „Katholisch in Südost“,

um aus dieser Perspektive sagen

zu können: Ich bin gerne katholisch.

Sebastian Reimann

Info: Katholisch in Südost

Am Pfingstfest 2012 werden die

Gemeinden St. Agatha, St. Bernhard,

St. Ida und St. Nikolaus

zur neuen Pfarrei St. Nikolaus,

Münster zusammengeführt. In

vielen Gesprächen und Diskussionen

beraten die Steuerungsgruppe,

das Seelsorgeteam, die

Gremien und Ausschüsse der

Gemeinden, wie dieser Schritt

gelingen kann. Alle vier Gemeinden

haben ein sehr lebendiges

Gemeindeleben und oft wissen

wir nicht, welche Gruppen und

Traditionen es an den einzelnen

Kirchtürmen gibt. Diese Sonderausgabe

will dazu beitragen,

mehr aus den Nachbargemeinden

zu erfahren. Exemplarisch

werden Gruppen aus einzelnen

Bereichen des Gemeindelebens

vorgestellt und die jeweiligen

Ansprechpartner in den Gemeinden

benannt.

3


Pfarrer

Jörg Hagemann

Geburtstag: 9. April 1969

Pfarrer Hagemann, hinter jedem Christ

steht bekanntlich eine Glaubensgeschichte.

Was mögen Sie uns über Ihre

Herkunft und Ihren Weg zum Priesteramt

erzählen?

Meine Glaubensgeschichte lässt sich

eigentlich in zwei Teile unterteilen.

Einem eher klassischen ersten Teil

im münsterländischen Neuenkirchen.

Dieser Abschnitt meiner Biographie ist

gekennzeichnet von meiner ehrenamtlichen

Mitarbeit in der Pfarrgemeinde

und der Begleitung durch mein Elternhaus

und durch den damaligen Pfarrer

Josef Grube.

Nach der Ausbildung zum Krankenpfleger

und meiner Überlegung, Priester

werden zu wollen, verlagerte sich

4 Seelsorgeteam

in einem zweiten Teil meine Glaubensbiographie

aus dem katholischen Dorf

Neuenkirchen weg. Ich habe das Abitur

nachgeholt und in Münster und Tübingen

Theologie studiert. Innerhalb dieser

Jahre gab es viele, ganz unterschiedliche

spirituelle Aufbrüche in meinem

Leben. Meine ganz persönlichen Fragen

nach meiner Berufung und da auch

nach meiner Lebensform, fanden Antworten

in der Exerzitienspiritualität des

Gründers des Jesuitenordens, des Heiligen

Ignatius von Loyola (1491-1556).

Dieser Mann, der auf der Schwelle zur

Moderne lebte, hat es sich – gerade

auch durch seine eigene Glaubensgeschichte

– zur Aufgabe gemacht, einen

individuellen Weg mit Christus zu ermöglichen,

um der eigenen Berufung

auf die Spur zu kommen. Den Hl. Ignatius

habe ich durch die Gemeinschaft

Christlichen Lebens (GCL) kennengelernt.

Der GCL selbst bin ich seit vielen

Jahren verbunden und seit einiger Zeit

übernehme ich in ihr auch als kirchlicher

Assistent Verantwortung.

Und wenn ich nun noch versuchen

würde, meiner aktuellen Glaubensgeschichte

eine Überschrift zu geben, ist

diese in der ignatianischen Spiritualität

der GCL zu finden. Neben dem Austausch

in einer festen Gruppe geht es

dieser geistlichen Gemeinschaft darum,

durch Exerzitien und geistliche Tagesrückblicke,

durch die Feier der Eucharistie

und das Lesen der Bibel im besten

Sinne „alltäglich“ Jesus Christus nahe

zu kommen. Diese Nähe brauchte es

immer wieder, um meiner Berufung als

Christ und Priester treu zu bleiben!

Gibt es ein Zitat aus der Bibel, oder einen

theologischen Leitspruch, der für

Ihren Glaubensweg eine besondere

Rolle spielt?

Auch wenn die ignatianische Spiritualität

immer mit Entscheidungen zu tun

hat, muss ich hier doch zwei Zitate vorstellen:

Zuerst meinen Primizspruch: „Gott ist

der, der durch die Macht, die in uns

wirkt, unendlich viel mehr tun kann, als

wir erbitten oder uns ausdenken können“

(nach Eph 3,20). Diesen Spruch

hat mir Josef Grube als Pfarrer meiner

Heimatgemeinde zum Abschied aus

Neuenkirchen in ein kleines griechisches

Neues Testament geschrieben. Er

hat mich durch meine ganze weitere

Ausbildung und Bildung hin bis zum

heutigen Tag als Mahnung und Chance

begleitet. Gott bietet einer Jeden

und einem Jeden von uns verschiedene

Möglichkeiten, die Welt und die Kirche

mitzugestalten!

Und nun der zweite Spruch, der wieder

von Ignatius von Loyola stammt: „Die

meisten Menschen ahnen nicht, was

Gott aus ihnen machen könnte, wenn

sie sich ihm nur zur Verfügung stellen

würden.“ Dieses Zitat baut fast auf

mein erstes Zitat auf, es verschärft das


dort Gesagte nochmals um die Dimension,

dass wir uns Gott ganz überlassen

sollen und so wirken können.

In welchen Bereichen Ihrer seelsorgerischen

Aufgaben steckt bei Ihnen

besonders viel Herzblut?

Überall soll es darum gehen, einen

Weg von uns Menschen mit Jesus

Christus zu gestalten. Diese Dimension

findet sich ganz stark in kritischen

und außergewöhnlichen Phasen des

menschlichen Lebens. Daher sind mir

neben den katechetischen Impulsen

bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

gerade die pastoralen Felder

nahe, wo es um existenzielle Veränderungen

im menschlichen Leben geht, d.

h. neben dem Bereich der Sterbe- und

Trauerbegleitung auch die Begleitung

von Hochzeitspaaren auf ein gemeinsames

Ja vor Gott hin. Nicht vergessen

möchte ich den Bereich der Exerzitienspiritualität,

hier besonders die Einzelbegleitung

und Exerzitienangebote,

sowohl als Exerzitien im Alltag als auch

Kursexerzitien.

Als Seelsorger in Recklinghausen, in

Coesfeld und in St. Benedikt Münster

waren Sie jeweils in fusionierten Pfarreien

tätig. Worin liegen die Chancen

einer fusionierten Pfarrei? Und worauf

muss man achten, damit eine Gemeindezusammenführung

gelingt?

Ich möchte bei all dem zukünftigen

Tun immer einen Weg mit Jesus Chris-

tus von den Menschen aus gehen. Eine

Fusion hat nur dann Sinn, wenn sie

aus dieser Richtung gedacht, gestaltet

und auch gebetet wird. In unserer

Kirche geht es darum, dass Menschen

sich versammeln und in Gemeinschaft

Gottesdienst feiern. Hierbei meine ich

nicht ausschließlich die Feier unseres

Glaubens in der Liturgie, sondern

auch in der Caritas, der Verkündigung

und der Bildung von Gemeinschaft. Ich

glaube, dass wir uns in Zukunft immer

mehr zusammentun müssen, um diese

Form des „Gottes-Dienstes“ mit vielen

Menschen attraktiv feiern zu können.

Wenn wir uns immer weiter vereinzeln

würden, sähe ich die große Gefahr, dass

wir als Kirche immer „uninteressanter“

für fernere Menschen werden.

Daher sehe ich in den neuen fusionierten

und größeren Pfarrgemeinden eine

Chance, vielleicht sogar im Moment

die Chance für unsere Zukunft. Dies

gelingt aber nur, wenn wir möglichst

viele, möglichst alle Menschen mit auf

diesen zukunftsträchtigen und geistlichen

Weg nehmen. Daher ist für mich

eine Fusion kein ausschließlicher Verwaltungsakt,

sondern ein betendes Geschehen

einer sich immer weiter entwickelnden

Kirche vor Ort, im Bistum

und in der Welt.

Tel. 02506 8101111

hagemann-j@bistum-muenster.de

Kontakt

St. Agatha

Angelmodder Weg 99

Tel. 02506 7318 7318

Fax 02506 3712

stagatha-angelmodde@

bistum-muenster.de

St. Bernhard

Höftestraße 26

Tel. 0251 619888

Fax 0251 626854

info@st-bernhard-muenster.de

St. Ida

Vörnste Esch 22

Tel. 0251 61071

Fax 0251 62184

stida-gremmendorf@

stida-gremmendorf@

bistum-muenster.de

St. Nikolaus

Herrenstraße 15

Tel. 02506 810110

Fax 02506 8101120

buero@st-nikolaus-wolbeck.de

Seelsorgeteam 5


Pastoralreferentin

Helga Maria Kemper

Geburtstag: 7. Februar 1958

Hinter jedem Christ steht bekanntlich

eine Glaubensgeschichte. Was mögen

Sie uns über Ihre Herkunft erzählen?

In einem christlich geprägten Elternhaus

aufgewachsen, habe ich mich als

junge Erwachsene ein wenig von der

Kirche entfernt und durch meine Kinder

wieder hineingefunden. Nach und

nach habe ich viele Aufgaben in meiner

Heimatgemeinde übernommen und irgendwann

entstand der Wunsch, mich

zur Pastoralreferentin ausbilden zu lassen.

Es war ein langer Weg dorthin.

Auf diesem Weg bin ich immer wieder

Menschen begegnet, die mir Mut gemacht

haben, die mich weitergebracht

haben – manchmal allein durch ihr Da-

Sein.

Gibt es Zitate oder Geschichten aus der

Bibel, die für Ihren Glaubensweg eine

besondere Rolle spielen?

6 Seelsorgeteam

Es gibt einige Zitate oder Geschichten,

die eine wichtige „Rolle spielen“ auf

meinem Weg zum tiefen Glauben an

IHN. Das wichtigste auf meinem Weg

ist wohl dieses:

„Du hast mich betört, o Herr, und ich

ließ mich betören…“ (Jer 20, 7a)

Es war/ist mein Stab und mein Stock,

an dem ich mich halten kann, wenn

der Weg eng und steinig wird. Dazu

gehört untrennbar: „Nada te turbe“

(Nichts störe dich. Nichts erschrecke

dich. Alles vergeht. Gott verändert sich

nicht. Die Geduld, alles, sie erreicht es.

Wer Gott hat, nichts fehlt dem. Allein

Gott genügt. – Teresa v. Avila)

Durch dieses „Lied“ wird mir immer

wieder deutlich, dass und wie sehr ich

(der Mensch) vertrauen darf!

In welchen Bereichen Ihrer seelsorgerischen

Aufgaben steckt bei Ihnen besonders

viel Herzblut?

Mein Herz geht auf in allem, was mit

der Katechese zu tun hat. Und darin

ganz besonders all das, was sich um

das Sakrament der Taufe dreht: ob nun

Erwachsenenkatechumenat oder Elternkatechese

im Rahmen der Kindertaufe…

Ein weiteres, mir sehr wichtiges und damit

auch mit „Herzblut“ verbundenes

Feld ist das der Einzelgespräche/-begleitung.

Den Menschen nahe sein

Tel. 0251 6250726

kemper-h@bistum-muenster.de

Dr. Jochen Reidegeld, Pfarrer

Tel. 0251 495371

reidegeld@bistum-muenster.de

Klaus Wirth, Pfarrer

Tel. 0251 619888

pfr@st-bernhard-muenster.de

Theo Vogelpoth,

Vicarius Cooperator

Tel. 02506 8101249

vogelpoth@st-nikolaus-wolbeck.de


Hinter jedem Christ steht bekanntlich

eine Glaubensgeschichte. Was mögen

Sie uns über Ihre Herkunft erzählen?

Meine Glaubensgeschichte hat viel mit

Dialog und Austausch zu tun. In meiner

Heimatgemeinde in Recklinghausen

bin ich in der

Jugend- und Eine-

Welt-Arbeit aktiv

gewesen. Besonders

fasziniert haben

mich die oraet-labora-Wochen

und die Assisi-Fahrten. Hier konnte ich

mich im Austausch mit anderen mit

meinem Glauben auseinandersetzen.

Gibt es ein Zitat aus der Bibel, das für

Ihren Glaubensweg eine besondere

Rolle spielt?

Der Ausspruch Jesu „Ich bin gekommen,

damit sie das Leben haben und

es in Fülle haben“ (Joh 10,10) erinnert

mich immer wieder daran, wofür ich

mich als Christ einsetzen will. Ein Leben

in Fülle ist mehr, als nur die Erfüllung

menschlicher Grundbedürfnisse.

Dieses immer wieder ins Bewusstsein

zu rufen, ist für mich eine spannende

Herausforderung und zeigt sich z. B. in

meinem Engagement in der Eine-Welt-

Arbeit. Zugleich hat dieses Zitat aber

auch eine zutiefst spirituelle Bedeutung,

da ein Leben in Fülle ohne Gott

nicht möglich ist.

In welchen Bereichen Ihrer seelsorgeri-

Pastoralreferent

Sebastian Reimann

Geburtstag: 24. August 1980

schen Aufgaben steckt bei Ihnen besonders

viel Herzblut?

Die Themen „Gerechtigkeit, Frieden

und Schöpfung“ sind meine Leidenschaft

in der Gemeindearbeit. Hier sehe

ich eine große Herausforderung für uns

als Christen und ein starkes Potential für

die Gemeinde. Spannend finde ich es,

Neues zu entwickeln und gemeinsam

mit der Gemeinde zu überlegen, wie

wir Kirche in der heutigen Zeit in Südost

sein können.

Tel. 0251 6285776

reimann-s@bistum-muenster.de

Cornelius Chukwu, Kaplan

Tel. 0251 9872456

cchukwu99@yahoo.com

Hilarius Mbao Nawej, Kaplan

Tel. 0251 3848546

hilmbao@yahoo.fr

Johannes Gröger, Diakon

Tel. 02506 3744

groeger@st-nikolaus-wolbeck.de

Seelsorgeteam 7


Pastoralreferent

Richard Schu-Schätter

Geburtstag: 9. April 1973

Hinter jedem Christ steht bekanntlich

eine Glaubensgeschichte. Was mögen

Sie uns über Ihre Herkunft erzählen?

Ich bin in einem kleinen Dorf an der

Mosel auf einem kleinen Bauern- und

Winzerhof aufgewachsen. Die fast 1700

Jahre Glaubensgeschichte meiner Hei-

matregion mit ihren vielen Geschichten

und Legenden haben mich immer fasziniert,

besonders der Aspekt, dass der

Glaube trotz menschlicher Fehler und

Schwächen und vieler gesellschaftlicher

Umbrüche immer wieder weiter

gegeben wurde und aufgeblüht ist.

8 Seelsorgeteam

Gibt es ein Zitat aus der Bibel, das für

Ihren Glaubensweg eine besondere

Rolle spielt?

„Wer sein Leben retten will, wird es verlieren;

wer aber sein Leben um meinetwillen

und um des Evangeliums willen

verliert, wird es retten.“ (MK 8,35) In

der momentanen Situation, in der wir

uns viele Sorgen machen, wie wir Gemeinde

und Kirche am Leben erhalten

können, beschäftigt mich dieser Satz

Jesu, der in allen Evangelien vorkommt

in besonderem Maße – als Herausforderung

und als Zusage.

In welchen Bereichen Ihrer seelsorgerischen

Aufgaben steckt bei Ihnen besonders

viel Herzblut?

Immer da, wo ich mit Menschen in einen

Austausch über persönliche Lebensund

Glaubenserfahrungen komme

und wir uns so gegenseitig bereichern

zum Beispiel bei Bibel- und Rucksack-

Wanderungen, bei den Jugendkartagen

oder der Gesprächsgruppe „7 Wochen

anders“ in der Fastenzeit.

Tel. 02506 8101112

schu-schaetter@st-nikolaus-wolbeck.de

Markus Damwerth,

Diakonatsbewerber

Tel. 02506 85884

markus.damwerth@gmail.com

Alfons Dinkelborg, Pfarrer em.

Tel. 0251 615595

Hubert Cluse, Diakon em.

Tel. 0251 619350

Gerd Suppanz, Diakon em.

Tel. 0251 6097592


St. Agatha Angelmodde

eine der ältesten Kirchen Münsters

von Dr. Johannes Hasenkamp

Die kleine Kirche oberhalb der Werse,

in die alsbald die Angel mündet,

ist nicht nur eine der ältesten Kirchen

Münsters, sie ist auch in der Kunstgeschichte

das Paradebeispiel für eine

„Dorfkirche“ im Münsterland. Seit

800 Jahren steht sie an der Stelle, wo

die Archäologie die Reste einer wahrscheinlich

bescheidenen Holzkirche

aus der Zeit um 1000 (und womöglich

noch früher) festgestellt hat. Spät erst

kann der Anreisende den gedrungenen,

das Hauptschiff nur um wenige Meter

überragenden Turm erkennen, dessen

ungewöhnlich dicke Mauern den Gedanken

nahe legen, dass er einst auch

Wehrturm und Fluchtburg war. Nur

eine enge Treppe führt in das Obergeschoss

und zur Orgelbühne. Von dort

erklingt die älteste Orgel Münsters,

1842 von Johann Kersting erbaut. Unter

Orgelfreunden ist sie bekannt wegen

ihrer alten, originalen Register. Der

Ursprung der Kirche ist nicht bekannt.

Eine Figur im Inneren verweist darauf,

dass sie der Hl. Agatha, der Beschützerin

in Feuergefahr geweiht wurde.

Die romanische, einschiffige, schlichte

Kirche, aus verputzten Bruchsteinen erbaut,

bietet noch heute den ursprünglichen

Raumeindruck, hervorgerufen

durch die deutliche Stufung von der

halbrunden kleinen Apsis über Chor

und Langhaus bis zum Turm.

Nach einer Legende hat der Heilige

Suitbert, ein angelsächsischer Mönch,

die Kirche als erste christliche Grün-

dung im Münsterland geschaffen. In

den Obödienzien des münsterschen

Domes wird 1176 eine „curia in Angelmude“

erwähnt. Der Kirchbau wird um

1200 angesetzt, ein Pfarrer wird erst

um 1286 in einer Urkunde genannt. St.

Agatha blieb lange eine kleine Pfarre.

Im Jahre 1818 zählte sie erst 200 Seelen.

Wie alle Orte rund um Münster hat

der Ort nicht nur Pest und Brand erlebt,

sondern auch manche Kriege wie

zur Zeit der Täuferunruhen. Erst in der

Neuzeit wurde er sogar in der Literatur-

geschichte genannt. Auf dem Friedhof,

wo bis 1935 alle Angelmodder begraben

wurden, zieht ein großes Kreuz den

Blick an: das Grabmal der Fürstin Amalia

von Gallitzin, geborene Schmettau.

Durch das pädagogisch fortschrittliche

Schulwerk des Ministers und Generalvikars

Franz von Fürstenberg (1729 bis

1810) angezogen, kaufte sie 1779 in

Münster als Stadtwohnung den Ascheberger

Hof und in Angelmodde das

„Haus Angelmodde“ an der Werse. Sie

bildete um sich die „Familia sacra“,

den Kreis von Münster. Die Ortschaft

hält ihr rühriges Wirken als „Mutter der

Armen und Bedrängten“ in Ehren. Sie

zog viele bedeutende Persönlichkeiten

nach Münster und Angelmodde,

darunter Bernhard Heinrich Overberg,

Johann Georg Hamann und Friedrich

Leopold Graf zu Stolberg.

Kirchenporträt 9


Das dreifache päpstliche Kreuz auf der

Spitze des Turmes der Pfarrkirche St.

Nikolaus in Münster-Wolbeck weist darauf

hin, dass die Kirche einst zum Archidiakonat

der bischöflichen Kanzlei

gehörte. Der Flecken Wolbeck, 1185

erstmals als Walbecke erwähnt und seit

1310 Wigbold, also mit besonderen

Rechten ausgestattet, liegt an der Talniederung

von Angel und Piepenbach

an einem alten, von der Salzstraße in

Münster ausgehenden Handelsweg

und war von Überschwemmungen gefährdet.

Diese Umstände mögen dazu

10 Kirchenporträt

St. Nikolaus Wolbeck

päpstliches Kreuz und Wiedertäufer-Kette

von Dr. Johannes Hasenkamp

beigetragen haben, dass die bischöfliche

Gründung von 1245, eines der

ältesten Patrozinien der Diözese, als

Schutzpatron den Heiligen Bischof von

Myra erhielt.

Er ist der Patron der Handelsreisenden,

der Schiffer, Weinhändler, Fassbinder

und Bäcker und einer der

beliebtesten Heiligen nicht

nur Deutschlands. An diesen

so kinderfreundlichen

Bischof erinnert in Wolbeck

der Brauch, jährlich am 6.

Dezember, „Vögelkes“ zu

verteilen, ein Hefegebäck.

Die älteste Glocke im Turm

ist darum auch eine Nikolaus-Glocke

aus dem Jahre

1487.

Auf der einen Seite des Tales

lag das Schloss, die bischöfliche

Landesburg, im Siebenjährigen

Krieg von den

Franzosen so zerschossen,

dass sich ein Wiederaufbau

nicht lohnte, auf der anderen

Seite liegt die bescheidene,

zwischen den Häusern

fast verschwindende

Kirche. Der erste Kirchbau

an dieser Stelle war sicherlich

ein Holzgebäude. Die

jetzige Kirche ist eine frühgotische

Hallenkirche, im

13. Jahrhundert nach dem

Vorbild der münsterschen

Minoritenkirche (Apostelkir-

che) erbaut. Sie wurde an den unteren

romanischen Teil des kräftigen Turms

angebaut, der im 17. Jahrhundert einen

barocken Aufbau mit einer geschwungenen

Haube erhielt. Seit 1924 ist der

untere Teil des Turmes in den Kirchenraum

einbezogen. Er erhielt ein Tonnengewölbe.

Die typisch westfälische Hallenkirche

strahlt Ebenmaß, Weite und Ruhe aus.

Einzigartig ist der sofort Aufmerksamkeit

erweckende Blick zum Hauptaltar.

