SCANIA BEWEGT Sonderausgabe

scania.de

SCANIA BEWEGT Sonderausgabe

DAS SCANIA MAGAZIN • JUNI 2010 WWW.SCANIA.DE

Scania Sonderausgabe

Feuerwehrfahrzeuge

BEWEGT

Scania

stellt aus

Treffpunkt Interschutz

im Freigelände,

Stand B 70

FEUERPROFIS von sCANIA

Voller Einsatz

Technik

Ein Alleskönner

für die Feuerwehr

Seite 6

Technik

FEUER und

FLAMME

Seite 14


Keine ist

attraktiver.

Auszeichnungen stacheln uns an. Motivieren uns,

im nächsten Jahr mindestens genauso gut zu sein,

wenn nicht noch besser. Darum ist unser Erfolg

auch Ihr Erfolg. Wir danken aufrichtig – und

bleiben unvermindert tatkräftig.

www.scania.de


Editorial

INHALT

SCANIA BEWEGT

FEUERWEHRFAHRZEUGE

6 Stets der Erste

Die Feuerwehr Gladbeck hat mit Know-how und Herzblut

lange an ihrem neuen Ersteinsatzfahrzeug getüftelt.

11 Zwei Bergsteiger im Flachland

Die Freiwillige Feuerwehr von Seyring setzt in

Niederösterreich auf zwei allradgetriebene Scania Lkw.

16 Feuereifer

Ludwigshafen ist Deutschlands größter Chemiestandort

und stellt an Brandbekämpfer und Rettungskräfte

hohe Anforderungen.

Außerdem

Nachrichten – Das Neueste aus der Scania Welt Seite 4

Berufsfeuerwehr Wien – Spezialisten im Einsatz Seite 8

Bronto Skylift F 90 HLA – Schwebendes Verfahren Seite 12

Freiwillige Feuerwehr Oberhaag – Feuer und Flamme Seite 14

6

16

„Unser Baukasten -

system hat den Wehren

viel zu bieten.“

Christian Teichmann,

Direktor Verkauf Lkw

Scania Deutschland Österreich

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

Lkw von Scania sind in vielen Branchen zu Hause und erledigen zuverlässig

ihre Aufgaben. Das gilt natürlich auch für den Feuerwehreinsatz, bei

dem speziell aufgebaute Lkw mit dem Greif im Logo die Arbeit der Wehren

in Österreich und Deutschland unterstützen. Feuerwehrfahrzeuge von

Scania sind wegen ihrer Zuverlässigkeit beliebt, wenn’s brennt.

Natürlich kommt das nicht von ungefähr: Wegen des Baukastensystems

können wir für alle Einsatzzwecke individuelle Lösungen liefern.

Als einziger Hersteller bieten wir ein Allradfahrzeug mit CrewCab und

Allison-Automatikgetriebe. Gleichzeitig sind wir bei dieser Konfiguration

der Hersteller mit der niedrigsten Gesamthöhe. Dazu liefern wir Lkw

mit hohen Achslasten und für jeden Bedarf den passenden Nebenantrieb.

Unser LowEntry-Fahrerhaus für den schnellen Ein- und Ausstieg besteht

aus Standardteilen und sichert damit eine hohe Teileverfügbarkeit. Das ist

wichtig, denn nach Beschädigungen steht das Fahrzeug rasch wieder für den

Einsatz bereit.

Um Ihnen diese Vorteile der Feuerwehrfahrzeuge von Scania

persönlich näherzubringen, laden wir Sie ein, uns auf der diesjährigen Messe

Interschutz in Leipzig vom 7. bis 12. Juni im Freigelände, Stand B 70, zu

besuchen. Dort zeigen wir, mit welchen flexiblen Lösungen Scania auf den

Bedarf der Wehren eingeht. Diese Sonderausgabe unserer Kunden zeitschrift

SCANIA BEWEGT fasst zudem Einsatzbeispiele von Spezialfahrzeugen

zusammen, die wir in den vergangenen Monaten an unsere Feuerwehrkunden

in Österreich und Deutschland ausgeliefert haben. Vielleicht ist

auch eine Lösung für Ihre Wehr dabei? Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei der

Lektüre dieser Sonderausgabe von Scania Bewegt.


Herzlichst Ihr Christian Teichmann

Impressum

SCANIA bewegt – Scania Sonderausgabe Feuerwehrfahrzeuge · 13. Jahrgang · 1. ausgabe · ISSN 1867-3104

FÜR DEUTSCHLAND

Herausgeber

Scania Deutschland GmbH

Verantwortlich für

den Herausgeber

Mikael Lundqvist

Anschrift

Redaktion SCANIA BEWEGT

c/o Scania Deutschland GmbH

Sieglinde Michaelis

August-Horch-Str. 10

D-56070 Koblenz

Telefon: 02 61/8 97-2 08

Telefax: 02 61/8 97-4 05

Deutsche Internetadresse

www.scania.de

FÜR Österreich

Offenlegung gemäß

§ 25 Mediengesetz

Medieninhaber und Herausgeber

Scania Österreich Ges.m.b.H.

2345 Brunn/Gebirge,

Johann-Steinböck-Straße 4

Internetadresse

www.scania.at, office@scania.at

Verantwortlich für

den Herausgeber

Mag. Annette Plankensteiner

Unternehmensgegenstand

Handel mit Nutzfahrzeugen aller Art

(ausgenommen Traktoren), deren

Bestandteilen und Zubehör, Kfz-

Mechanikergewerbe eingeschränkt auf

Reparatur von Nutzfahrzeugen aller

Art (Lkw, Omnibusse, ausgenommen

Traktoren)

Geschäftsführer

Thomas Bertilsson

Blattlinie

Die Zeitschrift SCANIA BEWEGT dient

der kostenlosen Information der von ihr

angesprochenen Zielgruppe über die

von ihr vertriebenen Produkte und deren

Umfeld.

Realisation/Projektleitung

Paul Göttl

paul.goettl@etmservices.de

ETMservices – Ein Geschäftsbereich

des ETM Verlags

Verlag

EuroTransportMedia Verlag

Handwerkstraße 15

70565 Stuttgart

Telefon: 07 11/7 84 98-80

Telefax: 07 11/7 84 98-0

Internet: www.etm-verlag.de

Redaktion: Paul Göttl

Autoren dieser Ausgabe

Markus Bauer, Joachim Geiger,

Alex Mannschatz, Scania

Grafik und Produktion

Stephanie Tarateta

Anzeigen: Oliver Trost

Telefon: 07 11/7 84 98-79

oliver.trost@etmservices.de

Fotos: ADAC, Joachim Geiger,

Thomas Küppers, Lichtbildstelle der

MA68, Gugu Mannschatz, Scania

Druck: Dierichs Druck + Media

GmbH & Co. KG, 34121 Kassel

Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, und elektronische Verarbeitung nur mit ausdrücklicher Genehmigung von Scania Deutschland Österreich.

Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder übernimmt die Redaktion keine Haftung.

www.scania.de · www.scania.at 2010 • SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ 3


Nachrichten

Text: Markus Bauer, Fotos: ADAC, Karl-Heinz Augustin, Thomas Küppers, Scania

Mit einem Festakt

nimmt die Feuerwehr

Osteinbek das Fahrzeug

in Empfang.

Neuer Alleskönner für Osteinbek

Ende März hat die Feuerwehr in Osteinbek ein neues Fahrzeug auf Scania Basis erhalten. Der

Multistar Hubrettungsrüstwagen (HURW) baut auf einem Scania P 270 Fahrgestell auf. Das

Fahrzeug leistet 270 PS und verfügt über ein Allison-Automatikgetriebe mit angepasster Steuergerätesoftware

für Einsatzfahrzeuge. In das Mannschaftsfahrerhaus Scania CrewCab passt im

Gegensatz zum bisherigen, 24 Jahre alten Rüstwagen der Feuerwehr eine komplette Staffel von

fünf Mann plus Fahrer. Als bundesweit erst zweites Fahrzeug ist der Multistar mit einem Gelenkmast

ausgerüstet. Damit steht der Besatzung eine Arbeitshöhe von 31 Metern zur Verfügung. Die

maximale Rettungshöhe mit dem Teleskopmast aus Aluminium beträgt 29 Meter. Der Maschinist

steuert den Mast per Fernbedienung. Er hat also den bestmöglichen Überblick über die Situation.

