DIGITAL TESTED 6x LCD-TV-Test (Vorschau)

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5.2009 Oktober/November D: 3,99 €

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BeNeLux:

4,80 €

I: 5,60 €

E: 5,60 €

ARD + ZDF endlich in HDTV

CH: sfr 7,90

171 TESTS

Die Messehighlights

schon im Heft ab Seite 10

FERNSEHER 2.0

Digitalreceiver mit

an Bord ab Seite 6

3-D-FERNSEHEN

Mega-TV-Trends

für zu Hause ab Seite 16

MEIN KINO

Superbreitbild mit

Leinwandtuning ab Seite 88

Yamaha, Denon, Onkyo

AV-Receiver-Test

Die neue Mittelklasse ab Seite 50

Wharfedale, Elac, Quadral, Nubert

5.1-Lautsprecher-Test

JETZT NEU:

mit BLU-RAY TEST

ab Seite 73

Spitzenklang in der 1 000-Euro-Klasse ab Seite 58

+ Samsung Plasma PS50B679 + Loewe LCD Xelos 32 + Sony Blu-ray-Anlage HTP-BD36SF +


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Verpflichtung zur Rückgabe des Geräts!) sowie ein IPTV-fähiger Router.


aus der redaktion

Von Weiß zu Braun?

Endlich wieder IFA – oder sollte es heißen „schon wieder“?

Seit der IFA 2006 öffnet die große Messe jährlich

in der Hauptstadt ihre Pforten. Die Entwicklungen

innerhalb der Unterhaltungselektronik nehmen eher an Fahrt

zu, als auf Stillstand zu schalten, und so haben sich die Besucher

und auch wir – die Fachpresse – doch recht schnell an

den volleren Terminplan gewöhnt. Zum zweiten Mal hält außerdem

die „weiße“ Ware Einzug in die Messehallen. Zu Großbildfernsehern

und Blu-ray-Playern, Surround-Lautsprechern

und AV-Receivern gesellen sich erneut Kühlschränke, Waschmaschinen

und Kaffeevollautomaten und beeindrucken den

Besucher mit innovativen und neuesten Technologien. Wir

haben uns gefragt, wie viel weiße Ware zur braunen Ware also

klassischer Unterhaltungselektronik – passt und wieso die IFA

beide Genres zu vereinen versucht. Ein Trend ist jedenfalls

unverkennbar: Gehäuseautomation schreitet voran, ebenso

wie die technische Ausstattung von Küchengeräten. Als Paradebeispiel seien hier moderne Kühlschränke

mit LCD-Fernseher genannt – Weiß und Braun werden sich auf Dauer immer weniger voneinander

trennen lassen. Bis wir die Qualität verbauter Flachbildfernseher an Kühlschränken genauer unter die

Lupe nehmen müssen, vergehen sicherlich noch einige Jahre, bis dahin haben wir die interessantesten

„klassischen“ Produkte der diesjährigen IFA für Sie zusammengestellt. In dieser Ausgabe präsentieren

wir Ihnen darüber hinaus interessante Direktvergleiche von LCDs, Lautsprechern und AV-Receivern. Zur

November-Ausgabe der DIGITAL TESTED werden wir ein von Grund auf überarbeitetes Layout vorstellen,

das den Wünschen und Vorschlägen unserer Leser Rechnung trägt. Weitere Ideen von Ihnen sind natürlich

erwünscht, denn schließlich sollen Sie als Leser der Maßstab sein. Doch nun wünsche ich Ihnen viel

Spaß beim Blätter in der neuen DIGITAL TESTED!

Herzlichst,

Florian Kriegel,

Chefredakteur

www.hdplustv.de

Die

Website

für das

bessere

Fernsehen

Schreiben Sie Ihre Anregungen, Wünsche und Kritik an:

leserbriefe@digital-tested.de oder

Auerbach Verlag, Lauchstädter Straße 20, 04229 Leipzig

Tag der offenen Tür – Jetzt Geschenk sichern!

Am 10. Oktober lädt der Auerbach Verlag erstmalig interessierte Leser zum Tag der offenen Tür nach Leipzig

ein. Zu den Highlights der zwischen 10 und 16 Uhr stattfindenden Veranstaltung gehören Besichtigungen

der Testlabore für den DVB-, Audio- und Videobereich, des Heimkinos und Hörraums sowie die Verlosung

eines HDTV-Receivers. Außerdem können Sie beim Kontakt mit den Redakteuren Ihre Fragen im persönlichen

Gespräch klären.

Wer sich bereits jetzt anmeldet, bekommt ein Willkommenspräsent überreicht. Alle Gäste des Tags der

offenen Tür nehmen an einer Tombola teil, bei welcher ein HDTV-Receiver verlost wird.

Den Coupon schicken Sie per Post an:

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Sie an der Haltestelle Elsterpassage aus und biegen Sie in die erste Straße rechts nach der Haltestelle ein. Der Haupteingang

befindet sich vor der Zufahrt ins Parkdeck.

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INHALT

| 26

Einstiegsgrößen

Fünf aktuelle 32-Zoll-LCDs von JVC, Samsung, Sony,

Panasonic und Philips im großen Vergleich

aktuelles

06 IDTV: Set-Top-Box und Fernseher in einem Gerät

10 Im Gespräch: Weiße und braune Ware auf der IFA

10 Anhaltender Trend: Der Fokus liegt auf Stromsparen

12 Blaue IFA: Neue Blu-ray-Player und -Komplettanlagen

13 Panasonics TX-P42V10 gewinnt die Leserwahl 04/2009

14 ARD und ZDF starten HD-Testläufe

14 Erste HD-Plus-Receiver für den Spätherbst angekündigt

16 3-D, OLED und Co.: Ein Blick in die TV-Zukunft

| 06

Integrierte

Tuner

Wie Set-Top-Box und Fernseher

verschmelzen

| 30

| 16

Mega-TV-Trends

Wie 3-D und Co. die Fernsehzukunft verändern werden

test

VIDEO

26 32-Zoll-LCDs: Fünf aktuelle Modelle im großen Vergleichstest

36 50-Zoll-Plasma: Samsungs PS50B679 für 1 899 Euro

38 Luxusniveau: Der Xelos 32 von Loewe für gehobene Ansprüche

40 Alles in einem: LGs Blu-ray-Komplettset HB954PB

42 Blu-ray-Einstieg: Sonys HTP-BD36SF mit AV-Receiver

44 DVD-Rekorder mit DVB-S: DMR-EX72S von Panasonic

46 DVB-S-Receiver-Ersatz? HTPC von Shuttle zeigt Defizite

48 Heimkino-Zwitter: LED-Beamer von Benq für die Hosentasche

| 58

Regalboxen-Sets

Vier Systeme von Elac, Nubert, Quadral, Wharfedale

4

DIGITAL TESTED 4.2009

Bilder Titel: Auerbach Verlag, Denon, Elac, Nubert, Onkyo, Quadral, Sony, Wharfedale, Yamaha


073-087_DT200905_DVD-Bluray_Teil73 73

Getestete Geräte

Seite Gerät Wertung

Video

28 Philips 32PFL9604H 83 %

29 Panasonic TX-L32V10E 81 %

30 Sony KDL-32W5500 80 %

32 Samsung LE32B679 81 %

33 JVC LT-32BD1BU 70 %

36 Samsung PS50B679 80 %

38 Loewe Xelos A 32 Full-HD+ 100 DR+ 81 %

40 LG HB954PB 84 %

42 Sony HTP-BD36SF 82 %

44 Panasonic DMR-EX72S 85 %

46 Shuttle SG45H7 58 %

test

AUDIO

50 Drei AV-Receiver mit DSPs für Höhenkanäle im Vergleich

56 Verständlich erklärt: Das ist ein optimaler Frequenzgang

58 Nicht groß und nicht klein: Vier 5.1-Sets auf dem Prüfstand

66 THX der Mittelklasse: Teufels Set-System 5 THX Select 2 mit

zwei Subwoofern

68 Nur 90 Millimeter hoch: Der flache AV-Receiver NR1501 von

Marantz

70 Unscheinbar: Boses kompaktes Surround-Set Acoustimass 15

48 Benq Joybee GP1 Mini Projektor 40%

Audio

51 Denon AVR-2310 83%

52 Yamaha RX-V 1065 82%

54 Onkyo TX-SR707 81%

60 Wharfedale Diamond-10-Serie 86%

62 Elac Serie 50 82%

63 Nubert nuBox-Serie 83%

64 Quadral Argentum-Serie 83%

66 Teufel System 5 THX Select 2 82 %

68 Marantz NR1501 –

| 50

AV-Receiver-Test

Aktuelle Mittelklassemodelle von Yamaha, Denon und Onkyo

70 Bose Acoustimass 15 –

AUS DER REDAKTION

3 Editorial

96 Fachhändlerverzeichnis

25 Testnotizen

98 Impressum

94 Testübersicht

98 Vorschau

praxis

| 88

5.2009 Oktober/November

88 Das eigene Kino: Mehr Komfort durch

maskierbarer Leinwände

92 Aufgeschraubt: Denons Universalplayer

DVD-A1UD im Detail

Maskierbare Leinwände für vollendetes

Heimkinofeeling mit Luxusflair

BLU-RAY TEST

Ein Extra der

15 Filme im Test

entertainment

DVD

74 Into The Mirror

74 Tales Of The Black Freighter

75 Watchmen

76 Knowing

76 Comedy Street

78 Willkommen bei den Sch'tis

BLU-RAY DISC

79 Underworld – Aufstand der Lykaner

80 The Wrestler

80 Milk

82 The International

84 Yellowstone

84 Im Schatten des Mondes

85 Der Vorleser

86 Gran Torino

87 Die Jagd zum magischen Berg

WATCHMEN Seite 75

THE INTERNATIONAL WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS

THE WRESTLER

82 78 80

Bild er Inhalt: Auerbach Verlag, Image Vertriebs GmbH, Neotion, Nubert, Nvidia, Onkyo, Samsung, Sony, Yamaha WWW.DIGITAL-TESTED.DE 5


aktuelles

THEMA

IDTV-GERÄTE VEREINEN SET-TOP-BOX UND FERNSEHER

Integrierte Tuner-Lösungen

Für die Nutzung der digitalen Programmvielfalt im Kabel und über Satellit mussten bisher vielfach Digitalreceiver

neben dem TV-Gerät genutzt werden. Dies soll sich dank neuer integrierter Tuner-Technologien nun

ändern. Wir zeigen Ihnen, worauf zu achten ist.

Digital-TV ist keine neue Erfindung.

Bereits seit 1996 werden in Europa

Programme im DVB-Standard übertragen.

Allerdings mussten Nutzer von Satelliten-

und Kabelanschlüssen, wenn es um

den Empfang der digitalen Programme ging,

bisher meist auf separate Receiver zurückgreifen.

Nur wenige Hersteller boten in der Vergangenheit

auch integrierte Tuner-Lösungen

an. Auf dem deutschen Markt konnten somit

bis vor Kurzem nur TV-Geräte der Hersteller

Loewe, Metz, Technisat, Humax und Minerva

mit solchen Lösungen überzeugen.

Nun kommt jedoch, nicht zuletzt dank der

spätestens im Jahr 2012 bevorstehenden

Analogabschaltung, Bewegung in den Markt.

Hersteller wie Panasonic, Samsung und andere

haben erkannt, dass mit integrierten

Lösungen die Kundenzufriedenheit gesteigert

werden kann, und bieten deshalb neben Fernsehgeräten

mit DVB-T-Tuner auch Modelle

mit digitalen Kabel- und Satellitentunern an.

Allerdings gilt einmal mehr, dass vor dem Kauf

einiges beachtet werden sollte. Wir zeigen

Ihnen, welche Vorkehrungen zu treffen sind,

wo die Vor- und Nachteile liegen sowie die

Möglichkeiten, mit den Geräten Pay-TV-Programme

zu nutzen.

Der richtige Tuner

Nicht jeder Hersteller integriert bereits alle

Tuner-Lösungen in seine Geräte. So verbaut

Sony derzeit nur digitale Kabel- und DVB-T-

Empfangsteile in den LCD-Serien. Wer einen

solchen Fernseher dann an einer Satellitenanlage

nutzen möchte, muss wiederum zusätzlich

einen externen DVB-Receiver betreiben.

Panasonic implementiert zwar bereits alle

Tuner im Gerät, deaktiviert aber den Kabeltuner

in Deutschland bei einigen Modellen, wie

etwa dem TX-P42GW10, sodass sich digitale

Kabelsignale nicht ohne Tricks empfangen

lassen.

Vor dem Kauf des geeigneten TV-Gerätes mit

integriertem Digitaltuner muss also feststehen,

welcher Empfangsweg genutzt wird.

Gegebenenfalls kann dieser vom analogen

Empfang abweichen. Beispielsweise kann ein

Umstieg auf Satellit laufende Kosten reduzieren.

Neben dem Empfang der Standardinhalte

bieten die meisten TV-Geräte die Möglichkeit,

die hochauflösende Variante über den integrierten

Tuner hereinzubekommen. Dazu wird

für den Satellitenempfang ein sogenannter

DVB-S2-Tuner verbaut. Für Kabelnetze muss

hingegen kein neuer Tuner her, da die HDTV-

Signale über diesen Übertragungsweg keine

besondere Modulation erfordern. Auch einige

DVB-T-Empfangsteile in den Geräten sind

HDTV-tauglich. In Deutschland, Österreich

und der Schweiz ist ein solcher Tuner jedoch

nicht nötig, da hier auf absehbare Zeit keine

hochauflösenden Sender über die terrestrische

Antenne zu empfangen sein werden.

Modularer Aufbau

Während die Mehrzahl der Hersteller die Digitaltuner

direkt im Gerät integriert, bieten

Metz und Loewe weiterhin auch eine nachträgliche

Einbaumöglichkeit der Tuner an. Der

Fachmann kann somit schnell einen neuen

ins Gerät einsetzen und somit aus einem

digitalen Kabelfernseher ein TV-Gerät mit

DVB-S2-Unterstützung machen. Möglich ist

dies durch sogenannte Stecksockel in den

Bilder: Auerbach Verlag, Panasonic, Philips, Toshiba

6 DIGITAL TESTED 5.2009


THEMA

aktuelles

Fernsehgeräten. Der Vorteil liegt auf der Hand:

Ziehen Sie um oder entscheiden sich plötzlich

für einen neuen Übertragungsweg, muss der

Fernseher nicht gewechselt werden. Das spart

Kosten und Ärger.

Decodierung

Wer den Umstieg vom analogen auf digitalen

Kabelempfang erwägt, muss sich bewusst

sein, dass die meisten Kabelbetreiber die

digitalen Signale nur codiert einspeisen. Hier

gibt es derzeit noch Probleme, da es keine

offiziellen Module für die Fernsehgeräte gibt,

welche die Smartcard des Providers aufnehmen.

Dies dürfte sich mit der Einführung

von CI Plus ändern. Die neusten Modelle der

Hersteller Samsung, Philips und Sony sind

bereits mit den technischen Voraussetzungen

ausgestattet, sodass nur das Modul samt

Karte eingesteckt werden muss. Generell ist

beim Kauf der innovativen IDTV-Geräte auf

eine moderne und zukunftssichere Ausstattung

zu achten.

Leider lassen sich ältere Modelle nicht auf CI

Plus erweitern. Hersteller wie Loewe oder Metz

suchen allerdings nach Interimslösungen, um

den Nutzern, die bereits ein Gerät mit integriertem

Digitaltuner erworben haben, ebenfalls

den offiziellen Zugang zu Pay-TV-Inhalten

zu ermöglichen. Wie eine solche Lösung aussehen

könnte, ist derzeit reine Spekulation, da

uns diesbezüglich bis zum Redaktionsschluss

noch keine Ergebnisse geliefert werden konnten.

Fakt ist, dass die Receiver-Industrie, wo

ähnliche Probleme mit bereits ausgelieferten

Set-Top-Boxen auftreten, mit sogenannten

Legacy-Modulen arbeiten wird.

Doch nicht nur im Kabel wird codiert. Nein,

auch bei der Satellitennutzung sollte man

zukunftssicher auf CI Plus setzen. Zwar werden

die Standard-TV-Inhalte bei diesem Übertragungsweg

uncodiert bereitgestellt, doch

bei HDTV muss der Kunde für den Mehrwert

zahlen. Spezielle große Flachbildschirme sind

prädestiniert für die Nutzung in Verbindung

mit HDTV-Signalen. Da diese aber von den

privaten TV-Anbietern nur codiert angeboten

werden, ist eine Pay-TV-Unterstützung unabdingbar.

Auch hier wird der Durchbruch erst

mit CI Plus kommen. Weiterhin ist der größte

deutsche Pay-TV-Provider Sky an einer CI-

Plus-Lösung interessiert, sodass selbst für die

attraktiven Angebote des Unternehmens mit

sieben HDTV-Kanälen bald keine zusätzliche

Box mehr nötig ist. Selbst beim terrestrischen

Auch elektronische Programmführer (EPG) stehen bei modernen IDTV-Geräten zur Verfügung. Hier erfahren

Sie direkt, was gerade gesendet wird

Fernsehen macht es mittlerweile Sinn, Geräte

mit CI-Plus-Schnittstelle und -Unterstützung

zu wählen. Im Großraum Stuttgart sowie in der

Region Leipzig/Halle wird die Mediengruppe

RTL Deutschland zukünftig ihre Programme

nur codiert anbieten.

Vorteile von IDTV

Integrierte Digitaltuner-Lösungen bieten eine

Reihe von Vorteilen. Zum einen befindet sich

natürlich kein zusätzliches Gerät im Raum,

zum anderen entfallen die Kabelzuleitungen

vom Fernseher zum Receiver. Dies ist besonders

dann sinnvoll, wenn das Gerät im Wohnzimmer

an die Wand gehängt werden soll.

Zudem wird eine zweite Fernbedienung überflüssig,

da die Handhabung mithilfe der Steu-

Armando Romagnolo,

General Manager Produktmarketing

TV,

Panasonic Germany

Integrierte Tuner-Lösungen in modernen

Flachbildfernsehern sind

auf dem Vormarsch. Gehen Sie

davon aus, dass es zukünftig nur

noch Geräte mit Digitaltuner geben

wird?

Wir gehen davon aus, dass es

zukünftig immer mehr Geräte

mit Digitaltuner geben wird, da

so dem Trend zur Digitalisierung

Rechnung getragen wird. Jedoch ist

auch weiterhin ein guter analoger

Tuner nicht zu vernachlässigen,

da die Verbreitung von digitalen

Programminhalten in Deutschland,

hier speziell über Kabel, immer

noch sehr niedrig ist.

Mit der CI-Plus-Schnittstelle soll es für den Kunden zukünftig

leichter werden, auch Pay-TV-Angebote mit LCD- oder

Plasmageräten ohne externe Box zu nutzen. Werden Sie die

CI-Plus-Schnittstelle unterstützen? Wenn ja, ab wann sind

die Geräte erhältlich?

Panasonic ist großer Unterstützer der neuen Common-Interface-Spezifikation

CI Plus und ist an der Entwicklung dieses

Standards maßgeblich beteiligt. Wenn sich alle Marktteilnehmer

der Industrie, also TV-, Modul- und Smardcard-

Hersteller sowie die Sendeanstalten, auf diesen Standard

festlegen, werden auch künftige Panasonic-Modelle diesen

neuen Standard unterstützen. Zum heutigen Zeitpunkt können

wir noch keine genaue Aussage treffen, wann dies der

Fall sein wird, und somit auch nicht sagen, wann wir CI Plus

für DVB-C und DVB-S einführen.

Derzeit werden die meisten IDTV-Geräte mit einer Multituner-Lösung

ausgestattet. Worin bestehen die Vorteile, alle

Tuner in ein Fernsehgerät zu integrieren?

Die Integration von digitalen Multitunern in unsere Viera-

Flachbildfernseher hat bei uns eine sehr hohe Priorität.

Bereits heute verfügen viele Plasma- und LCD-Serien von

Panasonic über einen Multituner. Wir sehen hier einen

großen Mehrwert für den Endverbraucher, da er mit dem

Multituner alle relevanten Sendesignale in einer sehr guten

Bildqualität empfangen kann und er keine zusätzlichen Empfangsgeräte

mehr benötigt. Dies bedeutet endlich Schluss

mit dem Kabelsalat und verschiedenen Fernbedienungen.

Aufnahmefunktionen über externe USB-Datenträger – wie

sie heute bei Set-Top-Boxen bereits gang und gäbe sind –

werden bei IDTV-Geräten noch vermisst. Plant Ihr Unternehmen,

hierfür eine Lösung bereitzustellen?

Aufgrund der immer strengeren Anforderungen seitens

der Content-Anbieter werden externe Wechseldatenträger,

ob nun über USB oder andere Verbindungsmöglichkeiten

angeschlossen, zukünftig auf immer größere Hindernisse

stoßen, den ausgestrahlten Content aufzuzeichnen. Besonders

dann, wenn diese kein Content Secure Management

unterstützen. Panasonic beobachtet die Entwicklung im

Markt bezüglich der Aufnahmefunktionen ganz genau und

wir werden in Zukunft vielleicht ein Lösung bereitstellen,

sofern dies möglich sein sollte.

Vielen Dank für das Gespräch.

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

7


aktuelles

THEMA

Marcos Pérez Herrera,

Marketing Senior Product

Manager CTV, Samsung

Integrierte Tuner-Lösungen in

modernen Flachbildfernsehern

sind auf dem Vormarsch. Die

DIGITAL-TESTED-Redaktion sprach

zu diesem Thema unter anderem

mit Marcos Pérez Herrera, Senior

Product Marketing Manager CTV bei

Samsung. Worin er die Vorteile einer

integrierten Tuner-Lösung sieht

und sich Pay-TV optimal in Flachbildfernsehern

integrieren lässt,

erfahren Sie im Interview.

Immer mehr TV-Geräte verfügen

bereits über mindestens einen Digitaltuner.

Gehen Sie davon aus, dass

es zukünftig nur noch Geräte mit Digitaltuner geben wird?

Ja, dieser Trend ist eindeutig zu beobachten. Mittlerweile

ist in etwa 70 Prozent aller LCD-TV-Geräte ein DVB-Tuner

integriert. Betrachtet man die Vorjahresperiode, waren es

nur ungefähr 40 Prozent. Der Trend zur Integration von Digitaltunern

wird zusätzlich durch die Tatsache gefördert,

dass in absehbarer Zeit mit der Analogabschaltung zu

rechnen ist und somit der Empfang von analogem Fernsehen

nicht mehr möglich ist.

Wir raten deshalb unseren Kunden, beim Kauf eines neuen

TVs darauf zu achten, dass unbedingt ein Digitaltuner integriert

ist – damit kann der Verbraucher optimal von den

Vorteilen des digitalen Fernsehens profitieren. Samsung

hat bereits fast alle TV-Modelle mit einem Digitaltuner

ausgestattet – einige Modelle verfügen sogar über einen

Multituner für alle Empfangswege – für Satellit, Kabel und

Terrestrik.

Mit der CI-Plus-Schnittstelle soll es zukünftig den Kunden

erleichtert werden, auch Pay-TV-Angebote mit LCD- oder

Plasmageräten ohne externe Box nutzen zu können. Werden

Sie die CI-Plus-Schnittstelle unterstützen? Wenn ja, ab

wann sind die Geräte erhältlich?

Rechtzeitig zur IFA liefern wir Geräte mit CI-Plus-Ausstattung:

Die CI-Plus-Schnittstelle wird in allen LED-TVs sowie

in allen LCDs und Plasmas ab der Serie 550 enthalten sein.

Der Kunde ist somit perfekt für das digitale TV-Zeitalter in

Deutschland gerüstet – denn CI Plus kann neben den unverschlüsselten

auch verschlüsselte Programme abbilden,

wie von digitalem Pay-TV. Damit wird auch der Empfang

des neuen Services HD Plus von Astra möglich.

Derzeit werden die meisten HDTV-Geräte mit einer Multituner-Lösung

ausgestattet. Worin bestehen die Vorteile,

alle Tuner in ein TV-Gerät zu integrieren?

Das ist ganz einfach: Die Zuschauer brauchen nur eine

Fernbedienung und der Kabelsalat im Wohnzimmer wird

reduziert. Weitere Vorteile sind, dass bei Umzügen oder

bei Umstellungen des TV-Übertragungswegs jederzeit

digitales Fernsehen ohne zusätzliche Anschaffungen, wie

einem externen Receiver, geschaut werden kann. Bestes

Beispiel sind unsere LCD- und Plasma-TV-Serien 579 und

679: Diese haben neben dem CI-Plus-Schacht schon einen

digitalen Multituner für den Empfang über Satellit, Kabel

und Terrestrik integriert – für ein digitales Fernsehvergnügen

sogar in brillanter HDTV-Qualität.

Aufnahmefunktionen über externe USB-Datenträger – wie

sie heute bei Set-Top-Boxen bereits gang und gäbe sind –

werden bei HDTV-Geräten meist noch vermisst. Plant Ihr

Unternehmen, hierfür zukünftig eine Lösung bereitzustellen?

Wir denken über Aufzeichnungsmöglichkeiten nach, da

sogenannte PVR-Funktionen (Personal-Video-Recorder-

Funktion) einen Kundennutzen darstellen. Konkrete Pläne

gibt es aber bisher noch nicht.

Leider hat sich der Trend zu integrierten Digitaltunern noch

nicht bei DVD-Rekordern durchgesetzt. Wer die Signale

digital aufzeichnen will, braucht oft sogar zwei Zusatzgeräte.

Sehen Sie hier in naher Zukunft Abhilfe?

Wir gehen davon aus, dass in Zukunft immer mehr DVD-Rekorder

mit Digitaltunern ausgestattet werden. Das belegen

auch aktuelle Zahlen: So wuchs der Anteil bei DVD-Rekordern

mit Digitaltunern (DVB-T) von Juli 2008 bis Juni 2009

gegenüber der Vorjahresperiode um sechs Prozent auf

einen Gesamtmarktanteil von 16 Prozent. Das entspricht

einem Wachstum von 46 Prozent auf circa 127 000 Geräte.

Die Entwicklung hängt aber auch mit der Digitalisierung

der Haushalte sowie den noch zu klärenden Fragen der

digitalen Rechteverwaltung ab.

Vielen Dank für das Gespräch.

erung des TVs

erfolgen kann. Auch

die Umgewöhnung in Bezug auf eine zweite

Bedienstruktur erübrigt sich somit. Bei der

Bildqualität gibt es kaum noch Unterschiede,

egal ob ein Gerät mit integriertem Tuner oder

eines mit externer, über HDMI angeschlossener

Set-Top-Box genutzt wird.

Kein Licht ohne Schatten

Natürlich gibt es auch Nachteile der All-inone-Lösungen.

In erster Linie betrifft dies die

Zukunftssicherheit. TV-Geräte stehen wegen

des höheren Preises deutlich länger im Wohnzimmer

als ein Digitalreceiver. Während die

Geräte heute auf einem hochaktuellen Stand

der Technik sind, kann es in wenigen Jahren

passieren, dass trotz alledem ein zusätzlicher

CI PLUS

Hauptziel von CI Plus ist es, die Ausgabe der

Daten des CI-Plus-Moduls nicht mehr unverschlüsselt

an den Receiver laufen zu lassen. Im

herkömmlichen Standard werden die Daten vom

Modul codiert aufgenommen, aber uncodiert an

die Endgeräte weitergegeben. Bei CI Plus wird im

ersten Schritt eine Authentifizierung zwischen

CI-Plus-Modul und Empfänger vorgenommen. Im

zweiten Schritt prüfen beide Seiten die gegenseitige

Zuverlässigkeit. Dies bedeutet, dass der

Receiver prüft, ob es sich um ein CI-Plus-Modul

handelt, und das Modul wiederum, ob der Receiver

das CI-Plus-Protokoll unterstützt. Die Kommunikation

zwischen den Komponenten läuft dabei

über einen sogenannten sicheren Kanal. Somit

soll es unmöglich werden, den Stream zwischen

den Geräten zu manipulieren. Im abschließenden

Schritt wird ein sicherer Schlüssel erstellt, der

zum Schutz digitaler Inhalte dient. Mit diesem

werden nun die Daten von Pay-TV-Programmen

kommuniziert. CI Plus ermöglich so auch die Sicherstellung

des Jugend- und Kopierschutzes.

Loewe integriert bereits seit einigen Jahren

Digitaltuner in seine TV-Geräte. Die

IDTV-Lösung wurde dabei auch bei Röhren-Geräten

angeboten. Heute findet

sich mindestens ein Digitaltuner in den

modernen Flachbildfernsehern

Receiver aufgestellt werden muss, um

neue Übertragungsformate sehen zu

können. Die Entwicklung beim digitalen

Fernsehen schreitet unaufhaltsam voran

und neue Komprimierungsverfahren

können nicht ausgeschlossen werden.

Wer es sich zum Ziel setzt, stets alles

empfangen zu können, muss das Risiko

eingehen, irgendwann sogar neben dem

IDTV einen Receiver stehen zu haben. Für den

„normalen“ TV-Zuschauer sollte dies allerdings

kein Problem darstellen, da die derzeit

eingesetzten Übertragungsstandards noch

sehr lange parallel betrieben werden.

Ein Nachteil für Nutzer spezieller Satellitenanlagen

findet sich bei der Antennensteuerung.

Leider kann nur ein Bruchteil der TV-Geräte

auch Drehanlagen über das DiSEqC-Protokoll

steuern oder gar Unicable-Einkabelsysteme

unterstützen. Wer eine solche Sonderlösung

beim Empfang der Satellitensignale nutzt,

kann derzeit noch nicht auf eine IDTV-Lösung

zurückgreifen und muss zwangsläufig auf die

Set-Top-Box ausweichen.

Ein weiterer Nachteil tritt beim Defekt eines

solchen Alleskönners auf. Während ein Receiver

schnell ausgetauscht werden kann und

sich die Preise dafür in der Regel in Grenzen

Bilder: Auerbach Verlag, LG, Neotion, Panasonic, Samsung

8

DIGITAL TESTED 5.2009


halten, muss bei einem Defekt des IDTV-Empfängers mehr Aufwand in

Kauf genommen werden. Eine längere Reparatur erfordert ein gleichwertiges

Tauschgerät bzw. einen Fernseher mit dazugehörigem Digitalreceiver.

Aufnahmen schwierig

Derzeit bieten nur sehr wenige Hersteller Lösungen an, die es ermöglichen,

mit dem TV-Gerät gleichzeitig Mitschnitte durchführen zu können.

Die deutschen Unternehmen Loewe, Metz und Technisat stellen diese

Funktion über eine interne Festplatte zur Verfügung. Der Vorteil liegt

auf der Hand: Vom Receiver bekannte Funktionen, wie das Anhalten des

Fernsehbildes mit der Pause-Taste (im Fachjargon Time-Shift genannt),

können somit auch mit dem TV-Gerät genutzt werden. Zusätzlich sind

digital angefertigte Aufnahmen möglich, sodass selbst für diesen Zweck

kein externes Gerät nötig ist. Vielfach stecken Aufnahmemöglichkeiten

bei Fernsehgeräten noch in den Kinderschuhen.

Ähnlich wie bei Set-Top-Boxen könnten aber auch bei TV-Geräten externe

Datenträger demnächst eine große Rolle spielen. Nahezu alle Fernseher

verfügen bereits heute über mindestens eine USB-2.0-Schnittstelle, an

welche Speichermedien angeschlossen werden können. Da beim Digital-TV

sowieso nur der sogenannte Datenstrom gespeichert wird, muss

lediglich eine Lösung gefunden werden, wie dieser über USB an den

Datenträger weitergegeben werden kann. Dies wäre theoretisch sogar

mit Updates der bereits ausgelieferten TV-Geräte möglich.

Fazit

Alles in allem zeigt sich, dass neue IDTV-Geräte mit einer CI-Plus-Schnittstelle

eine zukunftssichere TV-Lösung darstellen. Wer heute über den

Kauf eines neuen Flachbildfernsehers nachdenkt, sollte unbedingt auf

eine CI-Plus-Schnittstelle achten.

Vom Fernsehzuschauer können die Geräte uneingeschränkt für den

vollen TV-Genuss genutzt werden. Einzig in Familien mit großem Fremdsprachenanteil

sowie bei den Ansprüchen der sogenannten Sat-Freaks

können die IDTVs eine normale Set-Top-Box noch nicht ersetzen. Hier

fehlt ganz einfach die Unterstützung verschiedener Antennensteuersignale

beim Satellitenempfang. 1

Ricardo Petzold

Erweiterte EPG-Daten, wie etwa ein TVTV-Programmführer mit weiterführenden

Informationen, werden des Öfteren über das Netzwerk empfangen

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aktuelles

Trend: Stromsparen

Neben immer besserer LED-Technik,

neuen Riesenplasmas und

trendiger 3-D-Technik bleibt ein

Thema bei den Herstellern vorherrschend.

Das Stichwort lautet „Energiesparen“

und dies wird auch

auf der IFA in Berlin zu spüren

sein. Zwar setzen vor allem die

TV-Hersteller ohnehin auf aktuelle

LED-LCDs, die durch die Verwendung

der robusten und ökologisch

zielführenden LEDs einen geringeren

Stromhunger verspüren, trotzdem

wird auch in der Entwicklung

immer stärker auf diese Thematik

geachtet.

Nicht ohne Grund fühlte sich die

EU verpflichtet, entsprechende

Vorgaben zu machen, welche

die Hersteller in Zukunft einzuhalten

haben. „Bereits seit 2002

gibt es weltweit eine freiwillige

Selbstverpflichtung der Hersteller,

den Energieverbrauch zu senken,

aber sicherlich ist es sinnvoll, die

Vorgaben hierfür durch die neue

EU-Richtlinie klar zu definieren“,

so Georg Wilde, Manager Media

Relations bei Philips. Dass dies

nicht nur den effektiven Stromverbrauch

betrifft, bestätigt Martin

Winkler, Marketing Director von

Sony Deutschland: „Uns geht es

hierbei nicht nur um den geringen

Stromverbrauch, sondern auch

um Einsparmöglichkeiten durch

kleinere Verpackungen, digitale

Bedienungsanleitungen oder effizientere

Produktionsprozesse.“

Doch Bemühen, die die Umwelt zu

schonen, werden nur bedingt zum

Erfolg führen, wenn sie allein von

der Herstellerseite ausgehen.

Immerhin: „Über 30 Prozent der

deutschen Konsumenten legen

Wert auf einen Strom sparenden

Fernseher“, so Frank Bolten, Geschäftsführer

Sharp Electronics

Deutschland. Dies lässt zumindest

darauf schließen, dass das

Bewusstsein der Verbraucher im

Aufbruch ist. Die Priorität beim

Fernsehkauf sollte weiterhin eine

hohe Bildqualität sein, doch die

Relevanz des Stromverbrauchs –

vor allem aus kollektiver Kundensicht

– kann nicht unerhebliche

Auswirkungen auf eine positive

Umweltentwicklung haben. FK

IM GESPRÄCH MIT DR. CHRISTIAN GÖKE (MESSE BERLIN)

IFA 2009 – Stillstand oder Bewegung?

Die IFA in Berlin vereint auch in diesem Jahr wieder Produkte der weißen und

braunen Ware unter einem Dach. Darüber hinaus werden auch die Folgen der

Weltwirtschaftskrise Auswirkungen auf das Bild der Messe haben.

Die IFA vergrößert in diesem

Jahr den Anteil von Waschmaschinen,

Fritteusen und Kaffeemaschinen.

Wie viel weiße

Ware passt zu einer „Funk“-

Ausstellung?

Beide Märkte, der für Unterhaltungselektronik

und der für

Elektrohausgeräte, haben eine

gemeinsame Basis. Seit dem

Bestehen dieser Märkte sind

deren Geräte auch im Fachhandel

unter einem Dach zu finden.

So war es ein logischer

Schritt, diese Märkte auch auf

einer Veranstaltung wie der IFA

zusammenzuführen. Auf der Hersteller- wie auch auf

der Handelsseite gab es schon immer eine starke Verzahnung

beider Branchen. Die Internationale Funkausstellung

wird auch deshalb IFA genannt, weil sie heute

weitaus mehr ist als „nur Funk“.

Weshalb glauben Sie, dass der Kühlschrank zum Fernseher

passt?

Warum nicht? Beim Händler passt es, beim Konsumenten

passt es. Das ist keine Glaubensfrage, sondern ein Teil

der Realität. Der Kühlschrank mit integriertem Fernseher

ist Symbol für eine neue Generation von Lifestyle und

Design. Ein neues, offenes Wohnkonzept, das eine Kombination

von Wohnen und Küche vereinheitlicht, etabliert

sich zunehmend.

Die Vielfalt multimedialer Anwendungen steigt. Fotos von

der Digitalkamera oder dem Handy, Videos vom Camcorder,

Musik vom MP3-Player oder vom Computer, Spiele

aus der Konsole und Kinofilme vom Blu-ray-Player –

alle Inhalte sollen und werden zunehmend im gesamten

Wohnbereich verfügbar und vernetzt sein.

Die IFA in drei Jahren: Mehr weiße oder mehr braune

Ware?

Die Frage sollte anders lauten: Werden wir beide Branchen

dann noch so schwarz-weiß unterscheiden?

Was könnte der Unterhaltungselektronik noch einmal zu

einem großen Schub verhelfen?

Die Entwicklung ist seit Jahren stetig rasant und wird sich

fortsetzen. Dabei werden sich die Ansprüche und Erwartungen

an das Produkt verlagern. Steht jetzt die Größe

und Breite eines TV-Gerätes im Fokus, sind es morgen

eine noch weiter optimierte Bildqualität, die Nutzung

des Internets und anderer Inhalte wie Fotos via Fernseher

und 3-D-Anwendungen sowie das Design. Energieeffizienz

wird in beiden Branchen noch viele Jahre

ein Thema sein.

Die ehemalige SNC-Halle wird immer leerer, die Anga

Cable immer voller. Hat die IFA als Branchentreff für die

Digital-TV-Industrie ausgedient?

Im Gegenteil, gerade in diesem Jahr verzeichnen wir

einen deutlichen Zuwachs. Denn die Telekommunikationsfirmen

und TV-Kabelanbieter stehen in einem ganz

Mit gespannten Augen blicken die technikbegeisterten

Besucher auf die neuen Produkte aus der

Unterhaltungselektronik. Welche Harmonie „Weiß“

und „Braun“ eingehen können, diskutierte DIGITAL

TESTED mit dem Geschäftsführer der Messe Berlin,

Dr. Christian Göke. Im Gespräch zeigt sich die Siegessicherheit

der Messe über die konzeptionellen

Veränderungen, die in den kommenden Jahren für

eine stärkere Verschmelzung verschiedener Produktgenres

sorgen könnte. Mit welchen Highlights

die IFA 2009 noch auftrumpfen kann, können Sie

außerdem auf den folgenden Seiten nachlesen.

„Gerade in diesem Jahr verzeichnen wir einen deutlichen Zuwachs“

Christian Göke,

Geschäftsführer

Messe Berlin GmbH

neuen Wettbewerb und die Digitalisierung der TV-Ausstrahlung

schreitet voran. Obwohl die digitale TV-Industrie

schon lange diskutiert wird, ist sie ja gerade erst in

den Wohnzimmern angekommen.

ARD und ZDF beispielsweise übertrugen in diesem Jahr

als erstmalig die Leichtathletik-WM in digitaler Form. Vor

acht Jahren haben wir über das Thema Konvergenz noch

sehr nebulös gesprochen, heute ist es fassbar.

TV-Produzenten lieferten von jeher faszinierende Produkte

und Shows für die Besucher. Was sind die Highlights

in diesem Jahr?

Ein Alleinstellungsmerkmal der IFA ist die faszinierende

Kombination aus Order- und Publikumsmesse. Die IFA

bietet traditionell neben einer Vielfalt von Innovationen

ein umfangreiches und internationales Showprogramm.

Die Event-Highlights dieses Jahr sind:

- Amy Macdonald und Annett Louisan live im

IFA-Sommergarten, 3. September

- Roland Kaisers „Kaisermania – Deutschlands größte

Schlagerpaty“, 5. September

- Stefan Marquardt & Friends laden zum „Rock’n’Roll

Barbecue“, 4. September

2009 ist das Jahr der Wirtschaftskrise. Merken Ihre

Aussteller das?

Ja, natürlich. Der Wettbewerb wird noch härter, die Kalkulation

immer schwieriger. Deshalb macht uns die positive

Entwicklung der IFA in diesem Jahr besonders stolz. Wir

spüren das große Vertrauen der Industrie in die Leistungsfähigkeit

der IFA, aber auch die Herausforderung,

diese Erwartungen zu erfüllen.

Was bringt die Branche 2010 zurück ins Geschäft?

Das würde voraussetzen, dass sie 2009 nicht im Geschäft

ist. Was nicht stimmt. 2009 ist zwar für einige

Unternehmen kein einfaches Jahr, jedoch wachsen nach

wie vor die Märkte der CE und Home Appliances. Davon

können anderen Industrien nur träumen.

HDTV ist erwachsen geworden. Gut oder schlecht für eine

Messe wie die IFA?

Ausgezeichnet – denn jetzt geht es via IFA in die Märkte.

HDTV ist auf der IFA erwachsen geworden. Es ist eine

ganz wesentliche Entwicklung für die Unterhaltungselektronik,

die schon seit Jahrzehnten diskutiert und

vorangetrieben wird. Wir sind froh, dass HDTV sich

jetzt auch endlich beim Endverbraucher etabliert. 3-D-

Fernsehen wird als nächste große Innovation dieser Art

kommen.

Ursprünglich verliehen zahlreiche TV-Sender der Messe

ihren besonderen Glanz. Warum bleiben RTL und Co.

beständig fern?

Schon im vergangenen Jahr war die Mediengruppe RTL

Deutschland mit seinen Sendern bei der IFA vertreten.

ARD und ZDF sind, wie in jedem Jahr, auch 2009 wieder

mit dabei.

Vielen Dank für das Gespräch.

Bilder: Messe Berlin GmbH

10

DIGITAL TESTED 5.2009


TÄGLICHE LIVE TV-SENDUNGEN

präsentiert den

BESUCHEN SIE DIE HALL OF FAME DES WELTWEIT GRÖSSTEN

TECHNOLOGIE-, SPORT- UND LIFESTYLE-WETTBEWERBS.

Erleben Sie vom 4.9. bis zum 9.9.2009 die besten Produkte des Jahres auf der IFA in Berlin. (Halle 18)

• Produktpräsentation der siegreichen Hersteller • Tägliche Live-Fernsehsendung von ANIXE HD aus

dem Plus X Award TV-Studio • Die Plus X Award Chill Out-Area und die De‘Longhi Coffee-Bar laden

zum Entspannen ein • Exklusiver Plus X Award-Business-Club


aktuelles

Neue AVR-Boliden

Kurz vor der IFA kündigte Onkyo neue

AV-Receiver der etwas höheren Preisklasse

an. Gleich drei neue Modelle, die

zwischen 1 500 und 2 500 Euro kosten,

werden das Repertoire nach oben hin

abrunden. Das günstige Gerät TX-NR1007

besitzt sechs HDMI-Eingänge sowie zwei

-Ausgänge und greift bei dem 1 080p-Upscaling

auf einen Faroudja-Chip zurück.

Für 300 Euro mehr gibt es den NR3007, der

über sieben HDMI-Eingänge verfügt und

einen ReonVX-Prozessor für die Videosektion

mit sich bringt. THX-Ultra-2-Pluszertifizierte

9.2-AV-Receiver werden zahlreiche

Features wie Netzwerkstreaming

und Audyssey DSX unterstützen.

Doch auch die anderen Hersteller sind

aktiv. So veröffentlicht Harman/Kardon

im September den AVR 660 und AVR

760 für 1 999 bzw. 2 499 Euro. Die ersten

netzwerkfähigen AV-Receiver des US-

Herstellers setzen auf das neue Dolby

Volume, um Lautstärkeschwankungen zu

vermeiden. Außerdem verbaut Harman

die neueste Generation des Faroudja-

DCDi-Prozessors für 1 080p-Scaling. Beide

Modelle unterstützen den Multiroom-

Betrieb, der AVR 760 sogar mit Video. FK

PS3 Slim kommt

Sony hat auf der erstmalig stattgefundenen

Gamescom in Köln eine neue

Playstation 3 angekündigt. Die Slim-Variante

soll bereits ab dem 1. September

in den Läden stehen und wird 299 Euro

kosten. 30 Prozent weniger Stromverbrauch,

ein kompakteres Gehäuse mit

einer leicht veränderten Optik und eine

120-Gigabyte-Festplatte sind die Merkmale

der PS3 Slim. Ob sich in Bezug

auf die Blu-ray-Wiedergabe Änderungen

ergeben werden, ist derzeit noch offen.

Bis dato fehlte der PS3 die Option, die

neuen HD-Tonformate über Bitstream

auszugeben. Außerdem könnte sich die

Konsole mittels HDMI-CEC z. B. auch über

die passende TV-Fernbedienung steuern

lassen. Bravia Sync wird unterstützt und

basiert auf dem HDMI-CEC-Standard. Dadurch

ließe sich die Slim-Variante besser

ins Heimkino integrieren. FK

ERSTE 3-D-PLAYER ENDE 2010?

Filme in dritter Dimension

Schon immer waren die Zuschauer von dreidimensionalen

Bildern fasziniert. Gerne erinnert man

sich auch an die Thementage im Fernsehen, an

denen mit simpler Farbfilterbrille für die Augen

etwas anstrengende, aber immerhin interessante

3-D-Filme und -Beiträge gezeigt wurden. Spätestens

seit diesem Jahr wird der Begriff 3-D wieder

aktuell, denn immer häufiger gelangt entsprechendes

Material in die Säle. Was das großformatige

IMAX-Kino bereits seit Langem anbietet,

wird nun auch auf viele Kinofilme portiert. Bis

dato sind es vor allem Animationsfilme, die mit

speziell aufbereiteter Optik aufwarten können

und den Zuschauer in neue Dimensionen entführen.

Nach und nach rüsten die Kinoketten auf

NEUE BLU-RAY-PLAYER UND -ANLAGEN

IFA 2009: Von Blau geprägt

Das High-Definition-Format Blu-ray ist längst ein

ständiges Thema der Unterhaltungselektronik

geworden. Auch dieses Jahr konnte die Präsenz

entsprechender Geräte und Software das Bild

der IFA vielleicht nicht dominieren, aber sehr

wohl mitbestimmen. Inzwischen sind die Ausstattungslisten

aus technischer Sicht im Großen

und Ganzen auf einem Niveau angelangt und

die Hersteller können ihren neuen Playern oder

Komplettsets vor allem durch besondere Designs

oder Zusatzfeatures Individualität verleihen.

Einige Firmen kündigten bereits neue Modelle

zur IFA an. LG veöffentlicht den BD390, der

im Gegensatz zum von uns bereits getesteten

BD370 über einen zusätzlichen 7.1-Ausgang verfügt

und mithilfe eines verbauten WLAN-Moduls

(n-draft) kabellos mit dem Internet kommunizieren

kann. So surft man bequem durch das Youtube-Portal

oder nutzt Medienformate, die vom PC

gestreamt werden.

Auch Onkyo schickt sein neues Wiedergabegerät,

den DV-BD507, ins Rennen. Das Bildsignal

kann der Player parallel über den Komponentenund

HDMI-Anschluss ausgeben, ferner wird das

Produkt die Justierung einiger Bildparameter

erlauben. Über den integrierten SD-Karten-Slot

können zudem u. a. AVCHD-Dateien wiedergegeben

werden. Philips präsentiert einen passenden

Blu-ray-Player für seinen Cinema-21 : 9-LCD, der

durch sein Cinemascope-Format in 56 Zoll besticht.

Der Spieler wurde extra für den breiten

LCD-TV entwickelt und ermöglicht es, die Untertitel

aus den schwarzen Balken zu verbannen und

gut sichtbar im eigentlichen Bild zu platzieren.

So können 21 : 9-Filme optimal auf dem bisher

einzigartigen Fernseher genossen werden,

ohne dass gegebenenfalls notwendige Untertitelinformationen

aufgrund des außergewöhnlichen

Fernsehformats abgeschnitten werden.

und tätigen große Investitionen, um die eigenen

Räumlichkeiten für 3-D zu rüsten. Doch auch der

Heimanwender darf bereits von Abenteuern in

dritter Dimension und den eigenen vier Wänden

träumen, denn spätestens Ende 2010 könnten

erste Systeme auf dem Markt erhältlich sein.

Sonys Deputy Senior Manager, Yoshinami Takahashi,

äußerte sich zu dem Thema und stellte in

Aussicht, dass bis Ende 2010 bereits 3-D-fähige

Blu-ray-Systeme auf den Markt kommen könnten.

Voraussetzung dafür sei ein gemeinsamer Standard,

den Takahashi aber kurz vor der Vollendung

sieht. Bereits auf der IFA 2009 sind Präsentationen

von in Entwicklung befindlichen 3-D-Geräten

für das Heimkino zu erwarten. FK

Aus preislicher Sicht ist zwar noch ein leichter

Abwärtstrend zu erwarten, unter 200 Euro unverbindliche

Preisempfehlung werden vorerst aber

wohl nur vereinzelte Modelle rutschen. Weitere

Hersteller, wie Sony und Samsung, hielten sich

bis zum Redaktionsschluss noch bedeckt.

Neben klassischen Stand-alone-Playern waren

auch Komplettsets stärker vertreten denn je. Sony

kündigte pünktlich zur IFA fünf neue Anlagen

an. Zusätzlich zu dem von uns in dieser Ausgabe

getesteten HTP-BD36SF wird es noch eine Version

mit kompakteren Boxen geben. Außerdem werden

zwei neue 2.1-Sets sowie das BDV-E300 und

BDV-E800W das Portfolio erweitern. Bei diesen

Modellen handelt es sich um klassische Komplettanlagen,

in denen die gesamte Audio- und

Videotechnik in einem Gerät integriert ist. Die

kompaktere Version, das E800W, bringt kleinere

Lautsprecher mit sich, die kabellos betrieben

werden können. Die Preise reichen von 600 bis

1 200 Euro. Auch bei Philips sind Komplettanlagen

ein Thema. Der niederländische Hersteller wird

ein 5.1-Set namens HTS7520 veröffentlichen, das

durch gebürstetes Aluminium und Glaselemente

bestechen soll. Dass ein Retrotrend zurück zu

weniger Lautsprechern auch hier Bedeutung hat,

zeigt das HTS7200. Dieses kommt mit einem

2.1-System daher und verspricht ebenfalls einen

aufwendigen Materialienmix. FK

Bilder: Onkyo, Harman/Kardon, Sony

12

DIGITAL TESTED 5.2009


LESERWAHL

aktuelles

GEWINNER DES LESERVOTINGS 4/2009!

IGITAL TESTED

www.digital-tested.de

LESERWAHL 4.2009

Panasonic TX-P42V10E

Plasma siegt

Panasonics TX-P42V10 gewann die Leserwahl der Ausgabe 4/2009. Wir

gratulierten Panasonic und sprachen mit Armando Romagnolo, General

Manager Produktmarketing TV, über das Siegerprodukt.

1. Platz

Was macht das Produkt aus Ihrer Sicht zum Publikumsliebling?

Die ausgewogene Balance zwischen Bildqualität, Funktionsvielfalt

und aktueller Technologie sowie das sehr

gute Preis- und Leistungsverhältnis machen den P42V10

zur ersten Wahl unter den Plasmageräten.

Wir haben zu Ihrem Fernseher getitelt: „Plasma in Perfektion“.

Geht es noch besser?