Das Epitaph für den Reichsgrafen Goswin

von Merveldt umgibt wie schützend

mit seinen Säulen und barock

geschwungenen Halbkreisbögen heute

den Tabernakel. Der Entwurf wird Johann

Conrad Schlaun zugesprochen.

Außen hinter dem Chor liegt die im

18. Jahrhundert errichtete Merveldt-

Kapelle mit der Familiengruft der Grafen.

Diese „Alte Sakristei“ dient heute

Gottesdiensten in kleinen Gruppen.

Die Kirche ist reich an Kunstwerken.

In den Chorwänden befinden sich

prachtvolle Holzreliefs, Epitaphien der

Merveldts. Dirk von Merveldt trägt die

Wiedertäuferkette zur Erinnerung an

die Belagerung Münsters von Wolbeck

aus. Das große Kreuz über dem Chor

ist mehrfach mit der Geschichte Wolbecks

verbunden. Mehrmals ist der

gütige Bischof von Myra dargestellt.

Mit viel Liebe wird jährlich die große

Wandelkrippe von Beginn der Adventszeit

an mit wöchentlich neuen Bildern

aufgebaut.


St. Ida Gremmendorf

das Weihegeläut kam von der Schallplatte

von Dr. Johannes Hasenkamp

Hinter dem Grün, aus dem der hierzulande

seltene, schlanke und durchsichtige

Campanile ragt, liegt die Pfarrkirche

St. Ida. Dem westlichen Eingang

vorgelagert ist ein weiter Platz, den

halbkreisförmig wie schützend Gebäude

der Pfarre umgeben mit Pfarrsaal

und Gruppenräumen. Die Kirche ist

der Heiligen Ida von Herzfeld geweiht

(gestorben 4. 9. 820). Sie ist die älteste

Heilige des Bistums Münster. Wegen

ihrer selbstlosen Nächstenliebe erhielt

sie den Titel „Mutter der Armen“. Seit

1977 lässt die jährliche Wallfahrt nach

Herzfeld die Beziehung zu ihr tiefer

werden.

St. Ida zählt zu den jüngeren Pfarrkirchen

Münsters und ist doch älter als

es scheint. Sie ist nämlich bereits die

zweite Kirche auf diesem Platz, an dem

noch ländliche Welt zu Hause ist. Ein

Knubbel von Häusern entstand vor 200

Jahren rund um den Bauernhof Gremme

und wurde zu „Gremmentorpe“. Die

Eisenbahn, der „Pängelanton“, brachte

Leben in die ländliche Bauernschaft.

Eine Arbeitskolonie „Klein Wolbeck“

entstand und daneben wuchsen anspruchsvollere

Wohnhäuser. Die Siedlung

verlangte alsbald nach einer eigenen

Kirche und Pfarrei. Pfarrer Eltrop

von Herz Jesu, von dessen Gemeinde

die neue Pfarre abgetrennt wurde, betrieb

energisch den Bau einer Kirche.

Graf Droste Vischering schenkte ein

10.000 Quadratmeter großes Grundstück

am Vörnste Esch. Im Jahre 1930

wurde das Kirchlein, eine Notkirche

mit 150 Plätzen, erbaut und geweiht.

Bischof Dr. Michael Keller erhob 1949

die Gemeinde um das „Waldkapelle“

oder „kleine Kirche“ genannte Gotteshaus

zur Pfarre. Die im Krieg schwer

beschädigte Kirche war längst zu klein

geworden.

Für die inzwischen 2.300 Seelen zählende

Gemeinde entstand im Jahre

1959 die heutige Kirche. Von der

„Waldkirche“ blieb keine Spur. Für

die ländliche, noch immer waldreiche

Umgebung entwarf Architekt Lorenz

Fehige ein schlichtes, damals recht modernes

Gotteshaus. Klinker und Sichtbeton

umgeben einen hellen asymmetrischen

Raum ohne Stützen mit einem

Seitenschiff an der Nordseite. Der Turm

entstand etwas später: zur Weihe gab

es nur Glockengeläut von einer Schallplatte!

Inzwischen hängen drei neu gegossene

Glocken im Turm. Nach dem

Zweiten Vatikanischen Konzil wurde

der Altarraum neu gestaltet. Seit 1960

wird Ökumene gelebt: es besteht eine

lebendige Nachbarschaft zur evangelischen

Friedensgemeinde, seit Februar

1992 ist St.Ida partnerschaftlich mit der

polnischen Pfarrgemeinde St. Maria Geburt

in Dubrowica bei Lublin verbunden.

Im Jahre 2009 konnte die Gemeinde

ihr 50-jähriges Bestehen feiern.

Kirchenporträt 11


St. Bernhard Angelmodde

sparsamer Kirchbau mit reichlich Kirchenkunst

von Dr. Johannes Hasenkamp

St. Bernhard an der Höftestraße in

Angelmodde-West besitzt einen Campanile,

einen steilen kantigen Turm aus

hellem Beton. Direkt an der Straße stehend

kann er kaum übersehen werden.

Wie St. Ida entstand auch die St.- Bernhard-Pfarre

in einem weithin unbebauten

ländlichen Wald- und Heidegebiet.

Dort wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg

schnell eine Gemeinde heran.

Der Mangel in der Nachkriegszeit verzögerte

jedoch einen Kirchenbau. Die

Entscheidung fiel am 20. August 1953,

dem 800. Todestag des Zisterzienserabtes

und Kirchenlehrers Bernhard von

Clairvaux (geboren um 1090). Aus dem

Neubaugebiet kam großzügige Hil-

12 Kirchenporträt

fe durch Gebet, Handleistungen und

Geld, doch erst nach fast zwei Jahren

Bauzeit konnte der damalige Weihbischof

Heinrich Tenhumberg 1959 Kirche

und Altar konsekrieren. Aus dem

von St. Agatha aus gegründeten Rektorat

St. Bernhard wurde 1966 eine

selbstständige Pfarre in dem Gebiet

zwischen Albersloher Weg und Werse,

Paul-Engelhard-Weg und Emmerbach.

Von Anfang an hieß die Auflage Einfachheit

und Sparsamkeit. Die nüchterne

Saalkirche in den Ausmaßen 35 mal

14 Meter bietet Platz für 300 Besucher

und verwirrt ein wenig durch eine Besonderheit:

der Altar steht im Norden

der Kirche! An Bau und Ausstattung

wirkten vor allem heimische Künstler

zusammen: der Architekt Bernhard Tönies,

Angelmodde und der Bildhauer

Heinz-Gerd Bücker, Vellern (Taufstein

und Altar). An die Stelle seines großen

Kruzifixes, das jetzt in der Werktagskapelle

hängt, kam ein im Kunsthandel

erworbener gotischer Corpus Christi.

Zur Eigenart der St.-Bernhard-Kirche

gehört, dass ihr von Sparsamkeit und

Einfachheit bestimmter Bau zu zahlreichen

Veränderungen und vor allem zu

vielen künstlerischen Bereicherungen

führte. Das sollte die „münsterländisch

geprägte schlichte (Tenne) und zugleich

von Kriegserfahrung geläuterte, demütige

(Stall von Bethlehem) Architektur“

ermöglichen.

Der „Zweckbau“ regte zu manchen

Aktivitäten der Gemeinde und künstlerischen

Ideen an. So besitzt die Kirche

einen Kreuzweg von Tisa von der Schulenburg.

Ein Schüler von Vinzenz Pieper,

der heute hoch angesehene Glaskünstler

Professor Johannes Schreiter

entwarf mehrmals eindrucksvolle Fenster

für den bisher nur einfach verglasten

Raum. Gegenwart und Vergangenheit

wurden verbunden nicht nur in dem

gotischen Corpus Christi, sondern auch

mit den Glocken im Turm. Eine, 1711

gegossen, hing bis 1944 in Polsnitz,

Kreis Waldenburg, die 1491 gegossene

Marienglocke stammt aus Langneundorf

(ebenfalls Schlesien). Die

kleinste und jüngste der Glocken wurde

1925 in der Glockengießerei Petit und

Edelbrock in Gescher gegossen und

von einer Familie geschenkt. Die Gemeinde

St. Bernhard kann inzwischen

auf mehr als 50 Jahre zurückblicken.

Weit über das eigene Gemeindegebiet

hinaus unterstützt St. Bernhard soziale

Einrichtungen in Peru und Bolivien.


„Unsere Heiligen“

die unseren Alltag und unseren Sonntag mitprägen

Seit vielen Jahren kennen wir sie, sprechen ihre Namen aus

und wissen, dass Kirchen und Einrichtungen nach ihnen benannt

werden.

Aller Wahrscheinlichkeit nach fällt es uns leichter, etwas über

die Orte Angelmodde, Gremmendorf oder Wolbeck zu erzählen

– welche Traditionen dort gelebt werden und welche

Der Legende nach war die

Heilige Ida eine Verwandte

von Karl dem Großen.

Sie stiftete nach einem

Traum um 790 die

Kirche von Herzfeld in Westfalen. Sie war

mit dem Sachsenherzog Egbert verheiratet

und als er starb, zog sie sich in eine Klause

zurück, die sie an der Kirche über seinem

Grab errichten ließ. Mit großer Hingabe

wirkte sie als Wohltäterin in ihrer Gegend

und wurde vom Volk „Mutter der Armen“

genannt. Eine spätmittelalterliche Legende

berichtet, wie sie einem Hirsch

Zuflucht gab, der von Jägern verfolgt

wurde.

Ida war die erste Heilige in

Westfalen. Bischof Dodo von

Münster erhob 980 ihre Gebei-

besonderen Festlichkeiten es dort gibt – als über die Heiligen

selbst zu berichten. Was wissen wir über die Heilige Agatha,

den Heiligen Bernhard, die Heilige Ida oder den Heiligen

Nikolaus? Was prägte ihr Leben, von dem sich Menschen

über Jahrhunderte inspirieren ließen und dies auch heute

noch tun?

Info: Ida-Wallfahrt

Ida von Herzfeld († 825)

Die Heilige Ida ist in Herzfeld beigesetzt

worden. Seit vielen Jahren

unternimmt die die St.-Ida-Gemeinde

St.-Ida-Gemeinde

im Sommer eine Wallfahrt mit dem dem

Gedenktag: 4. September

Name bedeutet: die Seherin (althochdt.)

Attribute: Kirchenmodell, Hirsch

Patronin der Schwangeren

(Quelle: www.heiligenlexikon.de)

ne, damals fand der erste Umzug mit

ihren Reliquien statt; bis heute wird

die „Identracht” alljährlich in der Woche

ab dem 4. September begangen

und dabei der „Ida-Segen” erteilt. Idas

Grablege in der zur Kapelle umgewidmeten

Klause in Herzfeld wurde eine

bedeutende Wallfahrtsstätte, in einem

kostbaren Schrein, der 1976 restauriert

wurde, ruhen ihre Gebeine. Schwangeren

hilft der geweihte „Ida-Gürtel”.

Fahrrad Fahrrad bzw. Bus zur Grabesstätte

ihrer Namenspatronin, um

so an diese bedeutende Frau zu

erinnern.

Kirchenpatrone 13


Der Legende nach war die Heilige Agatha eine

wohlhabende wie anmutige Jungfrau aus Sizilien

von adliger Herkunft. Sie wuchs in einer Zeit auf,

als das Christentum noch nicht Staatsreligion war

und oft noch Verfolgungen ausgesetzt war. Weil

sie Christin war, widersetzte sie sich der Brautwerbung

des Statthalters Quintianus. Dieser

nutzte den kaiserlichen Erlass zur Christenverfolgung,

ließ sie verhaften und ins

Bordell der Aphrodisia bringen. Er wollte

ihren Willen brechen, indem er sie zur

Unzucht verführen wollte. Da sich Agatha

aber widersetzte, griff der Statthalter

zu grausamen Foltermethoden:

Mit den Händen an einen Balken

gebunden, wurden Agatha die

Brüste mit einer Zange zerrissen,

mit einer Fackel gebrandmarkt und

dann abgeschnitten. Am Tag darauf starb

Agatha. Die Legende besagt, dass bei ihrer

Beerdigung ein von hellem Licht strahlender

Jüngling erschien und eine Marmortafel in

den Sarkophag legte mit der Aufschrift: „Ein

heiliger und freiwilliger Geist, belohnt von

Gott, Rettung für das Land”. Agathas Grab in

Catania wurden zahlreiche Wundertaten zugesprochen,

besonders die wiederholte Abwehr

von Unglücken durch die Lavaströme des

nahe gelegenen Vulkans Ätna.

Schnell wurde Agatha auch über Sizilien

hinaus verehrt. Bereits um 500 wurde ihr

eine Kirche in Rom errichtet. Die Bewohner

von Catania verehren Agatha als ihre

Schutzheilige; ab 3. Februar wird das große

dreitägige Straßenfest „Santuzza” gefeiert,

mit mehreren Hunderttausenden Gläubigen.

Zu den zahlreichen Agatha-Traditionen

14 Kirchenpatrone

Agatha von Catania

(† 825)

Gedenktag: 5. Februar

Name bedeutet: die Gute (griech.)

Attribute: Fackel oder Kerze, auf einer

Platte ihre Brüste tragend

Patronin von Catania und Malta;

der Ammen, Weber, Bergarbeiter,

Hochofenarbeiter, Goldschmiede,

Glockengießer, Glaser und Hungerleidenden;

bei Kinderlosigkeit; gegen Krankheiten

der Brüste, Fieber, Unwetter, Erdbeben

und Unglück.

Bauernregel: „St. Agatha, die Gottesbraut,

/ macht, dass Schnee und Eis

gern taut.”

(Quelle: www.heiligenlexikon.de)

gehört das Backen der „Agathabrötchen“,

gebacken in Form kleiner Brüste,

die am 5. Februar oder an dessen

Vorabend gesegnet werden. Sie sollen

vor Fieber und Krankheiten der Brust

schützen und gegen Heimweh helfen,

das ja oft „wie Feuer brennt”; man gab

diese Brote Frauen gleich nach der Geburt

eines Kindes, um den Milchfluss

zu sichern. Aus Catania stammt die

Leckerei „minni di virgini” „Jungfrauenbrüste”,

eine übergroße Praline mit

einem Knübbelchen obenauf.


Bernhard von Clairvaux

(1090 – 1153)

Abt in Clairvaux, Kirchenlehrer

Gedenktag: 20. August

Name bedeutet: der Bärenstarke (althochdt.)

Attribute: mit Totenschädel und Hund,

mit Maria, Regelbuch, Bienenkorb

Patron der Imker, Wachszieher und Barkeeper;

der Bienen; gegen Besessenheit,

Kinderkrankheiten; bei Gewitter und

Unwetter; in der Todesstunde

Bauernregel: Wie der St. Bernhard ist, /

man auch den September misst.

(Quelle: www.heiligenlexikon.de)

Der Heilige Bernhard entstammt einer

adligen Familie im Burgund. Nach

dem Tod seiner Mutter trat er 1113 gemeinsam

mit vier seiner Brüder und

mit 30 jungen Männern, die zum Teil

die höchsten Bildungsgrade hatten,

in das Reformkloster von Cîteaux ein.

Bernhard und seine Gefährten belebten

schnell das Klosterleben der Zisterzienserabtei,

die unter seiner Führung

zum einflussreichsten Kloster ihrer

Zeit wurde. 1115 wurde Bernhard zum

Priester geweiht, 1118 Leiter des Zisterzienserordens.

Dank seiner außergewöhnlichen

Persönlichkeit begeisterte

er so viele junge Männer fürs Klosterleben,

dass zu seinen Lebzeiten 343

neue Klöster gegründet wurden, die

alle ihm persönlich unterstellt waren.

1135 wurde Himmerod als das erste

Zisterzienserkloster auf deutschem Boden

von Bernhard gegründet. Bernhard

reformierte die alte Mönchsregel des

Benedikt von Nursia. Er betonte besonders

den Wert der körperlichen Arbeit.

Seine Klostergründungen dienten im-

mer auch der Urbarmachung und Kultivierung des Landes.

In seiner regen Brieftätigkeit wandte er sich gegen jeglichen

Pomp im Kirchbau. Figürliche Ausgestaltung in den Kirchen

und Kreuzgängen waren ihm zuwider, da sie nach seiner

Meinung vom Gebet ablenkten. Auch wenn er dem

Papsttum stets treu war, scheute er vor Kritik an den

Päpsten nicht zurück. Er geißelte ihre weltliche

Macht und ihre höfischen Inszenierungen.

Sosehr auch Bernhard Mystiker war, und das

wird in seinen Schriften deutlich, sosehr war er

auch politisch gewandt und vertrat gerade mit

Blick auf die damaligen Kreuzzüge radikale Ansichten.

Seine große Gabe zu predigen stellte

er Papst Eugen III. in den Dienst zur Anwerbung

für Kreuzritter. So entfachte Bernhard einen wahren

Begeisterungsrausch für die Rückeroberung

Jerusalems. Sein ritterliches Ideal des Sterbens für

Gott formulierte Bernhard wie folgt: „Ein Ritter

Christi tötet mit gutem Gewissen; noch ruhiger

stirbt er. Wenn er stirbt, nützt er sich selber; wenn

er tötet, nützt er Christus.” Diese aus heutiger Sicht

fanatischen Worte entfachten nicht nur im Nahen

Osten blutige Gefechte, sondern feuerten die Pogrome

an den jüdischen Gemeinden in Europa an. Der

Misserfolg des Kreuzzugs traf Bernhard schwer. 1153

starb Bernhard in Clairvaux und wurde in Cluny begraben.

1174 wurde er von Papst Alexander III. heilig

gesprochen, 1830 erfolgte die Ernennung zum Kirchenlehrer

durch Papst Pius VIII.

Bernhard wird oft mit dem Bienenkorb dargestellt,

was seine überzeugende Beredsamkeit

symbolisiert. Noch heute kennt man seine

Hymnen, darunter die ergänzenden Worte zum

„Salve Regina“ und das von Paul Gerhardt

deutsch bearbeitete Lied „O Haupt voll

Blut und Wunden”.

Kirchenpatrone 15


Nikolaus von Myra gilt als einer der

beliebtesten Heiligen – sowohl in der

katholischen Westkirche, als auch in

der orthodoxen Ostkirche. Dabei liegt

vieles um sein Leben im Reich der Legenden.

Danach wurde Nikolaus mit

19 Jahren von seinem Onkel, dem damaligen

Bischof von Myra (dem heutigen

Demre in der Türkei) zum Priester

geweiht. Schnell wurde er Abt eines

Klosters und als seine Eltern an der Pest

starben, erbte Nikolaus ihr Vermögen.

Er verteilte es an Arme.

Nach dem Tod seines Onkels pilgerte

Nikolaus ins Heilige Land und nach

der Rückkehr wählte

ihn die Gemeinde zum neuen Bischof.

Die Legende zeichnet ihn als temperamentvollen

Streiter für den Glauben

und zugleich als Mann der fähig war,

diplomatisch zu vermitteln und Gnade

vor Recht ergehen zu lassen. So stritt

er gegen den heidnischen Kult der Göttin

Diana – ihr Tempel in Myra war der

prunkvollste. Nicht ohne Grund ist Nikolaus

Gedenktag am 6. Dezember in

der Mythologie Dianas Geburtstag.

Während der bald schon einsetzenden

Christenverfolgung durch die Römer

16 Kirchenpatrone

Nikolaus von Myra

(280 – 351)

wurde er um 310 gefangen genommen

und gefoltert. Dann wandte sich

das Blatt für die Christen durch Kaiser

Konstantin, der die Weichen stellte,

dass das Christentum zur Staatsreligion

Roms wurde.

So nahm 325 Nikolaus am 1. Konzil

von Nicäa teil. Überliefert ist, wie er

kämpferisch gegen die falsche Lehre

des Arianismus vorging; die Legende

erzählt, dass er deren Verfechter Arius

während des Konzils geohrfeigt habe.

Bekannter als sein theologisches Werk

sind jedoch die Legenden über seine

Wohltätigkeiten. Sie erzählen zum Beispiel

von einem Geldgeschenk,

das er heimlich durchs

Fenster und durch

den Kamin

in die darin

aufgehängten

Socken warf

um zu verhindern,

dass der Vater seine Töchter zur

Prostitution hergeben musste.

Drei zu Unrecht zum Tod Verurteilte

soll er gerettet haben, indem er im

Traum dem Kaiser erschien und um ihre

Befreiung bat; in einer anderen Legende,

die in der St.-Nikolaus-Kirche auch

dargestellt ist, rettete er drei Jungen:

Sie fielen auf der Suche nach Arbeit

dem Metzger in die Hände, der sie in

ein Pökelfass steckte und zu Wurst verarbeiten

wollte. Sie waren schon zerteilt,

als der Bischof davon erfuhr und

Gedenktag: 6. Dezember

Name bedeutet: der Sieger

über das / aus dem Volk (griech.)

Attribute: Bischof, drei Goldkugeln,

drei Brote, drei Äpfel, Pökelfass mit drei

Knaben, Schiffe, Steuerrad, Anker

Patron (u.a.) von Russland, von Amsterdam,

und New York; der Kinder,

der Schüler, Mädchen, Jungfrauen, der

Ministranten, Feuerwehr, der Pilger und

Reisenden, Seeleute, Schiffer, der Kaufleute,

Bankiers, Pfandleiher; der Richter,

Rechtsanwälte und Notare, der Apotheker,

Bauern, Bäcker, Müller, Korn- und

Samenhändler, Metzger, Bierbrauer,

Schnapsbrenner, Wirte, Weinhändler,

Fassbinder.

Bauernregel: „Regnet es an Nikolaus /

wird der Winter streng, ein Graus.”

(Quelle: www.heiligenlexikon.de)

sie wieder zum Leben erweckte. Vom

15. Jahrhundert an verbreitete sich die

Legende von den Getreidehändlern:

Nikolaus erbat bei einer Hungersnot

in Myra von jedem der für den Kaiser

in Rom bestimmten Schiffe nur 100

Scheffel und versicherte, dass durch

sein Gebet nichts bei der Ablieferung

fehlen werde, was sich bewahrheitete;

Nikolaus aber konnte seine Gemeinde

auf Jahre hinaus ernähren und sogar

Saatgut austeilen. Auch soll Nikolaus

einmal ein Schiff mit Pilgern aus Seenot

gerettet haben.