Die Gemeinde finanziert den HURW für 650.000 Euro komplett aus eigener Tasche, denn das

Land Schleswig-Holstein erkennt Gelenkmastfahrzeuge bisher nicht als Hubrettungsgerät an.

Die Kapazitäten des HURW reichen für eine

komplette Staffel.

Voll im Einsatz

Wer das Wort Feuerwehr hört, denkt automatisch an züngelnde

Flammen und Drehleitern. Tatsächlich entfallen aber 70 Prozent

der Einsätze auf Verkehrsunfälle und Krankentransporte. Fahrten

zur Brand- und Explosionsbekämpfung machen tatsächlich statistisch

nur knapp sechs Prozent aller Feuerwehreinsätze aus. Dabei

steigt die Zahl der Einsätze kontinuierlich an. Im Durchschnitt

beträgt der Anstieg etwa fünf Prozent pro Jahr. Leider werden

aber auch immer mehr Fehlalarme ausgelöst. Laut Feuerwehr-

Jahrbuch rückten die roten Retter in den letzten Jahren jeweils

fast 200.000 Mal umsonst aus. Das sind mehr als 500 Fehlalarme

in ganz Deutschland pro Tag.

Wechsellader für die Feuerwehr Dessau

Am 19. April hat Scania Magdeburg einen neuen Scania P 360 an die Feuerwehr Dessau übergeben.

Das Fahrzeug verfügt über eine lenkbare Nachlaufliftachse. Der 360-PS-Motor erfüllt die

Euro 5-Norm mit Hilfe der Scania EGR-Technologie, also ohne Additiv. Das 12-Gang-Opticruise-Getriebe

mit Kupplungspedal sorgt für die Kraftübertragung. Der Aufbau kommt aus dem Hause Meiller.

Der Abrollkipper RK 20.65 soll im Einsatz Container für die Feuerwehr befördern.

4 SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Bei der Fahrzeugübergabe

nahm

die Feuerwehr

der Stadt Wien

den Scania P 380

entgegen.

Scania P 380 mit TMB IN Wien

Am 15. April 2010 fand die offizielle Übergabe des neuen Scania

Feuerwehrfahrzeuges mit Teleskopmastbühne (TMB) an die

Feuerwehr der Stadt Wien statt. Der Scania P 380 verfügt über

ein Allison-Vollautomatik-Getriebe mit Retarder, den Aufbau –

eine TMB mit maximaler Arbeitshöhe von 46 Metern – lieferte die

Firma Bronto Skylift. Die Feuerwehr der Stadt Wien ist mittlerweile

mit 18 Lkw der Marke Scania rund um die Uhr im Einsatz,

in der schweren Klasse über 18 Tonnen entspricht dies

80 Prozent der eingesetzten Fahrzeuge.

Hier finden Sie uns!

Zahlen und Fakten

In Deutschland sind etwa 25.400 Feuerwehren im Einsatz.

Diese Zahl schließt Freiwillige, Werks- und Berufsfeuerwehren

mit ein. Insgesamt können die Feuerwehren auf

mehr als 1,3 Millionen aktive Mitglieder zurückgreifen. Die

Anzahl der Berufsfeuerwehren in Deutschland beträgt

102, bei knapp 28.000 aktiven Mitgliedern. Die Freiwilligenquote

liegt demnach bei knapp 96 Prozent, die

deutsche Frauenquote bei 7,25 Prozent. In Österreich

hingegen sind nur 3,4 Prozent der über 255.000 Aktiven

weiblich. Mit nur sechs Berufsfeuerwehren im ganzen

Land hat Österreich eine Freiwilligenquote von 99 Prozent.

Allerdings verfügen die Österreichischen Berufsfeuerwehren

über etwa 50 Prozent mehr aktive Mitglieder als die

deutschen. Das Verhältnis ist etwa 270 zu 400.

Freigelände,

Stand B 70

Fahrermangel bei der Feuerwehr

Nachdem in Österreich ein neues Führerscheinrecht in Kraft

getreten ist, fehlen den Freiwilligen Feuerwehren die Lkw-

Fahrer. Der niederösterreichische Bundesrat Martin Preineder

hat deshalb eine Anfrage an das zuständige Ministerium

eingebracht. Er fordert spezielle Vorgaben für Lenker von

Feuerwehrfahrzeugen und Rettungsdiensten. So will er die

Klasse B auf Fahrzeuge bis 5,5 Tonnen Gesamtgewicht erweitern.

Zusätzlich solle das Ministerium die Ausbildung um

einen eingeschränkten Feuerwehrführerschein für die Klasse

C1 ergänzen. Im nächsten Schritt schlägt Preineder vor,

diese Neuerungen auch europaweit durchzusetzen. „Dieser

Vorschlag könnte die gewünschten Effekte bringen, damit

die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren nicht durch den

Mangel an Einsatzfahrzeuglenkern eingeschränkt wird. Die

Probleme bestehen auch in anderen europäischen Staaten

mit teilweise sehr unterschiedlichen lokalen Regelungen.

Dies würde dann auch sicherstellen, dass Feuerwehrführerscheine

eines Landes in einem anderen EU- Mitgliedstaat

anerkannt werden.“

Interschutz im Überblick

Die Interschutz ist seit 1988 die Leitmesse für die Bereiche Rettung, Brand- und

Katastrophenschutz und Sicherheit. Seit 2000 findet die Messe regelmäßig alle fünf

Jahre an wechselnden Veranstaltungsorten statt. 2010 ist die Messe Leipzig Gastgeber

der Interschutz. Was die Interschutz von anderen Messen unterscheidet, ist die Mischung

aus kommerziellen und ideellen Ausstellern. Hersteller und Einsatzkräfte gehen deshalb

auf der Messe Hand in Hand. Während die eine Seite neue Produkte vorstellt, zeigt die

andere Seite die Produkte in professionellem Einsatz. Im Rahmenprogramm der Messe

finden zahlreiche Vorträge und Vorführungen sowie Kongresse zum Thema statt. In fünf

Hallen und auf dem großen Freigelände präsentieren sich vom 7. bis 12. Juni mehr als

1.300 Aussteller, davon über 600 internationale Firmen.

Telefonhotline: (+49) (0) 228 953 50-20, Internet: www.interschutz.de

Öffnungszeiten:

Montag bis Samstag: 9:00 Uhr – 18:00 Uhr

Die Eintrittspreise liegen zwischen 11,00 Euro für ein ermäßigtes Ticket und

41,00 Euro für ein Dauerticket.

www.scania.de · www.scania.at 2010 • SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ 5


TECHNIK Text und Fotos: Joachim Geiger

In der Kombination

von Sicherheit und

Flexibilität ist Scania

unschlagbar.”

Brandoberinspektor Holger Mehl,

Abteilung Technische Dienste

bei der Feuerwehr Gladbeck

Brandoberinspektor und Fahrzeugbesatzung (v. li.): Holger

Mehl, Gruppenführer Wolfgang Kora, der Angriffstrupp

mit Martin Karpa und André Sperling sowie dem Fahrer

Carsten Gärtner.

Stets der Erste

Die Feuerwehr Gladbeck hat mit Know-how und Herzblut lange an ihrem neuen

Ersteinsatzfahrzeug getüftelt. Herausgekommen ist ein echter Alleskönner, der bei Fahrgestell

und Aufbau mit speziellen Talenten und einer ausgefallenen Ausstattung überrascht.