Das hohe Niveau, das Panasonic mit der V10-Serie

erreicht hat, ist natürlich schwer zu übertreffen. Dennoch

versuchen wir, die Fernseher in Zukunft noch

funktionaler und energieeffizienter zu gestalten. Mit

dem Z1 zeigt Panasonic bereits heute, was möglich ist:

Das Flaggschiff der neuen NeoPDP-Plasma-Serie ist ein

Premium-TV-Gerät mit Wireless HD, einer extrem flachen

Bautiefe von 2,47 Zentimetern und ausgerüstet mit allen

technischen Innovationen, die Panasonic derzeit zu

bieten hat.

Der TX-P42V10 verfügt über Viera Cast. Wie wichtig ist

Panasonic-Kunden die Anbindung ans Internet auf dem

Fernseher?

Viele Kunden haben den Mehrwert dieser modernen

Art des „Videotextes“ bereits erkannt. Künftig werden

sicherlich immer mehr Internetinhalte aus dem Fernseher

kommen. Was bislang PC-Nutzern vorbehalten war,

eröffnet sich nun dem Fernsehpublikum. Mit Viera Cast

hat Panasonic dieses Jahr einen Dienst eingeführt, mit

dem attraktive Internetinhalte auf dem Viera-Flachbildfernseher

abgerufen werden können. Unser hoher Anspruch

hinter Viera Cast ist dabei, dass wir den Nutzern

nicht nur Inhalte von attraktiven Kooperationspartnern

anbieten können, sondern auch,

dass der Zugriff besonders einfach

und intuitiv ist. Mit der Fernbedienung

navigiert man über wenige

Tastenschritte kinderleicht durch

das vielseitige Onlineangebot, und

das ohne eine zusätzliche Tastatur

oder Maus. Zudem ist es uns sehr

wichtig, dass die Inhalte schnell

abgerufen werden können, die Applikation

ohne Abstürze läuft und

die Bildqualität ansprechend ist.

Weshalb spendierten Sie dem TV

einen THX-Modus?

Das liegt am hohen Anspruch von Panasonic, das beste

Heimkinoerlebnis zu schaffen. Der THX-Modus ist

Resultat der Auszeichnung der V10-Serie durch die

renommierte THX Ltd. Auf diese Weise sieht der Endverbraucher

den Film, wie der Regisseur ihn „geplant“ hat.

Das THX-Gütesiegel wird Flachbildfernsehern verliehen,

die höchsten Ansprüchen gerecht werden und sich durch

exzellente Auflösung, Farbwiedergabe, Schwarzwerte

und Kontrast perfekt für die Wiedergabe in HD und SD

von Kinofilmen eignen.

Vielen Dank für das Gespräch.

A. Romagnolo,

Panasonic Germany

OPTIMALE BILDEINSTELLUNGEN

Allgemein

Bildmodus

THX oder normal

Kontrast 45

Helligkeit 0

Bildschärfe

6 (HD), 5 (SD)

Farbe 45

Farbton

Warm

Colour Management Aus

Digital Cinema Colour Aus

Eco-Mode

Je nach Wunsch

P-Nr

Aus

Weißabgleich

Weißabgleich Rot/Blau +9/+6

Grauabgleich Rot/Blau 0/0

Gamma 2,5

Andere Einstellungen

Intelligent Frame Correction

Je nach Wunsch

Energiesparmodus Ein

Overscan

Aus (HD)

*Test des TX-P42V10 in der DIGITAL TESTED 04.2009

Anzeige

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

13


aktuelles

XXXX

Kolumne

Der Sommerurlaub ist vorbei, die

Eindrücke sind stark. Die Vereinigten

Staaten von Amerika sind

schon immer ein favorisiertes Reiseziel,

nicht nur weil die unendlichen

Weiten und die Vielfalt des

Westens der USA faszinieren, auch

für Technikbegeisterte zeigen sich

immer wieder viele Trends und Entwicklungen,

die im teils rückständig

wirkenden Deutschland noch

nicht ausgeprägt sind.

War es beim letzten Urlaub anno

2006 die frisch gestartete HD DVD,

so beeindruckte dieses Mal die

im Vergleich zu deutschen Läden

übermächtige Präsenz der Blu-ray.

Hunderte Titel begrüßen den kaufwilligen

Verbraucher, und das zu

fairen Preisen und tollen Angeboten

ab 10 Dollar – Preise, von denen

man hierzulande nur träumen

kann. Vom Shopping völlig erledigt,

erwartet den Urlauber im Hotel

dann die nächste ungewöhnliche

Erscheinung. Nach dem Anschalten

des flachen Großbildfernsehers erfreut

ein ungeahnt scharfes Bild die

noch ungläubigen, von SD geplagten

Augen des Touristen. Selbst ein

verzweifeltes Herumzappen ändert

nichts, denn nahezu jede große

TV-Anstalt strahlt ihr Programm

im hochauflösenden Format aus.

Nachrichtensprecher wirken natürlicher

denn je und jede noch so

dramatische Meldung der nächsten

fatalen Verfolgungsjagd erscheint

real und erdrückend.

Zurück in Deutschland gibt es aber

auch Grund zur Freude. Was in den

USA schon längst Alltag ist – selbst

analoge Übertragungswege sind

dort bereits im Geschichtsbuch

verzeichnet – soll nun auch hierzulande

langsam in Fahrt kommen.

Die Riesen ARD und ZDF testen die

technische Revolution und senden

ein Sportgroßereignis in High Definition.

Ab Frühjahr 2010 gibt es nun

also auch den „Schon GEZahlt?“-

Werbespot in knackscharfen Lettern

zu bestaunen, zumindest Anfang

2010, wenn der Regelbetrieb

starten soll – leider nur in Fast-HD

720p. Doch der nächste Urlaub

kommt bestimmt und man fragt

sich, mit welchem Trend der deutsche

Tourist dann konfrontiert wird.

Vielleicht 3-D? FK

ARD UND ZDF PROBEN DEN HD-BETRIEB

HDTV-Testläufe haben begonnen

Lange haben sich die öffentlich-rechtlichen

Sender bitten lassen, die HDTV-Entwicklung in

Deutschland mit voranzutreiben. Beirren ließen

haben sich ARD und ZDF allerdings nie. Ein vorgezogener

Start des Regelbetriebs stand nie zur

Diskussion. Wie angekündigt starteten beide

Sender zur Leichtathletik-WM in Berlin ihren

ersten großen Testlauf der Ausstrahlung hochauflösender

Programminhalte. Pünktlich zum 15.

August speiste auch Kabel Deutschland (KDG)

die Sender in vielen Orten des ausgebauten

Kabelnetzes ein, allerdings sollen erst bis Mitte

Oktober alle Ausbaugebiete für den HD-Empfang

vorbereitet sein. Kurz zuvor war ungewiss, ob

Kunden von Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber

überhaupt in den Genuss des HD-Showcases

kommen würden, da sich KDG und die

Öffentlich-Rechtlichen über die Aufwendungen

uneinig waren. ARD und ZDF sehen die Kosten mit

dem bestehenden Vertrag als abgedeckt an.

Das ebenfalls über Satellit empfangbare Programm

hatte das große Sportereignis zum als

Schwerpunkt und demonstrierte die Vorzüge

von High Definition, allerdings nur in 720p.

Anders als bereits aktive HD-Sender, wie die

Kanäle aus Skys Angebot, senden ARD und

ZDF nämlich nur in der geringeren HD-Auflösung.

So ist der sichtbare Vorteil gegenüber der

Standardauflösung begrenzt. Die zahlreichen

Sportübertragungen profitierten hingegen von

FÜR DEN START DER NEUEN PLATTFORM IM SPÄTHERBST

Erste HD-Plus-Receiver angekündigt

Für den Spätherbst hat der Satellitenriese SES

Astra ein neues TV-Angebot angekündigt. Die auf

den Namen HD Plus hörende Plattform umfasst

dabei nicht nur ein rein HD-orientiertes TV-Programm,

sondern auch die technische Bereitstellung

und Umsetzung für die Sender. Dies beinhaltet

die Distribution von notwendigen Smartcards

und Receivern. Mit dem Launch dieses Angebots

wird auch die Mediengruppe RTL in die hochauflösende

TV-Welt starten. Neben RTL HD gehört

auch Vox HD von Anfang an zum Portfolio

des vermutlich im November beginnenden Programmsortiments.

Die Pro-Sieben-Familie gab Ende Juli bekannt,

ab Januar 2010 ebenfalls dazuzustoßen und so

wieder zu einem Regelbetrieb in HD zurückzukehren,

der im Februar 2008 vorzeitig beendet

wurde. Neben Pro Sieben werden dann auch Sat 1

und Kabel Eins ihr Programm in hochauflösender

der Vollbildübertragung mit 50 Bildern. Dadurch

wird die notwendige Konvertierung in Fernsehern

oder Receivern hinfällig, was zu einer optimalen

Bewegungsschärfe führt. Zur IFA in Berlin lief

dann der zweite Feldversuch, der in diesem Jahr

zu Weihnachten durch einen dritten Showcase

abgerundet werden soll. Der Regelbetrieb ist

für Februar 2010 geplant und wird dann für den

gesamten TV-Markt hoffentlich eine spürbare

Weiterentwicklung in Bezug auf High Definition

bedeuten, welche die Industrie und Interessenvertreter

bereits lange gefordert hatten.

Vor allem viele Unterhaltungselektronik-Hersteller

sehen die Verbreitung von frei empfangbaren

HD-Inhalten und entsprechenden Geräten erst

durch die Präsenz der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten

als massentaugliches Instrument.

So hatte beispielsweise der bei HD-Fernsehern

und Blu-ray-Playern sehr aktive Hersteller Panasonic

bereits 2008 einen Blu-ray-Rekorder

präsentiert. Dieser wurde bis dato allerdings nur

in England und Frankreich vorgestellt, da dort

die Verfügbarkeit hochaufgelöster Inhalte öffentlich-rechtlicher

Sender bereits deutlich weiter

entwickelt ist, als auf dem deutschen Markt.

Der längst überfällige Start von ARD und ZDF in

das hochauflösende Fernsehzeitalter könnte also

auch aus technischer Sicht den Stein endgültig

ins Rollen bringen. 2010 wird jedenfalls ein wichtiges

Jahr für die HDTV-Übertragung. FK

Form über HD Plus übertragen. Zum Empfang

sind spezielle HD-Plus-Receiver und -Smartcards

notwendig. Bereits in den Haushalten verbreitete

Geräte lassen sich jedoch zum Teil aufrüsten.

Unter anderem haben Vantage, Humax und

Technisat entsprechende Updates für einige ihrer

Sat-Receiver angekündigt. Mit der Smartcard

wird man das Angebot von HD Plus zunächst

ein Jahr nutzen können. Danach fallen weitere

Gebühren für eine neue Karte bzw. eine Verlängerung

an. Humax kündigte seinen ersten

HD-Plus-Receiver iCord HD+ für den November

an. Zum Start des Angebots werden auch erste

Technotrend-Modelle wie der TT-select S845 HD+

in den Läden stehen. Dass das kommende CI

Plus Voraussetzung für HD Plus sein wird, wurde

inzwischen dementiert. Der Kunde hat die Möglichkeit,

auf verschiedene Lösungen auch für CI

Plus – zurückzugreifen. FK

Bilder: ARD, Humax, Technotrend, ZDF

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aktuelles

THEMA

TECHNOLOGIEN VON MORGEN

Ein Blick in die TV-Zukunft

Das Erscheinungsbild moderner Fernsehgeräte hat sich in den letzten zehn Jahren deutlich verändert. Röhrenfernseher

sind aus dem Alltag weitestgehend verbannt, doch das Rad der Entwicklung steht nicht still. Neuartige

Entwicklungen versprechen für die kommenden Jahre noch mehr Vergnügen und mehr Realität im TV-Alltag.

In den letzten Jahren hat sich die Qualität

des Fernsehens immens verbessert. Was

nicht unbedingt auf die Inhalte zu beziehen

ist, gilt umso mehr für die visuelle Brillanz.

Seit Erscheinen der flachen TV-Geräte hat sich

der Begriff HDTV relativ schnell manifestiert

und dürfte inzwischen in nahezu jedem Haushalt

ein Begriff sein. High-Definition-Fernsehen

ist erst durch eine erhöhte Auflösung der TV-Geräte

ermöglicht worden, daher scheint es kaum

verwunderlich, dass sich die Fernseher selbst

mit immer neuen und noch besseren Techniken

an die Spitze der rasanten Entwicklungsfahrt

setzen.

Full-HD, also die aktuell höchste Bildauflösung

von 1 920 × 1 080 Pixeln, hat sich zumindest bei

größeren Bilddiagonalen bereits seit einigen

Modellreihen zum Standard gemausert, selbst

kleinere Bildgrößen ab 32 Zoll kommen immer

häufiger mit dieser Bildgewalt daher. LCDs

und Plasmas gehören auch heute noch zu den

bekanntesten Vertretern der flachen TV-Geräte,

doch die Entwickler streben nach immer

neuen Techniken, die qualitativ (nicht nur in

Bezug auf das Bild, sondern auch auf einen

ökologischeren Umgang) mit der aktuellen LED-

Technologie gekrönt werden.

Bei LED-LCDs kommen keine klassischen

Leuchtstoffröhren als Hintergrundbeleuchtung

zum Einsatz, sondern eine unterschiedlich

große Anzahl an Leuchtdioden. Somit lässt sich

das dargestellte Bild u. a. partiell beleuchten,

zumindest bei der Local-Dimming-Technologie.

LEDs erhöhen nicht nur die Bildqualität

in Bezug auf Schwarzwert, Kontrast und Farbdarstellung.

Es wird ebenfalls eine signifikant

geringere Stromaufnahme erzielt, ein Faktor,

der in Zukunft noch deutlich an Bedeutung

gewinnen und durch neue Techniken optimiert

werden wird.

Das Ende der Fahnenstange ist mit LED-LCDs

allerdings noch nicht erreicht. Für die Zukunft

kündigen sich innovative Technologien an, die

die Qualität quasi an ein natürliches Abbild der

Realität anheben sollen. Außerdem wird der

Faktor Unterhaltung stärkere Berücksichtigung

finden.

Ein Blick nach vorn

Inzwischen sind aktuelle Flachbildfernseher

nahezu an den Grenzen der maximal erzielbaren

visuellen Qualität angelangt. Zumindest

LCD und Plasma zeigen bei derzeitigen Modellen

zwar noch geringe Verbesserungen, ein

großer Sprung ist aber nicht mehr zu erwarten.

Die Entwickler kitzeln das letzte Quäntchen

durch optimierte Herstellungsverfahren, verbesserte

Bauteile und immer aufwendigere

Bildverarbeitungen zwar noch heraus, doch

erst mit folgenden Techniken wird nochmals

ein deutlich gesteigerter Vorsprung erkennbar

werden. Ein gutes Beispiel hierfür ist OLED. Die

sogenannten Organic Light Emitting Diodes

emittieren farbiges Licht und benötigen daher

im Vergleich zu klassischen oder auch LED-

LCDs keine separate Hintergrundbeleuchtung.

Bilder: Panasonic, Philips

16 DIGITAL TESTED 5.2009


THEMA

aktuelles

Die OLED-Technologie vereint viele Vorteile

und wird in den Bereichen Kontrast, Schwarzdarstellung,

Blickwinkelabhängigkeit sowie

Bauweise neue Standards setzen.

Sony demonstriert dies bereits mit dem 11 Zoll

kleinen XEL-1, der die Qualitäten kommender

OLED-Displays erahnen lässt. Vor allem typische

LCD-Schwächen, wie die unzureichende

Schwarzdarstellung, die mit LEDs bereits optimiert

werden konnte, sowie die starke Blickwinkelabhängigkeit,

wird mit OLEDs relativiert

werden. Diese Technik ist bei vielen TV-Herstellern

ein großes Thema, so haben Samsung und

LG bereits entsprechende Pläne präsentiert,

in den kommenden Jahren erste marktreife

Displays vorzustellen. Doch auch OLEDs sind

nicht ohne Nachteile, im Gegenteil. Die komplett

neue Technologie bedarf aufwendigster

Herstellungsprozesse, ist sehr empfindlich gegen

äußere Einflüsse und hat noch mit zum Teil

geringen Lebenszyklen zu kämpfen. Bilddiagonalen

von bis zu 50 Zoll und mehr, an die sich

die Konsumenten gerade gewöhnen, liegen

zudem in weiter Ferne.

In der nahen Zukunft wird der TV-Markt vor

allem durch LED dominiert werden. Neben der

Local-Dimming-Technologie kommt des Weiteren

eine sogenannte Edge-LED-Technik zum

Einsatz. Hier sitzen die LEDs an den Rändern

des Displays, wodurch keine lokale Dimmung

von LEDs möglich ist, aber z. B. eine flache

Bauweise und ein reduzierter Stromverbrauch.

Über kurz oder lang werden diese Varianten

den LCD-Markt beherrschen, die höheren Kosten

der LED-LCDs haben sich schon minimiert.

ERST DIE TECHNIK, DANN DIE INHALTE

Dioden können bereits in verschiedenen Größen

und Formen hergestellt werden. Denkbar

und technisch höchst interessant wäre ein

Display, das auf eine LCD-Schicht verzichtet

und ausschließlich aus LEDs besteht. Dazu

müssten Dioden mit extrem kleiner Bauart

realisiert werden, damit diese als Bildpunkte,

bei Full-HD immerhin rund zwei Millionen, fungieren

können. In naher Zeit wohl undenkbar,

doch bei immer akkurateren Herstellungsweisen

und minimierten Baugrößen vielleicht gar

nicht so fiktiv.

In die Tiefe geblickt

Ein großes Thema abseits der eigentlichen

Qualitätsverbesserung wird das Erleben von

Inhalten sein. 3-D ist spätestens seit Erscheinen

der 3-D-Kinofilme von Disney/Pixar ein

ernst zu nehmendes Thema. Mit „Bolt“ wurde

bereits eine Trendwende losgetreten und erst

vor Kurzem präsentierte mit durch „Ice Age 3“

das neue Erlebnis einem größeren Publikum.

Während Dreidimensionalität bereits seit Längerem

in IMAX-Kinos gezeigt wird, soll dieser

Markt nun salonfähig werden. Und die Industrie

plant einen schnellen Transfer ins heimische

Kino. Panasonic zeigte auf der CES-Messe 2009

schon einen 3-D-fähigen Plasma, der in Verbindung

mit einem speziellen Blu-ray-Player und

passendem Content sowie einer Shutter-Brille

für neuartigen Filmgenuss sorgen soll. Dieses

System wird aller Wahrscheinlichkeit nach auch

auf der diesjährigen IFA in Berlin präsentiert

werden. Bereits 2010 soll die entsprechende

Kombination einsatzbereit sein. Doch nicht nur

Flachbildfernseher mit neuester Technik

können noch so gute Qualitäten bieten, ohne

passendes Bildmaterial sind die Vorzüge

moderner Technologien kaum zu nutzen.

Während es hochauflösende Geräte bereits

seit vielen Jahren gibt, ließ HD-Content recht

lange auf sich warten. Seit 2007 gibt es

die Möglichkeit, hochwertiges HD-Material

mittels Blu-ray anzuschauen. Die qualitativ

beste Form von HD-Filmen reizt das Full-HD-

Potenzial am besten aus, erfordert aber das

Mieten oder Kaufen von Discs, was immer

noch recht kostspielig ist. Zwar strahlten

einige TV-Sender bereits frühzeitig Material

in High Definition aus, doch kontinuierlich

war dieser Prozess nicht. Inzwischen

wächst das HD-Angebot im Fernsehbereich

an, gerade im Pay-TV ist ein Wachstumsprozess

unverkennbar. Zur Leichtathletik-

WM begannen nun endlich auch ARD und

ZDF mit HD-Testläufen. Mit dem Start der

neuen HD-Plus-Plattform von Astra im Spätherbst

wird sich das Angebot verbessern.

Ab diesem Zeitpunkt wird u. a. RTL hochauflösendes

Fernsehen anbieten. 2010 folgt

dann der Pro-Sieben-Konzern. Außerdem

hat Sky (ehemals Premiere) sein HD-Programm

aufgestockt. Die komplett kostenlose

Versorgung entsprechender Sender ist

überschaubar, da HD – und das wird vorerst

so bleiben – als gewisses Premiumprodukt

behandelt wird.

Weitere Optionen, HD-Inhalte zu konsumieren,

sind vor allem im Ausland und besonders

in den USA bekannt. Dort kann das

bereits weiter verbreitete Video-on-Demand

genutzt werden, um Filme oder Serien direkt

gegen eine Gebühr abzurufen. Einige Bluray-Player

unterstützen dies auch schon

und ein Start eines solchen Angebots ist

hierzulande ebenfalls zu erwarten. Zwar

gibt es bereits Onlinevideotheken mit Streaming-Material,

allerdings ist HD dort oft

noch ein Fremdwort. Ausnahmen sind hier

z. B. das Xbox-360-Angebot von Microsoft

und das iTunes-Sortiment von Apple. Die

Vielfalt von hochauflösendem Content wird

aber deutlich zunehmen.

Armando Romagnolo, General

Manager Produktmarketing

TV, Panasonic

Germany

Auf der IFA werden die TV-Trends

der Zukunft gezeigt – wie sehen

diese aus?

Die aktuellen Fernseher haben

bereits ein sehr hohes Qualitätsniveau

erreicht. Dennoch gibt es

einige Bereiche, die weiter optimiert

werden können: So ist davon

auszugehen, dass das TV-Gerät

der Zukunft noch funktionaler

wird. Erweiterte Netzwerkfunktionen

werden den Fernseher zur

multimedialen Schaltzentrale

eines Wohnzimmers machen. Die

Geräte werden noch flacher und

kompakter und die Energieeffizienz

wird weiter verbessert werden.

3-D-Inhalte kommen immer mehr ins Kino und dann auf die

Blu-ray. Wann erscheint der 3-D-Fernseher in Serie?

3-D ist sicherlich ein sehr spannendes Zukunftsthema.

Diese Technologie wird das Kino- bzw. Heimkinoerlebnis

neu definieren. Jedoch sind viele die Technik und den Standard

betreffende Fragen derzeit noch nicht geklärt, sodass

sich gegenwärtig noch keine genauen Aussagen treffen

lassen. Man kann aber davon ausgehen, dass Ende 2010

erste 3-D-Fernseher auf dem deutschen Markt erhältlich

sein werden.

OLED bietet ungeahnte Kontrastwerte. Wann wird die Technik

bezahlbar?

OLED-Bildschirme werden erst mittelfristig den Markt vom

oberen Ende der Preisskala her durchdringen und sich

deutlich oberhalb von LCD und Plasma positionieren. Aus

unserer Sicht werden daher LCD- und insbesondere Plasmafernseher

noch viele Jahre das Bild im Handel und in

den Wohnzimmern bestimmen, bevor OLED überhaupt in

Reichweite eines Massenmarktes gelangt.

Engagieren Sie sich aktiv in der OLED-Technologie? Welche

Fortschritte konnten im Bereich der blauen OLEDs hinsichtlich

der Lebensdauer erzielt werden?

Im Rahmen des Gemeinschaftsunternehmens IPS Alpha

Technology ist Panasonic an OLED-Entwicklungen beteiligt.

Wir haben damit die Weichen für die Zukunft gestellt. Die

Entwicklung größerer Formate mit langer Lebensdauer und

hoher Bildqualität erfordert noch Zeit. Auch im Bereich der

blauen OLEDs sind noch nicht alle Hindernisse überwunden

worden.

Wie wichtig ist dem Nutzer beim Kauf eines Fernsehers der

Stromverbrauch?

Der Stromverbrauch ist ein sehr wichtiger Punkt beim Kauf

eines Fernsehers, jedoch steht die Bildqualität immer noch

ganz klar an erster Stelle. Geht es dem Betrachter in erster

Linie um die Bildqualität und nimmt er den entsprechenden

Energieaufwand in Kauf? Ist ihm gute Bildqualität ebenso

wichtig wie ein gemäßigter Energieaufwand? Grundsätzlich

muss man sagen, dass eine deutliche Reduzierung des

Energieaufwands immer mit Kompromissen in der Bildqualität

einhergeht. Von daher ist es als Hersteller enorm

wichtig, eine gute Balance zwischen sehr anspruchsvoller

Bilddarstellung und dem dafür notwendigen Energieaufwand

zu finden.

Apropos DSL: Wie viel Internet kommt künftig aus dem

Fernseher?

Was bislang PC-Nutzern vorbehalten war, eröffnet sich nun

verstärkt dem Fernsehpublikum. Mit Viera Cast hat Panasonic

dieses Jahr einen Dienst eingeführt, mit dem attraktive

Internetinhalte auf dem Viera-Flachbildfernseher abgerufen

werden können. Mit der Fernbedienung navigiert man über

wenige Tastenschritte kinderleicht durch das vielseitige

Onlineangebot, und das ohne eine zusätzliche Tastatur oder

Maus. Zudem ist es uns sehr wichtig, dass die Inhalte schnell

abgerufen werden können, die Applikation ohne Abstürze

läuft und die Bildqualität ansprechend ist.

Die TV-Standardgröße war bis vor einem Jahr noch 32 Zoll.

Jetzt geht der Trend in Richtung 42 Zoll. Schauen wir immer

größer fern?

Ja, der Trend geht klar zu größeren Bildschirmdiagonalen.

Die Gründe sind vielfältig: Kompaktere Bauweisen machen

eine flexiblere Platzierung im Wohnzimmer möglich. Erschwingliche

Preise regen zum Kauf an. Und die zunehmende

Verbreitung von HDTV-Content sorgt für optimale Bildqualität

– auch auf größeren Fernsehern.

Vielen Dank für das Gespräch.

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17


aktuelles

THEMA

Panasonic arbeitet an 3-D-Systemen. Während

sich im Kino ein System durchzusetzen scheint,

entwickeln die Hersteller im Home-Consumer-

Bereich in verschiedene Richtungen. Auf der

einen Seite setzt Panasonic Shutter-Brillen

ein, auf der anderen Seite werden Geräte mit

sogenannten Polfilterbrillen verwendet. Das

Hauptproblem der 3-D-Thematik für den Heimgebrauch

ist die Uneinigkeit in Bezug auf einen

gemeinsamen Standard. Im Frühjahr 2009 gab

die Blu-ray Disc Association bekannt, dass

man eine Arbeitsgruppe zur Schaffung eines 3-

D-Standards gegründet habe. Die Wege für diese

Technik sind also prinzipiell offen und durch

den neuen HDMI-Standard 1.4, der im Sommer

spezifiziert wurde, sowie die dafür nötigen

technischen Kapazitäten ebenfalls vorbereitet.

Es wird sicherlich noch einige Jahre dauern, bis

3-D für den Heimgebrauch ein großes Thema

wird, doch der Kinotrend zeigt, dass sowohl

die Filmfirmen als auch die Elektronikhersteller

IFA 2009 - Die Zukunft hat begonnen

Georg Wilde, Manager

Media Relations,

Philips Deutschland

Auf der IFA werden die TV-Trends

der Zukunft gezeigt – wie sehen

diese aus?

Die Entwicklung wird weiter voranschreiten

und wir werden auch Verbesserungen

bei der Bildqualität

erwarten dürfen, allerdings in immer

kleiner werdenden Schritten.

Schließlich ist das Bild, gerade

wenn man die neuen Geräte mit Direct-LED-Backlight

sieht, schon extrem

gut. Heimkinoliebhaber werden

ein noch genauer passendes

Angebot vorfinden. Technisch wird

LCD mit LED-Backlight auf mittlere

Sicht bestimmend bleiben.

Panasonic wird seine 3-D-Lösung präsentieren, die der Hersteller bereits zur CES 2009 in Las Vegas vorstellte.

Ein 103-Zoll-Plasma gepaart mit einem speziellen Blu-ray-Player gibt 3-D-Material mithilfe einer

Shutter-Brille wieder. Das System soll 2010 marktreif sein. Bislang fehlt allerdings noch entsprechender

Content und auch ein einheitliches 3-D-System ist noch nicht verabschiedet

3-D-Inhalte kommen immer mehr ins Kino und dann auf die

Blu-ray. Wann kommt der 3-D-Fernseher in Serie?

Die Frage ist weniger, wann es den 3-D-Flat-TV in Serie gibt,

sondern vielmehr, wann er am Markt erfolgreich sein kann.

Das ist jedenfalls noch nicht im Jahr 2009.

Ihr Kinoformat hat Fernsehgeschichte geschrieben. Setzen

Sie das Format in weiteren TV-Größen um?

Der Cinema 21:9 ist in seiner Zielgruppe ein großer Erfolg

und wir sind zufrieden mit den Stückzahlen. Wir meinen,

dass die Diagonale von 56 Zoll für die meisten Anwendungsbereiche

ein guter Kompromiss ist. Im Moment sind keine

anderen Größen in Planung.

OLED bietet ungeahnte Kontrastwerte: Wann wird die Technik

bezahlbar?

OLED ist eine interessante Technologie, die eine Option für

die Zukunft darstellt. Wir beobachten die Entwicklungen

genau, sehen aber derzeit noch keinen Zeitpunkt für eine

Marktfähigkeit auf breiter Basis.

Sat-, Kabel- und DVB-T-Tuner werden in vielen Fernsehern

bereits verbaut. Folgt auch noch der IPTV-Tuner?

Mit Net-TV hat Philips eine Lösung in den Flat-TVs der

8000er- und 9000er-Reihe integriert, die IPTV-Empfang

erlaubt. Über die ZDF-Mediathek können Kunden verpasste

Sendungen nachträglich betrachten. Alles kostenlos und ohne

weitere Registrierung – nur ein Internetbreitbandzugang

wird benötigt. Und die ZDF-Mediathek ist nur der Anfang.

Weitere „Catch-up“-TV-Angebote werden folgen.

Die TV-Standardgröße war bis vor einem Jahr noch 32 Zoll.

Jetzt geht der Trend Richtung 42 Zoll. Schauen wir immer

größer fern?

In der Tat entwickelt sich 42 Zoll zum neuen Wohnzimmerstandard.

Sicherlich werden viele Zuschauer ihre Wohnzimmer

überprüfen, ob zukünftig nicht sogar noch mehr geht.

Durch den geringeren Sitzabstand bei HDTV können die Diagonalen

auch noch weiter wachsen. Allerdings dürften 47 Zoll

für die meisten Wohnzimmer eine Obergrenze darstellen.

Vielen Dank für das Gespräch.

LG will mit dem LH9500 mit voller Kraft durchstarten und präsentiert einen Local-Dimming-Fernseher. Eine

LED-Hintergrundbeleuchtung wird mit moderner 200-Hertz-Signalverarbeitung und einer flachen Bautiefe

von gerade einmal zweieinhalb Zentimetern gepaart. Das 55-Zoll-Monstrum soll vergleichsweise faire 4

000 Euro kosten und kann Bildsignale sogar drahtlos übertragen

Bilder: Auerbach Verlag, Metz, Panasonic,Philips, Samsung, Sharp, Sony

18 DIGITAL TESTED 5.2009


THEMA

aktuelles

Philips bringt die neue Serie 9700 mit lokal dimmbarer

LED-Beleuchtung. 224 unabhängig steuerbare

LED-Segmente und 200 Hertz versprechen beste

Bilder. Bei der Vorserie kamen 75 Prozent weniger

Segmente zum Einsatz. Vor allem dem Detailverlust

in dunklen Bereichen soll so vorgebeugt werden.

Los geht es mit 40 Zoll ab 3 300 Euro

In den USA kündigte Samsung die neue 8500-Serie

an. Diese könnte zur IFA in Deutschland Premiere

feiern. Die Modelle sollen vier Zentimeter

flach sein und kommen mit Local-Dimming-Technik

und echter 200-Hertz-Bildverarbeitung daher.

Der Hersteller hat die meiste Erfahrung bei LED

und dürfte mit bester Bildqualität auftrumpfen

diesen Markt schnell und intensiv vorantreiben

wollen. So sorgt die Kombination von HDTV

und 3-D neben größeren und schärferen Bildern

für ein völlig neues Sehgefühl mit großem

Unterhaltungsfaktor.

Eine Frage der Größe

Ein Trend wird sich auch in Zukunft fortsetzen:

Immer größere Bilddiagonalen machen

den Konsumenten aufmerksam. Dominierten

lange Zeit 32-Zoll-Geräte den Markt, drängen

nun immer größere Fernseher in das Blickfeld.

Dabei ist auffällig, dass die TVs in ihrer Diagonale

zwar wachsen, in der Tiefe aber eher

abnehmen, da die Hersteller u. a. durch die

LED-Technologie nun deutlich flachere Bauweisen

realisieren können. Auch die gesunkenen

Preise sind mitbestimmend bei den wachsenden

Verkäufen ab 40 Zoll. Machten auf der

letztjährigen IFA erste Hersteller mit Modellen

mit wenigen Zentimetern Bautiefe auf sich auf-

Frank Bolten,

Geschäftsführer Sharp

Deutschland

Auf der IFA werden die TV-Trends

der Zukunft gezeigt – wie sehen

diese aus?

Auch in Zukunft werden an erster

Stelle Bildqualität und mit deutlich

wachsender Bedeutung Eco-

Eigenschaften eine wichtige Rolle

spielen. Daher gehen wir davon

aus, dass die Fernseher von morgen

noch brillantere Bilder liefern

und möglichst noch weniger Strom

verbrauchen. Zudem wird auch das

Thema Design eine tragende Rolle

spielen. Bereits heute integrieren

sich moderne TVs optimal ins heimische

Wohnzimmer.

Bei der LC-LH700-Serie setzt Sharp auf eine ungewöhnliche

LED-Beleuchtung. Zwar ist diese – ähnlich

wie bei Local Dimming – komplett hinter der

LCD-Schicht angeordnet, doch lässt sie sich leider

nicht partiell dimmen. Design und Verarbeitung

wiederum sprechen für die neuen Modelle, die im

Herbst veröffentlicht werden sollen

Noch mal Metz: Der Traditionshersteller erleichtert

mit dem mecaHome-Modul die heimische Automation.

Zusammen mit der Firma Moeller lässt sich

über viele Metz-Fernseher so alles im Haus kontrollieren,

von Jalousien bis zur Klimaanlage. Auf diese

Weise wird die Steuerung automatisierter Prozesse

zum Kinderspiel

Hier sehen Sie den bereits erhältlichen OLED-TV

von Sony. Der XEL-1 könnte auf der IFA 2009 einen

großen Bruder bekommen. Es wird mit mindestens

einem Modell um 20 Zoll gerechnet, das dadurch

nicht nur praktikabler wird, sondern beste

Bildqualität verspricht. Preislich dürfte das Gerät

jedoch noch das Premiumsegment bedienen

Neben neuen Fernsehern zeigt Philips die passende

Wireless-Lösung. Der Sender kommuniziert

drahtlos mit dem Empfänger und verspricht

so praktische Installationsmöglichkeiten ohne

Kabel. Damit knüpft der niederländische Hersteller

an die bereits marktreife Panasonic-Lösung

und die angekündigte LG-Variante an

3-D-Inhalte kommen immer mehr ins Kino und auf die Bluray.

Wann kommt der 3-D-Fernseher in Serie?

Sobald die Mehrheit der deutschen Fernsehzuschauer HDTV

angenommen hat, können wir gerne über Technologien wie

3-D sprechen. Lösungen dafür gibt es bereits, auch aus dem

Hause Sharp. Heute fehlt es jedoch vorrangig an Content,

um 3-D in den „TV-Massenmarkt“ einzuführen.

OLED bietet ungeahnte Kontrastwerte. Wann wird die Technik

bezahlbar?

Hier ziehe ich gerne einen Vergleich mit LCD-TVs mit vollflächigem

RGB-LED-Backlight. Diese Technologie bietet heute

das beste Bild, das bei LCD-Fernsehern möglich ist. Sie ist

jedoch extrem kompliziert in der Herstellung und liegt entsprechend

preislich jenseits des Mainstreams. Im Moment

bleibt abzuwarten, ob OLED wirklich so günstig hergestellt

werden kann, dass es mit LCD gleichziehen und somit zur Alternative

wird. Daran arbeiten unsere Entwickler in Japan.

Wie flach und leicht wird ein Fernseher in zwei Jahren sein?

Im Moment kommen wir zu der Erkenntnis, dass nach wie vor

das beste Bild das Hauptkriterium beim Kauf eines TVs ist.

Wenn dies auf Kosten eines flachen Designs verringert werden

müsste, entscheidet sich Sharp heute für das bessere

Bild. Der Zuschauer schaut ja auch nicht von der Seite, sondern

in der Regel frontal vom Fernsehsessel seine Lieblingssendung.

Auf der anderen Seite bringen neue Technologien

Vorteile mit sich: So bestehen aktuelle LCD-TVs mit LED-Technik

aus weniger Ausgangsmaterial und sind entsprechend

leichter. Wir können also davon ausgehen, dass Fernseher

noch flacher und leichter werden, sich wahrscheinlich sogar

in Form von dünnen Folien zusammenrollen lassen.

Die TV-Standardgröße war bis vor einem Jahr noch 32 Zoll.

Jetzt geht der Trend Richtung 42 Zoll. Schauen wir immer

größer fern?

Im Juni 2009 und den Monaten davor war laut gfk 40/42 Zoll

die am stärksten wachsende Größenklasse. Der Trend ist

unverkennbar: Der Konsument gönnt sich mehr und mehr

einen „großen LCD-TV“.

Vielen Dank für das Gespräch.

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19


aktuelles

THEMA

Martin Winkler,

Marketing Director

Sony Deutschland

merksam, wird die TV-Landschaft nun bereits

von zahlreichen flachen Modellen bevölkert.

Vor allem im Premiumsegment sind flache

Geräte nicht mehr wegzudenken. So können

hochauflösende Bilder fast schon wie Wandgemälde

präsentiert werden. Dass in der Zukunft

mit noch flacheren Ausführungen zu rechnen

ist, sagten schon Science-Fiction-Filme in den

1980er Jahren voraus. Durch Technologien wie

OLED oder extrem flache LEDs sind sogar folienähnliche

Projektionsflächen nur noch eine

Frage der Zeit, was der Integration in den eigenen

Wohnraum völlig neue Türen öffnen wird.

Und je größer die Bilddiagonale, desto mehr

profitieren auch HD und 3-D in ihrer Wirkung.

Früher oder später wird diese Entwicklung

zu noch höher aufgelöstem Material führen,

womit sich der Kreislauf weiterdreht und dem

Verbraucher immer neue und spektakulärere

Fernseherlebnisse präsentiert werden. 1

Florian Kriegel

3-D-Inhalte kommen immer mehr

ins Kino und auf die Blu-ray. Wann

kommt der 3-D-TV in Serie?

Wir arbeiten bereits seit einiger

Zeit an der 3-D Technologie, um sie

in Zukunft in unseren Bravia Fernsehern

zum Einsatz zu bringen. Auf

der diesjährigen CES wurde bereits

am Sony-Stand ein Prototyp vorgestellt.

Eine Aussage, wann 3-D-

Fernseher letztlich auf den Markt

kommen und in Serie produziert

werden, ist aus heutiger Sicht reine

Spekulation.

Sony hat bereits einen OLED-TV

veröffentlicht, wie interessant ist

die Technik in Zukunft und wann wird sie bezahlbar?

Selbstverständlich ist OLED für uns ein langfristiges Engagement.

Nicht zuletzt auch deshalb, weil OLED-Displays abgesehen

von der TV-Produktion auch bei anderen Produkten

sinnvoll sein können. Grundsätzlich gilt: Je größer die Nachfrage,

desto geringer die Produktionskosten. Somit sinken

mit steigendem Interesse der Verbraucher auch die Preise.

Weniger Kabel: Wireless HD ist bereits in Serie gegangen.

Die kabellose Stromversorgung ist noch in der Pilotphase.

Beschäftigen Sie sich bereits mit der Umsetzung?

Je weniger Kabel der Nutzer mit seinem Fernseher verbinden

muss, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er seinen

LCD-TV auch an die Wand hängt. Mit unseren Bravia-Fernsehern,

der EX1- und ZX1-Serie, haben wir die kabellose

Übertragung von HD-Signalen möglich gemacht. Da scheint

die kabellose Stromversorgung der nächste logische Schritt

zu sein. Für uns ist dieses Thema daher sehr interessant.

Die TV-Standardgröße war bis vor einem Jahr noch 32 Zoll.

Jetzt geht der Trend Richtung 42 Zoll. Schauen wir immer

größer fern?

Der Trend geht eindeutig in Richtung 40 Zoll, auch wir beobachten

das. Die Nutzer wollen immer größere Fernsehbilder

genießen – gerade wenn das Zuspielen der Inhalte stimmt.

Je größer die Verbreitung von Blu-ray-Playern, desto schneller

steigt auch die Nachfrage nach größeren Bildschirmen.

Wenn in Deutschland die Öffentlich-Rechtlichen und Privaten

mit der Übertragung in HD starten, werden unserer Einschätzung

nach die größeren Fernseher noch begehrter.

Design oder Technik: Was will Ihr TV-Käufer haben?

Bei Sony muss sich der TV-Käufer nicht entscheiden. Von

uns erhält er optisch attraktive, mit moderner Technik ausgestattete

Geräte. Wer dennoch den einen oder anderen

Schwerpunkt hat, wird entweder bei unseren Design-Serien

EX1 oder ZX1 sowie bei den technologischen High-End-Serien

Z5 oder X45 fündig. Wir wollen für jeden Geschmack das

perfekte Produkt bieten.

Vielen Dank für das Gespräch.

TV-Technologien

3-D | Marktstart Deutschland: 2010 | Preis: noch offen

Das Thema Dreidimensionalität bei Filmen ist

in Kinos schon länger präsent. Vor allem durch

IMAX-Kinos, wo zum Teil spezielle Filmversionen

und Dokumentationen mit 3-D-Effekt gezeigt

werden, kamen Verbraucher mit dieser Form des

Films in Berührung. Spätestens seit diesem Jahr

erfährt 3-D einen großen Schub, da Kinos nun

vermehrt auf entsprechende Systeme umrüsten

und immer mehr Filme im dreidimensionalen

Format erscheinen. Vor allem Animationsfilme

können relativ unproblematisch in 3-D portiert

werden. Dazu werden zwei unterschiedliche Bilder

erzeugt, die mittels spezieller Polfilterbrille

für das Auge so zusammengesetzt werden,

dass ein Tiefeneffekt entsteht. In Bezug auf die

Bildqualität und den erzielbaren klassischen

3-D-Effekt ist das neue System einfachen Farbfilterbrillen

deutlich überlegen. Filme können

direkt im neuen Format gefilmt werden, müssen

dann aber mit zwei Kameras oder speziellen

Lösungen produziert werden. Gezielter lassen

sich 3-D-Effekte jedoch durch eine aufwendige

Nachbearbeitung erschaffen. Nachdem die Kinowelt

sich für das innovative Filmerlebnis

rüstet, scheint es die neue Technik auch zügig

in die heimischen Gefilde zu schaffen. Mit

ersten marktreifen 3-D-Fernsehern ist 2010 zu

rechnen. Das Thema dürfte zudem in diesem

Jahr einen Schwerpunkt im Bereich der Unterhaltungselektronik

bilden. Einen gemeinsamen

Standard gibt es jedoch noch nicht.

OLED | Marktstart Deutschland: 2009 | Preis: ab 4 299 Euro

LED | Marktstart Deutschland: 2006 | Preis: ab 1 299 Euro

Light Emitting Diods (LEDs) finden in jedem

Bereich des Lebens Einsatz. Ob als Statuslämpchen

in allen erdenklichen Geräten oder

als Bremsleuchten bei Autos – die langlebigen,

Strom sparenden und auf Wunsch sehr hellen

Dioden eignen sich für diverse Einsatzgebiete.

Seit 2006 werden sie auch bei immer

mehr Fernsehern eingesetzt. LEDs können in

verschiedenen Formen und Größen hergestellt

werden und sorgen wegen ihrer Effizienz und

Leuchtkraft für die bislang besten Fernsehbilder

bei LCD-TVs. LEDs ersetzen dabei nicht die LCD-

Schicht, die das eigentliche Bild wiedergibt,

sondern dienen ausschließlich als Beleuchtung.

Die Organic Light Emitting Diodes, kurz OLEDs

genannt, werden bereits seit einigen Jahren in

der Unterhaltungselektronik, beispielsweise in

Form von kleinen Handydisplays, eingesetzt.

Der Vorteil dieser Technologie liegt darin, dass

die organischen Dioden selbstständig Licht erzeugen

können. Durch eine angelegte Spannung

zwischen den Elektroden wird ein Stromfluss

von der Kathode zur Anode ausgelöst. Dadurch

entsteht das Licht, sodass OLEDs keine separate

Hintergrundbeleuchtung benötigen. Die

Modelle bieten dadurch nicht nur bauliche Vorteile,

die sich theoretisch sogar in rollbare Formen

umsetzen ließen, sondern erzeugen eine

ungeahnt hohe Bildqualität. Höchste Kontrastwerte,

tiefes Schwarz, ein perfekter Blickwinkel

sowie eine sehr natürliche Farbdarstellung

sprechen für die Technik. Der Herstellungsprozess

ist durch den geringeren Materialaufwand

theoretisch kostengünstig, momentan jedoch

noch sehr teuer, da OLEDs u. a. sehr effizient

versiegelt werden müssen, denn sie sind sehr

anfällig gegen äußere Einflüsse wie Wasser und

Sauerstoff. Dennoch setzen alle großen Hersteller

auf diese Technologie.

Sony präsentierte Anfang 2009 bereits ein serienreifes

Modell, das aufgrund seiner geringen

Bilddiagonale von gerade einmal elf Zoll und

einem Preis von über 4 000 Euro jedoch eher

eine Technikdemonstration darstellte. Es wird

noch einige Jahre dauern, bis OLED-TVs in Größe

und Preis massentauglich werden.

Es gibt verschiedene Arten von LED-LCDs, wobei

jene mit sogenanntem Local Dimming die technisch

fortschrittlichsten sind. Dabei können die

in Segmente eingeteilten LEDs partiell gedimmt

werden, wodurch ein bislang unerreichter

Schwarzwert bei LCDs erzielt wird. Bei Edge-

LEDs sitzen die Dioden hingegen nur seitlich im

Rahmen und haben als Vorteil geringere Maße

des LCDs sowie reduzierte Stromverbräuche.

Die Anzahl von LED-LCDs wird weiterhin stark

steigen, die Modelle werden den LCD-Markt in

den nächsten Jahren beherrschen – bis noch

aufwendigere und teurere Techniken (wie OLED)

die LCDs abzulösen vermögen.

Bilder: Nvidia, Sony

20

DIGITAL TESTED 5.2009


Innovativ, komfortabel, effizient

Bereits zum zweiten Mal präsentieren sich vom 4. bis 9. September Marken der Consumer-Electronics- und

der Elektrohausgeräte-Industrie gemeinsam auf dem Berliner Messegelände unter dem Funkturm. Während

bei der Consumer-Electronics-Branche die Mediennutzung zu Hause und beim mobilen Einsatz im Mittelpunkt

steht, kümmert sich die Hausgerätebranche um Komfort, Lifestyle, Gesundheit und Wellness.

Von Ricardo Petzold

Energieeffizienz, noch bessere Bildqualität,

vor allem im Bereich der LCD-

Fernseher, und immer schlankere Bauformen

– diese Trendmarken bestimmen auch

im IFA-Jahr 2009 die Weiterentwicklung in der

TV-Technik. Dies natürlich auch im Hinblick

auf die Einführung des hochauflösenden Fernsehens

HDTV in Deutschland. Die LED-Hintergrundbeleuchtung

von LCD-Bildschirmen, zur

IFA 2008 eher noch ein Zukunftsthema, etabliert

sich nun mit einer Vielzahl neuer Modelle.

Die einzelnen LED-Lichtzellen lassen sich so

ansteuern, dass sie den Helligkeitsvorgaben

des Bildinhalts entsprechen. Auf diese Weise

erzielen LED-LCD-Fernseher wesentlich höhere

Kontraste und sparen zugleich Energie.

Auch die Plasmabildschirme werden sich auf

der IFA 2009 mit deutlich verringertem Energiebedarf

präsentieren. Die Hersteller setzen

damit ihren schon im Jahr 2008 eingeschlagenen

Kurs konsequent fort. Die neuen Technologien

erlauben ebenfalls immer schlankere

Bauformen, so wird die IFA bereits Prototypen

großer TV-Bildschirme zeigen, die nur noch

eine Tiefe von neun Millimetern (etwa 1/3 Zoll)

aufweisen. Der Trend geht deutlich in die Richtung

der superflachen Geräte.

Internet und die dritte Dimension

Die Topmodelle unter den neuen Fernsehgeräten

holen das Internet ins Wohnzimmer. Ob

Videoclips von Youtube-Seiten, Diashows vom

Online-Fotodienst Picasa, Wetterberichte, minutenaktuelle

News, Sportergebnisse oder

Börsenkurse: All diese Angebote gibt es jetzt

zum Anklicken. Die Hersteller setzen dabei

auf unterschiedliche Technologien, etwa auf

standardisierte Browser oder auf spezielle

Widgets. Der Zugriff auf Internetinhalte ist so

einfach wie das Zappen durch Fernsehprogramme.

Blu-ray Disc: Ein reifer Markt

Die Blu-ray Disc präsentiert sich auf der IFA

als rundum ausgereifte Medienplattform

– mit etablierten Standards auf höchstem

VERANSTALTUNGEN AUF DER IFA 2009

Am Vorabend der diesjährigen IFA, am

3. September 2009, findet das große

IFA-Eröffnungskonzert statt. Dieses

Jahr präsentiert die IFA Amy Macdonald live und

exklusiv im Sommergarten. Mit Hits wie „This

Is The Life“ wird sie die Stimmung zum Kochen

bringen. Zu den weiteren Gästen der Eröffnung

zählt unter anderem Annett Louisan. Die Veranstaltung

beginnt um 18 Uhr im Sommergarten,

Tickets sind im Vorverkauf sowie an der Abendkasse

erhältlich.

technischen Niveau, mit einer großen Auswahl

an Filmen und anderen Medieninhalten,

mit Onlineanbindung und einem vielfältigen

Angebot an Abspielgeräten. Blu-ray-Player als

Stand-alone-Komponenten gibt es jetzt in vielen

Varianten und Bauformen – bis hin zu extrem

flachen Designelementen. BD-Laufwerke

gehören somit immer mehr zur Standardausstattung

kompletter Heimkinosysteme.

Drahtlos und komfortabel

High-Definition-Bilder lassen sich jetzt drahtlos

und unkomprimiert samt hochaufgelöstem

Mehrkanalton an den Bildschirm übertragen,

und zwar nach dem neuen Standard Wireless

HD. Die Funkverbindung arbeitet mit extrem

hohen Frequenzen von bis zu 60 Gigahertz und

funktioniert auf kurze Distanzen bis 20 Meter

sicher und problemlos. Wireless HD dürfte sich

zur drahtlosen Ergänzung der HDMI-Verbindung

entwickeln; erste Geräte mit eingebauten

Sendern und Empfängern für Wireless HD gibt

es auf der IFA 2009 zu sehen.

Bilder: Messe Berlin GmbH

Stefan Marquard & Friends am

4. September 2009

Stefan Marquards unkonventionelle Art hat

dem Chefkoch mit Michelin- und Gault-Millau-

Auszeichnung den Titel „Freibeuter der Küche“

eingebracht. Mittlerweile ist er mit verschiedenen

Formaten wie „Die Kochprofis“ oder

„Restaurant sucht Chef“ Quotengarant im deutschen

Fernsehen. Er selbst hat den Status

eines Popstars und zählt zu den bekanntesten

und beliebtesten Köchen Deutschlands. Jetzt

geht er mit seinem Programm „Rock’n’Roll

Barbecue“ auf Deutschland-Tournee. Am 4.

September 2009 debütieren Stefan Marquard &

Friends im IFA-Sommergarten in Berlin.