Der Kult um Nikolaus entwickelte sich

etwa 200 Jahre nach seinem Tod. Kaiser

Justinian weihte ihm Mitte des 6.

Jahrhunderts eine Kirche in Konstantinopel,

die Verehrung verbreitete sich

auch in Griechenland und kam dann in


die slawischen Länder. Über die byzantinische

Tradition wurde Nikolaus einer

der am meisten verehrten Heiligen

Russlands, er folgt im Osten in der Verehrung

unmittelbar nach Maria. Sein

zerbrochener, leerer Sarkophag wird

noch heute in der wiederhergestellten

Unterkirche von Demre verehrt.

In Rom begann die Nikolaus-Verehrung

im 8. Jahrhundert und verbreitete sich

dann in Süd- und Mitteleuropa. Schon

Friesen-Missionar Liudger baute der

Überlieferung nach die erste deutsche

Nikolauskapelle im münsterländischen

Billerbeck. Im April 1087 wurden Nikolaus

Gebeine von Abenteurern aus

Bari, die auf drei Schiffen anreisten, aus

Gelebte Nächstenliebe

von Hildegard Schweitzer

Als ehemals Hauptberufliche des Caritsverbandes

sind mir noch die oft

konkurrierenden Verhaltensweisen und

Diskussionen in Erinnerung. Es hatte

manchmal den Anschein, als solle

die caritative Arbeit entsprechend der

Organisationsform verschiedene Bewertungen

erhalten. Glücklicherweise

gelang es dann doch, die Anliegen

der gemeindlichen Caritas und die des

Wohlfahrtsverbandes in Einklang zu

bringen. Der Caritasverband ist nun

mal ein sehr großes Unternehmen der

Katholischen Kirche mit zahlreichen

dem Marmorgrab unter dem Fußboden

der Kirche in Myra entwendet und in

ihre Heimatstadt entführt. Dort errichtete

man auf den Trümmern des byzantinischen

Gouverneurspalastes die monumentale

Basilika S. Nicola, die Papst

Urban II. 1098 weihte.

Die Verehrung des Heiligen Nikolaus

auf deutschem Boden wurde im 10.

Jahrhundert besonders durch Kaiserin

Theophanu, der griechischen Ehefrau

des Kaisers Otto II., gefördert. Schon

damals entstand der Brauch, dass Nikolaus

die Kinder beschenkt. Grundlage

hierfür war der Brauch des „Bischofsspieles”

in Klosterschulen, wo

ein Schüler für einen Tag – zuerst am

Aufgabenstellungen, die zunehmend

komplizierter zu gestalten sind. Viele

seiner Beschäftigten sind jedoch auch

Mitglieder der Gemeinden und erfüllen

dort zusammen mit anderen Ehrenamtlichen

einen caritativen Dienst. Vor

vielen Jahren hieß das Jahresthema des

Deutschen Caritasverbandes: „Schöne

Worte sind zu wenig“. Es kann ein Vortrag,

eine Predigt, der richtige Satz zur

richtigen Zeit wohltuend und erbauend

sein, dennoch bleibt ohne Caritas – die

tätige Nächstenliebe – die Kirche unvollständig.

Prof. Alfons Deissler aus

Tag der „Unschuldigen Kindlein”, dann

am Nikolaustag – als „Bischof” fungieren

durfte.

Auch in Wolbeck gibt es seit einigen

Jahren die Tradition des „Kinder-Nikolaus“,

der am Nikolaustag auf einem

Esel durch den Ort reitet.

Der Reformator Martin Luther lehnte

die Nikolaus-Verehrung ab. So konsequent,

wie Luther den Nikolausbrauch

am 6. Dezember bekämpfte, versuchte

er, das Beschenken durch das Christkind

am 25. Dezember zu beleben,

seitdem wurde die Bescherung in vielen

– auch in katholischen – Ländern

auf Weihnachten verlegt.

Freiburg betonte in einem Vortrag sehr

eindrücklich: Der Weg zu Gott geht

immer über die ausgestreckten Arme!

Die Werke der Barmherzigkeit werden

in der Gemeinde den Möglichkeiten

entsprechend geübt. Gruppen mit oft

schon langjährig Tätigen organisieren

und leisten ihre Dienste an und bei den

Menschen. Neben den vielen organisatorischen

Aufgaben für den gelingenden

Ablauf von Veranstaltungen und

Angeboten sind da die treuen Helfer,

die in der Bücherei ihren Dienst tun

oder diejenigen, die die Begleitung der

Kinder unterstützen.

Der Dienst in der Kleiderkammer ist

nicht immer leicht. „Nackte bekleiden“

– ist zwar nicht wörtlich zu nehmen,

doch viele Arme benötigen diese Hilfe,

ihre Kleidung zu ergänzen und zu

ersetzen, – dort dann verschmutzte

Gelebte Nächstenliebe 17


Info: Caritas

Caritasausschuss St. Ida

Frau Maria Reuter, Tel. 0251 615298

Krankenhausbesuchsdienst St. Ida

Büro Büro St. St. Ida, Tel. 0251 61071

Kleiderkammer Südost

Am Hohen Ufer 111a

Tel. 0251 1355560

Kleiderannahme:

montags von 15.00 15.00 Uhr bis 17.30 17.30 Uhr

Kleiderausgabe:

mittwochs mittwochs 15.00 15.00 Uhr bis 17.30 17.30 Uhr

Freundeskreis Haus Haus Gremmendorf

Frau Marianne Cherouny

Tel. 0251 61384

Pfarrcaritas St. Bernhard Bernhard

Büro St. Bernhard

Tel. 0251 619888

Wäsche und Lumpen vorzufinden, ist

nicht nur für die Mitarbeiter ärgerlich

und arbeitsaufwändig, solches Handeln

demonstriert auch Gleichgültigkeit und

Entwürdigung.

Besondere Hilfen sind gefragt, wenn

Gemeindemitglieder in ihren körperlichen

Fähigkeiten zunehmend eingeschränkt

sind und nicht mehr mobil

sind. Schnell gerät der unbewegliche

Mensch in die Einsamkeit, er fühlt sich

ausgegrenzt. Die Kranken zu besuchen

ist seit langer Zeit eine Aufgabe der Gemeinde.

Neben diesem urchristlichen

Dienst stellt die Begleitung Kranker einen

wesentlichen Beitrag im Gesundheitswesen

dar. Der Besuch bei einem

erkrankten Menschen erfordert die Fähigkeit,

sich zurücknehmen zu können,

18 Gelebte Nächstenliebe

Krankenhausbesuchsdienst

St. Bernhard

Büro St. Bernhard

Tel. 0251 619888

Stadtteilinitiative

„Von Mensch zu Mensch“

Armin Berninghaus

Petra Eggemann-Omolaja

Marianne Schmidt

Tel. 0172 2002046

Sozialkreis St. Agatha

Jochen Brück

Tel. 02506 7365

Caritasbüro

Im Pfarrheim St. Nikolaus,

Herrenstraße 17

Jeden 2. und 4. Dienstag im Monat

von 15.30 – 17.00 Uhr

zu spüren, ob nur das „Dasein“ gefragt

ist, aktiv zuzuhören, wenn der Kranke

sich mitteilen will. Es kann durchaus

sein, dass keine Antwort gewünscht ist

oder auch nicht möglich ist.

Besondere Anforderung stellt der Umgang

mit Aggression dar, manchmal erfolgt

auch eine schroffe Ablehnung des

Besuchers, diese Verhaltensweisen sind

nicht unbedingt davon abhängig, ob

sich der Besuchsdienst und der Kranke

aus der Gemeinde kennen. Die Persönlichkeiten,

Lebens- und Krankheitsumstände

sind vielfältig und erfordern von

den Mitgliedern des Besuchdienstes,

sich stets neu ganz bewusst auf den

Menschen einzulassen. Es ist eine große

und oft schöne Aufgabe, denn dieser

Dienst ist nicht einseitig auf das Geben

Krankenhausbesuchsdienst

St. Nikolaus

Büro St. Nikolaus

Tel. 02506 810110

Ökumenisches Netz kleiner Hilfen

Annegret Richter

Tel. 02506 1315

Soziale Beratungsstelle

des Caritasverbandes

Bonnenkamp 73

Margret Bollrath, Tel. 0251 625837

montags: 14.00 – 16.30 Uhr

freitags: 10.00 – 12.00 Uhr

Thomas Borgs

Tel. 0251 8999734

montags: 10.00 – 12.00 Uhr

Alfred Dickhoff

Tel. 0251 8998660

mittwochs: 14.00 – 16.30 Uhr

beschränkt, – der Besucher erfährt Vertrauen,

Freude darüber, endlich jemand

zum Reden zu haben, manchmal ist es

auch nur der Stoßseufzer der Erleichterung

oder auch das „Miteinanderlachen-können“.

Bei manchen Besuchen,

insbesondere, wenn die Aussicht

auf Genesung nicht gegeben ist und

der Kranke jüngeren Alters ist, wird neben

dem Mitgefühl Hochachtung und

Wertschätzung ausgelöst angesichts

der Würde und Reife, mit der der Betroffene

dieser Situation begegnet.

Die konkrete, praktische Auseinandersetzung

mit Krankheit, Sterben und

Trauer gibt den Menschen, die sich

darauf einlassen viele Chancen, Leben

zu lernen, gesundes Leben schätzen zu

lernen.


Die Kleiderkammer Südost

Am Hohen Ufer 111a wird seit Jahren Caritas gelebt!

von Karin Plas

Seit etwa 11 Jahren befindet sich die

Kleiderkammer an ihrem jetzigen

Standort Am Hohen Ufer 111a. Ehrenamtliche

aus den vier katholischen

und zwei evangelischen Gemeinden

in Münster-Südost sorgen für einen reibungslosen

Ablauf.

Montags in der Zeit von 15.00 bis 17.30

Uhr können gut erhaltene Kleidung für

Erwachsene und Kinder, Bettwäsche

und Schuhe abgegeben werden. Mittwochs

in der Zeit von 15.00 bis 17.30

Uhr findet die Kleiderausgabe gegen

einen geringen Kostenbeitrag statt.

Der Erlös der Kleiderkammer Südost

kommt den sechs beteiligten Kirchengemeinden

zu und kann nach eigener

Entscheidung für soziale Zwecke verwandt

werden.

Frau Echterhölter (Mitarbeiterin in der

Kleiderkammer) beantwortet einige

Fragen:

Wie lange sind Sie schon ehrenamtlich

in der Kleiderkammer tätig? Die Tätigkeit

ist sicherlich nicht immer leicht und

angenehm. Was ist für Sie das Positive

daran? Was gibt Ihnen den Anreiz, weiter

zu machen?

Ich bin von Anfang an (seit Januar

2000) im Team. Der Anreiz für mich

ist, die vielen Stammkunden und auch

neuen Kunden zu ihrer Zufriedenheit

bedienen zu können. Einmal monatlich

werden aussortierte Textilien für Kinder

und Erwachsene durch den Malteser

Hilfsdienst an Hilfsbedürftige nach

Kaliningrad (Königsberg) transportiert.

Das ist eine besondere Herzensangelegenheit

von mir.

Wie viele Ehrenamtliche engagieren

sich zurzeit regelmäßig? Müssen Sie –

wie auch in anderen Bereichen des gesellschaftlichen

und kirchlichen Lebens

– einen Rücklauf an Ehrenamtlichen

feststellen?

Wir haben im Moment ein Team von

etwa 20 Ehrenamtlichen. Zwei Ehrenamtliche

sind in der letzten Zeit ausgeschieden.

Im Bereich Gremmendorf/Angelmodde

scheint es auf den ersten Blick kein

hohes Maß an sozial Bedürftigen zu

geben. Können Sie das im Zusammenhang

mit Ihrer Tätigkeit in der Kleiderkammer

bestätigen?

Die Mehrzahl unserer Kunden sind

bedürftig. Grundsätzlich kann jede/jeder

die Kleiderkammer besuchen. Der

Hauptkundenstamm wohnt auf dem

Gebiet der sechs angeschlossenen Kirchengemeinden.

Mit welchen Schwierigkeiten werden

Sie bei Ihrer Tätigkeit konfrontiert?

Leider werden immer noch „herrenlose“

Kleidersäcke bei jedem Wetter vor

der Tür abgelegt.

Was erhoffen Sie sich für die Zukunft,

wenn Sie an die Kleiderkammer denken?

Das Team freut sich über das Interesse

der Kirchengemeinden, die hoffentlich

auch noch weitere Ehrenamtliche mobilisieren

können.

Gelebte Nächstenliebe 19


Der gemeinsame Weg aus der Sucht

Wie der Kreuzbund in St. Ida Selbsthilfe bei Alkoholabhängigkeit bietet

von Pfarrer em. Ewald Spieker

Im Mai 1986 wurde das neue Pfarrheim

St. Ida eingeweiht. Die erste Gruppe,

die dieses Haus am Tag nach der Eröffnung

bezogen hat, war der Kreuzbund,

eine bis dahin in St. Ida noch nicht bestehende

Gruppe für Menschen, die

alkoholkrank sind und die sich nach

einer Kur gegenseitig stützen und helfen.

Dieser Gruppe bin ich von Anfang

an mit hoher Achtung begegnet. Diese

Achtung wuchs noch, als wenig später

Kaplan Fritz Stöcker zu uns kam, der

selbst alkoholkrank war und beispielhaft

mit dieser Krankheit umging.

Seit meinem Weggang von St. Ida bin

ich vom Bischof beauftragt, mich um

Priester in unserer Diözese zu kümmern,

die ein Alkoholproblem haben.

Meine Augen wurden noch einmal neu

geschärft. Gerade die Selbsthilfegruppen

haben eine besondere Bedeutung

für Menschen, die alkoholkrank sind.

Diese Krankheit ist nicht wirklich zu

heilen, Menschen, die an ihr leiden,

20 Gelebte Nächstenliebe

müssen lernen, mit ihr zu leben. Und

da ist der Kreuzbund, wie auch andere

Selbsthilfegruppen, unverzichtbar.

In den Gemeinden geben diese Gruppen

ein hervorragendes Beispiel, sie

arbeiten sehr selbstständig und geben

vielen Menschen Halt und Orientie-

Info: AA-Gruppe • Kreuzbund

AA-Gruppe Ort: Pfarrzentrum St. Bernhard / Raum III

Ansprechpartner: Renate: Tel. 02501 96 40 446

Termin: 1. Montag im Monat offener Treff um 19.30 Uhr

Kreuzbund Ort: Haus der Begegnung / St. Ida

Ansprechpartner: Willi Harbrock, Tel. 0251 617629

Termin: jeden Dienstag um 19.45 Uhr

rung. Zahlen, die aus der Erfahrung erwachsen

sind, mögen das belegen: 80

Prozent der behandelten Suchtkranken,

die über längere Zeit in einer Selbsthilfegruppe

mitmachen, bleiben abstinent

und sozial gefestigt. Von den Patienten,

Das macht St. Agatha für mich aus . . .

In der Kirche gibt es viele Kinderbücher,

es werden schöne Lieder gesungen,

ich finde die Musik in der Messe schön.

die sich keiner Gruppe anschließen,

werden 80 Prozent rückfällig.

Da ca. 3 bis 5 Prozent der Bevölkerung

in unserem Land ein Alkoholproblem

haben, ist dieses Thema kein Randproblem.

Alle Gemeinden sind dringend

eingeladen, diesen Menschen beson-

dere Beachtung zu schenken. In allen

Pfarrzentren sollten solchen Gruppen

Tür und Tor offen stehen.

Alkoholismus – und das muss immer

wieder gesagt werden – ist in der Regel

keine Frage nach moralischem oder

sittlichem Verhalten. Die Alkoholkrankheit

stellt sich in der Regel schleichend

ein. Dabei ist nicht die Menge Alkohol,

die jemand trinkt, entscheidend dafür,

ob er oder sie alkoholabhängig wird.

Dafür sind andere Faktoren ausschlaggebend.

Ohne eine stützende Gruppe

wird es allerdings auf Dauer kein erfülltes

Leben mit dieser Krankheit geben.


Glauben erleben

Mehr als nur „öffentlicher Dienst“

von Klaus Nelißen

Zuerst wirft das Feuer von draußen seinen

flackernden Schein in den dunklen

Kirchraum, später dann dröhnt der Gesang

durch die Kirchenmauern: Es ist

Osternacht. Jedes Jahr ist diese Nacht,

in der die Osterkerze den Raum erhellt,

in der das Gloria mit allem, was läuten

kann, geschmettert wird, in der Auferstehung

gefeiert wird, eine der reichsten

Liturgien, die in den vier katholischen

Kirchen in Münsters Südosten

gefeiert wird: reich an Symbolen, reich

an Abwechslung, reich an Gesängen,

reich an Länge. Die Osternacht ist,

wenn man so will, „Primetime“ für jeden

Christen.

Liturgie – das bedeutet, wörtlich aus

dem Griechischen übersetzt, „öffentlicher

Dienst“. Was nach Amtsstube

klingt, ist jedoch viel mehr: ein Fest

der Zeichen, Lieder und Gebete – Gottesdienst.

In den zum Teil uralten Zeichenhandlungen

geschieht etwas, das

wir Christen „heilig“ nennen: Wir feiern

die Gegenwart Gottes – in der Gemeinschaft,

in den Worten der Heiligen

Schrift, in der Wandlung von Brot und

Wein. Und das schon seit mehreren

Generationen: In der St.-Agatha-Kirche

feiern Christen seit mehr als 800 Jahren

Gottesdienst – immer auch in gewandelter

Form. Und so wandlungsfähig

das Gesicht der Gottesdienste über die

Zeiten ist, so vielfältig ist die liturgische

Landschaft in den vier Kirchen in Münsters

Südosten heute. Dabei schaffen

Kirchraum und Gottesdienstgemeinde

immer neu eine je eigene wie unnachahmliche

Mischung.

So lädt täglich das Glockengeläut der

Kirchen zu Gottesdiensten nach St.

Agatha, St. Bernhard, St. Ida und St. Nikolaus.

Und nicht nur dort – auch an

Orten wie dem Achatiushaus in Wolbeck

oder dem Kardinal-von-Galen-

Stift in Angelmodde wird regelmäßig

die Messe gefeiert. Dabei haben viele

Gottesdienste einen besonderen Charakter:

Es gibt Familienmessen, Mini-

und Krabbelgottesdienste, Messen mit

Chorgesängen, Konzertmessen, zum

Teil mit hochkarätigen Gast-Musikern,

Jugendmessen und Frauenmessen.

Aber der Reichtum der Liturgien beschränkt

sich nicht nur auf die Messen.

Es gibt zahlreiche Formen

des Gottesdienstes,

die an den vier

Kirchorten gepflegt

werden. Das fängt mit

den jährlich wiederkommendenMaiandachten

an, geht über

die Prozessionen, an

denen der Gottesdienst

förmlich mit den Füßen

auf der Straße gehalten

wird, bis zu den geprägten

Gebetszeiten.

So werden in St. Agatha

die Komplet, das

Nachtgebet der Kirche

und in St. Ida die Laudes

und die Vesper, das

Früh- und Abendgebet der Kirche, gebetet.

Auch gibt es ökumenische Gottesdienste

– so z. B. das Taizé-Gebet in

der Friedenskirche und auch regelmäßige

Rosenkranzgebete.

Zu den Hochfesten laden die Kirchen

mit besonderen Liturgien ein. Da wird

auch mal der Platz knapp. An einem

Fest wie Weihnachten gibt es gleich

mehrere Gottesdienste: anregende

Feiern für die ganz Kleinen und stimmungsvolle

Andachten für Erwachsene.

Und besonders in den geprägten Zeiten

wie Advent oder in der Fastenzeit finden

an allen Orten Gottesdienste statt,

die dem Charakter dieser Zeiten angemessen

sind. Die liturgische Landschaft

in Münsters Südosten ist reich und vielfältig

und will dabei immer einladend

sein: und in diesem Sinne sind diese Liturgien

dann doch auch immer wieder

bewusst „öffentlicher Dienst“!

Glauben erleben 21


Liturgie für Kinder

von Thomas Hermes

Vor gut einem Jahr trafen sich drei Mütter

und ein Vater um den vor Jahren eingeschlafenen

Kleinkindergottesdienst

wieder mit neuem Leben zu füllen.

Jetzt, ein Jahr später, sind wir froh, dass

sich diese Form der Liturgie wieder zu

einer lebendigen Glaubensvermittlung

entwickelt hat, die auf große Resonanz

stößt. Der Kleinkindergottesdienst

richtet sich dabei an Kinder zwischen

0 und 6 Jahren mit ihren Eltern. Wir

haben damals schon versucht, einen

gemeindeübergreifenden Rahmen zu

spannen. So finden diese Gottesdienste

am ersten Sonntag im Monat immer

abwechselnd in den Gemeinden St.

Agatha und St. Bernhard statt.

Wir singen und beten mit den Kindern,

sind aber auch schon im Gottesdienst

22 Glauben erleben

in einer Karnevalspolonaise durch die

Räume marschiert, dem Wachsen und

Blühen auf den Grund gegangen oder

haben uns mit unseren Füßen und

deren Gespür beschäftigt. Nach dem

Gottesdienst gibt es für alle Kinder

und Eltern Kaffee und Apfelschorle im

Pfarrheim oder bei gutem Wetter auch

davor.

Wir freuen uns immer über weitere Vä-

Info: Gottesdienstzeiten

Die aktuellen Gottesdienstzeiten

finden Sie in der wöchentlichen

Ausgabe von „Kirche und Leben“,

in den jeweiligen Publikanden in

den Kirchen und unter

www.st-nikolaus-muenster.de

ter und Mütter aus den Gemeinden zur

Vergrößerung unseres noch sehr kleinen

Vorbereitungsteams. Da der Ablauf

sich wiederholt, ist die Vorbereitung an

einem Abend zu schaffen. Der Spaß

kommt dabei nie zu kurz. Bei Interesse

kommt doch einfach zum nächsten

Gottesdienst und sprecht uns an.