Das HLF 20/16 der Feuerwehr Gladbeck

bietet jene Verbindung aus

Funktionalität und Effizienz mit einer

lässigen Eleganz der äußeren Form, die

kleinen Jungs und gestandenen Männern beim

Betrachten eines Feuerwehrautos häufig diesen

merkwürdigen Glanz in die Augen treibt. Das in

den Farben Rot, Grün und Weiß lackierte Fahrzeug

sieht aber nicht nur gut aus, es dürfte zudem

mit der Kombination aus dem Scania Fahrgestell

(P 270 DB4×2MNB) und einem im österreichischen

Kainbach bei Graz hergestellten

Feuerwehraufbau von Iveco Magirus Brandschutztechnik

eine Rarität in deutschen Feuerwehr-Fuhrparks

darstellen. Wer sich dann noch

mit den einschlägigen Kürzeln der Branche aus-

kennt, kann aus der Klassifizierung des Fahrzeugs

als HLF 20/16 das Einsatzprofil ableiten: Die drei

Buchstaben kennzeichnen ein Hilfeleistungslöschfahrzeug,

die Zahlenkombination die Leistung

von Pumpe (2.000 Liter pro Minute) und

Volumen des Löschwassertanks (1.600 Liter).

„Wir setzen den Scania als Ersteinsatzfahrzeug

der hauptamtlichen Wache ein. Er muss daher für

Brand- und Hilfeleistungseinsätze gleichermaßen

ausgestattet sein“, berichtet Brandoberinspektor

Holger Mehl von der Abteilung Technische

Dienste, der gemeinsam mit Feuerwehrchef Josef

Dehling das Lastenheft für das am 30. April 2009

in Dienst gestellte Flaggschiff entwickelt hat. Kein

Wunder also, dass sich in den Geräteräumen

in perfekter Anordnung ein üppiges Arsenal an

Strahlrohren, Schläuchen und Spezialgeräten für

die Brandbekämpfung präsentiert. Die Hilfeleistungsausrüstung

umfasst unter anderem

Schneidgeräte, Spreizgeräte und diverse Kettensägen.

Für den Gefahrguteinsatz stehen Chemikalienschutzanzüge,

Messgeräte und Prüfröhrchenkoffer

bereit. Zur technischen Ausstattung gehören

eine starke Seilwinde und ein pneumatisch bis

auf eine Höhe von fünf Metern über dem Fahrzeug

ausfahrbarer Lichtmast mit vier schwenkbaren

Flutlichtscheinwerfern.

Ein Schmankerl der Ausstattung ist die

unter dem Label Cobra in Schweden entwickelte

Kalt-Schneide-Löscheinrichtung. Die Cobra wird

6 SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Ein attraktiver Blickfang:

Das HLF 20/16 bringt in

einsatzbereitem Zustand

rund 15.300 Kilogramm

auf die Waage.

Oben: Der Geräteraum G5

enthält Anschlüsse und

Schläuche zur

Brandbekämpfung.

Links: Carsten Gärtner steuert

die Funktionen der Pumpe mit

Hilfe des LCD-Bildschirms.

Die Lanze der Hochdruck-Schneid-Lösch-Anlage wird direkt

auf die Wand angesetzt. Das feinkörnige Granulat (Abrasive)

verbessert die Schneidwirkung des Wasserstrahls.

Das hydraulische Spreizgerät verwendet Martin Karpa im

Rettungseinsatz. Ein echtes Highlight ist der pneumatisch

ausfahrbare Lichtmast mit vier 24-Volt-Xenon-Scheinwerfern.

Dank der Vollluftfederung

ist die niedrige Tordurchfahrt

kein Problem.

hierzulande bislang noch selten eingesetzt, bietet

aber eine Leistung, für die in freier Wildbahn

wahrscheinlich ein Waffenschein nötig wäre. Das

System arbeitet mit einem Wasserdruck von 300

bar und spielt seine Stärke bei einem Feuer im

geschlossenen Raum aus. Dem über eine Lanze

abgegebenen Wasserstrahl wird als zusätzliches

Schneidmittel ein fein gemahlenes Granulat beigemischt.

Beides zusammen bewirkt eine enorme

Schneidwirkung, mit der sich eine Betonmauer

von 20 Zentimeter Stärke in knapp 25 Sekunden

durchbohren lässt. Ist der Durchbruch erfolgt,

verteilt sich das Wasser in feinsten Tröpfchen im

brennenden Raum. Dadurch wird dem Feuer die

Hitze entzogen, der Raum kühlt ab. Für den vorrückenden

Löschtrupp reduziert sich durch diese

Technik das Risiko beim Öffnen einer Tür zum

Brandherd.

„Einen wesentlichen Anteil an unserem HLF

20/16 hat natürlich Scania“, beschreibt Holger

Mehl den aktiven Part der Schweden an dem

spektakulären Boliden. Eine Herausforderung war

zum Beispiel das mit 3,20 Meter Höhe vergleichsweise

niedrige Tor der Abstellhalle am Betriebshof

der Feuerwehr. Damit die maximal zulässige

Fahrzeughöhe von 3.115 Millimetern eingehalten

werden konnte, spendierte Scania dem Fahrzeug

an beiden Achsen eine Vollluftfederung. An

oberster Stelle im Lastenheft stand allerdings die

Sicherheit der Fahrzeugbesatzung – in Gladbeck

sind das Fahrer, Gruppenführer und zwei Mann

für den Angriffstrupp. „Ein starkes Argument für

Scania war die serienmäßige Mannschaftskabine,

die mit einer Sicherheitszelle aus Stahl aufwartet“,

resümiert Holger Mehl die Prioritäten der Feuerwehr

Gladbeck. Die Entscheidung für die lange

Ausführung der Kabine (Scania CrewCab CP 31)

beruht vor allem auf dem Platzbedarf für zusätzliches

Equipment. An Bord sind etwa fünf Atemschutzgeräte,

ein halbes Dutzend Funkgeräte,

Handlampen, Warndreiecke, Feuerwehrleinen,

Hitzeschutzanzüge und eine Wärmebildkamera.

Aber auch fürs leibliche Wohl der Feuerwehrmänner

ist gesorgt. Ein erfolgreicher Einsatz lässt sich

mit einem Umtrunk aus der Kühlbox im Mannschaftsraum

beschließen. Die ist stets gut gefüllt

mit isotonischen Getränken.

www.scania.de · www.scania.at 2010 • SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ 7


TECHNIK Text: Scania, Fotos: Scania, Lichtbildstelle der MA68

Die mit den sogenannten Wechsellader-Fahrzeugen

transportierten

Container sind mit themenbezogenen

Ausrüstungsgegenständen bestückt.

Wenn bei diesem Scania Lkw

der Motor gestartet wird, zählt

jede Sekunde. 18 auf Scania Fahrgestellen

aufgebaute Spezialfahrzeuge

zählen zum Fuhrpark

der Berufsfeuerwehr der Stadt

Wien. Im Ernstfall sind sie

spätestens fünf Minuten nach

Alarmierung am Einsatzort.

Spezialisten

im Einsatz

8 SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Die von Scania

realisierte

Lösung, auch

Euro 5 ohne

Zusatzstoffe

erreichen zu

können, passt

perfekt in unser

Konzept.

Mario Rauch

Angetriebene Vorderachsen leisten

gerade im Winter auf den Auffahrten der

durch Wien verlaufenden Autobahnen

wertvolle Dienste.

Die Berufsfeuerwehr einer Metropole

mit mehr als 1,7 Millionen Einwohnern

hat das ganze Jahr über mehr

als genug zu tun. 35.532 Notrufe sind

in der Nachrichtenzentrale der Berufsfeuerwehr

der Stadt Wien 2009 eingegangen. Das entspricht

einem stolzen Durchschnitt von knapp

100 Anrufen pro Tag. Gemeldet wird dabei so gut

wie alles, von der hilflosen Katze am Baum bis

hin zum Großbrand in einem Industriebetrieb.

Wird Alarm ausgelöst, geht es Schlag auf Schlag.