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

21


IFA

Spezial

Anzeige

Stilvoll vernetzt –

Samsungs IFA-Innovationen

Samsung setzt bei seinen drei IFA-Highlights, der LED TV-Serie B8090 sowie den beiden Blu-ray Heimkinoanlagen

HT-BD8200 und HT-BD7255, auf ein abgestimmtes Design und zahlreiche Verbindungsmöglichkeiten

– und behält dabei die Umwelt immer im Blick.

Große Leistung zum kleinen Preis: Volles Blu-ray

Entertainment und unterschiedlichste Anschlussmöglichkeiten

mit der HT-BD1220

Die HT-BD8200 bietet erstklassigen Heimkino-

Sound und einzigartige Blu-ray Bildqualität in einer

kompakten Designlösung

Auf der wichtigsten Messe für Unterhaltungselektronik

präsentiert

Samsung auch in diesem Jahr Produktinnovationen,

die sich optimal an den

Bedürfnissen der Nutzer orientieren. Die LED

TV-Serie B8090 und die zwei Blu-ray Heimkinoanlagen

HT-BD8200 und HT-BD7255 bieten

eine Vielzahl an Verbindungs- und Übertragungsmöglichkeiten,

die den Alltag erleichtern

und das Multimedia-Vergnügen noch spannender

machen. Durch das geräteübergreifende

zeitlos-elegante Designkonzept ergänzen

sich die Geräte auch optisch perfekt. Zudem

zeichnen sich Samsungs IFA-Highlights durch

energieeffiziente Spitzentechnologien und ein

naturschonendes Herstellungsverfahren aus.

1

Verglichen wurde das LED Modell UE40B7090 (2009) mit dem LCD Modell LE40A699

(2008) mit colour bar und Dynamic contrast off.

2

Ein Unternehmen des VDE Verbands der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik e.V.

Brillantes Bild: LED TV mit 200 Hz

Die zukunftsweisende LED TV-Serie B8090

erweckt Bilder durch das optimale Zusammenspiel

von LED-Hintergrundbeleuchtung

und echten 200 Hz Panels zum Leben. Mega-

Kontraste und überragende

Bildverarbeitung

gerade bei rasanten

Action- oder Sportszenen

ermöglichen dem

Zuschauer ein Fernseherlebnis

mit gestochen

scharfen Bildern ohne

Flackern. Für noch mehr

Entertainment-Vielfalt

hat Samsung in seine

neue TV-Spezies die

innovativen Multimedia-Funktionen

von

Medi@2.0 integriert.

Diese gewährleisten

nahezu unbegrenzte Übertragungsmöglichkeiten

von Videos, Musik und

Bildern bei maximalem Bedienkomfort und

holen per Knopfdruck sogar Internetdienste

wie Yahoo, Twitter oder Youtube auf den TV.

Umweltfreundlich – auch im Design

Trotz der hervorragenden Bildqualität und

der Multimedia-Vielfalt verbraucht die LED

TV-Serie B8090 40 Prozent weniger Energie

als ein Samsung LCD Modell von 2008 1 – das

bestätigte das unabhängige VDE-Institut 2 in

einem Stromvergleichstest. Umweltfreundlichkeit

wird auch bei der Herstellung der gerade

einmal 2,9 Zentimeter tiefen TV-Spezies großgeschrieben:

Zum einen verzichtet Samsung

vollständig auf die Verwendung von Quecksilber.

Zum anderen entstehen beim naturschonenden

Herstellungsverfahren im atemberaubenden

Design Crystal TV keinerlei flüchtige

organische Verbindungen (VOCs).

Perfektes Heimkino-Entertainment

Diesem einzigartigen Designkonzept Crystal

TV hat Samsung auch seine zwei neuen

Blu-ray Heimkinoanlagen HT-BD8200 und

HT-BD7255 angepasst. Die HT-BD8200 – die

weltweit erste Soundbar mit integriertem Bluray-Player

und kabellosem Subwoofer – lässt

sich sogar bequem unterhalb des Fernsehers

an die Wand montieren. Doch nicht nur optisch

harmonieren die beiden Anlagen perfekt mit

dem LED TV: Über die BD-

Wise-Funktion stimmen

sich Heimkinosystem

und Fernseher bei

der Bildübertragung optimal aufeinander ab,

um die beste Bildqualität zu garantieren.Als

echte Kommunikationsprofis spielen beide

Blu-ray Heimkinoanlagen Videos, Fotos und

Musik von fast jeder Quelle in fast jedem

Ton- und Bildformat ab – per PC-Streaming,

HDMI, USB, Bluetooth oder sogar drahtlos

über WLAN. Und der Lieblingssong vom iPod

oder iPhone kann dank

entsprechender Dockingstation

ebenfalls im

Handumdrehen über die

Lautsprecher der Soundbar

sowie über das 5.1-

System der HT-BD7255

erklingen. Für einen satten

Sound sorgt dabei

die Kelp-Cone-Technologie,

die verglichen mit

konventionellen Papierkegeleinheiten

einen wesentlich

reineren Klang

liefert.

Überragende Blu-ray

Bildqualität, satter Mehrkanal-Sound

und vielfältige

Konnektivität – mit der HT-BD7255

Bilder: Samsung, Stock.xchng

22 DIGITAL TESTED 5.2009


Anzeige

Metz Axio pro 32 FHDTV 100 CT:

Die neue Leidenschaft

für Technikverliebte

Der Premium-Hersteller Metz hat sein LCD-Sortiment um eine neue Produktfamilie erweitert. Das erste Mitglied

überzeugt mit edlem Design und vielen technischen Leckerbissen.

Bilder: Metz

Der neue Axio pro 32 FHDTV 100 CT

bietet Detail-Fans ideale Voraussetzungen,

um Fernsehen mit allen

technischen Finessen zu genießen. Ob Full-

HD-Auflösung, 100-Hertz-Technik oder hochauflösendes

Fernsehen (HDTV) – das alles

ist für den Axio pro kein Problem. Und auch

optisch erregt der Axio pro Aufmerksamkeit.

Seine klare Formensprache, veredelt mit einer

hochwertigen Chromleiste, macht den Axio

pro 32 FHDTV 100 CT zum Blickfang in jedem

Wohnzimmer.

Full-HD, HDTV und mecavisionHD+

Bildtechnologie

Beim Metz Axio pro 32 FHDTV 100 CT überzeugen

Design und technische Perfektion

gleichermaßen. Verschiedene hochwertige

Technologien kommen zum Einsatz. Die Bildwiedergabe

ist dank Full-HD-Bildschirmauflösung

(1 920 × 1 080 Pixel) bestechend scharf.

Integrierter HDTV-Empfang über Kabel (DVB-S2

für Sat-Empfang kann nachgerüstet werden)

sorgt für ein noch intensiveres TV-Erlebnis.

100 Hertz und die Technologie mecavisionHD+

zeigen sich in Bildern mit beeindruckender

Schärfe und Brillanz und bilden Bewegungen

fließend und präzise ab. Es entsteht ein Fernsehbild

mit leuchtenden Farben, auffallend

gutem Kontrast, bester Detailschärfe und brillanter

Bildqualität – auch bei schwierigen

Motiven, wie Laufschriften, diffizilen Mustern

oder Farbkanten.

Hervorragende Klangqualität

Optisch durch eine edle Chromleiste separiert,

beeindruckt das hochwertige Tonmodul des

Axio pro 32 FHDTV 100 CT durch satten Klang

und klare Sprachwiedergabe. Die saubere,

rauschfreie Darstellung von Höhen und Tiefen

sind das Verdienst des SRS WOW® Sound Systems.

Der hochwertige Ton lässt sich entweder

über das integrierte Audiosystem des Axio

pro oder über Kopfhörer genießen. Aber auch

Surround-Fans kommen voll auf ihre Kosten,

indem sie den vom Fernseher mittels des digitalen

Audioausgangs (optisch) bereitgestellten

Mehrkanalton (z. B. 5.1 Dolby Digital) über den

Decoder ihrer Anlage wiedergeben können.

Vielseitig und zukunftssicher

Zudem hält der Metz Axio pro 32 FHDTV

100 CT vielfältige digitale und analoge

Schnittstellen bereit: Für beste digitale

Bildqualität stehen drei HDMI-Buchsen

zur Verfügung. Hinzu kommt eine DVI-

I-Schnittstelle, welche es erlaubt,

den Fernseher an einen Computer

entweder analog oder digital anzuschließen.

Darüber hinaus finden

sich vielfältige Anschlussmöglichkeiten,

die sich in der analogen

Welt bewährt haben. Für die

Sound- und Bildperipherie stehen

YUV-Eingänge sowie drei EURO-AV-

Buchsen zur Verfügung. Selbstverständlich

wurden auch seitliche AV-

Anschlüsse berücksichtigt, über die

sich z. B. Camcorder oder Kopfhörer

einstecken lassen.

Die neue Metz-Serie präsentiert sich in modernem

Design und einem in Chrom gefassten

Bedienfeld. Der gläserne Standfuß

bietet zudem optimale Stabilität

Kinderleichte Bedienbarkeit dank

Tri-Star-Menü

Das mehrfach mit dem Plus X Award ausgezeichnete

Metz-Bedienmenü macht die Steuerung

der vielen technischen Highlights des

Axio pro 32 FHDTV 100 CT kinderleicht. Die

Struktur ist übersichtlich und in allen Funktionen

intuitiv nutzbar. Einzigartig ist die

Anpassung des Tri-Star-Menüs an unterschiedliche

Bedürfnisse: In drei Stufen

kann der Bedienumfang reduziert werden,

je nachdem wie tief man in

technische Details einsteigen

oder ob man sich auf Basisfunktionen

konzentrieren

möchte.

Bester Fachhandelsservice

Wie alle Metz-LCD-Fernsehgeräte

ist auch der neue Axio pro 32

FHDTV 100 CT nur über

den klassischen CE-

Fachhandel erhältlich.

So wird

ein ausgezeichnetes

Produkt von

ebensolcher Beratung

und entsprechendem

Service begleitet.

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

23


IFA

Spezial

TICKETPREISE

Tickets für die IFA können Privat- und Fachbesucher unter anderem im Internet-Ticketshop der Messe

bestellen. Folgende Preise gelten:

Fachbesucher:

Tageskarte (VVK) 30 Euro

2-Tages-Ausweis (VVK) 43 Euro

Privatbesucher:

Tageskarte (VVK) 10 Euro

Tageskarte (Tageskasse) 14 Euro

Tageskarte ermäßigt (Tageskasse) 10 Euro

(Studenten, Auszubildende, Wehrpflichtige,

Zivildienstleistende, Schwerbehinderte;

ein Nachweis ist erforderlich)

Tickets für Schulklassen (VVK) 35 Euro

(Bestellschluss 25. August)

Schülerticket (Tageskasse) 5,50 Euro

Happy-Hour-Tageskarte (Tageskasse; täglich

ab 14 Uhr) 8 Euro

Familienticket (Tageskasse) 29 Euro

(max. zwei Erwachsene, drei Kinder; für Kinder

bis sechs Jahre ist der Eintritt frei)

Weitere Ticketchancen:

Karten können auch per Fax oder E-Mail bestellt

werden. Dies geschieht auf Rechnung und

ab einem Bestellwert von 30 Euro. Es fällt eine

Versandkostenpauschale von 4 Euro an.

Fax: +49 (0)30 30 69 69 30

E-Mail: kartenservice@messe-berlin.de

Eintrittskarten werden darüber hinaus in den

Reisezentren und Verkaufsstellen der Deutschen

Bahn, der S-Bahn Berlin und der Berliner

Verkehrsbetriebe sowie an der Vorverkaufskasse

des Messegeländes angeboten. Für

Fach- wie Privatbesucher genügt eine einzige

Eintrittskarte, um Zutritt sowohl zur IFA als

auch zur Home Appliances@IFA – der neu angegliederten

Hausgerätemesse – zu erhalten.

Bilder: Messe Berlin GmbH, Stock.xchng

24 DIGITAL TESTED 5.2009


Testnotizen

Aktuelles aus dem Testlabor

Als kleine Vorschau auf unsere zahlreichen Gerätetests in dieser Ausgabe der DIGITAL TESTED haben wir auf

dieser Seite interessante Beobachtungen und die wichtigsten Informationen zusammengefasst. Eine Übersicht

aller getesteten Produkte finden Sie im Inhaltsverzeichnis.

In unseren verlagseigenen Testlaboren

herrschte auch für diese Ausgabe wieder

reger Betrieb. Neben Flachbild-TVs haben

wir uns auch neue Blu-ray-Anlagen, aktuelle

DVD-Rekorder und zahlreiche weitere Geräte

angesehen.

Kompakt und flach

Zwar wird der Testalltag von großen LCDs

und Plasmas beherrscht, im täglichen Leben

finden aber vor allem noch kleinere Geräte

ihren Einsatz. 82 Zentimeter in der Diagonale

messende Modelle sind bereits für Wohnzimmer

geeignet. Insgesamt haben wir uns sechs

solchen Geräten zugewandt und diese auf Herz

und Nieren geprüft. Dass aktuelle Funktionen,

allen voran Netzwerk- und Internetfeatures,

nicht nur großen Premiumausführungen vorbehalten

sind, zeigen viele der Vertreter. Auch

die Bildqualität kann bei den meisten von uns

geprüften Produkten überzeugen.

Komplett und hochauflösend

Das Hauptaugenmerk vieler Hersteller richtet

sich immer mehr auf einsteigerfreundliche

Komplettsysteme. Dieses Mal haben wir zwei

Sets von LG und Sony im Testlabor untersucht.

Während Ersteres ein klassisches System mit

allen Features in einer Player-Receiver-Einheit

verknüpft, geht Sony mit dem HTP-BD36SF

einen ungewöhnlichen Weg und paart seinen

aktuellen Spieler mit einem passenden AV-Receiver

und dazugehörigen Lautsprechern. Beide

Systeme zeigten im Test Vor- und Nachteile,

letztere sind in erster Linie in der limitierten

Leistung der Speaker zu suchen. Dennoch sind

Komplettsets erstaunlich erwachsen sowie

technisch konkurrenzfähig geworden und stellen

für den Einsteiger so den optimalen Weg in

die HD-Welt dar.

HTPCs wohnzimmertauglich?

Auch der Begriff „HTPC“ ist immer öfter im

gleichen Atemzug mit Heimkino zu hören. Wir

nahmen dieses Mal ein Komplettsystem genauer

in Augenschein und prüften besonders

die DVB-S-Unterstützung. Die Frage, ob ein

HTPC einen klassischen Sat-Receiver völlig

ersetzen kann, haben wir für uns beantwortet

und sind aktuell der Ansicht, dass zu viele Defizite

dagegen sprechen.

LEDs halten nicht nur in TVs Einzug, auch erste,

meist mobile Projektoren versprechen Vorteile

durch die Diodentechnik. Dass diese aber

noch nicht für den Gebrauch im heimischen

Kino geeignet zu sein scheint, bestätigt Benqs

überprüfter Joybee-Beamer, der uns im Test

enttäuschte. Preislich überzogen, können sie

einem Vergleich zu klassischen LCD- oder DLP-

Beamern noch lange nicht standhalten.

Klangfokus

Dem Thema Ton haben wir in dieser Ausgabe

besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet. Neben

aktuellen AV-Receivern, die für wenig Geld

immer mehr Features beherbergen, haben wir

uns auch einige Regallautsprecher genauer

angeschaut. Sämtliche getesteten 5.1-Sets

haben ihre Stärken, was auch an einem nur

knappen Unterschied aller Probanden bei der

Wertung ersichtlih wird. Doch wie lange wird

das 5.1-Modell noch reichen? Zwar ist ein Retrotrend

zu Stereo und simuliertem Raumklang

unverkennbar, doch auch junge Technologien,

wie neuartige Signalprozessoren für zusätzliche

Höhenkanäle, werden von den aktuellen

AVRs immer mehr unterstützt. Dass das Audiogenre

von verschiedenen Philosophien stärker

geprägt ist als jeder andere andere Bereich

der Unterhaltungselektronikbranche, zeigen

auch die getesteten sehr kompakten Surround-

Lautsprecher von Bose. Hier wird Wert auf

Benutzerfreundlichkeit und eine möglichst unscheinbare

Installation gelegt. Doch nun wünschen

wir wie immer viel Spaß beim Lesen und

Stöbern durch den vielseitigen Testteil. 1

SO TESTEN WIR

Die uns zur Verfügung gestellten Testgeräte

werden von unseren Redakteuren auf Herz und

Nieren geprüft. Neben den persönlichen Eindrücken,

die wir im Laufe unserer Arbeit gewonnen

haben, kann ein Großteil der Qualitäten durch

spezielles Messequipment belegt werden. Die

jeweiligen Modelle müssen sich unseren strengen

Testprotokollen stellen, denn nur so können

wir auf Dauer eine faire Bewertung für alle

Produkte sicherstellen.

BEWERTUNGSSCHLÜSSEL

100–95 %: Referenzklasse

94–90 %: ausgezeichnet

89–85 %: sehr gut

84–70 %: gut

69–55 %: befriedigend

54–40 %: ausreichend

39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

25


test

VIDEO

Familienbande

Die kurzen Tage kommen in großen Schritten

näher und das könnte man durchaus zum Anlass

nehmen, sich endlich doch zur Anschaffung eines

neuen Fernsehers zu entschließen. Wenn er nicht

zu groß ausfallen, aber dennoch allen Anforderungen

genügen soll, dann sind Sie bei unserem

umfassenden Vergleichstest genau richtig.

Bilder: Auerbach Verlag, Buena Vista, JVC, Panasonic, Philips, Samsung, Sony

26

DIGITAL TESTED 5.2009


Die warme Jahreszeit neigt sich langsam

dem Ende entgegen und zum

Verdruss vieler hinterlässt das

Sommerwetter auch dieses Jahr einen eher

durchwachsenen Eindruck. Gleichermaßen

unspektakulär verhielt es sich im bisherigen

Jahresverlauf mit den Neuerungen aus der

Unterhaltungsindustrie: Aufgrund der Finanzkrise

und das damit einhergehend erstarkten

Pessimismus hielten sich die Hersteller mit

aufregenden Innovationen oder größeren Experimenten

konsequent zurück. Nun steht

die IFA vor der Tür und es mag sein, dass zumindest

bei diesem größten Stelldichein der

Unterhaltungselektronik doch noch der eine

oder andere technische Leckerbissen auf uns

wartet. Möglicherweise werden die Märkte

im Herbst oder Winter auch noch von einigen

neuen Technologien belebt.

Ungeachtet der fühlbaren Stagnation bei den

Innovationen in der Unterhaltungselektronik

purzelten immerhin bei den bereits verankerten

Technologien in diesem Sommer wieder

kräftig die Preise. Besonders der mittlerweile

riesige Markt für HD-fähige Flachbildschirme

und Fernseher wartet pünktlich zum Kürzerwerden

der Tage mit wirklich qualitätsstarken

Produkten auf, die sich durch umfangreiche

Ausstattung und sagenhaft günstige Preise

auszeichnen.

Wir haben uns für diese Ausgabe fünf aktuelle

Markenmodelle der Gattung LCD mit

32 Zoll Diagonale angeschaut – TV-Geräte

also, die sich fraglos als Erstfernseher für die

ganze Familie eignen und nicht unbedingt

als Zweitgerät ins Schlaf- oder Kinderzimmer

gestellt werden müssen. Als technologischer

Wohnzimmermittelpunkt müssen unsere Testkandidaten

natürlich allen Anforderungen des

Alltags Genüge tun und gleichermaßen für

den ungehinderten Start in die digitale Fernsehwelt

wie auch zur Anzeige von DVDs und

Blu-ray Discs geeignet sein. Dabei kommen

unsere fünf Probanden bis auf eine Ausnahme

allesamt mit Full-HD, CI-Plus-Unterstützung

sowie erweiterten Multimedia-Funktionen daher

und könnten somit grundsätzlich alle Anforderungen

der nächsten Jahre erfüllen. Für

unter 1 000 Euro waren solche Geräte bisher

kaum zu bekommen.

Erstmalig in dieser Ausgabe erhalten Sie am

Ende des Vergleichstests übrigens nicht nur

die übliche Bewertungsttabelle, sondern

zusätzlich noch eine zusammenfassende

Übersicht der wichtigsten Merkmale jedes

Fernsehers in diesem Test. Und nun viel Spaß

beim Lesen!

HINWEIS

Sämtliche Einstellungshilfen für die optimalen

Bildeinstellungen aller fünf Testkandidaten

finden Sie dieses Mal online unter

www.digital-tested.de.

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

27


test

VIDEO

PHILIPS 32PFL9604H

Mit einem Straßenpreis von knapp 1 000 Euro

bekommt man mit dem 32PFL9604H ein Full-

HD-Gerät mit allen wünschenswerten Ausstattungsmerkmalen

anderer Philips-Modelle.

Das beinhaltet unter anderem die Ambilight-

Spectra-Technologie, die für eine angenehme

farbliche Illumination der Gehäuseumgebung

sorgt, sowie den bei Philips bereits sehr gut

umgesetzten Internetzugriff per Net-TV, das im

Gegensatz zur Konkurrenz schon einen echten

Browser integriert hat.

Öko-Check

www.digitaltested.de

5.2009

gut

Philips

32PFL9604H

TESTSIEGER

sehr gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

Viel Ausstattung

In Verarbeitungsqualität und Ausstattung bewegt

sich der 32-Zoll-LCD ebenfalls auf der

Höhe der Zeit. Die Aluminiumverschalung sieht

edel aus, die kleinen Boxen im Chassis zählen

zu den besten, die man in dieser Preisklasse

bekommen kann. Ein grober Schnitzer im Designkonzept

ist uns dennoch aufgefallen: Der

Lichtsensor am unteren Ende der Gehäusefront

wird leider zu sehr durch die vorgelagerten Aluminiumschalen

verdeckt. Dies führt besonders

in Verbindung mit Deckenbeleuchtung dazu,

dass die Bildhelligkeit oft nicht auf ein adäquates

Niveau erhöht wird.

Mit seinen fünf HDMI-Anschlüssen lässt sich der

Philips wahrscheinlich selbst in voll ausgestattete

Heimkinos ohne Kompromisse integrieren

und überhaupt hat der Hersteller in puncto Anschlussvielfalt

ganze Arbeit geleistet. So findet

sich neben der Netzwerkbuchse ein USB-Eingang,

über den Filme, Musik und Bilder zügig in

fast allen üblichen Formaten eingespielt werden

können. Dass wir Videos im WMV9- bzw. VC1-

Format trotz anderslautender Angaben im Hand-

Sauber verarbeitet und

übersichtlich gestaltet

kommt Philips' Fernbedienung

daher, wichtige

Tasten wie Stand-by-,

Home- und OK-Button

sind mittig angeordnet

Ob die Player-Steuerung

einen so zentralen Platz

auf einer TV-Fernbedienung

einnehmen sollte,

ist fraglich, ansonsten

bedient es sich gut

Wieder ganz zentral

liegt die Ambilight-

Taste, mit welcher sich

der eher mittelmäßige

Kontrasteindruck mit

dunklen Wohnzimmer

deutlich aufpeppen lässt

buch nicht zuspielen konnten, ist da eigentlich

Makulatur. Mit DVB-C, DVB-T und CI Plus von SD

bis HD bleiben auch bezüglich der Empfangswege

kaum Wünsche offen, für den DVB-S2-

Empfang sorgt ein optional erhältliches Modul.

Der integrierte elektronische Programmführer

(EPG) bereitete uns keine Probleme, lediglich eine

Bild-in-Bild- bzw. Bild-in-EPG-Funktion sowie

die Speisung aktiver DVB-T-Antennenhätten wir

uns als kleine Extras gewünscht.

Weich und scharf

In Sachen Handling und Menüführung gibt es

ebenfalls kaum Negatives zu berichten. Das

durchaus vielseitige Bildschirmmenü wartet mit

Logik und Übersichtlichkeit auf, allein die Reaktionsgeschwindigkeit

des Menüs könnte höher

sein. Eine gewisse Trägheit konnten wir ebenso

bei den Netzwerkfunktionen feststellen. Die

Net-TV-Funktion sowie der Zugriff auf Medien

im Heimnetz können bei Philips zwar schon

richtig überzeugen, doch dauert es einige Zeit,

bis der Seitenaufbau abgeschlossen ist. Als kritikwürdig

betrachten wir außerdem das Fehlen

eines gedruckten Handbuchs. Stattdessen gibt

es im Menü eine integrierte Anleitung und die

Möglichkeit, das Handbuch als PDF aus dem

Internet herunterzuladen.

In Bezug auf die Bildqualität wartet schon die

nächste Überraschung. Der Philips kommt mit

großer Bildhelligkeit und sehr gut abgestimmten

Grundwerten daher, was besonders für Einsteiger

erfreulich ist. Die Farbwiedergabe des LCDs

ist nahezu perfekt gelungen und der übliche

Blauschimmer in dunklen Bildbereichen fällt

vergleichsweise gering aus. Auffällig ist eher

der mittelmäßige Schwarzwert des Panels.

Stand- und Bewegtbilder gibt das kleine Modell

dank 100-Hertz-Clear-LCD-Technik und Bildglättung

wiederum in hervorragender Schärfe

wieder. Allerdings störte uns im Test, dass die

künstliche Nachbearbeitung selbst in der niedrigsten

Stufe schon äußerst stark greift. Das

bringt einerseits ein butterweiches Bild, das

sich zwei Filmen völlig frei von 24p-Geruckel

zeigt, auf der anderen Seite führt die starke

Glättung jedoch zum vermehrten Auftreten von

Artefakten bei bestimmten Szenen. Dass Philips

trotzdem einen guten Job in der digitalen Nachbearbeitung

macht, zeigt sich spätestens bei

der Aufbereitung von TV- und DVD-Material,

wobei Letzteres möglichst in Vollbildern zugespielt

werden sollte. Sowohl beim Upscaling

als auch De-Interlacing erlaubt sich der Philips

kaum Patzer und zeigt sich dabei sogar äußerst

leistungsfähig. Einzig bei der Rausch- und Klötzchenfilterung

von qualitativ minderwertigen

Quellen lässt der Fernseher etwas zu viel Milde

walten. Sein Blickwinkel ist wiederum beachtlich,

allerdings sollte sich der Bildschirm bei der

Betrachtung direkt auf Augenhöhe befinden.

TESTSIEGER

PHILIPS 32PFL9604H

Preis/Straßenpreis

VORTEILE/NACHTEILE

beste Bewegungsschärfe im

Test

gute Bildabstimmung und

guter Blickwinkel

gute Audiowiedergabe

ERGEBNIS

1 299 Euro/1 000 Euro

Schwarzdarstellung könnte

besser sein

Lichtsensor schlecht

platziert

Einstellungen nur grob

regelbar

83 %

Gut

Bilder: Auerbach Verlag, Panasonic, Philips

28 DIGITAL TESTED 5.2009


PANASONIC TX-L32V10E

Das Äußere des kompakten 32-Zoll-LCDs wirkt

ähnlich überzeugend wie das Erscheinungsbild

der hauseigenen Plasmamodelle. Die Bautiefe

erscheint mit fünf Zentimetern (im Anschlussbereich

etwas tiefer) angenehm schlank und

vielfältige Anschlussmöglichkeiten deuten

die pralle Ausstattung bereits an. So verfügt

Panasonics LCD neben einem DVB-T- und digitalen

Kabelempfänger über einen Satellitentuner.

Die einfache Installation und gute Bedienbarkeit

machen die integrierten Tuner zum

vollwertigen Ersatz für externe Lösungen, den

erweiterten Verschlüsselungsstandard CI Plus

unterstützt Panasonic allerdings noch nicht. Ein

wenig umständlich: Kabelnutzer sollten bei der

Installation „Finnland“ statt „Deutschland“ angeben,

um später den EPG aufrufen zu können.

Den vierten HDMI-Eingang brachte Panasonic

versteckt an der Rückseite an, hier hätten wir

uns einen alternativen seitlichen Eingang gewünscht.

Für den Multimedia-Genuss sorgt das

Internetportal Viera Cast, das Sie nach der Einrichtung

mit wenigen Tasten erreichen. Dort stehen

Wetter-, Nachrichten-, Sport- und Unterhaltungsprogramme

in Videoform zum kostenlosen

Abruf bereit. Besonders empfehlenswert ist die

Integration von Youtube und tagesschau.de.

Im Netzwerk eingebunden unterstützt der Panasonic

gängige Formate wie JPEG oder DivX,

über eine SD-Karte zugespielt ebenfalls AV-

CHD. Zusätzliche Sonderfunktionen wie eine

Bild-in-Bild-Darstellung oder die separat justierbare

Kopfhörerlautstärke runden die gute

Ausstattung ab, lediglich in Bezug auf die Menügestaltung

wünschen wir uns für die Zukunft

einen etwas moderneren Look und mehr Justierungsmöglichkeiten.

So verzichtet Panasonic

beispielsweise auf einen manuellen Regler

für die Hintergrundbeleuchtung und auch der

Lichtsensor kann lediglich indirekt beeinflusst

werden, was eine exakte manuelle Anpassung

des Bildes an die Umgebungshelligkeit natürlich

erschwert.

Mehr als 100 Hertz

Dass Panasonics TX-L32V10E technologisch

mühelos mit den 200-Hertz-Konkurrenten mithalten

kann, bestätigte sich nach wenigen Minuten

in unserem Test: Die Bewegtbildschärfe

ist unter Ausnutzung der Bildinterpolation Intelligent

Frame Creation herausragend. Was

bei TV-Übertragungen und Videoaufnahmen

sehr gute Ergebnisse garantiert, ist während

der Filmwiedergabe jedoch ein zweischneidiges

Schwert: Die Nachbearbeitung sorgt für butterweiche

Bewegungsabläufe, produziert aber

Doppelkonturen und Artefakte. Somit raten

wir Filmliebhabern, die Bewegungskorrektur

24p Smooth Film auszuschalten. Im Gegensatz

zum Vorgängermodell erlaubt Panasonic eine

neutrale Graustufenoptimierung, lediglich in

dunklen Bildbereichen ist ein Blauschimmer

Öko-Check

www.digitaltested.de

5.2009

allgegenwärtig. In den Voreinstellungen zeigen

sich Farben übersättigt und auch eine

spätere Korrektur ist nur ein Kompromiss. So

können Sie zwar die Intensität der kräftigen

Farbtöne verringern, doch die Leuchtkraft der

Primärfarben gerät damit aus dem Lot. Spätestens

bei seitlicher Betrachtung des Bildes

sticht der Panasonic jedoch aus der Masse

heraus, denn sein Kontrasteindruck ist unter

allen Blickwinkeln gut. Somit wirkt der Fernseher

unter normalen Lichtbedingungen eher

wie ein Plasma. Seine technologische Herkunft

offenbart der LCD erst im dunklen Wohnzimmer,

denn unter diesen Bedingungen erscheint die

mäßige Schwarzdarstellung leicht störend. Der

Lichtsensor dimmt die Bildhelligkeit auf Wunsch

zwar herunter, doch die Brillanz lässt dann

zu wünschen übrig. Durch den LCD-bedingten

Blauschimmer im Schwarz kann das Bild hauptsächlich

bei Zimmerbeleuchtung und Tageslicht

überzeugen. Aufgrund der Funktionsweise des

IPS-Alpha-Panels erreicht der Panasonic geringere

Maximalhelligkeiten als vergleichbare

LCDs, im Kinomodus nimmt die Leuchtkraft

zusätzlich ab. Für helle Räume empfehlen wir

deshalb den Normalmodus, der durch seine automatische

Dimmung jedoch nicht vollkommen

überzeugen kann. Je nach Bildinhalt senkt oder

erhöht der Fernseher die Intensität der Hintergrundbeleuchtung,

was im Zusammenspiel mit

dem automatischen Lichtsensor am Ende einer

Zufallseinstellung gleichkommt. Die Aufbereitung

von normalen SD-Quellen gelingt fehlerfrei,

weitreichende Einstellungsmöglichkeiten

zur Aufwertung schwächeren Materials bietet

der LCD allerdings nicht. Filmmaterial zeigt unruhige,

flimmernde Konturen, sodass Sie DVDs

über HDMI in 1 080p zuspielen sollten.

PANASONIC TX-L32V10E

Preis/Straßenpreis

VORTEILE/NACHTEILE

volle HD-Tuner-Ausstattung mäßiger Klang

einfach zu bedienen

sehr gute Bewegungsschärfe

ERGEBNIS

Alles Multimedia: Die

grüne Viera-Tools-Taste

führt unter anderem ins

Internet, ganz oben liegt

außerdem eine Taste für

den Zugriff auf Speicherkarten

(SDHC)

An der Haptik und Anordnung

der Hauptbedienfelder

gibt es bei

die Panasonics Signalgeber

nichts zu bemängeln

Zur Steuerung zusätzlich

angeschlossener Player

und Rekorder dient das

untere Tastenfeld

1 299 Euro/900 Euro

keine automatische Lautstärkekorrektur

wenig Möglichkeiten zur

Bildnachbearbeitung

81 %

Gut

gut

Panasonic

TX-L32V10E

TESTERGEBNIS

sehr gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

29


test

VIDEO

SONY KDL-32W5500

Aufbau und Installation des 32W5500 verlaufen

schnell und einfach, obwohl das knappe

Handbuch bei der Bedienung des Fernsehers

allgemein keine große Hilfe darstellt. Dafür integriert

Sony seine Betriebsanleitung direkt ins

Bildschirmmenü, sodass Geräteanschluss und

Einstellungen direkt am Fernseher abgeklärt

werden können. Besitzern einer Playstation 3

dürfte das Bildschirmmenü übrigens sehr vertraut

vorkommen, denn Sony benutzt auch bei

diesem TV-Modell die bekannte Cross Media

Bar (XMB) als Zentrale für sämtliche Einstellungen

und Gerätefunktionen. Die Navigation

erfolgt dank logisch strukturierter Menüpunkte

sehr schnell und gezielt. Kritik gibt es nur im

Detail, etwa dahingehend, dass das XMB-Menü

für fast jede gewünschte Aktion aufgerufen und

durchblättert werden muss, was der Übersicht

in einigen Momenten wieder abträglich sein

kann.

Öko-Check

www.digitaltested.de

5.2009

gut

Sony

KDL-32W5500

TESTERGEBNIS

sehr gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

Kleine Schnitzer

Hinsichtlich der umfassend vorhandenen Anschlüsse

gibt es nur wenig zu bemängeln. Fragwürdig

erscheint uns lediglich die Platzierung

der DLNA-Netzwerkschnittstelle in der – vorwiegend

dynamisch genutzten – Seitenleiste des

Fernsehers. Eine USB-Buchse für die Zuspielung

von Multimedia-Formaten ist ebenfalls vorhanden,

allerdings hält sich der 32W5500 hinsichtlich

der Menge an unterstützten Formaten deutlich

zurück. Neben MP3 und JPEG verarbeitet der

32-Zoll-LCD lediglich proprietäre Formate wie

AVCHD und Blu-ray-kompatible MPEG-2- bzw.

MPEG-4-Dateien. Bescheiden zeigt sich Sonys

Fernseher auch in seinen Onlinefunktionen.

Relativ aufgeräumt und

vergleichsweise logisch

ist der Aufbau von Sonys

Fernbedienung. Das

sorgt zügig für Routine

Große Tasten erleichtern

die Bedienung

beim Fernsehen, das

Herzchen öffnet dabei

übrigens die Favoriten-

Senderliste

Mit Appli Cast steht dem Besitzer ein einfacher

Widget-Dienst mit überwiegend unspektakulären

Funktionen wie Kalender, Uhr oder Sony-

News zur Verfügung. Einziger nennenswerter

Gimmick ist hier die Geotagging-Funktion, die

im Falle einer Anzeige oder Diashow von GPSverorteten

Fotos eine zoombare Weltkarte mit

dem Aufnahmeort des jeweiligen Fotos anzeigt.

Die Tuner-Ausstattung gibt sich wesentlich vielseitiger.

DVB-T und DVB-C inklusive CI Plus bilden

eine solide, vor allem aber zukunftstaugliche

Basis. Ferner bietet die Empfangsqualität der

Tuner keinerlei Anlass zur Kritik. Uns störte hier

lediglich der Umstand, dass Sony keine vorsortierte

Senderliste anbietet. Nach Abschluss des

Suchvorgangs muss der Nutzer also entweder

manuell ordnen oder eine Favoritenliste angelegen,

die dann wiederum zügig über die etwas

überladene Fernbedienung abgerufen werden

kann. Der integrierte EPG bietet zur Fernsehplanung

eine gute Übersichtlichkeit. Dass Sony

beim Durchstöbern des Programmführers allerdings

kein Fernsehbild einblendet, ist bedauerlich,

zumal die sonstigen Bild-in-Bild-Funktionen

des 32W5500 völlig ausgereift wirken.

Schmaler Winkel

Richtig glänzen kann Sonys kleiner LCD in der

Anzeigequalität. Zunächst zeichnet sich das

Bild durch hohe Kontraststärke und einen sehr

guten Schwarzwert aus. Das ist jedoch nur so

lange der Fall, wie man im rechten Winkel auf

den Schirm schaut. Der Grund: Das Panel des

LCDs ist leider sehr stark vom Blickwinkel abhängig.

Die Farbabdeckung ist in der Grundeinstellung

prinzipiell gut, lediglich die Blauanteile

driften etwas zu stark ins Tiefblaue. Zu kühl

wirkt auch die Farbtemperatur ab Werk. Hier

lässt sich durch Feinjustierung gegensteuern,

allerdings führt dies letztlich zu schwankenden

Farbtemperaturen in dunkleren Bildbereichen.

Der Schärfeeindruck bei Sonys 100-Hertz-LCD

ist hervorragend, ob grundlegend im Standbild

oder per 100-Hertz-Technik im Bewegtbild. Gerade

die Motionflow-Technologie des Herstellers

bietet hier einen sehr guten Kompromiss zwischen

natürlicher Bewegungsdarstellung und

künstlicher Interpolation – jedenfalls zeigt sich

Motionflow vergleichsweise frei von Artefakten

Kinofilmen und TV-Bildern. Feine Abstufungen

finden sich übrigens bei den meisten bildverbessernden

Optionen wie Kontraststeigerung

oder Rauschfilter, was uns an diesem Modell

besonders gefällt.

Präzision bietet Sony ebenfalls in der Verarbeitung

von SD-Bildmaterial sowie DVDs. Zwar

könnte die Halbbildglättung noch etwas besser

gelingen, insgesamt macht hochskaliertes Videomaterial

jedoch einen sehr guten Eindruck.

Mit einem Straßenpreis von etwa 750 Euro kann

der Sony äußerst günstig erworben werden,

zumindest in Bezug auf die hier gebotene Bildqualität.

Zudem ist der 32W5500 nach dem JVC

der sparsamste LCD in unserem Test. Seine gute

Ökobilanz brachte ihm sogar das Umweltsiegel

der Europäischen Union ein.

SONY KDL-32W5500

Preis/Straßenpreis

VORTEILE/NACHTEILE

sehr gutes Preis-Leistung

ausgewogene Bilddarstellung

Kabeltuner mit CI Plus

ERGEBNIS

1 099 Euro/750 Euro

kaum Multimedia-

Funktionen

eingeschränkter

Internetdienst

eingeschränkter Blickwinkel

80 %

Gut

Bilder: Auerbach Verlag, Sony

30 DIGITAL TESTED 5.2009


Unser Tipp, wenn Sie wirklich

ALLES über das digitale

Fernsehen erfahren möchten:

Jeden Monat neu am Kiosk

und täglich aktuell unter www.digitalfernsehen.de


test

VIDEO

SAMSUNG LE32B679

Die Installation des kleinen Samsung gelingt

reibungslos, allerdings zeigt sich hier bereits,

dass der LE32B679 nicht unbedingt zu den

einsteigerfreundlichsten TV-Geräten gehört.

Vor allem die überladene und dabei etwas

unlogisch gestaltete Fernbedienung verhindert

einen schnellen Start. Immerhin hilft das recht

ausführliche Handbuch bei den ersten Schritten

weiter, ein Geräteanschlussplan ist außerdem

im Bildschirmmenü des Modells integriert.

Dieses präsentiert sich im Übrigen sehr hübsch

gestaltet sowie mit flüssiger Animation, wobei

der moderne Look jedoch nicht verhindern

kann, dass LCD-Neulinge tatsächlich von der

großen Menge an Menüpunkten und Einstellungen

überfordert sein könnten. Prinzipiell

gibt es bei Samsung nämlich für alles einen

Schalter, mit dem sich der Fernseher auf jede

Nutzungssituation und sämtliche persönlichen

Bedürfnisse anpassen lässt. Zumindest für Anspruchsvolle

ist der LE32B679 deshalb grundsätzlich

eine gute Wahl.

Öko-Check

www.digitaltested.de

5.2009

gut

Samsung

LE32B679

TESTERGEBNIS

sehr gut

SIEGER PREIS/LEISTUNG

5.2009

Vielseitig

In der Ausstattung überzeugt Samsung auf der

ganzen Linie. Die Liste der Anschlüsse ist angenehm

lang und beinhaltet unter anderem eine

Netzwerkschnittstelle sowie gleich zwei USB-

Buchsen, wovon eine beispielsweise für den

dauerhaften Betrieb einer externen Festplatte

genutzt werden kann. Entsprechend umfangreich

ist auch die Unterstützung für Multimedia-

Daten, die über das Heimnetzwerk (Samsung

bietet übrigens optional einen WLAN-Adapter)

oder über USB zugespielt werden können. Fast

alle unserer Testvideos wurden von dem LCD

Die Hintergrundbeleuchtung

erleichtert die Bedienung

in dunklen Umgebungen.

Große Tasten

sorgen für Komfort

Generell sorgen Layout

und Logik von Samsungs

Fernbedienung eher

für Verwirrung. Diverse

Doppelbelegungen

machen alles noch umständlicher

Am unteren Ende der

Fernbedienung leidet

die Haptik leider etwas

unter den eher kleinen

Tasten und dem verlagerten

Schwerpunkt bei

der Haltung

klaglos geschluckt, lediglich beim Camcorder-

Format AVCHD verweigerte sich der Samsung.

Samsungs Internet@TV bietet verschiedene

mehr oder weniger nützliche Widgets für Wetter,

Flickr oder gar Youtube, die leider sehr träge

reagieren.

Mit seiner Tuner-Vollausstattung und der CI-Plus-

Schnittstelle sammelt der LE32B679 in unserem

Test ordentlich Pluspunkte. Gut gefiel uns beim

reinen Fernsehbetrieb außerdem, dass Samsung

eine vorsortierte Kanalliste implementiert hat,

was eine zeitaufwendige manuelle Sortierung

unnötig macht. Fortschrittliche Bild-in-Bild-

Funktionen oder die Möglichkeit zur vollständig

manuellen Auswahl eines Bildseitenformates

sorgen zudem für eine hohe Praxistauglichkeit

des LCDs sowohl beim Fernsehen als auch bei

der Zuspielung externer Bildsignale. Kritikpunkte

im Bereich der Ausstattung stellen eigentlich

nur die auffällig spiegelnde Frontscheibe und

das Fehlen eines Lichtsensors dar. Nichtsdestotrotz

zeichnet sich der LE32B679 durch eine

sehr gute Energiebilanz aus, was ihm sogar das

offizielle EU-Ökosiegel einbringt.

Arbeitstier

In der Bildqualität präsentiert sich der 32-Zöller

ebenfalls sehr solide. Solide deshalb, weil sich

dank der umfassenden Justiermöglichkeiten

des Fernsehers die eher mittelmäßigen Voreinstellungen

während unseres Tests auf ein fast

optimales Niveau erhöhen ließen. Farbliche Abweichungen

treten nur geringfügig bei Rot- und

Grüntönen auf, ferner zeigten sich in unserem

Test auch mit optimalen Einstellungen immer

noch leichte Farbtemperaturschwankungen in

dunkleren Bildbereichen.

Die Grundschärfe des LE32B679 ist allgemein

als sehr gut einzustufen. Punkteabzug gibt es

in dieser Disziplin nur, weil Samsungs 100-

Hertz-Technologie in unseren Bewegtbildtests

leider ein erhöhtes Risiko zur Erzeugung von

farbigen Nachziehern und Artefakten aufwies.

Glücklicherweise kann hier dank ausgefeilter

Parameter ebenfalls sehr fein reguliert werden,

sodass sich quasi für jede Situation eine gute

Mitte zwischen gesteigerter Schärfe und natürlichem

Bildeindruck finden lassen dürfte.

Als echtes Arbeitstier erweist sich das Modell

bei der Zuspielung von Material aus unterschiedlichen

Quellen. Ob HD oder SD, Vollbild oder

Halbbild – der Samsung verarbeitet alles ohne

größere Probleme und bietet zudem zahlreiche

Regler, mit denen sich jede Bildquelle behutsam

nachjustieren lässt. Der Vollbildkonverter

hält außerdem verschiedene Voreinstellungen

bereit, mit denen nach Herstellerangaben beispielsweise

Videomaterial oder Kinofilme von

DVD qualitativ hochwertig und weitgehend frei

von Interlace-Streifen dargestellt werden können.

Zu guter Letzt bescheinigt der Sehtest ein

gutes Kontrastverhältnis bei leider zu stark

eingeschränktem Blickwinkel.

SIEGER PREIS/LEISTUNG

SAMSUNG LE32B679

Preis/Straßenpreis

VORTEILE/NACHTEILE

komplette HD-Tuner-Austattung

inklusive CI Plus

umfangreiche Bildeinstellungen

vielseitige Multimedia-

Wiedergabe

ERGEBNIS

1 099 Euro/900 Euro

100-Hetz-Darstellung mit

Fehlern

kein Lichtsensor

eingeschränkter Blickwinkel

81 %

Gut

Bilder: Auerbach Verlag, JVC, Samsung

32 DIGITAL TESTED 5.2009


JVC LT-32DB1BU

Der Herausforderer von JVC in unserem 32-Zoll-

Wettstreit verfügt zwar nicht über die volle HD-

Auflösung, ist aufgrund seiner umfangreichen

Ausstattung und seines günstigen Preises jedoch

allemal eine Überlegung wert.

Hinsichtlich seiner Fernsehtauglichkeit macht

der 32DB1BU jedenfalls eine gute Figur. Mit

DVB-T und DVB-S stehen zwei wichtige Empfangswege

zur Verfügung. Die Signalqualität

beider Tuner ist vorbildlich. Die Möglichkeit

zur Verwendung von aktiven DVB-T-Antennen

ist dabei genauso gegeben wie umfangreiche

Parameter zur LNB- sowie DiSEqC-1.0- und

-2.0-Einrichtung. Schade ist nur, dass JVCs

satellitenaffiner LCD-TV keinen HDTV-Empfang

über DVB-S2 erlaubt. Zudem verfügt das Gerät

zwar über eine CI-Schnittstelle, nicht aber über

CI Plus, was in Einzelfällen die Anschaffung

eines entsprechend ausgerüsteten Receivers

bedeuten kann.

Runderneuert hat der Hersteller die Bedienführung.

Die modernen, halbtransparenten Menüs

sorgen für Übersicht, die gut strukturierte

Bedienungsanleitung ist sehr informativ. An

Benutzerfreundlichkeit mangelt es JVCs Modell

jedenfalls nicht, selbst die Fernbedienung wirkt

aufgeräumt und gut organisiert. Dafür vermissten

wir im Funktionsumfang des Fernsehers die

Integration einer Bild-in-Bild-Funktion.

Kein Kinofreund

Bei der Zuspielung von Bildsignalen sind dem

„HD ready“-Gerät prinzipiell keine Grenzen gesetzt.

Die HDMI-Schnittstelle nimmt Signale bis

1 080p24 entgegen, leider müssen Sie bei der

Zuspielung per HDMI jedoch mit einem leichten

Bildbeschnitt vorliebnehmen. Und noch etwas

ist schade: Trotz des Vorhandenseins einer

24p-Kinoformat-Option im Menü zeigten sich

bei der Wiedergabe von Blu-ray Discs stets

leichte Ruckler, die wir nur auf die interne 60-

Hertz-Umwandlung der Signale zurückführen

können.

Der USB-Eingang dient zur Darstellung von

Fotos im JPEG-Format und zur Wiedergabe von

MP3-Dateien. Große Bilder werden leider nur

verzögert angezeigt und Videodateien unterstützt

der LCD-TV grundsätzlich nicht. Auch

Onlinefeatures sucht man hier im Gegensatz

zum Rest des Testfeldes vergeblich.

Die Bildeinstellungen des Modells beschränken

sich lediglich auf Grundsätzliches und

trotz feinfühliger Regler erscheinen die Auswirkungen

einer Änderung der Parameter eher

sprunghaft denn stufenlos. Durch den fehlenden

Lichtsensor muss die Bildhelligkeit in

jedem Fall manuell justiert werden. An der

Kontrastdarstellung gibt es indes nichts auszusetzen.

Im Gegenteil, die tiefen Schwarzwerte

lassen vor allem dunkle Bildflächen plastisch

und detailreich erscheinen.

Probleme bereitete dem LT-32DB1BU dagegen

Öko-Check

www.digitaltested.de

5.2009

unser Gamma-Test. Dieser zeigte uns deutlich,

dass JVC hier viel vom eigentlich möglichen

Bildkontrast verschenkt, denn besonders die

mittleren Helligkeitsstufen unterliegen einer

zu deutlichen Betonung. Das kann stellenweise

einen flachen Bildeindruck zur Folge haben. Der

durchgängige Blauschimmer des Bildes ist wiederum

auf den Weißabgleich zurückzuführen.

Eine manuelle Regelung für die Farbtemperatur

gibt es nicht und selbst die wärmste Voreinstellungen

fällt noch zu kühl aus.

Grundsolide

DVDs sollten Sie via HDMI in 720p oder 1 080p

zuspielen, um störendes Kantenflimmern zu

unterbinden. Das tägliche Fernsehprogramm

präsentiert der JVC hingegen überzeugend – sowohl

in Sachen Bildschärfe als auch hinsichtlich

der Rauschreduzierung geht das hier Gebotene

in Ordnung. Schnelle Bildbewegungen quittiert

der Fernseher mangels 100-Hertz-Bildverarbeitung

allerdings mit Unschärfen, hier können

die Konkurrenten bereits mit mehr aufwarten.

Der Blickwinkel ist auch bei JVC eingeschränkt,

sodass Sie den Fernseher möglichst auf Augenhöhe

aufstellen und eine frontale Sitzposition

wählen sollten. Die eingebauten Lautsprecher

bieten eine durchschnittliche Klangqualität.

Generell hinterlässt der LCD einen sehr soliden

Eindruck, der im Bildbereich durch einige

Schönheitsfehler, wie etwa den leichten

Blauschimmer sowie die fehlerhafte Gamma-

Abstimmung, getrübt wird. In der Ausstattung

sorgen die fehlende HD-Unterstützung und die

eingeschränkten Multimedia-Talente für Minuspunkte.

Die vorbildliche Benutzerführung und

der rekordverdächtig niedrige Stromverbrauch

sprechen dagegen für den LT-32DB1BU.

JVC LT-32DB1BU

Preis/Straßenpreis

899 Euro/632 Euro

VORTEILE/NACHTEILE

geringer Stromverbrauch keine 100-Hertz-Darstellung

gute Bedienung

keine HD-Tuner

viele Sat-Optionen

eingeschränkter Blickwinkel

ERGEBNIS

70 %

gut

JVC

LT-32DB1BU

TESTERGEBNIS

gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

Sehr übersichtlich präsentiert

sich JVCs Fernbedienung.

Die kleinen

Tasten können jedoch

nur bedingt begeistern

Die wichtigen Tasten für

Videotext und erweiterte

Funktionen liegen ganz

unten. Auch hier stört

die geringe Größe der

Bedienelemente

Gut

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

33


test

VIDEO

Fazit

Während die Farbdarstellung des Philips auch

in dunklen Szenen überzeugt, plagt die Konkurrenz

ein Blaustich im Schwarz. Zumindest bei

Sony und Samsung wirkte jedoch die nachträgliche

Justierung noch Wunder.

