25.02.2014 Aufrufe

AUDIO 35 Jahre AUDIO (Vorschau)

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GRATIS<br />

MUSIK-CD<br />

01/ 2013<br />

HIFI · SURROUND · HIGH END · MUSIK<br />

www.audio.de Deutschland 6,- €<br />

Leserwahl<br />

2013<br />

90 Traumpreise, 180 000<br />

Euro Gesamtwert – wählen<br />

Sie Ihre Geräte des <strong>Jahre</strong>s!<br />

JAHRE<br />

Auf dieser Ausgabe klebt eine Musik-CD. Falls diese fehlt, wenden Sie<br />

sich an Ihren Zeitschriften-Händler oder an die Redaktion: 0711-207030-4500<br />

Österreich € 6,70 - Schweiz sfr 12,00<br />

Spanien € 7,95 - BeNeLux € 7,00<br />

Griechenland € 9,00 - Italien € 7,95<br />

Finnland € 8,85 - Slowenien € 7,95


Hören Sie mehr<br />

von allem, was Ihr Fernseher bietet.<br />

Ein Lautsprecher<br />

das heißt: ein einfaches System<br />

ohne Kabelgewirr.<br />

Ein Anschluss<br />

an Ihrem TV-Gerät und eine Verbindung<br />

zur Steckdose. Das ist alles.<br />

NEU von Bose<br />

das Solo TV Sound System<br />

Ein einziger Lautsprecher liefert Klangdetails,<br />

die von den meisten Flachbildfernsehern so<br />

nicht wiedergegeben werden können.<br />

Eine Lösung<br />

passt nahtlos unter Ihr TV-Gerät.*<br />

Es kann sein, dass Ihnen das volle Klangvolumen Ihrer Lieblingssendungen<br />

verborgen bleibt, weil die meisten Flachbildfernseher die Klangwelt nicht in voller<br />

Tiefe und im Detail wiedergeben können. Um Ihr TV-Erlebnis aufzuwerten haben<br />

wir das Bose ®<br />

Solo TV Sound System entwickelt, das die Klangqualität aller<br />

Sendungen deutlich verbessert. Erleben Sie das Solo TV Sound System selbst<br />

und entdecken Sie, wie Bose Spitzenklang Details hörbar macht, die Ihr<br />

Flachbildfernseher nicht wiedergeben kann.<br />

Erleben Sie den Unterschied, den Bose Technologie ausmacht.<br />

Ein ideales Geschenk für Sie selbst oder für jemanden, der Ihnen wichtig ist.<br />

Besuchen Sie uns auf www.bose.de/solo oder nehmen Sie Kontakt zum autorisierten Bose Partner in Ihrer Nähe auf.<br />

*Das Bose ® Solo TV Sound System wurde für TV-Geräte mit einer Standfußgröße von nicht mehr als 51 cm Breite<br />

und 26 cm Tiefe entwickelt. Die meisten TV-Geräte bis zu einer Bildschirmdiagonale von 32 Zoll (82 cm) und viele<br />

Geräte von 40 bis 42 Zoll (101 - 106 cm) entsprechen diesen Abmessungen. Kennziffer 12AYAUD049


01/ 2013<br />

www.audio.de Deutschland 6,- €<br />

<strong>35</strong><br />

HIFI · SURROUND · HIGH END · MUSIK<br />

DIE LETZTE<br />

ISOPHON<br />

Isophon heißt jetzt Gauder<br />

Akustik. Was sich sonst noch<br />

verändert hat, klärt der<br />

Exklusiv-Test der Arcona 60<br />

M2Tech Joplin:<br />

Phono-Stufe mit<br />

A/D-Wandler<br />

Astell&Kern AK 100:<br />

Der Mobile für<br />

Audiophile<br />

Vollverstärker<br />

ab 1000 Euro<br />

Modernste Technik im<br />

klassischen Gewand<br />

B&W A5 und A7:<br />

Die Erben des<br />

Zeppelin<br />

JAHRE<br />

SUPERBOXEN<br />

Ab wann bleiben<br />

keine Klang-Wünsche<br />

mehr offen? Fünf<br />

Technik-Wunder von<br />

3400 bis 24 000 Euro<br />

TRAUM-AMPS<br />

von Line Magnetic<br />

und Symphonic Line:<br />

Preis fast fünfstellig,<br />

Klang unbezahlbar<br />

REPORT<br />

Wer sind die und<br />

was machen die da?<br />

Hinter den Kulissen<br />

der <strong>AUDIO</strong>-Redaktion<br />

MUSIK<br />

Noch besser,<br />

noch klarer,<br />

noch ausführlicher:<br />

Über 50 CDs und LPs<br />

für HiFi-Fans<br />

Exklusiv:<br />

Edel-Streamer<br />

von Atoll<br />

und Pro-Ject<br />

<strong>AUDIO</strong>-CD<br />

Zum Nachhören:<br />

13 Tracks aus den<br />

aktuellen CD-Tipps


Inhalt › <strong>AUDIO</strong> 01/2013<br />

158 Röhren-Traum:<br />

VERSTÄRKER VON<br />

LINE MAGNETIC<br />

Klangschmiede der Beatles:<br />

ZU BESUCH IN DEN<br />

ABBEY ROAD STUDIOS 74<br />

Fantastic Five<br />

Audiophile und noch bezahlbare Standboxen<br />

zeigen ihre Superkräfte. Mit dabei: Lautsprecher<br />

von Gauder Akustik, Heco, Cabasse, Dali und T+A.<br />

14<br />

MAGAZIN<br />

8<br />

12<br />

News Extravagante In-Ear-Kopfhörer von<br />

Quarkie. Die Schotten von Tannoy<br />

präsentieren mit der Definition DC 10 A eine<br />

mannshohe Standbox der Extraklasse.<br />

Ultrasone bietet den Edition 8 nun auch<br />

im Partner-Look an und Pioneer und<br />

T+A passende Apps für ihre Streamer.<br />

Electrocompaniet will mit einem neuen<br />

Vollverstärker glänzen und McIntosh mit<br />

einer smarten Komplettanlage.<br />

Szene HiFi-Events und Termine<br />

RUBRIKEN<br />

91 Markt<br />

174 Bestenliste<br />

184 Leserbriefe<br />

184 Impressum<br />

186 <strong>Vorschau</strong><br />

LAUTSPRECHER<br />

14<br />

KOMPLETT-ANLAGEN<br />

166<br />

AKTION<br />

58<br />

Vergleichstest: Superboxen<br />

Ein Standlautsprecher der Superlative, der<br />

auch noch bezahlbar sein soll? Ja, das geht!<br />

Boxen von Gauder Akustik, Heco, Cabasse,<br />

Dali und T+A wollen HiFi-Träume wahr<br />

werden lassen.<br />

Test: AirPlay-Box<br />

Die schicken One-Box-Lösungen aus<br />

der neuen A-Serie von B&W setzen auf<br />

das AirPlay-Protokoll von Apple, was Musik-<br />

Streaming zum Kinderspiel macht.<br />

Leserwahl: Das Goldene Ohr<br />

Wählen Sie Ihre Geräte-Favoriten des<br />

Testjahres 2012! Mit etwas Glück können<br />

Sie einen der Preise im Gesamtwert von<br />

über 180 000 Euro gewinnen.<br />

VERSTÄRKER<br />

36<br />

158<br />

170<br />

Test: Japanische Vollverstärker<br />

Vor 30 <strong>Jahre</strong>n dominierten sie den Markt:<br />

Verstärker aus dem Land der aufgehenden<br />

Sonne. Die drei Probanden von Denon,<br />

Onkyo und Pioneer wollen an diesen Ruhm<br />

anknüpfen und machen bewusst auf retro.<br />

Ob die Rechung aufgeht?<br />

Test: Oldschool-Röhrenamp<br />

Was kommt dabei raus, wenn Verstärker-<br />

Enthusiasten altbewährte Schaltungen mit<br />

moderner Fertigungstechik kombinieren?<br />

Nun, im Fall des Röhren-Vollverstärkers<br />

Line Magnetic 219 IA etwas Großartiges!<br />

Test: High-End-Vollverstärker<br />

Die Reference-Serie von Symphonic Line<br />

ist unter HiFi-Fans sehr beliebt. Der RG 10<br />

MK 4 „HD“ will seinem Namenszusatz Ehre<br />

machen und noch hochauflösender spielen<br />

als seine Vorgänger. Gelingt ihm das?<br />

4 www.audio.de ›01 /2013


<strong>AUDIO</strong>phile<br />

Pearls<br />

WALK THE LINE<br />

Volume 2<br />

170<br />

1. Sera Cahoone Naked 3:25<br />

mit freundlicher Genehmigung von Sub Pop Records / Cargo Records Germany GmbH<br />

2. Caroline Keating Ghosts 3:43<br />

mit freundlicher Genehmigung von Glitterhouse Records<br />

3. Lydie Auvrey Camanu 3:59<br />

mit freundlicher Genehmigung von Westpark Music<br />

4. Joanne Shaw Taylor Lose Myself To Loving You 5:17<br />

mit freundlicher Genehmigung von Ruf Records GmbH / in-akustik GmbH & Co. KG<br />

5. Chloe Charles Tarot 3:32<br />

Hinter dem Namen des neuesten<br />

Verstärker-Ablegers aus der Reference-<br />

Serie von Symphonic Line steht jetzt ein<br />

„HD“. Und tatsächlich: Der Amp ist ein<br />

Spezialist für feinsten, hochauflösenden<br />

Musikgenuss.<br />

mit freundlicher Genehmigung von Make My Day Records / Alive AG<br />

6. Amber Rubarth Hold On: 45:41<br />

mit freundlicher Genehmigung von Chesky Records / in-akustik GmbH & Co. KG<br />

7. Tango Crash Accidente de Tango4 5:04<br />

mit freundlicher Genehmigung von Galileo Music Communication GmbH<br />

8. Inga Rumpf & NDR Radiophilharmonie You Go To My Head 4:57<br />

mit freundlicher Genehmigung von Studio Hamburg Distribution& Marketing / Edel Germany GmbH<br />

9. Amund Enger Himmel på jord 3:17<br />

mit freundlicher Genehmigung von Jazzthetik / Edel Germany GmbH<br />

10. Hildegard von Bingen Rex noster 4:<strong>35</strong><br />

Ensemble VocaMe, musikalische Leitung: Michael Popp<br />

11. Peter Cornelius Christbaum<br />

Peter Schreier, Tenor; Hansjörg Albrecht, Klavier, Orgel 2:00<br />

12./13. Max Reger Christkindleins Wiegenlied / Uns ist geboren ein Kindelein 2:07 / 1:05<br />

Peter Schreier, Tenor; Hansjörg Albrecht, Klavier, Orgel<br />

Titel 10-13: mit freundlicher Genehmigung von Berlin Classics / Edel Germany GmbH<br />

Gesamtspielzeit: 48:48<br />

Konzeption & Produktion: Christof Hammer<br />

Mastering: Alexandros Mitropoulos @ <strong>AUDIO</strong>-Studios Stuttgart<br />

Weitere Infos: www.cargo-records, www.glitterhouse.com,<br />

www.westparkmusic.de, www.chesky.com, www.rufrecords.de,<br />

www.makemydayrecords.de, www.edel.com, www.galileo-mc.de Foto: Archiv<br />

WUNDERKISTE<br />

Die bisher getesteten Geräte aus der neuen<br />

RS-Serie von Pro-Ject überzeugten rundum.<br />

Ob sich die Streambox RS als vollwertiger<br />

Netzwerk-Player auch behaupten kann?<br />

66<br />

<strong>AUDIO</strong>phile<br />

Pearls<br />

DIE AKG-CD<br />

Volume 2<br />

Musik von:<br />

Sera Cahoone,<br />

Amber Rubarth,<br />

Lydie Auvrey,<br />

Chloe Charles,<br />

Caroline Keating,<br />

VocaMe ...<br />

68<br />

aud_01_13_CD_Cover_tsham.indd 1-2 13.11.2012 15:01:04 Uhr<br />

28<br />

Harman & AKG proudly present:<br />

Folge 2 der neuen <strong>AUDIO</strong>-CD-Serie –<br />

Vorhang auf für fast 50 Minuten<br />

audiophile Pop-Highlights sowie<br />

Weihnachts- und Wintermusik aus<br />

Jazz und Klassik.<br />

DAS GOLDENE OHR<br />

Welche Geräte des Jahrgangs 2012<br />

haben das „Goldene Ohr“<br />

verdient? Wählen Sie<br />

Ihre Favoriten und<br />

gewinnen Sie<br />

einen von über<br />

90 Preisen im<br />

Gesamtwert von<br />

über 180 000 Euro.<br />

58<br />

IM TEST<br />

Inhalt › <strong>AUDIO</strong> 01/2013<br />

A/D-KONVERTER<br />

M2Tech Joplin ......................................44<br />

NETZWERK-PLAYER<br />

Atoll ST 200 ..........................................32<br />

Pro-Ject Streambox RS ......................28<br />

ONE-BOX-SYSTEME<br />

B&W A7 und A5 .................................166<br />

DIGITAL-PORTIS<br />

Apple iPod 5G, Apple iPad Mini ........52<br />

Astell&Kern AK 100 .............................54<br />

STANDBOXEN<br />

Gauder Akustik Arcona 60 .................16<br />

Heco The New Statement ..................18<br />

Cabasse Pacific 3 .................................20<br />

Dali Epicon 8 ........................................22<br />

T+A Solitaire CWT 1000 ......................24<br />

VOLLVERSTÄRKER<br />

Denon PMA-2020 AE ...........................36<br />

Line Magnetic LM-219 IA ..................158<br />

Onkyo A-9070 .......................................36<br />

Pioneer A-70 .........................................36<br />

Symphonic Line RG 10 MK 4 ............170<br />

DIE BESTENLISTE<br />

Alle Tests im Überblick ..................... 174<br />

Bilder: Titel: J. Bauer, MPS; Inhalt: J. Bauer, H. Härle, MPS, Andrew MacNaughtan, Archiv<br />

DIGITAL-QUELLEN<br />

28<br />

32<br />

44<br />

52<br />

Test: Netzwerk-Player<br />

Die neue RS-Serie von Pro-Ject kommt in<br />

HiFi-Kreisen gut an. Was die Streambox RS<br />

auf dem Kasten hat, beleuchtet der<br />

ausführliche Test.<br />

Test: Allround-Streamer<br />

Der ST 200 aus der französischen Geräte-<br />

Schmiede Atoll kombiniert Streamer- und<br />

Vorstufen-Fähigkeiten.<br />

Test: Highendiger A/D-Wandler<br />

Der Joplin von M2Tech kann analoge<br />

Quellen mit 384kHz auf die Festplatte<br />

übertragen. Um diesen heiklen Job perfekt<br />

zu erledigen, ist er gut gerüstet.<br />

Test: Digitale Reisebegleiter<br />

HiFi auch für unterwegs? Was taugen<br />

die neuen Apple-Offerten iPod Touch 5G<br />

und iPad Mini aus klanglicher Sicht?<br />

54<br />

REPORT<br />

48<br />

74<br />

Test: Mobiler HD-Spieler<br />

Astell&Kern bieten mit dem AK 100 einen<br />

Porti an, der sogar hochauflösende<br />

Formate beherrscht. Wie gut funktioniert<br />

das wohl? Und wie klingt’s?<br />

Spezial: <strong>AUDIO</strong>-Jubiläum<br />

<strong>AUDIO</strong> wird <strong>35</strong>! Feiern Sie mit,<br />

lernen Sie die Redaktion von<br />

einer neuen Seite kennen.<br />

Ortstermin:<br />

Ein Tagestrip zum<br />

Studio-Mekka<br />

Wie die Tonmeister beim Remastern der<br />

originalen Beatles-LPs das Optimale aus<br />

den Bändern herausholten, erfuhr <strong>AUDIO</strong><br />

in den Londoner Abbey Road Studios.<br />

MUSIK<br />

78<br />

80<br />

82<br />

86<br />

87<br />

89<br />

Best Of 2012<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteure und -Mitarbeiter<br />

präsentieren ihre Top-Scheiben des <strong>Jahre</strong>s<br />

Pop-CDs<br />

Brian Eno, Joe Cocker, Lydie Auvray,<br />

Kendrick Lamar, Scott Walker, Jeff Lynne,<br />

Marillion, Robbie Williams, Macy Gray ...<br />

Geheimtipp<br />

Pinback: mathematisch exakter<br />

Alternative-Rock mit Seele<br />

Oldie-CDs<br />

Massive Attack, 10cc, Jethro Tull ...<br />

Jazz-CDs<br />

Emphase und Erfahrung – Oregon glänzen<br />

mit kammermusikalischem Fusion-Jazz<br />

Klassik-CDs<br />

„Die Feen“ an der Frankfurter Oper –<br />

ein erster glanzvoller Vorbote des großen<br />

Wagner-<strong>Jahre</strong>s<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

5


Nur einen Wunsch zu Weihnachten?<br />

Kein Wunder!<br />

Seit fünf Generationen definiert die Serie 800 von Bowers & Wilkins<br />

mit ihrer unschlagbaren Kombination aus modernster Audio-Technologie,<br />

legendärem Produktdesign und einzigartiger Klangqualität<br />

die geltenden Maßstäbe für eine originalgetreue Musikreproduktion.<br />

In der aktuellen Serie 800 Diamond sind alle Lautsprecher ohne Aufpreis<br />

in einer hochwertig schwarzen Klavierlackausführung erhältlich.<br />

Und neben einer Vielzahl weiterer innovativer Verbesserungen<br />

kommt in allen Modellen der Serie ein nochmals perfektionierter<br />

Diamanthochtöner zum Einsatz. Damit verfügen erstmals auch die<br />

attraktiven Einstiegsmodelle 804 und 805 Diamond neben einer<br />

exklusiven Optik über den einzigartig brillanten und natürlichen<br />

Klang des B&W-Diamanthochtöners. Nie war der Einstieg in die<br />

audiophile Klangwelt von Bowers & Wilkins günstiger, Platz 1 auf<br />

Ihrem Wunschzettel ist damit vergeben – die Serie 800 Diamond.<br />

EXZELLENT<br />

805, 804, 802 Diamond 805, 804, 802 Diamond<br />

805 Diamond 805 Diamond<br />

Mehr zur Serie 800 Diamond auf<br />

www.gute-anlage.de und www.bowers-wilkins.de


Erleben Sie wahrhaft festliche Klänge mit der Serie 800 von Bowers & Wilkins –<br />

LIVE bei folgenden B&W-Fachhandelspartnern:<br />

Radio Körner<br />

Könneritzstr. 13<br />

01067 Dresden<br />

Audio Point<br />

Kornmarkt 3<br />

24837 Schleswig<br />

RAE-Akustik<br />

Märkische Str. 125<br />

44141 Dortmund<br />

Musikhaus Geiermann<br />

Göbelstr. 12<br />

56727 Mayen<br />

Hifi und Wohnen<br />

Cheruskerstr. 6/1<br />

71101 Schönaich<br />

Klang Galerie<br />

Haidplatz 7<br />

93047 Regensburg<br />

Hifi am Hallmarkt<br />

Oleariusstr. 4<br />

06108 Halle/Saale<br />

COLDEWEY TEC<br />

Burgstr. 6<br />

26655 Westerstede<br />

HiFi Center Liedmann<br />

Harpener Hellweg 22<br />

44805 Bochum<br />

Auditorium<br />

Feidikstr. 93<br />

59065 Hamm<br />

Akustik Studio Biegler<br />

Kanzleistr. 53<br />

72764 Reutlingen<br />

Euronics XXL<br />

Schlegelmilch<br />

Godelstatt 8<br />

97437 Haßfurt<br />

Röhlig Vision & Sound<br />

Äußere Schneeberger Str. 93<br />

08056 Zwickau<br />

Saturn Alexanderplatz<br />

Alexanderplatz 3<br />

10178 Berlin<br />

King Music<br />

Uhlandstr. 20-25<br />

10623 Berlin<br />

Saturn Europa-Center<br />

Tauentzienstr. 9<br />

10789 Berlin<br />

HiFi im Hinterhof<br />

Großbeerenstr. 65<br />

10963 Berlin<br />

Heuer Hifi-TV-Video<br />

Behmenstr. 6<br />

17033 Neubrandenburg<br />

Audiophonie<br />

Rentzelstr. 10<br />

20146 Hamburg<br />

RAE-Akustik<br />

Dahlenburger Landstr. 72<br />

21337 Lüneburg<br />

Hifi Studio Bramfeld<br />

Bramfelder Chaussee 332<br />

22175 Hamburg<br />

Fidelity Acker & Buck<br />

Frohmestr. 5<br />

22457 Hamburg<br />

Projekt Akustik<br />

Tremskamp 51-51a<br />

23611 Bad Schwartau<br />

Uni Hifi<br />

Am Dobben 23<br />

28203 Bremen<br />

Uni Hifi<br />

Königsworther Str. 8<br />

30167 Hannover<br />

Beckhoff<br />

Technik & Design<br />

Uhlandstr. 2<br />

33415 Verl<br />

Hört sich gut an<br />

Zimmerstr. 8<br />

33602 Bielefeld<br />

Maurer e.K.<br />

Fünffensterstr. 2a<br />

34117 Kassel<br />

Schäfer & Blank<br />

Sonnenstr. 1-3<br />

<strong>35</strong>390 Gießen<br />

Radio Ferner<br />

Neue Str. 22/23<br />

38100 Braunschweig<br />

Hifi-Special Wyrwas<br />

Humboldtstr. 23<br />

38106 Braunschweig<br />

Hifi-Referenz<br />

Steinstr. 31<br />

40210 Düsseldorf<br />

Hifi-Audio<br />

Ulrike Schmidt<br />

Eulerstr. 50<br />

40477 Düsseldorf<br />

Hifi Studio 9<br />

Gewerbeschulstr. 21<br />

42289 Wuppertal<br />

Hifi Spezialist<br />

Werner Pawlak<br />

Schwarze Meer 12<br />

45127 Essen<br />

Auditorium Münster<br />

Alter Steinweg 22-24<br />

48143 Münster<br />

MSP<br />

Cäcilienstr. 48<br />

50667 Köln<br />

Saturn<br />

Maybachstr. 115<br />

50670 Köln<br />

Rheinklang<br />

Olpener Str. 955<br />

51109 Köln<br />

Klangpunkt<br />

Karlsgraben <strong>35</strong><br />

52064 Aachen<br />

Hifi Linzbach<br />

Adenauerallee 124<br />

53113 Bonn<br />

Hifi Kohr + Roensch<br />

Jüdemerstr. 28-32<br />

54290 Trier<br />

Hifi Profis<br />

Rheinstr. 4<br />

55116 Mainz<br />

Klangstudio Pohl<br />

Mainzer Str. 73<br />

55294 Mainz/Bodenheim<br />

Schmitz Hifi-Video<br />

Emil-Schüller-Str. 37-39<br />

56068 Koblenz<br />

Raum-Ton-Kunst<br />

Große Friedberger<br />

Str. 23-27<br />

60313 Frankfurt<br />

Hifi Profis<br />

Große Friedberger<br />

Str. 23-27<br />

60313 Frankfurt<br />

Hifi im Hinterhof<br />

Geleitsstraße 50<br />

63067 Offenbach<br />

Hifi Dillity<br />

Würzburger Str. 33<br />

63739 Aschaffenburg<br />

Hifi Profis<br />

Grafenstr. 29<br />

64283 Darmstadt<br />

Hifi Profis<br />

Rheinstr. 29<br />

65185 Wiesbaden<br />

Expert Axel Ulmcke<br />

Talzentrum / Talstr. 38b<br />

66424 Homburg<br />

Phoenix Hifi-Studio<br />

Richard-Wagner-Str. 65<br />

67655 Kaiserslautern<br />

Die Media Profis<br />

N4, 21-23<br />

68161 Mannheim<br />

Expert Esch Heidelberg<br />

Sofienstr. 3<br />

69115 Heidelberg<br />

Multimedia 26<br />

Sophienstr. 26<br />

70178 Stuttgart<br />

SG-Akustik<br />

Amalienstrasse 45<br />

76133 Karlsruhe<br />

Audio-Box<br />

Hauptstr. 87<br />

77855 Achern<br />

Hifimarket Esser<br />

Gauchstr. 17<br />

79098 Freiburg<br />

HEC-Store<br />

Kardinal-Döpfner-Str. 5<br />

80333 München<br />

Hifi Treffpunkt<br />

Albert-Roßhaupter-Str. 40<br />

81369 München<br />

Hifi Concept<br />

Wörthstr. 45<br />

81667 München<br />

M&K Hifi<br />

Neidenburgerstr. 6<br />

84030 Landshut<br />

High Fidelity Studio<br />

Dominikanergasse 7<br />

86150 Augsburg<br />

Blank Hifi<br />

Anton-Gies-Str.2<br />

88131 Lindau<br />

HIFI Studio Kemper<br />

Neue Str. 52<br />

89073 Ulm<br />

Hifi Forum<br />

Breslauer Str. 29<br />

91083 Baiersdorf<br />

Hifi Senf<br />

Oppenheimstr. 17<br />

99817 Eisenach<br />

Österreich:<br />

Downtown Hifi<br />

Praterstr. 1<br />

1020 Wien<br />

Audio Emotion<br />

Schwarzspanierstr. 11<br />

1090 Wien<br />

HeimkinoWelt<br />

Shopping City Süd,<br />

Top G264<br />

2334 Vösendorf-Süd<br />

Der Gross<br />

Landstr. 47<br />

4020 Linz-Donau<br />

Tonart Franz Stöger<br />

Freileiten 6<br />

4840 Vöcklabruck<br />

Cinema Audio<br />

und Videotechnik<br />

Ischlerbahnstr. 23a<br />

5301 Eugendorf<br />

Sound Gallery Innsbruck<br />

Pembaurstr. 14<br />

6020 Innsbruck<br />

Visions for you<br />

Kreil<br />

Rathausplatz 4<br />

6850 Dornbirn<br />

Hifi Team Czesany<br />

Am Fuße des<br />

Schloßberges 4<br />

8010 Graz


Magazin › NEWS<br />

JANUAR 2013<br />

INS OHR<br />

GESETZT<br />

Wer sagt eigentlich, dass Kopfhörer<br />

so aussehen müssen, wie<br />

sie das gewöhnlich tun? Es geht<br />

auch anders – ganz anders, dachten<br />

sich junge Designer und Musikliebhaber<br />

aus Fernost: Mit den neuen<br />

Modellen von Quarkie können sich<br />

Musikfans giftgrüne Vipernköpfe,<br />

Chamäleon-Augen, aquamarinfarbene<br />

Katzenaugen oder<br />

rostige Schraubenmuttern inklusive<br />

Frankenstein-Appeal<br />

ins Ohr setzen – und selbige<br />

spitzen. Denn im Hörcheck überzeugten<br />

die Eye- und Ear-Catcher mit<br />

recht homogenem Klangbild und<br />

prima Bassdruck – vorausgesetzt, die<br />

In-Ears sitzen ohrabschließend im<br />

Gehörgang. Kein Geringerer als Antony<br />

Michaelson, audiophiler Kopf der<br />

britischen High-End-Firma Musical<br />

Fidelity, entwickelte für die vielleicht<br />

bald kultigen Quarkies eine spezielle<br />

Antriebseinheit mit Alu-Schwingspule<br />

und Neodymmagneten. Jedes Modell<br />

kommt mit vier Paar In-Ear-Aufsätzen<br />

in den Größen XS, S, M und L. Das<br />

Kabel trägt übrigens einen Mikrofon-<br />

Controller für den Telefon-Einsatz von<br />

iPhones und Android-Handys. Der<br />

Preis: rund 100 Euro. Infos und Bestellungen<br />

unter www.myquarkie.com cd<br />

Fotos: Archiv, Shutterstock.com<br />

8<br />

www.audio.de ›01/2013


Magazin › NEWS<br />

INVASION VON DER VEGA<br />

Die chinesischen Newcomer Xuanqian und Yuang Wang von Auralic<br />

möchten mit ihrem D/A-Wandler Vega (in der Abbildung oben) nicht<br />

weniger als die digitale High-End-Galaxie erobern. Dafür statten sie<br />

ihren Multi-Format-DAC mit so einigen Raffinessen aus. Über fünf<br />

Digital-Eingänge – darunter der Studio-Standard AES/EBU, zweifach<br />

Koaxial, ein Toslink sowie einmal USB – vermag der Vega Digitaldaten<br />

in sämtlichen High-Resolution-Formaten zu verarbeiten. DSD-Streams<br />

von SACD mit 2,8224 MHz und 5,6448 MHz akzeptiert er ebenso wie<br />

das Master-Studio-Format DXD mit PCM-Signalen in der Auflösung<br />

von 24 Bit/<strong>35</strong>2,8 kHz. Überdies stehen sechs Digitalfilter für individuelle<br />

User-Einstellungen parat, die analog gewandelten Signale finden wahlweise<br />

symmetrisch oder unsymmetrisch den Weg zum Verstärker.<br />

Der Preis: rund 3300 Euro. www.auralic.com cd<br />

PUNKT-SPIEL<br />

Die schottischen Lautsprecherexperten Tannoy bringen mit dem Definition<br />

DC 10 A eine ausgewachsene Standbox von rund 113 Zentimetern Höhe auf<br />

den Markt. Die kleinere Precision 6.4 schnitt in <strong>AUDIO</strong> 11/2012 mit „überragend“<br />

ab – dank Tannoys Clou: der Dual-Concentric-Bauform, einer Art<br />

Punktstrahler, bei dem Tief- und Hochton-Schallquellen auf einer gemeinsamen<br />

Achse liegen, um Laufzeitunterschiede zu vermeiden. In der DC 10 A<br />

arbeitet ein handgefertigter 25-Zentimeter-Dual-Concentric-Konus aus<br />

Multi-Fiber-Material, in dem ein Hochtöner aus Aluminiumlegierung sitzt. Aus<br />

der Prestige-Serie stammen die Alnico-Magnetsysteme, denen sehr gute<br />

Leitfähigkeit und Feldstärke nachgesagt wird. Die parabolisch geformten<br />

Gehäuseeinheiten aus feinstem Birkenholz sollen überdies akustische<br />

Resonanzen im Zaum halten. Die 43-Kilo-Bassreflex-Box ist in drei Hochglanzversionen<br />

erhältlich: schwarz sowie Kirsch- und dunkles Walnussfurnier.<br />

Der Paarpreis: 13 800 Euro. www.tannoy.com cd<br />

KEINE KOMPROMISSE.<br />

Vollverstärker M6i Eingänge: 4 x Cinch, 1 x XLR, 1 x USB; Ausgänge:<br />

1 x Lautsprecher, Tape-Out, Pre-Out; Leistung 200 Watt/Kanal, silber<br />

oder schwarz, 17Kg, 2.549,-€<br />

MEHR PRODUKTE UND HÄNDLER:<br />

TELEFON 077 28 - 10 64 · WWW.REICHMANN-<strong>AUDIO</strong>SYSTEME.DE


Magazin › NEWS<br />

Shakespeare wäre von dieser Art Liebesspiel wohl entzückt: Die<br />

bayerische Kopfhörer-Manufaktur Ultrasone bringt mit ihrer neuen<br />

Version „Romeo & Julia“ der Edition-8-Serie ein Traumpaar auf die<br />

High-End-Bühne. Ein fuchsiafarben gehaltener Hörer mit Perlmutt-<br />

Inlays soll Sie verzücken, während Er an maskulinen Elementen wie<br />

schwarzem Leder und dunkler Palladium-Gehäusebeschichtung<br />

Gefallen finden soll. Die Kabel sind zum mobilen Telefonieren per<br />

iPhone oder Android-Smartphone mit Fernbedienung und Mikro<br />

bestückt und lassen sich abnehmen. Jeder Hörer ist handgearbeitet,<br />

technisch basieren die Neuen auf dem Edition 8: Die eigene S-<br />

Logic-Plus-Technologie arbeitet mit einem 40-Millimeter-Treiber mit<br />

Titanbeschichtung sowie einer dezentralen Schallwandleranordnung,<br />

die mehr Räumlichkeit schaffen soll. Dass Romeo und Julia<br />

einst verfeindeten Familien angehörten, dürfte damit zumindest<br />

aus audiophiler Sicht ad acta gelegt sein. Die Preise: liebenswürdige<br />

1400 Euro je Modell. www.ultrasone.com cd<br />

HOCHSPANNUNG<br />

Der Röhrenvollverstärker V10 muss wegen Röhrenknappheit in den<br />

vorzeitigen Ruhestand, aber T+A hat schon das nächste Ass im Ärmel:<br />

Eine neue High-End-Elektronikserie mit dem Namen HV (für High<br />

Voltage). Der erste aus der Reihe, Vollverstärker PA 3000 HV für 9900<br />

Euro, will mit über 500 Watt Leistung pro Kanal und MOSFET-Transistoren<br />

Kraft und Klang kombinieren. Dazu gesellt sich ab Januar der<br />

passende Music Player MP 3000 HV. <strong>AUDIO</strong> freut sich auf den ersten<br />

Test in der kommenden Ausgabe. www.ta-hifi.de ct<br />

MUSIK WIEGT IN DER LUFT<br />

Die neuen Dämpferfüße Kaltblut sollen klangschädliche Schwingungen gnadenlos reduzieren<br />

und Lautsprecher wie HiFi-Geräte von Fußboden oder Möbeln entkoppeln. Sie thronen<br />

im Kern der massiven Alu-Gehäuse auf einer Luftsäule; im Zusammenspiel mit Elastomer-<br />

Bauteilen sollen so unerwünschte Vibrationen von außen minimiert werden. Die Tragkraft pro<br />

Stand-Quartett: bis zu 100 Kilo. Zu den Modellen in Alu-Silber sollen 2013 noch farbige und<br />

tragfähigere Varianten folgen sowie ein „Light“-Modell für Geräte mit weniger als zehn Kilo<br />

Gewicht. Der Preis eines 4er-Sets: rund 500 Euro. www.kaltblut-speakerstand.de cd<br />

FJORD-POWER<br />

Der Vollverstärker PI 2D von Electrocompaniet hat einen<br />

D/A-Konverter unter der Haube. Die technische Verstärkerbasis<br />

bildet der gefeierte PI 2 aus der Prelude-Serie. Der<br />

neue Digital-Bruder nimmt via USB Signale asynchron mit<br />

bis zu 24 Bit/192 kHz entgegen; insgesamt stehen fünf<br />

Digitaleingänge parat. Als Leistung geben die Norweger<br />

100 Watt pro Kanal an 8 Ohm an. Der Preis: rund 3150 Euro.<br />

electrocompaniet.no cd<br />

10<br />

www.audio.de ›01 /2013


Magazin › NEWS<br />

BLAUE STUNDE<br />

McIntosh beglückt Klangästheten mit einer Nobel-Kompaktanlage<br />

im klassischen Outfit des High-End-Hauses: Das McAire<br />

„Personal Music System“ flirtet mit blauen Display-VU-Augen<br />

und einem Zweiwege-Boxenpärchen, das im Tieftonbereich<br />

ein nach unten gerichteter Subwoofer unterstützt. Via WLAN<br />

lässt sich die McAire ins Heimnetzwerk einbinden. Apples<br />

AirPlay erlaubt den Stream von der iTunes-Musikbibliothek;<br />

am USB-Port kann Apple-Gerätschaft andocken und Energie<br />

tanken. Dirigieren lässt sich die McAire auch mit einer Infrarot-<br />

Fernbedienung, eine App ist in Planung. Das hört sich durchaus<br />

verführerisch an. Doch wer sich die Schöne mit den blauen<br />

Augen als Zweitanlage ins Schlafzimmer holt, könnte mit einer<br />

entscheidenden Frage konfrontiert werden: McAire oder ich.<br />

Der Preis: rund <strong>35</strong>00 Euro. www.mcintoshlabs.com cd<br />

APPS & FIRMWARE-UPDATES<br />

Pioneer spendiert seinen Netzwerk-Playern N-50<br />

und N-30 voraussichtlich ab Ende Januar frische,<br />

komfortable Firmware-Updates. Damit bieten die<br />

Japaner ihren Kunden neue Funktionen und Formatunterstützungen<br />

wie ALAC (Apple Lossless)<br />

bis 48 kHz/24 Bit, AIFF (Apple Interchange File<br />

Format) bis 192 kHz/24 Bit sowie eine Gapless-<br />

Wiedergabe für WAV, FLAC, ALAC und AIFF.<br />

Überdies ist eine verbesserte, kostenlose Version<br />

_09O9Q_Musicline_Audio_01_naim.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 92.00 mm);15. Nov 2012 13:49:53<br />

der „ControlApp“ zur Steuerung der Netzwerk-<br />

Player geplant (Apple iOS und Android OS). Die<br />

Updates gibt’s gratis über die Pioneer-Homepage<br />

www.pioneer.de. Die High-End-Schmiede T+A<br />

bietet jetzt auch eine „Control App“ umsonst im<br />

iTunes-Store; mit ihr lassen sich die ins Heimnetz<br />

eingebundenen Mediaplayer der Herforder<br />

bequem via iPhone und iPad steuern. Infos und<br />

Anleitung gibt's auf www.ta-hifi.de cd<br />

Der neue All-in-one-Audioplayer von Naim vereint<br />

Vielseitigkeit und außerordentliche Klangqualität in<br />

einem kompakten Gehäuse.<br />

Naim nicht im Versand erhältlich<br />

UPnP-Streaming mit bis zu 32 Bit/192 kHz<br />

CD-Spieler<br />

Webradio<br />

optionaler UKW/DAB-Tuner<br />

Analog- und Digitaleingänge<br />

Vollverstärker mit 2 x 50 Watt Leistung<br />

Bedienung über App möglich<br />

www.music-line.biz · Tel. 04105 77050


Fotos: Archiv, dowiliukas / Sergey Kandakov – Shutterstock.com<br />

7. 12. PhonoPhono, 10961 Berlin<br />

informiert auch nach rund sieben <strong>Jahre</strong>n immer freitags (Bergmannstr.<br />

17, 17 bis 19 Uhr) unermüdlich über analoge Klangkultur sowie spannende<br />

digitale Aspekte. Die Themen der kommenden Wochen. 7. Dezember:<br />

High-End-Plattenspieler für Kenner und Genießer – hochwertige<br />

Laufwerke namhafter Hersteller im Direktvergleich. 14. 12.: Tuning-Tipps<br />

für HiFi-Anlagen – PhonoPhono zeigt, wie man auch aus guten HiFi-<br />

Komponenten noch mehr herausholen kann. Ob Stromversorgung,<br />

NF-Kabel, Netzkabel, Füße, Rack oder Stellflächen – die Fülle der<br />

verschiedenen Stellschrauben ist beachtlich. 4. Januar 2013: CD- und<br />

SACD-Spieler im Vergleich – was klingt besser? Machen andere<br />

Digitalformate Sinn? Eine kurze Einführung in die Digitaltechnik,<br />

schöne Musikbeispiele inklusive. www.phonophono.de<br />

7./8. 12. HiFi Gärtner, 32791 Lage/Kachtenhausen<br />

lässt am Freitag ab 14 Uhr und Samstag ab 10 Uhr die neue Quadral<br />

Aurum Vulkan 8 von der Leine. www.hifi-gaertner.de<br />

8. 12. HiFi Treffpunkt, 81369 München<br />

setzt von 10 bis 15 Uhr das ehrfurchtgebietende Standboxen-Schwergewicht<br />

Wilson Audio Sophia 3 an exquisiter Elektronik der kanadischen<br />

Nobel-Marke Moon unter Strom. www.hifitreffpunkt.de<br />

14./15. 12. sound@home, 72764 Reutlingen<br />

präsentiert Highlights des amerikanischen Herstellers Audio Research.<br />

Im Mittelpunkt: die Einbindung und Sound-Wiedergabe von aktuellen<br />

Musikservern. So wird in einer Kette ein DSPre mit der Endstufe D 225<br />

direkt von einem sooloos-Server gespeist, während in einer klassischen<br />

Röhren-Anlage (LS 17 & VSi 60) ein DAC 8 die digitalen Signale wandelt.<br />

Und für Analog-Fans steht mit der PH 8 eine der besten bezahlbaren<br />

Phonostufen bereit. www.sound-at-home.de<br />

14./15. 12. HiFi Pur im Hinterhof, 22041 Hamburg<br />

HIFI-TERMINE<br />

erwartet Werner Strehl vom ATC-Vertrieb, der die spannenden Aktivlautsprecher<br />

von ATC vorstellt – darunter auch die edle „Private Edition“.<br />

Um Voranmeldung wird gebeten: Tel. 040 / 20 03 55 5;<br />

info@hifipurimhinterhof.de. www.hifipurimhinterhof.de<br />

14./15. 12. Luna Audio Lounge, 90471 Nürnberg<br />

„Spitzenklang für jedermann“ heißt es an diesem Wochenende bei<br />

Thomas Mathejczyk. Im Mittelpunkt: klangstarke und erschwingliche HiFi-<br />

Technik mit herausragendem Preis-Leistungsverhältnis. Die 500-Euro-<br />

Klasse wird repräsentiert durch Streamer von Denon und Cambridge<br />

sowie die Dynavox-Vor/End-Kombi TPR-3 / ET 100 zum Paketpreis (!) von<br />

ebenfalls 500 Euro. Als Lautsprecher um 700 Euro/Paar sorgen die<br />

Wharfedale Diamond 10.6 und die neue Canton GLE 476 für Wohlklang,<br />

sämtliche anderen Speaker des Luna-Audio-Klangpavillons stehen bei<br />

Bedarf zum Vergleich bereit. Und, schöne Weihnachtsüberraschung:<br />

Jeder Käufer an diesem Wochenende wird mit<br />

einem Geschenk in Form von hochwertigen Kabeln<br />

belohnt. www.luna-audio.de<br />

14./15. 12. Visions & More, 73326<br />

Deggingen (zwischen Ulm und Stuttgart)<br />

Deutsches High-End-Gipfeltreffen bei Jörg<br />

Gansloser: Am 14. (Abendveranstaltung von 17 bis 21<br />

Uhr) und 15. 12. (11 bis 18 Uhr) begegnen sich mit der<br />

Boxenschmiede Isophon (jetzt Gauder Akustik), der<br />

Elektronikmanufaktur Octave und der Plattenspieler-Dynastie<br />

Transrotor drei heimische Schwergewichte<br />

der Branche in vorweihnachtlich-festlicher<br />

Atmosphäre. Dr. Roland Gauder, Wolfgang Roza<br />

vom Transrotor-Vertriebspartner Roza sowie V&M-Geschäftsinhaber<br />

Gansloser präsentieren an zwei Tagen die neuesten Kreationen aller drei<br />

Hersteller. Aus dem Hause Gauder mit dabei: die Modelle Cassiano und<br />

Vescova sowie die brandneue Arcona 80. Octave schickt seinen<br />

Röhrenverstärker V 80 mit Super Black Box, und Transrotor stellt die<br />

neuen Laufwerke Rossini, Crescendo sowie den Klassiker ZET 1 vor.<br />

Eine Voranmeldung unter Telefon 0 73 34 / 60 80 71 6 oder per E-Mail<br />

(info@visionsandmore.eu) wird erbeten. www.visionsandmore.eu<br />

15. 12. HiFi Concept, 81369 München<br />

verwandelt seine Räume in der Wörthstr. 38 in ein Heimkino der<br />

Extraklasse. Es spielt auf: die aktuelle Home-Cinema-Gerätegeneration<br />

der US-Kultmarke McIntosh an Elektrostaten aus dem Hause Martin<br />

Logan – ein spektakuläres tête-à-tête für AV-Fans, das sich auch<br />

Stereo-Freunde nicht entgehen lassen sollten. www.hificoncept.de<br />

14./15. 12. HiFi Play, 10559 Berlin<br />

freut sich auf einen Besuch von Thomas Fischer von Fischer & Fischer<br />

– bekannt für highendige Lautsprecherskulpturen mit unnachahmlichen<br />

Gehäusen aus sauerländischem Schiefer. Im Team mit HiFi-Play-<br />

Chef Michael Strehlau erörtert Fischer das Thema „Highendig hören<br />

in kleinen Räumen“ in Theorie und Praxis – als Vorführkette spielt<br />

dazu die neue SN 510 mit Unterstützung eines Subwoofers an<br />

Quellgeräten und Elektronik von Copland. Außerdem findet in der<br />

Perleberger Straße 8 bis auf weiteres immer mittwochs von 17 bis<br />

19 Uhr ein Workshop zum Thema Streaming statt. www.hifiplay.de<br />

21. 12. HiFi auf dem Bauernhof, 87452 Altusried<br />

lädt im gemütlichen Dachstudio des im schönen Allgäu gelegenen<br />

„HiFi-Bauernhofs“ ab 19 Uhr zu einem klassischen Harfenkonzert in<br />

winterlich-stimmungsvoller Atmosphäre. Für’s leibliche Wohl wird mit<br />

jahreszeitlich passendem Naschwerk und entsprechenden Getränken<br />

gsorgt. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen begrenzt; daher bitte<br />

vorher anmelden. Telefon: 0 83 73 / 70 19. www.hifi-bauernhof.de<br />

ab sofort HiFi-Forum Baiersdorf, 91083 Baiersdorf<br />

hat sein Vorführhaus SmartHome (Friedbergstr. 20, 91365 Weilersbach)<br />

auf den neuesten Stand gebracht. In Zusammenarbeit mit<br />

diversen Herstellern von Unterhaltungselektronik-, Sicherheits- und<br />

Steuerungstechnik wurden dem Showroom neue Tools injiziert: zur<br />

Verteilung von Musik und Filmen durchs ganze Haus, für die Lichtund<br />

Heizungssteuerung bis hin zu Sicherheitsaspekten<br />

wie der Türüberwachung. Ausprobieren<br />

lassen sich etwa verschiedene<br />

Mediensteuerungs-Systeme von Apple<br />

(so der Streaming-Client TV G3), aktuelle<br />

Multiroom-Sets von Revox und Sonos oder<br />

ein TV-Touchpanel von Censys. Heimliches<br />

Highlight: der so schicke wie highendige<br />

Beamer C3X 1080p vom Edel-Hersteller Sim2.<br />

www.hififorum.de<br />

12


Magazin › SZENE<br />

MUSIK IM HANDEL<br />

Service-Wüste Plattenladen? Keineswegs – es gibt sie noch, die engagierten und<br />

kompetenten Tonträger-Händler. <strong>AUDIO</strong> stellt in Zusammenarbeit mit der Handelsgemeinschaft<br />

Aktiv Music Marketing (amm) jeden Monat einen spannenden<br />

record shop vor und fragt nach audiophilen Tipps und musikalischen Entdeckungen.<br />

Eine Übersicht über alle amm-Händler gibt es online unter www.amm.de<br />

HANSE CD<br />

Stefan Lipski<br />

Große Bleichen 36<br />

20<strong>35</strong>4 Hamburg<br />

mail@hanse-cd.de<br />

<strong>AUDIO</strong>: Welche (Wieder-)Veröffentlichung<br />

können Sie aus klanglicher Sicht derzeit<br />

besonders empfehlen?<br />

Lipski: Simone Kermes: „Dramma“ (Sony).<br />

Für jeden Freund des Gesangs ein Muss, für<br />

jeden Fan der Kermes sowieso. Die CD fängt<br />

mit einem Gag an, es gibt ein Rauschen und<br />

Knistern wie auf einer alten Schellackplatte.<br />

Aber dann: ein Feuerwerk der Emotionen – und<br />

dies nicht nur dramatisch virtuos wie auf den<br />

Vorgängern. Nein, Simone Kermes hat zu den<br />

leisen Tönen gefunden. Und das macht diese Aufnahme vielleicht<br />

zu ihrer besten überhaupt. Meine Anspieltipps: „Per trionfaor<br />

pugnando“ und – bitte kein Augenrollen – „Lascia ch’io pianga“ in<br />

nie dagewesener Schlichtheit.<br />

?: Welche Neuerscheinung sticht für Sie musikalisch hervor?<br />

!: Josef Krips: Schuberts Sinfonien 8 & 9 (Decca/Eloquence,<br />

Australien-Import): Richtig gelesen, diese Sternstunde der<br />

Interpretations- und Aufnahmetechnik ist in Europa seit <strong>Jahre</strong>n<br />

gestrichen und nur als Import aus Down Under zu bekommen.<br />

Das Aufnahmejahr 1958 mag der Hörer schon<br />

kaum glauben, was aber dann noch musikalisch<br />

passiert, überrascht fast jeden meiner Kunden,<br />

denen ich diese Aufnahme ans Herz lege. Frisch,<br />

leicht und mit einer Tiefe, die nicht oft zu finden ist,<br />

kommt dieser Schubert daher.<br />

Der<br />

Laden<br />

Unweit von Binnenalster und Jungfernstieg<br />

gelegen, überzeugt das Fachgeschäft durch sein<br />

modern-elegantes Ambiente und eine entspannte<br />

Atmosphäre ohne optischen oder akustischen Stress. In diesem<br />

inhabergeführten Geschäft werden auch heute noch von den fünf<br />

Mitarbeitern viele der klassischen Fachhandelstugenden gepflegt.<br />

So findet der Kunde ein ebenso großes wie qualitativ hochwertiges<br />

Sortiment, das Spezialitäten und Raritäten abseits des<br />

üblichen Mainstream in den Blickpunkt rückt. Der Schwerpunkt<br />

liegt bei klassischer Musik, aber auch in Genres wie Pop, Jazz und<br />

Weltmusik weiß Hanse CD mit einem durchdacht zusammengestellten<br />

Sortiment zu überzeugen.<br />

2013<br />

4./5. 1. 2013 Mikel Fraune, 48565 Steinfurt<br />

ist im neuen Jahr die erste Station der ATC Private Edition Tour: ATC-Vertriebsmann<br />

Werner Strehl stellt feinste Aktivtechnik im extravaganten Kleid<br />

vor. Anmeldung erbeten – Telefon 0 25 51 / 86 43 67. www.mikel-fraune.de<br />

_09P55_Yamaha_Restio_Audio_01.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 95.00 mm);19. Nov 2012 14:56:46<br />

Close to you<br />

Ich begehre es.<br />

Mit ihm zu sein, macht mich glücklich<br />

– Ich kann einfach ich selbst sein.<br />

NEU<br />

Integriertes Audio-System ISX-B820<br />

Smaragdgrün & Magenta & Weiß<br />

* Genießen Sie kabelloses<br />

Musik-Streaming von Ihrem iPhone oder<br />

einem anderen Smart Device dank<br />

Bluetooth ® -Technologie.<br />

* Mit der Yamaha DTA Controller App<br />

steuern Sie einfach und intuitiv Ihr Restio.<br />

de.yamaha.com


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

Fotos: Gr8 - Shutterstock, Archiv<br />

14 www.audio.de ›01/2013


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

EINSAME<br />

SPITZE<br />

Im Lauf der <strong>35</strong>-jährigen <strong>AUDIO</strong>-Geschichte<br />

hat sich die Technik stark gewandelt. Heute<br />

prüfen wir fünf hochmoderne Standboxen<br />

aller Klassen. Und werfen nebenbei einen<br />

Blick auf die historischen Vorläufer.<br />

■ Text: Wolfram Eifert<br />

Lautsprecher bieten zahlreiche Stellschrauben, an<br />

denen Entwickler drehen können. Gehäuse, Frequenzweichen,<br />

Treiber und Rundstrahlverhalten<br />

sind hier die wesentlichen Bereiche, und sie beeinflussen<br />

sich obendrein wechselseitig. Boxenentwicklung ist<br />

deshalb heute wie damals eine Mischung aus Grundlagenwissen,<br />

Materialkunde, Hörerfahrung und Intuition.<br />

Es überrascht daher nicht, dass die Hersteller angesichts<br />

dieser Komplexität recht unterschiedliche konstruktive<br />

Akzente setzen. So legt Gauder Akustik (vormals Isophon)<br />

besonderen Wert auf ausgefuchste Weichen. Heco<br />

spendiert seinem Mitteltöner ein nobles Alnico-Magnetsystem.<br />

Cabasse hat sein legendäres Koaxialsystem<br />

weiter perfektioniert. Dali setzt auf Treiber mit ultralinearen<br />

Antrieben. Die CWT 1000 von T+A erzeugt Zylinderwellen<br />

mit einer Vielzahl von Treibern. Sie meinen, das<br />

liest sich vielversprechend? Dann blättern Sie um!<br />

TEST<br />

Superboxen mit hoch entwickelter Technik<br />

GAUDER AKUSTIK ARCONA 60 3400 € SEITE 16<br />

HECO THE NEW STATEMENT 4800 € SEITE 18<br />

CABASSE PACIFIC 3 10000 € SEITE 20<br />

DALI EPICON 8 14 000 € SEITE 22<br />

T+A SOLITAIRE CWT 1000 24000 € SEITE 24<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

15


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

GAUDER AKUSTIK ARCONA 60 AB 3400 EURO<br />

Die preisgünstigste Box unserer<br />

noblen Fünferrunde hört auf den<br />

Namen Arcona 60 und wirkt mit<br />

ihren klassenunüblich dezenten Abmessungen<br />

genauso sozialverträglich, wie<br />

der gefällige Name es verspricht. Fast<br />

möchte man rufen: Die ist aber süß,<br />

wächst die etwa noch?<br />

Das tut sie selbstverständlich nicht mehr.<br />

Aber darauf hoffen auch nur Leute, die<br />

Schallwandler trotz <strong>35</strong> <strong>Jahre</strong>n <strong>AUDIO</strong>-<br />