In der Regel dauert es gerade einmal eine halbe

Minute, bis das erste Feuerwehrfahrzeug einen

der 29 über das Stadtgebiet verteilten Standorte

verlässt; spätestens fünf Minuten später trifft es

am Einsatzort ein. Je nach Einsatz art mit Blaulicht

und Folgetonhorn ist einer der insgesamt 18

Scania der Berufsfeuerwehr der Stadt Wien mit in

der Kolonne der Feuerwehrfahrzeuge. Mit ihnen

erledigt man Spezialaufgaben.

Denn selbst wenn die 18 Lkw auf den ersten

Blick – abgesehen von der roten Farbe und den

Blaulichtern am Dach – wie herkömmliche, im

Straßengüterverkehr eingesetzte Lkw wirken,

haben auch sie ihre fix definierten Aufgabengebiete

im Feuerwehrdienst. „In einer Großstadt

wie Wien müssen wir auf alle Eventualitäten vorbereitet

sein, das spiegelt sich natürlich auch in

unserem Fuhrpark wider“, sagt Dipl.-Ing. Mario

Rauch, Referatsleiter Fahrzeug-, Maschinenund

Gerätewesen. Als Abschlepp- oder sogenannte

Wechsellader-Fahrzeuge kommen die 18

Scania überall dort zum Einsatz, wo Spezialisten

gefragt sind. Während Feuerwehren in ländlichen

Gegenden meist freie Fahrt bis zum Einsatzort

haben, geben enge oder verparkte Straßen der

Wiener Feuerwehr schon auf dem Weg zum Ort

des Geschehens die erste harte Nuss zum Knacken.

„Unsere Löschfahrzeuge sind zwar ohnehin

etwas schmäler gebaut, ab und zu hilft es aber nur

mehr, die Fahrzeuge, die die Einsatzstelle blockieren,

entsprechend umzuparken“, erklärt Rauch.

Aber auch bei Aufräumarbeiten nach Verkehrsunfällen

sind die Scania Abschleppfahrzeuge in

ihrem Element.

Gleich ZEHN ihrer Scania hat die Berufsfeuerwehr

der Stadt Wien mit Hakengeräten bestückt.

Sie transportieren Container, die mit ihren Einrichtungen

auf die unterschiedlichsten Einsatzzwecke

maßgeschneidert sind. „Handelsübliche

Hakengeräte helfen uns dabei, die Auslastung

unserer Fahrzeuge deutlich zu steigern“, berichtet

www.scania.de · www.scania.at 2010 • SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ 9


TECHNIK

Mit den bulligen Abschleppfahrzeugen

lassen sich auch Lkw

problemlos transportieren.

1.700 Mann und

217 Fahrzeuge

Die Berufsfeuerwehr der Stadt Wien zählt

derzeit rund 1.700 Mitarbeiter und einen

Fuhrpark von 217 Fahrzeugen. Der Dienst

eines Feuerwehrmannes dauert 24 Stunden

und beginnt um 7:30 Uhr früh. In einer Großstadt

wie Wien hat die Feuerwehr immer alle

Hände voll zu tun. Bereits 18 Lkw aller Fahrzeuge

der Berufsfeuerwehr der Stadt Wien

den Greif am Kühlergrill.

der Referatsleiter. Statt einen themenbezogenen

Aufbau fix auf einem Fahrgestell zu montieren,

lassen sich Lkw und Container je nach Bedarf

kombinieren. In großen Lettern auf den Seitenwänden

der Container angebrachte Bezeichnungen

wie „Schwerwerk zeug“, „Bauunfall“ oder

„Dekontamination“ deuten auf das Einsatzgebiet

der darin verstauten Ausrüstung hin. „Sogar in

dringenden Notfällen haben wir mit den themenbezogen

ausgestatte ten Containern alle notwendigen

Ausrüstungsgegenstände bei der Hand und

können sofort mit den Arbeiten beginnen. Währenddessen

kann der Lkw bei Bedarf einen weiteren

Container holen“, erläutert Mario Rauch. Die

stets fix und fertig bestückten Container helfen,

unabhängig von der Art des Einsatzes, wertvolle

Zeit zu sparen.

Für AuSSenstehende sicher etwas überraschend

ist der hohe Anteil an Scania mit angetriebener

Vorderachse bei der Berufsfeuerwehr

der Stadt Wien. Wozu benötigt man im urbanen

Raum schon geländegängige Lkw? „Auch eine

Großstadt kann für die Feuerwehr besonders im

Winter ihre Tücken haben“, weiß Mario Rauch

aus eigener Erfahrung. Um bei Einsätzen im

Um die Wechsellader-Fahrzeuge

noch

freizügiger einsetzen zu

können, sind einige von

ihnen mit einem Kran

ausgerüstet.

höher gelegenen nordwestlichen Grenzgebiet zu

Niederösterreich nicht jedes Mal Ketten anlegen

zu müssen, machen sich die angetriebenen

Vorderachsen auf jeden Fall bezahlt. Auch die

Auffahrten der durch das Stadtgebiet führenden

Autobahnen können bei schneeglatter oder

vereister Fahrbahn zu hochalpinen Straßenverhältnissen

mitten in der Großstadt führen. „Bei

solchen Bedingungen vertrauen wir einmal mehr

gerne auf den robusten Ruf der Lkw aus Södertälje,

noch dazu, wo wir unsere Scania im Einsatz

doch deutlich anders fahren, als z. B. ein Transportunternehmer

seine Lkw im klassischen Straßengüterverkehr

bewegt.“ Ist Gefahr im Verzug,

haben die Feuerwehrmänner nur ein Ziel: möglichst

schnell zum Einsatzort zu gelangen. Daher

sind alle Scania der Berufsfeuerwehr der Stadt

Wien neben Retarder auch mit einer Allison-

Wandlerautomatik bestückt.

Tägliche Fahrzeugkontrollen sind

selbstverständlich.

Ein handfester Grund für Mario Rauch, auch

weiterhin auf Scania zu setzen, sind die Euro 5-

Motoren mit EGR-Technologie. „Obwohl wir

unsere Feuerwehrfahrzeuge zwischen 15 und

20 Jahre lang nutzen, beschäftigen wir uns wie

jeder andere Lkw-Betreiber mit dem Thema

Euro 5 und zukünftig auch Euro 6. Die von Scania

realisierte Lösung, Euro 5 ohne Zusatzstoffe

erreichen zu können, passt dabei perfekt in unser

Konzept“, lobt der Referatsleiter. Die zunehmend

verschärften Abgasnormen werden seiner Meinung

nach auch im Feuerwehrwesen dazu führen,

dass sich die Nutzungsdauer der Lkw deutlich

verkürzt. Gerade wegen der für einen Lkw

relativ geringen Laufleistung will Rauch, soweit

dies möglich ist, keine Fahrzeuge mit SCR-System

einsetzen. „Der zusätzliche logistische Aufwand

sowie die begrenzte Haltbarkeit des Harnstoffes

bringen naturgemäß Probleme im Vergleich zu

den Vorteilen der wartungsfreien EGR-Technologie

von Scania mit sich.“

10 SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Von echten Bergen ist weit und breit keine Spur. Trotzdem setzt die Freiwillige

Feuerwehr von Seyring in Niederösterreich auf zwei allradgetriebene Scania Lkw.

Zwei Bergsteiger

im Flachland

Die Freiwillige Feuerwehr Seyring hat erst im

Herbst 2009 zwei neue Scania Feuerwehrfahrzeuge

übernommen.

Es müssen nicht immer hochalpine

Landschaften sein, die Freiwillige

Feuerwehren (FF) in Österreich zu allradgetriebenen

Fahrzeugen greifen

lassen. Bei der nur wenige Kilometer nördlich

von Wien gelegenen FF Seyring sind die längsten

und steilsten Steigungen im Einsatzgebiet

die Auffahrten der erst vor wenigen Wochen neu

eröffneten Wiener Außenringschnellstraße S 1.