In der Bildschärfe bietet Philips mit butterweichem

wie messerscharfem Bewegtbild das

größte Potenzial. Sony kontert mit einer weniger

dominanten Zwischenbildberechnung,

deren Wirkungsweise sich auch im Filmbetrieb

angenehm zurückhält. Panasonic bleibt Philips

jederzeit auf den Fersen, einzig Samsung fällt

hier etwas ab. Trotz ansonsten umfänglicher

Einstellungen erzeugt die Zwischenbildberechnung

farbige Nachzieher, die die hervorragende

Bildschärfe etwas untergraben. Im Gegenzug

bereitet Samsungs Fernseher jedoch alle zugespielten

Quellen mit Bravour auf.

Während sich Philips den Testsieg holt,

schnappt sich Samsung unsere Preis-Leistungs-

Empfehlung. Mit allen drei Empfangswegen

(samt CI Plus) und der besten Multimedia-Darstellung

bietet der Samsung die großzügigste

Ausstattung. Schlusslicht im Test ist JVCs 32-

Zoll-Modell. Konnte der baugleiche 26-Zoll-LCD

in unserer letzten Ausgabe noch den Preis-Leistungs-Sieg

einheimsen, ist der veranschlagte

Verkaufspreis des getesteten Geräts in Anbetracht

der starken Konkurrenz zu hoch. 1

WÄRMEBILDER

Der Philips zeigt eine durchweg ausgewogene

und für einen LCD unkritische Wärmesignatur

WÄRMEBILDER

Samsungs Fernseher zeigte die zweitgeringste

Wärmeentwicklung in unserem Vergleichstest

Sonys 32-Zöller wird verhältnismäßig warm,

der Stromverbrauch ist allerdings okay

FAZIT

Philips kann in praktisch allen Bereichen

voll überzeugen. Allerdings

dürfte die starke Bewegungsglättung

gerade bei Kinofans für gemischte Gefühle

sorgen.

Tim Luft

Auch das Wärmebild von Panasonic geht völlig

in Ordnung, die Maximaltemperatur ist gering

Die Wärmesignatur des JVC-LCDs unterstreicht

seine ausgezeichnete Energiebilanz

DIREKTVERGLEICH

Ausstattung

Hersteller JVC Panasonic Philips Samsung Sony

Modell LT-32DB1BU TX-L32V10E 32PFL9604H LE32B679 KDL-32W5500

Tuner

- DVB-S und DVB-T

- nicht HD-fähig

- kein CI Plus

- mit DVB-T/-C/-S2 sind alle HD-Tuner

vorhanden

- Kabeltuner umständlich einzurichten

- DVB-T und DVB-C

- CI Plus

- DVB-S2-Modul optional erhältlich

- mit DVB-T/-C/-S2 sind alle HD-Tuner

vorhanden

- CI Plus

- DVB-T und DVB-C

- CI Plus

Multimedia über USB

- gibt nur Fotos und MP3-Audio

wieder

- etwas langsam

- Wiedergabe weniger Videoformate

inklusive AVCHD

- kein USB-Anschluss, dafür SD-

Karten-Slot

- keine Musikwiedergabe

- schneller Zugriff, gut gestaltetes

Menü

Internet/Netzwerk - keine Unterstützung - sinnvolle Onlinedienste wie

Tagesschau oder Youtube

- schneller Zugriff, gut gestaltet

- DLNA-Unterstützung

Wiedergabequalität

Schärfe (100 Hertz)

Kontrast

Farbe

Bildverarbeitung

Klang

- keine 100-Hz-Technologie

- befriedigende Bewegungsschärfe

- guter Bildkontrast bei frontaler

Sitzposition

- gute Schwarzdarstellung bei

frontaler Sitzposition

- Farbdarstellung minimal

abweichend

- durchgängiger Blauschimmer/Bild

wirkt kühl (nicht korrigierbar)

- mäßige Vollbildkonvertierung,

Bildschärfe und Rauschreduktion

- leichtes Ruckeln bei 1 080p24

- befriedigender Klang

- leicht blechern

- automatische Lautstärkekorrektur

- sehr gute Bewegungsschärfe

- mit Filmmaterial aber teils Artefakte

sichtbar

- befriedigender Bildkontrast

- aufgehellte Schwarzdarstellung

- nicht für helle Räume geeignet

- Farbdarstellung „zu bunt“

- starker Blauschimmer in dunklen

Bildbereichen (nicht korrigierbar)

- gute Nachbearbeitung, aber kaum

Einflussnahme möglich

- befriedigende Rauschreduktion

und Vollbildkonvertierung von Filmen

- ausreichender Klang

- untere Mitten wenig präsent

- keine automatische

Lautstärkekorrektur

- Wiedergabe der meisten

Videoformate sowie wichtiger

Audioformate

- schneller Zugriff, gute Navigation

- umfangreiches Onlineangebot

inklusive Internetbrowser

- etwas langsam

- DLNA-Unterstützung

- sehr gute Bewegungsschärfe

- mit Filmmaterial aber teils

Artefakte sichtbar

- befriedigender Bildkontrast unter

normaler Beleuchtung

- dank Ambilight jedoch subjektiv

gesteigerter Kontrast

- bereits in Voreinstellung sehr

neutral

- nur geringer Blauschimmer in

dunklen Bildbereichen

- hohe Bildschärfe

- Videomaterial vorbildlich,

Filminhalte mit Kantenflimmern

- Rauschreduktion befriedigend

- überzeugender Höreindruck über

das gesamte Spektrum

- automatische Lautstärkekorrektur

- Wiedergabe vieler Videoformate

- MP3-Audio

- keine Unterstützung für AVCHD-Video

- schneller Zugriff, gute Navigation

- nur einfache Widget-Dienste wie

Wetter oder Börsenticker

- langsam

- DLNA-Unterstützung

- gute Bewegungsschärfe

- teils farbige Doppelkonturen

sichtbar

- dafür kaum Artefakte bei Filmmaterial

- guter Bildkontrast bei frontaler

Sitzposition

- gute Schwarzdarstellung bei

frontaler Sitzposition

- geringe Abweichungen im Farbraum

- sichtbarer Blauschimmer in dunklen

Bildbereichen (teils korrigierbar)

- insgesamt sehr gut

- Bildschärfe, Vollbildkonvertierung

und Rauschreduktion auf hohem

Niveau

- befriedigender Klang

- leicht blechern

- automatische Lautstärkekorrektur

- Wiedergabe einiger Videoformate

inklusive AVCHD

- schneller Zugriff, gute Navigation

- nur einfache Widget-Dienste wie

Wetter und Kalender

- gutes Design

- DLNA-Unterstützung

- sehr gute Bewegungsschärfe

- kaum sichtbare Artefakte bei

Filmmaterial

- guter Bildkontrast bei frontaler

Sitzposition

- gute Schwarzdarstellung bei

frontaler Sitzposition

- geringe Abweichungen im Farbraum

- sichtbarer Blauschimmer in dunklen

Bildbereichen (teils korrigierbar)

- umfangreiche Optionen für

Nachbearbeitung

- geringer Wirkungsrad bei

Reduktion von Kantenflimmern und

Rauschreduktion

- befriedigender Klang

- leicht blechern

- automatische Lautstärkekorrektur

34 DIGITAL TESTED 5.2009


AUSSTATTUNG

SIEGER

TESTSIEGER

Allgemein

PREIS/LEISTUNG

Hersteller Philips Panasonic Samsung Sony JVC

Modell 32PFL9604H TX-L32V10E LE32B679 KDL-32W5500 LT-32DB1BU

Preis/Straßenpreis 1 299 Euro/1 000 Euro 1 299 Euro/900 Euro 1 099 Euro/900 Euro 1 099 Euro/750 Euro 899 Euro/632 Euro

Größe (B/H/T) 77,9 × 53,9 × 8,9 cm 77,7 × 57,8 × 6,7 cm 80,3 × 60 × 7,7 cm 79,8 × 58,5 × 8,9 cm 79,1 × 56,8 × 10,3 cm

Gewicht 15,5 kg 14,5 kg 13,3 kg 15 kg 13,4 kg

Informationen www.philips.de www.panasonic.de www.samsung.de www.sony.de www.jvc.de

Anschlüsse

HDMI

Eingänge 5

Ausgänge

Sonstige

Scart

PC

S-Video

Netzwerk, USB, Kopfhörer,

digital optisch out

HDMI

Scart

PC

S-Video

Netzwerk, SD, Kopfhörer,

digital optisch out

HDMI

Scart

PC

S-Video

Netzwerk, USB, Kopfhörer,

digital optisch out

HDMI

Scart

PC

S-Video

Netzwerk, USB, Kopfhörer,

digital optisch out

HDMI

Komponente

Komponente

Komponente

Komponente

Komponente

Scart

PC

S-Video

USB, Kopfhörer,

digital optisch out

Merkmale

DVB-T-/Kabel-/Sat-Tuner / / / / / / / / / /

Bild-in-Bild-Darstellung

EPG Einzel-/Multikanal / / / / /

„HD ready“/1 080p / / / / /

TV-Typ LCD LCD LCD LCD LCD

Auflösung 1 920 × 1080 Pixel 1 920 × 1080 Pixel 1 920 × 1080 Pixel 1 920 × 1080 Pixel 1 366 × 768 Pixel

Frontscheibe kontrastoptimiert, entspiegelt kontrastoptimiert, entspiegelt kontrastoptimiert, spiegelt kontrastoptimiert, entspiegelt kontrastoptimiert, entspiegelt

Formatwahl (HDMI) eingeschränkt, kein Bildbeschnitt variabel, kein Bildbeschnitt variabel, kein Bildbeschnitt eingeschränkt, kein Bildbeschnitt eingeschränkt, Bildbeschnitt

Sonstiges

Foto-, Video-, Musikwiedergabe,

Netzwerk (Kabel,

Foto-, Video-,

Musikwiedergabe,

Foto-, Video-,Musikwiedergabe,

Netzwerk (Kabel, drahtlos),

Foto-, Video-, Musikwiedergabe,

Netzwerk,

Foto- und MP3-

Wiedergabe,

drahtlos), Internet

Netzwerk, Internet

Internet

Widgets (Appli Cast)

Betrieb

Bildformate 480i/p, 576i/p, 720p, 1080i,

1080p, 1080p24

100/120 Hertz

480i/p, 576i/p, 720p, 1 080i,

1 080p, 1 080p24

480i/p, 576i/p, 720p, 1 080i,

1 080p, 1 080p24

480i/p, 576i/p, 720p, 1 080i,

1 080p, 1 080p24

480i/p, 576i/p, 720p, 1 080i,

1 080p, 1 080p24

Leuchtkraft 90 – 330 cd/m 2 50 – 264 cd/m 2 26 – 350 cd/m 2 50 – 330 cd/m 2 100 – 360 cd/m 2

Schwarzwert 0,25 – 0,1 cd/m 2 0,32 – 0,07 cd/m 2 0,14 – 0,01 cd/m 2 0,13 – 0,03 cd/m 2 0,25 – 0,08 cd/m 2

Gleichmäßigkeit der

75 % 75 % 70 % 70 % 80 %

Ausleuchtung

120 Grad: gut 120 Grad: gut 120 Grad: befriedigend 120 Grad: befriedigend 120 Grad: befriedigend

Kontrastverlust Blickwinkel 150 Grad: befriedigend 150 Grad: befriedigend 150 Grad: ausreichend 150 Grad: ausreichend 150 Grad: ausreichend

Energiekosten/Jahr 25,90 Euro/Jahr 25,90 Euro/Jahr 23,60 Euro/Jahr 20,30 Euro/Jahr 12,86 Euro/Jahr

Handhabung und Verarbeitung

Fernbedienung gut gut befriedigend befriedigend befriedigend

Bedienungsanleitung gut (in TV integriert) befriedigend gut gut (in TV integriert) gut

BEWERTUNG

Installation sehr gut 6/7 sehr gut 6/7 gut 5/7 sehr gut 6/7 gut 5,5/7

Benutzerfreundlichkeit gut 11/14 sehr gut 12/14 gut 10/14 gut 10,5/14 gut 10,5/14

Stand-by: 0,1 W

Stand-by: 0,1 W

Stand-by: 0,1 W

Stand-by: 0,1 W

Stand-by: 0,5 W

Stromverbrauch

Betrieb: 65–155 W 3/3 Betrieb: 55–110 W 3/3 Betrieb: 57–131 W 3/3 Betrieb: 48–111 W 3/3 Betrieb: 40–92 W 3/3

Ausstattung sehr gut 21,5/23 sehr gut 22/23 ausgezeichnet 22,5/23 sehr gut 20/23 gut 17/23

Wiedergabequalität

Kontrastumfang 750 : 1 – 1000 : 1 5/10 650 : 1 – 850 : 1 4/10 1000 : 1 – 2 400 : 1 6/10 1000 : 1 – 2 400 : 1 6/10 1000 : 1 – 2 400 : 1 5,5/10

Farbdeckung

In diesem Diagramm müssen alle Farben

auf den vorgegebenen Punkten

liegen. Befinden sie sich innerhalb

des Farbdreiecks, sind die Farben

ungesättigt, liegen sie außerhalb,

sind die Farben übersättigt.

Farbtemperatur

Natürliche Farbdarstellung,

exakter Weißpunkt

Voreinstellung etwas

zu „bunt“

Rot- und Grüntöne

minimal abweichend

Blautöne wirken tiefseeblau,

Grüntöne leicht abweichend

Weißpunkt etwas bläulich, Grün- und

Blaupunkt leicht abweichend

Die mittlere Linie symbolisiert die Vorgabe

von 6 500 Kelvin. Befinden sich

Farben über dieser Norm, färbt sich

das Bild in der entsprechenden Farbe.

Links befinden sich die Schwarzbereiche,

rechts die Weißbereiche –

dazwischen alle Graustufen.

Neutral, nur in dunklen

Bereichen Blauschimmer 9/10

In dunklen Bereichen

starker Blauschimmer 8,5/10

In dunklen Bereichen

schwankend 8,5/10

In dunklen Bereichen

schwankend 8,5/10

Kühler Farbeindruck über

alle Helligkeitsbereiche 7,5/10

Bildschärfe ausgezeichnet 9/10 ausgezeichnet 9/10 sehr gut 8,5/10 ausgezeichnet 9/10 gut 7,5/10

Bild-/Tonverarbeitung gut 4/5 befriedigend 3/5 gut 4/5 gut 3,5/5 ausreichend 2/5

Sehtest gut 8/10 gut 8/10 gut 8/10 gut 8/10 gut 7/10

Bildqualität gut 35/45 gut 32,5/45 gut 35/45 gut 35/45 gut 29,5/45

Gesamt 73,5 von 89 Pkt. 72,5 von 89 Pkt. 72,5 von 89 Pkt. 71,5 von 89 Pkt. 62,5 von 89 Pkt.

Preis/Leistung sehr gut sehr gut sehr gut sehr gut gut

ERGEBNIS

Gut Gut Gut Gut Gut

83 % 81 % 81 % 80 % 70 %

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

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35


test

VIDEO

gut

Samsung

PS50B679

TESTERGEBNIS

sehr gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

Öko-Check

www.digitaltested.de

5.2009

SAMSUNG PS50B679

Die Großbildalternative

Auf der diesjährigen IFA ist die Verknüpfung von Fernsehen, Multimedia und Internet eines der Trendthemen.

Was andere Hersteller bislang nur versuchen, etabliert Samsung mit dem Plasma-TV PS50B679 bereits am

Markt: den All-in-one-Fernseher.

Um den Videotext auszublenden,

müssen Sie

umständlich auf die

TV-Taste zurückgreifen.

Eine Hintergrundbeleuchtung

sichert den

Durchblick im Dunkeln

Per Tools-Taste rufen Sie

wichtige Einstellungen

im eigenen Schnellmenü

auf. Die Enter-Taste

sollte in Zukunft die

Programme auflisten

können

Das untere Tastenfeld

ist im TV-Betrieb etwas

mühsam zu erreichen.

Eine Bildformatumschalttaste

fehlt

FAZIT

Der Stromverbrauch mag hoch sein,

die Anschaffungskosten sind es nicht:

Für gerade einmal 1 800 Euro erhalten

Sie einen 50-Zoll-Bildriesen mit einer

superben Ausstattung.

Christian Trozinski

Neben drei digitalen HD-Tunern für

DVB-T, DVB-C und DVB-S unterstützt

der Plasma-TV bereits den Verschlüsselungsstandard

CI Plus. Über die Netzwerkschnittstelle

oder den WLAN-USB-Adapter greifen

Sie mit dem Fernseher auf Fotos, Musik und

Videodateien Ihres Computers zu (DLNA-Standard).

Darüber hinaus bietet Samsung spannende

Internetdienste wie Youtube oder Nachrichten

und Wetterinfos. Die Mehrzahl dieser

Programme wird, anders als bei den Mitbewerbern,

in Bild-in-Bild-Form präsentiert, d. h., Sie

können sämtliche Informationen aufrufen, ohne

das laufende Programm zu unterbrechen. Lediglich

aufwendige Dienste wie Youtube greifen

auf eigenständige Vollbildfenster zurück. Selbst

ohne Anbindung ans Internet kann sich die

Formatvielfalt sehen und hören lassen: Neben

MPEG-1, -2 und -4 sowie DivX-, Xvid- und H.264-

Formaten gehören Foto- (JPEG) und Musikdateien

(MP3) ebenso zum Standardrepertoire wie

Windows Media Video 9. Die Leistungsfähigkeit

bei der Darstellung beeindruckt durch ihre hohe

Geschwindigkeit, lediglich die Präsentation der

Internetdienste geriet zäh.

Tuner integriert

Der reine Fernsehgenuss kommt mit dem

Samsung ebenfalls nicht zu kurz: Die Tuner-

Integration gelang benutzerfreundlich und

muss sich nicht vor externen Konzepten verstecken.

So erleichtert die DiSEqC-Steuerung

Satellitennutzern die Verwaltung mehrerer LNBs

und ein grafisch übersichtlicher elektronischer

Programmführer samt Bild-in-Bild-Option vereinfacht

die Suche nach den gewünschten Inhalten.

Der Sendersuchlauf geht flott vonstatten,

aber eine vorsortierte Kanalliste fehlte bei

unserem Testmuster. Die Tastenbelegung der

Fernbedienung geriet zudem kompliziert und

teilweise irreführend, sodass ein wenig Einarbeitungszeit

bei der Bedienung vorausgesetzt

wird. Ein weiteres Manko betrifft den Helligkeitsabgleich:

Samsung verzichtet vollständig

auf einen Lichtsensor, stattdessen müssen Sie

die Intensität umständlich manuell an das Umgebungslicht

anpassen.

Gegen den Trend

Während 200-Hertz-LCDs in aller Munde sind,

beweist Samsung, wie hinfällig alle Theorie

am Ende sein kann. Obwohl dem PS50B679

eine entsprechende Technologie fehlt, besitzt

der 50-Zoll-Plasma eine solch gute Bewegtbildschärfe,

dass auch die besten LCDs keine

Vorteile verbuchen können. Zwar vermissten wir

eine vollwertige Bewegungsglättung, um Filme

optional mit weicheren Bewegungen zu versehen,

doch die Bildschärfe ist jederzeit erstklassig.

Etwas lieblos geriet die Grundabstimmung

des Geräts, insbesondere die Farbtemperatur

schwankte von zu kühl bis leicht rötlich. Somit

Bilder: Auerbach Verlag, Samsung

36 DIGITAL TESTED 5.2009


liegt es an Ihnen, mithilfe der großzügigen Bildeinstellungen

ein neutrales und natürliches

Ergebnis zu erreichen. Die Bildverarbeitung

liegt deutlich über dem Durchschnitt, denn Videomaterial

wird in ansprechender Bildschärfe

und mit vermindertem Kantenflimmern aufbereitet.

Die automatische Rauschfilterung arbeitet

präzise genug, um schwächeres Material

aufzuwerten. Filmbilder einer DVD konvertiert

der Samsung ebenso zielgerichtet, nur selten

gerät die Elektronik aus dem Takt und es treten

flimmernde Konturen auf. Blu-ray-Besitzer sollten

nachträglich die Option „Cinema Smooth“

aktivieren, um störende Bildruckler zu vermeiden.

Für den Fernsehalltag eignet sich hingegen

der Filmmodus „Auto 2“, der Laufschriften ohne

Bildfehler abbildet.

Heimkino vor Fernsehen

Seine Herkunft leugnen kann Samsungs Plasma

dennoch nicht: Der Bildeindruck wirkt durch den

impulshaften Bildaufbau leicht flimmernd, an

kontraststarken Konturen können Farbblitzer

auftreten und durch die eingeschränkte Maximalhelligkeit

ist der PS50B679 nur bedingt tageslichttauglich.

Ungleich großzügiger fällt der

Energiebedarf aus, je nach Bildinhalt verbraucht

Samsungs Plasma zwischen 180 und 380 Watt.

Die pechschwarze Kontrastscheibe steigert die

Bildqualität bei heller Wohnzimmerbeleuchtung

und der Blickwinkel des Fernsehers ist nahezu

makellos. Störend wirken die Reflexion der

Frontscheibe sowie ein verschwommener Bildeindruck

bei stark seitlicher Betrachtung. Die

Schwarzdarstellung des Modells in dunklen

Räumen kann nicht mit den derzeitigen Referenzgeräten

mithalten, sodass wir eine diffuse

Raumbeleuchtung während der Abendstunden

oder im Heimkino empfehlen. Die Qualität der

eingebauten Lautsprecher kommt nicht über ein

ausreichendes Niveau hinaus, sodass bereits

eine kleine Stereoanlage wahre Wunder bei der

Tonqualität vollbringt.

Großbildfreuden

Samsung erreicht mit dem PS50B679 das, was

andere Hersteller noch vor sich haben: die gelungene

Symbiose aus Fernsehen, Multimedia und

Bildqualität. Zwar verhindern Schönheitsfehler

wie die etwas umständliche Bildoptimierung,

der vergleichsweise hohe Energieverbrauch

und eine unterdurchschnittliche Klangqualität

eine sehr gute Wertung, doch angesichts des

günstigen Preises ist Samsungs Plasma ein

empfehlenswerter Großbild-TV, der den starken

LCD-Konkurrenten im normalen Wohnumfeld

mühelos Paroli bietet. Besonders der weite

Blickwinkel und die neutrale Schwarzdarstellung

ohne Blauschimmer stellen für den Filmgenuss

mit mehreren Zuschauern ein großes Plus

gegenüber der dominierenden LCD-Technologie

dar. Sollten Sie dagegen einen tageslichttauglichen

Fernseher suchen, sind Samsungs LED-

TV-Serien die bessere Alternative. 1

AUSSTATTUNG

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis/Straßenpreis

Größe (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Anschlüsse

Eingänge

Ausgänge

Sonstige

HDMI

Komponente

Samsung

PS50B679

1 799 Euro/1 699 Euro

124 × 81,7 × 7,4 cm

38 kg

www.samsung.de

Scart

PC

S-Video

2 × USB, auch für externe

Festplatten, Netzwerk (WLAN),

Kopfhörer, digital optisch out

Merkmale

DVB-T-/Kabel-/Sat-Tuner / /

Bild-in-Bild-Darstellung

EPG Einzel-/Multikanal /

„HD ready“/1 080p /

TV-Typ

Plasma

Auflösung

1 920 × 1080 Pixel

Entspiegelte Frontscheibe

kontrastoptimiert, spiegelnd

Formatwahl (HDMI)

variabel, kein Bildbeschnitt

Sonstiges

Foto-, Video-, Musikwiedergabe,

Netzwerk (WLAN), Internet, alle

Tuner (CI-Plus-kompatibel)

Betrieb

Bildformate

480i/p, 576i/p, 720p, 1080i,

1080p, 1080p24

100/120 Hertz

Leuchtkraft 45 – 160 cd/m 2

Schwarzwert 0,12 – 0,05 cd/m 2

Gleichmäßigkeit der

100 %

Ausleuchtung

120 Grad: sehr gut

Kontrastverlust Blickwinkel

150 Grad: sehr gut

Energiekosten/Jahr

75 Euro/Jahr

Handhabung und Verarbeitung

Fernbedienung

befriedigend

Bedienungsanleitung

gut

VORTEILE/NACHTEILE

sehr gute Bewegtbildschärfe

alle Tuner integriert (CI-Pluskompatibel)

hoher Stromverbrauch

geringe Bildhelligkeit

Bildoptimierung komplex

umfangreiche Multimediaunterstützung

BEWERTUNG

Installation befriedigend 4/7

Benutzerfreundlichkeit gut 10/14

Stand-by: 0,1 W

Stromverbrauch

Betrieb: 170–380 W 1/3

Ausstattung ausgezeichnet 22,5/23

Wiedergabequalität

Kontrastumfang 400 : 1 – 2 500 : 1 5/10

Farbdeckung

In diesem Diagramm müssen alle Farben

auf den vorgegebenen Punkten

liegen. Befinden sie sich innerhalb

des Farbdreiecks, sind die Farben

ungesättigt, liegen sie außerhalb,

sind die Farben übersättigt.

Farbtemperatur

Nach Feinabstimmung neutral

Drei digitale HD-Tuner, Netzwerkzugang, WLAN, Internetfunktionen und eine umfangreiche Videounterstützung

bieten viel Mehrwert fürs Geld. Eine USB-Schnittstelle eignet sich für externe Festplatten

Die mittlere Linie symbolisiert die Vorgabe

von 6 500 Kelvin. Befinden sich

Farben über dieser Norm, färbt sich

das Bild in der entsprechenden Farbe.

Links befinden sich die Schwarzbereiche,

rechts die Weißbereiche –

dazwischen alle Graustufen.

Neutrale Graustufen nur

nach manueller Korrektur 9/10

Bildschärfe sehr gut 9/10

Bildverarbeitung gut 3,5/5

Sehtest gut 8/10

Bildqualität gut 34,5/45

Gesamt

71 von 89 Pkt.

Preis/Leistung

sehr gut

ERGEBNIS

80 %

Gut

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

37


test

VIDEO

PREMIUMFERNSEHER MIT VOLLAUSSTATTUNG VON LOEWE

Fernsehkleinod

Der Name Loewe steht längst in fester Tradition für exklusive, hochwertige Fernsehgeräte. Da macht auch

das Modell mit der etwas längeren Bezeichnung Xelos A 32 Full-HD+ 100 DR+ keine Ausnahme. Zwar nicht

zum Discount-Preis, dafür in höchster Verarbeitungs- und Ausstattungsgüte bekommt man mit dem Xelos

ein Gerät, das höchsten Design- und Qualitätsansprüchen genügen kann und zudem mit einfacher Installation

und großer Benutzerfreundlichkeit überzeugt.

Die gute Anordnung und

Verarbeitung der Tasten

sprechen absolut für

die Loewe-Fernbedienung,

zudem sind die

Bezeichnungen allesamt

verständlich

Auch das schön gestaltete

Steuerkreuz gibt

keinen Anlass zur Kritik,

Teletext- und Wiedergabesteuerung

sind

in ihrer Funktion gut

ersichtich

FAZIT

Dieser Loewe lässt das Herz eines

jeden Fernsehzuschauers höherschlagen

und erfüllt dabei höchste Designansprüche.

Tim Luft

Das chromglänzende Gehäuse des

Xelos wirkt luxuriös, jedoch keinesfalls

überladen oder gar protzig. Am

Design sowie an der Verarbeitung gibt es

grundsätzlich nichts auszusetzen. Der Aufbau

klappt problemlos, auffällig ist jedoch, dass

sich der Fernseher mit dem Standfuß in der

Standardausführung nicht drehen lässt. Dafür –

und das ist eher selten – kann das Gerät gekippt

und damit gezielt auf wechselnde Sitzhöhen

angepasst werden. Außerdem gefiel uns

die Tatsache, dass sich die beiden Anschlussleisten

des Xelos per Blende im Gehäuse verbergen

lassen. Etwas unglücklich ist dabei

allerdings, dass sich diese Abdeckungen nur

mangelhaft am Gehäuse arretieren lassen –

eine magnetische Fixierung nach Loewes

Connect-Vorbild könnte hier in Zukunft Abhilfe

schaffen.

Anschlüsse gibt es an Loewes Fernseher prinzipiell

genug, zu kritisieren haben wir lediglich

das Fehlen einer seitlichen HDMI-Verbindung

und die vertikale Ausrichtung aller rückwärtigen

Buchsen, was das Anschließen neuer Geräte

etwas umständlich machen kann. Ansonsten

zeigt sich der Xelos in seiner Handhabung

als äußerst angenehm, wobei das Bedienkonzept

von den üblichen Standards abweicht.

Die hochwertige Fernbedienung kommt bei

Loewe mit erfreulich wenigen Tasten aus. Fast

alle Einstellungen und Funktionen ruft man

über die minimalistisch gestalteten und edel

anmutenden Menüs des Fernsehers auf. Schön

ist, dass hier in jedem Menübildschirm genau

angezeigt wird, welche Taste man für welche

Aktion betätigen muss oder kann. Weniger

schön, ist das niemals vollständig sichtbare

Menü. Stattdessen muss man sich zeilenweise

durch die Menüstruktur des Xelos hangeln, um

zu einer bestimmten Funktion zu gelangen.

Dank des guten deutschen Handbuchs und des

im Menü verankerten Stichwortverzeichnisses

überwindet man das anfängliche Fehlen von

Übersicht jedoch schnell.

Tuner satt

Zentrales Merkmal an Loewes LCD-TV ist seine

umfangreiche Tuner-Ausstattung, die ihn wirklich

zum Fernseher im klassischen Sinn macht:

Sämtliche Empfangswege werden vom Loewe

bedient, ihre Einrichtung gelingt problemlos

und sogar die direkte Aufnahme ist mit dem

Xelos möglich, denn zumindest unser Testmodell

verfügt über eine eingebaute Festplatte.

Entsprechend komfortabel fallen auch alle fernsehbezogenen

Funktionen aus: Doppeltuner zur

getrennten Anzeige und Aufnahme, vorsortierte

Senderlisten, umfangreicher elektronischer

Programmführer (EPG) mit Aufnahmeplaner

und paralleler Bildwiedergabe sowie variable

Bild-in-Bild-Anzeige sind echte Highlights. Und

selbst im Detail vermisst man kaum etwas,

höchstens die Unterstützung für CI Plus, um

den zukünftigen Empfang von verschlüsselten

HDTV-Privatsendern wie RTL zu gewährleisten.

Der Kronacher Hersteller will jedoch seine Xelos-Serie

ab Herbst mit dem neuen Standard

ausrüsten, bis dahin verfügt der Fernseher

eben „nur“ über die klassische CI-Schnittstelle,

wobei eine Nachrüstung von CI auf CI Plus nicht

möglich ist.

Abgesehen von seiner überragenden Empfangsausrüstung

bietet der Loewe jedoch nur

wenig Sonderausstattung. Per USB-Anschluss

lassen sich JPEG-Fotos zuführen, Musik- oder

Videodateien können dagegen nicht abgespie-

Bilder: Auerbach Verlag, Loewe

38 DIGITAL TESTED 5.2009


WÄRMEBILD

AUSSTATTUNG

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis/Straßenpreis

Größe (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Anschlüsse

HDMI

Loewe

Xelos A 32 Full-HD+100 DR+

2 500 Euro/–

84,4 × 62,8 × 9,5 cm

18,9 kg

www.loewe.de

Komponente

Scart

PC

S-Video

Öko-Check

www.digitaltested.de

5.2009

gut

Loewe

Xelos A 32 Full-HD+100 DR+

TESTERGEBNIS

gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

lt werden. Über den integrierten Lichtsensor

passt der LCD-TV seine Leuchtkraft an die

Umgebungshelligkeit an, und das kann nicht

schaden, denn aufgrund seiner umfangreichen

Möglichkeiten verbraucht der Loewe vergleichsweise

viel Strom.

Benutzerfreundlich

Hinsichtlich seiner Bildqualität konnte uns

der Xelos recht schnell überzeugen,

auch wenn

Hohe Verarbeitungsqualität und edles Design

zeichnen den Xelos A 32 aus, dazu gibt es Vollausstattung

Der Xelos wird im Betrieb vergleichsweise

warm, allerdings nur im Bereich des Panels

sich prinzipiell nur wenig von Hand einstellen

lässt. Das mag dem einen gut und dem anderen

schlecht erscheinen, so oder so gibt es

an der Bildqualität nur wenig zu bemängeln.

Die Grundschärfe des Fernsehers ist gut, der

Schärfeparameter zur Nachregelung besitzt

jedoch etwas zu wenig Feingefühl. Die Bewegtschärfe

ist dank 100-Hertz-Technologie

ebenfalls gut, allerdings nicht ganz auf dem

Niveau einiger aktuellerer LCD-TVs. In Leuchtkraft

und Kontrast zeigt sich der Xelos wiederum

tadellos. Kritikwürdig ist eher die leicht

aufgehellte Schwarzdarstellung, die Loewes

Fernseher nicht unbedingt fürs dunkle Heimkino

prädestiniert. Abgesehen davon freut

uns, dass der Xelos kaum eine Blaufärbung

in dunklen Bildbereichen aufweist, was typischerweise

ein Problem aller LCD-Panels ist.

In der Farbdarstellung gibt es ebenfalls nur

wenig Probleme. Eines davon betrifft die

Farbtemperatur, die nur zwei Voreinstellungen

kennt, wobei die eine etwas zu kühl

und die andere etwas zu warm ausfällt.

Ansonsten zeigt das LCD-Panel nur einige

Farbabweichungen, hauptsächlich in den

Sekundärfarben.

Unterschiedliche Signalquellen verarbeitet

das Gerät in den allermeisten Fällen ohne

Schwierigkeiten. Bei der Wiedergabe von Videosignalen

gibt es nichts zu beanstanden,

Skalierung und Vollbildkonvertierung bieten

ebenfalls keinen Anlass zur Kritik. Es empfiehlt

sich jedoch dringend, das Filmmaterial

von einer DVD in Vollbildern zuzuspielen, da

der Loewe keinen speziellen

Filmmodus für Halbbildmaterial

kennt.Die Klangqualität

der eingebauten Lautsprecher

fällt befriedigend

aus, reicht aber für den

Fernsehalltag vollkommen

aus. 1

Eingänge

Ausgänge

Sonstige

USB, Kopfhörer,

digital koaxial out, RS-232

Merkmale

DVB-T-/Kabel-/Sat-Tuner / /

Bild-in-Bild-Darstellung

EPG Einzel-/Multikanal /

„HD ready“/1 080p /

TV-Typ

LCD-TV

Auflösung

1 920 × 1080 Pixel

Entspiegelte Frontscheibe

kontrastoptimiert, entspiegelt

Formatwahl (HDMI)

variabel, kein Bildbeschnitt

Sonstiges

Foto- und Musikwiedergabe,

Festplattenaufzeichnung,

Twin-Tuner

Betrieb

Bildformate

480i/p, 576i/p, 720p, 1 080i/p,

1 080p24

100/120 Hertz

Leuchtkraft 70 – 340 cd/m 2

Schwarzwert 0,1 – 0,38 cd/m 2

Gleichmäßigkeit der

75 %

Ausleuchtung

120 Grad: gut

Kontrastverlust Blickwinkel 150 Grad: befriedigend

Energiekosten/Jahr

29 Euro/Jahr

Handhabung und Verarbeitung

Fernbedienung

sehr gut

Bedienungsanleitung

gut

VORTEILE/NACHTEILE

alle Tuner

sehr komfortabel

Festplattenaufzeichnung

kein Netzwerk Internet

kaum Einstellungsmöglichkeiten

hoher Preis

BEWERTUNG

Praxis

Installation sehr gut 6/7

Benutzerfreundlichkeit gut 11/14

Stand-by: 0,7 W

Stromverbrauch

Betrieb: 75–160 W 3/3

Ausstattung ausgezeichnet 23/23

Wiedergabequalität

Kontrastumfang 700 : 1 4/10

Farbdeckung

In diesem Diagramm müssen alle Farben

auf den vorgegebenen Punkten

liegen. Befinden sie sich innerhalb

des Farbdreiecks, sind die Farben

ungesättigt, liegen sie außerhalb,

sind die Farben übersättigt.

Farbtemperatur

Die mittlere Linie symbolisiert die Vorgabe

von 6 500 Kelvin. Befinden sich

Farben über dieser Norm, färbt sich

das Bild in der entsprechenden Farbe.

Links befinden sich die Schwarzbereiche,

rechts die Weißbereiche –

dazwischen alle Graustufen.

Sekundärfarben leicht unpräzise

Voreinstellung mit „warmen“

Graustufen 8,5/10

Bildschärfe sehr gut 8,5/10

Bildverarbeitung gut 3,5/5

Sehtest gut 8/10

Bildqualität gut 32,5/45

Gesamt

72,5 von 89 Pkt.

Preis/Leistung

gut

ERGEBNIS

81 %

Gut

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

39


test

VIDEO

5.1-BLU-RAY-KOMPLETTSET VON LG

All-inclusive-Paket

Komplettsets sind die Freunde der Bequemen. Ein Paket, das alle notwendigen Komponenten

enthält, stellt LG nun mit dem HB954PB vor, das nicht nur Blu-rays und DVDs abspielen

kann, sondern auch für weitere Medien und Geräte gerüstet ist. Wir haben uns das neue

System angeschaut und im Praxistest durchleuchtet.

gut

LG

HB954PB

TESTERGEBNIS

befriedigend

PREIS/LEISTUNG

5.2009

Öko-Check

www.digitaltested.de

5.2009

Eingangs- und Navigationstasten

befinden

sich im oberen Bereich

der etwas überladenen

Fernbedienung

Die Hauptbedienung

ist mittig platziert. Hier

können auch die Soundmodi

gewechselt werden

Optionstasten sowie

die Steuerung für ein

Fernsehgerät sind unten

angeordnet

Langsam, aber sicher stößt LG stärker

in den Blu-ray-Markt vor. War zunächst

nur ein Player im Angebot, hat der Hersteller

mit dem BD-370 einen selbstbewussten

Auftritt hingelegt und drängt mit dem

HB954PB nun in den Markt der Komplettsysteme.

Bisher teilten sich Panasonic, Samsung

und JVC diese Sektion, LG will nun mit

dem optisch leicht verspielten, aber technisch

dennoch hochwertig ausgestatteten Blu-ray-

Set um die Gunst der Käufer werben. Solche

Systeme sind für diejenigen von Interesse,

die nur wenig Zeit für die Planung haben und

keine zusätzlichen Kosten in separate Komponenten

investieren möchten. Dafür sind die

Käufer durchaus bereit, einige qualitative Abstriche

zu machen, um letztlich in der Regel mit

einem solchen Set günstiger wegzukommen.

Inzwischen sind die Standards rund um Bluray

final und die passende Abspielhardware

bietet eine internetgestützte Anbindung für

BD-Live-Features sowie Decoder für die neuen

Tonformate. Wie fast alle diese Systeme

kommt auch das LG-Modell als geschlossene

Konstruktion daher. Das heißt, dass der Ton

ausschließlich auf den mitgelieferten Lautsprechern

wiedergegeben werden kann. Audioausgänge,

um Signale beispielsweise an einen

zusätzlichen AV-Receiver zu leiten, sind nicht

vorhanden.

Vielfältige Designerware

Das Set, bestehend auf zwei Frontlautsprechern,

zwei Surround-Speakern, einem Center

und einem passiven Subwoofer, passt äußerlich

gut zum Hauptgerät. Es kommt viel Plastik

mit Klavierlackoptik zum Einsatz, das für

Fingerabdrücke und Kratzer recht empfindlich

ist. Die Montage der Standlautsprecher

ist vergleichsweise simpel und auch die Verkabelung

geht einfach vonstatten. Manche

Teile sind mit blauen Elementen versehen,

sodass das HB954PB recht spacig daherkommt;

die vielen Rundungen unterstreichen

diesen Eindruck. Die Extravaganz wird bei

der Fernbedienung fortgeführt, die aus

Kunststoff in Lederoptik besteht. Die Verarbeitung

sämtlicher Komponenten ist solide,

die Qualität des Kunststoffes lässt aber nur

bedingt an ein langlebiges Produkt glauben.

Beim Anschließen werden bereits diverse Möglichkeiten

ersichtlich, zusätzliche Geräte mit

dem Receiver zu verbinden. So lassen sich

über den optischen und koaxialen Digitaleingang

sowie mit einem 3,5-Zoll-Klinkenstecker

verschiedene Audiogeräte anschließen. Was

das Set von der Konkurrenz abhebt, sind zwei

zusätzliche HDMI-Schnittstellen. Hier können

theoretisch Signale von Camcordern oder

AV-Receivern abgegriffen und wiedergegeben

werden. Des Weiteren befindet sich in

der vorderen Mitte des Geräts ein ausfahrbares

iPod-Dock, das auch mit dem aktuellen

iPhone 3G harmoniert. Ein RDS-Radio gehört

selbstverständlich ebenfalls zur Ausstattung.

Inbetriebnahme

Nach dem ersten Start des sehr leisen Players

sollten gewisse Einstellungen vorgenommen

werden, darunter die Auflösung, die Bildfrequenz

(24 p) sowie weitere Präferenzen. Leider

fehlt eine Autoeinmessung für die Lautsprecher,

die sich aber manuell in Bezug auf Entfernung

und Lautstärke optimieren lassen.

Optisch präsentiert sich das gesamte Interface

sehr modern sowie mit hübschen Bildern und

Animationen. Hier hat LG wirklich gute Arbeit

Bilder: Auerbach Verlag, LG

40 DIGITAL TESTED 5.2009


geleistet. Das Hauptmenü

besteht aus vier

großen Icons, die je

nach gewähltem Medium

aktiv werden. Steckt ein

USB-Stick oder eine Festplatte im USB-Slot, der

an der oberen Seite vorne rechts platziert ist,

kann man die Icons entsprechend auswählen.

Auch die Menüs, z. B. des angeschlossenen

iPods, sind sehr übersichtlich und leicht zu

bedienen. Gespannt waren wir auf die Einlesezeiten

von Blu-rays: Hier tritt das Set ebenfalls

souverän auf und lädt selbst aufwendige Discs

in weniger als 45 Sekunden – ein Spitzenwert.

Das verbaute Laufwerk meistert darüber

hinaus unsere Fehlerkorrekturtests mit nur

wenigen Komplikationen und zeigt selbst beim

Layer-Wechsel der „Gladiator“-DVD lediglich

eine kurze Unterbrechung. Durch das schnelle

Laufwerk und die gute Fehlerkorrektur ist in der

Praxis eine zügige Bedienung gewährleistet.

Solide Technik

Bei der Blu-ray-Wiedergabe arbeitet das Set

zur vollen Zufriedenheit. Das Bild ist scharf und

die Bewegungsabläufe bei aktiviertem 24 p

sind angenehm weich. Leider lässt sich das

Bild nicht beeinflussen, sodass Nachjustierungen

bei nicht optimaler Materialqualität nicht

möglich sind. Bei der DVD-Wiedergabe verhält

es sich ähnlich. Der LG skaliert das Bild mit

einem guten Ergebnis auf bis zu 1 080p. Auch

die Vollbildkonvertierung funktioniert meist

zufriedenstellend, sorgt aber vor allem bei Videomaterial

für starkes Zittern. Optimierungen

sind hingegen bei Filmmaterial zu erkennen.

Tritt „Die Mumie“ noch mit leichtem Flackern

auf, sind die Ergebnisse bei „Gladiator“

tadellos. Schade, dass kein Video-EQ zur Verfügung

steht, denn die Bildverbesserer arbeiten

– wenn überhaupt – sehr dezent mit kaum

sichtbarem Ergebnis.

Das HB954PB-System kann HD-Ton verarbeiten.

Der über die mitgelieferten Lautsprecher

ausgegebene Sound ist solide, aber, wie bei

solchen Sets üblich, deutlich steigerungsfähig.

Hier spielt natürlich auch der vergleichsweise

günstige Preis eine Rolle. Der Subwoofer

ist recht leicht und wird nicht aktiv betrieben.

Im Hörtest mit „The Dark Knight“ klang der

Bass etwas wummernd. Bei Musik fiel dies

ebenfalls auf, konnte jedoch mit einer leichten

Absenkung um minus sechs Dezibel teilweise

ausgeglichen werden. Die Mitten klangen

hingegen sehr angenehm, wobei die überpräsenten

Höhen, besonders S-Laute, mit leichtem

Zischen quittiert wurden. Insgesamt kann

man mit dem Ergebnis aber zufrieden sein.

Mit einem Audio-EQ, den es leider nicht gibt,

könnte man noch weitere Verbesserungen vornehmen.

Die Klangmodi, darunter auch einer

für verbesserte MP3-Wiedergabe, verrichten

solide Arbeit.

Dass LG mitgedacht hat, zeigt auch der Night-

Modus. Dieser schränkt nicht nur die Dynamik

ein, sodass selbst zu später Stunde der

Film- und Musikgenuss möglich ist, auch das

Display und alle leuchtenden Elemente werden

deaktiviert.

Glanzvoller Auftritt

Mit dem HB954PB stellt das Unternehmen

souverän unter Beweis, dass es imstande

ist, Blu-ray-Systeme zu bauen. Vielfältige Anschlussoptionen,

durchdachte Features und

überzeugende Werte bei der Wiedergabe stehen

für ein modernes und technisch aktuelles

Konzept. Besonders die niedrigen Ladezeiten

haben uns überrascht. Dass vor allem klangliche

Grenzen bestehen, sollte dem Käufer

jedoch bewusst sein. Hier erzielen separate

Lösungen, die im Ganzen auch etwas teurer

sind, zum Teil deutlich bessere Leistungen.

Wer sich darüber aber im Klaren ist und sich

mit dem Design des LG-Sets anfreunden kann,

macht mit dieser Lösung nichts falsch. 1

AUSSTATTUNG

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis/Straßenpreis

Größe (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Anschlüsse

digitales Video

RGB

YUV

FBAS

S-Video

HDMI

Scart

LG Electronics

HB954PB

999 Euro/700 Euro

430 × 76 × 379 mm

4,8 kg

www.lge.de

Ausgänge

Cinch

digitales Audio (koaxial/optisch) /

Sonstige

S-Video

Netzwerk, USB, 2ch Audio,

iPod-Dock, 2 × HDMI-Eingang

Formate

Blu-ray

BD-R/BD-RE /

DVD-Video/-Audio/SACD / /

DVD-R/DVD-RW /

CD-R/CD-RW /

SVCD/VCD /

DivX/MPEG-4/AVCHD / /

MP3/WMA /

JPEG/Picture-CD /

Sonstiges

BD-Profile 2.0 (BD-Live)/1.1 /

DD True HD/DTS-HD (HR)/(MA) / /

Layer-Wechsel bei DVD

sichtbar

Energiekosten/Jahr

13,96 Euro/Jahr

Ladezeiten (Blu-ray BD-J)

44 s

BEWERTUNG

Praxis

Benutzerfreundlichkeit sehr gut 17,5/20

Stand-by: 0,3 W

Stromverbrauch

Betrieb: 48,1 W 3/3

Wiedergabequalität

Farbwiedergabe ausgezeichnet 7/7

Skalierung sehr gut 6/7

Vollbildkonvertierung gut 5,5/7

Bildverbesserer mangelhaft 1,5/4

Bildqualität gut 20/25

Tonqualität gut 11,5/15

Gesamt

68,5 von 82 Pkt.

Preis/Leistung

befriedigend

ERGEBNIS

84 %

Gut

LGs Komplettanlage erlaubt durch die zusätzlichen HDMI-Eingänge eine vielfältige Nutzung im Heimkino.

Der LAN-Anschluss ist für die Verwendung von BD-Live vorgesehen, nicht aber für das Youtube-Portal

FAZIT

LG präsentiert mit dem HB954PB ein

gelungenes Komplettset mit durchdachten

Features und aktueller Technik,

dessen Tonqualität allerdings

etwas enttäuscht.

Florian Kriegel

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

41


test

VIDEO

BLU-RAY-HEIMKINOANLAGE VON SONY

Geschwisterliebe

Öko-Check

www.digitaltested.de

gut

Sony

HTP-BD36SF

5.2009 TESTERGEBNIS

5.2009

gut

PREIS/LEISTUNG

Heimkinosets liegen voll im Trend, vor allem Blu-ray-Anlagen erfreuen sich steigender Beliebtheit. Grund

genug für Sony, ein neues Paket vorzustellen. Mit dem HTP-BD36SF geht der Unterhaltungsriese dabei einen

ungewöhnlichen Weg, denn anders als die Konkurrenz, die sämtliche Funktionen in einem Gerät integriert,

paart Sony den aktuellen Player mit einem separaten AV-Receiver und Surround-Lautsprechern.

Über die Player-Fernbedienung

lässt sich

auch die Lautstärke des

AV-Receivers steuern.

Außerdem befinden sich

oben Optionstasten für

beispielsweise Audiound

Untertitelspuren

Mittig sind alle Navigations-

und Menütasten

angeordnet. Leider

erlauben sie keine Steuerung

des AV-Receiver-

Menüs

Alle primären Steuerbefehle

wie Start

und Stopp werden im

unteren Drittel betätigt.

Auch das informative

On-Screen-Display lässt

sich hier anschalten

Komplettanlagen vereinfachen die

Heimkinoplanung um ein Vielfaches.

Während sich der angehende Heimcineast

normalerweise Gedanken über Blu-ray-

Player, AV-Receiver und Lautsprecher machen

muss, kann er sich auch für den einstiegsfreundlichen

Weg einer bereits kompletten

Anlage entscheiden. Sony präsentiert mit dem

HTP-BD36SF eine bislang seltene Form der

Komplettsets. Statt den Player und die nötigen

AV-Receiver-Eigenschaften miteinander zu

vereinen, besteht das Set aus dem aktuellen

BD-Player BDP-S360 sowie einem AV-Receiver

und einem 5.1-Lautsprecherset. Eine reduzierte

Verkabelung und vereinfachte Bedienung klassischer

Sets findet man beim BD36SF nur bedingt.

Auch der Platzvorteil fällt hier geringer

aus, obwohl er bei den sehr kompakten Ausmaßen

vorhanden ist. Optisch ergänzen sich

beide Geräte gekonnt. Durch die identische

Front und die zentrierte, weiß-hellblaue LED

wirken die Komponenten wie Zwillinge.

Höhe der Zeit

Durch die Tatsache, dass der Sony-Player BDP-

S360 Teil des Systems ist, geht der Käufer

kein Risiko in Bezug auf die Aktualität der

Blu-ray-Funktionen ein. Wie unser Test in der

vergangenen Ausgabe zeigte, beherrscht das

Modell alle wichtigen Features wie BD-Live

und die Ausgabe sämtlicher HD-Tonformate.

Der AV-Receiver kann diese entgegennehmen,

zeigt aber leider keinerlei Logos oder dergleichen

an – für den Technikenthusiasten eine

nur dürftige Umsetzung. Das Display fällt sehr

nüchtern aus, auch ein grafisches Interface

sucht man vergebens. Dafür sind die notwendigen

Einstellungen schnell erledigt und die

Bedienung ist kinderleicht. Ein iPod-Dock oder

die sich langsam verbreitende Youtube-Integration

liefert Sony nicht.

Zweierlei

Dass auch die Installation der Anlage getrennt

geplant wurde, zeigen die verschiedenen Anleitungen.

