Klaaf 02/10

mwkkoeln

Klaaf 02/10

GERD

KOSTER

KölsCh aus lusT und

leidensChafT und Ohne

MissiOnsgedanKen

Gerd Köster ist ein Mann mit vielen Talenten. Er ist Sänger, Musiker,

Schauspieler, Texter, Moderator, Vorleser und manchmal alles gleichzeitig.

Imposant ist nicht die Vielseitigkeit seines Auftritts, schon

jeder Schauspielschüler wird sich in den meisten der Metiers üben,

beeindruckend ist vor allem, mit welcher Professionalität er jedes einzelne

seiner Fächer beherrscht, beeindruckend ist die Leidenschaft, mit

denen er sie ausfüllt und mit der er jene Funken sprühen lässt, die von

seiner Bühne aus das Publikum entflammen – regelmäßig, seit mehr

als drei Jahrzehnten. Gerd Köster ist ein Mann mit vielen Talenten,

und es ist zu vermuten, dass uns einige immer noch verborgen sind.

Bei all dem ist sein Spiel nicht rund, sondern eckig und offen. Köster

ist kantig, in Stimme und Art, er kann anecken und sich verhaken.

Sein Ausdruck ist nicht glatt, eher rau, so dass man sich an ihm reiben

kann. Und doch gelingen ihm die sanften Töne und der leise Akt.

1957 geboren und in Nippes aufgewachsen, interessiert sich Gerd (eigentlich

Gerhard Wilhelm Köster) für die gleichen Dinge wie alle anderen

Jungs: vor allem für Fußball. Er spielt bei Grün-Weiß Nippes in der

A-Jugend und bringt es bis zur Mittelrhein-Meisterschaft, doch Obacht: Er

ist Torwart. Das fällt auf. Tormänner sind die Einzelgänger im Team, Keeper

sind immer Individualisten. Der Volksmund und Franz Beckenbauer formulieren

es schlichter: »Torhüter und Linksaußen haben immer einen an der

Klatsche.« Gerd bricht schließlich mit seinem Engagement für den Ballsport

– wohl auch, weil der Trainer mit ihm über seine Haarlänge diskutieren

will. Sich völlig anzupassen, ist ihm schlicht suspekt.

Sein ganzer Enthusiasmus stürzt sich nun auf die Musik. Köster datiert

den wichtigsten Moment seines Lebens auf einen Tag in seinem achten

Lebensjahr und beschreibt ihn so: »Spielplatz, Kofferradio (grünes Lederimitat)

und ›Satisfaction‹ von den Stones, das war für mich der Kick. Ich

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