Auf maximale Traktion mit 4x4 bzw. 6x6 haben

die 62 aktiven Mitglieder bei den erst im vergangenen

Herbst neu übernommenen Scania

P 340 und Scania P 380 dennoch nicht verzichtet.

„Da es bei uns an geschätzten 350 Tagen im Jahr

windig ist , haben wir während der Wintermonate

nicht selten Schneeverwehungen bis zu einer

Höhe von einem dreiviertel Meter“, erklärt der

stellvertretende Kommandant der Feuerwehr,

Karl Bauer. Konventionelle, heckgetriebene

Feuerwehrfahrzeuge sind bei solchen Einsatzbedingungen

mit ihrem Latein ohne aufgelegte

Ketten recht schnell am Ende. „Aus unserer

Sicht macht es dazu natürlich keinen Sinn, die

Schneeketten häufig nur für wenige Meter Fahrtstrecke

zu montieren“, meint Bauer.

Das Platzangebot

in den

Scania Mannschaftskabinen

ist

für Feuerwehren

optimal.

Verwalter Manfred Jiras (links) und

Kommandant-Stellvertreter Karl Bauer

GeschalteT wird bei den beiden Einsatzfahrzeugen

noch von Hand. „Mit dem neuen

Opticruise ohne Kupplungspedal hat Scania

ein automatisiertes Getriebe im Programm, das

sicherlich auch für Einsatzfahrzeuge interessant

ist“, sagt Verwalter Manfred Jiras. Auf diese

Option konnte man am Beginn der vor rund

zweieinhalb Jahren gestarteten Ausschreibungen

für die Fahrzeuganschaffungen noch nicht

zurückgreifen. Die Entscheidung für zwei Scania

Feuerwehrfahrzeuge hatte bei der FF Seyring

jedoch nicht nur technische Gründe. „Da wir die

beiden Lkw nur mit wenigen Wochen Abstand

übernommen haben, wollten wir zwei Fahrzeuge

mit einem optisch nahezu identischen Auftreten

haben“, erinnert sich Verwalter Manfred Jiras.

Ein Vorhaben, das mit der in zwei verschiedenen

Größen erhältlichen Mannschaftskabine

von Scania spielend in die Realität umgesetzt

Das Einsatzgebiet der FF Seyring umfasst unter

anderem 730 Haushalte, 40 Gewerbegebiete und

zehn Kilometer Schnellstraße.

werden konnte. Das hilft letztlich, auch im

Ernstfall wertvolle Zeit zu sparen. „Durch das

großzügige Platzangebot im Inneren können wir

bei Bedarf schon auf dem Weg zum Einsatz die

Atemschutz geräte aufnehmen.“

www.scania.de · www.scania.at 2010 • SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ 11


TECHNIK

SCHWEBENDES VERFAHREN

Wenn Schweden, Finnen und Österreicher ihre einschlägigen Talente

zum Bau eines Feuerwehrfahrzeugs vereinen, dann darf mit einem

spektakulären Resultat gerechnet werden. Fakt ist: Der Bronto Skylift

F 90 HLA ist das derzeit schwerste Großgerät für Feuerwehren in ganz

Westeuropa.

Der feuerrote Gigant bringt selbst

gestandene Brandschutz-Profis zum

Schwärmen. „Der Scania P 420 macht

mit dem schweren Feuerwehraufbau

eine tolle Figur“, findet Stephan Schwenker,

Leiter Brandschutz in der Stabsstelle der Braunkohlenkraftwerke

bei der RWE Power AG. Seit

dem 24. Februar steht das Fahrzeug offiziell

im Dienst der Werkfeuerwehr im Kraftwerk

Text und Fotos: Joachim Geiger

Neurath, einer von insgesamt fünf Anlagen auf

Braunkohlenbasis, die RWE Power zusammen

mit drei Veredelungsbetrieben im rheinischen

Revier betreibt. Die korrekte Dienstbezeichnung

für das brandneue Flaggschiff lautet

Hubrettungsbühne F 90 HLA. Als Hersteller

und Gesamtverantwortlicher für das komplette

Feuerwehrfahrzeug firmiert Bronto Skylift aus

dem finnischen Tampere.

Die Spezialisten für auf Lastwagen montierte

hydraulische Hebebühnen führen sinnigerweise

einen stilisierten Brontosaurier in

ihrem Firmenlogo, der in seiner ursprünglichen

Form in grauer Vorzeit zu den größten

und schwersten Vertretern seiner Spezies

gehörte. Tatsächlich kann auch die Hubrettungsbühne

mit genau diesen Eigenschaften

aufwarten. Die Buchstaben HLA stehen

für High Level Articulated, was bedeutet, dass

es sich bei dem Modell um eine so genannte

Gelenkmastbühne handelt. Das im betriebsfertigen

Zustand 15,80 Meter lange und lediglich

3,90 Meter hohe Fahrzeug bringt es auf

ein Leergewicht von knapp 49 Tonnen. Davon

bringt jedoch allein der Gelenkmast rund 35

Tonnen auf die Waage.

12 SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Die mächtigen Stützen lassen sich bis zu sieben Meter ausfahren.

Bis zur Vollabstützung des Fahrzeugs vergehen gerade mal

40 Sekunden. Die Nivellierung selbst erfolgt vollautomatisch.

Das Prinzip: Ein groSSes Gelenk teilt den Mast

in zwei jeweils teleskopierbare Hälften. Wird die

Konstruktion voll ausgefahren, erreicht sie in vertikaler

Position bis zum Boden des Rettungskorbs

die Höhe von 88 Metern. In seitlich geknickter

Stellung ist eine Auslage bis zu 29 Metern möglich.

Eine am Mast integrierte teleskopische Wasserleitung

mit einer Kapazität von rund 3.700 Litern

in der Minute erlaubt die Brandbekämpfung in

allen erreichbaren Höhenlagen. Gefragt sind die

Talente der Baureihe HLA bisher zum Beispiel bei

den Feuerwehren in Moskau, Kiew, Shanghai und

Taipeh. Mit dem Exemplar für das Kraftwerk Neuden

Hilfsrahmen für die Hubarbeitsbühne montiert.

Anschließend geht’s auf direktem Weg zum

Feuerwehrspezialisten Rosenbauer nach Österreich.

Zweck der Reise: Aufbau der feuerwehrtechnischen

Ausrüstung mit Pumpentechnik für

Wasser und Schaummittel sowie mit diversen

Geräteräumen. Zur abschließenden Hochzeit von

Fahrgestell und Gelenkmast ist dann noch einmal

eine Visite im Werk von Bronto Skylift in Finnland

angesagt.

Stephan Schwenker, Leiter

Brandschutz (re.), und Edgar

Rasten, stellvertretender Leiter

der Werkfeuerwehr, schätzen

am neuen Flaggschiff die

Kombination aus exzellenter

Technik und tollem Design.

Der Gelenkmast wird per Joystick dirigiert. Eine Steuerungseinheit befindet sich am

schwenkbaren Hauptbedienstand, die andere direkt im Korb. Auch ein Arsenal mit Druckschläuchen

gehört zur Ausstattung.

Am Ende hat sich die Odyssee über mehrere

tausend Kilometer allemal gelohnt: Die Hubarbeitsbühne

kommt bei den Männern der Werkfeuerwehr

in Neurath bestens an. Ein Team von

zehn Feuerwehrleuten ist bereits auf Fahrzeug und

Technik eingewiesen. Auf dem Dienstplan stehen

jetzt täglich mehrere Stunden Training auf dem

Kraftwerkgelände, das mit seinen Dampferzeugern

und Kühltürmen eine prachtvolle Kulisse für

das Feuerwehrfahrzeug abgibt. Ein typisches Einsatzszenario

ist die Bekämpfung eines Brandes im

so genannten Bekohlungsweg, in dem die Förderbänder

auf eine Höhe von über 70 Metern führen

können. Die Arbeitshöhe der Hubrettungsbühne

ist daher ausreichend bemessen, um im Ernstfall

an einer solchen Anlage noch einen Löschangriff

von oben durchführen zu können.