Das macht St. Agatha für mich aus ...

kleine, lebendige Gemeinde...

offen für alle und für alles


Mit Bibel und Rucksack

Ich will, dass Einer mit mir geht

von Beate Schmedding

Fronleichnamsprozession – eine Möglichkeit im Glauben an Gott unterwegs zu sein

Wir sind „Wiederholungstäter“, wie

bei dem Einen oder Anderen ist es uns

zum festen Bestandteil eines Jahres geworden,

ein Wochenende oder eine

ganze Woche mit Bibel und Rucksack

zu wandern.

Begonnen hat es bei uns mit der Suche

nach christlicher Gemeinschaft, nach

Austausch mit Gleichgesinnten und

nach Antworten auf Fragen wie z. B.:

„Was glaube ich eigentlich?“.

Das macht St. Bernhard für mich aus . . .

Für mich und unsere Familie ist St.Bernhard

in 40 Jahren ein Zuhause geworden.

Das Angebot von St. Nikolaus, dies alles

mit unserer Wanderleidenschaft zu

verbinden, kam für uns genau richtig.

Seit 2003 wandern wir mit.

Die Gruppe besteht aus max. 30 Teilnehmern,

übernachtet wird in Jugendherbergen.

Wir wandern 20 bis 25

km am Tag und gehen abends in nahe

gelegene Restaurants zum Essen. Ein

hauptamtlicher Seelsorger begleitet die

Gruppe inhaltlich und stellt die Wan-

derung unter ein Thema. Ehrenamtliche

übernehmen die weitere Organisation.

Für manche ist es zum festen Ritual geworden,

aber es tauchen auch immer

wieder neue Gesichter auf. Jeder ist

willkommen. Die Menschen, die zusammen

kommen, haben ein gemeinsames

Anliegen. Sie sind auf der Suche

nach christlicher Weggemeinschaft

und nach Auseinandersetzung mit dem

eigenen Glauben.

Wir starten morgens mit einem Impuls.

Das kann ein Gebet oder ein Psalm

sein, der einen Bezug zum Leitthema

hat. Wir haben auch schon Lockerungsübungen

gemacht und sind mit

herzlichem Lachen in den Tag gestartet.

Gut gelaunt, mit einem Lied auf den

Glauben erleben 23


Lippen oder dem Impuls im Kopf gehen

wir die ersten Schritte und sind schnell

weit weg von den Dingen, die wir hinter

uns lassen möchten. Wir kommen

in Bewegung, körperlich und geistig.

Es werden immer wieder Pausen gemacht,

nicht nur zum Vespern. Die

eine oder andere auch, um gemeinsam

zu singen oder ausgesuchte Textstellen

der Bibel zu lesen. Wir beschäftigen

uns mit der Bedeutung für das Heute

und für uns. Es tut gut, ins Gespräch zu

kommen. Wenn wir dann aber einmal

am Tag eine Etappe schweigend gehen,

ist das immer wieder ein Höhepunkt

des Miteinanders. Dann können wir

uns ganz einlassen auf den, der mit uns

geht und uns kompromisslos seine Liebe

schenkt. „So spricht Gott sein ,JA‘,

so stirbt unser ,Nein‘“.

Wenn wir abends dann in der Jugendherberge

ankommen, herrscht nach

Zimmerverteilung, Betten beziehen

und Duschen turbulente Fröhlichkeit.

Interessanterweise auffälliger auf den

„Frauenzimmern“. Aus den „Männerzimmern“

hört man eher ein leises

Schnarchen, bis wir uns alle zum Essen

wiedersehen.

Witze und kleine Anekdoten oder der

eine oder andere „Muntermacher“

tragen dann dazu bei, dass auch die

Abende kurzweilig sind und wir manches

Mal vor Lachen kaum in den

Schlaf finden.

Diese Kombination von körperlicher

Anstrengung, geistigem Anspruch,

geistlichen Impulsen und fröhlichem

Beisammensein, hat mir immer wieder

Mut für meinen Glauben gegeben.

Ich freue mich schon jetzt darauf, beim

nächsten „Wandern mit Bibel und

Rucksack“ ein Stück mit Dir/Ihnen zu

gehen.

24 Glauben erleben

„Touch and go“

Pastoralreferent Sebastian Reimann über Liturgie mit jungen Menschen

Im Interview berichtet Sebastian Reimann, der bis zum Sommer 2008 auf der

Jugendburg Gemen tätig war, über seine Erfahrung mit Jugendlichen Gottesdienst

zu feiern und was dieses für unsere Gemeinden bedeuten kann.

Herr Reimann, was bedeutet es für Sie,

mit jungen Menschen ihren Glauben

zu feiern?

Für mich bedeutet das zunächst einmal

eine Unterbrechung des Alltags, eine

Auszeit, in der ich Ruhe finden kann.

Vielleicht auch ein Moment, in dem

ich Antworten bekomme, manchmal

gehe ich aber auch mit mehr Fragen

zum Leben nach Hause, als ich vor-

Info: Glauben erleben

Bibelkreis St. Agatha

Helmi Stapper

Tel. 02506 7338

Philosophischer Gesprächskreis St. Ida

Jeden Montag um 19.30 Uhr

im Pfarrheim

Adelheid Honerlage

Tel. 0251 615144

Bibelkreise St. Nikolaus

Bibel teilen – Glauben teilen – Leben

teilen

Jeden ersten Mittwoch im Monat um 20.00

Uhr im Pfarrheim St. Nikolaus

Dr. Johannes Hasenkamp

Tel. 02506 7447

her hatte. Jugendliturgie bedeutet aber

auch Spaß und vielleicht auch mal Action.

Wenn ich durch einen Seilgarten

in der Kirche klettere und meine eigenen

Grenzen erfahre hilft mir das, um

mir bewusst zu machen, was mich im

Leben und im Glauben trägt. Solche

Aktionen, wie sie zum Beispiel oft in

der Effata-Kirche stattfinden, sind mehr

als nur ein Event. Sie eröffnen einen

neuen Blick auf mein Leben und auf

Gemeinsame Schriftlesung

Alle vierzehn Tage am

Freitag um 20.00 Uhr

im Pfarrheim St. Nikolaus

Ursula Vetter

Tel. 02506 2345

Arbeitskreis [glauben leben]

Sigrid Kantner

Tel. 02506 7542

Meditativer Morgenimpuls

Jeden 3. Dienstag im Monat

um 9.00 Uhr

im Haus der Begegnung / St. Ida

Mechthild Lattekamp

Tel. 0251 9619671


das, was mich im Innersten berührt.

Dieses in der Begegnung mit anderen

jungen Menschen zu vermitteln, ist

aus meiner Sicht eine spannende und

lohnende Herausforderung für die Gemeindearbeit.

Sie nennen gerade die „Jugendkirche

Effata“. Ist es bei diesem Angebot in

der Stadt überhaupt nötig, in der Gemeinde

eigene Jugendangebote anzubieten?

Natürlich bietet die Jugendkirche Angebote,

die wir so nicht nachmachen

können, da uns dafür die Ressourcen

fehlen. Die Jugendkirche ist Profi auf

ihrem Gebiet und eine sinnvolle Ergänzung

unserer Angebote

in der Gemeinde.

Jedoch denke ich, ist es

weiterhin wichtig, jungen

Menschen auch hier

vor Ort etwas zu bieten.

Dabei können wir einiges

von der Jugendkirche

lernen. „Effata!“ das heißt

„öffne dich!“ Jugend und

Kirche, das bedeutet auch

immer wieder Offenheit

für neue Ideen, für unkonventionelle

Wege und

für Veränderungen.

Diese Offenheit fängt für

mich bei den Fragen und

Themen der Jugendlichen

an. In vielen Gesprächen

mit Schülerinnen und Schülern auf der

Jugendburg Gemen habe ich gemerkt,

dass viele auf der Suche nach Antworten

auf Lebensfragen, nach einem

Sinn im Leben sind. Leider erfahren

sie jedoch oft, dass die Kirche nicht

ihre Sprache spricht, nicht ihre Probleme

kennt. Würden Sie zu einem Arzt

Foto: www.pixelio.de

gehen, der Ihnen erklärt, wie Ihr Herz

funktioniert, obwohl Sie ihm eigentlich

von Ihren Knieproblemen erzählt

haben? Leider ist das oft die Erfahrung

junger Menschen in unseren Gottesdiensten.

Was braucht es dann aus Ihrer Sicht,

um junge Menschen im Gottesdienst

zu begeistern?

Mir fällt es leichter zu sagen, was es

nicht braucht. Jedenfalls kommen wir

mit leeren Floskeln, überladenen Formeln

und einer lebensfremden Theologie

nicht weiter. Was bedeutet es in der

Messe, wenn der Priester sagt „lasset

uns beten!“? Das ist keine Regiean-

weisung zum Aufstehen. Jugendliche

sind sehr sensibel für Sprache, Ästhetik

und Authentizität. Wenn wir selber

nicht mehr unseren Glauben, sondern

nur noch unsere Tradition feiern, dann

merken sie dieses schnell. Aus meiner

Erfahrung ist es notwendig, dass Inhalt

und Ausdrucksform zueinander passen,

sodass deutlich wird, dass das, was wir

im Gottesdienst tun, uns im Innersten

berührt. Manchmal reicht dafür ein

Lied, ein Gedanke, ein persönliches

Gebet.

Ein Lied, ein Gedanke, ein Gebet – ist

das nicht ein bisschen wenig für einen

Gottesdienst?

Bei einem Gottesdienst sollten wir

nicht immer gleich an die Sonntagsmesse

denken. Manchmal sind es kurze

Momente, die wirken, die mir Kraft

geben und bei denen ich Gott begegnen

kann. Ein Morgenimpuls in der

Fastenzeit, eine kurze Besinnung in der

Firmvorbereitung, ein Text, der mich

nachdenklich macht auf

dem Kurswochenende,

manchmal nur 10 Minuten,

einfach „kurz und

gut,“ einfach „touch and

go“.

Ein Lied kann eine Menge

auslösen. Und damit

sind wir schon an einem

heiklen Punkt angelangt.

Orgel und Gesang am

frühen Morgen sind sicherlich

eine Herausforderung,

auch für mich.

Auf meinem iPod findet

so was nur selten Platz

und auch im Radio habe

ich andere Sender-Vorlieben.

Das hat auch Konsequenzen

für die Liturgie. Viele Lieder

aus der Pop-Musik bringen Glaubensund

Lebensfragen zum Ausdruck. „Geboren

um zu leben“ von Unheilig an

Allerheiligen? Aus meiner Sicht macht

das Sinn, das spricht mich an und lässt

mich neu auf mein Leben, auf meine

Beziehung zu Gott schauen.

Glauben erleben 25


Gemeinsam das christliche

Leben stärken

Pfarrerin Wemhöner und Pfarrer Hawerkamp

über die Ökumene in Münsters Südosten im Gespräch mit Klaus Nelißen

Ein lebendiges ökumenisches Miteinander prägt das Kirchenleben in Münsters

Südosten. Katholische und evangelische Christen treffen sich in gemeinsamen

Arbeitskreisen, feiern gemeinsam Feste und arbeiten zusammen an den Herausforderungen

für die Kirchen im Stadtteil. Im Interview berichten die beiden evangelischen

Pfarrer in Münster-Südost, Pfarrerin Helga Wemhöner aus Wolbeck und

Pfarrer Hartmut Hawerkamp aus Gremmendorf, über den Stand der Ökumene,

über den Beginn der ökumenischen Beziehungen und über die Herausforderungen

für die Zukunft.

Pfarrerin Wemhöner, können Sie sich

noch an Ihre erste ökumenische Begegnung

in Wolbeck erinnern?

Helga Wemhöner: Bei meiner Einführung

in die Pfarrstelle in Wolbeck

überbrachten der damalige Pfarrer

Siegfried Kleymann und die damalige

26 Ökumene vor Ort

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ulrike

Pölling einen Gruß der katholischen

Schwestergemeinde. Mit viel Phantasie

und Humor waren das Geschenk und

die Grußworte unter dem Leitmotiv des

Olivenbaums zusammengestellt:

Ein Olivenbäumchen, Olivenöl, Oliven-Körperbutter

und

Olivenseife fügten sich

zu einem Sinnbild des

herzlichen Willkommens

zusammen.

Pfarrer Hawerkamp,

Sie sind seit 2001 Pfarrer

der evangelischen

Friedensgemeinde.

Wie war Ihre erste Begegnung

vor Ort?

Hartmut Hawerkamp:

Die erste Begegnung

war gleich intensiv und

fand sofort bei meiner

Einführung statt. Pfarrer

Klaus Wirth war

dabei und ich erinnere

mich gerne an seinen bewegenden Segensspruch.

Das war schon eindrücklich:

Er betonte die Ökumene und das

soziale Engagement für die, die am

Rand stehen. Das zeigte Profil und war

ein schöner Türöffner.

Pfarrer Hawerkamp, wie ist die Ökumene

vor Ort in Gremmendorf und Angelmodde

aufgestellt?

Hawerkamp: Es gibt hier tragende

Strukturen, wie den ökumenischen Arbeitskreis

und zugleich zählen die persönlichen

Beziehungen. Diese zählen

zwar nicht allein, aber wenn man auf

die Intensivpunkte der ökumenischen

Zusammenarbeit schaut, dann hat das

immer mit guten Beziehungen zwischen

Personen zu tun.

Wie arbeitet dieser Ökumene-Kreis?

Hawerkamp: Neben den Hauptamtlichen

arbeiten im Arbeitskreis Gesandte

der evangelischen Gemeinde und der

drei katholischen Gemeinden. Darüber

hinaus sind immer wieder auch Interessierte

dabei – das ist über Jahrzehnte

gewachsen. Wir sind eigentlich immer

rund 20 Leute, wenn wir uns viermal

im Jahr zusammenfinden. Eine Besonderheit

ist die ökumenische Klausurtagung.

Einmal pro Jahr treffen wir

uns zu einer thematischen Reflexion,

früher auch oft mit Übernachtung. Ich

erinnere mich gut an die Tagungen zum

Thema Eucharistie/Abendmahl oder

zur Taufe. Dabei spielt die theoretische

Orientierung eine ebenso große Rolle

wie der persönliche Erfahrungsaustausch.

Es geht auch um den Austausch

von Haupt- und Ehrenamtlichen. Schön

sind immer die liturgischen Elemente –

die Agapefeier gehört fest zu den Klausurtagungen.


Was gibt es noch für ökumenische

Aktivitäten?

Hawerkamp: Mindestens alle zwei Monate

treffen wir uns mit allen Hauptamtlichen

aus St. Bernhard, St. Agatha,

St. Ida zum ökumenischen Arbeitsfrühstück.

Aber die Ökumene-Bewegung

ging hier in MS-Südost vor allem von

den Ehrenamtlichen aus! Der AK Ökumene

war für das Wachsen der Ökumene

entscheidend und wurde vor über

20 Jahren vor allem von Menschen getragen,

die in konfessionell gemischten

Ehen lebten. Diese haben die Hauptamtlichen

zum Aufeinanderzugehen

überzeugen können und sie tragen diese

Dynamik zum Teil bis heute!

Pfarrerin Wemhöner, in Wolbeck haben

die beiden Gemeinden vor drei Jahren

eine ökumenische Partnerschaftserklärung

unterzeichnet. Wie kam es dazu

und was besagt sie?

Wemhöner: Die Ökumenische Partnerschaftserklärung

verstehen wir als

Selbstvergewisserung und Selbstverpflichtung

der beiden Kirchengemeinden.

Ein Vertrag ist für beide Seiten bindend.

Er trägt auch bei Veränderungen

von Strukturen und beim Wechsel von

haupt- oder ehrenamtlichen Kräften.

Wie waren die Reaktionen des Bistums

und des Kirchenkreises auf diese Erklärung?

Wemhöner: Das Bistum Münster und

der Evangelische Kirchenkreis Münster

haben den Abschluss der Ökumenischen

Partnerschaftsvereinbarung begrüßt.

Wesentlich aber ist die Erarbeitung

und Umsetzung hier vor Ort.

Was wissen Sie, wie es früher war zwischen

Evangelischen und Katholiken in

Gremmendorf und Angelmodde?

Hawerkamp: Diese

Erfahrungen habe

ich natürlich nicht

selber gemacht, sondern

davon ist mir

viel erzählt worden:

Nach dem Zweiten

Weltkrieg muss es

nicht selbstverständlich

gewesen sein,

mit Katholiken in

Kontakt zu kommen.

Wir sind hier eben im

katholischen Münsterland

und damals

gab es eine klare

Unterscheidung zwischen

den Konfessionen.

Das lag wohl

auch daran, dass die

Gründungsmitglieder dieser Gemeinde

zu über 90 Prozent Flüchtlinge aus

dem Osten waren. Die Fremdheitsgefühle

der Zugezogenen spielten sicherlich

eine Rolle bei den anfangs eher

distanzierten Konstellationen.

Und wie war es in Wolbeck?

Wemhöner: Auch in Wolbeck entstand

eine evangelische Gemeinde erst nach

dem Zweiten Weltkrieg. Vorher waren

die beiden preußischen Beamten – der

Förster und der Polizist – sowie eine

Magd im Hause Schwegmann evangelisch,

alle anderen waren katholisch.

Das macht St. Ida für mich aus . . .

Als die Flüchtlinge kamen, die größtenteils

evangelisch waren, entstand

die evangelische Gemeinde auch im

Sinne einer Gemeinschaft derer, die

eine ähnliche Geschichte hatten und

die ihre Erlebnisse von Flucht und Vertreibung

sowie ihre Bemühungen um

einen Neuanfang miteinander teilen

konnten.

Dass sie schon bald ihre Gottesdienste

im „Schloss“ feiern durften, verdanken

wir der letztlich schon ökumenisch zu

nennenden Weite des damaligen Grafen

von Merveldt, der als katholischer

Hausherr des Drostenhofes die evange-

St. Ida mit den vielen lebendigen Gruppen ist für mich

eine Lebens- und Glaubensgemeinschaft.

Ökumene vor Ort 27


lische Gemeinde in seinem Haus Gottesdienste

feiern ließ.

Von der großen Ökumene heißt es oft,

es knirsche im Gebälk. Wie muss Ökumene

vor Ort stattfinden, damit sie sich

in diese Negativstimmungen nicht reinziehen

lässt?

Hawerkamp: Ich stamme aus Bielefeld

und dort fand ich die Ökumene nicht

interessant. Was ich dort erfuhr, möchte

ich „Pflicht-Ökumene“ nennen.

Diese ist eher formell und das nichtausgesprochene

Thema ist „Wir stören

uns nicht“. Aber hier in Südosten

erfahre ich das anders. Hier kommen

Menschen zusammen, die aneinander

aufrichtig interessiert sind. Daraus ent-

Das macht St. Bernhard für mich aus . . .

die vielen Aktivitäten

mit anderen Familien.

springt ein enormer Mehrwert. Zum

Beispiel die ökumenische Bibelwoche.

Wir hatten hier 120 bis 150 Kinder

und so viele Ehrenamtliche dabei – das

hätte keine Gemeinde allein stemmen

können. Was für eine Bereicherung!

Ich erinnere mich auch an den ökumenischen

Kirchentag, den wir 2007 hier

vor Ort machten, mit über 100 Veranstaltungen,

in allen vier Gemeinden.

Das ist eine ganz eigene Qualität von

Ökumene: Sie lebt von den Begegnungen

in der Unterschiedlichkeit. Diese

kann zwar auch stören, aber sie bereichert

enorm. Das ist Beziehungsarbeit.

Wemhöner: Ja, das sehe ich ähnlich.

Ökumene ist etwas, was man nicht nur

mit dem Kopf gestalten und erfassen

28 Ökumene vor Ort

kann. Es braucht das Erleben. In Wolbeck

fängt das bei den Kleinen ganz

selbstverständlich an: Sie feiern ihren

Mini-Gottesdienst mal in der „großen“

und mal in der „kleinen“ Kirche und

fühlen sich in beiden zu Hause.

Bei den „Großen“ gibt es Menschen,

die mal in der einen, mal in der anderen

Kirche Gottesdienst feiern. Und neben

weiteren sehr alltäglichen Begegnungen

gibt es Ereignisse, die sehr selbstverständlich

ökumenisch gewürdigt

werden, u. a. das jährliche Gedenken

des Schicksals der Jüdinnen und Juden

am 9. November, Schützenfeste und

der Ziegenbocksmontag, wozu jeweils

sehr selbstverständlich auch die Pfarrerin

als Repräsentantin der evangelischen

Gemeinde

eingeladen wird,

aber auch die Aktionen

des „Ökumenischen

Eine-

Welt-Kreises“,

der wöchentliche

Wolbecker MittagsTreff

im Achatius-Haus, das Café

am Sonntag im evangelischen Gemeindehaus,

oder die ökumenische

Auferstehungsfeier auf dem Friedhof

am Ostermorgen. Sie sehen – da tut

sich viel in Wolbeck.

Pfingsten 2012 ist das Datum, an dem

die vier katholischen Gemeinden im

Südosten Münsters zur neuen Pfarrei

St. Nikolaus Münster“ zusammenge-

Das macht St. Nikolaus für mich aus . . .

führt werden. Was sind Ihre Hoffnungen

und Befürchtungen?

Wemhöner: Ich hoffe, dass es gelingt,

in der Region das Motto „global denken

– lokal handeln“ auch für das ökumenische

Miteinander zu beherzigen,

auf dass es das Bewusstsein der größeren

Einheit ebenso gibt wie das unko

mplizierte, nachbarschaftliche Zusammenleben

direkt vor Ort – eben da, wo

es gemeinsame Geschichte und Geschichten

und den geteilten Alltag gibt.

Ökumene lebt eben vom direkten Kontakt

und der konkreten Begegnung.

Hawerkamp: Meine Sorgen betreffen

die Beziehungen unter den Hauptamtlichen.

Die spielen neben den intakten

Strukturen eben eine besondere Rolle.

Für den Mehrwert ist der Umgang untereinander

sehr wichtig. Und Gott sei

Dank spielen hier vor Ort subtile dogmatische

Setzungen wie „Wer ist hier

wirklich Kirche?“ keine Rolle. Ökumene

geschieht hier auf Augenhöhe.

