P.T. MAGAZIN 02/2010

ptmagazin

Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

www.pt-magazin.de

6. Jahrgang

Ausgabe 2 | 2010

ISSN 1860-501x | 3 Euro

für Wirtschaft und Politik | Offizielles Magazin des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“

Das deutsche Gesundheitssystem –

ein Fall für die Notaufnahme?

Mittelstandspreis

Nominierungsrekord

trotz Krise

Endstation Staatsbankrott?

Finanzprobleme weiter ungelöst

Europas Mitte

Ackern für den

Wohlstand

Lexus-Hybrid

Fahrerflüsterer

für Chefs


Äpfel und Birnen

„Frauen verdienen 23 Prozent weniger

als Männer.“ Die Schlagzeile suggeriert

verbotene Diskriminierung

bei gleicher Qualifikation und Tätigkeit.

Diese Diskriminierung gibt es

aber gar nicht. Denn dass eine 25-jährige

frisch ausgebildete Assistenz-

ÄRZTIN weniger als ein 55-jähriger

hochqualifizierter Chef-ARZT verdient,

hält kein vernünftiger Mensch

für Diskriminierung. Ebenso verlangt

wohl niemand, einer PutzFRAU das

Monatgehalt eines (männlichen) Piloten

zu zahlen. Der PutzMANN dürfte

das ja auch nicht verlangen.

Die Schlagzeile dient also ausschließlich

der Verwirrung und Verirrung.

Denn „Aussagen zum Unterschied

zwischen den Verdiensten von

weiblichen und männlichen Beschäftigten

mit gleichem Beruf oder

vergleichbarer Tätigkeit sind laut

Statistischem Bundesamt anhand der

vorliegenden Zahlen nicht möglich“,

musste auch die WELT am 12.11.2009

feststellen. Im Klartext: Wer über Äpfel

redet und dabei Äpfel mit Birnen

vergleicht, der klärt nicht auf, sondern

verdummt, verwirrt, vernebelt.

Solche Verwirrung hat Methode.

Nicht nur bei Statistiken, sondern

auch bei Paragraphen, wie die folgende

Schlagzeile verdeutlicht:

„Schäuble verteidigt den Ankauf

illegaler Steuer-Daten aus Diebstählen

in der Schweiz.“

Was in Deutschland erlaubt ist und

was nicht, soll aber nicht der Finanzminister

regeln, sondern das Strafgesetzbuch

mit seinen 358 Paragraphen.

Und nach § 259 begeht Hehlerei, wer

gestohlene Daten kauft, um sich oder

einen Dritten zu bereichern. Dieser

Editorial

Dritte kann auch der Staat sein. Wer

in Polen ein Auto klaut, bleibt auch

dann ein Dieb, wenn er das Auto anschließend

der Bundesregierung oder

„dem Staat“ schenkt. Auf Hehlerei

stehen deshalb bis zu fünf Jahre Haft.

Da die Bundesregierung bereits zum

wiederholten Male so handelt – und

sich auch in Zukunft aus dieser Handlungsweise

fortlaufende Einnahmen

sichern will – gilt sogar der verschärfte

§ 260 der „gewerbsmäßigen Hehlerei“.

Darauf steht Freiheitsstrafe von

mindestens sechs Monaten bis zu

zehn Jahren. Eigentlich.

Natürlich wird der Staat dennoch

kaufen. Und verwerten. Und er wird

nicht dafür bestraft werden. Wenn

sich aber der Staat das Recht nimmt,

Recht zu brechen, vertut er das Recht,

von seinen Bürgern Recht zu fordern.

Nicht umsonst fordert das Grundgesetz

in Artikel 20: „…die vollziehende

Gewalt und die Rechtsprechung sind

an Gesetz und Recht gebunden.“ Kein

Staatsdiener darf gegen ein Gesetz

handeln. Aber manchmal sind Staatsdiener

nicht gleich, sondern gleicher.

Birnen, keine Äpfel.

Eigentlich soll der Rechtsstaat den

Staat begrenzen, nicht den Bürger.

Eigentlich ist das Wesen des Rechtsstaats

im Gegensatz zum Unrechtsstaat

gerade, dass der Bürger sich

darauf verlassen kann, dass sein

Verhalten nach Gesetzen – und nicht

nach Gutdünken – beurteilt wird.

Eigentlich sollte er sich auf das geschriebene

Wort verlassen können,

statt fehlbaren Menschen ausgeliefert

zu sein.

Als zivilisatorische Errungenschaft

muss der Rechtsstaat sich immer

wieder neu gerade im Umgang mit

denen bewähren, die sein Recht brechen.

Nur dann kann sich auch derjenige

tatsächlich auf sein Recht verlassen,

der sich nichts vorzuwerfen hat.

In dem Moment, in dem der (Rechts-)

Staat selbst zum Rechtsbrecher wird,

ist er keinen Pfifferling mehr wert.

Dr. Helfried Schmidt

P.T. MAGAZIN 2/2010

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Inhalt

Seiten 44-48

Themen

Politik

3 Äpfel und Birnen

Wenn der Staat zum brecher

Rechtswird

4

6 Revolutionäre

…die in der Hartz-IV-Debatte

keine Rolle spielen

8 Wehrt euch gegen die

Eurokraten!

Rhetorisches Feuerwerk von

Hans Magnus Enzensberger

Wirtschaft

Titelthema: Die Horror-Reform Seiten 44-48

Ist das deutsche Gesundheitssystem ein Fall für die Notaufnahme? International

verglichen: Nein. Aber in Deutschland ist keiner zufrieden. Der

Gesundheitsminister Philipp Rösler soll es nun richten – in einer Amtszeit

unmöglich. Schon 1988 wurde das Unwort „Gesundheitsreform“ gekürt.

(Cover: P.T.-Montage, Foto: Wikipedia/CC/Nicolas Genin)

Wirtschaft

Politik

10 Wir lassen Visionen Taten

folgen!

Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden

der Raiffeisenlandesbank

Oberösterreich AG

14 Im Auge des Hurrikans

Systembedingte Probleme der

Finanzkrise weiter ungelöst

Revolutionäre Seiten 6-7

Heute gibt es so viele Gesetze, Verordnungen, Kommissionen wie noch nie.

Und dennoch so einfache Fragen: Warum müssen jährlich über 400 000

Unternehmen aufgeben? Warum fragt BILD: „Bin ich dumm, wenn ich

noch arbeite?“

28 Neuer Star auf der Platine?

Silizium „am Ende“. Es übernimmt:

Galliumnitrid

44 Die Horror-Reform

Deutschlands Gesundheits system

ist besser als sein Ruf – aber

nicht gut genug

Kultur I Lifestyle

LEXUS-GS 450 HYBRID Seiten 64-65

Im Lande der automobilen Status-Symbole sind für den erfolgreichen

mittelständischen Unternehmer zunächst die vier Ringe, der Stern, der

Propeller und die Nachfahren Ferry Porsches interessant. Doch der „Japaner“

enttäuscht nicht – weder technisch noch emotional.

Oskar-Patzelt-Stiftung

Oskar-Patzelt-Stiftung

30 Die Nominierungen 2010

Erneut Rekordbeteiligung beim

„Großen Preis des Mittelstandes“

Die Nominierungen 2010 Seiten 30-33

34 Einsatz für den unternehmerischen

Mittelstand…

…zeigen die Servicestellen der

Oskar-Patzelt-Stiftung

Der 16. Wettbewerb um den „Großen Preis des Mittelstandes“ 2010 zeigt

sich unbeeindruckt von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise:

3 580 Nominierungen aus allen 16 Bundesländern gingen in der Bundesgeschäftsstelle

der Oskar-Patzelt-Stiftung in Leipzig ein.

P.T. MAGAZIN 2/2010


Seiten 50-58

(P.T.-Montage, Fotos: Wikipedia/GFDL/CC/Felix Koenig, Consult GmbH)

Regional-Special

Europas Mitte nach dem Finanzschock Seiten 50-58

Der Wettbewerb am Markt nimmt zu, es gibt viel Konkurrenz unter den

deutschen Regionen. Es geht um den besten Platz in der Mitte Europas.

Die Ausgangspositionen sind nicht so schlecht: Hessen ist Nr. 4, Rheinland-Pfalz

die Nr. 5 und das Saarland hat die Nr. 9 im INSM-Regionalranking

2009.

Regional-Special

Seiten 6-7

(Foto: eventDiary)

51 Hessen dümpelt auf hohem

Niveau

Streiflichter: Finanzplatz Frankfurt,

Opel und Offenbach

52 Praxisnah und unternehmerfreundlich

Interview mit Michael Papenheim,

Geschäftsführer der Mauser

Sitzkultur GmbH & Co. KG

ihr

plus:

sichere geldanlage

effizienzhaus

thermo + -gebäudehülle

Wann sparen Sie mit?

53 Rheinland-Pfalz hat das

Schlimmste hinter sich

Vom Retortenbaby zum Land

in der Mitte Europas

Seiten 64-65

(Foto: Arnd Joachim Garth)

55 Das Land setzt auf Strukturwandel

Interview mit Werner Weiss,

Geschäftsführer der Insiders

Technologies GmbH

Kultur | Lifestyle

64 LEXUS-GS 450 HYBRID

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50

25

75%

Neubau

Gesamt*

21%

anteil häuser

mit einsatz

erneuerbarer

energien in %

* Quelle: Statistisches Bundesamt

Fachserie 5 Reihe 1 aus 2007

Seiten 30-33

(Foto: eventDiary)

66 Leserbriefe / Impressum

P.T. MAGAZIN 2/2010

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Politik

Revolutionäre…

…die in der Hartz-IV-Debatte keine Rolle spielen

6

Der Kommunist Bertolt Brecht, für

Marcel Reich-Ranicki „der größte

Dramatiker des 20. Jahrhunderts“,

trat vorsichtshalber nie als Mitglied

einer kommunistischen Partei bei. Er

spürte, dass die Organisation, die sich

der Befreiung der Massen verschrieben

hatte, seine Freiheiten als Bürger

beschneiden würde. Als er einen Tag

nach dem Reichstagsbrand 1933 in

die Emigration ging, setzte sich der

rationale Egoist daher nicht dem

stalinistischen Terror in der „geliebten

Sowjetunion“ aus. Er ging nach

Dänemark, Finnland und dann nach

Schweden.

Brecht wusste zu genau, was in der

Sowjetunion passierte. Die mit ihm

befreundete Schauspielerin Carola

Nether wurde 1937 zu zehn Jahren

Arbeitslager verurteilt und starb 1942

im Gulag. Sein Freund Sergej Tretjakow

wurde 1939 als angeblicher

japanischer Spion im Zuge der „Säuberungen“

Stalins hingerichtet.

Als es auch in Nordeuropa zu gefährlich

wurde, nutzte Brecht 1941 die

Sowjetunion daher nur als Transitstrecke

– auf dem Weg nach Amerika,

nach Hollywood. Doch Amerika

wurde für ihn zur Enttäuschung,

er war dort „Lehrer ohne Schüler“.

Hollywood kaufte seine Drehbücher

nicht. Den US-amerikanischen Arbeitern

war er egal. Lediglich das „Komitee

für unamerikanische Umtriebe“

interessierte sich 1947 für ihn, wie

für Charlie Chaplin und zahlreiche

andere liberale Künstler. Er exilierte

erneut. Zuerst in die Schweiz und am

30. Mai 1949 zurück nach Deutschland,

nach Ostberlin.

Hammelherde Volk

DDR-Staatsbürger wurde er freilich

nie. Er blieb vorsichtshalber

Ausländer, seit 1950 mit einem

österreichischen Pass. So ließ sich

leichter lästern. Zum Beispiel am 17.

Juni 1953. Für die Regierung war der

Arbeiteraufstand ein faschistischer

Putschversuch, auf den das Volk wie

eine dumme Hammelherde hereingefallen

sei. Brecht machte einen

Vorschlag: „Da sich herausgestellt

hat, dass unser Volk eine dumme

Hammelherde ist, empfehlen wir

der Regierung, sich ein anderes Volk

zu wählen.“ Wäre er nicht 1956 an

einem Herzinfarkt gestorben, hätte

er später wohl das Schicksal Robert

Havemanns oder Wolf Biermanns

geteilt.

Brecht wurde Marxist, als Karl

Marx, der den Kapitalismus stürzen

wollte, schon 40 Jahre tot war. In

Marx’ Todesjahr, 15 Jahre vor Brechts

Geburt, wurden zwei bedeutende

BILD-Titelseite vom 17.2.2010: Die

Frage dürften sich heute viele stellen.

Ökonomen geboren, die den Kapitalismus

retten wollten: der Österreicher

Joseph Schumpeter und der

Brite John Maynard Keynes.

Keynesianismus

Keynes war Marx näher, als er selbst

glaubte. Der Staat müsse für die stabilen

Bedingungen sorgen, die das

„erfolgreiche Funktionieren der freien

Initiative“ gewährleiste. Niedrige

Zinssätze, staatliche Investitionsförderung

und öffentliche Investitionen

glichen die Instabilitäten des Kapitalismus

aus und stärkten die Zuversicht

in die Wirtschaftsentwicklung.

Er ist der geistige Vater aller staatlichen

Konjunkturprogramme – von

der Abwrackprämie bis zur Gebäudesanierung.

(Quelle: BILD)

Schumpeters Unternehmer

Gerd Kalbitz: Baute eine ehemalige Obst-LPG erfolgreich in den Mischkonzern

Obstland Dürrweitzschen AG mit 400 Beschäftigten um.

(Foto: eventDiary)

Für Schumpeter dagegen war der

Staat das bürokratische Monster, das

dem Unternehmertum nichts als

Steine in den Weg legt. Ein Unternehmer

ist für ihn ein von Ehrgeiz

und Gestaltungslust Getriebener,

ein Querdenker, ein Provokateur. Er

beschreitet neue Wege, vor denen

andere zurückweichen. Er unterwirft

das Unternehmen und die Wirtschaft

als Ganzes dem „ewigen Sturm der

schöpferischen Zerstörung“. In der

Folge entsteht Neues, moderne Güter

und Leistungen, breiter Wohlstand.

Die Unternehmer Schumpeterschen

Typs sind hunderttausendfach unter

den kleinen und mittelständischen

P.T. MAGAZIN 2/2010


Politik

(Foto: Wikimedia Commons/CC/Bundesarchiv)

(Foto: www.era.eu.org)

7

Ludwig Erhard: Versprach „Wohlstand

für alle“ und hielt sein Versprechen.

Prof. Thomas Middelhoff: Zerlegte innerhalb weniger Jahre das

Milliarden unternehmen Quelle und Karstadt komplett.

Firmen Deutschlands zu finden, die

allen Widrigkeiten zum Trotz ihre

Unternehmen aufbauen und Arbeit

organisieren, ohne Subventionen zu

verlangen. Wer dabei so erfolgreich

ist, dass er diese Arbeit nicht allein

bewältigen kann, schafft und sichert

Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Auf diese Unternehmer setzte

Ludwig Erhard, als er in den 50er

Jahren das deutsche Wirtschaftswunder

prognostizierte und

durchsetzte. Es sind diese Unternehmerpersönlichkeiten,

die jede

Existenzgründungsinitiative sucht.

Es sind diese Unternehmerpersönlichkeiten,

die Familienunternehmen

über drei, vier oder fünf Generationen,

unbeeindruckt von Krisen,

Regierungswechseln und Katastrophen

immer wieder neu erfinden,

am Leben halten und als Quellen

sozialen Friedens und breiten Wohlstands

entwickeln.

Freiheit und Demokratie

Es ist eben kein Zufall, dass diejenigen

Länder der dritten Welt ihr

früheres Elend am weitesten hinter

sich lassen konnten, die auf Marktwirtschaft,

Freiheit und Demokratie

gesetzt haben. Westliche Entwicklungshilfe

kann helfen, aber niemals

motiviertes und engagiertes Unternehmertum

ersetzen.

Es ist auch kein Zufall, dass Großkonzerne

wie Arcandor mit über

100 000 Mitarbeitern innerhalb von

zehn Jahren von angestellten Managern

kaputtgewirtschaftet wurden.

Das ist das Gegenteil der kreativen

Zerstörung, die Schumpeter meinte.

Unternehmer sind anders. Sie sind

Revolutionäre der Wirtschaft. 3 580

solche dynamischen Unternehmer

wurden dieses Jahr von über 1 000

Kommunen, Institutionen und Verbänden

zum Wettbewerb „Großer

Preis des Mittelstandes“ nominiert

(siehe Seite 30 ff.). Sie haben 'zigtausend

neue, wettbewerbsfähige

Arbeitsplätze geschaffen.

Es sind genau diese Unternehmen,

die in ihrer Region verwurzelt sind,

teilweise die Familien ihrer Mitarbeiter

über Generationen kennen, mit

ihren Mitarbeitern, mit dem Bürgermeister

und dem Pfarrer gemeinsam

im Kirchenchor singen, in der

freiwilligen Feuerwehr arbeiten, im

Gemeinderat Rat geben und Schulen,

Sport- und Kulturvereine am Leben

erhalten. Unternehmen, die ihrer

Region trotz Globalisierung treu

bleiben.

Fragen über Fragen

Vor 82 Jahren, mit 30, wurde der

Künstler Brecht zum Kaufmann. Von

den Tantiemen der Dreigroschenoper,

dem bis heute erfolgreichsten

deutschen Musical, kaufte sich

Brecht sein erstes Haus in Utting am

Ammersee. 1928 stellte er die „Fragen

eines lesenden Arbeiters“: „Wer

baute das siebentorige Theben? In

den Büchern stehen die Namen von

Königen. Haben die Könige die Felsbrocken

herbeigeschleppt?

…Alle zehn Jahre ein großer Mann.

Wer bezahlte die Spesen? So viele

Berichte, so viele Fragen.“

Dieser Seufzer entlädt sich auch

heute. Heute gibt es so viele Berichte,

Gesetze, Verordnungen, Korrekturen,

Regulierungen, Analysen, Konzepte,

Agendas, Kommissionen, Formulare,

Statistiken wie noch nie. Und dennoch

so einfache Fragen:

■ Wenn der Staat Armut verhindern

will, warum nimmt er dann schon

ab 639 Euro Monatseinkommen

30 Prozent Abgaben weg?

■ Wenn wir für drei Millionen

Arbeitsplätze 600 000 neue Unternehmen

brauchen, warum müssen

dann jährlich über 400 000 Unternehmen

aufgeben?

■ Wenn der deutsche Staat seit

1970 (!) ununterbrochen mehr

ausgibt, als er mit Steuern und

Abgaben erwirtschaftet und

sich darüber hinaus verschuldet,

warum machen das die Volksvertreter

mit?

■ Warum verlassen jährlich im Saldo

50 000 junge gut ausgebildete

Menschen Deutschland?

■ Warum verlassen rund zehn Prozent

aller Schüler unser Schulsystem

ohne Abschluss?

■ Warum fragt die BILD-Zeitung zur

Hartz-IV-Debatte: „Bin ich dumm,

wenn ich noch arbeite?“ ■

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Politik

Wehrt euch gegen die Eurokraten!

Hans Magnus Enzensberger hat den wichtigsten dänischen Kultur-Preis erhalten. In seiner

Dankesrede fackelte er ein rhetorisches Feuerwerk gegen die Entmündigung der EU-Bürger ab.

8

(Foto: (c) dpa)

Hans Magnus Enzensberger bei der Verleihung

des Sonning-Preises 2010

in Kopenhagen

„Es ist stets amüsant, Hans Magnus

Enzensberger zu lesen, ein reines

Vergnügen, ihm zuzuhören, und wer

über ihn spricht, gerät unweigerlich

in die Versuchung, sich ein wenig

von seiner Verstandesheiterkeit zu

borgen“, so Wolf Lepenies. Enzensberger

ist nicht nur ein heiterer und

ironischer Schriftsteller, er ist auch

ein lebender Seismograph für gesellschaftliche,

politische und wirt -

schaftliche Veränderungen – ein

anticipator maximus.

Er ist allerdings kein hausmeisterlicher

Besserwisser. Enzensberger

rüttelt auf, ohne zu predigen, und

er mahnt, ohne zu lamentieren.

Kürzlich war wieder einmal eine

Abrechnung fällig, die er bei der Entgegennahme

des Sonning-Preises,

der wichtigsten dänischen Auszeichnung

für kulturelle Leistungen,

in seiner Dankesrede in Kopenhagen

zelebrierte.

Kein Skeptiker

Es geht um die Eurokratie in Brüssel

und um ein Plädoyer an den europäischen

Demos, sich gegen die Bananenbürokratie

zu wehren. Gleich

am Anfang machte Enzensberger

deutlich, dass er die Europa-Idee

bewundert und keineswegs zu den

Euro-Skeptikern zählt:

„In der Geschichte unseres Erdteils

gibt es nur wenige Jahrzehnte, in

denen der Friede geherrscht hat.

Zwischen den Staaten, die diesem

Bund angehören, ist es seit 1945

zu keinem einzigen bewaffneten

Konflikt mehr gekommen. Das ist

eine Anomalie, auf die Europa stolz

sein kann. Auch über eine Reihe von

anderen Annehmlichkeiten können

wir uns freuen…Wollte man ein

Buch aus dem Ausland beziehen,

so war dazu eine umständliche

Prozedur beim Hauptzollamt nötig.

Erwartete man eine Überweisung

aus Frankreich oder wollte man eine

„Leider gibt es allerhand Störenfriede,

die an diesem Einigungswerk

manches auszusetzen

haben. Die Zahl dieser Spielverderber

dürfte bei etwa

495 Millionen liegen.”

Hans Magnus Enzensberger

Rechnung aus Spanien bezahlen, so

kam das einem Hoheitsakt gleich,

der durch mehrere Stempel vollzogen

werden musste.”

Politische Enteignung

Was allerdings die Eurokraten aus

der europäischen Idee machen, sei

mehr als kritikwürdig. Zu den Geburtsfehlern

zählt der Schriftsteller

das demokratische Defizit:

„Schon seit der Gründung der Europäischen

Gemeinschaft haben

Ministerrat und Kommission dafür

gesorgt, dass die Bevölkerung bei ihren

Beschlüssen nichts mitzureden

hat. Als hätte es die Verfassungskämpfe

des 19. und 20. Jahrhunderts

nie gegeben, haben sie sich von

Anfang an auf eine Kabinettspolitik

verständigt, die alles Wesentliche

im Hinterzimmer aushandelt. Dass

dieser Rückfall in vorkonstitutionelle

Zustände durch kosmetische

Korrekturen zu heilen wäre, glaubt

inzwischen niemand mehr. Das

vielbeschworene demokratische

Defizit ist also nichts weiter als ein

vornehmer Ausdruck für die politische

Enteignung der Bürger”, sagte

Enzensberger.

Es fehle an der Gewaltenteilung

des klassischen Rechtsstaates.

Im Dschungel der EU würde sich

höchstens eine Handvoll Experten

zurechtfinden. Niemand kenne die

zahlreichen Präsidenten, Vizepräsidenten,

Kommissare und Ausschussvorsitzenden.

Der gewöhnliche

Untertan rätselt, was es mit dem Cedefop

und der Frontex, mit GSA, EU-

OSHA und EMCDDA auf sich habe.

Niemand haftet

Die Kommission habe praktisch ein

Monopol für die Gesetzesinitiative.

„Sie verhandelt und entwirft ihre

Richtlinien hinter geschlossenen Türen.

Die Kontrolle durch das Europa-

Parlament ist schwach. Es kann nur

über etwa 40 Prozent des Budgets

entscheiden. Die klassische Regel

‚No taxation without representation’

hat hier keine Gültigkeit. Die über

15 000 Lobbyisten, die in Brüssel tätig

sind, haben mehr Einfluss auf die

Entscheidungen der Kommission als

alle Abgeordneten”, erklärte Enzensberger.

Für eine schlagkräftige Exekutive

sei das ein paradiesischer Zustand:

„Die beteiligten Regierungen nutzen

ihn zu einem Schwarze-Peter-Spiel,

P.T. MAGAZIN 2/2010


Politik

9

Enzensberger – lebender Seismograph

für gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche

Veränderungen

(Foto: (c) dpa - Fotoreport)

indem sie zu Hause behaupten, gegen

die Brüsseler Entscheidungen

hätten sie sich leider nicht durchsetzen

können, während die Kommission

sich darauf berufen kann, dass

sie nur den Absichten der Mitglieds

staaten folgt. Auf diese Weise muss

am Ende niemand mehr für die Ergebnisse

des Kuhhandels haften.”

Kompetenzgier und Regelungswahn

Was dabei am meisten nerve, ist der

Regelungswahn der Brüsseler Behörden.

Ihre Kompetenzgier sei nicht

schwer zu erklären. Wie Robert Conquest

einmal bemerkt habe, verhält

jede Großorganisation sich so, als

würde sie von den Geheimagenten

ihrer Gegner geleitet. Diese Form der

Selbstsabotage sei kein Zufall; denn

jede Ausdehnung ihrer Befugnisse

verspricht der Organisation mehr

Macht, mehr Geld und mehr Planstellen.

Hannah Arendt habe vor 45

Jahren dazu das Nötige gesagt.

Machtanmaßung bis zum Exzess

Machtanmaßung bedeute Niedergang

der Demokratie. Der Machtapparat

fängt an, ein Eigenleben zu

führen mit der Tendenz, die Machtbefugnisse

sukzessive auszuweiten.

Am Ende steht der entmündigte

Bürger:

„Wir rauchen, wir essen zu viel Fett

und Zucker, wir hängen Kruzifixe in

Schulzimmern auf, wir hamstern illegale

Glühbirnen, wir trocknen unsere

Wäsche im Freien, wo sie nicht

hingehört. Wir bilden uns ein, wir

könnten selbst entscheiden, wem

wir unsere Wohnung vermieten.

Wir protestieren, wenn man uns

verbietet, den Apfelwein Apfelwein

zu nennen. Wir benutzen Kondome,

die mehr als zwei Millimeter von

der normalen Weite abweichen,

und wir lassen uns den gefährlichen

Rohmilchkäse schmecken.

Wo kämen wir hin, wenn nicht

europaweit immer genau dieselben

„Wer ihren Plänen widerspricht,

wird als Antieuropäer hingestellt.

Von ferne erinnert das an

die Rhetorik des Senators Joseph

McCarthy und der KPdSU.”

Hans Magnus Enzensberger

Baustoffe verwendet würden und

wenn unsere Bananen weniger als

14 Zentimeter lang wären!…Solche

Extratouren können auf keinen Fall

geduldet werden”, skizziert Enzensberger

die Regulierungsexzesse in

Brüssel.

Panische Angst vorm Volk

Bürgerbeteiligungen oder gar Volksabstimmungen

sind den Eurokraten

ein Greuel. „Deshalb tut man gut

daran, sie gar nicht erst zu befragen.

Der bloße Gedanke an ein Referendum

löst bei der Eurokratie sofort

eine Panik aus. Die Spuren von insgesamt

neun gescheiterten Volksbefragungen

schrecken alle Verantwortlichen.

Immer wieder haben die

Norweger, die Dänen, die Schweden,

die Niederländer und die Franzosen

‚Nein’ gesagt. Wenn es nach den

Managern der Union geht, darf so

etwas nie wieder vorkommen”, so

Enzensberger.

Das Euro-Regime habe sich deshalb

eine Strategie ausgedacht, die sie gegen

jede Kritik immunisieren soll:

„Wer ihren Plänen widerspricht,

wird als Antieuropäer hingestellt.

Von ferne erinnert das an die Rhetorik

des Senators Joseph McCarthy

und der KPdSU. Was ihnen nicht

passte, pflegten sie zu verleumden,

die einen als ‚un-American Activities’,

die andern als ‚antisowjetische

Umtriebe’. Dass 40 000 Beamte

samt ihren Propagandisten darüber

entscheiden sollen, wer ein guter

Europäer ist und wer nicht, ist eine

ziemlich abstruse Vorstellung”,

sagte Enzensberger und verweist

auf einen schönen Satz des Philosophen

Odo Marquard, den man der

Eurokratie gerne hinter die Ohren

schreiben möchte: „Es kommt nicht

darauf an, die Welt zu verändern,

sondern sie zu verschonen.“ ■

Große Tradition

Gunnar Sohn

■ Der Sonning-Preis wurde vom Autor

und Herausgeber C. J. Sonning (1879-

1937) gestiftet. Alle zwei Jahre wird

er für ein bedeutendes Werk, das

die europäische Kultur bereichert,

verliehen.

■ Bisherige Preisträger waren u. a.

Václav Havel, Ingmar Bergman,

Jürgen Habermas, Dario Fo, Hannah

Arendt, Karl Popper, Niels Bohr,

Bertrand Russell, Albert Schweitzer

und Winston Churchill.

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Wirtschaft

Wir lassen Visionen Taten folgen!

Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft ist nicht nur die stärkste

Regionalbank Österreichs, sondern auch seit 19 Jahren erfolgreich in Süddeutschland

unterwegs. Dr. Ludwig Scharinger, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank OÖ,

plädiert im Gespräch mit dem P.T. Magazin für eine Finanztransaktionssteuer und erläutert

das Geschäftsmodell „Kundenorientierung“, das zum Erfolg der Raiffeisenlandesbank OÖ

geführt hat.

10

P.T.: Was unterscheidet die Raiffeisenlandesbank

Oberösterreich von anderen

Instituten?

Dr. Scharinger: In wirtschaftlich turbulenteren

Zeiten hat sich die Raiffeisenlandesbank

Oberösterreich Aktiengesellschaft

einmal mehr als ein

verlässlicher, seriöser und

starker Partner ihrer Kunden

erwiesen. Grundsätze wie

Sicherheit, Vertrauen, Nachhaltigkeit

und vor allem die

Kundenorientierung haben

dabei höchsten Stellenwert.