Atemschutzgerät und Rettungssäge gehören zum Equipment

im Geräteraum.

Die extreme

Wendigkeit des

Scania hat uns

überrascht.

Udo Poppe,

Verantwortlicher Fahrzeugtechnik

„Moderne Kraftwerke benötigen ein

modernes und hocheffizientes Sicherheitsrath

kommt das Großgerät jetzt erstmals auch in

Westeuropa zum Einsatz.

Der Startschuss für die aufwändige

Herstellung des Fahrzeugs fällt in Schweden.

Das Fahrgestell mit der beeindruckenden

Achsformel 10x4*6HHA ist eine Gemeinschaftsproduktion,

zu der Scania die Basis mit vier Achsen

und Laxå Special Vehicles die gelenkte und

liftbare Nachlaufachse beisteuern. Inzwischen

werden solche Fahrzeuge komplett bei Scania

gebaut. Station Nummer zwei führt das Fahrgestell

nach Finnland, wo Bronto Skylift zunächst

system“, erklärt Brandschutz-Chef Stephan

Schwenker. Die vornehmste Aufgabe für das

Feuerwehrfahrzeug ist künftig neben der Brandbekämpfung

die Rettung von Menschen aus

großen Höhen. Auch zur technischen Hilfeleistung

für die verschiedenen Kraftwerke der RWE

Power wird es hin und wieder ausrücken, wenn

zum Beispiel die Inspektion an der Fassade eines

Kühlturms oder die Sicherung von Fassadenelementen

anstehen. Darüber hinaus steht die

Hubrettungsbühne der Werkfeuerwehr auch

parat, wenn ein Hilferuf von der öffentlichen

Feuerwehr eingeht.

www.scania.de · www.scania.at 2010 • SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ 13


TECHNIK Text und Fotos: Scania

Wenn 11.000 Liter Löschwasser auf Touren gehen, ist der Scania P 420 der

Freiwilligen Feuerwehr Oberhaag in seinem Element. Dabei ist der österreichweit

einmalige Allradler bei Weitem nicht die einzige Besonderheit, mit der die

südsteirische Feuerwehr aufwarten kann.

Feuer und

Flamme

Links: „Unsere beiden

Scania Lkw haben die in sie

gesetzten Erwartungen bis

jetzt vollkommen erfüllt“,

sind sich Kommandant

Manfred Peißer, Kommandant-Stellvertreter

Walter

Krottmaier und Ex-

Kommandant Friedrich

Schuster (v.l.n.r.) einig.

Rechts: Die laufende

Aus- und Weiterbildung der

Mitglieder garantiert auch

im Ernstfall die optimale

Unterstützung.

Beide Feuerwehr

Scania tragen bei

Einsätzen der

FF Oberhaag die

Hauptlast.

14 SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Fotografen, die aussagekräftige Bilder über

die Feuerwehr-Aktivitäten von Scania auf Film bannen

wollen, sind im südsteirischen Oberhaag richtig.

Gleich zwei Einsatzfahrzeuge mit dem Greif am Kühlergrill

warten hinter den verschlossenen Toren des Feuerwehrhauses

auf die nächste Ausfahrt. Dass Scania mit einem

dieser beiden Lkw vor bald zehn Jahren die ersten r ot-weißroten

Akzente im Feuerwehrwesen in der Steiermark gesetzt

hat, weiß allerdings kaum jemand. Als echte Pioniere haben

die rund 50 aktiven Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr

(FF) im Jahr 2000 eines der ersten von Scania in Österreich

ausgelieferten Feuerwehr-Fahrzeuge übernommen. „Das

großzügige Platzangebot der Mannschaftskabine war einer

der ausschlaggebenden Gründe dafür, dass wir uns für eine

zum damaligen Zeitpunkt im Feuerwehrwesen sicher absolut

exotische Marke entschieden haben“, erinnert sich Kommandant

Manfred Peißer. Im Ernstfall ist der Allrad-Lkw mit

einer neun Mann starken Besatzung, 4.000 Liter Löschwasser

und einer umfangreichen Geräteausrüstung im 36 Quadratkilometer

großen Rayon der Feuerwehr, zu dem u. a. auch

130 Gemeindewege und ein fünf Kilometer langer Abschnitt

der Staatsgrenze zu Slowenien gehören, unterwegs. „Das im

Feuerwehr-Fachjargon TLF-A 4000 bezeichnete Einsatzfahrzeug

ist ein absoluter Allrounder“, erklärt der Kommandant.

intern als WTF-A 11000 bezeichnete Lkw eine eigene Pumpe,

um bei Brandeinsätzen sofort mit den Löscharbeiten beginnen

zu können“, erzählt Krottmaier weiter. Im kommunalen

Bereich leistet der geländegängige Scania zudem bei Wassertransporten

abseits von Feuerwehreinsätzen wertvolle

Dienste.

Wie viele Stunden als Florianijünger die insgesamt 65

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Oberhaag jedes Jahr

im Dienste der Öffentlichkeit leisten, zeigt der aktuelle Jahresbericht

der FF Oberhaag. 2008 hat man insgesamt mehr als

9.000 Stunden bei vier Brandeinsätzen und 132 technischen

Einsätzen geleistet. Dabei konnten Sachwerte in der Höhe von

310.000 Euro gerettet werden. „Alleine diese Zahl zeigt, dass

eine zeitgemäße Ausrüstung im Feuerwehrwesen unerlässlich

ist“, unterstreicht Kommandant Peißer. Wie vielfältig die

Aufgaben sind, die auf die Feuerwehrmänner zukommen

können, beweist die minutiös geführte Einsatzstatistik. Darin

“Auf unsere

beiden

Scania Lkw

ist im Ernstfall

immer

Verlass.”

Manfred Peißer,

Feuerwehrkommandant

Nicht minder vielseitig zeigen sich die Mitglieder der

Freiwilligen Feuerwehr Oberhaag, wenn es um Kontakte zu

Feuerwehren im benachbarten Slowenien geht. 30 Jahre ist

es her, dass man die ersten Kontakte, damals noch erschwert

durch den Eisernen Vorhang, geknüpft hat. „Bei Ernstfällen,

wenn jede Sekunde zählt, darf es keine Staatsgrenzen

geben“, unterstreicht der stellvertretende Kommandant der

Feuerwehr, Walter Krottmaier. 1979 haben die südsteirischen

Florianijünger damit begonnen, die dem Feuerwehrdienst

hinderlichen Grenzbalken wenigstens im Kopf abzubauen.

Auch wenn die erste Reise in den nur wenige Kilometer entfernten

slowenischen Grenzort ein kleines Abenteuer war.

„Aus Sicherheitsgründen mussten wir vor der Abfahrt unsere

Funkgeräte ausbauen“, schmunzelt Krottmaier heute. Nur

gut, dass sie heute kein Hindernis bei grenzüberschreitenden

Kontakten mehr darstellen. Immerhin sind alle Fahrzeuge

der FF Oberhaag mit zweisprachigen Alarmplänen bestückt,

um im Ernstfall auch die Kameraden hinter der Grenze

unterstützen zu können.

Warum gute Erfahrungen mit einem Einsatzfahrzeug

bei freiwilligen Feuerwehren selten ohne Folgen bleiben,

verrät der Blick auf den zweiten Scania mit dem Wappen der

Gemeinde Oberhaag auf den Kabinentüren. Seit 2007 setzen

die Kameraden einen Scania P 420 ein, der aus mehrfacher

Hinsicht in Österreich nicht oft zu finden sein wird. „Da die

Versorgung mit Löschwasser durch Hydranten oder Teiche

bei uns nur mäßig erfolgen kann, haben wir schon vor rund

30 Jahren ein Wassertransportfahrzeug entwickelt“, erinnert

sich Walter Krottmaier. 11.000 Liter Fassungsvermögen

garantieren selbst bei Einsätzen an schwer erreichbaren

Orten eine ausreichende Wasserversorgung. Mit dem dreiachsigen,

allradgetriebenen Scania P 420 hat die Feuerwehr

vor zwei Jahren bereits die zweite Generation dieses Fahrzeugtyps

in Betrieb genommen. „Um im Notfall nicht auf

ein weiteres Einsatzfahrzeug angewiesen zu sein, besitzt der

sind neben einer Türöffnung oder einer Tierrettung auch der

Brand eines Sägewerkes oder ein Waldbrand verzeichnet.

