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Christophorus 333

Christophorus 333

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Premiere – Unterwegs im neuen 911

Heimatgefühle

Text

Christoph Schlegel

Fotografie

Martin Grega

Der 911 ist zurück – schneller, stärker und sparsamer. Er ist ein Meisterwerk

der Ingenieurskunst. Und das hat er gleich bei seinem Heimspiel bewiesen.

Stuttgart wird dabei zur Teststrecke, und in der Berg-,Tal- und Stadtlandschaft unterstreicht

der neue Carrera die Porsche-Philosophie: Besser geht immer.


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Auf dem Parkplatz steht eine Reihe kraftvoller Fahrzeuge. Ihre

Spitzen ragen heraus wieWindhunde vor dem Start. Zwölf Fahrzeuge,

zwölf Meisterwerke, aufgereiht wie Perlen. Noch ist der

Tag unentschieden, noch hängt der Morgennebel ein bisschen

suppig über Schloss Monrepos, dem bezaubernden Seeschlösschen

in Ludwigsburg. Es ist 8.05 Uhr, über dem See zieht ein leichter

Wind, wir entscheiden uns für denWagen in Racinggreenmetallic.

Der Schlüssel klackt in die Öffnung, ein sachterTritt auf das Gas,

ein erstes Aufbäumen des Sechszylinder-Boxermotors. Es geht los,

ein wenig Asphalt schmecken, Heimatluft spüren. Denn hier ist er

zu Hause, der Elfer.

Heimat ist ein Ort, an dem man sich nicht lange erklären muss, wo

man verstanden wird – und wenn hier einer keine lange Erklärung

benötigt, dann ist es der 911 Carrera S. Der Elfer spricht für sich.

Genau 45 Jahre sind vergangen, seit 1963 der erste 911 den Begriff

Sportwagen neu definiert hat – und den Mythos Porsche begründete.

Jetzt ist die neue Generation da.Wenige Kilometer reichen

und man weiß, wie sich ein gelungener Evolutionssprung anfühlt.

Dank des neuen Porsche-Doppelkupplungsgetriebes (PDK) und

dank der Benzin-Direkteinspritzung ist der neue 911 stärker – und

trotzdem umweltfreundlicher und vor allem sparsamer. Der neue

Elfer ist auf Anhieb zu Hause angekommen – und er steht gleich

auf einem Spitzenplatz.

Langsam zieht der Glanz der ersten Sonne über die Stadt. DerTag

hat sich entschieden. DasVerdeck fährt mit einem magischen Surren

zurück.Vor uns liegt eine hügelige, kurvenreiche und urbane Landschaft,

das 911-Kernland mit seinem Herzstück Stuttgart. Das Faszinierende

auf dem Weg in die Stadt: Hinter jeder Kurve verändert

sich die Perspektive, ergibt sich ein neues Bild, ein neues Motiv.

Mal ist es ein malerischer Kirchturm zwischen rotbraunen Giebeln,

Platz da: Am Schlossplatz mit seinen vielen Gesichtern wird dem

Kunstmuseum (oben) die Rolle als Platzhirsch streitig gemacht

mal ein weißlich strahlender Glaswürfel von enormem Ausmaß,

dann schmuckeVillen an sanften Hügeln, und immer wieder tiefes

Grün, am Hang und imTal.