Daher sorge ich mich schon, ob dies

auch künftig Bestand hat. Das liegt

nicht nur an den Priestern, sondern

auch an den Laien-Hauptamtlichen,

die unsere Ökumene bereichern. Aber

zugleich hege ich auch Hoffnungen:

Nämlich, dass mit der Fusion die Region

Münster-Südost noch mehr in den

Blick kommt. Wir leben hier gemeinsam

in einer Region und gemeinsam

das christliche Leben zu stärken, ist

meine große Hoffnung.

. . . wir stammen aus Münster-Innenstadt und wurden

damals gleich in die Gemeinde aufgenommen.

Es ist schön, wenn man so willkommen geheißen wird. Jetzt

gehören wir dazu – seit über 32 Jahren.


Famlienseelsorge in der Gemeinde

von Pastoralreferent Richard Schu-Schätter

Blut ist ja bekanntlich dicker als Wasser.

Deshalb spielt die Familie in fast allen

Kulturen und Religionen und Zeitaltern

eine wichtige Rolle. Das ist in

unserer Zeit nicht anders. Die Familie

ist der Ort, wo Menschen Geborgenheit,

Nähe und Unterstützung erfahren

können. Aber auch Streit

und Wut und Trauer. Die

Kirche hat immer wieder

betont, dass die Familie

die „Keimzelle des

Glaubens“ ist. Hier wird

Glaube weitergegeben

(unthematisch, durch

die Erfahrung von Liebe

und Vertrauen oder

auch thematisch, durch

gemeinsames Beten oder

Ringen um Glaubensüberzeugungen).

Eine

Gemeinde, die Familien

aus dem Blick verlöre,

könnte ihrem Auftrag

vermutlich nicht gerecht

werden.

Aber wer gehört eigentlich

zur Familie? In den

Köpfen ist beim Stichwort

Familie zunächst

das Ideal von Eltern mit

ihren Kindern präsent.

Die Wirklichkeit ist viel

differenzierter: Alleinerziehende,Patchworkfamilien

und auch Menschen

ohne Kinder haben

ihre eigene Familiengeschichte, die sie

prägt und bewegt. Familie ist nicht nur

in der Kindheit oder beim Erziehen von

Kindern ein wichtiges Thema. Wenn

die Kinder aus dem Haus gehen, wenn

Eltern alt werden und eventuell Pflege

brauchen, wenn Familienangehörige

sterben - die Familienbande begleiten

einen Menschen sein Leben lang.

An vielen Lebensstationen können

Menschen bei den verschiedenen Angeboten

in der Gemeinde einen Ort

finden, an dem ihre ganz individuelle

Familiensituation in den Blick gerät.

Sakramentenkatechese und besondere

liturgische Angebote zählen genauso

dazu wie Einrichtungen (vom Kindergarten

bis zum Altenheim) und auch

karitative Hilfsangebote und gemeinschaftsbildende

Angebote und Gruppen

blenden das Thema Familie nicht

aus.

Wenn Sie im Folgenden einige exemplarische

Beispiele aus unseren Gemeinden

lesen, bei denen Familien besonders

im Blick sind, so ist dies keine

vollzählige Zusammenstellung. Auch

in den anderen Themenbereichen dieses

Heftes können Sie entdecken, wo

und wie Familien-Seelsorge in unseren

Gemeinden geschieht.

Info: Erstkommunion

Ein Highlight in der Familienpastoral

ist die Feier der Erstkommunion.

Eingeladen sind in

der Regel alle Kinder der dritten

Jahrgangsstufe unserer Gemeinden.

In Katechesestunden, verschiedenen

Aktionsnachmittagen

und durch die Mitfeier von Gottesdiensten

erleben die Kinder

christliche Gemeinschaft und werden

auf die Begegnung mit Jesus,

dem Brot des Lebens, vorbereitet.

Pastoralreferent Richard

Schu-Schätter, Tel. 02506 8101112

Kinder und Familie 29


Das Familienzentrum St. Bernhard

von Marion Aupers

In der Trägerschaft der Pfarrgemeinde

St. Bernhard wurde unser Kindergarten

1972 eingeweiht. Immer wieder wurden

die Gruppenstrukturen, aber auch

die Räumlichkeiten den veränderten

Bedürfnissen angepasst. Heute sind wir

eine integrative Kindertagesstätte, in

der Kinder im Alter von zwei bis sechs

Jahren betreut und gefördert werden.

Ein weiterer Ausbau unserer Einrichtung

zur Aufnahme von jüngeren Kindern

ist geplant.

Seit August 2008 sind wir ein zertifiziertes

Familienzentrum. Neben der

originären Kita-Arbeit, die durch unser

30 Kinder und Familie

Team gewährleistet ist, werden durch

externe Fachkräfte sowohl für die Kinder

als auch für die Eltern Unterstützung,

Beratung und Bildung in unserem

Haus angeboten. Unser pädagogisches

Team besteht aus 12 Fachkräften und

einer Praktikantin. Viele externe Kräfte

unterstützen die Kinder und ihre Familien

(nicht nur aus unserer Einrichtung)

einmal wöchentlich z. B. durch Sprachförderung

nach Delfin 4, Logopädie

und Motopädie für die Kinder, einen

Sprach- und Alphabetisierungskurs sowie

durch ein Sportangebot für Frauen,

eine Babyspielgruppe (Sure Start) und

eine Hebammensprechstunde. Durch

diese Angebote werden Familien unterstützende

Hilfen gegeben.

Seit Oktober 2008 arbeiten wir mit einem

Qualitätsmanagementsystem.

Im Frühjahr 2011 bekamen wir durch

die Bundesinitiative „Frühe Chancen“

die Möglichkeit, eine „Schwerpunkteinrichtung

Sprache & Integration“ zu

werden, wodurch Kindern im frühen

Lebensalter eine bessere Zukunft ermöglicht

werden soll.

Familienzentrum St. Bernhard

Clemens-August-Platz 8a

Tel. 0251 619555

kita.stbernhard-angelmodde@

bistum-muenster.de

Das macht St. Bernhard für mich aus . . .

Es ist toll, in St. Bernhard für Gemeindemitglieder

und „Externe“ einen gemeinsamen

Platz zu haben, um zu spielen, zu singen, zu

basteln und natürlich auch zu klönen.


Wolbecks Villa Kunterbunt

In der Alten Gartenbauschule ist der Kindergarten St. Nikolaus beheimatet

von Mechthild Lödding

Die Kirchengemeinde St. Nikolaus eröffnete

1995 in den Räumen der ehemaligen

Gartenbauschule Wolbeck

• einer alten Villa mit großem Garten

• die Tageseinrichtung für Kinder St.

Nikolaus.

In der zweigruppigen Einrichtung werden

50 Kinder im Alter zwischen drei

und sechs Jahren betreut.

Folgende wöchentliche Betreuungsstundenkontingente

bieten wir an:

• 35 Stunden als Blocköffnungszeit

(inkl. Mittagessen)

• 35 Stunden aufgeteilt auf vor- und

nachmittags

• 45 Stunden Ganztagsbetreuung

Im Rahmen des Kinderbildungsgesetzes

NRW arbeiten wir nach dem „Situativen

Ansatz“. Themen und Ereignisse,

die für die Kinder von Bedeutung sind,

werden aufgegriffen und in Form von

Projekten vertieft. Als große Bereicherung

empfinden wir die nachbarschaftliche

Nähe unserer Einrichtung zum

Pflege- und Seniorenheim Haus Achatius.

Kinder und ältere Menschen besuchen

einander und bekommen Einblick

in das Lebensgefühl der jeweils anderen

Generation.

Die Tageseinrichtung für Kinder St. Nikolaus

versteht sich als lebendiger Teil

der Kirchengemeinde. Kindgemäß vermitteln

wir christliche Glaubensinhalte.

Es ist uns wichtig, dass die Kinder den

christlichen Glauben im menschlichen

Miteinander erleben – sei es beim Feiern

mit den Bewohnern des Senioren-

heims „Achatius-Haus“ von nebenan,

oder beim Nikolausumzug durch die

Gemeinde.

Das vertrauensvolle Miteinander von

Eltern, Trägervertretern, den Menschen

und Institutionen der Gemeinde sowie

den pädagogischen Mitarbeiterinnen

ist uns ein Grundanliegen ganz im Sinne

des afrikanischen Sprichwortes: „Es

braucht ein Dorf um ein Kind großzuziehen.“

Tageseinrichtung für Kinder St. Nikolaus

Münsterstraße 24

Tel. 02506 85997

kita.stnikolaus-wolbeck@

bistum-muenster.de

Das macht St. Agatha für mich aus . . .

Gemeinsamer Gottesdienst

in einer überschaubaren Gemeinde.

Kinder und Familie 31


Die Kindertageseinrichtung von St. Ida

von Simone Jarling

Unsere Tageseinrichtung wird zurzeit

von 98 Kindern im Alter von drei bis

sechs Jahren besucht. Die Kinder werden

in vier Gruppen von einem Team

aus 13 Kollegen (Erzieherinnen und

einer Heilpädagogin) betreut. Unsere

Einrichtung arbeitet integrativ, das

heißt, Kinder mit und ohne Behinderung

spielen und lernen hier gemeinsam.

Die Betreuung, Erziehung und Bildung

der Kinder geschieht in gemeinsamer

Verantwortung mit den Eltern und ist

familienergänzend.

Einige der vielen Erfahrungen, die die

Kinder bei uns machen können, kann

unser Kindergarten-ABC kurz darstellen.

32 Kinder und Familie

Es erfasst unsere Ziele:

K - Kindern einen Ort zum Forschen, Spielen und Lernen bieten

I - Individualität fördern

N - Neue Räume schaffen, um die Welt kindgerecht zu entdecken

D - Die Gemeinschaft erleben

E - Experimentieren und so zur Selbstständigkeit finden

R - Ruhephasen geben, um Erlebtes zu verarbeiten

G - Gemeinsam etwas unternehmen

A - Andere akzeptieren und respektieren; auf Andere Rücksicht nehmen;

aufmerksam sein, damit es allen in unserer Gemeinschaft gut geht

R - Religion erfahren, verstehen und weitergeben

T - Turnen und toben

E - Eigene Erfahrungen sammeln und daran wachsen

N - Neugierde der Kinder nutzen

Kindertageseinrichtung St. Ida

Nachtigallenweg 19

48167 Münster

Tel. 0251 615412

kita.stida-gremmendorf@

bistum-muenster.de


Familienkreise St. Ida

von Heike Tytko

Seit vielen Jahren gibt es Familienkreise

in Gremmendorf. Familienkreise treffen

sich und gestalten gemeinsam ihre

Freizeit. Mal sind es „lockere“ Treffen,

dann Gesprächsabende zu Themen, die

uns bewegen, ein anderes Mal starten

wir Ausflüge und Unternehmungen,

mal mit und mal ohne Kinder. Viele

verschiedene Aktivitäten, so vielfältig

und bunt wie wir Menschen eben sind.

Aus diesen Bekanntschaften haben sich

im Laufe der Zeit enge Freundschaften

entwickelt. Einmal im Jahr werden alle

eingeladen, die einen neuen Familienkreis

bilden möchten.

Momentan blicken wir auf 15 Familienkreise

in unterschiedlicher Größe.

Fünf- bis sechsmal im Jahr schickt jeder

Kreis einen „Sprecher“ zum Sachausschuss

„Ehe, Familie und andere

Lebensformen“. Die Familienkreissprecher

treffen sich im Pfarrheim und

planen gemeinsame Aktivitäten. „Gemeinsam

statt einsam“ – das ist hier

das Motto!

Das macht St. Nikolaus für

mich aus . . .

. . . die coolen Leute hier.

Info: Kinder und Familie

Familienausschuss St. Bernhard

Dietmar Brandherm

Tel. 0251 624285

Die kleinen Strolche

Pfarrheim St. Bernhard

Martha Greve

Tel. 0251 619423

Mo, Do, Fr von 8.45 – 11.45 Uhr

Eltern-Kind-Gruppen

Pfarrheim St. Bernhard

Karina Kipke

Tel. 0251 615677

Familienkreis St. Ida

Heike Tytko

Tel. 0251 61071

Kinder und Familie 33


. . . als man auf den ersten Blick sehen

kann. Vieles, was im Kinder- und Jugendbereich

der Gemeinden stattfindet,

bleibt unsichtbar, unscheinbar:

die regelmäßigen Gruppenstunden am

Nachmittag, die unzähligen Vorbereitungstreffen

für die nächste Ferienfreizeit,

das Reflexionstreffen nach der

Firmvorbereitung, der Jugendgottesdienst

am Sonntagabend oder die Gruppenleiterschulung

am Wochenende auf

der Jugendburg Gemen. Und das alles

trotz Schulstress und dadurch immer

knapper werdender Freizeit. Viele Jugendliche

und junge Erwachsene engagieren

sich in unseren Gemeinden und

tragen so dazu bei, dass Kinder einen

Ort der Begegnung finden können. Sie

34 Jugend

da ist mehr drin . . .

von Pastoralreferent Sebastian Reimann

lernen so, soziale Verantwortung

zu übernehmen, Projekte

zu managen, Gruppen zu leiten

und Werte zu vermitteln.

Regelmäßig treffen sich die

Gruppenleiter aus unseren

Gemeinden, um sich über

die Kinder- und Jugendarbeit

auszutauschen und neue Aktionen,

Ferienfreizeiten und

Ausflüge für die Kinder vorzubereiten.

Etwa 140 Jugendliche

engagieren sich in unseren

vier Gemeinden für die

unterschiedlichen Aufgaben.

Viele Jugendliche, die in unseren

Gemeinden Gruppen

und Lager betreuen, haben

eine Gruppenleiterausbildung

und einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert.

In den Gruppenstunden basteln und

spielen sie mit den Kindern, lesen Geschichten

vor und backen z. B. in der

Weihnachtszeit Plätzchen. Mit den

Messdienergruppen üben sie zudem

Foto: froodmat / www.photocase.de

Ferienlagerfeeling

in den Kirchen und erklären den Kindern

den Ablauf der Messe.

Doch da ist noch mehr: Jugendarbeit im

kirchlichen Kontext hat für uns Christen

einen Mehrwert: Sie ist getragen von

der Überzeugung, dass Gott in unserem

Handeln, in unserer Gemeinschaft

gegenwärtig ist. Besonders deutlich

wird dies in den spirituellen Angeboten,

die für die Jugendlichen in unserer

Gemeinden stattfinden. In der Adventund

Fastenzeit werden „Atempausen“

für Jugendliche angeboten. Auch Spätschichten

am Aschermittwoch, die „Liturgische

Nacht“ am Gründonnerstag,

oder ein Glaubenstag für die Leiterrunde

laden dazu ein, über das eigene Leben,

den eigenen Glauben und die persönliche

Gottesbeziehung nachzudenken

und darüber mit anderen Jugendlichen

in den Austausch zu treten. Diese liturgischen

und religiösen Elemente der

Jugendarbeit tragen dazu bei, einen

neuen Blick auf die Welt zu ermöglichen

und im Glauben zu wachsen.

Ungewohnte Freiräume, neue Begegnungen, unbekannte Verantwortung – soziales

Lernen in der Gruppe ist nirgendwo so intensiv möglich, wie in der Ferienfreizeit.

Entscheidend dabei ist vor allem der Einsatz der ehrenamtlichen Betreuer.

Sie schaffen jenen Raum, in dem sich die Kinder und Jugendlichen kreativ

und eigenständig entwickeln können. Das Ziel der Ferienfreizeit rückt dabei in

den Hintergrund: Ob Insel, Schützenhalle oder Zeltlager – dieses „Ferienlagerfeeling“

kann an jedem Ort aufkommen. Unsere Gemeinden bieten jedes Jahr

unterschiedliche Fahrten für Kinder und Jugendliche an und auch für die Kinder,

die nicht wegfahren, gibt es ein reichhaltiges Ferien-Freizeit-Spaß-Programm.


Wir Messdiener

von Jürgen Hoheisel

Die Gemeinschaft der Messdiener ist

stetig gewachsen. In den 70ern war es

noch eine kleine, überschaubare Runde.

Die Hauptaufgabe war das Messedienen,

und dies wurde in den Gruppenstunden

geübt. Über die Jahre hat

sich dies deutlich verändert. Heute ist

das Dienen zwar nach wie vor wichtig,

aber die Gruppenstunden haben sich

außerdem zu einem wichtigen Teil der

lebendigen Jugendarbeit in St. Ida entwickelt.

So entstand eine immer größere

Gemeinschaft, zu der seit 1988 auch

Messdienerinnen gehören. Viele Messdiener

werden Gruppenleiter, denen es

immer wieder gelingt, mit viel Einsatz

eine Gruppe von Messdienern zu leiten,

sodass diese mit viel Spaß, Freude

und Engagement den Funken weitergeben.

Viele Gruppen treffen sich auch

heute nach ihrer aktiven Messdienerzeit

immer noch, um gemeinsam etwas

zu unternehmen.

Info: Messdiener

Messdiener St. Bernhard

Andrea Buschkamp

Tel. 0251 132634

Messdiener / Jugend St. Agatha

Ruth Lewe, Tel. 0251 624839

Laurin Anuth

Tel. 02506 3318

Ein Highlight aller Messdiener war

schon immer die Dankeschön-Fahrt in

den Herbstferien. Die ersten Fahrten

führten mit dem Gemeindebulli nach

Kroge in ein kleines Selbstversorger-

Haus auf einem Bauernhof. Die Messdiener-Gemeinschaft

wurde immer

größer, sodass heute als „Erholungsstätte“

verschiedene Schützenhallen

im Sauerland ausgewählt werden. In

folgenden Schützenhallen verbrachten

wir eine schöne Zeit: Ostwig, Westen-

Messdiener St. Ida

Jürgen Hoheisel

Tel. 0251 615095

Messdiener St. Nikolaus

Maria Ritter

Tel. 02506 810110

feld, Hellefeld, Herleshausen, Bestwig

und Belecke. Von den ca. 160 aktiven

Messdienern fuhr 2010 eine unglaubliche

Zahl von 102 begeisterten Messdienern

nach Belecke und genoss dort

sehr spannende und erlebnisreiche

Tage. 2011 fahren wir in die Schützenhalle

von Ramsbeck.

Außerdem veranstalten die Messdiener

nach Möglichkeit einen Messdienertag

für alle Messdiener vor den Sommerferien.

Beliebtes Ausflugsziel ist der „Ketteler

Hof“ mit seinen vielfältigen Angeboten

und Vergnügungsmöglichkeiten

für Messdiener aller Altersgruppen.

Die Messdiener übernehmen nicht nur

den Dienst am Altar, sondern treffen sich

wöchentlich in ihren Gruppen, um miteinander

etwas zu unternehmen. Aber

auch unterschiedlichste Gemeindeveranstaltungen

wie z.B. das Pfarrfest, das

Herbstfest, die 72-Stunden-Aktion und

viele andere Aktivitäten, werden von

den Messdienern unterstützt. So sind

wir aktiv dabei, St. Ida lebendig zu erhalten

und mitzugestalten.

Jugend 35


Wenn Kirche zur Schule geht

von Pastoralreferent Richard Schu-Schätter

An keinem Ort außerhalb ihres Elternhauses

verbringen Kinder und Jugendliche

so viel Zeit wie in der Schule.

Das war schon vor 10 Jahren so, als die

Gemeinden der Pfarreiengemeinschaft

Münster-Südost beschlossen, gemeinsam

den Lebensraum Schule in den

Blick zu nehmen und enger mit dem

Schulzentrum zu kooperieren. Selbstverständlich

gab es auch vorher eine

gute Zusammenarbeit. Mit der Einrichtung

einer halben Stelle für Schulseelsorge

durch das Bistum Münster wurde

diese Kooperation damals auf neue

Füße gestellt. Möglich war es nun, Tage

religiöser Orientierung inhaltlich durch

den Schulseelsorger (die Schulseelsorgerin)

und einem Team von Studierenden

aus Münster zu begleiten, für alle

9. Klassen des Schulzentrums einen

sogenannten Oasentag im Pfarrheim

St. Nikolaus anzubieten, oder die 5.

Klassen der Real- und der Hauptschule

zu Kennenlerntagen einzuladen. Wichtig

war und ist auch der kontinuierliche

Kontakt zu den Schulleitungen, den

LehrerInnen und den Fachkonferen-

Info: Firmvorbereitung

Jedes Jahr bereiten sich etwa 130 Jugendliche auf das Sakrament der Firmung

vor. Begleitet werden sie dabei von jungen Erwachsenen, die den

Jugendlichen als Katechetinnen und Katecheten die Frohe Botschaft näher

bringen, von ihrem Glauben erzählen und mit den Jugendlichen über „Gott

und die Welt“ ins Gespräch kommen.

Pastoralreferent Sebastian Reimann, Tel. 0251 619888

36 Jugend

zen Religion. Nachdem Anfang 2006

das Bistum die Stelle des pastoralen

Mitarbeiters für die Schulseelsorge in

Wolbeck nicht mehr neu besetzte, bekam

ich als neuer Pastoralreferent der

Gemeinde St. Nikolaus den Auftrag,

die Schulseelsorge fortzuführen. Dabei

wurde mir schnell bewusst, dass viel

mehr Schulseelsorge möglich, sinnvoll

und notwendig wäre, als es die personellen

und zeitlichen Ressourcen zulassen.

Viel zu wenig Zeit bleibt zum

Beispiel, um SchülerInnen in Krisensituationen

zu begleiten oder Lerngruppen

beim Einüben eines guten Miteinanders

zu unterstützen.

Anfang Mai dieses Jahres fand auf der

Jugendburg Gemen die Fachtagung

Jugendpastoral statt. 120 SeelsorgerInnen

und PädagogInnen im kirchlichen

Dienst setzten sich mit Kooperationsmöglichkeiten

zwischen kirchlicher

Jugendarbeit und Schule auseinander.

Der Stein der Weisen wurde dabei

nicht gefunden, aber ein wohltuend kritischer

und konstruktiver Blick auf die

beiden Systeme Kirche und Schule half

und hilft Möglichkeiten

und Grenzen

der Kooperation zu

entdecken.

Beide Systeme sind

in den letzten Jahren

mit umwälzenden

Veränderungen

konfrontiert, die so

manches Mal zu einer

großen Verunsicherung

führen.