„Darum ist es unser erklärtes Ziel, das für diese Aufgaben notwendige

Wissen schon unserer Feuerwehrjugend so früh wie

möglich mit auf den Weg zu geben.“ Nicht umsonst hat der

Feuerwehrnachwuchs in Oberhaag im vergangenen Jahr die

Wissenstestabzeichen in Gold und Silber sowie das Jugendleistungsabzeichen

in Bronze errungen.

Unerlässlich

für Österreich

Die freiwilligen Feuerwehren sind eine unerlässliche

Einrichtung für Österreich. Da Berufsfeuerwehren

nur in wenigen großen Städten wie Wien, Linz

oder Graz zu finden sind, sorgen die rund 300.000

Feuerwehrmänner und -frauen der freiwilligen Feuerwehren

nahezu im gesamten Bundesgebiet im Ernstfall

für die notwendigen Maßnahmen. Dass es dabei

nicht immer nur Brände zu bekämpfen gibt, haben

vor allem die Hochwasser- und Unwettereinsätze der

letzten Monate eindrucksvoll bewiesen. Die Ausbildung

sowie die Einsätze werden von den Mitgliedern

der freiwilligen Feuerwehren ausschließlich in ihrer

Freizeit absolviert.

Links: Auch der Feuerwehr-

Nachwuchs interessiert sich

für die Feuerwehr-Fahrzeuge

aus Södertälje.

Unten: Die ehrenamtlichen

Mitglieder der Freiwilligen

Feuerwehr Oberhaag

leisten pro Jahr mehr als

9.000 Stunden.

www.scania.de · www.scania.at 2010 • SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ 15


TECHNIK Text: Alex Mannschatz, Fotos: Gugu Mannschatz

Ludwigshafen ist Deutschlands

größter Chemiestandort

und stellt an Brandbekämpfer

und Rettungskräfte hohe

Anforderungen. Der Fuhrpark

der Berufsfeuerwehr ist deshalb

einer der modernsten in

Deutschland.

So sehen Helden aus. Breite Schultern,

furchtlose Augen, den Helm tief

ins Gesicht gezogen. Ein Streifen über

das New York Fire Department und die

Hauptrolle wäre Thomas Holländer sicher. Dabei

ist der Mann im wahren Leben schon ein Held.

Nur die Kulisse ist eine andere: Er ist Feuerwehrmann

in Ludwigshafen. Die Stadt am Rhein ist

anders als die meisten vergleichbaren Kommunen.

Sie ist gefährlicher. Chemie, Sprit, Öl – auch

das ist Ludwigshafen. „20.000 Lkw rollen pro Tag

durch die Stadt. Die meisten davon mit Gefahrgut“,

erzählt Holländer. Damit ist klar, was Sache

ist für die Feuerwehr einer solchen Stadt: Innerhalb

von acht Minuten müssen die Männer auch

im letzten Winkel Ludwigshafens sein. Bereit für

den Kampf gegen gefährlichste Substanzen. In

ständiger Koordination mit der Werkfeuerwehr

von BASF oder den Kollegen der Freiwilligen

Wehren.

Entsprechend hoch sind die Anforderungen

an den Fuhrpark. Die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen

hat einen der modernsten in Deutschland.

Bestückt mit gleich sechs Scania wohl auch

einen der ungewöhnlichsten. Zuständig für die

Technik und Fahrzeugbeschaffung ist seit acht

Jahren Brandoberinspektor Bernd Vollmer.

„Der besondere Standort erfordert besondere

Fahrzeuge“, so Vollmer: „Trockentank-Löschfahrzeuge

beispielsweise sind absolute Pflicht.“

Im Ludwigshafener Einsatz sind unter anderem

zwei Scania 94 mit 5.000 Liter fassenden Löschwassertanks

sowie Vorratsbehältern für jeweils

eine halbe Tonne Löschpulver und Schaummittel.

Feuerwehrspezifischer Ausstatter eines solchen

Fahrzeugs ist Rosenbauer, eine Besonderheit

ist der spezielle Sitz für den dritten Mann in der

Kabine. Dieser hat eine am Sessel installierte

Halterung für die komplette Atemschutzausrüstung.

Nimmt der Retter Platz und gurtet sich

an, schnallt er damit automatisch seine Ausrüs-

16 SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Feuer

eifer

Alarmstufe Rot: Innerhalb von acht Minuten

muss die Feuerwehr an jedem Einsatzort der Stadt

Ludwigshafen sein.

Wo im zivilen Scania Getränke- oder Werkzeugkisten

lagern, ist ein spezielles Staufach für die

Atemschutzausrüstung untergebracht.

Zahlreiche Umbauten und spezielle

Detaillösungen machen die Löschfahrzeuge

fit für jeden denkbaren Einsatz.

tung um. Gut und gerne 25 Kilo schwer ist das

„Gepäck“ eines jeden Feuerwehrmanns. Auch

beim Anziehen zählt jede Sekunde im Wettlauf

mit dem Sekundenzeiger.

Die entsprechenden Umbauten mit der

Motortunnelabdeckung und dem Aufstieg hat

Scania Händler Motoren Baader aus Neustadt

gefertigt. Von Baader stammt auch die Umrüstung

des Kabinen-Außenstauraums. Jetzt ist dort ein

spezielles Fach für die Atemschutzausrüstung des

Fahrers eingelassen. Bei Motoren Baader ist man

sich bewusst, mit der Ludwigshafener Feuerwehr

einen ganz besonderen Kunden zu haben. „Die

Anforderungen sind sehr speziell“, weiß Verkäufer

Klaus Röther: „Da ist ein Höchstmaß an individueller

Koordination zwischen Fahrzeughersteller,

Aufbauer und Kunde gefragt.“ Das beginnt

im Kleinen mit erforderlichen Rückfahrkameras,

separaten Scheinwerfern, Zusatzspiegeln und

endet bei den ganz großen Rädern, die es für alle

möglichen Einsätze zu drehen gilt. Röther hat

mittlerweile viel Feuerwehrerfahrung gesammelt.

Denn auch ein Drehleiterwagen – P 270 mit Aufbau

von Metz – sowie ein 114er-Wechsellader

sind bei der Ludwigshafener Wehr im Einsatz.

Offenbar mit Erfolg, die aktuelle Wahl anzuschaffender

Hilfeleistungslöschfahrzeuge fiel ebenfalls

auf Scania. Zwei weitere P 270 in leuchtendem

Feuerwehr-Standardrot „RAL 3000“ mit Rosenbauer-Aufbauten

und 2.000-Liter-Wassertanks

komplettieren seit Kurzem den Fuhrpark.

Vier Jahre „Überzeugungsarbeit“ gehen der

endgültigen Zustimmung durch die Stadt für eine

Neuanschaffung voraus. Dann folgt eine heiße

Phase von zwei Jahren, in der alle Vorgaben konkretisiert

und umgesetzt werden müssen. Wer

liefern will, muss hohe Anforderungen erfüllen:

„Ein Kriterium ist die Abgasreinigung für Euro

4 und 5 ohne Harnstoff. Die Zusatztanks wären

uns zu schwer, zudem ist der Harnstoff selbst ein

In 60 Sekunden

startbereit

Berufsfeuerwehrleute in Ludwigshafen

arbeiten in 24-Stunden-Schichten, beginnend

um acht Uhr. Zehn solcher Schichten

fallen im Monat für jeden an. Vormittags

arbeiten die Männer in ihren erlernten

Berufen oder in der Notrufleit stelle, nachmittags

üben sie für ihre Einsätze oder

bilden sich entsprechend fort. Pro

Tag steht eine Stunde Sport auf

dem Programm sowie dreimal

in der Woche ein spezielles

Training. Ab 22 Uhr beginnt

die Nachtruhe. Erfolgt ein

Alarm, muss jeder Feuerwehrmann

innerhalb von

60 Sekunden einsatzbereit

im Fahrzeug sein. Neben den

Ruhe- und Aufenthaltsräumen

sind dafür Schächte mit Rutschstangen

angebracht, die direkt in

die Fahrzeughalle führen.