Dass das 911-Fahren schnell zum Genuss wird, liegt an der angenehmen

Schaltung. Aber:Was heißt hier Schaltung? Die optionale

Siebengang-PDK, die das bisherige Tiptronic-S-Automatikgetriebe

abgelöst hat, sorgt für nahtlose Übergänge in ein paar Millisekündchen.Wäre

nicht die Anzeige auf dem Armaturenbrett, die

rasch auf vier, fünf, sechs, sieben hoch zählt, man wüsste nicht

mehr, auf welchen Wolken man gerade schwebt. Das Porsche-

Doppelkupplungsgetriebe schaltet schneller hoch, die Reaktion A


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Das neue Porsche-

Doppelkupplungsgetriebe

(PDK) im 911 Carrera

Die Vorteile auf einen Blick

– deutliche Kraftstoffreduktion durch Siebengang-Auslegung

und hohen Wirkungsgrad

– Verbesserung der Fahrdynamik, zum Beispiel durch Wegfall

der Zugkraftunterbrechung

– Steigerung der Fahrleistung, zum Beispiel durch Launch

Control und weitere Sonderfunktionen bei Sport Chrono Plus

– sehr kurze Schaltzeiten bei sehr hohem Komfort

– adaptive, intelligente Schaltstrategie mit Direktwahl

Mehr über das Porsche-Doppelkupplungsgetriebe auf

den Seiten 40 und 41.

kommt sofort und die Zugkraft wird nicht unterbrochen. Der Clou

des ineinander wirkenden Schaltgetriebes:Während der eine Gang

eingelegt ist, ist der nächste schon vorgewählt. Die Fahrt wird

dadurch unbeschwerter – und schneller. Wie schnell, das wird

später auf einem Ausflug zu den ausnahmsweise mal freien Autobahnen

rund um Stuttgart klar. Von null auf Tempo hundert geht

es in 4,7 Sekunden. Danach will man dem 911CarreraS wieder in

Ruhe die Heimat zeigen – so flott ist er einem ans Herz gewachsen.

Oder sagen wir so: Aus einem Elfer betrachtet man die Umgebung

ein bisschen wie ein frisch Verliebter. Die eigene Stadt erscheint

anders, wenn man frisch verliebt ist. Alles ist wohl bekannt, die

Straßen, die Kreuzungen, die Ecken – und doch ist alles neu. Als

würde man einem Fremden die Stadt zeigen und sie durch dessen

Augen sehen. Nur, dass man sie eben durch die Frontscheibe einer

Legende sieht. Und es gibt viel zu sehen. Das fängt an mit der „Talfahrt“–

auf der NeuenWeinsteige, jenem Stuttgarter Panorama-

Paradies. Die NeueWeinsteige wurde 1831 alsVerbindungsstraße

zwischen der Residenz im Tal und den südlichen Orten errichtet.

Dafür mussten rund 200 Höhenmeter überwunden werden. Eine

Großtat. DieVerbindungsstraße gilt aber noch heute als ingenieurmäßige

Pionierleistung. Und sie ist mehr als das. Die Strecke bietet

Serpentinen derWonne. Links der Blick über die in Sonnenstrahlen

getauchte Stadt, rechts die grünen Weinberge.Wie ein Pendel, das

behutsam hin und her schwingt, zieht es den 911 Carrera S über

den Asphalt, hinein in die Geschäftigkeit der Großstadt.

Echte Pionierleistungen wurden auch beim neuen Elfer erbracht.

Weil der Sechszylinder-Boxermotor nun über eine Benzindirekteinspritzung

versorgt wird, hat sich die Leistung deutlich erhöht.

Beim 3,6-Liter-Motor von 325 auf nun 345 PS, beim 3,8-Liter-

Triebwerk in den S-Varianten von 355 auf 385 PS. Das spart nicht

nur Sprit, das macht ihn auch sauberer. Der CO 2 -Ausstoß wird

um rund 15 Prozent gedrosselt. Zudem musste sich der Motor

einer strengen Diät unterziehen. 40 Prozent der Bauteile wurden

eingespart, das Gewicht deutlich reduziert.Von außen sieht man

ihm sein gestrafftes Innenleben nicht an. Von außen sind es auch

die neuen LED-Tagfahrlichter und die LED-Rückleuchten, die

schon beim Flanieren über die Theodor-Heuss-Straße die Blicke

auf sich ziehen.