Expertise nach Größe und Gewicht einstufen.<br />

Das klangliche Talent zählt, und<br />

da hat es die zierliche Säule in der Tat<br />

faustdick hinter den Membranen, genauer<br />

gesagt: in den Frequenzweichen. Die<br />

nämlich sind so leistungsfähig wie wohl<br />

bei keiner anderen Passivbox der Welt.<br />

Und diese These ist keine Marketing-<br />

Lyrik, so gewagt sie erscheinen mag.<br />

Gefühlt über 99 Prozent aller Passivboxen<br />

sind ausgerüstet mit Filtern erster<br />

bis maximal dritter Ordnung, die Flankensteilheiten<br />

zwischen 6 und 18 Dezibel<br />

pro Oktave erzeugen. Die vermutlich<br />

einzige Ausnahme unter den Passivboxen<br />

sind die Produkte von Gauder<br />

Akustik in Renningen bei Stuttgart. Die<br />

neue Arcona 60 ist mit Filtern sechster<br />

Ordnung ausgestattet – und erzielt unter<br />

Einbeziehung der Gehäuse und Chassis,<br />

die selbst Filtereigenschaften besitzen,<br />

Flankensteilheiten von abartigen 50 dB<br />

pro Oktave.<br />

SCHICK IN WEISS:<br />

Elegante Rundungen und<br />

edler Hochglanzlack oder<br />

Kirschfurnier prägen die<br />

äußere Erscheinung. Form,<br />

Bestückung und Volumen<br />

erinnern an die Vescova<br />

aus dem gleichen Stall, die<br />

von Kennern der Materie<br />

längst als Meilenstein<br />

angesehen wird.<br />

RAUM UND<br />

AUFSTELLUNG<br />

Raumgröße<br />

K M<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

Passend für kleine und mittlere<br />

Räume, darf wandnah stehen.<br />

Einwinkeln meist nicht nötig.<br />

Auch für kurze Hörabstände.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 174.<br />

F<br />

Doch warum dieser Sonderweg? Physiker<br />

Dr. Roland Gauder hat starke Argumente<br />

parat: Je höher die Flankensteilheit,<br />

desto wirksamer werden unerwünschte<br />

Anteile aus Nachbarbereichen<br />

ausgeblendet. Steilflankige Filter reduzieren<br />

die elektrische und mechanische<br />

Belastung der Treiber und sorgen für<br />

schmalere Überlappungsbereiche. Damit<br />

verlieren die gefürchteten Laufzeitdifferenzen<br />

ihren Schrecken, die durch<br />

unterschiedliche Entfernungen einzelner<br />

Chassis zum Ohr entstehen.<br />

Derart aufwendige Frequenzweichen<br />

kamen bislang nur in hochpreisigen<br />

Lautsprechern der Marke Isophon zum<br />

Einsatz, die ebenfalls aus Gauders exquisiter<br />

Werkstatt stammen. Doch der<br />

gleichnamige Berliner Chassis-Hersteller<br />

schließt zum <strong>Jahre</strong>sende 2012 seine<br />

Fertigung, so dass eine Weiterführung<br />

des Namens keinen Sinn macht, zumal<br />

in Gauders neueren Modellen längst<br />

andere Treiber stecken.<br />

Dennoch besteht kein Grund zur Panik.<br />

Die Renninger Fertigungsstätte, in der<br />

Gehäuse und Weichen hergestellt<br />

werden, bleibt erhalten und firmiert ab<br />

Januar 2013 unter „Gauder Akustik“.<br />

Zeitgleich startet die neue Arcona-Serie,<br />

welche die Technologie der hochwirksamen<br />

Filter auch weniger finanzkräftigen<br />

Käuferschichten zugänglich macht.<br />

Die Chassis stammen von einem neuen<br />

Lieferanten und wurden maßgeschneidert<br />

für die Belange der steilen Filter.<br />

Ähnlich wie in den höherwertigen Modellen<br />

hat man betont steife Konus-<br />

Membranen verbaut, allerdings nicht<br />

aus sündhaft teurer Spezialkeramik, sondern<br />

aus preiswerterem Aluminium. Als<br />

Hochtöner dient ein neuer Air-Motion-<br />

Transformer mit mehrfach gefalteter<br />

Folienmembran.<br />

Konstruktiv geht der Boxendoktor, wie<br />

ihn seine Umgebung respektvoll nennt,<br />

einen Schritt weiter als bei den bisherigen<br />

Modellen und filtert nicht nur Tiefund<br />

Mitteltöner in beide Richtungen,<br />

sondern erstmals auch den Hochtöner.<br />

Ziel ist neben einem optimalen Frequenzgang<br />

eine Reduzierung des Klirr.<br />

16<br />

www.audio.de ›01 /2013


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

GEHOBENE AUSSTATTUNG: Die mattsilbernen Aluminium-Membranen der Tiefmitteltöner werden rückseitig durch einen dunkelgrauen<br />

Hilfskonus gestützt und bedämpft. Das Kabelterminal (rechts) ist eine besonders kontaktstarke Ausführung vom Typ WBT Nextgen.<br />

HERZSTÜCK:<br />

Die Bauteile-intensive<br />

Frequenzweiche belegt<br />

zwei separate Platinen.<br />

Die Wertebestimmung<br />

ist eine mathematische<br />

Herausforderung. Die<br />

Filtereigenschaften der<br />

Gehäuse und Chassis<br />

sind Bestandteil der<br />

Berechnungen.<br />

Tatsächlich verzerrt die Arcona (siehe<br />

Diagramme am Ende der Teststrecke)<br />

nur wenig und lässt sich Dynamiksprünge<br />

entlocken, die man derart lebenspartnerkompatiblen<br />

Boxen gewöhnlich nicht<br />

zutraut. Die 60 tönt in allen Lebenslagen<br />

faszinierend freigiebig und passt sich<br />

der Musik an wie ein Chamäleon seiner<br />

Umgebung. Sanfte Töne kommen zart<br />

und geschmeidig, kernige Attacken<br />

hemmungslos direkt.<br />

Der Bassfilterzweig hält unsinnig tiefe<br />

Frequenzen von den Schwingsystemen<br />

fern und vermeidet damit unnötige<br />

Membranbewegungen, die keinen akustischen<br />

Nutzen haben. Derart umsorgt,<br />

können die offensichtlich hochtalentierten<br />

Treiber ihr ganzes Talent der Musik<br />

widmen. Das gelingt ihnen so überzeugend,<br />

dass auch erfahrene Tester den<br />

Atem anhielten.<br />

„Hyperballad“, die treibende<br />

Hymne der isländischen Sängerin<br />

Björk, ist ein dynamisch weit<br />

ausgreifender, durchaus basslastiger<br />

Titel, der nur mit großen<br />

Boxen so richtig Spaß macht.<br />

Doch auch die zierliche Arcona 60<br />

klingt damit auffallend körperhaft,<br />

tieftonsouverän und raumgenau –<br />

und macht dickere Boxen in nicht<br />

zu großen Räumen entbehrlich.<br />

<strong>AUDIO</strong> 6/1999:<br />

ISOPHON EUROPA<br />

Die Boxen aus der Hand von Roland Gauder<br />

waren häufig ihrer Zeit voraus. Einen<br />

Meilenstein stellte bereits 1993 die Vertigo<br />

dar, aus deren Bandpassgehäuse ultratiefe<br />

und mächtige Bässe emporstiegen, sofern<br />

den Verstärkern an der niederohmigen Last<br />

nicht die Puste ausging. Kommerziell noch<br />

erfolgreicher war die Europa für rund<br />

12 000 Mark, die <strong>AUDIO</strong> im Juni 1999<br />

testete. Mit drei trickreich angesteuerten<br />

Mitteltönern, davon einer seitlich, entstand<br />

eine hochgenaue Räumlichkeit. Die Chassis<br />

kamen alle von Isophon. Die extrem steilen<br />

Filter hielten erst <strong>Jahre</strong> später Einzug und<br />

ermöglichten den Schwenk zu Treibern mit<br />

betont steifen Membranen aus Keramik<br />

und neuerdings Aluminium. Autor beim Test<br />

der Europa war Joachim Pfeiffer.<br />

<strong>35</strong><br />

www.audio.de ›01 /2013 17


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

HECO THE NEW STATEMENT UM 4800 EURO<br />

Der Name Heco ist eng mit der<br />

Geschichte von <strong>AUDIO</strong> verbunden.<br />

Dank einer umfangreichen<br />

Modellpalette war der in den 50er <strong>Jahre</strong>n<br />

in Schmitten im Taunus gegründete<br />

Boxenhersteller regelmäßig im Heft vertreten<br />

– und schaffte es nicht selten zum<br />

Testsieger. Dabei behielten die Hecorianer<br />

stets Bodenhaftung und definierten<br />

sich als Marke für die gutbürgerliche<br />

Mitte, die darauf bedacht ist, dass Preis<br />

und Leistung in einem gesunden Verhältnis<br />

zueinander stehen.<br />

Daran hat sich bis heute nichts geändert,<br />

obwohl die heutige Heco mit Sitz in Pulheim<br />

bei Köln amerikanische Eigentümer<br />

hat und die Fertigung – nicht die Entwicklung<br />

– vollständig in Fernost stattfindet.<br />

Monsterboxen groß wie Telefonzellen<br />

zum Gegenwert einer kleinen Eigentumswohnung<br />

hat es bei Heco nie gegeben.<br />

Das mag fürs Image wenig förderlich<br />

sein, sollte aber rational denkende<br />

Musikliebhaber durchaus freudig stimmen.<br />

Denn die Vermarktung von Vorzeigeprodukten<br />

ist ziemlich aufwendig und<br />

geht firmenintern nicht selten zu Lasten<br />

der preiswerteren Produkte.<br />

Die größte und kostspieligste Box der<br />

Schmittener Heco-Zeit war die Concerto<br />

Grosso von 1990, zum damaligen Listenpreis<br />

von 10 000 Mark. Mehr als 20 <strong>Jahre</strong><br />

später – und ebenso viele Lohnrunden<br />

weiter – gipfelt die Produktpalette in der<br />

New Statement, die für 4800 Euro den<br />

Besitzer wechselt. Trotz nominell und<br />

erst recht inflationsbereinigt gesunkener<br />

Anschaffungskosten bietet das aktuelle<br />

Heco-Flaggschiff einige Besonderheiten,<br />

die für eine Concerto Grosso (siehe Kasten<br />

rechte Seite) undenkbar waren.<br />

Etwa Körbe aus massivem Alu-Druckguss,<br />

die an den sichtbaren Stellen hochglänzend<br />

veredelt sind. Drei vertikal<br />

gestaffelte Bassreflexrohre der gleichen<br />

Güteklasse sind mit der Boxenrückwand<br />

verschraubt, wo sie eine machtvolle<br />

Raumanregung sicherstellen, die auch<br />

bei höchsten Pegeln frei von Strömungs-<br />

KLANGSTARK: Eine straff eingespannte<br />

Membran aus Kraftpapier und der starke<br />

Antrieb kennzeichnen den Mitteltöner.<br />

RAUM UND<br />

AUFSTELLUNG<br />

Raumgröße<br />

M<br />

K<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

Freie Aufstellung wählen und<br />

für maximale Feindynamik zum<br />

Hörplatz anwinkeln. Ortsfilter<br />

helfen bei der Anpassung.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 174.<br />

F<br />

MACHTVOLL<br />

UND GEDIEGEN:<br />

Die annähernd 50 Kilo<br />

schwere Box ist an<br />

den Seiten elegant<br />

gerundet und bis<br />

ins kleinste Detail<br />

piekfein verarbeitet.<br />

Die Druckgusskörbe<br />

wurden hoch glänzend<br />

veredelt.<br />

18<br />

www.audio.de ›01 /2013


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

DAS PERFEKTE TERMINAL: Großzügig bemessene und gut erreichbare Klemmen machen die Verkabelung zum Vergnügen.<br />

Mitten und Höhen sind justierbar. Durch das großflächige Gitter an der Boxenrückseite (rechts) strömt ein Teil der Mitteltonenergie.<br />

geräuschen bleibt. Darunter ist ein Anschlussfeld<br />

eingepasst, das Haptik-<br />

Perfektionisten und Klangtüftler gleichermaßen<br />

begeistern dürfte. Die Klemmen<br />

sind riesig, bestens zu greifen und für alle<br />

Arten von Steckern und Kabelschuhen<br />

geeignet. Hinzu kommt eine Ortsanpassung<br />

für Mitten und Höhen, die<br />

Nutzer zufriedenstellt, wenn Raum oder<br />

Aufstellung nicht optimal sind.<br />

Der dem Mitteltonbereich zugeordnete,<br />

selbstverständlich sorgfältig bedämpfte<br />

Teil des Gehäuses endet an der Boxenrückwand<br />

mit einem schalldurchläs sigen<br />

Gitter; so fließt in gewissem Umfang<br />

auch Energie nach hinten. Das Abstrahlverhalten<br />

erhält dadurch einen moderaten<br />

Dipolcharakter. Die Box sollte deshalb<br />

weder zu nah an der Rückwand stehen<br />

noch in zu stark bedämpfter Umgebung.<br />

Der Mitteltöner ist durch die teiloffene<br />

Bauweise keinen Reflexionen aus<br />

dem Inneren des Boxengehäuses ausgesetzt,<br />

kann daher ungehemmt schwingen.<br />

Der großformatige Konustreiber<br />

besitzt eine klangsensible Membran aus<br />

sogenanntem Kraftpapier, angetrieben<br />

von einem Alnico-Magnetsystem. Die<br />

vornehme Mischung aus Eisen, Aluminium,<br />

Nickel und Cobalt lässt sich von<br />

schwankenden Temperaturen weniger<br />

beeindrucken als etwa Ferrit.<br />

Im Hochtonbereich ist ein großformatiges<br />

Kalotten-System verbaut, mit<br />

Doppel magnet und resonanzarmer Polyfaser-Membran.<br />

Auch das Auge kommt bei der New<br />

Statement voll auf seine Kosten. Die<br />

Oberflächen sind serienmäßig hochglänzend<br />

ausgeführt, entweder klavierlackschwarz<br />

wie bei den Testmustern oder<br />

in dunkelbraunem Holzfurnier, treffenderweise<br />

Espresso genannt.<br />

Für Irritationen der freudigen Art sorgt<br />

zunächst der sehr geringe Wattbedarf<br />

der New Statement, die daher auch mit<br />

zarter besaiteten Verstärkern harmoniert.<br />

Vom ersten Atemzug an imponierte die<br />

Box mit einer hochgradig temperamentvollen<br />

und sinnlichen Spielweise, mit satten<br />

Klangfarben und einem überragenden<br />

Gespür für Nuancen aller Art.<br />

„The Shrew“ von der Folkband Beirut verknüpft<br />

auf teils augenzwinkernde Weise<br />

Blechbläser mit einer kernigen Männerstimme.<br />

Die vordergründig schlichte<br />

Mixtur sprüht vor Witz und Vitalität, was<br />

die Heco unglaublich engagiert, farbenreich<br />

und doch samtpfötig übertrug. Am<br />

Ende blieb kein Auge trocken. Mühelos<br />

wurden hier feinste Lautstärke-<br />

Unterschiede angereicht. Der<br />

Leadsänger schien direkt vor<br />

dem Hörer zu stehen, räumlich<br />

exakt eingebunden und völlig<br />

unverschleiert.<br />

Keine Frage, mit der neuen Statement<br />

schuf Heco einen Ausnahmewandler,<br />

der preislich auf dem<br />

Teppich bleibt. Einen, der auch bei<br />

gewöhnlichen Musiktiteln animalisch-freudvoll<br />

zur Sache geht.<br />

<strong>AUDIO</strong> 3/1990: HECO<br />

CONCERTO GROSSO<br />

Das Heco-Topmodell der frühen 90er <strong>Jahre</strong><br />

kostete 10 000 Mark und stammt aus der<br />

Zeit, als die Firma ihren Sitz in Schmitten<br />

im Taunus hatte, wo lange auch produziert<br />

wurde. Die Technik stammt von Wolfgang<br />

Seikritt (verstorben 1999), der viele <strong>Jahre</strong><br />

einer der führenden deutschen Entwickler<br />

war. Die Concerto Grosso (die linke Box auf<br />

dem Foto unten) war <strong>35</strong> Zentimeter höher<br />

als heute die Statement und besaß drei<br />

Tief- und zwei Mitteltöner. Das Gehäuse<br />

war vollständig geschlossen. Die Concerto<br />

klang recht neutral, aber bei weitem nicht<br />

so lebendig wie die Statement. Finessen<br />

wie integrierte Ortsfilter oder Klavierlack<br />

waren damals nicht klassenüblich. Die Box<br />

neben der Heco hieß Transfer und kam von<br />

ATL. Damaliger Autor: Hans-Martin Burr.<br />

<strong>35</strong><br />

www.audio.de ›01 /2013 19


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

CABASSE PACIFIC 3 UM 10 000 EURO<br />

Die vergnüglichen <strong>35</strong> <strong>Jahre</strong>, auf<br />

die <strong>AUDIO</strong> zurückblicken darf,<br />

mögen manchem wie eine<br />

Ewigkeit erscheinen. Doch einige Hersteller<br />

sind schon wesentlich länger erfolgreich.<br />

Cabasse aus Frankreich zum<br />

Beispiel kann auf eine über 60-jährige<br />

Geschichte zurückblicken, an die sich<br />

vielleicht einige ältere Leser erinnern<br />

werden.<br />

Etwa an die 1981 erschienene Superbox<br />

vom Typ Albatros, die als hochauflösendes,<br />

vollaktives Vierwege-System ihrer<br />

Zeit weit voraus war. Die ersten rundfunkkompatiblen<br />

Aktivboxen liefen bei<br />

den Franzosen in den 70er <strong>Jahre</strong>n vom<br />

Band; seit Ende der 60er ist Cabasse<br />

auf dem deutschen Markt präsent.<br />

Dass die Pacific 3 mit einem stolzen, 17<br />

Zentimeter großen Koaxialstrahler der<br />

Sonderklasse aufwarten kann, hat Cabasse<br />

der Beharrlichkeit seiner Entwickler<br />

zu verdanken. Selbige trieben das<br />

komplexe Gebilde (siehe Explosionszeichnung)<br />

über die <strong>Jahre</strong> zu einer enormen<br />

Reife. Der Treiber kann Schallwellen<br />

dank seiner organischen, nach vorn<br />

gewölbten Form über einen extrem breiten<br />

Winkel homogen abstrahlen, was<br />

Bestwerte bei Impulstreue und Räumlichkeit<br />

erwarten lässt.<br />

Die erste Cabasse-Box mit einem Koaxialsystem<br />

in Kugelform war 1992 die<br />

skulpturenhaft geformte Atlantis mit<br />

Dreiwege-Punktstrahler, den im Tiefbass<br />

zwei 30er-Bässe unterstützten.<br />

Der vollaktive Technologieträger wog<br />

180 Kilo und war über zwei Meter hoch.<br />

1999 folgte die deutlich wohnraumfreundlichere<br />

Adriatis 600, die <strong>AUDIO</strong><br />

im Juni 1999 testen durfte.<br />

Nach und nach wanderte die Technologie<br />

in kompaktere Boxen – wobei auch<br />

die Pacific 3 kein wirklich zierliches Gebilde<br />

darstellt. Gut 1,30 Meter hoch und<br />

fast 60 Zentimeter tief, fällt sie eher in<br />

die Rubrik „erschwingliche Superbox“.<br />

Die Zweiwege-Version der Koax-Kugel<br />

wird hier von zwei 8-Zoll-Bässen flankiert.<br />

So liegt das akustische Zentrum<br />

für alle Frequenzen am gleichen Ort, im<br />

Bereich des Koax. Dem Ideal einer<br />

punktförmigen Schallquelle kommt der<br />

Lautsprecher damit extrem nahe.<br />

Was die Zusammensetzung der Membran-Werkstoffe<br />

angeht, hält sich Cabasse<br />

traditionell bedeckt. Das kann<br />

man vom Klang in keinster Weise be-<br />

KRAFTPAKET: Die<br />

mit Klarlack rundum<br />

veredelten Gehäuse<br />

sind im unteren Teil<br />

leicht gekrümmt. Die<br />

Stoffmütze für den<br />

Kugel-Koax ist vom<br />

restlichen Rahmen<br />

getrennt.<br />

RAUM UND<br />

AUFSTELLUNG<br />

Raumgröße<br />

K M<br />

Akustik<br />

T<br />

D<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

G<br />

H<br />

Darf dank straffem Bass auch<br />

wandnah stehen. Anwinkeln<br />

meist nicht erforderlich. Auch<br />

für kurze Distanzen geeignet.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 174.<br />

F<br />

20<br />

www.audio.de ›01 /2013


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

PURISMUS: Zugunsten hochwertiger Einzelklemmen verzichtete Cabasse auf das<br />

selten genutzte Bi-Wiring. Der Tweeter steckt in einer wulstigen Schallführung.<br />

2<br />

3<br />

1<br />

4<br />

1<br />

2<br />

3<br />

4<br />

DER KOAX<br />

besteht aus zwei<br />

getrennten Chassis,<br />

die exakt ineinander<br />

passen. In der Mitte<br />

sitzt der Hochtöner.<br />

DIE MEMBRAN<br />

des Mitteltöners,<br />

aus feinem Hartschaum<br />

gefertigt, ist<br />

ringförmig um den<br />

Tweeter gezogen.<br />

BEIDE EINHEITEN<br />

lagern in einem<br />

exakt bemessenen<br />

Korb, der die elektrisch<br />

eigenständigen<br />

Treiber fixiert.<br />

SCHRAUBEN<br />

und andere Tools<br />

halten alle Teile am<br />

Platz und gestatten<br />

im Servicefall das<br />

Zerlegen.<br />

haupten, denn hier regierte Spielfreude<br />

pur. Ganz besonders imponierte die<br />

hochgradig genaue Raumdarstellung,<br />

die für ernsthafte Kenner kein entbehrliches<br />

„Nice to have“ darstellt, sondern<br />

eher eine Conditio sine qua non, sprich:<br />

eine Bedingung, ohne die ein vollständiges<br />

Eintauchen in die Musik gar nicht<br />

möglich ist.<br />

Der Gospel-Klassiker „Oh When The<br />

Saints“ mit dem Posaunisten Wycliffe<br />

Gordon (siehe 1. Folge der <strong>AUDIO</strong>phile-<br />

Pearls Heft-CD, Ausgabe 11/2012) entfaltete<br />

an der Pacific die volle Pracht<br />

seiner akustischen Instrumentierung.<br />

Die Band wurde in Breite und Tiefe derart<br />

exakt gestaffelt, dass man glauben<br />

mochte, Einspielung und Kette seien<br />

mehrkanalig. Schlagzeug und Posaune<br />

klangen ebenso wuchtig wie unverschleiert,<br />

selbst mit martialischen Pegeln,<br />

die einem Live-Erlebnis vermutlich<br />

sehr nahe kamen.<br />

Deutlich sanftere Töne stecken in den<br />

Werken für Cello und Klavier<br />

von Johannes Brahms, die auf<br />

der gleichen CD mit einem fünfminütigen<br />

Sonatensatz vertreten<br />

sind. Hier gefiel die Cabasse<br />

mit einer sehr natürlichen Spielweise,<br />

wie auch mit Wärme und<br />

Geschmeidigkeit. Wieder imponierte<br />

die Box mit ihrer überragend<br />

genauen Raumdarstellung.<br />

Speziell in dieser Disziplin steht die<br />

Pacific 3 allein auf weiter Flur.<br />

<strong>AUDIO</strong> 6/1999:<br />

CABASSE ADRIATIS 600<br />

Mit der Adriatis 600 übertrug Cabasse die<br />

beim Bau der großen Atlantis gewonnenen<br />

Erfahrungen auf ein kompakteres Format.<br />

Der Preis lag mit 40 000 Mark nicht mal halb<br />

so hoch wie der des Flaggschiffs, dafür<br />

waren passive Weichen verbaut, und die<br />

Anwender mussten eigene Verstärker<br />

bereitstellen. Der Dreiwege-Koax saß in<br />

einer eigenen Kugelschale vor der kantigen<br />

Basseinheit mit zwei Innentreibern. Die<br />

Koaxialeinheit kommt in abgewandelter<br />

Form noch heute in den Topmodellen<br />

La Sphère und L’Océan zum Einsatz, die das<br />

Punktstrahler-Prinzip mit vier einzelnen<br />

Wegen auf die Spitze treiben. Für ihre Zeit<br />

klang die Adriatis wahnsinnig raumgenau,<br />

hochauflösend und authentisch. Der Autor<br />

damals: Bernd Theiss.<br />

<strong>35</strong><br />

www.audio.de ›01 /2013 21


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

DALI EPICON 8 UM 14 000 EURO<br />

Eine gewisse Dominanz heimischer<br />

Hersteller charakterisierte die frühen<br />

<strong>AUDIO</strong>-<strong>Jahre</strong>. Doch schon in<br />

den Achtzigern änderten sich die Verhältnisse:<br />

Neben Engländern und Amerikanern<br />

eroberten auch skandinavische Anbieter<br />

größere Marktanteile und setzten<br />

die Platzhirsche unter Druck.<br />

Einer dieser Neuankömmlinge war der<br />

1983 gegründete dänische Boxenhersteller<br />

Dali, der allerdings erst 1990<br />

begann, seine Produkte in größerem<br />

Umfang zu exportieren. Der Name steht<br />

für „Danish Audiophile Loudspeaker Industries“<br />

– da lobt man sich doch die<br />

handliche Abkürzung. Trotz seiner relativ<br />

kurzen Historie kann Dali zahlreiche<br />

Testerfolge vorweisen, häufig sogar in<br />

den hart umkämpften Preisklassen für<br />

Einsteiger. Das bislang prominenteste<br />

Aushängeschild der Dänen war die 1997<br />

vorgestellte, über zwei Meter hohe<br />

Megaline, die mit einer Vielzahl vertikal<br />

angeordneter Treiber und einer aktiven<br />

Frequenzweiche als Linienstrahler konzipiert<br />

wurde.<br />

Seit kurzem fertigt Dali eine neue, mit<br />

großem Aufwand und viel Liebe zum<br />

Detail entwickelte Spitzen-Baureihe.<br />

Das Topmodell heißt Epicon 8 und ist<br />

wie seine kleineren Geschwister in drei<br />

hochgradig gediegenen Farbstellungen<br />

zu haben. Neben dem Klassiker Hochglanz<br />

schwarz sind Makassar und Walnuss<br />

verfügbar. Die Furniere werden<br />

zehnfach lackiert und vor jedem weiteren<br />

Zwischenschritt von Hand poliert,<br />

was auch in dieser gehobenen Preisklasse<br />

nicht selbstverständlich ist. Die Ge-<br />

FÜR KENNER<br />

UND GENIESSER:<br />

Die überaus elegant<br />

verarbeiteten<br />

Mehrschichtgehäuse<br />

wurden intern zusätzlich<br />

versteift, die beiden<br />

Reflexrohre mit<br />

der Rückwand sicher<br />

verschraubt. Das<br />

noble Kabelterminal<br />

ist Bi-Wiring-fähig.<br />

RAUM UND<br />

AUFSTELLUNG<br />

Raumgröße<br />

K M<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Sollte frei stehen und nicht in<br />

zu kleinen Räumen. Anwinkeln<br />

zum Hörplatz steigert Brillanz.<br />

Raum nicht überdämpfen.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 174.<br />

22<br />

www.audio.de ›01 /2013


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

TECHNIK VOM FEINSTEN: Die Hochtonkalotte (links vorne im Bild) verfügt über ein langhubiges Schwingsystem und eine sehr tiefe<br />

Eigenresonanz. Die Bassreflexrohre (mittleres Bild) sitzen direkt hinter den besonders strömungsgünstig gestalteten Tieftönern (rechts).<br />

häuse sind durch ihren mehrschichtigen<br />

Aufbau mit stabilisierenden Rundungen<br />

und zusätzlichen Versteifungen hochgradig<br />

klangneutral.<br />

Das akustische Konzept ist extrem anspruchsvoll:<br />

Schwächen der Schwingsysteme<br />

will man nicht elektrisch (in der<br />

Weiche) oder mechanisch (durch hochdämpfende<br />

Sicken) unterdrücken, sondern<br />

bereits im Ansatz durch konstruktive<br />

Maßnahmen verhindern. Hinzu<br />

kommen puristische Frequenzweichen<br />

mit vergleichsweise wenigen Bauteilen,<br />

die der höheren Klangtreue wegen hartverdrahtet<br />

sind.<br />

Die Konustreiber, die Dali selbst herstellt,<br />

verwenden einen neuartigen<br />

weichmagnetischen Werkstoff, dessen<br />

Eigenschaften weniger von der Frequenz<br />

abhängen als bei Eisen. In Kombination<br />

mit zwei Aluminium-Ringen im<br />

Bereich des Polkerns will Dali die Verzerrungen<br />

gegenüber konventionellen<br />

Treibern extrem reduziert haben.<br />

Im Hochtonbereich setzen die Dänen<br />

auf ihre bewährte Kombination aus Gewebekalotte<br />

und Bändchensystem, die<br />

mechanisch und elektrisch weiter verfeinert<br />

wurde. Die Doppelbestückung,<br />

bei der das Bändchen erst oberhalb von<br />

10 Kilohertz ins Spiel kommt, überträgt<br />

Signale bis weit über die Hörgrenze hinaus<br />

und erzielt ein gleichmäßig breites<br />

Abstrahlverhalten.<br />

Der konstruktiv so aufwendige Hochtonbereich<br />

stach klanglich weder hervor,<br />

noch besaß er anderweitig spektakuläre<br />

Eigenschaften; er tat, was er sollte, und<br />

das mit Bravour.<br />

Der Eindruck eines extrem ausgereiften<br />

Schallwandlers setzte sich in den übrigen<br />

Bereichen fort und führte zu einem<br />

rundum untechnischen Gesamtklang,<br />

dessen Geschlossenheit Maßstäbe<br />

setzte. Anfänglich suchte man noch<br />

mögliche Schwächen; doch schnell<br />

war klar: keine Chance! Dali hatte mit<br />

seinem enormen Entwicklungsaufwand<br />

ganze Arbeit geleistet.<br />

Nebenbei spielte die Epicon 8 derart<br />

lässig und unkomprimiert drauflos, dass<br />

man alsbald glaubte, echte Musiker vor<br />

sich zu erleben und nicht zwei Lautsprecherboxen.<br />

Der Gospelsong „Oh When<br />

The Saints“ klang mit der großen Epicon<br />

herrlich rein und natürlich, die melodieführende<br />

Posaune strahlte und leuchtete,<br />

dass es eine Freude war. Bei steigenden<br />

Pegeln ging die Dänin eins zu eins<br />

mit, ließ dabei die Klangfarben im Gegensatz<br />

zu weniger gut durchkonstruierten<br />

Boxen unangetastet<br />

und offenbarte speziell<br />

im Bass unglaublich viele Feinheiten.<br />

Den Gesamtcharakter<br />

könnte man als „Fels in der Brandung“<br />

beschreiben.<br />

Kurz: Die Dali Epicon 8 ließ sich<br />

durch nichts aus der Fassung bringen<br />

und spielte, was in diesem<br />

Fall kein Widerspruch ist, ebenso<br />

hochauflösend wie unangestrengt.<br />

STEREOPLAY 11/1997:<br />

DALI MEGALINE<br />

Beim Test des Dali-Flaggschiffs hatten<br />

die Kollegen der hausinternen stereoplay-<br />

Konkurrenz die Nase vorn. Der heutige<br />

<strong>AUDIO</strong>-Chefredakteur Bernhard Rietschel<br />

war damals beim Schwesterblatt beschäftigt<br />

und kann sich noch gut an die extrem<br />

schwere und hoch aufragende Schallzeile<br />

für 60 000 Mark erinnern. In den 2,31 Meter<br />

hohen Gehäusen waren je 12 Tiefmitteltöner<br />

und drei langgezogene Bändchensysteme<br />

eingesetzt, die auch zur Rückseite<br />

Energie abgaben. Die Ansteuerung erfolgte<br />

über eine sehr komplexe Aktivweiche und<br />

zwei externe Endverstärker pro Kanal. Der<br />

Klang des Linienstrahlers war sehr transparent.<br />

Die eng umrissene Hörzone machte<br />

eine gradgenaue Ausrichtung erforderlich.<br />

Damaliger Autor: Jürgen Schröder.<br />

<strong>35</strong><br />

www.audio.de ›01 /2013 23


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

T+A SOLITAIRE CWT 1000 UM 24 000 EURO<br />

Produkte von T+A sind in <strong>AUDIO</strong>-<br />

Tests mit schöner Regelmäßigkeit<br />

vertreten – nicht zuletzt, weil der<br />

westfälische High-End-Anbieter ein sogenannter<br />

Vollsortimenter ist, dessen<br />

Produktpalette alle für eine HiFi-Kette<br />

nötigen Geräte umfasst.<br />

Das war nicht immer so, zu Beginn seiner<br />

Historie war T+A in erster Linie ein<br />

Boxenhersteller. Der Durchbruch gelang<br />

mit der TMR 160, die als highfideler<br />

Volkslautsprecher der 90er <strong>Jahre</strong> galt.<br />

Die wuchtige Transmissionline-Säule<br />

mit zwei 25er-Bässen kostete maßvolle<br />

6000 Mark und traf den Nerv der Zeit.<br />

Deutlich vornehmer war die Solitaire<br />

OEC 2000, die <strong>AUDIO</strong> im März 1986 zu<br />

Gast hatte. Das Highlight der Superbox<br />

stellte ein elektrostatischer Hochtöner<br />

mit eigener Röhrenendstufe dar.<br />

Auch heute heißen die Spitzenmodelle<br />

von T+A „Solitaire“ und nutzen als Hochtöner<br />

einen elektrostatischen Wandler,<br />

den die Westfalen selbst herstellen, weil<br />

es einen Strahler dieser Güteklasse auf<br />

dem freien Markt nicht zu kaufen gibt.<br />

Ansonsten haben die Topmodelle nicht<br />

mehr viel gemeinsam. Speziell beim<br />

Winkelverhalten beschreitet die aktuelle<br />

CWT 1000 deutlich andere Wege.<br />

Sechs Konusmitteltöner und ein knapp<br />

einen Meter langer Elektrostat bilden<br />

eine vertikal ausgedehnte Schallquelle,<br />

die eine nach vorne gerichtete Zylinderwelle<br />

erzeugt. So wird der Klang eindruck<br />

am Hörplatz mehr vom Direktschall geprägt<br />

und weniger vom Raum. Besonders<br />

bei größeren Hörentfernungen jenseits<br />

der üblichen drei bis vier Meter<br />

führt dieses Abstrahlverhalten zu mehr<br />

Präzision und Transparenz.<br />

Um den Bass kümmern sich vier acht<br />

Zoll große Tieftöner in geschlossenen<br />

Kammern, die sich seitlich paarweise<br />

gegenübersitzen und so das noble Gehäuse<br />

nicht in Schwingungen versetzen,<br />

weil die eingeleiteten Kräfte einander<br />

aufheben. Die Chassis-Anordnung und<br />

die für alle Frequenzbereiche sehr üppige<br />

Membranfläche beeinflussen nicht<br />

PRINZIP ZYLINDERWELLE: Durch die<br />

große Ausdehnung in der Vertikalen wird der<br />

Schall gezielt zum Hörer gelenkt. So lassen<br />

sich große Distanzen besser überbrücken.<br />

RAUM UND<br />

AUFSTELLUNG<br />

Raumgröße<br />

K M<br />

Akustik<br />

T<br />

A<br />

Aufstellung<br />

W<br />

D<br />

G<br />

H<br />

F<br />

Nicht zu wandnah stellen, ideal<br />

für Hörentfernungen ab etwa 4<br />

Meter. Anwinkeln erforderlich,<br />

Kippschalter für Tuning nutzen.<br />

Die Aufschlüsselung der Symbole finden Sie<br />

auf Seite 174.<br />

24<br />

www.audio.de ›01 /2013


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

TECHNISCHE LECKERBISSEN: Die acht Zoll großen Tieftöner sitzen sich paarweise gegenüber und sind durch Metallstangen verbunden.<br />

Die Gehäuse bleiben daher völlig ruhig. Der fast einen Meter lange Hochton-Elektrostat (rechts oben die Rückseite) ist ein Eigengewächs.<br />

KOMPLEXER AUFBAU: Den Mitteltönern<br />

stehen separate Volumina zur Verfügung. Im<br />

Terminal (links) sitzt unterhalb der Klangschalter<br />

die Netzbuchse für den Elektrostat.<br />

nur die Hörplatz-Reichweite, sie bieten<br />

auch dynamische Vorteile, weil die Treiber<br />

selbst bei gehobenen Lautstärken<br />

nur mäßig gefordert werden.<br />

Daraus ergab sich eine Lässigkeit im<br />

Umgang mit Pegelsprüngen, die man erlebt<br />

haben muss. Salopp gesagt, war es<br />

der T+A völlig wurst, ob in einer Partitur<br />

kleine oder großen Pauken vorgesehen<br />

sind. Markerschütternde Impulse<br />

schoss die CWT 1000 inklusive aller<br />

Bassanteile derart verzögerungsfrei und<br />

souverän in den Raum, dass dem Hörer<br />

der Atem stockte. Diese Impulse klangen<br />

dank reduzierter Reflexionen auch<br />

schnell wieder ab. Unwillkürlich stellt<br />

sich die Frage, warum andere Hersteller<br />

nicht zu ähnlichen Konzepten greifen.<br />

Derweil genießen CWT-Eigner schon<br />

heute eine Feindynamik, die anderswo<br />

noch auf sich warten lässt. Alle Lagen<br />

klangen wohldosiert und akkurat, doch<br />

speziell der Hochtonbereich müsste Audiophilen<br />

vorkommen wie Weihnachten<br />

und Ostern zusammen. Der<br />

Elektrostat klang umwerfend<br />

rein und rassig, beantwortete<br />

so ganz nebenbei die Frage nach<br />

der überlegenen Bauform. Auch<br />

Spaßbuben werden mit der Box<br />

ihre helle Freude haben, denn der<br />

Bass kommt traumhaft machtvoll<br />

und schnell. Nur einen Warnhinweis<br />

hat T+A vergessen.<br />

„Achtung Suchtgefahr“ sollte dick<br />

und fett hinten draufstehen.<br />

<strong>AUDIO</strong> 3/1986:<br />

T+A SOLITAIRE OEC 2000<br />

Schon sehr früh begann T+A, die Grenzen<br />

des technisch Machbaren auszuloten, und<br />

entwickelte eine Serie von Aktivboxen, die<br />

ihrer Zeit konzeptionell weit voraus waren.<br />

Die Tieftöner arbeiteten in geschlossenen<br />

Gehäusen und waren membrangeregelt. Im<br />

Hochton kam ein elektrostatischer Wandler<br />

zum Einsatz, angetrieben von einer federnd<br />

gelagerten Röhrenendstufe. Topmodell war<br />

die OEC 2000 mit drei 25er Bässen. Der<br />

Klangcharakter war präzise und sehr neutral,<br />

mit ultratrockenen und abartig tiefen<br />

Bässen. Die starke Bündelung verlangte<br />

eine penible Ausrichtung. Bei <strong>AUDIO</strong> war<br />

die OEC 2000 für seinerzeit 21 000 Mark<br />

Teil eines groß angelegten Vergleichs von<br />

Superboxen. Damaliger Autor:<br />

Hans-Günther Beer.<br />

<strong>35</strong><br />

www.audio.de ›01 /2013 25


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

FAZIT<br />

Wolfram Eifert<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Bis auf die Megaline konnte ich<br />

die aufgeführten Klassiker alle<br />

selbst hören. Es waren durch die<br />

Bank faszinierende Wandler, doch<br />

seither hat sich dank Klippel und<br />

Co. im Boxenbau viel getan. Die<br />

Chassis arbeiten deutlich linearer,<br />

Filter und Abstrahlverhalten sind<br />

besser zu optimieren. Das erklärt,<br />

warum die Oldies heute klanglich<br />

nicht mehr mithalten können. Von<br />

der mal samtigen, mal brachialen<br />

Klangdichte und Autorität einer<br />

Epicon 8 oder CWT 1000 konnte<br />

die HiFi-Gemeinde seinerzeit nur<br />

träumen. Auch die übrigen drei<br />

Modelle sind enorm klangstark<br />

und zählen zu den besten ihrer<br />

Klasse. Sie dürfen mir glauben:<br />

Das sind alles echte Rosinen.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Furnier/Folie/Lack<br />

Farben<br />

Arbeitsprinzipien<br />

Raumanpassung<br />

Besonderheiten<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Neutralität (2x)<br />

Detailtreue (2x)<br />

Ortbarkeit<br />

Räumlichkeit<br />

Feindynamik<br />

Maximalpegel<br />

Bassqualität<br />

Basstiefe<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

GAUDER AKUSTIK<br />

ARCONA 60<br />

Gauder Akustik<br />

0 71 59 / 92 01 61<br />

gauderakustik.de<br />

3400 Euro<br />

10 <strong>Jahre</strong><br />

18 x 98 x 28 cm<br />

16 kg<br />

• / – / •<br />

Kirschfurnier, Klavierlack<br />

schwarz oder weiß<br />

2 1/2 Wege Bassreflex<br />

–<br />

Air-Motion-Transformer<br />

ÅFormatbezogen auffallend<br />

souveräner und erwachsener<br />

Klang mit genauer räumlicher<br />

Darstellung und viel Gefühl.<br />

Í Mag keine Extrempegel.<br />

100<br />

105<br />

95<br />

90<br />

90<br />

80<br />

85<br />

90<br />

sehr gut<br />

94 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

HECO<br />

THE NEW STATEMENT<br />

Heco Audio<br />

0 22 34 / 80 70<br />

heco-audio.de<br />

4800 Euro<br />

5 <strong>Jahre</strong><br />

29,2 x 124,5 x 45 cm<br />

48,8 kg<br />

• / – / •<br />

Piano schwarz,<br />

Piano espresso<br />

3 Wege Bassreflex<br />

Mitten, Höhen<br />

Alnico-Mitteltöner<br />

ÅTemperamentvoller Klang<br />

mit überragender Anteilnahme,<br />

raumgreifender Abbildung und<br />

gigantischem Spaßfaktor.<br />

Í –<br />

100<br />

105<br />

95<br />

90<br />

90<br />

95<br />

95<br />

95<br />

überragend<br />

97 PUNKTE<br />

ÜBERRAGEND<br />

CABASSE<br />

PACIFIC 3<br />

ATR Audio Trade<br />

0208 / 88 26 60<br />

audiotra.de<br />

10 000 Euro<br />

5 <strong>Jahre</strong><br />

29 x 131 x 59 cm<br />

56 kg<br />

• / – / •<br />

Hochglanz schwarz,<br />

Mahagoni Hochglanz<br />

3 Wege Bassreflex<br />

–<br />

Zweiwege-Kugelkoax<br />

ÅGlockenreiner, dynamisch<br />

weitgefächerter Charakter<br />

mit grandioser Räumlichkeit<br />

und hohen Pegelreserven.<br />

Í Leichte tonale Defizite.<br />

95<br />

110<br />

110<br />

95<br />

90<br />

100<br />

95<br />

100<br />

sehr gut<br />

100 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

MESSLABOR<br />

Gauder Akustik Arcona 60 (AK: 72) Dali Epicon 8 (AK: 57)<br />

Gauder Akustik Arcona 60<br />

Frequenzgang<br />

Gauder Akustik Arcona 60 Pegel- & Klirrverlauf<br />

100 dB<br />

110 dB<br />

80 dB 85 dB 90 dB 95 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

100 dB<br />

80 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

Heco The New Statement (AK: 51)<br />

Heco The New Statement<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

Heco The New Statement Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

T+A Solitaire CWT 1000 (AK: 68)<br />

T+A Solitair CWT1000 (neu)<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl. -30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

60 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Cabasse Pacific 3 (AK: 67)<br />

Cabasse Pacific 3<br />

Frequenzgang<br />

100 dB<br />

axial 10*hoch 30*seitl.<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Cabasse Pacific 3<br />

Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

Die besten Ergebnisse bei den Frequenzgangmessungen<br />

zeigen Dali und Heco mit<br />

den geringsten Abweichungen vom Ideal. Die<br />

Heco schluckt am wenigsten Leistung und<br />

kassiert so auch die kleinste <strong>AUDIO</strong>-Kennzahl.<br />

Die Dali lässt sich aus Verstärkersicht ebenfalls<br />

sehr leicht treiben, ihre Impedanzkurve<br />

ist sogar linearisiert. Die Gauder-Box zeigt einen<br />

Bass-Peak bei 90 Hz. Die Kurven der T+A<br />

26<br />

www.audio.de ›01 /2013


Lautsprecher › STANDBOXEN<br />

Musik ist anspruchsvoll!<br />

DALI<br />

EPICON 8<br />

Dali Deutschland<br />

0731 / 14 11 68 61 0<br />

dali-deutschland.de<br />

14 000 Euro<br />

5 <strong>Jahre</strong><br />

<strong>35</strong>,3 x 126,2 x 49,7 cm<br />

47,5 kg<br />

• / – / •<br />

Hochglanz schwarz, Walnuss<br />

oder Makassar Hochglanz<br />

3 1/2 Wege Bassreflex<br />

–<br />

separater Bändchen-Hochtöner<br />

T+A<br />

SOLITAIRE CWT 1000<br />

T+A Elektroakustik<br />

0 52 21 / 76 76 0<br />

taelektroakustik .de<br />

24 000 Euro<br />

5 <strong>Jahre</strong><br />

32 x 131 x 46 cm<br />

83 kg<br />

• / – / •<br />

Hochglanz schwarz/weiß,<br />

Kirsche/Nussbaum/Makassar<br />

3 Wege geschlossen<br />

Bass, Mitten, Höhen<br />

elektrostatischer Hochtöner<br />

ÅVorbildlich neutraler und<br />

genauer Klangcharakter von<br />

überragender Reife. Sehr feine<br />

Artikulation, extrem pegelfest.<br />

Í –<br />

105<br />

110<br />

100<br />

95<br />

105<br />

100<br />

100<br />

100<br />

überragend<br />

103 PUNKTE<br />

ÜBERRAGEND<br />

ÅKlingt extrem dynamisch und<br />

detailreich, ohne je zu nerven.<br />

Überbrückt große Distanzen,<br />

wirkt sagenhaft souverän.<br />

Í Hörzone recht kompakt.<br />

100<br />

120<br />

105<br />

90<br />

110<br />

100<br />

105<br />

100<br />

überragend<br />

105 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

T+A Solitair CWT1000 (neu)Pegel- & Klirrverlauf<br />

110 dB<br />

85 dB 90 dB 95 dB 100 dB<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

50 dB<br />

20 Hz 50 Hz 100 Hz 200 Hz 500 Hz 1 kHz 2 kHz 5 kHz<br />

geben sich etwas wellig. Eine Anhebung im<br />

Bass und wenig Präsenz zeigt die Cabasse.<br />

Beim Klirr (rechtes Diagramm) liegen alle Modelle<br />

im grünen Bereich. Im Bass klirrt speziell<br />

die Dali wenig, in den Mitten sind CWT<br />

1000 und Arcona 60 die Besten. Schlusslicht<br />

beim Maximalpegel (bezogen auf 1 m) ist<br />

mit 98 dB die Gauder-Box, Spitzenreiter sind<br />

Heco mit 109 und Dali mit 111 dB.<br />

KALTBLUT<br />

Mit uns schweben Ihre<br />

HiFi-Komponenten auf Luft!<br />

Weniger Vibration. Mehr Musik.<br />

Ermöglichen Sie sich ein unverfälschtes<br />

Klangerlebnis!<br />

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Vertrieb: RPM imatec GmbH | Winkeler Str. 100 | 65366 Geisenheim


Digital-Quellen › NETZWERKSPIELER<br />

HEISSE KISTE<br />

Pro-Ject erobert mit seiner „Box Design“-Produktlinie immer highendigere<br />

Qualitäts-, aber auch Preis-Sphären. Vorläufiger Höhepunkt der HiFi-Expansion:<br />

die Stream Box RS. Mehr Klang ist aus dem kompakten Format kaum vorstellbar.<br />

■ Text: Bernhard Rietschel<br />

28 www.audio.de ›01 /2013


Digital-Quellen › NETZWERKSPIELER<br />

Als <strong>AUDIO</strong> in Heft 11/2011 den<br />

ersten Streamer des österreichisch-slowakischen<br />

Unternehmens<br />

Pro-Ject vorstellte, hatte der Tester<br />

bei der Inspektion der technischen<br />

Eingeweide zunächst Mühe, den D/A-<br />

Wandler zu finden. Auch die sonst üblichen<br />

aktiven Bauteile für die analoge<br />

Ausgangsstufe glänzten durch Abwesenheit.<br />

Letztlich fand sich dann doch noch ein<br />

gerade mal stecknadelkopfgroßes IC –<br />

zu klein für einen eindeutigen Typenaufdruck<br />

und somit erst mit etwas Recherche<br />

identifizierbar. Es vereinte tatsächlich<br />

alle Funktionen von der Digitalfilterung<br />

über die Wandlung bis hin zur Analogfilter-<br />

und Ausgangstreiberstufe in<br />

sich. Ansonsten enthielt das simple Box-<br />

Gehäuse in erster Linie ein vom österreichischen<br />

Spezialisten Stream Unlimited<br />

zugekauftes Frontend, das über Kabel<br />

oder W-LAN den Kontakt zu Netzwerk-<br />

Musikspeichern herstellt, nach Auswahl<br />

der gewünschten Musik die zugehörigen<br />

Daten anfordert, dekodiert und an<br />

besagten Kombichip weiterleitet.<br />

Mehr Aufwand zu erwarten, wäre auch<br />

unverschämt gewesen – selbst direkte<br />

Konkurrenten von Pro-Ject zogen angesichts<br />

des Preises von 7<strong>35</strong> Euro den Hut<br />

gen Wien und Bratislava: Das Stream700 -<br />

Board allein ist im Einkauf schon so teuer,<br />

dass ein komplettes Gerät zu diesem<br />

Preis eigentlich kaum machbar ist.<br />

Auch in der Stream Box RS steckt die<br />

vornehme Stream-Platine samt zugehörigem<br />

Farbbildschirm. Mit dem doppelten<br />

Budget der Ur-Stream-Box dürfen<br />

die Entwickler nun aber auch stromabwärts<br />

in die Vollen gehen. Für den Mehrpreis<br />

füllten sie das Gehäuse bis zum<br />

Rand mit Technik auf: Über die Netzwerk-Platine<br />

schichteten sie ein zweites<br />

Board eigens für den D/A-Wandler und<br />

die hinzugekommenen Digitaleingänge,<br />

den Platz daneben füllten sie mit einer<br />

POWER-RIEGEL: Ein PCM1792 von Burr-Brown wandelt auf der<br />

mittleren Platine; es folgen eine symmetrische OP-Amp-Stufe, auf<br />

Wunsch das Motorpoti sowie als letzte Instanz zwei liegend montierte<br />

E88CC, die auch vor längeren Leitungen nicht kapitulieren.<br />

opulenten Ausgangsstufe sauber aus.<br />

Dass letztere auf gleich zwei Doppeltrioden<br />

des Typs E88CC basiert und mit<br />

diesen neben den Cinch-Outputs sogar<br />

ein Pärchen symmetrischer Ausgänge<br />

bedient, bringt High Ender bereits in<br />

Champagnerlaune. Streaming mit Röhre,<br />

also die feinste denkbare Datenquelle,<br />

kombiniert mit der für viele Ohren musikalischsten<br />

Ausgangsstufen-Technik –<br />

das gab es bislang nur in sehr teuren<br />

Maschinen etwa von Ayon oder Audio<br />

Research und in einem chinesischen<br />

Spieler, der immer noch teurer ist als der<br />

Pro-Ject und dem wichtige Praxisfähigkeiten<br />

wie etwa die Gapless-Wiedergabe<br />

aktuell noch fehlen. Die Korken knallen<br />

spätestens, wenn Freunde geradliniger<br />

Anlagenkonzepte herausfinden,<br />

dass die Stream Box RS eine zuschaltbare,<br />

vollwertig-analoge Pegelregelung in<br />

Form eines ALPS-Motorpotis besitzt –<br />

und diese sogar einem zusätzlichen Analogeingang<br />

zur Verfügung stellt.<br />

An einem Pärchen Aktivboxen bildet der<br />

Pro-Ject somit einen idealen Streamer-<br />

Fotos: Archiv, MPS, Shutterstock<br />

TEST<br />

Netzwerk-Player mit Röhrenausgangsstufe<br />

PRO-JECT STREAM BOX RS 1575 €<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