Unser solides Geschäftsmodell,

nämlich bei unseren

Kunden zu bleiben und das

zu tun, was unsere Kunden

brauchen, hat gehalten.

Neben dieser besonderen Kundenorientierung

hat sich die Raiffeisenlandesbank

OÖ breit aufgestellt

und auf ein gut überlegtes Financial

Engineering gesetzt. Wir finanzieren

über Sondermodelle und unterstützen

damit die Innovationskraft der

Unternehmen und der Menschen,

die in den Betrieben arbeiten. Wir

stellen nicht nur Fremdkapital, sondern

auch alle möglichen Arten des

Eigenkapitals zur Verfügung. Daher

gibt es auch keine Kreditbremse bei

der Raiffeisenlandesbank OÖ.

„Basel II hat unnötige Bürokratie und eine

gefährliche negative, prozyklische Wirkung

auf die Kreditvergabe gebracht.

Die Raiffeisen landesbank OÖ aber verfügt über

ein zeit gemäßes Risikomanagement,

das wesentlich moderner ist als Basel II.“

Darüber hinaus verfügt die

Raiffeisen landesbank OÖ über einen

Liquiditätsspielraum von aktuell

3,3 Mrd. Euro.

P.T.: Was bedeutet Kundenorientierung

noch?

Dr. Scharinger: Kundenorientierung

bedeutet bei der Raiffeisenlandesbank

OÖ auch, Unternehmen nicht

nur isoliert anhand einiger Daten aus

der Vergangenheit zu beurteilen, sondern

aufgrund zu erwartender Daten.

Wir achten auf aktuelle Ziffern, die

Marktkenntnisse, die Innovationskraft

und vor allem auf die

Menschen in einem Unternehmen.

Wir beobachten, ob Mitarbeiter

motiviert sind und ob

beim Verkauf Verlässlichkeit,

Kompetenz, Biss und Charme

mitschwingen.

Basel II hat unnötige Bürokratie

und eine gefährliche negative,

prozyklische Wirkung auf die

Kreditvergabe gebracht. Die

Raiffeisenlandesbank OÖ aber verfügt

über ein zeitgemäßes Risikomanagement,

das wesentlich moderner ist

als Basel II. Unser Risikomanagement

ist zukunftsorientiert. Wir blicken

gemeinsam mit unseren Kunden

nach vorne. Dabei beziehen wir auch

die so wichtigen Softfacts mit ein.

P.T.: Die Raiffeisenlandesbank OÖ ist

bereits seit 1991 erfolgreich in Süddeutschland

vertreten. Was steckt

hinter diesem Erfolg?

(Grafik: RLBOÖ)

Dr. Scharinger: Auch in Süddeutschland

verfolgen wir eine den Kunden

fokussierende Strategie. Vor allem

für mittelständische Unternehmen

sind wir ein verlässlicher und starker

Partner. Unser Ziel ist es, ein nachhaltiges

Wachstum des Mittelstandes

zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu

sichern. Mittlerweile betreuen wir

über unsere acht Niederlassungen

in München, Regensburg, Würzburg,

Nürnberg, Passau, Landshut, Ulm und

Heilbronn 12 074 Kunden – davon

7 756 Unternehmen.

Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich Aktiengesellschaft ist mit acht

Niederlassungen in Süddeutschland vertreten.

Und wir intensivieren die Kontakte

zur deutschen Wirtschaft weiter.

P.T. MAGAZIN 2/2010


Wirtschaft

(Foto: RLBOÖ)

Dr. Ludwig Scharinger, Vorstandsvorsitzender der Raiffeisenlandesbank

Oberösterreich Aktiengesellschaft: „Unser Ziel ist es, ein nachhaltiges Wachstum

des süddeutschen Mittelstandes zu ermöglichen und Arbeitsplätze zu sichern.“

Die Raiffeisenlandesbank OÖ ist seit

kurzem die neue Landesdelegation

der Deutschen Handelskammer in

Österreich. In dieser Funktion ist sie

auch die neue Hausbank der Interessensvertretung

von österreichischen

Unternehmen in Deutschland und

deutschen Unternehmen in Österreich.

Dienstleistungen gegengesteuert

werden. Wichtig sind vor allem auch

aktuelle Daten und auch Planziffern,

denn es geht auch um die Planungssicherheit.

Aus der Verunsicherung heraus werden

sehr viele Unternehmen gestärkt

hervorgehen. Nämlich jene, die sich

„Wenn die Sonne beim Kunden scheint,

stellen sich alle Banken an. Sobald jedoch bei

Kunden die Bilanzen etwas schlechter ausfallen,

wollen sich manche Banken davonstehlen.“

P.T.: Welche Auswirkungen hat die

Krise auf Bankkunden?

Dr. Scharinger: Ich sage ausdrücklich,

dass wir keine Krise haben, sondern

eine Verunsicherung. Für Kunden

wird in Zukunft die Wahl ihrer

Hausbank immer wichtiger. Wenn

die Sonne beim Kunden scheint,

stellen sich alle Banken an. Sobald

jedoch bei Kunden die Bilanzen

etwas schlechter ausfallen, wollen

sich manche Banken davonstehlen.

Grund dafür ist, dass den Banken die

Risikotragfähigkeit fehlt und dass sie

nicht mehr ausreichend für zusätzliche

Risiken vorsorgen können. Die

Raiffeisenlandesbank OÖ hat jedoch

ausreichend Risikovorsorgen getroffen

und kann so ihre Kunden optimal

begleiten.

P.T.: Wie müssen Unternehmen auf

die schwierigen aktuellen Marktbedingungen

reagieren?

Dr. Scharinger: Gute Unternehmen

zeichnen sich aus, indem sie sich der

jeweiligen Situation schnell anpassen.

Wenn Umsätze sinken, muss

kostenseitig reagiert werden, und

es muss mit neuen Produkten oder

„entschlackt“ haben. Denn wie der

Mensch braucht auch ein Unternehmen

ab und zu eine Entschlackungskur.

Unternehmen, die das nicht

getan haben, tun sich jetzt schwer.

P.T.: Die Raiffeisenlandesbank OÖ

begleitet 17 410 Unternehmen bei

ihren Geschäften nach Osteuropa.

Bietet Osteuropa nach wie vor Expansionsmöglichkeiten?

Dr. Scharinger: Sowohl Deutschland

als auch Österreich haben ihre Chancen

in Osteuropa erfolgreich genutzt.

Risiko besteht nur, wenn man es

isoliert betrachtet. Unsere Strategie

ist, mitteleuropäische Unternehmen,

deren Produkte und Dienstleistungen

in Osteuropa gebraucht werden, aufgrund

ihrer Bonität zu begleiten. Wir

investieren daher nicht schlechthin

in Osteuropa, sondern begleiten Kunden

beim Nützen der Chancen auf

neuen Märkten.

Wir suchen uns auch in allen Ländern

eine erfahrene Kooperationsbank.

Ein mögliches Desaster werden

nur jene erleben, die blind darauf losmarschieren,

ohne den Markt ganz

genau analysiert zu haben, oder –

P.T. MAGAZIN 2/2010


Wirtschaft

12

(Foto: RLBOÖ)

anders als wir – die falschen Partner

haben. Osteuropa wird weiterhin viel

höhere Wachstumsraten als Westeuropa

aufweisen, doch Unternehmen

müssen dort überlegt und vorsichtig

agieren. Wichtig sind die Währungsrelationen.

Ich erwarte von der Europäischen

Zentralbank und von allen involvierten

Notenbanken, dass sie

nicht nur Liquiditätsversorgung

betreiben, sondern auf

stabile Währungskorridore

achten, was unsere Exportmärkte

anlangt. Eine Art

„Marshallplan“ für Osteuropa,

der für stabile Währungsrelationen

sorgt, wäre ein lohnendes

Engagement.

P.T.: Sie plädieren auch für eine

Finanztransaktionssteuer.

Dr. Scharinger: Ja, ich bin ein Befürworter

einer Finanztransaktionssteuer

auf rein spekulative Finanztransaktionen.

Wir leiden immer

noch unter zu vielen spekulativen

Finanztransaktionen. Es wäre eine

lohnende Aufgabe für die Europäische

Zentralbank und die Notenbanken,

brauchbare Vorschläge für

eine weltweite Finanztransaktionssteuer

zu erarbeiten, um Transaktionen,

die der reinen Spekulation

dienen und ständig die Geld- und

Kapitalmärkte destabilisieren, einzudämmen.

Es ist an der Zeit, dass die Ursachen

beseitigt werden, die zu dieser Destabilisierung

der Finanzmärkte geführt

haben und dass weniger nur die

Symptome behandelt werden.

P.T.: Auf Wirtschaftsforscher und ihre

Prognosen konnte man sich in den

vergangenen Jahren nicht verlassen.

Welchen Rat würden Sie geben?

Grundsätze wie Sicherheit, Vertrauen, Nachhaltigkeit und vor allem die Kundenorientierung

haben höchsten Stellenwert in der Raiffeisenlandesbank OÖ.

„Es ist an der Zeit, dass die Ursachen

beseitigt werden, die zu dieser

Destabilisierung der Finanzmärkte

geführt haben und dass weniger nur die

Symptome behandelt werden.“

Dr. Scharinger: 2009 war ein Jahr

der Fehlprognosen. Selbst wenn

derartige negative Erwartungen gar

nicht eintreten, haben sie immer

auch eine psychologische Wirkung.

Und trotz dieser zusätzlichen Bremse

durch die Prognosen waren die

Märk te und Unternehmen viel besser

und stärker. Festzuhalten ist, dass

Vertrauen die Basis jeder Geschäftsbeziehung

ist. Daher muss alles, was

wir machen, einfach erklärbar und

nachvollziehbar sein. Das Jahr 2010

wird spannend. Wir können mehr

gestalten, wenn wir uns auf all das

konzentrieren, was machbar, gestaltbar

und nachhaltig sinnvoll sein

wird.

P.T.: Welche Folgen hat das konkret

zum Beispiel für die Reichtums-

Armuts-Diskussion?

Dr. Scharinger: Die Diskussion zwischen

Arm und Reich wird künftig

anders zu führen sein. Denn künftig

werden nicht jene reich bleiben, die

viel geerbt haben, sondern jene mit

einer souveränen Aus- und Weiterbildung

und jene, die lebenslang weiterlernen.

Insbesondere E-Learning

mittels Multimedia nimmt einen

wachsenden Stellenwert ein.

Das beginnt bereits in der Volksschule

und reicht bis zu den Hauptschulen,

den Höheren Schulen, den Fachhochschulen

und ganz besonders

den Universitäten. Gerade Universitäten

mit begrenzten Mitteln werden

mit ihren Ressourcen beispielgebend

moderne Aus- und Weiterbildungssysteme

fakultätsübergreifend

anbieten müssen.

Eine spannende Herausforderung

wird auch die Frage sein,

woran sich unsere Jugend

künftig orientieren wird.

Orientierung funktioniert

nicht unter einem Glassturz,

sondern die jungen Menschen

orientieren sich an Vorbildern und

hoffentlich am eigenen Einkommen.

Sie müssen ihre eigenen Fähigkeiten

erkennen können und brauchen ein

adäquates Aus- und Weiterbildungssystem,

das in der Folge ihr gesamtes

Leben begleitet.

P.T.: Mit welchen Vorsätzen ist die

Raiffeisenlandesbank OÖ ins Jahr

2010 gegangen?

Dr. Scharinger: Die Raiffeisenlandesbank

OÖ will Optimismus und

keine Angst verbreiten. Menschen,

die ängstlich sind, tun nicht das, was

machbar wäre. Menschen, die nur

Angst verbreiten, können in keinem

Unternehmen Verantwortung tragen,

weil sie nichts vorwärts bringen

und nicht motivieren können. Wir

wollen gemeinsam mit unseren

Kunden auch 2010 wieder erfolgreich

sein. Wir haben Visionen, wir haben

einen klaren Blick, wir lassen den

Visionen Taten folgen – und wir sind

keine Träumer.

P.T.: Herzlichen Dank für das

Gespräch! ■

P.T. MAGAZIN 2/2010


Wirtschaft

Je kleiner, desto rückständiger?

Selbstverständnis überdenken: DIKMU untersuchte

IT-Verhalten von kleinen und mittleren Unternehmen

(Foto- © Bernd Boscolo/PIXELIO)

Das IT-Verhalten ist für kleine und

mittlere Unternehmen nicht nur in

der Krise überlebenswichtig, sondern

ein langfristiger Schlüssel zum

Erfolg. Informationstechnologie (IT)

bedeutet mehr als nur Computer

nutzen: Moderne Informationsund

Kommunikationstechnologien

haben in den Unternehmen einen so

tiefgreifenden Wandel hinterlassen,

dass die Unternehmen nicht nur

ihre betrieblichen Prozesse verändern,

sondern sogar ihr Selbstverständnis

und ihre Geschäftsmodelle

überdenken müssen.

Verlagsbranche als Beispiel für den

ganzen Mittelstand

Für diese grundlegenden Veränderungen

stellt die Verlagsbranche ein

exzellentes Beispiel dar: Mehr als in

jeder anderen Branche wandeln sich

die Geschäftsmodelle vom traditionellen

Verlag hin zu multimedialen

Informationsanbietern.

Darum lag es für das Deutsche

Institut für kleine und mittlere

Unternehmen (DIKMU) nahe, in

einer bundesweiten Studie das IT-

Verhalten von kleinen und mittleren

Unternehmen (KMU) in der Verlagsbranche

als extreme Vertreter

der informationstechnologischen

Entwicklung im Mittelstand zu

untersuchen:

■ Wie reagieren die KMU auf ITbedingte

Veränderungen von

außen?

■ In welchen Abteilungen wird IT

fortschrittlich eingesetzt, wo wird

sie vernachlässigt?

■ Wo sind Defizite, wo sind Widerstände?

■ Was beeinflusst die Widerstände

gegen IT, welchen

Anteil hat die Geschäftsführung,

deren Bildung

und Alter?

■ Was charakterisiert

weniger IT-freundliche

Unternehmen?

■ Was charakterisiert hingegen progressive

IT-Anwender?

■ Gibt es Gruppen, die ein typisches

IT-Verhalten kennzeichnet?

Gute IT-Durchdringung in den

Kernbereichen, jedoch keine

IT-Strategie

Fast zwei Drittel der Verlage verstehen

sich noch immer als eher traditionelle

Unternehmen und nicht als

multimediale Informationsanbieter.

Dabei ist die grundsätzliche Einstellung

gegenüber der IT im Unternehmen

positiv. Allerdings dominiert

die IT in den Kernbereichen der

Verlage – Redaktion, Ausstattung,

Grafik, Vertrieb sowie im Rechnungswesen.

In den eher strategischen Aufgabenfeldern

Business Intelligence, Marktforschung,

Produktmanagement

und Controlling hingegen lässt die

IT-Unterstützung noch zu wünschen

übrig – ein typisches Bild in KMU.

Viele Mittelständler verstehen sich

in einem traditionellen Bewusstsein

wie Handwerker: Sie stellen ihr Produkt

in den Vordergrund.

Das Klischee

Keine Panik!

Und ein naheliegendes Klischee

wird auch bestätigt: Je besser die

IT-Kenntnisse der Geschäftsführung,

desto mehr IT findet sich im Unternehmen,

desto besser ist sie integriert

und desto geringer sind die

Widerstände im Betrieb gegen den

IT-Einsatz.

Die Unternehmer erkennen ihre

Defizite und können Widerstände

gegen mehr IT benennen: Es gibt

sachliche Gründe, wie mangelnde

Integration der Verlags-IT, Schnittstellen-

und Kompatibilitätsprobleme

mit Partnern oder veraltete

Software. Daneben existieren

Befürchtungen aufgrund von

Unwissenheit bezüglich der Datensicherheit,

Datensicherung und

zum Datenschutz. Viele geben auch

einfach zu, geringe Kenntnisse zur

IT zu besitzen, neben den Kosten das

zweitwichtigste Defizit.

Was Mittelständler tun sollten

Ein offensives IT-Verhalten – das

zeigt die Verlagsbranche – ist langfristig

gerade für kleine und mittlere

Unternehmen überlebensnotwenig.

Welche schwerwiegenden Konsequenzen

dies für die Unternehmen

haben kann, zeigt die Verlagsbranche:

Der Graben zwischen traditionellen

Verlagen und modernen, multimedialen

Informationsanbietern

könnte nicht größer sein. Und nicht

nur hier gilt: Wer die Zeichen der

Zeit nicht erkennt… ■

Prof. Jörn-Axel Meyer

Kontakt

13

IT-Verhalten

■ IT-Einsatz

■ IT-Integration

■ Einstellung zur IT

■ Widerstände zum

IT-Verhalten

3 „Typen“

■ IT-Nutzer mit Potenzial,

traditionell (60%)

■ IT-Offensive,

vorbildlich (33%)

■ bewusste IT-Ablehner (7%)

Für detaillierte Informationen

zur Studie und Typologie wenden

Sie sich bitte an das Deutsche

Institut für kleine und mittlere

Unternehmen e.V.:

Kewan Ghane, David Ehmke

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel. 030 8940-8421

d.ehmke@dikmu.de

P.T. MAGAZIN 2/2010


Wirtschaft

Im Auge des Hurrikans

Regierungen und Notenbanken haben bislang kein einziges der systembedingten Probleme

gelöst, die zur weltweiten Finanzkrise führten

14

Während der im Dezember 2008

bereits seit über einem Jahr lang andauernden

Finanzkrise war sich Prof.

Klaus Zimmermann, Präsident des

Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung

(DIW), seines nach eigenen

Worten erfolglosen „Stocherns im

Nebel“ überdrüssig und bewertete

auch die Prognosen seiner Zunft als

„Anmaßung von Wissen“.

Rezession passé?

Forderte er damals sichtlich frustriert,

die Bevölkerung künftig nicht mehr

mit „Prognosen zu verwirren“, so

reihte er sich nach überstandener

(Sinn-)Krise nur zehn Monate später

wieder selbstbewusst in die Phalanx

der Mainstream-Ökonomen ein: „Die

Wirtschaft ist in der Normalität zurück,

die Rezession ist passé. Es lassen

sich wieder mit gutem Gewissen Prognosen

erstellen.“

Kaum sind erste Stabilisierungstendenzen

in der Wirtschaft sichtbar,

lassen er und die restlichen

Wirtschafts„wissenschaftler“ uns auf

dieser Basis an ihren 1-2%-Wachstumsvisionen

für 2010 und 2011 teilhaben:

„In den meisten Modellen, die

wir für unsere Vorhersagen nutzen“,

so Zimmermann, „kommen Finanzkrisen

nicht vor“ und beruhigte damit

vor allem die Gemeinde der Politiker,

denen diese risikobefreiten Prognose-

Modelle schließlich als seriöse Basis

für neue Haushaltspläne dienen.

Modelle grandios gescheitert

Dass die Ökonomie-Elite mit ihren

esoterischen mathematischen Gleichgewichtsmodellen

keine der seit

„Eigentlich ist es gut, dass

die Menschen unser Bankenund

Währungssystem nicht

verstehen. Würden sie es

nämlich, so hätten wir eine

Revolution vor morgen früh.“

Henry Ford

1998 in immer kürzeren Abständen

auftretenden Finanzkrisen vorhersagen

konnte, und dass ihre volkswirtschaftlichen

– keynesianischen

– Theorien offensichtlich keinen größeren

Erklärungswert haben als das

Weltbild des Mittelalters – „Die Erde

ist eine Scheibe, und die Sterne sind

auf einen Vorhang gemalt“ – stört

die grandios an der Realität gescheiterten

Mainstream-Ökonomen nicht

im geringsten. Denn schließlich ist

ja, wie der Wirtschaftsnobelpreisträger

von 1998, Maurice Allais, sogar

einmal bemerkte, nicht „die Theorie

falsch, sondern die Wirklichkeit.“ Und

so wissen die Ökonomen, die bis heute

großen Einfluss auf das politische

Handeln haben, selbstverständlich

wieder genau, mit welchen Maßnahmen

diese Krise überwunden werden

kann.

Verschwende nie eine Krise!

Um aber die Konsequenzen dieser

Politik zu beurteilen und einen realistischen

Blick auf die Wirklichkeit

zu werfen, hält man sich besser an

Ökonomen wie Nouriel Roubini, der

die Finanzkrise kommen sah, weil

er einfach mal genau hinschaute.

„Wann, wenn nicht jetzt“, hoffte

Jochen Sanio, Chef der deutschen Finanzaufsicht

BaFin, noch im November

2008 den Banken regulatorische

Grenzen setzen zu können. Nach Barack

Obamas Wahlsieg wurde diese

berechtigte Erwartung durch dessen

Stabschef Rahm Emanuel noch einmal

verstärkt: „Regel Nummer 1: Verschwende

nie eine Krise; sie gibt uns

die Gelegenheit, große Dinge zu tun.“

Doch so groß die Worte, so klein

die Taten. Ein nach üppigen Wahlspenden

aus dem Finanzsektor

große Frustration bekundender

US-Präsident muss heute nach eigenen

Worten erkennen, nur „einer

Gruppe von Fat-cat-Bankern aus der

Patsche geholfen“ zu haben, die von

der bedingungslosen Rettung durch

Steuergelder profitierten und, durch

„money for nothing“ in Billionenhöhe

„erfolgreich“ wiederbelebt, „mit Zähnen

und Klauen gegen eine Finanzregulierung

kämpfen.“

Bezeichnete BaFin-Chef Sanio im August

2008 die Rating-Agenturen zu

Recht als „die größte unkontrollierte

Machtstruktur im Weltfinanzsystem“,

so sind sie es heute noch immer.

Obwohl die teilweise kriminellen

Machenschaften der alles andere als

unabhängigen Rating-Agenturen

bei der „Diversifizierung von US-

Giftmüll“ im Weltfinanzsystem eine

wesentliche Ursache der Finanzkrise

waren, wird die Nutzung der „ABC“-

Bonitäts(fehl)einschätzungen Banken

und Versicherungen für ihr Risikomanagement

vom Gesetzgeber bis heute

zwingend vorgeschrieben.

Dabei wussten nach einer durch

die US-Aufsichtsbehörde SEC veröf-

P.T. MAGAZIN 2/2010


Wirtschaft

(Foto: GKSS)

fentlichen Agentur-internen E-Mail

vom 15. Juni 2006 die Verantwortlichen

dort bereits schon lange vor

Ausbruch der Finanzkrise von den

resultierenden Risiken ihrer inflationär

mit „AAA“ prämierten Subprime-

CDOs: „Hoffen wir, dass wir alle reich

und pensioniert sind, wenn dieses

Kartenhaus einstürzt.“ Beides ist bekanntlich

eingetreten, ohne dass sich

aber an der Ratingpraxis irgendetwas

geändert hätte.

Kreditmüll in neuem Gewand

So nahm Standard & Poor´s die mit

Rekord-Geschwindigkeit steigenden

Ausfallraten bei US-Gewerbeimmobilien

am 14. Juli 2009 zum Anlass, die

darauf basierenden „AAA“-CMBS-Kredittranchen

der Wall Street-Größen

Goldman Sachs, JP Morgan Chase und

Wachovia auf nur noch knapp besser

als Ramsch („BBB-“) herabzustufen.

Damit disqualifizierten sich diese

(Wert-)Papiere jedoch für das 200

Mrd. Dollar teure US-TALF-Aufkaufprogramm

der US-Notenbank FED.

Aber nur ein paar Tage lang! „Wir haben

eine Reihe von Nachfragen von

Marktteilnehmern erhalten in Bezug

auf unsere Vorgehensweise bei der

Einstufung, die uns veranlasst haben,

unseren Ansatz klarzustellen.“

Dieser neue Ansatz führte zu einer

V-förmigen Erholung des Ratings

auf „AAA“ – denn, so Frank Reither

von S&P: „Profite bestimmen das

Geschäft.“ Auch dem bis heute unverkäuflichen

toxischen CDO-Subprime-

Eigenbestand der Banken hauchen

Moody`s und Co. wieder „neues“

Leben ein. Unter neuem Namen – Re-

Remics (Resecurizations of Real Estate

Mortgage Investment Conduits) –

werden die einstigen Publikumslieblinge

innovativ zusammengestellt,

verpackt und anschließend wieder

mit dem höchsten AAA-Gütesiegel

für handverlesene Subprime-Qualität

veredelt, um diese dann ganz im

Sinne eines Alan Greenspan „sehr

viel annehmbarer“ unter „AAA“-

Anlagenotstands-Investoren auf

„höchst geordnete Art und Weise neu

zu verteilen.“

Perfekter Selbstbetrug

Während das Bankgeschäft einige

hundert Jahre lang „auf dem Vertrauen

in die Redlichkeit und in die Zahlungsfähigkeit

des Geschäftspartners

beruhte“, so Hjalmar Schacht, und

„der Bankier sich eine genaue Kenntnis

des Charakters, des Vermögens

und der Tüchtigkeit seines Kunden

beschaffen musste“, hat sich dieses

mit der verpflichtenden Verwendung

von mathematischen Risikomodellen

im Zuge der Einführung der Basel-I-

Eigenkapitalvorschriften 1988 komplett

geändert.

Nach Aussage der Deutschen Bundesbank

war es dabei ein „wesentliches

Ziel, die Kapitalanforderungen

an Banken stärker als bisher vom

eingegangenen Risiko abhängig zu

machen.“

Doch mit Hilfe der dafür entwickelten

mathematischen Modelle

wurden diese Risiken von den

Banken so klein gerechnet (oder in

Zweckgesellschaften ausgelagert),

dass sie darüber jene gigantischen

Kredithebel aufbauten, mit denen

P.T. MAGAZIN 2/2010


Wirtschaft

16

sie sich schließlich selbst und das

Finanzsystem in den Ruin treiben

konnten, denn die wirkliche Welt

weigerte sich einfach, diesen Modellen

zu folgen. Denn, nachdem z. B.

die Immobilienpreise in sämtlichen

Regionen der USA über mehrere

Jahre (1997-2006: +83%) nur stiegen,

kamen die Risikomodelle selbst

noch 2006 – auf dem Höhepunkt der

Immobilienspekulation! – zu dem

unglaublich sinnvollen Ergebnis, dass

es mit nahezu 100%iger Wahrscheinlichkeit

keine Risiken mehr gibt, weil

es in der Vergangenheit keine Risiken

gab. „Mathematik ist“ nach Albert

Einstein eben „die perfekte Methode,

sich selbst an der Nase herum zu

führen.“

Gesetzlich verordnete Bilanzfälschung

Auch Bundesbank-Chef Axel Weber

scheint inzwischen erkannt zu haben,

dass über eine ausgeweitete Regulierung

keine Besserung im System

erzielt werden kann: „Man darf nicht

erwarten, dass Regulierer weitsichtiger

sind als das Risikomanagement

der Banken, dafür werden sie nicht

bezahlt!“ Aber obwohl es Regulierern

offensichtlich an der nötigen Weitsichtigkeit

fehlen muss, verordnen sie

unverändert die Anwendung dieser

unbrauchbaren „Try & Try“-Risikomodelle.

Und, obwohl nach Webers Worten

„Transparenz eine entscheidende

Voraussetzung für Finanzstabilität“

(12. Oktober 2007) ist, hat sich seine

damals zugleich geäußerte Idee, die

Banken nach der Krise nur ja nicht

mit „Transparenzübungen zu überfordern“,

durchgesetzt. So wurde die

Bilanzierung zu Marktpreisen (fair

value) für Banken als vertrauenentziehender

und verlustverstärkender

Effekt auserkoren und mit einem

Federstrich abgeschafft! Denn ohne

diesen Schritt hätten die Banken ja

sofort erklären müssen, weshalb und

„Die Probleme, die es in

der Welt gibt, sind nicht mit

der gleichen Denkweise

zu lösen, die sie erzeugt hat.“

Albert Einstein

angesichts der Weltwirtschaftskrise

von 1929

in welcher Höhe sie die Spareinlagen

der Kunden an den Finanzmärkten

verspekuliert haben, statt ausschließlich

ihrer Aufgabe nachzukommen,

Kredite an die Wirtschaft zu vergeben.

Doch zugunsten einer (Schein-)Solvenz,

wieder sprudelnder (Schein-)

Gewinne und sofort fälliger (realer)

Boni wurde dem Finanzsektor als erste

Regulierungsmaßnahme nun die

Bilanzfälschung gesetzlich verordnet.

Blankoscheck für neue Blasen

Weltweit haben die Banken ihre Lehre

aus der Finanzkrise gezogen und

ihre Risikomodelle so angepasst, dass

im Gewinnfall der „Moral Hazard“-

Joker sticht – oder im Verlustfall der

Steuerzahler haftet. Und als ob es

keinen Beinahe-Kollaps des Finanzsystems

gegeben hätte, nutzt die

Finanzindustrie den Blankoscheck

der Regierungen und den ihnen unbegrenzt

zur Verfügung gestellten

0-1%-Kredit der Notenbanken, um

Aktien, Anleihen oder Rohstoffe innerhalb

weniger Monate erneut in

eine Blase zu treiben.

Die jedoch historisch größte Blase

spielt sich unverändert in dem immer

noch nicht verbotenen OTC-Derivate-

Casino ab, wo die steuergeldgestützte

Finanzindustrie mit der „Kleinigkeit“

von nur 604,622 Bio. Dollar (+10,5%

ggü. 31.12.2008) auf die Pleite von

Unternehmen oder Staaten, Devisenoder

Zinsänderungen wettet.