A

Zur Aussicht kommt die Einsicht: Ein Auto wie geschaffen für

alle Berg- und Tallagen in und um Stuttgart

A

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Die Benzin-Direkteinspritzung

im 911 Carrera

Die Vorteile auf einen Blick

– geringerer Kraftstoffverbrauch, unter anderem durch

erhöhtes Verdichtungsverhältnis (12, 5:1)

– reduzierte Ladungswechselverluste durch Einsatz der

bewährten Porsche VarioCam-Plus-Technologie

– gesteigerte Drehmoment- und Leistungswerte durch

verbesserte Zylinderfüllung

– spontaneres Ansprechverhalten durch exakte

Zuordnung von Frischluftladung und direkt eingespritzter

Kraftstoffmenge

– vorzeitige Unterschreitung der EU5-Grenzwerte durch

innovative Katalysator-Heizstrategie

Mehr über die Benzin-Direkteinspritzung auf den

Seiten 38 und 39.

Stuttgart ist eine Stadt der Hügel, der höchste Punkt liegt bei 549

Meter, der tiefste bei 207 Meter über dem Meeresspiegel. Im Talkessel

brodelt der Sommertag. Der Elfer ruht in der Parkbucht.

Im Café an der Königstraße recken sich die Hälse: „Ist das der

neue Elfer?“–„Dürfen wir mal reingucken?“–„Wow!“– Jawohl,

er ist in der Heimat angekommen. Die kurze Rast erlaubt einen

Sightseeing-Rundblick auf das Neue Schloss, auf die Königstraße

und natürlich auf den Schlossplatz mit seinen üppigen Kastanienbäumen.

Hier wird heute wieder das Schauspiel geboten, es heißt

„Schlossplatz“ und läuft täglich mit wechselnder Besetzung: Sie

gehen vorbei, die Eiligen, die Bummelnden, die Telefonierenden.

Der Elfer ist der Ruhepol im pulsierenden Treiben, in seiner edlen

Gelassenheit nur noch getoppt vom Kubus des Kunstmuseums.

Für einen Moment aber stiehlt ihm das Auto die Schau als Sehens-

Würdigkeit. Ein Mythos zum Anfassen.

Wie auf Schienen: Aussichtsreiche Plätze – hier den Weißenburgpark

– zu finden, ist in Stuttgart keine Kunst, sondern Alltag

Dann quert er diese Bühne des Lebens, dieTour de City geht weiter.

Elegant fädelt sich der 911CarreraS in den Strom der Innenstadt.

Es geht vorbei am Stuttgarter Hauptbahnhof mit seinem imposanten

Turm. Hinter dem Bahnhof beginnt die Entdeckung der

Zukunft, in den neuen Geschäfts- und Finanzhäusern der Stadt.

Das mondäne Racinggreenmetallic des Elfers bildet einen aufregenden

Kontrast zu den nüchternen Glas- und Stahlkonstruktionen.

Und doch: Beides steht für Erfolg.Wie Stuttgart zu einer der

führendenWirtschaftsmetropolen aufgestiegen ist, so hat sich der

911 in den vergangen vier Jahrzehnten zum Nonplusultra unter den

Sportwagen entwickelt – der auch ökonomisch glänzt: Der Durchschnittsverbrauch

liegt bei einem neuen 911 Carrera mit PDK bei

nur 9,8 Liter auf 100 Kilometer, und bei der Cabriolet-Version mit

PDK bei 9,9 Liter.

A


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Zum Abschluss gilt es, die Stadt, in der der Porsche gebaut wird,

von oben zu betrachten. Dafür gibt es kaum einen schöneren Ort

als das Teehaus im Weißenburg-Park. Das prächtige Jugendstil-

Haus bietet einen atemberaubenden Blick. Und der Elfer riskiert

den Anstieg, so weit es geht – und es geht sehr weit. Er ist breit

genug, um es auf die Plattform zu wagen. Der Stuttgarter Fabrikant

Ernst von Sieglin hat seiner Frau 1913 das Teehaus geschenkt,

damit sie dort oben ihre Freundinnen zum Teekränzchen empfangen

konnte. Ein recht unbescheidenes Geschenk – offenbar

auch aus Mangel an Alternativen (der 911 war noch nicht erfunden).

