"Haftungsrecht im Umgang mit FEM und Kurzvorstellung des ...

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"Haftungsrecht im Umgang mit FEM und Kurzvorstellung des ...

Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Haftungsrecht

im Umgang mit

FEM und

Kurzvorstellung des

Werdenfelser Weges

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

von Fixierungen

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Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Fall 1: Scheiße gelaufen

Bei einer 72-jährigen Bewohnerin einer Einrichtung mit Diabetes wurde die Amputation

der großen Zehe erforderlich. Die Bewohnerin war zuvor mobil und hatte keine

sonstigen körperlichen Behinderungen. Für ihre finanziellen Angelegenheiten war

aufgrund leichter Demenz der Sohn als Betreuer eingesetzt.

Nach der Operation und Rückkehr in die Einrichtung hat die Patientin akut Durchfall

bekommen. Zudem hatte sie Schmerzen und Schwierigkeiten beim Gehen. Ein Bettgitter

kam in einem Beratungsgespräch zur Sprache, auf ihren Wunsch aber nicht zum

Einsatz. Sie wollte sich über die Klingel melden, wenn sie Hilfe braucht.

Zwei Tage später stürzte die Bewohnerin nachts im Zimmer, als es plötzlich pressierte

und sie die Zimmertoilette aufsuchen wollte. Nach dem Verlassen des Bettes und noch

vor Eintreffen von Hilfe trat vor Erreichen der Toilette durchfälliger Stuhlgang ein. Die

Patientin ist auf eigenem Stuhlgang ausgerutscht und hingefallen und zog sie sich eine

Oberschenkelfraktur zu.

Muss die Einrichtung haften, weil keine Vorsorge durch ein Bettgitter getroffen war ?

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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von Fixierungen

Fachtag Hengersberg 1


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

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Fall 2: Gehst du mit aufs Klo ?

Sturz eines 80-jährigen Pflegeheimbewohners, der sich auf Grund einer

Demenz, einer Bandscheiben- und Prostataoperation sowie Atemnot in

körperlich und geistig schlechtem Gesundheitszustand befand.

Beim Aufstehen und Gehen benötigte er Beaufsichtigung und Anleitung.

Bei einem von einer ungelernten Hilfskraft begleiteten Toilettengang kam es

zum Sturz. Folge waren eine Wirbelsäulen- und Beckenprellung sowie eine

Fraktur des Schambeins und eine dreiwöchige stationäre

Krankenhausbehandlung.

Haftung ?

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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Mittlerweile kann man sich auf eine klare Rechtsprechung

berufen, da der BGH sich auf erstaunlich klare Grundsätze für

Alten- und Pflegeheime bei der Entscheidung zur Nichtfixierung

festgelegt hat.

In zwei Entscheidungen vom 28.04.2005 und vom 14.07.2005, hat

sich der BGH mit der Inanspruchnahme von Heimträgern durch

Krankenkassen für die durch Stürze verursachten Kosten der

Krankenbehandlung befasst.

Seitdem herrscht Rechtssicherheit für das „Alltagsleben“ in

Einrichtungen und die Fixierungsfrage.

Diese Rechtsprechung betrifft nicht sonstige Fälle konkreter

Pflegemaßnahmen wie z.B. wie viele Pfleger müssen beim

begleiteten Toilettengang dabei sein ?

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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Fachtag Hengersberg 2


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

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BGH-Entscheidung vom 28.04.2005

Klägerin war die Krankenversicherung der 89 jährigen, unter

Betreuung stehenden Frau W, die seit 4 Jahren in einem von der

Beklagten betriebenen Pflegewohnheim lebte. Sie war hochgradig

sehbehindert, zeitweise desorientiert und verwirrt; ihr Gang war sehr

unsicher. Sie war der Pflegestufe III zugeordnet.

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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Bereits 3 Jahre vor dem Einzug hatte sie bei einem Sturz eine

Oberschenkelfraktur links erlitten, aufgrund deren ihr das Gehen fortan nur noch

mit Gehstütze möglich war;

kurz vor ihrer Aufnahme in das Heim hatte sie sich bei einem weiteren Sturz ein

Schädel-Hirn- Trauma und im Jahr nach dem Einzug bei einem dritten Sturz ein

weiteres Schädel-Hirn- Trauma zugezogen.

Vor 7 Jahren:

Sturz Nr.1 zu

Hause

Vor 3 Jahren:

Sturz Nr.2 zu

Hause

Danach:

Aufnahme im

Heim

Vor 2 Jahren:

Sturz Nr. 3 im

Heim

Aktuelle

Sturzsituation

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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Fachtag Hengersberg 3


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Neben ihrem Bett befand sich eine Klingel; außerdem konnte sie sich

durch Rufe bemerkbar machen.

Am 27.06.2001 fand gegen 13:00 Uhr die letzte Kontrolle statt. Die

Bewohnerin lag zu dieser Zeit zur Mittagsruhe in ihrem Bett.

Gegen 14:00 Uhr wurde die Bewohnerin in ihrem Zimmer vor dem Bett

liegend aufgefunden. Sie hatte sich eine Oberschenkelhalsfraktur

zugezogen.

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Die klagende Krankenkasse war der Auffassung, dass der Unfall auf

eine Verletzung von Pflichten aus dem Heimvertrag durch die Beklagte

zurückzuführen sei.

Sie lastete der Beklagten insbesondere an, sie habe es versäumt, die

Bewohnerin im Bett zu fixieren, mindestens aber ein Bettgitter

hochzufahren.

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Der BGH verneint einen Schadensersatzanspruch gegen die Beklagte.