29


Digital-Quellen › NETZWERKSPIELER<br />

FIX ODER VARIABEL: Der<br />

Schalter zwischen den XLR-<br />

Outputs schleift via Relais ein<br />

Motorpoti in den Signalweg ein.<br />

Außer Netzwerk können noch<br />

zwei Digitalquellen per Cinch<br />

und Toslink andocken, ein einsamer<br />

Analogeingang rundet<br />

das Anschluss-Bouquet ab.<br />

Vorverstärker – zumindest solange eine<br />

einzige Analogquelle ausreicht, was<br />

heute oft der Fall sein dürfte. Und da er<br />

durchgehend produzierte Alben – von<br />

„The Wall“ über Rossini bis hin zu DJ-<br />

Mixen und Liveaufnahmen – exakt so<br />

lückenlos spielt, wie es ihre jeweiligen<br />

Schöpfer vorgesehen haben, hochauflösende<br />

Musikdateien bis 192kHz/24bit<br />

versteht und sich dank Apple-Lossless-<br />

Unterstützung elegant in Mac-Ökosysteme<br />

einfügt, sind auch die anderen<br />

drängenden Ausstattungsfragen mit<br />

einem beruhigenden „ja“ beantwortet.<br />

Sogar schnellen Vor- und Rücklauf beherrscht<br />

der Player, wenn auch momentan<br />

noch etwas holprig und zu langsam.<br />

Umso erfreulicher, dass letztere Attribute<br />

auf den Klang der Stream Box RS so<br />

gar nicht zutrafen. Besonders eindrucksvoll<br />

und zugleich aufschlussreich zeigte<br />

der Player seinen Charakter mit „My<br />

History Of Jazz“ des finnischen Pianisten<br />

Iiro Rantala, einem ebenso spannenden<br />

wie süffig-eingängigen und enorm<br />

satt klingenden Album, das via Highresaudio<br />

(www.highresaudio.com) als<br />

88.2kHz/24bit-Version erhältlich ist.<br />

Muskulös und geschmeidig ließ der Pro-<br />

Ject Basslinien in den Hörraum tigern,<br />

während Rantalas Anschläge dynamisch<br />

ungebremst und zugleich in perfekter<br />

Reinheit hervorperlten. Dass der Linn<br />

Sneaky DS noch etwas mehr Ordnung<br />

ins Geschehen brachte, konnten die Tester<br />

vor allem bei komplexeren Stücken<br />

nicht leugnen. Andererseits hatte der<br />

sattere, druckvollere Ton des Pro-Ject<br />

seinen ganz eigenen Charme, der wiederum<br />

dem schottischen Konkurrenten<br />

abging. Respekt! Damit hat Pro-Ject einen<br />

der wenigen Player gebaut, die dem<br />

Linn in seiner Klasse Paroli bieten.<br />

SERIENMÄSSIG, KOSTENLOS<br />

UND GUT: Die Steuer-App der RS<br />

besticht mit großer, klarer Schrift,<br />

übersichtlicher Benutzerführung<br />

sowie Angaben zu Auflösung und<br />

Format im „now playing“-Bildschirm<br />

(3). Die App steuert auch die<br />

Stream Box DS, allerdings nur, wenn<br />

sich diese auf dem 100 Euro teureren<br />

„Net“-Softwarestand befindet.<br />

MESSLABOR<br />

Die Frequenzgänge der Stream Box RS<br />

(o.Abb.) sind ausgewogen und breitbandig,<br />

mit minimalem Bass-Rolloff (-1dB bei 10Hz).<br />

Hervorragend ist der Rauschabstand mit<br />

118dB im Netzwerkbetrieb; der Klirr (1) ist<br />

für Röhrenverhältnisse recht niedrig und erwartungsgemäß<br />

vorbildlich harmonisch zusammengesetzt.<br />

Der Jitter ist über Netzwerk<br />

mit 1700ps zu hoch, via S/P-DIF (200ps) dagegen<br />

sehr gut (2).<br />

30<br />

www.audio.de ›01 /2013


FAZIT<br />

DALI EPICON<br />

Eine neue Ära hat begonnen!<br />

Bernhard Rietschel<br />

<strong>AUDIO</strong>-Chefredakteur<br />

Pro-Ject hatte immer schon ein<br />

Händchen für preiswerte Röhrentechnik<br />

– etwa bei den Phonos der<br />

TubeBox-Serie. Die Stream Box RS<br />

ist zwar nicht mehr wirklich billig,<br />

spielt dafür aber ganz klar bei den<br />

erwachsenen Netzwerk-Playern<br />

mit. Ihr organischer, unaufdringlich<br />

dynamischer Klang kommt dank<br />

weiterer Digitaleingänge auch<br />

anderen Geräten zugute.<br />

Erleben Sie 30 <strong>Jahre</strong> Lautsprecherentwicklung auf höchstem Niveau<br />

und lassen Sie sich von unserer neuen Referenz verzaubern. Klanglich<br />

wie optisch ist die DALI EPICON Serie eine Ausnahmeerscheinung und<br />

wird auch Sie durch die Liebe zum Detail begeistern.<br />

EXZELLENT<br />

STEREO 11/2012<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

PRO-JECT<br />

STREAM BOX RS<br />

Audio Trade<br />

0208 / 88 26 60<br />

audiotra.de<br />

1575 Euro<br />

2 <strong>Jahre</strong><br />

20,6 x 7,2 x 20 cm<br />

3,2 kg<br />

“Die neue Messlatte in der<br />

10.000-Euro-Klasse”<br />

(EPICON 6 in STEREO 07/12)<br />

i-fidelity.net 10/2012<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Laufwerk CD/DVD/BD – / – /–<br />

Analog In/Out<br />

1 / 1 Cinch + 1 XLR<br />

USB<br />

2 x Typ A (Host/iOS)<br />

Digital In koax/optisch 1 / 1<br />

Digital out koax/optisch 1 / –<br />

Netzwerk<br />

WLAN 802.11 b/g/n, LAN<br />

FUNKTIONEN<br />

Display / OSD • (TFT) / –<br />

Schneller Vor/Rücklauf •<br />

Erweiterte Playlists (Queue) –<br />

Bluetooth/Airplay – / –<br />

Coveranzeige<br />

•<br />

Radio FM/DAB – / –<br />

Internetradio/Anbieter • / vTuner<br />

Formate<br />

FLAC, WAV, MP3, AAC, ALAC<br />

Benötigter Server UPnP<br />

Gapless<br />

•<br />

Vollw. Steuerung via App • (Box Control, 0€)<br />

... überträgt ganze Playlists •<br />

Max. Abtastrate<br />

192kHz (Netzwerk)<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

ÅSaftig-eleganter,<br />

sehr natürlicher Klang.<br />

ÍKeine iPhone-Wiedergabe;<br />

Vor- und Rücklauf<br />

vorhanden, aber sehr zäh.<br />

Klang lossless 110<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

110 PUNKTE<br />

ÜBERRAGEND<br />

Sie finden die EPICON Serie nur bei ausgewählten und engagierten Stützpunktpartnern:<br />

Audio Forum HiFi-Studios GmbH, Nestorstraße 56 (Ecke Kurfürstendamm 150),10709 Berlin • Triangle Trading<br />

Enterprise eKfr., Gardeschützenweg 86, 12203 Berlin • RAE-Akustik GmbH, Dahlenburger Landstraße 72,<br />

21337 Lüneburg • Hifi Studio am Hofweg Juergen Boesch GmbH, Hofweg 11, 22085 Hamburg • Hi-Fi-<br />

Studio “Hört-sich-gut-an” GmbH, Hermann-Weigmann-Straße 12-16, 24114 Kiel • Studio45, Breitenweg<br />

57-59, 28195 Bremen • HiFi Studio Gärtner, Ehlenbrucher Straße 6, 32791 Lage / Kachtenhausen • Radio<br />

Sandforth GmbH & Co KG, Riemekestraße 48-50, 33102 Paderborn • HiFi Spezialist, Wehrdaer Weg 18a,<br />

<strong>35</strong>037 Marburg • Hifi Gärber, Abtstor 7-9, 36037 Fulda • Hifi Referenz Hans Weiß GmbH, Steinstraße 31,<br />

40210 Düsseldorf • GROBI - D.+ P. Schappert GbR, Matthias-Claudius-Str. 13a, 41564 Kaarst • Hi-Fi Center<br />

Liedmann, Harpener Hellweg 22A, 44805 Bochum • AURA HIFI Seiffert und Bonsiepen GbR, Rüttenscheider<br />

Str. 168-170, 45131 Essen • AUDITORIUM GmbH, Alter Steinweg 22 – 24, 48143 Münster • Your HiFi,<br />

Ellewick 24, 48691 Vreden • TonArt-Studio GmbH, Hannoversche Str. 99, 49084 Osnabrück • Elektrowelt<br />

Weyrauch, Linnicher Straße 64, 50933 Köln • Hifi Atelier Köln, Bonner Str. 262 & 264, 50968 Köln • Hifi-<br />

Circle GmbH, Lievelingsweg 106, 53119 Bonn • HiFi 2000 Günther e.K., Freudenberger Straße 20, 57072<br />

Siegen • AUDITORIUM GmbH, Feidikstrasse 93, 59065 Hamm • Loftsound Tonstudio, Kantstrasse 20,<br />

59755 Arnsberg-Neheim • High End Wohnraumstudio Uwe Joecks, Taunusstr. 55 F, 65760 Eschborn • MT<br />

HiFi Tonstudio GmbH, Q4, 12-16, 68161 Mannheim • KellerGruppe, Gottlieb-Daimler-Str. 37, 71711 Murr<br />

• Audio Select, Yorckstraße 53a, 76185 Karlsruhe • Puls Hifi und Wohnen, Hunnsgasse 6, 79588 Lörrach/<br />

Efringen • MW-Audio Hifi Studio, Tumblinger Str. 30 Rückgebäude, 80337 München • HEIMKINOHAUS<br />

GmbH, Falkensteinstraße 21, 83083 Niedermoosen • Hifi auf dem Bauernhof, Äußere Kemptener Straße<br />

3, 87452 Altusried • Die Steiner Box Hifi GmbH, Scheuerlstr. 15, 90478 Nürnberg • Die Steiner Box Hifi<br />

GmbH, Luitpoldstr. 30, 91052 Erlangen • Prosonare, Untere Römer Str. 32, 94527 Aholming • Fränkischer<br />

Lautsprechervertrieb (FLSV), Innere Löwenstrasse 6, 96047 Bamberg<br />

Kontakt: DALI GmbH, Tel: 0731 1411 68610, kontakt@dali.dk | www.dali-speakers.com<br />

Vertrieb für Österreich: <strong>AUDIO</strong>PHIL - SOUND AND VISIONS, Tel: +43 (0)6999 133 573 63


Digital-Quellen › NETZWERKSPIELER<br />

STEAM UNLIMITED<br />

Wenn es herzhaft, aufregend und prickelnd live klingt, ist Atoll meist nicht weit.<br />

Mit dem ST 200, der nebenbei auch noch eine tadellose Vorstufe abgibt, braust der<br />

französische Hersteller nun unter Volldampf ins Streaming-Zeitalter.<br />

■ Text: Bernhard Rietschel<br />

32 www.audio.de ›01 /2013


Digital-Quellen › NETZWERKSPIELER<br />

WÜRDEVOLLER RAHMEN: Um die hellgrüne Zukauf-Streamingplatine herum hat Atoll<br />

ein opulent bestücktes, dunkelgrünes Mainboard gebaut, das mit streng diskreten Ausgangsstufen<br />

(rechts oben) und überdimensionierter Stromversorgung (links) aufwartet.<br />

Auch frankophile HiFi-Fans müssen<br />

zunächst einmal Google<br />

Maps bemühen, um Brécey, den<br />

Heimatort von Atoll, zu finden. Und dann,<br />

nachdem das 2000-Seelen-Örtchen auf<br />

dem Bildschirm erscheint, viele Male<br />

per Minus-Knopf rauszoomen, bis die<br />

Lage anhand halbwegs vertrauter Nachbarstädte<br />

einigermaßen einleuchtet:<br />

Caen und Rennes, jeweils etwa 100 km<br />

entfernt. Dem Klang der Atoll-Geräte<br />

scheint die ländliche Herkunft durchaus<br />

gut zu tun: Alle getesteten Verstärker,<br />

DACs und Player des normannischen<br />

Herstellers präsentierten die Musik gewichtig,<br />

klar, stabil, gerne auch mal ein<br />

bisschen kantig – ein vitaler, ungekünstelter<br />

Klang, unverwechselbar und dennoch<br />

konsensfähig: Bei <strong>AUDIO</strong> hat ihn<br />

bislang niemand nicht gemocht.<br />

Neben klanglicher Charakterfestigkeit<br />

besitzen die HiFi-Normannen offenbar<br />

auch ein gutes Gespür für die Wünsche<br />

der HiFi-Gemeinde, antizipieren Trends,<br />

bevor sie zum Mainstream werden –<br />

und haben dann genau rechtzeitig das<br />

passende Gerät parat. Netzwerk-Player<br />

mit Vorstufen-Funktionalität auszustatten,<br />

ist ein solcher Trend, den auch Pro-<br />

Ject mit der Stream Box RS aufgegriffen<br />

hat (Seite 28). Die DSM-Modelle von<br />

Linn, die NAC-N 172 XS von Naim oder<br />

der M1 CLIC von Musical Fidelity sind<br />

weitere Beispiele. Atoll startet mit gleich<br />

zwei Player-Vorstufen, die technisch<br />

eng verwandt sind: Der ST 100 unterscheidet<br />

sich von dem hier getesteten<br />

ST 200 lediglich durch seinen etwas<br />

preiswerteren Wandlerchip (PCM1796<br />

statt PCM1792), durch eine dünnere<br />

Frontplatte (4 statt 8mm) sowie ein nicht<br />

ganz so bombastisch dimensioniertes<br />

Netzteil.<br />

Das Konzept der ST-Modelle hat es absolut<br />

verdient, gleich doppelt realisiert<br />

zu werden: Einerseits spielen sie, wie<br />

für gute Netzwerk-Player üblich, Musikdateien<br />

unterschiedlichster Formate –<br />

von MP3 bis hin zum Studiomaster –,<br />

die auf PCs und NAS-Servern im Heimnetzwerk<br />

oder auf direkt einsteckbaren<br />

USB-Sticks lagern. Andererseits holen<br />

sie übers Internet Tausende Radiostationen<br />

herbei und disqualifizieren damit<br />

das immer noch mühsam am Leben erhaltene<br />

„Digitalradio“ DAB sowohl qualitativ<br />

als logischerweise auch quantitativ.<br />

Ferner gibt’s Digitaleingänge für den<br />

Sat-Receiver, vielleicht für einen alten<br />

CD-Spieler und dank USB-B-Input auch<br />

für den PC. Zum krönenden Abschluss<br />

können noch zwei analoge Zuspieler mit<br />

dem ST 100 oder 200 anbandeln. Unabhängig<br />

von der Quelle regelt dieser die<br />

Fotos: Archiv, MPS, Shutterstock<br />

TEST<br />

Netzwerk-Player mit Vorstufenfunktion<br />

ATOLL ST 200 2000 €<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

33


Digital-Quellen › NETZWERKSPIELER<br />

WENIG BUCHSEN, VIEL MUSIK: Da Radio und alles Digitale ohnehin primär über die Netzwerkbuchse reinkommen, reichen<br />

die verbleibenden zwei analogen und drei digitalen Eingänge, um aus dem ST 200 eine wirklich vielseitige Anlage zu bauen.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

ATOLL<br />

ST 200<br />

Visonik<br />

030 / 61 34 74 0<br />

atoll-electronique.de<br />

2000 Euro<br />

2 <strong>Jahre</strong><br />

44 x 9 x 25,5 cm<br />

6,2 kg<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Laufwerk CD/DVD/BD – / – / –<br />

Analog In/Out<br />

2 / 2 Cinch<br />

USB<br />

2xA, 1xB (Host/Device)<br />

Digital In koax/optisch 1 / 1<br />

Digital out Koax/optisch 1 / 1<br />

Netzwerk<br />

WLAN 802.11 b/g/n, LAN<br />

FUNKTIONEN<br />

Display / OSD • (TFT) / –<br />

Schneller Vor/Rücklauf •<br />

Erweiterte Playlists (Queue) –<br />

Bluetooth/AirPlay – / –<br />

Coveranzeige<br />

•<br />

Radio FM/DAB – / –<br />

Internetradio/Anbieter • / vTuner<br />

Formate<br />

FLAC, WAV, MP3, AAC, ALAC<br />

Benötigter Server UPnP<br />

Gapless<br />

•<br />

Vollw. Steuerung via App • (Atoll, 0€)<br />

... überträgt ganze Playlist •<br />

Max. Abtastrate<br />

192kHz (Netzwerk)<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

ÅTrockener, tiefer Bass,<br />

breite Bühne, sehr lebendiger<br />

Klang.<br />

ÍKann je nach Anlage und<br />

Musik recht direkt klingen.<br />

Klang lossless 110<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

Lautstärke in der analogen Domäne, genauer<br />

gesagt mit einem Pegelstell-Chip,<br />

der sich wie die meisten Funktionen<br />

wahlweise per IR-Fernbedienung, direkt<br />

am Gerät oder über die Atoll-eigene<br />

Kontroll-App steuern lässt.<br />

Netzwerkseitig ist der Atoll eng mit dem<br />

Pro-Ject verwandt – beide verwenden<br />

die Stream700 -Plattform von Stream<br />

Unlimited. Weshalb auch der Atoll beim<br />

Vor- oder Zurückspulen etwas hakelt, davon<br />

abgesehen aber mustergültige Praxiseigenschaften<br />

besitzt, hochauflösende<br />

Dateien anstandslos abspielt und natürlich<br />

auch die absolut unterbrechungsfreie<br />

(„Gapless-“)Wiedergabe ineinander<br />

übergehender Musikstücke perfekt<br />

beherrscht. Auch beim Wandler herrscht<br />

Übereinstimmung: hier wie da Burr-<br />

Browns vornehmer PCM1792. Dessen<br />

Ausgangs-Stromimpulse treffen im Atoll<br />

aber nicht etwa auf ein OP-Amp-IC, sie<br />

werden von diskreten Transistoren in<br />

MESSLABOR<br />

Mit brettgeradem Frequenzgang (o.Abb.)<br />

bis über 90kHz nutzt Atoll die Bandbreite<br />

der HD-Formate voll aus. Der Analogausgang<br />

ist niederohmig (130Ω), rauscharm<br />

(110dB Störabstand) und liefert in Bypass<br />

Spannungswerte übersetzt. Ein weiteres<br />

Spalier von Einzel-Halbleitern schiebt<br />

die Signale dann mit einer herzhaften<br />

Amplitude von 3V – und ohne jegliche<br />

Gegenkopplungs-Zügel – zu den Cinch-<br />

Buchsen heraus. Diese Bauweise ist so<br />

Atoll-typisch wie die ungewöhnliche<br />

Fertigungstiefe, um die sich Atoll bemüht:<br />

Die Platinen, die auffällig dicken<br />

Gehäusebleche, so weit es geht auch<br />

die Bauteile, etwa die Elektrolyt-Kondensatoren,<br />

stammen möglichst aus Frankreich<br />

– oder zumindest aus europäischen<br />

Nachbarländern wie die Trafos des spanischen<br />

Wicklers Bobinados Zarel.<br />

Es ist aber die Kompromisslosigkeit der<br />

Analogstufen, denen der ST 200 wohl<br />

seinen klanglichen Charakter verdankt.<br />

Für Halbleiter-Verhältnisse leisten sich<br />

diese Baugruppen messtechnisch betrachtet<br />

recht kräftige Oberwellen. Aber<br />

man braucht schon gnadenlos genaue<br />

Lautsprecher wie die T+A CWT 1000<br />

(oder bei voll aufgedrehter Lautstärkeregelung)<br />

satte 3V Signalspannung. Der Klirr (1)<br />

ist markant, aber harmonisch gestuft, der<br />

Jitter mit 1700ps via Netzwerk etwas hoch,<br />

über Koax (371ps) etwas besser (2).<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

110 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

34<br />

www.audio.de ›01/2013


APP-SOLUT IN<br />

ORDNUNG: Die Atoll-<br />

App ist nicht ganz so edel<br />

wie die von Pro-Ject (und<br />

die Schrift ist mitunter zu<br />

klein), die Steuerung des<br />

ST 200 funktioniert damit<br />

aber sehr gut. Auch hier<br />

zeigt der now-playing-<br />

Bildschirm Auflösung und<br />

Format des aktuellen<br />

Stücks an (im Beispiel<br />

FLAC 176.4/24).<br />

FAZIT<br />

Bernhard Rietschel<br />

<strong>AUDIO</strong>-Chefredakteur<br />

Ein stattliches, sehr solide verarbeitetes<br />

Gerät mit großem Praxiswert<br />

und riesigem Klang, ist der<br />

Atoll seinen Preis mehr als wert.<br />

Interessanter Nebeneffekt: Der<br />

Spieler sieht live richtig gut aus<br />

und steht nicht an jeder Ecke.<br />

(siehe Seite 24) und Extrem-Elektronik<br />

wie die Momentum-Monos von Dan<br />

D’Agostino (in <strong>AUDIO</strong>phile 1/2013), damit<br />

man diese Nebenprodukte als minimale<br />

Aufhellung oder zusätzliche Pointierung<br />

des Klangs wiedererkennt. Sonst<br />

– etwa an den Cabasse-Boxen aus dem<br />

oben erwähnten Test (Seite 20) – dominieren<br />

die rhythmische Kraft, das freie,<br />

lockere Zusammenspiel und die mitreißende<br />

Spontaneität, die die Tester<br />

schon an den D/A-Wandlern und dem<br />

Mehrkanal-SACD-Player des Herstellers<br />

so schätzten. Eigenschaften, die natürlich<br />

nicht dem Gerät selbst innewohnen,<br />

sondern auf der Musik vorhanden<br />

sein müssen, um dann eben besonders<br />

deutlich hörbar zu werden.<br />

Während der atmosphärisch brütenden<br />

Ambient-Phasen des insgesamt hochspannenden<br />

Albums „Mercurial Balm“<br />

von Food (ECM Records 96kHz/24bit<br />

_09OP6_Pioneer_Audio_210x137mm_Stereo_X3.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 137.00 mm);16. Nov 2012 13:43:01<br />

FLAC, www.highresaudio.com) schienen<br />

sich die Player besonders deutlich<br />

zu unterscheiden: hellwach und enorm<br />

beweglich der Atoll, milder, romantischer,<br />

mitunter auch statischer der Pro-<br />

Ject, tonal genau zwischen diesen Polen,<br />

dabei präziser geordnet und dynamisch<br />

etwas zurückhaltender der Linn<br />

Sneaky – so erkämpfte sich auch der<br />

ST 200 einen der wenigen Plätze neben<br />

dem schottischen Altmeister.<br />

Extreme Dynamik, klarster Klang, endlose Möglichkeiten.<br />

Ausgestattet mit den exklusiven Pioneer Direct Energy HD-<br />

Endstufen und Hi-Bit Digital-/Analog-Wandlern, katapultieren<br />

die neuen Mehrkanal-Receiver der<br />

SC-Klasse anspruchsvollsten Klang<br />

mit unvergleichlicher Präzision und<br />

Dynamik auf ein neues Niveau.Für intensivste<br />

Entertainment-Erlebnisse<br />

SC-LX76<br />

sorgen zahlreiche Anschlussmöglichkeiten<br />

und eine Vernetzbarkeit,<br />

die ebenso wegweisend wie kompromisslos<br />

ist. Erleben Sie es selbst<br />

SC-LX56<br />

bei Ihrem Pioneer-Fachhändler.<br />

www.pioneer.de<br />

SC-2022<br />

Sprengt jede<br />

Vorstellung<br />

SC-LX86<br />

SC-2022


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER<br />

JAPANISCHER<br />

FRÜHLING<br />

„Analog, digital, ganz egal – Hauptsache edel und stark“,<br />

dachten sich die glorreichen japanischen Amp-Anbieter,<br />

die sich mit ihren neuesten Kreationen in alte Höhen<br />

aufschwingen wollen. Geht auch klanglich die Sonne auf?<br />

■ Text: Stefan Schickedanz<br />

36 www.audio.de ›01 /2013


Verstärker › Vollverstärker<br />

Wie leicht haben es die europäischen<br />

und amerikanischen<br />

Verstärkerschmieden, die in<br />

der Regel von ihren Gründern oder deren<br />

Erben geführt werden. Deren Nimbus<br />

fußt häufig auf über Generationen<br />

weitergegebenen Schaltungskonzepten,<br />

die man im Lauf der Zeit durch immer<br />

bessere, in Hörvergleichen ermittelte<br />

Bauteile evolutionär verfeinert hat. Und<br />

er fußt auf dem Charisma der Leitfiguren,<br />

die diesen Fortschritt in markige,<br />

klare Worte fassen können.<br />

Auf der anderen Seite agieren die Japaner,<br />

deren Entwickler selten im Rampenlicht<br />

stehen. Hinter den Kulissen suchen<br />

sie unermüdlich nach einem Rest<br />

von Vibrationen in der kleinsten Ecke<br />

oder nach den letzten Leckströmen, um<br />

sie mit neuen, oft unspektakulären<br />

Lösungen endgültig auszumerzen. Bis<br />

zur nächsten Generation. Die kurzen Lebenszyklen<br />

der japanischen Audio-Komponenten<br />

im Sinn, kann man ansatzweise<br />

ermessen, wie hart diese Arbeit mitunter<br />

sein mag. Dabei tut sich hinter den<br />

Kulissen oft mehr, als man denkt.<br />

Pioneer setzt trotz nostalgischer Anmutung<br />

auf digitale Verstärkung, Onkyo<br />

nutzt ein futuristisches Bedienkonzept.<br />

Nur Denon verfeinert seit 1996 ein puristisches,<br />

zugleich kraftvolles Programm.<br />

Das erklärt den Aufpreis.<br />

Statt die Endverstärkung mehreren<br />

parallel geschalteten Transistor-Paaren<br />

zu übertragen, vertraut Denon auf eine<br />

UHC-MOS-Single-Push-Pull-Schaltung.<br />

Sie kommt mit nur zwei besonders<br />

stromstarken MOSFETs aus (UHC steht<br />

für Ultra High Current). Das soll verhindern,<br />

dass viele Köche den Brei verderben,<br />

was bei konventionellen Schaltungen<br />

schon mal vorkommen kann. Denn<br />

winzige Toleranzen zwischen den einzelnen<br />

Leistungstransistoren und lange<br />

Signalwege fordern ihren Tribut. Außerdem<br />

gilt: Je größer eine Schaltung aus-<br />

Test<br />

Vollverstärker<br />

Denon PMA-2020 AE 2300 €<br />

Onkyo A-9070 1200 €<br />

Pioneer A-70 1000 €<br />

Fotos: J. Bauer, MPS, Archiv<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

37


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER<br />

DENON<br />

PMA-2020 AE<br />

AB 2300 EURO<br />

VON FÜHRENDEN HIFI-PÄPSTEN<br />

EMPFOHLEN: Die spiegelbildliche<br />

Bauweise von Netzteil und<br />

Ausgangsstufen entspricht der reinen<br />

Lehre. Die zwei Trafos wurden gegen<br />

Leckströme in Leakage-Cancelling-Weise<br />

angeordnet. Die Kontrollsektion vorne und<br />

die Eingangsstufe sind durchgekapselt.<br />

BIG FROM JAPAN: Der 13,5 Kilo schwere<br />

Denon PMA-600 kostete seinerzeit 1400 DM.<br />

Das war viel Geld für einen Vollverstärker,<br />

doch Denon galt als ausgesprochene<br />

Edelmarke. In Ausgabe 3/1979 stellte sich<br />

der Bolide dem <strong>AUDIO</strong>-Test.<br />

fällt, desto stärker macht sich der Temperaturdrift<br />

zwischen den einzelnen<br />

Sektionen bemerkbar. Um solche Effekte<br />

auf ein Minimum zu beschränken,<br />

spendierten die Konstrukteure dem<br />

PMA-2020 AE ein Kupferblech zur besseren<br />

Wärmeverteilung zwischen den<br />

zwei UHC-MOS-Transistoren der ohnehin<br />

schon minimalistischen Schaltung.<br />

Auch die Halbleiter selbst boten Raum<br />

für Verbesserungen. Der Zusatz „Advanced“<br />

steht für ein deutliches Mehr<br />

in puncto Belastbarkeit, die im Normalbetrieb<br />

mit 70 Ampere mehr als doppelt<br />

so hoch liegt wie beim bisherigen UHC-<br />

MOS. In der Spitze steigt die Belastbarkeit<br />

gar von 120 A auf 210 A. Um dieses<br />

Potenzial noch besser zu nutzen, bohrte<br />

Denon am PMA-2020 AE das Netzteil<br />

kräftig auf – unter anderem durch neue<br />

Schottky-Gleichrichterdioden mit – wiederum<br />

gegenüber dem koventionellen<br />

Vorgänger-Bauteil – anderthalbfacher<br />

Stromlieferfähigkeit.<br />

Die anderen Zutaten lassen Traditionalisten<br />

ebenfalls aufhorchen. Das Chassis<br />

beherbergt sechs getrennte Blöcke für<br />

die einzelnen Sektionen der Doppel-<br />

Mono-Schaltung, an deren Anfang zwei<br />

getrennte Trafos in LC-(Leakage Cancelling-)Anordnung<br />

zur Auslöschung magnetischer<br />

Streufelder stehen. Die Schaltungen<br />

wurden spiegelsymmetrisch<br />

ausgeführt, mit Ausnahme der Eingangssektion.<br />

Sie platzierten die Entwickler<br />

samt hochwertiger, MC-tauglicher<br />

Phono-Stufe hochkant in ein eigenes<br />

Abteil auf der rechten Gehäuse seite;<br />

dadurch wurden die beiden Endstufen<br />

samt Netzteil nach links versetzt. Man<br />

MESSLABOR<br />

Mit Der 0,048% Denon zeigte Hochtonverzerrungen sich für unterschiedlichste<br />

Lautsprecher erweist bestens sich das gerüstet: Talismann v2<br />

und 110µ<br />

Abtastfähigkeit<br />

Gold Sein Stabilitätswürfel als sogar noch sauberer (re.) gibt als sich sein immun Kolle-<br />

gegenüber Yoseki von niedrigen EAT – wobei Impedanzen beide in und diesem<br />

Phasendrehungen. Punkt jenseits von Gut Auch und der Böse extrem liegen. glatte, Nicht<br />

ganz breitbandige ideal ist Frequenzgang der markante Hochtonanstieg<br />

lässt keine<br />

zwischen Einflüsse von 5 und Boxenimpedanzen 10kHz (o. Abb.). Das erkennen. Laufwerk<br />

Zudem misst sich bringt dafür der deutlich PMA-2020 rumpelärmer die größte (Bild 2,<br />

Leistung 85,5dB am mit. Koppler) Er stemmt als der 2 x EAT, 126/191 bei gleichermaßen<br />

4/8 Ohm exzellentem an die Lautsprecher.<br />

Gleichlauf (Bild 1,<br />

Watt<br />

an ±0,05%).<br />

38<br />

www.audio.de ›01 /2013


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER<br />

ONKYO<br />

A-9070<br />

AB 1200 EURO<br />

GLÄTTEN-REAKTION: Der Onkyo gibt<br />

sich glattflächig mit Display und elektronischer<br />

Steuerung. Jene ermöglicht den<br />

Betrieb als Vollverstärker, Vorstufe,<br />

Endstufe oder das Einschleifen eines<br />

Prozessors. So ist der Analog-Amp mit den<br />

drei Digitaleingängen und 24bit/192kHz-<br />

D/A-Wandler der vielseitigste im Test.<br />

ahnt bereits den Inhalt der Produktunterlagen<br />

zur nächsten Generation: In aufwendigen<br />

Studien, verpackt in Excel-<br />

Tabellen und Power-Point-Präsentationen,<br />

wird der Beweis erbracht, dass das<br />

„Centre of Gravity“ in der Mitte am besten<br />

aufgehoben ist – schon allein, um die<br />

vier neuentwickelten Füße aus BMC<br />

(Bulk Molding Compound) mit Mikrofaserringen<br />

gleichmäßig zu belasten.<br />

Wetten dass ...?<br />

ÄSTHETIK DER ACHTZIGER<br />

Wir wollen hier allerdings nicht die Zeit<br />

überziehen und wenden uns den beiden<br />

anderen Prachtstücken zu. Deren Schöpfer<br />

setzen auf die klare, vom Maschinenbau<br />

geprägte Formensprache der 70er<br />

und 80er <strong>Jahre</strong>, geizen aber nicht mit<br />

modernsten Features und Technologien.<br />

Onkyo und Pioneer integrierten ambitionierte<br />

digitale Wandler-Technik in ihre<br />

Amps. Der A-9070 verfügt über zwei koaxiale<br />

sowie einen optischen Digital-Eingang<br />

und stellt zwei 24bit-D/A-Wandler<br />

vom Typ Wolfson WM8742 bereit. Die<br />

Entwickler wählten hier mit Blick auf<br />

bessere Störabstände den Differential-<br />

Modus, denn jeder dieser Chips wäre allein<br />

schon in der Lage, ein Stereo-Signal<br />

auszugeben. Somit lassen sich Digital-<br />

Quellen mit 24bit-Auflösung und Samplingfrequenzen<br />

bis zu 192kHz fürstlich<br />

abfertigen.<br />

Bei Pioneer scheint der Köder auch dem<br />

Angler zu schmecken, der Jürgen Timm<br />

heißt und den Digital-Lifestyle mit allerlei<br />

iDevices und Festplatten auch nach<br />

Feierabend lebt. Leute wie dieser Product-Manager<br />

können den A-70 via rück-<br />

VON WEGEN „FLASCHE LEER“:<br />

Der Onkyo A-7090 für 1450 DM musste sich<br />

in Ausgabe 11/1980 unter dem Titel „Volle<br />

Pulle“ gegen illustre Konkurrenz von<br />

Accuphase und Yamaha bewähren – und<br />

wurde als „Best Buy“ ausgezeichnet.<br />

MESSLABOR<br />

Mit Der 0,048% Onkyo verfügt Hochtonverzerrungen über reichlich Leistung: und 110µ<br />

Abtastfähigkeit 2 x 109/180 Watt erweist an 4/8 sich Ohm. das Sein Talismann Stabilitätswürfel<br />

als sogar (re.) noch ist tadellos. sauberer In den als sein Störab-<br />

Kolle-<br />

v2<br />

Gold<br />

ständen ge Yoseki der von Hochpegel-Eingänge EAT – wobei beide in setzt diesem der<br />

A-9070 Punkt jenseits mit 98 von dB die Gut Maßstäbe und Böse im liegen. Test. Nicht<br />

ganz Nicht ideal optimal ist der ist die markante Klirrverteilung, Hochtonanstieg insbesondere<br />

bei 5 und ansteigender 10kHz (o. und Abb.). abfallender Das Laufwerk<br />

zwischen<br />

Leistung. misst sich Zudem dafür deutlich beeinflusst rumpelärmer die Lastimpedanz<br />

85,5dB am den Koppler) Frequenzgang als der EAT, im Hochton-<br />

bei gleicher-<br />

(Bild 2,<br />

maßen bereich exzellentem am oberen Ende Gleichlauf der Skala. (Bild 1, ±0,05%).<br />

www.audio.de ›01 /2013 39


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER<br />

PIONEER<br />

A-70<br />

AB 1000 EURO<br />

DREI-FIDELITY: Auf dem Foto sieht man<br />

die drei Kammern für Netzteil, Endstufe<br />

und Vorstufe (von links). Was man nicht<br />

sieht: Der A-70 hat einen doppelten Boden,<br />

auch die Seitenwände sind als schwingungsminderndes<br />

Sandwich ausgeführt.<br />

Pioneer baute einen Class-D-Verstärker<br />

mit traditioneller Sorgfalt.<br />

KNÖPFCHEN MUSS MAN HABEN:<br />

Viele Knöpfe charakterisierten den im<br />

Oktober 1984 getesteten Pioneer A-80. Der<br />

Amp für 1550 DM versprühte einen Hauch<br />

von Hightech-Charme. Schließlich gab es<br />

damals zum Spielen kaum PCs zu Hause.<br />

seitiger USB-B-Schnittstelle bequem<br />

als externe Soundkarte für ihren Rechner<br />

nutzen – mit amtlichen Para metern:<br />

Asynchroner Betrieb garantiert höchste<br />

Präzision, weil der Wandler dem zum<br />

Datenlieferanten degradierten Rechenknecht<br />

den Takt vorgibt. In Zeiten, in denen<br />

24bit so selbstverständlich sind wie<br />

die 24 Türchen am Adventskalender,<br />

fährt Pioneer 32bit auf – in Form eines<br />

192kHz-tauglichen professionellen ESS<br />

Sabre32. Der bietet vor allem auch genügend<br />

Reserven, um die LSBs (Least Significant<br />

Bits, kleinste Quantisierungsstufe)<br />

profaner 16- und 24-Bit-Signale<br />

noch artgerecht in analoge Schwingungen<br />

umzusetzen. Normale Wandler produzieren<br />

dabei schon reichlich Müll.<br />

So analog sich das satt in der Hand liegende,<br />

metallische Lautstärke-Potentiometer<br />

auch anfühlen mag: Der Pioneer<br />

ist ein Digital-Verstärker, der allerdings<br />

nicht mit der mechanischen Tradition<br />

vergangener Tage bricht. Auf drei Kammern<br />

teilten die Konstrukteure die Schaltungen<br />

auf: Netzteil, Vorstufen- und<br />

Endstufen-Sektion. Dazu verfügen die<br />

beiden Bereiche, in denen unterschiedliche<br />

Signal-Levels vorherrschen, über eigene,<br />

gegen Streufelder gekapselte Trafos.<br />

Die Verstärkung obliegt den aus den<br />

Top-AV-Receivern bekannten Direct-<br />

Energy-HD-Class-D-Endstufen. Diese<br />

in der gehobenen Klasse statt Darlington-Analog-Amps<br />

eingesetzte Bauart<br />

bietet nicht nur hohe Effizienz. Sie bringt<br />

Timm, der den A-70 mit seinem Kollegen<br />

Tomohisa Hiratsuka an drei Tagen<br />

in den Londoner Air Studios abstimmte,<br />

regelrecht zum Schwärmen.<br />

MESSLABOR<br />

Mit Der 0,048% Stabilitätswürfel Hochtonverzerrungen des Pioneer (re.) und ist 110µ<br />

Abtastfähigkeit absolut perfekt. erweist Allerdings sich fällt das an Talismann 2 und 4 v2<br />

Ohm Gold als der sogar Frequenzgang noch sauberer bereits als innerhalb sein Kollege<br />

Yoseki Hörbereichs von EAT ab, – während wobei beide er an in diesem<br />

des<br />

Punkt 8 Ohm jenseits leicht ansteigt von Gut – und typische Böse Indizien liegen. Nicht<br />

ganz für Digital-Verstärker. ideal ist der markante Die Leistung Hochtonanstieg liegt bei<br />

zwischen 2 x 62/99 5 Watt, und die 10kHz AK (o. bei Abb.). 58. Trotz Das strikter Laufwerk<br />

Trennung misst sich analoger dafür deutlich und digitaler rumpelärmer Signalbereiche<br />

85,5dB kommt am Koppler) der A-70 als zudem der EAT, mit bei Phono- gleicher-<br />

(Bild 2,<br />

MC maßen nur exzellentem auf 66 dB Rauschabstand.<br />

Gleichlauf (Bild 1, ±0,05%).<br />

40<br />

www.audio.de ›01 /2013


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER<br />

✶<br />

✶<br />

Während der Pioneer digital daherkommt<br />

und schwer auf analog macht,<br />

geht Opponent Onkyo den umgekehrten<br />

Weg. Niemand würde sich wundern,<br />

wenn der A-9070 ein Digital-Verstärker<br />

wäre. Mit Drucktasten für Bass-, Höhensowie<br />

Balance-Regelung und Endlos-<br />

Drehknopf für die Lautstärkeregelung<br />

über Impulsgeber plus Front-Display<br />

gibt er den großen Digitalo. Ist er aber<br />

nicht. Onkyo huldigt wie bei seinen Receivern<br />

der guten alten Darlington-Schaltung,<br />

die 1953 von den Bell Laboratories<br />

eingetragen wurde: Ein hintereinander<br />

geschaltetes Transistor-Tandem teilt<br />

sich die Arbeit, was in drastisch verbesserter<br />

Stromlieferfähigkeit resultiert.<br />

Allen, die nicht über Pupillen mit HD-Optik<br />

und Restlichtverstärker verfügen, sei<br />

die silberne Version dringend angeraten.<br />

Sie sieht nicht nur besonders edel aus,<br />

ihre schwarz bedruckten Tasten lassen<br />

sich auch ohne Spot ablesen – ganz im<br />

Gegensatz zur schwarzen Variante, deren<br />

graubrauner Aufdruck im soften Hörraumlicht<br />

Rätsel aufgab. Der Autor half<br />

sich mit der „Control App“ Flashlight.<br />

Die funktionierte sein iPhone zur Taschenlampe<br />

um: ein Tipp für Neueigner.<br />

STUNDE DER WAHRHEIT<br />

Im Hörtest zählte aber nur, was hinten<br />

herauskam. Und das war eine ganze<br />

Menge. Der Onkyo spielte frisch auf<br />

und legte eine Dynamik an den Tag wie<br />

Karajan in besten Tagen. Die Stärke des<br />

A-9070 lag in der akribischen Umsetzung<br />

feinster Nuancen, was Klassik-<br />

Fans üppig Luft und Durchblick verschaffen<br />

dürfte. Streicher können allerdings<br />

etwas drahtig rüberkommen,<br />

ebenso fragile Rockstimmen wie die<br />

Toll,<br />

danke!<br />

✶<br />

„Klingt großartig,<br />

kostet wenig“<br />

AV-Magazin.de 3/11<br />

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„Die Klangqualität ist über jeden Zweifel<br />

erhaben... Preis/Leistung: überragend“<br />

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WENIGER IST MEHR: Docks und Soundbars sind die Golfs und Vans unserer Tage,<br />

die Geräte von Denon, Onkyo und Pioneer (v. o.) dagegen wie puristische Roadster, deren<br />

Technik die Grenzbereiche beherrschen will. Alle drei haben solide vergoldete Anschlüsse,<br />

Klemmen für zwei Boxenpaare. Der Onkyo und der Pioneer verstehen sogar Binär-Codes.<br />

www.audio.de ›01 /2013 41<br />

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Profi-Beratung kostenlos in Deutschland 0800-6823780


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER<br />

IM GLEICHKLANG: Alle drei Hersteller<br />

setzen auf besonders schlanke, aufgeräumte<br />

Befehlsgeber. Trotz der generell guten<br />

Übersichtlichkeit kann sich Denon (links)<br />

abheben – durch die am besten platzierten<br />

und hervorgehobenen Lautstärketasten.<br />

von Don Henley. Die Basswiedergabe<br />

des A-9070 wirkte knackig und trocken.<br />

Allerdings offenbarten sich im direkten<br />

Vergleich mit dem Pioneer leichte<br />

Schwächen. Der A-70 verfügte einfach<br />

über mehr Wucht, Autorität und Tiefgang<br />

in den untersten Oktaven, spielte<br />

aber in den höchsten Tonlagen ähnlich<br />

auf: hochauflösend und gnadenlos direkt.<br />

In den Mitten malte er mit volleren<br />

Farben, was ihm, zusammen mit dem<br />

Bass, einen kleinen Vorsprung gegenüber<br />

dem nüchternen Onkyo einbrachte,<br />

der ebenfalls hervorragend fokussierte.<br />

Dann der (positive) Schock. Der Denon<br />

wirkte ungeachtet dieser bemerkenswerten<br />

Vorgaben mit seiner riesigen<br />

Bühne, größeren Farbenpracht und viel<br />

mehr Luft zwischen den Instrumenten<br />

eine ganze Nummer erwachsener – obgleich<br />

er nicht ganz so schwarze Bässe<br />

zauberte wie der A-70. Die eilends<br />

recherchierte Erklärung brachte Chefredakteur<br />

Bernhard Rietschel in Erklärungsnot:<br />

Vor lauter Jubilieren war ihm<br />

bei der Bestellung entgangen, dass der<br />

Denon auch preislich in einer anderen<br />

Liga spielt. Er kostet schlappe 1300 Euro<br />

mehr. Damit brachte der Vergleich zwei<br />

Sieger und einen lachenden Dritten hervor.<br />

Der Denon ist selbst für 2300 Euro<br />

ein Glückstreffer, der Pioneer profiliert<br />

sich als Meister der 1000-Euro-Klasse,<br />

der Onkyo erweist sich als eigenständige,<br />

fast gleichwertige Alternative. Und<br />

wir sehen uns durch diesen unfreiwilligen<br />

Selbstcheck in der Nachvollziehbarkeit<br />

unserer Hörergebnisse bestätigt.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

DENON<br />

PMA-2020 AE<br />

Denon<br />

0 21 57 / 12 08 0<br />

denon.de<br />

2300 Euro<br />

3 <strong>Jahre</strong><br />

43,5 x 18 x 44 cm<br />

24,4 kg<br />

ONKYO<br />

A-9070<br />

Onkyo<br />

0 81 42 / 42 08 11<br />

onkyo.net<br />

1200 Euro<br />

2 <strong>Jahre</strong><br />

43,5 x 17,5 x 43 cm<br />

22 kg<br />

PIONEER<br />

A-70<br />

Pioneer<br />

0 60 39 / 80 09 98 8<br />

pioneer.de<br />

1000 Euro<br />

2 <strong>Jahre</strong><br />

43,5 x 14 x 36 cm<br />

17,1 kg<br />

FAZIT<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Phono MM / MC<br />

Hochpegel Cinch / XLR<br />

Festpegel Eingang<br />

TapeOut<br />

Pre Out Cinch / XLR<br />

Kopfhörer<br />

FUNKTIONEN<br />

Aufnahmewahlschalter<br />

Klangregler / abschaltbar<br />

Loudness<br />

Besonderheiten<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Phono MM/MC<br />

Klang Cinch / XLR<br />

Ausstattung<br />

Bedienung<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

• / •<br />

6 / –<br />

•<br />

2<br />

• / –<br />

•<br />

–<br />

• / –<br />

–<br />

Vergoldete Buchsen,<br />

2 Paar LS-Klemmen<br />

ÅSehr dynamisch transparent,<br />

erzeugt eine sehr<br />

große Bühne mit stabiler<br />

Ortung, sehr neutral.<br />

Í Quellenwahlanzeige<br />

schlecht schräg ablesbar.<br />

100/100<br />

105<br />

befriedigend<br />

gut<br />

überragend<br />

105 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

• / •<br />

3 / –<br />

•<br />

1<br />

• / –<br />

•<br />

–<br />

• / •<br />

–<br />

2 Koax-Digitaleingänge,<br />

1 opt. Digitaleingang,<br />

vergoldete Buchsen,<br />

2 Paar LS-Klemmen<br />

ÅDynamisches<br />

Klangbild, sehr offen,<br />

hochauflösend, toller<br />

Fokus, stabile Ortung.<br />

Í Display erzeugt<br />

Geräusche.<br />

80/80<br />

85<br />

gut<br />

gut<br />

überragend<br />

85 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

• / •<br />

4 / –<br />

•<br />

1<br />

–<br />

•<br />

–<br />

• / •<br />

•<br />

1 Koax-Digitaleingang,<br />

1 opt. Digitaleingang,<br />

vergoldete Buchsen,<br />

2 Paar LS-Klemmen<br />

ÅSpritziger, hochauflösender<br />

Klang mit<br />

sehr knackigem und<br />

konturiertem Bass.<br />

Í Lautstärkeregler<br />

erzeugt Knistern.<br />

85/80<br />

90<br />

gut<br />

sehr gut<br />

überragend<br />

90 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

Stefan Schickedanz<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

Hätten Sie gedacht, dass Retro-<br />

Schick mehr als ein kurzlebiger Modetrend<br />

sein würde? Und dass wir<br />

noch mal so schwere Verstärker-<br />

Kaliber von den großen Herstellern<br />

aus dem Land der aufgehenden<br />

Sonne sehen würden? Alle drei Geräte<br />

bieten akustisch wie haptisch<br />

maximale Qualität fürs Geld. Nachdem<br />

ich sie ächzend aus dem Lager<br />

an den Hörplatz verfrachtet hatte,<br />

war mir klar, dass es die Entwickler<br />

ernst meinen. Was besonders<br />

positiv auffiel: Die Hersteller übertreiben<br />

es nicht mit Retro, was<br />

schnell in Kitsch münden könnte.<br />

Denon, Onkyo und Pioneer liefern<br />

geradlinige, eigenständige Neuinterpretationen<br />

des klassischen<br />

Stereo-Vollverstärkers.<br />

42<br />

www.audio.de ›01 /2013


Workshops. Backes und Müller Live erleben.<br />

Lieber HIFI Freund,<br />

Ich und unser Backes Team freuen sich auf Ihren Besuch.<br />

Bitte melden Sie sich rechtzeitig unter Tel. +49 (0) 22 36/848 445 an.<br />

Hamburg<br />

Weitere Showrooms:<br />

Moosburg (bei München) +49 (0) 87 61/72 999 77<br />

Hans Gülker<br />

Geschäftsführer | Sprint Service GmbH<br />

Deutschlands schnellster B&M-Spezialist<br />

und Exklusiv-Distributor für Europa<br />

Bremen<br />

Wolfsburg<br />

Berlin<br />

Essen<br />

21.11.2012 Mittwoch-Mitternachts-Workshop Wesseling<br />

01.12.2012 London Workshop London<br />

12.12.2012 Pott Workshop Essen<br />

15.12.2012 München Workshop München<br />

Wesselingen<br />

Dresden<br />

19.12.2012 Mittwoch-Mitternachts-Workshop Wesseling<br />

23.01.2012 Mittwoch-Mitternachts-Workshop Wesseling<br />

Frankfurt/Main<br />

26.01.2013 Autostadt Workshop Wolfsburg<br />

16.02.2013 Skyscraper Workshop Frankfurt<br />

16.03.2013 Aktiv im Osten Dresden<br />

17.03.2013 Hauptstadt Workshop Berlin<br />

20.04.2013 Stadtmusikanten Workshop Bremen<br />

25.05.2013 Messe Nachlese München<br />

München<br />

26.05.2013 Bodensee Workshop Konstanz<br />

Konstanz<br />

Backes und Müller Premium Partner: SPRINT SERVICE GmbH<br />

Ihr Ansprechpartner: Hans Gülker<br />

Tel. +49 (0) 22 36/848 445<br />

50389 Wesseling (bei Köln & Bonn)<br />

Tel. +49 (0) 87 61/729 997 7<br />

85368 Moosburg (bei München)<br />

Tel. +41 43 488/3707<br />

Büro Zürich/Schweiz<br />

www.aktiv-backesmueller24.de<br />

info@aktiv-backesmueller24.de


Digital-Quellen › A/D-Konverter<br />

Silver Pearl<br />

Über den nagelneuen M2Tech Joplin landen alte Analog-Schätze mit bis zu 384 kHz Abtastrate<br />

auf der Festplatte. Ein absoluter Overkill – oder bringt das tatsächlich etwas?<br />

■ Text: Alexandros Mitropoulos<br />

Man darf davon ausgehen, dass<br />

Janis Joplin die Namenspatin<br />

des nagelneuen Kistchens<br />

aus dem Hause M2Tech ist. Da die begnadete<br />

Musikerin von ihren engsten<br />

Freunden „Pearl“ genannt wurde, liegt<br />

es auch nahe, den reinrassigen A/D-<br />

Wandler Joplin in seinem Alu-Kleid als<br />

Silber-Perle zu bezeichnen. Er ist vor allem<br />

für Musikfans interessant, die ihre<br />

geliebte Sammlung analoger Schätzchen<br />

für die digitale Welt fit machen<br />

(Stichwort: Streaming) – oder sie eben<br />

abspeichern wollen, falls mal etwas mit<br />

den Originalen passieren sollte. Dabei<br />

ist klar: Auf den fetten, warmen, dynamischen,<br />

irgendwie süchtig machenden<br />

Klang will man bei aller digitalen Bequemlichkeit<br />

auf keinen Fall verzichten.<br />

Genau hier klinkt sich der Konverter<br />

von M2Tech ein. Mit vielen technischen<br />

Finessen im Gepäck will er – um es mit<br />

Janis zu sagen – der „Mercedes Benz“<br />

unter den A/D-Konvertern sein. Die<br />

klanglichen Vorteile von Analog-Medien<br />

verspricht er in digitaler Form zu konservieren.<br />

Dabei ist der Joplin nicht auf eine<br />

Quelle beschränkt: Ob ultra-audiophile<br />

Magnetbänder, einfache Analog-Kassetten,<br />

unsichtbarer FM-Äther oder die<br />

geliebten Schallplatten – der M2Tech<br />

versteht sich auch dank integrierter Phonovorstufe<br />

(für MM und MC) mit allen<br />

prächtig. Digital-Ausgänge besitzt das<br />

Gerät an seinem gebürsteten Alu-Gehäuse<br />

en masse: von S/P-DIF (optisch<br />

und koaxial) bis hin zu USB. Ja, sogar<br />

einen eher in der Studiowelt beheimateten<br />

AES/EBU-Out hat der Joplin an Bord.<br />

Im Vergleich mit der Anschlussvielfalt<br />

bei den Ausgängen geht es auf der analogen<br />

Eingangsseite mit nur einem Paar<br />

Cinch-Buchsen übersichtlicher zu. Doch<br />

„nur” ist hier relativ, denn gerade für den<br />

filigranen Job der Konvertierung ist ein<br />

extrem guter Input sinnvoller als viele<br />

mittelprächtige: Qualität statt Quantität.<br />

Interessanterweise findet sich auch ein<br />

S/P-DIF-Eingang auf dem Anschlussfeld;<br />

so dürfen sich digitale Zuspieler mit<br />

passendem Ausgang ebenfalls auf der<br />

Festplatte verewigen.<br />

das herz am rechten fleck<br />

Die Konzentration auf Qualität erkennt<br />

man auch am Innenleben des Joplin: Seine<br />

absolut logisch aufgebaute Platine ist<br />

nur mit bester Technikkost gespickt. So<br />

sitzen direkt hinter dem Eingang vier riesige<br />

10µF-Folienkondensatoren (zwei für<br />

jeden Kanal) des Typs MKP4 von WIMA.<br />

Der größte Vorteil des MKP4 ist seine<br />

geringe dielektrische Absorption – das bedeutet<br />

übersetzt, dass keine Spannungsbeziehungsweise<br />

Klangverluste entstehen.<br />

Konsequent nutzt M2Tech übrigens<br />

auch für alle anderen Kondensatoren Modelle<br />

von WIMA. Direkt hinter den MKPs<br />

sitzen zwei Burr-Brown PGA 2500i – sehr<br />

44 www.audio.de ›01 /2013


Digital-Quellen › A/D-KONVERTER<br />

rauscharme, digital steuerbare Mikrofon-<br />

Vorverstärkerchips, die auch mit den Ausgangssignalen<br />

eines MC-Systems keine<br />

Probleme haben und die zur präzisen Aussteuerung<br />

des A/D-Wandlers eine Gain-<br />

Anpassung in 0,5-dB-Schritten erlauben.<br />

Dann folgt das eigentliche Herzstück des<br />

Joplin, ein moderner Wandlerchip aus der<br />

Sabre-Serie von ESS (ES9102CS). Das<br />

Besondere an diesem Wandler ist seine<br />

Fähigkeit, nicht nur intern mit einer Wortlänge<br />

von 32 Bit zu arbeiten, sondern diese<br />

tatsächlich auszugeben. So kommt<br />

über USB ein Signal mit einer Abtastrate<br />

von maximal 384 kHz bei 32 Bit heraus.<br />

Eine 60-Minuten-CD in dieser Auflösung<br />

würde rund 10 GB beanspruchen. Die anderen<br />

digitalen Ausgänge wie S/P-DIF<br />

oder AES lassen sich technisch nicht ganz<br />

so weit ausreizen und gestatten „nur“ eine<br />

Signalgüte von 192 kHz bei 24 Bit.<br />

AUSGEFILTERT<br />

Gleichzeitig beherrscht der Sabre-Chip<br />

im Joplin mehrere Filter-Einstellungen,<br />

um den Frequenzgang zu verändern –<br />

angefangen mit einem Hoch- und einem<br />

Tiefpass-Filter, die auf den ersten Blick<br />

völlig banal wirken, aber in Wirklichkeit<br />

notwendige Tools sind. Denn mit jeweils<br />

zwei Frequenz-Stellungen (16<br />

Hz/50 Hz und 5 kHz/10 kHz) kann man<br />

nicht nur DC-Brummen oder Plattenresonanzen<br />

den Garaus machen, sondern<br />

auch Rauschen entfernen, das gerne<br />

bei älteren Scheiben mit 78 Umdrehungen<br />

auftritt. Richtig interessant wird’s<br />

aber bei den 23 (!) EQ-Einstellungen für<br />

die Frequenz-Entzerrung von Vinyl. Bis<br />

vor 50 <strong>Jahre</strong>n gab es neben dem heute<br />

als Standard geltenden RIAA noch von<br />

jeder größeren Plattenfirma eine eigene<br />

Filterkurve für die Vinyl-Entzerrung. Um<br />

nun mit dem M2Tech Joplin ein perfektes<br />

Abbild der Schallplatte aufnehmen<br />

zu können, muss sich der Konverter logischerweise<br />

diesem Chaos anpassen<br />

können. Und so finden sich eben unter<br />

seinen 23 Entzerrungs-Filtern neben<br />

bekannteren Namen wie RIAA, Decca,<br />

Philips, Victor oder Columbia auch weniger<br />

populäre wie L’Oiseau-Lyre oder<br />

Brunswick.<br />

Als ob das nicht schon großartig genug<br />

wäre, sind auch noch vier Filterfür Bandmaschinen<br />

abrufbar – zwei für NAB und<br />

zwei für CCIR/IEC (jeweils für 3,75 ips<br />

und 7,5 ips). Denn ähnlich wie bei Vinyl<br />

hatten einige Labels auch ihre Bänder<br />

mit einer Kennlinie versehen. Die Bandmaschinen<br />

von früher korrigierten diese<br />

mit einer entsprechenden Filtereinstellung.<br />

Und genau diese Entzerrung übernehmen<br />

die Filter des Joplin.<br />

45


Digital-Quellen › A/D-KONVERTER<br />

VERTEILER-KASTEN: Die zahlreichen<br />

Anschlüsse auf der Rückseite<br />

leiten das gewandelte Analog-Signal<br />

in den Computer. Das massive<br />

Alu-Gehäuse verleiht dem Joplin<br />

ein adäquat wertiges Aussehen.<br />

Das Sahnehäubchen auf dieser jetzt<br />

schon beeindruckenden Torte ist ein<br />

MPX-Filter für Radioanwendungen. Bei<br />

der Signalübertragung von FM-Wellen<br />

wird ein 19-kHz-Pilot-Ton dem Monosignal<br />

aufgesetzt, woraus der Tuner mittles<br />

seines eigenen MPX-Filters das tatsächliche<br />

Stereo-Signal errechnet. Und genau<br />

hier liegt der Knackpunkt: Denn falls<br />

noch Pilotton-Reste im Signal vorhanden<br />

sind, entstehen hörbare Intermodulations-Verzerrungen,<br />

die anders als<br />

beim 16 kHz-begrenzten FM-Tuner über<br />

den Joplin auch auf der Festplatte landen<br />

würden. Damit also das Aufnahme-<br />

Signal auch wirklich sauber ist, besitzt<br />

der M2Tech einen eigenen MPX-Filter.<br />

VOLLE DYNAMIK, VIEL KLANG<br />

Bei so vielen Funktionen juckte es die<br />

Tester natürlich schnell in den Fingern.<br />

Der Anschluss am Mac klappte spielend<br />

– einstöpseln, auswählen, fertig (ein PC<br />

benötigt Treiber, die M2Tech bereitstellt).<br />

Schade nur, das der italienische<br />

Hersteller keine 384-kHz-fähige Aufnahme-Software<br />

mitliefert. Fündig wird<br />

man nach langer Suche bei Programmen,<br />

die aus der Studiowelt stammen –<br />

und selbst dort nur bei den allerneuesten.<br />

Wer jedoch ohnehin nicht mit einer<br />

so hohen Auflösung aufnehmen will<br />

(vielleicht, weil der eigene DAC diese gar<br />

nicht unterstützt), kann genauso gut zu<br />

Audacity greifen. Das gestattet in der aktuellsten<br />

Version immerhin Aufnahmen<br />

von 192 kHz und ist umsonst.<br />

Um mit all den Filtern herumzuspielen,<br />

kam eine alte<br />

Klassik-Aufnahme<br />

vom<br />

Decca-Label<br />

gerade recht. Mit dem Filter-Setting<br />

des Joplin hörte sich diese Scheibe als<br />

Digitalversion genauso gut an wie das<br />

Original. Selbst eine Bandaufnahme von<br />

den Doors, die mit 7,5 ips auf einer alten<br />

Fostex lief, landete problemlos auf der<br />

Harddisk und klang wie erwartet.<br />

Nach etlichen Stunden ging es dann ans<br />

Eingemachte: Der Redaktionsliebling<br />

„Moanin“ von Art Blakey and the Jazzmessengers<br />

landete in den verschiedenen<br />

Sampling-Frequenzen auf dem<br />

Computer. Tatsächlich hörten die Tester<br />

ab 192 kHz/24 Bit keine Unterschiede<br />

mehr. Doch um das volle Potenzial dieser<br />

unfassbar dynamischen Aufnahme<br />

zu konservieren, konnten 384 kHz natürlich<br />

nicht schaden. Denn allerspätestens<br />

dann verzauberte diese über 60 <strong>Jahre</strong><br />

alte Aufnahme von der Fest- wie auch<br />

von der Vinyl-Platte.<br />

GENIUS AT WORK:<br />

Die Schaltzentrale des<br />

Joplin ist ein A/D-Chip<br />

von ESS (siehe Lupe).<br />

Er liegt im Signalweg<br />

direkt nach den<br />

Vorverstärkern von<br />

Burr-Brown und den<br />

WIMA-Kondensatoren.<br />

Neben der Wandlung<br />

bietet er im Joplin auch<br />

etliche Filter-Settings<br />

für die Signalanpassung.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Preis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Eingänge<br />

Ausgänge<br />

Maximale Aufösung<br />

Maximale Verstärkung<br />

Pegelsteller<br />

Kompatibilität<br />

Besonderheiten<br />

M2TECH<br />

JOPLIN<br />

Digital Highend<br />

0201 / 83 25 82 5<br />

digital-highend.de<br />

2000 Euro<br />

2 <strong>Jahre</strong><br />

20 x 5 x 20 cm<br />

1 x analog (Cinch),<br />

1 x digital (S/P-DIF coaxial)<br />

4 (AES/EBU, optisch, koaxial,<br />

USB)<br />

384 kHz bei 32 Bit<br />

65 dB<br />

•<br />

OSX (ab 10.6), Windows<br />

Filter-Einstellungen<br />

Phono-Vorstufe für MM/MC<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

ÅTop Verarbeitung, feine Bauteile,<br />

Anpassung an die Quelle<br />

möglich, integrierte Phonostufe,<br />

super Klang.<br />

Í Kein Aufnahmeprogramm<br />

für 384 kHz enthalten, Display<br />

Klang<br />

überragend<br />

Ausstattung/Bedienung überragend/gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

01/13<br />

EMPFEHLUNG<br />

AUTHENTISCHER KLANG<br />

PREIS/LEISTUNG SEHR GUT<br />

46<br />

www.audio.de ›01 /2013


Unplugged<br />

L1 – Live in Concert<br />

02/12<br />

Begeistert von Sound<br />

Fidelio<br />

L1<br />

Der detailgetreue natürliche Klang des L1 basiert auf unserer über 50 jährigen Kopfhörererfahrung. Hochauflösende<br />

Soundkomponenten verwöhnen nicht nur mit einer faszinierenden & authentischen Akustikperspektive.<br />

Ein ergonomisches Design und hochwertige Materialen gepaart<br />

mit einem exzellenten Trage-komfort sorgen für einen Soundgenuss der Extraklasse.<br />

Freisprech- & Steuerungsfunktion für iPhone, iPad und iPod runden<br />

die hochwertige Ausstattung ab. Fidelio L1 Kopfhörer –<br />

Ihr ganz persönliches Privatkonzert.<br />

www.philips.com/sound


Spezial › <strong>35</strong> JAHRE <strong>AUDIO</strong><br />

48 www.audio.de ›01 /2013


Spezial › <strong>35</strong> JAHRE <strong>AUDIO</strong><br />

Foto: J. Bauer<br />

JAHRE<br />

VIELEN DANK<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

49


Spezial › <strong>35</strong> JAHRE <strong>AUDIO</strong><br />

<strong>35</strong><br />

4<br />

7<br />

8<br />

10<br />

11<br />

13 14<br />

JAHRE<br />

DAS TEAM<br />

Tatsächlich, <strong>AUDIO</strong> ist jetzt<br />

1<br />

2<br />

3<br />

5<br />

6<br />

9<br />

12<br />

15<br />

<strong>35</strong> <strong>Jahre</strong> alt. Die erste Ausgabe<br />

erschien 1978. Eine schöne<br />

Gelegenheit für das jetzige<br />

Team, sich bei Ihnen, liebe<br />

Leser, für die Treue zu<br />

bedanken – und sich einmal<br />

persönlich vorzustellen.<br />

1<br />

Ohne ihn gäbe es schlicht keine Tests,<br />

denn Christoph Monn ist seit zehn <strong>Jahre</strong>n<br />

Herr über das Gerätelager und Meister der<br />

Logistik. Alle Testgeräte gehen durch seine<br />

Hände und die von ihm gepflegte Datenbank<br />

– so weiß die Redaktion immer genau,<br />

wo welcher Proband gerade weilt. Der<br />

bekennende VfB-Stuttgart-Fan packt auch<br />

tatkräftig an und hat schon bei so manchen<br />

Messen den Auf- und Abbau gestemmt.<br />

2<br />

Test+Technik-Redakteur Alexandros<br />

Mitropoulos konnte seit dem Einstieg bei<br />

<strong>AUDIO</strong> 2011 seine vielseitigen Talente<br />

einbringen. Als gelernter Toningenieur sorgt<br />

er nicht nur für die richtige Abmischung<br />

der <strong>AUDIO</strong>-Heft-CDs, er plaudert auch<br />

gerne aus dem Nähkästchen über die Tricks<br />

seiner Zunft. Seit einem Plattensammlungs-<br />

Schnäppchen ist er ganz Feuer und Flamme<br />

für Vinyl und alles, was damit zu tun hat.<br />

3<br />

Wenn Michael Götzinger zur Tat schreitet,<br />

muss er sich öfter mal in schalldichten<br />

Räumen verschanzen. Der Diplom-Ingenieur<br />

gehört seit 2000 zum Team im Messlabor,<br />

das für <strong>AUDIO</strong> alle Messungen mit ultrapräzisen<br />

(und immens teuren) Instrumenten<br />

vornimmt. Als gebürtiger Badener mit verräterischem<br />

Dialekt fühlt sich Götzinger in<br />

der Schwabenmetropole Stuttgart trotzdem<br />

sehr wohl.<br />

4<br />

Textredakteur und Musik-Kritiker Matthias<br />

Inhoffen steht seit 1981 im Dienste der<br />

Stuttgarter HiFi-Zeitschriften. Erst bei der<br />

Schwesterzeitschrift stereoplay als Fachmann<br />

für Pop- und Jazz-Klänge, von 1996 an<br />

zusätzlich mit dem scharfen Blick über die<br />

Texte der <strong>AUDIO</strong>-Redaktion. Die Gummibärchen-Vorräte<br />

auf seinem Schreibtisch<br />

sind besonders in hektischen Zeiten eine<br />

beliebte Nervennahrungsquelle.<br />

5<br />

Der freie HiFi-Journalist und Autor Stefan<br />

Schickedanz verfügt über jahrzehntelange<br />

HiFi-Erfahrung und gehört zum Stammteam<br />

der Redaktion. Wenn er nicht gerade so<br />

fachmännische wie humorvolle Texte und<br />

Bildzeilen für <strong>AUDIO</strong> kreiert, schreibt er<br />

Bücher oder besteht verwegene Abenteuer<br />

in Eiskanälen oder auf der Rennstrecke.<br />

Ab und an fährt er auch gerne mit einem<br />

Panzer über HiFi-Elektronik.<br />

6<br />

Die Stellvertretende Chefredakteurin<br />

Christine Tantschinez bastelte schon zu<br />

Studienzeiten mit Linux einen rudimentären<br />

Musik-Netzwerk-Server. Kein Wunder,<br />

dass es sie 2004 zu <strong>AUDIO</strong> verschlug. Als<br />

Film- und Streaming-Fan kümmert sie sich<br />

mit Vorliebe um AV- und Digitalthemen und<br />

hat in ihrer <strong>AUDIO</strong>-Zeit einiges dazugelernt.<br />

Auch dass man als Frau in der (Männer-)<br />

HiFi-Welt vieles mit Humor nehmen sollte.<br />

7<br />

Chefredakteur Bernhard Rietschel ist einer<br />

der dienstältesten <strong>AUDIO</strong>-Köpfe. Seit 1995<br />

hört, schreibt und berät er im Dienste der<br />

HiFi-Zeitschriften, erst bei stereoplay, dann<br />

bei <strong>AUDIO</strong>. Seine Plattensammlungen sind<br />

gewaltig – ob als Vinyl oder auf Festplatte.<br />

Es gibt kaum ein HiFi-Thema, in dem er<br />

sich nicht auskennt – und über das er nicht<br />

stundenlang sprechen könnte, wenn man<br />

nicht rechtzeitig unterbricht.<br />

8<br />

Der freie HiFi-Journalist und <strong>AUDIO</strong>-<br />

Mitarbeiter Wolfram Eifert kann mehr als<br />

20 <strong>Jahre</strong> Test-Erfahrung und Lautsprecher-<br />

Kompetenz vorweisen. Seit einer gefühlten<br />

Ewigkeit im Dienste von stereoplay, seit<br />

2012 nun für <strong>AUDIO</strong>. Es gibt wohl kaum ein<br />

Chassis oder eine Weichenkonstruktion,<br />

die der Karlsruher nicht kennt – oder einen<br />

Boxen-Entwickler, mit dem er nicht schon<br />

lange per Du ist.<br />

9<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter Claus Dick kümmert<br />

sich um die schönen Dinge im Leben – wie<br />

um Musik-Kritiken und Abwechslung im<br />

Magazin-Teil von <strong>AUDIO</strong>. Als ehemaliger<br />

<strong>AUDIO</strong>-Musikredakteur und heutiger freier<br />

Journalist und Fotograf kennt er sich da<br />

hervorragend aus. Im Privatleben kümmert<br />

er sich gerne auch um seinen treuen Vierbeiner<br />

Merlyn, der zuweilen eine Vorliebe<br />

für Cello-Musik hegt.<br />

50<br />

www.audio.de ›01 /2013


10<br />

Wenn Johannes Maier einen Verstärker<br />

vor sich hat, ist nichts mehr sicher. Mit<br />

Lupe, Lötkolben und Schaltplan wird auch<br />

das letzte Geheimnis im Inneren gelüftet.<br />

Seit 1985 gehörte der HiFi-Redakteur und<br />

Autor zum festen Team von stereoplay, 2012<br />

wechselte er zu <strong>AUDIO</strong>. Als ehrgeiziger<br />

Amateur-Funker pflegt er eine besondere<br />

Beziehung zum Thema Rundfunk– und zu<br />

den GEZ-Gebühren.<br />

11<br />

Seit 2000 sorgt Klaus Schlappa dafür, dass<br />

<strong>AUDIO</strong> und alle Sonderhefte pünktlich und<br />

vollständig am Kiosk erscheinen. Er ist die<br />

Schnittstelle zu Fotografen und Druckerei,<br />

kümmert sich um Heft-Organisation und<br />

Bilder und kann mit Erinnerungen an Abgabetermine<br />

schnell ein schlechtes Gewissen<br />

bereiten. Besonders gut gelaunt ist er nach<br />

erfolgreichen Spielen des VfB Stuttgart.<br />

12<br />

Christof Hammer kümmert sich nicht nur<br />

um die Service-Themen im Magazin, er<br />

zeichnet vor allem für den Musik-Teil von<br />

<strong>AUDIO</strong> verantworlich. 1996 begann er als<br />

Musik-Redakteur bei stereoplay, wechselte<br />

dann 2005 zu <strong>AUDIO</strong>. In seinem Büro trifft<br />

man öfter Besucher an – die entweder<br />

gerade einer neuen Scheibe lauschen oder<br />

sich ein Tässchen selbst gebrühten Kaffee<br />

abholen möchten.<br />

13<br />

Der freie Mitarbeiter Fritz I. Schwertfeger<br />

steckt voller Überraschungen. Seit 2011<br />

schreibt er für <strong>AUDIO</strong> und <strong>AUDIO</strong>phile. Es<br />

gibt kaum ein Thema, das er nicht voller<br />

Enthusiasmus und Neugier anpackt – und<br />

kaum ein Live-Konzert, das er auslassen<br />

würde. Daheim bringt er seine Familie<br />

mit immer neuen Ideen für akustischen<br />

Zuwachs zur Verzweiflung.<br />

14<br />

Der Nachname mag verwirren, aber<br />

Tilman Schreiber ist Grafiker, nicht Texter.<br />

Er sorgt für die schöne Optik des Heftes<br />

– und nebenbei auch für zündende Ideen<br />

und den nötigen Schuss gute Laune. Zur<br />

Geburt seines Sohnes gestaltete er ein<br />

ganzes Buch. Trotzdem freut er sich auch<br />

mal über die sturmfreie Bude und ein mit<br />

Computer spielen verzocktes Wochenende<br />

als Strohwitwer.<br />

15<br />

Der Leiter des Messlabors, Peter Schüller,<br />

gehört ebenfalls zu den Urgesteinen bei<br />

<strong>AUDIO</strong>. Seit 1985 prüft der Diplom-Ingenieur<br />

und leidenschaftliche Radfahrer (gerne mal<br />

die 20-Kilometer-Strecke von der Haustür<br />

zum Verlag) alle HiFi-Testkandidaten mit<br />

modernster Messtechnik. Die jährliche<br />

Ernte des Walnussbaums in seinem Garten<br />

findet seit langem freudige Abnehmer.<br />

Nicht auf dem Gruppenbild:<br />

Bei ihr laufen alle Strippen zusammen.<br />

Sibylle Hänsch ist die freundliche Stimme<br />

am Redaktionstelefon und die ordnende<br />

Hand in den organisatorischen Belangen<br />

der Redaktion. Ohne sie würde einfach mal<br />

alles liegen bleiben. Leider musste sie zum<br />

Fototermin auch liegen bleiben – im Bett<br />

daheim wegen einer Grippe.<br />

Ausgerechnet zum Fototermin war Kristian<br />

Rimar durch Krankheit außer Gefecht.<br />

Eigentlich lässt sich die Frohnatur durch<br />

nichts unterkriegen und bleibt selbst im<br />

größten Chaos der Herr der Lage im Geräte-<br />

Lager. Ohne seine Hilfe wären so einige<br />

Zentner-Boxen nicht aus ihrer Verpackung<br />

heraus- oder wieder hineingekommen.<br />

_09O9T_musicline_Audio_01_naim_OVATOR.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 92.00 mm);15. Nov 2012 13:49:55<br />

Ovator S-400: überraschend anders<br />

„Phänomenales Timing, mitreißende Agilität, knackig-frische Wiedergabe.<br />

Die S-400 ist ein ganz großer Wurf.“ <strong>AUDIO</strong> 9/2011<br />

Naim nicht im Versand erhältlich<br />

„Der BMR-Treiber ist ein ganz der akustischen Wahrheit verpflichtetes<br />

Meisterwerk.“ image hifi 5/2011<br />

„So impulsiv, vielschichtig und timingsensibel klingen im Bass nur sehr<br />

wenige Boxen.“ stereoplay 6/2011<br />

„Ein ausgesprochen agiler, offener und rhythmischer Schallwandler.“<br />

STEREO 4/2011<br />

www.music-line.biz · Tel. 04105 77050


Digital-Quellen › iPOD UND iPAD MINI<br />

FLAC AUF iOS<br />

Der integrierte Musik-Player bei iPod Touch 5G<br />

und iPad Mini unterstützt nach wie vor kein FLAC.<br />

Aber wie so oft gilt das Motto: Dafür gibt es ja<br />

Apps. Wie zum Beispiel „FLAC Player“ (rund<br />

9 Euro). Das Programm spielt in der Tat nur FLACs<br />

ab, diese aber bis zu 96kHz/24bit –auch wenn die<br />

iDevices die Ausgabe auf 48kHz/16bit begrenzen.<br />

Gapless und Album-Art werden ebenso unterstützt<br />

wie die Möglichkeit, die Titel per AirPlay zu<br />

streamen. Über die Dateifreigabe-Funktion von<br />

iTunes gelangen die FLAC-Dateien unbeschadet<br />

auf den Porti, die App selbst verwaltet und<br />

sortiert die Titel anhand ihrer (hoffentlich gut<br />

gepflegten) Metadaten. Zum Funktionsumfang<br />

gehört in der neuesten iOS-6-kompatiblen Form<br />

auch ein 10-Band-Equalizer.<br />

Eine weitere Lossless-App ist „Golden Ear“ (rund<br />

6 Euro). Diese spielt neben FLAC auch WAV, APE,<br />

AIFF und Apple-Lossless-Dateien bis zu 96/24,<br />

unterstützt ebenfalls AirPlay und lässt sich über<br />

die iTunes-Dateifreigabe mit Daten füttern.<br />

Fazit: Beide Apps sind wirklich praxistaugliche<br />

und komfortable Lösungen für Musik-Fans, die<br />

den immensen Speicherplatz der iOS-Geräte nicht<br />

nur zum Spielen nutzen wollen, dabei aber keine<br />

große Lust auf Konvertierung der Musiksammlung<br />

in Apple Lossless haben.<br />

CAN TOUCH THIS<br />

Der iPod Touch ist nach wie vor der meistverkaufte Mobilplayer.<br />

Die fünfte Generation aber hat nun handliche Konkurrenz aus dem<br />

eigenen Haus bekommen: das iPad Mini. <strong>AUDIO</strong> untersuchte<br />

beide Apple-Geräte unter einer einzigen Prämisse: Was bringen<br />

sie dem Musik-Fan?<br />

Keine Angst, wir lassen uns hier<br />

nicht ausgiebig über Schnelligkeit<br />

und Spiele-Tauglichkeit des<br />

neuesten iPod Touch aus. Aber: Der 5G<br />

bietet einige Fähig keiten, die den Musikfan<br />

nicht kalt lassen können. Vom neuen<br />

iPad Mini ganz zu schweigen, das mit<br />

seinen handlichen Maßen plötzlich eine<br />

ernsthafte und gar nicht mal so viel teurere<br />

Alternative zum Touch wird; das<br />

iPad Mini mit 32 GB – ohne 3G-Option–<br />

kostet etwa so viel wie der iPod Touch<br />

5G mit 64 GB. So ist die Frage gestattet:<br />

Welcher von beiden ist die bessere Wahl<br />

als HiFi-Accessoire?<br />

1<br />

UNTERWEGS<br />

Der iPod Touch ist zwar länger als sein<br />

direkter Vorgänger, aber natürlich kleiner,<br />

dünner und leichter als das iPad Mini und<br />

passt besser in die Hosen- oder Jackentasche.<br />

Auch bei der Laufzeit hat der kleinere<br />

Apple die Nase vorn: Der Lithium-<br />

Polymer-Akku soll laut Hersteller angaben<br />

rund 40 Stunden permanentes Musikhören<br />

ermöglichen (auf Basis von AAC-Dateien<br />

mit 128 Kilobit/s). Beim iPad Mini<br />

sind es nur noch zehn Stunden nonstop.<br />

2 HARDWARE<br />

Beide Player werden vom gleichen Prozessor,<br />

einem Apple A5 mit 512 MB<br />

RAM (basiert auf einem ausgewachsenen<br />

ARM-Prozessor), verwaltet. Dazu<br />

gesellt sich jeweils der gleiche Chipsatz<br />

von Cirrus Logic, der sowohl die Audio-<br />

Konvertierungs-Einheit wie auch den<br />

Digital-Amp beherbergt, der die Mini-<br />

Speaker antreibt. Theoretisch sollte<br />

diese Kombination auch High-Res-Auflösungen<br />

ohne Probleme ermöglichen. Jedoch:<br />

Das Betriebssystem und der integrierte<br />

Musik-Player unterstützen nativ<br />

beispielsweise keine FLAC-Dateien und<br />

MESSLABOR<br />

4<br />

Die Frequenzgang-Messungen von iPod und iPad<br />

sind sich wie immer sehr ähnlich: eine schnurgerade<br />

Linie und kein Bass-Rolloff mehr wie noch<br />

bei den weißen Ur-Modellen mit angeschlossenen<br />

32-Ohm-Hörern. Die Ausgangsimpedanz<br />

des Touch liegt bei 1,4 Ω, die Ausgangsspannung<br />

für Kopfhörer bei noch guten 471 mV, allerdings<br />

leicht unter dem Wert des iPod Touch 4G. Der<br />

Störabstand ist mit 105dB tadellos und die<br />

Klirramplitude verschwindend dezent.<br />

BUNT UND IN FARBE: Die iPod-Kollektion mit strahlendem Display und farbigen<br />

Aluminium-Rücken kann sich sehen lassen.<br />

Fotos: Archiv<br />

52 www.audio.de ›01 /2013


Digital-Quellen › iPOD UND iPAD MINI<br />

begrenzen die Ausgabe auf 48kHz/16bit.<br />

Schade eigentlich, denn mit ihrer Rechenpower,<br />

WiFi-Fähigkeit und Speicherkapazität<br />

hätten iPod Touch und<br />

iPad durchaus das Potenzial für ernsthafte<br />

musikalische Ambitionen. Übrigens:<br />

Wer die inneren Werte der Apple-Gerätschaften<br />

genauer kennenlernen möchte,<br />

findet auf www.ifixit.com launige englischsprachige<br />

Einsichten zum Thema.<br />

3 ANGEDOCKT<br />

Beide Apple-Geräte haben nun – wie<br />

auch das iPhone 5 – die neue, kleinere<br />

Lightning-Buchse als Universal-Andockschnittstelle.<br />

Das provoziert zumeist Ärger<br />

bei Besitzern von Docks, die noch<br />

auf den 30-poligen Connector-Anschluss<br />

der Vorserien-Modelle ausgelegt sind.<br />

Ein Adapter kostet rund 30 Euro und<br />

funktionierte im Praxischeck an allen<br />

gängigen Docks. Allerdings: Da der iPod<br />

Touch 5G ohnehin schon länger ist als der<br />

Touch 4G und mit Adapter noch etwas<br />

zulegt, könnte es eventuell bei Docks<br />

oder Halterungen fürs Auto mit Einpassungen<br />

eng werden. Dagegen findet das<br />

iPad Mini selbst mit Adapter locker dort<br />

Platz, wo vorher ein iPad angedockt hätte.<br />

Leider scheint aber nun auch ein Geheimweg<br />

verbaut, mit dem 96kHz/24bit-<br />

Daten bislang iPads entlockt werden<br />

konnten: Das eigentlich für die direkte<br />

Verbindung zu Digitalkameras gedachte<br />

„Camera Connection Kit“ konnte im Zusammenspiel<br />

mit einem USB-DAC offenbar<br />

die begehrten HD-Files übertragen.<br />

Mit dem neuen „Lightning to USB<br />

Camera“-Adapter aber schlug der Versuch<br />

vom iPad Mini aus fehl.<br />

4 APPS<br />

Wahre Qualitäten für Musikliebhaber<br />

bieten beide Apples natürlich in Form<br />

von Apps. Ob als Steuerkontrolle für<br />

Streaming-Player von Atoll (Seite 32)<br />

oder Pro-Ject (Seite 28), als Messinstrument<br />

für Pegelmessung, Internetradio-<br />

Lieferant oder Nachschlagewerk mit digitalen<br />

<strong>AUDIO</strong>-Ausgaben – es gibt kaum<br />

ein Einsatzgebiet ohne passende App.<br />

Hier bieten beide Modelle einfach State<br />

of the Art. Das iPad Mini mit originaler<br />

iPad-Screen-Auflösung macht bei der<br />

Bedienung und Übersicht deutlich mehr<br />

Spaß. Der iPod bietet weniger Touch-<br />

Fläche, punktet aber mit dem wahnwitzig<br />

brillanten 4-Zoll-Retina-Display<br />

des iPhone 5. WiFi und AirPlay-Fähigkeit<br />

sind natürlich bei beiden inklusive.<br />

5 KLANG<br />

Der iPod Touch 5G bringt seine eigenen<br />

In-Ears mit, die aber nun EarPods heißen<br />

und dank Golfschläger-ähnelnder Form<br />

besser im Ohr sitzen sollen. Klanglich<br />

sind sie tatsächlich auch klarer und vor<br />

allem grundtonkräftiger als ihre (zu<br />

Recht) viel kritisierten Vorgänger – doch<br />

noch lange nicht auf dem Niveau guter<br />

Mobil-Hörer. So macht es auch nichts,<br />

dass das iPad Mini komplett auf die In-<br />

Ear-Dreingabe verzichtet. Klanglich sind<br />

sich beide – wenig überraschend – sehr<br />

ähnlich: mit einer leicht dunklen, nicht<br />

sehr basstiefen, aber intensiveren und direkteren<br />

Wiedergabe als beispielsweise<br />

beim iPhone 4.<br />

7<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

WiFi / 3G / Bluetooth<br />

Farben<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Klang (Kopfhörer)<br />

Ausstattung<br />

Bedienung<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

APPLE<br />

iPOD TOUCH 5G<br />

Apple Deutschland<br />

0800 / 20 00 13 6<br />

apple.de<br />

420 Euro (64 GB)<br />

1 Jahr<br />

12,3 x 5,8 x 0,6 cm<br />

88 g<br />

• / – / •<br />

weiß, schwarz, fuchsia, gelb,<br />

blau<br />

ÅSensationelles Display, sehr<br />

schnelles WiFi, gute Klangqualität,<br />

lauter als die Vorgänger.<br />

Í Auch die neue Form macht<br />

die Kopfhörer nicht zu Überfliegern.<br />

72<br />

überragend<br />

überragend<br />

sehr gut<br />

72 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

APPLE<br />

iPAD MINI<br />

Apple Deutschland<br />

0800 / 20 00 13 6<br />

apple.de<br />

430 Euro (32 GB)<br />

1 Jahr<br />

20 x 13 x 0,7 cm<br />

308 g<br />

• / • (opt) / •<br />

weiß, schwarz<br />

ÅGenialer Kompromiss zwischen<br />

Größe und Handlichkeit.<br />

Í Braucht erstaunlich viel<br />

Ladestrom und überfordert<br />

sogar manche USB-Eingänge<br />

am Rechner.<br />

72<br />

überragend<br />

überragend<br />

sehr gut<br />

72 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

FAZIT<br />

Christine Tantschinez<br />

Stv. Chefredakteurin <strong>AUDIO</strong><br />

Spätestens beim Thema Streaming<br />

und Apps kommt man als<br />

HiFi-affiner Zeigenosse an iOS<br />

und den neuen Apple-Playern und<br />

-Pads nicht mehr vorbei. Die Anwendungsvielfalt<br />

ist einfach zu<br />

groß. Tatsächlich ist die neueste<br />

Generation noch schneller und<br />

beeindruckender. Außerdem: Mit<br />

Lossless-Formaten und guten<br />

Kopfhörern macht auch das Musikhören<br />

über die iDevices richtig<br />

Spaß.<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

53


Digital-Quellen › HD-<strong>AUDIO</strong>-PLAYER<br />

Kern-Energie<br />

High-Resolution-Aufnahmen mit Auflösungen bis zu 24 bit/192 kHz schlummern immer öfter auf<br />

heimischen Festplatten. Mit dem kleinen HD-Player von Astell&Kern können die Musikschätze nun<br />

auch auf große Reisen gehen – und unterwegs ihren Besitzer mit grandiosem Klang versorgen.<br />

Moment, Astell und wer? Kennen<br />

Sie nicht? Macht nichts,<br />

der Kunst-Name kommt ja<br />

auch von einer findigen Agentur. Aber<br />

iRiver, der koreanische Hersteller hinter<br />

dem Markenpseudonym, könnte Ihnen<br />

durchaus ein Begriff sein. Deren Flash-<br />

Player galten lange als Klang-Geheimtipp<br />

unter den Digital-Portis. Zu Recht,<br />

wie viele <strong>AUDIO</strong>-Tests bestätigten. Dem<br />

Siegeszug der Smartphones als Mobilplayer<br />

konnte das allerdings auch nichts<br />

ent gegensetzen.<br />

Umso erfreulicher, dass sich iRiver mit<br />

alten Tugenden zurückmeldet. Mit dem<br />

neu erschaffenen Namen Astell&Kern<br />

will man das High-End-Label unter den<br />

portablen Musikspielern werden, das<br />

Dolce&Gabbana der Festspeicher-Player:<br />

edel verarbeitet, mit exquisiten Bauteilen<br />

ausgestattet und vor allem imstande,<br />

sorgsam gehegte High-Resolution-<br />

Daten bis zu 24 bit/192 kHz im Flac- oder<br />

WAV-Gewand auch unterwegs in höchster<br />

Qualität darzubieten.<br />

Das haben freilich schon andere vermocht<br />

– zum Beispiel der backsteingroße<br />

und fast ebenso schwere Colorfly,<br />

der im <strong>AUDIO</strong>-Test 1/2011 zwar akustisch<br />

überzeugte, in Handhabung und<br />

Bedienung aber nur eine schwache<br />

B-Note erzielen konnte. Der AK 100 – so<br />

die offizielle Bezeichnung des ersten<br />

Astell&Kern-Players – vermeidet diese<br />

Fehler gekonnt. Sein fast quadratisches<br />

schwarzes Aluminiumgehäuse liegt mit<br />

knapp 130 Gramm gut in Hand und Jackentasche.<br />

Gesteuert wird er fast ausschließlich<br />

über den 320 x 240 Pixel darstellenden<br />

Touchscreen; dieser ist zwar<br />

erwartungsgemäß nicht so farbenprächtig,<br />

hochauflösend und reaktionsschnell<br />

wie bei einem zeitgenössischen Smartphone,<br />

aber sehr zuverlässig und auch<br />

mit größeren Fingern gefahrlos bedienbar.<br />

Noch mehr sensorische Eindrücke<br />

liefert der prominent hervorstehende<br />

Drehregler, mit dem sich der Pegel in<br />

feinen 150 Stufen kontrollieren lässt.<br />

ASTELL&KERN IST DAS<br />

DOLCE&GABBANA DER<br />

FESTSPEICHER-PLAYER<br />

Neben allen wichtigen Informationen<br />

zum gespielten Song wie Interpret, Titel,<br />

Laufzeit, Auflösung oder auch Datenrate<br />

und -format präsentiert der AK 100 natürlich<br />

die entsprechenden Albencover im<br />

Vollbildmodus. Kleiner Tipp: Der AK 100<br />

stellt die Covers von selbst erstellten<br />

FLAC-Dateien (z. B. beim Rippen von<br />

CDs) problemlos dar, wenn man sie im<br />

jpeg-Format mittels eines Metadaten-<br />

Programms wie Mp3Tag direkt einbettet<br />

(gratis für Windows unter mp3tag.de).<br />

Für das Betanken des Astell&Kern mit<br />

Daten braucht es nicht zwingend eine<br />

Software. Zwar liefert iRiver einen digitalen<br />

Musikverwalter mit, der AK 100<br />

kann über USB aber direkt aus dem<br />

Datei-Manager beladen werden, scannt<br />

danach automatisch die Metadaten der<br />

neu hinzugefügten Tracks und präsentiert<br />

kurz darauf alle Einträge seiner<br />

Mediathek wahlweise nach Interpret,<br />

Album oder gar Qualität sortiert (die Option<br />

„Mastering Studio Qualität“ listet<br />

alle Titel mit Auflösungen ab 24/96 auf).<br />

Wo noch vor ein paar <strong>Jahre</strong>n portable<br />

Player schon an der benötigten Fest-<br />

54<br />

www.audio.de ›01 /2013


Digital-Quellen › HD-<strong>AUDIO</strong>-PLAYER<br />

OBEN: Die USB-Micro-Schnittstelle, rechts daneben finden<br />

zwei Micro-SD-Karten ein neues Zuhause. UNTEN: Links der<br />

kombinierte Kopfhörer- und Digitalausgang (optisch), rechts der<br />

optische Digital-Input, der den AK 100 in einen DAC verwandelt.<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

ASTELL&KERN<br />

AK 100<br />

Robert Ross<br />

0 84 66 / 90 50 30<br />

robertross.de<br />

700 Euro<br />

2 <strong>Jahre</strong><br />

6 x 8 x 1,4 cm<br />

122 g<br />

KAUF-TIPP<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

01/13<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Analog In/Out<br />

USB / Firewire<br />

Digital In / out<br />

Netzwerk<br />

– / 3,5 mm Stereo Kopfhörer<br />

1 x Micro USB 2.0 / –<br />

Optical / Optical<br />

–<br />

FUNKTIONEN<br />

Display<br />

schneller Vor / Rücklauf / Gapless<br />

Playlists importieren / erstellen<br />

Bluetooth / Airplay<br />

Coveranzeige / Suche<br />

Radio FM / DAB / Internet<br />

mitgelieferte Software<br />

Equalizer<br />

Musik-Dateiformate<br />

Max. Auflösung Bit / kHz<br />

Speicher intern / extern<br />

Zubehör<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

2,4“ QVGA Touch Screen<br />

• / •<br />

• / •<br />

• / –<br />

• / •<br />

– / – / –<br />

iRiver Plus 4 (Windows / Mac OS X)<br />

5-Band<br />

FLAC, WAV, MP3, AAC, APE (ALAC, AIFF)<br />

24/192<br />

32 GB Flash / 2 x 32 GB Micro SD<br />

USB-Micro-Kabel, Stofftasche, Micro-SD-<br />

Card mit 5 HD-Tracks von Chesky Records<br />

Klang lossless<br />

Bedienung<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

ÅAudiophiler Mobilplayer, der alles<br />

abspielen kann, was sich der Musikfan<br />

unterwegs wünscht.<br />

Í Eine Aufnahmefunktion über Digital-In<br />

wäre die Krönung.<br />

100<br />

sehr gut<br />

überragend<br />

100 PUNKTE<br />

ÜBERRAGEND<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

55


Digital-Quellen › HD-<strong>AUDIO</strong>-PLAYER<br />

ORIGINAL-GRÖSSE: Player und<br />

Display sind originalgetreu abgebildet.<br />

Und es ist alles zu sehen,<br />

was man wissen möchte.<br />

GALERIE: In der Album-Ansicht<br />

präsentiert der AK 100 natürlich<br />

auch die Cover-Abbildungen der<br />

Musikschätze.<br />

INFORMATIONS-ZENTRUM:<br />

Datenraten, Samplefrequenzen<br />

und Dateityp – alles über einen<br />

Klick (oder Touch) einsehbar.<br />

speicherkapazität für High-Res-Daten<br />

gescheitert wären, kann der AK 100 mit<br />

einem durch Micro-SD-Karten auf bis zu<br />

96 GB erweiterbaren internen 32-GB-<br />

Flash-Speicher punkten. Der reicht für<br />

so einige Studio-Master-Aufnahmen<br />

völlig aus. Aber erst mit der<br />

entsprechenden Chip-Bestückung wird<br />

diese Datenflut adäquat kontrolliert. Im<br />

Astell&Kern arbeitet dazu ein höchst potenter<br />

Wolfson WM8740, der ebenso<br />

in den exzellenten kleineren Linn-Netzwerk-Playern<br />

wandelt und bei Bedarf<br />

auch anderen Zuspielern über den optischen<br />

Digitaleingang zur Verfügung<br />

steht. Der Akku-Laufzeit scheint’s nicht<br />

zu schaden: Der AK 100 ließ im Praxistest<br />

an den Herstellerangaben (bis zu 16<br />

Stunden) keine Zweifel aufkommen.<br />

MESSLABOR<br />

Am Klang erst recht nicht: Präzise und<br />

neutral, zeigte sich der AK 100 seiner<br />

Mobilplayer-Konkurrenz wie dem neuen<br />

iPod Touch 5G erwartungsgemäß überlegen,<br />

nicht nur mit High-Res-Daten:<br />

im Bass kräftiger und konturierter, in<br />

den Mitten natürlicher, in den Details<br />

präziser. Weil der AK 100 auch die Messingenieure<br />

mit solider Ausgangsspannung<br />

und nahezu perfektem Störabstand<br />

von 111 dB beeindruckte, ließen<br />

wir ihn sogar gegen den wenig mobilen<br />

Linn Sneaky DS im Hörraum antreten.<br />

Dem Streaming-Player zeigte sich der<br />

Mobilplayer in fast allen Belangen ebenbürtig<br />

– bis auf die Konturenschärfe, die<br />

der Linn gewohnt perfekt präsentierte.<br />

Den Namen Astell&Kern aber sollte man<br />

sich ab sofort merken.<br />

FAZIT<br />

Christine Tantschinez<br />

Stv. Chefredakteurin <strong>AUDIO</strong><br />

1993<br />

HIGH END TO GO<br />

Musik in bestmöglicher Qualität auch<br />

unterwegs hören – dieser Wunsch ist fast<br />

so alt wie HiFi selbst. Natürlich gab es<br />

schon in den frühen 80ern die Walkman-<br />

Modellreihen von Sony, darunter legendäre<br />

Recorder wie den WM-D6C, aber so richtig<br />

begann der Porti-Boom im digitalen<br />

Zeitalter. 1993, in der Oktober-Ausgabe,<br />

präsentierte <strong>AUDIO</strong> einen ausgiebigen Test<br />

damals vertretener Digital-Formate und der<br />

passenden Abspieler: von MiniDisc und<br />

DAT (Digital Audio Tape) sowie DCC (Digital<br />

Compact Cassette) über CD-Portis bis hin<br />

zu einem Exoten von Sony, einem digitalen<br />

Diktiergerät. Die Preisspanne: <strong>35</strong>0 Mark<br />

(CD-Porti) bis 1300 Mark (DAT-Recorder).<br />

Fazit damals: CD-Portis sind nicht zeitgemäß,<br />

DAT siegt klanglich und praktisch<br />

über DCC und MiniDisc.<br />

Perfekter geht es kaum: Extrem linearer<br />

Frequenzgang, Störabstand liegt bei 111 dB.<br />

Die Ausgangsspannung von 1,5 Volt liefert<br />

auf jeden Fall viel Pegel über Kopfhörer.<br />

Ausgangswiderstand: 22,7 Ω.<br />

Längst ist ausreichend Festspeicher<br />

für mobile Geräte erschwinglich,<br />

dennoch machen sich die<br />

wenigsten Hersteller Gedanken<br />

darüber, dass Musik jetzt auch<br />

verlustfrei und in höheren Auflösungen<br />

gehört werden könnte.<br />

iRiver bildet mit Astell&Kern eine<br />

exzellente Ausnahme: mit Lossless-Formaten,<br />

High-Res und viel<br />

akustischem Feinsinn.<br />

<strong>35</strong><br />

56<br />

www.audio.de ›01 /2013


Service-Direktverkauf 030 300 9 300<br />

Bei sternenklarem Vollmondhimmel,<br />

in abgelegenen karibischen<br />

Lagunen in frischem Rosenwasser<br />

gewickelt und unter Palmenblättern<br />

luftgetrocknet. Wir sprechen<br />

jetzt nur von den Schwingspulen.<br />

jetzt nur von den Schwingspulen.<br />

Braucht man das denn wirklich?<br />

Ultima 800 Mk2 Paarpreis € 2.999,99<br />

Vielleicht. Entwickler werden meist an die Leine genommen. Die Ultima 800 Mk2 ist ein sehr lebendiges und<br />

wundervolles Beispiel dafür, was passiert, wenn man sie loslässt. Wenn alles gewollt, gewünscht und gemacht<br />

wird, um das Optimum dessen ins Leben zu rufen, was akustisch geht. Ungewöhnliche Wege. Erlesene Details.<br />

Darüber kann man sehr viel reden, aber eigentlich muss man das hören. Denn da entfaltet die Ultima ihren<br />

unglaublichen, musikalischen und beeindruckenden Zauber. www.teufel.de<br />

Lautsprecher Teufel GmbH<br />

Bülowstraße 66<br />

10783 Berlin


Aktion › LESERWAHL 2013<br />

Gewinnen Sie Preise im Gesamtwert von über 180 000 Euro<br />

Leserwahl 2013<br />

Auch in der achten Auflage der großen Leserwahl von <strong>AUDIO</strong>,<br />

stereoplay und video können Sie, liebe Leser, wieder die Top-<br />

Geräte des <strong>Jahre</strong>s küren – und ganz nebenbei jede Menge attraktiver<br />

Preise gewinnen. Geräte und Anlagen im Wert von über<br />

180 000 Euro werden dieses Jahr unter den Teilnehmern verlost.<br />

Das einzige, was Sie dafür tun müssen: Unter den getesteten Geräten<br />

des letzten <strong>Jahre</strong>s bestimmen Sie Ihre Lieblinge. Die Abstimmung<br />

findet im Internet statt, oder Sie schicken eine Postkarte – siehe<br />

Teilnahmebedingungen unten rechts. Aber wie Sie auch wählen:<br />

Die Redaktion drückt Ihnen alle Daumen. Viel Glück!<br />

1. PREIS<br />

GESAMTWERT:<br />

21400 EURO<br />

Beginne bei der Quelle: Diesen HiFi-Leitsatz<br />

hat Linn vor 40 <strong>Jahre</strong>n populär gemacht.<br />

In der Hauptgewinn-Anlage<br />

stammt die Quelle dann auch von der<br />

schottischen Marke: Der legendäre Plattenspieler<br />

LP12 in der Majik-Ausführung,<br />

mit Akito-Tonarm und MM-System Adikt.<br />

Ein Spieler fürs Leben.<br />

Auch der Verstärker dürfte ein ganzes Hi-<br />

Fi-Leben halten – und hat Jahrzehnte benötigt,<br />

um zur heutigen Perfektion heranzureifen.<br />

Insofern haben der Linn und<br />

der Symphonic Line RG10HD einiges gemeinsam.<br />

Die neueste Version des Amp-<br />

Klassikers wird von Entwickler Rolf Gemein<br />

gerade feingetunt – und in der nächsten<br />

<strong>AUDIO</strong> vorgestellt. Die Canton Reference<br />

3.2 spielt schon jetzt perfekt rund:<br />

eine mächtige Standbox, die in weißem<br />

Lack dennoch fast zierlich wirkt und die<br />

diese Anlage mit enormer Dynamik und<br />

perfekter Neutralität abrundet.<br />

58<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

o Machen Sie mit auf audio.de/leserwahl


Aktion › LESERWAHL 2013<br />

GESAMTWERT:<br />

23300 EURO<br />

1. PREIS 1. PREIS<br />

GESAMTWERT:<br />

16 000 EURO<br />

Im Fokus dieser Top-Anlage steht<br />

die B&W 802 Diamond, seit <strong>Jahre</strong>n<br />

die meistgenutzte Arbeits-Referenz<br />

von stereoplay. Es ist nicht<br />

nur der überragend fein auflösende<br />

Diamant-Hochtöner – die<br />

neueste Variante der Serie ist von<br />

bemerkenswerter Neutralität. Dazu<br />

passt der souverän-kräftige<br />

Vollverstärker 300i von Krell. Er<br />

lässt die B&W aufblühen und garantiert<br />

eine adäquate Verstärkung<br />

der feinen CD-Signale. Der<br />

Ayon CD 07 S mit Röhren-Ausgangsstufe<br />

S ist der musikalischste<br />

Player seiner Klasse und<br />

bietet auch anderen Digitalquellen<br />

Zugang zu seinem exzellenten<br />

Wandler. Verbunden wird alles<br />

mit Kabeln von HMS. Sowohl das<br />

Concerto (LS) als auch das Sestetto<br />

(Cinch) haben sich in etlichen<br />

Vergleichstests als überragend<br />

neutral und präzise herausgestellt.<br />

Um dem Klangbild den letzte<br />

Schliff zu verpassen, wird die<br />

Elektronik durch das hochsolide<br />

Rack Of Silence von Solid Tech<br />

vom Boden entkoppelt. Als i-Tüpfelchen<br />

kommt ein Absorber von<br />

Fast Audio hinzu. Er mindert – bespannt<br />

mit einem beliebigen Cover-Motiv<br />

– die Reflexionen hinter<br />

dem Hörplatz.<br />

Schick, smart, stark: Diese Anlage<br />

erfüllt die Ansprüche von<br />

Heimkino- und Musik-Liebhaber.<br />

Prämierte Design-Ikone ist<br />

der Loewe-Fernseher Connect<br />

ID 55 DR+. Der Gewinner dieses<br />

3D-LED-55-Zoll-TVs kann aus<br />

zwölf Farbkombinationen wählen.<br />

Der Glückliche erhält auch<br />

den idealen Zuspieler in Form<br />

des Universal-Players UD 7007,<br />

der durch seine hochwertigen<br />

Analogton-Ausgänge glänzt.<br />

Die vornehmlich aufbereitete<br />

Bild- und Tonkost schickt er<br />

zum 9.2-Kanal-AV-Receiver TX-<br />

NR3010 von Onkyo. Dieser Bolide<br />

überzeugt nicht nur klanglich,<br />

sondern auch durch seine<br />

enorme Anschlussvielfalt und<br />

seine Qualitäten als Netzwerker.<br />

Nicht zuletzt ist er THX-<br />

Ultra-2-Plus-zertifiziert und damit<br />

der ideale Tonlieferant für<br />

Teufels Premium-Surround-Set<br />

System 10, dem weltweit größtes<br />

THX-Lautsprecher-Set mit<br />

Ultra-2-Zertifizierung. Heimkino-Feeling<br />

ist also garantiert.<br />

Für beste Übertragung legen<br />

wir HDMI- und Lautsprecher-<br />

Kabel von Oehlbach bei, für die<br />

optimale Einstellung eine Original-THX-Calibrator-Disc.<br />

So nehmen Sie an der LESERWAHL 2013 von<br />

<strong>AUDIO</strong>, stereoplay und video teil!<br />

Der einfachste Weg zur Wahl ist das Internet:<br />

Unter www.audio.de/leserwahl finden<br />

Sie die Startseite, die Sie Schritt für<br />

Schritt durch die Leserwahl führt. Natürlich<br />

geht es auch per Postkarte: Frankieren,<br />

mit Adresse versehen, dann zu den<br />

jeweiligen Kategorie-Codes (A – R2) die<br />

Nummer Ihres Favoriten schreiben und<br />

das Ganze an die Redaktion <strong>AUDIO</strong>,<br />

Leuschnerstraße 1, in 70174 Stuttgart schicken.<br />

Die Übersicht aller nominierten Geräte<br />

und Kategorien steht ab Seite 65: Es<br />

sind 263 Kandidaten. Wenn Sie unentschlossen<br />

sind, sind auch Enthaltungen<br />

möglich. Zusätzlich benennen Sie am Ende<br />

bitte auch Ihre persönliche Lieblingsmarke<br />

des <strong>Jahre</strong>s (Brand of the Year). Dafür<br />

haben wir ein entsprechendes Freifeld<br />

eingerichtet. Sie haben übrigens auch die<br />

Möglichkeit, Wunschgewinne zu nennen<br />

– wenn Sie gezogen werden und der<br />

Wunschgewinn ist noch da, wird er automatisch<br />

Ihnen zugelost. Eine Übersicht<br />

über die Preise finden Sie auf den folgenden<br />

Seiten.<br />

Mitmachen darf jeder, nur die Mitarbeiter<br />

der WEKA Media Pub lishing GmbH sowie<br />

deren Angehörige sind ausgenommen.<br />

Die Auslosung erfolgt unter juristischer<br />

Aufsicht; der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />

Eine Barauszahlung der Gewinne ist<br />

nicht möglich. Teilnahmeschluss der Wahl<br />

ist der 6. Januar 2013.<br />

www.audio.de 01 /2013 59


Aktion › LESERWAHL 2013<br />

Gewinnen Sie Preise im Gesamtwert von über 180.000 Euro<br />

4.<br />

PREIS<br />

PARADIGM<br />

SIGNATURE S 8<br />

Der kanadische Lautsprecherhersteller<br />

Paradigm ist hierzulande<br />

noch etwas unbekannt, aber auf<br />

dem nordamerikanischen Kontinent<br />

eine echte Größe – schon allein<br />

wegen des riesigen Portfolios.<br />

Dessen Flaggschiff ist die S8, bei<br />

dem die Kanadier alles einbauten,<br />

was sie technisch derzeit draufhaben.<br />

Das reicht vom akustisch<br />

güns tig geformten Alu-Gehäuse<br />

bis hin zur Beryllium-Hochtonkalotte.<br />

Das klangliche Ergebnis jedenfalls<br />

ist umwerfend gut. In dieser<br />

Klasse hat die S8 nur ganz wenig<br />

Konkurrenz.<br />

WERT:<br />

7200 EURO<br />

5.<br />

PREIS<br />

JBL<br />

STUDIO 4429<br />

Sie können es noch, die Profis aus JBLs Lautsprecher-Entwicklungsabteilung.<br />

Mit der Studio 4429 bringt JBL den Profi-Sound in das<br />

Wohnzimmer. Zugegeben: Die Amerikanerin ist vielleicht nicht die<br />

hübscheste aller Kompaktboxen, aber sicher die pegelfesteste. So<br />

unverzerrt rein und klar, so<br />

feinauflösend und ausdrucksstark<br />

spielt bei hohen bis<br />

höchsten Pegeln keine andere.<br />

Und das Schönste: Es<br />

muss gar nicht so laut werden:<br />

Denn die eigenwillige<br />

Studio 4429 beherrscht auch<br />

die leisen Töne höchst eindrucksvoll.<br />

WERT:<br />

6000 EURO<br />

6.<br />

PREIS<br />

ISOPHON<br />

ARCONA 80<br />

7.<br />

PREIS<br />

BOSE<br />

VIDEO WAVE II 46<br />

WERT:<br />

5500 EURO<br />

Der neueste Hammer aus dem<br />

Hause Isophon kommt mit<br />

einem selbstentwickelten AMT-<br />

Hochtöner daher und klingt –<br />

wie schon etliche Versuche mit<br />

Prototypen zeigten – in seiner<br />

Klasse überragend gut: nämlich<br />

wunderbar offen, fein und<br />

sehr dynamisch. Der glückliche<br />

Gewinner bekommt ein einzigartiges<br />

Pärchen Arcona 80<br />

mit Spezial-Innenverkabelung,<br />

edlen Öl-Kondensatoren im<br />

Hochtonbereich und klanglich<br />

überlegenem WBT-Bi-Wiring-<br />

Anschluss-Terminal.<br />

WERT:<br />

5500 EURO<br />

Bose hat mit dem<br />

VideoWave II den<br />

vermutlich am besten<br />

klingenden<br />

Fernseher der Welt<br />

geschaffen. Die für<br />

den fulminanten<br />

Sound verantwortlich<br />

zeichnenden<br />

Lautsprecher sitzen<br />

unsichtbar hinter<br />

dem 46-Zoll-LED-<br />

Backlight-Display<br />

und können weit<br />

mehr als Fernsehton<br />

veredeln.<br />

8.<br />

PREIS<br />

KLIPSCH<br />

CORNWALL III<br />

Nicht nur für Nostalgiker und Vintage-Fans ist die Neuauflage der legendären<br />

Klipsch Cornwall ein Segen. Diese Box ist wahrlich ein Unikat<br />

in der Boxenmassenware. Die Optik ist ganz anno dazumal, bei den<br />

Chassis aber tummeln sich neueste Technik und Bauteile. Neben dem<br />

charakteristischen Doppelhorn zieht auch der 38er-Magnum-Woofer<br />

garantiert staunende Blicke auf sich. Erst recht, wenn die Klipsch loslegt<br />

und mit Dynamik, Klangfarben und Präzision begeistert. Der Gewinner<br />

erhält die in der<br />

<strong>AUDIO</strong> 10/2011 überragend<br />

gefeierte Cornwall in der<br />

Ausführung Cherry.<br />

WERT:<br />

4000 EURO<br />

9.<br />

PREIS<br />

KS DIGITAL<br />

KSD 2020<br />

Die Qualität eines aktiven Studiomonitors<br />

auch im Wohnzimmer genießen?<br />

Kein Problem mit der KSD 2020 aus<br />

der Home-HiFi-Serie des deutschen<br />

Profi-Herstellers. Die Box punktet nicht<br />

nur mit aktiver Frequenzweiche, elektronisch<br />

optimierter Tieftonwiedergabe<br />

und ausgereifter koaxialer Punktschall-Technologie,<br />

sondern auch mit<br />

einer umfangreichen Klangregelung<br />

zur Anpassung an unterschiedliche<br />

Räume und Aufstellungsvarianten.<br />

Ganz im Stil eines Profi-Monitors kann<br />

der glückliche Besitzer die KSD 2020<br />

direkt mit symmetrischen Signalen aus<br />

der Vorstufe versorgen.<br />

WERT:<br />

4000 EURO<br />

60<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

o Machen Sie mit auf audio.de/leserwahl


Aktion › LESERWAHL 2013<br />

10.<br />

PREIS<br />

AVM<br />

EVOLUTION CD 5.2<br />

11.<br />

PREIS<br />

NUBERT<br />

NULINE 284 SURROUND-SET<br />

Mit Digitaleingängen aller Art fungiert der AVM-Player zugleich als<br />

exzellenter D/A-Wandler. Ob eine CD im internen Laufwerk rotiert<br />

oder ein anderer Digitalspieler die Signale liefert – auf jeden Fall<br />

profitiert die Musik von der hochmodernen Wandlerabteilung, die<br />

sich in der Ausgangsstufe<br />

auf das harmonische<br />

Klirrspektrum einer Röhre<br />

verlässt. Das Auge erfreut<br />

sich zugleich an klaren<br />

Linien und Verarbeitung<br />

auf Labor-Niveau.<br />

WERT:<br />

4000 EURO<br />

Kraftvollen Kinosound und puristisches<br />

Stereo zugleich – und das bei wohnraumfreundlichen<br />

Abmessungen? Die<br />

neuen Mitglieder der nuLine-Serie können<br />

beides. Neben den Standboxen<br />

kommen Dipole vom Typ nuLine 24<br />

sowie ein passender Center und der<br />

fernbedienbare Subwoofer AW-600<br />

zum Einsatz. Dem multiplen Vergnügen<br />

steht nichts mehr im Wege!<br />

WERT:<br />

3700 EURO<br />

12.<br />

PREIS<br />

ELAC<br />

FS 407<br />

13.<br />

PREIS<br />

MUSICAL FIDELITY<br />

M1CLIC, M1PWR UND M1CDT<br />

Mit seinem JET-Hochtöner hat der deutsche<br />

Spezialist ELAC das Prinzip des Air-<br />

Motion-Transformers schon seit <strong>Jahre</strong>n<br />

auf die Spitze getrieben. Mit der Version<br />

5 hat man das High-Tech-Paket nochmals<br />

verbessert, und die FS 407 ist die erste<br />

High-End-Box, die davon profitiert.<br />

Höchste Präzision und erstaunliche Dynamik<br />

im schmalen, hochglanzlackierten<br />

Gehäuse.<br />

WERT:<br />

3700 EURO<br />

Die zarteste Versuchung, seit es Digital-Ketten<br />

gibt, kommt aus England. Musical-Fidelity-Chef<br />

Antony Michaelson hat als Spielpartner<br />

für das Supertalent aus Netzwerk-<br />

Player, Vorstufe und D/A-Wandler, M1Clic,<br />

nun auch die passende Class-D-Endstufe aus<br />

dem Hut gezaubert, die M1PWR. CD-Fans<br />

kommen hier auch auf ihre Kosten: Der<br />

M1CDT reicht als CD-Laufwerk die Kost der<br />

Silberscheibe an den hervorragenden D/A-<br />

Wandler im M1Clic weiter.<br />

WERT:<br />

<strong>35</strong>00 EURO<br />

14.<br />

PREIS<br />

LG<br />

55LM860V & BH8210C<br />

Das komplette Paket: Der 55-Zöller von LG<br />

kombiniert außergewöhnliches und elegantes<br />

Design, verbunden mit neuester 3Dund<br />

Smart TV-Technologie. Dank seiner<br />

hochwertigen Optik passt das TV-Gerät von<br />

LG in jedes Wohnzimmer. Für den besten<br />

Sound sorgt die 2.1 Heimkinoanlage der<br />

neuen Platinum Line von LG.<br />

Damit lässt sich nicht nur das<br />

beste Bild, sondern auch der<br />

perfekte Klang genießen.<br />

WERT:<br />

3400 EURO<br />

15.<br />

PREIS<br />

RAUMFELD SET: 1X SPEAKER M, 1X SPEAKER L,<br />

1X RAUMFELD ONE, 1X CONTROLLER, 1X BASE<br />

Großes Haus oder kleine Wohnung? Egal, Raumfeld<br />

passt einfach überall! Dieses grandiose Set aus kleinen<br />

und großen Netzwerk-Lautsprechern, One-Box-<br />

System Raumfeld One, einer Base mit Festplatte und<br />

der einfach genialen Systemsteuerung namens Controller<br />

erobert im Handumdrehen jedes Domizil. Und<br />

beschert dort unkompliziert in allen Räumen Musik<br />

von NAS, Streaming-Dienst und Internet-Radio.<br />

WERT:<br />

3050 EURO<br />

16.<br />

PREIS<br />

TEUFEL<br />

ULTIMA 800 MK2<br />

17.<br />

PREIS<br />

DALI<br />

FAZON 5<br />

Der Berliner Lautsprecher Teufel ist<br />

mittlerweile zu einem der größten Boxen-Anbieter<br />

Deutschlands avanciert<br />

und unterstreicht mit der Ultima 800<br />

Mk2 seine audiophilen Ansprüche. Mit<br />

bester Bestückung und viel Bass-Fläche<br />

(auf der Rückseite sind weitere<br />

vier Bässe untergebracht) meistert<br />

Teufels HiFi-Flaggschiff auch härteste<br />

Herausforderungen.<br />

WERT:<br />

3000 EURO<br />

Ein schwebender Traum von einem Lautsprecher:<br />

Bei der Fazon 5 hat Dali ein bewährtes 2,5-Wege-<br />

System in einem atemberaubend hübschen, geschwungenen<br />

Aluminium-Gehäuse untergebracht.<br />

Das Ergebnis ist in allen Bereichen überzeugend –<br />

nicht nur optisch, sondern auch, weil das Alu-Gehäuse<br />

akustisch enorm viele Vorteile bietet.<br />

WERT:<br />

3000 EURO<br />

www.audio.de 01 /2013 61


Aktion› LESERWAHL 2013<br />

Gewinnen Sie Preise im Gesamtwert von über 180.000 Euro<br />

18.<br />

PREIS<br />

PHILIPS<br />

46PFL9707S<br />

19.<br />

PREIS<br />

ELECTROCOMPANIET<br />

EMP2<br />

WERT:<br />

3000 EURO<br />

Mehr geht nicht – die aktuelle<br />

9700er-Serie des Herstellers Philips<br />

bietet exzellenten Kontrast,<br />

höchste Helligkeit, lebendige<br />

Farben und hervorragende Bewegungsschärfe.<br />

Zusätzlich bietet<br />

der 46-Zöller warme, tiefe<br />

Bässe und helle, klare Höhen.<br />

Sich einfach zurücklehnen und<br />

die ultimative Klangqualität des<br />

Fernsehers selbst erleben.<br />

Der EMP2 gehört zur seltenen Gattung „audiophiler Universal-<br />

Player“: Er spielt praktisch jede erdenkliche Silberscheibe ab, gibt<br />

das Bild – sofern auf der Disc vorhanden – ganz modern via HDMI<br />

aus, stellt dem Ton aber zugleich einen äußerst vornehmen Mehrkanal-Analogausgang<br />

zur Verfügung. So lassen sich SACD, DVD-<br />

Audio, Blu-ray, DVD, aber natürlich auch normale CDs mit ein und<br />

derselben Maschine in bestmöglicher Qualität wiedergeben.<br />

WERT:<br />

3000 EURO<br />

20.<br />

PREIS<br />

PANASONIC<br />

TX-L55DT50, DMR-BCT720<br />

Nur 2,7 cm – breiter ist der TX-L55DT50<br />

von Panasonic dank LED-Hintergrundbeleuchtung<br />

nicht. Damit kommt der<br />

55-Zöller extrem schlank und elegant<br />

ins heimische Wohnzimmer. Das TV-<br />

Gerät passt sich perfekt an die räumliche<br />

Umgebung an. In Kombination<br />

mit dem Blu-ray-Player DMR-BCT720<br />

kommen optimale Bilder und bester<br />

Klang auf einer Bilddiagonale von 139<br />

cm nach Hause.<br />

WERT:<br />

2800 EURO<br />

21.<br />

PREIS<br />

TRANSROTOR<br />

ROSSINI<br />

Der Rossini bietet alle Transrotor-Qualitäten wie<br />

eine perfekte Verarbeitung und natürlich einen<br />

hervorragenden Klang. Gekonnt kombiniert das<br />

schicke Laufwerk das klassische und von vielen<br />

geschätzte Räke-Konzept mit moderneren<br />

Design-Akzenten. Der<br />

exzellente 9-Zoll-Tonarm liefert in<br />

Kombination mit dem superben MM-<br />

System einen bestechend klaren und<br />

hochauflösenden Klang. So wird er HiFiisten<br />

jahrzehntelang mit Musik verwöhnen.<br />

WERT:<br />

2800 EURO<br />

22.<br />

PREIS<br />

SAMSUNG<br />

UE40ES7090 (1500 €), BD-E8509S (500 €), DA-E750 (700 €)<br />

23.<br />

PREIS<br />

TANNOY<br />

PRECISION 6.4<br />

Damit kommt das ganze Unterhaltungspaket<br />

von Samsung ins Wohnzimmer: Fernseher,<br />

Blu-ray-Player und ein revolutionäres<br />

Audio-System. Mit der neuen, hoch entwickelten<br />

Smart-Interaction-Technologie wird<br />

der TV mit Gesten- und Sprachsteuerung<br />

gesteuert. Der Blu-ray-Player BD-E8509S<br />

liefert passend dazu die schärfsten Bilder in<br />

HD-Qualität. Um dem Ganzen noch die Kro-<br />

ne aufzusetzen, gibt es noch die station im Luxus-Design DA-E750<br />

Dockingdazu.<br />

WERT:<br />

2700 EURO<br />

Das Topmodell der nagelneuen Precision-Serie begeisterte<br />

die Tester mit präzisem Bass und sagenhaft<br />

realistischer Abbildung. Letztere hat die 6.4 ihrem<br />

„Dual-Concentric“-Mittelhochton-Koax zu verdanken,<br />

Ersteren der raffinierten Bestückung mit zwei Passivmembranen<br />

statt eines Reflexrohrs. Damit die<br />

stattlichen Schottinnen perfekt ins Wohnzimmer des<br />

Gewinners passen, darf er sich die Oberfläche aussuchen:<br />

Das edle Walnussfurnier gibt's matt (rechts<br />

im Bild) oder glanzlackiert, alternativ steht schwarzer<br />

Hochglanzlack zur Wahl.<br />

WERT:<br />

2700 EURO<br />

24.<br />

PREIS<br />

BLUMENHOFER<br />

FUN 13<br />

25.<br />

PREIS<br />

YAMAHA<br />

RX-A3020<br />

Man sieht es ihr kaum an, aber Tom Blumenhofer<br />

hat seiner Fun 13 ein echtes<br />

Basshorn eingebaut, das sich nach unten<br />

hin öffnet. Das Horn verleiht der schmalen<br />

Zwei-Wege-Säule einen Wirkungsgrad<br />

und eine Spielfreude, die man sonst in dieser<br />

Klasse wohl nur ganz selten bekommt.<br />

WERT:<br />

2450 EURO<br />

Ein AV-Receiver der Spitzenklasse aus der Avantage-Serie von Yamaha.<br />

Die 9.2-Kanal-Audioqualität ist mithilfe der A.R.T. Wedge-Technologie<br />

hervorragend und lässt sich auf 11.2-Kanal erweitern. HDMI-<br />

Anschlüsse gibt es bei diesem Receiver satt. Mit acht Ein-/ und zwei<br />

Ausgängen bleibt kein Wunsch übrig. Die YPAO-<br />

Mehrpunkteinmessung mit R.S.C.<br />

hilft beim Einrichten. Netzwerkfunktionen<br />

inkl. Web Browser<br />

Control, AV Controller App-Kompatibilität<br />

und AirPlay erhöhen<br />

zudem den Spaßfaktor.<br />

WERT:<br />

2099 EURO<br />

62<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

o Machen Sie mit auf audio.de/leserwahl


Aktion › LESERWAHL 2013<br />

26.<br />

PREIS<br />

ADAM<br />

COMPACT MK 3<br />

27.<br />

PREIS<br />

T+A<br />

DAC 8<br />

28.<br />

PREIS<br />

SONY<br />

TV+BD-PLAYER<br />

High-Tech aus dem Studiobereich in klassischem<br />

HiFi-Gewand – dafür steht die Classic-Serie<br />

von ADAM. Die Kompaktbox mit<br />

dem X-Art-Hochtöner gibt es aktiv und passiv<br />

– der glückliche Gewinner darf die klassische<br />

Version an seinen Amp anschließen.<br />

WERT:<br />

2000 EURO<br />

Beim DAC 8 ließ T+A seiner mittlerweile<br />

recht stattlichen Entwicklungsabteilung<br />

mal freien Lauf. Heraus kam ein technisch<br />

und optisch grandioser D/A-Wandler, der<br />

– obwohl mit knapp 2000 Euro gar nicht<br />

so teuer – in den obersten HiFi-Ligen mitspielen<br />

kann und jede Anlage aufwertet.<br />

WERT:<br />

1850 EURO<br />

Dieses Paket bietet<br />

Multimedia in allen<br />

Formen. Der Sony KDL-<br />

46HX855 kann auf die<br />

exklusiven Plattformen<br />

Video Unlimited und<br />

Music Unlimited zugreifen.<br />

Der passende<br />

Player von Sony rundet<br />

das Unterhaltungspaket<br />

komplett ab.<br />

WERT:<br />

1830 EURO<br />

29.<br />

PREIS<br />

MAGNAT<br />

QUANTUM 757<br />

Mit dem Flaggschiff<br />

der Quantum-750er-<br />

Serie setzen die Pulheimer<br />

wieder Maßstäbe<br />

in Transparenz<br />

und Klangreinheit.<br />

Doch auch bei höheren<br />

Pegeln weiß die<br />

Dreiwegebox zu überzeugen.<br />

Ein Hammer<br />

in ihrer Preisklasse.<br />

WERT:<br />

1800 EURO<br />

30.<br />

PREIS<br />

PHONAR<br />

VERITAS P4 NEXT<br />

Perfekt verarbeitet, verblüffte<br />

dieser Standlautsprecher<br />

aus Deutschlands<br />

hohem Norden mit<br />

einer Präzision und<br />

Klangfülle, die man der<br />

grazilen Erscheinung<br />

nicht zugetraut hätte.<br />

Topmodern, klangkompetent<br />

und sehr wohnzimmerfreundlich.<br />

WERT:<br />

1800 EURO<br />

31.<br />

PREIS<br />

LOEWE<br />

SOUNDVISION<br />

Egal, welches Smartphone<br />

oder Tablet<br />

Sie besitzen: Diese<br />

Soundstation holt<br />

bes ten Sound heraus.<br />

Aber auch vor Audio-<br />

CDs, Netzwerk-Speicher<br />

oder Webradios<br />

macht die individuell<br />

designbare Allround-<br />

Lösung nicht Halt.<br />

WERT:<br />

1700 EURO<br />

32.<br />

PREIS<br />

VINCENT<br />

SV-227<br />

33.<br />

PREIS<br />

EPOS<br />

ELAN 30<br />

34.<br />

PREIS<br />

PHILIPS<br />

HTB9550D<br />

Der Nachfolger des legendären SV-226 II<br />

setzt das Erfolgsrezept fort: Feine Röhren in<br />

der Vorstufe, wuchtige Transistoren für<br />

reichlich Leistung in der Endstufe – das Gan-<br />

ze nennt sich „Hybrid“ – und klingt fast<br />

schon highendig.<br />

WERT:<br />

1500 EURO<br />

Epos ist die kleine Boxenschwester<br />

der britischen<br />

Elektronik-<br />

Schmiede Creek und<br />

hat ebenfalls den Fokus<br />

auf – stets bezahlbares<br />

– HiFi gelegt. Die<br />

Elan 30 sieht lecker aus<br />

und überzeugt mit hoher<br />

Transparenz und<br />

größter Spielfreude.<br />

WERT:<br />

1450 EURO<br />

Der Vorgänger hat begeistert, das 5.1-Bluray-System<br />

HTB9550 will noch mehr Surround-Feeling<br />

mit der Philips-eigenen<br />

360-Sound-Technologie erzeugen. Modernes<br />

Design und hochwertige Kompo-<br />

nenten sind ebenfalls versprochen.<br />

WERT:<br />

1300 EURO<br />

<strong>35</strong>.<br />

PREIS<br />

NAIM <strong>AUDIO</strong><br />

UNITIQUTE<br />

So klein und schon eine ausgewachsene<br />

Anlage. Der UnitiQute mag äußerlich niedlich<br />

sein, aber hat es als Netzwerk-Player<br />

samt Verstärker-Einheit faustdick hinter der<br />

WLAN-Antenne. Natürlich beherrscht er alle<br />

Streaming-<br />

Raffinessen wie<br />

Gapless-Wiedergabe,<br />

Datenformate<br />

bis 192 kHz/<br />

24 Bit und App-<br />

Bedienung.<br />

WERT:<br />

1300 EURO<br />

36.<br />

PREIS<br />

GERMAN MAESTRO<br />

LINEA S RB ONE<br />

Mal etwas anderes: Bei der Linea S RB One<br />

sieht man nur den Hochtöner; der Bass<br />

strahlt nach unten über einen Diffusor in alle<br />

Richtungen ab. Das sieht nicht nur gut<br />

aus, sondern füllt den gesamten<br />

Raum mit Klang.<br />

Noch gibt's nur Prototypen<br />

– der Gewinner bekommt<br />

eines der ersten Serienmodelle.<br />

WERT:<br />

1200 EURO<br />

37.<br />

PREIS<br />

CHARIO<br />

SYNTAR 520 INKL. STÄNDER<br />

Echt italienisches Flair, ein elegant kultiviertes<br />

Klangbild mit mächtigem Tiefbass<br />

und ein farblich sowie mechanisch exakt<br />

passender Ständer für die Kompaktbox, das<br />

alles erwartet den glücklichen Gewinner der<br />

Chario Syntar 520.<br />

WERT:<br />

1160 EURO<br />

www.audio.de 01 /2013 63


Aktion › LESERWAHL 2013<br />

Gewinnen Sie Preise im Gesamtwert von über 180.000 Euro<br />

38.<br />

PREIS<br />

DENON<br />

AVR-2113 & DBT-1713UD<br />

Diese Kombi hat es klanglich und bildtechnisch<br />

in sich. Der 7.1-Kanal-AV-Receiver<br />

AVR-2113 ist mit AirPlay, Gapless-Playback<br />

und Spotify ein wahrer<br />

Netzwerk-Spezialist.<br />

Der Universal-3D-<br />

Blu-ray-Player DBT-<br />

1713 kann mit seinen<br />

Streaming-Funktionen<br />

überzeugen.<br />

WERT:<br />

1100 EURO<br />

39.<br />

PREIS<br />

PIONEER<br />

A-30 & PD-30 & N-30<br />

Pioneer liefert die Vollausstattung<br />

für HiFi-Fans<br />

mit seinen neuen Pure-<br />

Audio-Komponenten. Der<br />

Gewinner erhält<br />

den Verstärker A30,<br />

den SACD/CD-Spieler<br />

PD-30 sowie den<br />

Netzwerk-Player<br />

N-30 in Schwarz<br />

oder Silber.<br />

WERT:<br />

1100 EURO<br />

40.<br />

PREIS<br />

TOSHIBA<br />

46TL968G<br />

WERT:<br />

1100 EURO<br />

Mit dem Toshiba<br />

46TL968G die besten<br />

Bilder – in 2D und 3D<br />

zu Hause erleben:<br />

Selbst bei schnellen<br />

Ballwechseln und temporeichen<br />

Spielen<br />

bleibt das Bild dank<br />

200 Hertz Active Motion<br />

Rate (AMR) immer<br />

scharf und flüssig.<br />

41.<br />

PREIS<br />

M2TECH<br />

YOUNG<br />

42.<br />

PREIS<br />

JAMO<br />

S 608<br />

43.<br />

PREIS<br />

NAD<br />

C<strong>35</strong>6<br />

Der Name kommt nicht von ungefähr: So<br />

anspruchsvoll wie der Top-Star Neil Young<br />

bei Aufnahme und Produktion seiner Werke<br />

ist, so konsequent setzt dieser universell<br />

einsetzbare D/A-Wandler digitale Daten in<br />

ihr analoges Äquivalent um – und zwar bis<br />

zu Auflösungen von 384 kHz/ 32 Bit.<br />

WERT:<br />

1100 EURO<br />

Es gibt wohl kaum ein Modell<br />

der 1000-Euro-Klasse,<br />

das derartig viel Klang<br />

bietet wie die Jamo S 608:<br />

Egal, ob mit hoher Lautstärke<br />

oder bei Flüsterpegel<br />

– die Jamo klingt souverän<br />

und feingliedrig.<br />

Kein Wunder, dass sie zu<br />

Deutschlands meistverkauften<br />

Boxen gehört.<br />

WERT:<br />

1100 EURO<br />

Die Verstärker der Classic-Linie zeigen immer<br />

noch am meisten, für was NAD seit jeher<br />

steht: für famosen Klang zu moderaten<br />

Preisen. Der C<strong>35</strong>6 hat genug Leistung,<br />

um auch schwächere Boxen auf Höchstleistung<br />

zu bringen und zudem einen Digitaleingang<br />

für USB an Bord.<br />

WERT:<br />

1000 EURO<br />

44.<br />

PREIS<br />

ACER<br />

ASPIRE S3-391<br />

45.<br />

PREIS<br />

BEYERDYNAMIC<br />

TESLA T1<br />

46.<br />

PREIS<br />

CAYIN<br />

MA-80<br />

Ultraflach und ultraleicht:<br />

das trendige Ultrabook<br />

Acer Aspire S3 ist mit Intel-Core-i7-Prozessor<br />

und 256 GByte SSD<br />

ausgestattet.<br />

WERT:<br />

1000 EURO<br />

Wechselstrom-Pionier<br />

Nikola Tesla ist bei diesem<br />

Premium-Hörer Namenspate.<br />

Warum? Weil<br />

der T1 von Beyerdynamic<br />

eine ungeheure Antriebsleistung<br />

von über<br />

einem Tesla entfaltet –<br />

und sich dies als pure<br />

Dynamik hörbar manifestiert.<br />

WERT:<br />

1000 EURO<br />

Röhrenverstärker erobern sich einen immer<br />

größer werdenden Marktanteil. Zu Recht!<br />

Dass man für feinsten Röhrenzauber nicht<br />

Unsummen ausgeben muss, beweist dieser<br />

wunderschöne Verstärker von Cayin.<br />

WERT:<br />

1000 EURO<br />

47.<br />

PREIS<br />

CREEK<br />

EVO MKII IA<br />

48.<br />

PREIS<br />

KEF<br />

LS 50<br />

49.<br />

PREIS<br />

HECO<br />

MUSIC COLORS 5.1<br />

WERT:<br />

900 EURO<br />

Seit <strong>Jahre</strong>n ist der Evolution Integrated Amplifier,<br />

wie er mit vollem Namen heißt, der<br />

Angstgegner jedes 1000-Euro-Vollverstärkers.<br />

Mit elegant-feinsinnigem Klang ist er<br />

Stammgast im <strong>AUDIO</strong>-Hörraum – dem-<br />

nächst vielleicht auch bei Ihnen?<br />

WERT:<br />

1000 EURO<br />

Klein, schwarz, stark.<br />

Was für Espresso gilt,<br />

kann man auch bei diesen<br />

Kompakten von KEF<br />

unterschreiben. Zum 50.<br />

Geburtstag haben die<br />

Engländer ihren Fans<br />

dieses Kraftpaket mit<br />

Technologien aus der sagenhaften<br />

Blade spendiert.<br />

WERT:<br />

1000 EURO<br />

Ein Heimkino-Set von überschaubarer<br />

Größe – und dennoch beeindruckendem<br />

Poten zial. Vier gleiche<br />

Satelliten und<br />

ein nahezu doppelt<br />

so voluminöser Center<br />

zaubern mit dem<br />

Subwoofer in den<br />

meisten Wohnzimmern<br />

erstaunlich<br />

große Klangbilder.<br />

64<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

o Machen Sie mit auf audio.de/leserwahl


Die Class-A Mono-Endstufen A-200<br />

A-65<br />

A-46<br />

A-<strong>35</strong><br />

Weitere Class AB-Modelle: P-7100, P-6100 und P-4100.<br />

Hören und fühlen Sie die Perfektion der aktuellen Mono- Vor- und und Vollverstärker Stereo- Endstufen bei Ihrem bei Ihrem P.I.A.- P.I.A.-Ver-<br />

Vertragstragshändler.<br />

Händleradressen und die und aktuellen die aktuellen Show-Termine für „Accuphase für „Accuphase live“ finden live“ finden Sie im Sie Internet unter<br />

www.pia-hifi.de unter oder Sie oder rufen Sie rufen uns bitte uns einfach an. Nuran.<br />

unsere Vertragshändler gewähren Ihnen die 3jährige<br />

P.I.A. Nur unsere Garantie. Vertragshändler Nur unsergewähren Service garantiert Ihnen die mit P.I.A.-Vollgarantie.<br />

Accuphase Know-how und Originalersatzteilen, dass<br />

Ihr Accuphase ein Accuphase bleibt.<br />

P.I.A.-HiFi Vertriebs GmbH<br />

Rosenweg 6<br />

64331 D 64331 Weiterstadt<br />

Telefon: (0 61 50) 5 00 25<br />

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Aktion › LESERWAHL 2013<br />

Gewinnen Sie Preise im Gesamtwert von über 180.000 Euro<br />

50.<br />

PREIS<br />

55-56.<br />

PREIS<br />

SONOS<br />

PLAY:3, PLAY:5 UND BRIDGE<br />

Ein Haus voller Musik:<br />

kein Problem mit diesem<br />

Set von Sonos, das dank<br />

eigenem Funknetz auch<br />

die größte Villa komplett<br />

versorgt.<br />

KATHREIN UFS 925/1000GB/HD+<br />

& UFS 9<strong>35</strong>SW/HD+<br />

Je ein hochwertiger HD-Sat-Receiver von<br />

Kathrein. Beide Geräte besitzen einen Doppel-Tuner<br />

für gleichzeitiges Aufnehmen und<br />

Anschauen zwei verschiedener Programme.<br />

Der UFS 925 besitzt eine eingebaute Festplatte<br />

mit einer Kapazität von 1 Terabyte.<br />

WERT:<br />

580 EURO<br />

WERT:<br />

260 EURO<br />

WERT:<br />

750 EURO<br />

51-53.<br />

PREIS<br />

SAMSUNG<br />

GALAXY S 3<br />

Wer nach dem Besten strebt und ein Smartphone<br />

mit Android-Betriebssystem haben<br />

will, der greift zum Samsung Galaxy S3.<br />

Telekom spendiert drei dieser Allround-<br />

Talente mit einfach allem, was man sich<br />

wünschen kann: mit klasse 12,9-cm-Display,<br />

1,4-GHz-Vierkern-Prozessor und Videokamerafunktion<br />

mit Full-HD-Qualität.<br />

Es ist auch dafür prädestiniert, das IPTV-<br />

Angebot Telekom Entertain zu nutzen – um<br />

über die App Programm Manager Aufnahmen<br />

zu programmieren<br />

oder über die<br />

App Remote Control<br />

(im Bild) den Receiver<br />

per Eingabe oder<br />

Sprachsteuerung zu<br />

bedienen.<br />

x3<br />

WERT:<br />

JE 700 EURO<br />

54.<br />

PREIS<br />

CANON<br />

LEGRIA HF M56<br />

Um Verwackelungen zu vermeiden, besitzt<br />

der HD-Camcorder einen optischen Bildstabilisator,<br />

der automatisch aus vier Modi auswählt.<br />

Der 10-fach optische Zoom holt die<br />

Motive nah heran. Dank WLAN-Verbindung<br />

ist es einfach, seine Videos mit Freunden<br />

zu teilen.<br />

57-59.<br />

PREIS<br />

LOGITECH<br />

TV CAM HD + HARMONY TOUCH<br />

So lässt sich noch jede<br />

AV-Anlage aufrüsten.<br />

Skypen macht die TV<br />

Cam HD mit jedem<br />

Fernseher möglich, der<br />

einen HDMI-Eingang<br />

besitzt. Die Universal-<br />

Fernbedienung Harmony<br />

Touch steuert alle<br />

Gerätschaften im Wohnzimmer.<br />

WERT:<br />

WERT:<br />

600 EURO<br />

JE 380 EURO<br />

x3<br />

60-62.<br />

PREIS<br />

ROLLEI<br />

BULLET HD 5S<br />

WERT:<br />

JE 370 EURO<br />

x3<br />

Der Action-Camcorder<br />

ist mit einem 14-Megapixel-CMOS-Sensor<br />

und<br />

175 Grad Weitwinkel<br />

ausgestattet. Die Kamera<br />

zeichnet in Full HD<br />

auf. Die Bullet HD 5S<br />

1080p ist im Schutzgehäuse<br />

stoßgesichert und<br />

wasserfest bis zu einer<br />

Tiefe von 60 Metern.<br />

63-66.<br />

PREIS<br />

AKG<br />

K551<br />

Die österreichischen Altmeister<br />

zeigen mit dem<br />

geschlossenen K551,<br />

was heute im gehobenen<br />

Kopfhörer-Bereich<br />

möglich ist: druckvolle<br />

Bässe und eine un auf -<br />

dringlich feine, gleichwohl<br />

sehr offene Wiedergabe.<br />

Und er ist angenehm<br />

zu tragen.<br />

4x<br />

WERT:<br />

JE 280 EURO<br />

67-71.<br />

PREIS<br />

HAMA<br />

TV GOES ONLINE<br />

Dieses Bundle macht jeden Fernseher smart.<br />

Die Internet-TV-Box ermöglicht den Zugriff<br />

auf unzählige Web-Inhalte und streamt<br />

Medien im Heimnetz.<br />

Mit dem<br />

Entertainment<br />

Keyboard macht<br />

auch das Surfen<br />

im Web über die<br />

Box erst richtig<br />

Spaß.<br />

x5<br />

WERT:<br />

JE 200 EURO<br />

72-78.<br />

PREIS<br />

VIDEOWEB<br />

VIDEOWEB TV<br />

Das Online-Angebot der VideoWeb-TV-Box<br />

ist kaum zu schlagen. Die Mediatheken vieler<br />

TV-Sender, Live-TV über Zattoo und die<br />

Online-Videothek Maxdome, alles ist an<br />

Bord. Und wer will, kann auch auf verbundene<br />

USB- oder Netzwerk-Speicher zugreifen.<br />

x7<br />

WERT:<br />

JE 150 EURO<br />

79-89.<br />

PREIS<br />

DEVOLO<br />

DLAN 200 AVPLUS STARTER KIT<br />

So kommen Sie auch in den entlegensten<br />

Orten Ihrer Wohnung mit anständiger<br />

Geschwindigkeit ins Internet. Die Powerline-Adapter<br />

übertragen Netzwerkdaten<br />

mit bis zu 200<br />

Mbit/s. Und dank<br />

der integrierten<br />

Steckdose geht<br />

nicht einmal ein<br />

Stromanschluss<br />

verloren.<br />

WERT:<br />

JE 100 EURO<br />

x11<br />

90-99.<br />

PREIS<br />

TEUFEL<br />

AUREOL FIDELITY<br />

Mit diesen In-Ears ist auch HiFi-Klang unterwegs<br />

möglich. Die bequemen Winzlinge<br />

besitzen für natürlichen und hochauflösenden<br />

Sound Neodym-Treiber. Und damit<br />

sie auf Touren nicht kaputtgehen, packt<br />

Teufel ein Transport-Case mit dazu.<br />

WERT:<br />

JE 100 EURO<br />

x10<br />

66<br />

www.audio.de ›01 /2013


GRAMMY Award ® Gewinnerin MIRI BEN-ARI lässt meisterhaft<br />

musikalische Stile verschmelzen, um damit ihren eigenen zu<br />

schaffen. Die feinsten Details von Miris Musik entdecken Sie am<br />

besten mit der überragenden Frequenzbreite, absoluten Klarheit<br />

und den präzisen Bässen der Harman Kardon ® CL-Kopfhörer.<br />

Miri Ben-Ari ist überzeugt, überzeugen Sie sich selbst auf<br />

harmankadon.com.<br />

© 2012 HARMAN International Industries, Incorporated. Alle Rechte vorbehalten. Harman Kardon ist eine Handelsmarke von HARMAN International Industries, Incorporated,<br />

eingetragen in den Vereinigten Staaten und/oder anderen Ländern. Das Logo „beautiful/sound“ ist eine Handelsmarke von HARMAN International Industries, Incorporated.<br />

GRAMMY Award ist eine eingetragene Handelsmarke von The Recording Academy und unterliegt einer Lizenz. Änderungen und Irrtümer vorbehalten.


Titel-CD › <strong>AUDIO</strong>phile Pearls Volume 2<br />

MIT 66 JAHREN...<br />

<strong>AUDIO</strong> wird 2013 stolze <strong>35</strong> <strong>Jahre</strong>. Im Vergleich mit dem 66-jährigen Jubiläum von AKG ist<br />

das aber noch ein zartes Alter. Die Kopfhörer-Spezialisten aus Österreich, seit 1993 Teil des<br />

weltumspannenden Harman-Konzerns, stehen wie wenig andere Marken für hochpräzise<br />

Mikrofone und Kult-Kopfhörer. Und wie es ein ebenfalls aus Österreich stammender Schlager-Star<br />

einst so schön formulierte: Mit 66 <strong>Jahre</strong>n fängt das Leben an. Zur Feier des Doppeljubiläums<br />

präsentieren <strong>AUDIO</strong> und AKG die „<strong>AUDIO</strong>phile Pearls Volume 2“, mit – und das ist<br />

ganz neu – ausgewählten Tracks der in diesem Heft besprochenen Pop-, Klassik- und Jazzneuerscheinungen.<br />

Also, Kopfhörer aufsetzen, CD einlegen, rund 50 Minuten aktuellen<br />

Highlights lauschen und als Lektüre die bewegte Geschichte von AKG kennen lernen.<br />

■ Text: Christof Hammer, Alexandros Mitropoulos<br />

<strong>AUDIO</strong>phile<br />

Pearls<br />

Volume 2<br />

1. Sera Cahoone Naked 3:25<br />

mit freundlicher Genehmigung von Sub Pop Records / Cargo Records Germany GmbH<br />

2. Caroline Keating Ghosts 3:43<br />

mit freundlicher Genehmigung von Glitterhouse Records<br />

3. Lydie Auvrey Camanu 3:59<br />

mit freundlicher Genehmigung von Westpark Music<br />

4. Joanne Shaw Taylor Lose Myself To Loving You 5:17<br />

mit freundlicher Genehmigung von Ruf Records GmbH / in-akustik GmbH & Co. KG<br />

5. Chloe Charles Tarot 3:32<br />

mit freundlicher Genehmigung von Make My Day Records / Alive AG<br />

6. Amber Rubarth Hold On: 45:41<br />

mit freundlicher Genehmigung von Chesky Records / in-akustik GmbH & Co. KG<br />

7. Tango Crash Accidente de Tango4 5:04<br />

mit freundlicher Genehmigung von Galileo Music Communication GmbH<br />

8. Inga Rumpf & NDR Radiophilharmonie You Go To My Head 4:57<br />

the recorded music reserved. Unauthorized copying, public performances and broadcasting prohibited. Promotional copy – not for sale. <strong>AUDIO</strong> 01/13 This compilation (P) 2012 WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH. GEMA. Made by Optimal Media, Germany<br />

All rights of the producer and the owner of<br />

mit freundlicher Genehmigung von Studio Hamburg Distribution& Marketing / Edel Germany GmbH<br />

9. Amund Enger Himmel på jord 3:17<br />

mit freundlicher Genehmigung von Jazzthetik / Edel Germany GmbH<br />

10. Hildegard von Bingen Rex noster 4:<strong>35</strong><br />

Ensemble VocaMe, musikalische Leitung: Michael Popp<br />

11. Peter Cornelius Christbaum<br />

Peter Schreier, Tenor; Hansjörg Albrecht, Klavier, Orgel 2:00<br />

12./13. Max Reger Christkindleins Wiegenlied / Uns ist geboren ein Kindelein 2:07 / 1:05<br />

Peter Schreier, Tenor; Hansjörg Albrecht, Klavier, Orgel<br />

Titel 10-13: mit freundlicher Genehmigung von Berlin Classics / Edel Germany GmbH<br />

Gesamtspielzeit: 48:48<br />

Konzeption & Produktion: Christof Hammer<br />

Mastering: Alexandros Mitropoulos @ <strong>AUDIO</strong>-Studios Stuttgart<br />

Weitere Infos: www.cargo-records, www.glitterhouse.com,<br />

www.westparkmusic.de, www.chesky.com, www.rufrecords.de,<br />

www.makemydayrecords.de, www.edel.com, www.galileo-mc.de Foto: Archiv<br />

aud_01_13_CD_Cover_tsham.indd 1-2<br />

ted. Promotional c<br />

<strong>AUDIO</strong>phile<br />

Pearls<br />

Volume 2<br />

<strong>AUDIO</strong>phile<br />

Pearls<br />

Volume 2<br />

aud_01_13_CD_Label_tsham.indd 1 13.11.2012 15:15:54 Uhr<br />

Mus<br />

Sera<br />

Am<br />

Lyd<br />

Chl<br />

Ca<br />

Vo<br />

68 www.audio.de ›01 /2013


Titel-CD › <strong>AUDIO</strong>phile Pearls Volume 2<br />

MUSIK FÜR KOPF(-HÖRER) UND SEELE<br />

Aktuelle Pop-Geheimtipps sowie winterlich-weihnachtliche Aufnahmen aus Klassik und Jazz– „<strong>AUDIO</strong>phile<br />

Pearls Volume 2“ bringt fast 50 Minuten stimmungsvolle Spitzenmusik mit audiophilen Genen.<br />

1. SERA CAHOONE: NAKED<br />

(aus dem Album „Deer Creek Canyon“;<br />

Sub Pop SPCD 1005 / Cargo; siehe S. 81)<br />

Mit warmen Celloklängen und vollmundigen<br />

Akkorden auf der Akustikgitarre<br />

eröffnet die Amerikanerin Sera Cohoone<br />

den Songreigen von „<strong>AUDIO</strong>phile Pearls<br />

Volume 2“. Seit rund zehn <strong>Jahre</strong>n lässt<br />

die 37-Jährige aus Seattle mit feinen Produktionen<br />

zwischen Neo-Country und<br />

Indierock aufhorchen – und zeigt sich auf<br />

ihrem neuen Werk „Deer Creek Canyon“<br />

reif für das große Publikum: „Naked“<br />

beweist exemplarisch ihr Gespür für<br />

hinreißend schöne Melodien und bittersüße<br />

Arrangements – ein Auftakt zum<br />

Verlieben.<br />

2. CAROLINE KEATING: GHOSTS<br />

(aus dem Album „Silver Heart“;<br />

Glitterhouse GRCD 745 / Indigo; siehe S. 85)<br />

Schon bevor ihr Debütalbum hierzulande<br />

überhaupt veröffentlich wurde, füllte<br />

Caroline Keating bereits Clubs und Szene-<br />

66 JAHRE ERFOLGSGESCHICHTE<br />

Vor knapp 66 <strong>Jahre</strong>n schlossen sich zwei findige<br />

Österreicher zusammen – und stellten eine kleine<br />

Elektronik-Manufaktur auf die Beine, die in<br />

kürzester Zeit weltweit bekannt werden sollte.<br />

DIE ANFÄNGE<br />

Am 3. Juni 1947 gründen der Physiker Dr. Rudolf Görike und der Kaufmann<br />

Ing. Ernst Pless das Unternehmen „Akustische und Kino-Geräte<br />

Gesellschaft mbH“. Das AKG-Duo konzentriert sich zunächst darauf,<br />

Lichtspielhäuser mit Boxen, Projektoren und anderen Geräten auszustatten.<br />

Der erste Firmensitz ist ein Keller in der Nobilegasse 50 in Wien<br />

(Abb. rechts). Dort stellt ein fünfköpfiges Technik-Team die Produkte her,<br />

die Pless anschließend den Kinos verkauft. Je nach Nachfrage produziert<br />

die Firma auch Alltags-Produkte wie Autohupen, Torsprechanlagen oder<br />

Kissenlautsprecher (!). Zur selben Zeit entwickelt Görike aber auch die<br />

ersten Mikrofon- und Kopfhörer-Modelle, die dem Unternehmen neue<br />

Märkte eröffnen. Wegen der hohen Nachfrage und der komplizierten<br />

Lage im besetzten Österreich entsteht die erste Tochterfirma in<br />

Deutschland. AKG Deutschland und alle anderen Produktionsstätten<br />

bleiben bis 1993 bestehen; dann geht das Familien-<br />

1947<br />

Unternehmen in den Harman-Konzern über.<br />

www.audio.de ›01 /2013 69


Titel-CD › <strong>AUDIO</strong>phile Pearls Volume 2<br />

läden – es hat sich schnell herumgesprochen,<br />

dass die junge Kanadierin aus<br />

Mont real zu den momentan interessantesten<br />

Newcomerinnen der Indie-Szene<br />

gehört. Piano-Pop mit dem gewissen Etwas<br />

ist Caroline Keatings Disziplin – wie<br />

in „Ghosts“, das sich – ungewöhnlich<br />

rhythmisiert, charismatisch arrangiert<br />

und extravagant gesungen – nach minimalistischem<br />

Intro zu einem ganz großen<br />

Drama auswächst. Wer an prominente<br />

Kolleginnen wie Joanna Newsom oder<br />

auch eine Kate Bush denkt, liegt hier<br />

durchaus richtig.<br />

3. LYDIE AUVRAY: CAMANU<br />

(aus dem Album „3 Couleurs“,<br />

Westpark Music 87240 / Indigo; siehe S. 81)<br />

Na, da haben sich aber zwei gefunden:<br />

<strong>AUDIO</strong> feiert sein <strong>35</strong>-jähriges Bestehen<br />

– und ebenso lange klettert Lydie Auvray<br />

auf die Konzertbühnen zwischen Mittelmeer<br />

und Ostsee. Nach über drei Jahrzehnten<br />

ist ihr Akkordeon-Sound zum unverkennbaren<br />

Markenzeichen avanciert:<br />

Voll und vital, melancholisch und lebensfroh<br />

klingt es, wenn die Französin aus der<br />

Normandie ihren Blase-Balg aufspielen<br />

lässt. Auch „Camanu“ aus dem Jubiläumsalbum<br />

„3 Couleurs“ lässt mit Swing<br />

oder Gypsy-Music die Sonne aufgehen<br />

und zaubert frankophiles Flair.<br />

4. JOANNE SHAW TAYLOR:<br />

LOSE MYSELF TO LOVING YOU<br />

(aus dem Album „Almost Always Never“;<br />

Ruf 1181 / in-akustik; siehe S. 82)<br />

Zwei Klangebenen in einem Song: Zu<br />

Beginn wirkt diese Aufnahme, als ob sich<br />

gerade ein paar mit allen Wassern gewaschene<br />

Blues Men in einem mittelgroßen,<br />

noch menschenleeren Club beim<br />

Soundcheck warmspielen. Nach 0:43 betritt<br />

dann die Chefin der Gang die Bühne,<br />

der Sound wird etwas enger – und „Lose<br />

Myself To Loving You“ flutet als sinnliche,<br />

dichte Zwölftakt-Ballade aus den Lautsprechern.<br />

Der lässige Grundtenor des<br />

Intros bleibt jedoch durchweg erhalten,<br />

und die junge Engländerin Joanne Shaw<br />

Taylor erweist sich als verblüffend erwachsen<br />

und reif klingende Blues-Lady,<br />

die ihren Liebesschmerz mit Stil und Würde<br />

durchschreitet.<br />

5. CHLOE CHARLES: TAROT<br />

(aus dem Album „Break The Balance“;<br />

Make My Day mmd073 / Indigo, siehe S. 83)<br />

Das CD-Cover bringt die Musik auf den<br />

Punkt: In ihren Songs vereint Chloe<br />

Charles auf packende Art Elemente aus<br />

weißen und schwarzen Musikgenres. In<br />

„Tarot“ etwa klingt die Kanadierin mit<br />

afroamerikanischen Wurzeln stimmlich<br />

wie eine Mischung aus Björk und Amy<br />

Winehouse und spielt gekonnt mit ungewöhnlichen<br />

Vokaleffekten, Streichern,<br />

Percussion-Sounds. Ein Name, den man<br />

sich merken sollte.<br />

1953<br />

MIKROFON-TECHNIK<br />

1<br />

2<br />

Obwohl AKG bereits seit 1947 mit dem Dyn60K ein dynamisches<br />

Mikrofon im Programm hat, gelingt der Durchbruch in diesem<br />

Bereich erst sechs <strong>Jahre</strong> später: Das dynamische D 12 (1) und<br />

das Großmembran-Kondenser C 12 (2) revolutionieren den Markt<br />

mit ihrer Klangqualität. Über ein Jahrzehnt lang gilt das D 12 als<br />

Maßstab für Sprach-Übertragungen im Rundfunk. Auch andere<br />

Hersteller werden in dieser Zeit auf die Mikrofone von AKG aufmerksam:<br />

Für Telefunken stellen die Österreicher das ElaM 251<br />

her. Die Entwicklung der eigenen Modelle schreitet ebenfalls<br />

voran: Mit dem C 451 (3) kommt 1968 das erste Kleinmembran-<br />

Mic mit FET-Technik und austauschbaren Kapseln auf den Markt.<br />

Drei <strong>Jahre</strong> später stellt man die Produktion schließlich auch bei<br />

den Großmembran-Modellen von Röhren- auf Transistor-Technik<br />

um – das legendäre C 414 (4) beginnt seinen Siegeszug (es wird<br />

heute noch produziert). Das C 1000 (5) erscheint 1986 und gilt<br />

im Studiobereich bald als Standard für Schlagzeug- und Gitarren-<br />

Aufnahmen. Ab 1991 konzentriert man sich verstärkt auf drahtlose<br />

Wireless-Systeme für den Livebetrieb, siehe das WMS-<br />

System (o. Abb.). Bis heute zählen AKG-Mics zum Standard in<br />

jedem besseren Tonstudio.<br />

3<br />

4<br />

5


Titel-CD › <strong>AUDIO</strong>phile Pearls Volume 2<br />

6. AMBER RUBARTH: HOLD ON<br />

(aus dem Album „Sessions From The 17th Ward“;<br />

Chesky JD<strong>35</strong>6 / in-akustik; siehe S. 81)<br />

Die Garde audiophiler Ladies um Joni<br />

Mitchell oder Sara K. bekommt Zuwachs:<br />

Amber Rubarths Debütalbum für Chesky<br />

Records glänzt mit exquisiter Klangqualität<br />

und einer spannenden Musiksprache,<br />

die Songs zwischen Folk und Jazz mit<br />

höchst eigenständigen Elementen mixt.<br />

Top-Produzent Phil Ramone erkannte in<br />

der 30-Jährigen aus Kalifornien eine Angehörige<br />

der „new old-soul-generation“,<br />

die hörbar die Ideale ihrer Vorgängerinnen<br />

teilt. Keine Frage: Die neue Lichtgestalt<br />

der US-Singer/Songwriterszene ist<br />

eine würdige Interpretin für Tom Waits’<br />

„Hold On“.<br />

7. TANGO CRASH: ACCIDENTE DE<br />

TANGO (aus dem Album „Accidente de Tango“,<br />

Galileo Music GMC054; siehe S. 82)<br />

Weather Report meets Astor Piazzolla:<br />

Bei Tango Crash prallen Welten aufeinander.<br />

Der Tango Nuevo begegnet in der<br />

Musik von Daniel Almada und Martin<br />

Iannaccone einer Fülle anderer Stile –<br />

und im Titelsong des Albums „Accidente<br />

de Tango“ sogar den Keyboard- und<br />

Bläsersounds aus dem US-Jazzrock der<br />

70er <strong>Jahre</strong>. Die dynamikreiche Aufnahme<br />

bringt feinste Nuancen zum Vorschein<br />

und wirkt in Verbindung mit dem exzellent<br />

dosierten Raumhall immens realistisch.<br />

8. INGA RUMPF: YOU GO TO MY<br />

HEAD (aus dem Album „Inga Rumpf & NDR Bigband<br />

& NDR Radiophilharmonie“, Rumpfproductions<br />

0208395CTT / Edel; siehe S. 88)<br />

Inga Rumpf kennt man als kernig-rau intonierende<br />

Rocklady mit einem Faible auch<br />

für Folk, Soul oder Blues. Doch die Seemannstochter<br />

von der Waterkant hat auch<br />

ein prima Händchen für die leichte Muse.<br />

Ihre Liebe zu Swing und Easy Liste ning<br />

zeigte sie jüngst auf CD 1 ihres aktuellen<br />

Dreier-Albums mit Musikern des Norddeutschen<br />

Rundfunks. Ein Highlight: die<br />

legendäre 30er-<strong>Jahre</strong>-Ballade „You Go To<br />

My Head“, die hier mit Wehmut und Grandezza<br />

in Ingas Stimme und seidigen Orchester-/Bigband-Klängen<br />

bezaubert.<br />

9. AMUND ENGER: HIMMEL PA JORD<br />

(aus dem Album „God Jul“,<br />

Edel 0208<strong>35</strong>ERE / Edel:Kultur; siehe S. 84)<br />

„God Jul!“ heißt es in Skandinavien im<br />

Dezember an allen Ecken – „fröhliche<br />

Weihnachten!“ „God Jul“ lautet auch<br />

das Motto einer Sammlung nordischer<br />

Weihnachts- und Winterlieder, eingespielt<br />

von Spitzenmusikern der dortigen<br />

Folk- und Jazzszene. <strong>AUDIO</strong> wählte<br />

daraus „Himmel pa Jord“, einen Titel<br />

des norwegischen Singer/Songwriters<br />

Amund Enger. Mit leisen Gitarrenklängen<br />

und warmer Erzählstimme trifft Enger<br />

hier wunderbar den Moment, wenn<br />

die anfängliche Fröhlichkeit rund um den<br />

festlich geschmückten Christbaum und<br />

eine üppig gedeckte Tafel der Ruhe,<br />

Nachdenklichkeit und Kontemplativität<br />

weichen: ein Lied für die leisen Momente<br />

einer Weihnachtsnacht.<br />

10. HILDEGARD VON BINGEN: REX<br />

NOSTER (Ensemble VocaMe, Michael Popp;<br />

aus dem Album „Inspiration“,<br />

Berlin Classics 0300425BC / Edel; siehe S. 89)<br />

Da hatten die vier Damen von VocaMe<br />

und ihr künstlerischer Leiter und Instrumentalist<br />

Michael Popp aber einen guten<br />

Draht nach oben – beziehungsweise ein<br />

feines Näschen: Fast gleichzeitig zur<br />

1957<br />

1 2 3 4 5 6<br />

KOPFHÖRER-ENTWICKLUNG<br />

Nachdem sich AKG im Mikrofon-Segment einen Namen machen konnte,<br />

begann man auch mit der erfolgreichen Vermarktung von Kopfhörern. Zwar<br />

hatten die Österreicher schon 1949 den K 120 (1) im Programm, doch der<br />

große Durchbruch kommt erst 1957 mit dem ohraufliegenden K 50 (2), der vor<br />

allem durch seine Leichtbauweise gefällt. 1969 erscheint mit dem K 180 (3) ein<br />