Oben liegt Stuttgart einem zu Füßen. Es ist, als würde gleich

einer sagen: Es ist angerichtet!Vor einem breitet sich die Stadt mit

ihrenTürmen, Kirchen, Hügeln, ihrem Grün aus. Es ist der Höhepunkt

einer Fahrt, die gezeigt hat: Die Legende lebt.

Und nun geht es zurück. Etwas wehmütig auf die Hohenheimer

Straße, wieder runter in den Kessel, rechts abbiegen, vorbei an der

Staatsgalerie, die Neckarstraße entlang, durch den Tunnel, in dem

ein letztes Mal die neuen LED-Leuchten zur Geltung kommen,

vorbei an der Wilhelma, über den Pragsattel auf die B 27, vorbei

am Porsche-Werk in Zuffenhausen zurück zum Schloss Monrepos.

Am Himmel ziehen sich dieWolken zusammen. Das Heimspiel des

911 geht dem Ende entgegen. Es wird Regen geben. Heimat ist

kein geografischer Begriff.„Home is where the heart is“, wie die

Amerikaner sagen – und das Herz dieser Stadt schlägt im Rhythmus

des Elfers.

B

Technische Daten

911 Carrera Cabriolet und 911 Carrera S Cabriolet

(Die technischen Daten können länderspezifisch variieren.)

Motor:

Gemischaufbereitung:

Hubraum:

Leistung:

Max. Drehmoment:

Gewicht (DIN):

Beschleunigung:

Höchstgeschwindigkeit:

6-Zylinder-Aluminium-Boxermotor

wassergekühlt

Benzin-Direkteinspritzung

(Direct Fuel Injection ⁄ DFI)

3614 cm 3 (Carrera)

3800 cm 3 (Carrera S)

254 kW (345 PS) bei 6500 ⁄ min (Carrera)

283 kW (385 PS) bei 6500 ⁄ min (Carrera S)

390 Nm bei 4400 ⁄ min (Carrera)

420 Nm bei 4400 ⁄ min (Carrera S)

1500 kg (Carrera)

1510 kg (Carrera S)

0–100 km ⁄ h in

5,1 (4,9) s (Carrera)

4,9 (4,7) s (Carrera S)

289 (287)* km ⁄ h (Carrera)

302 (300)* km ⁄ h (Carrera S)

* Die Werte in Klammern beziehen sich auf Fahrzeuge mit PDK-Getriebe.

911 Carrera Coupé und 911 Carrera S Coupé

(Die technischen Daten können länderspezifisch variieren.)

Motor:

Gemischaufbereitung:

Hubraum:

Leistung:

Max. Drehmoment:

Gewicht (DIN):

Beschleunigung:

Höchstgeschwindigkeit:

6-Zylinder-Aluminium-Boxermotor

wassergekühlt

Benzin-Direkteinspritzung

(Direct Fuel Injection ⁄ DFI)

3614 cm 3 (Carrera)

3800 cm 3 (Carrera S)

254 kW (345 PS) bei 6500 ⁄ min (Carrera)

283 kW (385 PS) bei 6500 ⁄ min (Carrera S)

390 Nm bei 4400 ⁄ min (Carrera)

420 Nm bei 4400 ⁄ min (Carrera S)

1415 kg (Carrera)

1425 kg (Carrera S)

0–100 km ⁄ h in

4,9 (4,7) s (Carrera)

4,7 (4,5) s (Carrera S)

289 (287)* km ⁄ h (Carrera)

302 (300)* km ⁄ h (Carrera S)

* Die Werte in Klammern beziehen sich auf Fahrzeuge mit PDK-Getriebe.

Wahrzeichen unter sich: Stuttgarts Fernsehturm als Reflektion

auf der Haube von Stuttgarts neuem Schrittmacher

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