Allein aus dem Umstand, dass die Heimbewohnerin im Bereich des

Pflegeheims der Beklagten gestürzt sei und sich dabei verletzt habe, könne

nicht auf eine schuldhafte Pflichtverletzung des Pflegepersonals der

Beklagten geschlossen werden.

Das Pflegepersonal durfte auf eine Fixierung verzichten.

Die von der Klägerin geforderten Sicherungsmaßnahmen (Hochziehen des

Bettgitters, Fixierung im Bett) wären betreuungsgerichtlich

genehmigungsbedürftig. Die Heimträgerin hatte nach Ansicht des BGH in

diesem Fall keinen hinreichenden Anlass, von sich aus auf eine derartige

Entscheidung des Vormundschaftsgerichts hinzuwirken.

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Im konkreten Fall war ausreichend, dass es in Reichweite der Bewohnerin

eine Klingel bereitgestellt war, mit der diese im Bedarfsfall Hilfe hätte

herbeirufen können.

Die Forderung, der Bewohnerin hätte jedes Mal beim Aufstehen

unaufgefordert Hilfe geleistet werden müssen, würde auf eine lückenlose

Überwachung durch die Mitarbeiter des Pflegeheims hinauslaufen und über

das dem Pflegeheim wirtschaftlich Zumutbare hinausgehen.

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Fachtag Hengersberg 5


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BGH-Entscheidung vom 14.07.2005

Vom Nachtdienst des Pflegeheims wurden innerhalb eines Monats drei

Stürze der Geschädigten jeweils nachts, jeweils vermutlich auf dem Weg zur

Toilette, dokumentiert, die ohne schwerwiegende Folgen blieben. Das

Pflegeheim wies die Bewohnerin auf die in ihrem Zimmer befindliche Klingel,

wenn sie Hilfe benötigte. Das mehrfach geäußerte Angebot, zu ihrer

Sicherheit in der Nacht das Bettgitter hochzuziehen, lehnte die Bewohnerin

ab. Bei einem anschließenden Sturz erlitt sie schwere Verletzungen.

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Der BGH betont die aus dem Heimvertrag erwachsenden Obhutspflichten zum

Schutz der körperlichen Unversehrtheit der Heimbewohner.

Die Leistungserbringung des Einrichtungsträgers müsse sich gemäß Heimgesetz

/SGB XI nach allgemein anerkanntem Stand medizinisch-pflegerischer

Erkenntnisse richten.

Aus den vorhergegangenen Stürzen ergebe sich ein besonderes Sturzrisiko,

dem die Einrichtung in einer der Situation angepassten Weise nach allgemein

anerkanntem Stand medizinisch-pflegerischer Erkenntnisse Rechnung zu tragen

gehabt habe.

Allein der Umstand, dass die Bewohnerin im Bereich des Pflegeheimes gestürzt

ist und sich dabei verletzt hat, erlaube nicht den Schluss auf eine schuldhafte

Pflichtverletzung des Pflegepersonals.

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Der BGH verwies die Entscheidung zur weiteren Sachverhaltsaufklärung

zurück.

In dieem zweiten Urteil betonte der BGH das Selbstbestimmungsrecht des

Pflegebedürftigen.

Allerdings ist auch das Heim verpflichtet, alles ihm Mögliche zu

unternehmen, um einen Sturz zu vermeiden – in dieser Hinsicht ist die

Ausschöpfung von alternativen Maßnahmen zur Fixierung von besonderer

Bedeutung.

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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1. Spezielle Obhutspflichten aufgrund besonderer

Gefahrenlage

Eine zivilrechtliche Haftung kann sich ergeben

-aus dem Heimvertrag oder

- als gesetzliche („deliktische“ )Haftung aus § 823 Abs. 1 BGB.

Aufgrund der Heimverträge übernehmen die Träger spezielle

Obhutspflichten..

.

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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Fachtag Hengersberg 7


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Der Versorgungsauftrag einer Einrichtung, die für die Pflege eines ihm

anvertrauten Bewohners verantwortlich ist, umfasst die Verpflichtung, ihn vor

Gesundheitsschädigungen, also auch vor allem vor Stürzen, zu bewahren.

Dies ergibt sich aus dem Vertrag, den der Bewohner mit der Einrichtung

schließt.

Hilflosigkeit, Gebrechlichkeit, Verkehrsunsicherheit und Verwirrtheit des

Bewohners schaffen eine besondere Gefahrenlage und müssen als

Gefahrenquelle berücksichtigt werden.

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2. Ausgestaltung der Pflichten nach dem anerkannten Stand fachlicher

Kenntnisse

Es besteht die Verpflichtung die Leistungen nach dem jeweils anerkannten Stand

fachlicher Kenntnisse zu erbringen.

Maßgeblich ist beispielsweise der „Expertenstandard Sturzprophylaxe", der den

Stand pflegefachlicher Erkenntnisse darstellt.

Merken Sie was ?

Haftungsrecht bei Fixierungsverzicht ist ein Heimspiel für Sie !!!!

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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Fachtag Hengersberg 8


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

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[1]

Die Maßstäbe sind sogar gesetzlich für die heimvertraglichen Pflichten der

Pflegeheime niedergelegt und zwar in § 3 Abs. 2 Nr. 4 Gesetz zur Regelung der

Pflege-, Betreuungs- und Wohnqualität im Alter und bei Behinderung (Pflegeund

Wohnqualitätsgesetz –PfleWoqG), § 3 Abs. 1 HeimG, sowie § 11 Abs. 1

Satz 1, 28 Abs. 3 SGB XI mit der Forderung die Pflegebedürftigen, die ihre

Leistungen in Anspruch nehmen, entsprechend dem allgemein anerkannten

Stand medizinisch-pflegerischer Erkenntnisse zu pflegen, versorgen und

zu betreuen..