Die durch Zwangsfusionen konzentrierten

und damit noch höhere

Risiken als je zuvor auf sich vereinenden

Zombiebanken „jonglieren“

dort – auf Basis finanzmathematischer

Modelle – mit „system(de)-

stabilisierenden“ Massenvernichtungswaffen

(Warren Buffet), die das

Welt-BIP von 2008 (60,689 Bio. Dollar)

„nur“ um knapp das Zehnfache

übertreffen. Unter Jugendlichen

Prognose 2007 vs. Prognose 2009

Vergleich der Prognosen zum realen BIP Wachstum im Euro Währungsgebiet

(durchschnittliche Veränderung gegen Vorjahre in %)

Datum der

Veröffentlichung

BIP-Wachstum

2009

Datum der

BIP-Wachstum

Veröffentlichung 2009 2010 2011

IWF April 2008 1,2

Survey of Professional Oktober 2007 2,2

Europäische Kommission November 2007 2,1

Consensus Economics November 2007 k.A.

OECD Dezember 2007 2,0

Von Experten des Eurosytems

erstellte Projektionen

Dezember 2007 1,6 - 2,6

Oktober 2009 -4,2 0,3 1,3

Oktober 2009 -3,9 1,0 1,6

November 2009 -4,0 0,7 1,5

November 2009 -3,8 1,2 1,5

November 2009 -4,0 0,9 1,7

Dezember 2009 -4,1 - -3,9 0,1 - 1,5 0,2 - 2,2

(Foto: © low500/PIXELIO, Quelle: EZB Monatsberichte: Dez. 2007 und Dez. 2009, IWF World Economic Outlook April 2008)

P.T. MAGAZIN 2/2010


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Wirtschaft

18

(Foto: Wikimedia Commons/CC/Jacques Grießmayer)

„Es gibt das Gerücht,

dass Staaten nicht

pleitegehen können.

Dieses Gerücht

stimmt nicht.“

Angela Merkel

heißt diese Art von „Sport“ Komasaufen,

unter Bankern hingegen: „too big

to fail.“

Endstation Staatsbankrott?

Die Verantwortlichen in Regierungen

und Notenbanken haben in zwei

Jahren Finanzkrise diverse Nebelkerzen

abgebrannt, aber bislang kein

einziges der „systemischen“ Probleme

gelöst, sondern – auf Rat fast aller

namhaften Ökonomen – lediglich die

Symptome medienwirksam behandelt

und die unbegrenzten Verlustrisiken

des Finanzsystems in die nur

begrenzt aufnahmefähigen Staatshaushalte

oder die scheinbar unbegrenzt

aufnahmefähigen Notenbankbilanzen

verschoben und damit die

Krise bisher komplett verschwendet!

Doch dem noch nicht genug, haben

die Regierungen weltweit Billionen

an neuen Schulden zur Konjunkturstützung

aufgenommen, um damit

die Bereinigung der im Kreditboom

entstandenen unhaltbaren weltwirtschaftlichen

Ungleichgewichte nur

nochmals ein wenig in die Zukunft

zu verschieben.

Völlig unbeirrt von der in der Finanzkrise

bereits dramatisch gestiegenen

Staatsverschuldung fordern aber Politikberater

wie der laut „Bild“ klügste

Ökonom Deutschlands, Prof. Hans-

Werner Sinn, dennoch von der Politik,

„die Ausgaben im nächsten Jahr

(2010 – Anm. d. Verf.) auf keinen Fall

zurückzufahren“ und sich sogar noch

„weiter zu verschulden.“ Übertroffen

wird er dabei nur noch von US-Professor

James Bradford DeLong, der die

mit über 1,417 Bio. Dollar höchste US-

Rekordneuverschuldung innerhalb

nur eines Fiskaljahres (2009) sogar als

noch „nicht genug“ titulierte. In den

neuesten Haushaltsplanungen, die

selbstverständlich eine positive Wirtschaftsentwicklung

auch trotz dramatisch

sinkender Kreditvergabe an

P.T. MAGAZIN 1/2010


Wirtschaft

„Es kommt sehr oft vor, dass

Bankenkrisen zwei, drei Jahre

später von Staats bankrotten

gefolgt werden.“

Kenneth Rogoff,

ehemaliger Chefökonom des IWF

(Foto: Wikipedia/Public Domain)

19

den noch immer überschuldeten Konsumenten

unterstellen, finden diese

„In-debt-we-trust“-Empfehlungen

bereits weltweit ihre Umsetzung. So

sollen in diesem Jahr in Deutschland

bereits mehr als 30% der Ausgaben,

in den USA fast 50% und in Japan sogar

atemberaubende 60% mit neuen

Schulden finanziert werden!

All die Verschuldungsökonomen, die

so unverdrossen ihrem „Langfristigsind-wir-alle-tot“-Lehrmeister

John

Maynard Keynes folgen, haben nicht

nur die Ursachen von Finanzkrisen

(Überschuldung) in ihren Modellen

nicht berücksichtigt, sondern scheinen

auch noch zu glauben, dass die

nach Albert Einstein „größte mathematische

Entdeckung aller Zeiten“

– der Zinseszins-Effekt – nicht für

Staatsschulden gilt. Doch spätestens,

wenn „die langfristigen Zinsen

weltweit steigen und sich damit

die wahren Kosten der Finanz- und

Wirtschaftskrise offenbaren“, wie es

die Rating-Agentur Moody`s sogar

schon für 2010 prophezeit, wird nicht

nur der Ökonomenzunft die nächste

(Sinn)Krise bevorstehen. Denn die implizite

Hoffnung der Ökonomen und

Politiker, dass sich die Probleme über

die jetzt praktizierte Aufnahme der

Staatsschulden in die Bilanzen der

Notenbanken – also per Druckerpresse

– lösen ließen, könnte einfach an

der Realität scheitern!

Aus seiner systematischen Untersuchung

von acht Jahrhunderten

Finanzkrisen gibt der ehemalige IWF-

Chefökonom Kenneth Rogoff den

Verschuldungspropheten bereits

heute eine ganz andere Prognose mit

auf den Weg: „Es kommt sehr oft vor,

dass Bankenkrisen zwei, drei Jahre

später von Staatsbankrotten gefolgt

werden.“ ■

Martin Mack/Herwig Weise/

Volker Schnabel


Wirtschaft

Was ist der Erlebniswert?

Zum Nutzwert technischer Produkte: Teil 20 der Reihe „Führungskompetenz im Mittelstand“

von Dr. oec. habil. Jörg Schumann

20

„Klar, dass unsere Produkte einen

Nutzwert für die Kunden haben.

Prinzipiell stimme ich Ihnen ja auch

zu, den Kundennutzwert in den

Bestandteilen Gebrauchswert, Erlebniswert

und Marken-/Imagewert

zu kommunizieren (s. P.T.-Magazin

4/2007). Doch: Wir produzieren und

vermarkten technische Produkte!

Und was diese, z. B. eine Tragrolle für

den Braunkohletagebau, mit einem

Erlebniswert zu tun haben sollen,

ist mir schleierhaft“, sprach mich

kürzlich ein Vertriebsleiter auf einem

meiner Workshops an. Das Thema

wurde sofort von den Teilnehmern

aufgegriffen. Und so diskutierten wir

trefflich darüber. Hier mein Beitrag:

„Also, ich gehe mal davon aus, dass

Ihre Ansprechpartner auf der Kundenseite

die Leute des Einkaufs sind. Und

ein Einkäufer achtet nun mal besonders

auf den Gebrauchswert und das

Preis-/Leistungsverhältnis. Trotz dessen

ist ein Einkäufer auch ein Mensch

mit zwei Seiten von Emotionen“, so

mein Einstieg in die Diskussion.

Befördern Sie Freude und Lust!

Vermeiden Sie Ärger und Frust!

„Spricht der Verkäufer die positive

Seite an, hat er eine gute Chance,

beim Einkäufer Freude und Lust zu

befördern: Ja, das Angebot spricht

mich an! Bitte informieren Sie mich

dazu genauer!’, dürfte sich der öffnende

Einkäufer denken. Wenn der

Verkäufer hingegen die negative

Seite anspricht, dann begibt er sich in

die Gefahr, beim Einkäufer Ärger und

Frust auszulösen: ‚Lass ja die Finger

von diesem Angebot!’, so die innere

Stimme des sich verschließenden

Einkäufers. Der clevere Verkäufer

nutzt hier eine Doppelstrategie: Er

befördert die Positivseite des Einkäufers

und vermeidet es, dessen Negativseite

zu aktivieren“, setzte ich fort.

„Na gut, sei es so! Doch: Was hat das

alles mit dem Erlebniswert einer

Tragrolle zu tun?“, blieb der Vertriebsleiter

am Ball. Meine Antwort

war fällig: „Gut, versetzen wir uns

doch einfach mal in die Befindlichkeiten

eines Einkäufers. Er muss doch

oft mit dem Widerspruch leben, für

relativ wenig Geld die richtigen Produkte

kaufen zu müssen. Dabei darf

sich der Einkäufer bei der Auswahl

der Bieter und Produkte nicht allzu

sehr irren. Und wenn er, um im Bild

zu bleiben, preisgünstige Tragrollen

kauft, die den Belastungen vor Ort

nicht gerecht werden, dann irrt der

Einkäufer gewaltig. Dieser Irrtum

dürfte ihm eine Menge an Ärger und

Frust einbringen.“

Erzeugen Sie Vertrauen! Das ist ein

Wert – ein Erlebniswert!

In derartigen Situationen kommt der

Erlebniswert ins Spiel. Professionell

Workshopreihe 2010

Unter der Rubrik „Führen heißt, die Zukunft gestalten“ bietet die Oskar-Patzelt-Stiftung auch im

Jahr 2010 die aus 6 Modulen bestehende Workshopreihe an.

Durchführender: Dr. oec. habil. Jörg Schumann:

■ Führungspersönlichkeit und Unternehmenserfolg Termin: Freitag, 12. März 2010

■ Das Unternehmen von der Zukunft her führen Termin: Freitag, 16. April 2010

■ Das Leistungspotenzial der Mitarbeiter erschließen Termin: Freitag, 30. April 2010

■ Den Kunden mehr Nutzwert bieten Termin: Freitag, 21. Mai 2010

■ Die Wertschöpfungsprozesse effektivieren Termin: Freitag, 11. Juni 2010

■ Die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens erhöhen Termin: Freitag, 25. Juni 2010

Mehr: www.mut-zum-aufbruch.de | Information und Anmeldung: info@op-pt.de

P.T. MAGAZIN 2/2010


Wirtschaft

Der Erlebniswert…

…ist jener Teil des Nutzwerts, welchen der Kunde beim Kauf eines Produkts, bei dessen

Anwendung und beim zugehörigen Service subjektiv erlebt und emotional wahrnimmt.

Gegenstand

Wahrnehmung

Wirkung

Kommunikation

■ Welche immateriellen Bedürfnisse des Kunden werden durch

das Produkt befriedigt?

■ Wie trägt das Produkt zum Wertesystem und zur Lebensqualität

des Kunden bei?

■ Wie ist das Produkt in der Gefühls- und Erlebniswelt des Kunden

verankert?

■ Wie erlebt der Kunde den Produktkauf, die -anwendung und den -service?

■ Wie werden beim Kunden Positivemotionen befördert und Negativemotionen vermieden?

■ Emotional wahrnehmbarer Wertbestandteil, subjektiv erlebbar

■ Beitrag des Produkts sowie des Pre- und After-sales-Services zum Wertesystem und zur

Lebensqualität des Kunden

■ Emotional: Gefühls- und Erlebniswelt, Befindlichkeiten

(Foto: Dr. oec. habil. Jörg Schumann)

(Foto: © Stephanie Hofschlaeger/PIXELIO)

21

kommuniziert, besteht sein Beitrag

darin, den Einkäufer vor negativen

Emotionen – besonders vor Ärger

und Frust, vor Ekel und Abscheu, vor

Vertrauensentzug und ungeliebter

Arbeit – zu bewahren und ihm die

Sicherheit zu vermitteln, dass er dem

bietenden Unternehmen, dessen

Produkten sowie den Nutzwertversprechen

seiner Vertriebsleute vertrauen

kann.

Ja, Vertrauen ist ein Wert – ein Erlebniswert!

Für den Einkäufer ist es

wertvoll, die Gewissheit zu haben,

sich richtig zu entscheiden. Das

bewahrt ihn davor, die Geisterbahn

der Ungewissheit nehmen zu müssen.

Klar, nicht jeder Einkäufer ist an

einem derartigen Wert interessiert.

Von „zweibeinigen Preislisten“, also

von jenen, welche nur über den Preis

gesteuert werden, ist das ohnehin

nicht zu erwarten. Dennoch: Dieser

Strategieansatz dürfte auch beim

Marketing und Vertrieb technischer

Produkte deutliche Vorteile bringen.

Welche Erfahrungen haben Sie mit

dem Erlebniswert gemacht? Bitte

schreiben Sie dazu Ihre Meinung

unter „Diskussionsforum“:

www.mut-zum-aufbruch.de ■

Dr. oec. habil. Jörg Schumann

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Nach dem Katastrophenjahr:

Industrie muss sich neu erfinden

P.T. MAGAZIN 2/2010

(Fotos: Siemens/ThyssenKrupp/aleo solar AG/FBH-Schurian)


Wirtschaft

Sonnenseite war gestern

Drastische Einbrüche bei der Solarindustrie

(VDMA/eigBer.) - Auch die Solarindustrie

hat es erwischt: Der

Um satz der Hersteller von Komponenten,

Maschinen und Anlagen

für die Photovoltaik in Deutschland

sank im dritten Quartal 2009 um

28 Pro zent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Der gescheiterte

Kopenhagen-Gipfel, die geplanten

Subventionskürzung en und der

Unmut über ständig steig ende

Strompreise bescheren der Branche

eine unsichere Zukunft.

69 Prozent weniger Aufträge

„Das ist der erste Einbruch im Vorjahresvergleich

seit Beginn unserer

quartalsweisen Erhebung im Jahr

2007“, berichtet Dr. Peter Fath,

Tech nologievorstand von centrotherm

photovoltaics AG und neuer

Sprecher des Lenkungskreises Photovoltaik-Produktionsmittel

beim

Investitionsgüterverband VDMA

Auftragseingang und Umsatz dt. Photovoltaik-

Produktionsmittel

Index (Umsatz 2005 = 100)

1.750

1.500

1.250

1.000

750

500

250

0

2005

Umsatz

2006

Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4

Auftragseingang

702602502 2007 802 2008 902 2009

zur aktuellen Branchenstatistik. Der

Auftragseingang fiel um 69 Prozent

zum Vorjahresquartal. Dabei sind

Aufträge aus Asien auffällig stark

zurückgegangen.

„Die Aufträge kamen bereits im dritten

Quartal 2008 ins Rutschen. Ein

Zwischenhoch im ersten Quartal

2009 hat sich durch Verschiebungen

und Stornierungen nicht im Umsatz

niedergeschlagen. Die Talsohle sollte

aber erreicht sein“, kommentiert

Fath das Ergebnis. Die Exportquote

ist mit 78 Prozent weiter auf Sinkflug.

Im Frühjahr 2009 lag sie noch

bei 88 Prozent.

Rekordumsatz 2008 wird nicht mehr

erreicht

„Insgesamt ist der Inlandsumsatz

robuster in der Krise. Der amerikanische

Markt für Photovoltaik-

Produktionsmittel erfüllt die hochgesteckten

Erwartungen bisher

nicht, wenngleich

die Aufträge aus

Amerika nach

einer vollkommenen

Flaute nun

immerhin wieder

den Wert des

Vorjahresquartals

erreichen“, ergänzt

Dr. Eric Maiser,

Leiter des Forums

Photovoltaik-Produktionsmittel

im

VDMA. Die Auftragsreichweite

der Meldefirmen

latrauqegloF sad rüf redleM red gnuztähcsniE V D :elleuQ M A :tlehcirtseg

nahm zum Ende

September 2009 auf 7,6 Produktionsmonate

ab, lag damit aber immer

noch drei Monate über dem entsprechenden

VDMA-Durchschnitt. Nach

Einschätzung der Meldefirmen sollte

der Umsatz im vierten Quartal 2009

wieder zugelegt haben. „Der Rekordumsatz

des Jahres 2008 wird sicherlich

nicht mehr erreicht. Ein Rückgang

um mindestens zehn Prozent

ist wahrscheinlich“, meint Maiser.

Unsicherheit nach Kopenhagen

Das Umfeld in Deutschland hat sich

mit der angekündigten zusätzlichen

Absenkung der Photovoltaik-Einspeisevergütung

geändert. „Es ist noch

nicht klar, ob der Maschinenbau

durch den weiter erhöhten Preisdruck

auf die Hersteller profitiert

oder ob sich die Zahl unserer Kunden

und damit auch die Investitionsneigung

verringert“, erklärt Fath. Nach

dem gescheiterten Kopenhagen-

Gipfel bleibe es wichtig, dass die

Photovoltaik-Nachfrage global weiter

Fahrt aufnehme und das Wachstum

nicht nur auf Deutschland

beschränkt bleibe.

„Es gibt vermehrt Meldungen aus

unserer Branche über eine Besserung

der Auftragslage im vierten Quartal.

Das zeigt, dass nur Investitionen in

aktuelle Produktionsausrüstung den

Herstellern helfen, dem Kostendruck

zu begegnen. Der deutsche Maschinenbau

hat bei innovativen Fertigungslösungen

die Nase vorn. Aber

auch bei den Maschinenbauern wird

sich jetzt die Spreu vom Weizen trennen“,

verdeutlicht Fath. ■

Energiesanierung

gescheitert

■ Die meisten Hauseigentümer leh -

nen eine sog. energetische Sanie -

rung ihrer Gebäude ab.

■ Das ist das Ergebnis einer Be fragung

von 1 000 Ein- und Zweifami

lien hausbesitzern, die das

Ins titut für sozial-ökologische Forschung

(ISOE) geleitet hat.

■ Dem nach sind über 60 Prozent

der befragten Gebäudesanierer

der Ansicht, dass ihr Gebäude

in einem guten Zustand sei und

keine weiteren energetischen

Maßnahmen erfordere.

(Foto: aleo solar)

23

P.T. MAGAZIN 2/2010


Wirtschaft

24

Katastrophenjahr im Maschinenbau

(Foto: Siemens)

Die Verlustbilanz 2009 in Prozent: 23 beim Umsatz, 24 beim Export, 25 bei der Produktion/

34 000 Jobs gestrichen

Quelle: VDMA

(VDMA/eigBer.) - Für den deutschen

Maschinen- und Anlagenbau war

das Jahr 2009 das schlechteste

Jahr seit Jahrzehnten. „Die Branche

muss te einen Produktionsrückgang

von real knapp 25 Prozent verkraften.

Das Produktionsvolumen

be trug 151 Mrd. Euro“, teilte VDMA

Präsident Dr.-Ing. E.h. Manfred

Witten stein anlässlich der Jahrespressekonferenz

des Verbandes mit.

Auftragseingang im deutschen Maschinenbau

preisbereinigter Index, Basis Umsatz 2005 = 100

Index

190

180

170

160

Originalindizes

150

saisonbereinigte

140

und geglättete Indizes

130

120

110

Inland

100

90

80

Ausland

70

60

1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009

„Der Branchenumsatz sank um

nominal 23,1 Prozent auf 160 Mrd.

Euro.“

Einmaliger Sinkflug

Während Unternehmen aus den

Bereichen Hütten- und Walzwerkeinrichtungen

und Bergbaumaschinen

für 2009 dank hoher

Auftragsbestände und langer

Durchlaufzeiten noch Umsatzzuwächse

vermelden

konnten, schrieben

Hersteller von Bau- und

Baustoffmaschinen,

Productronic, Holzbearbeitungsmaschinen

und auch der Fluidtechnik

Minusraten von 40

Prozent und mehr. Die

Kapazitätsauslastung

lag 2009 im Schnitt

bei 70,7 Prozent (2008:

88,9 Prozent).

„Die Maschinenbestellungen

fielen so schnell

und so drastisch wie

noch nie seit Beginn

09.02.2010

der VDMA-Auftragsein

gangsstatistik 1958“, betonte Wittenstein.

Im Gesamtjahr lagen die

Bestellungen um 38 Prozent unter

dem Vorjahresniveau.

Das Orderplus im Dezember (acht

Prozent zum Vorjahr) dürfe zudem

nicht davon ablenken, dass sich die

Nachfrage nach Maschinen und

Anlagen nach wie vor auf sehr niedrigem

Niveau bewege. „Dazu müssen

keine historischen Spitzenwerte

bemüht werden. Das nun erreichte

Bestellniveau liegt um nicht weniger

als 20 Prozent unter dem Durchschnitt

des Fünfjahreszeitraums

2004 bis 2008.“

34 000 Arbeitsplätze weg

Nachdem die Stammbelegschaft im

letzten Aufschwung um mehr als 100

000 aufgestockt wurde, sank die Zahl

der Beschäftigten im Verlauf des Jahres

2009 um ca. 34 000. Ende Dezember

beschäftigte der Maschinenbau

920 000 Personen. „Gemessen am

Produktionsrückgang ist der Rückgang

der Stammbelegschaft dank

Reduktion von Zeitarbeit, Kurzarbeit

Systemanbieter kompletter Verpackungs lösungen

zertifiziert nach DIN EN ISO 9001:2000

Industrie- und Gefahrgutverpackungen mit

19-jähriger Erfahrung vorrangig für die Branchen:

■ Chemische Industrie

■ Sonderabfallwirtschaft

■ Automobilindustrie und deren Zulieferer

■ Elektronik und Feinmechanik

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P.T. MAGAZIN 2/2010

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UnternehmerPreis 2010 für seine Wareneingangsund

-ausgangslogistik sowie Intralogistik mittels

RFID vom BMWi erhalten.


Wirtschaft

Umsätze im Maschinenbau – Veränderung ggü. Vorjahr in %

Maschinenumsatz ging weltweit zurück

Land

2009

Schätzung

Deutschland -25

Finnland -20

Frankreich -30

Italien -30

Österreich -20

Spanien -25

Schweden -30

Vereinigtes

-20

Königreich

und betriebsindividueller Maßnahmen

bisher noch vergleichsweise

moderat ausgefallen“, betonte der

VDMA-Präsident.

„Die Unternehmen hielten dieses

Mal auf Biegen und Brechen ihre

Mitarbeiter länger als in früheren

Abschwüngen“, so Wittenstein. Die

Branche rechnet damit, dass zahlreiche

Unternehmen im laufenden

Jahr ihre personellen Kapazitäten

noch anpassen müssen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lasse

sich das Ausmaß aber nicht seriös

abschätzen. „Wir können aus diesem

Grund für 2010 keine Beschäftigungsprognose

abgeben“, sagte Wittensein.

Land

2009

Schätzung

EU (15) -25

Schweiz -25

Westeuropa -25

Japan -40

USA -20

VR China 10

Welt -19

(Quellen: VDMA, Nationale Verbände)

Exporte um 24 Prozent gesunken

Die Exporte sanken 2009 nominal

um ca. 24 Prozent ab auf 110 Mrd.

Euro. 2008 waren sie auf den

Re kordwert von 146 Mrd. Euro

gestiegen.

China verzeichnete als einziges der

20 Top-Zielländer deutscher Maschinenbauprodukte

einen Zuwachs und

schob sich dadurch früher als erwartet

an den USA vorbei auf Platz 1 im

Exportranking.

Besonders schlecht lief es dagegen

in Russland. Hier schrumpfte der

deutsche Maschinenexport um

43 Prozent.

In Summe dürfte der Maschinenumsatz

der größten maschinenproduzierenden

Länder 2009 aufgrund der

weltweiten Krise um real 19 Prozent

abgenommen haben. In Europa wird

der Maschinenumsatz 2009 voraussichtlich

um ein Viertel, in den USA

um rund ein Fünftel geschrumpft

sein, so die Berechnungen des Branchenverbandes.

Ausreißer positiv

wie negativ finden sich in Asien.

Der japanische Maschinenbau, der

mit seiner Produktpalette sehr stark

auf Standardmaschinen fokussiert

ist, musste 2009 einen Umsatzeinbruch

von 40 Prozent verkraften.

Der chinesische Maschinenbau

konn te hingegen dank staatlich ad -

ministrierter Investitionsprojekte

auch 2009 ein Plus von zehn Prozent

verbuchen. ■

Wichtiger Arbeitgeber

■ Der Verband Deutscher

Maschinen- und Anlagenbau

(VDMA) vertritt über 3 000

Unternehmen des mittelständisch

geprägten Maschinen- und

Anlagenbaus.

■ Mit rund 920 000 Beschäftigten

im Inland ist die Branche größter

industrieller Arbeitgeber.

25

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Wirtschaft

Heiß auf Qualität

Optimierte Wärmverfahren für die Metallindustrie

Temperatur, der Brenngaszusammensetzung

oder der Ofenatmosphäre

können auf die Produktqualität

große Auswirkungen haben.

Zum besseren Verständnis

26

(idw-online/eigBer.) - In der Metallindustrie,

bei der Glas-, Keramik- und

Baustoffherstellung sowie in Teilen

der Lebensmittelbranche stehen

oft Wärmverfahren am Beginn der

Produktion. Rund 65 Prozent des Endener

giebedarfs der Industrie entfallen

auf diese Verfahren.

Neues im Überblick

Jede neue Produktionsanlage in

diesen energieintensiven Branchen

bedeutet eine Chance, energieeffiziente

Komponenten und Konzepte in

die betriebliche Praxis zu integrieren.

Die BINE-Projektinfo „Effiziente

(Foto: ThyssenKrupp)

Wärmverfahren optimieren industrielle

Produktionsprozesse“ (15/2009)

stellt neue Entwicklungen für die

Metall- und metallverarbeitende

Industrie im Überblick vor. Sie ist

kostenfrei beim BINE-Informationsdienst

von FIZ Karlsruhe erhältlich:

im Internet unter www.bine.info

oder telefonisch unter 0228 92379-0.

Wärmverfahren sind für Qualität,

Kosten, Energiebedarf und Umweltbelastung

eines Produkts entscheidend.

Alle Faktoren gleichzeitig zu

optimieren, ist Ziel bei Modernisierung

oder Neubau einer Anlage.

Be reits kleinste Schwankungen der

Ansatzpunkte für die Optimierung

von Wärmverfahren sind beispielsweise

eine möglichst präzise Steuerung,

eine homogene und beschleunigte

Erwärmung des kompletten

Nutzguts und die Verknüpfung von

Einzelmaßnahmen in einer übergeordneten

Prozessführung.

Auch leistungsfähigere Simulationsprogramme

und neue Sensoren

tra gen dazu bei, die sehr komplexen

Vorgänge in einem industriellen

Wärmofen besser zu verstehen.

Damit lassen sich beispielsweise

qualitätsmindernde Spannungseffekte

im Nutzgut während und

nach der Erwärmung vermindern.

Die vorgestellten Verfahren wurden

alle am VDEh-Betriebsforschungsinstitut

(BFI) in Düsseldorf in

Zusammenarbeit mit industriellen

Partnern entwickelt. ■

P.T. MAGAZIN 2/2010


(idw-online/eigBer.) - Den Metallurgen

der ThyssenKrupp VDM ist

es in zweijähriger Forschungszeit

gelungen, die Weiterentwicklung

des Schweißzusatz-Werkstoffes

Nicrofer S 6020 (FM625) entsprechend

den Kundenwünschen und

den Marktanforderungen insbesondere

für das Auftragschweißen

erheblich voranzutreiben.

Höherer Korrosionsschutz

Wirtschaft

Auftragschweißen optimiert

Hochlegierter Korrosionswerkstoff macht aufwändige Nacharbeiten weitgehend überflüssig

(Foto: ThyssenKrupp)

27

Dieser hochlegierte Korrosionswerkstoff

findet seinen Einsatz vornehmlich

in der Öl- und Gasindustrie,

der chemischen Industrie oder in

Wärmetauschern von Müllverbrennungsanlagen.

Der neue Nicrofer S 6020 verbessert

die Qualität des Auftragschweißens

in einem solchen Umfang, dass

aufwändige Nacharbeiten beim

Verarbeiter, z. B. das zeitintensive

Nachschleifen, weitgehend entfallen

können.

Neben dieser Zeitersparnis bietet

der Nicrofer S 6020 nach seiner

Optimierung einen noch höheren

Korrosionsschutz, wodurch sich die

Widerstandsfähigkeit von Auftragschweißungen

in aggressiven Medien

weiter verbessert.

Allround-Werkstoff

Korrosionsschutz ist ein wichtiges

Thema, vor allem beim Werkstoffeinsatz

unter extremen Bedingungen.

Solch hohe Anforderungen herrschen

z. B. im Umfeld von Wärmetauschern

in Müllverbrennungsanlagen,

einem von vielen wichtigen

Einsatzgebieten des Nicrofer S 6020.

Der Allround-Werkstoff ist bei solchen

Einsätzen nicht nur besonders

aggressiven, sondern auch bis zu

1 000 Grad Celsius heißen Gasen

ausgesetzt. Dies bedeutet extreme

Ansprüche an die Zuverlässigkeit

und Qualität des eingesetzten

Korrosionsschutzes. Durch das Auftragschweißen

des Nicrofer S 6020

auf niedriger legierte – und damit

entsprechend kostengünstigere –

Rohre in Wärmetauschern kommt

es zur Minderung von Schäden an

Bauteilen und damit zur deutlichen

Verlängerung der Standzeit dieser

materialaufwändigen Anlagen. ■


Wirtschaft

(Foto: FBH-Schurian)

Neuer Star auf der Platine?