Die Einführung von

offenen und gebundenGanztagsschulen,

die Ausweitung

des Unterrichts auf

den Nachmittagsbereich,

zentrale Abschlussprüfungen,

G8 und weitere Veränderungsprozesse

führen dazu, dass der Druck auf SchülerInnen

aber auch auf das Lehrpersonal

und die Eltern stetig ansteigt.

Ein Nebeneffekt dieser Prozesse ist,

dass SchülerInnen die Angebote von

kirchlicher Jugendarbeit am Nachmittag

immer seltener wahrnehmen können.

Das betrifft die klassischen Gruppenangebote

genauso wie die Sakramentenkatechese

und die Offene Kinder- und

Jugendarbeit. Umfragen ergeben, dass

heutige Jugendliche sehr wohl gewillt

sind, sich ehrenamtlich zu engagieren,

ihnen aber oftmals die Zeit fehlt. Dazu

kommt, dass die Zahl derer, die nichts

mehr von Kirche erwarten, immer größer

wird. Sichtbar wird dies für uns als


Pfarrgemeinden bei den zunehmenden

Schwierigkeiten, jugendliche LeiterInnen

zu finden.

Dabei können Kinder und Jugendliche

in der kirchlichen Jugendarbeit wichtige

Erfahrung machen: In Projekten und

Gruppen werden sie ermutigt, eigene

Stärken zu entdecken und sie lernen

sich verantwortungsvoll für andere einzusetzen.

Durch das Zusammensein

mit anderen Kindern und Jugendlichen

sowie Erwachsenen machen sie wertvolle

Gemeinschaftserfahrungen und

können das christliche Gottes- und

Menschenbild als mögliche Basis für

ihr eigenes Leben und als Kraftquelle

in Zeiten der Krise und der Not entdecken.

Und auch das ist wichtig: Kinder

und Jugendliche brauchen Freiräume,

Foto: www.pixelio.de

in denen sie keinem Bewertungsdruck

ausgesetzt sind; nur so können sie sich

frei entfalten. Schule kann von diesen

Möglichkeiten profitieren, denn in

den steigenden Anforderungen an die

Schule wird den Verantwortlichen bewusst,

dass sie auf kompetente Kooperationspartner

angewiesen sind.

Als Gemeinde dürfen wir nicht dem

Irrglauben erliegen, unsere Kinder-

und Jugendarbeit einfach von den

Pfarrheimen in die Schule verlagern

zu können. Eine gute Kooperation ist

darauf angewiesen, dass beide Partner

sich ihre Ziele und Grenzen für eine

Kooperation bewusst machen und

sie klar benennen. Kooperationsziele

können nur dann umgesetzt werden,

wenn beide Partner dies auch wollen.

Junge Menschen zu engagierten

Gemeindemitgliedern zu machen, ist

aber nicht Auftrag und Ziel einer staatlichen

Schule. Schule ist also nicht der

Ort, an dem wir junge Menschen für

unsere Ziele und Zwecke rekrutieren

und sie wird es auch nie sein. Aber

Schule ist ein Ort, an dem wir junge

Menschen begleiten und dabei unterstützen

können, zu selbstbestimmten

und verantwortungsbewussten Menschen

heranzuwachsen. Wenn wir das

auf der Grundlage unseres christlichen

Menschenbildes tun, dann können

SchülerInnen eine Ahnung davon bekommen,

dass sie von Gott gewollt

und geliebt sind, noch

bevor sie irgendetwas

geleistet haben.

Mit der bevorstehendenZusammenlegung

unserer Gemeinden

stellt sich

die Frage, wie wir

künftig lebendige Kir-

che in Münster-Südost sein wollen. Die

Rahmenbedingungen verändern sich

rasant und ausgesprochen stark. Das

führt auch bei uns zu Unsicherheiten

und zu Fragen, was wir uns als Gemeinde

vor Ort noch leisten müssen,

können und wollen. Immer wieder

höre ich in diesem Zusammenhang,

dass Schulseelsorge dabei eine wichtige

Rolle spielen soll und muss. Gleichzeitig

sind wir damit konfrontiert, dass

das Seelsorgepersonal knapper wird.

Der Stellenplan für das Jahr 2020, der

Anfang des Jahres vom Bistum erstellt

wurde, sieht vor, dass es künftig keine

bischöflichen (Sonder-) Beauftragungen

für die Schulseelsorge an staatlichen

Schulen geben wird. Mag diese Entscheidung

vielleicht auch aus der Not

des fehlenden Personals geboren sein,

die Grundüberlegung, dass Schulseelsorge

Aufgabe des Seelsorgeteams und

der Gemeinde vor Ort sein sollte, halte

ich für richtig (für die Grundschulen

war das nie anders). In Münster Südost

schauen wir auf viele Jahre gelungener

Kooperation zwischen Kirche und

Schule zurück. Mit Blick auf die Veränderungen

der vergangenen und der

kommenden Jahre dürfen wir uns nicht

darauf ausruhen. Vielmehr ist es sinnvoll

und notwendig die sich ändernden

Rahmenbedingungen in den Blick zu

nehmen, Altbewährtes zu überprüfen

und Neues zu wagen.

Das macht St. Ida für mich aus . . .

Glauben in einem starken

Zusammenhalt erleben zu dürfen.

Jugend 37


Kinder- und Jugendtreff St. Ida

von Berthold Sanders

Kinder- und Jugendtreff

Der Offene Kinder- und Jugendtreff St.

Ida ist ein Treffpunkt für Kinder und

Jugendliche im Alter von 6 bis 20 Jahren.

Für die Kinder- und Jugendarbeit

stehen in St. Ida verschiedene Räume,

z. B. ein Billardraum, ein Thekenraum,

eine Holzwerkstatt und drei Gruppenräume

zur Verfügung. Außerdem können

bei Bedarf auch die Küche und

der Pfarrsaal genutzt werden. Rund um

den Kinder- und Jugendtreff St. Ida finden

sich viele Möglichkeiten für Spiel

und Sport. Viele ehrenamtliche MitarbeiterInnen,

einige Honorarkräfte und

ein Sozialpädagoge sorgen dafür, dass

es im Offenen Kinder- und Jugendtreff

St. Ida nie langweilig wird und stehen

allen Kindern und Jugendlichen mit Rat

und Tat zur Seite.

Offener Kindertreff

...hier könnt Ihr jeden Freitag von

16.30 bis 18.00 Uhr mit anderen Kindern

zwischen 6 und 10 Jahren spielen,

basteln, toben, kreativ sein, Spaß

haben und vieles mehr.

Offener Teenietreff

...die Chance für Kids zwischen 10

und 14 Jahren, dienstags von 16.00 bis

18.00 Uhr Billard zu spielen, spontane

Aktionen zu starten, zu backen, kreativ

zu sein, zu kickern, im Internet zu surfen

und, und, und.

38 Jugend

Offener Mädchentreff

...jeden Montag sind alle Mädchen ab

12 Jahren herzlich zum Mädchentreff

eingeladen. Das Programm wird von

den Mädchen des Treffs jeden Monat

neu festgelegt.

Kurse

...zweimal im Jahr gibt es im Offenen

Kinder- und Jugendtreff ein Programmheft

mit verschiedenen Kursangeboten

für Kinder und Jugendliche, wie z. B.

eine Holzwerkstatt, einen Jonglierkurs,

einen Kochkurs, einen PC-Kurs.

Offener Treff

...Billard spielen, kickern, Musik hören,

Freunde treffen, auch Rat und

Unterstützung holen, neue Leute ken-

Info: Jugend

Kinder- und Jugendtreff St. Ida

Berthold Sanders, Tel. 0251 617588

kot-ida@muenster.de

Öffnungszeiten:

montags:

17.00 – 19.00 Uhr Mädchentreff

dienstags:

15.00 – 17.00 Uhr Teenietreff

15.00 – 19.00 Uhr Offener Treff

donnerstags:

15.00 –19.00 Uhr Offener Treff

freitags:

16.30 – 18.00 Uhr Kindertreff

15.00 – 20.00 Uhr Offener Treff

nenlernen, Gesellschaftsspiele spielen,

einfach mal mit jemandem reden, eine

Cola trinken, quatschen, einfach nur

abhängen, nur mal gucken, was da so

los ist, Wii und Playstation spielen, eigene

Ideen umsetzen.

Hausaufgabenhilfe

Wenn es in der Schule mal nicht rund

läuft, bieten euch erfahrene Senioren

Hilfe bei den Hausaufgaben an.

…und in den Ferien

In den Oster-, Sommer- und Herbstferien

bieten wir eine Ganztagsbetreuung

für Grundschulkinder an. Immer unter

einem anderen Motto könnt ihr ein

buntes Programm bei uns erleben, ob

Spiele, Kreatives, Werken, Sportliches

oder Kulinarisches – für jeden ist etwas

dabei.

Darüber hinaus gibt es in den Sommerferien

auch noch das Kinderferienprogramm,

das gerade den Kindern, die

nicht verreisen, fun und action in den

Ferien verschafft.

Café Maulbeerbaum

Christina Puke

Tel. 02506 85460

donnerstags:

19.00 – 22.00 Uhr

Pfarrheim St. Nikolaus

Sachausschuss Jugend St. Bernhard

Jannik Schulte

Tel. 0251 615854


Seniorenangebot in Südost

Bunt, lebendig und vielfältig zeigen sich die Seniorenangebote

und -einrichtungen in Münster Südost. An jedem Kirchturm

gibt es Gruppen, die von Kaffeetrinken über Radtouren

und Ausflüge bis hin zu tatkräftiger Unterstützung bei vielen

Mein neues Leben im Achatius-Haus

Ingrid Guntenhöner berichtet von ihrem Leben in Wolbecks Seniorenstift

Der Entschluss, als 80-jährige von Dortmund

nach Münster umzuziehen, ist

mir nicht leicht gefallen, zumal mich

meine Freunde in Dortmund warnten:

„Außer deinen Kindern kennst du dort

niemanden, alles Vertraute lässt du zurück?“

Aber der Wunsch, meinen Kindern

auch räumlich näher zu sein, war stärker

als alle Bedenken. Und so wohne

ich seit zwei Jahren im Obergeschoss

des Achatius-Hauses in Wolbeck.

Mit allen Sinnen nehme ich jeden Morgen

das weite Panorama wahr, wenn

ich in meinem Wintergarten beim

Frühstück sitze: 70 Prozent Himmel,

30 Prozent grüne Baumgipfel, die sich

zum Winter hin in knorriges Geäst

verwandeln und im Hintergrund die

rot gedeckte St.-Nikolaus-Kirche von

Wolbeck – das einzige Gebäude, das

ich zwischen Frühjahr und Herbst klar

erkenne. Und immer, wenn ich hinüber

sehe, halte ich kurz inne und es

geschieht etwas in mir. Es ist wie ein

Anflug von Wesentlichkeit.

Wenn das Wetter es zulässt, gehen wir

Bewohner gerne auf dem Angelpfad

spazieren. Der kleine Fluss Angel, der

immer still dahin fließt und nie aufschäumend

rebelliert, begrenzt nach

Süden hin unseren Wohnbereich.

Ich liebe es auch, hin und wieder mit

Aufgaben in den Gemeinden Ansprechpartner sind. Auf den

folgenden Seiten finden Sie nach einem Einblick in das Leben

im Seniorenstift, die Vorstellung unserer Senioreneinrichtungen

und eine Übersicht über die Gruppen in den Gemeinden.

Das macht St. Nikolaus für mich aus . . .

meinem kleinen Wagen einfach nur

durch die Landschaft zu fahren. Die

für mich ganz ungewohnte Weite des

Münsterlandes weitet auch mein Herz

und nicht selten halte ich kurz an, um

diese Augenblicke aufzunehmen und

nicht einfach nur vorbeirauschen zu

lassen.

Dankbar nehme ich im Haus auch an

den Aktivitäten teil, die in der Regel

wöchentlich angeboten werden. Geistig

fit hält uns ein Gedächtnistraining.

Für körperliche Beweglichkeit sorgt

eine wöchentliche Sitzgymnastik, an

der wir gemeinsam mit Behinderten aus

dem Pflegebereich teilnehmen. Ich bin

immer wieder erstaunt, wie beweglich

und fröhlich Menschen sind, die sich

nur im Rollstuhl fortbewegen können.

Schließlich tragen regelmäßig stattfindende

Gottesdienste beider Konfessio-

die Gemeinschaft, die generationenübergreifend ist

und die gelungene Symbiose

von Tradition und Aufbrüchen.

Senioren 39


nen dazu bei, uns intensiver zu begegnen.

Schier Unglaubliches geschieht dienstags

und donnerstags beim „Mittagstreff“.

Schon an der Tür werden wir von den

ausschließlich ehrenamtlich tätigen

Frauen freundlich begrüßt, um dann an

dem liebevoll dekorierten und gedeckten

Tisch Platz zu nehmen. Zu diesem

Mittagstreff sind nicht nur die Bewohner

eingeladen, sondern auch alle interessierten

Senioren aus Wolbeck und

Umgebung.

Wir im Haus Achatius befinden uns

im Spätherbst des Lebens; Wir müssen

nichts mehr leisten. Dennoch gilt auch

hier: Wir dürfen wählen. Es gibt auch

im Alter noch geistige und kulturelle

Interessen, denen wir jederzeit nachgehen

dürfen. Das Angebot ist groß. Beide

Kirchengemeinden und die Volkshochschule

bieten ein großes Spektrum. Wir

dürfen aber auch einfach nur da sein

und leben. Ist das nicht wunderschön?

„Ich werde vor dem Haus meiner Seele

sitzen und die Erinnerungen gehen aus

und ein…“, schrieb einmal Jörg Zink,

als er über das Alter sprach.

Dieses Erinnern ist sicher immer von

etwas Wehmut durchweht, aber auch

von Dankbarkeit: „Bis hierher hat mich

Gott gebracht…“ heißt es in einem Kirchenlied

und ich ergänze: Er wird meine

Schritte auch weiter lenken.

Wir Bewohner stehen alle da, wo das

Ende sichtbar wird. Voller Vertrauen

dürfen wir unser weiteres Leben in die

Hände des unbegreiflich großen Gottes,

des unbegreiflich liebenden Gottes

legen, von dessen realer Gegenwart ich

tief überzeugt bin.

40 Senioren

„Aktivkreis ab 60“ in St. Agatha

von Jochen Brück

Als sich vor 10 Jahren im Dezember

2001 eine kleine Gruppe unserer Gemeinde

überlegte, wie sich die „Altersstufe

um 60“ ihre freie Zeit außerhalb

des Berufes oder auch schon in der

Pensions- oder Rentenzeit vorstellte,

wurde dieser Kreis gegründet. Für einen

Seniorenkreis meinten wir damals

noch nicht alt genug zu sein, und wir

wollten ja auch noch aktiv bleiben. So

entstand schnell der „Aktivkreis um

60“, heute „…ab 60“, der mittlerweile

ein festes Glied in unserer Gemeinde

geworden ist. Natürlich sind wir älter

geworden, möchten aber noch lange

zusammen in dieser freundschaftlichen

Gemeinschaft Erlebnisse teilen: auf dem

Sportplatz Nordic-Walking pflegen, an

vielen kulturellen Veranstaltungen –

z.B. Museumsbesuche, Ausstellungen,

Konzerte – und anderen interessanten

Zielfahrten teilnehmen.

Wichtig ist für uns, dass wir den Kontakt

zu unserer Gemeinde pflegen und unsere

Zugehörigkeit hier zum Ausdruck

bringen. So treffen wir uns nach den

sonntäglichen Gottesdiensten in kleiner

oder auch großer Runde. Der Kreis

ist nach wie vor für jeden offen und

wir freuen uns, wenn er so auch größer

werden kann. Kleiner wird er von

selbst. Auch Mitglieder unserer Nachgemeinden

sind herzlich eingeladen.

Die Ziele der Ausflüge mit dem Rad,

öffentlichen Verkehrsmitteln oder in

privaten PKWs sind vielseitig und jeder

kann auf seine Kosten kommen. Möglichst

bei jeder Wetterlage unternehmen

wir an zwei Fixtagen im Monat

Radtouren in die nähere Umgebung

um und nach Münster.

Die Ziele bleiben

meistens eine

Überraschung. In

den vergangenen 10

Jahren besichtigten

wir zahlreiche Sehenswürdigkeiten

in Westfalen und in

den nahe gelegenen

Niederlanden.

Der „Aktivkreis ab

60“ ist zuversichtlich,

dass er auch in

den nächsten Jahren

seine Beständigkeit

nicht verliert.


Haus der Begegnung in St. Ida

von Ruth Kaspar

Das Haus der Begegnung St. Ida (HdB)

wurde im Mai 2002 als Seniorenbegegnungszentrum

für Münster Südost

eingeweiht. Es schließt sich räumlich

an das Pfarrheim an und besteht aus

einem Tagesraum mit Einbauküche,

Büro, Sitzungs- und Gruppenraum,

Medienraum sowie Ruhezimmer mit

Ruhesesseln. Mit Behindertentoilette,

automatischen Eingangstüren und einem

großzügigen Flur erfüllt das HdB

alle Anforderungen an eine seniorengerechte

Einrichtung.

Das Angebot ist vielseitig, genauso wie

die Interessen und Bedürfnisse von Senioren:

Zunächst ist das HdB eine Anlaufstelle

für alle Fragen des Älterwerdens

und Altseins; eine sozialpädagogische

Fachkraft steht dafür zur Verfügung.

Besonders Demenzkranke und deren

Angehörige sollen unterstützt werden,

z.B. mit einem niedrig-schwelligen Betreuungsangebot

(Gruppe D).

Kulturelle Angebote wie Vorträge, Gedächtnistraining

und PC-Kurse, Spielenachmittage

und Ausflüge stehen

ebenso auf dem Programm wie Tanz,

Info: Senioren

Haus der Begegnung

Büro Tel. 0251 1365829

Gruppe „D“ für Menschen mit

Demenz im HdB

Seniorengemeinschaft St. Ida

Hermann Preckel

Tel. 0251 614633

Hildegard Venherm

Tel. 0251 624219

Das macht St. Nikolaus für mich aus . . .

Aktive Senioren St. Bernhard

Johannes Braun

Tel. 0251 616194

Manfred Fiener, Tel. 0251 619468

dienstags 14.30 – 16.30 Uhr im

KvG-Stift

Bewegung und Musik. Bibelgespräch,

meditativer Morgenimpuls und philosophisch-theologischer

Gesprächskreis

runden diesen Bereich ab.

Nicht fehlen dürfen geselliges Kaffee-

. . . es ist immer wieder interessant hier.

In unserer Gemeinde steckt so viel Abwechslung drin – das

ist enorm anregend!

Seniorengemeinschaft St. Bernhard

Hiltrud Gramatke

Tel. 0251 6279032

14-tägig dienstags: Seniorengottesdienst,

anschl. Treffen

Seniorenkreis St. Agatha

Büro St. Agatha

Tel. 02506 7318

Aktivkreis ab 60 St. Agatha

Jochen Brück

Tel. 02506 7365

Aktiv im Alter St. Nikolaus

Alfons Gerwing

Tel. 02506 7448

trinken, Mittagstisch und ein Sonntagsfrühstück.

Auch Generationsübergreifendes

wie Hausaufgabenhilfe durch

Senioren oder das Patengroßeltern-Projekt

sind wichtige Elemente der Seniorenarbeit.

Alle Angebote werden hauptsächlich

von ehrenamtlich tätigen Damen und

Herren durchgeführt, die getreu dem

Motto des HdB „aktiv bis ins Alter“

bleiben wollen.

Senioren 41


Kardinal-von-Galen-Stift

von Maria-Theresia Könemann

Im Südosten Münsters, im Stadtteil Angelmodde

liegt das Kardinal-von-Galen-Stift.

Direkt nebenan befindet sich

das Familienzentrum St. Bernhard und

das Einkaufszentrum ist nur ein Katzensprung

entfernt. So ist es für unsere

Bewohner leicht eine Kleinigkeit einzukaufen,

oder Freunde und Bekannte

beim Einkaufen zu treffen.

Die Architektur des Hauses orientiert

sich an den Bedürfnissen älterer Menschen.

Bedingt durch die Reduzierung

der Doppelzimmer, die zu Einzelzimmer

verändert wurden, hat sich die

Platzzahl von 72 auf 66 Heimplätze

reduziert, so dass den Bewohnern nun

54 Einzel- und 6 Doppelzimmer zur

Verfügung stehen.

42 Senioren

Klangtherapie

Seit Januar 2010 haben wir eine Klangtherapeutin

für unsere Bewohner gewinnen

können, die das Angebot der

sozialen Betreuung erweitert.

Die Klangtherapeutin bietet ihre Leistung

der Klangtherapie durch Klangschalen

und Gong den Bewohnern als

Einzelbegleitung an.

Die Klangmassage wird überwiegend

bei Menschen angeboten, die aufgrund

ihrer fortschreitenden Demenz eine

geringe Kommunikationsmöglichkeit,

oder eine eingeschränkte eigene Körperwahrnehmung

haben.

Begleithundetherapie

Seit Februar 2011 bieten wir für unsere

Bewohner zudem eine therapeutische

Begleitung mit einem Therapiehund

an.

Nanook ist ein ausgeglichener und entspannter

Australian-Shepherd-Rüde,

der nach einer zweijährigen Ausbildung

als Therapiehund gut in der Begleitung

von unsicheren, zurückhaltenden und

weniger „standfesten“ Personen ist.

Er hat Erfahrungen in der Begleitung

von Menschen mit Handicaps und ist

vertraut mit Hilfsmitteln.

Er hat ein großes Repertoire an Wahrnehmungs-

und Bewegungsangeboten.

Die Besitzerin von Nanook ist Erzieherin

und Diplom-Sozialpädagogin

und hat umfassende Erfahrungen in der

Arbeit mit Kindern, Menschen mit geistiger

Behinderung und der Begleitung

älterer Menschen.

Kardinal-von-Galen-Stift

Clemens-August-Platz 8a

Tel. 0251 96263

altenwohnheim.kardinal-von-galenaltenwohnheim.kardinal-von-galenstift@caritas-ms.de


Eine Heimat für Senioren in Wolbeck

Das Achatius-Haus ist geprägt vom christlichen Geist

von Bernhard Sandbothe

Seit nunmehr zehn Jahren liegt das

Achatius-Haus in menschlicher und

geographischer Sicht mitten in Wolbeck.