Inhalt und Organisation der Leistungen haben eine humane und

aktivierende Pflege unter Achtung der Menschenwürde zu

gewährleisten.

Alle sinnvollen, möglichen.und zumutbaren Alternativen müssen in

die Überlegungen einbezogen werden.

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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Ein Fall, der sich gewaschen hat:

75-jährige demente Bewohnerin (Pflegestufe III) hatte nach Oberschenkelfraktur eine

neue Hüftkopfprothese. Im Pflegebericht wurde nach Krankenhausrückkehr

vermerkt, dass sie nur "mit Hilfe des Pflegepersonals kurze Zeit (mit Festhalten

am Waschbecken) stehen" könne.

Da die Pflegerin nach dem Abendessen die inkontinente Dame vor dem zu Bett gehen

noch einmal auf einen bereitstehenden Toilettenstuhl setzen wollte, forderte sie sie auf,

am Waschbecken stehen zu bleiben und sich an Haltegriffen neben dem

Waschbecken festzuhalten. Anschließend wandte sich die Pflegerin um, um den

Toilettenstuhl zu herbei zu holen. In diesem Moment stürzte die Bewohnerin auf den

Boden und verletzte sich. Die Pflegerin hat später angegeben, dass sie sie auch aufs

Bett hätte setzen oder legen, sie dort entkleiden und dann zum Toilettenstuhl führen

können; ebenso wäre in Betracht gekommen, sie sofort zu dem Toilettenstuhl zu

führen, darauf zu setzen und mit dem Stuhl zum Waschbecken zu fahren, damit sie

sich, wenn die Pflegerin sie im Stehen entkleiden wollte, dort an den Haltegriffen hätte

festhalten können.

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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Fachtag Hengersberg 9


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Entscheidend ist, ob die Pflegerin bei Beachtung der im Verkehr erforderlichen

Sorgfalt (§ 276 Abs. 3 BGB) in der Lage gewesen wäre, sich im Rahmen des ihr

Zumutbaren so zu verhalten, dass ein Sturz der Bewohnerin ausgeschlossen war.

Nach den Angaben der Pflegerin war davon auszugehen, dass ihr hierzu mehrere

ohne weiteres zumutbare Möglichkeiten zur Verfügung gestanden hätten.

Die Pflegerin durfte nicht darauf vertrauen, dass die Bewohnerin auch nur kurzfristig

ohne Hilfe stehen bleiben würde, sondern musste mit Stürzen rechnen (vgl. BGH

NJW-RR 2000, 761). Die Bewohnerin wies aufgrund ihrer verschiedenen

Erkrankungen (Alter, Muskelschwäche, schlechte Balance, Gangstörungen,

Demenz, Multimedikation und vorangegangener Sturz) ein "fast maximales

Sturzrisiko" auf. Ihre schlechte gesundheitliche Situation war der Pflegerin bekannt.

OLG Zweibrücken, Urteil vom 01.06.2006, 4 U 68/05 (OLGR Zweibrücken

2006, 677-679)

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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3. Grenzen der Pflichten

Geschuldet sind nur Maßnahmen, die in Pflegeheimen üblich, mit vernünftigem

finanziellen und personellen Aufwand realisierbar und schließlich für

Heimbewohner und Pflegepersonal zumutbar sind.

Ein Streben nach absoluter Sicherheit lässt sich aber daraus nicht ableiten.

Es geht vielmehr um eine Abwägung zwischen Sicherheit, sprich körperliche

Unversehrtheit auf der einen und Menschenwürde, freie Entfaltung der

Persönlichkeit, Fortbewegungsfreiheit auf der anderen Seite.

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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Das fordert eine gewissenhafte Güterabwägung zwischen Menschenwürde

und Freiheitsrecht einerseits und Fürsorgepflicht andererseits.

Die Rechtsprechung akzeptiert also, dass die Abwägung zwischen der

Menschenwürde und dem Freiheitsrecht des alten und hilflosen Menschen und

der Pflicht, sein Leben und seine Gesundheit zu schützen, sehr sorgfältiger

Überlegung bedarf, wobei keine generelle Aussage getroffen werden kann,

sondern immer die Umstände des Einzelfalles entscheidend sind.

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4. Schuldhaftigkeit einer festgestellten Pflichtverletzung

Wenn eine Pflichtverletzung nach allen diesen Kriterien festgestellt wird, dann

hängt die Haftung auch noch zusätzlich davon ab, ob die Pflichtverletzung

"schuldhaft“ erscheint oder nicht.

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Dabei gibt die Rechtsprechung den Einrichtungen vier

Trümpfe an die Hand:

28.04.2013 Werdenfelser Weg 23

Trumpf 1:

Beweislast

Günstig für die Heimbetreiber ist, dass die Beweislast für eine objektive

Pflichtverletzung grundsätzlich bei der Krankenkasse verbleibt, also

demjenigen, der Ansprüche geltend macht.

Dies gilt jedenfalls dann, wenn sich der Sturz im Alltagsleben einer Einrichtung

normalen, alltäglichen Gefahrenbereich ereignet hat, wie z.B. nachts beim

unbeaufsichtigten Gang zur Toilette und nicht in Sondersituationen (Transport ins

Krankenhaus).

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7.5.2013

Wer muss was beweisen?

Im Haftungsprozess muss der Kläger, also Bewohner oder seine Krankenkasse,

der/die Schadensersatz verlangt, grundsätzlich Folgendes darlegen und

beweisen:

1. Pflichtverletzung (also einen Pflegefehler)

2. Verschulden: Vorsatz oder Fahrlässigkeit der Pflichtverletzung

3. Schaden

4. Kausalzusammenhang zwischen Pflichtverletzung und Schaden

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

von Fixierungen

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Warum gibt es sowenig Verurteilungen?