Wissenschaftler entwickeln Leistungstransistoren

aus Galliumnitrid

Die häufigsten Lügen überhaupt:

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Existenz ruinieren. Bürgel-Auskünfte

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bestellt ist! Spezialisten ziehen Ihre

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– Niederlassung Leipzig –

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Tel.: (03 41) 4 49 03-0 • Fax: (03 41) 4 49 03 50

Internet: www.buergel-Leipzig.de

(idw-online/eigBer.) - Leistungstransistoren

sind die zentralen

Bauelemente in elektrischen Leistungskonvertern,

die Gleich- und

Wechselstrom umwandeln und auf

unterschiedliche Spannungen transformieren

können.

In Handy-Ladegeräten sind sie ebenso

zu finden wie in der Motoransteuerung

eines ICE. Auch in der automobilen

Elektronik spielen derartige

Leistungskonverter eine entscheidende

Rolle.

Silizium stößt an Grenzen

Ihr Wirkungsgrad und ihre Leistungsdichte

könnten den Erfolg

fast aller sog. Green-Car-Konzepte

zukünftiger Hybrid- und Elektroautos

entscheidend mitbestimmen,

denn die Leistungselektronik wird

neben dem eigentlichen Elektroantrieb

zur Bremsenergierückgewinnung,

für intelligente Batterieladekonzepte

und das Bordnetz benötigt.

Maßgebliche Entwicklungsimpulse

gehen daher inzwischen von der

Automobilindustrie aus.

Seit über 50 Jahren ist Silizium der

Baustoff dieser Elektronikbauteile.

Die Technologie ist mittlerweile

jedoch so weit fortgeschritten, dass

das Material selbst an seine Grenzen

stößt. Bessere Materialeigenschaften

verspricht Galliumnitrid (GaN).

Im Bereich der Mikrowellentechnik

werden bereits Hochfrequenzleistungstransistoren

aus Galliumnitrid

eingesetzt, z. B. in Mobilfunkbasisstationen.

Kühlaufwand sinkt

In einem laufenden und zwei

beantragten Projekten will das

Ferdinand-Braun-Institut, Leibniz-

Institut für Höchstfrequenztechnik

(FBH), gemeinsam mit Partnern aus

Wissenschaft und Industrie nun

neuartige Galliumnitrid-Transistoren

für die Leistungselektronik

entwickeln. Dabei wird die gesamte

Wertschöpfungskette von der Entwicklung

bis zum fertigen Produkt

abgedeckt.

Dr. Oliver Hilt vom FBH beschreibt

sein Ziel: „Wir streben effizientere

Energieumwandler an, die dann

beispielsweise in Hybrid- und Elektroautos,

aber auch in Photovoltaik-

Anlagen eingesetzt werden.“

Galliumnitrid hat gegenüber Silizium

einen entscheidenden Vorteil:

Es hat einen hohen Bandabstand

von 3,4 Elektronenvolt gegenüber 1,1

Elektronenvolt bei Silizium. Dadurch

ist es möglich, GaN-Transistoren bei

höheren Temperaturen zu betreiben.

Der Kühlaufwand sinkt, Gewicht

und Baugröße der Leistungskonverter

verringern sich. Bei einem

Elektroauto z. B. bedeutet dies eine

deutliche Energieersparnis.

Robuster, schneller, effizienter

Galliumnitrid hat außerdem eine

höhere Durchbruchfeldstärke. Im

Vergleich zu einem gleich großen

Siliziumtransistor können damit

größere Spannungen geschaltet

werden. In der Folge treten weni-

P.T. MAGAZIN 2/2010


Wirtschaft

Am FBH gefertigter selbstsperrender

25 A/250 V-GaN-Leistungstransistor

auf einer 1-Cent-Münze

29

ger Leistungsverluste auf. Darüber

hinaus sorgt eine hohe Sättigungsgeschwindigkeit

der Elektronen für

schnellere Schaltgeschwindigkeiten

– die Konvertermodule können

noch kleiner werden.

Die neuen GaN-Leistungstransistoren

des FBH werden mehrere

zehn Ampere bei Spannungen bis

1 000 Volt und mehr schalten. Insgesamt

haben Leistungskonverter

mit Galliumnitrid-Transistoren

einen höheren Wirkungsgrad als

jene mit Silizium-Transistoren. Sie

sind robuster, schneller und effizienter.

Einsatzbereit und konkurrenzfähig

„Ein wichtiges Problem haben wir

schon gelöst“, sagt Oliver Hilt. In der

Leistungselektronik muss der Transistor

aus Sicherheitsgründen vollständig

ausgeschaltet sein, wenn

keine Spannung an der Steuerelektrode

anliegt. Einen solchen Transistor

nennt man selbstsperrend.

Das ist jedoch bei Galliumnitrid-

Transistoren üblicherweise nicht

der Fall: In der Mikrowellentechnik

ist der Transistor bei null Volt Gatespannung

immer noch im eingeschalteten

Zustand. Man spricht von

einem selbstleitenden Transistor.

Um diesen Transistor auszuschalten,

ist eine negative Gatespannung

nötig. Die Einsatzspannung der FBH-

Transistoren konnte von minus fünf

Volt auf plus ein bis zwei Volt verschoben

werden.

„Damit sind wir ausreichend weit

im positiven Bereich, um die Transistoren

in der Leistungselektronik

einsetzen zu können“, erklärt Hilt.

„Zusätzlich konnten wir den Einschaltwiderstand

niedrig halten,

und damit gehören unsere selbstsperrenden

GaN-Transistoren weltweit

zu den besten.“ ■


Oskar-Patzelt-Stiftung

Die Nominierungen 2010

3 580 Unternehmen, Banken und Kommunen wurden für den

„Großen Preis des Mittelstandes“ 2010 vorgeschlagen

30

Der 16. Wettbewerb um den „Großen Preis des Mittelstandes“ 2010 zeigt sich

unbeeindruckt von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise: 3 580 Nominierungen

aus allen 16 Bundesländern gingen in der Bundesgeschäftsstelle der

Oskar-Patzelt-Stiftung in Leipzig ein. Das ist erneut ein Rekord.

Mehr als 1 000 Institutionen haben sich an der Nominierung beteiligt – darunter

Ministerien, Kommunen, Kammern, Bundesverbände, Wirtschaftsförderungsgesellschaften

und Vereine sowie Persönlichkeiten aus Politik und

Verwaltung. Bis 15. April 2010 haben die nominierten Unternehmen nun Gelegenheit,

ihre wettbewerbsrelevanten Angaben für die Juroren in einem Online-

Portal einzutragen.

186 Vorschläge betreffen die Sonderpreise „Premier“, „Premier-Finalist“, „Kommune

des Jahres“ und „Bank des Jahres“. Diese Sonderpreise werden auf dem

Bundesball der Oskar-Patzelt-Stiftung am 30. Oktober 2010 in Berlin verliehen.

Nominiert zum „Premier“ bzw. „Premier-Finalist“:

Radeberger Fleisch- und Wurstwaren

Korch GmbH, 01454 Radeberg

■ BuS Elektronik GmbH & Co. KG,

01589 Riesa ■ Sachsenküchen

Hans-Joachim Ebert GmbH, 01762

Schmiedeberg

■ Schmiedeberger Gießerei GmbH,

01762 Schmiede berg ■ Mühle und

Bäckerei Bärenhecke Raiffeisen genossenschaft

e.G., 01768 Bärenhecke

■ Dürrröhrsdorfer Fleisch- und

Wurstwaren GmbH, 01833 Dürrröhrsdorf

■ RATAGS Holzdesign

HEIPRO GmbH, 01833 Stolpen

■ Sachsen Fahnen GmbH & Co. KG,

01917 Kamenz ■ Ortrander Eisenhütte

GmbH, 01990 Ortrand

■ ELMO-Elektromontagen Leipzig

GmbH, 04347 Leipzig ■ Textilpflege

& Wäscherei Helbig GmbH & Co. KG,

04416 Markkleeberg ■ Heinz Kühne

GmbH & Co. KG Wiedemar, 04509

Wiedemar

■ uesa GmbH, 04938 Uebigau-Wahrenbrück

■ SONOTEC Ultraschallsensorik

Halle GmbH, 06112 Halle

■ Halloren Schokoladenfabrik GmbH,

06112 Halle ■ Kathi Rainer Thiele

GmbH, 06116 Halle ■ Probiodrug AG,

06120 Halle ■ VKK Standardkessel

Köthen GmbH, 06366 Köthen

■ Keunecke Feinkost GmbH, 06493

Ballenstedt, OT Badeborn ■ FEAG

Sangerhausen GmbH, 06526 Sangerhausen

■ Vetter GmbH, 06780 Zörbig, OT

Salzfurtkapelle ■ Stahlbau Brehna

GmbH, 06796 Brehna ■ Königsee

Implantate u. Instr. zur Osteosynthese

GmbH, 07426 Aschau/Königsee

■ Analytik Jena AG, 07745 Jena

■ VACOM Vakuum Komponenten

& Messtechnik GmbH, 07749 Jena

■ VOWALON Beschichtung GmbH

Kunstleder-Folie-Bondings, 08233

Treuen ■ Curt Bauer GmbH, 08280

Aue ■ Schumacher Packaging GmbH,

Werk Schwarzenberg, 08340

Schwarzenberg ■ CAWI Stanztechnik

GmbH, 08340 Schwarzenberg

■ LEHMANN Maschinenbau GmbH,

08543 Pöhl

■ KSG Leiterplatten GmbH, 09390

Gornsdorf ■ Ruther & Einenkel KG,

09456 Annaberg-Buchholz

■ Ute Schlieder Metallwarenfabrik

GmbH, 09517 Zöblitz ■ SPIGA -

Spitzen und Gardinen fabrikation

GmbH, 09569 Falkenau ■ Trillenberg

GmbH Creative Verpackung, 09629

Reinsberg/OT Burkersdorf

■ IMM Holding GmbH (IMM

Gruppe), 09648 Mittweida ■

FMA Frankenberger Maschinenu.

Anlagenbau GmbH, 09669

Frankenberg ■ WOLFRAM Bürokommunikation

GmbH & Co. KG,

10409 Berlin ■ Weihe Früchte &

Salate KG, 10553 Berlin ■ F.R. Hauk

Stahl- und Leicht metallbau GmbH,

10585 Berlin ■ Handwerk Neukölln,

12355 Berlin

■ OTTO Richter GmbH, 12555 Berlin

■ Akzent-Hotel Kolumbus GmbH,

13055 Berlin ■ Körber GmbH

Präzisionstechnik, 13407 Berlin

■ OHST Medizintechnik AG, 14712

Rathenow

■ Havelländische Zink-Druckguss

GmbH & Co. KG, 14727 Premnitz

■ REUTER Präzisionsteile GmbH

- REUTER Manufacturing AG,

14943 Luckenwalde ■ Institut für

Medizinische Diagnostik Oderland,

15230 Frankfurt (Oder)

■ Dahlewitzer Landbäckerei GmbH,

15827 Dahlewitz ■ Schoepe Display

GmbH, 15827 Dahlewitz ■ Concert

GmbH, 16928 Pritzwalk ■ Jörn Weiß

Einzelunternehmen - TRIHOTEL,

Weiß-Hotel GmbH, AQUA Bad- und

Sauna, 18055 Rostock ■ SIV.AG, 18184

Roggentin ■ folian GmbH, 18442

Groß Lüdershagen ■ vendingControl

Telemedia GmbH & Co. KG, 19246

Zarrentin

■ VARIOVAC PS SystemPack GmbH,

19246 Zarrentin ■ Dockweiler AG,

P.T. MAGAZIN 2/2010


Oskar-Patzelt-Stiftung

(Foto: eventDiary)

31

Dr. Helfried Schmidt, Vorstand der Oskar-Patzelt-Stiftung, ist davon überzeugt, dass der Mittelstand auch aus der gegenwärtigen

Krise gestärkt hervorgehen wird:

„Die Resonanz auf die Wettbewerbsausschreibung zeigt, dass man dem unternehmerischen Mittelstand in Deutschland

zutraut, trotz unvermeidbarer Blessuren letztlich die aktuelle Weltfinanz- und -wirtschaftskrise gestärkt zu überstehen.

Und das zu Recht. Er hat im letzten Jahrhundert mehrere Kriege, Krisen, Revolutionen und Währungsreformen überlebt,

sich dabei immer wieder neu organisiert und immer wieder Arbeit für Millionen geschaffen.“

19306 Neustadt-Glewe ■ Holz- und

Dachbau Raddatz GmbH, 23858

Reinfeld ■ Gummiwerk KRAIBURG

RELASTEC GmbH, 29410 Salzwedel

■ Vollmar GmbH, Werk Salzwedel,

29410 Salzwedel ■ Autohaus Beil

GmbH - Reifen Beil GmbH & Co. KG,

35066 Frankenberg (Eder)

■ Meissner AG, 35216 Biedenkopf-

Wallau ■ Aschenbrenner Werkzeugund

Maschinenbau GmbH, 35274

Kirchhain ■ DUO PLAST AG, 36341

Lauterbach ■ Werkmeister GmbH +

Co. KG, 37281 Wanfried

■ PSFU ProfilSchleif-, Fertigungs-

& Umwelttechnik GmbH, 38855

Wernigerode ■ GETEC AG, 39108

Magdeburg ■ AKTUELL BAU GmbH,

39128 Magdeburg ■ Ambulanz

Mobile GmbH & Co. KG, 39218

Schönebeck ■ Schubert GmbH, 39517

Tangerhütte

■ Kiebitzberg Möbelwerkstätten,

39539 Havelberg ■ Stendaler

Landbäckerei GmbH, 39576 Stendal ■

Masterflex AG, 45891 Gelsenkirchen

■ Ulrich Walter GmbH (Lebensbaum),

49356 Diepholz

■ Schulte Bauunternehmen GmbH,

49740 Haselünne ■ ONI-Wärmetrafo

GmbH, 51789 Lindlar ■ FELUWA

Pumpen GmbH, 54570 Mürlenbach

■ Kistenpfennig AG, 55120 Mainz

■ UD CHEMIE GmbH, 55286

Wörrstadt

■ RHODIUS Schleif werkzeuge GmbH

& Co. KG, 56659 Burgbrohl ■ Achim

Lohner GmbH & Co. KG, 56751 Polch

■ MK Metallfolien GmbH, 58089

Hagen

■ AxiCorp GmbH, 61381 Friedrichsdorf

■ Röder Präzision GmbH,

63329 Egelsbach ■ Jäger Direkt GmbH

& Co. KG, 64385 Reichelsheim

■ psb intralogistics GmbH, 66955

Pirmasens ■ ALPHA Business

Solutions AG, 67657 Kaiserslautern

■ Endress + Hauser Conducta GmbH

& Co. KG, 70839 Gerlingen ■ EROGLU

Präzisionswerkzeuge GmbH, 72116

Mössingen

■ Fessler Mühle – Zentrum für

Ernährung, Fitness, Gesundheit,

Kultur und Bildung, 74372 Sersheim

■ KHW World Wide GmbH, 76661

Philippsburg ■ Michael Koch GmbH,

76698 Ubstadt-Weiher

■ Schreiner Group GmbH, 85764

Oberschleißheim ■ defacto.gruppe,

91058 Erlangen ■ ILIOTEC SOLAR

GmbH, 93055 Regensburg ■ Strama-

MPS Maschinenbau GmbH & Co.

KG, 94315 Straubing ■ Sturm Holding

GmbH, SMP Maschinenbau GmbH,

94330 Salching ■ Fensterfabrik W.

Niederhofer GmbH, 94474 Vilshofen-

Sandbach

■ ROTO FRANK Bauelemente GmbH,

97980 Bad Mergentheim ■ Kästner

Präzisionswerkzeuge GmbH, 98587

Steinbach-Hallenberg ■ VOSSELER

Umformtechnik GmbH, 98646

Hildburghausen

■ Feintechnik GmbH Eisfeld, 98673

Eisfeld ■ Frischmann Kunststoffe

GmbH, 98673 Eisfeld ■ Heinemann

Etiketten GmbH, 99189 Witterda

■ TMP Fenster + Türen GmbH, 99947

Bad Langensalza ■ ADIB Agrar-,

Dienstleistungs-, Industrie- und

Bau GmbH, 99947 Bad Langensalza

■ Thüringer Papierwaren Fabr.

C. Schröter GmbH & Co., 99974

Mühlhausen

P.T. MAGAZIN 2/2010


Oskar-Patzelt-Stiftung

Weder den nominierenden Institutionen noch den teilnehmenden Unternehmen entstehen Anmelde- oder Bearbeitungsgebühren.

Nur die Teilnahme an den festlichen Preisverleihungen ist kostenpflichtig. Mehr als 200 Personen aus allen

Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sind gegenwärtig in 13 Jurys, fünf weiteren Gremien der Oskar-Patzelt-Stiftung

und bundesweit 37 regionalen Servicestellen aktiv engagiert. Die Stiftung wurde 2008 von Ministerpräsident Prof. Dr.

Wolfgang Böhmer im Auftrag des Bundespräsidenten Horst Köhler mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der

Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

32

Nominiert zur „Kommune des Jahres“:

Stadt Markranstädt ■ Stadt Falkenstein/Vogtland

■ Stadt Meerane

■ Stadt Reichenbach/Vogtland ■ Stadt

Plauen ■ Stadt Oelsnitz/Vogtland

■ Stadt Adorf/Vogtland ■ CWE -

Chemnitzer Wirtschaftsförderungsund

Entwicklungsgesellschaft mbH

■ Landkreis Erzgebirgskreis

■ Stadt Mittweida ■ Stadt Frankenberg/Sachsen

■ Stadt Luckenwalde

■ Stadt Langen/Niedersachsen

■ Stadt Gütersloh ■ Wirtschaftsförderung

und Regionalmanagement

Waldeck-Frankenberg GmbH

■ Ge meinde Hüttenberg ■ Landkreis

Northeim/Kreisverwaltung ■ Stadt

Wanfried/Stadtverwaltung ■ Landeshauptstadt

Magdeburg ■ Gemeinde

Barleben ■ Oberbergischer Kreis

■ Gemeinde Lindlar/Der Bürgermeister

■ Gemeindeverwaltung Morbach

■ Landkreis Bernkastel-Wittlich

■ Stadt Speyer/Wirtschaftsförderung

■ Gemeinde Beilstein ■ Gemeinde

Leingarten ■ Stadt Bietigheim-Bissingen/Dezernat

Finanzverwaltung

■ Gemeinde Ilsfeld ■ WFG Schwäbisch

Hall mbH ■ Stadt Landau in der

Pfalz ■ Stadt Nürnberg ■ Metropolregion

Nürnberg ■ Stadt Fürth ■ Große

Kreisstadt Neumarkt i. d. Opf. ■ Stadt

Regensburg ■ Gemeinde Niederwinkling

■ Stadt Hof ■ Stadt Kulmbach

■ Stadt Kemnath ■ Stadt Bamberg

■ Stadt Coburg/Wirtschaftsförderungsgesellschaft

der Stadt Coburg

mbH ■ Stadt Neustadt b. Coburg

■ Stadt Schweinfurt

Nominiert zur „Bank des Jahres“:

VR Bank Leipziger Land eG ■ Merkur

Bank KGaA ■ Sparkasse Vogtland

■ Kreissparkasse Mittweida ■ Mittelbrandenburgische

Sparkasse Potsdam/Firmenkunden

und Öffentliche

Hand ■ VR-Bank Fläming eG ■ Volksbank

Hildesheimer Börde eG

■ Sparkasse Fulda ■ Kreissparkasse

Northeim ■ GLS Gemeinschaftsbank

eG ■ Sparkasse Westmünsterland

■ TaunusSparkasse ■ VR Bank Main-

Kinzig eG ■ SIKB Saarländische

Inves titionskreditbank Aktiengesellschaft

■ Volksbank Neckartal eG

■ Merkur Bank ■ Volksbank Ludwigsburg

■ Kreissparkasse Ludwigsburg

■ Enztalbank

■ Volksbank Beilstein ■ Volksbank

Reutlingen eG - VR Immobilien Center

■ Hörner Bank Aktiengesellschaft

■ Kreissparkasse Heilbronn

■ Raiffeisenbank Gilching eG

■ Kreissparkasse München Starnberg

■ Baader Bank AG ■ Raiffeisenbank

Pfaffenhausen eG ■ TeamBank AG

■ Sparkasse Forchheim ■ VR Bank

Starnberg Herrsching Landsberg eG

■ Raiffeisenlandesbank Ober österreich

Aktiengesellschaft/Zweigniederlassung

Süddeutschland ■ Kulmbacher

Bank eG Raiffeisen-Volksbank

■ Sparkasse Bamberg ■ Sparkasse

Coburg-Lichtenfels ■ Fürstlich

Castell‘sche Bank Credit-Casse KGaA


Oskar-Patzelt-Stiftung

Auszeichnungsgalas

■ 11. September 2010 - Maritim Hotel Magdeburg (Preisverleihung für Berlin/Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern,

Sachsen-Anhalt und Sachsen)

■ 18. September 2010 - Maritim Hotel Würzburg (Preisverleihung für Baden-Württemberg, Bayern, Hessen

und Thüringen)

■ 09. Oktober 2010 - Maritim Hotel Düsseldorf (Preisverleihung für Niedersachsen/Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg,

Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz/Saarland)

■ 30. Oktober 2010 - Maritim Hotel Berlin (Bundesball mit Verleihung der Sonderpreise und der Ehrenplaketten)

Übersicht der nominierten Unternehmen von 2007 bis 2010

Wettbewerbsregion 2007 2008 2009 2010

Baden-Württemberg 331 334 332 306

Bayern 359 386 654 923

Berlin/Brandenburg 343 369 402 352

Hessen 167 203 206 231

Mecklenburg-Vorpommern 114 110 101 91

Niedersachsen/Bremen 170 160 162 186

Nordrhein-Westfalen 307 314 298 380

Rheinland-Pfalz/Saarland 350 354 329 323

Sachsen 369 418 350 290

Sachsen-Anhalt 243 255 246 221

Schleswig-Holstein/Hamburg

63 87 90 93

Thüringen 195 194 196 183

Gesamt: 3011 3184 3366 3580

Seit der Erstverleihung 1995 hat sich

der „Große Preis des Mittelstandes“

zum wichtigsten deutschen Mittelstandswettbewerb

entwickelt. Alle

nominierten Unternehmen sind auf

www.mittelstandspreis.com und im

Expertenportal www.kompetenznetz-mittelstand.de

veröffentlicht. ■

Pressekontakt

Bernd Schenke

Pressebeauftragter der Oskar-Patzelt-

Stiftung

Mollstr. 35 | 10405 Berlin

Tel. 030 44038255

beschenke@aol.com

33

Erlebniswelt Pflanzen-Kölle

Pfl anzen-Kölle ist ein traditionsreiches Familienunternehmen

seit 1818, das mittlerweile in der 6. Generation

von Angelika Kölle geleitet wird. Kundenorientierung und

Mitarbeiterbegeisterung sind die Grundlagen für unsere

Unternehmenskultur. Im Jahr 2008 zählte das Unternehmen

1.400 Mitarbeiter, darunter 6 % Auszubildende. Mitarbeiter

werden in den eigenen Gartencentern fachlich ausgebildet,

um den Anforderungen an Service und Beratung

gewachsen zu sein. Kompetente und freundliche Beratung

der Kunden ist oberstes Gebot der Pfl anzen-Kölle Firmenphilosophie.

„Wir sind Gärtner aus Leidenschaft!“

Unsere Mitarbeiter sind das Herzstück des Familienunternehmens.

Eine nachhaltige Personalpolitik durch

Sicherung und Schaffung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen

ermöglicht ein weiteres Fortbestehen und

gesundes Weiterwachsen für die Generationen.

Wir stehen für höchste Pflanzenqualität und permanente

Innovation, die wir in unsere emotionalen Warenpräsentationen

einbinden. Mit diesen Stärken und unserer

Nachhaltigkeit erleben Sie bei uns das einmalig „grüne“

Einkaufserlebnis!

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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www.pflanzen-koelle.de


Oskar-Patzelt-Stiftung

Einsatz für den

unternehmerischen Mittelstand

34

Die Servicestellen der Oskar-Patzelt-Stiftung sind eine wesentliche

Stütze des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“

Seit 16 Jahren schreibt die Oskar-

Patzelt-Stiftung den Wettbewerb

„Großer Preis des Mittelstandes“ aus.

Die Nominierungen zu diesem Wettbewerb

für mittelständische Unternehmen,

die nur über Dritte erfolgen

können, sind von Beginn an jedes Jahr

stetig gewachsen und haben 2010

den Stand von 3 580 Nominierungen

erreicht.

Das sind 3 580 Unternehmen, die

betreut und bei ihrer Teilnahme am

Wettbewerb unterstützt werden

müssen. Konnte in den ersten Jahren

des Wettbewerbs bei einigen

hundert Nominierten die Betreuung

vom Stammhaus in Leipzig aus

geregelt werden, war das spätestens

seit 2002, als sich der Wettbewerb

bundesweit ausgedehnt hatte, nicht

mehr möglich. So mussten andere

Organisationsstrukturen geschaffen

werden. Die Stiftung fand geeignete

Unternehmen und Institutionen, die

bereit waren, zur Förderung des Mittelstandes

unterstützend den Wettbewerb

zu begleiten. Es entstanden

die Servicestellen der Oskar-Patzelt-

Stiftung, deren Anzahl inzwischen

auf bundesweit 37 angewachsen ist.

Helfer für das Netzwerk…

(Foto: © Stephanie Hofschlaeger/PIXELIO)

In ehrenamtlicher Weise helfen sie

den nominierten Unternehmen, den

Einstieg in das Netzwerk der Wettbewerbsteilnehmer

zu finden. Insbesondere

nach der Nominierung (bis

spätestens 31. Januar) müssen nun

die Wettbewerbsdokumentationen

bis zum 15. April für den Wettbewerb

2010 eingereicht werden. In Workshops,

die im März und April von

den Servicestellen organisiert und

vielfach auch von den Botschaf tern

der Oskar-Patzelt-Stiftung unterstützt

werden, erhalten die Nominierten

der Regionen wichtige Informationen

zum Wettbewerb und Gelegenheit zu

Konsultationen. „Die Idee, Chancenthemen

für den Mittelstand anzubieten

und sie als Plattform für praktizierte

Netzwerke zu nutzen, hat sich

bewährt“, konstatiert Matthias Freiling,

Botschafter des Wettbewerbs.

Auch die Übergabe der Urkunden für

die Teilnehmer am Wettbewerb wird

zum großen Teil von den Servicestellen

organisiert.

…in allen Phasen

Das sind nur einige Meilensteine in

der Tätigkeit der Servicestellen. Sie

sind vor allem Ansprechpartner in

allen Phasen des Wettbewerbs, sprechen

auch selbst Nominierungen aus

und sind natürlich gern firmenbegleitend

dabei, wenn im September und

Oktober die Gala-Abende zur Preisverleihung

in Magdeburg, Würzburg,

Düsseldorf und Berlin stattfinden.

Kontakte für Kontakte

Die Servicestellen der Oskar-Patzelt-

Stiftung sind eine wesentliche Stütze

des Wettbewerbs und begleiten

die nominierten Unternehmen für

die gesamte Zeit des Wettbewerbs,

um ihn zu befördern, die Stärke des

unternehmerischen Mittelstandes ins

rechte Licht zu rücken, das Unternehmertum

nach außen zu popularisieren

und selbst Kontakte für Kontakte

zu knüpfen.

Das tun sie vor allem durch die

Zusammenarbeit mit Nominierenden,

Wirtschaftsförderern und Politikern,

damit auch auf dieser Ebene die Stärke

des Mittelstandes in jeder Region

sichtbar gemacht werden kann. Wenn

Sie mehr über die Servicestellen der

Oskar-Patzelt-Stiftung wissen wollen

oder in Ihrer Region einen Ansprechpartner

suchen, besuchen Sie doch

einmal unsere Homepage:

www.mittelstandspreis.com/

Stiftung/Servicestellen. ■

P.T. MAGAZIN 2/2010


.

Hauptsponsor

Kartenbestellung für Gala und Ball

Großer Preis des Mittelstandes 2010

16. Oskar-Patzelt-Stiftungstage

über Fax: 0341 24061-66, Online-Shop – www.pt-magazin.de/shop/ballkarten/ –

oder Bestellcoupon einsenden an:

Oskar-Patzelt-Stiftung | Bundesgeschäftsstelle | Melscher Str. 1 | 04299 Leipzig

Bitte senden Sie mir für folgende Veranstaltungen Karten zu:

■ 11. September 2010, MARITIM Hotel Magdeburg

Preisverleihung für Unternehmen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen,

Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

Euro 140,– zzgl. MwSt. pro Karte

*Zimmerreservierung unter: Tel. o391 5949-886

Anzahl:

■ 18. September 2010, MARITIM Hotel Würzburg

Preisverleihung für Unternehmen aus Bayern,

Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen

Euro 140,– zzgl. MwSt. pro Karte

*Zimmerreservierung unter: Tel. 0931 3053-819

Anzahl:

■ 09. Oktober 2010, MARITIM Hotel Düsseldorf

Preisverleihung für Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen/

Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg und Rheinland-Pfalz/Saarland

Euro 140,– zzgl. MwSt. pro Karte

*Zimmerreservierung unter: Tel. 0211 5209-0

Anzahl:

■ 30. Oktober 2010, MARITIM Hotel Berlin

(nicht im MARITIM proArte Hotel Berlin)

Bundesball – Verleihung der Sonderpreise und Ehrenplaketten

Euro 150,– zzgl. MwSt. pro Karte

*Zimmerreservierung unter: Tel. 030 2033-4410

Anzahl:

Name, Vorname

Firma

Anschrift

Telefon-Nr.