Folgende Angebote werden in

der Einrichtung vorgehalten:

48 Plätze in der Seniorenpflege, davon

drei eingestreute Kurzzeitpflegeplätze,

18 Plätze in der Jungen Pflege, davon

ein eingestreuter Kurzzeitpflegeplatz,

12 Plätze in der Tagespflege, 23 Servicewohnungen.

Die Alexianer sind seit 2003 leitend

für die Einrichtung verantwortlich. Seit

800 Jahren kümmert sich der katholi-

sche Krankenpflegeorden um kranke,

alte und pflegebedürftige Menschen.

Dieser christliche Geist prägt die Angebote

im Achatius-Haus.

Die Einrichtung profitiert von der guten

Einbindung in das Gemeinwesen des

Ortes. Das zeigt sich insbesondere in

dem großen ehrenamtlichen Engagement

der Wolbecker für die Einrichtung.

Die beiden Wolbecker Kirchengemeinden

bieten regelmäßige Gottesdienste

in der Einrichtung an und zeigen so

unseren Bewohnern und Mietern, dass

sie weiterhin ein lebendiger Teil der

Gemeinden sind. Der Förderkreis unterstützt

seit vielen Jahren ideell und

finanziell wertvolle Projekte in der Einrichtung.

Ganz selbstverständlich engagieren

sich viele Wolbecker Vereine

und Gruppierungen in der Einrichtung

und lassen so die Bewohner und Mieter

weiter am öffentlichen Leben teilhaben.

Seit zwei Jahren bieten Ehrenamtliche

auf Initiative des Ökumenischen

Arbeitskreises für Senioren zweimal

die Woche einen Mittagstisch für Wolbecker

an, der sehr gut angenommen

wird.

Achatius-Haus

Münsterstraße 24 b

Tel. 02506 30460

www.achatius-haus.de

Senioren 43


Pfadfinder St. Ida

von Jana Schneider

Woran man einen Pfadfinder erkennt?

In erster Linie an seinem Halstuch! Eines

davon bin ich, ich leuchte strahlend

orange. Ich muss sagen, mir gefällt

es in Gremmendorf gut. Einmal

wöchentlich werde ich ausgeführt,

zum Pfarrheim St. Ida. Dort treffe ich

die Anderen. Wir Orangenen gehören

zu den Wölflingen, die sind mit sieben

bis zehn Jahren manchmal noch recht

unvernünftig, aber dafür kriegen wir in

den Gruppenstunden auch die meiste

Bewegung! Mmmmh, frische Luft mag

ich gerne. Ein kleiner Tipp: Während

der Gruppenstunden sollte man schon

darauf achten, was die Leiter sagen.

„Gut Pfad“ an der Angel

Seit 60 Jahren gibt es Pfadfinder in St. Nikolaus

von Heinz Schwienheer

Die Deutsche Pfadfinderschaft Sankt

Georg (DPSG) ist der katholische

Pfadfinderverband in der Bundesrepublik

Deutschland. Als ein Zusammenschluss

von Kindern, Jugendlichen und

Erwachsenen ist sie offen für alle Menschen,

die sich mit ihren Zielen identifizieren

können. In vier Altersstufen

bilden die Mitglieder Gruppen, die in

der Regel aus mehreren Kleingruppen

bestehen.

Der Stamm Don Bosco Wolbeck wurde

44 Verbände

Diese kann man an den grauen Halstüchern

erkennen und älter sind sie auch,

so um die 20 Jahre. Die anderen aus

dem Stamm, die Jungpfadfinder, Pfadfinder

und Rover, die die blauen, grünen

und roten Halstücher tragen, sieht

man etwas seltener.

Über das ganze Jahr hinweg finden

Stammesaktionen statt, wo wir uns treffen

– beim Honduras-Spendenbrunch,

zur Hochstufung, Stammesversammlung,

Weihnachtsfeier… Manchmal

wird dafür auch die Jurte, das traditionelle

schwarze Pfadfinderzelt, aufgebaut

und der Stamm sitzt zusammen

am Lagerfeuer und singt. Oh, das er-

1950 gegründet und hat

zurzeit rund 100 Mitglieder

(Mädchen und Jungen)

in allen Altersstufen.

Die Gruppen treffen sich

im kath. Pfarrheim St. Nikolaus.

Weitere Informationen

rund um den Stamm Don

Bosco finden Sie im Internet

unter:

www.dpsg-wolbeck.de

innert mich an das Sommerlager! Zwei

Wochen Wald, See und Lagerfeuer

mit den Anderen. Schön! Auch, wenn

ich mich danach immer schon auf die

Waschmaschine zuhause freue...

Mitunter trifft sich sogar der ganze Bezirk

Münster, zum Beispiel zum Pfadfindertag

in der Stadt, zur Friedenslichtaktion

im Dom im Dezember oder zum

Bezirkslager. Dort waren 2010 über

400 Münsteraner Pfadfinder. So viele

Halstücher zu sehen, macht mich immer

glücklich – aber auch über neue

Gesichter im Stamm in Gremmendorf

freue ich mich sehr.

Gut Pfad!

DPSG St. Ida

Jana Schneider

Tel. 02 51 661982

jana@schneider-ms.de

DPSG Don Bosco Wolbeck

Heinz Schwienheer

Tel. 02506 1448


kfd-Stadtfrauen Münster

Ende des 19. Jahrhunderts gründeten

sich Frauen- und Müttervereine, aus

denen in den 60er Jahren die kfd hervorging

und schnell der größte Frauenverband

Deutschlands wurde, was sie

auch bis heute geblieben ist. In Münster

schlossen sich 2007 die pfarrlichen

kfd’s zu den Stadtfrauen zusammen.

Die Struktur änderte sich vom Dachverband

zum Mitgliederverein.

Die Katholische Frauengemeinschaft

Deutschlands – kfd – ist eine Gemeinschaft

von Frauen, die einander helfen,

ermutigen und begleiten, ihre eigene

Persönlichkeit zu entfalten und in Part-

nerschaft zu allen Menschen zu leben.

Die kfd vor Ort organisiert Aktivitäten,

die die Gemeinschaft fördern (Radtouren,

Tagesfahrten, Karnevalsveranstaltungen,

Besinnungstage, Infoveranstaltungen

zu verschiedenen Themen),

gestaltet Feste mit (z.B. Pfarrfeste, Sommerfeste)

und bereitet Gottesdienste

vor, so auch den Weltgebetstag in Zusammenarbeit

mit der evangelischen

Gemeinde.

Das Motto „kfd – Leidenschaftlich glauben

und leben“ verdeutlicht sich auch

in den neuen Leitbildsätzen, die zeigen,

wohin wir gehen:

Das macht St. Ida für mich aus . . .

St. Ida ist für mich ein zweites Zuhause geworden.

Das macht St. Bernhard für mich aus . . .

Das harmonische Miteinander

zwischen Jung und Alt. Man bemüht sich,

für einander da zu sein.

• kfd – eine starke Partnerin in Kirche

und Gesellschaft

• kfd – ein Frauenort in der Kirche,

offen für Suchende und

Fragende

• kfd – wir stärken die Frauen in ihrer

Einzigartigkeit und in ihren

jeweiligen Lebenssituationen

• kfd – wir fördern das Miteinander

der Generationen

Ansprechpartnerinnen vor Ort sind

St. Agatha

Elke Anuth

Tel. 02506 3318

St. Ida

Barbara Elvert

Tel. 0251 614426

St. Bernhard

Marita Prietzel

Tel. 0251 615448

St. Nikolaus

Elisabeth Brodrecht

Tel. 02506 7904

Verbände 45


Meisterboxerinnen auf der Lebensbühne

Bei der kfd-Theatergruppe St. Bernhard spielt Gemeinschaft die Hauptrolle

von Klaus Nelißen

Die Bretter, die die Welt bedeuten, sind

hier nicht weit von geweihtem Boden:

Die Bühne der kfd-Theatergruppe St.

Bernhard befindet sich im Alten Pfarrheim,

Mauer an Mauer zum Kirchenraum.

Hier proben zehn Frauen von Juni

bei November jeden Dienstagabend an

ihrem Theaterstück, das sie jährlich auf

die Bühne bringen. Mit riesigem Erfolg:

über 500 Leute sehen Jahr für Jahr die

Aufführungen im Alten Pfarrheim. Während

der Proben ist der Bühnenraum

normalerweise eingedeckt mit Spielgeräten

der Krabbelgruppen, die tagsüber

hier für die Kleinsten der Gemeinde da

sind. Mit einer Krabbelgruppe habe es

auch angefangen, berichtet Eva Hammer,

die zu den Gründungsmitgliedern

gehört. Vor über 20 Jahren traten die

damals jungen Mütter der Krabbelgruppe

allesamt in die Frauengemeinschaft

St. Bernhard ein. Schnell kam

die Anfrage, beim kfd-Karneval etwas

mitzuwirken. „Bald schon haben wir

den ganzen Karneval geschmissen“, erzählt

Frau Hammer. Dann sei die Idee

gekommen, auch mal ein ganzes Stück

auf die Bühne zu bringen, erzählt Ulrike

Gauczinski. Seit 1999 bringen

die Frauen nun jedes Jahr am zweiten

und dritten Novemberwochenende ein

Theaterstück auf die Bühne. Zumeist

spielen sie Heiteres, Komödien, Volksstücke.

Gleich nach jeder Aufführung geht die

neue Stücke-Suche los. Dies wird dann

im Mai vorgestellt – wobei die Rollen-

46 Verbände

wahl kein Wunschkonzert ist, sondern

von den Stückesucherinnen bestimmt

wird. „Auch wenn man anfangs manchmal

denkt, ‚das geht ja gar nicht’ passen

die Rollen am Ende immer wie angegossen“,

sagt Anne Holtkötter. Natürlich

müssen die Damen auch immer wieder

Männerrollen übernehmen – kein

Problem. „Nur ich darf keinen Mann

spielen“, sagt Gabi Söllner und lacht:

„Irgendwie komme ich

immer zu weiblich rüber.“

Petra Wulfers mag den alljährlichen

Rollenwechsel:

„Es macht so einen Spaß,

hier auf der Bühne mal jemand

anders zu sein.“

Ab Juni wird geprobt –

erst in geselliger Runde,

ab Herbst wird es dann

stressiger. „Da werfen wir

auch manchmal kurz vor

knapp noch etwas um“,

weiß Edeltraud Hermes

zu berichten. Bühnenbild,

Kostüme – alles machen

die Frauen selber. Und auch bei der

Regie packen alle mit an. „Wir haben

keine Regisseurin – das glaubt uns keiner,

aber das funktioniert wunderbar!“,

sagt Elisabeth Bentlage-Schelp. Und

auch wenn kurz vor der Premiere oft

die Nerven blank liegen – „bei der Premiere

ist all der Aufwand vergessen“,

sagt Ulrike Gauczinski. „Für mich sind

die Proben wie ein Urlaub aus dem Alltag“,

pflichtet Kristine Lilje-Pike bei.

In all den Jahren haben die Damen so

manchen Erfolg erspielt. „Beim ‚Meisterboxer’

hat Eva den Millowitsch klar

in den Schatten gespielt“, sagt Anne

Holtkötter. Aber dieses Stück von 2004

ist nicht nur wegen des Erfolgs im Gedächtnis.

Tragisch waren die Begleitumstände:

Ein Monat vor der Premiere

starb die damalige Souffleuse Elke bei

einem Autounfall. „Wir waren erschüt-

tert und fragten uns, ob wir überhaupt

spielen sollten“, sagt Edeltrud Hermes.

„Aber Elke hätte uns was erzählt, wenn

wir nicht gespielt hätten“, sagt Eva

Hammer. „Wir haben für Elke gespielt.“

Die Frauen der kfd-Theatergruppe St.

Bernhard: bei all der Heiterkeit, die sie

durch ihr Spiel bringen – sie wissen,

dass die besondere Gemeinschaft ihrer

Gruppe, auch in Krisenzeiten, seit Jahren

die wahre Hauptrolle spielt.


Treu Kolping in Wolbeck

Seit 60 Jahren wirkt die Kolpingsfamilie

von Hildegard Schmiech

55 Mitglieder gibt es in der Wolbecker

Kolpingsfamilie. Regelmäßig kommen

sie zusammen. Einige sind schon seit

50, manche schon seit 60 Jahren Mitglied

dieses traditionsreichen Sozialverbandes

der Kirche.

Die Kolpingsfamilie Wolbeck ist mit

acht weiteren Kolpingsfamilien im

Stadtverband Münster eingebunden.

Der Höhepunkt in jedem Jahr ist der

Kolpinggedenktag im Dezember. In der

Messe wird in besonderer Weise an den

Gesellenvater Adolph Kolping gedacht.

Beim anschließenden Beisammensein

werden neue Mitglieder aufgenommen

und lang gediente Mitglieder geehrt.

Ein Mitglied beschreibt seine Begeisterung

für Kolping wie folgt: „Als Mitglied

dieses segensreich weltweit handelnden

Kolpingwerks bin ich dankbar

KAB St. Ida

von Bernhard Emmerich

Die Katholische Arbeitnehmer Bewegung

gehört zur Weltbewegung Christlicher

Arbeitnehmer (WBCA). Die Mitglieder

informieren sich und mischen

sich ein, damit Familie und Beruf, Arbeit

und Einkommen, Leben und Politik

zusammenpassen und dem Menschen

für die Ideen und Leitsätze dieses großen

Sozialreformers, dem seligen Pater

Adolph Kolping:

‚Werdet tüchtige Fachleute. Werdet

mündige Christen. Werdet gewissenhafte

Ehepartner. Werdet verantwortungsbewusste

Staatsbürger.’ Wer versucht,

sich diesen Idealen anzunähern,

kann mit guter Lebenseinstellung ein

erfülltes Dasein führen.“

Immer wieder finden Veranstaltungen

in geselliger Runde statt. In der Regel

organisiert sie in jedem Jahr eine Tages-

dienen. Wir wollen eine aktive Lebens-

und Glaubensgemeinschaft sein.

Höhepunkte unseres für alle offenen

Programms sind: Betriebsbesuche, aktuelle

sozialpolitische Diskussionen,

Studien- und Pättkesfahrten, Kartenspielabende

(Erlös für das Berufsbil-

fahrt und nimmt an einer, vom Kolping-

Reisedienst angebotenen, mehrtägigen

Reise teil. Die Kolpingsfamilie Wolbeck

wirkt darüber hinaus auch wohltätig.

Seit über 15 Jahren sammelt sie

an vielen Stellen im Ort Briefmarken.

Mit dem Weiterverkauf ermöglichen

sie jungen Menschen der „Einen Welt“

Zugänge zur Bildung. Einmal im Jahr

führt die Kolpingsfamilie eine Altkleidersammlung

durch – mit großem Erfolg.

Ebenso sammeln die Mitglieder

jährlich im November und Dezember

Spielzeug für bedürftige Kinder. Diese

werden dann bei einer Nikolausfeier

verschenkt.

Kolping St. Nikolaus

Hildegard Schmiech

Tel. 02506 3200

Das macht St. Agatha für mich aus . . .

Gemeinschaft erleben

dungswerk der KAB) oder die jährliche

Weltnotwerk-Kaffeestube.

Die Bildungshäuser der KAB in Haltern

und Günne am Möhnesee bieten Seminare

und Erholungswochen für Jung

und Alt an. Für ihre Mitglieder gibt es

einen Arbeits- und Sozialrechtsschutz.

Die KAB St. Ida wurde

1948 gegründet und umfasst

momentan 140 Mitglieder.

KAB St. Ida

Bernhard Emmerich

Tel. 0251 615125

Verbände 47


„Ist doch ein Schützenverein, oder?

von Roland Vorholt

In den Wolbecker Kirchenfenstern ist

er verewigt: Der Heilige Achatius –

Schutzpatron einer der beiden Bruderschaften,

die seit über 500 Jahren die

Wolbecker Ortsgemeinschaft prägen.

Sichtbar werden die Traditionen der

Bruderschaften im Ort beim Schützenfest,

wenn die Straßen bunt beflaggt

sind und an der Vogelrute im Tiergarten

der Schützenkönig gekürt wird. Zwar

feiern die Bruderschaften Schützenfest,

aber sie sind eben doch keine Schützenvereine.

Die bis heute gepflegten

Traditionen gehen auf die Zeit der Pest

zurück.

48 Verbände

Damals hat noch keiner an ein Schützenfest

gedacht. Anlass für die Männer

der ersten Stunde war die traurige

Tatsache, dass den Opfern der Pest aus

Angst vor einer Ansteckung nicht geholfen

wurde. Die Wolbecker gaben

aus ihrer christlichen Überzeugung

heraus in St. Nikolaus einander das

Versprechen, sich gegenseitig zu helfen,

die Kranken zu versorgen und die

Toten in geweihter Erde zu bestatten.

Zum Gedenken an dieses Versprechen

und um diese Überzeugung über Generationen

zu bewahren, gründeten sie

zwei katholische Bruderschaften. Einziger

Unterschied der beiden Wolbecker

Bruderschaften ist die Zielgruppe: Die

Achatius-Bruderschaft nimmt nur Verheiratete

auf, die Nikolaibruderschaft

steht für Ledige offen.

Die Zusicherung der gegenseitigen

Hilfe dominiert auch heute noch das

Leben der Bruderschaften, die sich

längst im ökumenischen Sinne für alle

Christen geöffnet haben. Dabei wird

auch der Einsatz für das Gemeinwohl

großgeschrieben. Ob Organisieren eines

Hilfstransports oder Reinigen eines

großen Parkplatzes: Tradition verpflichtet

auch heute noch.

Und wie war das mit dem Schützenfest?

Die Bruderschaften unterstützten

1535 den Bischof von Münster erfolgreich

im Kampf gegen die Täufer. Zur

Erinnerung an diesen freudigen Sieg

beschlossen die Bruderschaften jährlich

ein Schützenfest durchzuführen. Und

eines kommt dabei sicherlich nicht zu

kurz: Die Förderung der Gemeinschaft

und des Zusammenhalts um der alt

hergebrachten Verpflichtung bewusst

und mit Freude zu entsprechen.

Die Wolbecker Bruderschaften sind

mehr als Schützenvereine. Sie demonstrieren

über die Jahrhunderte hinweg,

wie wertvoll christliche Einstellungen

und Haltungen für ein funktionierendes

Gemeinwesen sind.

Achatius-Bruderschaft

Wilhelm Runtenberg

Tel. 02506 7228

Nikolaibruderschaft

Bruderschaftshandy

Tel. 01578 6160618

Das macht St. Agatha für mich aus . . .

klein, übersichtlich,

man kennt viele Leute,

es wird viel für Familien gemacht.


Kirchenmusik in Südost

von Thorsten Schwarte

Unsere Gemeinden weisen ein reiches Spektrum an kirchenmusikalischen Möglichkeiten

auf. Zahlreiche Chöre laden zum Mitsingen und zur Gestaltung der

Liturgie ein. In den Gemeinden sind unterschiedlichste Instrumente vorhanden,

von der historischen Kleinorgel bis zur „konzertanten“ Orgel. Vielfältige Konzerte

und kirchenmusikalische Andachten bereichern das Gemeindeleben. Nachfolgend

werden die musikalischen Einrichtungen der einzelnen Gemeinden beschrieben.

Eine Übersicht gibt die verschiedenen Probenzeiten unserer Chöre wieder.

Info: Chöre in Südost

Choralschola St. Nikolaus

Proben: samstags 14tg. 9.00 – 10.00 Uhr

Thorsten Schwarte

Tel. 02506 303653

Kirchenchor St. Bernhard

Proben: montags 20.00 – 22.00 Uhr

Markus Reidegeld

Tel. 02509 9161

St. Agatha

Die Gemeinde St. Agatha besitzt eine

historische Kleinorgel von 1842. Der

münsteraner Orgelbauer Johan Kers-

Info: Kinder- und Jugendchöre

Kinderchor St. Bernhard

Proben: dienstags 16.45 – 17.30 Uhr

Arne Tigges

Tel. 0251 619888

Kinderchor St. Ida

Proben: mittwochs 17.30 – 18.30 Uhr

Janine Bensmann

Tel. 0251 615697

Kirchenchor St. Ida

Proben: montags 17.45 – 19.15 Uhr

Thorsten Schwarte

Tel. 02506 303653

Kirchenchor St. Nikolaus

Proben: montags 20.00 – 22.00 Uhr

Thorsten Schwarte

Tel. 02506 303653

ting erbaute dieses Instrument. Es weist

8 Register verteilt auf ein Manual und

Pedal auf. Die Spiel- und Registertraktur

ist mechanisch.

Jugendchor JuBaCho

Proben: samstags 12.00 – 13.30 Uhr

Thorsten Schwarte

Tel. 02506 303653

Jugendchor Lagicka

Proben: mittwochs 19.30 – 21.00 Uhr

Thorsten Schwarte

Tel. 02506 303653

St. Bernhard

Friedrich Fleiter aus Münster erbaute

1980 die Orgel der St.-Bernhard-Kirche.

18 Register weist das Instrument

auf, verteilt auf zwei Manuale und Pedal.

Die Spieltraktur ist mechanisch,

die Registertraktur ist elektrisch. Die

Orgel besitzt zudem 6 Setzerkombinationen.

2008 wurde das Instrument

durch Eberhard Hilse (vorm. Orgelbau

Fleiter) gereinigt und überholt.

St. Ida

Die St.-Ida-Gemeinde besitzt eine Orgel

der Gebrüder Stockmann aus Werl.

Auch dieses Instrument wurde 1980 erbaut.

Die 18 Register verteilen sich auf

zwei Manuale und Pedal. Die Spiel-

und Registertraktur ist mechanisch. Die

Orgel wurde erst vor kurzem (2010)

durch die Firma Stockmann ausgereinigt

und gründlich überholt.

St. Nikolaus

Die St.-Nikolaus-Gemeinde besitzt

eine Orgel von Paul Ott aus Göttingen.