1. Der Bewohner kann sich an den Hergang des Sturzes nicht erinnern.

2. Der Bewohner ist dement und kann sich nicht beweissicher äußern.

3. Oft fehlen Zeugen über den Unfallhergang und Angaben zum Unfallhergang.

4. Manchmal hat die Einrichtung gar nichts dokumentiert.

Also: Nur Klappe halten, nix aufschreiben

und schauen, dass nix rauskommt ?

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7.5.2013

Es gibt ein paar Beweiserleichterungen, bei denen man sich tatsächlich

„rechtfertigen“ muss

zB. Erfolgte der Sturz

unter Bedingungen, in denen das Risiko eines Sturzereignisses voll

beherrschbar gewesen wäre, im eigentlichen Aufgabenbereich des

Pflegepersonals, namentlich bei Bewegungs- und Transportmaßnahmen

zum Beispiel bei Gehübungen unter Aufsicht, Umlagerungen,

Patiententransport

oder

außerhalb solcher Situationen ?

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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von Fixierungen

Es geht um die Beweislast:

Ein Fehler wird vermutet, wenn ...

wenn es um Risiken insbesondere aus dem Einrichtungsbetrieb

geht, die von dem Träger und dem dort tätigen Personal voll

beherrscht werden können.

Dann muss der Träger das Gegenteil nachweisen, dass der Sturz nicht

auf einem Fehlverhalten des Personals beruht.

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7.5.2013

Fall 3: Das geht ja gut los !!

Eine sehr unruhige Patientin soll in eine Klinik verlegt werden und wartet auf

den Transport. Sie wird morgens in einem faltbaren Leichtgewichtsrollstuhl vor

dem Stationszimmer abgestellt; mit einem Bauchtuch ist sie an den Rollstuhl

gebunden. Ausweislich der Bedienungsanleitung ist bei diesem Rollstuhl ein

starkes Beugen nach vorn oder zur Seite wegen einer Kippgefahr zu

vermeiden.

Etwa eine halbe Stunde später kommt die Bewohnerin bei dem Versuch, sich

zu erheben, zu Fall.

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von Fixierungen

Fall 3: Das geht ja gut los !!

Der Sturz war hier ein voll beherrschbares Risiko.

Für den Transport der Patientin hätte ein technisch hinreichend geeigneter

Rollstuhl verwendet werden müssen;

alternativ hätte eine Sitzwache für eine Sicherung der Patientin Sorge tragen

müssen.

Insoweit handelt es sich um die sogenannte "Beweiserleichterung des voll

beherrschbaren Risikos".

(KG Berlin, Az.: 20 U 401/01).

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von Fixierungen

Fachtag Hengersberg 15


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7.5.2013

Von was träumen die denn?

voll beherrschbare Risiken?

Voll beherrschbar sind Risiken dann, wenn sie nicht vorrangig aus den Eigenheiten

des menschlichen Organismus erwachsen, sondern aus einem Bereich stammen,

dessen Gefahren von der Seite des Trägers voll beherrscht und ausgeschlossen

werden können und müssen.

Hieraus folgt, dass der Patient/Bewohner in diesen Fällen gerade nicht die

Möglichkeit hat, auf die Verwirklichung des Risikos Einfluss zu nehmen. Voll

beherrschbare Risiken werden vielmehr durch den Einrichtungsbetrieb gesetzt und

sind auch nur durch Träger und sein Personal beeinflussbar.

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2. Wie lässt sich der Bereich voll beherrschbarer Risiken abgrenzen?

Der Beherrschung der Risiken ist nur dann möglich, wenn der Träger/die

Pflegenden tatsächlich auch Einfluss auf eine eventuelle Risikoverwirklichung

hat/haben. Sobald der Patient selbst oder Dritte (zusätzlich) die Möglichkeit der

Einwirkung haben, stammt das Risiko nicht mehr nur aus dem

Verantwortungsbereich der Pflege , kann also von ihm nicht mehr voll beherrscht

und ausgeschlossen werden, da er auf das Verhalten des Bewohners oder Dritter

keinen direkten Einfluss hat.

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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Fachtag Hengersberg 16


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

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7.5.2013

Fallgruppen

- Mangelnde technische Beherrschung eingesetzter Geräte

- Mangelnde Eignung eingesetzter Hilfsmittel (falscher Rollstuhl, defektes

Gerät)

- Stürze während pflegerischen Maßnahmen

- Anfänger werden eingesetzt, wo Fachleute Hand anlegen müssten

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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Und trotzdem so wenig Verurteilungen ?

Voll beherrschbares Risiko ist die absolute Ausnahme, insbesondere

bei einem Sturz bei freier Bewegung ohne Aufsicht

Allgemeines Lebensrisiko ist die Regel !!!!!1

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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von Fixierungen

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7.5.2013

Landgericht Coburg, 16.03.2010 - AZ: 1 I O 660/09

Auch in der Obhut eines Pflegeheims verbleibt dem Heimbewohner im Rahmen

seiner Eigenverantwortlichkeit ein allgemeines Lebensrisiko.

Die Pflicht des Pflegeheims zum Schutz der körperlichen Unversehrtheit der ihm

anvertrauten Bewohnern ist auf die üblichen Maßnahmen begrenzt. Die Würde, die

Interessen und die Bedürfnisse der Bewohner seien dabei zu berücksichtigen. Im

vorliegenden Einzelfall stellt das Gericht fest, dass ein Bewohner zum

Unfallzeitpunkt beim Gehen oder Stehen - trotz bestehender Unsicherheiten - nicht

habe gestützt werden müssen.