Ein etwas wirres Faltblatt soll beim Zusammensetzen

der Lautsprechersäulen behilflich

sein. Der Aufbau des Systems ist dennoch

recht einfach. Zunächst sollten die ansprechenden,

aber schnörkellosen Lautsprecher mit

den Standfüßen vereint werden. Allein von der

Optik her hätten wir uns etwas längere Stangen

gewünscht, denn fertig montiert sehen sowohl

die Front- als auch die Surround-Speaker etwas

zu kurz geraten aus. Wer sein Wohnzimmer

kabellos beschallen möchte, kann seine Anlage

Bilder: Auerbach Verlag, Sony

42 DIGITAL TESTED 5.2009


mit dem S-Air-Modul nachrüsten. Die Verkabelung

geschieht mit vorkonfektionierten Kabeln,

die auf einer Seite farbig markierte Stecker

besitzen, welche sich kinderleicht in den Receiver

stecken lassen. Der Blu-ray-Player des

850 Euro teuren Sets wird schließlich noch mit

einem HDMI-Kabel zum AV-Receiver verbunden.

Praktisch sind die zwei zusätzlich vorhandenen

HDMI-Eingänge, die eine vergleichsweise vielfältige

Nutzung sicherstellen.

Dazu gesellen sich zwei optische und ein digitaler

Audioeingang, drei analoge Stereocinch-

Eingänge sowie Sonys eigener Digital Media

Port, über den sich beispielsweise MP3-Player-

Docks installieren lassen. Sind alle Komponenten

miteinander verbunden, kann man auch

schon die Einstellungen an den Geräten selbst

vornehmen. Hier zeigt sich ein Nachteil von

Sonys Konzept, denn während sich in einem

Gerät vereinte Elemente über eine Fernbedienung

und ein Setup steuern lassen, müssen

beim HTP-BD36SF sowohl am AV-Receiver als

auch im BD-Player Einstellungen vorgenommen

werden. Wenn die Bausteine jedoch erst

einmal eingerichtet sind, lassen sich alle wichtigen

Funktionen über eine Fernbedienung

steuern. So müssen am Player Optionen wie

die Bildauflösung eingestellt werden und am

Receiver die Einmessung des Lautsprechersystems.

Dank Autosetup geht dies jedoch

schnell vonstatten, ebenso wie die automatische

Einmessung des 5.1-Systems. Dass hier

allerdings nur grundlegende Konfigurationen

wie Pegel und Abstand vorgenommen werden,

wird einem bereits durch die kurze Einmessdauer

bewusst.

Startschuss

Sony legt dem Set seinen aktuellen Blu-ray-

Player bei, womit der Käufer ein aus technischer

Sicht komplett ausgestatteten Spieler

für HD-Medien präsentiert bekommt. Aktuell

bedeutet jedoch nicht automatisch schnell, in

Bezug auf die Boot- und BD-Ladezeiten zeigt

sich der S360 etwas angestaubt. Das Hauptmenü

erscheint nach moderaten 20 Sekunden,

im stromfressenden Schnellstartmodus gar

nach sechs Sekunden.

Bis Blu-rays wiedergegeben werden können,

vergeht ein etwas längerer Zeitraum. Bei komplexen

Discs kann die Wartezeit dabei eine

knappe Minute erreichen. Die Geduld belohnt

das Set jedoch mit einer visuell hochwertigen

Qualität. HD-Bilder werden sehr ruhig und

knackscharf dargestellt und lassen sich durch

drei voreingestellte Bildmodi leicht beeinflussen.

Beim für den Player aufwendigeren Skalierungsprozess

arbeitet der BDP-S360 souverän

und produziert ein vergleichsweise gutes HD-

Signal aus SD-Material. Hier präsentiert sich

vor allem auch die Vollbildkonvertierung meist

selbstständig und sicher.

Die Soundqualität der Lautsprecher-Receiver-

Kombination erfüllt die Erwartungen, krankt

aber an den typischen Defiziten von Komplettsets.

Hohe Pegel quittieren die Schallwandler

mit Kompression, wodurch das zugespielte

Signal an Lebhaftigkeit verliert. Vor allem beim

Filmbetrieb fällt dies aber weniger auf, allerdings

zeigt sich der Center-Speaker etwas

unterdimensioniert und mit leicht blechernem

Klang. Für Tiefbässe ist der Subwoofer nur

bedingt geeignet. Durch die Kombination einer

kleinen Membran mit einem dafür relativ großen

Bassreflexrohr produziert dieser nur eine

eingeschränkte Anzahl an Bassfrequenzen.

Diese klingen bei Filmen z. T. beeindruckend,

können aber bei Musik nicht gleichmäßig

spielen.

Letztlich ergibt sich ein typischer Gesamteindruck,

der von einer filmtauglichen Wiedergabe

geprägt ist, in Bezug auf den wunschlosen

Musikgenuss, v. a. mit höherer Lautstärke,

aber einen faden Beigeschmack hinterlässt.

Die verbauten DSP-Modi, die u. a. Stereosignale

auf alle Lautsprecher verteilen, konnten

uns nicht überzeugen, sorgen aber für deutlich

mehr Räumlichkeit.

Im Betrieb zeigt sich die Anlage zurückhaltend

beim Stromverbrauch, erst bei exzessiven Bassattacken

steigt dieser kurzzeitig auf etwas

über 50 Watt an. Bereits die Player-Einheit

beweist mit einem Stand-by-Verbrauch von nur

0,1 Watt, dass Sony bei der Entwicklung auf

überschaubare Stromkosten geachtet hat.

Doppelset

Mit dem HTP-BD36SF präsentiert Sony ein

annehmbares Komplettset, dessen Gliederung

in verschiedene Bauteile ungewöhnlich erscheint,

in der Praxis aber gut funktioniert.

Die Stärken des Players werden mit einem

ausreichend potenten AV-Receiver verbunden,

dessen Leistung die Lautsprecher ordentlich

umsetzen, ohne dabei zu überraschen. Visuell

ist das Ergebnis hingegen auf hohem Niveau.

Um wirklich „komplett“ zu wirken, fehlen der

Kombination allerdings durchaus nützliche

Features wie DivX-Unterstützung oder iPod-

Dock. Der Filmbegeisterte findet in dem Set

jedoch eine günstige Möglichkeit für den Einstieg

in die hochauflösende Blu-ray-Welt samt

ordentlicher Surround-Beschallung. Weiterer

Vorteil: Beim Neukauf lässt sich der gute Bluray-Player

weiterhin nutzen. 1

AUSSTATTUNG

Allgemein

Hersteller

Sony

Modell

HTP-BD36SF

Preis/Straßenpreis

849 Euro/750 Euro

Größe (B/H/T)

430 × 66,5 × 333 mm

Gewicht k. A.

Informationen

www.sony.de

Anschlüsse

digitales Video

RGB

YUV

FBAS

S-Video

HDMI

Scart

Ausgänge

Cinch

S-Video

digitales Audio (koaxial/optisch) / (Eingänge)

Sonstige USB, 2ch Audio-In (3),

Digital Media Port

Formate

Blu-ray

BD-R/BD-RE /

DVD-Video/-Audio/SACD / /

DVD-R/DVD-RW /

CD-R/CD-RW /

SVCD/VCD /

DivX/MPEG-4/AVCHD / /

MP3/WMA /

JPEG/Picture-CD /

Sonstiges

BD-Profile 2.0 (BD-Live)/1.1 /

DD True HD/DTS-HD (HR)/(MA) / /

Anzahl Lautsprecher 5.1

Layer-Wechsel bei DVD

sichtbar

Ladezeiten (Blu-ray BD-J)

60 s

Energiekosten/Jahr

14,05 Euro/Jahr

BEWERTUNG

Benutzerfreundlichkeit gut 15/20

Stand-by: 0,1 W

Stromverbrauch

Betrieb: 49,6 W 3/3

Ausstattung gut 17,5/22

Farbwiedergabe ausgezeichnet 7/7

Skalierung ausgezeichnet 7/7

Vollbildkonvertierung ausgezeichnet 7/7

Bildverbesserer ausreichend 2/4

Bildqualität sehr gut 23/25

Tonqualität gut 12/15

Gesamt

67,5 von 82 Pkt.

Preis/Leistung

gut

ERGEBNIS

82 %

Gut

Bei Sonys HTP-BD36F dient ein klassischer Blu-ray-Player als Zuspieler, anders als bei klassischen

Komplettanlagen, bei denen Player und AV-Receiver in einem Gerät integriert sind

FAZIT

Das Set HTP-BD36SF vereint die Stärken

des aktuellen Players mit filmtauglicher

Surround-Beschallung und der

Anschlussvielfalt des AV-Receivers –

optimal für Einsteiger.

Florian Kriegel

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

43


test

VIDEO

Öko-Check

www.digitaltested.de

5.2009

sehr gut

Panasonic

DMR-EX72S

TESTERGEBNIS

gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

PANASONIC DMR-EX72S IM TEST

Multimedia-Zentrale

TV-Geräte-Hersteller spendieren ihren Fernsehern immer häufiger auch Digitaltuner. Bei DVD-Rekordern

sucht man einen solchen allerdings oft vergeblich. Panasonic bietet zumindest für Satellitenzuschauer

bereits seit einiger Zeit Lösungen an.

Die Grundbedienelemente

für den täglich

Gebrauch befinden sich

im oberen Drittel des

Signalgebers

Im Mittelfeld sind Spezialfunktionen

wie etwa

der Programmführer

enthalten. Der Druck

auf die Navigator-Taste

öffnet die übersichtliche

Programmzeitschrift

Alle Aufnahmefunktionen

finden wir im letzten

Drittel. Ein Druck auf

die Rec-Taste löst eine

Sofortaufnahme aus

FAZIT

Der DMR-EX72S ist ein Alleskönner.

Neben digitalen Satellitensignalen

eignet er sich auch für multimediale

Anwendungen. Sie können der Familie

die Bilder in bester Qualität zeigen.

Ricardo Petzold

Schon vor rund zwei Jahren testeten

wir den ersten DVD-Rekorder von

Panasonic mit digitalem Satellitentuner.

Das Gerät überzeugte durch einfache Bedienung

und eine sehr gute Ausstattung. Der

Hersteller hat die letzten Monate genutzt, um

den digitalen Tuner auch in andere Modelle

seiner Rekordersparte einzubauen. In dieser

Ausgabe möchten wir den neu auf dem Markt

erhältlichen DMR-EX72S für Sie einmal genauer

unter die Lupe nehmen. Zu den Hauptausstattungsmerkmalen

zählen ein 1 080p-Upscaler,

der für die beste Bildqualität sorgen soll, eine

integrierte 160 Gigabyte große Festplatte sowie

die Bereitstellung multimedialer Zusatzanwendungen

über die Front-USB-Schnittstelle.

Ausgestattet ist die Aufnahmezentrale an der

Front mit einer Viersegmentanzeige, dem DVD-

Laufwerk sowie einer unter der Frontklappe

versteckten USB-Schnittstelle. Die Rückseite

beheimatet den HDMI-Ausgang sowie die analogen

Videoschnittstellen YUV, Scart, S-Video

und Cinch. Für die digitale Tonausgabe steht

dem Nutzer ein optischer Ausgang zur Verfügung.

Auch der CI-Schacht befindet sich am

Heck. Somit können Sie mit diesem Rekorder

auch Pay-TV-Aufnahmen durchführen.

Neben dem Gerät enthält der Lieferumfang

auch das HDMI-Anschlusskabel, eine übersichtliche

Fernbedienung sowie eine ausführliche,

verständlich geschriebene Anleitung.

Inbetriebnahme per Plug and Play

Die Inbetriebnahme kann auch vom Laien

durchgeführt werden. Der DMR-EX72S begleitet

uns im Test Schritt für Schritt durch die

Grundeinstellungen. Dabei müssen wir zuerst

den Standort des Gerätes festlegen. Nachdem

dies geschehen ist, erledigt der Rekorder komplett

eigenständig die Antenneneinstellungen

und führt einen Suchlauf durch. Sie müssen

an dieser Stelle nicht wissen, welche Satellitensysteme

empfangen werden und wie die

eventuelle Eingangsbelegung ist. Der DVD-Rekorder

erkennt dies zuverlässig selbst. Nach

Abschluss des Suchlaufs werden die Sender

noch sortiert. Nach insgesamt 15 Minuten steht

dem digitalen Aufnahmevergnügen nichts

mehr im Wege.

Überzeugender Funktionsumfang

Natürlich können Sie den Rekorder nicht nur für

Aufnahmen verwenden. Wer bisher keinen Digitalreceiver

benutzt, kann mit dem DMR-EX72S

auch Live-TV schauen. Allerdings ist immer nur

eins möglich: entweder fernsehen oder ein

anderes Programm anschauen. Positiv fällt die

Pay-TV-Verarbeitung auf. Mit entsprechendem

Modul werden auch die Sky-Kanäle zuverlässig

geöffnet. Diese sind in der integrierten Senderliste

allerdings sehr weit hinten angeordnet.

Abhilfe schafft hier eine Favoritenliste, die einfach

selbst angelegt werden kann. Bis zu 200

Programme können Sie in diese persönliche

Liste integrieren.

Neben dem Empfang von TV-Programmen über

Satellit trumpft der Panasonic-Rekorder auch

durch seine Multimedia-Tauglichkeit auf. Die

Jukebox-Funktion archiviert Ihre komplette CD-

Sammlung auf der eingebauten Festplatte.

44 DIGITAL TESTED 5.2009


AUSSTATTUNG

Hinter der Frontklappe verfügt der DVD-Rekorder über eine USB-Schnittstelle sowie Cinch-Anschlüsse für

Bild und Ton. Die Digitalkamera kann per Firewire-Kabel mit der DV-In-Schnittstelle verbunden werden

Dank der integrierten Datenbank, welche über

350 000 Albendaten enthält, werden auch die

Künstler und Titeldaten optimal angezeigt.

Auch als Fotobetrachter eignet sich der Rekorder.

Die 1 080p-Unterstützung ermöglicht

die Wiedergabe eigener Fotos in optimaler

Qualität. Auch in puncto Schnelligkeit überzeugt

das Gerät, selbst große Bilder können in

Originalgröße über den DMR-EX72S wiedergegeben

werden – dies war bisher ein Manko von

Multimedia-Geräten, da sie mit langen Wartezeiten

beim Bildwechsel enttäuschten. Neben

Musik und Bilddaten werden auch Videos im

DivX-Format unterstützt.

Aufnahme leicht gemacht

Die Timer-Programmierung kann wahlweise

manuell oder über den elektronischen Programmführer

(EPG), welcher über die Guide-

Taste der Fernbedienung zu erreichen ist,

durchgeführt werden. Eine Besonderheit stellt

die Programmbibliothek dar. Da Panasonic auf

einen redaktionell aufbereiteten EPG setzt,

können die Programmdaten bis zu zwei Wochen

im Voraus abgerufen werden. Der vom Sender

bereitgestellte EPG ist oft nur für fünf bis sieben

Tage verfügbar. Somit können Sie auch

Aufzeichnungen, die während der Urlaubszeit

durchgeführt werden sollen, direkt aus dem

EPG einprogrammieren. Dank mehrerer Suchfunktionen

finden Sie zudem die Lieblingssendung

noch schneller. Selbstständig müssen Sie

noch den Aufnahmemodus festlegen.

Neben dem Standardaufnahmeformat stehen

die qualitativ schlechteren Formate LP, EP und

FR sowie das optimale XP-Format bereit. Im

Test werden alle programmierten Timer zuverlässig

aufgenommen. Es empfiehlt sich immer,

die Daten zuerst auf die integrierte Festplatte

zu archivieren und erst nachträglich auf DVD zu

übertragen, da somit vorab auch Werbung aus

dem Mitschnitt entfernt werden kann. Vorbildlich

werden alle Aufnahmen mit EPG-Namen

abgelegt, sodass das spätere Auffinden problemlos

möglich ist.

DVD-Laufwerk

Mithilfe von Burosch-Test-DVDs prüfen wir auch

beim Panasonic-Rekorder den Umgang mit beschädigten

DVDs. Hier zeigen sich Schwächen

des Gerätes. Bereits ab Kratzerstärken von 0,5

Millimetern kommt es zu Bildaussetzern. Unser

Tipp: Gehen Sie sorgfältig mit den DVDs um,

dann kann auch dieser Rekorder problemlos

genutzt werden.

Überzeugende Bilder

Trotzdem der Panasonic leider noch keine

HDTV-Programme verarbeitet, überzeugt er

bei der Bildqualität die Testredaktion. Der

eingebaute Upscaler bereitet auch die SDTV-

Programminhalte sehr gut auf. Speziell bei

den öffentlich-rechtlichen Sendern, welche

mit einer sehr hohen Videobitrate über Satellit

übertragen werden, fällt dies positiv auf. Auch

bei der Diashow punktet das Gerät mit bester

Wiedergabequalität.

Bei den Aufnahmen hängt die Bildqualität

natürlich immer von der eingestellten Qualitätsstufe

ab. Wir empfehlen grundsätzlich,

Aufnahmen auf die Festplatte im besten Modus

XP durchzuführen. Somit müssen Sie keine

Qualitätseinbußen hinnehmen.

Unsere Messung der analogen Videoausgänge

verdeutlicht den Eindruck des Sichttests. Keine

Schnittstelle weist Fehler auf, die Messwerte

weichen nur minimal vom Optimalwert ab und

befinden sich alle im Toleranzfeld. 1

Neben dem Satellitentuner stehen eine Reihe Aus- und Eingänge für die Bild- und Tondaten bereit. Perfekte

Bildqualität erreichen Sie, wenn Sie den Rekorder per HDMI mit dem Fernseher verbinden

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis/Straßenpreis

Größe (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Anschlüsse

HDMI

Scart

Panasonic

DMR-EX72S

399 Euro/340 Euro

430 × 59 × 289 mm

3,7 kg

www.panasonic.de

Cinch

S-Video

Optisch

In/Out In/Out In/Out In/Out In/Out

digitales Video / / / / /

RGB / / / / /

YUV / / / / /

FBAS / / / / /

S-Video / / / / /

digitales Audio / / / / /

analoges Audio / / / / /

USB/Ethernet/Firewire/SATA / / /

Videosignalarten

576p, 720p, 1080i, 1080p

Anzahl Tuner 1

Antennenausgänge 1

Formate

DVD Video/Audio / /

CD Video/Audio /

DivX

Bilder CD/MP3 /

Aufnahme

DVD-R/-RW /

DVD+R/+RW /

Merkmale

Display LED/LCD /

Festplattenkapazität

160 GB

16 : 9-Umschaltung

EPG

Showview-Programmsystem

Aufnahme Qualitätsstufen 5

Aufnahmetimer/Time-Shift /

Besonderheiten

keine

VORTEILE/NACHTEILE

großer Funktionsumfang

gutes Upscaling

kein HDTV-Empfang

mäßige Fehlerkorrektur

Jukebox-Funktion

BEWERTUNG

Installation ausgezeichnet 9/10

Bedienung gut 28/34

Stromverbrauch

Stand-by:

Betrieb:

0,5 W

21,3 W 2/2

Ausstattung sehr gut 17/20

Wiedergabequalität

Messdiagramme

Anhand der Kurven können Sie

erkennen, wie gut der Receiver das

Bildmaterial an den jeweiligen Ausgängen

auflöst. Optimal ist dabei eine

Gerade durch den Nullpunkt.

RGB

YUV

FBAS

Weißbeleg

Helligkeitsrauschen

Farbrauschen

Die Messkurven lassen die hohe Bildqualität

des Panasonic sichtbar werden

708 mV

68 dB

64,3 dB

Sauberkeit hell/dunkel 98,8 %

Graustufenlinearität 97 %

Farbabweichung

0,3 deg

Bildqualität gut 30,5/38

Tonqualität ausgezeichnet 4,5/5

Gesamt

91 von 107 Pkt.

Preis/Leistung

gut

ERGEBNIS

Sehr gut

85 %

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

45


test

VIDEO

NOCH KEIN RECEIVER-ERSATZ

Shuttle-Heimkino-PC im Test

Im Netz wirbt Shuttle mit den blumigsten Worten für die Vielseitigkeit seines Heimkino-PCs SG45H7. Das kleine

System soll viele Komponenten des Heimkinos, so auch einen DVB-Receiver, in einem Gerät vereinen. Wir

wollen wissen, ob das Modell wirklich als Alternative zum Digitalreceiver taugt.

Öko-Check

www.digitaltested.de

Allgemein

AUSSTATTUNG

5.2009

befriedigend

Shuttle

SG45H7

TESTERGEBNIS

ausreichend

PREIS/LEISTUNG

5.2009

Überrascht sind wir bereits beim Auspacken.

Zum Lieferumfang des Mini-PCs

gehören weder Tastatur noch Maus.

Einzig eine Fernbedienung samt externem,

klobig wirkendem Infrarotsensor finden wir

vor. Die weiteren Ausstattungsmerkmale entsprechen

im weitesten Sinne denen eines PCs.

Zusätzlich zum VGA-Videoausgang steht noch

eine HDMI-Schnittstelle bereit, welche den Anschluss

eines Flachbildfernsehers erlaubt. Im

Hinblick auf die TV-Eigenschaften zeigen sich

bereits bei der Ausstattung erste Defizite. Aufgrund

nur einer verbauten TV-Karte steht fest,

dass Parallelaufnahmen auf verschiedenen

Transpondern nicht möglich sind. Auch einen

CI-Schacht vermissen wir, somit können keine

codierten Inhalte dargestellt werden. Ein Heimkinoabend

mit Sky ist für Shuttle-Zuschauer

damit genauso wenig möglich wie der Empfang

des Arena-Sat-„Family“-Paketes.

Installation

Bei der Installation des TV-Betriebes innerhalb

der Windows-Media-Oberfläche unterstützt

uns ein Assistent, der alle Punkte ordnungsgemäß

beschreibt und Hilfestellungen leistet.

Doch schnell bemerken wir hier in Sachen

DVB-Empfang die begrenzten Eigenschaften

des Gerätes. Die Kanalliste kann in diesem

Schritt nur aus dem Internet geladen werden.

Wer den PC noch nicht mit dem Netzwerk verbunden

hat, muss nachträglich einen Suchlauf

FAZIT

Nur befriedigend: Ein PC ist noch kein

Receiver. CI-Schacht sowie DiSEqC-Unterstützung

muss Shuttle noch nachbessern.

Die gute Ausstattung und

Bedienung retten dem Gerät die Note.

Ricardo Petzold

Für Speicherkarten stellt Shuttle genügend Aufnahmeschächte

bereit, nur einen CI-Schacht für Pay-TV-

Module gibt es nicht

aus dem Menü heraus starten. Während des

Regelbetriebes wird eine Netzwerkanbindung

hingegen nicht zwingend vorausgesetzt.

Im Alltagsbetrieb zeigen sich dann die Vorteile

des Modells. So trumpft der kleine PC mit einer

gut sortierten Kanalliste für Astra 19,2 Grad

Ost sowie schnellen Umschaltzeiten von rund

einer Sekunde auf. Beim elektronischen Programmführer

(EPG) zeigt der Shuttle Defizite.

Da dieser nur im Multikanaldesign aufgerufen

werden kann, wird die Suche nach bestimmten

Sendungen, welche mitgeschnitten werden

sollen, erschwert. Brummgeräusche von bis

zu 55 Dezibel hervorgerufen durch Vibrationen

der Datenträger, stören zudem das TV-Vergnügen

nachhaltig.

Aufnahme

Aufnahmen können bequem aus dem EPG

heraus programmiert werden. Allerdings ist

es wegen des fehlenden zweiten Tuners nicht

möglich, eine andere Sendung parallel anzuschauen

oder mitzuschneiden. Ein Doppeltuner

hätte Shuttle im Einkauf nur wenige Euro

mehr gekostet. Angesichts des Kaufpreises

ist der Verzicht auf diese Funktion für uns

nicht nachvollziehbar. Gute Möglichkeiten

bietet dagegen die verwendete Windows-Media-Oberfläche

für die Nachbearbeitung der

Aufnahmen.

Tuner-Werte

Die mit unserem Signalgenerator SFU der Firma

Rohde & Schwarz gemessenen Tuner-Werte

können mit herkömmlichen DVB-Receivern

nicht mithalten. Die Tuner-Empfindlichkeit liegt

mit – 82 Dezibel Milliwatt circa fünf Prozent

unter der durchschnittlichen Empfangsleistung

der von uns getesteten HDTV-Receiver. Dadurch

kann es mit kleinen Satellitenantennen

bereits bei mittleren Regenschauern zu Klötzchenbildung

kommen. 1

Hersteller

Modell (Version)

Empfangsart

Preis/Straßenpreis

Größe (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Anschlüsse

digitales Video

RGB

YUV

FBAS

S-Video

HDMI

Scart

Shuttle

SG45H7

Satellit

1 149 Euro/999 Euro

325 × 208 × 189 mm

5 kg

eu.shuttle.com

Ausgänge

Cinch

digitales Audio (koaxial/optisch) /

RS-232/USB/Ethernet/SATA / / /

S-Video

Videosignalarten 576i, 1 080i, 1 080p, 720p,

Anzahl Tuner

1 × DVB-S2

LNB-Ausgänge 1

Pay-TV-geeignet

nein

Premiere-tauglich

Merkmale

Display LED/LCD/OLED / /

Festplattenkapazität

500 GB

Programmspeicherplätze

unbegrenzt

16 : 9-Umschaltung automatisch/manuell

EPG-Darstellung Einzel-/Multikanal /

Aufnahmetimer/Time-Shift /

Bild-in-Bild/Zoom-Funktion /

Umschaltgeschwindigkeit

1,5 s

Stand-by: –

Stromverbrauch

Betrieb:

– 48 W

Besonderheiten

Blu-ray-Laufwerk, Windows-

Vista-Betriebssystem, aufrüstbar

Energiekosten/Jahr

12,24 Euro/Jahr

VORTEILE/NACHTEILE

integriertes Blu-ray-Laufwerk

gute Schnitteigenschaften

nur Single Tuner

Störgeräusche

Tuner-Empfindlichkeit

BEWERTUNG

Praxis

Installation gut 18/30

Bedienung gut 36/50

Ausstattung gut 26/40

Aufnahmefunktion gut 22/40

CI-Verarbeitung ungenügend 0/20

Wiedergabequalität

Sehtest gut 18/20

Bildqualität gut 18/20

Tonqualität sehr gut 8/10

Blindscan 0/1

DiSEqC 1.0/1.1/1.2/USALS / / / 0/8

Unicable-tauglich 0/3

Symbolraten (gemessen) 3 – 48 MSym/s 1/2

Empfindlichkeit (gemessen) – 82 dBmV 3/6

Empfang sehr gut 4/20

Gesamt

132 von 230 Pkt.

Preis/Leistung

ausreichend

ERGEBNIS

58 %

Befriedigend

Bilder: Auerbach Verlag, Stock.xchng

46 DIGITAL TESTED 5.2009

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft


A: 4,80 € I: 5,60 €

BeNeLux: E: 5,60 €

4,80 € CH: sfr 7,90

Filmhits, Klassiker und aktuelle Blockbuster

auf DVD und Blu-ray ab Seite 70

ab Seite 58

A: 4,80 €

BeNeLux:

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Die Winterkracher „Hellboy II“ und

„Wanted“ im Test ab Seite 80

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2005

1.2005

3.2005

5.2005

2006

1.2006

2.2006

3.2006

5.2006

6.2006

2007

1.2007

2.2007

3.2007

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5.2007

6.2007

2008

1.2008

2.2008

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Auerbach Verlag

und Infodienste GmbH

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Lauchstädter Straße 20

04229 Leipzig

2009

1.2009

2.2009

3.2009

4.2009


test

VIDEO

ausreichend

Benq

Joybee GP1 Mini Projector

TESTERGEBNIS

gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

Anschlussvielfalt Fehlanzeige: Der

Joybee ist leider nur mit den allernötigsten

Schnittstellen ausgerüstet

KEIN GROSSBILDVERGNÜGEN

Benqs Joybee enttäuscht

Der ultrakompakte wie preisgünstige Joybee GP1 Mini Projector von Benq kommt mit moderner DLP-Technologie

und benutzt LEDs statt einer Glühbirne zur Lichterzeugung. Videos und Bilder können direkt per USB-

Schnittstelle zugespielt werden und sogar kleine Lautsprecher sind im Projektorgehäuse untergebracht. Ist

der GP1 also das sprichwörtliche Technikwunder oder doch nur eine Spielerei?

Kaum größer als ein portabler CD-Player

und dabei nur ein großzügiges Pfund

schwer, ist Benqs GP1 der mit Abstand

kleinste DLP-Projektor, der jemals seinen Weg

in unser Testlabor gefunden hat. Das Design

des SVGA-Beamers wirkt modern und durchaus

edel, vor allem aber glänzt die schwarz-weiße

Gehäuseverschalung mit einer für Projektoren

einzigartigen Aufgeräumtheit. Lediglich drei Anschlüsse

lassen sich auf den ersten Blick erkennen,

hinzu kommen ein flacher Bedienkompass

auf der Oberseite sowie ein manuelles Fokusrad

über dem kleinen Objektiv. Tatsächlich ist der

GP1 auf ein Minimum an Ausstattung reduziert:

Einen manuellen optischen Zoom oder die Möglichkeit

zum Lens-Shift gibt es nicht. Der Fokus

kann nur in Handarbeit über einen äußerst sensiblen

Fokusring eingestellt werden und dieser

verleitet im Zusammenhang mit dem ohnehin

mäßigen Schärfeeindruck zum stetigen Nachregulieren

des Bildes. Während Einsparungen

dieser Art in Anbetracht des geringen Preises

von unter 500 Euro noch verschmerzbar sind,

ist die allzu karge Anschlussleiste dann doch

eine Enttäuschung. Die mitgelieferte Kabelpeitsche

bietet lediglich einen VGA- sowie einen

Composite-AV-Anschluss. Komponentensignale

können nur per Adapter zugespielt werden und

dessen Erwerb kostet extra. Dass HDMI an

einem SVGA-Projektor nicht unbedingt notwendig

ist, dürfte jedem verständlich sein,

doch dass Benq nicht einmal einen qualitativ

höheren S-Video-Eingang spendiert hat, ist enttäuschend.

Und leider kann auch der vorhandene

USB-Eingang hier nicht trösten, denn dieser

ist hinsichtlich der unterstützten Multimedia-

Formate sehr wählerisch. Während die Anzeige

von hochauflösendem Fotomaterial dem GP1 in

unserem Test keine Probleme bereitete, verweigerte

der Projektor die Wiedergabe von vielen

unserer Test-Videoclips. Filme mit Auflösungen

oberhalb von Standard-PAL oder -NTSC laufen

sowieso nicht, und das, obwohl der Projektor

zumindest am VGA-Component-Eingang auch

720 p- und 1 080 i-Signale annehmen kann. Erfreulich

ist in Bezug auf das Thema USB-Video

allerdings, dass Benq

dem Projektor die Software

Arcsoft „MediaConverter“ beilegt, mit der sich

verschiedenste Videoformate bequem für die

Wiedergabe mit dem GP1 aufbereiten lassen.

Tafeldienst

Ein Blick ins Menü des Mini-Projektors bescheinigt

uns dann endgültig, dass Benqs Kleiner

trotz moderner Technik kaum für das Großbildvergnügen

im Heimkinoumfeld geeignet ist,

sondern tatsächlich nur im Bereich Businessund

Multimedia-Präsentation eine akzeptable

Figur machen kann – sofern denn die Präsentation

in einem abgedunkelten Raum stattfindet.

Bildeinstellungen gibt es nur auf rudimentärem

Niveau, was bedeutet, dass sich alles auf die üblichen

Basisparameter für Helligkeit, Kontrast,

Sättigung und Schärfe reduziert. Die voreingestellten

Werte für den Filmmodus des Projektors

sind gut gewählt, lediglich die Farbtemperatur

ist etwas zu kühl angesetzt und lässt sich auch

per Nachjustierung nicht zur völligen Neutralität

überreden. Abseits der begrenzten Optionen

bezüglich der Bildeigenschaften bietet der GP1

durchaus noch weitere sinnvolle Einstellungen,

zum Beispiel für die mögliche Kipp- oder

FAZIT

Benqs portabler Beamer zeigt durchaus

eindrucksvoll, was technologisch

möglich ist. Richtig überzeugen konnte

uns das Konzept dennoch nicht, vor

allem hinsichtlich der Filmdarstellung.

Tim Luft

Klein, leicht und leider auch

ziemlich laut ist Benqs Beamer

mit DLP-Technologie

Bilder: Auerbach Verlag, Benq

48 DIGITAL TESTED 5.2009


AUSSTATTUNG

Überkopfaufstellung des Projektors. Eine leicht

schräge Stellung kompensiert der GP1 zudem

über seine automatische Trapezkorrektur. Gefallen

hat uns außerdem, dass man das Bild

des GP1 auf verschiedenfarbige Hintergründe

anpassen kann und es sich somit beispielsweise

ohne Farbstich auch auf eine grüne Tafel

projizieren lässt. Natürlich lässt sich auch das

Seitenformat der Darstellung neben der automatischen

Erkennung per Parameter anpassen,

etwa auf 16 : 9 oder 4 : 3.

Aufgrund des reduzierten Funktionsumfanges

kommen selbst Einsteiger nach kurzer Zeit gut

mit dem Projektor zurecht. Lediglich die etwas

verzögerte Reaktion des Geräts auf eine Tasteneingabe

kann auf Dauer leicht stören. Die

kleine Fernbedienung liegt nicht sonderlich gut

in der Hand und bietet auch keine Hintergrundbeleuchtung.

Dafür ist ihre Tastenbelegung eindeutig,

sodass sich hier ebenfalls bald Routine

einstellt.

Licht und Schatten

Die Bildqualität des GP1 ist – lediglich gemessen

an seiner Größe sowie an seinem Preis –

gut. Die DLP-Technologie sorgt zumindest bei

der Wiedergabe von Bewegtbildern für einen

guten Schärfeeindruck, zudem lässt sich an der

Schwarzdarstellung des Beamers kaum etwas

aussetzen. Weniger gelungen ist Benq die Farbkalibrierung.

Besonders Grüntöne neigen zu

..., daheim ermöglicht er Großbild-Vergnügen bei

Filmen und Spielen. Durch den integrierten USB-

Reader ist ein zusätzliches Notebook nicht mehr

erforderlich.

Auszug aus der Original-Benq-Pressemitteilung

vom 26. Mai 2009

Werbeaussagen sind berechtigt – Kunde kann unterscheiden

„GP1 ist nicht mit einem Full-HD-Projektor

vergleichbar“

DT: Herr Springer, Benq bewirbt das Gerät in einer

Pressemitteilung u. a. damit, dass dieser „Großbild-

Vergnügen bei Filmen und Spielen“ ermöglichen

solle. In unserem Test konnte der Projektor jedoch

gerade in der dazu wichtigen Bildbewertung nicht

überzeugen. Ist die LED-Technik für Projektoren

noch nicht so weit, um tatsächlich ein Großbild-

„Vergnügen“ zu erzeugen?

Springer: Die LED-Technik ist heute bereits für ihre

derzeitig angedachten Einsatzbereiche ausgereift

und bestens geeignet. Einen auf LED-Technik basierten

Projektor wird man allerdings erst in ein

paar Monaten unter Heimkinobedingungen bzw.

mit Heimkino-Content testen können. Für ein stationäres

Heimkino wird Benq im Laufe des nächsten

Jahres einen reinen High-End-LED-Heimkinoprojektor

vorstellen. Den LED-Mini-Projektor GP1 kann

und sollte man aus o. g. Grund nicht mit dem

W6000 oder einem anderen Full-HD-Projektor vergleichen.

Die Stärken und die Einsatzbereiche des

GP1 sind seine Mobilität, die USB-Fähigkeit und seine

dadurch vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Hinzu

kommt, dass der GP1 durch seine LED-Technik einen

erweiterten NTSC-Farbraum (120 Prozent) darstellen

kann. Dies können zurzeit nur sehr wenige aktuelle

Lampenprojektoren.

DT: Weshalb bewerben Sie den Projektor dann mit

Aussagen wie „Großbild“ oder „Cinema“?

starker Übersättigung, doch zeigen sich Abweichungen

in der Farbhelligkeit über das gesamte

chromatische Spektrum. Die Helligkeit ist überhaupt

der zentrale Schwachpunkt des kleinen

Projektors. Die geringe Leuchtstärke sorgt vor

allem dafür, dass sich Projektionsflächen von

über zwei Metern Breite kaum realisieren lassen,

und ferner, dass die Umgebungshelligkeit

selbst bei geringer Projektionsfläche auf ein Minimum

reduziert werden muss, sofern das Auditorium

noch genügend erkennen soll. Somit

entsteht trotz guter Schwarzdarstellung nur ein

flauer Bildkontrast. Das ist eben der Preis, den

man für die hohe Portabilität zahlen muss. Was

uns in diesem Zusammenhang aber vor allem

störte, war die starke Geräuschentwicklung der

kleinen Lüfter des Beamers. Trotz LED-Technik

und geringer Leuchtkraft summte sich Benqs

Joybee GP1 in unserem Test regelmäßig an den

Rand der Schmerzgrenze. Das ist schade, denn

gerade beim Einsatz auf eng begrenztem Raum –

eben der Paradedisziplin des Projektors – würde

Flüsterbetrieb richtig Sinn machen.

Zusammen mit diesem letztgenannten Umstand

hinterlässt der GP1 bei uns den Eindruck, gewollt

oder ungewollt zwischen zwei Stühlen

zu stehen: den mittlerweile verbreiteten und

äußerst günstigen VGA-Taschenprojektoren und

den größeren Einsteiger-Heimprojektoren, wie

sie etwa von Sanyo angeboten werden. Ein respektables

Nischenprodukt. Nur für wen? 1

Springer: Wenn wir von

„Großbild-Vergnügen“

oder „USB-Cinema On

the Go“ sprechen, dann

Torsten Springer,

Business Development Manager

Projectors

Benq Deutschland GmbH

nicht um den GP1 ins Heimkinosegment zu heben.

Dennoch halten wir diese Begriffe für berechtigt.

Wenn der Nutzer z. B. ein iPhone oder eine Sony

PSP nutzt und den Inhalt nicht nur auf dem kleinen

Display anschauen möchte, sondern mit einer bis

zu 80 Zoll großen Bilddiagonale, kann der GP1 ein

entsprechendes Großbild(-Vergnügen) leisten.

DT: Ändern Sie Ihre Aussagen zur Bewerbung des

Projektors?

Springer: Unserer Ansicht nach kann der private

und erst recht der gewerbliche Endkunde zwischen

einem reinen Full-HD-Heimkinoprojektor und einem

portablen LED-Mini-Projektor mit einer Auflösung

von 858 × 600 Pixeln und deren Anwendungsbereichen

unterscheiden. In unserem Marketing-Auftritt

weisen wir auf die bevorzugten Anwendungsbereiche

ebenso hin, wie es unsere Fachhändler in der Beratung

tun. Derzeit gibt es auf dem Markt keine LED-

Projektoren, die für einen anderen Bereich gedacht

sind als den mobilen. Wenn Sie den GP1 in seinem

Segment bzw. Element testen, werden Sie sehen,

dass er die ihm zugedachten Aufgaben hervorragend

erfüllt. Im Gegenteil, seine USB-Funktionalität und

auch seine Bildqualität sind derzeit einzigartig.

Allgemein

Hersteller

Modell

Preis/Straßenpreis

Größe (B/H/T)

Gewicht

Informationen

Anschlüsse

HDMI

Benq

Joybee GP1 Mini Projector

499 Euro/470 Euro

13,6 × 5,4 × 12 mm

640 g

www.benq.de

Komponente

Scart

PC

S-Video

Eingänge

Ausgänge

Sonstige

Audio-In, Video-Cinch, USB

Merkmale

Beamer-Typ

DLP

„HD ready“/1 080p /

Auflösung

858 × 600 Pixel

Formatwahl (HDMI)

Lens-Shift

Projektionsabstand

2,36 m

(1-m-Leinwand)

Lampenlaufzeit

max. 20000 h

Sonstiges

USB-Eingang

Betrieb

Bildformate 480 i, 480 p, 576 i, 576 p,

720 p, 1080 i

100/120 Hertz

Leuchtkraft max. 28 cd/m 2

Schwarzwert 0,03 – 0,12 cd/m 2

Gleichmäßigkeit der

85 %

Ausleuchtung

Empfohlene Bildbreite

1 m

Handhabung und Verarbeitung

Fernbedienung

befriedigend

Bedienungsanleitung

gut

VORTEILE/NACHTEILE

kompakt

geringe Leuchtkraft

guter Schwarzwert

mäßiger Schärfeeindruck

hohe Bewegungsunschärfe sehr laut

BEWERTUNG

Praxis

Installation ausreichend 4/10

Benutzerfreundlichkeit ausreichend 6,5/12

Stand-by: 0,4 W

Stromverbrauch

Betrieb: 70 W 3/3

Ausstattung mangelhaft 6/20

Wiedergabequalität

Kontrastumfang 500 : 1 3/10

Farbdeckung

In diesem Diagramm müssen alle Farben

auf den vorgegebenen Punkten

liegen. Befinden sie sich innerhalb

des Farbdreiecks, sind die Farben

ungesättigt, liegen sie außerhalb,

sind die Farben übersättigt.

Farbtemperatur

Die Farbdarstellung des Mini-Beamers

zeigt deutliche Grün-Abweichungen

Die mittlere Linie symbolisiert die Vorgabe

von 6 500 Kelvin. Befinden sich

Farben über dieser Norm, färbt sich

das Bild in der entsprechenden Farbe.

Links befinden sich die Schwarzbereiche,

rechts die Weißbereiche –

dazwischen alle Graustufen. befriedigend 5,5/10

Bildschärfe ausreichend 4,5/10

Bildverarbeitung mangelhaft 1/5

Sehtest ausreichend 4/10

Bildqualität ausreichend 18/45

Gesamt

34,5 von 87 Pkt.

Preis/Leistung

gut

ERGEBNIS

40 %

Ausreichend

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

49


test

AUDIO

DREI AKTUELLE AV-RECEIVER VON ONKYO, YAMAHA UND DENON

Moderne Zeiten

Der AV-Receiver ist das Herz des Heimkinos, bietet Anschluss für Blu-ray- oder DVD-Player, Spielkonsolen

und traditionelle Geräte wie Kassettendecks oder Plattenspieler. Die Hersteller bringen den Modellen

ständig neue Tricks bei und versichern nebenbei natürlich exzellente Ton- und Bildqualität. In unserem

Test zeigen drei Kandidaten, wie gut sie den hohen Ansprüchen gerecht werden.

Lagebericht September 2009: Im hart

umkämpften Feld der AV-Receiver

gibt es schon längst kein Gerät mehr,

welches eines der aktuellen Wiedergabeformate

weglässt. Auch Höhenlautsprecher wie

Pro Logic IIz, Audyssey DSX oder Yamahas

3D-DSP stehen mittlerweile auf der Ausstattungsliste

etlicher Modelle. Die Messlatte ist

somit hoch angesetzt, Auslassungen werden

mit schmerzhaften Punktabzügen geahndet.

Hierbei stehen jedoch nach wie vor die Kernkompetenzen

im Vordergrund, denn ein Gerät

mit mäßiger Wiedergabequalität wird durch

eine Flut an Sekundärfunktionen nicht besser.

Viele der Zusatzfeatures sind nicht mehr

als kleine Software-Programme auf dem integrierten

DSP-Chip, die sich ohne großen

Aufwand implementieren lassen. Nach wie vor

muss ein Audio-Video-Receiver in erster Linie

durch seine Klangqualität bestechen, wobei

auch Anschlussvielfalt und Benutzerfreundlichkeit

eine entscheidende Rolle spielen. In

der Hochphase der HDTV-Aufrüstung muss

jedoch auch die Bildsektion stimmen, die

die Signale in geringer Auflösung oder im

Halbbildformat zuverlässig ins Full-HD-Format

konvertiert. Dieser Aspekt wird zurzeit von

vielen Herstellern stiefmütterlich behandelt.

Es scheint oft so, als würde man nach der

Entwicklung eines guten Audioreceivers auf

die Schnelle noch einen Standardchipsatz

für die Videosektion einbauen, der den Job

mehr schlecht als recht erledigt. Auf unserem

Prüfstand befanden sich für diesen Wettstreit

drei aktuelle Produkte von Yamaha, Denon

und Onkyo. Allesamt annähernd voll ausgestattet,

unterstützt jedes Gerät eine Version

der momentan so beliebten Höhenkanäle.

Im Yamaha werkelt das proprietäre System

3D-DSP, bei Denon wurde Dolbys Pro Logic IIz

integriert und in Onkyos TX-SR 707 kommt die

brandneue Audyssey-Technologie DSX zum

Einsatz. Mit einer Preisspanne von 720 bis 900

Euro befinden sich die Modelle im Bereich der

Mittelklasse und versprechen mit schicken

Bildschirmmenüs und hochwertiger Materialauswahl

einen Mehrwert gegenüber den

Einstiegsvarianten.

50 DIGITAL TESTED 5.2009


Wahltasten für

die wichtigsten

Zuspieler befinden

sich oben

In der Mittelsektion

sitzen

Transport- und

Menüsteuerung

Die Schieberegler

ermöglichen das

Bedienen externer

Geräte

Bilder: Denon, Onkyo, Stock.xchng, Yamaha

Sämtliche Funktionen lassen sich auch über die Fronttasten steuern. An der Rückseite

stören nur die etwas unpraktisch angeordneten Lautsprecherterminals

DENON AVR-2310

Denons AVR 2310 reiht sich in die untere Mittelklasse

der Produktpalette ein. Der Receiver unterscheidet

sich vom nächstkleineren AVR-1910

hauptsächlich durch die Auswahl der Materialien

und Komponenten sowie durch das GUI-Menü

(Graphical User Interface), mit dem man sämtliche

Funktionen des Gerätes komfortabel über

das Bildschirmmenü steuern kann. Des Weiteren

stehen mehr Anschlüsse, wie z. B. die Preamp-

Ausgänge, zur Verfügung. Die Ausstattungsliste

des AVR 2310 ist mit 1 080p-Vollbildkonvertierung,

Pro Logic IIz und iPod-Synchronisation

recht lang.

Kennenlernphase

Die rückwärtigen Anschlüsse sind gut beschriftet

und übersichtlich strukturiert, einzig die sowohl

horizontale als auch vertikale Anordnung

der Lautsprecherterminals erweist sich beim

Anschließen der Boxen als unpraktisch. Die

Bedienung zeigt sich von Anfang an intuitiv.

Nicht nur per Fernbedienung, sondern auch über

die Gerätefront lassen sich alle Funktionen und

Einstellungen des AVRs kontrollieren. Ferner

überzeugt die Menüführung des Frontdisplays,

obwohl die Schrift recht klein ausgefallen ist.

Abhilfe schafft das Bildschirmmenü, das optisch

zwar schmucklos geraten ist, seinen Zweck aber

dennoch gut erfüllt. Hin und wieder kommt allerdings

Frustration auf: Viele Funktionen des AVR

2310 stehen nur unter bestimmten Bedingungen

(Art der Lautsprecherzuweisung, Art des Quellsignals

etc.) zur Verfügung, was soweit nichts

Ungewöhnliches ist. Die temporär nicht verfügbaren

Optionen verschwinden jedoch bei Denon

aus dem entsprechenden Untermenü, wodurch

es zu Verwirrung kommen kann. Eine bessere Lösung

wäre es, die Einträge grau hinterlegt darzustellen

und einen Texthinweis hinzuzufügen, wie

die gewünschte Funktion wieder „freigeschaltet“

gut

Denon

AVR-2310

TESTSIEGER

sehr gut

SIEGER PREIS/LEISTUNG

5.2009

werden kann. Die Quellenzuweisung hingegen

geht einfach von der Hand. In einer klar strukturierten

Tabelle lassen sich für jeden Abspielmodus

(DVD, HDP, Game usw.) die gewünschten

Video- und Audioanschlüsse auswählen.

Hingehört

Am Anfang des Praxistests steht die automatische

Systemkalibrierung mit Audyssey MultEQ

XT. Das bewährte System wurde um ein nützliches

Feature erweitert. So lassen sich nicht

vorhandene Lautsprecher von der Messung

ausschließen (z. B. Surround-Back- oder Front-

Height-Boxen), was den Vorgang um einige Minuten

verkürzen kann. Das Klangbild gefällt mit gut

aufgelösten Mitten und Höhen, die Obertöne der

Instrumente oder Stimmen zeichnen sich stets

klar ab. Die Spielweise erfreut überdies mit hoher

Dynamik, im Testlabor erzielte das Modell in

diesem Aspekt solide Werte. Welche Audyssey-

Einstellung man auch wählt, im Bassbereich

wäre ein beherzterer Eingriff nötig gewesen. Am

Frequenzdiagramm kann man sehen, dass im

Mitten- und Hochtonbereich feinfühlige Eingriffe

vorgenommen wurden, stehende Wellen im

Bassbereich hat das System aber offenbar nicht

festgestellt. Etwas irreführend ist zudem, dass

Audyssey MultEQ XT unsere Regalboxen zwar

als „small“ erkannt hat, ihnen aber dennoch

eine Trennfrequenz von abgrundtiefen 40 Hertz

(Hz) zumutet. In unserem Diagramm wiederum

liegt die Trennfrequenz (bei dieser Frequenz

ist der Pegel bereits um drei Dezibel gesunken)

eindeutig bei 100 Hz – der erste AV-Receiver, der

sich selbst widerspricht.

Zugeschaut

Das Wiedergabepaket beinhaltet neben der

gelungenen Audiosektion auch umfangreiche

Bildfunktionen. Upscaling und De-Interlacing

8

4

0

–4

–8

–12

RAUMKORREKTUR

— linker Frontkanal bei aktivem Audyssey MultEQ XT

Audyssey MultEQ XT nimmt feinfühlige Eingriffe

im Hochtonbereich vor

sind von hoher Qualität, Kantenflimmern und

Artefakte sucht man vergebens. Manuelle Nachbearbeitung

wie Rauschminderung und Bildschärfe

sind ebenfalls mit an Bord. „Audio-

Video-Receiver“ – unter dieser Flagge fahren

viele Geräte, aber nur wenige werden dem Ruf

tatsächlich gerecht. Der AVR 2310 zeigt sich

mit guten Ton- und Bildqualitäten als würdiger

Vertreter dieser Kategorie.

Rundumschlag

Der Mittelklasse-Denon ist ein guter Allrounder,

mit dem man nichts falsch machen kann. Kritik

gibt es für die minderwertigen proprietären

DSP-Programme, die man ebenso gut einfach

weglassen könnte.

Die allgemeine Klangqualität ist jedoch sehr

gelungen und die Videofunktionen runden das

Gesamtbild des Gerätes ab.

TESTSIEGER

SIEGER PREIS/LEISTUNG

DENON AVR-2310

Preis/Straßenpreis

900 Euro/– Euro

VORTEILE/NACHTEILE

guter Sound

sehr gute, umfangreiche

Bildveredlung

Audyssey lässt Überspringen

von Boxen zu

ERGEBNIS

teils verwirrendes

Bildschirmmenü

dürftige DSP-Programme

83 %

Gut

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

51


test

AUDIO

Für jede Quelle

gibt es im oberen

Bereich eine einzelne

Taste

Die Menüsteuerung

in der Mitte

geht intuitiv von

der Hand

Transportbefehle

und Nummernblock

befinden

sich unten

Das große Display lässt sich auch von der Couch aus noch gut ablesen. Die Anschlüsse

auf der Rückseite sind übersichtlich durchnummeriert (AV1 bis AV6 etc.)

YAMAHA RX-V 1065

Der RX-V 1065 ist das momentane Spitzenmodell

aus Yamahas fünfköpfiger neuer RX-V-Familie.