Kopfhörer, der mit der „Subjective Controlled Sound“-Technologie für Furore<br />

sorgt und auf eindrucksvolle Art das technische Know-how von AKG zeigt.<br />

Das tausendste Patent der Firma kommt zeitgleich mit der Präsentation<br />

des K 140 – Vorläufer des legendären K 240. Der Kopfhörer-Traum für viele<br />

HiFi-Fans erblickt 1989 in Gestalt des K 1000 (4) das Licht der Welt. Nach<br />

langer Forschung feiert 2005 eine neue Serie ihr Debüt: Der K 701 (5), das<br />

Topmodell, ist der erste seiner Art, der die neu entwickelte Flachdraht-<br />

Spulentechnik nutzt. 2011 gelingt es den Wienern mit dem K 3003 (6),<br />

den kleinsten In-Ear-Hörer mit 3-Wege-Prinzip zu bauen.<br />

www.audio.de ›01 /2013 71


Titel-CD › <strong>AUDIO</strong>phile Pearls Volume 2<br />

Erhebung Hildegards in den Rang einer<br />

Kirchenlehrerin (ihre Heiligsprechung erfolgte<br />

bereits im Mai 2012) erschien das<br />

von deren Leben und Werk angestoßene<br />

VocaMe-Album „Inspiration“. Das Alte-<br />

Musik-Ensemble (siehe Bild unten)<br />

schafft hier mit virtuos verzahnten<br />

Gesangs sätzen und atmosphärisch dichten<br />

Klängen von Harfe über Fidel bis<br />

Drehleier eine mystisch-frühmittelalterliche<br />

Stimmung – besonders „Rex Noster“<br />

versetzt den Hörer quasi mitten<br />

hinein in eine abgeschiedene Welt voll<br />

dunkler Klostergewölbe und verwunschener<br />

Kreuzgänge.<br />

11. PETER CORNELIUS:<br />

CHRISTBAUM<br />

12./13. MAX REGER: CHRISTKIND-<br />

LEINS WIEGENLIED / UNS IST GEBO-<br />

REN EIN KINDELEIN (Peter Schreier, Tenor,<br />

Hansjörg Albrecht, Orgel, Klavier; aus der CD<br />

„Lieder zur Weihnacht“, Berlin Classics 0300428 BC<br />

/ Edel; siehe S. 89)<br />

Sie sind inzwischen fast Legende: die<br />

„Wiederaufbaukonzerte“, die von 1994 an<br />

in der Dresdner Frauenkirche – noch im<br />

Rohbau – bis zu deren feierlicher Wiedereröffnung<br />

im Jahr 2005 stattfanden und<br />

den Bau mitfinanzierten. Einen der stimmungsvollsten<br />

Auftritte bot am 16. Dezember<br />

2000 der Tenor Peter Schreier<br />

mit Hansjörg Albrecht an Orgel und Klavier.<br />

In 25 „Liedern zur Weihnacht“ demonstrierte<br />

der Sachse auch in fortgeschrittenem<br />

Alter noch höchste tonale<br />

Souveränität, tenoralen Schmelz und exzellente<br />

Textverständlichkeit – nachzuhören<br />

in zwei Werken von Max Reger und<br />

einem von Peter Cornelius. Ein wenig<br />

meint man bei dem damals 65-Jährigen<br />

auch eine gesteigerte, über die nur weihnachtliche<br />

Ebene hinausreichende innere<br />

Anteilnahme zu bemerken – im Alter von<br />

zehn <strong>Jahre</strong>n begann der junge Schreier<br />

seine Sangeslaufbahn als Knabenalt beim<br />

renommierten Dresdner Kreuzchor.<br />

Fotos: AKG, A. Mitropoulos, Hilary Harris / Sub Pop; Westpark Music; Grace Recor / Chesky; Edel; Make My Day Records<br />

FORSCHUNG<br />

Kontinuierlich kann sich AKG im Studio-Bereich durchsetzen. Parallel zur schon bestehenden<br />

Mikrofon- und Kopfhörer-Produktpalette erweitert Rudolf Görike die Forschung. Bekanntestes<br />

Ergebnis ist das BX-20 (1) aus dem Jahr 1970: ein relativ kompaktes, transportfähiges und vollanaloges<br />

Hallgerät. Nach kurzen Exkursionen in den Analog-Sektor mit Tonabnehmer-Systemen<br />

für Plattenspieler konzentriert sich AKG Ende der Siebziger verstärkt auf die neue Digital-Welt.<br />

Bei den Olympischen Spielen 1980 in Moskau ist das nagelneue TDU 7000 für die Signalübertragung<br />

verantwortlich. Dabei handelt es sich um ein fortschrittliches digitales Audio-Interface mit<br />

acht (!) gleichzeitig nutzbaren analogen Ein-/Ausgängen. Seit etwa 1949 sind auch binaurale<br />

Aufnahme- und Wiedergabemöglichkeiten ein Arbeitsgebiet. Das Kunstkopf-<br />

Mikrofon D 99 C (2) von 1974 liefert trotz eines auf 12kHz begrenzten<br />

Frequenzgangs erstaunliche Ergebnisse. In Anerkennung der langjährigen<br />

Forschung im Audio-Bereich erhält AKG im Jahr 2010 in Los Angeles den<br />

„Technical Grammy Award”.<br />

2<br />

72<br />

1<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

1970


Titel-CD › <strong>AUDIO</strong>phile Pearls Volume 2<br />

TECHNIK IM DETAIL: SO WURDE GEMASTERT<br />

Nanu, hat <strong>AUDIO</strong> jetzt ein Ton studio? Und einen<br />

eigenen Tontechniker? „Mastering: Alexandros<br />

Mitropoulos @ <strong>AUDIO</strong>-Studios, Stuttgart“ –<br />

so steht es schließlich auf der Rückseite des<br />

CD-Covers. Und tatsächlich: Erstmals nahm die<br />

Redaktion bei „<strong>AUDIO</strong> phile Pearls Volume 2“<br />

das Remastering in eigene Hände. Schließlich<br />

ist Redakteur Mitropoulos ja ein Mann vom<br />

Fach – und auch alle weiteren technischen und<br />

räumlichen Voraussetzungen stehen vor Ort zur<br />

Verfügung. Der gelernte Tontechniker schnappte<br />

sich also seine Software (ProTools HD, Apple<br />

MacPro, Benchmark DAC 1) und funktionierte<br />

den Redaktions hörraum zum Masteringstudio<br />

um. In die Rolle des Produzenten schlüpfte<br />

dann Musikredakteur Christof Hammer.<br />

Zusammen sichtete das Duo in einer ersten<br />

Session das Originalmaterial – mit bereits<br />

höchst zufriedenstellendem Ergebnis: „Tiptop<br />

– alles für sich sehr schöne Aufnahmen und<br />

exzellent gemischt“, befand Mitropoulos. Aber<br />

noch galt es, alles in einen stimmigen Mix zu<br />

gießen, sprich: Die Songs mussten dynamisch<br />

aufeinander abgestimmt werden – möglichst<br />

ohne Komprimierung, sondern mittels akkuratem<br />

Pegelabgleich. Doch zwei Tracks entpuppten<br />

sich als kleinere Problembären und<br />

verlangten ob ausgeprägter Pegelspitzen<br />

etwas forschere Eingriffe. So entschied sich<br />

Mitropoulos bei Amber Rubarths „Hold On“ und<br />

„You Go To My Head“ mit Inga Rumpf („extrem<br />

dynamikreich – aber für unseren Sampler nicht<br />

unkritisch und fast schon zu audiophil“) für<br />

eine dezente Begrenzung. Denn das oft als<br />

Teufelszeug betrachtete Komprimierungs-Tool<br />

ist – bei gewissenhafter Anwendung – so<br />

etwas wie die nötige Prise Salz im Ton-Menü.<br />

Auch die Energie von bestimmten<br />

Frequenzbändern wurde hier und da leicht<br />

op timiert (mal im Bass, mal in den Mitten), was<br />

in Kombination mit der Stereo-Erweiterung zu<br />

einem größeren, klarer aufgelösten Klangbild<br />

führte. Lediglich minimale Eingriffe allesamt –<br />

aber genau so funktioniert die Arbeit im<br />

Endstadium einer Plattenproduktion.<br />

MASTER-EQUIPMENT:<br />

Zum Einsatz kamen unter<br />

anderem die Standboxen<br />

KEF Reference 207/2, der<br />

digitale Alleskönner Weiss<br />

MAN 301 (links unten), das<br />

Mischpult Tascam US 2400<br />

und die Endstufe Ayre V5xe<br />

(am Boden).<br />

2012<br />

AKG HEUTE<br />

Harman erwirbt 1993 alle Anteile von AKG, das seit Anfang der 90er auf<br />

Grund der weltweiten Wirtschaftskrise schwächelt. Die Produktion in<br />

anderen Regionen (wie Deutschland oder Niederösterreich) wird infolgedessen<br />

eingestellt und komplett wieder nach Wien verlagert. AKG gibt den<br />

Ur-Firmensitz in der Nobilegasse 50 auf und bezieht den neuen Gebäude-<br />

Komplex in der Lemböckgasse 21-25 (Abbildung oben). Anno 2012 kann<br />

man auf 65 <strong>Jahre</strong> Firmengeschichte zurückblicken und – mit 30 Prozent<br />

Umsatzwachstum für das vergangene Jahr – sich auch auf eine vielversprechende<br />

Zukunft freuen. Nach wie vor steht der Name AKG für<br />

hochwertige Mikrofone und Kopfhörer; die Marke kann sich weiterhin<br />

auf das konzentrieren, was man in Wien offensichtlich am besten kann:<br />

forschen und hervorragende Produkte entwickeln.<br />

www.audio.de ›01 /2013 73


REPORT › ABBEY ROAD STUDIOS<br />

All Together Now<br />

Zum 50. Geburtstag der Beatles erscheint ihr gesamter Katalog auf Vinyl. Remastered wurden die Songs<br />

in den berühmten Abbey Road Studios. <strong>AUDIO</strong> war in London und sammelte überwältigende Eindrücke.<br />

■ Text: Alexandros Mitropoulos<br />

Es ist immer wieder spannend und<br />

informativ zu erfahren, wie jemand<br />

zum Hobby HiFi gekommen<br />

ist. Besonders schön sind die vielen Stories,<br />

die sich im <strong>AUDIO</strong>-Forum tummeln<br />

– in dem Thread „Wie fing alles an ...” auf<br />

www.audio.de.<br />

Mein Werdegang wurde vor allem von<br />

einer Band geprägt: den Beatles. Wegen<br />

ihnen bastelte ich mir aus uralten<br />

Dual-Lautsprechern und einem Technics-Verstärker<br />

meine erste Stereo-<br />

Anlage. Monatelang hörte ich damit den<br />

Fab Four zu – zunächst im Radio (natürlich<br />

nahm ich sie von dort auch<br />

auf Cassette auf) und später auf<br />

meiner ersten selbst gekauften CD<br />

„Number One“. Auch lernte ich wegen<br />

der vier Pilzköpfe selber Musik<br />

zu machen – was mich irgendwann<br />

zum Tontechniker-Studium brachte. In<br />

dieser Zeit gesellten sich George Martin<br />

und Geoff Emmerick zu meinen Vorbildern.<br />

Diese zwei Tonmeister waren für<br />

so ziemlich alle Recordings verantwortlich,<br />

welche die Beatles in den Londoner<br />

Abbey Road Studios aufnahmen. Jene<br />

Location war für mich schon immer so<br />

etwas wie ein Musik-Heiligtum.<br />

MAGICAL MYSTERY TOUR<br />

„Aus dem Häuschen sein“ beschreibt daher<br />

nicht einmal annähernd das Gefühl,<br />

als ich plötzlich in eben jenem Musik-<br />

Mekka stand. Dafür war ich auch gerne<br />

bereit, um drei Uhr morgens aufzustehen,<br />

nach London zu fliegen, dort ein<br />

völliges Verkehrschaos vorzufinden und<br />

am selben Abend wieder die Heimreise<br />

anzutreten. Doch spätestens, als ich die<br />

ersten Schritte auf den berühmten Zebra-Streifen<br />

setzte (was nicht ganz unge-<br />

Fotos: Archiv, A. Mitropoulos<br />

74<br />

www.audio.de ›01/2013


REPORT › ABBEY ROAD STUDIOS<br />

WISSBEGIERIG ... waren die geladenen Besucher.<br />

Dank seiner fundierten Kenntnisse konnte Tonmeister<br />

Sean Magee alle Fragen beantworten.<br />

COOL: Da sich der Schneidekopf der Neumann-<br />

Maschine bei der Herstellung der Master-Platten<br />

stark erhitzte, musste er mit Helium gekühlt werden.<br />

fährlich war, da die Abbey Road heute<br />

eine stark befahrene Hauptstraße ist),<br />

waren sämtliche Strapazen vergessen.<br />

Die vielen Graffitis auf den Mauern um<br />

das Studio-Areal boten nur einen kleinen<br />

Vorgeschmack auf die surreale Situation,<br />

in der Studio-Kantine zu sitzen und neben<br />

allem, was in der Recording-Szene<br />

Rang und Namen hat, einen Tee zu<br />

schlürfen. Marvelous!<br />

Beim Anblick der vielen Vintage-Geräte,<br />

die in jeder freien Ecke standen, fiel mir<br />

die Kinnlade schließlich völlig auf den<br />

Boden. Dutzende Bandmaschinen von<br />

Studer und ein traumhaftes 64-Kanal-<br />

Pult von EMI warteten in den Fluren<br />

sehnsüchtigst darauf, zum Einsatz zu<br />

kommen. Getoppt wurde dieses Bild nur<br />

noch von einem unscheinbaren, verkratzten<br />

Klavier, das tatsächlich genau<br />

jenes Instrument war, auf dem John und<br />

Paul vor 50 <strong>Jahre</strong>n etliche Klassiker einspielten.<br />

Doch wie kam es zu diesem<br />

Event, das für mich einen Traum wahr<br />

werden ließ?<br />

BIRTHDAY<br />

Vor Kurzem feierten die Beatles ihr<br />

50-jähriges Jubiläum, gemessen an der<br />

Veröffentlichung ihrer ersten Single<br />

„Please, Please Me“ 1962. Aus diesem<br />

Anlass erschien nun eine Sammler-Box<br />

mit sämtlichen zwölf Original-Alben der<br />

Kult-Band – und zwar auf feinstem Vinyl.<br />

Das Paket beinhaltet obendrein das nur<br />

in den USA veröffentlichte „Magical<br />

Mystery Tour” sowie die 1988 erschienene<br />

„Past Masters”-Sammlung. Insgesamt<br />

also 14 Werke als dicke 180g-<br />

Bretter. Bei dieser Box handelt es sich<br />

übrigens um die Stereo-Versionen – eine<br />

Mono-Ausgabe soll im Laufe des<br />

<strong>Jahre</strong>s 2013 folgen (wie es schon 2009<br />

bei den CD-Remasters geschah).<br />

Komplettiert wird die edle Edition durch<br />

ein wunderschönes Buch, das nicht nur<br />

Hintergrund-Informationen zu den Beatles<br />

und ihrer Karriere liefert, sondern<br />

auch bisher unveröffentlichte Fotos<br />

zeigt. Weltweit ist das Paket auf 50 000<br />

Exemplare limitiert.<br />

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www.audio.de 01/2013 75


REPORT › ABBEY ROAD STUDIOS<br />

TRAUMHAFT: Wenn die Beatles im Studio waren (oben), brachten sie meist<br />

etwas Außergewöhnliches hervor. Der Arbeitsplatz von Sean Magee (darunter)<br />

ist für jeden Tontechniker das reinste Eldorado.<br />

REFERENZ: Für die Digitalisierung der<br />

originalen „Schnürsenkel”-Bänder (1/4-Zoll)<br />

kam eine Studer A80 zum Einsatz.<br />

EIGHT DAYS A WEEK<br />

Diese Vinyl-Version basiert nun auf den<br />

sensationellen Remasters für die CD-<br />

Collection. Das Mastering des gesamten<br />

Beatles-Katalogs mit über 500 Minuten<br />

Material war ein Mammut-Vorhaben,<br />

das man nicht mal eben an einem Wochenende<br />

erledigen konnte. Damals hatte<br />

sich ein Dream Team von sechs Toningenieuren<br />

(Simon Gibson, Paul Hicks,<br />

Sean Magee, Guy Massey, Sam Okell<br />

und Steve Rooke) in den Abbey Road<br />

Stu dios versammelt. Die Männer arbeiteten<br />

über vier <strong>Jahre</strong> lang eng zusammen.<br />

Der erste Schritt war, eine Bandmaschine<br />

zu suchen, die sich am besten für die<br />

Wiedergabe der alten Viertel-Zoll-<br />

Bänder eignete, die EMI glücklicherweise<br />

noch im Archiv hatte. Zwei Wochen<br />

lang untersuchte man etliche Geräte und<br />

verglich sie auf ihre Klanggüte. Die Wahl<br />

fiel schließlich auf eine Studer A80 aus<br />

den 70ern, da sie die besten Resultate<br />

lieferte. Nach der Digitalisierung (bei der<br />

das Band von „Please, Please Me” zerriss,<br />

da der Klebstoff an den Schnittstellen<br />

ausgetrocknet war) ging die Arbeit<br />

schließlich am Computer weiter. Das<br />

Ziel: klanglich so nah wie möglich am<br />

Original zu bleiben und lediglich Artefakte<br />

zu entfernen, die damals von Geräten<br />

entstanden. Etwaige „Trademark-<br />

Sounds“ – die also fester Bestandteil der<br />

Performance waren (wie etwa Ringos<br />

quietschendes Bassdrum-Pedal auf den<br />

frühen Aufnahmen) – erhielt man bewusst.<br />

Nach der Säuberung der Songs<br />

optimierten die Mastering-Experten den<br />

Frequenzgang, was bestimmte Klang-<br />

Details zum Vorschein brachte, die vorher<br />

eher im Hintergrund untergingen.<br />

Paul McCartneys Höfner-Bassgitarre<br />

klang beispielsweise noch nie so natürlich<br />

und fett.<br />

Die Bearbeitung der digitalen Kopien<br />

hört für die Vinyl-Produktion genau hier<br />

auf. Denn in der Vorbereitung der CD-<br />

Version (nicht bei der Mono-Variante)<br />

wurden die Aufnahmen um 3 dB lauter<br />

gemacht, was eine minimale Dynamikbegrenzung<br />

bei einigen Beatles-Liedern<br />

erforderte.<br />

GETTING BETTER<br />

Die Vorarbeit für die Vinyl-Ausgabe fiel<br />

nicht weniger üppig aus, da man natürlich<br />

auch hier die bestmöglichen Resultate<br />

erzielen wollte. Der Mann der Stunde<br />

war Mastering-Experte Sean Magee.<br />

76<br />

www.audio.de ›01/2013


REPORT › ABBEY ROAD STUDIOS<br />

Der sympathische Tonmeister entschärfte<br />

als erstes bestimmte Frequenzen,<br />

die auf dem Vinyl für Probleme<br />

gesorgt hätten – etwa die gefürchteten<br />

S-Laute. Dabei favorisierte er das „Trial<br />

and Error“-Prinzip: Nach der Bearbeitung<br />

übertrug er jeden Song auf einen<br />

Vinyl-Rohling, um zu hören, wie es letztendlich<br />

auf dem Medium klingen würde.<br />

Als Arbeitsmittel standen ihm die feinsten<br />

Geräte zur Verfügung: ein seltenes<br />

EMI-Pult vom Typ TGI 2410, ein Mastering-Equalizer<br />

MEA-2 von Prism Sound<br />

und der Über-EQ: ein Weiss EQ1-MK2.<br />

Zwei B&W 800er dienten im kleinen<br />

Mastering-Raum (in dem übrigens<br />

schon in den 60ern die Masterbänder<br />

entstanden) für den guten Ton – angetrieben<br />

von Classé-Verstärkern und einem<br />

Benchmark DAC 1.<br />

Nach der Bearbeitung des kompletten<br />

Song-Katalogs hieß es, die Master-<br />

Scheiben herzustellen, aus denen später<br />

die Vinyl-Kopien gepresst werden sollten.<br />

Für diesen wichtigen Job war eine<br />

alte, aber perfekt arbeitende Neumann<br />

WMS 80 zuständig, bestückt mit einem<br />

SX47-Schneidekopf. Bevor diese überhaupt<br />

loslegen konnte, stand noch eine<br />

andere zentrale Entscheidung an: Sean<br />

Magee musste herausfinden, welches<br />

Schneideverfahren das optimale Ergebnis<br />

liefern würde, und fertigte dafür zwei<br />

Versionen von „A Hard Day’s Night“ an:<br />

einmal auf einer DMM-Scheibe („Direct<br />

Metal Master”-Rohlinge bestehen komplett<br />

aus Kupfer), ein zweites Mal auf<br />

einem lackierten Alu-Rohling (die klassischere<br />

Art). Magee wählte die lackierte<br />

Variante, da sie wärmer und etwas fetter<br />

tönte.<br />

Last not least musste geklärt werden,<br />

welche Presswerke für die Herstellung<br />

geeignet waren. Ja, „Werke“ im Plural,<br />

weil eines den amerikanischen, ein anderes<br />

den europäischen Markt bedienen<br />

sollte. Nicht weniger als 30 Muster<br />

nahmen Magee und seine Crew unter<br />

die Klanglupe – und zwar jeweils von der<br />

aktuellen Stereoversion wie auch von<br />

der zuvor erwähnten, später erscheinenden<br />

Mono-Ausführung. Da verwundert<br />

es kaum, dass der gute Mann daheim<br />

keine Beatles mehr hört. Für mich steht<br />

jedenfalls fest: So gut haben John, Paul,<br />

George und Ringo noch nie geklungen!<br />

UNVERGESSLICH ... war der Besuch in<br />

den Abbey Road Studios. <strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

Alexandros Mitropoulos (l.) mit Sean Magee.<br />

_09NVN_BoseAnz_Audio_01_13_1_2_quer.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 137.00 mm);14. Nov 2012 13:52:11<br />

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Musik › JAHRESRÜCKBLICK<br />

MEINE<br />

5TOP<br />

A Year In Music<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteure und -Autoren halten<br />

Rückschau – und verraten ihre CD-, SACD- und<br />

Blu-ray-Favoriten aus Pop, Jazz und Klassik.<br />

Meine Top 5:<br />

Smashing Pumpkins: Oceania<br />

Dead Can Dance: Anastasis<br />

Bloc Party: Four<br />

Soulsavers: The Light The Dead See<br />

Me And My Drummer: The Hawk, The Beak, The Prey<br />

DAS JAHR DER RÜCKKEHRER<br />

Das Jahr 2012 hatte – nicht nur musikalisch – ein durchgehendes Motto: Comebacks.<br />

Zum Beispiel die Smashing Pumpkins – Kultband meiner Teenager-Zeit, danach öfter mal<br />

zerstritten und jetzt mit neuer Formation unter Frontman Billy Corgan mit einem Album<br />

zurück , das mit seinem Leid und seiner Lust Gänsehaut bereitet. Oder Dead Can Dance:<br />

Da lassen sich Lisa Gerrard und Brendan Perry ganze 16 <strong>Jahre</strong> Zeit, um nun auch endlich<br />

mich mit „Anastasis“ in ihren Bann zu ziehen. Oder Bloc Party, die allen Gerüchten ihrer<br />

drohenden Auflösung zum Trotz ihr viertes Album so wild und intensiv gestalteten, wie es<br />

ihr grandioses Erstlingswerk einst vorgemacht hat. Depeche Mode basteln auch an ihrem<br />

13. Album, aber das interessiert mich seit dem enttäuschenden „Sounds Of The Universe“<br />

nicht mehr – viel eher Dave Gahan als Gast bei der Gospel-Western-Rock-Platte der<br />

Soulsavers. Dazu passt das Newcomer-Pärchen aus Berlin, Me And My Drummer, das<br />

kühle Drums, poetische Texte, zarte Vocals mit Synthie-<br />

Träumen serviert und so Assoziationen an Rush in ihren<br />

besten Zeiten weckt.<br />

Christine Tantschinez<br />

Stv. Chefredakteurin<br />

Meine Top 5:<br />

Godspeed You! Black Emperor: Allelujah! Don’t Bend! Ascend!<br />

Cat Power: Sun<br />

Wovenhand: The Laughing Stalk<br />

Bat For Lashes: The Haunted Man<br />

Beach House: Bloom<br />

Meine Top 5:<br />

The Beatles: Remastered (LP-Box)<br />

The Kinks: In Mono (LP-Box)<br />

Brad Mehldau Trio: Ode<br />

Masabumi Kikuchi Trio: Sunrise<br />

Tok Tok Tok: Gershwin With Strings<br />

FAB AND KINKY –<br />

PLUS EIN PAAR BLUE NOTES<br />

PRETTY GOOD YEAR<br />

Die Musik-Ausbeute war auch 2012 wieder exzellent. „Allelujah! Don’t<br />

Bend! Ascend!“ von Godspeed You! Black Emperor etwa – die erste<br />

Platte des Instrumentalrock-Kollektivs seit zehn <strong>Jahre</strong>n ist härter und<br />

monotoner geworden, hält aber fantastische Wendungen parat und<br />

weckt bei mir Erinnerungen an ein unglaublich intensives Konzert in der<br />

Berner Reitschule. Cat Power gehört seit eh und je zu meinen Lieblingssängerinnen.<br />

Mit „Sun“ ist ihr ein schillerndes, mitunter an ihre frühen<br />

Platten erinnerndes Songwriter-Album gelungen, das obendrein so<br />

wunderschön gestaltet ist, dass wir es auf jeden Fall als Vinyl kaufen.<br />

Wovenhand-Sänger David Eugene Edwards zeigt auf „The Laughing<br />

Stalk“ mal wieder, dass er zu den wenigen religiösen Sängern gehört, die<br />

auch Atheisten weichkriegen – ein unglaublich kraftvoller, wie besessen<br />

wirkender Musiker. Mit „The Haunted Man“ hat die ohnehin gute Bat For<br />

Lashes ihr bislang bestes Album gemacht. Und wenn man mal einfach<br />

nur in Harmonien kuscheln will, bieten<br />

sich Beach House mit ihrem vollendet<br />

romantischen „Bloom“ an.<br />

Bernhard Rietschel<br />

Chefredakteur<br />

50 <strong>Jahre</strong> ist es her, seit die Beatles ihre erste Platte aufnahmen.<br />

Gefeiert wird dieses Jubiläum mit einer limitierten Box aller Alben<br />

auf oberamtlichem 180-g-Vinyl. Klar ist: Noch nie klangen die Fab<br />

Four so sauber und dynamisch wie auf diesen LPs – siehe Seite 74.<br />

Eine ähnlich geniale Band aus den Swinging Sixties sind die Kinks –<br />

sie starteten mit den Stones, den Beatles und den Who die „British<br />

Invasion“ in den USA. Die leckere „Kinks In Mono“-Box beinhaltet<br />

alle Alben aus dieser Zeit (natürlich wieder auf Vinyl) und zeigt den<br />

rauen „Punk“-Charakter von Ray Davies & Co. Amerikas Top-Pianist<br />

Brad Mehldau scharte für „Ode“ ein exzellentes Trio um sich und<br />

verzaubert mit anspruchsvoll harmonischen Kompositionen und<br />

bestechend virtuosem Spiel – neben dem Klavier-Guru himself<br />

brillieren Jeff Ballard (dr) und Larry Grenadier (ba). Feinster Jazz<br />

kommt übrigens auch aus Japan: „Sunrise“ des Masabumi Kikuchi<br />

Trio zeigt auf beeindruckende Art die Klasse der fernöstlichen<br />

Jazzszene. Und die deutschen Soul-Jazzer Tok Tok Tok glänzen auf<br />

„Gershwin With Strings“ erneut mit<br />

smarten Swing-Arrangements und<br />

exzellentem Live-Klang.<br />

Alexandros Mitropoulos<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

78<br />

www.audio.de ›01 /2013


Musik › JAHRESEÜCKBLICK<br />

Meine Top 5:<br />

Efterklang: Piramida<br />

The XX: Coexist<br />

Donald Fagen: Sunken Condos<br />

Simone White: Silver Silver<br />

Pinback: Information Retrieved<br />

KONTEMPLATION UND ENTSCHLEUNIGUNG<br />

Mit einem Konzeptalbum über eine aufgelassene Bergarbeitersiedlung<br />

auf Spitzbergen schuf das dänische Ensemble Efterklang ein<br />

Werk zwischen Elektro- und Artpop, das anmutet wie ein Klang<br />

gewordenes, zeitloses Kamingespräch zwischen Technik, Natur und<br />

Mensch. Auch der minimalistische Edelpop der britischen Band<br />

The XX erhebt sich über die Niederungen des Alltäglichen: nach dem<br />

2009er-Debüt der zweite Coup dieser Ausnahmeband. Ebenfalls in<br />

eher gemächlichem Tempo cruist Donald Fagen durch Soul, Funk<br />

und Jazzrock – und liefert erneut perfektes Understatement und<br />

furchterregend schlaue Kopfmusik. Simone White rettet die Ehre der<br />

US-Songwriterinnen-Gilde mit dem doppelbödigen Zeitlupen-Folk des<br />

Goldstücks „Silver Silver“, die Landsleute von Pinback machen statt<br />

Langsamkeit eine stoische Ruhe und<br />

Souveränität zum prägenden Element<br />

ihres Math-Rock – siehe Seite 84.<br />

Christof Hammer<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

Meine Top 5:<br />

Joyce DiDonato: Drama Queens – Werke von Händel, Monteverdi<br />

& Haydn; Il Complesso Barocco, Alan Curtis (Virgin)<br />

Keith Jarrett Quartet: Sleeper (ECM)<br />

Glenn Gould: The Schwarzkopf Tapes / Richard Strauss;<br />

Glenn Gould (Piano), Elisabeth Schwarzkopf (Sopran),<br />

Toronto Symphony Orchestra, Vladimir Golschmann (Sony)<br />

Georg Solti: Jubiläumsedition zum 100. Geburtstag (Decca)<br />

Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen and Wagner’s Dream –<br />

The Making Of The Ring; Jonas Kaufmann, Bryn Terfel, Waltraud<br />

Meier, Deborah Voigt, Eva-Maria Westbroek u. a., Metropolitan<br />

Opera Orchestra and Chorus, James Levine, Fabio Luisi (DVD, DG)<br />

Meine Top 5:<br />

Brad Mehldau Trio: Where Do You Start<br />

Dexys: One Day I’m Going To Soar<br />

Punch Brothers: Who's Feeling Young Now<br />

Louis Sclavis Atlas Trio: Sources<br />

Van Morrison: Born To Sing: No Plan B<br />

MUSIK MIT HERZBLUT<br />

Kraftvoll mit ungeheurer kollektiver Energie – in Sachen Klaviertrio<br />

gelang dem Brad Mehldau Trio das derzeit eleganteste, konzentrierteste,<br />

intensivste Album seiner Art – nach „Ode“ der zweite<br />

2012er-Geniestreich des amerikanischen Superpianisten.<br />

Comebacks? Heikel ... Aber wenn schon eins, dann so wie das von<br />

Kevin Rowland: Hintersinnig, stellenweise jovial, dann wieder<br />

verhalten und very british geriet die Rückkehr der Dexys – Musik<br />

zum Mehrfachhören. Nashville schlägt zurück: Auf sehr eigene<br />

Weise verknüpfen die Punch Brothers Folk- und Independent-Sounds.<br />

Ergebnis: die anspruchsvollere Variante von Mumford & Sons.<br />

Ein Kraftspiel des Klarinettisten Louis Sclavis im kleinen Kreis:<br />

„Sources“ klingt nach freien Siebzigern aus der Perspektive von heute<br />

– Musik mit viel verstecktem Witz in der Ernsthaftigkeit. Und auf die<br />

Gefahr hin, als Oldtimer zu gelten: Auch der Name Van Morrison fällt<br />

hier. Aber entspannter als der knorrige Ire mit dem dezent jazzigen<br />

Hintergrund kann man Popmusik<br />

kaum machen.<br />

Ralf Dombrowski<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

MAGISCHE MOMENTE JENSEITS<br />

DES MAINSTREAM<br />

Herzschmerz und Jubel, Verzweiflung und Glück: Die US-Mezzosopranistin<br />

Joyce DiDonato singt, durchlebt und durchfühlt die<br />

großen Emotionen – mit toller Stimme und in authentischem<br />

Barockstil. Keith Jarrett, Jan Garbarek, www.audio.de Palle Danielsson ›01 und /2012 Jon<br />

Christensen zu besten ECM-Zeiten: „Sleeper“, 1979 live in Tokio<br />

aufgenommen, zeigt eine noch heute exemplarische Spielfreude<br />

zwischen furiosem Swing und poe tischem Klangzauber. Glenn<br />

Gould begegnet Elisabeth Schwarzkopf in Werken von Richard<br />

Strauss – in einem überheizten New Yorker Studio entstand 1966<br />

ein sensationelles Dokument über das Gipfeltreffen zwischen zwei<br />

Ausnahme-Interpreten, wie sie gegensätzlicher kaum denkbar sind.<br />

Und der Hörer rätselt: Ist dies die Geschichte eines Scheiterns –<br />

oder einer unglücklichen Liebe? Georg Solti galt als Karajans<br />

Antipode und war einer der ganz Großen: Der Geburtstags-Pack<br />

zu seinen Ehren prunkt mit teils unveröffentlichten Aufnahmen,<br />

Opern-Glanztaten und Jahrhundert-Stimmen wie Birgit Nilsson.<br />

Und natürlich wirft das große Richard-Wagner-Jahr 2013 seine<br />

Schatten bereits voraus – Ringe etwa gibt’s derzeit fast im<br />

Überfluss. Die DG-DVD/Bluy-ray bietet ein Top-Ensemble mit<br />

Sängerstars wie Bryn Terfel und Jonas Kaufmann und viel<br />

Hintergrundmaterial über die<br />

spektakuläre Met-Produktion des<br />

Regiezauberers Robert Lepage.<br />

Otto Paul Burkhardt<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

79


Musik › POP & ROCK<br />

| POP | OLDIES | JAZZ | KLASSIK | auf CD, SACD, LP und Blu-ray/DVD<br />

EIN MANN FÜR ALLE FÄLLE<br />

Kendrick Lamar glänzt mit einem reinrassigen HipHop-<br />

Album, bei dem auch Pop-Hörer schwach werden.<br />

Leben kam in jüngster Zeit wieder in die Bude:<br />

Der zuvor etwas langweilig, berechenbar und<br />

träge gewordene gute alte Bekannte HipHop<br />

erfuhr mit Acts wie Odd Future Wolf Gang Kill<br />

Them All, Death Grips oder Mykki Blanco einen<br />

enormen Kreativitätsschub. Diese jungen Wilden<br />

des Jahrgangs 2011/2012 haben mehr im Kopf als<br />

fette Autos oder Auto-Tune. Und doch: Man lehnt<br />

sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man<br />

speziell dieses Debüt zu einem der wichtigsten<br />

HipHop-Alben des an Überraschungen nicht armen<br />

<strong>Jahre</strong>s 2012 erklärt.<br />

Kendrick Lamar kommt direkt aus der vom<br />

N.W.A.-Kollektiv schon früh auf die Rap-Landkarte<br />

gesetzten 100 000-Einwohner-Stadt Compton<br />

südlich von Los Angeles, und er erzählt in „Good<br />

Kid, m.A.A.d. City“ eine Geschichte, über die<br />

er ganz genau Bescheid weiß – seine eigene.<br />

Das Gute daran: Der smarte Boy dreht nicht<br />

den Swag auf, will nicht der Härteste, Coolste<br />

und Verdrogteste seiner Hood sein, sondern beschwört<br />

die Vorzüge der „motherfucking family“.<br />

Und so darf in den Interludes, ohne die ein Hip-<br />

Hop-Album ja nicht vollständig wäre, dann auch<br />

mal Mama Lamar dem jungen Mann<br />

ins Gewissen reden.<br />

Mit einem Dr. Dre als Mentor<br />

im Rücken konnte er auf Top-<br />

Produzen ten wie Pharrell Williams<br />

oder Just Blaze zurückgreifen, die<br />

mellow Soul- und 90er-<strong>Jahre</strong>-G-<br />

Funk-Flavour, leicht übergeschnappte<br />

Sound effekte und unverbrauchte<br />

Beats auffahren, um die Premiere<br />

rundum perfekt zu machen. Highlight:<br />

Die (Anti-)Alkohol-Hymne „Swimming<br />

Pools (Drank)“ vertont mit runtergepitchten<br />

Vocals, sirupös zäh zerfließenden<br />

Synthie-Sounds und schnell vor<br />

sich hinstolpernden HiHat-Rolls genial<br />

den bewusst herbeigeführten Kontrollverlust.<br />

Schlichtweg brillant, auch<br />

wenn die Produktion wohl eher für die<br />

Car-HiFi-Anlage optimiert wurde als für<br />

das audio phile Hörvergnügenn. Aber ein<br />

bisschen mehr Bass als nötig hat schließlich<br />

noch keinem geschadet. Michael Sohn<br />

Common, The Roots<br />

HipHop<br />

POP-CD DES MONATS<br />

KENDRICK LAMAR<br />

Good Kid, m.A.A.d. City<br />

Interscope/Universal; CD<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

80<br />

www.audio.de ›01 /2013


<strong>AUDIO</strong>PHILE CDS DES MONATS<br />

Amber Rubarth<br />

Sessions From The 17th Ward<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

Lydie Auvray<br />

3 Couleurs<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

Musik › POP & ROCK<br />

Chesky/in-akustik (CD)<br />

Mit selbst produzierten EPs und Konzerten auf kleinen Bühnen all<br />

around the world lässt die kalifornische Singer/Songwriterin Amber<br />

Rubarth seit 2005 aufhorchen. Der Lohn: diverse Auszeichnungen<br />

in den USA, dicke Komplimente etwa von Top-Produzent Phil Ramone<br />

– und nun ein Vertrag beim New Yorker Label Chesky. Dessen Chef<br />

David Chesky entschied sich als Produzent ihres neuen Albums für ein<br />

verfeinertes Kunstkopf-Stereophonie-Verfahren. Ergebnis: ein insbesondere<br />

über Kopfhörer, aber auch via normalen Stereoton sensationell<br />

fein aufgefächerter und<br />

dynamischer Raumklang. Joni Mitchell, Sara K.<br />

Musikalisch glänzt die sehr<br />

eigenständig intonierende<br />

30-Jährige mit eleganten<br />

Preziosen in filigranen<br />

Gitarre-Violine-Perkussion-<br />

Arrangements ebenso wie<br />

mit intensiven Coverversionen.<br />

Sehr gelungen etwa<br />

Bob Dylans „Just Like A<br />

Woman“ und „Hold On“ aus<br />

der Feder von Tom Waits –<br />

Track 6 der <strong>AUDIO</strong>-Heft-CD.<br />

Christof Hammer Musik:<br />

Klang:<br />

Westpark/Indigo (CD)<br />

Nach 25 <strong>Jahre</strong>n an den Tasten des Akkordeons ist die rothaarige<br />

Komponistin und Sängerin sozusagen die Grande Dame dieses<br />

herzzerreißenden Instruments. Auch auf „3 Couleurs“ lässt Lydie<br />

Auvray ihren Blase-Balg pointiert und feurig sprühen. Mit swingenden<br />

Gitarren und quirligem Piano („Tarengo“) geht es durch rassigen Tango<br />

und zarte Chansons. Alles atmet warmherziges französisches Flair,<br />

doch zeigen Lydie Auvray und ihre Band auch ein Herz für verspielte<br />

Jazz-Arrangements mit dezent avantgardistischem Flair. Slow-Pop,<br />

Walzer und ein bewegendes<br />

Nicole Croisille, Bernard Lavilliers Klagelied zur Katastrophe von<br />

Fukushima („Complainte“)<br />

runden dieses homogen,<br />

farbstark und druckvoll produzierte<br />

Dreifach-Jubiläumswerk<br />

ab. Denn die Lady aus<br />

dem Departement Calvados<br />

feiert zugleich ihr 20. Album,<br />

den 30. Band-Geburtstag<br />

und ihr <strong>35</strong>. Bühnenjubiläum<br />

– bon anniversaire! <strong>AUDIO</strong>-<br />

Leser dürfen mitfeiern: mit<br />

„Camanu“, Track 3 der Heft-<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

CD.<br />

Claus Dick<br />

SCHÄTZE DES MONATS<br />

Sera Cahoone Deer Creek Canyon<br />

Sub Pop / Cargo Records (CD, LP)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Früher trommelte sie bei der<br />

Band Of Horses, 2005 feierte<br />

sie ihr Solo-Debüt. Auf ihrem<br />

dritten Album, co-produziert<br />

von Thom Monahan (Devendra<br />

Banhart), kehrt Sera Cahoone nun<br />

zurück in ihre Heimat Colorado<br />

und beschwört Bilder von Wäldern<br />

voller Grizzly bären und wildromantischen<br />

Hütten herauf. In schillernd<br />

melancholischen Liedern erzählt die<br />

37-Jährige anrührende Stories über<br />

Freundschaft und Liebe jenseits<br />

von klebrigem Pathos. Authentizität<br />

ist das Zauberwort ihrer Musiksprache – ehrliche Geigen- und Cello-<br />

Tupfer, aber auch aufmüpfige Bluegrass-Einlagen und Power-Folk à la<br />

Amy Macdonald oder Anlehnungen an Country-Ikonen wie Karla Bonoff<br />

aus den 70ern geben den Ton an. Schwerelos wiegen Walzer, die<br />

Pedal-Steel jauchzt, und akustische Gitarren verströmen eine wohlige<br />

Atmosphäre. Darin bahnt sich Seras samtige, facettenreiche Stimme<br />

souverän ihren Flow – wie etwa auf „Naked“, Track 1 der <strong>AUDIO</strong>-CD in<br />

diesem Heft. Der Klang: dynamisch, homogen, transparent. Claus Dick<br />

Cat Power, Laura Veirs, Karla Bonoff<br />

Brian Eno Lux<br />

Warp / Rough Trade (CD, 2 LPs in 180-Gramm-Vinyl)<br />

Brian Eno war immer schon ein Künstler, der nicht nur den musikalischen<br />

Inhalten, sondern stets auch den Formaten, Erscheinungsformen<br />

und Ästhetisierungs-Prinzipien der Popkultur maximale Aufmerksamkeit<br />

gewidmet hat. Dabei hat er kaum etwas ausgelassen:<br />

Kunstpop, Radiosongs, halbstündige Ambient walzen, Installationen,<br />

Jingles, Apps usw. – nicht zu vergessen seine Arbeiten als gewiefter<br />

Produzent von Coldplay, U2, Talking Heads oder gar Paul Simon. Was<br />

kann man also vom ersten Soloalbum seit sieben <strong>Jahre</strong>n erwarten?<br />

Alles und nichts. Tatsächlich erfährt sein ureigener Ambient-Music-Ansatz<br />

eine Weiterführung. „Lux“ erscheint als ein wunderbarer, großer,<br />

75-minütiger Klangkörper, in den man sich buchstäblich hineinlegen<br />

will. Im Unterschied zu frühen Klassikern wie „Music For Airports“<br />

kommt hier aber eine andere Art des zyklischen Schwebens zum<br />

Ausdruck. Die Räume werden von mikroskopischen Soundpartikeln<br />

durchflirrt und in besänftigendem<br />

Hall geflutet. Alles kann, nichts<br />

muss. Hier findet Zeit und Klang<br />

als Insel statt, die Emo tionalität<br />

wird eher meditiert statt sie zu (er-)<br />

leben. Musik – so vollendet wie ein<br />

Zengarten.<br />

Daniel Vujanic<br />

„Music For Airports“, Japan<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Fotos: Jeff Forney / Universal; Chris Woo / Cargo; EMI; Andrea Boccalini / Camjazz; Wolfgang Runkel / Oehms<br />

81


Musik › POP & ROCK<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Short Shots<br />

Nena: Du bist gut (Universal)<br />

Wer mal wieder denkt, die Welt<br />

stehe kurz vor dem Untergang:<br />

„Du bist gut“ bringt Motivationslyrik<br />

für schwankende Seelen –<br />

teils durchaus sensibel getextet,<br />

teils in holzschnittartiger Werbeagentur-Sprache.<br />

Wer so was<br />

schätzt, wird Nenas fraglos glaubwürdige<br />

Haltung lieben – und<br />

sich an den meist fantasielosen<br />

Synthie-Gitarrenrock-Arrangements<br />

nicht weiter stören. ham<br />

PUR Schein & Sein (Universal)<br />

Auch im Liederkosmos der<br />

Schwaben menschelt es wie gewohnt<br />

an allen Ecken und Enden<br />

– höchste Zeit eigentlich für eine<br />

komplette gemeinsame Platte mit<br />

Nena. Die Musik dazu zwischen<br />

Gitarrenpop und Klavierballade<br />

meidet jegliches Experiment, und<br />

so heißt das Motto wie stets: love<br />

it or leave it – mit Hartmut Engler<br />

als ultimativem Knackpunkt. ham<br />

Rock, Soul, Blues<br />

Joe Cocker<br />

Fire It Up<br />

Columbia/Sony (CD, CD+DVD, LP+CD)<br />

Nach über 40 Karrierejahren gleicht eine weitere<br />

Joe-Cocker-Disc längst einem „neuen“<br />

VW Golf: nicht eben das Originellste, was<br />

der Markt zu bieten hat – aber von berechenbarer<br />

Solidität. So sind auch auf Album<br />

Nummer 23 Rock, Soul und Blues die Säulen<br />

der Cockerschen Soundkarosserie. Kompositionen<br />

steuerten diesmal etwa Country-Man<br />

Keith Urban oder das britische Duo Charlie<br />

Evans & Joss Stone bei. Cockers Stimme<br />

klingt noch recht passabel, den Background-<br />

Chor indes möchte man gelegentlich („I’ll Be<br />

Your Doctor“) eher zur Studiotür hinauskomplimentieren.<br />

Die Produktion von Matt<br />

Serletic (Santana, Matchbox 20) setzt auf<br />

Druck und Unmittelbarkeit. Christof Hammer<br />

„Hard Knocks“, Mick Hucknall / Simply Red<br />

Avantgarde, Art-Pop<br />

Scott Walker<br />

Bish Bosch<br />

4AD / Beggars Group / Indigo (CD, LP+CD)<br />

Einfache Kost bietet Scott Walker nicht<br />

mehr – die vokalen Wohlklänge der Walker-<br />

Brothers-Ära sind längst eingemottet. 2006<br />

prügelte der US-Sänger den Beat für die CD<br />

„The Drift“ aus einer (toten) Schweinehälfte<br />

raus. Heute konfrontiert der 70-Jährige uns<br />

mit exaltierten Gesängen und Rezitationen.<br />

Im Hintergrund tobt dazu das scheinbar<br />

ins trumentale Chaos. Jeder Ton, jedes Riff<br />

hängt quer im Kopf. Das klingt nach Avantgarde<br />

– aber reicht dieser Begriff für diese<br />

fremden und beängstigenden Klangstrukturen<br />

aus? Das ist spannend. Und anstrengend.<br />

Wie bei jeder ambitionierten Kunstform.<br />

„Bish Bosch“ ist Slang und bedeutet:<br />

Job done. Well done, Scottya! Willi Andresen<br />

„The Drift“ (2006)<br />

El Perro Del Mar Pale Fire<br />

(Memphis Industries / Indigo)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Flimmernde Synthesizer, hüpfende<br />

Bässe und geschichtete<br />

Vocals verbindet Sarah Assbring<br />

alias EPDM zu futuristisch-entschlacktem,<br />

interessant getaktetem<br />

Zeitgeist-Pop. Minimalistische,<br />

mal quirlig-pumpende,<br />

mitunter melancholische Electronica<br />

Marke Little Dragon, Lykke Li<br />

oder The Knife – hörenswert. vu<br />

Blues-Rock<br />

Joanne Shaw Taylor<br />

Almost Always Never<br />

Tango Nuevo<br />

Tango Crash<br />

Accidente de Tango<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Bob Brozman Fire In The Mind<br />

(Ruf/in-akustik)<br />

„Feuer im Kopf“? Und ob: Der<br />

New Yorker zeigt sich hier als<br />

kreativer Blues-Querdenker, der<br />

Roots-Blues mit World Music<br />

aus aller Welt mischt. Famoser,<br />

unkomprimierter Sound. ham<br />

Lukas Graham Lukas Graham<br />

(Island/Universal)<br />

Wetten, dass der 23-Jährige aus<br />

der Kopenhagener Lebenskünstler-<br />

Enklave Christiania beim nächsten<br />

SWR New Pop Festival auf der<br />

Bühne steht? Zu Recht übrigens:<br />

Der clever arrangierte Soul-Pop<br />

von Lukas Graham hat was. ham<br />

Ruf Records / in-akustik (CD)<br />

Der Titel „First Lady des britischen Blues“<br />

dürfte ihr bis auf weiteres sicher sein: Mit Album<br />

Nummer 3 spielt sich Joanne Shaw Taylor<br />

an die Spitze der englischen Bluesszene.<br />

Ob rasante Riff-Rocker wie „Soul Station“,<br />

süffige Midtempo-Songs („Beautifully Broken“)<br />

oder gut abgehangene Balladen wie<br />

„Lose My Self To Loving You“ (Track 4 auf<br />

der <strong>AUDIO</strong>-Heft-CD): Die Gewinnerin des<br />

British Blues Award 2010 & 2011 hat einfach<br />

alles drauf, was in diesem Genre zählt, hat<br />

zudem Seele in der Kehle und Rock-Power in<br />

den Fingern. Und immer wieder staunt man,<br />

dass hinter dieser „schwarz“ und reif klingenden<br />

Persönlichkeit eine zierliche, gerade<br />

mal 25-jährige Blondine steckt. Christof Hammer<br />

„Diamonds In The Dirt“ (2010), Candy Kane<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Galileo MC (CD)<br />

Tango-Nuevo-Freunde aufgepasst: Wo der<br />

Wagemut von Kollegen wie dem Gotan Project<br />

aufhört, fängt das Duo Daniel Almada<br />

und Martin Iannaccone erst an. Weit greift<br />

die Musik von Tango Crash aus in Jazzrock,<br />

Elektronik und E-Musik – das Muttergenre<br />

bleibt zwar verortbar, statt um seine Ästhetik<br />

und Tanzbarkeit geht es hier aber um seine<br />

unbedingte Expressivität. Alle paar Takte<br />

wechseln die Rhythmen, und in avantgardistisch<br />

gefärbten Arrangements duellieren sich<br />

Bandoneón, Pianowogen, Scratches und<br />

verfremdete Vocals. Ergebnis: Spannung<br />

pur wie im Titelsong „Accidente de Tango“<br />

(Track 7 der <strong>AUDIO</strong>-Heft-CD) – auch dank top<br />

Raumklang und Dynamik satt. Christof Hammer<br />

Weather Report, Astor Piazzolla<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

82<br />

www.audio.de ›01 /2013


Island/Universal (CD, CD+DVD, LP)<br />

Es gibt eine Reihe guter Gründe, Robbie<br />

Williams zu lieben: Rampensau der Extraklasse,<br />

Superman des Mainstream-Pop – in dieser<br />

Rolle braucht ihn die Welt, und es gibt kaum<br />

einen, der diesen Job so perfekt erledigt wie<br />

ein Robbie in Topform. Aber dann kommt der<br />

Kerl leider mit einem Album wie diesem um<br />

die Ecke, und man wundert sich doch schwer,<br />

mit was für Banalitäten er sich hier aufhält.<br />

Dabei wollte er doch angreifen, die Krone im<br />

Pop-Business zurückerobern. Ja – wenn „Take<br />

The Crown“ wenigstens ebendas wäre: bonbonbunter,<br />

ungehemmter Spaßpop im XXL-<br />

Format. Dafür aber exzerpieren die 13 neuen<br />

Songs die Errungenschaften des Mainstream<br />

doch deutlich zu risikolos und ohne Pfiff und<br />

„Life Through A Lens“, „Escapology“; Mika<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Pop<br />

Robbie Williams<br />

Take The Crown<br />

Würze. Die Single „Candy“ ist da fast noch<br />

ein Highlight, da kindisch bis zur Subversivität.<br />

Der Rest? Klar, fast alles ist tanzbar und manches<br />

sta diontauglich – aber „Shit On The Radio“<br />

etwa klingt leider genau so abgeschmackt<br />

wie der Fließband-Pop, den es eigentlich<br />

attackieren will. Und auch Balladen wie „Eight<br />

Letters“ bleiben seltsam blass. Das Versprechen,<br />

das er in „Different“ abgibt („this time<br />

I’ll be different“) – genau das erfüllt er nicht:<br />

Robbie klingt wie alle anderen. Die Chance zu<br />

beweisen, dass Pop und Erwachsensein einander<br />

eben doch nicht ausschließen und sogar<br />

im Topstar- Status unter einen Hut gebracht<br />

werden können, hat Robbie Williams diesmal<br />

jedenfalls verschenkt.<br />

Christof Hammer<br />

<strong>AUDIO</strong> MUSIK:<br />

SO TESTEN WIR JEDEN<br />

MONAT DIE NEUEN CDS<br />

<strong>AUDIO</strong> Musik stellt jeden Monat die<br />

wichtigsten neuen Tonträger vor.<br />

Erfahrene Rezensenten bewerten nach<br />

den folgenden Kriterien:<br />

Musik (Pop, Oldies, Jazz) bzw. Interpretation<br />

(Klassik): für die künstlerische Leistung<br />

Klang für die Aufnahmequalität<br />

Bei DVDs nach Bild, Inhalt und Klang<br />

<strong>AUDIO</strong>-Musik-Tipp: stilistisch verwandtes<br />

Album von hoher Qualität oder Interpret mit<br />

ähnlichem Musikstil<br />

In allen Sparten vergibt <strong>AUDIO</strong> Musik<br />

null bis fünf Ohren.<br />

Das Raster:<br />

überragend<br />

sehr gut<br />

gut<br />

befriedigend<br />

ausreichend<br />

<strong>AUDIO</strong>-Musik-Tipp: stilistisch verwandtes<br />

Album von hoher Qualität oder Interpret<br />

mit ähnlichem Musikstil.<br />

Eine Kostprobe aus diesem Album finden<br />

Sie auf der AKG-CD zu diesem Heft.<br />

Musik › POP & ROCK<br />

Singer-Songwriter<br />

Chloe Charles<br />

Break The Balance<br />

Make My Day Rec. / Alive (CD, LP)<br />

So viele talentierte Singer/Songwriterinnen<br />

unterwegs derzeit – wie soll man die bloß<br />

alle unterscheiden? Nun, an der Stimme<br />

zum Beispiel. Und da nimmt Chloe Charles<br />

eine Ausnahmestellung ein: Ihr Organ klingt<br />

zugleich halb „schwarz“ wie auch halb<br />

„weiß“ und erinnert mal an Etta James, mal<br />

an Joanna Newsom. Auch stilistisch ist die<br />

25-jährige Kanadierin eine Grenzgängerin:<br />

Folk, Soul, Chansoneskes findet sich in ihrem<br />

Sound, eingefasst in eine spannungsvolle<br />

Produktion sowie (vor allem im Umgang<br />

mit Streichern) mutige Arrangements, die<br />

„Break The Balance“ eine extravagante Aura<br />

verleihen. Zum Kennenlernen prima geeignet:<br />

„Tarot“, Track 5 der Heft-CD. Christof Hammer<br />

Feist, Joanna Newsom<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Harmony-Pop<br />

Jeff Lynne<br />

Long Wave<br />

Frontiers Records / Soulfood (CD, LP)<br />

Das nach „Armchair Theatre“ (1990) erst<br />

zweite Soloalbum des britischen Sängers,<br />

Instrumentalisten und Produzenten ist eine<br />

beherzte Referenz an seine musikalische<br />

Jugend. Der ELO-Chef covert elf Songs aus<br />

der Zeit vor den Beatles. Warum? Er wollte<br />

den Evergreens von u. a. Rodgers & Hammerstein,<br />

Chuck Berry („Let It Rock“), Roy<br />

Orbison („Running Scared“) oder Charles<br />

Aznavour („She“) ein neues, aktuelles Outfit<br />

geben. Dafür zerlegte er die Originale in<br />

ihre Grundelemente und produzierte einen<br />

melodisch differenzierten Kompaktsound<br />

mit deutlich mehr Volumen. Das klingt<br />

natürlich nach ELO-Bombast: zuckersüß,<br />

einlullend, fett.<br />

Willi Andresen<br />

ELO, Roy Orbison<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

... und läuft!<br />

Wiederentdeckte Perlen, Dauerbrenner,<br />

Platten für die Insel: <strong>AUDIO</strong>- Redakteur<br />

Christof Hammer verrät, was bei ihm<br />

zu Hause derzeit rauf- und runterläuft.<br />

James: Whiplash<br />

(1997; Fontana)<br />

Große Gefühle in geer<br />

deten Arrangements<br />

voll griffiger Gitarren,<br />

raffinierter Beats und<br />

mit Tim Boothes Engelsgesang:<br />

ein Glanzstück<br />

dieser oft unterschätzten<br />

Manches ter-Band.<br />

Waterboys: Room<br />

To Roam (1990;<br />

Chrysalis) Mit<br />

ergreifend schlichten<br />

Liebesliedern und<br />

beschwingten Gassenhauern<br />

formulierten<br />

Mike Scott & Co. ein<br />

ultimatives Statement<br />

in Sachen keltischer<br />

Folkrock. Ein perfekter<br />

Soundtrack, wenn’s<br />

draußen wintert.<br />

www.audio.de ›01 /2013 83


Musik › POP & ROCK<br />

Folk, Jazz<br />

Soul<br />

Vocal-Weihnachts-Pop<br />

Scala & Kolacny Brothers<br />

December<br />

Pias / Rough Trade (CD)<br />

Nein, es sei kein Weihnachtsalbum, beteuern<br />

die Brüder Steven und Stijn Kolacny,<br />

die Macher des inzwischen international erfolgreichen<br />

belgischen Mädchenchors Scala.<br />

Aber bestimmt wird „December“ öfter als<br />

Geschenk unterm Glitzerbaum liegen – und<br />

dort passt es auch durchaus hin: Covers von<br />

Größen wie Coldplay, Prince, Joni Mitchell<br />

oder den Smashing Pumpkins klingen dank<br />

Piano-Power und zarter, manchmal etwas<br />

sehr frömmelnder Stimmen dann doch wie<br />

runderneuerte Winter-/Weihnachtslieder.<br />

Willkommene Abwechslung: die fast avantgardistische,<br />

leicht trashige Fassung von<br />

Linkin Parks „My December“. Plastischer,<br />

feindynamischer Klang.<br />

Claus Dick<br />

„Grenzenlos“ (2007); The Rock ’N Roll Chorus<br />

Diverse Interpreten<br />

God Jul – A Scandinavian Christmas<br />

Jazzthetik/Edel (CD)<br />

Wer’s schon mal erlebt hat, der weiß:<br />

Weihnachten in Skandinavien ist etwas ganz<br />

Besonderes. Feierlich und humorvoll zugleich<br />

ist die Stimmung zwischen Polarkreis<br />

und baltischem Becken, naturverbunden<br />

und weit weniger konsumlastig. Satte 79:20<br />

musikalische Weihnachtsstimmung bringt<br />

nun diese Leistungsschau der nordischen<br />

Folk- und Jazzszene ins Haus, die winterliche<br />

Lieder und Traditionals von Stars wie Nils<br />

Landgren, Bugge Wesseltoft oder Solveig<br />

Slettahjell kompiliert. Makellos im Klang,<br />

besinnlich bis beschwingt in der Gangart,<br />

sorgen diese 19 Titel garantiert für eine „God<br />

Jul“ („Frohe Weihnacht“). Kostprobe: Track 9<br />

auf der <strong>AUDIO</strong>-Heft-CD. Christof Hammer<br />

Kelpie: „Decembermane“<br />

Macy Gray<br />

Talking Book<br />

429 Records / Membran / Sony (CD)<br />

Den 40. Geburtstag von Stevie Wonders „Talking<br />

Book“ nahm Macy Gray zum Anlass,<br />

diesen Black-Music-Meilenstein komplett<br />

und in originaler Reihenfolge zu covern. Die<br />

43-jährige R&B-Expertin aus Ohio konnte<br />

die Erwartungen, die sie mit ihrem 1999er-<br />

Debüt „On How Life Is“ geweckt hatte,<br />

seither nur bedingt einlösen – macht hier<br />

aber einen soliden bis guten Job. Softes à<br />

la „You Are The Sunshine Of My Life“ wirkt<br />

dank ihrer verrauchten Stimme nicht allzu<br />

lieblich; noch besser steht ihr Flotteres wie<br />

das soulige „Tuesday Heartbreak“. Warum<br />

sie aber ausgerechnet den funky Überknaller<br />

„Superstition“ fast auf Zeitlupentempo<br />

runterfährt, bleibt ihr Geheimnis. Claus Böhm<br />

„Talking Book“ – das Original; Erykah Badu<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Pop, Rock<br />

GEHEIMTIPP<br />

Christof Hammer<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

Man kennt dieses Gefühl von ein paar<br />

seltenen Menschen, die man in<br />

den paar seltenen Glücksmomenten des<br />

Lebens kennenlernt: Irgendwie sind die<br />

anders ... Eine ebensolche, etwas anders<br />

gepolte Band ist auch das US-Duo Pinback.<br />

Dessen Indie-Alternative-College-Rock ist<br />

zwar durchaus genre typisch, aber sanfter,<br />

harmonischer, als man ihn für gewöhnlich<br />

hört. Fast zärtlich geht es zu zwischen den<br />

beiden Pinback-Köpfen Rob Crow (voc.,<br />

git. plus so ziemlich alles weitere) und<br />

Pinback<br />

Information Retrieved<br />

Temporary Residence / Cargo (CD, LP)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Zach Smith, der als Gitarrist, Keyboarder,<br />

Sänger, vor allem aber mit melodisch-fettem<br />

Bass-Spiel glänzt. Von draußen kommen<br />

Violine, Cello und Schlagzeug hinzu – that’s<br />

it. Sonstige Besonderheiten? Keine. Beziehungsweise<br />

doch: Eine enorme Ökonomie<br />

in den Arrangements zeichnet mittlerweile<br />

den Pinback-Sound aus (seit 1998 ist man<br />

im Geschäft) und verleiht diesen zehn<br />

Songs einen wohltuenden Ruhepuls. Das ist<br />

Understatement pur und ein bisweilen fast<br />

kalkuliert wirkendes Spiel mit der Schönheit<br />

des Unauffälligen – das Pinback aber dank<br />

einer Kombination aus Konzentration und<br />

Lockerheit für sich entscheiden.<br />

Autumn Of The Seraphs (2007); Built To Spill<br />

Alberta Cross<br />

Songs Of Patience<br />

Ark Recordings / PIAS (CD, LP)<br />

Klar konventioneller als noch auf seinem<br />

Debüt agiert das New Yorker Duo auf Album<br />

Nummer 2 – Referenzen zu Acts wie The<br />

Verve, Eskobar, Keane oder The Cult kann<br />

man nun aus den luftig produzierten und<br />

formstreng schön designten „Songs Of Patience“<br />

heraushören. Stoisch verwischen die<br />

zehn Stücke die Grenzen zwischen Britpop,<br />

Stadionrock und Bubblegum-Pathos à la<br />

Empire Of The Sun und tönen wie ein Echo<br />

aus den glorreichsten Phasen Serotonin-geschwängerter<br />

Popkultur – also immer schön<br />

den Refrain im Fokus behaltend. Diese<br />

Zielgerichtetheit ist freilich fast ein bisschen<br />

schade und geht zu Lasten der Individualität.<br />

Daniel Vujanic<br />

„Broken Side Of Time“ (2009); Crowded House<br />

Musik:<br />

Klang:


Piano-Pop<br />

Caroline Keating<br />

Silver Heart<br />

Glitterhouse/Indigo (CD, LP)<br />

Caroline Keating hackt in schneller Folge<br />

Akkorde in ihr Klavier, singt mit leicht belegter<br />

Stimme und eigenwilliger Phrasierung.<br />

Drums, Gitarre oder Kontrabass schweigen<br />

über lange Strecken. Und wenn sie dann<br />

doch zum Einsatz kommen, setzen sie, wie<br />

auch die Streicher und das Horn, nur dezente<br />

Akzente. Merke: Die junge Kanadierin hat auf<br />

ihrem Debüt Begleitband wie Songs schon<br />

fest im Griff. So wurde „Silver Heart“ zu einem<br />

bemerkenswert reif wirkenden Album,<br />

das in seinen besten Momenten (etwa in<br />

„Ghosts“, Track 2 der <strong>AUDIO</strong>-Heft-CD) Erinnerungen<br />

an Regina Spektor oder Kate Bush<br />

weckt. Ebenfalls top: der schön räumliche<br />

Klang mit klar ortbaren Vocals. Michael Sohn<br />

Regina Spektor<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Santana Welcome<br />

Santana initiierten 1973 mit dem fünften Band-<br />

Opus „Welcome“ nichts Geringeres als einen<br />

grandiosen musikalischen Wetterumschwung. War<br />

die vorherige Zusammenarbeit von Carlos Santana<br />

mit John McLaughlin („Love Devotion Surrender“)<br />

noch durch spirituelle Schwermut und Sinnsuche<br />

geprägt, mäanderte „Welcome“ wie ein satter, von<br />

treibend perkussiven und improvisationsfreudigen Jazzrock-Elementen getragener Lavastrom.<br />

Die Analogspezialisten von Speakers Corner verwendeten für ihre Neuauflage edles 180-Gramm-<br />

„Virgin Vinyl“ statt recyceltes Material. Die hochwertige Fertigung ohne jedwede störende<br />

Artefakte macht diese Latin-Rock-Session auch klanglich zu einem Hochgenuss. Fritz Schwertfeger<br />

Speakers Corner<br />

Beck, Bogert & Appice Beck, Bogert & Appice<br />

Jeff Becks progressives Gitarrenspiel sorgte über<br />

Dekaden hinweg für reichlich Wirbel – und seine<br />

manische Launenhaftigkeit für regelmäßige Zerwürfnisse<br />

mit den Begleitern. Mit den seinerzeit herausragenden<br />

Musikern Tim Bogert (Bass) und Carmine<br />

Appice (Drums) entstand 1973 für die kurze Dauer<br />

einer einzigen Aufnahme ein besonderer musikalischer<br />

Latin Rock<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Neil Young<br />

Schmelztiegel. Einem Medley gleich wildern diese pulsierenden Titel mit rotziger Selbstverständlichkeit<br />

in Hard- und Bluesrock, in Funk- und sogar Gospelgefilden. Musikalisch ein Wechselbad<br />

der Gefühle, von John Fry audiophil neu abgemischt, ist diese180-Gramm-Pressung nicht nur für<br />

Freunde kerniger Gitarrenkost eine echte Wiederentdeckung.<br />

Fritz Schwertfeger<br />

Epic / Speakers Corner<br />

Rock, Blues, Funk<br />

Musik:<br />

Neil Young, Grand Funk Railroad<br />

Klang:<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

Musik › POP & ROCK<br />

Prog-Rock<br />

Prog-Rock<br />

Marillion<br />

Sounds That Can‘t Be Made<br />

Ear Music / Edel (CD)<br />

Nicht nur mit dem charismatischen Leadsänger<br />

Fish, auch mit Nachfolger Steve<br />

Hogarth gelangen Marillion einige klasse<br />

Alben, die Artrock mit Reminiszenzen an<br />

die Beatles, Radiohead (!) oder Pink Floyd<br />

mischten. Das 17. Studioalbum nimmt<br />

sich über 74 Minuten Zeit für acht Songs<br />

voller Bombast-Rock, eine Prise Orient-<br />

Soundwürze inklusive. Doch nicht immer<br />

wollen sägende, sich bisweilen klug<br />

aufschaukelnde Gitarren und synthie-lastige<br />

Epen in Moll so recht zueinander passen.<br />

Wer derlei komplex (bis verzettelt) wirkende<br />

Arrangements schätzt, wird allerdings mit<br />

einem transparenten, durchhörbaren und<br />

knackigen Klang belohnt.<br />

Claus Dick<br />

Camel, Jon Anderson, The Moody Blues, Styx<br />

Jethro Tull Thick As A Brick / Thick As A Brick 2<br />

Mit „Thick As A Brick” erschuf Ian Anderson 1972<br />

sozusagen die Mutter aller Konzeptalben: Die Tracklist<br />

umfasst lediglich einen einzigen Song, der aber<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

ganze 44 Minuten andauert und den Hörer in einen<br />

Wirbel surrealer Songtexte und Impressionen hineinreißt.<br />

Zum 40. Geburtstag (siehe S. 87) legt EMI das<br />

„Aqualung“, Grateful Dead<br />

Album mit dem im Frühjahr veröffentlichten Folgewerk<br />

„TAAB 2“ auf dickem 180-g-Vinyl nun in einer Nobelbox mit opulentem Buch im LP-Format<br />

neu auf. Das Remastering betreute Porcupine-Tree-Gitarrist Steven Wilson – mit fulminantem<br />

Ergebnis, das regelrecht vom Hocker reißt: Unfassbar dynamisch, offen und rauscharm klingt das<br />

Kult-Album, was nicht zuletzt an der exzellenten Qualität der Pressung liegt. Alexandros Mitropoulos<br />

Chrysalis/EMI<br />

Led Zeppelin Celebration Day<br />

Musik:<br />

Fünf <strong>Jahre</strong> nach dem Reunion konzert am 10. 12.<br />

2007 in London kommt dieser wohl endgültige Bühnenabschied<br />

von Led Zeppelin nun als multimedia les<br />

Superpaket in einer Fülle verschieden konfigurierter<br />

CD+DVD- bzw. CD+Blu-ray-Sets in die Läden. Dazu<br />

gibt es eine hochauflösende „Music only“-Audio-<br />

Deep Purple<br />

Blu-ray sowie eine luxuriöse Dreifach-LP in schwerem<br />

180-Gramm-Vinyl. Bild und Klang überzeugen durchweg, und musikalisch rocken Plant & Jones<br />

mit John Bonhams Sohn Jason am Schlagzeug noch einmal furios ihre eigene Geschichte – mit<br />

fast allen Klassikern von „Whole Lotta Love“ bis „Stairway To Heaven“. Als Bonus gibt es Aus züge<br />

aus den Proben vom 6. 12. Ein Abend für die Ewigkeit, ein Muss für Zep-Fans. Willi Andresen<br />

Hardrock<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Swan Songs / Warner<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

www.audio.de 01 /2013 85


Musik › OLDIES<br />

MASSIVE<br />

ATTACK<br />

Virgin/EMI (CD, LP+CD)<br />

OLDIE-CD DES MONATS<br />

TripHop<br />

Blue Lines – Remix/Remaster<br />

Großbritannien, um 1990: Das ganze Land befindet sich musikalisch<br />

im Besitz von jungen Britpoppern mit Gitarren um den Hals. Das ganze?<br />

Nein: In den Randbezirken der westenglischen Hafenstadt Bristol<br />

werkeln diverse Soundtüftler an den Schnittstellen von in England<br />

seinerzeit eher im Underground wuchernden Genres. Als Ergebnis<br />

gründet sich ein im Kern drei Mitglieder starkes Künstlerkollektiv<br />

namens Massive Attack, veröffentlicht am 9. April 1991 sein Debütalbum<br />

„Blue Lines“– und schreibt damit mal eben Musik geschichte.<br />

Denn diesem Sound (für den ein britischer Musikjournalist erst<br />

drei <strong>Jahre</strong> später die Wortneuschöpfung TripHop erfinden sollte)<br />

gelingt bis dahin Unerhörtes: Er darf als Vertonung des Lifestyles von<br />

Rappern, DJs, Graffiti- und Lebenskünstlern in den Nischen schwarzweißer<br />

Großstadtkulturen ebenso gelten, wie er der Dance Music die<br />

Entdeckung der Langsamkeit einhauchte. Und er führte Sounds und<br />

Stile zusammen, die bis dato bestenfalls nebeneinander dahinvegetierten,<br />

aber nicht miteinander kommunizierten.<br />

Portishead, U.N.K.L.E., Kruder & Dorfmeister<br />

Jetzt feiert dieser Hybrid aus Soul, HipHop, Rap, Reggae, Dub und<br />

Sampling-Techniken sein Comeback als „2012 Remix-Remaster“-<br />

Neuauflage, und das Wiederhören fällt faszinierend aus. Die bedrohlich-nervöse<br />

Atmosphäre von „Safe From Harm“ und „Lately“, „One<br />

Love“ mit seinen bitteren Liebeswahrheiten zwischen Soul, Jazz und<br />

Blues, die pure Eleganz der „Unfinished Symphony“: Der Soundkosmos<br />

von „Blue Lines“, wegweisend für bevorzugt europäische Nachahmer<br />

von Norwegen bis Österreich, ist ein Paradebeispiel für die<br />

Entfesselungs- und Kreativkräfte der modernen Musik – und für das<br />

Mäandern von subkulturellen Strömungen hinein in die Zentren der<br />

Popszene. Erhältlich ist dieser moderne Klassiker als Doppeldecker<br />

aus CD und 96kHz/24bit-DVD-Audio sowie als DeLuxe-Box, bestehend<br />

aus CD, DVD sowie einer Doppel-LP in schwerem 180-Gramm-<br />

Vinyl. Und in den einschlägigen webshops finden Digitalhörer Downloads<br />

sowohl in Standard- als auch in High-Resolution-Auflösung.<br />

Christof Hammer<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Art-Pop/Prog-Rock<br />

Country<br />

Soul, Folk<br />

10cc<br />

Tenology / Classic Album Selection<br />

Mercury / Universal (4 CDs + 1 DVD / 6 CDs)<br />

Ihr cleverer Mix aus Art-Rock und Radio-<br />

Pop machte 10cc zu einer der innovativsten<br />

Kräfte der britischen Musik szene. Nun feiert<br />

die Formation um das Ausnahmetrio Lol<br />

Creme, Kevin Godley & Graham Gouldman<br />

ihr 40-Jahr-Jubiläum mit zwei hübschen Boxsets:<br />

„Tenology“ zeichnet mit vier CDs, einer<br />

DVD mit Promoclips und Liveauftritten plus<br />

100-Seiten-Booklet (Text: Guardian-Autor Paul<br />

Lester, Layout: Storm Thorgerson) ein feines<br />

Bandporträt; die „Classic Album Selection“<br />

bündelt die Alben „The Original Soundtrack“,<br />

„How Dare You“, „Deceptive Bends“, „Bloody<br />

Tourists“ und die Doppel-CD „Live And Let<br />

Live“ in zwar spartanischem Outfit, aber zum<br />

fairen Preis von rund 20 Euro. Christof Hammer<br />

Peter Gabriel, Pink Floyd, E.L.O.<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Merle Haggard<br />

The Troubadour<br />

Bear Family (4 CDs+68-Seiten-Hardcover-Buch)<br />

Merle Haggard war 1975 nach elf Erfolgsjahren<br />

bei Capitol ausgebrannt, wollte die<br />

Brocken hinschmeißen. Nach sechsmonatiger<br />

Pause wagte die Ausnahmestimme aus<br />

Bakersfield einen Neuanfang bei MCA. Mit<br />

allen 111 von 1976 bis 1981 dort eingespielten<br />

Songs zeichnet diese Box in erfreulicher<br />

Soundqualität seine Zeit beim neuen Label<br />

nach. Das vom Künstler selbst betreute Set<br />

deckt acht Alben, ein verschollenes Werk<br />

und ein Konzert von 1981 aus dem Anaheim<br />

Stadium ab und enthält Hits & Hymnen,<br />

die Hommage „Merle’s Farewell To Elvis“,<br />

das Duett „Bar Room Buddies“ mit Clint<br />

Eastwood sowie eine bislang unbekannte<br />

Originalversion des Titelsongs. Willi Andresen<br />

Willie Nelson<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Rodriguez<br />

Searching For Sugar Man<br />

EMI (CD)<br />

Nachdem er um 1970 immerhin eine<br />

Handvoll Musikconnaisseure begeisterte,<br />

avancierte Sixto Rodriguez in den Jahrzehnten<br />

danach zu einer der mythenumranktesten<br />

Figuren des Musikbusiness: Obwohl bei<br />

bester Gesundheit, galt er mal als verbrannt,<br />

dann als erschossen. Die skurile Vita des<br />

mexikanischstämmigen US-Songwriters inspirierte<br />

jüngst den schwedischen Regisseur<br />

Malik Bendjelloul zu dem Doku mentarfilm<br />

„Searching For Sugar Man“ (ab 27. 12. im<br />

Kino). Die Soundtrack-CD dazu exzerpiert<br />

die Rodriguez-Alben „Cold Fact“ (1970) und<br />

„Coming From Rain“ (’71). Zu hören: filigraner<br />

Folk in dylanesker Erzählweise, gemischt<br />

mit etwas funky Detroit-Soul. Christof Hammer<br />

Terry Callier, Michael Kiwanuka<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

86<br />

www.audio.de ›01 /2013


Prog-Rock revisited<br />

Als „Thick As A Brick“ (kurz: TAAB)<br />

1972 erschien, waren Jethro Tull ein<br />

Big Player im Progressive-Rock-Zirkus.<br />

Auffälligstes Alleinstellungsmerkmal:<br />

der Querflöte spielende, antiquiert<br />

kostümierte, über die Bühne irrlichternde<br />

Derwisch Ian Anderson.<br />

Doch nicht nur in Sachen Optik und Bandkonfiguration<br />

– auch musikalisch war die<br />

britische Formation einzigartig: Ihr vitaler<br />

Mix aus Folk, Blues, (Hard-)Rock, Jazz<br />

und Klassik, die Finesse an den Instrumenten<br />

sowie Andersons kokett-melodischer<br />

Singsang bereicherten das Genre<br />

um bis dato Unerhörtes. Ihre Arrangements<br />

waren gleichzeitig anspruchsvoll<br />

und von betörender Leichtigkeit. Dass JT<br />

bei „Thick ...“ die Idee des Konzeptalbums<br />

mit einer fiktiven Story um den Jungen<br />

Gerald Bostock auf die Spitze trieben,<br />

surreale Texte und eine eigens kreierte<br />

Zeitung inklusive, hat der Popularität nicht<br />

geschadet. Im Gegenteil: Der Langzeit-<br />

Bestseller wirkt auch heute noch erstaunlich<br />

frisch. Zum 40er-Jubiläum gibt’s nun<br />

eine TAAB-Neuausgabe mit der originalen<br />

Fake-Zeitung „The St. Cleve Chronicle“<br />

als Replika, Farbfotos (alt und neu),<br />

Interviews etc. Die zwei Musikblöcke von<br />

knapp 23 respektive 21 Minuten entsprechen<br />

den früheren LP-Seiten, die einst<br />

schon ohne Song-Trennung durchliefen.<br />

Das CD-Remaster vollbringt zwar keine<br />

Klangwunder, liefert aber hier und da eine<br />

klarere Durchzeichnung und Abstufung.<br />

Eine größere Soundfülle (plus mehr<br />

Varianten, samt 1972er Original-Mix)<br />

bieten die DVD-Soundspuren – oder die<br />

LP-Box (siehe S. 85). Keine Frage: „Thick<br />

As A Brick“ ist top im JT-Oeuvre – und ein<br />

Klassiker der Prog-Ära. Claus Böhm<br />

Jethro Tull Thick As A Brick –<br />

40th Anniversary Collector’s Edition<br />

Chrysalis/EMI (CD+DVD; 5.1. DTS; Dolby DS/PCM u. a.<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Hard-Bop<br />

CamJazz / Edel:Kultur (CD)<br />

Hadouk Trio; Ralph Towner<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Diverse Interpreten<br />

A NYC Tribute – Monk<br />

Jazz ’n’ Arts / in-akustik (CD)<br />

Scharf akzentuiert geht das Sextett Thelonious<br />

Monks Komposition „Teo“ an, und ähnlich<br />

energisch tönen auch die übrigen sieben<br />

Bearbeitungen seiner Stücke. Jim Ridl, Tony<br />

Marino und Jimmy Cobb an Klavier, Bass<br />

und Schlagzeug bilden eine konsequent<br />

groovende Rhythmusgruppe, und der Trompeter<br />

Randy Brecker sowie Tenorsaxofonist<br />

Gunnar Mossblad brillieren mit agilen Soli<br />

– allesamt gestandene Profis. Der Baritonsaxofonist<br />

August-Wilhelm Scheer kann dies<br />

nicht von sich behaupten. Der Unternehmer<br />

und Jazz-Sponsor schlägt sich jedoch so<br />

gut, dass in Tutti-Passagen kein Unterschied<br />

auffällt, und als Solist ist er clever genug,<br />

sich nicht zu überfordern. Werner Stiefele<br />

Thelonious Monk: Brilliant Corners<br />

Musik:<br />

JAZZ-CD<br />

DES Oregon Family Tree<br />

MONATS<br />

Klang:<br />

Kammer-Jazz<br />

ECM / Universal (2 CDs)<br />

Kammer-Jazz<br />

Jeder der Musiker hat auch eigene Projekte. Wahrscheinlich ist das eines der Geheimnisse,<br />

warum Oregon nach über vier Jahrzehnten immer noch unverbraucht klingen. Gitarrist<br />

Ralph Towner, Oboist und Saxofonist Paul McCandless, Glen Moore (Bass) und Mark Walker<br />

am Schlagzeug schlendern mit „Family Tree“ den Boulevard der kammermusikalischen und<br />

modern jazzigen Möglichkeiten entlang, wagen sich an fusionfarbige Archi tekturen, sanfte<br />

Impressionismen mit einer Prise improvisierender Ekstase, an verhalten sich entfaltende<br />

Soundgemälde und lässig fließende Rhythmen. Stilistisch im Nirgendwo zwischen Kunstmusik<br />

und Bauchgefühl, im bevorzugt akustischen Setting, doch ab und an um synthetische<br />

Sounds ergänzt, gelingt es dem Quartett zusammen mit den Klang künstlern des Studio<br />

Bauer in Ludwigsburg, an die großen <strong>Jahre</strong> anzuknüpfen, als Oregon den Weg für zahlreiche<br />

folgende kammerjazzige und weltmusikalisch inspirierte Ensembles wies. Towner fungiert<br />

dabei nicht nur als Gitarrist, sondern setzt Akzente auch an Klavier und Synthesizer, die dem<br />

Ganzen zusätzlich Atmosphäre verschaffen. Überhaupt scheint es, als wirkte der Wechsel zum<br />

italienischen Label CamJazz wie eine Verjüngungskur, die neue Perspektiven eröffnet. So entsteht<br />

über ein Dutzend Songs hinweg Instrumentalmusik voller Emphase und der Erfahrung<br />

der Originale. Eine Band, deren Sound man im Ohr behalten wird.<br />

Ralf Dombrowski<br />

Garbarek/Gismonti/Haden<br />

Magico – Carta de Amor<br />

Es war ein ungewöhnliches Trio: ein norwegischer<br />

Saxofonist, sozialisiert im Experimentellen,<br />

aber bereits zurückgekehrt ins<br />

Melodische, ein brasilianischer Gitarrist und<br />

Pianist, eigensinnig postklassisch, aber mit<br />

Hang zum Pathos, und ein amerikanischer<br />

Bassist mit den Wurzeln im Free Jazz.<br />

„Folk Songs“ hieß ihre Platte, mit dessen<br />

Programm Jan Garbarek, Egberto Gismonti<br />

und Charlie Haden 1981 in München auftraten.<br />

Nun ist der Mitschnitt dieses Konzerts<br />

erschienen: dynamisch, fast stupend im<br />

Klang, stilistisch rauer, kantiger als das<br />

Studioalbum – mehr noch die Musik dreier<br />

Freaks, die die Reibung im Verhaltenen<br />

suchen.<br />

Ralf Dombrowski<br />

Bill Frisell; Oregon<br />

Musik:<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

Klang:<br />

Musik › JAZZ<br />

www.audio.de 01 /2013 87


Musik › JAZZ<br />

Kammer-Jazz<br />

Eberhard Weber<br />

Résumé<br />

Piano-Duo<br />

ECM/Universal (CD)<br />

Seit seinem Schlaganfall vor fünf <strong>Jahre</strong>n<br />

spielt Eberhard Weber nicht mehr. Aber<br />

er hat noch viel Material im Schrank, das<br />

der Bearbeitung harrt. „Résumé“ ist eine<br />

Auswahl unbegleiteter Solos, die auf<br />

Tourneen mit der Jan Garbarek Group<br />

entstanden. Von Weber um atmosphärische<br />

Keyboard-Sounds erweitert, außerdem<br />

um Saxofon-Sequenzen von Garbarek und<br />

Percussion-Akzente durch Michael DePasqua<br />

ergänzt, konnte so noch einmal ein<br />

Weber-Album entstehen, dessen melodiöse<br />

Qualitäten an die Zeiten anknüpfen, als der<br />

gebürtige Stuttgarter einer der markantesten<br />

Bassisten des europäischen Jazz war.<br />

Ralf Dombrowski<br />

Jan Garbarek Group; Rainer Brüninghaus<br />

Musik:<br />

Echoes / Media Arte (CD)<br />

Klang:<br />

Chris Hopkins & Bernd Lhotzky<br />

Partners In Crime<br />

Für ihre Duos an zwei Steinway-Flügeln<br />

haben sich Chris Hopkins und Bernd Lhotzky<br />

ein breit gefächertes Repertoire zwischen<br />

Duke Ellingtons „Tonk“ und Ludwig van<br />

Beethovens „Für Elise“ ausgesucht. Sie<br />

grooven, sie swingen, sie haben Spaß an<br />

den Melodien und wechseln sich in Begleitung<br />

und Solo fast unmerklich ab: ein perfekt<br />

eingespieltes Duo. Sie wurzeln im Stride-Piano,<br />

haben ihren Stil jedoch um die Offenheit<br />

und den Fluss des Post-Bebop-Mainstream<br />

erweitert. In den 15 Titeln setzen sie lieber<br />

auf ausgefuchste Arrangements und die<br />

Erfahrung vieler Konzerte als auf sponta ne<br />

Improvisationen: traditionsbewusster Jazz,<br />

auch für Freunde der Moderne. Werner Stiefele<br />

Duke Ellington: Solos, Duets And Trios (RCA)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

Kammer-Jazz<br />

Heinz Sauer & Michael Wollny<br />

Don’t Explain – Live In Concert<br />

ACT / Edel:Kultur (CD)<br />

Was für ein Ton, welch sensible Begleitung!<br />

So farbenprächtig und gefühlvoll wie der<br />

Frankfurter Saxofonist Heinz Sauer spielen<br />

nur die ganz großen Meister. Der 1932<br />

geborene Ahnherr des deutschen Jazz hat<br />

das Glück, dass er im Pianisten Michael<br />

Wollny (*1978) einen Partner neben sich hat,<br />

der genau fühlt, wann er sich im Hintergrund<br />

halten und wann er nach vorn treten sollte.<br />

So umstrahlt die zehn Titel, die das Team<br />

im Chorgewölbe der Stadtkirche Darmstadt<br />

einspielte, ein wunderbar abgeklärter Glanz,<br />

der sich mit einer immensen Freude am<br />

Entdecken, am Risiko vereint. So traumhaft<br />

eng und verschlungen wie diese beiden<br />

musizieren nur wenige Duos. Werner Stiefele<br />

A. Shepp & M. Waldron: Left Alone Revisited<br />

Jazzrock, Swing, Blues<br />

Musik:<br />

Inga Rumpf<br />

Radio Love<br />

Klang:<br />

Edel:Content / Edel:Kultur (3 CDs)<br />

Immer mal wieder während ihrer Karriere<br />

nahm sich die Hamburger Seemannstochter<br />

Zeit für Projekte mit den Klangkörpern des<br />

NDR. Dieses Paket bündelt drei jener Kooperationen:<br />

Auf CD 1 („Radio Love“) zeigt sich<br />

Inga Rumpf 1989/90 mit zehn Standards aus<br />

dem Great American Songbook von ihrer eleganten<br />

Seite – etwa in „You Go To My Head“,<br />

Track 8 der <strong>AUDIO</strong>-Heft-CD. Am 9. 2. 1999<br />

adaptierte sie für „The Spirit Of Jimi Hendrix“<br />

Hits des Meisters für große Bigband-Besetzung,<br />

und auf „It’s A Man’s World“ (1989/93)<br />

stehen kraftvoller Blues und Rhythm & Blues<br />

im Zentrum. Aber egal in welchem Genre:<br />

Stets bleibt Ingas Stimme kraftvoll und<br />

authentisch.<br />

Werner Stiefele<br />

Atlantis, Frumpy, Joy Fleming<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

Kolumne<br />

Werner Stiefele<br />

<strong>AUDIO</strong>-Mitarbeiter<br />

hat drei Bigbands entdeckt,<br />

deren Sounds weit über die<br />

Tonsprache einer normalen<br />

Combo hinausgehen.<br />

Der österreichische Schlagzeuger<br />

Reinhold Schmölzer schrieb für<br />

sein Orchestraconteur acht Stücke,<br />

in denen er die Nuancenvielfalt des<br />

eigenen Spiels auf die 18-köpfige<br />

Big-Band-Besetzung überträgt. Wie in<br />

ausgebufften Schlagzeugsoli setzt er<br />

Instrumentengruppen mit unterschiedlichem<br />

Puls gegeneinander, schafft<br />

Reibungen zwischen Wiederholungsfiguren<br />

und beseelten Melodien,<br />

schöpft Dynamik und Klangfarben<br />

unterschiedlicher Instrumentenkombinationen<br />

aus: brillant!<br />

Etwas verhaltener, weniger rhythmusbetont<br />

wirken die acht Stücke von<br />

„Still Now“ mit dem Lucerne Jazz<br />

Orchestra. Pastelltöne, in denen<br />

sich handwerkliche Souveränität und<br />

nebelverhangene Bilder mischen,<br />

sowie eine oft instrumental eingesetzte<br />

Stimme verleihen der Musik<br />

einen eigenen Charme. Die bei klarer<br />

Instrumentenplatzierung sehr homogene<br />

Abmischung unterstützt die<br />

ungewöhnliche Atmosphäre.<br />

Ein vehement groovendes Album hat<br />

Joe Sample für die NDR Bigband<br />

geschrieben. Rhythmen zwischen<br />

Calypso, Soul, Swing und Funk,<br />

strahlende Bläsersoli und kraftvolle<br />

Tutti machen „Children Of The Sun“<br />

zu einer abwechslungsreichen, dabei<br />

angenehm rund und kantenlos abgemischten<br />

Produktion. Hier dominiert<br />

ein ausgebuffter Routinier, der bereits<br />

für Diana Ross, Jackson Five, Steely<br />

Dan sowie seine eigene Formation<br />

The Crusaders schrieb.<br />

JaKla/Harmonia Mundi<br />

R. Schmölzer & Orchestraconteur<br />

Miraculous Loss ...<br />

Musik:<br />

JaKla/Harmonia Mundi<br />

Klang:<br />

Lucerne Jazz Orchestra<br />

Still Now<br />

Musik:<br />

Edel:Content / Edel:Kultur<br />

Klang:<br />

J. Sample & NDR Bigband<br />

Children Of The Sun<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

88<br />

www.audio.de ›01 /2013


Richard Wagner<br />

Die Feen<br />

KLASSIK-CD DES MONATS<br />

Oper<br />

Richard Wagner<br />

Tamara Wilson, Christiane Karg, Burkhard<br />

Fritz u. a., Frankfurter Opern- und<br />

Museumsorchester, Chor der Oper<br />

Frankfurt, Sebastian Weigle<br />

Musik › KLASSIK<br />

Oehms Classics (3 CDs)<br />

„Frühstücke“ des Meisters wie „Die Feen“ (1833/4) haben es schwer.<br />

Nicht einmal im Super-Wagnerjahr 2013 dürfen sie in der Weihestätte<br />

auf dem Grünen Hügel erklingen, lediglich unten in der Stadt<br />

– in einer Bayreuther Mehrzweckhalle. Wagner selbst, der seinen<br />

Erstling „Die Feen“ mit 21 abschloss, war seinerzeit enttäuscht über<br />

die schwache Resonanz auf seine „große romantische Oper“ und<br />

polterte: „...wenn die Scheisereien nicht bald aufhören, lasse ich den<br />

Leuten die Partitur vor der Nase wegnehmen“.<br />

Jetzt ist Festspieldirigent Sebastian Weigle mit einer hörenswerten<br />

Frankfurter Aufnahme der „Feen“ vorgeprescht, dem Live-Mitschnitt<br />

einer konzertanten Aufführung. Mit dem Opern- und Museumsorchester<br />

fächert Weigle das Klangbild sehr farbenreich auf – durchaus<br />

auf Augenhöhe zu den gültigen „Feen“-Versionen von Wolfgang<br />

Sawallisch (1983) und Gabor Ötvös (1998). Zudem wird unter Weigle<br />

hörbar, dass auch der „Zauberer“ Wagner nicht vom Himmel gefallen<br />

ist – die Einflüsse von Marschner, Weber und Mendelssohn sind<br />

Rienzi: Kollo, Studer, Sawallisch (Orfeo)<br />

unüberhörbar. Heraus ragen exquisite Stimmen wie der glutvolle<br />

Bayreuth-Tenor Burkhard Fritz („O ihr, des Busens Hochgefühle!“),<br />

und mit Tamara Wilson und Christiane Karg stehen zwei absolute<br />

Top-Soprane im Ensemble. Kraftvolle Chöre, packende Ensembles,<br />

schöne Kantilenen: Auch wenn vieles mit Blick auf „Tristan“ noch<br />

konventionell anmutet, lässt diese Aufnahme schon viel vom Wagnerschen<br />

Betörungs-Sound aufblitzen.<br />

Otto Paul Burkhardt<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Sakral<br />

Oper<br />

Kammermusik<br />

KLANG<br />

TIPP<br />

Hildegard von Bingen<br />

Inspiration – Lieder und Visionen<br />

Ensemble VocaMe, Michael Popp<br />

Berlin Classics / Edel (CD)<br />

Die Mystikerin Hildegard von Bingen (1098-<br />

1179) ist ständig hoch im Kurs. 2012 wurde<br />

sie von Papst Benedikt XVI. heilig gesprochen<br />

und in den Rang einer Kirchenlehrerin<br />

erhoben. Sie komponierte Lieder über ihre<br />

Visionen und Gotteserfahrung im Stil des<br />

gregorianischen Chorals. Was diese Musik<br />

heute so mystisch erscheinen lässt, ist ihre<br />

bewegte Führung der Melodie auf einzelnen<br />

Silben. Das auf Alte Musik spezialisierte Ensemble<br />

VocaMe singt mit der Präzision und<br />

Geschmeidigkeit, derer solche Musik bedarf.<br />

Eine gehörige Portion Hall vermittelt auch zu<br />

Hause das Gefühl, mit Hildegards Musik an<br />

einem besonderen Ort zu sein. Laszlo Molnar<br />

Estampie<br />

Richard Wagner Solti dirigiert Wagner<br />

Windgassen, Frick, Ludwig, Kollo, Norman, Domingo<br />

u. a.; Wiener Philharmoniker, G. Solti (1958-86)<br />

Decca/Universal (36 CDs)<br />

Von den fünf Boxen, die Decca zum 100.<br />

Geburtstag von Georg Solti herausgebracht<br />

hat, ist die Wagner-Kollektion sicher die<br />

attraktivste, allein wegen der legendären<br />

„Ring“-Produktion 1958-65. Was Solti und<br />

die „Decca Boys“ damals mit den Wiener<br />

Philharmonikern und der Spitzengarde der<br />

Wagnersänger zustande brachten, ist schon<br />

ein kleines Wunder. Diesen Meilenstein der<br />

Plattengeschichte gibt es jetzt günstig wie<br />

nie – zusammen mit dem ganzen restlichen<br />

Wagner. Davon ist zwar sängerisch nicht alles<br />

auf „Ring“-Niveau, doch mit Soltis „Tristan“<br />

(1960), „Tannhäuser“ (’70) und „Parsifal“ (’72)<br />

hat man hier üppige „Zugaben“. Thomas Voigt<br />

Bayr. Festspiele; Böhm, Sawallisch, Varviso (Decca)<br />

J. Brahms Klavierquintett op. 34; Klarinettenquintett<br />

op. 115 Tokyo String Quartet,<br />

J. Nakamatsu (Klavier), J. Manasse (Klarinette)<br />

Harmonia Mundi (SACD)<br />

Der warme Klang ist das Erste, was an<br />

dieser SACD positiv auffällt. Er kommt vor<br />

allem dem altersmilden Klarinettenquintett<br />

zugute, das Jon Manasse und das Tokyo<br />

String Quartet dynamisch sensibel interpretieren.<br />

Dabei verstärken die Streicher<br />

den innigen Gesang der Klarinette. Ganz<br />

anders das dramatische Klavierquintett,<br />

das Brahms in seiner Sturm-und-Drang-<br />

Zeit verfasste. Die zügigen Tempi sind gut<br />

gewählt, doch in manchen Passagen hätte<br />

ich mir noch mehr Mut zu energischem<br />

Spiel gewünscht. Dennoch: eine reizvolle<br />

Gegenüberstellung zweier Meister werke.<br />

Andreas Fritz<br />

Hagen Quartett, Widmann (Klarinettenquintett)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

www.audio.de 01 /2013 89


Musik › KLASSIK<br />

Sakral<br />

Klavier<br />

Lied<br />

J. S. Bach Weihnachtsoratorium BWV<br />

248, Kantaten 1-3 Deutsche Kammer-Virtuosen<br />

Ludwig van Beethoven<br />

Klaviersonate Nr. 31, Diabelli-Variationen<br />

Cornelius, Reger, Wolf u. a.<br />

Lieder zur Weihnacht Peter Schreier, Tenor;<br />

Berlin, Windsbacher Knabenchor, K.-F. Beringer<br />

Svjatoslav Richter, Klavier<br />

Hansjörg Albrecht, Klavier, Orgel<br />

Sony<br />

Praga Digitals / Harmonia Mundi (SACD)<br />

Berlin Classics / Edel (CD)<br />

Nicht nur zur Weihnachtszeit steht Bachs<br />

Oratorium ganz oben auf der Hitliste<br />

geistlicher Musik. Der immensen Popularität<br />

des Werkes und der starken Konkurrenz im<br />

Plattenkatalog begegnen der Windsbacher<br />

Knabenchor und die Solisten mit sauberer<br />

Intonation und deutlicher Artikulation;<br />

allerdings schwächelt Tenor Markus Schäfer<br />

in den höheren Lagen etwas. Dass die Tontechnik<br />

das präzise spielende Orchester zu<br />

sehr in den Hintergrund rückt, ist ebenso zu<br />

bedauern wie das informationsfreie Booklet.<br />

Die künstlerische Leistung aller Beteiligten<br />

hätte durchaus eine sorgfältigere Produktion<br />

verdient.<br />

Andreas Fritz<br />

Münchener Bachorchester, Richter (DGA)<br />

Diese Mitschnitte – 1965 und 1986 in Prag<br />

entstanden, 1993 schon einmal in der<br />

15-CD-Box „Richter in Prag“ bei Harmonia<br />

Mundi veröffentlicht – wurden jetzt als DSD-<br />

Master auf einer SACD wieder aufgelegt.<br />

Bedingt durch die aufnahmetechnisch<br />

höhere Auflösung spürt man als Hörer die<br />

magische Wirkung des Titanen Richter noch<br />

direkter: sein grandioses Klavierspiel, sein<br />

unvergleichliches „Singen“, seine wunderbare<br />

Fähigkeit zur Kontemplation, sein souveräner<br />

Überblick über das Ganze, der in den<br />

Variationen eine unglaubliche Sog wirkung<br />

erzielt. Ein Muss, nicht nur für Richter-Fans.<br />

Andreas Lucewicz<br />

Im Dezember 2000 gab der damals 65-jährige<br />

Peter Schreier ein Konzert im Rohbau der<br />

Dresdner Frauenkirche. Dieser Auftritt, der<br />

den Wiederaufbau des symbolträchtigen<br />

Gotteshauses unterstützte, hatte für die<br />

Zuhörer eine genauso starke Bedeutung<br />

wie für den Sänger: Schreier war mit zehn<br />

<strong>Jahre</strong>n Mitglied des Dresdner Kreuzchores<br />

geworden. Das anspruchsvolle Programm<br />

mit weihnachtlichen Liedern von Max Reger<br />

bis Hugo Wolf und Peter Cornelius zeigt den<br />

begnadeten Liedsänger Schreier mit auch in<br />

hohem Alter erstaunlich freier und geschmeidiger<br />

Stimme – nachzuhören in den Tracks<br />

11-13 auf der <strong>AUDIO</strong>-Heft-CD. Laszlo Molnar<br />

Leontyne Price / Karajan (Decca)<br />

Richter (Philips), Pollini (DG), Brendel (Brilliant)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Klavier<br />