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Landgericht Essen, 21.08.1998, - AZ: 3 O 266/98

Die Bewohnerin stürzte nachts auf dem Weg zur Toilette und zog sich eine

Oberschenkelhalsfraktur zu. Die Krankenkasse forderte die Behandlungskosten

vom Pflegeheim zurück. Sie ist der Überzeugung, das Heim hätte Bettgitter

anbringen müssen, um die Bewohnerin am Verlassen des Bettes zu hindern.

Dem widersprach das Gericht. Das Pflegepersonal hatte vier nächtliche

Kontrollgänge unternommen. Das müsse reichen.

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Fachtag Hengersberg 18


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7.5.2013

Landgericht Bonn, 15.04.1999 - AZ: 13 O 521/98

Der Bewohner stürzte aus einem Sessel, der in einem Flur aufgestellt gewesen

war.

Die Krankenversicherung sah eine Verletzung der Aufsichtspflicht und fordert die

Behandlungskosten vom Heim zurück.

Das Landgericht Bonn hat die Klage abgewiesen. Wenn keine besonderen

Umstände vorliegen, ist der Heimträger nicht verpflichtet, einen Heimbewohner

ständig zu betreuen. Der Unfall resultiere aus dem bei einem älteren Menschen

erhöhten Lebensrisiko.

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OLG Frankfurt am Main, 19.01.2006 - AZ: 1 U 102/04

Auch der körperlich und geistig weitgehend verfallene alter Mensch hat in

gewissen Grenzen das Recht, sich unvernünftig selbst zu gefährden und einen

Rest an Eigenständigkeit und Freiheit zu erleben.

Das zwangsläufig verbleibende Restrisiko wäre nur durch eine weitgehende

Fixierung älterer Menschen in ihren letzten Lebensjahren auszuschließen, eine

Maßnahme, die nur in ernsthaften Ausnahmefällen ernsthaft in Betracht zu ziehen

ist.

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7.5.2013

Fall 4: Sturz am Gang – Variante 1

Ein 85-jähriger dementer Mann geht unsicher.

Die Risiken, die sich aus einem Sturz ergeben wurden gemeinsam mit dem

Betreuer abgewogen, man kam gemeinsam mit dem Betreuer zum Ergebnis:

Betreuer und Heim sprechen sich gegen Fixierungen aus, weil sie die Nachteile

größer als die Vorteile ansehen. Er soll sich weiterhin alleine und selbstständig

bewegen können. Dies soll durch regelmäßige Gymnastik gefördert werden.

Wenn er alleine unterwegs ist, sollte darauf geachtet werden, dass keine

Hindernisse im Weg stehen und der Handlauf als Hilfsmittel möglichst gut

zugänglich ist. Allen Beteiligten ist klar, dass ein Risiko bleibt.

Diese Empfehlungen werden vom Betreuer mitgetragen.

Es kommt zum Sturz. Haftung ?

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von Fixierungen

Das selbständige Gehen im Haus gehört zum Alltagsleben.

Man hat sich verantwortungsvoll mit der Frage auseinandergesetzt und die

Risiken abgewogen. Die Krankenkasse müsste beweisen, dass ein Fehler in

der konkreten Unfallsituation begangen wurde, der der Einrichtung zugerechnet

werden muss.

Diesen Beweis wird die Krankenkasse so gut wie nie antreten können.

Zumal wenn die genauen Gründe, warum ein Mensch genau an diesem Tag

zum Sturz gekommen ist meistens nicht vollständig klar sind, beispielsweise

könnte er an diesem Tag einen zusätzlichen unvorhergesehenen Schwindel, ein

Kreislaufproblem gehabt haben.

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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von Fixierungen

Fachtag Hengersberg 20


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

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7.5.2013

Fall 4: Sturz am Gang - Variante zwei

Ein 85-jähriger dementer Mann geht unsicher.

Die Risiken, die sich aus einem Sturz ergeben wurden gemeinsam mit dem

Betreuer abgewogen, man kam gemeinsam mit dem Betreuer zum Ergebnis:

Betreuer und Heim sprechen sich gegen Fixierungen aus, Man möchte den

alten Herrn so gut wie möglich weiterhin mobilisieren. Gleichzeitig wird für

notwendig erachtet, dass er bei seinen wegen durch die Einrichtung immer von

einer Pflegekraft begleitet wird. Ein selbstständiges Gehen ohne Begleitung ist

nach den gemeinsamen Festlegungen mit dem Betreuer unbedingt zu

vermeiden.

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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von Fixierungen

Dementsprechend begleitet eines Nachmittags ein Pflegehelfer den Betroffenen

auf dem Weg vom Zimmer zum Speisesaal. Unterwegs fällt dem Helfer ein, dass

er die Stationzimmertür offen stehen hat lassen.

Er bittet den alten Herrn, doch so lange zu warten, bis er zurückgekommen ist.

Er geht zurück, schließt die Tür, und beobachtet aus der Ferne, dass der alte

Herr bereits 5 m weitergegangen ist, ruft ihm zu, er soll doch stehen bleiben. Der

alte Herr hört etwas, dreht sich um und stürzt in der Drehbewegung.

Haftung ?

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

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von Fixierungen

Fachtag Hengersberg 21


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

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7.5.2013

Trumpf 2:

Weiter Beurteilungsspielraum

Der BGH ist schlau, und weiß, dass die jeweilig notwendige

Prognoseentscheidung außerordentlich schwierig ist:

Deswegen wird ein weiter Beurteilungsspielraum zugebilligt und zugleich die

Möglichkeit - haftungsfrei - ein gewisses Risiko einzugehen.

Solange die Entscheidung abwägend getroffen wurde, und sie sich im Rahmen

des Vertretbaren hält zum Zeitpunkt der Entscheidung, wird sie nicht

nachträglich, wegen eines von niemandem gewollten Unfalls, "mit dem Stempel

der Pflichtwidrigkeit versehen werden" .