Selbstbewusst bewirbt man das Produkt als idealen

Partner für den perfekten HD-Genuss in Bild

und Ton. Auf der Ausstattungsliste steht – neben

sämtlichen aktuellen Formaten und Standards –

auch die 3D-DSP-Funktion. In der Höhe montierte

Präsenzboxen sollen den Sound besonders realistisch

erscheinen lassen. Diese Funktion ist

schon aus vorherigen Modellen bekannt, doch

der neue RX-V 1065 bringt auch Innovationen mit

sich. Eine neue Fernbedienung sowie ein überarbeitetes

Bildschirmmenü sollen die Kontrolle der

vielfältigen Funktionen so einfach wie möglich

gestalten. Eine weitere praktische Neuerung:

Das Gerät schleift im Stand-by-Modus HDMI-

Signale durch.

Neues Spiel, neues Glück ...

... könnte man in Anbetracht des überarbeite

te Bedienkonzeptes zum Besten geben. Bevor

wir jedoch Bildschirmmenü und Fernbedienung

unter die Lupe nehmen, müssen erst die nötigen

Heimkinoverbindungen hergestellt werden. Die

Rückseite des AVRs macht es einem einfach – die

Anschlüsse sind klar strukturiert und gut erreichbar.

Wer es besonders „bassig“ mag, freut sich

beim Anblick des zweiten Subwoofer-Ausgangs.

Widmet man sich wieder der Vorderseite des RX-

V 1065, so erfreut das große, gut lesbare Display,

über das man zwar die Wiedergabefunktionen,

nicht aber das Setup kontrollieren kann. Die

Fernbedienung ist etwas überladen, wenn auch

sehr gut strukturiert.

Hörspiel

Der Receiver verfügt über Yamahas proprietäres

Kalibriersystem YPAO, das sowohl mit Rauschsignalen

als auch mit Frequenz-Sweeps die

gut

Yamaha

RX-V 1065

TESTERGEBNIS

gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

raumakustischen Gegebenheiten zu analysieren

versucht. Dass die Messungen mit recht lauten

Signalen vonstattengehen, macht einen guten

Eindruck. Die Ergebnisse hingegen werden dem

Nutzer leider nicht angezeigt. Diese lassen sich

aber an unserem Frequenzdiagramm deutlich

ablesen. YPAO greift sehr breitbandig in den

Frequenzgang ein und senkt den Bereich um

sieben Kilohertz weiträumig um fast drei Dezibel

(dB) ab. Bei 80 Hz hat das System offenbar eine

Raummode geortet und bekämpft diese mit einer

schmalbandigen 1,5-dB-Senke.

Bei der Wiedergabe überzeugt der RX-V 1065

mit guten Leistungen in allen Bereichen. Das

Klangbild ist lebhaft und klar, bildet die einzelnen

Klangkomponenten stets konturiert

ab. Die Dynamik- und Verzerrungswerte liegen

auf demselben Niveau wie die des Denon

AVR-2310. Die große Stärke des Gerätes ist der

DSP-Chip, mit dem man zahlreiche Programme

nicht nur auswählen, sondern auch nach Belieben

manipulieren kann. Über viele der Raumsimulationen,

wie z. B. „The Bottom Line“, lässt

sich eine subtile, unaufdringliche Räumlichkeit

gewinnen, die aus der Stereospur ein Mehrkanalerlebnis

samt Präsenzkanälen werden lässt. In

puncto Klangprogramme setzt sich der RX-V 1065

somit klar an die Spitze.

Videospiel

Die 1 080-Zeilenskalierung von analogem Material

beherrscht das Modell recht gut, obwohl

es in der Horizontalen zu Kantenflimmern und

Unschärfe kommen kann. Leider überzeugt auch

die Vollbildkonvertierung nicht, der De-Interlacer

braucht zum Einrasten lange und arbeitet nicht

sehr stabil. HDMI-Signale können überdies gar

nicht bearbeitet, sondern nur durchgeleitet werden.

Dies funktioniert jedoch auch im Stand-by-

8

4

0

–4

–8

–12

RAUMKORREKTUR

— linker Frontkanal bei aktivem YPAO

YPAO nimmt nur wenige Veränderungen vor.

Der EQ arbeitet sehr pegelstabil

Modus, was eine zeitgemäße, praktische Funktion

ist. Das Videopaket des RX-V 1065 bietet eine

qualitative Grundausstattung und kann daher

nicht mit der sehr guten Klangqualität des Receivers

mithalten.

Vollblutmusiker

Bei der Entwicklung dieses Mittelklassegerätes

stand der Sound eindeutig im Vordergrund. Dieser

überzeugt mit einer durchweg guten Wiedergabequalität.

Das Ass im Ärmel sind die

Mehrkanalaufbereitungsprogramme, mit denen

sich momentan keiner der Konkurrenten messen

kann.

Einzige Schwachstelle ist die Videosektion,

die die Wertung leider deutlich nach unten

zieht. Für Klangenthusiasten, die benannte

Einschränkungen hinnehmen können

und die Bildkonvertierung dem DVD-Player

oder Fernseher überlassen, gibt es zum

RX-V 1065 keine Alternative.

YAMAHA RX-V 1065

Preis/Straßenpreis

VORTEILE/NACHTEILE

toller Sound

umfangreiche DSP-

Funktionen

gut strukturierte

Fernbedienung ...

ERGEBNIS

850 Euro/730 Euro

... mit teils sehr kleinen

Tasten

mäßige Bildkonvertierung

82 %

Gut

52 DIGITAL TESTED 5.2009


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test

AUDIO

Quellenauswahl,

Lautstärke- und

Kanalsteuerung

sitzen oben

Die wohlstrukturierte

Mittelsektion

ermöglicht

gute Navigation

Nummernblock

und Klangmodi

befinden sich

unten

Die markante Onkyo-Front erfreut mit guter Display-Menüführung. Der Front-HDMI-

Eingang und die Anordnung der Lautsprecherterminals erweisen sich als praktisch

ONKYO TX-SR707

Gute Ausstattung zu niedrigen Preisen ist das

Markenzeichen der Onkyo-Produktpalette, die

kürzlich um die Geräte TX-SR707 und TX-NR807

erweitert wurde. Der von uns getestete TX-SR707

reiht sich in die beliebte Mittelklasse ein. Als

einziges Gerät verfügt er sowohl über Dolbys

Pro Logic IIz als auch über Audyssey DSX. Ein

THX-Zertifikat komplettiert die Ausstattungsliste.

Auch in puncto Anschlussvielfalt liegt der

TX-SR707 vorn und bietet sechs HDMI-Eingänge,

von denen einer an der Gerätefront verbaut

ist. Um die Bildbearbeitung kümmert sich ein

Faroudja-Prozessor.

Alter Bekannter

Optisch hebt sich das Gerät nur unwesentlich

vom nächstkleineren Modell, dem TX-SR607,

ab. Auf der Rückseite jedoch werden die Unterschiede

ersichtlich, denn die Anschlussterminals

umfassen neben dem klassischen

7.1-Setup auch Ausgänge für die Front-Wideund

Front-High-Kanäle der neuen Technologie

DSX. Da nur sieben Endstufen zur Verfügung

stehen, muss man sich zwischen Surround-

Back-, Front-High- oder Front-Wide-Kanälen

entscheiden. Der Vorteil liegt jedoch darin,

dass alle Boxen gleichzeitig mit ihrem individuellen

Verstärkerausgang verbunden bleiben

können – per Knopfdruck wählt man in

Sekundenschnelle, welche Kanäle betrieben

werden sollen. Praxistauglich ist auch die

Fernbedienung, die mit guter Tastenanordnung

und -größe überzeugt. Für gewöhnlich genügt

die Mittelsektion, um die umfangreichen

Funktionen des Receivers sicher zu steuern.

Sowohl die On-Screen-Menüführung als auch

das Frontdisplay bieten hierbei gute Unterstützung,

die Bedienbarkeit überzeugt auf ganzer

Linie. Einziger Wermutstropfen: Bild- und Tonwiedergabe

werden während der Nutzung des

gut

Onkyo

TX-SR707

TESTERGEBNIS

gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

Menüs komplett ausgeblendet. Wie bei Denon

kommt auch hier das bewährte Einmesssystem

MultEQ XT von Audyssey zum Einsatz. Die

Software wurde allerdings nicht ganz so gut

wie bei der Konkurrenz integriert. So können

z. B. im Vorfeld keine Kanäle übersprungen

werden und auch eine „einfache Messung“

ist nicht möglich – Audyssey verlangt die

Analyse von mindestens drei Positionen im

Raum. Die ermittelte EQ-Kurve kann im Nachhinein

nicht eingesehen werden. Auch die

Möglichkeit, das Ergebnis zu manipulieren,

besteht nicht. Entweder wird die Audyssey-

Kurve kritiklos übernommen oder man legt

mittels Neunbandequalizer selbst Hand an. Im

Höreindruck machte sich eine Senke im oberen

Mittenbereich bemerkbar, welche sich im Testlabor

bestätigte (s. Diagramm). Die Absenkung

um die 2-Kilohertz-Marke „entschärft“ den

Sound und sorgt für ein sanfteres Klangbild. Im

Allgemeinen stimmt das Verhältnis zwischen

den einzelnen Frequenzbereichen. Sei es eine

mittenlastige Classic-Rock-Aufnahme der

Small Faces oder ein atmosphärischer, sauber

gemischter Track des US-Rappers G.Love – der

TX-SR707 beherrscht jede Musikrichtung. Gelungen

ist besonders die Höhenwiedergabe,

die der Musik Transparenz und Vielschichtigkeit

verleiht. Trotz alledem muss sich das

Gerät der Konkurrenz geschlagen geben. Besonders

mit dem natürlichen und lebhaften

Klangbild des Yamaha RX-V 1065 kann Onkyos

Wettbewerber nicht mithalten. So mangelt es

im Bassbereich an Präzision und das gesamte

Spektrum könnte mehr Dynamik vertragen.

Auf der Habenseite stehen wiederum die vielfältigen

Klangprogramme von Dolby, Audyssey und

THX. Eine gute, innovative Lösung ist die Kombination

aus THX-Filmsound und den Pro-Logic-IIz-

Höhenkanälen. Auch hier gilt die Faustregel: Bei

8

4

0

–4

–8

–12

RAUMKORREKTUR

— linker Frontkanal bei aktivem Audyssey MultEQ XT

Audyssey greift beherzt zu. Die Pegelstabilität

im Bassbereich lässt zu wünschen übrig

der Zweikanalaufbereitung ist Vorsicht geboten,

bei vorliegendem 5.1-Material jedoch machen die

Höhenkanäle eine gute Figur.

Bildveredler

Der Faroudja-Chip skalierte unsere Testsequenzen

mühelos auf Full-HD-Auflösung. Auch

die Aufgabe des De-Interlacings bewältigt der

TX-SR707 sehr gut, nach kurzem Flimmern rastet

das System selbst bei „anspruchsvollen“ Szenen

des Films „Die Mumie“ ein und sorgt für ein stabiles

Bild. Hinzu kommt die umfangreiche Nachbearbeitung,

mit der sich u. a. Farbe, Kontrast,

Kantenschärfe und Rauschminderung genauestens

justieren lassen. In diesem Aspekt bewegt

sich Onkyos Testkandidat auf einem Level mit

dem Denon AVR-2310. Mit seiner unschlagbaren

Ausstattung macht der TX-SR707 bereits auf dem

Papier eine sehr gute Figur. In der Praxis beeindruckt

das Gerät mit erstklassiger Bedienbarkeit

und der tollen Bildveredlung. Abzüge gibt es jedoch

beim Sound, der nicht ganz mit den Geräten

von Yamaha und Denon mithalten kann.

ONKYO TX-SR707

Preis/Straßenpreis

799 Euro/720 Euro

VORTEILE/NACHTEILE

Top-Ausstattung mit DSX Audyssey-EQ nicht einsehbar

sehr gute Bildveredlung

mittelmäßige Klangdynamik

gute Höhenwiedergabe

ERGEBNIS

81 %

Gut

54 DIGITAL TESTED 5.2009


AUSSTATTUNG

Allgemein

Hersteller Denon Yamaha Onkyo

Modell (Version) AVR-2310 RX-V 1065 TX-SR707

Preis/Straßenpreis 900 Euro/– 850 Euro/730 Euro 799/720 Euro

Maße B/H/T 434 × 171 × 377 mm 435 × 171 × 365 mm 570 × 298 × 469 mm

Gewicht 11,2 kg 11,1 kg 12,6 kg

Informationen www.denon.de www.yamaha-hifi.com www.onkyo.com.de

Anschlüsse

HDMI

Komponente

dig. Audio

koaxial

dig. Audio

optisch

analoges

Audio

HDMI

Komponente

dig. Audio

koaxial

dig. Audio

optisch

analoges

Audio

HDMI

Komponente

dig. Audio

koaxial

dig. Audio

optisch

analoges

Audio

Eingänge 7 9 6 8

Ausgänge

sonstige Anschlüsse iPod-Dock-Control USB, iPod-Dock Universal Port; Front Aux über

3,5-mm-Klinke

Datenschnittstellen RS-232C RS232

FEATURES

AV-Receiver

Klangregelung

Lautsprecher-Setup

Einmessautomatik

Mehrzonenunterstützung

Upscaling/Vollbildkonvertierung

HD-Audio

Pro Logic IIz

Mehrkanalausgangsleistung 105 Watt an 8 Ohm 155 Watt 160 Watt an 6 Ohm

Messdaten

Frequenzgangabweichung

Pure-Audio-Modus

Frequenzgangabweichung

Stereomodus (EQ aus)

/

0,151 dB

/

0,174 dB

Gesamtfazit

Die Prioritäten der jeweiligen Testkandidaten

sind offensichtlich: Onkyos TX-SR707

beschämt die Konkurrenz mit seiner vielseitigen

Ausstattung, Yamahas RX-V 1065

setzt auf kompromisslose Klangqualität

und Denon präsentiert mit dem AVR-2310

ein durchweg ausgewogenes Gerät. Dieses

Konzept sichert Denon den Sieg in unserem

Vergleichstest. Gute Wiedergabequalität

und gelungene Bildveredlung ergeben ein

rundes Gesamtbild. Die teils verwirrende

Menüstruktur und die minderwertigen

„hausgemachten“ DSP-Programme können

das Gesamtbild nur geringfügig trüben.

Yamahas Gerät kann die Konkurrenz in puncto

Soundqualität klar in die Schranken weisen,

scheitert jedoch an der Bildveredlung

und landet daher auf dem zweiten

Platz. Für Soundpuristen bleibt der RX-V

1065 allerdings die beste Wahl. Die 3D-DSP-

Programme sind exzellent und lassen die

proprietären Klangprogramme der Konkurrenz

aussehen wie „versucht, aber nicht

gekonnt“. Wenn auch das Ergebnis des Einmesssystems

YPAO etwas fragwürdig ist, so

lässt sich an unserem Frequenzdiagramm

dennoch die saubere und pegelstabile Arbeitsweise

des Equalizers erkennen. Die Priorität

wurde bei der Entwicklung eindeutig

auf den Sound des Gerätes gelegt.

Der drittplatzierte Onkyo wiederum verfügt

über eine sehr starke Videosektion, lässt

/

0,151 dB

/

0,16 dB

/

0,039 dB

/

8,609 dB

Dynamik bei 1 kHz HDMI-Strecke 73 dB 74 dB 65 dB

Dynamik bei 1 kHz Analogstrecke 66 dB 62,5 dB 74 dB

Eigenrauschpegel HDMI-Strecke –73,3 dB –73,5 dB –67 dB

Eigenrauschpegel Analogstrecke –67 dB –67 dB –77 dB

Verstärkerleistung Stereo

(1 % THD an 8 Ohm)

119 Watt 118 Watt 110 Watt

BEWERTUNG

Audio

Neutralität ausgezeichnet 7/7 ausgezeichnet 7/7 gut 5,5/7

Pegelfestigkeit/Dynamik sehr gut 6/7 sehr gut 6/7 befriedigend 4,5/7

Basswiedergabe gut 5,5/7 gut 5,5/7 gut 5/7

Mittenwiedergabe gut 5/7 gut 5,5/7 gut 5,5/7

Höhenwiedergabe gut 5,5/7 gut 5,5/7 sehr gut 6/7

Qualität Equalizer gut 5/7 ausgezeichnet 7/7 gut 5/7

Qualität Mehrkanalaufbereitung ausgezeichnet 7/7 ausgezeichnet 7/7 sehr gut 6/7

Videoverarbeitung

Skalierung Referenzklasse 7/7 gut 5/7 ausgezeichnet 7/7

Vollbildkonvertierung sehr gut 6/7 befriedigend 4/7 sehr gut 6/7

Bildnachbearbeitung gut 5/7 mangelhaft 1/7 gut 5/7

Wiedergabequalität gut 59/70 gut 53,5/70 gut 55,5/70

Bedienung/Installation gut 26/32 gut 26/32 gut 26/32

Ausstattung/Verarbeitung gut 48,5/58 gut 51,5/58 gut 47,5/58

Gesamt 133,5 von 160 Pkt. 131 von 160 Pkt. 129 von 160 Pkt.

Preis/Leistung sehr gut gut gut

ERGEBNIS

Gut Gut Gut

83 % 82 % 81 %

klanglich jedoch etwas zu wünschen übrig. Der Test

zeigt, dass Funktions- und Ausstattungsvielfalt

hier zulasten der Wiedergabequalität gehen. Kompromisse

in der Videosektion ließen sich eher verschmerzen

als eine mittelmäßige Tonwiedergabe,

denn guter Sound ist nach wie vor die Hauptaufgabe

eines AV-Receivers. Gerade dieses Fettnäpfchen hat

der TX-SR707 allerdings erwischt und kommt als

Letzter ins Ziel. Ein schlechtes Gerät ist der Onkyo

deshalb keineswegs, wer jedoch all die Funktionen

zum günstigen Preis haben möchte, muss

mit Abstrichen bei der Qualität rechnen. Lob gibt

es hingegen für die gute Benutzerfreundlichkeit.

Das Bildschirmmenü ist das mit Abstand schlüssigste

und der HDMI-Eingang an der Gerätefront

erweist sich als überaus praktisch. Die Vielzahl an

Lautsprecherterminals ermöglicht zudem einfaches

Umschalten zwischen den verschiedenen Surround-

Konfigurationen. 1

LEXIKON

Höhenkanäle

Verschiedene Firmen bieten heutzutage Technologien

zur Verwendung von Höhenkanälen an.

Dazu gehören Dolbys Pro Logic IIz, Yamahas 3D

DSP und neuerdings auch das System DSX der

kalifornischen Firma Audyssey. Die grundlegende

Idee ist überall dieselbe: Die Höhenkanäle werden

über den Frontboxen installiert, weshalb man

auch von dreidimensionalem Sound spricht.

Die jeweilige Software generiert anhand der vorhandenen

Spuren die zusätzlichen Signale und

leitet sie weiter an die Höhenlautsprecher. Anstatt

der Deckenreflexionen des eigenen Raumes hört

der Nutzer von oben also Klänge aus dem Audiomaterial

– der Ton wird dadurch enger mit dem

Bildschirmgeschehen verknüpft und das Gesamterlebnis

wird authentischer.

Soweit die Theorie, doch die Qualität variiert von

Gerät zu Gerät. Bei ausgereiften Systemen lässt

sich die Intensität des Effektes nach Belieben

justieren. Yamahas 3D DSP ist in diesem Bereich

momentan klarer Vorreiter.

Raumkorrektur

Mittlerweile Standard bei nahezu allen AV-Receivern.

Es handelt sich dabei um ein System, das

per Testsignal und einem mitgelieferten Messmikrofon

die akustischen Verhältnisse des Raumes

analysiert.

Die Software erkennt bei der Auswertung, wie

weit die einzelnen Boxen von der Hörposition

entfernt sind, passt Laufzeitverzögerung (Delay)

und Pegel entsprechend an. Meistens wird auch

eine EQ-Korrekturkurve generiert, welche der

Klangfärbung des Raumes entgegenwirkt. Ein

gutes System zeigt das Ergebnis an und erlaubt

dem Nutzer, dieses zu manipulieren.

Doch auch wenn die Kurve verborgen bleibt,

macht unsere Messtechnik sie schonungslos

sichtbar. Die Frequenzdiagramme geben nicht nur

Aufschluss darüber, welche Eingriffe vorgenommen

werden, sondern, auch wie gut der digitale

Equalizer arbeitet. Entsteht eine harmonische

Kurvenform, so liegt hochwertige Signalmanipulation

vor, Zickzack-Linien können das Hörerlebnis

negativ beeinflussen.

FAZIT

Denons AVR-2310 sichert sich mit einem

gelungenen Gesamtkonzept den Sieg. Den

besten Sound gibt’s allerdings bei Yamaha.

Onkyos Receiver geht trotz guter Bedienbarkeit

und tollem Bild als letzter ins Ziel.

Christoph Hüther

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

55


test

AUDIO

Unterer Bass

Grundtöne von Bassinstrumenten,

Klangfundament; Überbetonung

führt zu rumpelndem

Sound

Oberer Bass

Stimm- und Instrumentengrundtöne;

Überbetonung

führt zu dröhnendem Klang

Untere Mitten

Wichtig für Sprach- und Instrumentenverständlichkeit;

Überbetonung führt zu schepperndem

Klang

Obere Mitten

Wichtiger Obertonbereich von

Stimme und Instrumenten;

Überbetonung führt zu plärrendem

Klang (altes Radio)

Präsenzbereich

Verleiht dem Sound Kontur und

Durchsetzungskraft; Überbetonung

führt zu stechendem

Klang

Höhen

Verleihen dem Sound Brillanz

und Atmosphäre; Überbetonung

führt zu zischelndem

Klang

Frequenzdiagramme

Die klangliche Bewertung eines Lautsprechers ist ein schwieriges Unterfangen, denn das menschliche

Gehör funktioniert äußerst subjektiv. Was für den einen „matschig“ oder „wummernd“ klingt, empfindet

ein anderer möglicherweise als „warmen, erdigen Charakter“. Frequenzdiagramme machen sichtbar, was

sonst nur gehört werden kann.

Der menschliche Hörbereich erstreckt

sich von 20 Hertz (Hz) bis 20 Kilohertz

(kHz). Dieses Spektrum lässt

sich grob in die Sektionen Bass, Mitten und

Höhen aufteilen. Das Einstiegsbild zeigt eine

Gesamtübersicht des Hörspektrums mit den

Funktionen der einzelnen Frequenzbereiche.

Die X-Achse (horizontal) steht hierbei für die

Frequenz, die nach rechts hin ansteigt. Auf

der Y-Achse (vertikal) lässt sich der jeweilige

Pegel ablesen. Erkennt man beispielsweise ab

100 Hz abwärts einen Pegel von minus sechs

Dezibel (dB) oder weniger, so ist dieser Bereich

deutlich leiser als die restlichen Frequenzen

und das Gesamtklangbild wirkt dünn und kraftlos.

Weist die Kurve hingegen eine 6-dB-Senke

zwischen 500 Hz und zwei Kilohertz auf, so ist

die Sprachverständlichkeit des Lautsprechers

stark eingeschränkt.

Die perfekte Box erzielt für jede Frequenz einen

Wert von genau null Dezibel und erreicht

somit eine 100-prozentige Klangtreue. Das

Eingangssignal wird also weder verstärkt noch

abgeschwächt. Die Richtlinien für professionelle

Studioboxen sind streng und erlauben

Frequenzgangabweichungen von maximal 0,5

dB. Im Hi-Fi-Bereich sind Abweichungen von

bis zu drei Dezibel noch zu tolerieren.

Die Messung

Für eine Lautsprechermessung benötigt man

einen Signalgenerator, einen Verstärker, ein

Mikrofon samt Vorverstärker sowie ein Auswertungssystem

(siehe Grafik). Software-

Programme, wie das von uns verwendete

„SATlive“, bieten heutzutage praktische Allin-one-Lösungen

für die Signalerzeugung und

Auswertung der Ergebnisse. Um Messungenauigkeiten

zu vermeiden, müssen sämtliche involvierten

Geräte das Signal absolut linear und

unverfälscht übertragen.

Bei der eigentlichen Messung wird der Lautsprecher

mit einem breitbandigen Signal beschickt,

dem weißen Rauschen. Dieses beinhaltet

sämtliche Frequenzen des Hörbereiches

bei identischem Pegel. Das Messmikrofon

fängt den Klang der Box auf und leitet

ihn über den Vorverstärker an das Analysetool

weiter, welches das endgültige Frequenzdiagramm

erstellt. An den Abweichungen von der

(idealen) Null-Dezibel-Linie lässt sich nun die

Klangfärbung des Lautsprechers erkennen.

Doch es gibt noch weitere Aspekte, die das Resultat

beeinflussen können und dementsprechend

berücksichtigt werden müssen.

Externe Faktoren

In einer Diskussion über Lautsprechermessungen

dauert es für gewöhnlich nicht lange,

bis der Begriff „schalltoter Raum“ fällt. Eine

solche Kabine bietet die perfekten Voraussetzungen,

denn sie hat keinerlei raumakustische

Auswirkungen. Decken-, Wand- und Bodenreflexionen

werden durch Dämmmaterialien eliminiert

und eine asymmetrische Bauform verhindert

das Auftreten stehender Wellen, auch

Raummoden oder Dröhnfrequenzen genannt.

Besonders aufwendige Einrichtungen verfügen

über eine Raum-in-Raum-Konstruktion, bei der

die Kabine durch Aufhängungen oder flexible

Standfüße vom akustischen System des Gebäudes

abgekoppelt ist.

Unsere Messungen finden nicht in einer solchen

akustisch sterilen Umgebung statt, sondern in

einem durchschnittlich möblierten und ein-

Bilder: Auerbach Verlag, W

56 DIGITAL TESTED 5.2009


Testsignal

Messmikrofon

Computer mit

Analyse-Software

Verstärker

Audiointerface

mit Mikrofoneingang

Hochwertige Komponenten sind das A und O einer akustischen Messung, lineare Mikrofone und Verstärker

verhindern eine Beeinflussung des Resultats

Der perfekte Lautsprecher in der Theorie: Keine

Frequenz wird verstärkt oder abgeschwächt.

Im Hi-Fi-Bereich werden Abweichungen von

+/- drei Dezibel noch als linear erachtet, eine

Studiobox darf lediglich um 0,5 dB variieren

Diffusfeld:

Reflexionen überwiegen

Nahfeld:

Direktschall überwiegt

Eine in 15 cm Abstand gemessene Regalbox

mit Bassreflexsystem. Die kleine 11,5-cm-

Membran kann Frequenzen unterhalb von ca.

120 Hz nicht mehr ausreichend wiedergeben

und benötigt Subwoofer-Unterstützung

Bei der Nahfeldmessung sind die raumakustischen Einflüsse gering. Im Diffusfeld hingegen dominieren

Reflexionen

gerichteten Wohnzimmer. Dementsprechend

zeigt die Messung stets die raumakustischen

Klangverfärbungen, die durch verschiedene

Verfahren minimiert werden können.

Optimierte Wohnraummessung

Unser Testraum ist ausgestattet mit drei speziell

angefertigten Plattenschwingern, welche

die stehenden Wellen im Tieftonbereich wirkungsvoll

bekämpfen. Bei der Positionierung

der Einzelkomponenten gibt es zudem simple

Tricks, um den Raumeinfluss so gering wie

möglich zu halten. So werden die Lautsprecher

beim Test beispielsweise in großem Abstand

zu reflektierenden Flächen aufgestellt. Die Distanz

zwischen Box und Mikrofon ist ebenfalls

ein wichtiger Faktor – je mehr man sich der

Schallquelle nähert, desto dominanter wird

der Direktschall. Vergrößert man die Distanz,

so überwiegt ab einer bestimmten Entfernung

(abhängig von der Beschaffenheit der Raumflächen)

der Diffusschall, also die Reflexionen des

Raumes. Eine Nahfeldmessung bei sehr kurzem

Abstand von einigen Zentimetern (cm) schließt

die Raumeinflüsse weitestgehend aus, ist jedoch

praxisfern, da sich das Gesamtklangbild

einer Box aus verschiedenen Komponenten wie

Tief-, Mittel- und Hochtontreiber sowie eventuell

dem Bassreflexrohr zusammensetzt. Um

sich entfalten zu können, braucht der Sound

dementsprechend eine gewisse Distanz, die

von Lautsprecher zu Lautsprecher variiert. Bei

unseren Messungen identifizieren wir stets

den Punkt, der weit genug entfernt ist, um den

Klang in seiner Gesamtheit abzubilden. Ist

diese Bedingung erfüllt, wird die Distanz nicht

mehr vergrößert, um den Raumeinfluss möglichst

gering zu halten. Eine weitere Maßnahme

ist die Wahl eines relativ hohen Testpegels –

auch hierdurch wächst der Direktschallanteil

im Verhältnis zum Diffusschall.

Eine kostspielige, aber sinnvolle Vorgehensweise

ist die Verwendung einer Referenzbox,

deren Frequenzgang keine oder nur minimale

Abweichungen aufweist. Mit einem solchen

Lautsprecher kann man dem System „beibringen“,

welche Divergenzen allein durch den

Raum verursacht werden. Bei der Analyse eines

Testgerätes wird das Ergebnis dann von den

Raumeinflüssen bereinigt.

Theorie und Praxis

Eine Wohnraummessung kann genauso aufschlussreich

sein wie eine schalltote Messung,

wenn man die angeführten Faktoren

berücksichtigt. In gewisser Hinsicht bietet sie

sogar die besseren Bedingungen, denn wer hat

schon ein schalltotes Wohnzimmer? Kleinere

Berge und Täler im Frequenzdiagramm sind

bei einem solchen Ergebnis für gewöhnlich den

akustischen Verhältnissen zuzuschreiben, die

wesentlichen Charakterzüge eines Lautsprechers

werden bei der Nahfeldmessung jedoch

nicht verschleiert. 1 Christoph Hüther

Dieselbe Box gemessen in 50 cm Entfernung.

Das rückwärtige Bassreflexsystem kommt bei

dieser Distanz stärker zur Geltung und unterstützt

den Tieftonbereich. Der Frequenzgang

wird bis ca. 80 Hz herunter erweitert

Sub-Übernahme: Unsere Regalbox (blaue Kurve)

bekommt im Tieftonbereich ab ca. 150 Hz

Unterstützung eines speziell abgestimmten

Subwoofers. Die Frequenzübernahme findet im

Idealfall bei -3 dB statt

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

57


test

AUDIO

VIER 5.1-SETS IM REGALFORMAT

Die goldene Mitte

Mit ihrem vollen Klang bei relativ geringen Ausmaßen sind Regalboxen

in etlichen Wohnzimmern gerne gesehen. Vier aktuelle Heimkinosets

zwischen 830 und 1 070 Euro standen bei uns auf dem Prüfstand.

Standlautsprecher sind zu groß, Miniaturboxen

hingegen bringen es einfach

nicht. Diese weitverbreitete Ansicht

lässt Hi-Fi-Freunde seit jeher zur goldenen Mitte

greifen. Nahezu jeder Hersteller hat kompakte

Lautsprecher im Sortiment, die das Beste aus

zwei Welten kombinieren sollen. Hierfür gibt

es verschiedene Herangehensweisen. So setzt

der eine auf geschlossene Gehäusebauformen,

die für gewöhnlich ein präzises und knackiges

Klangbild mit guter Impulstreue erzeugen. Andere

wiederum schwören auf Bassreflexrohre,

durch die eine kräftigere Tieftonwiedergabe

erzeugt wird. Dieses System basiert auf dem

physikalischen Prinzip des Helmholtz-Resonators

und ist bei sorgfältiger Umsetzung sehr

effektiv. Es ist jedoch Vorsicht geboten: Schon

so mancher Entwickler hat seinem Speaker mit

überdimensionierten Bassreflexöffnungen eine

unnatürliche, matschige Tieftonwiedergabe

„anerzogen“.

Bei der Boxengröße prallen optische und

klangästhetische Interessen aufeinander. „So

groß wie nötig und so klein wie möglich“ ist

hierbei oftmals die Devise. Zwängt man die

Lautsprecherchassis in ein allzu kleines Gehäuse,

so nimmt der Einfluss der Gehäuseresonanz

zu und der Lautsprecher klingt blechern

und wenig überzeugend. Unsere zu prüfenden

Sets bestehen aus jeweils vier Regalboxen

mit je einem speziell entwickelten Center und

Subwoofer.

Im Testfeld befinden sich Speaker der Hersteller

Elac (50er-Serie), Nubert (nuBox-Serie),

Quadral (Argentum-Serie) und Wharfedale

(Diamond-10-Serie). Die Regalboxen verfügen

über Tiefmitteltöner mit Durchmessern zwischen

11,5 (nuBox 101) und 13 Zentimetern

(Quadral Argentum 02.1).

Bilder: Elac, Nubert, Quadral, Wharfedale

58 DIGITAL TESTED 5.2009


Bilder: Auerbach Verlag, Revox

Für die Klangbewertung eines Lautsprechers

gibt es viele schillernde Begriffe und jeder

Tester entwickelt wohl sein eigenes Vokabular.

Damit die Testergebnisse für Sie möglichst

transparent und nachvollziehbar sind, werden

die Kriterien unseres Bewertungssystems im

Folgenden erläutert.

Bässe

Hier geht es nicht etwa um das Verhältnis des

Basspegels zu den Mitten und Höhen der Box.

Es wird vielmehr bewertet, wie die Bässe den

Lautsprecher verlassen. Wichtig ist dabei die

Präzision – der Bass sollte ertönen und im

Idealfall ohne nennenswertes Nachschwingen

sofort wieder verstummen. Oftmals dauert

es jedoch einige Zeit, bis sich das akustische

Gesamtkonstrukt des Lautsprechers nach dem

Impuls wieder beruhigt hat. Dadurch kann der

Bass undifferenziert wirken, im schlimmsten

Fall dröhnt die Resonanzfrequenz eines Reflexrohres.

Mitten

Auch hier kommt es auf die Agilität der Membran

an, die sich urplötzlich in Bewegung setzen

und genauso flink wieder zur Ruhe kommen

muss. Im mittleren Frequenzband befindet

sich der Informationsgehalt des Klangbilds

(Sprach- und Melodieverständlichkeit), der auf

eine feine Auflösung angewiesen ist. Ist die

Box träge, werden die einzelnen Komponenten

nicht mehr klar abgebildet, sondern verbinden

sich im Extremfall zu einem Klangbrei

mit schlechter Differenzierung zwischen den

Bestandteilen. Auch die Übergangsbereiche

zwischen den einzelnen Chassis sind hierbei

entscheidend.

Höhen

Die Höhen verleihen dem Klang Brillanz und

Atmosphäre. Ein guter Hochtöner lässt keinen

Zweifel daran, welche Obertöne zu welchem

Instrument gehören (Obertöne sind die charakteristischen

hohen Frequenzbereiche eines

Instrumentes und stehen im festen Verhältnis

zu den tiefen Grundtönen). Sind diese Grenzen

jedoch unklar, gibt es Punktabzug. Ein weiterer

Aspekt ist das Abstrahlverhalten. Hohe Frequenzen

sind stark gerichtet, weshalb speziell

geformte Einfassungen (Waveguide, Waveformer)

den Schall auffächern und – unabhängig

von der Position – gleichmäßig im Raum verteilen

müssen. Je besser dies gelingt, desto besser

ist auch die Signalortung: Das menschliche

Gehör nutzt hohe Frequenzen, um die Position

einer Schallquelle auszumachen.

Räumlichkeit

Bei der Räumlichkeit wird bewertet, wie „echt“

das Klangbild erscheint. Mit geschlossenen

Augen sollte die Illusion entstehen, die Band

oder der Sprecher – und nicht nur eine digitale

Tonspur – seien tatsächlich da. Hat die

Box einen unausgewogenen Frequenzgang mit

überbetonten Bässen oder sonstigen hörbaren

Abweichungen, so leidet die Illusion. Wichtiger

noch ist die Dynamik. Beginnt beispielsweise

ein kleiner Tieftöner bei höheren Basspegeln

zu komprimieren und leicht zu verzerren, so

bemerkt unser Gehör dies sofort und identifiziert

den Klang als künstlich. Sämtliche

Faktoren, die den Sound nach „Box“ klingen

lassen, beeinflussen also dieses Bewertungskriterium.

Neutralität

Hier zählen sowohl der Höreindruck als auch

das Frequenzdiagramm. Die ideale Box verstärkt

weder Frequenzen noch schwächt sie diese

ab (der Graph ergibt eine gerade Linie). Da

unsere Diagramme nicht gänzlich von Raumeinflüssen

befreit sind, beziehen wir uns auf

deutliche Tendenzen. Berge und Täler mit geringer

Bandbreite (schmal) fallen weniger ins

Gewicht, erstreckt sich eine Abweichung jedoch

über einen größeren Bereich, so wird sie

auffällig. Des Weiteren lässt sich am Diagramm

genau ablesen, wie gut Subwoofer und Satelliten

aufeinander abgestimmt sind.

Transparenz/Impulstreue

Hier geht es darum, wie gut die einzelnen

Klangbestandteile dargestellt werden. Je besser

dies gelingt, desto klarer und transparenter

wirkt das Gesamtbild. Ist es z. B. möglich, sich

voll und ganz auf die Gitarre zu konzentrieren

und ihr die gesamte Zeit über zu folgen, so

handelt es sich um eine transparente Box.

Verlieren sich die Instrumente hingegen immer

wieder in einem Klangtumult, aus dem man

sie mühsam „herausfischen“ muss, gibt es

Punktabzüge.

Abstrahlverhalten

Bei einem Surround-System gibt es ein Hörzentrum

(Sweetspot), in dem optimale Klangbedingungen

herrschen. Entfernt man sich von

diesem Punkt, so verändert sich der Sound.

Teilweise kommt es schon bei einer geringen

Abweichung zu merklichen Frequenzeinbrüchen,

bei anderen Lautsprechern kann man

sich frei im Raum bewegen, ohne nennenswerte

Einbußen hinnehmen zu müssen. Dieser

Aspekt bezieht auch die bereits erwähnte Dispersion

der hohen Frequenzen mit ein.

Sonstige Kriterien

Neben den klangrelevanten Aspekten muss

ein Lautsprecher auch als Gesamtprodukt betrachtet

überzeugen. Dementsprechend fließen

Ausstattung, Benutzerfreundlichkeit und

Verarbeitung in unsere Wertung mit ein, wenn

auch mit deutlich weniger Gewicht. Stimmen

sämtliche Aspekte, so wird aus „nur“ tollem

Sound auch eine tolle Box.

Diese 14 Zentimeter großen Klangwürfel aus dem Hause Revox

überraschten in unserem Testlabor mit hervorragender

Impulstreue

Der Frequenzgang einer professionellen Studiobox kann

selbst unter Wohnzimmerverhältnissen sehr gute Klangtreue

vorweisen (oberhalb von ca. 55 Hertz)

MEMBRANHUB

HOCHTONKALOTTE

KONUS-TIEFTÖNER

Mit großem Membranhub lässt sich die Tieftonwiedergabe

kleiner Lautsprecher verbessern, was jedoch Dynamikeinbußen

höherer Frequenzbereiche verursachen kann

Unsere Grafik auf Seite 56 bietet einen Überblick über das

Hörspektrum. Die Funktionen der einzelnen Bereichen werden

erklärt

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

59


test

AUDIO

WHARFEDALE DIAMOND-10-SERIE

Das Testset der britischen Hi-Fi-Manufaktur besteht

aus vier Diamond-10.1-Regalboxen, dem

Center Diamond 10 CS sowie dem Subwoofer

Diamond 10 Sub SX. Die Einsteigerserie wurde

seit 30 Jahren immer wieder aktualisiert und

verspricht hochwertigen Sound zu erschwinglichen

Preisen. Besonders angepriesen wird

hierbei der „crispe“, also der knackige Sound

und das räumliche Klangbild.

Kurvenreich

Sowohl der Center als auch die Regalbox der

Diamond-Serie verfügen über eine konvexe

Bauform mit nach außen gewölbten Wänden.

Mit einem solchen Prinzip lassen sich stehende

Wellen im Inneren des Gehäuses minimieren,

um eine neutrale Wiedergabe ohne starke

Verfärbungen zu erzielen.

Rein optisch erfreuen die Lautsprecher durch

hochwertige Materialien und gute Verarbeitung

– unüblich für ein 5.1-Set in dieser Preisklasse.

Hinter der Stoffabdeckung befinden

sich die zwei Chassis in einer schwarzen Plexiglasfront,

eingerahmt von Metallzierringen.

Zum Schutz des Kalottenhochtöners wurde ein

Metallgitter verbaut, der Tiefmitteltöner ist mit

einer kevlarähnlichen Prägung versehen. Dies

ist ein gängiges Verfahren, um die Steifigkeit

des Materials zu erhöhen.

Bis auf das teilweise unsauber verarbeitete

Holzfurnier machen die preiswerten Lautsprecher

einen wirklich hochwertigen Eindruck.

Dank separater Anschlussterminals für den

Hoch- und Tieftonzweig lassen sich die Boxen

auch im Bi-Amping-Modus betreiben. Unterstützt

ein Verstärker dieses Prinzip, lässt sich

eine besonders transparente Klangauflösung

erzielen.

Ebenfalls auffällig sind die zwei (!) Bassreflexrohre

auf der Rückseite der Diamond 10.1.

Die Verwendung zweier kleiner Öffnungen

birgt einen Vorteil: Die Nachschwingzeit des

Systems ist geringer als bei einem einzigen

großen Bassreflexrohr. Dem Problem der undifferenzierten

Basswiedergabe (Rumpeln oder

Dröhnen) kann man somit aus dem Weg gehen.

In der Theorie klingt das Konzept der Diamond-

MESSERGEBNISSE

Die Regalbox Diamond 10.1 zeigt erstaunliche

Klangtreue. Bis auf die etwas unsaubere Sub-

Übernahme hat das gesamte Wharfedale-Set

ein sehr gutes Frequenzverhalten

10-Modellreihe schon sehr überzeugend. Nun

muss der Praxistest den hohen Erwartungen

gerecht werden.

Hier spielt die Musik

Zuerst muss das System seine Qualitäten bei

der Stereowiedergabe unter Beweis stellen.

Beim Green-Day-Song „Are We The Waiting“

wurde das Schlagzeug extrem weit und atmosphärisch

abgemischt – Signalortung und

Räumlichkeit einer Box können somit bestens

überprüft werden. Die zwei Diamond 10.1 meistern

diese Aufgabe mit Bravour. Wo immer die

Tom- oder Beckenschläge im Stereobild positioniert

wurden, der Speaker bildet sie exakt an

dieser Stelle ab. Der Sound ist dabei so gut von

den Membranen abgekoppelt, dass auch die

Tiefenstaffelung überzeugt und die Instrumente

im Klangbild hintereinander zu stehen scheinen.

Das Versprechen der guten Räumlichkeit

können wir somit voll und ganz bestätigen.

Erfreulich ist gleichfalls die Bandbreite der

Lautsprecher. So stellen die Regalboxen den

Bassbereich auch ohne Subwoofer bereits sehr

gut und knackig dar. Schaltet man den Tieftöner

hinzu, wird das Spektrum nach unten hin

abgerundet. Die Übergangsfrequenz kann mit

ca. 50 Hertz (Hz) recht tief angesetzt werden.

Der Mittenbereich scheint im Gesamtklangbild

minimal unterrepräsentiert. Sprache und

Gesang könnten greifbarer sein. Ansonsten ist

die Diamond 10.1 eine wirklich ausgewogene

Box mit erwachsener Spielweise, die sich keine

großen Schwächen leistet.

Film ab

Für die Surround-Wiedergabe kommen zwei

weitere Regalboxen sowie der Center Diamond

10 CS hinzu. Bei der Entwicklung eines Centers

gibt es verschiedene Herangehensweisen:

Der Speaker kann sich entweder durch

einen individuellen Frequenzgang besonders

hervorheben oder aber sich nahtlos ins Klangbild

der Stereolautsprecher einfügen. Unser

Testset funktioniert nach letzterem Prinzip,

der Center ähnelt den Regalboxen klanglich

sehr, wodurch ein homogenes Klangbild entsteht.

Der kleine Subwoofer verfügt über ein

20 Zentimeter (cm) großes Downfire-Chassis

und ein rückwärtiges Bassreflexrohr. Mit nur

29 cm Kantenlänge lässt sich der Würfel auch

in kleinen Räumen recht unauffällig verstauen.

Wohlkonturierte Bässe sind die Stärke des

Diamond 10 Sub SX. Der Sound erfreut mit

großer Impulstreue, wodurch sich der Tieftöner

auch für die Musikwiedergabe sehr gut eignet.

Das große Bassreflexrohr „atmet“ hierbei

merklich ein und aus, bei extremen Bassstößen

entstehen Strömungsgeräusche. Bei Subbässen

zeigen sich die Grenzen der kompakten

Bauweise, psychoakustische Soundeffekte mit

extrem niedrigen Frequenzen sind nur begrenzt

möglich. Des Weiteren gibt es leichte Abzüge

bei der Klangtreue – der Frequenzgang des

Tieftöners ist etwas unausgewogen. Unterm

Strich ist der Filmsound sehr gelungen. Gute

Räumlichkeit und saubere Signalortung führen

zu einem realistischen Surround-Klangbild.

Die feine englische Art

Innovative Bauprinzipien, wie die gewölbten

Seitenwände oder das doppelte Bassreflexsystem,

zeugen von sorgfältiger Entwicklung

und technischer Expertise. Zu bemängeln gibt

es bei unserem Testset lediglich die eingeschränkte

Subbassfähigkeit und die etwas

unsaubere Abstimmung zwischen Tieftöner

und Satelliten. Abgesehen davon bietet die

Diamond-10-Serie tollen Sound und hohe Wertigkeit

zu einem beinahe verwunderlich günstigen

Preis.

TESTSIEGER

SIEGER PREIS/LEISTUNG

WHARFEDALE DIAMOND-10-SERIE

Preis/Straßenpreis 994 Euro/ –

VORTEILE/NACHTEILE

kraftvoller Bassbereich

Subwoofwer etwas unausgewogen

tolle Räumlichkeit

nur begrenzt regalfähig

Materialien und Verarbeitung

hochwertig

ERGEBNIS

sehr gut

Wharfedale

Diamond-10-Serie

TESTSIEGER

ausgezeichnet

5.2009

SIEGER PREIS/LEISTUNG

Sehr gut

86 %

Bilder: Auerbach Verlag, Wharfedale

60 DIGITAL TESTED 5.2009


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test

AUDIO

ELAC SERIE 50

Die Kieler „Hi-Fi-Werft“ Elac betrachtet den

Boxenbau als Ingenieurskunst und fährt, wie

der Name schon sagt, unter der Flagge der

Elektroakustik. Wem, wenn nicht diesem Hersteller,

sollte man es also zutrauen, einem

kleinen Speaker großen Sound einzuhauchen?

Die physikalischen Beschränkungen eines

kleinen Gehäuses erfordern eine besonders

sorgfältige Entwicklung der Frequenzweiche –

laut Selbstauskunft eine Spezialität der Firma.

Die Philosophie hinter der 50er-Serie

sei erstklassiger Sound zu erschwinglichen

Preisen. Die Regalbox BS 52 zeigt sich mit

einer Höhe von nur 25 cm äußerst benutzerfreundlich

und passt daher tatsächlich in

jedes Bücherregal. Der Lautsprecher kommt

ohne Bassreflexöffnung aus und soll ein „besonders

frisches Klangbild“ erzeugen.

gut

Elac

Serie 50

TESTERGEBNIS

sehr gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

Schlichter Auftritt

Unser Testset präsentiert sich im unscheinbaren,

aber hochwertigen Kirschholzfurnier.

Auch unter der Stoffabdeckung sieht es gut

aus – recht unspektakuläre Materialien treffen

auf gute Verarbeitung. Sinnvoll ist das Gitter

des Hochtöners. Besonders bei kleinen Boxen,

die des Öfteren umpositioniert werden,

sollte die empfindliche Membran geschützt

werden. Der Center reiht sich optisch nahtlos

in das Feld der Regalboxen ein, ist jedoch

anders konzipiert. Hier werkeln zwei größere

14,5-cm-Treiber und ein rückwärtiges Bassreflexsystem,

was dem Speaker zumindest

theoretisch eine sattere Tieftonwiedergabe

ermöglicht. Der eigentliche Tieftöner ist der

Sub 50 ESP mit einer 27-cm-Membran in Downfire-Bauweise.

Ein gewaltiges Bassreflexrohr

an der Front ist das markanteste Merkmal

des Lautsprechers, ansonsten herrscht die

schlichte, einheitliche Optik der 50er-Serie. Die

leidenschaftlichen Elektroakustiker aus Kiel

haben außerdem eine besondere Funktion implementiert

– die Frequenztrennung zwischen

Frontboxen und dem Subwoofer kann, wenn

erwünscht, intern vorgenommen werden. Anstelle

eines Digitalprozessors im AV-Receiver

kann also eine speziell entwickelte Elektronik

die Bassfrequenzen adäquat auf die einzelnen

Lautsprecher verteilen. Sound-Nostalgiker und

Experten wissen, dass eine „gute alte“ Analogschaltung

in puncto Klangästhetik mehr zu

bieten hat als ein DSP-Chip.

Frische Brise aus dem Norden

Elac löst sein Werbeversprechen ein: Die Spielweise

der Regalbox BS 52 ist lebhaft und

spritzig. Der geschlossene Speaker erweist

sich als Spezialist für den mittleren und hohen

Frequenzbereich, welcher mit guten Konturen

und hoher Transparenz überzeugt. Besonders

das extrem wichtige und von Hi-Fi-Herstellern

oft vernachlässigte mittlere Spektrum (Sprachund

Instrumentenverständlichkeit) ist sehr fein

aufgelöst und stellt die einzelnen Klangkomponenten

separat dar. Der Frequenzgang ist

auch im unteren Bereich recht linear, wobei die

kleine Box das Klangfundament unterhalb von

ca. 100 Hz nicht mehr ausreichend stemmen

kann. Für den vollwertigen Musikgenuss wird

demnach der Sub 50 ESP benötigt. Entweder

überlässt man dem heimischen AV-Receiver

das Bassmanagement oder nutzt hierfür die

interne Analogschaltung des Subwoofers. Welche

Option im Vergleich die bessere ist, hängt

stark von der Qualität des AV-Receivers ab.

Mit der internen Frequenztrennung kann man

allerdings nicht falsch liegen – es entsteht ein

harmonisches Klangbild mit einer kleinen Senke

im Bereich von 100 Hz. Der ausgewogene

Frequenzgang des Subwoofers zeugt hierbei

von sorgfältiger Entwicklung. Tonangebend

bleibt stets der klare Sound der BS 52. Bei

der Räumlichkeit können die Elacs nicht mit

den etwas größeren Konkurrenten mithalten.

Ansonsten bestechen die kleinen Lautsprecher

aber mit einem differenzierten und präzisen

Klangbild.

Kinoabend

Der Center unseres Testsets ist etwas größer

dimensioniert als die Regalbox und verfügt

daher über ein breiteres Frequenzspektrum mit

besserer Basswiedergabe. Ansonsten ähneln

sich die Klangfarben der Lautsprecher sehr.

So verfügt auch der Center über einen starken

Präsenz- und Höhenbereich, ohne überspitzt

zu klingen oder zu zischen. Der Subwoofer

überzeugt bei der Darstellung von Filmen mit

solider Tiefbasswiedergabe, wenn auch die

Spielweise zum Teil etwas undifferenziert

erscheint. Wie im Stereobetrieb erfreut das

5.1-Set mit transparentem Klangcharakter bei

leichten Abzügen in der Räumlichkeit.

Sound meets Understatement

Das Elac-Set eignet sich für alle, die guten

Sound platzsparend unterbringen wollen. Die

kompakte Größe geht zulasten der Räumlichkeit

und Basswiedergabe. Trotz dieser schwierigen

Bedingungen wurde den Boxen aber eine durchaus

erwachsene Spielweise beigebracht.