Die von mir bestellte(n) Karte(n) bezahle ich per Überweisung an:

Raiffeisen Landesbank Oberösterreich ZNdl Süddeutschland

BLZ 740 20 100 • Konto-Nr. 830 4313

(Kennwort: Großer Preis des Mittelstandes)

Die Karten werden ab 1. Juli und nach Zahlungseingang versandt. Die Anzahl der Plätze ist beschränkt. Bei Stornierung ab vier

Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung berechnen wir eine Stornogebühr von 100%. Bei sonstigen Stornierungen berechnen wir

eine Bearbeitungsgebühr von 20%. Generell bitten wir um Kartenrücksendung bei Stornierungen. Rechnungslegung erfolgt durch

die OPS Netzwerk GmbH im Auftrag der Oskar-Patzelt-Stiftung.

* Die Reservierung von Hotelzimmern erfolgt nur direkt bei den Hotels

bis spätestens vier Wochen vor Veranstaltung.

(Kennwort: Großer Preis des Mittelstandes)

Datum

Unterschrift


Oskar-Patzelt-Stiftung

36

Fahrplan zum „Großen Preis des Mittelstandes“

■ November:

Nominierungsaufforderung

durch die

Oskar-Patzelt-Stiftung

■ bis 31. Januar:

Einreichung der Vorschläge

im Onlineportal,

www.kompetenznetzmittelstand.de

■ bis Ende Februar:

Benachrichtigung der

nominierten Unternehmen

durch die

Oskar-Patzelt-Stiftung

■ bis Ende März:

auszugsweise Veröffentlichung

nominierter

Unternehmen; regionale

Workshops

■ bis 15. April:

Übermittlung wettbewerbsrelevanter

Daten

durch die nominierten Unternehmen

an die Oskar-

Patzelt-Stiftung via

www.kompetenznetzmittelstand.de

■ bis Mitte Mai:

Vorauswertung der Daten

durch die Oskar-Patzelt-

Stiftung hinsichtlich

Erfüllung der Wettbewerbskriterien

■ bis Ende Juni:

Bei Erfüllung der Kriterien

erhalten die nominierten

Unternehmen eine Urkunde

über die Erreichung der

2. Stufe (Juryliste)

■ bis Ende Juli:

Auswahl der Preisträger

und Finalisten durch

12 Landes- und eine

Abschlussjury

■ Die Entscheidungen der

Jurys bleiben bis zu den

Auszeichnungsveranstaltungen

geheim – kein

Unternehmen wird vor der

Preisverleihung informiert

■ September/Oktober:

Ehrung der Preisträger

und Finalisten durch die

Oskar-Patzelt-Stiftung

auf mehreren regionalen

Auszeichnungsveranstaltungen

■ Verleihung der bundesweiten

Sonderpreise und

Ehrenplaketten der Oskar-

Patzelt-Stiftung auf dem

Bundesball in Berlin

■ An den Auszeichnungsveranstaltungen

können alle

Unternehmen teilnehmen

■ Preisträger und Finalisten

werden im P.T. Magazin

und im Internet veröffentlicht

Phase 1 Phase 2 Phase 3 Phase 4

Jedes Jahr im November

fordert die Oskar-Patzelt-

Stiftung zahlreiche Kommunen,

Kammern, Verbände und

Institutionen auf, erfolgreiche

Unterneh men für den „Großen

Preis des Mittelstandes“

zu nominieren.

Das dürfen aber auch Privatpersonen

und Unternehmen,

lediglich Selbstnominierungen

sind ausgeschlossen.

Stichtag ist der 31. Januar.

Im Februar werden die nominierten

Unternehmen von

der Oskar-Patzelt-Stiftung

schriftlich benachrichtigt

und zur Einreichung

wettbewerbsre levanter

Unterlagen aufgefordert.

Nominierte Unternehmen

werden auszugsweise veröffentlicht.

Im Internetportal

www.kompetenznetzmittelstand.de

kann jedes

nominierte Unternehmen

detaillierte, wettbewerbsrelevante

Informationen

bereitstellen, die für eine

Jury-Entscheidung gebraucht

werden. Stichtag ist der

15. April.

Zusätzliches Material (Dokumente,

Videos etc.) kann

bis Ende April eingereicht

werden. Danach erfolgt eine

Vorauswertung der Daten

hinsichtlich der 5 Preiskriterien.

Sind diese erfüllt,

verbleibt das Unternehmen

im Wettbewerb und erhält

eine Urkunde.

Alle übrigen Unternehmen

werden nicht gesondert

informiert.

Aus den Teilnehmern der im

Wettbewerb verbliebenen

Unternehmen wählen die

regional aufgestellten Jurys

die Preisträger und Finalisten

aus. 12 Landes- und eine

Abschlussjury entscheiden

dabei auf der Grundlage

der eingesandten Unterlagen.

Entscheidend sind die

grundsätzliche Erfüllung und

das qualitative Niveau der 5

Bewertungskriterien.

Die Regionaljurys entscheiden

über die Kandidaten

ihrer Wett bewerbsregion,

die Abschlussjury über die

Vergabe der Sonderpreise

und Ehrenplaketten. Die

Jury-Sitzungen finden i. d. R.

zwischen Ende Mai und

Ende Juli statt. Die Jury-Entscheidungen

bleiben bis zur

Preisverleihung geheim.

Die Preisverleihungen finden

im September und Oktober

auf mehreren regionalen

und einer bundesweiten

Auszeichnungsveranstaltung

statt. Erst dann erfahren die

Gewinner von ihrer Ehrung.

Pro Region werden i.d.R.

3 Preisträger und 5 Finalis ten

ausgezeichnet.

An die jeweiligen Gala-

Abende schließen sich ein

Büfett und ein Ball mit

abwechslungsreicher Unterhaltung

an. Preisträger

und Finalisten werden im

P.T. Magazin und im Internet

veröffentlicht.

Teilnehmen kann jeder, also

auch, wer nicht zum Wettbewerb

nominiert wurde.

(Fotos: eventDiary, Archiv)

P.T. MAGAZIN 2/2010


…und jetzt erst recht!

Oskar-Patzelt-Stiftung

(Foto: Archiv)

Wir haben es geschafft, ein ge fühltes

halbes Jahr Winter liegt hinter uns.

Und was für eines. Romanautoren

benutzen bekanntlich das Wetter als

Stilmittel, um Stimmungen anzudeuten.

In diesem Fall war der harte

Winter die Untermalung für eine

harte Zeit. Er war bissig, lang und

mitunter gefährlich. Doch die Menschen

haben solche Widerstände

immer gemeistert. Auch heute noch

geht es ums Überleben, und dieselben

Mechanismen greifen:

Gerade, wenn es am schwersten

wird, werden die Menschen zäh und

kämpferisch. Jetzt erst recht! Diese

kämpferische Haltung hat Shakespeare

am unzweifelhaftesten ausgedrückt.

Da kämpft ein Mensch um

Sein oder Nichtsein:

„Das ist hier die Frage:

Ob’s edler im Gemüt, die Pfeil

und Schleudern des wütenden

Geschicks erdulden oder,

sich waffnend gegen eine See

von Plagen, durch Widerstand

sie enden?“

Und da ruft unser kämpferischer

Menschenverstand gegen diesen

armen, tragischen Helden Hamlet:

„Jetzt erst recht!“

Es soll und kann der feste Wille

helfen, solch eine Entscheidung für

die Zukunft und das Leben immer

zu wiederholen, und nichts anderes

führt zum Ziel. Dieser Wille zu wählen,

es gegen Unbill und Schwierigkeiten

aufzunehmen, das ist die

Grundlage nicht nur zum Überleben,

sondern ein realer Gewinn an Unabhängigkeit.

Sie allein entscheiden,

wohin Sie wollen, welches Ziel Sie

sich setzen und wen Sie dorthin mitnehmen.

Unser Motto „…und jetzt erst recht!“

soll Sie ein wenig dabei unterstützen,

Ihre Ziele fest im Blick zu

haben, die See von Plagen gestärkt

zu überstehen und Widerstände zu

bezwingen.

Ich wünsche Ihnen dabei immer

den kämpferischen Mut zur Unabhängigkeit!

Ihre Petra Tröger

37


Gesellschaft

Kant und der Klimaschutz

Warum wir das „Ding an sich“ nicht schützen können

38

Mit seinem kritischen Ansatz zählt

Immanuel Kant zu den wichtigsten

Denkern der deutschen Aufklärung

Seit die Physikerin Dr. Angela Merkel

als Bundeskanzlerin auf dem

G8-Gipfel der politisch mächtigsten

Staatsmänner der Welt 2007 in Heiligendamm

zur „Retterin von Kyoto“

erklärt, gar zur „Klimagöttin“ erhoben

wurde, wird sie nicht müde, die

Rettung der Erde vor der globalen

Klimakatastrophe zu verheißen. Der

bloße Klimaschutz ist ihr längst zu

wenig, auch der Stopp des Klimawandels

kann ihren Ehrgeiz nicht mehr

befriedigen. Die Bundeskanzlerin will

mehr. Sie will nichts Geringeres als

die „globale Klimagerechtigkeit“.

Klimagöttin im Weltrettungswahn

Diese Vision von totaler Klimagerechtigkeit

gebar sie nach ihrem

Besuch bei dem Klima-Übervater Al

Gore. Dieser war mit dem Friedensnobelpreis

ausgezeichnet worden

mit dem Auftrag, die Klimagötter zu

besänftigen und deren Klimakrieg

gegen die Menschheit zu verhindern.

Um ihrerseits den Friedensprozess

zu beschleunigen, ist Angela Merkel

Über den Autor

(Foto: Wikimedia Commons/Public Domain)

konkret geworden. Auf dem Katholikentag

2008 in Osnabrück forderte

sie in Anwesenheit der hohen Geistlichkeit,

dass die CO2-Emissionen

nicht nur drastisch reduziert, sondern

strikt kontingentiert werden müssen

auf einheitlich zwei Tonnen CO2 pro

Kopf und Jahr. Diese Vision solle bis

spätestens 2050 realisiert sein.

Vor der Kirchengemeinde ließ die

„Klimagöttin“ ihrem Gerechtigkeitsgefühl

freien Lauf und protestierte,

dass es nicht länger angehe und

auch sozial ungerecht wäre, dass ein

Kalifornier sich anmaße, pro Jahr

20 Tonnen CO2 in die Luft zu blasen,

wohingegen ein Afrikaner nur 0,2

Tonnen emittiere. Dies sei eine zum

Himmel schreiende, nicht länger hinnehmbare

Ungerechtigkeit.

Mit dem Faktor 10 ließe sich das Problem

nach dem Gleichheitsgrundsatz

einfach und gerecht lösen: 20 durch

10 ergebe 2, und 0,2 mal 10 ergebe

auch 2! Dieses Kompromissangebot

für globale Klimagerechtigkeit wurde

mit frenetischem Beifall beklatscht.

Doch ist es nicht schon zu spät für

diese planetare Rettungsaktion?

Sybillinische Antworten der

„Experten“

Nach Schätzungen des ebenfalls mit

dem Friedensnobelpreis gekrönten

UN-Klimaexpertengremiums IPCC

droht das Globalklima schon im

Jahr 2020 zu kollabieren. Ob dann

noch der Wiederbelebungsversuch

der Kanzlerin helfen könne? Doch

dieser Kleinmut entmutigt nicht die

Kanzlerin, ist ihr doch ein politisches

Kunststück ohnegleichen gelungen:

■ Wolfgang Thüne (geb. 1943) blickt auf eine 35-jährige meteorologische Berufserfahrung

zurück. Wie kaum ein anderer kennt er die Heimtücken des Wetters.

■ 1962-1967 Studium der Meteorologie, Geophysik, Mathematik, Physik und Geographie in

Köln und Berlin; Abschluss: Diplom-Meteorologe

■ 1967-1974 Wetteramt Frankfurt; Staatsexamen zum Wetterdienstassessor; tätig in der

Analysen- und Vorhersagezentrale des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach/Main.

■ 1971-1986 Moderation der Wetterberichte beim ZDF

■ 1981-1986 Zweitstudium in Würzburg: Soziologie, Politische Wissenschaften und

Geographie; Promotion zum Dr. phil.

■ 1986-1990 Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung in Rio de Janeiro

■ Seit 1990 Referent für naturwissenschaftlich-technische Grundsatzfragen der

Umweltpolitik; Autor von „Der Treibhaus-Schwindel“ und „Freispruch – für CO2!“

(Quelle: Edition Steinherz/eigene Recherchen)

Bei seinem Abschiedsbesuch konnte

sie den weltweit größten Klimamuffel,

den scheidenden US-Präsidenten

George W. Bush, für ihre epochale

Idee zumindest partiell erwärmen.

Seit im Jahre 1986 die Warnung vor

der Klimakatastrophe ausgerufen

wurde, ist der Klimaschutz in aller

Munde. Mit zwei milliardenschweren

Klimapaketen zulasten der Bürger

will die Bundesregierung die Klimagefahren

abwenden und weltweit

beispielhaft sein. Doch fragt man die

„Klimaexperten“, wie die Klimagefahren

konkret aussehen, dann hört

man eine sybillinische Auskunft:

Es wird sowohl heißer und kälter,

trockener und nasser, es gebe mehr

Orkane und Hurrikane – und keinen

Schnee mehr in den Alpen. Doch

Wetterkapriolen hat es schon immer

gegeben und wird es zukünftig auch

geben. Wenn sich die Klimakatastrophe

in einer Zunahme von Wetterkatastrophen

auswirkt, warum

dann der teure Umweg Klimaschutz?

Schützen wir doch gleich das Wetter!

Die Stoffe unserer Erkenntnis

Das stellt uns vor die Fragen: Was

ist Wetter, was ist Klima und was

unterscheidet beide? Dies ist eine

erkenntnistheoretische Frage, die am

besten Immanuel Kant, der Vater

des Kritizismus, beantworten kann.

Der Königsberger Kant hatte sich in

jungen Jahren mit den Problemen

der Physik befasst. 1755 erwarb er

den Doktorgrad mit der Abhandlung

„Über das Feuer“.

Im gleichen Jahr erschien „Die allgemeine

Naturgeschichte und Theorie

des Himmels“. Ab 1760 widmete

sich Kant zunehmend Fragen der

Erkenntnis. Er setzte sich mit den

Lehren des Rationalismus und Empirismus

auseinander und begründete

1781 mit der „Kritik der reinen

Vernunft“ eine neue philosophische

Richtung: den Kritizismus.

Erkennen heißt nach Kant, eine Vorstellung

mit ihrem Gegenstande zur

Übereinstimmung bringen. Anders

ausgedrückt: Durch unsere Sinnlich-

P.T. MAGAZIN 2/2010


Gesellschaft

keit wird uns der Rohstoff der Erkenntnis

in Form von Anschauungen

gegeben. Unsere Sinnlichkeit wie unsere

Anschauung sind gebunden an

den Raum und die Zeit. Die sinnlich

erfahrbaren Dinge in Raum und Zeit

sind die Stoffe unserer Erkenntnis.

Klima ist kein Naturvorgang

Alles Leben spielt sich im Raum wie

in der Zeit ab. Auch das Wetter spielt

sich in Raum und Zeit ab und ist daher

erfahrbar. Es begleitet uns von

der Wiege bis zur Bahre. Eines hat

der Mensch in seinem Werdegang

gelernt: sich überall dem Wetter anzupassen

und die ganze Erde zu besiedeln.

Alle theoretisch erdachten

Abstraktionen dagegen spielen sich

außerhalb von Raum und Zeit ab

und entziehen sich unserer Erkenntnis.

Sie sind nicht erfahrbar.

Solch eine mathematische Abstraktion

ist das „Klima“, das statistisch

von Wetterbeobachtungen abgeleitet

wird. Das Klima ist im Gegensatz

zum Wetter kein Naturvorgang, es

hat keine eigene Realität und daher

können von ihm niemals Gefahren

ausgehen. Folglich kann sich der

Mensch unmöglich am Klima versündigen,

kann er zum bösen „Klimakiller“

werden. Friedrich Engels,

Freund und Förderer von Karl Marx,

hat diesen Sachverhalt sehr klar im

Jahr 1878 in seiner „Dialektik der

Natur“ an folgendem Beispiel veranschaulicht.

Engels stellte fest, dass

der Mensch die Angewohnheit und

Eigenschaft habe, sich von sinnlichen

Dingen Abstraktionen zu machen,

um dann diesen Abstraktionen wieder

sinnliche Gestalt zu geben.

Der Mensch fasst Äpfel, Birnen,

Kirschen, Pflaumen etc. zu der Abstraktion

„Obst“ zusammen. Nach

ärztlichem Rat solle er seiner Gesundheit

zuliebe viel Obst essen,

doch gerade dies sei unmöglich.

Obst ist kein sinnliches Ding wie ein

Apfel. Es ist ein „Ding an sich“, ein

Sammelbegriff, und kann folglich

auch nicht gegessen werden. Und

dennoch glauben wir felsenfest,

täglich Obst zu essen und gesund zu

leben.

Weil sich „Klima an sich“ unserer Erkenntnis entzieht, ist die Klimaschutzpolitik

ein ideales ideologisches Schlachtfeld, auf dem „viel Lärm um Nichts“ gemacht

wird und sich alle als Retter der Menschheit feiern und fühlen können.

Aussichtsloser Kampf gegen

Windmühlen

Engels wusste wie Kant, deutlich zu

unterscheiden zwischen dem „Ding“

und dem „Ding an sich“. Danach ist

das Wetter das wirkliche und stets

veränderliche „Ding“ und das Klima

das abstrakte „Ding an sich“. Das

Klima ist ein Sammelbegriff für alles

Wetter, es ist ein theoretisch erdachtes

und berechnetes Konstrukt, eine

Fiktion. Als solche entzieht es sich

unserer direkten Erkenntnis. Das

Klima beschreibt ein nicht existentes

Durchschnittswetter.

Es ist ebenso unwirklich wie der

Durchschnittsmensch. Alle Klimaschutzbemühungen

scheitern

grundsätzlich daran, dass man eine

Abstraktion weder in guter noch

in böser Absicht beeinflussen oder

verändern kann. Nach allen Regeln

der Logik ist daher das ehrgeizige

Vorhaben der Kanzlerin, globale „Klimagerechtigkeit“

zu schaffen, eine

wirklichkeitsferne und nie realisierbare

Utopie. Solange das Wetter auf

Erden macht, was es will und uns

nicht untertan ist, solange sind alle

Klimaschutzbemühungen nur Schall

und Rauch, nichts als leere politische

Versprechen, ein aussichtsloser

Kampf gegen Windmühlen.

Globaltemperatur ist abstrakte

Fiktion

Kurz gesagt: Alle unsere Erfahrung

setzt sich nur aus tatsächlichen Erscheinungen

zusammen. Eine Erfahrung

ist praktisch nur möglich, wenn

ihr eine wahrnehmbare Realität

entspricht. Wenn keine Realität wie

bei der Rechengröße Klima wahrgenommen

wird, dann haben wir

eben keine Erscheinung. Eine wahrnehmbare

Realität in seinen vielfältigsten

und täglich wechselnden

Erscheinungsformen ist das Wetter.

Die Lufttemperatur wie der Wind

Alle Klimaschutzbemühungen scheitern grundsätzlich daran,

dass man eine Abstraktion nicht beeinflussen kann. Nach allen

Regeln der Logik ist daher das Vorhaben der Kanzlerin, globale

„Klimagerechtigkeit“ zu schaffen, eine nie realisierbare Utopie.

(Foto: © Rainer Sturm/PIXELIO)

sind wahrnehmbare Erscheinungen.

Nicht wahrnehmbar sind errechnete

Größen wie die Jahresmitteltemperatur

oder die mittlere Windgeschwindigkeit!

Erst recht nicht wahrnehmbar

sind globale Mittelwerte.

Die Globaltemperatur von 15 Grad ist

eine abstrakte Fiktion, von keinerlei

Nutzen, weder für einen Eskimo

noch für einen Pygmäen. Klimawerte

sind nicht wahrnehmbar, folglich

keine dingliche Erscheinung in der

Natur. Durch reines, anschauungsloses,

abstraktes Denken kann keinerlei

Erkenntnis erzielt werden. Bloße

Gedankendinge sind nach Kant

niemals Gegenstand der Erkenntnis.

39

P.T. MAGAZIN 2/2010


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Vertrauen durch Kompetenz

Wetterkapriolen gab es schon immer und wird es auch in Zukunft geben.

Wir erkennen nur Erscheinungen,

sinnliche Dinge. Über „Dinge an sich“

können wir nichts aussagen.

Platz für Glauben

Kant hat dem Wissen und den

Wissenschaften klare Grenzen

gesetzt, um für den Glauben Platz

zu schaffen. Metaphysik als Wissenschaft

vom Übersinnlichen ist

unmöglich. Dies gilt ebenso für die

Klimaphysik! Weil sich „Klima an

sich“ unserer Erkenntnis entzieht,

ist die Klimaschutzpolitik ein ideales

ideologisches Schlachtfeld, auf dem

„viel Lärm um Nichts“ gemacht wird

und sich alle als Sieger und Retter

der Menschheit feiern und fühlen

können. Doch was wir auch anstellen

mögen, das Wetter kümmert

sich nicht darum und macht wie

seit Urzeiten das, was es will. Die

sicherste, aber nichts aussagende

Wettervorhersage lautet: Alles, was in

der Vergangenheit möglich war, wird

auch in Zukunft möglich sein. Dafür

braucht man keine Klima-Astrologen.

Florierendes Geschäft mit dem

Weltuntergang

Das alles weiß natürlich auch Klima-

Übervater Al Gore, der kurz vor dem

15. UN-Klimagipfel in Kopenhagen

sein neuestes Buch präsentierte. Es

trägt den ebenso Mut machenden

wie verheißungsvollen Titel „Wir

haben die Wahl“. Darin verkündet

er mit stolzer Brust: „Wir besitzen

alle Werkzeuge, um die Klimakrise

zu lösen“. Schade nur, dass er sich

über die Werkzeuge ausschweigt, die

wir angeblich besitzen. Solche Sätze

P.T. MAGAZIN 2/2010

machen uns nicht schlauer, erhöhen

aber die Abhängigkeit zu dem Allwissenden.

Eines aber verrät er uns:

„Die Klimakrise hat sich aber als

eine abstrakte Bedrohung verkleidet.

Die Zeit zwischen ihrem Entstehen

und ihrer vollen Sichtbarkeit ist sehr

lang.“

Al Gore hat Immanuel Kant gelesen!

Er weiß, dass das Klima ein

abstraktes Gespenst ist, doch als

solches braucht es sich nicht zu

verkleiden und stellt auch keine

Bedrohung dar. Ein nackter Pygmäe

wäre wirklich in seiner Existenz

bedroht, würde in seinem Urwald

eine Jahresmitteltemperatur von nur

15 Grad herrschen. Und clever ist Al

Gore auch: Damit sein florierendes

Geschäft mit Weltuntergangs- und

Klimaängsten auch keinen Schaden

nimmt, baut er bis zum Sichtbarwerden

des Klima-Gespenstes eine nicht

definierte, aber „sehr lange“ Zeit ein,

die Jahre, aber auch Jahrtausende

betragen kann. Die Zeit liegt mit Sicherheit

jenseits seiner maximalen

Lebenserwartung.

Das Theater von Kopenhagen

Selbst das Wenige, was auf dem

Kopenhagener Klimagipfel beschlossen

wurde, hat einen politischen

Placebo-Effekt. Es hilft zwar nicht,

wirkt aber irgendwie bei denen, die

daran glauben. Wenn Kopenhagen

nicht zur Ressourcenverschwendung

beigetragen und exorbitant viel Geld

gekostet hätte, dann hätte man diesem

Theaterstück belustigt zusehen

können. Der winzige Mensch probt

den Aufstand gegen die Wettergöt-


Gesellschaft

(Foto: © knipseline/PIXELIO)

ter und will diese über das Klima in

die Schranken weisen. Das ist ein

Stoff, aus dem Satiren geschmiedet

werden. Doch das ganze Spektakel

hat einen ernsten Hintergrund: Es

kostet Summen, ja Unsummen, die

letzten Endes nichts, aber auch rein

gar nichts am Wetter und seiner gewohnten

Veränderlichkeit wie Unbeständigkeit

ändern werden. Alle, die

heute noch dieses Spiel mitspielen

und sich auf der Gewinnerseite wähnen,

werden wie beim Platzen der

Immobilienkrise und dem Sichtbarwerden

der Finanzkrise eines Tages

erkennen, dass sie nach Abbrennen

eines kurzen Strohfeuers alles verloren

haben werden.

CO2-frei heißt tot

Ein industriefreies, dekarbonisiertes,

ja „CO2-freies Deutschland“, wie es

dem neuen von der Bundeskanzlerin

ernannten Präsidenten des Umweltbundesamtes

Jochen Flasbarth

bis 2050 vorschwebt, wird ein totes

Deutschland sein: ohne Mensch,

ohne Tier, ohne Pflanze. Die Pflanzen

werden als erste sterben müssen,

denn sie sind zum Wachsen auf die

Existenz von Kohlendioxid in der Luft

angewiesen.

Es ist ihr unverzichtbares Nahrungsmittel,

soll die Photosynthese funktionieren.

Bekanntlich sind die

grünen Pflanzen die Primärproduzenten,

von denen alles andere Leben

abhängt. Sie liefern die Nahrung

und mit ihr den Sauerstoff, um mit

ihm im Körper die Nahrung zu verbrennen

und die darin gespeicherte

Sonnenenergie als Lebensenergie

zu nutzen. Bei der reinen Nahrungsverbrennung

wird pro Kopf und Tag

etwa ein Kilogramm CO2 in die Luft

emittiert. Das wird aber Schritt für

Schritt untersagt werden, denn dem

Ziel „CO2-freies Deutschland“ ist nie

widersprochen worden, muss also

als Richtlinie der CDU/CSU-FDP-

Bundesregierung angesehen werden.

Wird diese Politik Wirklichkeit, dann

ist zwar die Welt um ein tüchtiges

Volk ärmer, aber nach diesem Klima-

Opfer kann sie wieder zur Tagesordnung

zurückkehren.

Wage zu denken!

Auch die Strahlströme werden wie

gewohnt über Deutschland hinweg

ziehen und mit ihr abwechselnd

Tief- und Hochdruckgebiete, die mal

stärker, mal schwächer; mal schneller,

mal langsamer sind oder auch

längere Zeit hier verweilen. Sonne,

Wolken, Regen, Hitze, Dürre, Kälte,

Schnee, Wolkenbrüche: Alles wird es

weiterhin geben, nur uns nicht!

Wir stehen vor dem Scheideweg:

Wollen wir weiterhin sinnlos das

Klima schützen, oder aber sinnvoll

an die Bewältigung der Herausforderungen

gehen, die das Leben stellt

und die alle Generationen vor uns

gemeistert haben. Was uns daran

hindert, sind die vielen Ideologien,

die uns am klaren Denken hindern

und den Verstand lähmen. Auch

da kann Kant helfen: Sapere aude!

Wage, deinen eigenen Verstand zu

benutzen, um dich aus der selbstverschuldeten

Unmündigkeit zu

befreien. ■

Dr. Wolfgang Thüne

P.T. MAGAZIN 2/2010


Gesellschaft

Ohne Sinn und Verstand

42 Warum durch die Verbannung der Glühlampe nichts eingespart werden kann

(Foto: www.optischetechnologien.de)

Jetzt rechnen sie wieder, Politiker,

Umweltschützer und all diejenigen,

die glauben, sie würden etwas

vom Energiesparen, Umweltschutz

und CO2-Ausstoß verstehen. Insbesondere

multiplizieren sie gerne.

Verbannte Glühbirnen, Ausschalten

des Stand-by-Modus, Erneuerung

des Kühlschranks, Abschalten der

Warmwasser-Zirkulation usw. sind

das erstrebenswerte Ziel. Und wenn

man dem allen brav Glauben schenkt

und den an Diktatur grenzenden

Aufforderungen der CO2-Gläubigen

folgt, dann spart man im Haushalt

`zig hundert Euro, in einer Stadt Millionen

und im Bundesgebiet Milliarden

an der Stromrechnung.

Kosten entstehen woanders

Soweit richtig. Aber eben nur

so weit. Wer die Edison-Birne

abschafft und diese neben seinem

Kühlschrank und Fernsehgerät im

Stand-by-Modus nicht gerade im

Freien aufgestellt hat, sondern in

seiner nach heutigem Standard

gedämmten Wohnung betreibt, der

erzeugt sich mit dieser Art des Energie-Bewusstseins

nur eines: eine

höhere Heizkostenrechnung.

Klammheimlich, wenn der Normalbürger

all die gut gemeinten Ratschläge

befolgt, merkt der moderne

Heizungsregler nämlich genau, wie

viel ehemals zugeführte Raumenergie

aus entfernten Glühlampen,

Kühlschränken und nicht mehr im

Stand-by-Modus betriebenen Fernsehgeräten

dem Wohnraum weggenommen

worden ist und reagiert so,

wie er reagieren muss:

Er entnimmt dem Heizungssystem

auf die Kilowattstunde genau den

Betrag zusätzlich an Wärme, der ihm

durch Übereifer entzogen worden

P.T. MAGAZIN 2/2010


Gesellschaft

ist, wenn man mal von den wenigen

Wochen in unseren Breiten absieht,

in denen nicht geheizt werden muss.

Das Ergebnis ist nur, dass Kosten und

CO2 jetzt an anderer Stelle entstehen,

nicht mehr im Elektrizitätswerk, sondern

beim Hausbrand.