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

von Fixierungen

43

Trumpf 3. Dokumentation ist die halbe Miete

In einer Entscheidung vom 18.3.1996 hat der BGH die Pflicht zur Dokumentation

allgemein auf pflegerische Tätigkeiten festgehalten verbunden mit dem Hinweis,

dass fehlende Dokumentation ein Indiz für mangelhafte Pflege darstelle. Fehlen in

den Aufzeichnungen insbesondere Feststellungen über erhebliche konkrete Gefahren

(z.B. Dekubitus), so gilt das als Indiz dafür, dass die ernste Gefahr einer Entstehung

nicht erkannt und auf Durchführung vorbeugender Maßnahmen nicht in

ausreichendem Maße geachtet worden ist .

Um es anders herum zu sagen: Gewissenhafte Dokumentation eines

Entscheidungsprozesses über bewusste Nichtfixierung ist ein Indiz für

gewissenhafte Pflege. Enthalten die Aufzeichnungen insbesondere Feststellungen

über erhebliche konkrete Gefahren und wie und aus welchen Gründen man damit

umgeht, so ist das ein Indiz dafür, dass die Gefahr erkannt und auf Prüfung von

Maßnahmen nicht ausreichend geachtet worden ist .

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

von Fixierungen

44

Fachtag Hengersberg 22


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

Trumpf 4: Selbstbestimmung

Die Rechtsprechung misst der Selbstbestimmung einen überragenden

Wert zu,

d.h. halten Sie schriftlich fest,

wenn der Bewohner deutlich macht, dass er die Fixierung ablehnt oder gar

Anzeichen zeigt, darunter zu leiden.

Und fragen Sie immer wieder nach bei ihm.

Vor allem, solange er noch einwilligungsfähig ist.

Aber insbesondere auch dann, wenn er nicht mehr einwilligungsfähig ist.

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

von Fixierungen

45

j

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Um die Situation zu verbessern, müssen

wir nicht die Bewohner so sicher wie

möglich verwahren,

sondern den Einrichtungen in der

pflegerischen Entscheidungssituation

so viel Sicherheit wie möglich geben.

28.04.2013 Werdenfelser Weg

46

Fachtag Hengersberg 23


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

j

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Gerichte, Betreuungsbehörden und

Heimaufsicht

müssen in der Konsequenz den Gedanken

eines Klimawandels

vor Ort aktiv anschieben,

wenn es um verantwortungsvolle

Reduzierung von Fixierungen geht.

28.04.2013 Werdenfelser Weg

47

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

hört an und genehmigt

(in über 90 % der Fälle)

Angehörige

Oft zugleich Betreuer

äußert sich für den

Betroffenen

Richter

informiert

Betreuungsbehörde

Pflegefachkraft

empfiehlt

Betreuer

Arzt

stellt Attest aus

Rechtsanwalt als

Verfahrenspfleger

gibt Stellungnahme ab

28.04.2013 Werdenfelser Weg

48

Fachtag Hengersberg 24


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Wer davon

hat eigene

Informationen

?

Angehörige

kommt?

Richter

Betreuungsbehörde

mit

Und wer fühlte sich

mutterseelenallein

der

Gesamtverantwortung ?

Pflegefachkraft

Und wer

davon hat

fachlich

eine

Ahnung ?

Betreuer

Verfahrenspfleger

Von wem

hängt ab, ob

das

Verfahren

Arzt

überhaupt

in Gang

28.04.2013 Werdenfelser Weg

49

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Und was passiert in einem System, in dem

den es allein

lässt mit der

Verantwortung

Arzt

Richter

Betreuungsbehörde

Pflegefachkraft

angstgesteuert ist ?

dem es den

faktischen

Entscheidungsdruck

aufbürdet

der einzige,

Angehörige

der fachlich

und

Verfahrenspfleger

sachlich

eine

Ahnung hat,

Betreuer

auf den

das ganze

System

sich

verlässt,

28.04.2013 Werdenfelser Weg

50

Fachtag Hengersberg 25


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

„Ist denn des so schlimm ?

Des is ja nur zum Schutz ?“

28.04.2013 Haftungsfragen bei der Vermeidung

von Fixierungen

51

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Einzelfallarbeit

(Verfahrenspfleger)

Regionale

Klimaveränderung

Bundesweite

Vernetzung

28.04.2013 Werdenfelser Weg

60

Fachtag Hengersberg 26


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

§ 317 FamFG Verfahrenspfleger in Unterbringungssachen

(1) 1 Das Gericht hat dem Betroffenen einen Verfahrenspfleger zu bestellen,

wenn dies zur Wahrnehmung der Interessen des Betroffenen erforderlich

ist. 2 Die Bestellung ist insbesondere erforderlich, wenn von einer

Anhörung des Betroffenen abgesehen werden soll.

(2) ....

28.04.2013 Werdenfelser Weg

61

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Allgemeine Idee einesVerfahrenspflegers:

Die Verfahrenspflegschaft soll in erster Linie der

verfassungsrechtlich gebotenen Sicherung des

rechtlichen Gehörs des Betroffenen dienen. Er hat

diesem also Gehör zu verschaffen, für ihn zu sprechen,

Interessenkonflikte darzulegen,

Sachverständigengutachten und gerichtliche

Entscheidungen nachzuvollziehen und ggf.

Rechtsmittel einzulegen.