MESSERGEBNISSE

Frischer Sound mit betonten Höhen. die Sub-

Übernahme geht sehr sauber vonstatten

ELAC SERIE 50

Preis/Straßenpreis 924/–

VORTEILE/NACHTEILE

ausgewogener Klang

Räumlichkeit

saubere Mittenauflösung Basswiedergabe der

Regalbox

einfache Wandmontage

ERGEBNIS

82 %

Gut

Bilder: Auerbach Verlag, Elac, Nubert

62 DIGITAL TESTED 5.2009


NUBERT NUBOX-SERIE

Die Einsteigerserie nuBox bietet für jeden Zweck

den richtigen Lautsprecher, vom kompakten

5.1-System bis zur massiven 3-Wege-Standbox

ist für jeden Geschmack das passende Set vorhanden.

Gespart wird hierbei, so der Hersteller,

nur beim Preis und keineswegs bei der Qualität.

Die Boxen verfügen beispielsweise ebenso wie

die hochpreisigen Modelle über sorgfältig aufgebaute

Frequenzweichen, die eine ehrliche,

originalgetreue Signalwiedergabe ermöglichen

sollen. Die Elektronikenthusiasten aus dem

Hause Nubert spendieren den Speakern sogar

Zusatzschaltungen, mit denen das Klangbild an

die gegebenen akustischen Verhältnisse oder

gemäß den persönlichen Vorlieben angepasst

werden kann.

Unser Testset besteht aus vier Regallautsprechern

vom Typ nuBox 101, in denen je ein 11,5 cm

großer Tiefmitteltöner sowie ein rückwärtiges

Bassreflexsystem verbaut sind. Am Lautsprecherterminal

befindet sich ein Kippschalter,

über den man den kleinen Boxen bei Bedarf

mehr Höhen einhauchen kann. Eine solche

Funktion wurde ebenfalls beim Center nuBox

WS 201 integriert. Hier gibt es zudem einen

zweiten Schalter, um den Basspegel im Falle

einer Wandmontage anzupassen. Positioniert

man eine Schallquelle in unmittelbarer Nähe

einer Grenzfläche, steigt der Tieftonpegel um

ca. drei Dezibel. Als Subwoofer kommt der

nuBox AW441 zum Einsatz – der kleinste Tieftöner

der Serie.

Vollausstattung

Eines kann man der nuBox-Serie bereits vor der

Inbetriebnahme attestieren: Die Funktionsvielfalt

der Lautsprecher ist beeindruckend. Die

besagten Zusatzschaltungen geben dem Nutzer

ein gutes Stück Kontrolle über den Klangcharakter

seiner Anlage und der Subwoofer beherbergt

ein umfangreiches Bass-Management-System.

Wer es auf möglichst hohen Pegel abgesehen

hat und dabei auf tiefste Frequenzen verzichten

kann, findet hierfür den entsprechenden

Schalter. Außerdem verhindert eine Soft-Clipping-Funktion

das Verzerren des Speakers bei

plötzlichen Bassstößen und die Phasenlage des

Tieftöners kann nicht nur umgekehrt, sondern

von null bis 180 Grad stufenlos justiert werden.

Pegel und Übernahmefrequenz lassen sich dank

der mitgelieferten Fernbedienung bequem vom

Sofa aus einstellen. Sogar Lautsprecherkabel

und eine zweite Frontabdeckung für den Subwoofer

(welche das Kontrollpanel freilegt) liegen

dem Set bei. Die Ausstattungsliste ist lang

und in dieser Preisklasse wohl konkurrenzlos.

Musik bitte

Was die Membrangröße betrifft, sind die nuBox-

Modelle die Kleinsten im Bunde. Die Entwickler

der Regalbox haben auf ein Bassreflexsystem

gesetzt, was den Speakern die Wiedergabe

von Frequenzen bis ca. 100 Hz ermöglicht. Zur

gut

Nubert

nubox-Serie

TESTERGEBNIS

sehr gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

Stereowiedergabe eignet sich die nuBox 101

somit nur bedingt, für den kompletten Musikgenuss

wird der Subwoofer benötigt. Dieser

übernimmt den Frequenzbereich unterhalb von

150 Hz, das Diagramm zeigt die gelungene Abstimmung

zwischen den Boxen. Der kombinierte

Frequenzgang ist äußerst linear und wird den

Werbeversprechungen somit gerecht. In puncto

Klangtreue zeigt sich das Set von seiner besten

Seite, bei der Dynamik und der Räumlichkeit hingegen

gibt es Abzüge. Der Sound könnte besser

vom Lautsprecher abgekoppelt sein und mehr

Lebhaftigkeit vertragen, das Klangbild wirkt

daher teilweise etwas angestrengt. Selbiges

gilt für den Subwoofer, der zwar hervorragend

abgestimmt ist, jedoch etwas undifferenziert

seiner Arbeit nachgeht. Diese Aspekte trüben

den ausgewogenen Gesamtauftritt des Systems

geringfügig, für seine kompakten Ausmaße bietet

das Set allerdings einen sehr ausgereiften

Sound.

Kleine Box, großes Kino

Der Center WS 201 ist klanglich auf die Regalboxen

abgestimmt. Einen Unterschied gibt es

allerdings bei der Gehäusebauform: Der Speaker

verzichtet auf ein Bassreflexrohr, was im

Diagramm an der fehlenden 100-Hz-Anhebung

ersichtlich wird. Die fein aufgelösten Mitten

aller Lautsprecher ermöglichen gute Sprachverständlichkeit

und transparenten Filmsound.

Der Subwoofer nuBox AW 441 erstaunt mit

beachtlichen Pegeln, die einer Actionszene den

nötigen Effekt bescheren. Die Spielweise der

Box kommt dabei etwas ungestüm daher.

5.1-Wundertüte

In puncto Ausstattungs- und Funktionsvielfalt

setzt sich dieses Set klar an die Spitze. Besonders

sinnvoll ist die Subwoofer-Fernbedienung,

mit der sich der Klang von der Hörposition aus

justieren lässt.

Aus den schwierigen Voraussetzungen der Kompaktbauweise

hat Nubert viel herausgeholt. Die

Glaubhaftigkeit und Atmosphäre der anderen

Testkandidaten erreicht die nuBox 101 nicht

ganz, der ausgewogene Frequenzgang hingegen

überzeugt – besonders im Zusammenspiel mit

dem Subwoofer.

MESSERGEBNISSE

Das kleine Nubert-Set zeigt sich äußerst linear.

Die bei Kompaktboxen so wichtige Sub-Übernahme

könnte nicht besser sein

NUBERT NUBOX-SERIE

Preis/Straßenpreis

1 064 Euro/–

VORTEILE/NACHTEILE

ausgewogener Klang

Dynamik und Räumlichkeit

saubere Mittenauflösung etwas ungestüme Spielweise

des Subwoofers

tolle Ausstattung

ERGEBNIS

83 %

Gut

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

63


test

AUDIO

QUADRAL ARGENTUM-SERIE

Das günstigste 5.1-Set unseres Testfeldes

stammt aus der hannoverschen Lautsprecherschmiede

Quadral. Mit etwas über 800 Euro

Straßenpreis kommt man hier zum Heimkinosetup

in kompakter Größe. Die Regalbox

Argentum 02.1 wird als Alleskönner beworben.

Präzise Basskonturen, klare Obertöne, Signalortung

und Räumlichkeit seien die Spezialitäten

des Lautsprechers. Erwähnung findet

auch der Super Audio Tweeter, der dank seiner

geringen Membranmasse Frequenzen bis hin

zu 45 Kilohertz erreichen soll.

Dezente Erscheinung

Optisch gibt sich die 31 cm hohe Bassreflexbox

unspektakulär. Die schwarz glänzende

Frontplatte mit den zwei Chassis lässt sich

bei Bedarf hinter einer stabilen gewölbten

Gitterabdeckung verbergen. Gut so, denn als

einziger Testkandidat verzichtet Quadral auf

Schutzgitter vor den empfindlichen Kalottenhochtönern,

die nur zu gerne Kinderfingern

oder dem Putzlappen zum Opfer fallen. Der

Vorteil dieser Herangehensweise ist der, dass

somit auch der Tiefmitteltöner geschützt ist.

Der Center Argentum Base reiht sich von der

Optik her ein und besitzt ebenfalls die stabile

Abdeckung. Beide Modelle verfügen über Bi-

Wiring-Anschlussterminals, mit denen Tiefund

Hochtonzweig separat und somit besonders

präzise angesteuert werden können. Als

Tieftöner kommt der Sub 88 DV zum Einsatz.

Die 25-cm-Membran arbeitet unterhalb des

Gehäuses in Downfire-Manier, in der Gerätefront

wartet ein großes Bassreflexrohr auf

seinen Einsatz. Da die meisten AV-Receiver

MESSERGEBNISSE

Die Regalbox spielt etwas höhenlastig. Der Sub

88 DV erfreut mit exzellentem Frequenzgang.

über einen Mono-Subwoofer-Ausgang verfügen,

der Sub 88 DV aber einen Stereoeingang

aufweist, liegt dem Gerät ein entsprechendes

Adapterkabel bei.

Stereocheck

Die kompakt, aber nicht allzu klein dimensionierte

Regalbox erreicht bereits im Alleingang

angenehm tiefe Klangfarben und eignet sich

daher für die Stereowiedergabe auch ohne den

Subwoofer. Ab ca. 70 Hz aufwärts ist der Speaker

im gesamten Bassbereich sowie in den

unteren Mitten vorbildlich linear. Die Mitten

stehen im Gesamtbild etwas hinter den anderen

Frequenzbereichen zurück, besonders die

Höhen des Super Audio Tweeters behaupten

sich sehr und führen zu einem leicht zischelnden

Klangbild. Um dieses ausgewogener zu

gestalten, sollte der obere Frequenzbereich

im AV-Receiver um zwei bis drei Dezibel abgesenkt

werden (die Funktion „Höhen“ oder

„Treble“ lässt sich bei den meisten AV-Receivern

über das Menü „Tone“ erreichen). Abzüge

gibt es bei der Impulstreue, die etwas präziser

sein könnte. Bei Räumlichkeit und Dynamik

hingegen leistet sich die Argentum 02.1 keine

Patzer. Auch mit hohen Pegeln fühlt sich der

Lautsprecher wohl, Kompressionseffekte bleiben

aus. Der Einsatz des Sub 88 DV macht den

Musikgenuss komplett und übernimmt das

Bassspektrum knapp unterhalb von 100 Hz.

Um eine Überbetonung des Grenzbereiches

zu vermeiden, sollten die Regalboxen im AV-

Receiver bei 70 oder 80 Hz getrennt werden

(diese Einstellung nimmt man im Menü „Speaker

Setup“ unter „Crossover Frequency“ oder

gut

Quadral

Argentum-Serie

TESTERGEBNIS

sehr gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

„Trennfrequenz“ vor). Beeindruckend ist die

lineare Spielweise des Subwoofers. Zwischen

30 und 100 Hz spielt er mit vorbildlicher Klangtreue,

um bei den Grenzfrequenzen steil abzubrechen

– ein wohlerzogener Bass ohne

störende Lieblingsfrequenzen.

Logenplatz

Ein Lautsprecher, der gut musizieren kann,

eignet sich meist ebenso für die Filmwiedergabe.

Diese Faustregel trifft auch auf unser

Testset zu. Der Center Argentum Base ähnelt

dem Klangcharakter der 02.1, zeigt sich aber

ausgewogener. Zwischen 70 Hz und vier Kilohertz

existiert eine Toleranz von lediglich ca.

drei Dezibel, wobei die Berge oder Täler von

geringer Bandbreite sind. Im Präsenz- und Höhenbereich

liegen auch hier Anhebungen vor,

die jedoch weniger stark ausfallen als beim

Regallautsprecher. Der Center erzeugt somit

ein ausgewogenes Klangbild mit guter Dynamik

und Räumlichkeit. Ein entscheidender Faktor

für den Filmgenuss ist selbstverständlich

der Bass. Da dieser im Stande ist, zwischen

30 und 100 Hz mit nahezu gleichem Pegel zu

spielen, beherrscht er sowohl das Fundament

des Soundtracks als auch dramatische Tiefbasseffekte.

Zusammen mit der Pegelfestigkeit

der Regalboxen entsteht ein lebhaftes und

atmosphärisches Klangbild.

Alte Schule

Unser optisch recht zurückhaltendes Testset

überzeugt durch wesentliche Qualitäten.

Klanglich zeigen sich die Speaker von ihrer

Schokoladenseite und verbreiten einen atmosphärischen,

lebendigen

Sound. Der höhenlastige

Frequenzgang der Regalbox

erntet jedoch Kritik.

Im Surround- oder 2.1-Betrieb

rundet der vorbildlich

abgestimmte Sub 88 DV

das Spektrum nach unten

hin ab und liefert bei Bedarf

auch ordentliche Tiefbasseffekte.

Der günstige

Anschaffungspreis macht

das Set aus Hannover zur

Budgetempfehlung in unserem

Testfeld.

QUADRAL ARGENTUM-SERIE

Preis/Straßenpreis

1 255 Euro/830 Euro

VORTEILE/NACHTEILE

starker, präziser Bass auch Mitten unterpräsent

ohne Subwoofer

Höhen überbetont

tolle Dynamik auch bei gro

ßen Pegeln

sehr linearer Subwoofer

ERGEBNIS

83 %

Gut

Bilder: Auerbach Verlag, Quadral

64 DIGITAL TESTED 5.2009


Nuberts Frontfire-Subwoofer AW441

kommt mit einer praktischen Fernbedienung

und reichlich Funktionen

Der Sub 88 DV verfügt über einen

exzellenten Frequenzgang mit viel

Subbass-Potenzial

Wie die Regalboxen ist auch der

kompakte Wharfedale-Subwoofer

sehr gut verarbeitet

Der Sub 50 ESP von Elac verfügt über

eine interne Schaltung, die das Bass-

Management übernimmt

FAZIT

Der Käufer hat die Qual der Wahl

und darf zwischen vier sehr überzeugenden

Sets wählen. Einzig die

Wharfedale Diamond-Serie kann sich

deutlich absetzen,

Christoph Hüther

Bilder: Elac, Nubert, Quadral, Wharfedale

Gesamtfazit

Unsere Testsets liefern sich ein Kopf-an-

Kopf-Rennen. Dabei besticht jede Box mit

ihren individuellen Stärken. Das Set aus

der nuBox-Serie heimst einen Sonderpunkt

für außergewöhnlich gute Ausstattung ein

und zieht gleich mit den Quadral-Lautsprechern,

obwohl diese klanglich mehr

überzeugen. Nur knapp dahinter reihen

sich die Elac-Speaker aus der 50er-Serie

ein. Klanglich gibt es auch an diesem

Set nicht viel auszusetzen, im Gesamtbild

kann es mit den anderen jedoch nicht

ganz mithalten. Sieger dieses Vergleichs

ist Wharfedales Diamond-Serie. Aufwendige

bauliche Maßnahmen führen hier zu

einem herrlich räumlichen und ausgewogenen

Klangbild. Beinahe verwunderlich,

dass bei dieser klanglichen Leistung auch

noch genug Budget für ein schickes Design

und die sorgfältige Verarbeitung übrig war.

Die britischen Lautsprecher sind in unserem

Test der Klassenprimus, der alles

einfach noch etwas besser kann als seine

Mitstreiter.

In Anbetracht des knappen Ergebnisses

hängt die Auswahl des passenden Sets

stark von den persönlichen Vorlieben ab.

Wem die Wharfedale-Speaker mit ihren

etwas größeren Ausmaßen und der markanten

Optik zusagen, der sollte nicht

lange zögern. Freunde des besonders

brillanten Klangs greifen zu Quadrals

Argentum-Serie, die etwas schlichter daherkommt.

Wandmontage gefällig? Dann

bieten sich die kompakten und recht unauffälligen

Elac-Boxen an, die über eine

spezielle Aufhängung verfügen. Mit etwas

handwerklichem Geschick und diversen

Kleinteilen aus dem Baumarkt sind die

Speaker schnell montiert. Bei Nubert gibt

es jede Menge Spielereien für Technikverliebte

sowie eine unschlagbare Ausstattung

samt Fernbedienung für bequeme

Lautsprecherabstimmung am Hörplatz. 1

AUSSTATTUNG

TESTSIEGER

Allgemein

SIEGER PREIS/LEISTUNG

Hersteller Wharfedale Nubert Quadral Elac

Modell Stereo/Surround: 10.1;

Center: 10 CS; Sub: Sub 10 SX

nuBox-Serie Argentum-Serie Stereo/Surround: BS 52;

Center: CC 51; Sub: Sub 50 ESP

Preis/Straßenpreis 994 Euro/– 1 064 Euro/– 1 255/830 Euro 924 Euro/–

Informationen www.wharfedale.co.uk www.nubert.de www.quadral.de www.elac.de

Lautsprechermaße (B/H/T), Gewicht

BS 52 194 × 296 × 278 mm; k. A. 140 × 230 × 211 mm; 4 kg 168 × 310 × 252 mm; 4,8 kg 150 × 250 × 172 mm; 3 kg

CC 51 400 × 189 × 233 mm; k. A. 140 × 380 × 108 mm; 5 kg 550 × 168 × 220 mm; 8,39 kg 135 × 160 × 265 mm; 7 kg

Sub 50 ESP 290 × 290 × 320 mm; k. A. 245 × 420 × 380 mm; 14 kg 319 × 390 × 500 mm; 40 kg 325 × 450 × 370 mm; 18 kg

Anzahl Lautsprecher 6 6 6 6

TECHNISCHE DATEN

Diamond 10.1 nuBox 101 Argentum 02.1 BS 52

Arbeitsweise 2-Wege, passiv 2-Wege, passiv 2-Wege, passiv 2-Wege, passiv

Bauform Bassreflex (doppeltes System) Bassreflex Bassreflex geschlossen

Impedanz 6 Ohm 4 Ohm 4 – 8 Ohm 4 – 8 Ohm

untere Grenzfrequenz 55 Hz 88 Hz 40 Hz 60 Hz

Belastbarkeit/Wirkungsgrad 100 W/86 dB 120 W/84,5 dB 90 W/86 dB 100 W/87 dB

Diamond 10 CS nuBox WS 201 Argentum Base CC51

Arbeitsweise 2-Wege, passiv 2-Wege, passiv 2-Wege, passiv 2-Wege, passiv

Bauform Bassreflex Bassreflex geschlossen Bassreflex

Impedanz 6 Ohm 4 Ohm 4 – 8 Ohm 4 – 8 Ohm

untere Grenzfrequenz 70 Hz 103 Hz 50 Hz 48 Hz

Belastbarkeit/Wirkungsgrad 150 W/89 dB 250 W/85 dB 110 W/88 dB 150 W/90 dB

Diamond 10 Sub SX nuBox AW 441 Sub 88 DV Sub 50 ESP

Arbeitsweise Downfire, aktiv Frontfire, aktiv Downfire, aktiv Downfire; aktiv

Bauform Bassreflex Bassreflex Bassreflex Bassreflex

Übergangsfrequenz k. A. k. A. k. A. 40 Hz – 180 Hz, regelbar

untere Grenzfrequenz 30 Hz 28 Hz 22 Hz 28 Hz

Leistung 100 W aktiv 150 W aktiv 150 W aktiv 120 W

BEWERTUNG

Bässe sehr gut 10,5/12 gut 8,5/12 sehr gut 10,5/12 gut 9/12

Mitten gut 9,5/12 sehr gut 10,5/12 gut 9/12 sehr gut 10,5/12

Höhen gut 10/12 gut 10/12 sehr gut 10,5/12 sehr gut 10,5/12

Räumlichkeit sehr gut 10,5/12 gut 8,5/12 gut 10/12 gut 9/12

Neutralität gut 10/12 gut 10/12 gut 9/12 gut 9,5/12

Transparenz/Impulstreue gut 9/11 gut 8,5/11 sehr gut 9,5/11 gut 9/11

Abstrahlverhalten sehr gut 9,5/11 gut 9/11 sehr gut 9,5/11 gut 9/11

Wiedergabequalität gut 69/82 gut 65/82 gut 68/82 gut 66,5/82

Ausstattung/Verarbeitung sehr gut 8/9 ausgezeichnet 9/9 gut 7/9 befriedigend 6/9

Benutzerfreundlichkeit ausgezeichnet 9/9 ausgezeichnet 9/9 sehr gut 8/9 ausgezeichnet 9/9

Gesamt 86 von 100 Pkt. 83 von 100 Pkt. 83 von 100 Pkt. 81,5 von 100 Pkt.

Preis/Leistung ausgezeichnet sehr gut sehr gut sehr gut

ERGEBNIS

Sehr gut Gut Gut Gut

86 % 83 % 83 % 82 %

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

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65


präzise rückwärtige Wahrnehmung aus anatomischen

Gründen ohnehin nicht möglich ist.

Die Surround-Lautsprecher S 500 D sind für die

Wandmontage konzipiert. Der Tieftöner befindet

sich in diesem Fall wenige Zentimeter vor

der Wand, was zu einer Anhebung der Bassfretest

AUDIO

TEUFEL SYSTEM 5 THX SELECT 2

Doppelhertz

Das System 5 THX Select 2 bietet für rund 1 600 Euro ein THX-zertifiziertes Surround-System mit innovativen

Flachmembranchassis, Dipol-Surround-Boxen und zwei Subwoofern. Leidet unter dem günstigen Preis am

Ende die Leistung?

gut

Teufel

System 5 THX Select 2

TESTERGEBNIS

sehr gut

PREIS/LEISTUNG

5.2009

Im Zuge des ersten „Star Wars“-Films im

Jahre 1977 betraute George Lucas seinen

Toningenieur Tomlinson Holman mit

der Erstellung eines Maßstabskatalogs für die

Audiowiedergabe. Getrieben von Perfektionismus

entstand das THX-Zertifikat (Tomlinson

Holman Experience), das sich als Garant für

hochwertigen Sound in Kinosälen etablierte.

Auch im Heimbereich konnte sich der Standard

durchsetzen. Die THX-Select-2-Auflagen sind

unter anderem ein sehr geringes Eigenrauschen,

drei identische Frontboxen und gute

Tiefbassfähigkeit. Für die frontale Beschallung

entwickelten die Teufel-Ingenieure ein

FAZIT

Toller und erschwinglicher Kinosound

mit viel Subbass-Potenzial. Die Satelliten

lassen sich platzsparend an der

Wand montieren.

Christoph Hüther

Flachmembranchassis, mit dem sich kompakte

Lautsprecher bei relativ großem Mem-brandurchmesser

konstruieren lassen. Zwei elf

Zentimeter (cm) große Treiber arbeiten in dem

nur 16 cm tiefen Gehäuse der S 500 FCR und

sorgen für satten Sound aus kleinen Boxen.

Das Bauprinzip birgt weitere Vorteile: Trichterförmige

Konuslautsprecher erzeugen

Phasenverschiebungen,

die zu einem undifferenzierten

Klangbild führen können.

Flachmembranen leiden nicht

unter diesem Problem und können

(bei sorgfältiger Planung)

einen besonders präzisen und

knackigen Sound erzeugen.

In dem von uns getesteten Cinema-Set

werkeln Dipolstrahler

als Surround-Boxen. Der Schall

wird nicht nach vorne, sondern

nach links und rechts abgestrahlt,

was zu einem diffusen Klangbild

führt. Viele Experten befürworten diese

Herangehensweise, da eine direkte und

Das Geheimnis des präzisen Sounds liegt in den flachen

Tieftonmembranen und dem geschlossenen Lautsprechergehäuse

Bilder: Auerbach Verlag, Teufel

66 DIGITAL TESTED 5.2009


Der Dipollautsprecher S 500 FCR strahlt den Schall

in verschiedene Richtungen ab und erzeugt so ein

diffuses, atmosphärisches Klangbild

quenzen um ca. drei Dezibel führt. Die beiden

Subwoofer vom Typ S 5000 SW komplettieren

das Heimkinosystem. In einem THX-Setup

werden die Subwoofer nicht nur verwendet,

um die Satelliten von der Wiedergabe tiefer

Frequenzen zu entlasten. Sie arbeiten auch als

„LFE“ (Low Frequency Enhancer) und kümmern

sich um die wirklich tiefen Töne – die Subbässe.

Daher muss ein THX-zertifizierter LFE

selbst die 25-Hertz-Frequenz noch kraftvoll

wiedergeben können.

All dies ist bereits Musik in audiophilen Ohren.

Nun muss sich das System 5 THX 2 Select auf

dem Prüfstand beweisen und den Werbetexten

gerecht werden.

Film ab

Unser Hörtest beginnt mit der Musik-Blu-ray

„Jeff Beck – Live At Ronnie Scott’s“. Obwohl

THX-Systeme nicht für die Musikwiedergabe

optimiert sind, macht das Teufel-Set hier eine

gute Figur. Das Klangbild der Frontboxen

besticht mit Homogenität, die Verwendung

identischer Frontboxen zahlt sich aus. Am

auffälligsten jedoch ist die Impulstreue, dank

der kein Instrument je im Mix zu verschwinden

scheint. Besonders der kritische Tieftonbereich

kommt sehr differenziert daher – Tal

Wilkenfelds Basslinie lässt sich so gut mitverfolgen,

dass man beim Hören die Noten

niederschreiben könnte. Die gute Auflösung

lässt sich nicht zuletzt auf die Konzeption der

Boxen zurückführen. Geschlossene Gehäuse

ermöglichen gegenüber der Bassreflexbauweise

eine präzisere Klangwiedergabe und

auch die Flachmembranen tragen mit gutem

Phasenverhalten ihren Teil dazu bei. Nennenswerte

Abzüge gibt es lediglich bei der Räumlichkeit,

die authentischer auftreten könnte.

Der Klang löst sich nicht gänzlich von den

Membranen und so klingt stets etwas „Box“

mit. Damit sind die Schwachstellen des Systems

nahezu erschöpft. Der Frequenzgang ist

sehr linear, unsere Hörraummessung brachte

hervorragende Ergebnisse (siehe Diagramm).

Gelungen ist besonders die Basswiedergabe

mit ihrem guten Zusammenspiel aus LFE und

Frontboxen. Der Sound entspringt zwei 30-

MESSERGEBNISSE

Besonders die Regalbox spielt sehr linear. Kommt

der zweite Sub hinzu, steigt der Tiefbasspegel

Gleich zwei dieser 30-cm-Langhubchassis sorgen

beim System 5 THX Select 2 für das Klangfundament

cm-Langhubchassis, welche selbst bei extrem

basslastigem Material „dröhnfrei“ bleiben.

Bei der Filmwiedergabe spielt das Set seinen

THX-Trumpf aus. Die zwei Tieftöner bringen

mit ihrem kräftigen Bass im wahrsten Sinne

des Wortes die Couch zum Beben. Das Erlebnis

wird durch die Surround-Boxen S 500 D

weiter gesteigert. Diese erzeugen mithilfe von

Dipoltechnik ein räumliches Klangbild, das für

eine authentische Atmosphäre sorgt. Unsere

Action-Referenzscheibe „The Dark Knight“

verfügt gleichermaßen über atmosphärische

Sounds, ausgeprägte Surround-Signalortung

und krachende Effekte mit reichlich Bass und

Subbass – die Paradedisziplin des 5.2-Sets.

Teufel bewirbt neben der Film- auch die gute

Musikwiedergabe. Im Zweikanalmodus ohne

Subwoofer machen die flachen Frontboxen

zwar eine ordentliche Figur, bieten jedoch nur

eine befriedigende Alternative zu hochwertigen

Stereosets. Beschickt man die S 500

FCR mit dem gesamten Signalspektrum samt

Bassfrequenzen, so büßen sie an Transparenz

ein und das turbulente Klangbild der kalifornischen

Band Cake wirkt etwas verwaschen.

Man sollte das Set bei der Stereowiedergabe

also im 2.1- oder 2.2-Verbund betreiben, um

das volle Spektrum genießen zu können.

Am richtigen Ende gespart

Teufels Firmenphilosophie lässt sich anhand

unseres Testsets deutlich erkennen: Sehr

guter Sound, erschwinglich für jedermann.

Materialauswahl und Verarbeitung sind funktional

gehalten und können mit den edlen

Komponenten und Oberflächen anderer Hersteller

nicht ganz mithalten. Preisbewusste

Hi-Fi-Freunde werden diesen Kompromiss

jedoch mit einem Lächeln eingehen, denn

das System 5 THX Select 2 bietet eine Kosten-

Nutzen-Rechnung wie kein anderes Set. Viel

Sound für wenig Geld? Diese Frage beantwortet

die Berliner Hi-Fi-Schmiede mit einem

klaren Ja. 1

AUSSTATTUNG

Allgemein

Hersteller

Teufel

Modell System 5 THX Select 2

Preis/Straßenpreis

1 599 Euro/–

Informationen

www.teufel.de

Lautsprechermaße (B/H/T), Gewicht

Monitor Supreme 200

31,8 × 21 × 16 cm

Monitor Supreme Center 250

24,6 × 32 × 15,6 cm

Monitor Supreme Sub 301A

34 × 54,6 × 47,5 cm

Anzahl Lautsprecher 7

TECHNISCHE DATEN

S 500 FCR

Arbeitsweise

2-Wege, passiv

Bauform

geschlossen

Impedanz

4–8 Ohm

untere Grenzfrequenz k. A.

Belastbarkeit/Wirkungsgrad

130 W/92 dB

S 500 D

Arbeitsweise

2-Wege, passiv

Bauform

geschlossen, dipol

Impedanz

8–16 Ohm

untere Grenzfrequenz k. A.

Belastbarkeit/Wirkungsgrad

110 W/85 dB

S 500 SW

Arbeitsweise

Downfire, aktiv

Bauform

Bassreflex

Impedanz k. A.

untere Grenzfrequenz k. A.

Belastbarkeit

200 W aktiv

VORTEILE/NACHTEILE

exzellente, akkurate Subs Materialauswahl/Verarbeitung

mittelmäßig

sehr gute Impulstreue

diffuses rückwärtiges

Klangbild

BEWERTUNG

Bässe sehr gut 11,5/12

Mitten sehr gut 10,5/12

Höhen gut 9,5/12

Räumlichkeit gut 9/12

Neutralität gut 10/12

Transparenz/Impulstreue sehr gut 10/11

Abstrahlverhalten gut 9/11

Wiedergabequalität gut 69,5/82

Ausstattung/Verarbeitung ausreichend 4,5/9

Benutzerfreundlichkeit sehr gut 8/9

Gesamt

82 von 100 Pkt.

Preis/Leistung

sehr gut

ERGEBNIS

82 %

Gut

Bewertungsschlüssel: 100–95 %: Referenzklasse, 94–90 %: ausgezeichnet, 89–85 %: sehr gut, 84–70 %: gut, 69–55 %: befriedigend, 54–40 %: ausreichend, 39–0 %: mangelhaft

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

67


tipp

AUDIO

MARANTZ NR1501

Japanischer Flachmann

Tipp

der

Redaktion

Klangmodi und Quellenauswahl

befinden

sich im oberen Drittel

der handlichen Fernbedienung

Mit diesem nur neun Zentimeter hohen AV-Receiver will Marantz im

Wohnzimmer für Harmonie sorgen, gleichzeitig aber auch gehobenen

qualitativen Ansprüchen gerecht werden. Ob das Experiment gelingt,

zeigt unser Test.

Die mittlere Sektion

beinhaltet Lautstärkeund

Kanalsteuerung,

Menünavigation und

Transportfunktionen

Ganz unten befinden

sich EQ-Steuerung,

Nummernblock sowie

Stand-by- und Eingangswahltasten

für

den Fernseher

FAZIT

Zugunsten der Benutzerfreundlichkeit

und Gehäusegröße wurde die Ausstattung

hier aufs Wesentliche beschränkt,

Verarbeitung und Qualität leiden darunter

nicht – ein gutes Konzept!

Christoph Hüther

Er schwärmt aufgeregt: „Das Teil hat

ein hochauflösendes Overlay-Bildschirmmenü,

sechs HDMI-Eingänge

und macht 1 080p-Upscaling für beide Zonen.“

Sie entgegnet nüchtern: „Und es ist hässlich

wie die Nacht.“ Er lässt nicht locker: „Aber

mit dem integrierten DSP-Chip kann man

zwei weitere Lautsprecher unter der Decke

betreiben. Das macht die Klangbühne erst so

richtig authentisch!“ Sie: „Noch mehr Boxen?

Vergiss es!“

So oder ähnlich verhandeln Mann und Frau

wohl häufig vor einer Technikanschaffung.

Dessen ist sich auch die Firma Marantz bewusst

und wagt mit dem brandneuen und

499 Euro teurer NR1501 den Spagat zwischen

beiden Interessengruppen. Der flache AV-

Receiver hat mit einer Gehäusehöhe von nur

neun Zentimetern recht bescheidene Platzansprüche

und gehört auch optisch zu den

Unauffälligeren seiner Art. So enthält die

symmetrisch strukturierte Gerätefront nur die

nötigsten Tasten und Regler. Das Finish aus

gebürstetem Aluminium und ein kompakt dimensioniertes

Display komplettieren die Understatement-Optik.

Dem gegenüber stehen

die technischen Kompetenzen. Auf unnötige

Anschlüsse und eine Flut von Sekundärfunktionen

hat man bewusst verzichtet, stattdessen

konzentrierte sich Marantz bei dem NR1501

vielmehr auf die wesentlichen Qualitäten wie

Sound und Benutzerfreundlichkeit. Aktuelle

Standards wie 7.1-Surround-Klang, HDMI

1.3a und die HD-Tonformate der Blu-ray sind

selbstverständlich mit an Bord.

Was wirklich zählt ...

... ist natürlich der Praxistest. Materialauswahl

und die durchweg gute Verarbeitung bescheren

dem NR1501 hierbei die ersten Pluspunkte.

Beim Anschließen der Komponenten

bestätigen sich die Werbeversprechen. Egal

welcher Zuspieler angeschlossen werden soll

– die richtige Buchse ist schnell gefunden.

Rein theoretisch wäre es möglich, gleichzeitig

Blu-ray-Player (HDMI), DVD-Player (HDMI),

Spielkonsole (HDMI), Sat-Receiver (HDMI),

CD-Player (optisch), Kassettendeck (analog)

und iPod (Stereoklinke an der Gerätefront)

am Gerät anzuschließen. Dass sowohl Mehrkanaleingänge

als auch Preamp-Ausgänge

fehlen, passt in das puristische Konzept. Wir

vermissen jedoch einen dedizierten Phono-

Eingang für Plattenspieler. Sind die Verbindungen

hergestellt, kann man zwischen den

Quellen einfach hin- und herschalten. Die

Fernbedienung ist so konzipiert, dass für jede

Funktion des Gerätes auch eine entsprechende

Taste vorhanden ist. Welche Einstellung man

auch vornehmen möchte, das Bildschirmme-

Bilder: Auerbach Verlag, Marantz

68 DIGITAL TESTED 5.2009


Feinste

Unterhaltungselektronik

bei

hai-end.com

Der Blick unter die Haube offenbart die sauber strukturierte Elektronik. Eine Bauteileflut wie in hochpreisigen

Geräten sucht man vergebens

nü muss nur in den seltensten Fällen aufgerufen

werden. Das ist auch gut so, denn die Grafik hat

den optischen Charme eines Commodore 64.

Die Anzeige ist grobkörnig und rein textbasiert,

erfüllt dank guter Strukturierung aber dennoch

ihren Zweck. Der NR1501 verfügt über das Einmesssystem

MRAC, welches per Messmikrofon

die akustischen Gegebenheiten des Raumes

analysiert und die Klangausgabe dementsprechend

anpasst. Nach der Berechnung werden

dem Nutzer die ermittelten Parameter wie Lautsprechergröße,

-abstand und -pegel angezeigt

und können bei Bedarf korrigiert werden. Einzig

die EQ-Kurve, der wichtigste Bestandteil der

Systemkalibrierung, wird nicht angezeigt.

Ton ab

In unserem Messlabor punktete das Testgerät

mit sehr guter Klangtreue, besonders im Source-

Direct-Modus. Was dem Gerät zugespielt wird,

wird also am Verstärkerausgang genauso ausgegeben.

Abzüge verteilen wir jedoch beim

Dynamikumfang, da die Werte geringer sind als

die der meisten anderen Receiver in der Preisklasse.

Im Hörtest konnte der NR1501 wiederum

überzeugen und legte eine detaillierte und

ausgewogene Spielweise an den Tag, bei der

insbesondere der Tieftonbereich durch seine

gute Transparenz auffällt. Unser Höreindruck ergab,

dass durch MRAC der obere Bassbereich im

Pegel gesenkt wurde, um dem „Rumpeln“ des

Raumes entgegenzuwirken. Ansonsten konnten

wir keine starken Eingriffe in den Frequenzgang

feststellen. Das Klangbild gefällt sowohl beim

Musik- als auch beim Filmgenuss. Die Verstärkerschaltung

lässt den Sound im Stereomodus

etwas wärmer und reichhaltiger erscheinen als

im Source-Direct-Betrieb. Wer dem Sound etwas

„nachhelfen“ möchte, der greift zum manuellen

Zweiband-EQ. Eine umfangreichere Klangregelung

hätte dem Gerät nicht geschadet. Andere

Hersteller zeigen, dass auch in günstigen Modellen

Neunbandequalizer implementiert werden

können.

Mut zur Lücke

Der flache NR1501 kann mit der Anschluss- und

Funktionsvielfalt anderer Geräte nicht mithalten,

will er aber auch nicht. Er bietet hingegen

ein innovatives, praxisorientiertes Konzept.

Kompakte Bauweise, hochwertige Verarbeitung,

gute Klangqualität und einfachste Bedienbarkeit

– bei vielen Hi-Fi-Einsteigern trifft der günstige

AV-Receiver somit voll ins Schwarze. Es gilt

individuell abzuwägen, ob die Ausstattung den

jeweiligen Heimkinoansprüchen gerecht wird.

Sie planen nicht, zusätzliche Höhenlautsprecher

zu installieren, betreiben keine Mehrzonenbeschallung

in Ihrer Wohnung und haben

keine Videozuspieler, die eine Vollbildkonvertierung

benötigen? Dann ist der NR1501 in der

Einstiegsklasse eine gute Wahl und lässt sich

der Lebensgefährtin mit etwas Geschick als

Designobjekt verkaufen. 1

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Die Rückseite bietet Anschlüsse für fast jedes erdenkliche Zusatzequipment. Nützliche Buchsen wie der Mehrkanaleingang

oder Preamp-Ausgänge sind der geringen Größe zum Opfer gefallen

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test

AUDIO

5.1-LAUTSPRECHERSYSTEM VON BOSE

Unsichtbar genießen

Satellitensysteme erfreuen sich seit jeher großer Beliebtheit. Mit ihren kompakten Formen und vielseitigen

Aufstellmöglichkeiten lässt sich im Handumdrehen jedes Wohnzimmer in ein Heimkino verwandeln. Bose,

Initiator dieses Genres, präsentiert mit dem Acoustimass 15 sein aktuelles Premiumprodukt im kompakten

Lautsprecherbereich und verspricht höchsten Musik- und Filmgenuss.

Der Traum vom eigenen Heimkino gerät

bei der Auswahl der richtigen Komponenten

nicht selten zur Geduldsprobe.

Gerade im Bereich der Lautsprecher gibt es eine

schier endlos erscheinende Auswahl an Komplettsets

und Standmodellen. Meist müssen

Kompromisse aufgrund ungünstiger Raumverhältnisse

und ästhetischer Aspekte eingegangen

werden. Zwar klingen voluminöse Lautsprecher

in der Regel besser, da der größere Klangkörper

für sattere Bässe und mehr Entfaltung prädestiniert

ist, doch für viele Einsatzgebiete –

und vor allem praxistaugliche Lautstärken –

zeigen sich auch Satellitensysteme mehr als

geeignet. Der Vorteil der deutlich kleineren

Schwallwandler liegt auf der Hand: Eine große

FAZIT

Bose zeigt mit dem Acoustimass 15,

dass Surround-Lautsprecher das Wohnzimmerambiente

nicht dominieren

müssen, um guten Klang auch zu Hause

genießen zu können.

Florian Kriegel

Vielfalt an Boxen sorgt für eine optisch individuell

passende Lösung und bringt je nach

System trotzdem ausreichend Kraft mit, um

spannende Heimkinoabende zu veranstalten

oder Musikstücke zu genießen.

Entwicklergeist

Bose brachte entsprechende Systeme bereits

1987 auf den Markt und gehört damit

zu den Pionieren auf dem Kompaktsystemsektor.

Die Besonderheit der Acoustimass-

Serie ist seit jeher das Bassmodul. In der

von uns getesteten Variante des aktuellen

Acoustimass-15-Sets beinhaltet dieses Modul

drei Tieftöner, die an der Unterseite

montiert sind. Wem auch eine

etwas dezentere Tieffrequenzversorgung

ausreicht,

der bekommt beim Acoustimass

10 immerhin noch

zwei der sogenannten High-

Excursion-Woofers geboten.

Bei der uns vorliegenden

Version erreicht das Modul

eine stolze Länge von knapp 74

Zentimetern (cm) und ein ebenso

mächtiges Gewicht von 20,3 Kilogramm (kg).

Das einzige optisch etwas ausufernde Element

des Sets kann nahezu unsichtbar im Raum positioniert

werden. Genau diesen Fakt bewirbt der

Hersteller sehr stark bei seinen Lautsprechern,

Das System

ist in drei

Farben verfügbar

und

kann auf 6.1

aufgerüstet

werden

Bilder: Bose

70 DIGITAL TESTED 5.2009


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Unterhaltungselektronik

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Das Diagramm vergleicht Kinoklang mit herkömmlicher Heimkinobeschallung. Boses System kombiniert beide

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wenngleich Bose in der Anleitung die Positionierung

an der Raumseite des Fernsehers empfiehlt.

Theoretisch kann der Tieftöner aber auch hinter

oder neben der Couch bzw. einem Vorhang aufgestellt

werden. Um das mächtige Modul weiterhin

im Raum optisch dezent unterzubringen, werden

drei Farbtöne (Schwarz, Silber, Weiß) angeboten.

Für die eigentliche Klangwiedergabe abseits von

tiefen Frequenzen zeichnen aber bis zu sechs sehr

kompakte Satellitenboxen verantwortlich. Das

Acoustimass 15 kann nämlich auch als 6.1-Konfiguration

betrieben werden und lässt sich für diese

Zwecke entsprechend erweitern. Die Satelliten

(Cube-Arrays) sind bis auf den horizontalen Center-Speaker

identisch und die beiden Membranen

lassen sich durch das Direct/Reflecting-Prinzip

optimal für die Zuschauer ausrichten. Sinn und

Zweck dabei ist, das Publikum nicht nur direkt

zu beschallen, wie es bei den meisten Systemen

praktiziert wird, sondern ein möglichst weites

Raumbild zu schaffen, das durch direkten Schall,

ähnlich wie im Kino, erzielt wird. Dafür können die

Lautsprecher so ausgerichtet werden, dass ein

Teil des Klangs auf Wände trifft und so für den Zuschauer

ein diffuseres Abbild geschaffen wird.

Aufbau für jedermann

Dass Kompaktheit nicht automatisch auch für

Leichtgewichte steht, wird uns beim Auspacken

des einsteigerfreundlichen Sets bewusst. Die kleinen,

gerade einmal 15,7 cm hohen „Brüllwürfel“

wiegen 1,1 kg und wirken durch den angerauten

Kunststoff sehr hochwertig. Die uns vorliegende

weiße Ausführung lässt sich dank optional erhältlicher

Standfüße oder Wandhalter in einem

typischen Wohnzimmer nahezu unsichtbar installieren.

Anders als herkömmliche Systeme werden

die Satelliten nicht direkt mit dem AV-Receiver

Die Cube-Arrays

lassen sich für

reflektierenden

Schall verdrehen.

Der Center ist

hingegen als

Direktstrahler

konzipiert

verbunden. Mitgelieferte Spezialkabel helfen bei

der kinderleichten Montage der Lautsprecher. So

verläuft ein sogenanntes Systemeingangskabel

vom Subwoofer zum AV-Receiver, wo gut beschriftete

Leitungen auf herkömmliche Art und Weise

miteinander verbunden werden. Die fünf bzw.

sechs Satelliten muss man dann mit dem Acoustimass-Modul

verknüpfen. Die Kabel dafür sind

ausreichend lang und auf einer Seite mit farbigen

Cinch-Steckern versehen, was die Installation auch

ohne Anleitung ermöglicht. Nach dem Aufstellen

des Bassmoduls lässt sich die Klangcharakteristik

noch durch zwei Regler verfeinern, um beispielsweise

zu hohe Bassanteile etwas abzusenken.

Die Frontlautsprecher sollten so aufgestellt bzw.

geneigt werden, dass eine weite Beschallung des

Zuschauerbereichs stattfindet, die hinteren seitlichen

Speaker jedoch so, dass ein Element der

Cubes zur hinteren Wand abstrahlt, um damit die

gewünschten Reflexionen zu erzielen.

Erstaunlich erwachsen

Nach Justierung der Kombination von AV-Receiver

und dem Aufstellort bzw. den Einstellungen des

Bassmoduls begegnete uns das Acoustimass 15

mit erstaunlich reifer Spielweise. Die Harmonie

zwischen den vier Cube-Arrays, dem Center und

dem Bassmodul funktioniert in fast jeder Situation

überzeugend. Welchen Effekt das Modul hat, lässt

sich mit dem Trennen vom Strom eindrucksvoll

überprüfen. Zwar sind auch dem Bose-System

physikalische Grenzen gesetzt, sodass extrem

tiefe Bässe etwas wummernd wiedergegeben

werden, durch Feintuning lässt sich dies aber minimieren.

Beim Abspielen von Filmmaterial kann

das System am meisten überzeugen, denn hier

profitieren vor allem Actionfilme von einer gesteigerten

Räumlichkeit durch den reflektierenden

Schall. Die Anfangsszene des Films „Gladiator“

gab das System sehr differenziert und mit hoher

Dynamik wieder, während das Acoustimass-Modul

für die tieffrequenten Anteile zuständig war.

Doch auch Musik kann auf dem Set in hoher

Qualität genossen werden. Wir testeten verschiedene

Sequenzen der Jeff-Beck-Blu-ray, welche die

Lautsprecher mit warmen Stimmen, feinen Höhen

und angenehmen Bässen wiedergab. Das in dieser

Konfiguration rund 1 900 Euro teure Set verlangt

dem Käufer zwar zunächst einiges ab, belohnt die

Investition aber durch eine leichte Handhabung

und souveräner Wiedergabequalität in den meisten

Situationen. 1

Florian Kriegel

Bilder: Bose


5.2009 Oktober/November

BLU-RAY TEST

Ein Extra der

15 Filme im Test

WATCHMEN Seite 75

THE INTERNATIONAL

WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS

THE WRESTLER

82 78 80


entertainment

DVD

INTO THE MIRROR

Regie: Sung-ho Kim, KR 2003

THRILLER/HORROR

FILMINHALT:

Vertrieb: 3L

Bildformat: Widescreen (1,85 : 1)

anamorph

Tonformate: DD 5.1

Darsteller: Ji-tae Yu, Myeong-min

Kim, Hye-na Kim

Laufzeit: 109 min

FSK:

ab 16 Jahren

Preis: 9 Euro

Veröffentlichung: erhältlich

Handlung: Was zeigen Spiegel wirklich? Ist es

nur das vorübergehende Abbild seiner selbst

oder verbirgt sich eine seitenverkehrte Parallelwelt

hinter jeder blanken Oberfläche? Diese Frage

stellt sich der Wachmann Woo Young-Min, als

er von einem mysteriösen Selbstmord erfährt.

Kurz vor der Neueröffnung des Kaufhauses

seines Onkels geschieht ein zweiter Vorfall

mit tödlichen Folgen und wieder befinden sich

Spiegel am Tatort. Während die Polizei einen

menschlichen Mörder sucht, vermutet Young-

Min einen Geist hinter den Gräueltaten.

Film: Das Original zum Horrorschocker „Mirrors“

mit Kiefer Sutherland ist mehr Thriller denn

Horror und offenbart bis zur Auflösung am Ende

nicht wirklich, ob es sich bei der Geistererscheinung

um Woos Fantasie oder tatsächlich um ein

paranormales Phänomen handelt. Das Konstrukt

verspricht dadurch eine ausgesprochen

hohe Spannung, wobei die Umsetzung aufgrund

ihres langsamen Erzähltempos wieder ein relativ

mäßiges Unterhaltungsniveau erhält. Auch

wer die amerikanische Neuverfilmung bereits

gesehen hat, kann sich ruhig diesen Suspense-Thriller

anschauen, denn bis auf die gleiche

Grundidee und ein paar beibehaltene Motive

unterscheiden sich die Storys komplett.

DVD: Das Bild ist ein gutes Mittelmaß, weist

vordergründige Körnung auf und wird den dargestellten

Spiegeleffekten weder im Kontrast

noch in der Schärfe gerecht. Ausgeblichene

Farben sind bei dieser koreanischen Produktion

der Regelfall. Für einen Thriller mit Horrorambitionen

überrascht es schon, dass trotz

des 5.1-Sounds keine räumliche Atmosphäre

aufkommt. Der Mix wirkt zu schüchtern, um

wirklich schocken zu können. Boni gibt es

nicht, nur das Menü ist schön anzuschauen und

spielt dem Thema entsprechend mit gespiegelter

Schrift. 1

BEWERTUNG DVD

Bildqualität 6/10

Tonqualität 5/10

Bonusmaterial 2/10

Kurzfazit: Regisseur Sung-ho Kim geht sehr kreativ mit

dem Spiegelmotiv um. Durch die langsame Entwicklung

geht leider geringfügig die Spannung verloren.

TALES OF THE BLACK FREIGHTER

Regie: Daniel DelPurgatorio, Mike Smith, Eric Matthies, US 2009

DVD- NEUHEITEN

COMICVERFILMUNG

FILMINHALT:

Vertrieb: Paramount Home

Bildformat: Widescreen (2,35 : 1)

anamorph

Tonformate: DD 5.1

Darsteller: Stephen McHattie, Carla

Gugino, Matt Frewer

Laufzeit: 155 min

FSK:

ab 18 Jahren

Preis: 15 Euro

Veröffentlichung: erhältlich

Handlung: „Watchmen“ ist zwar schon eine sehr

umfangreiche und detaillierte Comicverfilmung,

dennoch enthält sie nicht alle Elemente der

Vorlage. Kenner der Graphic Novel werden sich

an den Jungen erinnern, der an einem Zeitungskiosk

einen Piratencomic liest. Als Geschichte

in der Geschichte referiert dessen Handlung auf

die Geschehnisse in der „Watchmen“-Welt. Da er

es nicht in den Film geschafft hat, wurde dieser

Part separat als Zeichentrickfilm produziert und

auf DVD herausgebracht. Innerhalb einer halben

Stunde sehen Sie, wie ein Schiffbrüchiger versucht,

von einer unbewohnten Insel zu fliehen

und den Weg in seine Heimat wiederzufinden.

Seine Angst gilt dem Verbleib seiner Frau und

der zwei Töchter, die er durch den „Schwarzen

Frachter“ bedroht sieht, einer Schaluppe voller

untoter Piraten. Auf der Reise passieren ihm die

grausigsten Dinge, doch der wahre Schrecken

erwartet ihn erst an seinem Ziel.

Film: Der zweite Filmbeitrag ist eine fiktive

Dokumentation über Hollis Masons (alias Nite

Owls) Buch „Under The Hood“ („Unter der Maske“),

das die Anfänge des Superheldentums in

New York dokumentiert. Zahlreiche Interviews

mit den Vigilanten und „original“ Fernsehbeiträge

bilden einen unterhaltsamen Mix bzw. eine

interessante Parodie auf den echten Mediendschungel.

Wie gefeierte Superstars stehen die

ehemaligen Helden vor der Kamera und suchen

nach Antworten für ihren Verhalten. Die zwei

Beiträge ergänzen den Kinofilm hervorragend,

sollten aber auch nur als solche gesehen werden.