Hochbezahlt und kenntnisfrei

Hier kann man bestenfalls nur noch

fragen, welches Energiesystem effizienter

wirkt, und schon gelangt

man zum Marginalen. All die schön

aufgebauten, durch Multiplikation

hochgerechneten Zahlen brechen bei

richtiger physikalischer und energetischer

Betrachtung wie ein Kartenhaus

zusammen. Nicht die von

Glühbirnen erzeugte Verlustwärme

verpufft, sondern die Erwartung der

selbsternannten Energie-Experten.

Das Schlimmste an dem Ganzen: Die

im Raume stehenden Verordnungen

und Gesetze mit dem anschließ enden

Garaus der Edison-Birne werden

von hochbezahlten EU-Politikern

und sog. Experten geschaffen. Sie

verstehen offenbar nichts, aber auch

gar nichts von Energie und Energiemanagement.

Sie können eben wohl

nur multiplizieren – und das tun sie

so lange, bis das Ergebnis schwindelerregend

hoch ist.

Unqualifiziertes Getöse

Was lehrt uns das? Stellen Sie Ihren

Kühlschrank und Ihre Glühlampen

nie ins Freie, dann können Sie das

unqualifizierte Getöse der selbsternannten

Experten mit ruhigem

Gewissen an sich vorbeiziehen

lassen. In einer Gesellschaft, in der

leichtfertig und physikalisch falsch

Geschwindigkeit in Stundenkilometern

angegeben wird, sollte man sich

die besagten Experten sehr genau

ansehen, ob sie mit den Größen

Spannung, Strom, Leistung, Energie

und Wirkungsgrad umgehen können.

Nicht der schlechte Wirkungsgrad

der herkömmlichen Lampen

bezüglich der Lichtausbeute ist die

Katastrophe, sondern die daraus

gezogenen falschen Schlüsse und

gesetzlichen Steuermaßnahmen. Der

aufmerksame Leser wird merken, ich

würde die gute alte Glühlampe gerne

behalten.

Energiesparlampen geben naturgemäß

ein „kaltes“ Licht, was sich auch

nicht ändern wird, weil die dahinter

wirkenden physikalischen Vorgänge

sich weder mit der Zeit noch mit

Geld verändern werden. Wir sollten

der Gesellschaft nicht noch mehr

Wärme entziehen, ohne tatsächlich

einen anderen nennenswerten Vorteil

zu erreichen. ■

Prof. Dr.-Ing. Peter Puschner

43


Wirtschaft

Die Horror-Reform

Deutschlands Gesundheitssystem ist besser als sein Ruf – aber nicht gut genug

44

George Clooney verkörpert in Hollywood das Image des problematischen amerikanischen

Gesundheitssystems. Dort funktioniert die finanzielle Absicherung über privatwirtschaftliche

Versicherungsunternehmen. Deutschland schaut sich einiges ab.

Kritiker bemängeln am Gesundheitssystem

in den USA vor allem,

dass das Land über die modernsten

Einrichtungen verfügt und Ärzteund

Forschungsteams weltweit an

der Spitze sind. Die Bürger haben

davon aber nichts, trotz der enormen

Ausgaben. Barack Obamas Ziel, Millionen

US-Bürgern eine Kranksenversicherung

zu bringen, ist umstritten.

Die Gesundheitssysteme in Deutschland,

Belgien und den Niederlanden

werden überwiegend aus Sozialversicherungsbeiträgen

finanziert. In den

meisten anderen nord- und westeuropäischen

Staaten hingegen werden

die Kosten des Gesundheitswesens

mit Steuermitteln bezahlt. Deutschland

besitzt eines der besten Gesundheitssysteme.

Es ist die Nr. 6 in Europa

(Quelle: EHCI), Niederlande ist die

Nr.1. Dort hat das Wort „Gesundheitsreform“

einen guten Klang.

A, B oder C

Was der mündige Bürger wissen muss

So könnte sich der Gesundheitsfonds künftig finanzieren

Arbeitnehmer

Einkommensunabhängige

Kopfpauschale

(ca. 125 EUR pro Erwachsenen)

Steuerzahler

Gesundheitsfonds

Wer krank ist, ist überall arm dran.

Aber nur wer wirklich reich ist, kann

sich in Ruhe auf seine Genesung

konzentrieren, ganz ohne Gesundheitsreform-Palaver.

Die private

Versicherung in Deutschland scheint

auch nicht mehr das zu sein, was sie

mal war. Trotz der jungen Vielverdiener,

vielleicht noch mit Rabatt (der

Alle Steuerzahler

zahlen indirekt

über den Bundeszuschuss

Krankenkassen

7,0 Prozent

des Bruttolohns

Zahlt Pauschale für jeden Versicherten

plus Sonderzuweisungen

Arbeitgeber

(Grafik: P.T./Fotos: © Andreas Morlok, Harry Hautumm, Michael Ottersbach,

Stephanie Hofschlaeger, Willi Schewski/PIXELIO) (Foto: Wikipedia/CC/Nicolas Genin)

FDP-Mitgliedschaft wegen) spricht

sich herum, dass es nicht immer ein

Glück sein muss, privat versichert

zu sein. Von den 8,6 Millionen privat

Versicherten möchten einige vergeblich

wieder zurück in die Gesetzliche,

weil die Einnahmen schwanden,

oder sie müssen sich gegen die Kasse

zum Recht durchklagen, sozusagen

nebenberuflich neben der Krankheit.

18 mal!

Krankenkassen verlangen da ganz

offen von ihren 70 Millionen Versicherten

den mündigen Patienten,

der sich geradezu professionell, während

er sich vor Schmerzen krümmt,

finanzbewusst die Kostenabrechnung

zeigen lassen sollte und überlegen

muss, ob die IGeL-Angebote ihm

nützlich wären. Zwar geht er durchschnittlich

18 mal im Jahr zum Arzt,

berichtete die Krankenkasse Barmer

GEK, da hinderte die Praxisgebühr

bisher nicht. Die Japaner kommen

mit 13,6 Arztkontakten im Jahr in die

Nähe der Deutschen.

Erst soll sich der Versicherte um

seine Gesundheit kümmern, und

dann werden ihm die Arztbesuche

vorgeworfen? Es gibt keine genauen

Analysen, wer warum zum Arzt

geht. Nur Hypochonder oder leicht

Verschnupfte? Offensichtlich sei,

dass die durchschnittlichen rund

sieben Minuten Arztbesuch eher

zum Ausdrucken der Überweisungsscheine

genutzt werden als zu einer

gründlichen Behandlung, vermutete

Staatsminister Markus Söder bei

Maybrit Illner im ZDF. Jetzt zahlen

alle zumindest die staatlich verordneten

Prozente plus Zusatzbeitrag.

Viele Pleitekassen

Die gesetzlichen Krankenkassen

schrumpfen. Waren es 1970 noch fast

2 000, sind es heute 200. Tatsächlich

seien die finanziellen Unterschiede

zwischen den Versicherungen viel

größer als die Kassenfunktionäre

zugeben mögen, fasst der SPIEGEL

zusammen. Die Fusionen laufen.

Die FTD-Gesundheitswirtschafts-

Konferenz am 12. April beschäftigt

sich auch mit der Frage: Krankenkas-

P.T. MAGAZIN 2/2010


(Foto: © gp/PIXELIO)

Deutschland hat vermutlich das Gesundheitssystem mit den wenigsten Beschränkungen

und der größten Verbraucherorientierung in Europa, das den Patienten

ermöglicht, nahezu jede Art der Behandlung zu verlangen, wenn sie es wünschen.

sen: Wer gewinnt den Wettbewerb?

Die gesetzlichen Krankenkassen

beklagen den Finanznotstand aufgrund

der Demografie, des geringen

Lohnzuwachses der Arzneimittelpreise

und der Arzt- und Krankenhauskosten.

Sie lieben das Solidarprinzip und

bräuchten keine PKV, denn die Einnahmen

der Gutverdiener können

den Geldmangel ausgleichen. Für die

Ärzte sind sie ein rotes Tuch, denn

sie bestimmen, wie viel ein Arzt für

seine Patienten ausgeben darf.

Gute oder Böse?

Die Ärzte wiederum verabscheuen

die zusätzlichen Management-

Anstrengungen, sie wollen lieber

länger diagnostizieren und besser

behandeln als in einem bürokratischen

Korsett zu ersticken. Und

Ärzte sind auch nicht gleich Ärzte.

Während ein alternder mecklenburgischer

Landarzt keinen Nachfolger

findet, fliegen die Aufträge zum

Radiologen. Gefragte Anästhesisten

lassen sich verleihen und bekommen

fast jedes Honorar.

Und manche privaten Schönheitschirurgen

haben weniger Probleme

mit der Kasse als vielleicht mit der

Steuer. Flatrate-Botox ist in München

in. Und wer fragt denn nach

den Krankenschwestern? Heinz

Diste, Geschäftsführer der Contilia

GmbH, der zwar davon sprach, dass

sein Haus gut aufgestellt sei, kann

sich dennoch in das Gefühl der Krise

hineinfühlen: „Ich fühle mich immer

wie ein Jongleur mit drei Bällen:

medizinische Qualität, Zuwendung

und Wirtschaftlichkeit. Wenn einer

dieser Bälle hinfällt, ist das Spiel aus.”

emergency

In der Notaufnahme braucht der

Patient einen Kompass, um seinen

Arzt zu finden. Legendär sind die

Regeln im Buch „House of God“ (Vorlage

der Erfolgsserie „Scrubs“), die

hinter einem Tresen von so mancher

deutschen Notaufnahme zu hängen

scheinen. Regel 5 etwa lautet: „Immer

zuerst an Verlegung denken.“ Doch

letztendlich ist die Politik für das

„Warum setzen wir zum Beispiel

mehr Herzkatheter ein als jedes

andere Land der Welt?

Warum haben wir so viele

Röntgen untersuchungen?

Warum haben wir die teuersten

Medikamente?

Die Pharmaindustrie kann in

Deutschland als einzigem Land

in Europa den Preis nach

eigenem Belieben festsetzen.“

Peter Sawicki,

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit

im Gesundheitswesen

Gesundheitswesen richtunggebend.

Und die will sparen. Wie? „Politiker“,

so vermutet der STERN, „wollen nicht

gestalten…Politiker wollen verteilen,

Geld umverteilen. (weiter auf Seite 47)

P.T. MAGAZIN 2/2010


Wirtschaft

Jochen Heumos,

kaufmännischer Chef der Fontane-Klinik Motzen, Brandenburg

46

Die Fontane-Klinik spielt qualitativ in der oberen Liga der Reha-Einrichtungen. Die Klinik ist sowohl

auf Sucht-Therapien als auch auf die Behandlung psychosomatischer Erkrankungen spezialisiert. Die

Sucht-Therapie verfügt über 135 Plätze für Erwachsene und zwölf für Jugendliche, bei der psychosomatischen

Abteilung sind es 81 zu 24. Dieser Bereich entwickelt sich deutlich. Die Kostenträger sind die

Rentenversicherungen. Das macht das Unternehmen von der Diskussion um die Gesundheitsversorgung

durch die Krankenkassen unabhängig.

Gesundheitsprämie – konsequent

P.T. Magazin: Was halten sie von der

Gesundheitsprämie?

Heumos: Natürlich ist die reine Form

der Röslerschen Gesundheitsprämie

eine gewisse Entsolidarisierung –

nur, diesen Weg gehen wir in allen

Sozialversicherungen schon seit langem!

Ein paar Beispiele: Zahnersatz,

Brillen, Dauer ALG I, Abschaffung

der Berufsunfähigkeitsversicherung

in der Rentenversicherung für nach

1961 Geborene, höhere Pflegekassenbeiträge

für Kinderlose, zeitliche

Abstände zwischen zwei Rehabilitationsmaßnahmen,

Angebote

von Krankenzusatzversicherungen.

Insofern halte ich diesen Weg nur für

konsequent.

P.T. Magazin: Warum hat die Pharmaindustrie

so ein schlechtes Image?

Heumos: Die Pharmaindustrie hat

nicht generell ein schlechtes Image.

Sie gilt sowohl als guter Arbeitgeber

als auch Steuerzahler und an der

Börse als sichere Bank. Die Politik

möchte gerne von ihren eigenen

Unzulänglichkeiten und Entscheidungsschwächen

ablenken und projiziert

deshalb viel „Schlechtes“ auf

die Pharmaindustrie.

P.T. Magazin: Warum sind die Arzneikosten

in Deutschland in den letzten

Jahren so gestiegen?

P.T. MAGAZIN 2/2010

Heumos: Die Deutschen im Allgemeinen

sind arzneimittelgläubig!

Für Alles und Jedes muss es eine

Pille geben, und der Arzt muss diese

nach dem neuesten Stand der Forschung

vertreiben:

Statt gesundem Essen lieber eine

Pille gegen Übergewicht, statt

Bewegung lieber ein Herz-Kreislaufmittel,

statt Nichtraucher zu werden

lieber ein Mittel gegen Krebs,

statt angemessenem Alkoholkonsum

lieber eine Anti-Craving-Substanz,

statt „einfach mal abschalten“

lieber eine Kopfschmerztablette

und statt Tagesform zu akzeptieren

lieber ein Aufputschmittel.

Diese Medikamentenforschung und

der anschließende Verkauf erfolgen

folgerichtig unter marktwirtschaftlichen

Aspekten: hohe Nachfrage =

hoher Preis.

P.T. Magazin: Was ist der Unterschied

zwischen Gesundheitswesen und

Gesundheitsmarkt?

Heumos: Das institutionelle

Gesundheitswesen hatte eine

überwiegend starke Gemeinwohlorientierung.

Früher waren fast

ausschließlich alle Krankenhäuser,

Reha-Kliniken, Alten- und Pflegeheime

in staatlicher Trägerschaft.

Es war also egal, ob das Ergebnis

ausgeglichen oder negativ war, der

Träger hat den Verlust aus Steuermitteln

ausgeglichen, manchmal

direkt (kommunales Krankenhaus,

Reha-Kliniken in KV- oder RV- Trägerschaft),

manchmal indirekt

(Zahlungen an gemeinnützige Träger

wie DRK, Caritas, Diakonie etc.).

Spätestens seit Ende der 1970er Jahre

haben sich Bund, Länder, Kommunen

und Sozialversicherungen

wegen Geldmangel aus dem Gesund

heitswesen zurückgezogen

und andere Marktteilnehmer zugelassen.

Zuerst nicht ganz so deutlich

und in einzelnen Teilsegmenten

(niedergelassene Ärzte, Altenpflege,

Rehabilitation), seit etlichen Jahren

deutlich transparenter (Krankenhäuser,

universitäre Forschung).

Und eines müssen privatwirtschaftlich

orientierte Marktteilnehmer

machen: Geld verdienen.

Ihre jährliche Gewinn-und-Verlust-

Rechnung darf zumindest nicht

über einen längeren Zeitraum

einen negativen Saldo ausweisen,

ansons ten gehen sie insolvent –

und hier hilft dann keine öffentliche

Hand.

Dieser Gesundheitsmarkt hat nach

meinem Kenntnisstand inzwischen

im übrigen mehr Beschäftigte als

die Auto- oder Chemieindustrie. ■

(Fotos: Fontane-Klinik Motzen/ © Ute Gräske/PIXELIO)


Wirtschaft

Sie sitzen an den Stellschräubchen

des Labyrinths staatlicher Finanzströme

und drehen mal hier und mal da.“

Von der Einnahmenseite

Bundesfinanzminister Wolfgang

Schäuble: „Mittelfristig können wir

uns die starke Steuerfinanzierung des

Gesundheitssystems nicht leisten.“

„Es mögen sich zwar immer kleinere

Sparmöglichkeiten finden. Der

wesentliche Beitrag zur Konsolidierung

muss aber von der Einnahmenseite

kommen“, so Gustav Horn vom

gewerkschaftsnahen IMK-Institut. Er

mag rechthaben, selbst wenn man

seine Begründung nicht teilt.

Die Geschichte lehrt nämlich, dass

der Staat noch nie gut im Sparen

war, sondern viel findiger im Aufstöbern

neuer Geldquellen, meint FAZ.

NET. Wer das Gesundheitssystem

sanieren will, steht vor einer Herkules-Aufgabe.

Denn es geht um viel

Geld und viele Interessengruppen.

„Wir haben mit der Entwicklung

unseres Gesundheitssystems

eine radikale Demokratisierung

des Luxus erlebt.“

Philosoph Peter Sloterdijk

Die zwei Modelle

2004 wurde endlich eine „Kommission

zur Nachhaltigkeit in der

Finanzierung der sozialen Sicherungssysteme“

eingesetzt, in der

Öffentlichkeit kurz „Rürup-Kommission“.

Da war das Unwort „Gesundheitsreform“

schon 16 Jahre alt. Die

Kommission hatte zwei verschiedene

Konzepte entwickelt: das Modell

der Bürgerversicherung und das der

Kopfpauschale. Allerdings konnten

sich die Kommissionsmitglieder

nicht auf ein Modell als das zu bevorzugende

einigen, letztlich haben sie

diese grundsätzliche Entscheidung

an die Politik zurückgegeben. Seither

sind die beiden Konzepte Gegenstand

der politischen Auseinandersetzung.

Nun ist die FDP dran.

Paradigmenwechsel

Von der Gesundheitsversorgung zur

Gesundheitswirtschaft – das ist der

Paradigmenwechsel, den das Wirtschaftsministerium

deutlich sieht.

Der erste und zweite Gesundheitsmarkt

werden klar unterschieden.

Der erste Gesundheitsmarkt beinhaltet

die klassische Gesundheitsversorgung.

Hier fällt der Großteil der

Gesundheitsausgaben an, und zwar

ca. 134 Mrd. Euro von insgesamt etwa

260 Mrd. Euro. Und wo entsteht die

meiste Dynamik? Die Dynamik ent-

47

ONCOTEC Pharma Produktion

Kontakt

Oncotec Pharma Produktion GmbH

Am Pharmapark

06861 Dessau-Roßlau

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Oncotec bietet einen Full-Service und ist der Ansprechpartner

für die gesamte Wertschöpfung.

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Produktentwicklung über die Wirkstoff- und

Rohstoffbeschaffung, die Produktion bis hin zur

Verpackung in marktspezifi sche Sekundärpackmittel.

Seit Gründung im Jahr 1997 konnte Oncotec

kontinuierlich die Produktion am Standort

Dessau-Roßlau steigern. Ein Grund dafür: Die

Herstellungsschritte werden auf modernsten

Produktionsanlagen unter Isolatorschutz

durchgeführt.

Unser Entwicklungsservice umfasst

folgende Leistungen:

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• Produktion im Labormaßstab bis hin zu

500 L – Ansätzen

• Prozessoptimierung

• Scaling-up

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• Entwicklung und Optimierung von

Gefriertrocknungsprogrammen

• Entwicklung und Validierung der analytischen

Methoden

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• Untersuchungen von gestressten Proben mit

erhöhtem Verunreinigungsgrad

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• Entwicklung eines geeigneten

Verpackungsdesigns


Wirtschaft

48

Gesundheitsminister Philipp Rösler hält für seine staatlichen Regulierungen den

Kopf hin und steuert die größte Branche der Republik – und zwar nicht über

Angebot und Nachfrage.

steht außerhalb des Kernbereiches:

bei allen privat finanzierten Produkten

und Dienstleistungen rund

um die Gesundheit bis hin zu Sportund

Wellness-Angeboten sowie bei

dem sog. Gesundheitstourismus. Der

zweite Gesundheitsmarkt bietet insbesondere

mittelständischen Unternehmen

Geschäftsmöglichkeiten.

Silver-Generation

Darüber hinaus gewinnen privat

organisierte Pflegeleistungen und

das Thema „Wohnen im Alter“ auch

vor dem Hintergrund der Alterung

der Bevölkerung an Bedeutung.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle

ist in einem Beitrag im Hamburger

Abendblatt überzeugt: Die Wirtschaft

„hat quer über alle Branchen

erfolgreich eine Vielzahl Produkte

für die aktive ‚Silver-Generation‘ auf

den Markt gebracht. Vor allem die

Gesundheitswirtschaft hat sich dabei

mit einer Vielzahl von individuellen

Angeboten als wahre Jobmaschine

erwiesen.“ Unter guten Rahmenbedingungen

können Menschen 100

Jahre und älter werden.

ABER

Laut der „Morbiditätsprognose

2050“, die die zukünftige Krankheitshäufigkeit

für 22 ausgewählte

Erkrankungen hochrechnet, ist u. a.

mit einer Verdopplung der Demenzkranken

von 1,1 auf 2,2 Millionen zu

rechnen. Die Zahl der Herzinfarkte

könnte in diesem Zeitraum um 75

Prozent auf 548 000 und die der Diabetiker

um mehr als ein Fünftel auf

dann 7,8 Millionen steigen, so Fritz

Beske vom Institut für Gesundheits-

System-Forschung. Aktuelle Studien

prognostizieren über die nächste

Dekade ein deutliches Umsatz- und

Beschäftigungswachstum in allen

Bereichen der Gesundheitswirtschaft.

Deutschland ist der drittgrößte

Gesundheitsmarkt der Welt und

damit von entscheidender Bedeutung

für die deutsche Gesundheitswirtschaft,

analysiert der Bundesverband

der Deutschen Industrie die Lage.

Kritik

(Foto: BMG)

„Das Problem der Gesundheit

ist, dass es von der Bevölkerung

nicht akzeptiert wird,

dass wir es auch hier mit

einem Markt zu tun haben.“

Norbert Bolz,

Kommunikationswissenschaftler

TU Berlin

Er kritisiert: „Dennoch sind einige

beunruhigende Befunde festzustellen.“

Deutschland dominierte früher

bei Arzneimitteln den Weltmarkt.

Heute sei er hinter andere Wettbewerber

zurückgefallen. Viele innovative

Produkte der Medizintechnik fänden

in Deutschland im ersten Schritt

keinen Absatzmarkt. Die Einführung

von IT-Technologien im Gesundheitswesen

verliefe nur schleppend. Die

höchst detaillierten, wechselhaften

und teilweise sogar widersprüchlichen

staatlichen Regulierungen

und damit unsichere Rahmenbedingungen

in der Gesundheitspolitik

würden die Attraktivität des Forschungs-,

Produktions- und Dienstleistungsstandortes

gefährden und

die damit verbundene Beschäftigung

und Wertschöpfung in Deutschland.

Der BDI fordert u. a. die Finanzierungsgrundlagen

zu reformieren:

■ Lohn- und Gesundheitskosten entkoppeln

und Vertragsgestaltungsfreiheit

zwischen Bürgern und

Krankenversicherungen schaffen

■ mit der Entdeckelung der Zusatzbeiträge

zum Gesundheitsfonds

beginnen – mit sozialem Ausgleich,

wo nötig.

Schätzungen von McKinsey vermuten,

dass die deutsche Gesundheitswirtschaft

bis 2020 jährlich um 3,3

Prozent wachsen könnte (Platz drei

nach IT- und Chemieindustrie), wenn

die richtigen wirtschaftspolitischen

Rahmenbedingungen geschaffen

würden. Damit verbunden wäre ein

jährliches Beschäftigungswachstum

von 1,9 Prozent.

Beherzt auf die Ausgabenseite

Die Dynamisierung des ersten

Gesundheitsmarktes wird langsam

voranschreiten. Der promovierte

Herzchirurg und Gesundheitsminister

Philipp Rösler will im Rahmen

einer Gesundheitsreform erst einmal

sämtliche Ausgabenposten unter

die Lupe zu nehmen. „Niemand im

System, ob Ärzte, Apotheker, Pharmahersteller,

Krankenhäuser oder Krankenkassen,

bekommt einen Freibrief“,

sagte er der Berliner Zeitung. Zu einer

Reform gehöre auch die Ausgabenseite.

Warten wir doch erst einmal

die Steuerschätzung im Mai und

die Ergebnisse der Kommission im

Sommer ab. Je nach Ergebnissen der

Kommission könnte es ab 2011 grundsätzliche

Änderungen geben: Der

Arbeitgeberanteil soll eingefroren

werden, um die Lohnzusatzkosten

stabil zu halten, und es gibt die „Kopfpauschale“.

Dann wird das Unwort

„Gesundheitsreform“ 22 Jahre alt. ■

Anette Runge

P.T. MAGAZIN 2/2010


Wirtschaft

ja.m fördert Jugend

Der Verein Jugend Aktiv Mitteldeutschland

(ja.m) begleitet die Elite von morgen

Erholung Sport

Gesundheit

Bildung

2002 eröffnete der ursprünglich in Hamburg gegründete

Verein Jugend Aktiv e.V. eine Niederlassung in Mitteldeutschland,

aus der sich 2006 der eigenständige Verein Jugend

Aktiv Mitteldeutschland (ja.m) formierte. Von 2002 bis 2009

konnten hier ca. 350 besonders leistungs- und verantwortungsbereite

angehende Abiturienten aus Sachsen, Sachsen-

Anhalt und Thüringen umfangreich gefördert werden.

Zu den vielfältigen Angeboten des Vereins gehören u. a.

individuelle Coachings zur Lebens- und Studienplanung,

Rhetorik-Seminare, Seminare zu wissenschaftlichen und

politisch-gesellschaftlichen Themen, zur Verwirklichung

wertebezogener Ziele und zum angemessenen Auftreten in

anspruchsvollen Situationen.

Unterstützung durch starke mitteldeutsche Unternehmen

„Gerade in Zeiten schwieriger demografischer Entwicklungen,

die einen erheblichen Fachkräftemangel mit sich

bringen, sind kluge und gut ausgebildete junge Fachleute

von fundamentaler Bedeutung für unsere Wirtschaftsunternehmen.

Diese Führungskräften von morgen müssen wir auf

die hervorragenden Studienbedingungen in Mitteldeutschland

orientieren und parallel dazu frühzeitig an innovative

Unternehmen unserer Region binden“, so Dr. Helge Fänger,

Vorsitzender des Vorstandes von ja.m und Vorstandsvorsitzender

der Serumwerk Bernburg AG.

Details und Kontakt zu regionalen Ansprechpartnern für

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen finden Sie unter

www.jam-foerderung.de. Ansprechpartner für ja.m ist

Vorstandsmitglied Michael Schulz unter m.schulz@jamfoerderung.de.

Sponsoren und Partner

■ Serumwerk Bernburg AG ■ regiocom GmbH ■ VNG Verbund

Netz Gas AG ■ Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt GmbH ■ Städtische

Werke Magdeburg GmbH ■ WVAC ■ VAC ■ megalearn DIE AKADEMIE

■ Konrad-Adenauer-Stiftung ■ Handelshochschule Leipzig (HHL)

■ Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ■ MARITIM Hotel Magdeburg

■ Wirtschaftsinitiative für Mitteldeutschland GmbH

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Tauchen Sie ein in die entspannende Atmosphäre

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(2.v.l.), Sachsen-Anhalts Arbeitgeber-Chef Klemens

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Europas Mitte nach dem Finanzschock:

Hessen - Rheinland-Pfalz - Saarland

Regionalranking

2009

P.T. MAGAZIN 2/2010

(Foto: Wikipedia/CC/GFDL/Felix Koenig; Grafik: IW Consult)


Hessen dümpelt

auf hohem Niveau

Regional-Special

Streiflichter: Finanzplatz Frankfurt, Opel und Offenbach

(Foto: © Cornerstone/PIXELIO)

Mainhattan 2010, als ob nichts gewesen wäre

Kaum zu glauben, dass die ursprünglich

einzige in Europa heimische

Schildkröten-Art gerade am Rhein

als Massentierart galt. Heute würde

wohl kaum einer die europäische

Sumpfschildkröte (Emys orbicularis)

dort vermuten. Und doch sicherte sie

im Mittelalter die Verpflegung der

einfachen Bevölkerung während der

Fastenzeit. Doch die harten Zeiten

sind vorbei, und die Hessen müssen

auch nicht hungern. Im Gegenteil.

Wirtschaftlich gesehen düm pelt das

Land auf ho hem Niveau.

Im zweiten Regionalranking der Initiative

Neue Soziale Marktwirtschaft

(INSM) von 2009 kristallisierte sich

wieder Frankfurt als wirtschaftlich

starkes Zentren heraus. Auf den

Plätzen drei und fünf liegen die hessischen

Kreise Hochtaunuskreis und

der Main-Taunus-Kreis, die von ihrer

geografischen Nähe zum Finanzzentrum

Frankfurt profitieren.

Wieder wie 2006

Der Finanzplatz Frankfurt hat sich

nach dem Schock vom Herbst vergangenen

Jahres deutlich erholt. Das

Finanzplatzbarometer der Frankfurt

School ist wieder auf dem zuletzt im

Jahr 2006 erreichten Niveau. Die Banken

und andere Unternehmen haben

in den Rekordjahren 2007 und 2008

jeweils 1,7 Mrd. Euro Gewerbesteuer

an die Stadtkasse überwiesen.

Selbst wenn diese Steuereinnahmen

wie erwartet um knapp 40 Prozent

schrumpfen, bliebe aus dieser Quelle

noch mehr als eine Milliarde, so der

SPIEGEL. So plane Frankfurt unverdrossen

am unterirdischen Anbau

für das Kunstmuseum Städel oder an

der Restaurierung des „Gesellschaftshauses“

im Palmengarten. Die Deutsche

Bank unterstützt die Goethe-

Universität für drei weitere Jahre mit

1 Mio. Euro jährlich, um den Standort

zu stärken. Bis zu ihrem 100-jährigen

Bestehen im Jahr 2014 soll sie zur

„modernsten Universität Europas“

ausgebaut werden.

Wie geht es Opel?