28.04.2013 Werdenfelser Weg

62

Fachtag Hengersberg 27


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

j

28.04.2013 Werdenfelser Weg

63

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

28.04.2013 Werdenfelser Weg

64

Fachtag Hengersberg 28


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

j

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Angehörige

Oft zugleich Betreuer

als Fürsprecher des Betroffenen

- tritt an die Stelle des Betroffenen

-bringt von zweiter Seite Fachwissen ein

-soll die schwierige Abwägung

Arzt

unterstützen

- angstfreie gemeinsame

Entscheidung fördern

- setzt sich ein

Richter

Betreuungsbehörde

Pflegefachkraft

Pflegespezialist als neutraler

Verfahrenspfleger

Betreuer

28.04.2013 Werdenfelser Weg

65

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Beim Neueingang eines Fixierungsantrags :

1. Es wird einer dieser Verfahrenspfleger vom Gericht mit dem

konkreten Einzelfall beauftragt, um sich in einer Funktion als

gerichtlicher Verfahrenspfleger im Auftrag des Gerichts

kritisch mit dem Einzelantrag auseinandersetzen.

2. je nach Gericht /Richterkollege:

z.B. wird durch schnelle einstweilige Anordnung einer

Fixierung nach Kurzinformation zum Einzelfall das

gesetzliche Zeitfenster von zunächst bis zu 6 Wochen (§ 333

Satz 1 FamFG) eröffnet, um einen Zeitrahmen für die Tätigkeit

der Verfahrenspfleger zu ermöglichen.

Oder es wird bewusst zugewartet bis zu den ersten

Erkenntnissen des Verfahrenspflegers

28.04.2013 Werdenfelser Weg

66

Fachtag Hengersberg 29


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Die Verfahrenspfleger gehen baldmöglichst in die Einrichtung

mit den rechtlichen Kriterien einerseits, fachlichem Wissen

über Vermeidungsstrategien andererseits und diskutieren vor

Ort jeden Einzelfall individuell auf Augenhöhe mit den

Pflegeverantwortlichen diskutieren.

Der Verfahrenspfleger geht in dieser Zeit

Alternativüberlegungen gemeinsam mit dem Heim und den

Angehörigen durch.

28.04.2013 Werdenfelser Weg

67

Und viel wichtiger noch:

Bewegen, statt fixieren,

Muskelaufbau statt

Muskelabbau

28.04.2013 Werdenfelser Weg

68

Fachtag Hengersberg 30


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

im Einzelfall regt er unter Einbeziehung und in Absprache mit

dem Betreuer auch Erprobungen an und

kann später berichten, mit welchem Ergebnis diese

stattgefunden haben.

Er strebt eine einvernehmliche Einschätzung an und erzielt

sie auch nahezu immer.

Er gibt zum Abschluss eine schriftliche Abschätzung ab,

wie er im konkreten Fall das Verletzungsrisiko einerseits,

die damit verbundene Verschlechterung des Gesamtbildes

und den Verlust an Lebensqualität andererseits einschätzt

28.04.2013 Werdenfelser Weg

70

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Wir bieten

den Einrichtungen

den Schutz eines

gerichtlichen Verfahrens.

28.04.2013 Werdenfelser Weg 71

Fachtag Hengersberg 31


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Bisher:

Zeitpunkt zu dem pflegefachlich eine

Entscheidung über Fixierung oder

Nichtfixierung fallen muss

Befürchtetes

Sturzereignis

Zeitpunkt, zu dem eine

juristische Aufarbeitung

und Befassung mit der

Nichtfixierung stattfindet

im Rahmen einer

Haftungsklage

d.h.die Angst war immer in den Hinterköpfen, dass Monate später eine

Nichtfixierungsentscheidung von Richtern anders beurteilt wird, als zu

dem Zeitpunkt zu dem sie pflegeverantwortlich getroffen werden muss

28.04.2013 Werdenfelser Weg

72

s

Nach dem Werdenfelser Weg

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Beurteilung im Rahmen

einer Haftungsklage

Zeitpunkt zu dem pflegefachlich eine

Entscheidung über Fixierung oder

Nichtfixierung fallen muss

Befürchtetes

Sturzereignis

Zeitpunkt der gerichtlichen Befassung im

Rahmen des Betreuungsverfahrens mit der

Verantwortlichkeit einer Nichtfixierung und

gemeinsame Entscheidung

28.04.2013 Werdenfelser Weg

73

Fachtag Hengersberg 32


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

j

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Der Erfolg war erstaunlicherweise sofort

spürbar..

Schlagartig hat allein eine Ankündigung

schon zu einem veränderten Verhalten in

den Einrichtungen geführt.

Es gibt keine valide Erklärung dafür, nur

Vermutungen, aber das Phänomen

wiederholte sich an vielen Orten, die nach

uns denselben Weg eingeschlagen haben.

28.04.2013 Werdenfelser Weg

75

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Der Werdenfelser Weg birgt einen

eigenen Widerspruch in sich:

Wir bieten ein System des

Haftungsschutzes bei

Fixierungsvermeidung.

Man sollte meinen, es werden

eher mehr, als weniger

Verfahren, oder ?

In vielen Regionen haben

wir einen rasanten

Rückgang der

Antragszahlen.

Warum ?

28.04.2013 Werdenfelser Weg

77

Fachtag Hengersberg 33


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

Regionen, die nach dem

Werdenfelser Weg arbeiten:

Nordfriesland

Wismar

Pasewalk

Cuxhaven

Langen Stade Gifhorn

Leer Oldenburg

Salzgitter

Osnabrück

Nienburg

Cloppenburg

Braunschweig

Goslar

Stolzenau

Helmstedt

Vechta Holzminden

Einbeck

Wolfsburg

Seesen

Recklinghausen Hamm

Salzwedel

Bernau

Gummersbach Essen Witten und Ennepe-

Görlitz

Mönchengladbach Bochum Ruhr-Kreis

Leipzig

Märkische Kreis

Nordhausen

Geilenkirchen Köln

Kerpen

Bergisch Gladbach

Gera

Bonn

Marburg

Haßberge

Wetzlar

Aschaffenburg

Hof

Bayreuth

Fulda

Würzburg Erlangen

Bamberg

Cham

Kusel Donnersbergkreis

Nürnberg

Neumarkt Opf

Straubing Regen

Saarbrücken Kaiserslautern

Bad

Regensburg

Ingolstadt

Kreuznach

Deggendorf

Neuburg-Schrobenhausen

Pforzheim

Pfaffenhofen

Dachau

Dillingen

Karlsruhe

Freising

Esslingen

Donau-Ries (Nördlingen)

Aichach-Friedberg

Fürstenfeldbruck

Bühl

Günzburg Augsburg

Landsberg

Weilheim

München

Unterallgäu und

Starnberg

Garmisch-

Rosenheim

Waldshut

Ostallgäu und

Tölz-

Memmingen

Partenkirchen

Berchtesgadener Land

Wolfratshausen

28.04.2013 Oberallgäu und Kaufbeuren

Werdenfelser Weg 79

Kempten

Kiel

Berlin-Wedding

Brandenburg/Havel

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

28.04.2013 Werdenfelser Weg 80

Fachtag Hengersberg 34


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

j

Regionen, aus denen Interesse

an dem Projekt bekundet wurde

Flensburg

Kreis Schleswig Flensburg

Lübeck Rostock

Verden

Segeberg

Springe

Hamburg

Lehrte Hannover

Bremen

Ludwigslust Berlin

Hildesheim

Schöneberg

Schaumburg

Neustrelitz

Steinfurt

Herne

Münster

Cottbus

Dinslaken

Ennepe-Ruhr-Kreis

Burg

Aachen Düsseldorf

Rheinbach Euskirchen

Chemnitz. Meißen

Trier Waldbröl Solingen

Dresden

Siegen

Bautzen

Bad Schwalbach Kassel

Limburg

Wiesbaden Vogelsbergkreis

Wunsiedel

Giessen

Kulmbach

Worms

Main-Kinzig Kreis

Schweinfurt

Mainz Gelnhausen

Fürth Amberg

Mannheim

Nürnberger Land Schwandorf

Rastatt LeonbergLudwigsburg

Stuttgart

Landshut

Freudenstadt

Ebersberg

Miesbach

Ortenaukreis

Göppingen

Baden-Baden

Traunstein

Reutlingen Nürtingen

Freiburg Waldshut

28.04.2013 Bodenseekreis Werdenfelser Weg 81 81

Ravensburg

j

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

2011 wurden bundesweit

2011 sind

9045

Genehmigungen von feM

Fixierungsgenehmigungen

in Bayern gegenüber dem

weniger erteilt als 2010,

Vorjahr um 3.396

396 und

also ein Rückgang um fast

somit um knapp 14%

10 % innerhalb eines Jahres

gesunken

2012 wurden nur noch

7% der Heimbewohner

in

München

fixiert

(Bundesdurchschnitt ca.

20-25

25 %)

28.04.2013 Werdenfelser Weg

82

Fachtag Hengersberg 35


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

j

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

21./22.06.2013

27.09./28.09.2013

28.04.2013 Werdenfelser Weg 83

s

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Eigene Schulungen im Allgäu in

Kooperation mit dem

12.09./13.9./14.9.2013

Bildungswerk der Bayerischen

Wirtschaft (bbw) gGmbH

bbw Memmingen

28.04.2013 Werdenfelser Weg

84

Fachtag Hengersberg 36


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

j

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

15.11./16.11.2013

28.04.2013 Werdenfelser Weg 85

j

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

5.7.2013

Tagung Werdenfelser Weg - ein Weg in die Zukunft

9.00 – 9.15 Begrüßung Josef Wassermann, Dr. Sebastian Kirsch oder jemand Wichtiges

9.15 – 10.15 Gesundheitl Risiken bei Anwendung freiheitsentziehender Maßnahmen Prof. Dr. Andrea Berzlanovich, Wien

10.15 – 11.15 Bewegung ohne Einschränkung

–Vermeidung von freiheitsentziehenden Maßnahmen in der Altenpflege

Susanne Preisenhammer, Moosburg

11.45 – 12.45 Werdenfelser Weg in der Arbeit mit Menschen mit Behinderung Martina Seuser, Bad Honnef

14.00 – 15.30

Forum 1: Zusammenarbeit mit dem Gericht:

Stellungnahme des Verfahrenspflegers als Entscheidungsgrundlage des Richters

Forum 2: Professionelles Deeskalationstraining

Sylvia Silberzweig, München

Martina Seuser, Bad Honnef

15.30 – 16.00 Plenum, Schlusswort, Verabschiedung

28.04.2013 Werdenfelser Weg 86

Fachtag Hengersberg 37


Dr. Sebastian Kirsch, Richter am Amtsgericht Garmisch-

Partenkirchen

7.5.2013

030

j

Eine Gemeinschaftsinitiative

im Landkreis

Garmisch-Partenkirchen

Ärzte Zeitung, 13.09.2012

Wegweisende Ideen im Gesundheitswesen

Zum neunten Mal ist der Janssen-Zukunftspreis 2012 verliehen worden. Die drei preisgekrönten Projekte zeigen, dass

jeder Einzelne im Gesundheitswesen etwas bewegen kann.

Preisträger des Janssen-Zukunftspreises: (u.a.) Josef Wassermann, Dr. Sebastian Kirsch,

28.04.2013 Werdenfelser Weg

87

j

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Und auch beim ZDF für die

Verwendung des

Bildmaterials:

28.04.2013 Werdenfelser Weg

RiinAG Breitkopf, Regensburg

91

Fachtag Hengersberg 38

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