Sinfonik<br />

Orchester<br />

Schumann, Rameau, Ravel<br />

Untitled – diverse Klavierwerke<br />

Ottavia Maria Maceratini, Klavier<br />

Aldilà / Klassik Center Kassel (CD)<br />

Die zweite CD von Ottavia Maria Maceratini<br />

kennt nur eine Richtung: vorwärts. Die bei<br />

Elisso Wirssaladze ausgebildete Pianistin<br />

bietet ein Programm mit drei Hauptwerken<br />

Schumanns: der Sonate g-Moll op. 22, den<br />

Symphonischen Etüden op. 13 und dem<br />

Faschingsschwank aus Wien op. 26, ergänzt<br />

um zwei Kurzwerke von Rameau und Ravel.<br />

Die Charaktere Florestan und Eusebius (Schumanns<br />

zwei Seelen in seiner Brust) werden<br />

ohne Zögern sehr geradlinig gezeigt. Das Fiebrige,<br />

das Schwingen, das Singen indes sind<br />

nicht die Stärken der Pianistin, deren Konzept<br />

nicht die Versenkung, sondern die klare Abbildung<br />

zu sein scheint. Andreas Lucewicz<br />

Richter (EMI), Schiff (Teldec), Kempff (DG)<br />

Ludwig van Beethoven<br />

Sinfonien Nr. 5 & 7 Orchestre Révolutionnaire<br />

et Romantique; John Eliot Gardiner<br />

Soli Deo / Harmonia Mundi (CD)<br />

Die Carnegie Hall in New York inspiriert Musiker<br />

offensichtlich zu besonderen Leistungen.<br />

Es ist wohl kein Zufall, dass hier auffällig<br />

viele herausragende Konzerte stattfinden.<br />

Ein solches dokumentiert die vorliegende<br />

Aufnahme: Das Orchestre Révolutionnaire et<br />

Romantique unter John Eliot Gardiner spielt<br />

auf seinen historischen Instrumenten durchdacht<br />

und dennoch sehr emotional. Durch<br />

den Reichtum an musikalischen Details, den<br />

schreiende Hörner, ölige Klarinetten und<br />

hoch gestimmte Violinen bieten, werden die<br />

Problemzonen des Klangbilds mehr als wettgemacht.<br />

Dieser Mitschnitt inspiriert auch die<br />

Hörer.<br />

Andreas Fritz<br />

Wiener Philharmoniker, Carlos Kleiber (DG)<br />

Manuel de Falla<br />

Noches en los jardines de España, La<br />

vida breve u. a. C. Haskil (Piano), E. Ansermet<br />

Praga Digitals / Harmonia Mundi (SACD)<br />

Eine Ausgrabung, die sich lohnt: Die SACD<br />

aus Bändern von 1960/61 bietet eine Rundreise<br />

durch de Fallas Oeuvre – bis in feinste<br />

Details hinein prächtig durchhörbar. Der<br />

unvergessliche Ernest Ansermet hatte 1919<br />

schon die Uraufführung des Balletts „El sombrero“<br />

geleitet. Er und Igor Markevitch legen<br />

de Fallas Schlüsselwerke mit dem Orchestre<br />

de la Suisse Romande und dem Concerts<br />

Lamoureux in einer ebenso präzisen wie<br />

opulenten Lesart vor – als flirrende Musik in<br />

Tänzen und Traumbildern, geadelt durch den<br />

brillanten Tastenelan Clara Haskils und einen<br />

Kurzauftritt Teresa Berganzas. Pulsierend,<br />

schwelgerisch, mitreißend. Otto Paul Burkhardt<br />

El amor brujo, Ansermet (Decca)<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

Musik:<br />

Klang:<br />

90<br />

www.audio.de ›01 /2013


158 www.audio.de ›01 /2013


Verstärker › RÖHREN-VOLLVERSTÄRKER<br />

EARL GREY<br />

Dieser Verstärker kommt aus dem Osten und aus dem<br />

Westen. Er hat ebenso Zukunft wie Vergangenheit. Und er<br />

wird nur für einen kleinen Kreis von Erleuchteten gebaut.<br />

■ Text: Johannes Maier<br />

Es ist eher unwahrscheinlich, dass<br />

Otto Normalverbraucher den<br />

LM-219 IA von Line Magnetic zu<br />

Gesicht bekommt. Wenn doch, wird er<br />

sich über das altertümliche Aussehen<br />

des Hammerschlag-Ungetüms mit den<br />

seltsam geformten Röhren obendrauf<br />

wundern. Ja, solche Verstärker kamen<br />

kurz nach dem Trichtergrammofon, wird<br />

der kenntnisreiche Besitzer anmerken<br />

und hinzufügen, um den allzu neugierigen<br />

Betrachter wieder loszuwerden: Mit<br />

HiFi hat all dies relativ wenig zu tun!<br />

In der Tat hatten die Installateure, die vor<br />

Jahrzehnten amerikanische Kinos mit<br />

Eckhörnern von Western Electric und<br />

eben mit solchen Verstärkern bestückten,<br />

den Begriff High Fidelity nie gehört.<br />

Fotos: J. Bauer, MPS, Archiv<br />

TEST<br />

Röhren-Vollverstärker<br />

LINE MAGNETIC LM-219 IA 10 300 €<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

159


Verstärker › RÖHREN-VOLLVERSTÄRKER<br />

LOCH MESS: Sowohl für die beiden Endröhren 845 als auch für die Treiber 300 B lassen sich der Ruhestrom und die Kathoden/Heizfaden-<br />

Brummauslöschung einjustieren. Die Schraub-Trimmpotentiometer sind über Löcher in der Chassis-Oberseite zugänglich.<br />

Doch für sie stand außer Frage, dass<br />

Dreipolröhren des Typs 300 B für den<br />

probaten Klang sorgen müssen. Diese<br />

Trioden wurden wiederum von Pentoden<br />

des Typs 310 A angesteuert, weil<br />

sich nur so – aufgrund ideal korrespondierender<br />

Arbeitskennlinien – ein wirklich<br />

natürlicher Klang ergab. Dies war alles<br />

andere als Zufall: Die Entwickler von<br />

Western Electric hatten im Röhrenwerk<br />

in Kansas zuvor unzählige Chargen<br />

durchprobiert. Erst nach Tausenden von<br />

Hörteststunden fanden sie ideal aufgebaute<br />

Vertreter eines Typs und dann die<br />

günstige Paarung heraus.<br />

Damit kommen wir dem entsprechend<br />

bestückten LM-219 IA langsam näher.<br />

Doch zuvor verdient der heldenhafte<br />

Einsatz der Brüder Zheng Erwähnung.<br />

Denn im Gegensatz zur 300 B gab’s die<br />

kleinere, aber kompliziert gestrickte 310<br />

A mit ihrem nach oben herausgeführten<br />

Steuergitter-Anschluss schon vor Jahr<br />

und Tag praktisch nicht mehr zu kaufen.<br />

Das bewog die Line-Magnetic-Begründer,<br />

mit viel Geduld und Spucke und der<br />

Mithilfe von Kumpels des Shuguang-<br />

Konzerns, eine Neuproduktion der 310 A<br />

aufzuziehen. Nun musste der befreundete<br />

Mr. Liu, der nach vollendeter Arbeit in<br />

den USA in seiner Heimatprovinz Tianjiin<br />

Röhren-Replika herstellt, nur noch seine<br />

Full Music 300 B beisteuern, um einer<br />

sehr Western-ähnlichen (und im Original<br />

nicht mehr bezahlbaren) Röhrenbestückung<br />

nahe zu kommen. Weil der LM-<br />

219 darüber hinaus dem vielfach erhöhten<br />

Strombedarf moderner Boxen gerecht<br />

werden sollte, bringt er zusätzliche<br />

Leistungstrioden des Typs 845 mit. Und<br />

zwar feine des Shuguang-Abzweigs Pavane.<br />

Nur bei den Doppeltrioden, die im<br />

(Motor-)Poti-geregelten Eingangszweig<br />

aushelfen, ließ sich LM auf Massenware<br />

des weltgrößten Röhrenherstellers ein.<br />

MESSLABOR<br />

Mit Wie 0,048% fast alle Hochtonverzerrungen Röhrenverstärker, die im und Single-Ended-<br />

110µ<br />

Abtastfähigkeit Class-A-Betrieb erweist laufen, erweist sich das sich Talismann auch der v2 Line<br />

Gold Magnetic als sogar nicht noch als Bär sauberer (li.); man als sollte sein ihn Kollege<br />

Yoseki von EAT – wobei mit beide hohem in diesem (induktivem)<br />

vor (Sonderkonstruktions-)Boxen<br />

Phasenversatz Punkt jenseits von verschonen. Gut und Böse Mit 2x25 liegen. Watt Nicht an 4Ω<br />

gibt ganz der ideal Amp ist der aber markante im Normalfall Hochtonanstieg Livepegel her. Der<br />

zwischen Klirrverlauf 5 (re.) und erscheint 10kHz (o. perfekt. Abb.). Das In der Laufwerk neuen Messung.<br />

misst Die sich Klirrstabilität dafür deutlich bei rumpelärmer wechselnder (Bild Impedanz 2,<br />

erwies 85,5dB sich am Koppler) als ordentlich als der (ohne EAT, Bild), bei gleichermaßen<br />

man exzellentem ihn aber nicht Gleichlauf kombinieren. (Bild 1, ±0,05%).<br />

mit 2Ω-Boxen<br />

sollte AK=34.<br />

160<br />

www.audio.de ›01 /2013


Verstärker › RÖHREN-VOLLVERSTÄRKER<br />

SCHLICHT UND ERGREIFEND: Der Pre genannte Eingang führt direkt zu den Pentoden<br />

310 A, also direkt auf die Eingänge der dreistufigen Ausgangsverstärker.<br />

DER LINE MAGNETIC<br />

BRINGT MEDITATIVE<br />

RUHE IN DEN KLANG ...<br />

Egal, der Kenner meidet die matthart<br />

vergoldeten, zum Alps-Regler führenden<br />

Cinch-Buchsen sowieso. Er wendet<br />

sich vielmehr den Festpegeleingängen<br />

zu, die direkt zu den 310 A weisen. An<br />

diesen schließt er die mit verlustarmer<br />

Trafo- Regelung arbeitende passive LM-<br />

Vorstufe VO 2 an (3240 Euro, den wahrscheinlichen<br />

klanglichen Vorteil wird ein<br />

Test in Kürze klären).<br />

Das gewaltige Stahlgehäuse betrachtet<br />

der Line-Magnetic-Liebhaber sicher als<br />

adäquate Basis für das renommierte<br />

Röhrenensemble. Freie Handverdrahtung<br />

um die Signalwege herum, makellos<br />

blitzende Lötperlen und beste Bauteile<br />

aus aller Welt dürfte er fast als<br />

Selbstverständlichkeit empfinden.<br />

Hochachtung verdient der LM-219 IA in<br />

jedem Fall dafür, dass er die 845-Endröhren,<br />

die im Single-Ended-Class-A-<br />

Betrieb laufen, über einen eigenständigen<br />

zweiten Riesen-Netztrafo ernährt.<br />

Nicht weniger imposant die Ausgangsübertrager:<br />

Ihre Eisenkerne brauchen<br />

nicht nur viel Masse und eine raffiniert<br />

verschachtelte Bewicklung. Sie benötigen<br />

auch einen Feldlinien unterbrechenden<br />

Luftspalt, damit der Dauer-Energieumsatz,<br />

der die Musikleistung per se<br />

übersteigt, sie nicht in die magnetische<br />

Sättigung treibt.<br />

Donnerwetter, dann finden sich noch<br />

mal zwei kleinere Übertrager. Über diese<br />

treibt je eine 300 B ihre 845 auf so<br />

impedanzgerechte wie verlustfreie Weise<br />

an. Hut ab – auch wenn der Chronist<br />

ahnt: Hätte ein Western-Mitarbeiter die<br />

heute allseits praktizierte Widerstand-<br />

Kondensator-Kopplung vorgeschlagen,<br />

hätte er am nächsten Tag seine Papiere<br />

abholen können.<br />

So weit, so gut, doch dann kann der LM-<br />

219 IA selbst den Verstärker-Kenner zur<br />

www.audio.de ›01 /2013 161<br />

Quantum 757<br />

Jetzt kommt’s dicke!<br />

Blickfang der brandneuen Lautsprecherserie<br />

Quantum 750 von MAGNAT ist die 45 mm<br />

dicke MDF-Schallwand im edlen Pianolack-<br />

Finish. Diese auf den hinteren Korpusteil<br />

aufgesetzte Schallwand bietet nicht nur<br />

hervorragende Arbeitsbedingungen für die<br />

neuen 750er Hochleistungs-Tieftöner, sondern<br />

verleiht dieser Boxenserie ein einzigartiges und<br />

ausdrucksstarkes Design.<br />

Den Hörer erwartet zudem ein klares und<br />

breitbandiges Klangbild, ohne Bevorzugung<br />

eines einzelnen Frequenzbereiches, und das bei<br />

hoher Dynamik und Impulstreue. Versprochen!<br />

Mehr Informationen erhalten Sie unter: www.magnat.de.


Verstärker › RÖHREN-VOLLVERSTÄRKER<br />

LM VON UNTEN: Die Ausgangsübertrager und zwei der sechs (von Hochfrequenz-Folien<br />

begleiteten) Hochvolt-Elkos schmachten im hinteren, unteren Abschirmverlies (im Bild links).<br />

Zwei Netztrafos und weitere Elkos finden sich unter den Hauben oben.<br />

Verzweiflung treiben. Wo, sapperlot, haben<br />

die Zhengs das große Leistungs-<br />

Meter her, das nicht nur einen, sondern<br />

– jeweils für den rechten und linken Kanal<br />

– zwei Zeigernadeln unabhängig voneinander<br />

hin- und herwiegen lassen<br />

kann. Das Kunststück, zwei Drehspul-<br />

Aggregate mit spitzen Fingern auf eine<br />

koaxiale Doppelachs-Feinstmechanik zu<br />

fädeln, haben fleißige Mädchen von LM<br />

vollbracht.<br />

Dann gibt es noch zwei weitere kleinere,<br />

mit V1/V3 und V2/V4 titulierte Instrumente,<br />

die – auch nach dem Studium<br />

des in diesem Punkt kryptischen Manuals<br />

– knifflige Rätsel aufgeben. Zusätzlich<br />

verwirrt, dass sie von zehngängigen<br />

Präzisions-Wendelpotentiometern (mit<br />

V1/V2 und V3/V4 bezeichnet!) begleitet<br />

werden. Eine Lösung kommt erst beim<br />

Brüten über dem Schaltplan in Sicht.<br />

Also: Die individuelle Ruhestrom-Einstellung<br />

geschieht via direkt bei den<br />

zwei 300 B und den zwei 845 angeordnete<br />

Schraubtrimmer – unter Beachtung<br />

der Instrumente, die sich bei Bedarf<br />

über Extra-Regler nacheichen lassen<br />

und die – schaltbar – mal für die Leistungsröhren<br />

des einen, mal für jene des<br />

anderen Kanals zuständig sind. Die Regler<br />

unmittelbar neben den Instrumenten<br />

stellen dagegen quasi global die Höhe<br />

der negativen Vorspannung ein: einmal<br />

für die 300 B (-90 Volt oder mehr) und<br />

einmal das Bias-Potential für die Endröhren<br />

(-140 Volt oder mehr).<br />

Noch mehr Gehirnschmerz? Bitte: Bei<br />

den vier direkt beheizten Leistungsröhren<br />

(statt eines Extra-Kathoden-<br />

Röhrchens emittiert der Glühfaden selber)<br />

finden sich sogenannte Entbrummer-Potis,<br />

die eine störunterdrückende<br />

exakte Einstellung der Heizspannungs-<br />

Symmetrie gestatten. Da der LM-219 IA<br />

alle Röhren ohnehin mit sauberer Gleichspannung<br />

heizt, dürfen wir diese Regler<br />

in Ruhe lassen. Einmal vom Fachhändler<br />

eingestellt, gilt das auch für die Bias-<br />

Trimmer. Und so löst sich der Schmerz<br />

in schieres Wohlbefinden auf: weil der<br />

LM-Genießer an den „Global“-Biasreglern<br />

je nach Tagesform und Lust und<br />

Laune ein bisschen mehr oder weniger<br />

Ruhestrom einstellen kann. De facto<br />

kann er damit ein klein wenig an dem<br />

nach <strong>AUDIO</strong>-Messgesichtspunkten ohnehin<br />

schon höchst harmonischen Klirrverlauf<br />

drehen, so dass die eine oder andere<br />

Platte einen Tick besser klingt.<br />

Muss der Besitzer für seine Boxen einmal<br />

herausfinden, ob sie besser mit den<br />

4-, 8- oder den 16-Ohm-Ausgängen des<br />

LM harmonieren, gibt es eine weitere<br />

Tuning-Option. Ein kleiner Schalter auf<br />

der Front erlaubt es, die zu der Pentode<br />

310 A zurückführende (ohnehin nur ganz<br />

sanft wirkende) Korrektur-Gegenkopplung<br />

entweder hinten am Ausgang oder<br />

aber schon nach der 300 B am Zwischenübertrager<br />

abzugreifen.<br />

In der Tat: Bei der einen CD klang’s so<br />

besser, bei der anderen so, aber ehrlich<br />

gesagt waren derlei Fitzeleien den Testern<br />

zunächst völlig egal. Denn der LM-<br />

219 IA war für sie – jungfräulich ausgepackt<br />

und noch nicht groß betastet –<br />

schlicht und ergreifend hinreißend. In<br />

den Höhen schuf der Line Magnetic<br />

nicht nur dünne Luft. Ihm gelang es,<br />

Sturmwinde zu entfachen – mal kühlere,<br />

mal wärmere, immer aber substanzielle.<br />

Er erzeugte einen Auftrieb, der schillernde<br />

Töne nicht zum Absturz, sondern<br />

zum stolzen Flug in die Ferne verführte.<br />

... UND ER BEWAHRT<br />

DIE NATÜRLICHE<br />

HARMONIE<br />

162<br />

www.audio.de ›01 /2013


Verstärker › RÖHREN-VOLLVERSTÄRKER<br />

TECHNIK<br />

RICHTIG VERBUNDEN<br />

Mit dem Schalter (1) wechselt der LM-219 IA von einer Lautstärkegeregelten<br />

Eingangsstufe auf einen Pre-In, der geradewegs zu der<br />

Vortreiberröhre führt (2). Je nach Stellung von (3) bekommt diese Pentode<br />

eine Gegenkopplungsspannung entweder von einer Extrawicklung<br />

des Zwischenübertragers oder aber vom 8-Ohm-Anschluss des<br />

Ausgangstrafos. Die Trimmwiderstände (4) dienen der Bias-Justage.<br />

2<br />

1<br />

3<br />

4<br />

5<br />

4<br />

5<br />

FAST SCHON<br />

ÜBERTRIEBEN: Die<br />

Entbrummer-Potis (5)<br />

stellen bei den Heiz-<br />

Anschlüssen symmetrische<br />

Verhältnisse her, so dass<br />

sich Netzstörungen ausphasen<br />

– bei sauberer Heiz-<br />

Gleichspannung ein Luxus.<br />

_09P1D_Sintron_Audio_01-2013.pdf;S: 1;Format:(210.00 x 137.00 mm);19. Nov 2012 12:56:53<br />

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Verstärker › RÖHREN-VOLLVERSTÄRKER<br />

Dabei ging es dem Verstärker gar nicht<br />

so sehr um Spektakuläres, sondern vor<br />

allem um Ehrlichkeit. Wer kennt dieses<br />

flaue Gefühl in der Magengrube, wenn<br />

ein Straßengeiger aufspielt? Diese völlig<br />

unschuldige, biobrav trommelfellstreichelnde<br />

Weichheit des Anstrichs,<br />

die schon lästerliche Unversehrtheit der<br />

Korpus-Resonanz? Der Klangeindruck<br />

bewegt den ehrgeizigen High Ender,<br />

bald missmutig weiterzutraben. Denn<br />

das bekommt er meist mit noch so viel<br />

Wiedergabe-Aufwand nicht hin.<br />

Der Line Magnetic weckte neue Hoffnung:<br />

Dank diesem Verstärker tönte<br />

eine solche Geige – etwa zusammen mit<br />

den Arbeitsmonitoren Sonics Allegra –<br />

auch im Hörraum fast wieder freifeldartig<br />

lebensecht. Mit seinem dezidierten<br />

Wahrheitssinn kümmerte sich der LM<br />

nicht nur um Details. Er deckte ohne<br />

großes Trara genauso gern komplexe<br />

Zusammenhänge auf.<br />

In Vienna Tengs „St. Stephen’s Cross“<br />

(„Inland Territory“, Decca) genießt der<br />

Hörer schon über Standard-Elektronik<br />

die junge Stimme, den putzig-rosigen<br />

Mädchenchor in vollen Zügen – und die<br />

dazu absichtlich eingemischten Platten-<br />

Knackser als netten Gag.<br />

Bessere Anlagen offenbarten dann<br />

schon den Herzschmerz ob der lyrisch<br />

geschilderten Trennung eines Paares.<br />

Über die Class-A-Röhre erschien der<br />

Girlie-Sound allerdings fast schon abgehoben<br />

paradiesisch, das böse Kratzen<br />

und Zerren dafür viel bedrohlicher, abgründiger.<br />

Bei den plötzlich ernsthafter<br />

nuancierten und so viel eindringlicher<br />

wahrgenommenen Worten „... lost in<br />

the shadow of St. Stephen’s cross, and<br />

he closed his eyes and he heard no<br />

sound“ überkam den Hörer nun wirklich<br />

ein Frösteln. Jetzt schaute er zusammen<br />

mit Vienna Teng auf das Koordinatensystem<br />

des Lebens – und selbst im Ledersessel<br />

nahm er unwillkürlich Haltung<br />

vor der Künstlerin an.<br />

So, und jetzt sollten die Tester aufstehen,<br />

„sehr gut“ rufen und Punkte vergeben?<br />

Nein, vorher legten sie noch das<br />

geliebte „The Falcon Will Fly Again“ von<br />

Klavier-Tausendsassa Brad Mehldau auf.<br />

Einfach toll, wie befreit-triumphierend<br />

die Piano-Fingersätze sich in die Höhe<br />

schraubten und – zu den herrlich markanten<br />

Akkorden der linken Hand – wieder<br />

gen Erde stürzten. Dabei zeigte der<br />

Line Magnetic mit Bravour, dass solch<br />

ein Klang-Fabeltier neben Schnabel und<br />

Krallen kuschelige, gezackt gemusterte<br />

Federchen besitzt.<br />

Bei Platten mit sehr viel Tiefbass schien<br />

der plötzlich störrische LM-219 IA aber<br />

zu sagen: „Was soll denn das?“ Da<br />

machte sich eine gewisse Erleichterung<br />

breit – weil es auch für diesen Amp<br />

Grenzen gibt.<br />

STECKBRIEF<br />

LINE MAGNETIC<br />

LM-219 IA<br />

Vertrieb<br />

Fidelity Imports<br />

0 75 31 / 90 27 84 4<br />

www.<br />

fidelityimports.de<br />

Listenpreis<br />

10 300 Euro<br />

Garantiezeit<br />

2 <strong>Jahre</strong> (Röhren 6 Monate)<br />

Maße B x H x T<br />

43 x 40 x 43 cm<br />

Gewicht<br />

55 kg<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Phono MM / MC – / –<br />

Hochpegel Cinch / XLR 3 / –<br />

Festpegel Eingang 1<br />

PreOut / TapeOut – / –<br />

Lautsprecherpaare 1<br />

Kopfhörer –<br />

FUNKTIONEN<br />

Aufnahmewahlschalter –<br />

Klangregler / abschaltbar – / –<br />

Loudness –<br />

Besonderheiten<br />

Doppelzeiger-Drehspulinstrument<br />

zur Leistungsanzeige.<br />

Ruhestrom-<br />

Feinvariation über<br />

Front-Wendelpotis.<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Klang 130<br />

Ausstattung<br />

sehr gut<br />

Bedienung<br />

sehr gut<br />

Verarbeitung<br />

sehr gut<br />

ÅHerrlich angenehmer<br />

„Mit lockerer Hand“-Klang,<br />

bietet trotz Stressfreiheit<br />

in den Höhen viel Substanz<br />

und Feinauflösung.<br />

Í Gibt sich Tiefbasstiraden<br />

nicht gerade gern hin.<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

130 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

FAZIT<br />

Hannes Maier<br />

<strong>AUDIO</strong>-Redakteur<br />

LECKERLI FÜR DURCHBLICKER: Die Wendelpotis mit Skala und Feststell-Hebel erlauben,<br />

für gleich zwei Röhren den Ruhestrom zwecks Feintuning zu verändern. Das große Instrument<br />

zeigt die Ausgangsleistungen von Stereo-Rechts und -Links mit zwei Nadeln an.<br />

Im LM-219 IA von Line Magnetic<br />

manifestiert sich viel Fleiß und<br />

Enthusiasmus. Großen Respekt<br />

verdienen die Konstrukteure<br />

vor allem, weil sie keinen Egotrip<br />

unternahmen, sondern einfach<br />

realisierten, was ihren Ohren<br />

nützlich und klangvoll erschien.<br />

164<br />

www.audio.de ›01 /2013


EINER<br />

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5 VERNETZEN<br />

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ONE-BOX-SYSTEME Verstärker › VOLLVERSTÄRKER › AIRPLAY-SPEAKER<br />

DAS A-TEAM<br />

Mit den AirPlay-Systemen A5 und A7 schickt B&W ein Spezialisten-Team auf eine wichtige Mission.<br />

Der Auftrag: Die musikalische Eroberung der Wohnräume – natürlich kabellos.<br />

■ Text: Christine Tantschinez<br />

Der Zeppelin Air von<br />

Bowers&Wilkins hat es noch:<br />

das Dock, auf dem iPhone, iPod<br />

und iPad aufsitzen können zum Tanken<br />

von Energie und Weiterreichen von Digitalmusik.<br />

Seit dem Wechsel von der<br />

30-poligen Schnittstelle zum winzigen<br />

Lightning-Universal-Anschluss an den<br />

Apple-Geräten ist das Dock allerdings<br />

nicht mehr so attraktiv. Zwar funktioniert<br />

es nach wie vor mit einem Adapter,<br />

aber das weiße wackelige Stück Plastik<br />

inmitten des stilsicheren Designs ist wenig<br />

befriedigend. So steckt wohl auch<br />

Kalkül dahinter, wenn B&W die neueste<br />

Generation an AirPlay-fähigen Soundsystemen<br />

namens A5 und A7 komplett<br />

ohne Andockstelle ausstattet. Zum einen<br />

weiß man ja nie so recht, wann sich<br />

Apple wieder ein neues Interface ausdenken<br />

mag, das Überarbeitungen und<br />

weitere Lizenzgebühren nach sich zöge.<br />

Und zum anderen: Wenn das Ding Air-<br />

Play hat, wozu noch ein Dock?<br />

Schließlich ist das die große Stärke des<br />

AirPlay-Streaming-Standards (siehe auch<br />

Seite 168): Die Quelle muss nicht erst<br />

mühevoll irgendwo angeschlossen werden,<br />

alles geht über ein WLAN-fähiges<br />

Netzwerk. Beide B&W-AirPlay-Speaker<br />

sind komplett mit allem ausgestattet,<br />

was es dazu braucht: Ethernet- und<br />

schneller WLAN-Zugang, Digital-Verstärker,<br />

Stereo-Lautsprecher und<br />

natürlich die nötige Software-Intelligenz.<br />

Die größte Schwierigkeit besteht darin,<br />

die displaylosen Geräte nur anhand ihrer<br />

einzigen LED und deren Morse-Farb-<br />

Code in das heimische Netzwerk einzuklinken.<br />

Dazu hat B&W eigens eine Setup-App<br />

geschaffen, die den Besitzer<br />

Schritt für Schritt durch den Installationsprozess<br />

führt. Und für den Fall eines<br />

unerwarteten Scheiterns gibt es den<br />

Reset-Knopf an der Rückseite.<br />

Einmal im Netzwerk eingeklingt, lassen<br />

sich beide Systeme lässig über die<br />

Apple-Portis steuern – und mittels der<br />

kieselsteinförmigen Fernbedienung. Ihr<br />

einziges Manko: der fehlende Mute-<br />

Knopf, der das System auf die Schnelle<br />

zum Schweigen bringt. Bei der Eingangswahl<br />

(die LED zeigt mit verschiedenen<br />

Farben den gerade gewählten Input an)<br />

zeigen sich – neben der offensichtlichen<br />

Größe – auch schon die ersten Unterschiede<br />

zwischen dem kompakteren A5<br />

und dem deutlich fülligeren A7. Während<br />

der A5 nur noch einen weiteren 3,5-mm-<br />

Aux-Eingang aufweisen kann, bietet der<br />

Fotos: Archiv<br />

166<br />

www.audio.de ›01 /2013


ONE-BOX-SYSTEME › AIRPLAY-SPEAKER<br />

MESSLABOR<br />

B&W A7<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

Frequenzgang<br />

axial 10*hoch 30*seitl. -30*seitl.<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Die Frequenzgangmessung<br />

des A7 zeigt einen ausgewogenen<br />

Verlauf. Die beste Hörposition<br />

ist frontal, je weiter<br />

seitlich, desto mehr zerfällt<br />

das homogene Klangbild.<br />

Die Klirramplitudenmessung<br />

(o.Abb.) bescheinigt sehr<br />

gute Pegelstabilität. Leistung<br />

im Stand-by: 5,8 Watt.<br />

B&W A5<br />

100 dB<br />

90 dB<br />

80 dB<br />

70 dB<br />

60 dB<br />

Frequenzgang<br />

axial 10*hoch 30*seitl. -30*seitl.<br />

50 dB<br />

10 Hz 100 Hz 1 kHz 10 kHz 40 kHz<br />

Der kleinere Bruder ist genügsamer:<br />

Er braucht im Standby-Betrieb<br />

nur noch 2,5 Watt.<br />

In der Klirramplitudenmessung<br />

zeigt er etwas mehr Klirr<br />

bei hohen Pegeln. Der Frequenzgang<br />

(Abb.) ist ebenso<br />

erfreulich ausgewogen mit<br />

nicht ganz so kritischen Variationen<br />

bei der Hörposition.<br />

TEST<br />

Ambitionierte AirPlay-Speaker von B&W<br />

B&W A5 500 €<br />

B&W A7 800 €<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

167


ONE-BOX-SYSTEME › AIRPLAY-SPEAKER<br />

KLANG-LUFTBRÜCKE:<br />

AIRPLAY<br />

AirPlay ist ein von Apple entwickeltes Streaming-Protokoll für die<br />

Übertragung von Audio- und Videodaten im Heim-Netzwerk. Obwohl es<br />

auf den gleichen Grundlagen basiert wie andere Streaming-Verfahren<br />

– UPnP beispielsweise –, ist es doch ein proprietäres, geschlossenes<br />

System, dessen Nutzung lizenziert werden muss.<br />

Über AirPlay lässt sich von allen neueren Apple iDevices (ab dem<br />

Betriebssystem iOS 4.2) Musik an geeignete Empfänger schicken,<br />

unabhängig von welcher App. Und zwar nicht nur die auf dem Gerät<br />

gespeicherte Musiksammlung, sondern auch Internetradio, Musik von<br />

Internetstreaming-Diensten wie Napster oder Spotify oder aus laufenden<br />

Spielen heraus. Auch das Apple-Musikprogramm iTunes kann<br />

vom PC oder Mac aus an andere AirPlay-Geräte Musikstreams senden.<br />

Video lässt sich bislang nur zwischen Apple-Geräten austauschen.<br />

AirPlay wurde zwar in erster Linie für drahtlose Vermittlung konzipiert,<br />

funktioniert aber natürlich auch über Ethernet – und bietet öfter über<br />

diesen Weg die bessere Stabilität. Um die Qualität der Übertragung<br />

auch bei instabileren Funknetzen zu gewährleisten, sind die<br />

Musikdaten nicht beliebig groß. Es wird zwar wie ein Staatsgeheimnis<br />

gehütet, welche Codecs und Auflösungen AirPlay unterstützt, aber die<br />

sichersten Quellen geben als Paketformat Apple Lossless an mit 16bit<br />

und 44,1kHz. AirPlay ist nativ nur im Apple-Betriebssystem vorhanden,<br />

mittlerweile gibt es aber durch einige Reverse-Engineering-Erfolge<br />

auch Software für andere Systeme (wie beispielsweise „Android HiFi“<br />

für Android).<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

Fernbed. / iPod-Steuerung<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Line In / Out / Subwoofer<br />

Kopfhörer<br />

Video<br />

USB<br />

Digital In Koax / optisch<br />

LAUTSPRECHER<br />

Kanalzahl / Wege<br />

Aktivweiche<br />

Schaltbarer Hochpass<br />

FUNKTIONEN<br />

Display / OSD<br />

Radio / CD / DVD<br />

Internetradio / Streaming<br />

Klangregler / Wecker<br />

Batteriebetrieb<br />

Bluetooth<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Klang<br />

Pegelfestigkeit<br />

Praxis<br />

Verarbeitung<br />

08/12<br />

EMPFEHLUNG<br />

KOMPAKT MIT KLANG<br />

B&W<br />

A7<br />

B&W Germany GmbH<br />

0 52 01 / 87 17 0<br />

bowers-wilkins.de<br />

800 Euro<br />

2 <strong>Jahre</strong><br />

36 x 22 x 16 cm<br />

5,7 kg<br />

• / •<br />

• / – / –<br />

–<br />

–<br />

• (USB-B)<br />

– / •<br />

2 / 2.1<br />

•<br />

–<br />

– / –<br />

– / – / –<br />

• (über App) / AirPlay<br />

– / –<br />

–<br />

–<br />

ÅSpielt wie eine deutlich<br />

größere Box.<br />

Í Natürlichkeit leidet<br />

etwas unter Volumen.<br />

90<br />

überragend<br />

sehr gut<br />

überragend<br />

B&W<br />

A5<br />

B&W Germany GmbH<br />

0 52 01 / 87 17 0<br />

bowers-wilkins.de<br />

500 Euro<br />

2 <strong>Jahre</strong><br />

30 x 18 x 12 cm<br />

3,6 kg<br />

• / •<br />

• / – / –<br />

–<br />

–<br />

–<br />

–<br />

2 / 2.0<br />

•<br />

–<br />

– / –<br />

– / – / –<br />

• (über App) / AirPlay<br />

– / –<br />

–<br />

–<br />

ÅFür die Größe<br />

erstaunlich voluminös.<br />

Í Abbildung etwas<br />

eingeschränkt.<br />

85<br />

überragend<br />

sehr gut<br />

überragend<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

90 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

85 PUNKTE<br />

ÜBERRAGEND<br />

A7 einen analogen sowie digital-optischen<br />

Zugang nebst einer USB-2.0-<br />

Schnittstelle. Praktisch: Dort könnten<br />

Computer andocken, um Musik über<br />

nicht-AirPlay-fähige Software (wie etwa<br />

Decibel, Media Monkey) oder in von Air-<br />

Play nicht mehr unterstützten Auflösungen<br />

oberhalb von 16/44,1 abzuspielen<br />

(siehe Kasten oben).<br />

HIGH-END-GENE<br />

Auch in puncto Chassis-Bestückung gibt<br />

es natürlich Unterschiede bei den A-Klasse-Modellen.<br />

Der A5 ist mit jeweils zwei<br />

Hoch- und Tiefmittelton-Treibern unter<br />

dem schwarzen Stoffgrill ausgestattet,<br />

der A7 holt sich zur Unterstützung seiner<br />

beiden Mitteltöner einen extra Tieftöner<br />

hinzu. Geerbt haben beide als echte<br />

B&W-Sprösslinge die Nautilus-Technologie:<br />

Der Aluminium-Hochtöner in beiden<br />

Systemen ist mit dem gleichen röhrenartigen<br />

Luftauslassprinzip versehen, das<br />

auch in den High-End-Boxen der Marke<br />

zum Einsatz kommt. Und auch die „Flowport“<br />

genannte Bassreflexöffnung mit<br />

den charakteristischen Golfball-Noppen<br />

hat sich bereits in Edel-HiFi bewährt. Ein<br />

DSP übernimmt bei beiden Systemen<br />

die Rolle als Aktivweiche und weist den<br />

Treibern die jeweils perfekt abgestimmten<br />

Frequenzanteile zu. Das hat seinen<br />

Sinn: Bei kompakten Systemen ist dies<br />

mitunter die einzige Möglichkeit, trotz<br />

dicht beieinander liegenden Speakern<br />

noch Abbildung zu erzeugen.<br />

Das gelang dem A7 erwartungsgemäß<br />

besser als dem A5, wobei beide mit beeindruckender<br />

Pegelfestigkeit aufspielten<br />

– wie Aktiv-Boxen der doppelten Größe.<br />

Selbst der sehr kompakte A5 könnte<br />

allein mühelos ein Wohnzimmer rocken,<br />

der A7 noch mit angeschlossenem Esszimmer.<br />

Die Stärke des A7 lag im wahnsinnig<br />

kraftvollen Bassfundament, der<br />

A5 beeindruckte mit für seine Größe<br />

erstaunlich homogenem und voluminösem<br />

Klang. Besonders Gittarenkörper in<br />

Zusammenspiel mit zarten Frauenstimmen<br />

klangen über beide Boxen herausragend.<br />

Eine nicht zu niedrig platzierte Aufstellung<br />

in Wandnähe und auf solidem<br />

Untergrund (wie etwa ein Sideboard)<br />

hilft dabei sehr gut. Lediglich an die Natürlichkeit<br />

und Abbildung des Zeppelin<br />

Air, der die Hochtöner an den Zipfeln seiner<br />

Zigarrenform trägt, konnten sie beide<br />

nicht ganz heranreichen.<br />

FAZIT<br />

Christine Tantschinez<br />

Stv. Chefredakteurin <strong>AUDIO</strong><br />

Das A-Team von B&W löst seine<br />

Aufgabe mit Bravour: klingt hervorragend<br />

und passt mit Design<br />

und Funktion wirklich in jede<br />

Wohnung–wie klein oder hip sie<br />

auch sein mag. Schön, wenn so<br />

ein Plan funktioniert, oder?<br />

168<br />

www.audio.de ›01 /2013


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• Signal Rauschabstand 85 dB<br />

• Eingangsempfindlichkeit 3,4 mV/47 KOhm<br />

• Ausgang 300 mV/1KOhm<br />

• Farbe: silber oder schwarz<br />

• Gewicht: 0,3 kg<br />

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<strong>AUDIO</strong> erscheint im Verlag WEKA MEDIA PUBLISHING GmbH, Richard-<br />

Reitzner-Allee 2, 85540 Haar, Handelsregister München, HRB 154289<br />

Geldinstitut<br />

Datum<br />

✗<br />

Unterschrift<br />

WK 3032 M01


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER<br />

DER PREIS<br />

IST HEISS<br />

Treue <strong>AUDIO</strong>-Leser dürften den Symphonic Line RG 10<br />

MK 4 schon kennen. Doch in der neuesten Version mit HD<br />

(den Prototyp gibt’s bei der Leserwahl zu gewinnen) lohnt<br />

es sich noch viel mehr, ihn intensiv zu erleben.<br />

■ Text: Johannes Maier<br />

Der erste Eindruck täuscht: Auf<br />

der Frontplatte dürfen wir das<br />

Sensationelle an einem Vollverstärker<br />

von Symphonic Line nicht suchen.<br />

Sie sieht – einen Zentimeter dick,<br />

schön oberflächenbehandelt und mit<br />

handfesten Vollmetallknöpfen für Power,<br />

Quellenwahl, Tape-Monitorschalter und<br />

Pegelregler drauf – bei den Duisburger<br />

Amps seit Jahr und Tag gleich aus.<br />

Der Schaltplan der Endstufe beim neuen<br />

RG 10 gibt auch nichts Aufregendes her:<br />

Ein – jedoch mit viel schneller, sprich guter<br />

lokaler Gegenkopplung arbeitender –<br />

Differenzverstärker steuert zwei etwas<br />

kräftigere Transistoren an. Diese wiederum<br />

treiben einen volkstümlichen<br />

zweistufigen Emitterfolger. Ein von<br />

Toshi ba geliefertes Gegentakt-Quartett<br />

(2 x 2SA1943, 2 x 2SC5200) befeuert<br />

dann auf jeder Kanalseite die Boxen.<br />

170 www.audio.de ›01 /2013


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER<br />

TEST<br />

Vollverstärker<br />

SYMPHONIC-LINE RG 10 MK4 HD 8200 €<br />

MEHR LINE ALS SCHEIN: Dank kräftigem Pre-Out hält der RG 10 auch als Vollwert-Vorstufe her. Hinter den Phonobuchsen verbirgt sich<br />

ein Pre-Pre für Moving-Coil-Pickups, der zwecks Impedanz- und Rauschminderung mit fünf parallel geschalteten Transistoren arbeitet.<br />

Nein, das wirklich Spannende steckt bei<br />

Symphonic Line in dem „Wie“. Nehmen<br />

wir mal die Netztransformatoren. Jawoll,<br />

Plural, weil Symphonic Line beim RG 10<br />

schon mal zwei größere verwendet:<br />

einen mit 450 Watt für die Leistungsstufen<br />

und einen weiteren – in einem<br />

Nebengehäuse ausgelagert – mit 300<br />

Watt für die Vorkreise.<br />

Dabei verrät jeder Taschenrechner, dass<br />

etwa die Quellenrelais und Hochpegel-<br />

Puffer-ICs nur einen winzigen Bruchteil<br />

der angebotenen Leistung verbrauchen.<br />

Der Pre-Out-Treiber und die umfangreiche<br />

Phonosektion ändern daran nichts.<br />

Dem Audiophilen schmeckt’s trotzdem,<br />

weil er mit dem RG 10 nicht nur einen<br />

Vorgeschmack auf eine Top-Vorstufe,<br />

sondern ein vollwertiges, nach allen<br />

Regeln der High-End-Kunst abundant<br />

versorgtes Modell besitzt.<br />

Doch zurück zu den Transformatoren.<br />

Ohnehin fantastisch, wie viel Physik und<br />

Metallurgie praktisch in jedem der millionenfach<br />

verwendeten Eisenkern-Knubbel<br />

steckt. SL-Chef Rolf Gemein gab<br />

sich damit aber nicht zufrieden. Recht<br />

hat er, denn die in komplexen Glüh- und<br />

Walzprozessen gewonnene Magnetlinien-freundliche<br />

Kristallstruktur geht beim<br />

Stanzen, Isolieren, Biegen und dergleichen<br />

zum Teil wieder baden. Deshalb<br />

lässt der Ruhrpottler die fertigen, aus<br />

Stapeln der Elektrobleche bestehenden<br />

Eisenkerne zur Restrukturierung noch<br />

einmal nachglühen. Und werden andernorts<br />

Störfelder hauptsächlich mit<br />

Sprüchen bekämpft, schlägt Symphonic<br />

Line seine Trafos nach Abkühlung und<br />

Bewicklung schlussendlich in sauteure<br />

Mu-Metall-Mäntel ein, die magnetisch<br />

undurchlässig sind.<br />

Nun steht das Problem der Gleichrichtung<br />

an, das der Elektronikus gewöhnlich<br />

mit irgendeinem Dioden-Quartett<br />

erschlägt. Rolf Gemein suchte dagegen<br />

– weil die Hörtests dafür sprachen – ungewöhnlich<br />

dicke sowie sanft agierende<br />

Halbleiter heraus. Und für den RG 10<br />

gleich eine Handvoll, weil pro Vor- und<br />

Endstufe ein Dioden-Oktett noch glattere<br />

Spannungen liefert. Außerdem entfällt<br />

so der Masse-Mittenanschluss,<br />

über den ein Trafo potenziell Netzstörungen<br />

reinschmuggeln kann.<br />

Bei derlei günstigen Vorzeichen müssten<br />

eigentlich handelsübliche Elkos zur<br />

Energiesäuberung und -speicherung reichen?<br />

Nicht so bei Rolf Gemein: Wie er<br />

einen norddeutschen Hersteller überredet<br />

hat, nur für ihn ganz allein Elkos mit<br />

einer extra widerstandsarmen Folien-<br />

Multikontaktierung anzufertigen und mit<br />

Fotos: J. Bauer, MPS<br />

www.audio.de ›01 /2013<br />

171


Verstärker › VOLLVERSTÄRKER<br />

1<br />

2<br />

SCHÖPFT AUS DEM VOLLEN:<br />

Die Vorstufensektion hat ein eigenes<br />

Großnetzteil bekommen – inklusive<br />

7500-Mikrofarad-Spezialelkos (1), Doppel-<br />

Vierweggleichrichtung (2) sowie externem<br />

300-Watt-Trafo. Die orangenen (Siemens-)<br />

Folienkondensatoren helfen den Elkos bei<br />

der Impulsverarbeitung.<br />

1 1<br />

STECKBRIEF<br />

Vertrieb<br />

www.<br />

Listenpreis<br />

Garantiezeit<br />

Maße B x H x T<br />

Gewicht<br />

SYMPHONIC LINE<br />

RG 10 MK 4 REF. HD<br />

Symphonic Line,<br />

0203 / 31 55 65 6<br />

symphonic-line.de<br />

8300 Euro<br />

2 <strong>Jahre</strong><br />

45 x 11 x 41 cm<br />

22 + 5 kg<br />

einem besonders scharfen (akustisch<br />

aber weicher klingenden) Elektrolyt aufzufüllen,<br />

wird ein Geheimnis bleiben.<br />

Dass Gemein allein für die Endstufenversorgung<br />

gleich acht große Becher<br />

mit je 13 000 Mikrofarad nimmt, liegt<br />

aber im Interesse brachialerer Bassimpulse<br />

auf der Hand.<br />

Dass der RG 10 MK 4 Reference HD so<br />

toll klingt, wie er klingt, liegt aber nicht<br />

nur an den Elkos, sondern an ungefähr<br />

1000 weiteren, zum Teil brandneuen Tuningfinessen.<br />

Damit setzt er den Hörer<br />

nicht nur in wohlige Tonbäder. Er zeigt<br />

jetzt auch, dass er – vielleicht als erster<br />

Vollverstärker überhaupt – nicht nur<br />

Bauch und Brustkorb massieren, sondern<br />

mit ungemein angenehmen<br />

Schwingungen in natürlicher Kraft und<br />

Schwere den Rücken kneten kann.<br />

Damit löst der junge RG 10 nicht nur Verspannungen,<br />

mit seiner Power agiert er<br />

wir eine schwere Lokomotive, die den<br />

High Ender mühelos durch die Klanglandschaften<br />

zieht. Mit abartigem Rhythmus<br />

pulsierende, sich zackig aufbäumende,<br />

singende und dann wie geschmiert<br />

in dunkle Tunnels schießende<br />

Bässe à la Markus Miller genießt man<br />

mit steigendem Vergnügen, während<br />

andere Verstärker-Maschinen zu ächzen<br />

beginnen. Und fiedeln viele Amps etwa<br />

bei Brahmsschen Klavierkonzerten bevorzugt<br />

in der Höhenluft herum, kommt<br />

mit dem RG 10 die Wärme, Wucht und<br />

epochale Bedeutung des Orchesters<br />

rüber – während die Flügeltöne wie wunderbare<br />

Edelsteine leuchten. Das kann<br />

nur ein ganz großer Verstärker, eben der<br />

von Rolf Gemein.<br />

ANSCHLÜSSE<br />

Phono MM / MC<br />

Hochpegel Cinch / XLR<br />

Festpegel Eingang<br />

TapeOut<br />

Pre Out Cinch / XLR<br />

Kopfhörer<br />

FUNKTIONEN<br />

Aufnahmewahlschalter<br />

Klangregler / abschaltbar<br />

Loudness<br />

Besonderheiten<br />

<strong>AUDIO</strong>GRAMM<br />

Phono MM/MC<br />

Klang Cinch<br />

Ausstattung<br />

Bedienung<br />

Verarbeitung<br />

KLANGURTEIL<br />

PREIS/LEISTUNG<br />

• / •<br />

4<br />

–<br />

1<br />

1 / –<br />

•<br />

–<br />

–<br />

–<br />

Wertiges Phonoteil für<br />

MM und MC. Externer,<br />

vielfach überdimensionierter<br />

Vorstufen-Extra-<br />

Netztrafo.<br />

ÅEinmalig „materialisierte“<br />

Wiedergabe.<br />

Klangparadiese über<br />

wonnigen „Zum drauf<br />

Reiten“-Bässen.<br />

Í –<br />

130<br />

130<br />

sehr gut<br />

sehr gut<br />

sehr gut<br />

130 PUNKTE<br />

SEHR GUT<br />

MESSLABOR<br />

Mit 3000,048% Watt Musikleistung Hochtonverzerrungen an 3 Ohm und 110µ Phasenstabilität<br />

in allen erweist Lagen (1) sich deuten das Talismann darauf hin, v2 dass<br />

Abtastfähigkeit<br />

Gold der neue als sogar RG 10 noch auch sauberer kritischen als Boxen sein Kollegrament<br />

Yoseki verhelfen von EAT kann. – wobei Erscheint beide der in diesem Klirrverlauf (o.<br />

zu Tempe-<br />

Abb) Punkt prima jenseits harmonisch von Gut und abgestuft, Böse liegen. löste die Nicht neue<br />

<strong>AUDIO</strong>-Messung ganz ideal ist der markante zur Klirrstabilität Hochtonanstieg (re.) bei Boxenzwischen<br />

Impedanzwechsel 5 und 10kHz Freude (o. Abb.). aus. Bis Das auf Laufwerk den unkritischen<br />

misst sich (allenfalls dafür deutlich Dynamik rumpelärmer betonenden) (Bild Anstieg 2,<br />

von 85,5dB K3 bei am höheren Koppler) Frequenzen als der EAT, verhält bei gleichermaßen<br />

10 fast exzellentem mustergültig Gleichlauf stabil. AK=68. (Bild 1,<br />

sich der<br />

RG ±0,05%).<br />

172<br />

www.audio.de ›01 /2013


Jetzt im<br />

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HiFi-Service › RAUMAKUSTIK<br />

AKUSTIK ASSISTENT<br />

Nicht jede Box klingt in jedem Raum<br />

gleich gut. Um Sie vor Fehlkäufen zu bewahren,<br />

gibt <strong>AUDIO</strong> bei jedem getesteten<br />

Lautsprecher an, für welche Umgebung<br />

er sich voraussichtlich gut eignet.<br />

Sie müssen dafür Ihren Raum und Ihre<br />

Hörsituation nach drei Kriterien beurteilen:<br />

Raum größe, Raumakustik und<br />

Boxenauf stellung bzw. Wandabstand. Anschließend<br />

suchen Sie in der Bestenliste<br />

nach Boxen, bei denen alle drei Merkmale<br />

Ihrer Hörsituation – z.B. Klein, Hallig,<br />

Wandnah – mit einer grünen Empfehlung<br />

markiert sind. Voila, der Lautsprecher<br />

wird aller Voraussicht nach passen! Die<br />

<strong>AUDIO</strong>-Empfehlungen sind allerdings nur<br />

als grobe Hinweise zu sehen, in Einzelfällen<br />

kann es trotzdem nicht funktionieren.<br />

Deshalb: Probe- und Vergleichshören ist<br />

in jedem Fall ein guter Rat!<br />

K<br />

T<br />

D<br />

M<br />

A<br />

W<br />

G<br />

H<br />

F<br />

RAUMGRÖSSE<br />

K<br />

KLEINER RAUM<br />

(UM 15 m 2 )<br />

Der Hörabstand liegt um oder unter<br />

zwei Meter – die Box muss auch im<br />

Nahfeld homogen spielen und darf<br />

nicht dröhnen. Die Anforderungen an<br />

Pegel und Bündelung sind geringer.<br />

M<br />

MITTELGROSSER RAUM<br />

(UM 24 m 2 )<br />

Abstände von zwei und drei Metern<br />

zwischen Box und Hörer sind typisch,<br />

ansonsten ist diese Raumgröße ideal<br />

– sofern der Lautsprecher etwas<br />

Pegel und Bassdruck produziert.<br />

G<br />

GROSSER RAUM<br />

(UM 45 m 2 )<br />

Bei Hörabständen von vier Metern<br />

oder mehr sind nicht nur die Anforderungen<br />

an Schalldruck und Bass deutlich<br />

höher, auch muss der Lautsprecher<br />

noch fokussieren können.<br />

RAUMAKUSTIK<br />

T<br />

TROCKENER RAUM<br />

Polster, Teppiche und Vorhänge<br />

dämpfen und drücken die Nachhallzeit<br />

im Mittelton unter 0,4 Sekunden,<br />

oft sind die Höhen stärker bedämpft.<br />

Der Lautsprecher darf weder dunkeldumpf<br />

noch zu direkt klingen.<br />

A<br />

AUSGEWOGENER RAUM<br />

Absorbierende Flächen wie Teppich,<br />

Polster etc. und reflektierende Wände<br />

halten einander die Waage.Die<br />

Nachhallzeit beträgt 0,4-0,6 Sekunden,<br />

der Raumhall ist zudem über die<br />

Frequenzen ähnlich verteilt.<br />

H<br />

HALLIGER RAUM<br />

Parkett, Glas, Beton und hartes Holz<br />

überwiegen – die Akustik wird als<br />

hallig empfunden, die Nachhallzeit<br />

übersteigt 0,6 Sekunden. Die Box<br />

muss den Schall bündeln, um nicht<br />

diffus oder scheppernd zu klingen.<br />

AUFSTELLUNG<br />

D<br />

DIREKT AN DER WAND<br />

Zwischen dem Lautsprecher und der<br />

Wand dahinter liegen weniger als 30<br />

Zentimeter. Dies verstärkt den Bass<br />

und macht den Grundton träge – eine<br />

sehr schlanke Abstimmung oder eine<br />

Ortsentzerrung sind notwendig.<br />

W<br />

WANDNAH<br />

Der Wandabstand beträgt zwischen<br />

30 und 90 Zentimeter. Der Bass wird<br />

hörbar fetter und neigt je nach Raumgröße<br />

zum Dröhnen. Boxen mit<br />

schlank abgestimmtem oder sehr trockenem<br />

Bass harmonieren hiermit.<br />

F<br />

FREISTEHEND<br />

Lautsprecher und hintere Wand sind<br />

mehr als einen Meter voneinander<br />

entfernt. Die Box muss auf Bassverstärkung<br />

verzichten, ein satter,<br />

druckvoller oder sogar etwas fetterer<br />

Bass sind von Vorteil.<br />

174 www.audio.de ›01 /2013


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