Das hessische Rüsselsheim hat seinen

guten Klang verloren. Opel will

sich mit milliardenschweren Staatshilfen

und massivem Stellenabbau

sanieren. Bund und Länder sollen

sich nach den Vorstellungen des

Autobauers mit 1,5 Mrd. Euro an der

Sanierung beteiligen. In Deutschland

will Opel mehr als 3 900 Stellen

streichen. Für 2012 plant der Autobauer,

der zum führenden Hersteller

umweltfreundlicher Autos in Europa

aufsteigen will, wieder Gewinne

ein. Das Unternehmen benötigt insgesamt

2,7 Mrd. Euro in Form von

Krediten oder Bürgschaften, so Opel-

Chef Nick Reilly.

„Das Jahr 2010 wird für die hessische

Wirtschaft zur Nagelprobe. Aktuell

mehren sich zwar die Anzeichen für

eine konjunkturelle Erholung. Erst im

Jahresverlauf wird sich allerdings zeigen,

wie nachhaltig diese Entwicklungen

sind“, kommentiert Hubertus

Hille, Konjunkturexperte der hessischen

IHKs, die Konjunkturumfrage

der Arbeitsgemeinschaft hessischer

Industrie- und Handelskammern im

Frühjahr 2010.

P.T. MAGAZIN 2/2010


Regional-Special

52

Die Pleitestadt

(Foto: Mauser Sitzkultur GmbH & Co. KG )

Offenbach, südlich von Frankfurt,

ist aber ein Paradebeispiel für jene

ehemaligen Industriestädte, die

schon seit Jahrzehnten riesige Schuldenberge

vor sich her schieben. Die

Lederindustrie floriert nicht mehr,

Neues kam nicht nach. Die Sozialstruktur

ist ungünstig, die Gewerbesteuereinnahmen

mäßig. Ausgerechnet

Offenbach verzichtet seit

Jahresbeginn auf Einnahmen von

rund 1 Mio. Euro aus der Getränkesteuer,

wie der SPIEGEL herausfand:

„Die mitregierende FDP hatte den

Wirten vor der letzten Kommunalwahl

versprochen, dass der Obolus

für Bier, Wein und Hochprozentiges

verschwinden werde.“ Politiker

machen mitunter gerne Versprechungen,

auf allen Ebenen. ■

Hessen

In Hessen ist man praxisnah

und unter nehmerfreundlich

Interview mit Michael Papenheim, Geschäftsführer der

Mauser Sitzkultur GmbH & Co. KG, Twistetal-Berndorf

■ im Regionalranking

der INSM: Platz 4

■ zahlt 1,9 Mrd. Euro in den

Länderfinanzausgleich ein

■ ist von der Krise unterdurchschnittlich

betroffen (außer Landkreis Groß-Gerau,

Rüsselsheim/Opel)

P.T. Magazin: Wo befindet sich Hessen

heute?

Papenheim: Hessen liegt in der Mitte

Deutschlands. Es ist beim Länderfinanzausgleich

ein Geberland. Hessen

kann insgesamt als das Zentrum für

Logistik in Deutschland betrachtet

werden. Nicht nur der Großraum

Frankfurt, sondern auch Nordhessen

ist gut aufgestellt. Hessen ist „vorne“

aufgrund der Kompetenz. Bei

Wirtschaft und Verwaltung gibt es

einen hohen Grad an Vernetzung,

insbesondere ist man bemüht, Unterstützung

für innovative Unternehmen

im produzierenden Bereich zu

gewähren (z. B. SMA, Niestetal), man

setzt nicht nur auf Dienstleistung

und Bankenzentrum.

P.T. Magazin: Welche Gründe waren

entscheidend, sich genau hier anzusiedeln?

Papenheim: Das Vorgängerunternehmen

ging in Insolvenz und

hatte seinen Sitz im Landkreis

Waldeck-Frankenberg. Die jetzigen

Geschäftsführer und Gesellschafter

waren bei diesem Unternehmen

beschäftigt und wussten auch um

das Know-how der Mitarbeiter

sowie deren Bodenständigkeit.

Insbesondere war die sehr zügige

Unterstützung durch die verschiedenen

Institutionen bei Gründung

und bis heute ein wesentlicher

Faktor: Man ist praxisnah, unternehmerfreundlich

und reagiert

schnell auf aktuelle Themen.

P.T. Magazin: Mit welchen Bedingungen

sind Sie zufrieden, mit welchen

nicht?

Papenheim: Wir sind mit dem

Stand ort und der Betreuung, insbesondere

durch die direkten Partner

(Wirtschaftsförderung, IHK, Arbeitgeberverband,

Kreis- und Stadtverwaltung,

Banken und Agentur für

Arbeit) sowie diverse Netzwerke ausgesprochen

zufrieden. Positiv sehen

wir auch den hohen Erholungswert

und die touristischen Angebote in

unserer Region. Darüber hinaus verfügen

wir auch hier über leistungsstarke

Zulieferer bzw. Partner im

engeren Umfeld. Nicht zufrieden

sind wir mit der Verkehrsanbindung

(BAB 4, 44 und 49). ■

P.T. MAGAZIN 2/2010


Rheinland-Pfalz hat das

Schlimmste hinter sich

Regional-Special

Eine Philosophie. Eine Gruppe.

Und immer in Ihrer Nähe.

Vom Retortenbaby zum Land in der Mitte Europas

Der grünliche Riesling und sein kleiner

Bruder Müller-Thurgau machen

die Rheinland-Pfälzer stolz. Auch diese

Region ist, ähnlich Hessen, nach

dem Krieg aus ehemals ganz heterogenen

Teilen zusammengefügt worden.

Doch selbst wenn der Wein das

Image und die Landschaft von Rheinland-Pfalz

entscheidend prägt, ist

sein Anteil an der Ökonomie eher

gering. Das Ex-Schlusslicht der deutschen

Wirtschaft verdient heute das

große Geld in anderen Bereichen.

Der gewaltige Chemiestandort in

Ludwigshafen etwa sucht weltweit

seinesgleichen, denn hier hat BASF

seinen Sitz, das größte Industrieunternehmen

des Landes. Das BASF-

Stammwerk ist heute das größte zusammenhängende

Chemieareal der

Welt.

Noch vor genau einem Jahr stellte

wegen der schwachen Nachfrage

BASF in seinem Stammwerk Ludwigshafen

die Fabrik ab. Noch immer

ist laut INSM der Krisenrisikoindex in

der von Chemieindustrie geprägten

Stadt Ludwigshafen sehr hoch.

Rheinland-Pfalz insgesamt ist vor

allem von kleinen und mittelständischen

Unternehmen geprägt. Nur

ca. jeder 20. arbeitet bei Big Playern

wie Daimler, Opel, Boehringer Ingelheim

oder BASF.

Risikostädte

Obwohl das Land zuvor in besonderer

Weise vom Aufschwung profitiert

hat, riss die Wirtschaftskrise

tiefe Löcher in die Kassen. Städte

und Gemeinden kämpfen vor allem

mit sinkenden Einnahmen aus der

Gewerbesteuer. In Rheinland-Pfalz

gäbe es zahlreiche „Risikostädte“,

weiß der Kommunalökonom Martin

Junkernheinrich dem SPIEGEL

zu berichten. Viele von ihnen hielten

sich seit Jahren nur noch mit einem

finanzpolitischen Vabanquespiel

über Wasser:

„In einem ‚Europa der Regionen’ findet Rheinland-Pfalz,

das in viele grenzüberschreitende Projekte eingebunden ist,

einen selbstständigen und selbstbewussten Platz.“

Dieter Gube, Historiker

Sie würden ihre Defizite zum großen

Teil mit Hilfe von kurzfristigen Kassenkrediten

decken – also durch Darlehen,

die gegenwärtig zu äußerst

günstigen Konditionen von teilweise

unter einem Prozent Zinsen angeboten

werden. Steigen die Zinsen wieder

auf Normalmaß, drohe diesen

Städten endgültig der Kollaps, erklärt

er dem Nachrichtenmagazin.

Vergeblichkeitsfalle

Der SPIEGEL untersuchte auch die

„Vergeblichkeitsfalle“: Bleiben wir

bei Ludwigshafen. Nachdem die

Stadt durch die Grundsteuererhöhung

und eine Schwimmbadschließung

ihr drei stelliges Millionenhaushaltsdefizit

2010 wenigstens

um einen kleinen einstelligen Millionenbetrag

zu vermindern suchte,

kam das „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“.

Die daraus folgenden Steuersenkungen

und einige andere Regelungen

der Bundesregierung, etwa zur Gewer

besteuerumlage, würden den

städtischen Haushalt nun mit 15

Mio. Euro belasteten, beklagt der

Ludwigshafener Bürgermeister Ludwig

Zeiser.

„Die einen sind zuständig für Erleichterungen,

die anderen müssen

sich das Geld auf anderem Wege

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P.T. MAGAZIN 2/2010


Regional-Special

(Foto: Wikipedia/GFDL/

Holger Weinandt/CC)

Regionaler Gesichtskreis europaweit geöffnet: Deutsches Eck wurde Kultur-Meile.

54

haben den Ärger vor Ort“, sagt Zeiser,

„das ist große Politik“, hebt der

SPIEGEL hervor.

Trotzdem

Ministerpräsident Kurt Beck sah

jedenfalls für dieses Jahr „Zeichen

der Hoffnung“. Auch nach der Konjunkturumfrage

der IHK Rheinland-

Pfalz erholt sich die Wirtschaft seit

Mitte 2009 allmählich.

„Die Nachwirkungen der Krise flachen

allmählich ab. 23 Prozent der

Betriebe berichten bereits von einer

guten Geschäftslage, ein gleich großer

Anteil bewertet diese weiter als

ungünstig.

Damit bestätigt sich die schrittweise

Entspannung der Wirtschaftslage

seit Mitte des Vorjahres“, so Peter

Adrian, Präsident der IHK-Arbeitsgemeinschaft.

Die Wachstumsimpulse für die

stark exportorientierte Wirtschaft

dürften 2010 abermals aus dem

Ausland kommen.

Sehr guter Auftritt

Laut INSM-Ranking 2009 ist ein

Landkreis besonders gut aufgestellt:

Mainz-Bingen im Osten des Landes.

Hier gedeiht nicht nur Spargel und

Wein, sondern auch die Wirtschaft.

Schon seit 2005 top, wie das FOCUS-

MONEY-Ranking feststellte. Landrat

Claus Schick meinte damals:

„Diese Spitzenposition resultiert aus

dem guten Mix der Betriebe, der

Lage unseres Landkreises im Rhein-

Main-Gebiet...und nicht zuletzt ist

es auch das Ergebnis der Arbeit aller

beteilig ten Akteure und Gremien.“

Die INSM-Regionalstudie 2009

attes tiert der Region mit hoher

Kaufkraft und Produktivität und

einem kleinen Minus bei den öffentlichen

Finanzen den ersten

Platz. Der Landkreis punktete besonders

mit seiner Kaufkraft von

22.572 Euro je Einwohner, Rang 19

bundesweit.

Robust

Dass das Land sich in der Krise

bisher so robust gezeigt habe, liege

u. a. daran, dass es auch im Industriesektor

viele kleine und mittelständische

Unternehmen gebe,

sagte Wirtschaftsminister Hendrik

Hering.

Eine aktuelle Sonderumfrage des

Zentralverbandes des Handwerks

zeige, dass sich die Außenwirtschaftsbeziehungen

beispielsweise

deutscher Handwerksbetriebe in

den vergangenen zehn Jahren nahezu

verdoppelten. (weiter auf Seite 56)

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P.T. MAGAZIN 2/2010


(Foto: Insiders Technologies GmbH)

Rheinland-Pfalz setzt auf

Strukturwandel

Interview mit Werner Weiss, Geschäftsführer der Insiders

Technologies GmbH, Kaiserslautern

Regional-Special

P.T. Magazin: Wo befindet sich

Rheinland-Pfalz heute?

Weiss: Am Beispiel Kaiserslautern

lässt sich der Strukturwandel vieler

Regionen belegen: War die Stadt

früher durch klassische Wirtschaftszweige

wie die metallverarbeitende

oder die Autoindustrie eher monoindustriell

geprägt, so hat Kaiserslautern

heute den Übergang zum

Dienstleistungs-, Wissenschaftsund

IT-Standort geschafft.

Ganz aktueller Beleg für diese Entwicklung

ist das von Bundesministerin

Annette Schavan ausgezeichnete

Spitzen-Cluster „Software-Innovationen

für das Digitale Unternehmen“,

dem neben anderen Partnern aus der

Region auch Insiders Technologies

aus Kaiserslautern angehört.

Das BMBF honoriert mit dieser

Auszeichnung die enorme Innovationskraft

und das hohe Entwicklungspotenzial

der Kooperationspartner

aus Wirtschaft und

Wissenschaft. Das Spitzen-Cluster

gilt als „Silicon Valley“ Europas und

umfasst die Region Kaiserslautern,

Saarbrücken, Darmstadt, Karlsruhe

und Walldorf.

P.T. Magazin: Welche Gründe waren

entscheidend, sich genau hier anzusiedeln?

Weiss: Der Wissenstransfer, der

aus Forschungspartnerschaften

entsteht, leistet auch nach wie vor

einen dauerhaften und wichtigen

Beitrag für die nachhaltige Innovationskraft,

die wir täglich in kundengeeigneten

Produkten und Lösungen

am Markt realisieren.

P.T. Magazin: Mit welchen Bedingungen

sind Sie zufrieden, mit welchen

nicht?

Weiss: Insbesondere in der

Software-Entwicklung wird Kaiserslautern

mit der Technischen

Universität, dem DFKI, dem Fraunhofer-Institut

für Experimentielles

Software-Engineering (IESE) und

dem zukünftigen Max-Planck-

Institut für Software-Systeme seine

international anerkannte Spitzenposition

als Wissenschaftsstandort

und Zentrum der Informations- und

Kommunikationstechnologie weiter

festigen.

Insbesondere die enge Verzahnung

von Wissenschaft und Wirtschaft

ist ein ganz wesentlicher Standortvorteil

und wichtiger Impulsgeber.

Durch den Technologietransfer

innovativer Forschung in die unternehmerische

Praxis werden Unternehmen

wie Insiders Technologies

quasi zum „Motor des Strukturwandels“.


55

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Regional-Special

Laut Industriekompass haben 96

Prozent der 2 200 rheinland-pfälzischen

Industriebetriebe weniger als

500 Mitarbeiter.

Diese stellten 58 Prozent der Arbeitsplätze

im verarbeitenden Gewerbe

und 42,5 Prozent der Umsätze. „Mittelständische

Unternehmen behaupten

sich überdurchschnittlich

gut auf den Exportmärkten, insbesondere

im europäischen Ausland”,

so Hering.

Außenwirtschaft

Rund 72 Mrd. Euro Außenhandelsvolumen

und eine Exportquote von

nahezu 50 Prozent: Die Außenwirtschaft

hat in Rheinland-Pfalz eine

überragende Bedeutung.

In Zukunft wird sich Rheinland-

Pfalz vornehmlich auf die hoffentlich

stabilen Märkte in Mittel- und

Osteuropa, Süd- und Ostasien, im

arabisch-nordafrikanischen Raum

sowie auf Nord- und Lateinamerika

konzentrieren.

Die Industrie hat laut Industriekompass

einen Anteil von 28,5 Prozent

an der Bruttowertschöpfung in

Rheinland-Pfalz und erbringt rund

83 Mrd. Euro Umsatz. Insgesamt arbeiten

rund 290 000 Menschen im

verarbeitenden Gewerbe.

Es dauert noch

Auf die Stabilität der Wirtschaft

habe sich ebenfalls positiv ausgewirkt,

dass die Unternehmen auf

Arbeitsmarktinstrumente wie Kurzarbeit

zurückgegriffen hätten, um

Fachkräfte nicht entlassen zu müssen,

sagte Hering. Der Minister rechnet

mit einem leichten Wirtschaftswachstum,

allerdings werde es noch

einige Jahre dauern, bis man wieder

das Niveau vor der Krise erreiche.

„Tätige Reue“

Ein Tropfen auf den heißen Stein

sind sicher auch die Steuerschulden

der Steuersünder, die sich selbst anzeigen.

Bundesweit wird mit Nachzahlungen

von rund 300 Mio. Euro

gerechnet.

Die Steuerschuld, die sich aus

den bisher 35 im Saarland eingegangenen

Selbstanzeigen ergebe,

bewege sich im „unteren zweistelligen

Millionenbereich“, sagte Saar-

Finanzminister Peter Jacoby. Von

330 derartigen Anzeigen weiß das

Bundesland Hessen, so FAZ.NET. Bis

jetzt.

Bei vielen der inzwischen 365 eingegangenen

Selbstanzeigen in Rheinland-Pfalz

fehlten die erforderlichen

Auskünfte über die unversteuert gebliebenen

Kapitalerträge, so rlp.de. ■

Rheinland-

Pfalz

■ im Regionalranking

der INSM: Platz 5

■ bekommt 295 Mio.

Euro aus Finanzausgleich

■ ist von der Krise überdurchschnittlich

betroffen

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P.T. MAGAZIN 2/2010


Gut vernetzt mit Lebensqualität

Interview mit Jochen Scheibler,

Vorstand der PIKON Deuschland AG, Saarbrücken

Regional-Special

(Foto: PIKON Deutschland AG)

P.T. Magazin: Wo befindet sich das

Saarland heute?

Scheibler: Das Saarland ist ein Land

in der Mitte Europas im Aufbruch

in das nächste Jahrtausend. Es ist

ein spannendes, dynamisches, interessantes

und vor

allem ein offenes

Land. Ich bin selbst

vor 20 Jahren hierher

gekommen und

fühle mich seitdem

sehr wohl hier.

P.T. Magazin: Welche Gründe waren

entscheidend, sich genau hier anzusiedeln?

Scheibler: Vor allem, weil es uns

hier gelingt, qualifizierte Mitarbeiter

für unsere Ideen zu begeistern.

Das hat sehr viel mit den Hochschulen

in unserer Umgebung zu tun.

IT im Allgemeinen und die Wirtschaftsinformatik

im Besonderen

sind Schwerpunkte, die hier stark

vertreten sind. Es ist klar, dass diese

Punkte für uns als IT-Beratung von

großer Bedeutung sind. Deshalb

investieren wir auch sehr viel in die

Partnerschaften zu diesen Hochschulen.

P.T. Magazin: Mit welchen Bedingungen

sind Sie zufrieden, mit welchen

nicht?

„Außerdem sind wir ja alle nicht nur Unternehmer, Mitarbeiter,

Kunden und Lieferanten, sondern vor allem auch Menschen...“

Scheibler: Das Saarland ist auch ein

Land der kurzen Wege. Dass man

schnell Partner findet in einem

Land, in dem es viele junge IT-

Firmen gibt, ist eine Sache. Sehr von

Vorteil ist aber auch, dass die politischen

und gesellschaftlichen Kräfte

sehr gut miteinander vernetzt

sind und ein reger Erfahrungsaustausch

auf allen Ebenen existiert.

Außerdem sind wir ja alle nicht nur

Unternehmer, Mitarbeiter, Kunden

und Lieferanten, sondern vor allem

auch Menschen – wir genießen einfach

auch die Lebensqualität und

die Lebensart hier, die mehr zu bieten

hat, auch an kultureller Vielfalt,

als man vielleicht denkt.

Das Saarland ist auch abseits der

Hochschulen ein Bildungsland. Mit

der Qualität der Schulen darf man

zufrieden sein – hoffentlich bleibt

es auch unter der

neuen Regierung

so. Ob die geplante

Einführung eines

fünften Grundschuljahres

dazu

beiträgt, bleibt abzuwarten.

Unsere Kunden befinden sich in

ganz Europa. Als Berater sind wir

dauernd unterwegs – die Anbindung

an internationale Flughäfen

ist aus unserer Sicht ein Nachteil.

Meist müssen wir mit dem Auto

nach Frankfurt und von dort dann

weiter.

Für uns mutet der Konkurrenzkampf

der beiden Regionalflughäfen

Saarbrücken und Zweibrücken seltsam

an. Es wäre besser, man würde

sich auf einen Flughafen konzentrieren

und diesen dann entsprechend

ausbauen. ■

57

Kraftanstrengung im Saarland

Es geht nicht ums Überleben, sondern ums Verbessern

Das Saarland kämpft immer noch

mit dem Umbau der Montanindustrie.

Es hat in den Aufschwungjahren

eine nur sehr schwache Dynamik

entfalten können und hat damit vom

Aufschwung der vergangenen Jahre

nur sehr unterdurchschnittlich profitiert,

so eine INSM-Studie 2009.

Zurzeit dominiert ein Name die

Schlagzeilen: Hartmut Ostermann,

Hotelier und Besitzer von Deutschlands

größter Altenheimkette Pro

Seniore. Die Opposition aus SPD und

Linkspartei fordert seit Wochen Aufklärung

über den Einfluss des Millionärs

auf die Bildung der aktuellen

Landesregierung. Welche Parteien im

Wahljahr aus dem weit verzweigten

Netz von Ostermann-Firmen großzügige

Spenden erhalten haben,

ist noch immer ungeklärt, schreibt

der SPIEGEL. Die Einberufung eines

Untersu chungs ausschusses steht

vor der Tür. Der berühmteste Bürger

des Saarlandes Oskar Lafontaine

hat sich den „Jamaika-Filz“ als sein

Kampf-Thema auf die Fahne geschrieben.

Lafo gegen alle – wie

immer.

Risikostädte

Während sich die Koalitionspartner

auf der politischen Spielwiese

begegnen, kritisierte der Oberbürgermeister

von Saarlouis, Roland

Henz, dass die Jamaika-Koalition

im Landtag „keine Perspektiven“

anbiete, so News reader. Saarlouis

stehe vor einer „kommunalen Finanzkatastrophe“.

Die Steuereinnahmen

seien zwar noch nicht so stark

geschrumpft wie erwartet. Die Stadt

müsse damit aber „zeitversetzt“ rechnen,

so die Saarbrücker Zeitung.

P.T. MAGAZIN 2/2010


58

(Foto: Weltladen Saarbrücken)

Während Oskar Lafontaine wieder im Saarland lebt, verringert sich die

Gesamtzahl an Einwohnern: Bald ist die 1-Million-Marke unterschritten.

Auch Saarbrücken muss sparen. So

soll die saarländische Regierung ein

Gutachten mit Sanierungsvorschlägen

für Saarbrücken angefertigt

haben lassen, so SPIEGEL ONLINE.

Das Papier läge im Giftschrank der

Landeshauptstadt. Die Wirtschafts-

Gutachter schlügen neben Steuererhöhungen

und der Schließung

von Schwimmbädern, Sporthallen

und einer Bibliothek noch Befremdliches

vor wie die „Reduzierung der

Spielplatzflächen“ oder die Verpflichtung

von „externen

Dienstleistern“, die in

den Grünanlagen „auf

Erfolgsbasis“ nach nicht

angemeldeten Hunden

fahnden sollen, so SPIE-

GEL ONLINE.

Insel der Wohlhabenden

Ein As im Ärmel hat das Saarland:

den Landkreis St. Wendel an

der Grenze zu Rheinland-Pfalz.

62.999 Euro erwirtschaftet hier

jeder Erwerbstätige im Schnitt. Damit

ist der Kreis deutschlandweit

Nr. 96. Die wirtschaftsfreundlichste

Kommune des Saarlandes hat ein

charmantes Leitmotiv: „Wir kommen

Ihnen entgegen!“ Das ist gerade für

kleine und mittlere Unternehmen

verlockend. Durch den europäischen

Integrationsprozess ist der Landkreis

St. Wendel von seiner ehemaligen

Randlage innerhalb Deutschlands in

das Zentrum des europäischen Binnenmarktes

gerückt.

Industrie schleppend

Schwierig ist die Lage nach wie vor

in vielen Industriebranchen. Die

Wachstumsprognose liegt bei rund

zwei Prozent. Der Fahrzeugbau, die

Stahlindustrie, der Maschinenbau,

Gießereien sowie die Gummi- und

Kunststoffindustrie melden schleppende

Geschäfte. Deutlich besser ist

die Stimmung in der Elektroindustrie,

im Stahlbau sowie in der Medizin-,

Mess- und Regeltechnik.

Die positivsten Meldungen kommen

von den Versicherungen und aus

der IT-Branche. Der Handel und das

Verkehrsgewerbe sind im Großen

und Ganzen zufrieden, während die

Geschäfte in der Bauwirtschaft und

„…die Saarländer sind ja heute einerseits frankophil

und andererseits sehr europäisch.“

Peter Scholl-Latour, Journalist und Publizist

im Hotel- und Gaststättengewerbe

eher schlecht als recht laufen. Mit

Personalfreisetzungen ist vor allem

bei Kfz-Zulieferern und im Maschinenbau

zu rechnen.

Überraschung

Die BMW-Niederlassungen im Saarland

blicken auf ein erfolgreiches

Jahr 2009 zurück. Die Zulassungen

der drei Niederlassungen in Saarbrücken,

Saarlouis und Saar-Pfalz (Kirkel)

seien um 3,58 Prozent gestiegen. Bei

den Motorrädern hätten sich die

saarländischen Häuser mit einem

Plus von 15 Prozent sogar überdurchschnittlich

gut entwickelt, sagte

Markus Gehrlein, Leiter der BMW-

Niederlassungen. Für 2010 hofft er

auf großes Interesse am neuen 5er

BMW, der am 20. März eingeführt

wird, „ein beliebter Geschäftswagen“,

wie Gehrlein sagt. Ob es bald auch

einen Elektro-BMW geben wird, ließ

Gehrlein offen. Zurzeit gebe es zwar

erste Tests mit dem Elektro-Mini,

bis aber erste Autos, z. B. aus der 1er-

Reihe serienreif seien, könne es noch

Monate, eventuell auch Jahre dauern.

Vorschläge

Der IHK-Chef Volker Giersch plant:

„Trotz aller fiskalischen Unwägbarkeiten

ist eines schon heute klar: Das

Land wird, wenn es die Auflagen der

Konsolidierungshilfe und der Schuldenbremse

einhält, in fünf Jahren

kaum mehr Geld ausgeben können

als in 2009.“ Saarland ist

eine Nr. 1, leider gemessen an

der Zahl der Landesbediensteten.

6 000 Stellen sollen bis

2020 gestrichen werden. Das

Land hat überdies zu wenig

Selbstständige, meint Jürgen

Lenhoff, Abteilungsleiter im

Wirtschaftsministerium. Wichtig sei,

bei den Saarländern die Motivation

für Unternehmensgründungen zu

erhöhen, meint die saarbrueckerzeitung.de.

Abschlag

Die Tourismus-Zentrale orientiert

sich neu, sie will die Golfer locken:

Zehn Golfplätze stehen zum Abschlag

bereit. Denn der Wettbewerb

am Markt nimmt zu, es gibt viel

Konkurrenz unter den deutschen Regionen.

Hier wie überall. ■

Saarland

Anette Runge

■ im Regionalranking der INSM:

Platz 9

■ bekommt aus dem

Länderfinanzausgleich

93,4 Mio. Euro

■ ist von der Krise überdurchschnittlich

betroffen

P.T. MAGAZIN 2/2010


Netzwerker

Preisgekrönte Netzwerker

Preisgekrönte

Sichere und leistungsfähige ITK-Netzwerke sowie modernste

Kommunikationslösungen zeichnen die Avalan GmbH aus

Die Avalan GmbH aus Spiesen-Elvers berg

im Saarland ist Spezialist für Netzwerktechnik.

Das mittelständische Unternehmen versteht

sich als Dienstleister für sichere

und leistungsfähige ITK-Netzwerke und

modernste Kommunikationslösungen.

Alles aus einer Hand

Die Kompetenz von Avalan als Systemhaus

umfasst die unabhängige Beratung,

Konzeption oder das Redesign und die

Realisierung sowie Wartung, Schulung

und Betrieb der gesamten Kommunikationsanforderungen

im Bereich Daten,

Sprache, Video und Sicherheit.

Leistungen

Das Leistungsprofil umfasst Gesamtlösungen

in den Bereichen aktive und passive

Netzwerke, Telefonanlagen/Telekommunikationssysteme,

Lichtwellenleiter- und Kupferkabeltechnik

sowie Planung und Consulting.

International erfolgreich

Avalan begeistert Kunden in Deutsch land,

der Schweiz, Luxemburg, Belgien, Ungarn

und sogar in Brasilien.

Referenzen

Zu den Kunden zählen u. a. Wirtschaftsunternehmen,

Banken, Flughäfen, öffentliche

Verwaltungen, Universitäten, Kliniken und

Seniorenheime.

Ausgezeichnet

Im Jahr 2009 war die Avalan GmbH das

einzige Unternehmen aus dem Saarland,

welches sich über die Ehrung als Preisträger

im bundesweiten Wirtschaftswettbewerb

„Großer Preis des Mittelstandes“

freuen durfte, nachdem man 2008 bereits

als Finalist ausgezeichnet wurde.

Gesamtportfolio:

Technologiemanagement

- Wir optimieren Abläufe, Betriebskosten,

Effektivität und (Re-)Aktionsfähigkeit.

Analyse / Dokumentation

- Wir liefern die Basis für zukünftige Entscheidungen.

IT-Energieberatung / Green IT

- Wir konzipieren energieoptimierte Systemlösungen.

Service / Wartung

- Wir bieten ein flexibles, auf Sie individuell

zugeschnittenes Serviceportfolio

für Ihre gesamte Kommunikationsinfrastruktur.

Schulung / Training

- Wir veranschaulichen Theorie und Praxis

in Ihrem eigenen Netzwerk.

WLAN / DECT / Funk

- Wir bieten sichere hochverfügbare Mobilitätslösungen.

Passive Netze

(LAN / MAN / WAN)

- Unsere Spezialisten finden für alle Herausforderungen

die passende Lösung.