Diese wurde 1976 erbaut unter Verwendung

einiger historischer Register

der Vorgängerorgel von Friedrich Fleiter

(1894). 29 Register verteilen sich

auf zwei Manuale und Pedal. Die Spieltraktur

ist mechanisch, die Registertraktur

ist elektrisch und wird über einen

Setzer (4000f) gesteuert. Der Westfälische

Orgelbauer S. Sauer (Höxter) hat

das Instrument 2006 renoviert. Neben

einer kompletten Ausreinigung und der

Neuintonation der Orgel wurden auch

zwei Register getauscht. 2010 konnten

noch einmal zwei Register durch Orgelbau

Klimke (Holzwickede) ersetzt

werden.

Kultur in Südost 49


Gut aufgestellt

die Katholischen öffentlichen Büchereien in Münster-Südost

von Inge Lewejohann

Katholische öffentliche Bücherei (KöB)

– mit diesem Namen ist ein Programm

verbunden, das die „lebendige Büche- Büche- Büche- Büche- BücheBüchereiarbeit“ in den Gemeinden zu ihrem

ausdrücklichen Ziel erklärt hat. Als öföf- fentliche Bibliotheken in kirchlicher

Trägerschaft sind die KöBs ein Glied

in der Kette des gesamten öffentlichen

Bibliothekswesens und für jedermann

zugänglich, aber verbunden mit einem

ganz individuellen eigenen Programm.

Die vier KöBs St. Agatha, St. Bernhard,

St. Ida und St. Nikolaus werden ausschließlich

ehrenamtlich geführt und

haben im Laufe der vielen Jahre, die

sie schon bestehen, einen hohen Stellenwert

in ihren Kirchengemeinden erreicht.

Dort sind sie zu offenen Orten der Information,

Begegnung, Kommunikation,

Diskussion, Unterhaltung und so-

50 Kultur in Südost

mit allumfassend zu Orten der Bildung

und Kultur geworden.

Das alles ist nur möglich, weil sich die

vielen MitarbeiterInnen mit ihren unterschiedlichen

Begabungen, Visionen

und ihrem unglaublichen Engagement

einer Fülle von Anforderungen, die für

die ehrenamtliche Büchereiarbeit notwendig

ist, stellen. Die Anzahl der MitarbeiterInnen

variiert in den einzelnen

Büchereien. Sie liegt zwischen 19 und

27 Personen im Alter von 12 bis über

70 Jahren, wobei gerade die Kinder mit

einer Begeisterung bei der Sache sind,

die ansteckend ist und bei den Büchereinutzern

besonders positiv auffällt.

Die Aufgaben der katholischen öffentlichen

Büchereien sind vielfältig. Wie

bei allen anderen öffentlichen Bibliotheken

hat die Bildung eine große

Bedeutung. Aktuelle Medienbestände

in den Sparten Kinder- und

Jugendbuch, Belletristik,

Sachbuch und Zeitschriften

sowie im Nichtbuchbereich,

wie Spiele, Hörbücher

und Spielfilme auf

DVD, sind zunächst der

Grund dafür, dass so viele

Menschen diese Büchereien

nutzen.

Obwohl Vermittlung von

Bildung in Bibliotheken

sich heute nicht mehr nur

auf das Lesen beschränkt,

nimmt das Buch in den

KöBs den weitaus größten

Foto: www.pixelio.de

Raum ein. Hier gilt es im Besonderen,

schon die Jüngsten für das Buch zu interessieren

und sie für das Lesen zu begeistern.

Junge Vielleser bleiben meist

Leseratten, die wissen, wie viel Neues

es mit jedem Buch zu entdecken gibt

und wie viele neue Erkenntnisse ein

Buch bietet.

So ergibt sich neben der Bildungsvermittlung

ganz automatisch auch eine

weitere kulturelle Aufgabe der Pfarrbüchereien.

Es sind in großer Anzahl

junge Familien mit ihren Kindern, die

das attraktive Angebot nutzen, sodass

die Bücherei zu einem Ort der Begegnung,

Kommunikation und Unterhaltung

wird.

Die besondere Atmosphäre, einmal

aufgrund der überschaubaren Größe

der Büchereien, dann der Lage in einer

Gemeinde, in der man sich kennt oder

schnell kennenlernt, trägt dazu bei,

dass sich die Leser in den KöBs ausgesprochen

wohlfühlen. Man trifft sich

dort ganz ungezwungen, aber nicht

nur zur Ausleihe; genauso wichtig sind

den Besuchern die Gespräche und der

Austausch von Erfahrungen in oft gleichen

Lebenslagen. Mit diesem Angebot

erreichen die Pfarrbüchereien neben

den Mitgliedern der Gemeinde auch

Menschen, die sonst keine Anbindung

an die Kirche mehr haben.

Darüber hinaus haben die Pfarrbüchereien

viele Möglichkeiten, ihren

Gemeinden mit Veranstaltungen wie

Buchausstellungen, Vorleseaktionen,

Spielenachmittagen, Lesenächten sowie

der Zusammenarbeit mit Kindergarten

und Schule einen Dienst von

großem pastoralen Wert zu leisten.

Damit unterstützen sie aber auch in

hohem Maße ihre eigene Wirkung als

Treffpunkt „Bücherei“.


So haben sich z. B. aus der Büchereiarbeit

heraus in den vier Gemeinden

Lesekreise gegründet, die Interessierte

zum regelmäßigen Austausch über Literatur

zusammenbringen. Eine Aktion

zur frühen Leseförderung, die der Borromäusverein

für die Katholischen öffentlichen

Büchereien entwickelt hat,

macht Kindergartenkinder mit Büchern

und der Bücherei vertraut; auch hier

beteiligen sich unsere Pfarrbüchereien.

Diese Vielfalt an Aufgaben einer Pfarrbücherei

zeigt, dass Büchereiarbeit äußerst

komplex ist und dass für junge,

wie ältere Mitarbeiter mit ihren jeweiligen

Talenten die unterschiedlichsten

Einsätze möglich sind. Die Gründe, in

einer Pfarrbücherei mitzuarbeiten, reichen

von der eigenen Begeisterung für

Literatur, über die sinnvolle Gestaltung

einer aktuellen Lebensphase bis hin

zur Möglichkeit, überhaupt einen nützlichen

Dienst in der Gemeinde zu leisten.

Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter

im Büchereiteam „ihren“ Ort finden,

an dem sie Geborgenheit, Anerkennung

und Freude erfahren.

Abschließend bleibt anzumerken, dass

im Rahmen der Zusammenführung

der Pfarrgemeinden Zukunftspläne für

die vier Pfarrbüchereien sehr behutsam

und sorgfältig entworfen werden

sollten. Jede einzelne Pfarrbücherei

bedeutet ein niederschwelliges Angebot

für die Menschen und gehört als

Grundausstattung eigenständig und

wohnortnah in jede Gemeinde. Nur so

kann lebendige Büchereiarbeit in einer

lebendigen Gemeinde stattfinden. In

diesem Sinne sind die KöBs St. Agatha,

St. Bernhard, St. Ida und St. Nikolaus

in Münster-Südost wirklich gut aufgestellt.

Lesenswert

von Dr. Petra Heinker

Seit März 2000 findet in regelmäßigen

Abständen etwa 4-mal im Jahr unter

der Leitung von Frau Dr. Petra Heinker

der Literaturschoppen statt. Bei diesem

Treffen widmen sich die interessierten

Leser aktuellen Büchern aus unterschiedlichen

Sparten wie Belletristik,

Autobiographien oder Sachbüchern.

In gemütlicher Atmosphäre wird bei

einem Schoppen Wein über das meist

nach den Vorschlägen aus den Reihen

Info: KöBs in Münster-Südost

KöB St. Agatha, Angelmodder Weg 99, neben der Kirche

ca. 5.700 Medien einschl. Spiele, Kassetten, Hörbücher, DVDs

Öffnungszeiten: Sonntag 10.00 – 11.30 Uhr

Dienstag 15.00 – 16.00 Uhr

Donnerstag 17.00 – 18.00 Uhr

KöB St. Bernhard, Höftestraße 24, direkt hinter der Kirche

ca. 6.200 Medien einschl. Spiele, Musik-CDs, DVDs, Videos

Öffnungszeiten: Sonntag 10.30 – 12.30 Uhr

Mittwoch 17.00 – 18.00 Uhr

Samstag 16.30 – 18.00 Uhr

KöB St. Ida, Vörnste Esch 22 – im Souterrain des Pfarhauses

ca. 7.100 Medien, einschl. Spiele, Hörbücher, DVDs

Öffnungszeiten: Sonntag 10.00 – 12.30 Uhr

Mittwoch 16.00 – 18.00 Uhr

Freitag 16.30 – 18.00 Uhr

der Teilnehmer ausgesuchte Buch geplaudert.

Dabei geht es nicht in erster Linie um

Literaturkritik, wissenschaftliche Textanalysen

oder spitzfindige Interpretationen,

sondern vielmehr um das

Austauschen von persönlichen Leseeindrücken.

Die mittlerweile knapp 45 besprochenen

Bücher stießen dabei auf unterschiedliche

Leserinteressen: waren es

beim ersten Literaturschoppen gerade

einmal sechs Teilnehmerinnen, so gab

es bei den beiden Gastmoderationen

von Pfarrer Klaus Wirth im Gemeindesaal

jedesmal ein volles Haus und auch

einige angesagte Medien sprengten die

Kapazität der St.-Bernhard-Bücherei.

KöB St. Nikolaus, Herrenstraße 17, im Pfarrheim

ca. 10.100 Medien, einschl. Spiele, Kassetten, Musik-CDs, Hörbücher, DVDs

Öffnungszeiten: Montag 15.30 – 17.30 Uhr

Dienstag 09.30 – 11.30 Uhr

Mittwoch 15.30 – 17.30 Uhr

Freitag 15.30 – 17.30 Uhr

Kultur in Südost 51


Katholisches Bildungsforum

von Ludwiga Thoss

Kunstreisen sind gefragt

von Pfarrer Klaus Wirth

Kirche und Kunst? Viele meinen, dass

christliche Kunst eine Ausgrenzung

zur künstlerischen Arbeit unserer Zeit

vornimmt. Gut ist es, nach neuen Zugängen

zu suchen. Ausgezeichnete

Erfahrungen machen wir in unserer

St.-Bernhard-Gemeinde seit vielen

Jahren mit dem monatlichen Angebot

einer Kunstfahrt, die uns in der Regel

eine große Ausstellung von Bildern und

Plastiken, aber auch von Kultur und

Geschichte nahe bringt.

Durch die gemeinsame Fahrt entsteht

ein gutes Klima der Aufgeschlossenheit

für Neues. Dankbar sind wir, wenn

uns durch Kunsthistoriker bedeutende

Künstler mit ihren Werken erschlossen

52 Kultur in Südost

Das katholische Bildungsforum (früher

katholisches Bildungswerk) hat in St.

Bernhard eine fast vierzigjährige Tradition

und mittlerweile ein breites Spektrum

an Angeboten. So kommen im

Schnitt jede Woche etwa 80 Personen

zu den Veranstaltungen des Bildungsforums.

Das Angebot orientiert sich an Nachfragen

aus der Gemeinde oder den Nachbargemeinden.

Dementsprechend wird

das Programm einmal jährlich gestaltet.

werden. Oft verbinden wir unsere Museumsfahrten

mit dem Besuch wichtiger

Zeugnisse von Architektur, aber

auch von Religion und Geschichte.

So lernten wir in Duisburg die altehrwürdige

Prämonstratenser-Abtei durch

ein Mitglied des Konventes neu schätzen

und wurden auf die alten historischen

Beziehungen zum Kloster Cappenberg

aufmerksam gemacht.Anschlie-

ßend besuchten

wir in Marxloh die

große DITIB-Moschee

und wurden

als Gäste

freundlich aufge-

Zurzeit liegen Bastel- und Kreativkurse

nicht im Trend, dafür sind die eher

sportlichen Kurse wie Rückengymnastik,

Meditativer Tanz, Bauchtanz und

Seniorengymnastik umso beliebter.

Ein Dauerbrenner sind die Englischkurse.

Das lässt sich leicht erklären, denn

erstens erspart man sich die Fahrt in die

Stadt und zweitens gibt es verschiedene

Einstiegsmöglichkeiten je nach Vorkenntnissen.

Die sechs Studienfahrten

nach England, Irland, Schottland und

Wales haben die Englischkurse attraktiver

gemacht. Bei den anderen Sprachen

wie z. B. Italienisch, Französisch

oder Spanisch fehlen Teilnehmer, die

über eine längere Zeit hinaus teilnehmen.

Immer beliebter werden zudem

Präsentationen und Reiseberichte.

nommen. In Essen waren es nicht nur

die Villa Hügel und das neue Folkwang-Museum,

sondern auch die alte

Synagoge mit ihren besonderen Einblicken

in jüdisches Leben.

Für alle Kunstbegeisterten ist die Gruppe

der Mitfahrenden wichtig für den

Austausch und die Begegnung. Man

fühlt sich sicher und weiß, dass der

Bus immer ganz nahe an die Besichtigungsorte

fährt und abends alle gut am

Kirchplatz wieder ankommen. Selbstverständlich

werden diese Fahrten für

alle angeboten, die sich für Kunst interessieren.

Das macht St. Ida für mich aus . . .

St. Ida ist eine generationsübergreifende

Gemeinschaft für mich.


Gelebte Weltkirche

von Pastoralreferent Sebastian Reimann

Kirche ist ein „global player“ und das

Engagement der Eine-Welt-Gruppen

macht deutlich, dass unser Christsein

nicht an der Gemeindegrenze endet.

Wir fühlen uns verbunden mit den

Menschen dieser „Einen Welt“, insbesondere

mit den Bedürftigen und

Schwächeren.

Seit vielen Jahren engagieren sich Eine-

Welt-Gruppen in unseren Gemeinden

für benachteiligte Menschen in Brasilien,

Honduras, Indien, Namibia, Nepal,

Nigeria, Paraguay, Peru, Polen, Südafrika

und Togo. Einige Gemeindemitglie-

Info: TRANSFAIR − Fairer Handel

Regelmäßig verkauft der Eine-Welt-Kreis

St. Ida Produkte aus Fairem Handel.

Auch im Weltladen im „Treff am Turm“

in Wolbeck sind viele Produkte mit dem

Fairtrade-Siegel zu erwerben. Ziel ist es

dabei, den Fairen Handel bekannter zu

machen und so den vielen Produzenten

in den Entwicklungsländern einen gerechten

Preis zu zahlen.

So funktioniert der Faire Handel:

Rohstoffe wie Kaffee, Kakao, Zucker

oder Orangensaft werden an den Börsen

gehandelt. Dort setzt sich der Preis aus

Angebot und Nachfrage sowie Spekulationen

zusammen. Die Produzenten haben

auf dieses System keinen Einfluss.

Bei dem Fairen Handel gelten Mindestpreise.

Sie decken sowohl die Produktions-

als auch die alltäglichen Lebenshaltungskosten.

Über die Verwendung

der haben bereits die Partnerprojekte

besucht, Freundschaften sind entstanden

und viele Aktionen zur Unterstützung

der Projekte wurden durchgeführt.

In solidarischer Verbundenheit mit den

Menschen in den Partnerprojekten versuchen

wir durch Aktionen in unserer

Gemeinde, uns für eine gerechtere

Weltgemeinschaft einzusetzen.

Als Grundlage für diese kirchliche Entwicklungs-

und Missionsarbeit gibt es

eine Vielzahl biblischer Textstellen.

Der in der Eine-Welt-Arbeit wohl am

häufigsten verwendete Impuls aus Jo-

zusätzlicher Aufschläge für Gemeinschaftsprojekte

(Lagerhaus, Schule,

Brunnen, Krankenstation etc.) stimmen

die Produzenten demokratisch ab.

www.fairtrade-deutschland.de

TransFair e.V. ®

Achten Sie beim Einkauf auf dieses Siegel

hannes 10,10 „Ich bin gekommen,

damit sie das Leben haben und es in

Fülle haben“, macht deutlich, worum

es gehen soll. Ein Leben in Fülle, das ist

mehr als nur die Erfüllung der menschlichen

Grundbedürfnisse, wie sie zum

Beispiel in den Menschenrechten festgeschrieben

sind. Ein Dach über dem

Kopf, ausreichend zu essen, Zugang zu

Trinkwasser, Kleidung und das Recht

auf körperliche Unversehrtheit sind

wesentliche Bedingungen, die jeder

Mensch zum Leben braucht. Leider ist

es bis heute nicht gelungen, dass die

gesamte Weltbevölkerung Lebensbedingungen

vorfindet, die diese Grundbedürfnisse

befriedigen.

Die vielen Projekte der Eine-Welt-

Gruppen tragen dazu bei, dass Menschen

überall auf der Welt besser leben

können. Doch nicht nur die direkte

Unterstützung mit Spenden hilft den

Menschen in den Ländern des Südens.

Auch die Bildungsarbeit der Gruppen

und die Unterstützung des Fairen Handels

tragen dazu bei, dass die Welt jeden

Tag gerechter wird.

Der in der Fair-Handels-Bewegung

häufig propagierte Ausspruch „Gerechtigkeit

statt Almosen“ macht dieses

deutlich. Der Faire Handel verfolgt das

Ziel, die Menschen in den Ländern des

Südens zu befähigen, selbst ihr Leben

zu gestalten. Dies befreit aus der Abhängigkeit

von Spenden und ermutigt

zu einem selbstverantworteten Leben.

Die vielen Kleinbauern und Kleinpro-

Eine Welt 53


duzenten sind nicht mehr abhängige

Spendenempfänger sondern Handelspartner

auf Augenhöhe.

Die Kommission „Gerechtigkeit, Frieden,

Bewahrung der Schöpfung und

Mission“ des Diözesanforums formulierte

den Anspruch „Die Kirche von

Münster muss verstärkt Anwältin der

Armen der Welt werden. Sie soll die

ungerechten Auswirkungen des Weltwirtschaftssystems

anklagen und ggf.

entsprechend öffentlich Kritik üben.“

Die Unterstützung des Fairen Handels

ist politisches und karitatives Handeln

zugleich, da sie der Motivation entspringt,

den Armen und Unterdrückten

durch Überwindung „der Strukturen

der Sünde“ zu helfen. Unser Christsein

ist global und endet nicht an der Gemeindegrenze

– auch nicht beim Einkauf.

Klimaschutz

Gott hat uns seine Schöpfung anvertraut.

Dies verpflichtet uns, sie zu bewahren

und für nachfolgende Generationen

zu erhalten. Die zunehmende

Veränderung des Klimas, die Erderwärmung

und der damit verbundene Anstieg

der Meere, mahnen uns als Christen,

dieser Verantwortung gerecht zu

werden und zu handeln.

Machen Sie mit beim BürgerPakt für

Klimaschutz, denn Klimaschutz kann

Alltag werden.

Mehr Infos im Netz unter:

www.muenster-klima.de

54 Eine Welt

Das macht St. Bernhard für mich aus . . .

Die Offenheit, auch neue Gemeindemitglieder

herzlich willkommen zu heißen.

Foto: Bobot / www.photocase.de


Info: Eine-Welt-Gruppen

Brasilienkreis St. Agatha

Monika Pohl

Tel. 02506 2625

Eine-Welt-Kreis St. Ida

Jürgen Hoheisel

Tel. 0251 615095

Verein zur Förderung von Selbsthilfegruppen

in Lateinamerika e.V.

„Förderverein Lateinamerika“

Werner Buchwald

Tel. 0251 61144

Förderverein St. Raphael e.V.

Thomas Reikert

Tel. 0251 617075

Strickkreis St. Bernhard

Agnes Niehoff

Tel.0251 615692

Hope & Future e.V.

Gregor Lamers

Tel. 0251 67498161

Ökumenischer Eine-Welt-Kreis

St. Nikolaus Wolbeck e.V.

Ingrid Sieverding

Tel. 02506 2494

Wolbecker Weltladen

Im „Treff am Turm“, Herrenstraße 16

Öffnungszeiten:

Dienstags 10.00 – 11.30 Uhr

Freitags 10.00 – 11.30 Uhr

Sonntags 9.15 – 9.45 Uhr

11.45 – 12.15 Uhr

Partnerschaftskreis „Dabrowica“

Ursula Wolf

Tel. 0251 614915

Segnen, Singen, Sammeln

Festlich gekleidet und mit einem Stern

vorneweg sind jedes Jahr rund um den

6. Januar bundesweit über 500.000

Sternsinger unterwegs. Auch in unseren

Gemeinden bringen sie als „Heilige

Drei Könige“ mit dem Kreidezeichen

„C+M+B“ den Segen „Christus

mansionem benedicat

– Christus segne

dieses Haus“ zu

den Menschen und

sammeln für Not

leidende Kinder in

aller Welt.

Seit ihrem Start 1959

hat sich die Aktion

zur weltweit größtenSolidaritätsaktion

von Kindern für

Kinder entwickelt.

Über 690 Millionen

Euro wurden seither

gesammelt, über

56.300 Projekte und

Hilfsprogramme für

Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien,

Ozeanien und Osteuropa unterstützt.

In unseren Gemeinden engagieren

sich zahlreiche Kinder als Sternsinger:

Messdiener, Erstkommunionkinder und

Kinder aus den Kinderchören machen

mit. Neben den Kindern, die als Kaspar,

Melchior und Balthasar Anfang

Januar von Haus zu Haus ziehen, sind

auch Jugendliche und Erwachsene bei

der Begleitung der Kinder und in der

Vorbereitung aktiv. Durch die Beschäf-

tigung mit dem Beispielland und den

Aktionsmaterialien bereiten sie sich

und die Kinder auf die Aktion vor. Die

Kinder lernen so die Lebenssituation

von Gleichaltrigen in den Entwicklungsländern

kennen und erfahren auf

diese Weise, dass der Einsatz für eine

gerechte Welt Spaß machen kann.

2011 war Kambodscha das Beispielland.

Die Erlöse aus der Aktion sind

jedoch nicht nur für Projekte im jeweiligen

Beispielland bestimmt, sondern

fließen in Hilfsprogramme für Kinder

rund um den Globus.

Eine Welt 55


www.st-nikolaus-muenster.de

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