Ohne „Watchmen“ macht die DVD keinen

Sinn.

DVD: Durch die zwei absolut andersartigen Filme,

der eine Animation, der andere eine veraltete

Doku, unterscheidet sich auch der visuelle Stil

extrem. Eine einheitliche Wertung dafür zu finden,

ist schon fast unmöglich. Die Animation ist

in allen Belangen perfekt umgesetzt und könnte

höchstens wegen des überhöhten Kontrasts und

der düsteren Bilder belangt werden. „Under The

Hood“ wiederum wurde absichtlich die Trash-

Maske aufgesetzt – mit milchigem Kontrast, verfälschten

Farben und extremem Bildrauschen.

„Die Geschichte in einer Geschichte“ ist ein

24-minütiger Beitrag über den Hintergrund von

„Tales Of The Black Freighter“ und ergänzt das

beigelegte erste Kapitel des „Watchmen Motion

Comics“ perfekt als Extramaterial. 1

BEWERTUNG DVD

Bildqualität 6/10

Tonqualität 6/10

Bonusmaterial 5/10

Kurzfazit: Als Ergänzung zu „Watchmen“ empfehlenswert.

Als eigenständige Piratengeschichte atmosphärisch

wie der Kultzeichentrick „Heavy Metal“.

Bilder: 3L, Paramount Home

74

DIGITAL TESTED 5.2009

Bilder Seite 73: Kinowelt, Paramount Home, Sony Pictures Home Entertainment


WATCHMEN

Regie: Zack Snyder, US 2009

COMICVERFILMUNG

FILMINHALT:

Vertrieb: Paramount Home

Bildformat: Widescreen (2,35 : 1) anamorph

Tonformate: DD 5.1

Darsteller: Malin Akerman, Billy

Crudup, Jackie Earle

Haley, Jeffrey Dean Morgan

Laufzeit: 155 min

FSK:

ab 16 Jahren

Preis: 18 Euro

Veröffentlichung: erhältlich

Handlung: Vor den Augen des Zuschauers tut

sich ein alternatives New York im Jahre 1985

auf. In Nixons dritter Amtsperiode befindet

sich die USA an der Schwelle eines atomaren

Krieges mit Russland. Als einziger Faktor, um

den Frieden aufrechtzuerhalten, sorgt Dr. Manhattan

(Billy Crudup) für den Ausgleich. Er ist ein

mächtiges Energiewesen, das sowohl die Zeit

als auch die Materie kontrollieren kann. Dem

entgegen steht ein mysteriöser Killer, der anscheinend

die Watchmen auslöschen möchte,

angefangen beim unsympathischen Comedian

(Jeffrey Dean Morgan). Das begangene Verbrechen

ruft den soziopathischen Detektiv Rorschach

(Jackie Earle Haley) auf den Plan, der es

sich zur Aufgabe gemacht hat, jedes Unrecht

aufzudecken, egal um welchen Preis. Wie ein

ausgesetzter Spürhund streift er durch die verruchten

Straßen New Yorks, vorbei an Prostituierten

und Drogendealern, gedämpft in sein

Tagebuch diktierend, immer auf der Fährte des

geheimnisvollen „Heldenmörders“. Paranoid

wie er ist, vermutet er den Beginn einer Mordserie,

der maskierte Verbrecherjäger zum Opfer

fallen sollen. Systematisch sucht Rorschach

seine ehemaligen Kollegen von den Watchmen

auf, um sie zu warnen. Doch was steckt wirklich

hinter dem geheimnisvollen Mord und kann eine

Welt voller verkleideter Irrer überhaupt noch

gerettet werden?

Film: Lange Zeit galt der Comic, der die Superheldencomics

veränderte, als ungeeignet für die

Kinoleinwand. Zu extraordinäre Spezialeffekte,

eine zu komplexe Story und die über die Maßen

praktizierte Symbolik waren, wenn überhaupt,

kaum auf die filmische Ebene zu übertragen.

Erst der Visionär Zack Snyder schaffte das Unmögliche,

mit dem Ergebnis der werktreusten

Comicadaption aller Zeiten. Wer hier mit einem

Superheldenfilm rechnet, der irrt. „Watchmen“

ist eher das krasse Gegenteil, das mit jeglichen

Klischees makelloser Übermenschen abrechnet.

Das in den Comics der 1980er Jahre noch

vorgelebte aalglatte, saubere Superhelden-

Image wird völlig dekonstrutiert. Die grafischliterarische

Vorlage von Alan Moore (Text) und

Dave Gibbons (Zeichnung) erschafft eine Welt,

die sich aus vielen kleinen Details, Nebenhandlungen

und symbolischen Anspielungen zusammensetzt.

Auch wenn der Film vieles vereinfacht

oder weglässt, finden sich doch zahllose

Kleinigkeiten in fast jeder Einstellung wieder.

Wer die „Watchmen“ kennt, wird feststellen,

dass ein Großteil der Originalbilder der Graphic

Novel mit akribischer Präzision nachempfunden

wurde. Selbst das Vasenmuster auf Rorschachs

Maske stimmt stets mit dem der Panels überein.

Diese genauen Replikationen des Originals sind

allerdings auch unbedingt erforderlich. Ansonsten

würde die immense Bildsprache, für die der

Comic berühmt ist, verloren gehen.

Generell überwiegt der satirische Aspekt bezüglich

der Superhelden, Action gibt es allerdings

auch, und wenn sie kommt, dann richtig. Zack

Snyder ist bei der Gewaltdarstellung nicht gerade

zimperlich. Seien es brechende Knochen,

platzende Menschen, Blutfontänen, abgesägte

Gliedmaßen oder von Kugeln durchlöcherte

Köpfe – für die Kunst wird nichts geschönt. Vor

allem die Langatmigkeit solch expliziter Szenen

lässt fragen, ob dies an der Stelle wirklich nötig

ist und wie so etwas überhaupt mit einem FSK-

16-Siegel davonkommen konnte. In Amerika hat

der Film übrigens ein glattes R-Rating erhalten,

was mit unserem „ab 18“ vergleichbar ist. Das

liegt jedoch weniger am hohen Gewaltgrad, als

vielmehr an der ausführlichen Sexszene mit

Silk Spectre II (Malin Akerman) und Nite Owl II

(Patrick Wilson). An den Kinokassen spielte der

Film „nur“ 180 Millionen US-Dollar ein, was bei

Produktionskosten von 150 Millionen US-Dollar

gerade einmal ein Fünftel Profit bedeutet.

DVD: Was man dem Regisseur

und seinem

Team auf

jeden Fall

sehr hoch anrechnen muss, ist der unvergleichliche

visuelle Stil, den sie geschaffen haben.

Über die Länge des Films verändert sich die

Lichtstimmung vollkommen. Nach dem nostalgischen

Sepia-Vorspann kommt für Rorschachs

nächtliche Spaziergänge ein verregneter Blauton

zum Zuge, während es in der „Bat-Höhle“

von Nite Owl II vorrangig grün schimmert und

der Mars im warmen Rot erstrahlt. Klassisch für

eine Film-Noir-Geschichte ist alles sehr düster

gehalten und der Kontrast erscheint comicartig

überzeichnet, was dem Film Tiefe nimmt.

In den wenigen Actionsequenzen, wie Rorschachs

Flucht vor der Polizei (80. Minute) oder

dem brutalen Gefängnisaufstand (106. Minute),

lässt der Rundumsound seine Muskeln spielen.

Noch häufiger kommen kleine Momente voller

akustischer Finessen hinzu. Das Ticken der Weltuntergangsuhr

hämmert sich in den Zuschauerkopf.

Übertriebene Kampfgeräusche verleihen

den Massenschlägereien, insbesondere dem

Mord am Comedian, eine Übertriebenheit, die

der Geräuschmalerei der Comics nahekommt.

Aufgrund der immensen Länge des Films passte

scheinbar nur noch der 16-minütige Bonusbeitrag

über die Comictechnologien auf die

DVD. Wer mehr möchte, kauft die unwesentlich

teurere Steelbook-Doppeldisc-Edition mit Featurettes

zum Comic, zu echten Vigilanten und

mit elf kurzen Videojournalen. 1

BEWERTUNG DVD

Bildqualität 9,5/10

Tonqualität 8,5/10

Bonusmaterial 4/10

Kurzfazit: Die kompromisslose Comicadaption fängt die

Atmosphäre der gefeierten Graphic Novel perfekt ein.

Doch Vorsicht: Keine leichte Kost für Superheldenfreunde.

DVD- NEUHEITEN

WWW.DIGITAL-TESTED.DE 75


entertainment

DVD

KNOWING

Regie: Alex Proyas, US/UK 2009

KATASTROPHENFILM

FILMINHALT:

Vertrieb: Concorde

Bildformat: Widescreen (2,35 : 1) anamorph

Tonformate: DTS 5.1, DD 5.1

Darsteller: Nicolas Cage, Chandler

Canterbury, Rose Byrne,

Lara Robinson

Laufzeit: 116 min

FSK:

ab 12 Jahren

Preis: 15 Euro

Veröffentlichung: erhältlich

Handlung: 50 Jahre vor der eigentlichen Handlung

wird vor einer Grundschule eine Zeitkapsel

vergraben, deren Inhalt sich aus den aufgezeichneten

Zukunftsfantasien der Schüler zusammensetzt.

Eine Vorstellung ist jedoch näher

an der Wahrheit als allen ander. Lucindas Brief

sagt die großen Katastrophen der Menschheit

so präzise voraus, dass sogar die Anzahl der

Toten neben dem Datum steht. In der Gegenwart

wird die Zeitkapsel geöffnet und der Sohn

von John Koestler (Nicolas Cage) gelangt durch

Zufall an Lucindas Botschaft. Die Bedeutung

des Briefes erfassend, versucht John nun, die

in der Zukunft liegenden Katastrophen zu verhindern.

Doch den letzten Eintrag auf der Liste

deutet er falsch.

Film: Will man ein kurz umrissenes Urteil über

den Film formulieren, eignet sich ein Vergleich

mit Roland Emmerichs Day After Tomorrow“

und M. Night Shyamalans „Signs“ wohl am

besten – und das ist nicht als Lob zu verstehen.

Ist es am Anfang noch ein subtiler Thriller mit

einem einigermaßen gelungenen Mystery-Flair,

triumphieren zum Ende hin die Weltzerstörungsfantasien

der Filmemacher. Besonders

entzaubernd: die computeranimierten Lebewesen.

Ebenso enttäuscht die Botschaft, die dem

Zuschauer im Finale aufgedrückt wird. Die Auflösung

grenzt gar an ein Werbevideo für eine

Sekte. Zumindest der Anfang weist die nötige

Spannung auf.

DVD: Erwartungsgemäß ist der Film sehr düster

gehalten, viele Nachtszenen verbergen die Umgebungsdetails.

Einige Katastrophenszenen

glänzen mit hypnotischer Perspektive, andere

wiederum zeigen einen ratlos dreinschauenden

Nicolas Cage, der seine Zahnschmerzen kaum

noch zu verbergen weiß. Keine Makel können

dem Ton angelastet werden. Überirdisches Geflüster

gräbt sich auch in Ihre Hörwindungen,

wenn es einmal wieder mit den auserwählten

Kindern durch geht. Brennendes Holz schüchtert

aufgrund glaubhafter Rundumakustik ausreichend

ein. Ein Making-of sowie die berühmtesten

Visionen der Apokalypse belegen den

restlichen Speicherplatz der Disc. 1

BEWERTUNG DVD

Bildqualität 8/10

Tonqualität 10/10

Bonusmaterial 3,5/10

Kurzfazit: Als ob M. Night Shyamalan und Roland

Emmerich gemeinsam eine Weltuntergangsgeschichte

ersonnen hätten.

COMEDY STREET Regie: Thilo Gosejohann, DE 2002 – 2009

DVD- NEUHEITEN

COMEDY

FILMINHALT:

Vertrieb: Alive

Bildformat: 1,33 : 1, 1,85 : 1

Tonformate: DD 2.0

Darsteller: Simon Gosejohann

Laufzeit: 860 min

FSK:

ab 16 Jahren

Preis: 40 Euro

Veröffentlichung: erhältlich

Handlung: Die Fußgängerzone des Wahnsinns

hat nun vollständig geöffnet. In fünf Staffeln

mit je sechs bis zehn Folgen mischt sich Simon

Gosejohann verkleidet unter die Leute und verstrickt

sie in allerlei Peinlichkeiten – versteckte

Kamera inklusive. Der Comedy-Star lässt kein

Klischee und keine kuriose Alltagssituation aus,

um die Lacher auf seine Seite zu ziehen oder

zumindest eine scharf beobachtete Alltagsszenerie

offenzulegen. Wenn er z. B. in einer Boutique

einen Heavy-Metal-Song anstimmt, seiner

Tochter eine Taschengelderhöhung auf 1 000

Euro verspricht oder sich als schwuler Bauarbeiter

über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

mokiert, bleibt kein Auge trocken – außer das

der ahnungslosen Opfer.

Film: Die einzelnen Clips sind kurz, prägnant

und unterhaltsam. Mit seiner Beobachtungsgabe

trifft Simon Gosejohann den Nerv der Zeit.

Hierfür wirft er jegliches Schamgefühl über Bord

und stürzt sich direkt in die Peinlichkeit seiner

eigens erdachten Figuren, die jenen Passanten

auf den Straßen der Welt verdammt ähnlich

sehen. Gleichwohl übertritt Gosejohann nie die

Schwelle, die Passanten zu sehr ins Lächerliche

zu ziehen – abgesehen von ein paar durch

Möwen geplagte Strandnixen. Kurzum, die Pro-

Sieben-Serie ist Kult und überzeugt selbst ohne

überragendes Schauspieltalent.

DVD: Und wie es Kult nun einmal so an sich

hat, sehen die Digicam-Aufnahmen mit ihrer

geringen Auflösung ziemlich dürftig aus. Auf

Ausleuchtung und andere Feinheiten wurde der

Machart entsprechend auch verzichtet, weshalb

die restlichen Parameter (Kontrast, Farben,

Schärfe) ebenso keinen Preis in Sachen Bildqualität

gewinnen werden. Für Heimkinofanatiker

übrigens wichtig: Erst ab der fünften und letzten

Staffel des Schubers gibt es ein anamorph codiertes

16 : 9-Bild. Vorher ist alles im üblichen

„Röhrenstandard“ 4 : 3 gehalten. Der Stereosound

entspricht ebenfalls der typischen TV-

Norm und dient lediglich der Dialogwiedergabe.

Zu den 860 Minuten Serienmaterial gesellen sich

120 zusätzliche Minuten Extras mit Interviews,

Zusatzclips, Outtakes, Making-of sowie den

besonders für Nachwuchsfilmer interessanten

Kurzfilmprojekten der Gebrüder Gosejohann. Als

Zugabe winken Audiokommentare, eine Episodenübersicht

und diverse Postkarten. 1

BEWERTUNG DVD

Bildqualität 3/10

Tonqualität 3/10

Bonusmaterial 8/10

Kurzfazit: Trigger-Happy-TV auf Deutsch amüsiert, ohne zu

schocken. Genau das Richtige zum Abschalten und für den

entspannenden Spaß nach dem anstrengenden Alltagsstress.

Bilder: Alive, Concorde

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DIGITAL TESTED 5.2009


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entertainment

DVD

WILLKOMMEN BEI DEN SCH’TIS

Regie: Dany Boon, US 2009

KOMÖDIE

FILMINHALT:

Vertrieb: Paramount Home

Bildformat: Widescreen (2,35 : 1)

anamorph

Tonformate: DD 5.1, DTS 5.1

Darsteller: Kad Merad, Dany Boon,

Zoé Félix, Anne Marivin

Laufzeit: 102 min

FSK:

ab 0 Jahren

Preis: 16 Euro

Veröffentlichung: 17. September 2009

Handlung: Ganz Frankreich ist von Franzosen

bevölkert. Ganz Frankreich? Nein! Im Norden

des Landes wehrt sich ein kleines, lustiges

Völkchen erfolgreich gegen das normale Französisch

und frönt nach Herzenslust der picardischen

Sprache. Aufgrund ihres unverständlichen

Dialekts, der schon fast als komplett

eigene Sprachform gilt, kursieren über die

Sch’tis (les Ch’tis) im Hinterland Marseilles

die wildesten Gerüchte. Deshalb sieht es der

langjährige Postfilialleiter Philippe (Kad Merad)

auch als Strafe an, als er für zwei Jahre in das

idyllische Örtchen Bergues an der nordfranzösischen

Grenze versetzt wird. Zunächst bewahrheitet

sich sein Argwohn, denn das Wetter

ist schlecht, die Dienstwohnung leergeräumt

und die Leute im Ort reden wie mit gebrochenem

Kiefer. Aber dann entpuppt sich doch

alles als ganz anders, viel herzlicher, wärmer

und mit ein wenig Übung auch verständlicher.

Allerdings muss Philipe vor seiner im Süden

Frankreichs verweilenden Frau Julie (Zoé Félix)

weiter so tun, als wären die Sch’tis tatsächlich

die Barbaren, die man aus den Geschichten

kennt. Dumm nur, dass sie sich plötzlich entschließt,

ihm vor Ort gegen die Barbaren und

das kalte Wetter beizustehen.

Film: Der Film brach an den französischen

Kinokassen alle Rekorde. Die liebenswerte Darstellung

der jedem Franzosen nur zu geläufigen

Klischees, Slapsticks ohne Plattheiten, Sprachwitze

ohne Aufdringlichkeit – all das macht

diesen Film zu einer absoluten Empfehlung.

Das trifft auch ohne Einschränkungen für die

deutsche Umsetzung zu. Denn so schwierig es

auch ist, solch eine Mundartkomödie in andere

Sprachen zu übersetzen, so gut ist es den

Synchronprofis hier gelungen. Für die deutsche

Version kreierte das Synchronstudio einen völlig

neuen Dialekt, der das französische Original

so gut wie möglich nachempfindet. Die kongeniale

Umsetzung durch Christoph Maria Herbst

(Stimme von Antoine) macht das Vergnügen

komplett. Bemerkenswert ist im Übrigen auch

die schauspielerische Leistung des Regisseurs

Dany Boon, der den Postboten Antoine spielt.

Als i-Tüpfelchen mag der kurze Auftritt des 86-

jährigen Grandseigneurs der französischen Komödie,

Michel Galabru, gelten. Als Großonkel

Julies liefert er Philippe eine Wettervorhersage,

die Pate Marlon Brando auch nicht besser hinbekommen

hätte.

DVD: Wie der Film so zeigt auch die DVD kaum

Schwächen. Die Bilddarstellung ist fast durchgehend

scharf, Schwarzwert und Kontrast stimmen,

die Farben sind natürlich dargestellt.

Allerdings gibt es auch kaum Einstellungen, die

die Bildregie vor besondere Herausforderungen

gestellt hätten. Die eine oder andere kleine

Unschärfen etwa bei den Panoramaaufnahmen

während der wenigen Autofahrten. fällt

kaum ins Gewicht. Die aus unserer Sicht zu

bevorzugende deutsche Tonspur ist die im DTS-

Format. Hier stimmen sowohl Dynamik als auch

Räumlichkeit, wobei Letztere vor allem durch

den Rundumklang des Scores erreicht wird. Die

Dialoge sind – von der Mundart einmal abgesehen

– klar verständlich. Die Extras der DVD

sind vom Umfang her mit 55 Minuten Laufzeit

eher Durchschnitt, inhaltlich sei hier vor allem

das hochinteressante Interview mit Christoph

Maria Herbst empfohlen. 1

DVD- NEUHEITEN

BEWERTUNG DVD

Bildqualität 8,5/10

Tonqualität 8,5/10

Bonusmaterial 6/10

Kurzfazit: Nieder mit den Klischees – ein Film zum auf

die (Frosch-)Schenkelklopfen! Eine starke Komödie über

menschliche Schwächen, uneingeschränkt empfehlenswert.

Bilder: Paramount Home, Sony Pictures

78

DIGITAL TESTED 5.2009


UNDERWORLD – AUFSTAND DER LYKANER

Regie: Patrick Tatopoulos, US/NZ 2009

FANTASY

FILMINHALT:

Vertrieb: Sony Pictures

Bildformat: 2,35 : 1

Tonformate: Dolby True HD 5.1

Darsteller: Michael Sheen, Bill

Nighy, Rhona Mitra,

Steven Mackintosh

Laufzeit: 92 min

FSK:

ab 16 Jahren

Preis: 20 Euro

Veröffentlichung: erhältlich

Handlung: 20 Jahre nach Erschaffung beider Spezies

haben diese nichts Besseres zu tun, als sich

zu bekriegen. Auf der einen Seite stehen die Werwölfe,

die ihre menschliche Seite vor lauter Wildheit

vollkommen verloren haben. Ihre Gegner,

die Vampire, sehen sich als Herrscher der Welt

und dulden keine Konkurrenz durch bestialische

Monster. Ergo schlagen sie sich die Köpfe ein,

bis das Blut nur so spritzt. Die Vorgeschichte zu

den beiden „Underworld“-Filmen erzählt, wie in

grauer Vorzeit die ersten Lykaner aus dem Blute

Lucians (Michael Sheen) entstanden. Er ist der

erste Werwolf, der in Menschengestalt zur Welt

kommt und somit die Gabe der Vernunft besitzt.

Unter den kalten Augen des Vampirfürsten Viktor

(Bill Nighy) wächst er zu einem starken Mann heran,

dessen Sinne und Kampfeskraft die der Normalsterblichen

bei Weitem übertreffen. Obwohl

er ein Sklave ihres Vaters ist, fühlt sich Sonja zu

seiner animalischen, aber auch anmutigen Ader

hingezogen. Es entsteht eine verbotene Liaison

zwischen den beiden, die Viktor unter keinen

Umständen dulden würde, wenn er davon wüsste.

Um für sich und sein Volk die Freiheit zu erwirken,

plant Lucian den alles verändernden Aufstand.

Film: Beim dritten „Underworld“-Film handelt es

sich um ein Prequel, das die Wurzeln der Vampirbraut

Selene (Kate Beckinsale) und die Ursprünge

des Konflikts zwischen Vampiren und Werwölfen

beleuchtet. Obwohl die Perspektive der Lykaner

ihren Reiz hat, fällt eine leichte Monotonie bei den

Schauplätzen und der Entwicklung der Handlung

auf. Sicher kommt die tödliche Wendung des

Films für „Underworld“-Neulinge überraschend.

Das reicht jedoch nicht, um den Mangel an Einfallsreichtum

zu kaschieren bzw. um die etwas

unmotiviert eingestreuten Gemetzeleinlagen zu

rechtfertigen.

Blu-ray: Für Gothik-Verhältnisse sind auf den

durchgängig düsteren Bildern zahlreiche Details

erkennbar. Störend ist wie immer der blaue Farbton,

der das Gesamtbild analog den Vorgängern

komplett vereinnahmt. Beim Sound gibt es nichts

zu bemängeln. Die Geräusche sind klar und die

Richtungen der Quellen eindeutig zuzuordnen,

obwohl die Schwerter manchmal zu klangintensiv

durch die Luft schwirren. Auch bei dieser Sony-Disc

gibt es wieder eine Cine-Chat-Funktion,

zudem einen Audiokommentar, einen (etwas kurz

geratenen) Bild-in-Bild-Beitrag, eine interaktive

Karte mit unappetitlichen Geschichten zu „echten“

Lykantropen, ein Musikvideo und drei Dokumentationen

zur Filmhandlung, Ausstattung und

der Umsetzung des Skripts. Das Komplettpaket

mit allen drei Filmen gibt es bereits für unter 50

Euro zu kaufen. 1

BEWERTUNG BLU-RAY

Bildqualität 8,5/10

Tonqualität 10/10

Bonusmaterial 6/10

Blu-ray-Effekt 5,5/10

Kurzfazit: Für Fans moderner Gothik-Fantasy sicherlich

eine gut umgesetzte Vorgeschichte des in den anderen

Teilen behandelten Vampir-Werwolf-Konflikts – wenn

auch nur flach erzählt.

XXXXXXX

Regie: XXXXX, Land Jahr

8 Wir stellen ein: Testredakteur(in) Audio/Video

GENRE

FILMINHALT:

Vertrieb:

Bildformat:

Tonformate:

Handlung: XXXXXXXX

Film: XXXXXXXXXXX

DVD: XXXXXXXXXXXXXX 1

Xxxxxxx

Xxxxxxx

Xxxxxxx

Darsteller: Xxxxxxx Xxxxxxx,

Xxxxxxx Xxxxxxx,

Xxxxxxx Xxxxxxx

Laufzeit: Xxxxxxx

FSK:

ohne Altersbeschränkung

Preis: XX Euro

Veröffentlichung: XX. Monat 200X

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79


entertainment

BLU-RAY

THE WRESTLER

Regie: Darren Aronofsky, US/FR 2008

DRAMA

FILMINHALT:

Vertrieb: Kinowelt Home

Bildformat: 2,35 : 1

Tonformate: DD 2.0, DTS-HD MA 5.1

Darsteller: Mickey Rourke,

Marisa Tomei,

Evan Rachel Wood

Laufzeit: 109 min

FSK:

ab 16 Jahren

Preis: 20 Euro

Veröffentlichung: 4. September 2009

Handlung: In seiner Blütezeit war der Wrestler

Randy „The Ram“ Robinson (Mickey Rourke)

unbesiegbar, scheinbar die ganze Welt verehrte

seine Kunst im Ring. Für den Ruhm vernachlässigte

er Frau und Kind und auch alle sonstigen

Annehmlichkeiten des Lebens. 20 Jahre später

kämpft er nur noch in kleinen Hallen, mit einem

Hörgerät im Ohr, abgenutzten Gelenken und

angeschlagener Gesundheit. Nach einem besonders

blutigen Kampf bringt ihn ein Herzinfarkt

zu Fall. Das Ende der Sportlerkarriere ist damit

besiegelt. Von nun an muss er versuchen, in

der Welt jenseits des Rings klarzukommen. Fast

alles zog an Randy vorbei und selbst seine inzwischen

erwachsene Tochter Stephanie (Evan

Rachel Wood) will nichts mehr von ihm wissen.

In der Stripperin Cassidy (Marisa Tomei) sieht er

die Chance auf einen Neubeginn und vor allem

auch einen Familienersatz.

Film: „The Wrestler“ gilt in Hollywood als geglücktes

Comeback des Altstars Mickey Rourke,

der nach seinem Erfolg als Sexidol in den 1990er

Jahren für einige Zeit von der Bildfläche verschwand.

Für ihr Werk ernteten er und das

Regietalent Darren Aronofsky („The Fountain“)

weltweit die verdienten Lorbeeren, unter anderem

zwei Golden Globes, einen Goldenen

Löwen in Venedig und noch 27 weitere namhafte

Auszeichnungen. Der Preisregen beweist, dass

inhaltliche Qualität nicht zwingend vom Geld

abhängig ist. Das Budget betrug lediglich sechs

Millionen US-Dollar, weshalb der Film in nur 37

Tagen und größtenteils mit echtem Publikum

gedreht werden musste, um Statisten zu sparen.

Selbst Rourke erhielt keinen einzigen Cent, und

da obwohl er vier Monate lang hart trainierte.

Blu-ray: Mit ihrem grobkörnigen Einschlag und

den unterkühlten, aber satten Farben bekräftigen

die Aufnahmen die gemischten Gefühle Randys

gegenüber der „realen“ Welt. Gäbe es den

Farbfilter nicht, so wäre „The Wrestler“ aufgrund

der Originalschauplätze, des Verzichts auf zusätzliche

Lichtquellen und der permanenten

Handkamera ohne Probleme den Dogma-95-

Filmen zuzuordnen. Kein Wunder, wurde dieses

Manifest doch verabschiedet, um wieder mehr

Realismus in die Kinos zu bringen und die dramaturgische

Vorhersehbarkeit zu minimieren.

Rein technisch gesehen widersprechen jedoch

die manchmal zu dunklen und kontrastiv leicht

überbelichteten Bilder dem Schönheitsideal.

Dem Sound kann man das zum Glück nicht ankreiden,

denn dieser ist mit viel Liebe zum Detail

abgemischt. Steigt Randy in den Ring, so sitzen

Sie in den akustischen Zuschauerrängen und

erleben seine Performance live mit. Die Kategorie

Extras hält sich nicht mit unnötig vielen Beiträgen

auf. Stattdessen wird auf tiefgründiges

Material gesetzt. 1

BEWERTUNG BLU-RAY

Bildqualität 6,5/10

Tonqualität 10/10

Bonusmaterial 5,5/10

Blu-ray-Effekt 3,5/10

Kurzfazit: Nicht ohne Grund wurde Rourkes Spiel mit

Preisen überhäuft. Nach Aronofskys sonst so abstrakten

Exkursen ein überraschend realitätsnahes Drama.

MILK

Regie: Gus Van Sant, US 2008

BLU- RAY- NEUHEITEN

DRAMA

FILMINHALT:

Vertrieb: Constantin

Bildformat: 1,85 : 1

Tonformate: DTS-HD HR 5.1

Darsteller: Sean Penn, Alison Pill,

Denis O’Hare, Diego Luna,

Emile Hirsch, James Franco

Laufzeit: 128 min

FSK:

ab 16 Jahren

Preis: 19 Euro

Veröffentlichung: erhältlich

Handlung: Die verfilmte Lebensgeschichte des

Bürgerrechtlers Harvey Milk sorgte während der

letzten Oscarverleihung für einigen Trubel. Sean

Penn erhielt den Oscar als bester Hauptdarsteller

und auch das Drehbuch wurde mit einer

goldenen Trophäe gewürdigt. Seine Auszeichnung

hat sich Penn redlich verdient, denn an

Glaubhaftigkeit ist er kaum zu übertreffen. Gus

Van Sants Milk-Biografie betrachtet die Hauptfigur

vordergründig als bemerkenswerten Geschäftsmann,

deutet aber auch recht nüchtern

sein Liebesleben an. Ende der 1960er, Anfang

der 1970er Jahre macht der 40-jährige Milk einen

kompletten Lebenswandel durch, bekennt sich

zu seiner Homosexualität und zieht nach San

Francisco. Angefangen bei der wirtschaftlichen

Belebung seiner Straße, des Castro-Viertels,

setzt er sich immer stärker und erfolgreicher für

die Rechte der Schwulen in Amerika ein. Zahlreiche

Originalaufnahmen und Fernsehbeiträge

aus der Zeit zeigen seine Erfolge, verheimlichen

aber auch nicht Milks Tod 1978 durch ein Attentat.

Dieser wird gleich zu Anfang offenbart, weshalb

der Zuschauer die Geschichte rückblickend

über die Tonbänder erfährt, die Milk für den Fall

seines vorzeitigen Todes anfertigte.

Film: Sympathisch führt der Film eine Figur nach

der anderen ein, wobei sich neben Penn selbst

besonders Emile Hirsch als Cleve Jones und Josh

Brolin in der Rolle des Dan White als Charakterdarsteller

hervortun.

Blu-ray: Der spezifische Look des Films lässt die

1970er Jahre wieder auferstehen und hat, abgesehen

von den Originalaufnahmen, ein visuell

hohes Niveau. Bräunlich ausgewaschene Farben

und erhöhter Kontrast gehören genauso dazu

wie gelegentlich hervorstechendes Filmkorn

und wenige Fokusschwächen. Auch Komponist

Danny Elfman („Batman“) verstand seinen Job,

denn die musikalische Untermalung gelingt ihm

vorzüglich. Er erfasst den Zeitgeist, trifft aber

auch emotional gesehen immer den richtigen

Ton. Anhand der Bonusfeatures erfährt man

viel über die damalige Schwulen- und Lesbenbewegung

und Harvey Milks Rolle. Interviews,

gelöschte Szenen und Making-of-Beiträge ergänzen

die historischen Fakten. Die Darstellerinfos

sind leider nur auf Kurzfilmografien begrenzt

und hätten ein paar Fakten mehr vertragen

können. 1

BEWERTUNG BLU-RAY

Bildqualität 8,5/10

Tonqualität 7,5/10

Bonusmaterial 5,5/10

Blu-ray-Effekt 3/10

Kurzfazit: Gelungene, wenn auch recht nüchterne Milk-

Biografie, die sich mit Erfolg auf die Stimmung im Castro-

Viertel der 1970er Jahre konzentriert.

Bilder: Constantin, Kinowelt Home

80

DIGITAL TESTED 5.2009


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entertainment

BLU-RAY

THE INTERNATIONAL Regie: Tom Tykwer, DE/US 2008

BLU- RAY- NEUHEITEN

THRILLER

FILMINHALT:

Vertrieb: Sony Pictures

Bildformat: 2,40 : 1

Tonformate: Dolby True HD 5.1 (dt./engl.)

Darsteller: Armin Mueller-Stahl,

Brian F. O’Byrne, Clive

Owen, Naomi Watts

Laufzeit: 118 min

FSK:

ab 16 Jahren

Preis: 20 Euro

Veröffentlichung: 17. September 2009

Handlung: Luis Salinger (Clive Owen), seines

Zeichens Agent bei Interpol, muss hilflos zusehen,

wie sein Freund und Mitarbeiter nach

einem Informantengespräch vor dem Berliner

Hauptbahnhof zusammenbricht und stirbt. Zusammen

mit der Staatsanwältin Eleanor Whitman

(Naomi Watts) macht sich Salinger auf,

den offensichtlich unnatürlichen Tod seines

Kollegen aufzuklären und dessen Mörder zu

stellen. Schon bald führen die Ermittlungen

in den Dunstkreis einer international operierenden

Großbank, der IBBC, die neben ihren

offiziellen Geschäften einen lukrativen Zwischenhandel

für Kriegswaffen zu betreiben

scheint. Mit dem festen Vorsatz, die Verantwortlichen

dingfest zu machen, begibt sich

Salinger auf eine gefährliche Reise quer durch

Europa, die ihn hart an der Grenze zur Illegalität

immer tiefer in ein Netz aus wirtschaftlicher

Korruption, Macht und Gewalt zieht. In dessen

Mitte steht der unangreifbare Bankdirektor

Skarssen (Ulrich Thomsen).

Film: Mit „The International“ – dem Eröffnungsfilm

und Liebling der diesjährigen Berlinale –

hat Regisseur Tom Tykwer eine düstere Parabel

auf die möglichen Auswüchse einer korrumpierten

Finanzwelt geschaffen. Meisterlich erzählt

der Regisseur von „Lola rennt“ und „Das

Parfüm“ in kühlen, fast schon geometrischen

Bildern die Geschichte des Agenten Salinger,

der die Grenzen seiner Befugnis und Moral

systematisch überschreiten muss, um den

übermächtigen Gegner zur Strecke bringen zu

können.

Dabei ist sich Tykwer seiner Mittel sicher.

Neben der ausgefeilten Bildsprache, die auf

architektonische Technokratie und Sterilität

setzt, überzeugt „The International“ mit einem

hervorragenden Drehbuch sowie einer erstklassigen

Besetzung. Besonders Clive Owen

scheint die Rolle des ambitionierten, coolen

und dabei stets irgendwie zerbrechlich wirkenden

Interpol-Agenten Luis Salinger wie auf den

Leib geschneidert zu sein. Seine Omnipräsenz

sorgt selbst in den vielen ruhigeren Szenen für

jene anhaltend unterschwellige Spannung, die

den Film auch ohne ausufernde Action über die

komplette Laufzeit hinweg fesselnd macht.

Blu-ray: Der großartigen Inszenierung folgt

eine technisch nahezu perfekte Blu-ray-Umsetzung.

Souverän beflügelt das HD-Bild

dank hoher Schärfe und sehr guter Kontraste

auch große Heimkinoleinwände und setzt

so Tykwers visuell ohnehin beeindruckenden

Thriller ohne jegliche Qualitätseinbußen in

Szene. Die Abmischung der deutschen True-

HD-Tonspur ist ebenfalls absolut sauber gelungen.

Lediglich noch etwas mehr Räumlichkeit

hätten wir uns an einigen Stellen gewünscht,

etwa bei der künstlerisch weniger wertvollen,

aber umso spannenderen Dekonstruktion des

New Yorker Guggenheim-Museums.

Ungeachtet dessen kann auch der Bonusteil

der Disc überzeugen. Das halbstündige

Making-of sowie diverse Hintergrundberichte

sind nicht nur interessant, sondern kommen

außerdem fast ausschließlich hochauflösend

auf den Schirm. Eine Bild-in-Bild-Funktion

mit Audiokommentar und Entstehungsdetails

macht außerdem

den Lust, den Film

erneut anzuschauen.

„The International“ ist definitiv

eine Empfehlung. 1

BEWERTUNG BLU-RAY

Bildqualität 9,5/10

Tonqualität 8,5/10

Bonusmaterial 8/10

Blu-ray-Effekt 7/10

Kurzfazit: Spannend, intelligent und ästhetisch lässt der

europäische Thriller den letzten Bond im Regen stehen.

Ein Muss für klassische Cineasten und Heimkinobesitzer.

Bilder: Sony Pictures Home Entertainment

82

DIGITAL TESTED 5.2009


entertainment

BLU-RAY

YELLOWSTONE

UK 2009

DOKUMENTATION

FILMINHALT:

Vertrieb: Polyband

Bildformat: 1,85 : 1

Tonformate: DTS-HD HR 5.1

Darsteller: –

Laufzeit: 132 min

FSK:

ab 0 Jahren

Preis: 24 Euro

Veröffentlichung: erhältlich

Handlung: Tief in den amerikanischen Rocky

Mountains, eingebettet in einen schlummernden

Vulkan, befindet sich der Yellowstone-Nationalpark.

Jährlich zieht es ganze drei Millionen Besucher

an diesen Ort. Zwölf Monate lang filmte das

Team der BBC zahlreiche Naturphänomene, die

den Park so einzigartig machen.

Film: In drei je 44 Minuten langen Folgen sehen

Sie, wie das Leben im Winter („Feuer und Eis“),

Sommer („Leben auf dem Vulkan“) und Herbst

(„Zeit des Wandels“) seinen Gang geht, stets

begleitet von sinnvollen und aufschlussreichen

Kommentaren. Mit dem Erwerb der Rechte an den

hochwertigen BBC-Ausstrahlungen hat Polyband

definitiv alles richtig gemacht.

Nach der visuell beeindruckenden Blu-ray „Galapagos“

erfüllt auch die neuste Veröffentlichung

unsere Testerherzen mit Freude. Von einer der beliebtesten

und am häufigsten gesehenen Naturdokumentationen

der letzten fünf Jahre erwartet

man aber auch nichts anderes. So gut erklärt und

wunderschön haben wir Wölfe, Weißkopfadler,

Bisons und andere seltene Tierarten noch nie

gesehen.

Blu-ray: Jede einzelne Unebenheit im Schnee

zeichnet sich durch eine extrem hohe Schärfe

aus, wuschelig weich zeigt sich das vom Wind zerzauste,

dichte Bisonfell und die weitläufigen Panoramen

bringen mit ihrem immensen Detailgrad

unseren Atem ins Stocken. Lichtstimmung und

Atmosphäre wurden gemäß den Jahreszeiten perfekt

eingefangen und erfahren ihre Potenzierung

durch eingespielte Wind- und Ambiente-Sounds,

die das Wohnzimmer mal kälter, mal wärmer

wirken lassen. Die sorgsam aufgenommenen Tiergeräusche

sprechen uns wegen ihrer Natürlichkeit

und Klarheit so sehr an, dass wir anderen

Produzenten von Naturdokus diese Machart nur

ans Herz legen können. Auch die entspannende

Musik gefällt durch ihre Nähe zum „Der Herr

der Ringe“-Soundtrack. Nicht ohne Grund wurde

„Yellowstone“ auf dem diesjährigen International

Wildlife Film Festival für sein Sounddesign,

den Schnitt, die Kamera und für die ökologisch

nachhaltige Produktion ausgezeichnet. Drei zusätzliche

10-Minuten-Filmchen zeigen außergewöhnliche

Menschen wie Jeff Henry, den „Schneemann“,

oder Mike Kasic, den „Fischmann“, die

durch ihre langjährige Erfahrung vor Ort zum

Erfolg der HD-Produktion beigetragen haben. 1

BEWERTUNG BLU-RAY

Bildqualität 9/10

Tonqualität 9/10

Bonusmaterial 5,5/10

Blu-ray-Effekt 5,5/10

Kurzfazit: So scharf haben wir die Schönheit der Wildnis

schon lange nicht mehr auf Blu-ray gesehen. Ein absolutes

Spitzenprodukt unter den HD-Dokumentationen.

IM SCHATTEN DES MONDES

Regie: David Sington, US 2007

BLU- RAY- NEUHEITEN

DOKUMENTATION

FILMINHALT:

Vertrieb: Polyband

Bildformat: 1,78 : 1

Tonformate: DTS-HD HR 5.1

Darsteller: Buzz Aldrin,

Neil Armstrong,

Alan Bean

Laufzeit: 100 min

FSK:

ohne Altersbeschränkung

Preis: 24 Euro

Veröffentlichung: erhältlich

Handlung: Ein wenig Balsam für die geschundene

US-Seele, ein bisschen Heldentum und der

Rückblick auf das bis dato größte Abenteuer der

Menschheit. All das gibt’s in diesem flott-unterhaltsamen

Dokumentarfilm über die amerikanische

Raumfahrtgeschichte. Acht Veteranen

der berühmten Apollo-Missionen wurden dafür

interviewt. Jenes Material unterlegte Regisseur

David Sington mit teilweise spektakulären Originalaufnahmen.

Eine Retrospektive über Sputnik-Schock,

den Beginn des Weltalltrips und

erfolgreiche Schritte auf dem Mond. Die Begegnung

mit Buzz Aldrin und Co. ist ein emotionales

Erlebnis aus bemerkenswerter Perspektive.

Film: Obwohl die alten Schwarz-Weiß-Bilder nur

selten HD-Qualität erreichen, gelegentlich tiefe

Kratzer aufweisen bzw. deutlich rauschen, darf

das durchschnittliche Niveau der Disc als ordentlich

bezeichnet werden. Alte Zelluloidaufnahmen

wurden digital aufpoliert und von 16

auf 35 Millimeter aufgeblasen. Akustisch existieren

kaum Spezialeffekte, Surround-Klang

liegt ebenfalls nur spärlich vor. Stattdessen

bringt die Scheibe viele erzählende Monologe

inklusive der üblichen, wenngleich gelungenen

Orchesterbegleitung. Dank einer soliden Abmischung

zünden die Triebwerksgeräusche trotzdem

kraftvoll und die endlose Leere des Alls

wird im Knistern des Äthers spürbar. Ob der

Zuschauer schlussendlich die englische oder

deutsche DTS-HD-5.1-Version wählt, bleibt im

Grunde gleich. Hierzulande liegt nur ein adäquates

Voice-over über den Stimmen.

Blu-ray: Im aufgeräumten Bonusteil finden

sich weitere Informationen über die

Komposition des musikalischen Rahmens

(„Scoring Apollo“) und knapp eine

Stunde zusätzlicher Szenen im Feature

„Behind The Shadow“ (ca. 57 Minuten). Zum

vollständigen Glück fehlt eigentlich nur der

Kommentar von Neil Armstrong, der jedoch keine

weiteren Worte mehr in Mikrofone sprechen

will. Aber immerhin kommt der spannende

Blick zu den Sternen in einer stabilen Metallbox

zu Ihnen nach Hause. 1

BEWERTUNG BLU-RAY

Bildqualität 6/10

Tonqualität 7/10

Bonusmaterial 5,5/10

Blu-ray-Effekt 3/10

Kurzfazit: Ein kleiner Schritt für eine Blu-ray, aber ein

großer für die Menschheit. Spannende Sternstunde der

Raumfahrt.

Bilder: Polyband, Senator Film

84

DIGITAL TESTED 5.2009


DER VORLESER Regie: Stephen Daldry, DE/US 2008

DRAMA

FILMINHALT:

Vertrieb: Senator Film

Bildformat: 1,78 : 1

Tonformate: DTS-HD Master Audio 5.1

Darsteller: Kate Winslet,

David Kross,

Ralph Fiennes

Laufzeit: 135 min

FSK:

ab 12 Jahren

Preis: 21 Euro

Veröffentlichung: erhältlich

Handlung: Im Nachkriegsdeutschland der 1950er

Jahre verliebt sich der 15-jährige Schüler Michael

Berg (David Kross) in Hanna Schmitz, eine 20

Jahre ältere Frau (Kate Winslet), und sammelt

mit ihr seine ersten intensiven sexuellen Erfahrungen.

Nach einem gemeinsam verlebten

Sommer verschwindet sie spurlos. Acht Jahre

später sieht der junge Mann, inzwischen Jurastudent,

seine erste große Liebe wieder –

als Angeklagte in einem Mordprozess gegen ehemalige

KZ-Aufseherinnen. Hanna Schmitz wird

zu lebenslanger Haft verurteilt, nicht zuletzt

deswegen, weil sie die entlastende Tatsache verschweigt,

dass sie Analphabetin ist. Letzteres

war auch der Grund, weshalb es von Anfang an

Teil des Liebesrituals war, sich von Michael Bücher

vorlesen zu lassen. Der mittlerweile als Anwalt

arbeitende Michael (Ralph Fiennes) schickt

Hanna dann Jahre später von ihm besprochene

Literaturkassetten ins Gefängnis, mit deren Hilfe

sie sich das Lesen beibringt. Am Ende ihrer

Haftstrafe kann Hanna Schmitz nicht nur lesen,

sondern trifft auch Entscheidungen, die ihre Vergangenheit

und Zukunft mehr als nur berühren.

Viel stärker als die Liebesbeziehung zwischen

einem jungen Mann und einer wesentlich älteren

Frau steht hier die Aufarbeitung der Naziverbrechen

im Mittelpunkt, heruntergebrochen auf die

Frage nach Schuld und Verstrickung, nach dem

Verstehen und dem Vergeben – vor allem Menschen

gegenüber, die man liebt.

Film: Was die Romanvorlage von Bernhard

Schlink durch die klare Ichperspektive und eine

stringente Erzählweise ausgezeichnet vermitteln

konnte, verschwimmt im Film von Stephen

Daldry („Billy Elliot“, „The Hours“) ein wenig.

Aber die guten Schauspielerleistungen – allen

voran die dafür zu Recht mit dem Oscar prämierte

Kate Winslet und ein überaus talentierter David

Kross – sowie der ruhige, aber sehr wirksam eingebundene

Filmsound machen diesen Streifen

zu einem echten Erlebnis.

Blu-ray: Die Disc selbst ist rundum gelungen,

auch wenn keine Referenzwerte erreicht werden.

Die Bildschärfe ist fast durchgehend sehr

gut, optisch beeindruckend wirkt dies allerdings

nur in wenigen Szenen. Die Farbdarstellung

„leidet“ ein wenig an den Gelb- und Brauntönen

der Innenaufnahmen, was allerdings kein

Mangel des Transfers ist. Im Übrigen haben wir

zum Vergleich die DVD eingelegt (auf 1 080p

hochskaliert) und waren wieder einmal von

dem deutlichen Unterschied zwischen DVD und

Blu-ray beeindruckt. Bereits in den Anfangsszenen,

etwa bei der ersten Begegnung von

Hanna und Michael im Torbogen, sieht man auf

dem DVD-Bild deutliche Artefakte und störende

Ränder um die Bildmotive. Auch wenn sich

dieser krasse Unterschied mit wachsendem

Sehabstand etwas relativiert, liegen Welten

dazwischen.

Die Soundabmischung ist gut und profitiert

davon, dass die deutsche Tonspur hier als

DTS-HD-Master-Audio-Komprimierung vorliegt.

Die Lautsprecher werden alle in Anspruch genommen.

Wirklich beeindruckenden Rundumsound,

wie z. B. beim Gesang in der Kirche,

bekommt man genrebedingt selten zu hören.

An Extras, die in SD vorliegen, sind ein ausführliches

Making-of, Gespräche mit Daldry, Kross

und Winslet sowie Informationen über die Location

und die Musik zu finden. Dazu verweist ein

Link auf kommende Onlineinhalte.

Alles in allem ein sehr empfehlenswerter Film,

der – bis auf Umfang und Auflösung der Extras –

optimal auf Blu-ray umgesetzt ist. 1

BEWERTUNG BLU-RAY

Bildqualität 9/10

Tonqualität 8/10

Bonusmaterial 6/10

Blu-ray-Effekt 4,5/10

Kurzfazit: Ein berührender Film in einer ihm würdigen

Blu-ray-Umsetzung, die eher durch Inhalt, Bild und Ton

als durch viele Extras punktet.

BLU- RAY- NEUHEITEN

WWW.DIGITAL-TESTED.DE

85


entertainment

BLU-RAY

GRAN TORINO Regie: Clint Eastwood, US/DE/AU 2008

BLU- RAY- NEUHEITEN

DRAMA

FILMINHALT:

Vertrieb: Warner Home

Bildformat: 2,35 : 1

Tonformate: Dolby True HD 5.1 (engl.),

DD 5.1

Darsteller: Clint Eastwood, Bee Vang,

Christopher Carley

Laufzeit: 116 min

FSK:

ab 12 Jahren

Preis: 24 Euro

Veröffentlichung: erhältlich

Handlung: Gäbe es eine „Dirty Harry“-Verfilmung,

die den in die Jahre gekommenen Inspektor

Callahan im wohlverdienten Ruhestand

zeigt, sähe sie bestimmt genauso aus wie

„Gran Torino“, mit einem kleinen, aber wichtigen

Unterschied: Die Hauptfigur entwickelt

sich weiter. Walt Kowalski (Clint Eastwood) ist

ein unausstehlicher, verbitterter, alter Rassist,

der im Koreakrieg kämpfte und eine jahrelang

geschürte Abneigung gegen Asiaten hegt. Seine

Frau ist tot, die Jungen aus dem Haus – nur

der gute Ford Gran Torino glänzt noch unter der

Plane in der Garage vor sich hin.

Ein Stückchen schöne Erinnerung, die sich der

ehemalige Automonteur aus früheren Tagen bewahrt

hat. Doch dann will man ihm auch noch

die letzte Verbindung zur Vergangenheit rauben.

Als Mutprobe hat es die Spider-Gang auf

Walts Auto abgesehen, was Kowalski mit Waffengewalt

zu verhindern weiß. Als Wiedergutmachung

für seine Tat muss nun der junge Thao

(Bee Vang) Strafarbeit bei dem Alten verrichten

und baut dabei eine tiefgreifende Freundschaft

zu ihm auf. Gleichzeitig macht sich Walt einen

Namen als Beschützer der Nachbarschaft und

wird in die Familie Thaos aufgenommen. Ganz

so leicht lässt sich die Spider-Gang allerdings

nicht ausschalten.

Film: In seiner voraussichtlich letzten Rolle lässt

Eastwood noch einmal so richtig die Puppen

tanzen. Er spielt einen politisch unkorrekten

Griesgram, der skrupellos sagt, was er denkt.

Und obwohl sein Filmcharakter die schlechte

Laune in Person ist, schließt man ihn dennoch

sofort ins Herz, ganz einfach weil ihn der Haudegen

Eastwood spielt. Walts Hauptproblem

besteht im kulturellen Wandel um ihn herum,

an den er sich nicht mehr anpassen kann. Doch

irgendwo in seinem Innersten entdeckt er doch

ein Stück Frieden, das ihn die neue Generation

nicht ganz aufgeben lässt. Die eine oder andere

Lebensweisheit kann er noch weitergeben, genauso

wie Clint, der als gefeierter Altregisseur

gerade einen zweiten (wenn nicht sogar dritten

oder vierten) Frühling in seiner Hollywood-Karriere

erlebt. Wenn Eastwood einen Film als Regisseur

angeht, dann übernimmt er ihn gleich

richtig. Neben Hauptrolle und Regie wirkt er

als Produzent mit. Für die Musik zeichnet s