Aktive Systeme / Security

- Wir machen IT-Netzwerke sicher und

zuverlässig.

Industrial Ethernet

- Mit Industrial Ethernet ist es möglich,

in Ihr vorhandenes LAN die Geräte mit

einzubeziehen, die für die Steuerung

und Kontrolle von Produktionsprozessen

benötigt werden.

TK-Anlagen / VoIP

- Wir bündeln verschiedene Informationskanäle

und beschleunigen sämtliche

Kommunikationsprozesse Ihres Unternehmens.

Avalan GmbH

Gewerbepark 8

66583 Spiesen-Elversberg

Tel. +49 (6821) 7494-100

Fax +49 (6821) 7494-200

info@avalan.de

www.avalan.de


Innovation

Erfolg ist denkbar – Erfolg ist machbar

Innovationspreis 2010 des Landkreises Göttingen zum 8. Mal ausgeschrieben

60

Landrat Reinhard Schermann

(Foto: Beisert/WRG)

„Innovation ist ein zentraler Schlüssel

für den wirtschaftlichen Erfolg

der Unternehmen und den Erhalt

bzw. die Schaffung von Arbeits- und

Ausbildungsplätzen“, betont Landrat

Reinhard Schermann. Aus diesem

Grund hat er 2003 den Innovationspreis

des Landkreises Göttingen ins

Leben gerufen. Dieser wird bundesweit

ausgeschrieben. Der Wettbewerb

hat sich inzwischen zu einer

Erfolgsstory entwickelt.

Drei Kategorien

Die Konkurrenz richtet sich an mittelständische

Betriebe – vom Garagenunternehmen

bis zum „Global

Player“. Bei der Innovation kann es

sich, so Schermann, um ein neuartiges

Produkt, ein Verfahren, eine

Dienstleistung, einen Prozess oder

eine Geschäftsidee handeln.

Von Handwerk bis Hightech – jeder

kann sich bewerben. Die Bewerbungen

sind in einer der drei Kategorien

„Produkte“, „Handwerk &

Dienstleistungen“ oder „Gründung“

bis zum 1. Juni 2010 bei der WRG

Wirtschaftsförderung Region Göttingen

unter www.innovationspreisgoettingen.de

einzureichen.

Verlockende Preise

Danach wird eine erstrangig zusammengesetzte

Jury (u. a. mit Nobelpreisträger

Prof. Dr. Erwin Neher)

die vorgelegten Bewerbungen beurteilen.

Die Preisverleihung findet im

Herbst 2010 statt. Der Innovationspreis

ist insgesamt mit 30.000 Euro

dotiert. Jeder Sieger einer Kategorie

erhält zusätzlich eine wertvolle Bronzeskulptur

des Künstlers Christian

Jankowski, gestiftet von der Sparkasse

Göttingen.

Darüber hinaus wird erstmals ein

Sonderpreis „Wissenschaft“ für

herausragende wissenschaftliche

Projekte und universitäre Ausgründungen

ausgelobt, der ebenfalls von

der Sparkasse Göttingen zur Verfügung

gestellt wird. ■

Kontakt

WRG Wirtschaftsförderung Region

Göttingen GmbH

Stefanie Kleine

Tel. 0551 9995498-2

stefanie.kleine@wrg-goettingen.de

www.innovationspreis-goettingen.de

Zwei Tage voller Hightech

Energetisches Bauen und Sanieren stand im Mittelpunkt der VARIOTEC-Innovationstage 2010

(Foto: VARIOTEC)

Wolfram Breitenbach, Forschungsleiter

bei VARIOTEC, erläuterte den Besuchern

auf der Begleitmesse die Funktionsweise

der VIP-Dämmung.

(VARIOTEC/eigBer.) - Am 21. und 22.

Januar besuchten rund 450 Architekten,

Fachplaner und Bauspezialisten

die VARIOTEC-Innovationstage

2010 im fränkischen Feucht.

Mit den 24 Vorträgen der hochkarätigen

Referenten gewährte das

Unternehmen den Besuchern einen

umfassenden Einblick in die Welt des

energetischen Bauen und Sanierens.

Das neue Veranstaltungskonzept

umfasste zwei Tage Programm. Lag

am ersten Tag der Schwerpunkt auf

den Themen „Forschung und Entwicklung“,

stand am zweiten Tag die

Praxis im Mittelpunkt.

„Uns interessiert nicht nur das Heute,

sondern vor allem die Zukunft“,

umriss Christof Stölzel, Gründer des

Unternehmens und jetziger Beirat,

die Idee zu dieser Veranstaltung.

Deshalb zeigten viele der Referenten,

auf welche Entwicklungen sich das

Bauwesen in Deutschland einstellen

muss. „Sehen Sie die Zu kunft nicht

als Belastung, sondern als Herausforderung

mit vielen Chancen. Branchenwachstum

findet dort statt, wo

Energieeffizienz und Nachhaltigkeit

die Produktentwicklung beeinflussen“,

stellte Stölzel fest.

P.T. MAGAZIN 2/2010


Innovation

(Foto: VARIOTEC)

Rund 450 Teilnehmer verfolgten am 21./22. Januar 2010 gespannt die Vorträge bei

den VARIOTEC-Innovationstagen 2010.

PR-Beitrag

Zehnmal Energie gespart

Wie sich ein Bestandsgebäude so

umbauen lässt, dass es bis zu zehnmal

weniger Energie verbraucht als

vor der Sanierung, demonstrierte

der Architekt Dr. Burkhard Schulze

Darup. Mit einem ausgeklügelten

Mix aus Wärmedämmung,

Passivhausfenstern, luftdichter

Gebäudehülle, Lüftungsanlage mit

Wärmerückgewinnung, Solarthermie

und Photovoltaik sei dieses Ziel

erreichbar. Besonders hilfreich seien

neue Wärmedämmsysteme wie die

von VARIOTEC entwickelten QASA-

Elemente. Die vakuumgedämmten

Bauteile erreichen bei geringen

Aufbauhöhen sehr gute Dämmleistungen.

Damit könnten Wärmebrücken

wirksam entschärft werden.

Auch Dipl.-Ing. Ulrich Zink, Vorstandsvorsitzender

des Bundesarbeitskreises

Altbauerneuerung (BAKA), beschäftigte

sich mit dem Thema Sanierung.

Der selbsternannte „Immobilientherapeut“

zeigte, wie Planer mit dem

Werkzeug „Idi-al®“ ein Gebäude auf

Stärken und Schwächen untersuchen

können, um danach eine zukunftssichere

Sanierung einzuleiten.

VIPs im Visier

Dem Thema Vakuumdämmung

widmeten sich mehrere Vorträge.

Dipl.-Ing. Christoph Sprengard vom

Forschungsinstitut für Wärmeschutz

e.V. München (FIW München) erläuterte

die bauphysikalischen Grundlagen

der VIP-Dämmung. Planer sollten

auf Systeme zurückgreifen, die eine

Allgemeine bauaufsichtliche Zulassung

(AbZ) besäßen oder eine Zustimmung

im Einzelfall beantragen.

Der Anwendungsbereich nach DIN

V 4108-10 müsse darin klar definiert

sein. „Planen Sie die Anschlussdetails

genau und erstellen Sie ein Wärmebrückenkonzept“,

empfahl Sprengard.

Nur so könnten die Vorteile von VIP-

Dämmsystemen wirklich ausgespielt

werden. Der Forschungsleiter des

Bereiches VIP/QASA bei VARIOTEC,

Dipl.-Ing. (FH) Wolfram Breitenbach,

erläuterte das hauseigene QASA-Produktprogramm.

Der Dämmkern der

Vakuum-Isolations-Paneele (VIP) von

VARIOTEC besteht aus unter Vakuum

stehender pyrogenener Kieselsäure

SiO2, einem umhüllenden Vlies sowie

einer gasdichten Hochbarrierfolie.

„Mit diesem Aufbau erzielen unsere

VIPs einen Wärmeleitfähigkeitswert

von λ = 0,007 W/(mK). Selbst im

defekten, belüfteten Zustand erreichen

sie noch einen λ-Wert von 0,020

W/(mK). Es gibt derzeit weltweit

keinen besseren Dämmstoff“, stellte

Breitenbach klar. Die Nutzungsdauer

der hauseigenen VIPs bezifferte er auf

60 bis 80 Jahre.

VIP-Dämmung in der Praxis

Architekt Martin Forstner, der 2005

das weltweit erste Nullheizenergiehaus

aus vorgefertigten QASA-Elementen

für VARIOTEC in Voggenthal

geplant hatte, warf einen Blick auf

Komplettsysteme für die Klimahülle

von morgen. Dabei falle der Vakuumdämmung

eine entscheidende Rolle

zu, da sie nicht nur einen schlanken

Problemlöser für Wärmebrücken

darstelle, sondern auch den Flächenverbrauch

minimiere. Dass das

VARIOTEC-Nullheizenergiehaus auch

so funktioniert, wie es geplant wurde,

zeigte der Vortrag von Dipl.-Ing. Martin

Fischer vom Fraunhofer-Institut

für Solare Energiesysteme ISE. Über

einen Zeitraum von vier Jahren hatten

die Forscher das Zusammenspiel

der vakuumgedämmten Bauelemente

und der ausgeklügelten Heiz- und

Kühlsysteme evaluiert. ■

P.T. MAGAZIN 2/2010


Innovation

Gewinnbringend Energie sparen

Ein Praxisbeispiel sinnvoller Energiespartechnik in einem Produktionsunternehmen

62

Wolfgang Oehm, Geschäftsführender

Gesellschafter der ONI-Wärmetrafo GmbH

(Mitte) im Gespräch mit den Projektverantwortlichen

der Schoeller Arca Systems,

Carsten Malschofsky (Betriebsleiter, links)

und Edgar Hercher (Leiter Technik, rechts)

(ONI) - Schoeller Arca Systems ist ein

global erfolgreiches Unternehmen

im Bereich ganzheitlicher Verpackungslösungen.

Ein wesentlicher

Grund dafür ist, dass man mit

innovativer Systemtechnik Kunden

effizient bei der Reduzierung ihrer

Logistikkosten unterstützt. Aber auch

im Hinblick auf eine optimierte Energieeffizienz

nimmt Schoeller Arca

unter den großen Kunststoffverarbeitern

eine herausragende Position ein.

So betreibt man seit Jahren eine

offensive Energiesparpolitik. Vorausschauend

begegnet man damit den

auch weiterhin zu erwartenden,

dras tisch steigenden Energiepreisen,

um damit die eigene Wettbewerbsfähigkeit

ein Stück weit zu verbessern

und dadurch die Marktposition weiter

ausbauen zu können.

Aktuell wurde im Schweriner Werk

die Kühlenergieversorgung mit einer

Gesamtleistung von ca. 3 000 kW

durch den Energiesparspezialisten

ONI aus Lindlar auf den neuesten

Stand energieeffizienter Technik

gebracht.

Einsparpotenzial in zwei Kreisen

Für die Versorgung der Spritzgießein

heiten betreibt Schoeller Arca

Systems in Schwerin ein klassisches

Zweileiter-Kühlsystem. Für die Formenkühlung

wird eine Kühlleistung

von insgesamt 1 460 kW bei einer

Kühlwassertemperatur von 12 °C

und für die Maschinenkühlung eine

Kühlleistung von 1 600 kW bei einer

Kühlwassertemperatur von 30 °C

bereitgestellt.

Durch diesen Systemaufbau wird es

möglich, gleich in beiden Bereichen

der Kühlenergieerzeugung erhebliche

Energieeinsparungen zu realisieren.

Im Kühlkreislauf für die Formenkühlung

wird dazu eine sog. Winterentlastung

in Form von glykolfreien Freikühlern

eingesetzt, mit der sich bis zu

65% der Stromkosten für den Betrieb

der Kältemaschinen einsparen lassen.

Im Kühlkreislauf für die Maschinenkühlung

wird die Abwärme aus dem

Rücklauf ausgekoppelt und über

eine Wärmerückgewinnung nutzbar

gemacht, was die Heizkostenrechnung

radikal reduziert.

Wenn man die Kühlung heizen lässt

Im ersten Moment widersprüchlich,

nach einer Erläuterung einfach genial.

Schoeller Arca in Schwerin benötigt

für die Ölkühlung der Spritzgießmaschinen

eine Vorlauftemperatur

von 30 °C. Durch die Maschinenabwärme

erhöht sich die Kühlwassertemperatur

um 5 Kelvin, woraus eine

Kühlwasserrücklauftemperatur von

35 °C resultiert.

Dieses niedrige Temperaturniveau

reicht vollkommen aus, um spezielle,

von ONI entwickelte Heizgeräte zu

versorgen, die Büro- und Betriebsräume

in idealer Weise beheizen.

Dadurch wird Abwärme, die bisher

kostenintensiv rückgekühlt werden

musste, zu wertvoller Heizenergie,

die Erdgas oder Heizöl ersetzt. In der

Folge werden die Heizkosten um bis

zu 95% reduziert! Diese Niedertemperaturtechnik

wartet zudem mit

einem besonderen Vorteil in Bezug

auf die Wärmeverteilung im Raum

auf. Heizwärme, die von konventionellen

Heizsystemen abgegeben

wird, wandert naturbedingt auf dem

kürzesten Weg an die Raum- oder

Hallendecke, wo man sie im Normalfall

nicht haben will. Heizwärme

auf ONI-Niedertemperaturbasis vermischt

sich sehr viel schneller mit

kühlerer Raumluft, so dass letztendlich

die Heizwärme dorthin gelangt,

wo man sie wirklich braucht.

Energieeffiziente Kältemaschinen und glykolfreie Freikühleranlage im Außenbereich

Schoeller Arca reduziert durch den

Einsatz der Wärmerückgewinnung

aber nicht nur seine Heizkosten in

beträchtlichem Umfang, sondern leistet

damit gleichzeitig einen großen

Beitrag zum aktiven Umweltschutz.

P.T. MAGAZIN 2/2010


Innovation

63

PR-Beitrag

Kältemaschinen im Winterschlaf

Für die Kühlung der Spritzgießformen

wird ganzjährig Kühlwasser

mit einer Vorlauftemperatur von ca.

12 °C benötigt. Zur Erzeugung des

Kühlwassers werden heute noch in

vielen Fällen über das gesamte Jahr

elektrisch angetriebene Kältemaschinen

eingesetzt, was zu erheblichen

Kostenbelastungen durch einen hohen

Stromverbrauch führt.

Für die Projektverantwortlichen von

Schoeller Arca war von vornherein

klar, dass ein Kühlsystem zum Einsatz

kommen muss, das weitestgehend

auf den energieintensiven Einsatz

einer Kältemaschine über das Jahr

verzichtet. In Schwerin sieht das ONI-

Konzept daher eine Kühlenergieversorgung

über Kältemaschinen lediglich

in den warmen Sommermonaten

und einer kurzen Übergangszeit vor.

Dadurch wird über 65% der Betriebszeit

auf den Einsatz von Kältemaschinen

verzichtet. Das spart sehr viel

Energie und Geld ein. Die Kühlenergieversorgung

für den Werkzeugkreis

mit einer Leistung von ca. 1 400 kW

wurde dazu mit einer sog. ONI-Winterentlastung

über glykolfreie, leerlaufende

Freikühler ausgerüstet.

Energiemanagement übernimmt ein

bei ONI entwickeltes, dynamisches

Regelsystem mit energieoptimierender

Systemsoftware. Damit wird

zu jeder Zeit sichergestellt, dass die

Kälteerzeugung mit einem niedrigst

möglichen Energieaufwand betrieben

wird. Darüber hinaus sorgt sie

dafür, dass die Winterentlastung

möglichst lange aktiv bleibt, weil

jede Stunde, in der die Kältemaschine

abgeschaltet bleibt, für den Betreiber

bares Geld wert ist.

Installation im laufenden Betrieb

Ideal für ein Unternehmen ist, wenn

Sanierungsmaßnahmen nahezu

unbemerkt, zuverlässig und ohne

Betriebsunterbrechung vonstatten

gehen. Ein Wunsch, der mehr als

verständlich ist, wenn man bedenkt,

dass jede Stunde und jeder Tag Betriebsunterbrechung

sowie die darauf

folgende Wiederinbetriebnahme

erhebliche Kosten verursacht. Durch

Edgar Hercher, Projektverantwortlicher

von Schoeller Arca Schwerin,

und die Fachleute des Hauses ONI

wurde daher ein Projektablaufplan

entwickelt, der die Entstehung einer

solchen Problemstellung von vornherein

vermeidet. Die Umsetzung des

überaus komplexen Projektes war

geprägt von einer beispielhaften Zusammenarbeit

aller Beteiligten.

So konnten während des laufenden

Betriebes alle Installationen von

Kom ponenten, Verrohrungen sowie

die komplette Elektroverkabelung in

einem Zeitraum von nur zwei Monaten

durchgeführt werden. Für den

letztendlichen Umschluss von der

vorhandenen Anlage auf die neue,

energieoptimierte Anlage war ein

Zeitraum von lediglich drei Tagen

erforderlich.

Die Geschäftsführung des Hauses

Schoeller Arca stellte die perfekte

Umsetzung des Projektes von der

Planung bis zur schlüsselfertigen

Übergabe anlässlich der offiziellen

Anlagenübergabe besonders heraus.

Die Auswertungen in Bezug auf das

Einsparergebnis weisen eine noch

kürzere als die berechnete Amortisationszeit

aus. Ein für alle Beteiligte

erfreuliches Endergebnis. ■

Diese Systemtechnik übernimmt

in der Übergangs- und Winterzeit

anstelle der Kältemaschine die Versorgung

des Formenkühlkreises.

Bei dieser Technik nutzt man in der

Übergangs- und Winterzeit die kostenlos

verfügbare Umgebungsluft

als Kühlmedium. Der elektrische

Energieaufwand reduziert sich dabei

auf einen Wert von ca. 2-3% einer

Kältemaschine. Das dazugehörige

Teil der Wärmerückgewinnungsgeräte, die bei Schoeller Arca Heizkosten einsparen

(Fotos: ONI)

P.T. MAGAZIN 2/2010


Kultur I Lifestyle

E X U

64

LEXUS-GS 450 HYBRID –

Für die Chefetage im Mittelstand

Es ist Premiere. Erstmalig testen wir

einen „Japaner.“ Im Lande der automobilen

Status-Symbole sind für

den erfolgreichen mittelständischen

Unternehmer zunächst die vier Ringe,

der Stern, der Propeller und die Nachfahren

Ferry Porsches interessant.

Deshalb erwarteten wir den Hybrid

Lexus GS 450h mit Spannung, und

wir wurden nicht enttäuscht. Der

Winter sorgte für harte Bedingungen

für den Test, Glätte, starke Winde,

eisige Temperaturen. Der Lexus ließ

sich nichts anmerken.

Lexus setzt beim 450h auf einen

innovativen Antriebsmix aus einem

6-Zylinder-Benziner mit 296 PS und

einem 200 PS starken Elektromotor.

Ein „Hybridfahrzeug“ wie der

Lexus GS 450h ist ein Auto, in dem

mindestens zwei Energiewandler

(Elektro- und Ottomotor) und zwei

im Fahrzeug eingebaute Energiespeichersysteme

(Akkus und Kraftstofftank)

vorhanden sind, um es

anzutreiben.

Durchschnittsverbrauch 9,8 Liter

Beim Beschleunigen ist der Lexus

sehr spritzig. Die Kraft der Doppel-

Herzen macht‘s möglich, und wir

wissen ja: „Nichts ist unmöglich.“ Im

Vergleich mit den 6-Zylindern von

Mercedes und BMW ist der Lexus im

Verbrauch niedriger.

Bei 65% Landstraße, 20% Autobahn

und 15% Stadt nimmt er 9,8 Liter auf

100 Kilometer – und das bei rasanter

Fahrweise und 1,9 Tonnen Eigengewicht.

Überraschendes Spartalent

zeigt der GS 450h ebenso auf der

Autobahn. Durch die Kombination

von Saugrohr- und Direkteinspritzung

haben die Lexus-Entwickler

den Motor so optimiert, dass er bei

hohem Tempo selten über 13 Liter

verbraucht.

Wie effizient der Hybrid spart,

zeigt er vor allem in der Stadt. An

roten Ampeln schaltet der Otto ab

und überträgt das Anfahren dem

E-Partner. Im Schubbetrieb, bergab

und beim Bremsen arbeitet die

Antriebseinheit regenerativ, was

im Head-Up-Display (Serie) grafisch

gezeigt wird. Der erzeugte Strom lädt

40 Nickel-Metallhydrid-Module auf,

die zwischen den Rücksitzen und

P.T. MAGAZIN 2/2010


S

Kultur I Lifestyle

(Fotos: Prof. Arnd Joachim Garth)

jeder konstruktiven Idee, um alles

auf das Wohl von Fahrer und Passagieren

abzustimmen. Besonders

faszinierend ist das Fahren in Parkhäusern

oder in 30er Zonen in Berlin.

Sanft schiebt der Elektromotor den

Lexus bis auf 50 km/h.

Nur die Reifen geben Abrollgeräusche

von sich. Leise, vornehm

und umweltfreundlich rollt der

Fahrerflüsterer dann in die Garage.

Emissionslos bewältigte er den Stau

auf der A 10.

Die feine Verarbeitung, die Passgenauigkeit

und die hochwertigen

Materialien Holz, Leder und Chrom

umspannen den Fahrer als Marketingbotschaft:

„Du hast Edles verdient.

Dein Diener heißt Lexus.“ Der

Sitzkomfort stellt sich gerade auf

langen Strecken als sehr segensreich

dar, denn er schont den LWS-Bereich.

Nach dem Verlassen des Fahrzeugs

verriegelt die Anlage auf Berührung

der Schließtaste an einem der

äußeren Türgriffe alle Türen. Selbst

im unwahrscheinlichen Fall einer

entladenen Batterie stellt der Smart

Key die vollständige Bedienung des

Fahrzeugs sicher: ein ausfahrbarer

Schlüsselbart.

Letztendlich auch eine Preisfrage

Bei reichhaltiger Serienausstattung,

die im Vergleich zu Mercedes

E-Klasse und Fünfer-BMW im Lexus

GS 450h wesentlich üppiger ist, wird

man mit 66.000 Euro Besitzer, und

dann beginnt das Sparen durch den

Hybrid-Antrieb. Bis zu 1.300 Euro

spart die neue Technik in drei Jahren

an Spritkosten. Hinzu kommt der

Vorteil, dass Toyota den Lexus kräftig

sponsert und damit mit niedrigen

Leasing-Raten aufwartet.

65

dem Kofferraum verbaut sind. Das

lässt natürlich den Kofferraum auf

280 Liter schrumpfen. Meine Kollegen

haben sich darüber mokiert. Ich

allerdings bin mit meiner Familie zu

viert auf Tour gegangen, und jeder

hatte einen normalen Koffer dabei,

der Platz im Kofferraum fand.

Ein Fahrerflüsterer

Die Design-Sprache bei Lexus heißt

L-finesse. Lexus versteht darunter

die Synthese aus „Leading Edge“ („L“)

und „Finesse“. Mit „Leading Edge“

bezeichnet Lexus die Entwicklung

und Nutzung modernster Technologien,

die Fahrer und Passagieren

zugutekommen. Finesse betont den

Feinschliff jedes einzelnen Details

und die konsequente Umsetzung

Technik aus dem Land der Techniker

Das stufenloses Getriebe, ESP mit

Lenkeingriff, Zweizonenklimaautomatik,

Navigation per Touchscreen

in Serie, elektronisch gesteuerte

Fahrwerksabstimmung, adaptiver

Tempomat, Kurvenlicht, das schlüssellose

Zugangssystem, Videoparkhilfe

etc. zeigen den Japaner, der

Anschluss an die ganz große Liga

sucht.

Der Bedienkomfort allerdings ist

gewöhnungsbedürftig: Licht als

Drehknopf am Lenkrad; wichtige

Schalter wie Tempomat, Heckrollobedienung

und Spiegeleinstellungen

verbergen sich vom Lenkrad verdeckt,

schlecht zugänglich in einer

Display-Schublade.

Mit dem GS 450h baut Lexus das

erste Hybrid-Auto für die Mittelstands-Chefetage.

Die Limousine

besitzt technisch und emotional das

Marken-Potenzial, in der Oberklasse

nicht nur Zeichen zu setzen, sondern

auch neue Welten zu erobern.

Der GS 450h verwöhnt seinen Besitzer

als Fahrerflüsterer, der innovativ,

effektiv und dynamisch agiert. Lexus

ist eine am Markt etablierte Marke,

und dass sie am schweren Markt

Deutschland besteht, zeigt, dass sie

nicht nur in der Oberliga mitspielt,

sondern manchmal auch die Ergebnisse

verändert und kleine Siege

gegenüber der Arroganz von BMW

und Mercedes einfährt. ■

Prof. A. J. Garth

P.T. MAGAZIN 2/2010


Impressum

66

Ihre Leserbriefe

Leser-Telefon: 0341 24061-00

Leser-Fax: 0341 24061-66

Zu: „Climategate“

„Ich war sehr froh, dass Sie den Artikel

bei P.T. gebracht haben. Er hätte in

FOCUS oder SPIEGEL gehört.“

Michael Limburg

„Ich habe mich sehr über Ihren Beitrag

‚Climategate’ gefreut, der den

Kern der Volksverdummung durch

profitorientierte Scheinwis senschaftler

trifft. Welcher Größen wahn

muss Menschen befallen haben,

wenn sie glauben, sie könnten das

Klima steuern?! Und das, obwohl sie

die Zusammenhänge dieses komplexen

Vielparametersystems nicht

einmal verstehen.“

Prof. Peter Puschner

„Vielen Dank für Ihren Artikel ‚Climategate’.

Ich bin sehr überrascht,

ein Magazin gefunden zu haben, das

sich von dumpfen Ideologien und

Dogmen nicht einwickeln lässt –

weiter so!“

Cäsar Dziuba

Zu: Harald Wolf

„Fördert Herr Wolf neben den Berliner

Frauenhäusern denn auch das

eine für Zuflucht suchende Männer?

Was tut er für eine Gleichstellung der

Männer im Sorgerecht? Welchen Beitrag

leistet Herr Wolf, um das schulische

Hinterherhinken von Schülern

aufzuholen? Wer die Bevorzugung

von Frauen nicht sieht, ist hoffnungslos

mit Blindheit geschlagen. Es wäre

gut, Herr Wolf kündigte neben seiner

Schirmherrschaft auch gleich seinen

Posten. Er kann ja mit gutem Beispiel

vorangehen und seinen Stuhl für

eine Frau räumen.“

Christian Kleißle

P.T. MAGAZIN 2/2010

„Wolfs altbacken-feministische

Äußerungen lassen eine Sachlichkeit

leider nicht mehr erkennen.

Vor allem zum Thema ‚Frauenförderung’

wird von ihm in einer derart

polemischen Art und Weise Raum

gegeben, dass man diesem Herrn

nicht mehr länger politische Unterstützung

geben sollte. Nicht einer

seiner opportunistischen und populistischen

Einwände hat bei kritischer

Betrachtung Bestand. Dass Frauen

und Männer ihre Arbeitsteilung frei

von staatlicher Einmischung treffen

wollen, kann Herr Wolf offenbar

einfach nicht hinnehmen. Ein Politiker,

der heute noch mit solchen

Behauptungen hausieren geht, tut

es entweder aus Unkenntnis (und

disqualifiziert sich dadurch natürlich

für sein Amt) oder in unlauterer

Absicht (womit er erst recht nicht

mehr tragbar ist).“

Dr. Eugen Maus

Zu: P.T. Magazin

„Das P.T. Magazin ist ja eine außerordentliche

Zeitschrift und besitzt

ein Niveau, das wir höchst selten

bei unseren Medien finden. Und es

gehört Mut dazu, sich zu Fragen und

Themen zu äußern, die, aus welchen

Gründen auch immer, in der Öffentlichkeit

tabuisiert werden.“

Uwe Timm

„Heft 1 ist ein sehr gelungener Start

ins neue Jahr, und ich wünsche

Ihnen das in jeder Hinsicht. Meine

Studenten haben das Heft ebenfalls

begrüßt, da viele das Thema ‚Climategate’

in der sog. Presselandschaft

vermisst hatten. Bei Facebook gibt

es dazu eine Vereinigung. Weiter so,

Ihr tapferen Ritter des investigativen

Journalismus!“

Alfred Gärtner

„Ihre Publikation strotzt vor Ignoranz,

Unwahrheiten, Polemik und

rechtsgerichteter Propaganda. Insbesondere

Ihre Beiträge zum Thema

Klimawandel in der jüngsten Ausgabe

entbehren nicht nur jeder Wissenschaftlichkeit

und Seriosität. Sie

sind ein Schlag ins Gesicht der wachsenden

Zahl an mittelständischen

Unternehmen in unserem Land, die

die Herausforderungen der Klimaveränderungen

ernst nehmen und

ihre Unternehmensstrategie danach

ausrichten. Mit Publikationen wie

dem P.T. Magazin schaden Sie der

Wirtschaft und vor allem auch dem

Mittelstand.“

Gottfried Härle

Mehr Leserbriefe unter: www.pt-magazin.de/service/leserbriefe

Das P.T. Magazin ist das offizi elle Maga zin

des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“

der Oskar-Patzelt-Stiftung,

eingetragen im Stiftungsregister des Regie

rungs be zir kes Leipzig unter Nr. 2/1998.

Verlag:

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Fax 0341 24061 - 66

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Sohn, Prof. Jörn-Axel Meyer, Martin

Mack, Herwig Weise, Volker Schnabel,

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Thüne, Prof. Peter Puschner, Prof.

Arnd Joachim Garth

Regionalkorrespondent:

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