Gefahrstoff“, erklärt Vollmer die Entscheidung

für Scania: „Darüber hinaus wollen wir werkseitig

verbaute Sechsgang-Vollautomatikgetriebe sowie

www.scania.de · www.scania.at 2010 • SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ 17


TECHNIK

eine möglichst einfache Ersatzteilversorgung.“

Den wohl größten Anspruch aber stellt er an

die Sicherheitsmerkmale der Kabine. Bis heute

kommt kein Scania in Verkehr, dessen Fahrerhaus

nicht den so genannten Schwedentest durchlaufen

hat. Bei dieser weltweit anspruchsvollsten

Sicherheitsprüfung wird die Kabine dreimal malträtiert:

Sie muss 15 Tonnen schwere Dachlasten,

den Aufprall von einer Tonne aus drei Meter

Höhe an der A-Säule sowie das Pendelgewicht

von ebenfalls einer Tonne an der Rückwand

aushalten.

Risikostandort: Die Chemiestadt

(Foto: Feuerwehr) birgt mehr Gefahren

als andere Kommunen.

Im Feuerwehralltag warten extreme

Bedingungen auf die Autos. 15 bis 20 Jahre sind

sie in der Regel gefordert, ausgelegt ist ihre Einsatzfähigkeit

auf mindestens 25 Jahre. Erfolgt der

Alarm, müssen die Motoren binnen Sekunden

Höchstleistungen erbringen. Die Maschinen der

neueren Fahrzeuge werden daher permanent auf

70 Grad vorgewärmt. So lassen sich die materialfordernden

Sprints von null auf Höchstgeschwindigkeit

am ehesten verkraften. Auch unter

Umweltaspekten - der Schadstoffausstoß der

vorgewärmten Aggregate ist geringer, ebenso der

Kraftstoffverbrauch. Ansonsten aber ist so ziemlich

jede Weisheit über sparsame Fahrweise bei

der Feuerwehr unbrauchbar. Es geht um Sekunden.

„Unser Werkstattmeister wundert sich heute

Feuerwehren

haben ganz

individuelle Anforderungen

an

die Fahrzeuge.

Klaus Röther, Scania Verkäufer bei Motoren

Baader in Neustadt an der Weinstraße

Sechs Scania sind in Ludwigshafen im Einsatz.

Rund um die Uhr werden

die Einsätze der Feuerwachen

koordiniert.

Tragödie an

Fastnacht

Etwa 4.000 Einsätze fahren die Feuerwehrleute

in Ludwigshafen jährlich. Den

vom 3. Februar 2008 werden sie nicht vergessen.

Neun Menschen sterben bei einem

Hausbrand am Danziger Platz. Zu spät sei

die Feuerwehr am Brandort gewesen, so der

Vorwurf. Er entbehrt jeglicher Grundlage.

Um 16:21 Uhr und 53 Sekunden geht

an jenem Fastnachtsonntag der erste Notruf

ein. Nach etwa einer Minute sind die ersten

Kommandokräfte vor Ort, nach weiteren

drei Minuten die Löschzüge. Alle Rettungskräfte

arbeiten unter Einsatz ihres eigenen

Lebens über die Grenze der Belastbarkeit

hinaus, werden Experten später bescheinigen.

„Neun Tote sind schwer zu verkraften“,

sagt Feuerwehrmann Bernd Vollmer

sichtlich bewegt: „Wir

haben je doch 47

Menschenleben

ge rettet – das

stand in keiner

Schlagzeile.“

Eine solche

aber hätte

den Männern

geholfen, das

Erlebte besser

zu verarbeiten.

Der Rettungskorb der

Drehleiter steigt auf 23 Meter.

nicht mehr, wenn nach 8.500 Kilometern die Reifen

von den Antriebsachsen runtermüssen“, so

Vollmer. Viele vermeintliche Segen der Transportbranche

sind in seinem Fuhrpark schlicht nicht

anwendbar. Zum Beispiel Navigationsgeräte.

„Viel zu langsam“, konstatiert Vollmer, „bis

die gerechnet haben, sind wir längst über die

Kreuzung drüber.“ Gefahren wird also nach

Karte und Erfahrung.

Daran hat sich nichts geändert, im

Gegensatz zu den Einsatzgründen. Umweltgefährdungen

und Autounfälle haben heute den

In Reih und Glied:

Ordnung spart wertvolle

Sekunden.

Scania im Ludwigshafener Einsatz

Bezeichnung Fahrgestell Baujahr Aufbau Anzahl

Trockentank-

Löschfahrzeug

Scania 94 2005 Rosenbauer 2

Drehleiter

mit Korb

Scania P 270 2006 Metz 1

Hilfeleistungs-

Löschfahrzeug

Scania P 270 2008 Rosenbauer 2

Wechsellader Scania 114 2002 Meiller 1

Brand als Hauptalarmursache abgelöst. Wenn es

aber mal fackelt, sind die Risiken deutlich größer.

„Brennt Holz, überlebe ich den Rauch. Die freigesetzte

Blau- und Schwefelsäure beim Brand eines

handelsüblichen PCs aber kann mich umbringen“,

weiß Vollmer. Kollege Holländer ist im

Umgang mit solchen krimitauglichen Giften auch

privat geübt. Er ist tatsächlich ein Filmheld. Sein

Hobby ist die Schauspielerei, etwa in diversen

Nebenrollen beim ARD-Tatort aus Ludwigshafen.

Dort war übrigens auch schon mal die Scania

Drehleiter kurz zu sehen. Echte Helden bleiben

eben immer im Hintergrund.

18 SCANIA BEWEGT INTERSCHUTZ • 2010 www.scania.de · www.scania.at


Technik von morgen – heute lesen!

Das neue lastauto omnibus

hat noch mehr zu bieten.

Mehr Technik, Innovationen

und Trends.

lastauto omnibus zeigt die

Nutzfahrzeug-Technik der

Zukunft.

Jeden Monat

neu!

Im Handel oder

direkt testen:

Miniabo + Armbanduhr Avialic 1903.

Testen Sie jetzt 3 Ausgaben mit 34% Ersparnis.

GRATIS

zum Miniabo

lastauto omnibus-Aboservice, Postfach, 70138 Stuttgart,

Fax +49 (0) 180/5 35 40 50-25 50* oder bestellen Sie

per Telefon +49 (0) 180/5 35 40 50-25 77*,

E-Mail aboservice@scw-media.de

Bitte angeben: Aktionsnummer 70 60 84

www.lastauto-omnibus.de/abo


DAS SCANIA MAGAZIN JUNI 2010 WWW.SCANIA.DE

SCANIA SONDERAUSGABE

FEUERWEHRFAHRZEUGE

BEWEGT

SCANIA

STELLT AUS

Treffpunkt Interschutz

im Freigelände,

Stand B 70

FEUERPROFIS VON SCANIA

Voller Einsatz

Technik

EIN ALLESKÖNNER

FÜR DIE FEUERWEHR

Seite 6

Technik

FEUER UND

FLAMME

UMSCHLAG_D.indd 1 29.04.10 10:56

Seite 14

Scania

BEWEGT

› spannende

reportagen

› informative

berichte

› Nützlicher

Service

Viel Spass beim

Lesen dieser

Sonderausgabe!

Scania präsentiert sich vom 7. bis 12. JUNI

auf der INTERSCHUTZ 2010 in LEIPZIG

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine