Bericht des Aufsichtsrates - Ferrostaal

ferrostaal

Bericht des Aufsichtsrates - Ferrostaal

2005 Geschäftsbericht

MAN Ferrostaal AG


Auf einen Blick

Die MAN Gruppe

MAN Ferrostaal erreichte 2005 mit 90 Mio € das zweitbeste operative Ergebnis der Firmengeschichte.

Das für 2007 geplante Umsatzrenditeziel wurde mit einem ROS von 3,2 % vorzeitig erreicht.

Der Return on Capital Employed verbesserte sich auf 38,1 %.

Der Wertbeitrag erreichte 64 Mio €.

Mio € 2005 2004 Veränd. in %

Auftragseingang 3 077 3 508 – 12

Inland 502 524 – 4

Ausland 2 575 2 984 – 14

Umsatz 2 789 3 185 – 12

Inland 436 490 – 11

Ausland 2 353 2 695 – 13

Auftragsbestand1) 2 358 2 259 4

Mitarbeiter (Anzahl) 1) 4 773 4 679 2

Inland 2 808 2 927 – 4

Ausland 1 965 1 752 12

Veränd. in Mio €

Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) 90 72 18

Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) 74 62 12

Ergebnis nach Ertragsteuern 55 55 0

Investitionen 33 36 – 3

Abschreibungen auf Anlagevermögen 21 34 – 13

Cashflow aus der Geschäftstätigkeit 315 – 60 375

Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 25 – 14 – 11

Flüssige Mittel1) 373 462 – 89

Finanzsaldo1) 511 494 17

Eigenkapital1) 335 307 28

1) Stichtagswert am

31.12.2005 im

Vergleich zum

31.12.2004


Die MAN Gruppe

MAN ist einer der führenden Engineering-Konzerne in Europa. Als Systemanbieter mit rund 58 000 Mitarbeitern

und den fünf Kernbereichen Nutzfahrzeuge, Industriedienstleistungen, Drucksysteme, Dieselmotoren und

Turbomaschinen ist MAN in 120 Ländern aktiv. 2005 erwirtschaftete MAN einen Jahresumsatz von 14,7 Mrd €.

Auf ihren Märkten hält die MAN Gruppe Positionen unter den Top drei und ist technisch führend. Die MAN-Aktie

zählt als DAX30-Wert zu den Blue Chips an der Börse. engineering the future.

Bereich Profil

Nutzfahrzeuge MAN Nutzfahrzeuge

ist einer der führenden Hersteller von Lkw und Bussen in Europa

und mit Produktionsstandorten in Afrika, Asien und Europa

international präsent.

Industriedienstleistungen MAN Ferrostaal

ist ein weltweit tätiger Anbieter von Industriedienstleistungen.

Drucksysteme MAN Roland Druckmaschinen

ist weltweit führender Hersteller und Systemanbieter für die

grafische Industrie.

Dieselmotoren MAN B&W Diesel

ist Weltmarktführer bei Zweitakt-Schiffshauptmotoren und

weltweit führender Anbieter von Viertakt-Großdieselmotoren.

Turbomaschinen MAN TURBO

ist einer der weltweit führenden Hersteller für thermische Turbo-

maschinen mit Produktionsstandorten in Deutschland, Schweiz

und Italien.


Produkt-/Leistungsspektrum Kennzahlen (Mio €) 2005 2004

– Lkw von 6 bis 50 t für jeden Einsatz

– Busse für die Linie bis zur Luxusreise

– Komplette Dienstleistungen rund ums Fahrzeug

– Motoren für Fahrzeuge, Schiffe und Industrie

– Transportlösungen, die weltweit spezifische Kundenbedürfnisse

erfüllen.

– Führender Generalunternehmer im internationalen

Anlagenbau in den Bereichen Petrochemie, Öl und

Gas, Kraftwerke, Metallurgie

– Internationaler Dienstleister zur Lieferung von Handelsschiffen

– Logistische Dienstleistung für die Stahl- und Automobilindustrie

– Vertriebs- und Servicepartner für Druck- und

Verpackungsmaschinen

– Weltmarktführer bei Rollenoffsetmaschinen für Zeitungsund

Illustrationsdruck

– Zweitgrößter Anbieter von Bogenoffsetmaschinen für

Verlags-, Werbe- und Verpackungsdruck

– Dienstleistungen und Software-Produkte rund um den

Druck

– Zweitakt-Dieselmotoren für Schiffsantriebe und Kraftwerke

– Viertakt-Dieselmotoren für Schiffsantriebe, Bordstrom-

erzeugung und Kraftwerke

– Viertakt-Diesel-Gas- und Gas-Otto-Motoren für Kraftwerke

und Offshore-Anwendungen

– Abgas-Turbolader

– PrimeServ: After-Sales-Dienstleistungen

– breites Produktprogramm für Entwicklung, Fertigung und

Montage von maßgeschneiderten Anlagen und

Maschinensträngen

– Anwendungen für die Grundstoffindustrie sowie die Ölund

Gasindustrie

– weltweit einzigartiges Zentrum für Zusammenbau und Erprobung

von Anlagensträngen mit Gewichten bis zu 1000 t.

Auftragseingang 9 434 7 589

Umsatz 7 377 6 799

Operatives Ergebnis 469 322

Mitarbeiter* 33 368 33 810

Umsatzrendite ROS (%)

Rendite auf das eingesetzte Kapital

6,4 4,7

ROCE (%) 17,9 12,6

Auftragseingang 3 077 3 508

Umsatz 2 789 3 185

Operatives Ergebnis 90 72

Mitarbeiter* 4 773 4 679

Umsatzrendite ROS (%)

Rendite auf das eingesetzte Kapital

3,2 2,3

ROCE (%) 38,1 34,1

Auftragseingang 2 109 1 885

Umsatz 1 738 1 620

Operatives Ergebnis 65 3

Mitarbeiter* 8 832 9 026

Umsatzrendite ROS (%)

Rendite auf das eingesetzte Kapital

3,7 0,2

ROCE (%) 23,2 0,6

Auftragseingang 2 203 1 872

Umsatz 1 666 1 421

Operatives Ergebnis 117 55

Mitarbeiter* 6 423 6 731

Umsatzrendite ROS (%)

Rendite auf das eingesetzte Kapital

7,1 3,9

ROCE (%) 26,1 10,9

Auftragseingang 850 675

Umsatz 694 659

Operatives Ergebnis 43 36

Mitarbeiter* 2 476 2 472

Umsatzrendite ROS (%)

Rendite auf das eingesetzte Kapital

6,2 5,5

ROCE (%) 23,3 15,7

* Anzahl Stand 31. Dezember 2005 bzw. 2004


Inhalt

II Auf einen Blick

III Die MAN Gruppe

02 Unternehmensprofil der MAN Ferrostaal Gruppe

04 Aufsichtsrat

05 Vorstand

06 Bericht des Aufsichtsrates

08 Bericht des Vorstandes

Teilkonzernlagebericht

11 Wirtschaftliches Umfeld

14 Geschäftsverlauf der MAN Ferrostaal

20 Projects & Contracting

26 Services & Logistics

31 Mitarbeiter

34 Risikomanagement

39 Qualitätsmanagement

40 Strategie und Ausblick

Magazin

42 Methanol: Export eines Erfolgsmodells

48 Gegengeschäfte: Neue Märkte erschließen

Finanzbericht

58 Teilkonzernabschluss

90 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

91 Glossar

94 Unsere wesentlichen inländischen Tochtergesellschaften

V Siebenjahresübersicht

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

INHALT

1


2

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

UNTERNEHMENSPROFIL

Die MAN Ferrostaal

Gruppe

MAN Ferrostaal, ein Unternehmen der MAN Aktiengesellschaft, ist ein weltweit tätiger Anbieter

von industriellen Dienstleistungen. In unseren Sparten Projects & Contracting sowie

Services & Logistics nehmen wir führende Marktpositionen ein.

Projects & Contracting

Die Sparte Projects & Contracting umfasst die Segmente Industrial Projects und Marine Business.

Hier bündeln wir unsere Geschäfte mit Projektcharakter:

Im Segment Industrial Projects realisieren wir industrielle Großprojekte für unsere Kunden.

Beim Bau schlüsselfertiger Industrieanlagen übernehmen wir als Generalunternehmer die

Projektentwicklung einschließlich der Bereitstellung von Finanzierungskonzepten, in ausgewählten

Fällen auch mit Eigenkapitalbeteiligung, sowie das Projektmanagement. Aktiv sind wir

dabei in den Marktsegmenten Öl und Gas, Petrochemie, Industriekraftwerke, Metallurgie und

zukünftig auch Zellstoff sowie erneuerbare Rohstoffe. Die Basis unseres Erfolges ist neben unserer

langjährigen Erfahrung und unserem weltweiten Netzwerk insbesondere unsere Unabhängigkeit

im Markt: Im Unterschied zu vielen Wettbewerbern sind wir bei der Projektierung und

dem Bau von Industrieanlagen an keine spezifischen Verfahren und Hersteller gebunden. Unseren

Kunden bieten wir auf ihren individuellen Bedarf zugeschnittene Lösungen an und wählen

dazu die jeweils besten Technologien und Produkte aus.

Das Segment Marine Business befasst sich mit der Finanzierung, dem Design, dem Bau

und der Lieferung von Schiffen. Dabei arbeiten wir mit namhaften Werften zusammen. Das

Produktportfolio konzentriert sich auf Spezialschiffe wie etwa leistungsstarke Schlepper und

Doppelhüllentanker. Gemeinsam mit ThyssenKrupp Marine Systems vertreiben wir weltweit

militärische Schiffe. Einen weiteren Tätigkeitsschwerpunkt bildet die Übernahme und Abwicklung

von Gegengeschäftsverpflichtungen, die sich aus diesen Geschäften ergeben. Auf diesem

Gebiet sind wir eines der führenden Unternehmen in Deutschland. Wir differenzieren uns gegenüber

dem Wettbewerb durch unsere Internationalität, profunde Kenntnis der Märkte

und unsere langjährigen Partnerschaften mit privaten und staatlichen Abnehmern.


MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

UNTERNEHMENSPROFIL

Services & Logistics

Die Sparte Services & Logistics umfasst die Segmente Equipment Solutions und Supply Chain

Solutions und vereint unser Dienstleistungs- und Logistikgeschäft:

Im Segment Equipment Solutions sind wir Vertriebs- und Servicepartner für namhafte Maschinenhersteller

mit einem Fokus auf Druck-, Verpackungs- und hochwertigen Spezialmaschinen.

Als Systemanbieter agieren wir mit einem breiten Portfolio, das vollständige Wertschöpfungsketten

abdeckt und für das wir unseren Kunden intelligente Finanzierungslösungen anbieten.

Dank unseres langjährigen und intensiven Engagements sind wir mittlerweile der größte herstellerunabhängige

Systemanbieter für grafische Maschinen und Dienstleistungen

in der südlichen Hemisphäre. Daneben entwickeln und realisieren wir komplexe Infrastrukturvorhaben

und liefern dazu auch Verkehrs- und Transportsysteme.

Im Segment Supply Chain Solutions bieten wir unseren Kunden der Stahl- und Automobilindustrie

ganzheitliche Lösungen im Rahmen ihrer Wertschöpfungsketten. Zum einen sind

wir für unsere Geschäftspartner aus der Stahlbranche als Vertriebs- und Beschaffungspartner

tätig, indem wir weltweit Stahlprodukte und NE-Metalle ein- und verkaufen, finanzieren und logistisch

abwickeln. Zum anderen sind wir Partner der Automobilindustrie, für die wir komplexe

Dienstleistungen, wie beispielsweise die Just-in-Sequence-Vormontage von Einzelteilen

zu kompletten Modulen und Systemen übernehmen. In Europa sind wir dafür der führende lieferantenunabhängige

Anbieter. Für die Öl- und Gasindustrie liefern wir Pipelinerohre und Rohrzubehör

und erbringen alle damit zusammenhängenden Dienstleistungen.

Projects & Contracting

Industrial Projects

Petrochemical

Oil and Gas

Power Plants

Metallurgy

Renewable Energies

Pulp and Paper

MAN Ferrostaal Gruppe

Marine Business

Navy

Merchant

Offset

Services & Logistics

Equipment Solutions

Printing and

Packaging

Industrial Systems

and Transportation

Serviceplattform und Projektmanagement für die MAN AG

Supply Chain Solutions

Automotive

Materials

Piping

3


4 MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

AUFSICHTSRAT – VORSTAND – MANAGEMENT BOARD

Aufsichtsrat

Håkan Samuelsson

Vorsitzender

Vorsitzender des Vorstandes MAN Aktiengesellschaft, München

Dr. jur. Karl-Hermann Lowe

stellv. Vorsitzender

Mitglied des Vorstandes Allianz Versicherungs-AG, München

Brigitte Amamoo *

Dipl.-Übersetzerin, Oberhausen (bis 10.03.2005)

Dr.-Ing. Burckhard Bergmann

Vorsitzender des Vorstandes E.ON Ruhrgas AG, Essen

Stefan Breuer *

kfm. Angestellter, Essen

Murat Büyükgünay *

kfm. Angestellter, Essen (seit 10.03.2005)

Jürgen Hahn *

kfm. Angestellter, Essen

Karlheinz Hornung

Mitglied des Vorstandes MAN Aktiengesellschaft, München

Dr. rer. pol. Klaus von Menges

Mülheim a. d. Ruhr

Klaus M. Patig

Mitglied des Vorstandes Commerzbank Aktiengesellschaft, Frankfurt (Main)

* Von der Belegschaft gewählt


Management Board

Vorstand

Dr. jur. Matthias Mitscherlich

Mülheim a. d. Ruhr

Vorsitzender des Vorstandes

Jens Gesinn

Essen

Finanzen, Rechnungswesen, Controlling

und Steuern

Helmut Julius

Bottrop-Kirchhellen

Services & Logistics

Dr.-Ing. Wolfgang Knothe

Essen

Projects & Contracting (seit 01.10.2005)

Dr.-Ing. Axel Wippermann

Essen

Projects & Contracting (bis 31.12.2005)

Management Board

Bernd Ahlmann

Equipment Solutions

Printing and Packaging

Detlef Castro

Supply Chain Solutions

Automotive

Erwin Keutner

Industrial Projects

Petrochemical

Uwe T. Schmidt

Supply Chain Solutions

Materials

Hans-Werner Schwab

Supply Chain Solutions

Materials

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

AUFSICHTSRAT – VORSTAND – MANAGEMENT BOARD

zusätzlich zu den Mitgliedern des Vorstandes

Generalbevollmächtigter

Direktor

Udo Völker

Projektentwicklung Osteuropa

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6 MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

BERICHT DES AUFSICHTSRATES

Bericht des Aufsichtsrates

Dipl.-Ing. Håkan Samuelsson,

Vorsitzender

Der Vorstand der MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft hat den Aufsichtsrat während des

Geschäftsjahres 2005 über alle wesentlichen geschäftlichen Ereignisse und Vorhaben des Unternehmens

sowie über die wirtschaftliche Lage der MAN Ferrostaal Gruppe laufend und umfassend

unterrichtet. Quartalsweise wurde der Aufsichtsrat schriftlich über den aktuellen Geschäftsverlauf

informiert. In zwei Sitzungen hat der Vorstand ausführlich zu wichtigen

Themen, wie z. B. der Unternehmensstrategie, der aktuellen Auftragslage und den zukünftigen

Wachstumsmöglichkeiten, Stellung genommen. Der Ausschuss für Vorstandspersonalien

traf zweimal zusammen.

Der Jahresabschluss zum 31. Dezember 2005 der MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft sowie

der freiwillig erstellte Teilkonzernabschluss nebst Teilkonzernlagebericht sind erstmals von

der KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,

Düsseldorf, geprüft und jeweils mit dem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk

versehen worden.

Der Abschlussprüfer hat an der Bilanzsitzung des Aufsichtsrates teilgenommen und Bericht

erstattet. Wir haben von dem Ergebnis der Prüfung zustimmend Kenntnis genommen.

Auch wir haben nach dem abschließenden Ergebnis unserer eigenen Prüfungen des Jahresabschlusses

der MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr 2005 keine


MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

BERICHT DES AUFSICHTSRATES

Einwendungen zu erheben. Wir billigen den seitens des Vorstandes aufgestellten Jahres- und

Teilkonzernabschluss, die damit festgestellt sind.

Herr Dr.-Ing. Wolfgang Knothe wurde mit Wirkung vom 1. Oktober 2005 zum Mitglied

des Vorstandes bestellt. Als Vorstand der Sparte „Projects & Contracting“ leitete er im ersten

Schritt das Segment „Marine Business“ (zuständig für Marine- und Handelsschiffe). Ab Januar

2006 trat Herr Dr.-Ing. Knothe die Nachfolge von Herrn Dr.-Ing. Axel Wippermann an und

übernahm damit auch die Leitung des Segments „Industrial Projects“. Wir wünschen ihm

viel Erfolg bei den neuen Aufgaben. Zum 31. Dezember 2005 endete die Amtszeit von Herrn

Dr.-Ing. Axel Wippermann als Mitglied des Vorstandes der MAN Ferrostaal AG. Der Aufsichtsrat

dankt ihm für seinen mehr als achtjährigen engagierten und erfolgreichen Einsatz in der

MAN Ferrostaal Gruppe.

Mit Ablauf der Hauptversammlung am 10. März 2005 endete die Amtszeit von Frau Brigitte

Amamoo im Aufsichtsrat. Sie gehörte dem Aufsichtsrat als Vertreterin der Arbeitnehmer

seit dem 11. Oktober 1990 an und ist mit Wirkung vom 1. August 2005 im Ruhestand. Wir

danken Frau Amamoo für ihre geleistete Tätigkeit. Gleichzeitig begrüßen wir Herrn Murat

Büyükgünay, der seit dem 10. März 2005 als Arbeitnehmervertreter dem Aufsichtsrat angehört.

Weiterhin danken wir den Mitgliedern des Vorstandes und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

der MAN Ferrostaal Gruppe für ihre Leistungen und ihren tatkräftigen Einsatz sowie

den Vertretern der Belegschaft für eine sachliche und konstruktive Zusammenarbeit im Interesse

des Unternehmens.

Essen, 8. März 2006

Der Vorsitzende des Aufsichtsrates

Håkan Samuelsson

7


8 MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

BERICHT DES VORSTANDES

Bericht des Vorstandes

Dr. jur. Matthias Mitscherlich,

Vorsitzender des Vorstandes

Sehr geehrte Damen und Herren,

2005 war ein erfolgreiches Jahr für MAN Ferrostaal. Wir haben es geschafft, unsere Positionen

am Markt zu behaupten und in einigen Bereichen weiter auszubauen. Sowohl unser Projektgeschäft

als auch unsere Serviceaktivitäten haben sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Als

Ergebnis unserer Bemühungen haben wir unser operatives Ergebnis deutlich gesteigert und

unsere erst für 2007 geplanten Umsatzrenditeziele bereits 2005 übertroffen. Dies ist uns gelungen,

obwohl sich der Umsatz vor allem aufgrund verzögerter Projektabrechnungen reduziert

hat.

Im Projektgeschäft haben wir die erfolgreiche Entwicklung der vergangenen Jahre fortgesetzt.

Besonders hervorzuheben ist die Inbetriebnahme der weltgrößten Methanolanlage

in Trinidad, die wir in Rekordbauzeit – drei Monate vor dem vertraglich vereinbarten Fertigstellungstermin

– an den Kunden übergeben konnten. Gleichzeitig haben wir einen Großauftrag

zum Bau einer Methanolanlage in Oman erhalten und konnten dadurch unser petrochemisches

Projektkonzept von Trinidad erfolgreich auf die arabische Halbinsel übertragen.

Unsere Serviceaktivitäten haben sich 2005 ebenfalls erfreulich entwickelt. Im Maschinengeschäft

haben wir unsere Kostenstrukturen verbessert und gleichzeitig unsere führende

Marktposition als unabhängiger Dienstleister für die Druckerei- und Verpackungsindustrie

gestärkt. Im Bereich Materials haben wir die Grundlage geschaffen, um das bestehende

Dienstleistungskonzept für Stahllogistik zu erweitern. In Zukunft wollen wir in diesem


MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

BERICHT DES VORSTANDES

Bereich durch eine Modifizierung des Geschäftsmodells zunehmend nur noch die durch

MAN Ferrostaal erbrachte Wertschöpfung und nicht mehr im vollen Umfang die Umsätze der

dabei bewegten Waren abbilden.

Seit Oktober 2005 tritt MAN Ferrostaal mit einer geänderten Unternehmensstruktur im

Markt auf. Diese beruht auf zwei Säulen: der Sparte Projects & Contracting für unser Projektgeschäft

und der Sparte Services & Logistics für unsere Serviceaktivitäten. Das neue Zwei-

Spartenmodell erlaubt eine stärkere strategische Fokussierung und dient einer verständlicheren

Außendarstellung unseres Unternehmens.

Wir haben das vergangene Jahr genutzt, um weitere wesentliche Schritte für einen nachhaltig

erfolgreichen Kurs unseres Unternehmens zu schaffen. So konnten wir unsere Stellung innerhalb

der MAN Gruppe stärken und unsere Dienstleistungen als integralen Bestandteil in den

zukünftigen Geschäftskonzepten des Konzerns etablieren. Die MAN Gruppe entwickelt sich

von einem Exportunternehmen zu einem international tätigen Konzern. Dabei werden wir

unsere internationalen Marktpositionen zum Nutzen des Gesamtkonzerns einsetzen. Unsere

weltweiten Kontakte und unser Länder-Know-how ermöglichen es uns, unseren Schwestergesellschaften

weltweit die Türen in neue Märkte zu öffnen und dadurch die Internationalisierung

der MAN Gruppe entscheidend voranzutreiben. Dadurch schaffen wir Mehrwert

für die MAN und können gleichzeitig im Verbund mit den Schwestergesellschaften neue

Geschäftsmöglichkeiten für unseren Teilkonzern auftun. In Projektentwicklung und

Projektmanagement nehmen wir führende Positionen ein. Auf diesen Gebieten wollen wir

uns als Kompetenzzentrum der MAN etablieren und unseren Konzernschwestern unser

Methodenwissen und die damit zusammenhängenden Kompetenzen zugänglich machen.

2005 haben wir unser 75-jähriges Firmenjubiläum gefeiert. Von den Anfängen bis heute haben

wir uns sehr stabil entwickelt und stets profitabel gearbeitet. Seit unserer Unternehmensgründung

haben wir uns von einem Handelshaus zu einem internationalen Anbieter

komplexer Industriedienstleistungen entwickelt. Diese Erfolgsgeschichte möchten wir auch

in den kommenden Jahren fortsetzen.

Für 2006 haben wir uns anspruchsvolle Ziele gesetzt: Wir wollen unser Ergebnis erneut steigern

und unsere Renditen nochmals verbessern. Dabei verfolgen wir eine klare Strategie, die

in ihrem Kern auf profitables Wachstum ausgerichtet ist. Leitgedanke unserer Strategie ist

die ausschließliche Fokussierung auf zukunftsfähige und Erfolg versprechende Geschäftsgebiete.

Im Projektgeschäft wollen wir wachsen, indem wir bewährte Geschäftsmodelle weiterentwickeln

und auf neue Segmente und Absatzmärkte übertragen. Die Wachstumschancen

für unser Servicegeschäft sind ebenfalls viel versprechend. Hier werden wir durch zusätzliche

strategische Partnerschaften in neue Marktsegmente vordringen. Gleichzeitig werden wir unser

Dienstleistungsangebot entsprechend den Bedürfnissen unserer Kunden ausweiten. Wir

sind überzeugt, dass MAN Ferrostaal sich mit dieser Strategie auf dem richtigen Weg befindet

und die Erwartungen der MAN Gruppe und ihrer Aktionäre erfüllen wird.

Essen, 1. März 2006

Der Vorsitzende des Vorstandes

Dr. jur. Matthias Mitscherlich

9


Teilkonzern-

lagebericht

Das Geschäftsjahr 2005 verlief für die MAN Ferrostaal Gruppe erfolgreich:

Wir haben das zweitbeste Ergebnis in der Geschichte unseres Unternehmens

erzielt und einen Gewinn vor Steuern und Zinsen in Höhe von

90 Mio € erwirtschaftet. Der Return on Capital Employed lag bei 38,1 %,

der Return on Sales bei 3,2 %.


Die Wachstumsimpulse

für unser Geschäft

kamen

hauptsächlich

aus dem außereuropäischen

Ausland.

Wirtschaftliches Umfeld

Robuste Entwicklung der Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft wuchs im Jahr 2005

nach derzeitigen Schätzungen um 4,3 %

und setzte damit ihre seit drei Jahren andauernde

Expansion fort. Im Jahresverlauf zeigte

sich die weltweite Konjunkturentwicklung

robust gegenüber dämpfenden Effek-ten wie

den Wirbelstürmen „Katrina“ und „Rita“ und

trotzte historischen Höchstpreisen für Rohöl

und Erdgas. Triebfedern des Wachstums waren

neben der starken Binnennachfrage in

den USA und dem erfreulichen Aufschwung

Japans insbesondere die hohen Wachstumsraten

in China, in Teilen Osteuropas, im Nahen

und Mittleren Osten sowie in einigen lateinamerikanischen

Ländern. Da einige

dieser Länder zu den Kernmärkten der MAN

Ferrostaal gehören, konnten wir an deren

Wachstum partizipieren.

Welt

Eurozone

Deutschland

USA

China

Reales Wachstum BIP in %

-2 0 2 4 6 8 10 12

2003

2004

2005

2,5

3,8

4,3*

0,7

2,1

1,3

– 0,2

1,6

0,9

2,7

4,2

3,5

* aktuelle Schätzung

Leichte Besserung im Euroraum

Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung

10,0

10,1

9,9

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

der Eurozone lag zwar mit 1,3 % Wachstum

immer noch unter dem weltweiten Durchschnitt,

gewann aber an Dynamik. Die Lage

der Industrie verbesserte sich aufgrund

zunehmender Auftragseingänge. Getragen

wurde das Wachstum vor allem von einer dynamischen

Auslandsnachfrage nach Investitionsgütern.

Europäische Exporte profitierten

hierbei von einem im Jahresverlauf

schwächer werdenden Euro. Die niedrigen

Zinsen für langfristiges Kapital beeinflussten

die konjunkturelle Entwicklung Europas

ebenfalls positiv.

Verhaltene Entwicklung in Deutschland

In Deutschland zeigte sich im vergangenen

Jahr ein verhaltener Aufwärtstrend. Das

Bruttoinlandsprodukt stieg im Vergleich

zum Vorjahr um 0,9 %. Ausgelöst wurde dieser

leichte Aufschwung hauptsächlich durch

Impulse aus dem Ausland und der insgesamt

positiven Weltkonjunktur. Die Abwertung

des Euro gegenüber dem US-Dollar hat die

Wettbewerbssituation deutscher Unternehmen

zusätzlich verbessert. Exporte konnten

um 7,5 % zulegen, während die Binnennachfrage

und der private Konsum in Deutschland

weiterhin gering ausfielen und das

Wachstumstempo bremsten. Dennoch gibt

es Indizien dafür, dass die deutsche Konjunktur

ebenfalls wieder nachhaltig an Fahrt

gewinnt. Dies spiegelt sich auch in

den Indizes zum deutschen Geschäftsklima

wider, die sich in den letzten Monaten des

Jahres spürbar verbesserten.

11


12

2005 konnten

wir von der

positiven Marktentwicklung

des weltweiten

Großanlagenbaus

profitieren.

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

1 2

Großanlagenbau mit Rekordjahr

Für den deutschen Großanlagenbau verlief

das vergangene Jahr sehr erfolgreich. So

verzeichneten die hiesigen Unternehmen

im Zeitraum Juli 2004 bis Juni 2005 Auftragseingänge

von 19,1 Mrd € (Vorjahr:

17,4 Mrd €). Im weiteren Verlauf des Jahres

2005 behielt das Geschäft ein ähnlich hohes

Niveau. Die positive Entwicklung wurde im

Wesentlichen von Auftragseingängen aus

dem Ausland gestützt. Diese stiegen bezogen

auf das Gesamtjahr um 9 % und beliefen

sich auf insgesamt 15,6 Mrd €.

Die wichtigsten Kunden waren die

Öl- und Gasförderländer des Nahen und

Mittleren Ostens, die in den Ausbau ihrer

Förderkapazitäten investierten. Zu den größten

Abnehmern zählten der Iran und Saudi-

Arabien. Weitere Großaufträge kamen aus

Oman, Bahrain und Katar. Ferner waren Kunden

aus Russland wichtige Auftraggeber. Sie

investierten schwerpunktmäßig in den Ausbau

und die Modernisierung ihrer Öl- und

Gasförderkapazitäten. Größter Einzelmarkt

war erneut China mit 2,1 Mrd €,

wenngleich sich die Auftragseingänge dort

um 12 % verringerten.

In Deutschland belebte sich die Nachfrage

und stieg um 11 % auf 3,5 Mrd €. Diese Verbesserung

resultiert vor allem aus einem

Aufschwung des inländischen Kraftwerkgeschäfts.

Schifffahrt

Die expansive Weltkonjunktur führte auch

im Sektor der Handelsschiffe zu erfreulichen

Zuwächsen. Das Wachstum wurde zusätzlich

durch die ab 2010 geltenden verschärften

ökologischen Vorgaben der International Maritime

Organization stimuliert. Infolge-dessen

befindet sich die Welttankerflotte

im Umbruch. Einhüllenschiffe werden in

Europa aus Sicherheitsgründen zunehmend

außer Dienst gestellt. Vor diesem Hintergrund

stieg 2005 insbesondere die Nachfrage

nach Doppelhüllentankern.

Deutsche Maschinen im Ausland gefragt

Für den deutschen Maschinenbau verlief das

vergangene Jahr ebenfalls erfolgreich. Nach

derzeitigen Schätzungen stieg die Maschinenproduktion

preisbereinigt um 4,4 %. Getragen

wurde diese erfreuliche Entwicklung fast ausschließlich

durch eine erhöhte Nachfrage aus

dem Ausland. Die Exporte stiegen real um 7,7 %

und beliefen sich auf 107 Mrd €. Ausfuhren in

rohstoffreiche Regionen, wie einige Länder Lateinamerikas,

des Nahen und Mittleren Ostens,

zogen überproportional an. Begünstigt durch

die positive Entwicklung der Weltkonjunktur,

mit der gestiegene Budgets

für Printerzeugnisse einhergehen, hat sich

insbesondere der Bedarf an Druck- und Verpackungsmaschinen

erhöht. Die Inlandsnachfrage

nach Industriemaschinen entwickelte sich

ebenfalls erfreulich und zeigte mit einem nominalen

Anstieg von 2,6 % erste Anzeichen einer

Erholung.


Alle wesentlichenBranchen,

in denen

MAN Ferrostaal

aktiv ist, verzeichneten

2005 eine

positive

Entwicklung.

3

1

2

3

Methanolanlage M5000 auf Trinidad

Vormontage von Autoteilen in Gliwice, Polen

MAN Roland 500 Druckmaschine, ausgeliefert von MAN Ferrostaal

Stahl setzt Wachstumstrend fort

Im Jahr 2005 haben die Stahlhersteller weltweit

1,129 Mrd Tonnen Rohstahl produziert

und damit den Rekordwert des Vorjahres

noch einmal übertroffen. Wesentlicher Treiber

dieser Entwicklung war, wie in den Vorjahren,

die wirtschaftliche Entwicklung in

Asien und hier insbesondere China. Im Reich

der Mitte ist die Produktion im Jahr 2005

um 24 % auf 349 Mio Tonnen angestiegen.

Dies entspricht einem Weltmarktanteil von

knapp 31 %. Im Verlauf des Jahres hat sich

das Land von einem Nettoimporteur zu einem

Nettoexporteur von Stahlerzeugnissen

entwickelt.

Das Jahr 2005 war stark durch den anfänglichen

Preisverfall bei Stahlprodukten

gekennzeichnet, der teilweise bis zum Spätsommer

anhielt: für Warmbreitband haben

die Preise im Jahresverlauf in den

USA zum Beispiel um bis zu 30 % nachgegeben.

Ursache für diesen Rückgang

war ein erhöhter Lagerbestand in der gesamten

Steel Supply Chain. Im Herbst konnten

sich die Preise jedoch wieder stabilisieren

und zeigten zum Ende des Jahres hin teilweise

sogar einen leichten

Aufwärtstrend.

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Automobilindustrie

Für die westeuropäische Automobilindustrie

verlief das Jahr 2005 erfolgreich. Mit etwa

14,5 Mio abgesetzten Fahrzeugen wurde ein

ähnlich hohes Niveau wie 2004 erreicht. Höhere

Absatzzahlen wurden insbesondere

durch gestiegene Kraftstoffpreise und die

unbefriedigende Entwicklung der Binnenkonjunktur

verhindert. In Deutschland stieg

die Automobilproduktion um 3 % auf 5,4 Mio

Fahrzeuge. Die Exporte erhöhten sich um

4 % auf 3,8 Mio Einheiten und hatten maßgeblichen

Anteil an der positiven Entwicklung

der Branche.

13


14

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Geschäftsverlauf der MAN Ferrostaal

Wesentliche Entwicklungen 2005

• MAN Ferrostaal hat mit einem EBIT von

90 Mio € das zweitbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte

erzielt

(Vorjahr: 72 Mio €).

• Die Umsatzrendite ROS stieg auf 3,2 %

(Vorjahr: 2,3 %). Die Kapitalrendite ROCE

wuchs auf 38,1 % (Vorjahr: 34,1 %). Das

für 2007 geplante Umsatzrenditeziel wurde

bereits 2005 erreicht.

• MAN Ferrostaal hat 2005 einen Wertbeitrag

in Höhe von 64 Mio € für die Aktionäre der

MAN AG erwirtschaftet (Vorjahr: 49 Mio €).

MAN Ferrostaal hat ihr Ergebnis vor Zinsen und Steuern im Geschäftsjahr 2005 von

72 Mio € auf 90 Mio € erhöht und ihre Renditekennzahlen verbessert. Dieser Ergebnisanstieg

wurde erreicht, obwohl sich sowohl der Auftragseingang um 12 % auf 3 077 Mio €

(Vorjahr: 3 508 Mio €) als auch der Umsatz um 12 % auf 2 789 Mio € (Vorjahr: 3 185 Mio €)

verringerten. Er resultiert neben einem guten Beitrag des Servicegeschäftes insbesondere

aus Beteiligungsergebnissen aus dem Betrieb von Anlagen, die wir in den vergangenen

Jahren als Generalunternehmer gebaut haben.

Auftragseingang unter Vorjahresniveau

Im Geschäftsjahr 2005 lag der Auftragseingang

der MAN Ferrostaal bei 3 077 Mio €

und damit um 12 % unter dem Rekordniveau

des Vorjahres (3 508 Mio €). Dieser Rückgang

kam erwartet und resultiert im Wesentlichen

aus gesunkenen Stahlpreisen.

Die Sparte Projects & Contracting erreichte

mit 1 124 Mio € nahezu einen Auftragseingang

auf Vorjahresniveau (1 136 Mio €). Davon

entfielen 971 Mio € auf das Segment Industrial

Projects (Vorjahr: 957 Mio €) und 153

Mio € auf das Segment Marine Business

(Vorjahr: 179 Mio €).

Der Bestelleingang der Sparte Services & Logistics

belief sich auf 1 953 Mio € gegenüber

2 372 Mio € im vergangenen Jahr. Das Segment

Equipment Solutions trug dazu

387 Mio € (Vorjahr: 347 Mio €) und das Segment

Supply Chain Solutions 1 566 Mio €

(Vorjahr: 2 025 Mio €) bei.

Der Auslandsanteil an den Auftragseingängen

betrug 84 %. Wichtigste Regionen

waren mit 27 % Asien (inklusive Naher und

Mittlerer Osten), gefolgt von Europa mit

26 %, Lateinamerika mit 23 % und den USA

mit 20 % und Sonstige mit 4 %. Auf Deutschland

entfielen 16 % aller Bestelleingänge.


Umsatz rückläufig

Der Umsatz der MAN Ferrostaal reduzierte

sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 12 %

auf 2 789 Mio € (Vorjahr: 3 185 Mio €). Die

Gründe für diesen Rückgang liegen zum einen

in verzögerten Inkraftsetzungen und

zum anderen darin, dass wir bei logistischen

Dienstleistungen durch eine Modifizierung

des Geschäftsmodells zunehmend nur noch

die durch MAN Ferrostaal erbrachte Wertschöpfung

und nicht mehr im vollen Umfang

die Umsätze der dabei bewegten Waren

abbilden.

In der Sparte Projects & Contracting betrug

der Umsatz 807 Mio € und lag um 28 % unter

dem Wert des Vorjahres (1 121 Mio €). Auf

das Segment Industrial Projects ent-fielen

davon 773 Mio € (Vorjahr: 1 016 Mio €) und

auf das Segment Marine Business

34 Mio € (Vorjahr: 105 Mio €).

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Der Umsatz der Sparte Services & Logistics

belief sich auf 1 982 Mio € und verringerte sich

um 4 % gegenüber 2004 (Vorjahr: 2 064 Mio €).

Das Segment Equipment Solutions steuerte

dazu 390 Mio € bei (Vorjahr: 340 Mio €), das

Segment Supply Chain Solutions 1 592 Mio €

(Vorjahr: 1 724 Mio €).

Der größte Teil der Umsatzerlöse stammte

mit 31 % aus Europa. An zweiter Stelle lag Lateinamerika

mit 26 %, gefolgt von den USA

mit 23 %, Asien mit 14 % und Sonstige mit 6

%. In Deutschland erzielten wir 16 % aller unserer

Umsätze.

Auftragsbestand auf hohem Niveau

Der Auftragsbestand erhöhte sich um 4 %

auf 2 358 Mio € (Vorjahr: 2 259 Mio €). Die

Sparte Projects & Contracting verfügte zum

31.12.2005 über einen Auftragsbestand in Höhe

von 1 768 Mio € gegenüber 1 597 Mio € im

Vorjahr. Auf das Segment Industrial Projects

entfielen davon 1 009 Mio € (Vorjahr: 923

Mio €) und auf das Segment Marine Business

759 Mio € (Vorjahr: 674 Mio €).

15


16

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Der Auftragsbestand der Sparte Services &

Logistics verringerte sich um 11 % und belief

sich zum Ende des Jahres auf 590 Mio € (Vorjahr:

662 Mio €). Das Segment Equipment

Solutions trug hierzu 210 Mio € (Vorjahr:

210 Mio €) und das Segment Supply Chain

Solutions 380 Mio € (Vorjahr: 452 Mio €) bei.

Operatives Ergebnis gestiegen

MAN Ferrostaal erzielte 2005 das zweitbeste

Ergebnis der Firmengeschichte. Das EBIT lag

mit 90 Mio € trotz erheblicher Sonderaufwendungen

deutlich über dem Vorjahresniveau

(72 Mio €).

Möglich wurde diese Steigerung durch ein

stabiles operatives Geschäft, eine erfreuliche

Entwicklung unserer Serviceaktivitäten und

durch einen guten Geschäftsverlauf bei unseren

petrochemischen Beteiligungsgesellschaften.

Dort hat sich insbesondere die

rechtliche Bündelung unserer Methanol- und

Ammoniakprojektgesellschaften zu einer

Holding und die damit verbundene erstmalige

Bilanzierung at Equity positiv ausgewirkt.

Die im vergangenen Jahr durchgeführten Re-

strukturierungsmaßnahmen haben die Ertragsentwicklung

zusätzlich unterstützt. Die

Verwaltungskosten sind trotz der erstmaligen

Einbeziehung von zwölf Gesellschaften

in den Konzernabschluss mit 99 Mio € nahezu

gleich

geblieben (Vorjahr: 97 Mio €).

Renditekennzahlen verbessert

Neben dem operativen Ergebnis sind die

Renditekennzahlen Return on Sales (ROS)

und Return on Capital Employed (ROCE) die

zentralen Steuerungsgrößen innerhalb der

MAN Gruppe.

Die positive Entwicklung des operativen Ergebnisses

und ein erfolgreiches Working Capital

Management haben auch die entsprechenden

Kennzahlen der MAN Ferrostaal

verbessert. Die Umsatzrendite ROS stieg auf

3,2 % (Vorjahr: 2,3 %). Die Kapitalrendite RO-

CE verbesserte sich auf 38,1 % (Vorjahr: 34,1

%).


Vorsteuergewinn deutlich erhöht

MAN Ferrostaal erwirtschaftete 2005 eines

der besten Vorsteuerergebnisse ihrer Geschichte.

Mit 74 Mio € lag das Vorsteuerergebnis

um 21 % über dem Niveau des

Vorjahres (62 Mio €).

Die Ertragsteuer erhöhte sich im vergangenen

Geschäftsjahr auf 19 Mio € (Vorjahr:

7 Mio €). Trotz der gestiegenen Steuerbelastung

hatte MAN Ferrostaal 2005 mit

25,5 % eine weiterhin unterdurchschnittliche

Steuerquote (Vorjahr: 10,4 %). Dieser niedrige

Wert ist unter anderem auf einen hohen Anteil

von steuerfreien Auslandsergebnissen

am Gesamtergebnis zurückzuführen. Aufgrund

der gestiegenen Steuerbelastung ergab

sich mit 55 Mio € ein Jahresüberschuss auf

dem Niveau des Vorjahres.

Wertbeitrag

Der Wertbeitrag ist die finanzielle Größe, die

aufzeigt, inwieweit die MAN Ferrostaal über

ihre Kapitalkosten hinaus Mehrwert für die

Aktionäre der MAN AG schaffen konnte. Im

Jahr 2005 steigerten wir unseren Wertbeitrag

um 31 % auf 64 Mio € (Vorjahr: 49 Mio €).

Unser Unternehmen hat damit einen wichtigen

Beitrag zur positiven Wertentwicklung

der gesamten MAN Gruppe geleistet.

Pensionsrückstellungen auf

Entwicklung der wichtigsten Kenngrößen der MAN Ferrostaal Gruppe in Mio €

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

MAN Pension Trust übertragen

Auf Grundlage einer Rahmen-Treuhandvereinbarung

zur Sicherung arbeitgeberfinanzierter

betrieblicher Altersvorsorge hat

die MAN Ferrostaal 2005 liquide Mittel in

Höhe von insgesamt 205 Mio € auf den MAN

Pension Trust e.V. übertragen. Die Treuhandvereinbarung

erfüllt die Sicherheitskriterien

eines Contractual Trust Agreements (CTA)

und wurde infolgedessen in Übereinstimmung

mit IFRS bilanziell auf der Passivseite

saldiert.

Kapitalflussrechnung

MAN Ferrostaal verfügte zu Beginn des Geschäftsjahres

2005 über flüssige Mittel in

Höhe von 462 Mio €. Der Cash-Flow aus der

Geschäftstätigkeit lag mit 315 Mio € auf einem

außerordentlich hohen Niveau (Vorjahr:

– 60 Mio €). Insbesondere die Erhöhung der

Kundenanzahlungen um 205 Mio €

(Vorjahr: 114 Mio €) und die um 109 Mio €

reduzierten Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen (Vorjahr: – 7 Mio €) haben zu

dieser positiven Entwicklung beigetragen.

Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit hat

sich mit – 25 Mio € deutlich erhöht (Vorjahr:

– 14 Mio €). Der Anstieg resultiert im

Wesentlichen aus dem Ausbau unserer internationalen

Automotive-Dienstleistungen

und der Stärkung unserer Marktposition im

lateinamerikanischen Anlagengeschäft.

Dem positiven Cash-Flow aus der Geschäfts-

2005 2004 2003

EBIT 90 72 73

EBT 74 62 65

ROS in % 3,2 2,3 2,5

ROCE in % 38,1 34,1 22,3

Konzernjahresüberschuss 55 55 40

Wertbeitrag 64 49 73

17


18

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

tätigkeit steht ein negativer Cash-Flow

aus Finanzierungstätigkeit in Höhe von

– 389 Mio € gegenüber (Vorjahr: – 34 Mio €).

Hier haben sich insbesondere die bereits erwähnte

Dotierung des Pensionsfonds mit

205 Mio € und die Rückzahlung von Finanzverbindlichkeiten

in Höhe von 108 Mio €

ausgewirkt.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass

sich die flüssigen Mittel im Jahresverlauf

auf 373 Mio € (31. Dezember 2005) erheblich

verringert haben. Insbesondere hat sich der

Sondereffekt aus den auf den MAN Pension

Trust übertragenen Mitteln zur Deckung

der Pensionsrückstellungen dämpfend ausgewirkt.

Bereinigt um das CTA-Modell wären

die flüssigen Mittel, insbesondere aufgrund

eines gestiegenen Working Capital, um 25 %

auf 578 Mio € angestiegen.

Kapitalflussrechnung MAN Ferrostaal in Mio €

Solide Bilanzstruktur

Die Erstkonsolidierung von zwölf neuen Gesellschaften

hatte insgesamt nur geringfügigen

Einfluss auf die Bilanzstruktur der MAN

Ferrostaal. Eine wesentliche Ausnahme davon

ist das Sachanlagevermögen, das sich

durch die Änderung des Konsolidierungskreises

auf 149 Mio € erhöht hat

(Vorjahr: 116 Mio €).

Die Bilanzsumme der MAN Ferrostaal stieg

um knapp 3 % auf 2 382 Mio € (Vorjahr:

2 316 Mio €). Auf der Aktivseite haben sich

die langfristigen Vermögenswerte von

330 Mio € auf 463 Mio € im Jahr 2005 erhöht.

Dieser Anstieg basiert im Wesentlichen

auf der im operativen Ergebnis dargestellten

positiven Entwicklung unserer Methanolund

Ammoniakanlagenbeteiligungen in Trinidad

(At-Equity Bilanzierung).

Trotz der Übertragung der Pensionsrückstellungen

machen die bilanzierten liquiden

Mittel (flüssige Mittel und Wertpapiere) mit

23 % noch immer einen erheblichen Teil der

Bilanzsumme aus.

Die Passivseite der Bilanz hat sich im Jahr

2005 deutlich verändert. Die Pensionsrückstellungen

sind infolge der Saldierung mit

den auf den MAN Pension Trust e. V. übertragenen

Mitteln von 232 Mio € auf 30 Mio €

zum 31.Dezember 2005 gesunken.

2005 2004

Flüssige Mittel zu Beginn des Geschäftsjahres 462 568

Cash-Flow aus Geschäftstätigkeit 315 – 60

Cash-Flow aus Investitionstätigkeit – 25 – 14

Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit – 389 – 34

Sonstige 10 2

Flüssige Mittel Ende 373 462


Gleichzeitig haben sich die kurzfristigen

Verbindlichkeiten und Rückstellungen

um 14 % auf 1 942 Mio € erhöht (Vorjahr:

1 706 Mio €). Dieser Anstieg basiert maßgeblich

auf hohen Kundenanzahlungen und Risikovorsorgen,

die für verschiedene Aufträge

gebildet wurden.

Aufgrund der erfreulichen Geschäftsentwicklung

konnten die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten

um 83 % auf 21 Mio €

zurückgeführt werden (Vorjahr: 123 Mio €).

Infolgedessen benötigte MAN Ferrostaal Ende

2005 nahezu keine verzinslichen Fremdmittel.

Das Eigenkapital hat sich im Vergleich

zum Vorjahr um 28 Mio € auf

335 Mio € erhöht; die Eigenkapitalquote stieg

damit von 13,3 % auf 14,1 %. Das gesamte

langfristige Kapital deckt mit rund 440 Mio €

die langfristigen Vermögenswerte nahezu ab

(463 Mio €).

Nachtragsbericht

Nach dem Ende des Geschäftsjahres sind keine

besonderen Ereignisse eingetreten,

die eine wesentliche Auswirkung auf den

Geschäftsverlauf gehabt hätten.

Auf den folgenden Seiten folgt eine detaillierte

Darstellung der Geschäftsentwicklung

der beiden Sparten Projects &

Contracting sowie Services & Logistics und

der dazugehörenden Segmente.

Die neue, auf zwei Säulen basierende Unternehmensstruktur

und die im Jahr 2005

durchgeführten Restrukturierungen im Maschinengeschäft

haben den Bezugsrahmen

einiger Wertangaben zu den Vorjahreswerten

teilweise verändert. Die in

dem Bericht verwendeten Zahlen wurden an

die neue Unternehmensstruktur angepasst

und vergleichbar gemacht.

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

19


20

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Das Segment

Industrial

Projects ist in

Wachstumsbranchen

aktiv.

Projects & Contracting

In der Sparte Projects & Contracting realisieren wir in den Segmenten Industrial Projects

und Marine Business als Generalunternehmer internationale Industrie- und Schiffsprojekte.

Der Auftragseingang belief sich im Jahr 2005 auf 1 124 Mio € und lag nahezu auf

dem Niveau des Vorjahres (1 136 Mio €). Der Umsatz verringerte sich aufgrund verzögerter

Projektvergaben und -inkraftsetzungen auf 807 Mio € (Vorjahr: 1 121 Mio €). Zum Ende

des Geschäftsjahres 2005 verfügte die Sparte über einen Auftragsbestand in Höhe von

1 768 Mio € (Vorjahr: 1 597 Mio €).

Industrial Projects

Der Auftragseingang des Segments Industrial

Projects betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr

971 Mio € und entsprach dem guten Niveau

des Vorjahres (957 Mio €). Maßgeblichen

Anteil am erfolgreichen Geschäftsverlauf hatte

die positive Entwicklung unserer petrochemischen

Aktivitäten. Zu den wesentlichen

Auftraggebern zählten insbesondere Kunden

aus dem Nahen und Mittleren Osten sowie

aus Lateinamerika, die vorwiegend in der Ölund

Gasindustrie angesiedelt sind und bei denen

aufgrund der gestiegenen Rohstoffpreise

eine hohe Investitionsbereitschaft besteht.

Der Umsatz verringerte sich aufgrund verzögerter

Projektvergaben und -inkraftsetzungen

auf 773 Mio € (Vorjahr: 1 016 Mio €). Der Auftragsbestand

stieg durch die Einbuchung

mehrerer größerer Aufträge auf

1 009 Mio € (Vorjahr: 923 Mio €).

Ausweitung unserer Methanolaktivitäten

Von der Oman Methanol Company erhielten

wir 2005 den Auftrag für den Bau einer

Geschäftslage Industrial Projects (Angaben in Mio €)

schlüsselfertigen Methanolanlage in Oman

mit einer jährlichen Kapazität von 1 Mio Tonnen.

In einer Rekordzeit von zwölf Monaten

haben die beteiligten Partner alle relevanten

Projekt- und Finanzierungsvereinbarungen in

Kraft gesetzt. MAN Ferrostaal hat sich indirekt

als Minderheitsgesellschafter an der Anlage

beteiligt. Die langjährige Zusammenarbeit mit

denselben Projektpartnern,

mit denen wir schon die Errichtung und Finanzierung

von vier Methanolanlagen in Trinidad

erfolgreich realisierten, lässt auch für dieses

Projekt eine zuverlässige Abwicklung erwarten.

Weltgrößte Methanolanlage in Betrieb genommen

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir

der Methanol Holdings (Trinidad) Limited

die weltgrößte Methanolanlage übergeben.

Sie ist bereits die vierte Anlage, die wir

für diesen Kunden schlüsselfertig errichtet

haben. Sie wurde in einer Rekordzeit von

knapp über zwei Jahren gebaut und somit

2005 2004 ∆ %

Auftragseingang 971 957 + 1

Umsatz 773 1 016 – 24

Auftragsbestand 1 009 923 + 9


1 2

Unser Delayed

Coker Projekt

wurde als “Latin

America

Deal of the Year

2005” ausgezeichnet.

1 Ammoniakanlage N2000 in Trinidad

2

Fundamente der Methanolanlage MO3000 in Oman

drei Monate vor dem vertraglich vereinbarten

Termin fertig gestellt. MAN Ferrostaal

beteiligte sich als Minderheitsgesellschafter

an der Anlage. Das Projekt verlief außerordentlich

erfolgreich, nicht zuletzt aufgrund

der hervorragenden und zielorientierten Zusammenarbeit

aller Beteiligten.

Delayed Coker für Chile

Die staatliche chilenische Erdölgesellschaft

ENAP beauftragte uns als Mitglied eines

internationalen Konsortiums mit der Errichtung

eines Delayed Cokers in Chile. MAN Ferrostaal

verantwortet im Rahmen dieses Konsortiums

den Bau und die Montage sowie die

Lieferung von Equipment. Die Anlage wird

nahe der bestehenden Aconcagua-

Raffinerie errichtet, 200 Kilometer von

der Hauptstadt Santiago de Chile und dem

Industriehafen Valparaiso entfernt. Das

Ziel der Investition ist es, aus schweren

Raffinerierückständen Treibstoff herzustellen

und eine hohe Flexibilität im Betrieb der

Raffinerie zu erreichen. Von einer internationalen

Fachzeitschrift wurde dieses Projekt

aufgrund seiner innovativen Finanzierungskonstruktion,

an der MAN Ferrostaal

entsprechend mitgewirkt hat, als „Latin

America Deal of the Year 2005“ ausgezeichnet.

Anspruchsvolle Kraftwerkserweiterungen

Für das Unternehmen Fajr Petrochemical

Company erweitern wir am iranischen

Standort Bandar Imam Khomeini ein beste-

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

hendes 580-MW-Kraftwerk auf insgesamt

830 MW. Die Leistung umfasst neben der

Ausführung der Design- und Engineeringarbeiten

die Lieferung, Montage und Inbetriebnahme

von zwei Gasturbinen. Die bestehende

Anlage versorgt die angegliederten

petrochemischen Unternehmen mit Elektrizität,

Prozessdampf und aufbereitetem Wasser.

Die Bauarbeiten für die Erweiterung begannen

im abgelaufenen Geschäftsjahr, die

Lieferung der Hauptkomponenten ist

für Ende 2006 vorgesehen. Einen weiteren

Großauftrag erhielten wir im vergangenen

Jahr von unserem Kunden Mobin Petrochemical

Company, für den wir zur Erweiterung

des iranischen Kraftwerksparks Bandar Assalouyeh

Gasturbinen und Generatoren liefern.

Ausdehnung nach Thailand

Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhielten wir

zusammen mit einem lokalen Partner in

Thailand den Auftrag zur Errichtung einer

schlüsselfertigen Kompressorstation für

die staatliche Erdölgesellschaft PTT Public

Company Limited. Bei diesem Auftrag bringen

wir unsere Kompetenz als Projektmanager

ein und verantworten neben dem Engineering

vor allem das Sourcing und die

Inbetriebnahme der Anlage. Die Provinz Rayong,

in der die Anlage gebaut wird, ist eines

der bedeutendsten Industriegebiete Thailands

mit dem größten Industriehafen des

Landes. Sie zeichnet sich durch die Ansiedlung

von Unternehmen aus den

21


22

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

1 2 3

Das Segment

Industrial

Projects werden

wir in den

kommenden

Jahren stark

ausbauen.

Bereichen Petrochemie und Schwerindustrie

aus. MAN Ferrostaal sieht in dem stetig steigenden

Erdgasverbrauch und dem kontinuierlich

wachsenden Bedarf an immer neuen

Anlagen zur Energieversorgung ein großes

Potenzial für eine Geschäftsfeldausweitung

auf diesem Markt.

Kompressorstation für Turkmenistan

Aus Turkmenistan erhielten wir einen weiteren

Teilauftrag zur Errichtung einer neuen

Gaskompressorstation, die jährlich bis zu

4 Mrd Kubikmeter Gas für den Export transportieren

soll.

Anspruchsvoller Auftrag in Bulgarien

Die Ertüchtigung eines alten russischen Kohlekraftwerks

in Bulgarien gestaltet

sich schwierig. Der voraussichtliche Fertigstellungstermin

wird sich aufgrund von

technischen Komplikationen deutlich verschieben.

Eine entsprechende Risikovorsorge

wurde getroffen. Gemeinsam mit dem Kunden

und dem Konsortialpartner RWE Solutions

arbeiten wir intensiv an mög-lichen Problemlösungen.

Markteintritt in Vietnam gelungen

MAN Ferrostaal gelang 2005 ein wichtiger

Schritt in den vietnamesischen Markt. Für

die größte staatseigene Baufirma LILAMA

errichteten wir eine Galvanisierungs- und

Farbbeschichtungsanlage. Als Generalunternehmer

konnte MAN Ferrostaal die Anlage im

abgelaufenen Geschäftsjahr an den Kunden

übergeben. Vietnam ist mit einem Wirtschafts-

1

2

3

4

5

6

Pipelines von Erdgas-Offshore Feldern in Thailand

Errichtung einer Raffinerieanlage zur Erzeugung von

hochwertigem Gas, Diesel und Flüssiggas in Chile

Kraftwerk der Fajr Petrochemical Co. im Iran

Kompressorstation in Turkmenistan

Bau einer Kesselanlage einer petrochemischen Anlage

in Santa Fe, Chile

Prüfung eines beschichteten Stahlcoils einer Galvanisierungs-

und Farbbeschichtungsanlage in Vietnam

wachstum von über 7 % nach Singapur

das wachstumsstärkste Land in Südostasien.

Eine ausbaufähige Infrastruktur, ein stark

wachsender Export sowie solide Zuwächse

der Industrieproduktion und des Bausektors

machen Vietnam zu einem viel versprechenden

Markt für das Aktivitätenspektrum der

MAN Ferrostaal.

Kraftwerkserweiterung in Venezuela

Im vergangenen Jahr haben wir die

schlüsselfertige Erweiterung eines 300-MW-

Gasturbinenkraftwerkes auf ein 475-MW-Gasund

Dampfturbinenkraftwerk entsprechend

der Planung fortgesetzt. Die Fertigstellung

ist für Anfang 2007 vorgesehen.

Geschäftserwartung für Industrial Projects

Für das Geschäftsjahr 2006 erwarten wir eine

weiterhin gute Auftragslage. Wir sind –

nicht zuletzt aufgrund der oben genannten

Projektverschiebungen des vergangenen Jahres

– zuversichtlich, Auftragseingang und

Umsatz zu steigern. Das Segment Industrial

Projects liegt im Zentrum unserer Wachstumsstrategie.

Wir werden unsere Projektmanagement-

und Projektentwicklungsaktivitäten

gezielt ausbauen.


4 5

6

Wachstumschancenliegen

insbesondere

im Nahen und

Mittleren Osten,

in Lateinamerika

und in

Südostasien.

Im Geschäftsbereich Petrochemie sind wir dabei,

neue Märkte für das Produkt Methanol zu

schaffen. Weitere gasverarbeitende Technologien

werden wir zusätzlich ins Portfolio aufnehmen.

Infolge der steigenden Nach-frage

nach Gasprodukten rechnen wir in den nächsten

Jahren zunehmend mit Investitionsprojekten,

die sich vom Bedarf her mit

unseren Kernkompetenzen decken. Dabei

konzentrieren wir uns schwerpunktmäßig

auf die Regionen Naher und Mittlerer Osten

sowie Lateinamerika.

Der Nahe und Mittlere Osten ist ein besonders

wichtiger Markt für uns. Die dortigen

Länder verfügen über ein hohes Wirtschaftswachstum,

erhebliche Gasvorkommen und

die notwendigen Mittel, um große Industrieprojekte

voranzutreiben. In dieser Region haben

wir über den Bau der Methanolanlage in

Oman guten Zutritt und sehen Chancen für

Folgeaufträge. In Lateinamerika sind wir sehr

gut positioniert. Wir gehen davon aus, unsere

Aktivitäten in naher Zukunft auch dort weiter

ausbauen zu können.

Die zukünftigen Aussichten unserer Öl-

und Gasaktivitäten sind ähnlich positiv. Die

Nachfrage nach schlüsselfertigen Anlagen

zur Aufbereitung und zum Transport von

Erdöl und Erdgas wird immer größer. Wir

konzentrieren uns derzeit hauptsächlich auf

den Iran und Turkmenistan. Beides sind anspruchsvolle

Märkte. Nachdem wir aber seit

vielen Jahren dort präsent sind und über die

notwendigen Landeskenntnisse verfügen,

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

agieren wir dort sehr erfolgreich. Zukünftig

werden wir auch zunehmend in asiatischen

Ländern wie Thailand, Malaysia und Indonesien

tätig werden. Die dort ansässigen Ölund

Gasindustrien haben einen hohen Bedarf,

ihre Infrastruktur, unter anderem mit

Kompressorstationen und Gasaufbereitungsanlagen,

auszubauen. Mit dem Bau einer solchen

Kompressorstation ist uns 2005 der

Markteintritt in Thailand gelungen.

Dies ist eine gute Basis, um unsere Marktposition

durch die Akquisition zusätzlicher

Aufträge weiter zu stärken.

Für unsere Kraftwerksaktivitäten sehen wir

ein großes Marktpotenzial, da viele Länder

einen hohen Bedarf an zusätzlicher Energieversorgung

haben. Unser technischer Fokus

liegt dabei auf Dampf- und Gasturbinenkraftwerken,

nicht zuletzt, weil diese über

sehr hohe Wirkungsgrade verfügen. Unsere

Aktivitäten im Bereich Kraftwerke werden

wir zukünftig in Zusammenarbeit mit un-serer

Konzernschwester MAN B&W Diesel weltweit

auf den Markt für Dieselkraftwerke ausweiten.

Für die Geschäftsbereiche Zellstoff und

erneuerbare Energien, die wir in unser Portfolio

aufnehmen, sehen wir gute Wachstumschancen.

Wir werden damit unsere Fachkompetenz

gezielt erweitern. Zurzeit

arbeiten wir mit unseren Partnern an aussichtsreichen

Projekten in Europa und Asien,

bei denen wir bereits für 2007 Realisierungschancen

sehen.

23


24

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

1 2

Im Segment

Marine Business

sind wir

führend im Bau

von Doppelhüllentankern.

Marine Business

Im Segment Marine Business verringerte

sich der Auftragseingang im Jahr 2005 auf

153 Mio € gegenüber 179 Mio € im Vorjahr.

Dieser Rückgang kam erwartet, da der Auftragseingang

des Jahres 2004 durch die Inkraftsetzung

eines Auftrages zur Lieferung

von zwei U-Booten des Typs 209 an Portugal

außerordentlich hoch ausgefallen war. Innerhalb

des Segmentes haben sich insbesondere

unsere Handelsschiffsaktivitäten erfreulich

entwickelt. Hierbei profitierten wir von der

insgesamt positiven Entwicklung der weltweiten

Frachtschifffahrt im Jahr 2005 und

einer erhöhten Nachfrage nach Doppel-hüllentankern.

Der Umsatz reduzierte sich abrechnungsbedingt

auf 34 Mio € (Vorjahr: 105

Mio €). Der Auftragsbestand stieg im Laufe

des Jahres und belief sich zum

31. Dezember 2005 auf 759 Mio € (Vorjahr:

674 Mio €).

Geschäftslage Marine Business (Angaben in Mio €)

1

2

3

Anchor-Handling-Tug, geliefert an eine deutsche Reederei

Taufe eines U-Bootes für die Marine von Südafrika

Chemikalientanker „Wappen von Berlin“

Neues Joint Venture gegründet

Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir

die Voraussetzungen geschaffen, um unsere

Marineaktivitäten auszugliedern und ab

2006 in ein gemeinsames Joint Venture mit

der ThyssenKrupp Marine Systems AG einzubringen.

Diese Maßnahme wird die vertriebliche

Zusammenarbeit fördern und eine

noch effizientere gemeinsame Marktbearbeitung

ermöglichen.

U-Boot in Dienst gestellt

Nach vierjähriger Bauzeit konnten wir im

vergangenen Jahr gemeinsam mit unserem

Konsortialpartner ThyssenKrupp Marine Systems

ein U-Boot des Typs 209 an die

südafrikanische Marine übergeben. Zurzeit

befinden sich noch zwei weitere U-Boote für

die südafrikanische Marine im Bau, deren

Auslieferung für 2007 vorgesehen ist.

2005 2004 ∆ %

Auftragseingang 153 179 – 15

Umsatz 34 105 – 68

Auftragsbestand 759 674 + 13


3

SCOT-Tanker weltweit gefragt

In 2005 erhielten wir von einer deutschen

Reederei einen Folgeauftrag über vier Safety

Chemical Oil Tanker (SCOT). Dieser Schiffstyp

ist zurzeit weltweit gefragt und gilt

aufgrund seiner Doppelhülle und einer

redundanten Antriebs- und Ruderanlage

als besonders sicher. Die Auslieferung der

Tanker ist für die Jahre 2007 und 2008 vorgesehen,

so dass sich die Flotte unserer abgelieferten

SCOT-Tanker auf dann insgesamt

zwölf Einheiten belaufen wird.

Folgeaufträge für AHT-Schlepper

Zudem erhielten wir 2005 Aufträge zur Lieferung

von vier AHT-Schleppern (Anchor-

Handling-Tugs). Hierbei handelt es sich um

Folgeaufträge eines deutschen Reeders, an

den wir bereits in der Vergangenheit einen

100-Tonnen-Schlepper geliefert haben.

Gegengeschäftsverpflichtungen abgebaut

Wir haben das Jahr 2005 genutzt, um die aus

unseren Marineaktivitäten resultierenden

Gegengeschäftsverpflichtungen in Griechenland,

Portugal und Südafrika weiterhin planmäßig

abzubauen. Durch die vorgenom-menen

Investitionsmaßnahmen haben wir

einen wichtigen Beitrag zur strukturellen

Verbesserung etlicher Branchen in diesen

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Ländern und dort ansässiger mittelständischer

Industrien geleistet.

Geschäftserwartung für Marine Business

Die bei MAN Ferrostaal verbleibenden Handelsschiffs-

und Gegengeschäftsaktivitäten

lassen eine positive Geschäftsentwicklung

erwarten. Wir rechnen aufgrund des weltweit

steigenden Güter- und Handelsaufkommens

mit einer Fortsetzung der hohen Nachfrage

nach Handelsschiffen. Unsere erfolgreiche

Strategie der Konzentration auf Spezialprodukte

werden wir weiter verfolgen. Gleichzeitig

werden wir

uns Bauplätze sichern, indem wir weitere

strategische Partnerschaften mit internationalen

Werften, insbesondere in Osteuropa,

eingehen.

Die Abwicklung von Gegengeschäften wird

bei MAN Ferrostaal zukünftig eine noch größere

Rolle einnehmen. Im Geschäft mit

staatlichen Behörden stellen wir eine zunehmende

Tendenz zu Gegengeschäftsverpflichtungen

fest und sehen Chancen auf

zusätzliche Geschäftsumfänge, die wir mit

unserem Kompetenzportfolio realisieren

können. In diesem Rahmen intensivieren

wir auch die Zusammenarbeit mit unseren

Konzernschwestern.

25


26

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Das Geschäft

mit DruckereiundIndustriemaschinen

hat

sich positiv

entwickelt und

bietet weiteres

Potenzial.

Services & Logistics

Die Sparte Services & Logistics bündelt mit den Segmenten Equipment Solutions und

Supply Chain Solutions diejenigen Aktivitäten der MAN Ferrostaal, die sich durch einen

hohen Service- und Logistikcharakter auszeichnen. Der Auftragseingang belief sich im

Jahr 2005 auf 1 953 Mio € gegenüber 2 372 Mio € im Vorjahr. Dieser Rückgang resultiert

im Wesentlichen aus niedrigeren Stahlpreisen im Marktsegment Materials. Der Umsatz

verringerte sich auf 1 982 Mio € (Vorjahr: 2 064 Mio €). Zum Ende des Geschäftsjahres

verblieb ein Auftragsbestand in Höhe von 590 Mio € gegenüber 662 Mio € am

31. Dezember 2004.

Equipment Solutions

Das Segment Equipment Solutions entwickelte

sich 2005 erfreulich. Der Auftragseingang

wuchs auf 387 Mio € (Vorjahr:

347 Mio €). Dabei profitierten wir von der

starken konjunkturellen Entwicklung Chinas

und der positiven wirtschaftlichen Situation

in unseren lateinamerikanischen Kernmärkten.

Der Umsatz verbesserte sich ebenfalls

und stieg um 15 % auf 390 Mio € (Vorjahr:

340 Mio €). Der Auftragsbestand belief

sich Ende 2005 unverändert auf

210 Mio €.

Druckereimaschinengeschäft im Aufwind

Im Jahr 2005 haben wir die Kostenstrukturen

des Geschäftsbereiches Printing and Packaging

deutlich verbessert und unsere Position als

Marktführer in der südlichen Hemisphäre

ausgeweitet. Gleichzeitig hat die Erholung der

weltweiten Druck- und Verpackungsindustrie

die Geschäftslage positiv beeinflusst.

Geschäftslage Equipment Solutions (Angaben in Mio €)

Zu unseren wichtigsten Partnern zählten neben

unserer Konzernschwester MAN Roland

die Hersteller Manugraph (Indien) und Nilpeter

(Dänemark). Unsere wichtigste

Absatzregion war wiederum Lateinamerika.

In Mexiko und Brasilien konnten wir das

Geschäftsvolumen deutlich steigern. In

Südafrika haben wir 2005 das Unternehmen

Printing Products Ltd. übernommen, das

für uns eine wesentliche Ergänzung unseres

Angebotsportfolios ist und unsere Systemkompetenz

weiter verbessert.

Den Geschäftsbereich Industrial Systems

and Transportation haben wir 2005

neu strukturiert und das Geschäft mit Maschinen,

Systemlinien und Transportsystemen

in einer Einheit gebündelt. Durch diese

Maßnahme nutzen wir zukünftig noch stärker

die vorhandenen Synergien und

Potenziale. Einen besonderen Erfolg haben

2005 2004 ∆ %

Auftragseingang 387 347 + 12

Umsatz 390 340 + 15

Auftragsbestand 210 210 0


1 2

Wir werden die

Aktivitäten des

Segmentes

Equipment Solutions

konsequent

ausbauen.

wir mit der Lieferung von drei drei-gerüstigen

Walzlinien, der dazugehörigen Peripheriemaschinen

und der Modernisierung von

zwei bestehenden Walzwerken nach China

erzielt. Außerdem erfolgte die Übergabe und

Endabnahme eines weiteren viergerüstigen

Aluminiumwalzwerks inklusive der vor- und

nachgeschalteten Maschinen. Die jährliche

Produktion von dünner Aluminiumfolie in

China steigt alleine durch diese Anlagen um

130 000 Tonnen pro Jahr. Ebenfalls aus China

haben wir mehrere Aufträge zur Lieferung

von Anlagen für die Herstellung von Medaillen

und Münzen erhalten, auf denen unter

anderem die Medaillen für die Olympischen

Spiele 2008 in Peking gepresst werden.

Erfolgreiche Zusammenarbeit im Konzern

In Kooperation mit unserer Konzernschwester

Neoman ist uns der Eintritt in

den mexikanischen Busmarkt gelungen.

So konnten wir im Jahr 2005 Lieferaufträge

über insgesamt 525 Busse bzw. Chassis akquirieren.

Die konzernübergreifende Kooperation

mit Neoman ermöglicht es, Synergien

zu nutzen und weitere Potenziale in Lateinamerika

zu erschließen. Zurzeit bauen wir in

Mexiko unser Servicenetz aus, um gemeinsam

mit Neoman und MAN Nutzfahrzeuge

einen umfassenden Service für Busse und

Lkw anbieten zu können.

Geschäftserwartung Equipment Solutions

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

1 Aluminium-Walzstraßen zur Herstellung von

Aluminiumfolien, geliefert nach China

2

Rollenoffsetdruckmaschine von MAN Roland während

der Inbetriebnahme

Für den Geschäftsbereich Equipment Solutions

sehen wir gute Wachstumschancen und

sind zuversichtlich, die positive Entwicklung

auch im kommenden Jahr fortführen zu

können. Im Geschäftsbereich Printing and

Packaging gehen wir von einer Fortsetzung

des Aufwärtstrends aus. Durch den Ausbau

strategischer Partnerschaften, insbesondere

mit asiatischen Anbietern, werden wir unser

Produktportfolio ausweiten und in neue

Marktsegmente vordringen. Über die gezielte

Akquisition von internationalen Anbietern

mit komplementären Angeboten streben wir

auch externes Wachstum an. Gleichzeitig

beabsichtigen wir, unsere Marktposition weiter

zu stärken, indem wir noch

intensiver als bisher im Service- und Ersatzteilgeschäft

tätig werden.

Für den Geschäftsbereich Industrial Systems

and Transportation sehen wir eine Vielzahl

von Möglichkeiten, um in der Zukunft erfolgreich

zu sein. Zum einen steigert die

wirtschaftliche Entwicklung vieler Schwellenländer

die Nachfrage nach Industriemaschinen,

zum anderen sind immer mehr Produktionsunternehmen

aus aufstrebenden Industrieländern

daran interessiert, ihre Maschinen

weltweit zu vertreiben. Für solche Unternehmen

sind wir aufgrund unserer Vertriebskompetenz,

unserer umfangreichen Länderkenntnisse

und unseres internationalen

Vertriebsnetzes ein geschätzter Kooperationspartner.

27


28

1

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

In vielen Ländern besteht ein hoher

Bedarf an Ausbau und Modernisierung des

Schienennetzes. Dies möchten wir für unser

Geschäft nutzen und mit der Entwicklung

maßgeschneiderter Transportlösungen einen

Beitrag zur Verbesserung der Infrastrukturen

dieser Länder leisten.

Supply Chain Solutions

Im Segment Supply Chain Solutions

lag der Auftragseingang im Jahr 2005 bei

1 566 Mio € (Vorjahr: 2 025 Mio €). Dieser

Rückgang kam erwartet und resultiert im

Wesentlichen aus weltweit gesunkenen Preisen

für Stahlprodukte. Der Umsatz reduzierte

sich um 8 % auf 1 592 Mio €

(Vorjahr: 1 724 Mio €). Dies liegt vor allem

darin begründet, dass wir bei logistischen

Dienstleistungen durch eine Modifizierung

Geschäftslage Supply Chain Solutions (Angaben in Mio €)

1

2

3

4

2

Auslieferung von Stahlknüppeln für die Herstellung

nahtloser Rohre

Montage von Motoren für einen Hersteller in Polen

Material zum Bau einer Ölpipeline in Turkmenistan

Lieferung von Peripheriekomponenten für Pipelines

des Geschäftsmodells zunehmend nur noch

die durch MAN Ferrostaal erbrachte Wertschöpfung

in unseren Geschäftszahlen abbilden.

Zum Ende des Jahres verfügte der

Bereich über einen Auftragsbestand von

380 Mio € gegenüber 452 Mio € in 2004.

Im Geschäftsbereich Materials setzten wir

im abgelaufenen Jahr über 2,5 Mio Tonnen

Stahl (Vorjahr: 3 Mio Tonnen) und rund

700 000 Tonnen Rohstoffe (Vorjahr:

800 000 Tonnen) ab. Dabei konnten wir,

trotz eines zum Teil schwierigen Marktumfeldes,

in einigen Bereichen die guten Vorjahresergebnisse

leicht übertreffen.

Der Absatz von Stahlprodukten verteilte sich

zu 39 % auf Langprodukte, zu 30 % auf Flachprodukte,

zu 24 % auf Halbzeug und zu 7 %

auf Spezialstähle und Nichteisenmetalle.

Wichtigster Beschaffungsmarkt für unsere

internationalen Stahlaktivitäten war mit

2005 2004 ∆ %

Auftragseingang 1 566 2 025 – 23

Umsatz 1 592 1 724 – 8

Auftragsbestand 380 452 – 16


3

Den Geschäftsbereich

Automotive

konnten wir

2005 ausbauen.

Hier wollen wir

auch zukünftig

weiter wachsen.

32 % der Tonnage die Europäische Union.

Die Länder Europas außerhalb der Europäischen

Union trugen 21 % zu der eingekauften

Tonnage bei, Lateinamerika 25 %,

Asien 18 %, Afrika und Nordamerika zusammen

4 %.

Wichtigster Absatzmarkt war im Jahr 2005

unverändert Nordamerika mit einem Anteil

von 39 % an der abgesetzten Tonnage, gefolgt

von Lateinamerika mit 22 % und den

Mitgliedsstaaten der Europäischen Union

mit einem Anteil von 19 %. Nach Asien haben

wir 10 % der verkauften Tonnage abgesetzt,

nach Afrika 6 % und in das restliche

Europa 4 %.

Für den Geschäftsbereich Automotive verlief

das Jahr 2005 wiederum erfreulich. Wir

haben unsere Aktivitäten mit bestehenden

Kunden ausgebaut und Projekte mit Neukunden

realisiert. Unter anderem konnten

wir die Verträge mit unserem Kunden

General Motors für komplexe Montageleistungen

des Modells Zafira im polnischen Gliwice

hinzugewinnen.

Am bestehenden belgischen Standort Genk

wurden wir von Ford mit der Montage von

Modulen für das neue Modell Ford Galaxy

beauftragt. Gleichzeitig konnten wir die

aktuellen Aufträge auf die Produktion des

neuen Ford Mondeo ausweiten, so dass eine

Auslastung des Standortes bis 2011 sichergestellt

ist. In Belgien etablierten wir uns

an zwei neuen Standorten: In Antwerpen

werden wir ab 2006 Hinterachsen und Fe-

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

derbeine für Opel montieren. In Gent montieren

wir seit Mitte 2005 erstmals

für Volvo Kraftstofftanks.

Unsere Piping-Aktivitäten blieben in 2005

hinter den Erwartungen zurück und profitierten

nur bedingt von der gestiegenen

Investitionsfreudigkeit der Öl- und Gasindustrie.

Zwar konnten wir mehrere größere

Aufträge zur Lieferung von Material für

Anlagen und Pipelines in den Iran, nach

Turkmenistan und nach Russland in Kraft

setzen, doch verhinderte die Verschiebung

einiger Großaufträge in das Jahr 2006 eine

ähnlich positive Entwicklung wie im Vorjahr.

Die Weiterentwicklung unserer Aktivitäten

von einem reinen Lieferanten hin zu einem

umfassenden Dienstleister für die Öl- und

Gasindustrie lässt sich an einem Versorgervertrag

mit unserem Kunden Exxon-Mobil

nachvollziehen. Seit dem letzten Geschäftsjahr

übernehmen wir für Teilbereiche dieses

Kunden die gesamte Beschaffungsfunktion

und verantworten die Versorgung seiner

Produktionseinheiten mit Materialien.

Geschäftserwartung

Supply Chain Solutions

Für das kommende Geschäftsjahr rechnen

wir im Segment Supply Chain Solutions mit

einer weiterhin guten Auftragslage. Im Geschäftsbereich

Materials gehen wir von einer

weitgehend stabilen Preisentwicklung aus.

Insbesondere der Bedarf an Walzstahl wird

unseren Erwartungen nach während der

kommenden Jahre auf hohem Niveau blei-

4

29


30

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

ben. Wir planen, mit innovativen Konzepten

unsere Dienstleistungstiefe zu erhöhen. Großes

Potenzial sehen wir vor allem in den

USA, wo wir unsere Aktivitäten weiter intensivieren

möchten.

Die zukünftigen Aussichten des Geschäftsbereiches

Automotive sind positiv. Wichtigste

Herausforderung für die Industrie bleibt die

Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Wir

rechnen damit,

dass die Automobilproduzenten ihre Outsourcing-Aktivitäten

ausweiten, um dem

Kostendruck entgegenzuwirken.

Da wir heute gut aufgestellt sind, werden wir

unsere Strategie der Prozess- und Qualitätsführerschaft

mit einem Fokus auf High-added-Value-Dienstleistungen

weiterverfolgen.

In den kommenden Jahren wollen wir zusätzliches

Wachstum generieren, indem wir

den Leistungsumfang und die Leistungstiefe

bei bestehenden Kunden erweitern. Gleichzeitig

wollen wir unsere internationalen

Aktivitäten, insbesondere in Osteuropa, stärken.

Für den Geschäftsbereich Piping erwarten

wir 2006 eine verbesserte Auftragslage. Wir

sind in den Ländern des kaspischen Raums,

Russland und Iran gut aufgestellt und rechnen

damit, an den anstehenden Erweiterungsund

Modernisierungsinvestitionen der dortigen

Öl- und Gasindustrie stärker als bisher

zu partizipieren. Außerdem erkennen wir zunehmend

Bestrebungen von großen Öl- und

Gasgesellschaften sowie von Großanlagenbetreibern,

ihre Beschaffungs-, Logistik- und

Qualitätssicherungsaktivitäten auszulagern.

Dieser Trend kommt unserer Aufstellung als

unabhängiger Systemlieferant entgegen. Wir

werden das kommende Jahr nutzen, um unser

Produktportfolio zu komplettieren und

das Wachstum durch eine Ausweitung des

Basis- und Projektgeschäfts voranzutreiben.

Herstellung von Schiffssektionen im

Auftrag der MAN Ferrostaal


Mitarbeiter

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Das Geschäft der MAN Ferrostaal beruht zu einem wesentlichen Teil auf dem profunden

Know-how unserer Mitarbeiter. Deshalb legen wir großen Wert darauf, diesen Faktor zu

stärken und auszubauen. Qualifizierung und die Förderung von Talenten sind wichtige

Aufgaben unserer Personalarbeit.

MAN Ferrostaal beschäftigte 2005 im Durchschnitt

4 833 fest angestellte Mitarbeiter

(Vorjahr: 5 633). Zum 31. Dezember 2005 waren

insgesamt 4 773 fest angestellte Mitarbeiter

bei MAN Ferrostaal tätig (Vorjahr:

4 679). Der Anstieg ist in der erstmaligen Einbeziehung

von zehn Auslandsstandorten begründet.

In der Sparte Projects & Contracting

beschäftigten wir 1 984 Mitarbeiter, in der

Sparte Services & Logistics 2 459 und in den

Zentralbereichen 330. Im Geschäftsjahr

2006 verfolgen wir auch weiterhin das Ziel,

Randaktivitäten zu veräußern. Infolgedessen

wird sich die Zahl der Mitarbeiter redu-zieren.

Internationaler Erfolg erfordert außergewöhnliche

Mitarbeiter

Für ein internationales Dienstleistungsunternehmen

wie MAN Ferrostaal ist

das Know-how seiner Mitarbeiter ein wesentlicher

Erfolgs- und Wettbewerbsfaktor. Neben

einer umfassenden Fachkompetenz sind

für uns unternehmerisches Handeln und die

Fähigkeit, fachübergreifend vernetzt zu denken,

sowie das Verständnis für andere Kulturen

wichtige Voraussetzungen, um in unseren

wettbewerbsintensiven Märkten langfristig

erfolgreich zu agieren. Ein Fokus unserer

Personalarbeit liegt deshalb auf der persönlichen

und fachlichen Entwicklung unserer

Mitarbeiter. Diese

fördern wir durch ein vielseitiges Weiterbildungsangebot.

Qualifikation als Erfolgsfaktor

Die persönliche Kompetenz unserer Mitarbeiter

stärken wir durch gezielte Coachingmaßnahmen

und internationale Führungstrainings.

Dabei setzen wir unter anderem

verstärkt Programme der European School

of Management and Technology und der

MAN-Führungsakademie ein. Die fachliche

Entwicklung unserer Mitarbeiter fördern wir

durch ein umfangreiches Weiterbildungsangebot

mit den Schwerpunktthemen

Finanzierung und Recht. Darüber hinaus

nimmt angesichts unserer internationalen

Aufstellung die sprachliche Qualifizierung

einen hohen Stellenwert ein.

Strukturierte Identifizierung und Förderung

von Talenten

Für Schlüsselpositionen gewährleisten wir

eine langfristige Nachfolgeplanung, indem

wir systematisch und hierarchieübergreifend

geeignete Kandidaten identifizieren.

Durch gezielte Fördermaßnahmen wie individuelles

Coaching und Bildungsveranstaltungen

zu Fach-, Führungs- und Strategiethemen,

entwickeln wir die

Persönlichkeit und Qualifikation unserer

Mitarbeiter kontinuierlich weiter. Im abgelaufenen

Geschäftsjahr haben wir den

Prozess der Potenzialeinschätzung auf entsandte

und lokale Mitarbeiter im Ausland

ausgeweitet und dadurch unseren Pool an

Fach- und Führungskräften ergänzt.

31


32

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Stelleneinwertung auf Führungsebene

Als erster Teilkonzern der MAN Gruppe haben

wir damit begonnen, Stellen von Führungskräften

in Gehaltsbänder einzuordnen.

Diese Maßnahme soll eine Vergleichbarkeit

der Gehälter innerhalb der MAN Gruppe sicherstellen.

Außerdem verbessern wir dadurch

die Möglichkeit der

Job-Rotation innerhalb der MAN Gruppe.

Definition von Kernkompetenzen

Unsere Führungskräfte verfügen über praxiserprobte

Führungsqualitäten, die wir

strukturiert weiterentwickeln. Aus diesem

Grund haben wir 2005 ein Kompetenz-modell

entwickelt, das die wesentlichen

Kernkompetenzen unserer Führungskräfte

festlegt. Es handelt sich dabei um die

Fähigkeitsmerkmale Persönlichkeit, Führungsverhalten,

soziale Kompetenz, Internationalität,

unternehmerisches Handeln,

Fachwissen und die Bereitschaft, Veränderungen

voranzutreiben. Diese Kompetenzen

sind wesentliche Kriterien bei der Einwertung

der Stellen und spielen eine wichtige

Rolle in der Potenzialeinschätzung. Außerdem

sind sie fester Bestandteil der jährlich

stattfindenden Zielvereinbarungsgespräche.

Leistungsabhängige Vergütung

Unser Vergütungssystem richtet sich nach

den operativen Erfolgen der MAN AG und

der MAN Ferrostaal. Neben dem gewichteten

Return on Sales der MAN Ferrostaal und des

individuellen Geschäftsbereiches bildet zusätzlich

der Return on Capital Employed der

MAN AG die Grundlage für die Berechnung

der variablen Vergütung unserer Führungskräfte.

Mit dieser Maßnahme fördern wir gezielt

die konzernweite Zusammenarbeit. Darüber

hinaus hängt die Höhe der variab-len

Vergütung auch in erheblichem Maße von

der persönlichen Leistung ab.

Projektmanagementkompetenz

Im kommenden Jahr werden wir durch intensive

Qualifizierungsmaßnahmen unsere

Kernkompetenz „Projektmanagement“ weiter

verbessern. Gleichzeitig werden wir noch

intensiver als bisher international erfahrene

Führungskräfte einstellen und verstärkt internationale

Hochschulabsolventen mit

technischen Abschlüssen rekrutieren, um

die langfristige Leistungsfähigkeit unserer

operativen Bereiche

sicherzustellen.

Dank an die Mitarbeiter und

Belegschaftsvertreter

Der Vorstand dankt den Mitarbeitern für

ein erfolgreiches Geschäftsjahr. In Bezug auf

den Gewinn konnten wir 2005 das zweitbeste

Unternehmensergebnis in der Geschichte

der MAN Ferrostaal erzielen. Dieser Erfolg

war nur dank des außerordentlichen Einsatzwillens

und der Schaffenskraft unserer Mitarbeiter

möglich. Darüber hinaus bedankt

sich der Vorstand bei den Mitgliedern der

Arbeitnehmervertretung für die Fortführung

der traditionell konstruktiven und offenen

Zusammenarbeit.


MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

33


34

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Ein funktionierendesRisikomanage-ment

ist die Grundlage

unserer

Geschäftstätigkeit.

Risikomanagement

Der sorgfältige Umgang mit Chancen und Risiken

ist bei MAN Ferrostaal Basis für eine

verantwortungsbewusste Unternehmensführung

und eine wesentliche Voraussetzung

zur Erreichung unserer Ziele. Deshalb wenden

wir ein ausgefeiltes Risikomana-gement

an, dessen Aufgabe es ist, die im Rahmen unserer

Geschäftstätigkeit entstehenden Chancen

und Risiken systematisch zu identifizieren

und zu steuern. Es gewährleistet, dass

Chancen konsequent genutzt, mögliche Risiken

erkannt, transparent dargestellt und objektiv

bewertet werden. Es trägt auch dazu

bei, im laufenden Geschäft auftretenden Risiken

durch Gegenmaßnahmen zu begegnen.

Wir nehmen unternehmerische Chancen nur

dann wahr, wenn

sie nach unserer Einschätzung den Unternehmenswert

steigern und die damit verbundenen

Risiken für uns beherrschbar sind.

Unser Risikomanagementsystem wird

durch zahlreiche Management- und Kontrollsysteme

ergänzt. In der strategischen

Unternehmensplanung berücksichtigen

wir mittelfristige Chancen, während unser

internes Berichtswesen ein adäquates Controlling

gegenwärtiger Chancen und Risiken

gewährleistet. Unseren Liquiditätsbedarf planen

wir im Rahmen einer jährlichen

Finanzplanung im Voraus. Die kurzfristige

Liquiditätsentwicklung steuern wir aktiv mit

einer revolvierenden Dreimonatsplanung.

Diese Instrumente stellen sicher, dass der

Vorstand frühzeitig und umfassend über die

Geschäftsentwicklungen informiert ist und

bei Bedarf rechtzeitig die notwendigen Maßnahmen

einleiten kann.

Risikomanagement als Erfolgsfaktor

Das Geschäft der MAN Ferrostaal ist aufgrund

der internationalen Ausrichtung und

der zahlreichen Geschäftsaktivitäten einer

Vielzahl von Risiken ausgesetzt. Wir begegnen

diesen Risiken durch ein wirksames Risikomanagementsystem,

das integraler

Bestandteil unserer Geschäftsprozesse und

Grundlage unserer unternehmerischen

Entscheidungen ist. Die normativen Voraussetzungen

für das System werden durch konzernweit

gültige MAN-Richtlinien und insbesondere

das

MAN-Risikomanagementhandbuch geschaffen,

das wir an die Belange unserer Geschäftsaktivitäten

angepasst haben. Es enthält

verbindliche Regeln zur Identifizierung,

Bewertung und Steuerung wesentlicher Risiken

und dient als Basis für unsere risikopolitischen

Grundsätze.


Die Risikolage

unseres Unternehmens

wird

zukünftig in

regelmäßigen

Abständen

von einem

Risikoboard

beurteilt.

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Individueller Umgang mit

spezifischen Risiken

Die MAN Ferrostaal bedient mit ihrer internationalen

Aufstellung und ihren verschiedenen

Geschäftsfeldern eine Vielzahl von

Märkten. Diese zeichnen sich durch unterschiedliche

Risikoprofile aus und machen einen

individuellen Umgang mit den spezifischen

Risiken erforderlich. Wir kommen

dieser Anforderung durch eine dezentrale

Organisation unseres Risikomanagementsystems

nach, d.h. die Identifizierung

von Risiken erfolgt in erster Linie

in den jeweiligen Unternehmensbereichen,

denn da besteht die beste Kenntnis über spezifische

Risiken.

Gelebte Risikokultur

Ende 2005 hat MAN Ferrostaal ein Risikoboard

als zentrale Kontroll- und Steuerungsinstanz

des Risikomanagements eingerichtet.

Es setzt sich aus Experten der operativen

Bereiche und Stabsabteilungen zusammen.

Dieses Gremium wird zukünftig in regelmäßigen

Abständen die Risikolage des Unternehmens

beurteilen und eine qualifizierte

Risiko- und Chancenbeurteilung mit einer

Empfehlung zur weiteren Vorgehensweise

an den Vorstand abgeben.

35


36

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Wir minimieren

Wettbewerbsrisiken

durch

ein besonders

partnerschaftlichesVerhältnis

zu unseren

Kunden.

Ergänzend dazu haben wir im vergangenen

Jahr in Zusammenarbeit mit der MAN AG

das bestehende Risikoreporting gestrafft. Basierend

auf einem standardisierten Risikokatalog

erfassen und analysieren in- und ausländische

Geschäftseinheiten einmal pro

Quartal ihre wesentlichen Risiken und beurteilen

sie hinsichtlich ihrer potenziellen

Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit.

Gleichzeitig werden bestehende und

geplante risikomindernde Maßnahmen

benannt und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit

bewertet.

Wesentliche Risiken der MAN Ferrostaal werden

umfassend und in regelmäßigen

Abständen an den Vorstand und Aufsichtsrat

sowie an die MAN AG berichtet. Darüber

hinaus erfolgt eine Ad-hoc-Berichterstattung,

sofern sich die Risikolage zwischen

den Terminen für die regelmäßige Berichterstattung

wesentlich verändert.

Die interne Revision der MAN AG ist eine

wichtige Stütze unseres Risikomanagementsystems.

Sie setzt sich kritisch mit den

vorhandenen Instrumentarien zur Risikosteuerung

auseinander und trägt dazu bei,

deren Funktionsfähigkeit und Effizienz sicherzustellen.

Chancen- und Risikofelder

Unser angestrebtes Wachstum und die kontinuierliche

Steigerung des Unternehmenswertes

sind untrennbar mit dem Eingehen

von Risiken verbunden, die sich nachteilig

auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

der MAN Ferrostaal auswirken können.

Nachfolgend werden wesentliche Chancenund

Risikofelder beschrieben, die maßgeblichen

Einfluss auf unsere Geschäftsentwicklung

haben können.

Markt

MAN Ferrostaal unterliegt unterschiedlichen

Marktrisiken. Dazu zählt unter anderem die

weltweite konjunkturelle Lage, die sich im

Berichtsjahr 2005 trotz steigender Preise

für Rohstoffe insgesamt positiv entwickelte.

Hohe Rohstoffpreise bergen für uns

nicht nur Risikopotenziale, wie z.B. Preissteigerungen,

sondern bieten gleichzeitig auch

Chancen. Viele unserer Kunden sind

in den derzeit boomenden Branchen, insbesondere

der Öl- und Gasindustrie, angesiedelt,

wo aufgrund der gestiegenen

Nachfrage zahlreiche Investitionen und


Infrastrukturvorhaben geplant sind, an denen

wir verstärkt partizipieren wollen.

Die Preispolitik einzelner Wettbewerber

kann Risiken auslösen. Aufgrund der derzeitigen

Schwäche des US-Dollars haben

Mitbewerber aus den USA einen Kosten-

und Preisvorteil gegenüber MAN Ferrostaal.

Außerdem stellen wir ein verstärktes Auftreten

von asiatischen Unternehmen fest, die

mit niedrigen Preisen in unseren Märkten

agieren und die Margen negativ beeinflussen.

Wir begegnen diesen Risiken, indem wir Ausschreibungen

sehr selektiv bedienen und

Geschäfte, die sich durch einen hohen Wettbewerb

auszeichnen, meiden. Gleichzeitig

bauen wir unsere Alleinstellungsmerkmale,

beispielsweise unsere Projektentwicklungsaktivitäten,

aus. An bestimmten Projekten

beteiligen wir uns als Minderheitsgesellschafter

mit Eigenkapital und bauen so ein

besonders partnerschaftliches Verhältnis

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

zu unseren Kunden auf. Darüber hinaus

versuchen wir, unsere Kunden über verbesserten

Service enger an uns zu binden

und die Kostenstrukturen unseres Unternehmens

durch einen kontinuierlichen

Verbesserungsprozess ständig zu optimieren.

Unsere Kernmärkte liegen vor allem in Ländern,

die im Begriff sind, sich zu modernen

und zukunftsträchtigen Industrieländern

zu entwickeln. In diesen Staaten sind

wir neben wirtschaftlichen auch politischen

Risiken ausgesetzt. Wir begrenzen diese Risiken,

indem wir die Entwicklungen in diesen

Regionen intensiv beobachten und

damit Marktveränderungen in der Regel

frühzeitig antizipieren können.

Zurzeit sehen wir durch mögliche Sanktionen

der internationalen Staatengemeinschaft ein

Risiko für unser Geschäft im Iran. Aufgrund

37


38

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Unser Risikomanage-ment

gewährleistet

eine effektive

Überwachung

von Projekten

und Aufträgen.

der Vielzahl von aussichtsreichen Großprojekten,

die sich derzeit im Iran in Bearbeitung

befinden, besteht für MAN Ferrostaal

das Risiko einer zukünftig schlechteren Geschäftsentwicklung.

Die bereits kontrahierten

Aufträge sind nicht gefährdet, da sie über

Kreditversicherungen abgesichert sind. Wir

beobachten die Entwicklung mit unserer lokalen

Organisation direkt vor Ort.

Abwicklung

Insbesondere im Geschäftsfeld Industrial

Projects sind wir aufgrund unserer Funktion

als Generalunternehmer unterschiedlichen

Vertrags- und Auftragsrisiken ausgesetzt.

Die wesentlichen Gefahrenpotenziale liegen

hierbei in der Vertragsgestaltung sowie

in der technischen und kaufmännischen

Abwicklung dieser in vieler Hinsicht anspruchsvollen

Aufträge. Zu den Risiken zählen

insbesondere unzureichende Leistungen

bei unseren Konsortialpartnern

und Subunternehmern sowie technische

Schwierigkeiten während der Abwicklung

und der Inbetriebnahme der Anlagen. Jeder

dieser Faktoren kann zu Zeitverzögerungen

und negativen Konsequenzen auf der Kostenseite

führen.

Die MAN Ferrostaal begegnet diesen Gefahren

mit einer Reihe von Maßnahmen. Im Bereich

Industrial Projects kommt beispielsweise

ein spezielles Projektcontrolling zum

Einsatz, das eine EDV-gestützte Überwachung

der gesamten Projekt- und Auftragsabwicklung

ermöglicht. Durch dieses System

werden Risiken den verantwortlichen Entscheidungsträgern

im Unternehmen frühzeitig

transparent gemacht. So können entspre-

chende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Ergänzt wird dieses System durch regelmäßige

Projektbesprechungen, in denen

dem verantwortlichen Management frühzeitig

mögliche Risiken in Angeboten vorgestellt

werden und das weitere Vorgehen gemeinsam

mit der Projektleitung festgelegt

wird. Risiken begrenzen wir auch dadurch,

dass wir unsere Subunternehmer regelmäßig

strengen Qualitäts- und Bonitätsprüfungen

unterziehen und nur mit ausgesuchten Partnern

zusammenarbeiten, die über erprobte

Verfahren und Technologien verfügen.

Finanzen

Die MAN Ferrostaal erzielt über 84 % ihres

Umsatzes im internationalen Geschäft und

ist damit in einem nicht unerheblichen Maße

Währungsrisiken ausgesetzt. Dies gilt insbesondere

für den US-Dollar. Wir halten diese

Risiken in einem kontrollierbaren

Rahmen, indem wir die Entwicklung der

weltweiten Devisenmärkte intensiv beobachten

und gegebenenfalls Sicherungsgeschäfte

tätigen.

Oftmals ist mit der Realisierung von

Geschäften eine Finanzierung durch MAN

Ferrostaal verbunden. In diesem Zusammenhang

sind wir Finanzierungsrisiken ausgesetzt.

Wir begrenzen diese Risiken, indem

wir umfangreiche Bonitätsprüfungen durchführen

und eng mit namhaften Banken

und Kreditversicherern kooperieren. Wir

betreiben ein aktives Finanzmanagement,

bei dem wir in einem eingeschränkten

Umfang Forderungsverkäufe durchführen.

Human Resources

Für uns als ein Dienstleistungsunternehmen

ist unser Geschäftserfolg eng mit der Kom-


Eine hohe

Qualität ist die

Voraussetzung

für nachhaltigen

Erfolg in

unseren Märkten.

Qualitätsmanagement

Als industrieller Dienstleister sind wir zu einem

hohen Maße der Qualität unserer

Dienstleistungen verpflichtet, um in unseren

internationalen Märkten nachhaltig

erfolgreich und wettbewerbsfähig zu sein.

Die obersten Ziele unseres Qualitätsmanagementsystems

sind transparente, sichere

Geschäftsprozesse und ihre stringente

Anwendung im operativen Tagesgeschäft.

Damit unsere Kunden ein einwandfreies

Produkt erhalten, muss die Qualität vom Lieferanten

bis zur Endabnahme durchgängig

gewährleistet sein. Um diesem Anspruch gerecht

zu werden, sind unsere operativen Bereiche

gemäß der Normenreihe DIN EN ISO

9001:2000 zertifiziert.

1

2

Bauinspektion einer petrochemischen Anlage

Rohrbrücke der Methanolanlage M5000 in Trinidad

1 2

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Streben nach Perfektion

Alle Abläufe und Verfahren unseres Unternehmens

unterliegen einem kontinuierlichen

Verbesserungsprozess. Durch regelmäßige

Internal Audits und die Umsetzung

darin aufgedeckter Verbesserungspotenziale

erreichen wir, dass das Qualitätsniveau nicht

nur gehalten, sondern stetig gesteigert wird.

Im Fokus unserer Qualitätsmanagementaktivitäten

stand im abgelaufenen Geschäftsjahr

die verstärkte Einbindung unserer

Auslandsorganisationen in die Prozessdarstellungen.

In Vorbereitung der für 2006 anstehenden

Rezertifizierung überarbeiten wir zurzeit

das Qualitätsmanagementsystem für die

Geschäftseinheit Projects & Contracting.

Die Integration existierender Anweisungen

und Vorschriften in neu entwickelte elektronische

Workflows, die Teil unseres Risikomanagements

sind, bilden dabei einen

Schwerpunkt unserer Arbeit. Gleichzeitig

nutzen wir das kommende Geschäftsjahr,

um das gruppenweit gültige Qualitätsmanagementhandbuch

weiterzuentwickeln.

39


40

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Die MAN Ferrostaal

ist der

Projektentwickler

der

MAN Gruppe.

Strategie und Ausblick

Erfolgreich durch eine klare Strategie

Unser oberstes Ziel ist es, Mehrwert für die

Aktionäre der MAN AG zu schaffen. Dies erreichen

wir durch eine Strategie, die auf profitables

Wachstum und auf die Steigerung des

Unternehmenswerts ausgerichtet ist. Dabei

folgen wir drei Grundprinzipien:

1. Wir konzentrieren uns auf unsere

Kernkompetenzen.

2. Wir bauen unsere Geschäftsaktivitäten

zielgerichtet aus.

3. Wir nutzen unsere Internationalität als

Differenzierungsmerkmal.

Konzentration auf Kernkompetenzen

Wir konzentrieren unsere Kräfte auf das, was

wir am besten können. Im Projektgeschäft

agieren wir als Denkfabrik und differen-zieren

uns im Markt durch innovative Projektentwicklung,

komplexe Finanzierungslösungen

und ein erfolgreiches Projekt-

und Risikomanagement. Im Service- und Logistikgeschäft

erbringen wir mit unseren

Dienstleistungen einen wichtigen Beitrag für

die Wertschöpfungsketten unserer Kunden.

Die Organisation von Logistikketten, die Systemintegration,

das Denken in Prozessen

und die Fähigkeit, maßgeschneiderte Lösungen

anzubieten, sind hier unsere Kernkompetenzen.

Als Folge dieser Fokussierung auf

unser Kerngeschäft trennen wir uns von

Geschäftsaktivitäten, die nicht in unser

Kompetenzprofil passen und die nur über eine

begrenzte Wertschöpfung verfügen. Insbesondere

kostenintensive Engineering- und

Montageleistungen geben wir konsequent an

dafür spezialisierte Unternehmen ab.

Ausbau unserer Geschäftsaktivitäten

Innerhalb der MAN Gruppe ist die MAN Ferrostaal

seit vielen Jahren eine bedeutende

Quelle für Liquidität und ein zuverlässiger

Lieferant hoher Kapitalrenditen. Diese Position

wollen wir weiter stärken und durch

den Ausbau profitabler und zukunftsfähiger

Geschäftsaktivitäten unseren langfristigen

Erfolg sichern.

Im Projektgeschäft werden wir unsere Projektmanagement-

und Projektentwicklungsaktivitäten

erweitern. Bewährte Geschäftsmodelle,

wie diejenigen, die wir seit Jahren

bei unseren Methanol- und Ammoniakanlagen

in Trinidad und jetzt auch in Oman anwenden,

werden wir auf weitere Länder und

zusätzliche Bereiche übertragen. Gleichzeitig

werden wir verstärkt in neue Marktsegmente

mit hohen Wert- und Wachstumspotenzialen

vordringen. Dazu zählen wir unter anderem

Zellstoff und erneuerbare Energien. In beiden

Bereichen werden wir unsere Kompetenzen

durch gezielte Akquisitionen und strategische

Kooperationen erweitern.

Im Service- und Logistikgeschäft sehen wir

aufgrund unserer globalen Aufstellung gute

Entwicklungschancen. Wir werden unsere

Marktpositionen ausbauen, indem wir die

Zusammenarbeit mit strategischen Partnern,

insbesondere mit asiatischen und osteuropäischen

Unternehmen, intensivieren und

in neue Marktsegmente vordringen. Gleichzeitig

stellen wir unsere Ertragsbasis auf ein

breiteres Fundament, indem wir unser Portfolio

systematisch durch komplementäre

Produkte und Dienstleistungen ergänzen.

Zudem werden wir noch stärker als bisher

das Ersatzteil- und Servicegeschäft betreiben.

Internationalität als Differenzierungsmerkmal

MAN Ferrostaal ist ein internationales

Unternehmen mit deutschen Wurzeln. Unsere

globale Aufstellung und unser lokales

Know-how in über 60 Ländern sind die Basis

für unseren langjährigen Erfolg. Mit fast 2

000 fest angestellten Mitarbeitern im Ausland

– über 40 % unserer Beschäftigten – sind


Die MAN Ferrostaal

ist der

internationalste

Teilkonzern

der MAN

Gruppe.

wir zuverlässiger Partner für unsere Kunden

und der internationalste Teilkon-zern der

MAN AG. Diese breite Aufstellung schützt

uns vor lokalen Konjunkturschwankungen

und bietet uns die Möglichkeit, weltweit intelligente

Dienstleistungen aus einer Hand

anzubieten. Dabei profitieren unsere Kunden

von unserem differenzierten Geschäftsportfolio

und von den Synergien, die wir in

der Zusammenarbeit mit den anderen Teilkonzernen

der MAN Gruppe schaffen.

Wir gewinnen Wettbewerbsvorteile, indem

wir den länderübergreifenden Informationsund

Wissensaustausch zwischen unseren Geschäftsbereichen

und Landesvertretungen

systematisch fördern. Gleichzeitig nutzen

wir unser internationales Netzwerk und unsere

ausgeprägten Länderkenntnisse,

um als Serviceplattform die Internationalisierung

der MAN Gruppe zu unterstützen.

Die intensive Kooperation zwischen

MAN Ferrostaal und MAN Nutzfahrzeuge in

Lateinamerika ist ein gutes Beispiel dafür,

wie wir die Internationalisierung unserer

Schwestergesellschaften fördern und den

Eintritt in neue Märkte vorantreiben können.

Innerhalb kürzester Zeit ist es uns dank

unserer gemeinsamen Anstrengungen gelungen,

den mexikanischen Markt für Reisebusse

zu erschließen. Deshalb arbeiten wir

bereits an Folgeprojekten in weiteren

Regionen der Welt.

Positive Erwartungen für 2006

Für das laufende Jahr gehen wir von einer

Fortsetzung des weltweiten wirtschaftlichen

Aufschwungs aus und erwarten eine kontinuierlich

hohe Nachfrage nach Investitionsgütern

in unseren lateinamerikanischen,

asiatischen und osteuropäischen Kernmärkten.

Angesichts der anhaltend hohen

Öl- und Gaspreise rechnen wir mit einer

weiterhin hohen Bereitschaft unserer Partner,

in Infrastrukturvorhaben und industrielle

Großanlagen zu investieren.

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNLAGEBERICHT

Vor dem Hintergrund dieses positiven

Trends sind wir zuversichtlich, unsere

erfolgreiche Geschäftsentwicklung auch

im laufenden Jahr fortsetzen zu können.

Für 2006 haben wir uns anspruchsvolle

Ziele gesetzt. Wir wollen unser operatives Ergebnis

deutlich steigern und unsere Renditekennzahlen

erneut verbessern.

Um diesem Anspruch gerecht zu werden,

müssen sich alle Geschäftsbereiche in ihren

Segmenten so positionieren, dass sie in der

Lage sind, ihre Wertbeiträge kontinuierlich

zu steigern und die vorgegebenen Renditeziele

zu erreichen. Den 2004 eingeschlagenen

Kurs, uns konsequent von Aktivitäten

zu trennen, die nicht nachhaltig profitabel

arbeiten, werden wir fortsetzen. Gleichzeitig

werden wir unsere Wettbewerbsfähigkeit erhöhen,

indem wir unsere internen Prozesse

weiter verbessern und die Allokation finanzieller

Mittel noch stärker an Marktpotenzialen

ausrichten.

Auftragseingang und Umsatz werden 2006

deutlich geringer ausfallen als im vergangenen

Geschäftsjahr. Dieser Rückgang resultiert

insbesondere aus unseren logistischen

Dienstleistungsaktivitäten, bei denen wir

durch eine Modifizierung des

Geschäftsmodells zunehmend nur noch

die von MAN Ferrostaal erbrachte Wertschöpfung

und nicht mehr in vollem Umfang

die Umsätze der dabei bewegten Waren

abbilden. Mittelfristig werden wir einen

Großteil dieses Rückgangs kompensieren, indem

wir unser Anlagengeschäft und unsere

Serviceaktivitäten zielgerichtet

ausweiten.

41


42 MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

EXPORT EINES ERFOLGSMODELLS

Export eines

Erfolgsmodells

Rohstoffe nicht verbrennen, sondern sie in Gewinn verwandeln

– das ist das Modell, nach dem die MAN Ferrostaal gemeinsam

mit ihren Kunden in Trinidad vorgeht: Erdgas wird

nicht mehr abgefackelt, sondern aufgefangen und in petrochemischen

Anlagen in Methanol und Ammoniak umgewandelt.

Methanol ist einer der wichtigsten Ausgangsstoffe für die

Weiterverarbeitung in der chemischen Industrie – Grundlage

für Kunststoffe, Farbstoffe, Frostschutzmittel, Biodiesel und

viele weitere Stoffe. Ammoniak ist die wichtigste Grundlage

für die Produktion von Düngemitteln.

Seit 15 Jahren baut und betreibt die MAN Ferrostaal zusammen

mit ihren Kunden Methanol- und Ammoniakanlagen in Trinidad

– mit großem Erfolg: Inzwischen stehen fünf

Methanol- und zwei Ammoniakanlagen in Trinidad und die

Gesamtinvestition der MAN Ferrostaal und ihrer Partnern

beträgt insgesamt knapp 2 Mrd US-Dollar.

Der Einstieg in ein solches Geschäft ist gleichwohl schwierig

und setzt eine Kombination von Qualifikationen voraus, die

nicht viele Anlagenbauer mitbringen. Gefragt sind Generalunternehmer,

die die Fähigkeit haben, Projekte zu entwickeln

und zu managen, die gleichzeitig auf der Basis eines soliden

Risikomanagements in der Lage sind, innovative Finanzierungslösungen

zu gestalten, und die in der Anwendung dieser

Leistungen erfahren sind.


MAN Ferrostaal ist Generalunternehmer für den Bau von Methanol- und Ammoniakanlagen.

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

EXPORT EINES ERFOLGSMODELLS

43


44 MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

EXPORT EINES ERFOLGSMODELLS

Financial Engineering

Initiator der ersten privaten Methanolanlage in Trinidad war

Lawrence Duprey, Inhaber von CLICO (Colonial Life Insurance

Company), des größten Versicherungskonzerns der Karibik, der

zusammen mit dem deutschen Montageunternehmen Proman

eine solche Anlage errichten wollte. Duprey suchte einen

weiteren Partner, einen Generalunternehmer mit solider

Erfahrung vor allem bei der Finanzierung von Industrieprojekten

in Entwicklungsländern. Ein Gebiet, auf dem

MAN Ferrostaal seit vielen Jahren erfolgreich ist.

Nachdem den Kreditgebern

keinerlei materielle Sicherheiten

angeboten werden

konnte, musste MAN Ferrostaal

ein für diese Branche

sehr spezifisches Finanzierungsmodell

entwickeln.

Dies umzusetzen war nur

mit Partnern möglich, die die

Gewinnchancen des Projekts

erkannten, die bereit waren,

ein Risiko einzugehen, und zu denen ein solides

Vertrauensverhältnis bestand – schließlich stützte sich die

Finanzierung weitestgehend auf erst noch zu schaffende

Vermögenswerte und einen künftig zu erwartenden Cashflow

aus dem Betrieb der Anlage.

Die Grundlagen in Trinidad stimmten: ein niedriger Erdgaspreis,

eine geographisch günstige Lage zur Methanolversorgung

der großen Märkte Europa und USA, niedrige Steuern,

nicht existierende Zollbarrieren sowie qualifizierte Arbeitskräfte

vor Ort. So konnten wir die Kreditanstalt für Wiederaufbau

(KfW) und Hermes als Kreditversicherer, wie in vielen vorangegangenen

Projekten, als Partner gewinnen. Seit 1993 läuft

die erste Methanolanlage, und zwar mit Gewinn. Nach dem

Bau zweier weiterer Methanolanlagen wurde im Jahr 2000 mit

den Planungen für die weltgrößte Methanolanlage M5000 begonnen.

Heute ist die Methanol Holdings (Trinidad) Limited

mit einem Weltmarktanteil von rund 20 % einer der größten

Methanolproduzenten der Welt.

„Der Einstieg ins Methanolgeschäft

setzt eine Kombination

von Qualifikationen

voraus, die nicht viele Anlagenbauer

mitbringen.“

Transfer

In der arabischen Welt ist man auf den Erfolg in Trinidad

aufmerksam geworden. Günstige Voraussetzungen, um

das Trinidad-Modell zu wiederholen, bietet auch Oman:

Ein gutes Investitionsklima, eine hervorragende Infrastruktur

und Erdgas. Einen starken lokalen Partner mit hohem Interesse

an Investitionen in die Petrochemie gibt es im Sultanat ebenfalls.

Im April war Baubeginn für eine 400-Mio-US-Dollar-

Methanolanlage im Industriegebiet Sohar, 250 Kilometer nordwestlich

der Hauptstadt Muscat.

Vorteilhaft bei dem Projekt

ist, dass sich die Partner aus

Trinidad auch in Oman beteiligen:

Nach den guten Erfahrungen

in der Karibik haben

sie ein großes Interesse, ihr

Geschäft auf eine breitere internationale

Basis zu stellen.

Hinter der Projektgesellschaft

Oman Methanol Company

stehen drei starke Partner:

die Methanol Holdings (Trinidad) Limited, die omanische OM-

ZEST-Gruppe und die MAN Ferrostaal. Wie die Anlagen

in Trinidad wird auch dieses Projekt weitestgehend durch HER-

MES-gedeckte KfW-Kredite finanziert.

MAN Ferrostaal ist als Contractor für die Ingenieurleistungen

und für die landesfremden Lieferungen von Ausrüstungen

und Material verantwortlich. Der Onshoreanteil, im Wesentlichen

die lokalen Bau- und Montageleistungen, wird von

dem omanischen Unternehmen Oman Proman Contracting &

Trading LLC übernommen. Zielmarkt des Methanols aus der

MO3000-Anlage wird die chemische Industrie in Europa und

Asien sein.

Hohes Marktpotenzial

MAN Ferrostaal hat die Projektentwicklung auf Basis des Rohstoff-

und Energieträgers Erdgas konsequent ausgebaut und

sieht in einer Reihe von Ländern Chancen für den Bau weiterer

petrochemischer Anlagen. Dazu erweitern wir auch die Palette

auf weitere Technologien und Produkte. Nicht zuletzt verfügt

das Produkt Methanol über ein hohes Marktpotenzial als

Treibstoff für Kraftwerke und Fahrzeuge.


1 2 3

1

2

3

Konverter der Methanolanlage M5000

Heizkessel der Methanolanlage M5000

Reformer der M5000-Anlage

4 5

Intelligente Projektentwicklung

Von der Idee zur Realisierung

MAN Ferrostaal entwickelt profitable Geschäftsideen

und übernimmt die Führung der gesamten

Projektentwicklung. Der Kunde und die Partner

sind von Beginn an der Planung und Erstellung

beteiligt – aus der engen Zusammenarbeit resultieren

individuelle, erfolgreiche Konzepte.

Zuverlässige Partnerschaften

Die Kunden und Partner sind Teil des Teams.

MAN Ferrostaal führt kompetente Partner aus

Technologie, Engineering, Montage und Finanzierung

zusammen und koordiniert die Abwicklung.

Dabei steht unser Unternehmen für den

höchsten Qualitätsstandard.

4

5

Ingenieurin aus Trinidad während der Bauphase

Der Bau der M5000 wurde mit Fachkräften aus

Trinidad durchgeführt.

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

EXPORT EINES ERFOLGSMODELLS

Financial Engineering

Für jedes neue Projekt wird frühzeitig ein maßgeschneidertes Finanzkonzept

erstellt, das durch Risikominimierung, Transparenz und Effektivität

eine Optimierung der Abläufe erlaubt.

Eigenbeteiligungen

Mit ihren Kunden gründet die MAN Ferrostaal Projektgesellschaften in

den jeweiligen Ländern und investiert in die gemeinsamen Projekte.

Damit ist die Einbeziehung der MAN Ferrostaal in alle Entscheidungen

sichergestellt.

Vermarktung der Projekte

Als Projektentwickler ist MAN Ferrostaal für die Organisation des

Betriebes der Anlagen und der Vermarktung der Produkte mit verantwortlich.

45


46 MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

EXPORT EINES ERFOLGSMODELLS

Zeittafel der Methanol- und Ammoniakanlagen:

1990 Baubeginn der ersten Methanolanlage für die

Caribbean Methanol Company (CMC)

1993 Inbetriebnahme der CMC-Anlage mit über 500 000

Jahrestonnen Kapazität und Beginn der Erweiterung

der bestehenden Methanolanlage der Trinidad &

Tobago Methanol Company (TTMC)

1996 Inbetriebnahme der neuen TTMC-Anlage mit über

550 000 Jahrestonnen Kapazität und Baubeginn

einer Methanolanlage für die Methanol IV Company

(MIV)

1998 Inbetriebnahme der MIV-Anlage nach nur 20 Monaten

Bauzeit

2000 Baubeginn der Ammoniakanlage für die Caribbean

Nitrogen Company (CNC)

2002 Inbetriebnahme der CNC-Anlage mit über 640 000

Jahrestonnen Kapazität und Baubeginn einer

Ammoniakanlage für Nitrogen (2000) Unlimited

(N2000)

2003 Merger der Methanolgesellschaften CMC, TTMC und

MIV in die Methanol Holdings (Trinidad) Limited

(MHTL) und Baubeginn der Methanolanlage M5000

2004 Inbetriebnahme N2000

2005 Inbetriebnahme der Methanolanlage M5000 für MHTL

mit über 1,9 Millionen Jahrestonnen Kapazität

2005 Baubeginn der Methanolanlage MO3000 für die

Oman Methanol Company LLC (OMC) am Persischen

Golf mit über 1 Million Jahrestonnen Kapazität.

Geplante Fertigstellung: 2007


Heute ist die Methanol

Holdings Trinidad einer

der größten Methanol-

Produzenten der Welt.

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

EXPORT EINES ERFOLGSMODELLS

„The Winning Team“

Mit Inbetriebnahme der M5000-Anlage avancierte

die Methanol Holdings (Trinidad) Limited (MHTL) zu einem

der größten Produzenten von Methanol weltweit. Das Unternehmen

hält einen Marktanteil von rund 20 % des

weltweiten Methanolhandels. Lawrence Duprey, Chairman

der MHTL, verlieh seiner Begeisterung bei der Inbetriebnahme

der Methanolanlage M5000 im Oktober 2005 in

Point Lisas Ausdruck:

„Die M5000-Anlage war von Anfang an eine Herausforderung

wegen ihrer Größe und ihres Projektumfangs. Aufgrund

der Erfolgsgeschichte des „Winning Team“, das alle

unsere vorherigen Methanolanlagen entwickelt und gebaut

hat, fiel MHTL der Entschluss leicht, auch dieses Projekt

zu realisieren. Wir haben immer darauf Wert gelegt,

dass das, was in Trinidad getan werden kann, auch hier gemacht

wird. Während der Montage haben wir 2 500 Menschen

auf der Baustelle beschäftigt. Wir wollen die Unterstützung und Kooperation der Regierung

von Trinidad anerkennen: Es ist kein Zufall, dass sich die zwei größten Methanolanlagen

der Welt hier im Lande befinden. Wir als MHTL werden unseren Optimismus und unsere Zuversicht

für dieses Land beibehalten. Auch alle unsere Aktionäre haben sich entschlossen,

den größten Anteil ihrer Dividende wieder in dieses Land zu investieren!“

47


48 MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

NEUE MÄRKTE ERSCHLIESSEN

Neue Märkte

erschließen

Gegengeschäfte

MAN Ferrostaal ist seit Jahren international tätig. Fast

85 % der Umsatzerlöse wurden 2005 außerhalb von

Deutschland erwirtschaftet. In vielen Ländern sind bei

Exporten Kompensationsgeschäfte üblich. Gegengeschäfte

sind darauf ausgerichtet, dem einkaufenden Staat bzw.

dessen Volkswirtschaft Vorteile zu bringen. Was als vorteilhaft

eingestuft wird, ist von Land zu Land und von Auftrag

zu Auftrag unterschiedlich. MAN Ferrostaal ist es in vielen

Fällen gelungen, Gegengeschäfte zum Wohle der Bevölkerung

und der Industrie des Partnerlandes zu realisieren.

Nicht selten halfen unsere Aktivitäten sogar dabei, neue

Märkte zu erschließen – für den Auftraggeber und auch für

uns.


MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

NEUE MÄRKTE ERSCHLIESSEN

49


50

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

NEUE MÄRKTE ERSCHLIESSEN

Ein gängiges Modell – in der Öffentlichkeit wenig bekannt.

Seriösen Erhebungen zufolge werden heute ca. 20 % des

Welthandels vor dem Hintergrund von Gegengeschäften abgewickelt,

Tendenz steigend. So haben nun mehr 100 Staaten

Gegengeschäftsverpflichtungen in den Grundlagen ihrer Beschaffungsprogramme

verankert. Waren es zunächst überwiegend

Rüstungsinvestitionen, die Forderungen nach Gegengeschäften

mit sich führten, so sind es heute verstärkt

zivile Projekte wie die Lieferung von Flugzeugen, die Errichtung

von Hafenanlagen oder andere Infrastrukturinvestitionen.

Kompensationsgeschäfte erlauben es Staaten, solche Investitionen

zu tätigen, ohne allzu große kommerzielle oder politische

Risiken einzugehen. Ein klassischer Ablauf solcher Gegengeschäfte

ist, dass das Partnerland im Rahmen eines

bestimmten Auftrags, etwa dem Aufbau eines Kraftwerks,

Waren importiert und im Gegenzug nach Wegen sucht, Waren

mit einem ebenso hohen Wert zu exportieren.

Ein Ziel, viele Möglichkeiten

Während sich Gegengeschäfte von ihrer Zielausrichtung in

der Regel sehr ähnlich sind, können sie in der Abwicklung

sehr unterschiedliche Formen annehmen. In finanzieller und

zeitlicher Abhängigkeit von einem Liefergeschäft bietet der

Auftragnehmer zusätzliche Leistungen an, die als Gegengeschäft

in einem reglementierten Rahmen abgewickelt werden.

Eine häufig genutzte Anforderung der auftraggebenden Staaten

besteht darin, den Auftragnehmer zu verpflichten, sein

Projekt mit „local content“ abzuwickeln, also Teile des eigenen

Auftrags an Unternehmen des Partnerlandes weiterzuvergeben.

Diese Form wird in der Regel aus beschäfti-gungspolitischen

Erwägungen gewählt. Im Falle von

High-Tech-Projekten ist mit dem Gegengeschäft häufig auch

ein Technologietransfer verbunden, der dem auftraggebenden

Land langfristig den Aufbau einer eigenen Industrie in

dem entsprechenden Sektor erlaubt.

Zunehmend komplex und produktfremd

Klassische Formen von Gegengeschäften wie Bartergeschäfte

(Tauschgeschäft) oder Buy-back-Vereinbarungen weichen

heute zunehmend komplexen Geschäftsmodellen, wie z.B.

PPP-Modellen (Public Private Partnership: private Unternehmen

beteiligen sich an staatlichen Aufgaben). Hierbei

übernimmt der Auftragnehmer die Rolle des privaten

Partners eines öffentlichen Projektes. Gegengeschäftsverpflichtungen

dieser Art stellen für Unternehmen, die ihre

Produkte und Dienstleistungen im Ausland verkaufen,

zunehmend eine Herausforderung dar, weil sie ihnen ein hohes

Maß an Flexibilität, Kreativität und zum Teil auch an

finanzieller Leistungsstärke abverlangen. Nicht selten gehen

damit auch Investitionen einher, die der Auftragnehmer

erbringen muss.

Gegengeschäfte können auch in vollkommen produktfremden

Bereichen stattfinden. Im Gegenzug zu den Industrieprodukten

oder -dienstleistungen, die die Partnerländer

dann importieren, erhalten sie Unterstützung bei der Vermarktung

ihrer eigenen Produkte. Das Gegengeschäft kann

in diesem Fall dazu beitragen, den Unternehmen des Partnerlandes

neue Märkte zu erschließen. Es stellt so eine

substantielle Unterstützung der Industrie im Auftraggeberland

dar.

Eine Kernkompetenz der MAN Ferrostaal

Viele Projekte der MAN Ferrostaal waren und sind mit Gegengeschäftsverpflichtungen

verbunden. Deshalb stellt deren

Abwicklung eine Kernkompetenz unseres Unternehmens

dar. Besonders vorteilhaft ist dabei die breite Aufstellung der

MAN Gruppe, die uns in die Lage versetzt, die Produkte und


Gegengeschäft mit der südafrikanischen Regierung: MAN Ferrostaal unterstützt als Investitionspartner die lokale Teeindustrie.

Leistungen des Konzerns auch in diesem

Zusammenhang zielgerichtet einzusetzen, etwa durch die

Lieferung von Bussen oder Lastkraftwagen.

Eine herausragende Rolle spielt MAN Ferrostaal seit vielen

Jahren für die deutsche Werftindustrie, die als Partner ausländischer

staatlicher Stellen sehr häufig Gegengeschäftsverpflichtungen

übernehmen muss. Auf der Grundlage gemeinsam

entwickelter Gegengeschäftsprogramme haben

wir jeweils Einzelmaßnahmen entwickelt und abgearbeitet,

deren Ziele stets dem Wohl der Volkswirtschaft des Bestellerlandes

dienen – sei es durch Know-how-Transfer, durch Zu-

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

NEUE MÄRKTE ERSCHLIESSEN

gang zu Schlüsseltechnologien, durch Sicherung und Neuschaffung

von Arbeitsplätzen oder andere Vorteile. Über

die Jahre haben wir uns so in vielen Ländern zu einem kompetenten

Gegengeschäftspartner entwickelt, der sich durch

ein hohes Maß an Zuverlässigkeit in der Erfüllung dieser

Verpflichtungen einen guten Ruf erworben hat. Umgekehrt

profitieren wir selbst von unseren Offset-Aktivitäten, weil

wir auf diese Weise in vielen Ländern dauerhafte Partnerschaften

entwickelt, uns jeweils eine große Landeskenntnis

angeeignet sowie eine große Nähe zu unseren Kunden gefunden

haben.

51


52 MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

NEUE MÄRKTE ERSCHLIESSEN

Aktuelle Beispiele für Gegengeschäfte

Atlantis Training-Center

MAN Ferrostaal investierte in den Aufbau eines Ausbildungszentrums

in Südafrika im Zuge eines Gegengeschäftes mit

der südafrikanischen Regierung. Jugendliche aus der strukturschwachen

Region Atlantis sollen dort ausgebildet werden,

um eine bessere berufliche Perspektive zu erhalten. Die

umliegende Industrie nutzt das Training-Center für Fortbildungsseminare.

Neben Ausbildungen in Informationstechnologie,

Verwaltung und Buchhaltung werden Lerninhalte

aus den handwerklichen Bereichen Nähen, Elektrik, Mechanik,

Holzverarbeitung und Schweißen vermittelt.

Call-Center

Als Investitionspartner war MAN Ferrostaal am Aufbau

von Call-Center-Aktivitäten in Südafrika maßgebend beteiligt.

Südafrika wird für ausländische Unternehmen immer

attraktiver: die gleiche Zeitzone wie in Mitteleuropa, sehr gute

Englischkenntnisse und eine offene Mentalität macht Südafrika

als Standort für Call-Center interessant. Durch dieses

Gegengeschäft wurden über 1 000 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Teeplantage

Im Rahmen einer Offset-Vereinbarung mit der südafrika-nischen

Regierung unterstützt MAN Ferrostaal als Investitionspartner

die lokale Teeindustrie. Vorrangiges Ziel

ist dabei, tausende Arbeitsplätze nachhaltig zu sichern. Experten,

die für operative Tätigkeiten in den Bereichen Management,

Betrieb und Marketing zuständig sind, unterstützen

das Projekt. Mittelfristig ist die Kapitaleinbindung eines

internationalen Partners geplant.

PET-Recycling-Anlage in Johannesburg

MAN Ferrostaal finanziert den Neubau einer Recycling-Anlage

zur Herstellung von Kunststoffgranulat aus gebrauchten

PET-Behältnissen. Aus humanitärer und ökologischer Sicht

kommt dem Projekt große Bedeutung zu, weil an der organisierten

Sammlung der Wertstoffe im Stadtgebiet

von Johannesburg überwiegend ungelernte Arbeitskräfte,

d. h. finanziell bedürftige Personen beteiligt werden.


Modernisierung

der

Hellenic Shipyards

Bei der Umsetzung

der

Gegengeschäftsvereinbarungen

mit unserem

Partnerland Griechenland baute MAN Ferrostaal die Werft

von Hellenic Shipyards aus, um am Standort Skaramanga die

Voraussetzung für die U-Bootfertigung

vor Ort zu schaffen.

Schwerlasttransporter

für Hellenic Shipyards

Im Rahmen der Modernisierung der Hellenic-Werft entwickelte

MAN Ferrostaal gemeinsam mit einer süddeutschen

Firma einen 29-achsigen Schwertransporter speziell zur

Beförderung von U-Booten. Mit einer Nutzlast von 2 000

Tonnen und der Möglichkeit zur Normal-, Quer-, Diagonalund

Kreisfahrt ergänzt das Fahrzeug die Produktivität der

Werft mit ihren beschränkten Platzverhältnissen optimal.

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

NEUE MÄRKTE ERSCHLIESSEN

Chassis für portugiesischen Bushersteller

Im Rahmen der Gegengeschäftsverträge mit der portugie-sischen

Regierung vermittelte MAN Ferrostaal die Übertragung

einer Lizenz von MAN Nutzfahrzeuge AG an den lokalen

Bushersteller Caetano zur Nutzung von MAN-Chassis. Das

neue Chassis trägt zu einer erheblichen Qualitätsverbesserung

bei, durch die das Unternehmen seine Wettbewerbsposition

ausbauen konnte.

Sanierung einer portugiesischen Werft

Im Zuge der Umsetzung von Gegengeschäftsvereinbarungen

mit der portugiesischen Regierung unterstützte MAN Ferrostaal

die größte Werft des Landes in wirtschaftlichen und administrativen

Bereichen. Oberste Zielsetzung war es dabei,

das Fortbestehen der Werft und der dortigen Arbeitsplätze

zu sichern. Die von MAN Ferrostaal erbrachten Leistungen

ermöglichten eine Erweiterung der Werft sowie die Steigerung

ihrer Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit.

53


54 MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

NEUE MÄRKTE ERSCHLIESSEN

Klarer Wettbewerbsvorteil

Seit vielen Jahren sind Gegengeschäfte und die Übernahme

von Offset-Verpflichtungen integraler Bestandteil der MAN-

Ferrostaal-Aktivitäten. Das Unternehmen hat sich in dieser

Zeit bei allen beteiligten Partnern einen hervorragenden Ruf

erarbeitet, weil es gelungen ist, die Verpflichtungen zuverlässig

und zeitgerecht zu erfüllen. Über die Jahre ist aus

der Abarbeitung von Gegengeschäftsverpflichtungen eine

Vielzahl erfolgreicher Partnerschaften gewachsen, die es nahe

legen, aktiv zur Erschließung neuer Marktchancen genutzt

zu werden. Horst Weretecki, bei MAN Ferrostaal

verantwortlich für Business Development, beschreibt einige

Potenziale, die sich dabei ergeben.

Gegengeschäfte stellen einen großen Teil des Welthandels

dar und werden seit vielen Jahren abgewickelt, ohne dass

man viel darüber erfährt. Warum ist das so?

Weretecki: Warum und wie Gegengeschäfte zustande kommen,

ist für weite Teile der Bevölkerung nicht interessant.

Wichtig ist, dass sie zustande kommen. Nehmen Sie

das Beispiel Teeindustrie in Südafrika: Durch die Sanierungsmaßnahme

der Plantage, die wir im Rahmen einer Gegengeschäftsverpflichtung

durchgeführt haben, werden etliche

tausend Südafrikaner als Erntekräfte in Lohn und Brot kommen.

Wie die Verträge gestaltet wurden, die dazu geführt haben,

und was im Einzelnen

unsere Leistung dabei war, ist für

die Bevölkerung nicht wichtig. Relevant

ist für die Leute dort,

dass sie Arbeit finden.

„Wir können der

MAN Gruppe

durch Offset neue

Chancen eröffnen.“

Für die südafrikanische Regierung

stellt sich das ähnlich dar: Für sie

zählt das Ergebnis, nämlich dass

aufgrund staatlicher Aktivitäten – die Forderung an einen

ausländischen Auftragnehmer, Gegengeschäfte darzustellen –

Arbeitsplätze geschaffen wurden. Wo und wie uns das gelingt,

ist nicht so entscheidend. Hängen bleibt aber: Wenn

das MAN Ferrostaal in die Hände nimmt, dann wird das was.

Und das wiederum nützt uns, denn mit einem verlässlichen

Partner macht jeder gern Geschäfte.

Wenn das Konzept für den auftraggebenden Staat so erfolgreich

ist, warum werden Gegengeschäfte dieser Art dann

nicht häufiger gemacht?

Weretecki: Der Bedarf an Gegengeschäften besteht in vielen

Ländern und sie werden immer häufiger gefordert. Noch

vor 20 Jahren gab es nur zehn Länder mit formalisierten Gegengeschäftsrichtlinien;

heute sind es ca. 100. Nicht alle

Marktteilnehmer sind dagegen in der Lage, Gegengeschäftsverpflichtungen

zu übernehmen, zumal die Nichterfüllung

in der Regel pönalisiert wird.

Wenn die Pönale hoch genug angesetzt ist, kann das teuer

werden …

Weretecki: Jede Pönale mindert den Gewinn. Es gibt aber Fälle,

in denen die Pönale auf nicht erfüllte Offset-Verpflichtungen

bis zu 100 Prozent des Auftragswerts ausmacht.

Das wirkt abschreckend.

Weretecki: Wenn das für ein Unternehmen ein übergroßes Risiko

darstellt, dann wird es ein solches Geschäft gar nicht

erst angehen. Anders ist es, wenn man

die notwendigen Verbindungen und Erfahrungen

hat und sich sicher ist, dass

man die Verpflichtungen auch erfüllen

kann. Wir können Geschäfte annehmen,

die andere wegen der damit verbun-denen

Offset-Forderungen nicht übernehmen

wollen. Für MAN Ferrostaal ist das

ein wichtiger Wettbewerbsvorteil.

Wenn MAN Ferrostaal so gute und langjährige Erfahrungen

mit Gegengeschäften hat, würde es sich dann nicht lohnen,

diese Erfahrungen auch anderen Unternehmen anzubieten?

Weretecki: Das würde sich tatsächlich lohnen. Denn es gibt

viele Unternehmen, von denen Gegengeschäfte gefordert

werden, die aber nicht über das erforderliche Wissen und

die Erfahrung verfügen, sie zu erfüllen. Dies dürfte auch einer

der Gründe sein, warum es diverse institutiona-


lisierte Plattformen zum Thema Gegengeschäftsverpflichtungen

gibt. Bei solchen Institutionen tauschen sich Unternehmensvertreter

zu diesem Thema aus. Dort wird mit solchen

Verpflichtungen mitunter auch gehandelt –

das hat fast schon Ähnlichkeiten mit einer Börse.

„Wir wollen unser

Know-how zukünftig

aktiver vermarkten –

intern wie extern.“

Denken Sie daran, Ihre Gegengeschäftserfahrungen

an so einer

Börse anzubieten?

Weretecki: Das ist durchaus denkbar.

Im ersten Schritt wollen wir

uns stärker als bisher innerhalb

der MAN Gruppe anbieten. Wir können

durch unsere traditionell stark

internationale Ausrichtung und unsere langjährige

Erfahrung in der Erfüllung von Gegengeschäften allen Teilkonzernen

der MAN Gruppe neue Chancen eröffnen. Das wäre

im Übrigen auch ein schönes Beispiel für gelebte Unternehmenskultur:

Industrial Governance, das

Führungskonzept der MAN Gruppe, beinhaltet unter anderem

das Ziel, durch Festlegung gemeinsamer Methoden für

die Gruppe ein höheres Wertschöpfungspozential zu erreichen.

Wie kann so eine Zusammenarbeit mit anderen MAN-Teilkonzernen

aussehen?

Weretecki: Konkret kann dies dadurch geschehen, dass wir bei

der Gestaltung eines Gegengeschäftsprogramms stärker als

in der Vergangenheit auf das Produkt- und Leistungsspektrum

der MAN Gruppe zurückgreifen. Es gibt beispielsweise

keinen Grund, bei Infrastrukturvorhaben, die ein Staat im

Gegengeschäftsforderungskatalog hat, nicht auch LKW, Dieselmotoren

oder Turbomaschinen von MAN einzusetzen.

Umgekehrt liegt es auch nahe, dass die MAN Ferrostaal Gegengeschäftsverpflichtungen

übernimmt und abwickelt, die

sich aus einem Nutzfahrzeuggeschäft ergeben.

Diese Möglichkeit hat es in der Vergangenheit doch auch gegeben.

Warum haben Sie das nicht schon früher getan?

Weretecki: In der Vergangenheit wurden Gegengeschäfte häufig

als notwendiges Übel empfunden, zum Teil auch in unserem

eigenen Teilkonzern. Aber wir haben mittlerweile er-

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

NEUE MÄRKTE ERSCHLIESSEN

kannt, dass diese Haltung dem Potenzial nicht gerecht wird,

das dieses Thema birgt. Deshalb hat bei uns ein Umdenkprozess

stattgefunden. Bei MAN Ferrostaal betrachten

wir unsere Gegengeschäftskompetenz heute als Eintrittschance

in Märkte, die uns ohne die Bereitschaft zu Gegengeschäften

möglicherweise dauerhaft verwehrt

blieben.

Warum sollen wir auf diesem Weg nicht

die Produkte unserer Schwesterkonzerne

mitnehmen? Wir sind überzeugt, dass

da große Potenziale liegen.

Für Gegengeschäfte bringen wir eine gute

Kombination von Leistungsmerkmalen

mit: Projektentwicklungs-Know-how, gepaart mit langjährigen

Verbindungen zu Politik, Administration und

örtlicher Industrie. Das können unsere Schwesterkonzerne

nutzen, das ist aber natürlich auch für konzernfremde Unternehmen

interessant.

Also doch an die Offset-Börse gehen mit Ihren Aktivitäten?

Weretecki: Es wäre Verschwendung, wenn wir unsere Kompetenzen

nicht in vollem Umfang nutzen würden. Wir wollen

unser Know-how und unsere Erfahrungen zukünftig aktiver

vermarkten als bisher, sowohl innerhalb der MAN Gruppe als

auch extern. Wir befinden uns bereits in aussichtsreichen

Gesprächen mit nationalen und internationalen Unternehmen

mit dem Ziel, deren Gegengeschäftsverpflichtungen im

Wege der Dienstleistung zu übernehmen und abzuarbeiten.

55


56 MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

Ausgewählte Gesellschaften

der MAN Ferrostaal Gruppe

Stand 31.12.2005

MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft, Essen - 3)

Kapital- Gesamt- Umsatz Beschäftigte

anteil vermögen am

in % in Mio € in Mio € 31.12.2005

1 789 1 483 726

MAN Ferrostaal Power Industry GmbH, Essen 100 569 115 225

MAN Ferrostaal Industrieanlagen GmbH, Geisenheim 100 268 97 202

DSD de Venezuela, C.A., Caracas, Venezuela 100 30 41 98

DSD Construcciones y Montajes S.A. Santiago, Chile 100 48 39 113

MAN TAKRAF Fördertechnik GmbH, Leipzig - 1)

98 85 369

Intergrafica Print & Pack Pty. Ltd., Alexandria, Australien

Graphic Systems Australasia Pty. Ltd.,

100 12 35 56

Silverwater, Australien 100 14 20 38

MAN Ferrostaal Incorporated, Houston, USA *)

- 2)

MAN Ferrostaal Industrie- und

124 687 106

System-Logistik GmbH, Essen *)

MAN Ferrostaal Piping Supply GmbH, Essen,

B.V., Hooge Zwaluwe, Niederlande, und

100 108 123 1 061

N.V., Antwerpen, Belgien 100 52 98 91

1) Die Anteile werden von der MAN Aktiengesellschaft, München, gehalten.

2) Die Anteile werden von der MAN Capital Corporation, New York, gehalten.

3) Die Anteile werden unmittelbar und mittelbar zu 100 % von der

MAN Aktiengesellschaft, München, gehalten.

*) Gesamtvermögen, Umsatz und Beschäftigte einschließlich operativ geführter

Tochtergesellschaften


MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

57


Teilkonzernabschluss

MAN Ferrostaal Teilkonzernabschluss nach IFRS, Geschäftsjahr 2005


Index Teilkonzernabschluss

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

INHALT

60 MAN Ferrostaal Teilkonzern: Gewinn- und Verlustrechnung Geschäftsjahr 2005

61 MAN Ferrostaal Teilkonzern: Bilanz zum 31. Dezember 2005

62 MAN Ferrostaal Teilkonzern: Kapitalflussrechnung 2005

63 MAN Ferrostaal Teilkonzern: Entwicklung des Eigenkapitals 2005

64 Teilkonzernanhang

64 Grundsätze der Rechnungslegung

71 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

71 (01) Umsatz nach Regionen

71 (02) Sonstige betriebliche Erträge

72 (03) Sonstige betriebliche Aufwendungen

72 (04) Beteiligungsergebnis

72 (05) Zinsergebnis

73 (06) Steuern

75 Sonstige Angaben zur Gewinn- und Verlustrechnung

76 Erläuterungen zur Bilanz

76 (07) Immaterielle Vermögenswerte

77 (08) Sachanlagen

78 (09) Beteiligungen

78 (10) Vorräte

79 (11) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

80 (12) Sonstige Vermögenswerte

80 (13) Wertpapiere, Flüssige Mittel

81 (14) Eigenkapital

82 (15) Finanzverbindlichkeiten

82 (16) Pensionen

82 Pensionspläne und Kapitaldeckung

83 Finanzierungsstatus

84 Aufwendungen aus Pensionsverpflichtungen

84 (17) Sonstige Rückstellungen

85 (18) Sonstige Verbindlichkeiten

85 Eventualverbindlichkeiten

85 Sonstige finanzielle Verpflichtungen

86 (19) Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsstrategien

88 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen

88 Gesamtbezüge des Aufsichtsrates und des Vorstandes

90 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

59


60

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ABSCHLUSS

MAN Ferrostaal Teilkonzern Gewinn- und Verlustrechnung

Geschäftsjahr 2005

Mio € Anhang 2005 2004

Umsatzerlöse (1) 2 789 3 185

Umsatzkosten – 2 470 – 2 777

Bruttoergebnis vom Umsatz 319 408

Sonstige betriebliche Erträge (2) 149 93

Vertriebskosten – 130 – 123

Allgemeine Verwaltungskosten – 99 – 97

Sonstige betriebliche Aufwendungen (3) – 200 – 197

Ergebnis von assoziierten Unternehmen (4) 46 –

Sonstiges Beteiligungsergebnis (4) 5 – 12

Ergebnis vor Zinsen und Steuern 90 72

Zinsererträge (5) 23 19

Zinsaufwendungen – 39 – 29

Ergebnis vor Steuern 74 62

Steuern (6) – 19 – 7

Ergebnis nach Steuern 55 55

davon Anteile Konzernfremder – 4 – 6

Jahresüberschuss nach Anteilen Konzernfremder 51 49


MAN Ferrostaal Teilkonzern Bilanz

zum 31. Dezember 2005

Aktiva

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ABSCHLUSS

Mio € Anhang 31.12.2005 31.12.2004

Immaterielle Vermögensgegenstände (7) 2 3

Sachanlagen (8) 149 116

Anteile an assoziierten Unternehmen (9) 146 –

Sonstige Beteiligungen (9) 28 39

Aktive latente Steuern (6) 95 91

Sonstige langfristige Vermögenswerte (12) 43 81

Langfristige Vermögenswerte 463 330

Vorräte (10) 754 690

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (11) 477 518

Forderungen aus laufenden Steuern 6 10

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte (12) 137 149

Wertpapiere (13) 172 157

Flüssige Mittel (13) 373 462

Kurzfristige Vermögenswerte 1 919 1 986

2 382 2 316

Passiva

Mio € Anhang 31.12.2005 31.12.2004

Gezeichnetes Kapital 70 70

Kapitalrücklage 83 83

Gewinnrücklagen 118 75

Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten – 10

Eigenkapital der Aktionäre der MAN Ferrostaal AG 271 238

Anteile Konzernfremder 64 69

Eigenkapital (14) 335 307

Langfristige Finanzverbindlichkeiten (15) 13 2

Pensionen (16) 30 232

Passive latente Steuern (6) 51 60

Sonstige langfristige Rückstellungen (17) 10 9

Sonstige langfristige Verbindlichkeiten (18) 1 –

Langfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 105 303

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten (15) 21 123

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 559 577

Erhaltene Anzahlungen 892 675

Kurzfristige Verbindlichkeiten aus laufenden Steuern 28 11

Sonstige kurzfristige Rückstellungen (17) 327 212

Sonstige kurzfristige Verbindlichkeiten (18) 115 108

Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen 1 942 1 706

2 382 2 316

61


62

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ABSCHLUSS

MAN Ferrostaal Teilkonzern Kapitalflussrechnung 2005

Mio € 2005 2004

Flüssige Mittel zu Beginn des Geschäftsjahres 462 568

Ergebnis vor Steuern 74 62

Laufende Steuern – 33 – 23

Abschreibungen auf Sachanlagen, Immaterielle Vermögenswerte und Beteiligungen 21 34

Veränderung der Pensionsrückstellungen 2 – 1

Nícht ausgeschüttetes Ergebnis von assoziierten Unternehmen – 46 –

Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge – 35 – 3

Cash earnings – 17 69

Veränderung der Vorräte – 38 – 256

Veränderung der erhaltenen Anzahlungen 205 114

Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 109 – 7

Veränderung der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen – 38 – 69

Veränderung der Sonstigen Rückstellungen 113 95

Veränderung der Sonstigen Vermögenswerte – 25 1

Veränderung der Sonstigen Verbindlichkeiten

Eliminierung Ergebnis aus Abgängen von Sachanlagen,

– 3 – 21

Immateriellen Vermögenswerten und Beteiligungen – 3 – 4

Sonstige Veränderungen des Nettoumlaufvermögens 12 18

Cashflow aus der Geschäftstätigkeit 315 – 60

Investitionen in Sachanlagen und Immaterielle Vermögenswerte – 31 – 15

Investitionen in Beteiligungen

Erlöse aus Abgängen von Sachanlagen,

– 2 – 21

Immateriellen Vermögenswerten und Beteiligungen 8 22

Cashflow aus der Investitionstätigkeit – 25 – 14

Kapitalrückzahlung – 16 –

Ausschüttungen – 46 – 93

Veräußerung (+) und Erwerb (-) von Wertpapieren des Umlaufvermögens – 14 10

Tilgung und Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten – 108 49

Sonderdotierung Pensionsfonds – 205 –

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit – 389 – 34

Zahlungswirksame Veränderung der Flüssigen Mittel – 99 – 108

Konsolidierungskreis bedingte Veränderung der Flüssigen Mittel 4 4

Wechselkursbedingte Veränderung der Flüssigen Mittel 6 – 2

Flüssige Mittel am Ende des Geschäftsjahres 373 462

Zusammensetzung des Finanzsaldos am 31.12.

Flüssige Mittel 373 462

Wertpapiere 172 157

Finanzverbindlichkeiten – 34 – 125

511 494

Der Cashflow aus der Geschäftstätigkeit enthält die Zinseinnahmen in Höhe von 23 Mio €

(Vorjahr: 19 Mio €), die Zinsausgaben in Höhe von 26 Mio € (Vorjahr: 16 Mio €) und die

gezahlten Ertragsteuern in Höhe von 10 Mio € (Vorjahr: 4 Mio €).


Mio € Eigenkapital aus

nicht realisierten

Gewinnen/Verlusten

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ABSCHLUSS

MAN Ferrostaal Teilkonzern Entwicklung des Eigenkapitals 2005

Gezeichnetes Kapital- Gewinn- Unter- Marktbe- Anteile Gesamt

Kapital rücklage rücklage schiede wertung Konaus

der der zern

Währungs- Finanz- fremder

umrechung instrumente

Stand am 31. Dezember 2003 70 83 120 0 6 52 331

Dividendenzahlung – 91 – 2 – 93

Ergebnis nach Steuern 2004 49 6 55

Währungsveränderungen

Veränderung unrealisierter

– 3 – 2 – 5

Gewinne/Verluste 4 6 10

Übrige Veränderungen 9 9

Stand am 31. Dezember 2004 70 83 75 0 10 69 307

Dividendenzahlung – 50 4 – 46

Ergebnis nach Steuern 2005 52 – 1 4 55

Währungsveränderungen

Veränderung unrealisierter

31 – 10 5 26

Gewinne/Verluste 1 – 1 0

Übrige Veränderungen 10 – 17 – 7

Stand am 31. Dezember 2005 70 83 118 – 10 10 64 335

63


64

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

Konsolidierungskreis

Teilkonzernanhang

Allgemeine Grundsätze

Die MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft ist ein

Tochterunternehmen der MAN Aktiengesellschaft,

München, und wird in den MAN-

Konzernabschluss einbezogen.

Der Teilkonzernabschluss der MAN Ferrostaal

Aktiengesellschaft für das Geschäftsjahr

vom 1. Januar bis 31. Dezember 2005 ist nach

den International Financial Reporting Standards

(IFRS) des International Accounting

Standards Board (IASB), London, auf freiwilliger

Basis erstellt. Alle für das Geschäftsjahr

2005 geltenden Auslegungen des International

Financial Reporting Interpretations Com-

Konsolidierung

In den Teilkonzernabschluss werden neben

der MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft 26 inländische

und 43 ausländische Tochterunternehmen

einbezogen, bei denen die MAN Ferrostaal

Aktiengesellschaft die Kontrolle über

die Finanz- und Geschäftspolitik gemäß Satzung,

Unternehmensvertrag oder vertraglicher

Vereinbarung innehat. Dies beruht bei

Anzahl der einbezogenen Gesellschaften

Die wesentlichen in den Teilkonzernabschluss

einbezogenen Tochtergesellschaften

sind dem Teilkonzernanhang als Anlage

„Ausgewählte Gesellschaften der MAN Ferrostaal

Gruppe“ (Seite 56) beigefügt. Eine

vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes

der MAN Aktiengesellschaft, die auch sämtliche

Beteiligungen der MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft

enthält, wird beim Handelsregister

des Amtsgerichts Essen hinterlegt.

Gegenüber dem Vorjahr wurden zwölf Ge-

mittee (IFRIC) sowie die Standards des Deutschen

Rechnungslegung Standards Committee

(DRSC) wurden berücksichtigt. Alle angewandten

Standards wurden durch die

Europäische Kommission übernommen.

Der Vorstand der MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft

hat den Teilkonzernabschluss

am 22. Februar 2006 zur Weitergabe an den

Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat

hat die Aufgabe, den Teilkonzernabschluss

zu prüfen und zu erklären, ob er den Teilkonzernabschluss

billigt.

fast allen Beteiligungen

auf der Mehrheit der Stimmrechte, die die

MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft direkt

oder indirekt hat. Bei der brasilianischen Intermesa

Trading Ltda., an der MAN Ferrostaal

Aktiengesellschaft 48,5 % der

Anteile hält, beruht sie auf vertraglichen

Vereinbarungen.

Inland Ausland Gesamt

Einbezogen zum 31. Dezember 2004 24 35 59

Erstmals einbezogen im Geschäftsjahr 2005 3 9 12

Ausgeschieden im Geschäftsjahr 2005 – 1 1

Einbezogen zum 31. Dezember 2005 27 43 70

sellschaften neu in den Konsolidierungskreis

aufgenommen.

Die Veränderungen im Konsolidierungskreis

haben sich auf die Vermögens-, Finanz- und

Ertragslage im Geschäftsjahr 2005 insgesamt

nur unwesentlich ausgewirkt.

Darüber hinaus sind drei Gesellschaften

als assoziierte Unternehmen in den Teilkonzernabschluss

einbezogen.


Grundsätze der

Konsolidierung

Währungsumrechnung

Der Teilkonzernabschluss basiert auf den

nach MAN-konzerneinheitlichen Bilanzierungs-

und Bewertungsmethoden erstellten

Abschlüssen der MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft

und der einbezogenen Tochterunternehmen.

Die Kapitalkonsolidierung erfolgt nach

der Erwerbsmethode. Für Erwerbe werden

gemäß IFRS 3 die Anschaffungskosten eines

Unternehmens auf die identifizierbaren

Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden

des erworbenen Unternehmens

verteilt. Das erworbene Vermögen, insbesondere

immaterielle Vermögenswerte, wird

hinsichtlich seiner Bilanzierung neu beurteilt

und unter bestimmten Voraussetzungen

zum beizulegenden Zeitwert angesetzt. Ein

verbleibender aktiver Unterschiedsbetrag

zwischen den Anschaffungskosten und dem

anteiligen Eigenkapital wird als Geschäftsoder

Firmenwert angesetzt und einmal jährlich

sowie bei besonderer Veranlassung einem

Impairment-Test unterzogen.

Der Teilkonzernabschluss ist in Euro aufgestellt.

Die Abschlüsse von Gesellschaften aus

Ländern außerhalb des Euroraums

sind nach dem Konzept der funktionalen

Währung umgerechnet. Die Umrechnung

der Posten der Bilanz erfolgt zum Kurs am

Bilanzstichtag, die der Posten der Gewinnund

Verlustrechnung zum Jahresdurchschnittskurs.

Der Jahresdurchschnittskurs

wird aus Monatsdurchschnittskursen errechnet.

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

Ergibt sich aus dem Impairment-Test eine

Wertminderung, so wird eine außerplanmäßige

Abschreibung vorgenommen.

Die nach dem Stichtag der Erstkonsolidierung

erwirtschafteten und nicht ausgeschütteten

Rücklagen werden in den Gewinnrücklagen

des MAN-Ferrostaal-Teilkonzerns bzw. in den

Anteilen Konzernfremder ausgewiesen.

Die Anteile konzernfremder Dritter am Eigenkapital

der konsolidierten Gesellschaften

werden im Konzerneigenkapital gesondert

ausgewiesen.

Aufwendungen, Erträge, Forderungen und

Verbindlichkeiten zwischen den einbezogenen

Gesellschaften sowie Zwischengewinne aus

konzerninternen Lieferungen von Vorräten

und von langfristigen Vermögenswerten

werden eliminiert. Auf ergebniswirksame

Konsolidierungsvorgänge werden latente

Steuern abgegrenzt.

In der Darstellung der Entwicklung von Vermögenswerten,

Rückstellungen und Eigenkapital

werden der Stand zu Beginn und

am Ende des Geschäftsjahres sowie die Veränderung

des Konsolidierungskreises zum

jeweiligen Stichtagskurs umgerechnet. Die

übrigen Posten werden zum Jahresdurchschnittskurs

umgerechnet. Unterschiede aus

der Währungsumrechnung der Bilanzposten

gegenüber der Umrechnung des Vorjahres

werden erfolgsneutral behandelt.

Die Wechselkurse für wichtige Währungen des MAN Ferrostaal Teilkonzerns betragen zum €:

Stichtagskurs Durchschnittskurs

31.12.2005 31.12.2004 2005 2004

US-Dollar 1,1797 1,3621 1,2456 1,2424

Pfund Sterling 0,6853 0,7051 0,6839 0,6795

Singapur-Dollar 1,9628 2,2262 2,0723 2,0997

Australischer Dollar 1,6109 1,7459 1,6325 1,6912

Kanadischer Dollar 1,3725 1,6416 1,5122 1,6162

Südafrikanischer Rand 7,4642 7,6897 7,8901 7,9721

65


66

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

Erträge und

Aufwendungen

Immaterielle

Vermögenswerte

Bewertung und Bilanzierung

Umsatzerlöse werden zu dem Zeitpunkt gebucht,

zu dem die Erzeugnisse oder Waren

geliefert bzw. die Leistungen erbracht worden

sind, abzüglich Skonti, Kundenboni und

Rabatte. Bei langfristigen Fertigungsaufträgen

werden Umsätze nach dem Leistungsfortschritt

(„percentage of completion

method“) erfasst, siehe hierzu im Einzelnen

die Erläuterungen zu kundenspezifischen

Fertigungsaufträgen.

Einzeln erworbene Immaterielle Vermögenswerte

werden zu Anschaffungskosten angesetzt.

Immaterielle Vermögenswerte, die

im Zuge eines Unternehmenskaufs übernommen

wurden, werden ab dem Geschäftsjahr

2004 gemäß IFRS 3 mit ihrem beizulegenden

Zeitwert im Erwerbszeitpunkt

bewertet. Haben die Immateriellen Vermögenswerte

eine bestimmbare Nutzungsdauer,

werden sie über den Zeitraum ihrer

Nutzung linear abgeschrieben. Die Abschreibungsdauer

beträgt für Software drei bis

fünf Jahre. Bei Lizenzen und ähnlichen Rechten

erfolgt die Abschreibung entsprechend

den vertraglichen Nutzungsdauern.

Zum 31. Dezember 2005 und zum

Betriebliche Aufwendungen werden mit

Inanspruchnahme der Leistung, Aufwendungen

für Werbung und Absatzförderung sowie

sonstige absatzbezogene

Aufwendungen im Zeitpunkt ihres Anfalls

als Aufwand erfasst. Rückstellungen für Gewährleistung

bilden wir im Zeitpunkt

der Abrechnung von Aufträgen. Zinsen und

sonstige Fremdkapitalkosten werden als

Aufwand der Periode gebucht.

31. Dezember 2004 bestanden keine Firmenwerte

aus der Kapitalkonsolidierung.

Forschungs- und Entwicklungskosten werden

gemäß IAS 38 als laufender Aufwand behandelt.

Ausgenommen hiervon sind die angefallenen

Aufwendungen für die Entwicklung

neuer Produkte im Dienstleistungsbereich;

diese werden aktiviert, wenn die technische

Realisierung der Neuentwicklung und deren

künftiger Markterfolg gesichert sind. Die

planmäßige Abschreibung erfolgt linear

über die jeweilige voraussichtliche Nutzungsdauer

von vier Jahren.


Sachanlagen

Assoziierte Unternehmen

Vorräte

Sachanlagen werden zu historischen Anschaffungs-

oder Herstellungskosten bewertet,

vermindert um planmäßige und

ggf. auch außerplanmäßige Abschreibungen.

Die Herstellungskosten selbst erstellter Sachanlagen

umfassen die direkt zurechenbaren

Produktionskosten und anteilige Produktionsgemeinkosten.

Aufwendungen für Instandhaltungen

und Reparaturen werden ergebniswirksam

erfasst, soweit sie nicht aktivierungspflichtig

sind. Zinsen auf Fremdkapital werden als

laufender Aufwand erfasst.

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

Sachanlagen werden linear über die voraussichtliche

Nutzungsdauer abgeschrieben.

Außerplanmäßige Abschreibungen auf

Sachanlagen werden vorgenommen, wenn

der beizulegende Zeitwert des betroffenen

Vermögenswertes unter den Buchwert gesunken

ist. Steigt der beizulegende Zeitwert

für einen zuvor außerplanmäßig abgeschriebenen

Vermögenswert, so findet eine Wertaufholung

statt.

Den planmäßigen Abschreibungen liegen

folgende konzerneinheitlich festgelegte

Nutzungsdauern zugrunde:

Gebäude 20 bis 50 Jahre

Grundstückseinrichtungen 8 bis 20 Jahre

Maschinen und technische Anlagen 5 bis 15 Jahre

Betriebs- und Geschäftsausstattung 3 bis 10 Jahre

Assoziierte Unternehmen sind diejenigen

Beteiligungen, auf die MAN Ferrostaal AG einen

maßgeblichen Einfluss ausübt; dies ist

grundsätzlich bei einem Stimmrechtsanteil

von 20 % bis 50 % gegeben. Sie werden nach

der Equity-Methode bilanziert.

Die erstmalige Bewertung von assoziierten

Unternehmen erfolgt zu Anschaffungskosten.

Für die Folgebewertung wird der

Vorräte werden zu Anschaffungs- oder

Herstellungskosten oder zum niedrigeren

Nettoveräußerungswert bewertet. Die

Herstellungskosten umfassen die direkt zurechenbaren

Produktionskosten und anteilige

fixe und variable Produktionsgemeinkosten.

Die zugerechneten Gemeinkosten

sind überwiegend auf Basis der Normalbeschäftigung,

ansonsten auf Basis der Istbeschäftigung,

wenn diese der Normalauslastung

entspricht, ermittelt. Vertriebs-kosten,

Kosten der allgemeinen Verwaltung

Anteil der MAN Ferrostaal AG an den nach

dem Erwerb erwirtschafteten Gewinnen und

Verlusten im Beteiligungsergebnis ergebniswirksam

erfasst. Die übrigen Veränderungen

des Eigenkapitals werden erfolgsneutral bilanziert.

Zwischengewinne aus Geschäften

von Konzernunternehmen mit assoziierten

Unternehmen werden anteilig im Ergebnis

der assoziierten Unternehmen zurückgenommen.

sowie Fremdkapitalzinsen werden nicht

aktiviert.

Rohstoffe und Handelswaren werden grundsätzlich

zu durchschnittlichen Anschaffungskosten

bewertet.

Bei erhöhter Lagerdauer oder geminderter

Verwertbarkeit sowie zur verlustfreien

Bewertung von schwebenden Geschäften werden

Vorräte auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert

abgewertet.

67


68

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

KundenspezifischeFertigungsaufträge

Forderungen

Wertpapiere

Latente

Steuern

Kundenspezifische Fertigungsaufträge werden

nach ihrem Leistungsfortschritt (»percentage

of completion method«, p.o.c.) bilanziert.

Nach dieser Methode werden

anteilige Umsatzerlöse und Umsatzkosten

entsprechend dem am Bilanzstichtag erreichten

Leistungsfortschritt ausgewiesen.

Grundlage sind die mit dem Kunden vereinbarten

Auftragserlöse und die erwarteten

Auftragskosten. Der Grad der Fertigstellung

errechnet sich in der Regel aus dem Anteil

der bis zum Bilanzstichtag angefallenen Auftragskosten

an den insgesamt erwarteten

Auftragskosten (»cost to cost method«). In

besonderen Einzelfällen, insbesondere wenn

es sich um neuartige und komplexe Aufträge

handelt, wird der Leistungsfortschritt anhand

vertraglich vereinbarter Meilensteine

(»milestone method«) festgelegt. In der Bilanz

werden die nach p.o.c. als Umsatz

Forderungen und Sonstige Vermögenswerte

werden grundsätzlich zum Nennwert bilanziert.

Unverzinsliche und niedrig verzinsliche

Forderungen mit einer Restlaufzeit von

mehr als drei Monaten werden zu 5,5 % p.a.

abgezinst. Auf Forderungen, deren Ausfall

Wertpapiere sind in die Kategorie »available

for sale« eingestuft und werden zum beizulegenden

Zeitwert bilanziert; dies ist in der

Regel ein Börsenkurs. Der Unterschied zwischen

den Anschaffungskosten und dem bei-

Aktive und passive latente Steuern werden

für temporäre Differenzen zwischen den

steuerlichen und den bilanziellen Wertansätzen,

für ergebniswirksame Konsolidierungsvorgänge

und für steuerliche Verlustvorträge

abgegrenzt. Die Bewertung der latenten

Steuern erfolgt zu dem am Bilanzstichtag

gültigen Steuersatz, im Inland zu 39,9 %. Im

Vorjahr betrug der Inlands-steuersatz 39,4 %;

die Veränderung beruht auf einem höheren

durchschnittlichen

ausgewiesenen Auftragsteile nach Abzug erhaltener

Anzahlungen in den Forderungen

aus Lieferungen und Leistungen erfasst.

Erwartete Verluste aus kundenspezifischen

Fertigungsaufträgen werden sofort in voller

Höhe als Aufwand bilanziert.

Sofern das Ergebnis eines langfristigen Fertigungsauftrages

noch nicht ausreichend sicher

ist, wird der Erlös nur in Höhe der angefallenen

Auftragskosten („verkürzte

p.o.c.-Methode“) erfasst. Die Realisation des

Ergebnisanteils erfolgt erst, wenn die Fertigstellung

so weit fortgeschritten ist, dass die

noch anfallenden Auftragserlöse und -kosten

verlässlich geschätzt werden können.

mit hoher Wahrscheinlichkeit erwartet wird,

werden Einzelwertberichtigungen in voller

Höhe gebildet. Das allgemeine Kreditrisiko,

wird durch Wertberichtigungen auf den Forderungsbestand

berücksichtigt, die grundsätzlich

auf Erfahrungswerten der

Vergangenheit beruhen.

zulegenden Zeitwert wird ergebnisneutral

behandelt und dazu unter Berücksichtigung

latenter Steuern im Eigenkapital aus nichtrealisierten

Gewinnen/Verlusten erfasst.

Hebesatz für die Gewerbesteuer bei den inländischen

Konzernunternehmen.

Aktive latente Steuern werden nur angesetzt,

soweit die damit verbundenen Steuerminderungen

wahrscheinlich eintreten. Verlustvorträge

werden in die Steuerabgrenzung nur

insoweit einbezogen, als in der Zukunft ein

steuerpflichtiges Einkommen zu erwarten

ist, welches zur Realisierung der aktiven latenten

Steuern ausreicht.


Pensionen

Sonstige

Rückstellungen

Derivative

Finanzinstrumente

und Sicherungsgeschäfte

Pensionsverpflichtungen werden nach

dem versicherungsmathematischen Anwartschaftsbarwertverfahren

(»projected unit

credit method«) ermittelt. Dabei werden

die zukünftigen Verpflichtungen (»defined

benefit obligation«) auf der Grundlage der

zum Bilanzstichtag anteilig erworbenen Leistungsansprüche

bewertet. Bei der Bewertung

werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung

bestimmter Parameter, die sich

auf die künftige Leistungshöhe auswirken,

berücksichtigt.

Die Sonstigen Rückstellungen werden für alle

erkennbaren Risiken und ungewissen Verpflichtungen

in Höhe ihres wahrscheinlichen

Eintritts gebildet. Rückstellungen für

ausstehende Kosten, für drohende Verluste

Derivative Finanzinstrumente werden nach

IAS 39 zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Der beizulegende Zeitwert von Devisentermingeschäften

errechnet sich auf Basis des

am Bilanzstichtag geltenden Devisenterminkurses

für die jeweilige Restlaufzeit des Kontrakts

im Vergleich zum kontrahierten Devisenterminkurs.

Für Devisenoptionen

ermitteln wir den beizulegenden Zeitwert

mit Hilfe anerkannter Optionspreismodelle.

Wichtige Einflussfaktoren sind die Restlaufzeit

der Option, die Basiszinsen sowie die

aktuelle Höhe des Wechselkurses und das

Ausmaß seiner Schwankung (Volatilität).

Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps

bestimmt sich durch Abzinsung der erwarteten

künftigen Zahlungsströme über die

Restlaufzeit des Kontrakts auf Basis aktueller

Marktzinsen und der Zinsstrukturkurve.

Derivative Finanzinstrumente mit positivem

beizulegenden Zeitwert werden in den Sonstigen

kurzfristigen Vermögenswerten, solche

mit negativem beizulegenden Zeitwert in

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

Die Pensionsrückstellungen zeigen nur den

Teil der Versorgungsverpflichtungen, der in

der Vergangenheit ergebniswirksam erfasst

wurde. Sie sind um den Zeitwert des zur Deckung

der Versorgungsverpflichtungen bestehenden

Planvermögens vermindert. Der

noch nicht in den Pensionsrückstellungen

passivierte Teil der Versorgungsverpflichtungen

beruht auf versicherungsmathematischen

Gewinnen und Verlusten.

Soweit versicherungsmathematische Verluste

die Korridorgrenze von 10 % des Barwerts

der Verpflichtungen überschreiten, werden

sie über längstens 10 Jahre als zusätzlicher

Aufwand berücksichtigt.

aus Aufträgen und für übrige geschäftsbezogene

Verpflichtungen sind auf der Basis

der noch zu erbringenden Leistungen bewertet,

in der Regel in Höhe voraussichtlich

noch anfallender Herstellungskosten.

den Sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten

ausgewiesen.

Bei derivativen Finanzinstrumenten, die in

einem Sicherungszusammenhang stehen,

bestimmt sich die Bilanzierung von Veränderungen

des beizulegenden Zeitwerts nach

der Art des Sicherungsgeschäfts.

Die Sicherung eines fest kontrahierten

Grundgeschäfts, insbesondere eines laufenden

Auftrags oder einer Kundenforderung

durch ein Devisentermingeschäft sowie die

Sicherung von festverzinslichen Forderungen

aus Kundenfinanzierung und Leasing gegen

Zinsänderungsrisiken, sind ein Fair Value

Hedge (Wertsicherungsgeschäft). Bei Fair

Value Hedges wird die Veränderung des beizulegenden

Zeitwerts des Sicherungsgeschäfts

und des gesicherten Grundgeschäfts

ergebniswirksam gebucht.

69


70

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

Schätzungen

Änderung

von BilanzierungsundBewertungsmethoden

und von

Rechnungslegungsvorschriften

Verkäufe 2004,

Call- und

Put-Rechte

Ein Cashflow Hedge (Zahlungssicherungsgeschäft)

liegt insbesondere bei vorab abgeschlossenen

Kurssicherungen für künftige

Umsätze aus Handelsgeschäften und für

Kundenprojekte mit hoher Abschlusswahrscheinlichkeit

vor. In diesem Fall wird die

Veränderung des beizulegenden Zeitwerts

des Sicherungsgeschäfts ergebnisneutral

gebucht und nach Abzug latenter Steuern

im Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten

erfasst. Spätestens

Die Aufstellung des Teilkonzernabschlusses

erfordert bei einigen Positionen, dass für

die Bewertung in der Bilanz, für die Angabe

von Eventualverbindlichkeiten und für den

Ausweis von Erträgen und Aufwendungen

Annahmen getroffen oder Schätzungen

vorgenommen werden. Dies betrifft

insbesondere Wertberichtigungen auf Forderungen,

den Fertigungsgrad kundenspezifi-

Im Geschäftsjahr 2005 wurden die geänderten

IAS 24 (Angaben über Beziehungen zu

nahes tehenden Unternehmen und Personen),

IAS 32 (Finanzinstrumente: Angaben

und Darstellung) und IAS 39 (Finanzinstrumente:

Ansatz und Bewertung) erstmals angewendet.

IAS 24 und IAS 32 haben sich in

zusätzlichen Anhangsangaben ausgewirkt.

Am 7. Dezember 2004 hat die MAN Ferrostaal

Aktiengesellschaft, ihr in der Tochtergesellschaft

DSD Steel Group GmbH gebündeltes

Stahlbaugeschäft mehrheitlich an die belgische

Pirson-Gruppe übertragen. Der Verkaufspreis

für einen Anteil von 51 %

zum Zeitpunkt der Einbuchung der Kundenforderungen

werden die Sicherungsgeschäfte

als Fair Value Hedge bilanziert.

Derivative Finanzinstrumente, bei denen die

Anforderungen des IAS 39 an einen Sicherungszusammenhang

nicht erfüllt sind, gelten

als Handelsbestände. Für diese werden

die Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts

sofort voll ergebniswirksam gebucht.

scher Fertigungsaufträge, die Höhe der Pensionsverpflichtungen

und der

sonstigen Rückstellungen sowie den Ansatz

aktiver latenter Steuern auf Verlustvorträge.

Die tatsächlichen Werte können von diesen

Schätzungen abweichen. Verändert sich die

ursprüngliche Schätzungsgrundlage, so wird

die Bilanzierung der Bilanzposten erfolgswirksam

geändert.

IAS 39 hat die Anforderungen an die Übertragung

von Risiken bei Forderungsverkäufen

erhöht. Dadurch sind bestimmte Forderungsverkäufe

der MAN Ferrostaal Gruppe

an MAN Financial Services nicht mehr bilanzwirksam.

Die Vorjahreszahlen sind vergleichbar

dargestellt.

betrug 10,2 Mio €. Über die restlichen 49 %

gibt es Call- und Put-Optionen, die seitens

Pirson ab 2007 und seitens MAN Ferrostaal

ab 2010 auf Basis einer dann vorzunehmenden

Anteilsbewertung ausgeübt werden können.


(1) Umsatz

(2) Sonstige

betriebliche

Erträge

Erläuterungen zur Gewinn-

und Verlustrechnung

Umsatz nach Regionen in Mio €

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

2005 2004

Deutschland 436 490

EU ohne Deutschland 249 324

Übriges Europa 160 320

Nordamerika 646 648

Lateinamerika 746 808

Asien 378 322

Afrika 105 214

Australien 69 59

Umsatz nach Geschäftsbereichen in Mio €

2 789 3 185

2005 2004

Projects & Contracting 807 1 121

Services & Logistics 1 982 2 064

Mio €

2 789 3 185

2005 2004

Erträge aus der Wertaufholung im Finanzanlagevermögen 35 –

Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen 18 10

Erträge aus der Auflösung einzelwertberichtigter Forderungen 15 –

Erträge aus Kursdifferenzen und Finanzinstrumenten

Erträge aus dem Abgang von Sachanlagen und

13 8

Immateriellen Vermögenswerten 2 7

Erträge aus sonstigen Lieferungen und Leistungen 1 1

Übrige Erträge 65 67

149 93

71


72

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

(3) Sonstige

betriebliche

Aufwendungen

(4) Beteiligungsergebnis

(5) Zinsergebnis

Mio €

2005 2004

Zuführung zu Rückstellungen 127 82

Wertberichtigungen auf Forderungen 17 38

Wertberichtigungen auf Vorräte 6 11

Aufwendungen aus Kursdifferenzen und Finanzinstrumenten 8 11

Übrige Aufwendungen 42 55

Die übrigen Aufwendungen enthalten unter

anderem Aufwendungen für Strukturmaßnahmen

und Verluste aus Anlagenabgängen.

Mio €

200 197

2005 2004

Ergebnis von assoziierten Unternehmen 46 –

Erträge aus Gewinnabführungsverträgen 1 –

Erträge aus Beteiligungen 3 2

Außerplanmäßige Abschreibungen auf Beteiligungen – 1 – 12

Ergebnis aus Beteiligungsverkäufen 2 – 2

Vom Beteiligungsergebnis stammen Erträge

in Höhe von 1 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) von

verbundenen Unternehmen.

Mio €

51 – 12

Hinsichtlich des Ergebnisses aus assoziierten

Unternehmen verweisen wir auf Note (9)

Beteiligungen.

2005 2004

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge 23 19

Zinsen und ähnliche Aufwendungen – 26 – 16

Zinsanteil in der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen – 13 – 13

Die Zinserträge und die Zinsaufwendungen

beziehen sich auf die in den Flüssigen Mitteln,

den Wertpapieren und den Finanzverbindlichkeiten

ausgewiesenen Liquiditätsposten.

Von den Zinserträgen stammen

– 16 – 10

2 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €) und von den Zinsaufwendungen

3 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €) von

verbundenen Unternehmen.


(6) Steuern

Der ausgewiesene Steueraufwand teilt sich

wie folgt auf:

Mio €

Laufende Steuern

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

2005 2004

Deutschland 26 16

Ausland 7 7

Latente Steuern

Deutschland – 9 – 15

Ausland – 5 – 1

Die MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft gehört

zum steuerlichen Organkreis der MAN

Aktiengesellschaft und ist insoweit nicht

selbstständig steuerpflichtig. Die laufenden

Überleitung vom erwarteten zum tatsächlichen Steueraufwand

19 7

Steuern enthalten die Umlage der MAN AG

für Körperschaftsteuer und Gewerbeertragsteuer

in Höhe von 10 Mio € (Vorjahr: 9 Mio €).

Mio € und % 2005 % 2004 %

Ergebnis vor Steuern 74 100,0 62 100

Erwarteter Steueraufwand (39,9 %; Vorjahr: 39,4 %) 30 39,9 24 39,4

Unterschiede zu ausländischen Steuersätzen – 4 – 5,1 1 1,6

Equity-Bilanzierung von assoziierten Unternehmen – 17 – 23,0 – –

Nicht abzugsfähige Ausgaben – 1 – 1,3 1 1,6

Übrige steuerfreie Erträge

Nutzung von Verlustvorträgen, die in Vorjahren

– 9 – 12,0 – 20 – 32,2

nicht aktiviert wurden

Fehlende Nutzung und Wertberichtigung

– 2 – 2,7 2 3,2

steuerliche Verlustvorträge 18 23,9 – –

Nicht anrechenbare lokale Auslandssteuern 2 2,7 – –

Steuern für Vorjahre 7 9,5 – –

Sonstiges – 5 – 6,4 – 1 – 3,2

Tatsächlicher Steueraufwand 19 25,5 7 10,4

Der erwartete Steueraufwand ergibt sich

aus der Anwendung des am Bilanzstichtag

gültigen Inlandssteuersatzes von 39,9 % (Vorjahr:

39,4 %) auf das Ergebnis vor Steuern.

Der Steuersatz berücksichtigt die Gewerbeertragsteuer

(18,4 %), die Körperschaftsteuer

(25,0 %), den Solidaritätszuschlag (5,5 % der

Körperschaftsteuer) abzüglich 4,9 %-Punkten

aus der Abzugsfähigkeit der Gewerbeertragsteuer

bei der körperschaftsteuerlichen

Bemessungsgrundlage.

Der Unterschied zwischen dem erwarteten

Steuersatz und der tatsächlichen Steuer-quote

beruht insbesondere auf der Gewerbeertragsteuer

für Inlandsgesellschaften, auf

Wirkungen steuerlicher Verlustvorträge,

auf Unterschieden zu ausländischen Steuersätzen

und auf steuerfreien Erträgen.

Bei inländischen Gesellschaften sind aktive

latente Steuern auf Verlustvorträge für Körperschaftsteuer

und für Gewerbesteuer mit

insgesamt 60 Mio € (Vorjahr: 67 Mio €) aktiviert,

bei ausländischen Gesellschaften für

73


74

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

deren landesrechtliche Steuern mit

2 Mio € (Vorjahr: 1 Mio €). Aktive latente

Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von

122 Mio € (Vorjahr: 55 Mio €) sind aufgrund

geringer Realisationsmöglichkeiten nicht angesetzt

worden, davon 121 Mio € (Vorjahr: 54

Mio €) bei Auslandsgesellschaften. Ein

Die latenten Steuern sind den folgenden

Bilanzpositionen zuzuordnen:

Mio €

Aktive latente Steuern

31.12.2005 31.12.2004

Pensionsrückstellungen 11 12

Vorräte und Forderungen – 12 – 13

Sonstige Rückstellungen 33 19

Verlustvorträge 62 68

Sonstige 1 5

Passive latente Steuern

Teil dieser Verlustvorträge ist zeitlich befristet

und verfällt bis 2006.

Aktive latente Steuern aufgrund steuerlicher

Verlustvorträge wurden in Höhe von 9 Mio €

wertberichtigt.

95 91

Langfristige Vermögenswerte 8 9

Vorräte und Forderungen 26 20

Sonstige Rückstellungen 6 28

Sonstige 11 3

51 60


Sonstige Angaben zur Gewinn- und

Verlustrechnung

In den Umsatzkosten sind folgende Materialaufwendungen

enthalten:

Mio €

Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

2005 2004

und für bezogene Waren 1 800 2 050

Aufwendungen für bezogene Leistungen 192 157

Der Personalaufwand teilt sich wie folgt auf:

Mio €

Im Jahresdurchschnitt waren im Teilkonzern

4 833 Mitarbeiter (Vorjahr: 5 633 Mitarbeiter)

beschäftigt.

Die Aufwendungen für die Altersversorgung

ohne Aufwand für gesetzliche Rentenversi-

Leasingzahlungen

Die Leasingzahlungen aus operating lease-Verhältnissen

betrugen 1 Mio € (Vorjahr: 2 Mio €).

1 992 2 207

2005 2004

Löhne und Gehälter 206 211

Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung 39 37

Aufwand für gesetzliche Rentenversicherung 10 12

255 260

cherung betrugen 13 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €)

und sind in den jeweiligen Funktionskosten

enthalten. Sie enthalten nicht den Zinsanteil

in der Zuführung zu den Pensionsrückstellungen

von 13 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €).

75


76

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

(7) Immaterielle

Vermögenswerte

Erläuterungen zur Bilanz

Die Immateriellen Vermögensgegenstände

beinhalten erworbene Konzessionen,

EDV-Software und ähnliche Rechte und

Werte sowie Entwicklungskosten.

Die planmäßigen Abschreibungen auf Lizenzen,

Software, ähnliche Rechte und Werte sowie

auf Entwicklungskosten sind

in den Funktionskosten enthalten. Außer-

Zum 31. Dezember 2005 und zum

31. Dezember 2004 bestanden keine Firmenwerte

aus der Kapitalkonsolidierung.

Mio € Lizenzen, Software, Aktivierte Immaterielle

ähnliche Rechte Entwicklungs- Vermögenskosten

werte

Bruttowerte am 1.1.2004 11 4 15

Kumulierte Abschreibungen 8 2 10

Stand am 1.1.2004

Veränderung Konsolidierungskreis

3 2 5

Zugänge

Umbuchungen

1 1

Abgänge – 1 – 1

Abschreibungen

Währungsanpassung

– 1 – 1 – 2

Stand am 31.12.2004 2 1 3

Bruttowerte am 31.12.2004 10 4 14

Kumulierte Abschreibungen 8 3 11

Stand am 1.1.2005

Veränderung Konsolidierungskreis

2 1 3

Zugänge

Umbuchungen

Abgänge

1 1

Abschreibungen

Währungsanpassung

– 1 – 1 – 2

Stand am 31.12.2005 2 0 2

Bruttowerte am 31.12.2005 9 4 13

Kumulierte Abschreibungen 7 4 11

planmäßige Abschreibungen werden in den

Sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.


(8) Sachanlagen

Die planmäßigen Abschreibungen auf Sachanlagen

sind in den Funktionskosten enthalten,

insbesondere in den Umsatzkosten. Außerplanmäßige

Abschreibungen werden in

den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen

ausgewiesen. Sie betrugen 2 Mio € (Vorjahr:

5 Mio €).

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

Mio € Grund- Tech- Andere Geleistete Sachstücke

nische Anlagen, Anzahlun- anlagen

und Anlagen Betriebs- gen und

Gebäude und Ma- und Ge- Anlagen

schinen schäftsausstattung

im Bau

Bruttowerte am 1.1.2004 186 89 103 1 379

Kumulierte Abschreibungen 99 66 81 246

Stand am 1.1.2004 87 23 22 1 133

Veränderung Konsolidierungskreis – 1 – 3 – 1 – 1 – 6

Zugänge 1 4 7 2 14

Umbuchungen 1 – 1 0

Abgänge – 4 – 1 – 1 – 6

Abschreibungen – 6 – 6 – 8 – 20

Währungsanpassung/Zuschreibungen 1 1

Stand am 31.12.2004 78 17 20 1 116

Bruttowerte am 31.12.2004 174 80 99 1 354

Kumulierte Abschreibungen 96 63 79 238

Stand am 1.1.2005 78 17 20 1 116

Veränderung Konsolidierungskreis 21 0 1 22

Zugänge 2 22 6 30

Umbuchungen 1 0 – 1 0

Abgänge – 1 – 1 – 2 – 4

Abschreibungen – 7 – 4 – 7 – 18

Währungsanpassung 1 1 1 3

Stand am 31.12.2005 95 35 19 0 149

Bruttowerte am 31.12.2005 205 100 91 396

Kumulierte Abschreibungen 110 65 72 247

Grundstücke sind durch Grundpfandrechte

für eigene Verbindlichkeiten in Höhe von

12 Mio € (Vorjahr: keine) besichert.

77


78

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

(9) Beteiligungen

(10) Vorräte

Mio €

Ab dem 1. Januar 2005 wird die CEL Consolidated

Energy Ltd., Port of Spain, Trinidad and

Tobago, als assoziiertes Unternehmen at

equity bilanziert. Nach

Abschluss der Neuordnung der Beteiligungsverhältnisse

an mehreren Betreibergesellschaften

von Methanol- und Ammoniakanlagen

übt MAN Ferrostaal mit einem

Kapitalanteil von 44,67 % einen maßgeblichen

Einfluss auf die CEL aus. CEL hält

ihrerseits Beteiligungen an Methanol- und

Ammoniakgesellschaften in Trinidad.

Unter Berücksichtigung aller unmittelbaren

und mittelbaren Beteiligungen beträgt der

Anteil der MAN Ferrostaal an der MHTL 19,4 %.

Mio €

31.12.2005 31.12.2004

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe 8 6

Unfertige und Fertige Erzeugnisse 446 444

Waren 140 164

geleistete Anzahlungen 160 76

Der Buchwert der zum beizulegenden Zeitwert

angesetzten Vorräte beträgt 103 Mio €

(Vorjahr: 82 Mio €). Die im Geschäftsjahr

als Aufwand erfassten Wertminderungen

betrugen 6 Mio € (Vorjahr: 11 Mio €).

31.12.2005 31.12.2004

Anteile an assoziierten Unternehmen 146 –

Sonstige Beteiligungen 28 39

174 39

Die CEL weist Vermögenswerte von 429 Mio €,

Verbindlichkeiten von 46 Mio € und ein Ergebnis

vor Steuern von 85 Mio € aus.

Für die Verbindlichkeiten der CEL hat der

MAN Ferrostaal Teilkonzern Wertpapiere in

Höhe von 86 Mio € verpfändet.

Neben der CEL sind im Geschäftsjahr 2005

zwei weitere Gesellschaften mit unbedeutendem

Geschäftsvolumen at equity

bewertet.

Auf sonstige Beteiligungen wurden außerplanmäßige

Abschreibungen in Höhe von

1 Mio € (Vorjahr: 12 Mio €) vorgenommen

und im Beteiligungsergebnis ausgewiesen.

754 690


(11) Forde-rungen

aus Lieferungen

und

Leistungen

Mio €

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

31.12.2005 31.12.2004

Künftige Forderungen aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen 36 51

Forderungen an Kunden 431 449

Forderungen an verbundene Unternehmen 7 10

Forderungen an Beteiligungen 3 8

Für Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

bestehen Einzelwertberichtigungen

in Höhe von 91 Mio € (Vorjahr: 89 Mio €) und

pauschalierte Einzelwertberichtigungen in

Höhe von 12 Mio € (Vorjahr: 41 Mio €).

Zur Steuerung des Ausfallsrisikos bei Kundenforderungen

setzen wir Kreditversicherungen

ein, insbesondere im Export die Hermesdeckung

von Forderungen. Des Weiteren

Mio €

Herstellungskosten einschließlich Auftrags-

477 518

31.12.2005 31.12.2004

ergebnis der kundenspezifischen Fertigungsaufträge

davon gemäß „milestone“-Methode als unfertige

649 963

Erzeugnisse aktiviert

Künftige Forderungen aus kundenspezifischen

– 24 – 9

Fertigungsaufträgen vor erhaltene Anzahlungen 625 954

dafür erhaltene Anzahlungen – 589 – 903

36 51

Weitere erhaltene Anzahlungen in Höhe von

130 Mio € (Vorjahr: 44 Mio €), für die noch

keine Herstellungskosten angefallen sind,

werden in den Verbindlichkeiten ausgewiesen.

wird ein Großteil der besicherten und unbesicherten

Forderungen ohne Rückgriffsrisiko

(non recourse) an Finanzinstitute

veräußert.

Die nach der „percentage of completion

method“ bilanzierten künftigen Forderungen

aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen

ermitteln sich wie folgt:

Der Umsatz aus kundenspezifischen Fertigungsaufträgen

belief sich auf 411 Mio € (Vorjahr:

656 Mio €). Die gegenüber den Kunden

fakturierten Aufträge und Teilaufträge werden

in den übrigen Forderungen

an Kunden ausgewiesen.

79


80

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

(12) Sonstige

Vermögenswerte

(13) Wertpapiere,

Flüssige

Mittel

Mio €

Die Sonstigen Vermögenswerte sind in folgenden

Bilanzposten ausgewiesen:

Mio €

31.12.2005 31.12.2004

Sonstige langfristige Vermögenswerte 43 81

Sonstige kurzfristige Vermögenswerte 137 149

Mio €

180 230

31.12.2005 31.12.2004

Wertpapiere 172 157

Forderungen aus Finanzverkehr mit verbundenen Unternehmen 230 321

Guthaben bei Kreditinstituten, Schecks, Kassenbestand 143 141

Die Forderungen aus Finanzverkehr mit

verbundenen Unternehmen enthalten auch

die Ansprüche und Verpflichtungen aus Gewinnabführungsverträgen,

Dividenden und

Steuerumlagen.

31.12.2005 31.12.2004

Darlehen und andere Forderungen an Dritte 46 38

Forderungen aus übrigen Steuern 7 6

Forderungen aus Finanzverkehr an Beteiligungen 5 7

Derivative Finanzinstrumente 3 35

Übrige Vermögenswerte 119 144

Die übrigen Vermögenswerte beinhalten im

Wesentlichen Anteile an Projekt- und Betrei-

Derivative Finanzinstrumente sind gemäß

IAS 39 zum Marktwert angesetzt. Da sie Sicherungszwecken

dienen, stehen den

180 230

bergesellschaften sowie sonstige Finanzvorlagen

im In- und Ausland.

positiven Marktwerten insoweit gegenläufige

Wertminderungen in den Bilanzpositionen

der Grundgeschäfte gegenüber.

545 619

Die Forderungen aus Finanzverkehr mit

verbundenen Unternehmen beinhalten Forderungen

gegen die MAN Aktiengesellschaft

in Höhe von 205 Mio € (Vorjahr:

267 Mio €).

Die Wertpapiere werden als Liquiditätsanlage

gehalten; die Bewertung erfolgt zum Marktwert.


(14) Eigenkapital

Das Gezeichnete Kapital der MAN Ferrostaal

Aktiengesellschaft beträgt 70 000 000 €. Es

ist eingeteilt in 70 000 000 Stückaktien, die

unmittelbar und mittelbar zu 100 % von der

MAN Aktiengesellschaft, München, gehalten

werden.

Die Gewinnrücklagen enthalten neben den

Gewinnrücklagen der MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft

die bei der Erstkonsolidierung

verrechneten aktiven und passiven Unterschiedsbeträge,

den Konzernanteil an den von

den Tochterunternehmen nach dem Stichtag

ihrer Erstkonsolidierung erwirtschafteten

Rücklagen sowie den Eigenkapitalanteil der

übrigen Konsolidierungsvorgänge. Die „Übrigen

Veränderungen“ enthalten im Wesentlichen

neben den sonstigen erfolgsneutralen

Veränderungen aus der Kapitalkonsolidierung,

Währungsanpassungen und Anteilsveränderungen.

Die „Anteile Konzernfremder“ betreffen die

MAN TAKRAF Fördertechnik GmbH, Leipzig,

und die MAN Ferrostaal Inc., Houston. Die

Anteile an diesen Gesellschaften werden

von der MAN Aktiengesellschaft, München,

bzw. von der MAN Capital Corp., New York,

gehalten. Da diese Gesellschaften faktisch

von der MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

geleitet werden, sind diese in den Teilkonzernabschluss

einbezogen.

Die Anteile an der MAN Limited, London,

werden zu 25 % von der MAN TURBO AG,

Oberhausen, gehalten.

Entwicklung der im Eigenkapital erfassten Marktbewertung der Finanzinstrumente

Die Anteile an der Intermesa Trading Ltda.,

Rio de Janeiro, werden zu 48,5 % von der Intermarketing

Ltda. sowie zu 3 % von der Jocal

Ltda., beide mit Sitz in Rio de Janeiro, gehalten.

Im Rahmen des mit MAN Aktiengesellschaft

geschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags

hat die MAN Ferrostaal

Aktiengesellschaft aus ihrem Jahresüberschuss

50 Mio € an MAN Aktiengesellschaft

abgeführt.

Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten

Das Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten

enthält die Unterschiede

aus der Währungsumrechnung

des Eigenkapitals ausländischer Tochterunternehmen

und aus der Bewertung von Wertpapieren

und von Währungs- und

Zinssicherungsgeschäften, die zu einem

Cashflow Hedge gehören, zu Marktwerten.

Mio € Wertpapiere Sicherungs- Abgrenzung Gesamt

geschäfte latenter

Steuern

Stand am 31. Dezember 2004

Ergebniswirksame Veränderung

17 – 1 – 6 10

durch Verkauf oder Umklassifizierung – 1 – 1

Veränderung durch Marktbewertung 1 – – 1 0

Übrige Veränderung – 1 – – – 1

Stand am 31. Dezember 2005 17 0 – 7 10

81


82

(15) Finanzverbindlich-keiten

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

(16) Pensionen

Pensionspläne

und

Kapitaldeckung

Mio €

31.12.2005 31.12.2004

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 34 23

Verbindlichkeiten aus Finanzverkehr – 102

Die Finanzverbindlichkeiten sind in folgenden Bilanzposten ausgewiesen:

Mio €

34 125

31.12.2005 31.12.2004

Langfristige Finanzverbindlichkeiten, Restlaufzeit über ein Jahr 13 2

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten, Restlaufzeit bis ein Jahr 21 123

Die Rückstellung für Pensionen teilt sich wie folgt auf:

Mio €

34 125

31.12.2005 31.12.2004

Pensionen in Deutschland 29 231

Pensionen im Ausland 1 1

Für die Mitarbeiter der inländischen

Konzernunternehmen beruht die betriebliche

Altersversorgung auf beitragsorientierten

Leistungszusagen. Kern der Pensionspläne ist

der Aufbau eines Kapitals, das im Altersruhestand

als Kapitalleistung ausgezahlt wird; in

bestimmten Fällen kann statt einer Auszahlung

eine Verrentung des Kapitals gewählt

werden. Die Höhe des Versorgungskapitals errechnet

sich als Summe von jährlichen Versorgungsbausteinen,

die der Mitarbeiter entsprechend

seinen versorgungsrelevanten

Bezügen und seinem Alter erhält.

Diese Pensionspläne galten bislang für Mitarbeiter,

die nach dem 1. Juli 1999 eingetreten

sind. Im Geschäftsjahr 2005 wurden auch

die Anwartschaften der vor diesem Stichtag

eingetretenen Mitarbeiter, mit Ausnahme

der leitenden Angestellten, auf dieses Versorgungssystem

übergeleitet.

Die MAN Aktiengesellschaft und ihre inlän-

30 232

dischen Tochtergesellschaften haben im Laufe

des Geschäftsjahres 2005 mit der Kapitaldeckung

der inländischen Pensionsverpflichtungen

begonnen. Dazu haben die beteiligten

Konzernunternehmen im Rahmen eines

Contractual Trust Agreements (CTA) den

MAN Pension Trust e.V. gegründet, der das

Treuhandvermögen verwaltet. MAN Ferrostaal

Aktiengesellschaft und zwei weitere Gesellschaften

der MAN Ferrostaal Gruppe haben

in das Treuhandvermögen einen Betrag von

insgesamt 205 Mio € geleistet.

Das Treuhandvermögen ist unwiderruflich

dem Zugriff der Konzernunternehmen entzogen

und darf ausschließlich für laufende Versorgungsleistungen

oder für

Ansprüche der Mitarbeiter im Insolvenzfall

verwendet werden. Die ordnungsgemäße

Verwaltung und Verwendung des Treuhandvermögens

wird von einem unternehmensfremden

Treuhänder überwacht.


Finanzierungsstatus

Die bilanzierten Pensionsrückstellungen leiten sich wie folgt aus dem Wert der

Verpflichtungen ab:

Mio €

Anwartschaftsbarwert der Versorgungszusagen

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

31.12.2005 31.12.2004

(Defined Benefit Obligation) 299 271

Marktwert Fondsvermögen – 218 – 11

Nettoverpflichtung

Anpassungsbetrag aufgrund versicherungs-

81 260

mathematischer Gewinne (+) und Verluste (-) – 51 – 28

Bilanzwert zum 31.12. 30 232

Für die inländischen Gesellschaften sind bei

der Ermittlung des Barwerts der Versorgungs-

in %

Mio €

31.12.2005 31.12.2004

Zinssatz 4,25 % 5,0 %

Rententrend 1,5 % 1,5 %

Gehaltstrend 2,5 % 2,5 %

Erwartete Erträge des Fondsvermögens 4,25 % –

Die biometrischen Rechnungsgrundsätze basieren

zum 31. Dezember 2005 auf den Richttafeln

2005G von Prof. Dr. Klaus Heubeck,

Die Pensionsverpflichtungen haben sich wie

folgt entwickelt:

verpflichtungen folgende Parameter zugrunde

gelegt:

im Vorjahr auf den Richttafeln 1998.

Im Ausland sind die Parameter an die entsprechenden

Gegebenheiten angepasst.

31.12.2005 31.12.2004

Stand am 1.1.

Aufwand für die im Geschäftsjahr hinzuerworbenen

232 235

Versorgungsansprüche 4 4

Zinsaufwand für die bereits erworbenen Ansprüche 13 13

Versorgungsleistungen – 14 – 15

Zahlung in das Fondsvermögen

Auswirkungen aus Veränderungen Konsolidierungskreis,

– 205 –

Währung und Sonstiges – – 5

Stand am 31.12. 30 232

83


84

Aufwendungen

aus Pensionsverpflichtungen

(17) Sonstige

Rückstellungen

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

Das Treuhandvermögen des CTA wird durch

mehrere Vermögensverwalter in verschiedenen

Fonds nach vorgegebenen Anlagericht-

Renten 75 % – 80 %

Aktien 20 % – 25 %

Im Ausland ist das Fondsvermögen überwiegend in Aktien angelegt.

Mio €

Mio € Stand Veränderung Inanspruch- Zuführungen Auflösungen Stand

31.12.2004 Konsolidierungskreis,

Währung

nahme 31.12.2005

Geschäftsbezogene Verpflichtungen 124 – – 12 133 – 11 234

Strukturmaßnahmen 19 – – 9 6 – 2 14

Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern 6 – – 2 3 – 7

Übrige sonstige Rückstellungen 72 3 – 14 30 – 9 82

221 3 – 37 172 – 22 337

Ausweis in der Bilanz

Mio €

31.12.2005 31.12.2004

Langfristige Rückstellungen 10 9

Kurzfristige Rückstellungen 327 212

Die Rückstellungen für geschäftsbezogene

Verpflichtungen enthalten im Wesentlichen

noch zu erbringende Leistungen in Bezug

auf abgerechnete Aufträge und drohende

Verluste aus schwebenden Geschäften. Die

Rückstellungen für Strukturmaßnahmen umfassen

Abfindungszahlungen an Beschäftigte

linien am Kapitalmarkt investiert. Das Portfolio

der Fondsanlagen ist wie folgt strukturiert:

Die Aufwendungen aus Pensionsverpflichtungen setzen sich wie folgt zusammen:

2005 2004

Dienstzeitaufwand 4 4

Zinsaufwand 13 13

17 17

337 221

sowie Aufwendungen im Zusammenhang mit

Kapazitätsanpassungen und Neuordnungen

der Wertschöpfungsstrukturen.

Die Verpflichtungen gegenüber Mitarbeitern

bestehen für künftige Zahlungen für Jubiläen,

Vorruhestand und Altersteilzeit.


(18) Sonstige

Verbindlich-keiten

Eventualverbindlichkeiten

Sonstige

finanzielle Verpflichtungen

Mio €

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

31.12.2005 31.12.2004

Verbindlichkeiten aus dem Personalbereich 33 35

Währungs- und Zinssicherungen 21 14

Verbindlichkeiten aus übrigen Steuern 11 9

Verbindlichkeiten aus Finanzverkehr mit Beteiligungen 9 13

Übrige sonstige Verbindlichkeiten 42 37

Die Sonstigen Verbindlichkeiten sind in folgenden Bilanzposten ausgewiesen:

Mio €

Sonstige Angaben

Mio €

116 108

31.12.2005 31.12.2004

Bürgschaften für fremde Verbindlichkeiten 54 85

Verpflichtungen aus Bürgschaften 341 329

Wechselobligo – 2

Die Bürgschaften für fremde Verbindlichkeiten

sind in Höhe von 44 Mio € durch die Verpfändung

von Wertpapieren besichert (Vorjahr:

53 Mio €).

Die Verpflichtungen aus Bürgschaften betreffen

fast ausschließlich Avale für Liefer- und

Sonstige finanzielle Verpflichtungen bestehen

aus Miet- und Pachtverträgen sowie aus

Leasing. Die künftigen Zahlungen bis zum

Mio €

Leistungsverpflichtungen von Beteiligungen,

von ehemaligen Beteiligungen und von anderen

Unternehmen. Ferner besteht eine Bürgschaft

für eine Verbindlichkeit eines Konsortialpartners,

die zusätzlich durch

Verpfändung von Wertpapieren besichert ist.

Ablauf der Mindestlaufzeit der Verträge haben

folgende Fälligkeiten:

31.12.2005 31.12.2004

Fällig innerhalb eines Jahres 14 14

Fällig nach mehr als einem bis fünf Jahren 40 38

Fällig nach mehr als fünf Jahren 16 37

Die finanziellen Verpflichtungen gegenüber

Dritten aus begonnenen Investitionsvorhaben

lagen im geschäftsüblichen Rahmen. Lea-

31.12.2005 31.12.2004

Langfristige Verbindlichkeiten 1 –

Kurzfristige Verbindlichkeiten 115 108

116 108

70 89

singverträge bestehen überwiegend aus dem

Leasing von Grundstücken und Gebäuden sowie

Kfz.

85


86

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

(19) Derivative

Finanzinstrumente

und

Sicherungsstrategien

Die MAN Ferrostaal Gruppe unterliegt Währungsrisiken,

für deren Identifizierung, Quantifi-zierung

und Begrenzung ein gruppenweites Risikomanagementsystem

aufgebaut wurde.

Risikomanagement

Die Gesellschaften der MAN Ferrostaal Gruppe

sichern ihre Währungsrisiken zu marktgerechten

Konditionen grundsätzlich über das

zentrale Teilkonzern-Treasury der MAN Ferrostaal

Aktiengesellschaft. Zum

Einsatz kommen originäre und derivative

Finanzinstrumente.

Währungsrisiko

Dem Währungsrisiko unterliegen alle künftigen

Zahlungsströme, die nicht in der Bilanzwährung

der jeweiligen Konzerngesellschaft

abgewickelt werden.

In der MAN Ferrostaal Gruppe werden

grundsätzlich alle fest kontrahierten Kundenaufträge

und eigenen Bestellungen in

Fremdwährung gesichert.

Mio €

Währungen, die aufgrund der hohen Korrelation

mit dem Euro lediglich ein geringes

Kursrisiko aufweisen, werden nur fallweise

gesichert. Beteiligungen oder eigenkapitalähnliche

Darlehen in Fremdwährung unterliegen

nicht der Sicherungspflicht.

Externe Kurssicherungen erfolgen über Devisentermin-

bzw. Swapgeschäfte.

Vom Sicherungsvolumen entfallen am

31. Dezember 2005 auf USD 92 %, auf

JPY 5 %, auf CHF 2 % und auf GBP 1 %.

31.12.2005 31.12.2004

Nominalvolumen bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt Gesamt

Devisenkäufe 161 12 173 249

Devisenverkäufe 353 98 451 438

Marktwert Positiv Negativ Gesamt Gesamt

Devisenkäufe 3 – 1 2 – 14

Devisenverkäufe – – 19 – 19 35

Zum Bilanzstichtag bestanden externe Zinsswaps in EUR.

Mio €

Die Risikopositionen des Teilkonzern-Treasury

werden unter Berücksichtigung vorgegebener

Risikogrenzen extern bei Banken gesichert. Der

Abschluss von Sicherungsgeschäften erfolgt

nach einheitlichen Richtlinien. Er unterliegt einer

strengen Überwachung, die insbesondere

durch eine strikte Funktionstrennung in Handel,

Abwicklung und Kontrolle gewährleistet ist.

Dem Vorstand und dem Aufsichtsrat wird regelmäßig

über die Währungspositionen der

Gruppe berichtet. Die Einhaltung der Richtlinien

wird durch die interne Revision geprüft.

31.12.2005 31.12.2004

Nominalvolumen bis 1 Jahr über 1 Jahr Gesamt Gesamt

Receiver-Zinsswaps – 12 12 –

Marktwert Positiv Negativ Gesamt Gesamt

Receiver-Zinsswaps – – 1 – 1 –


Ausfallrisiko

Das maximale Ausfallrisiko derivativer

Finanzinstrumente entspricht der Summe

der positiven Marktwerte. Es betrifft mögliche

Vermögensverluste, die aus der Nichterfüllung

von Vertragsverpflichtungen einzelner

Handelspartner eintreten können. Zur

Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung ist in Übereinstimmung

mit den Bestimmungen von IAS 7 erstellt.

In ihr sind die Zahlungsströme in

die Bereiche Cashflow aus Geschäftstätigkeit,

Cashflow aus Investitionstätigkeit und

Cashflow aus Finanzierungstätigkeit aufgeteilt.

Auswirkungen von Veränderungen des

Konsolidierungskreises sind in den

je-weiligen Positionen eliminiert. Die auf

Änderungen der Wechselkurse beruhende

Veränderung der Flüssigen Mittel ist gesondert

ausgewiesen. Die Ermittlung des

Cashflows aus der Geschäftstätigkeit erfolgt

nach der indirekten Methode.

Im Cashflow aus der Geschäftstätigkeit sind

die nicht zahlungswirksamen operativen Aufwendungen

und Erträge sowie das Ergebnis

aus Anlagenabgängen eliminiert. Gesondert

ausgewiesen werden die Cash Earnings.

Diese zeigen die aus dem Jahresergebnis resultierende

Mittelveränderung.

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit

enthält die finanzwirksamen Investitionen

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

Reduzierung dieses Risikos werden derivative

Finanzinstrumente nur mit bonitätsmäßig

einwandfreien Banken im Rahmen vorgegebener

Kontrahenten-Limite abgeschlossen.

in Sachanlagen, in Immaterielle Vermögenswerte,

in Beteiligungen einschließlich der

im Geschäftsjahr erstmals konsolidierten

Beteiligungen. Einnahmen aus dem Verkauf

von Sachanlagen und Beteiligungen werden

gegengerechnet. Die Ausgaben für den Erwerb

konsolidierter Beteiligungen sind um

übernommene Flüssige Mittel vermindert.

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit

setzt sich zusammen aus den Dividendenzahlungen,

den Einnahmen und Ausgaben

bei Wertpapieren, den Aufnahmen und Tilgungen

von Finanzschulden sowie der Sonderdotierung

in den Pensionsfonds. Die Flüssigen

Mittel enthalten Guthaben bei

Kreditinstituten, Schecks, Kassenbestand sowie

konzerninterne Forderungen aus dem Finanzverkehr.

Maßgeblichen Einfluss auf den Mittelzufluss

aus der Geschäftstätigkeit hat die

Nettomittelbindung in Vorräten, erhaltene

Kundenanzahlungen und Forderungen.

Diese hat sich im Geschäftsjahr wie folgt

entwickelt:

Mio € 31.12.2005 31.12.2004 Erst-/Entkon- Liquiditäts-

solidierung/ wirkung

Währungsanpassung/

Cash neutrale

Bewertung

Vorräte 754 690 26 – 38

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 477 518 68 109

erhaltene Kundenanzahlungen – 892 – 675 – 12 205

339 533 82 276

87


88

Beziehungen

zu nahe stehendenUnternehmen

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

Gesamtbezüge

des

Aufsichtsrates

und des

Vorstandes

Die MAN Aktiengesellschaft hält direkt sowie

indirekt sämtliche Anteile an der MAN Ferrostaal

Aktiengesellschaft. Daher werden die MAN

Aktiengesellschaft sowie deren Tochtergesellschaften

als nahe stehende Unternehmen

im Sinne das IAS 24 angesehen.

MAN Ferrostaal hat insgesamt Waren und

Dienstleistungen von der MAN Aktiengesellschaft

und deren Tochtergesellschaften in

Höhe von 73 Mio € (Vorjahr: 146 Mio €) bezogen.

An Leistungen hat die MAN Ferrostaal

der MAN Aktiengesellschaft und deren Tochtergesellschaften

insgesamt

14 Mio € (Vorjahr: 73 Mio €) berechnet.

Die MAN Ferrostaal ist Teil des Cash Pooling

mit der MAN Aktiengesellschaft. Dieses Konto

wird je nach Währung zwischen 2 % und 4,5 %

p.a. verzinst und valutiert zum 31. Dezember

2005 mit 230 Mio € (Vorjahr: 321 Mio €). Die

im Geschäftsjahr vereinnahmten Zinsen betragen

6 Mio € (Vorjahr: 6 Mio €).

Aufgrund des bestehenden Beherrschungsund

Gewinnabführungsvertrags mit der MAN

Aktiengesellschaft wurden im Geschäftsjahr

2005 Gewinne in Höhe von 50 Mio €

(Vorjahr: 91 Mio €) abgeführt.

Des Weiteren bestehen Forderungen gegen

nahe stehenden Unternehmen in Höhe von

7 Mio € (Vorjahr: 10 Mio €). Verbindlichkeiten

gegenüber nahe stehenden Unternehmen

sind im Teilkonzernabschluss in Höhe von

Aktienbasierte Vergütungen

Vorstände und Geschäftsführungen der

MAN-Unternehmen erhalten eine aktienbasierte

Vergütung. Bis zum Geschäftsjahr

2004 beruhte diese auf dem MAN-Unternehmenswert-Steigerungsprogramm

(MUS), das

Barleistungen in Abhängigkeit von der Performance

der MAN-Aktie („virtuelle

Aktienoptionen“) vorsah. Im Geschäftsjahr

2005 wurde das MUS durch das MAN-Aktien-

Programm (MAP) abgelöst, in dessen Rahmen

die Begünstigten Geldzuwendungen zweckge-

12 Mio € (Vorjahr: 13 Mio €) enthalten.

Die Gesellschaft nutzt die folgenden zentralen

Dienstleistungen der MAN Aktiengesellschaft:

Steuern

Recht

Finanzierung/Cash-Management

Mergers & Akquisitions

Personal

Hinsichtlich der Übertragung der Pensionsverpflichtungen

an die MAN Pension Trust e.V.

wird auf Note (16) verwiesen.

Wie unter Note (9) beschrieben ist die

MAN Ferrostaal an der CEL und deren Tochtergesellschaften

beteiligt. Diese werden als

nahe stehende Unternehmen im Sinne des

IAS 24 angesehen.

MAN Ferrostaal hat insgesamt Anlagen und

Dienstleistungen an die CEL und deren Beteiligungsgesellschaften

in Höhe von 197 Mio €

(Vorjahr: 433 Mio €) veräußert.

Zum 31. Dezember 2005 bestehen Forderungen

gegen die CEL und deren Beteiligungsgesellschaften

in Höhe von 16 Mio € (Vor-jahr:

10 Mio €). Verbindlichkeiten gegenüber der

CEL und deren Tochtergesellschaften sind im

Teilkonzernabschluss in Höhe von 9 Mio €

(Vorjahr: 3 Mio €) enthalten.

Sämtliche Transaktionen erfolgten zu marktüblichen

Konditionen.

bunden zum Erwerb von Stammaktien der

MAN AG erhielten.

MAN-Aktien-Programm (MAP)

Das MAN-Aktien-Programm (MAP) wurde

zum 1. Juli 2005 aufgelegt. Im Rahmen des

MAP erhalten ausgewählte Vorstände und

Geschäftsführer der MAN-Unternehmen

steuerpflichtige Barzuwendungen unter der

Auflage, für 50 % des Zuwendungsvolumens

Stammaktien der MAN AG zu erwerben. Der

Erwerb und die Verwahrung der Aktien erfol-


gen zentral durch die MAN AG im Namen

und für Rechnung der Begünstigten. Über die

erworbenen Aktien können die MAP-Teilnehmer

nach Ablauf einer Sperrfrist von 3 Jahren

frei verfügen. Während der Sperrfrist dürfen

die Aktien nicht veräußert, beliehen oder

kursgesichert werden. Bei Übertritt in den

Ruhestand sowie bei Ausscheiden aus der

MAN Gruppe aus anderen Gründen verkürzt

sich die Sperrfrist auf

1 Jahr ab dem Tag des Ausscheidens.

Gesamtbezüge

Die Gesamtbezüge betrugen für die Mitglieder

des Aufsichtsrats 137 T€ (Vorjahr:

182 T€) und für die Mitglieder des Vorstands

3 700 T € (Vorjahr: 2 122 T €), davon 1 445 T€

(Vorjahr: 816 T€) feste Bezüge und 1 660 T€

(Vorjahr: 1 306 T€) ergebnisabhängige variable

Bezüge.

In den variablen ergebnisabhängigen

Bezügen sind Auszahlungen aus dem MAN-

Aktien-Programm in Höhe von 595 T€

(Vorjahr: keine) nicht enthalten.

Die MAN Gruppe hat in den Jahren 2000,

2001, 2003 und 2004 jeweils zum 1. Juli Un-

Essen, den 22. Februar 2006

MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft

Der Vorstand

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

ANHANG

ternehmenswert-Steigerungsplan (MUS) aufgelegt.

Vorstände und Geschäftsführungen

von MAN-Unternehmen erhalten eine bestimmte

Anzahl von Wertsteigerungsrechten,

die nach einer Sperrfrist von zwei Jahren

innerhalb der folgenden fünf Jahre in

Abhängigkeit von der absoluten und der relativen

Kursentwicklung der MAN-Stammaktie

ausgeübt und in steuerpflichtiges

Entgelt umgewandelt werden konnten bzw.

können (virtuelle Aktienoption). Im Geschäftsjahr

2005 ist hieraus ein Aufwand

für Auszahlungen in Höhe von 854 T€

(Vorjahr: 597 T€) angefallen.

Die Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder

und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich

auf 670 T€ (Vorjahr: 1 056 T€). Es bestehen

Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren

Mitgliedern des Vorstands und ihrer Hinterbliebenen

in Höhe von insgesamt 7 650 T€

(Vorjahr: 8 015 T€).

Die Mitglieder des Aufsichtsrats und des

Vorstands sind auf den Seiten 4 und 5 des

Geschäftsberichts angegeben.

89


90

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

BESTÄTIGUNGSVERMERK

Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

An die MAN Ferrostaal Aktiengesellschaft

Wir haben den von der MAN Ferrostaal

Aktiengesellschaft, Essen, aufgestellten

Teilkonzernabschluss, bestehend aus Bilanz,

Gewinn- und Verlustrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung,

Kapitalflussrechnung

und Anhang, sowie den Teilkonzernlagebericht

für das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis

31. Dezember 2005 geprüft. Die Aufstellung

von Teilkonzernabschluss und Teilkonzernlagebericht

nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden

sind, liegt in der Verantwortung

der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft.

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der

von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung

über den Teilkonzernabschluss und

den Teilkonzernlagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Teilkonzernabschlussprüfung

nach § 317 HGB unter Beachtung der

vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten

deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger

Abschlussprüfung vorgenommen.

Danach ist die Prüfung so zu planen und

durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße,

die sich auf die Darstellung des durch

den Teilkonzernabschluss unter Beachtung

der anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften

und durch den Teilkonzernlagebericht

vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz-

und Ertragslage wesentlich auswirken,

mit hinreichender Sicherheit erkannt werden.

Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen

werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit

und über das wirtschaftliche und

rechtliche Umfeld des Teilkonzerns sowie die

Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt.

Im Rahmen der Prüfung werden die

Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen

internen Kontrollsystems sowie Nachweise

für die Angaben im Teilkonzernabschluss und

Teilkonzernlagebericht überwiegend auf der

Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung

umfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse

der in den Teilkonzernabschluss einbezogenen

Unternehmen, der Abgrenzung des

Konsolidierungskreises, der angewandten Bi-

lanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze

und der wesentlichen Einschätzungen der gesetzlichen

Vertreter sowie die Würdigung der

Gesamtdarstellung des Teilkonzernabschlusses

und des Teilkonzernlageberichts. Wir sind

der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend

sichere Grundlage für unsere Beurteilung

bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen

geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei

der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht

der Teilkonzernabschluss den IFRS,

wie sie in der EU anzuwenden sind, und vermittelt

unter Beachtung dieser Vorschriften

ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes

Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

des Teilkonzerns. Der Teilkonzernlagebericht

steht in Einklang mit dem

Teilkonzernabschluss, er vermittelt insgesamt

ein zutreffendes Bild von der Lage des Teilkonzerns

und stellt die Chancen und Risiken

der zukünftigen Entwicklung zutreffend dar.

Düsseldorf, 1. März 2006

KPMG Deutsche Treuhand-Gesellschaft

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Wagenseil Moesta

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer


MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

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92

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

Glossar

DSRC

Das Deutsche Rechnungslegungs Standards

Committee wurde 1998 als privates, mit unabhängigen

Fachleuten besetztes Rechnungslegungsgremium

geschaffen.

Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten

Das Eigenkapital aus nicht realisierten Gewinnen/Verlusten

ist eine besondere Kategorie

innerhalb des Eigenkapitals. Sie enthält

die in der Bilanz berücksichtigten, aber noch

nicht im Ergebnis realisierten Gewinne und

Verluste, insbesondere aus

der Bewertung von Wertpapieren und Kurssicherungsgeschäften

zum Marktwert.

Eingesetztes Kapital (CE)

Das eingesetzte Kapital umfasst als betriebliches

Vermögen alle Aktiva mit Ausnahme

von Finanzmitteln und Steueransprüchen.

Es wird vermindert um das betriebliche Abzugskapital:

Das sind alle Rückstellungen und

Verbindlichkeiten mit Ausnahme der Finanzverbindlichkeiten,

der Pensionsrückstellungen

und der Steuern. Fiktive liquide Mittel in

Höhe von 250 Mio € wurden hinzugerechnet.

International Financial Reporting

Standards (IFRS)

International harmonisierte und angewandte

Rechnungslegungsgrundsätze des International

Accounting Standards Board (IASB). Das

IASB ist eine privatwirtschaftliche Organisation

von Wirtschaftsprüfern und anderen

Fachleuten des Rechnungswesens aus über

100 Ländern.

Marktwert

Er entspricht dem beizulegenden Zeitwert,

d.h. dem Betrag, zu dem zwischen Sachverständigen,

vertragswilligen und voneinander

unabhängigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert

getauscht oder eine Schuld

beglichen werden könnte.

Operatives Ergebnis

Kennzahl für die Beurteilung und Steuerung

der Ertragslage von Teilkonzernen der MAN

Gruppe. Bei MAN Ferrostaal entspricht das

operative Ergebnis dem Ergebnis vor Zinsen

und Steuern.

Percentage of Completion Method (p.o.c.)

Bilanzierungsmethode der Gewinnrealisierung

nach dem Leistungsfortschritt gemäß

IAS 11. Sie ist auf kundenspezifische Fertigungsaufträge

anzuwenden, bei denen Gesamterlöse,

Gesamtkosten und Fertigstellungsgrad

zuverlässig ermittelt werden

können. Ein Erfolgsbeitrag fällt bereits nach

Maßgabe des Leistungsfortschritts an, auch

wenn der Auftrag noch nicht vollständig

fertig gestellt und mit dem Kunden abgerechnet

ist.

Projected Unit Credit Method

Methode zur Bewertung von Pensionsverpflichtungen

gemäß IAS 19, bei der zusätzlich

zu den am Stichtag rechtskräftig erworbenen

Rentenbeträgen und Anwartschaften auch

die künftig zu erwartenden Steigerungen von

Gehältern und Renten berücksichtigt werden.

ROCE

Return on Capital Employed: Kapitalrendite,

die das operative Ergebnis ins Verhältnis zum

über die Quartale gewichteten durchschnittlich

eingesetzten Kapital setzt.

ROCE = operatives Ergebnis / CE

ROS

Return on Sales: die Umsatzrendite, die

das operative Ergebnis ins Verhältnis zum

Umsatz setzt.

ROS = operatives Ergebnis / Umsatzerlöse.

WACC


Weighted Average Cost of Capital: Bezeichnung

für die durchschnittlich gewichteten

Kapitalkosten. Für MAN Ferrostaal sind sie

langfristig festgelegt und betragen

11 % vor Steuern. Der Anteil des Eigenkapitals

wird zu Marktwerten bewertet. Der Anteil

des Fremdkapitals beinhaltet Pensionsrückstellungen

und Finanzschulden.

Wertbeitrag

Der Wertbeitrag errechnet sich aus der Differenz

zwischen der Kapitalrendite ROCE und

den Kapitalkosten WACC, multipliziert mit

dem Betrag des eingesetzten Kapitals (CE).

MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

TEILKONZERNABSCHLUSS

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MAN FERROSTAAL AG GESCHÄFTSBERICHT 2005

Unsere wesentlichen inländischen Tochtergesellschaften

MAN Ferrostaal Power Industry GmbH

Hohenzollernstraße 24

45128 Essen

Tel: +49. 201. 818-50

Fax: +49. 201. 818-52 09

MAN Ferrostaal Industieanlagen GmbH

Industriestraße 13

65366 Geisenheim

Tel: +49.6722. 501-1

Fax: +49.6722. 501-221

Intergrafica Print & Pack GmbH

Druckmaschinenvertrieb

Hohenzollernstraße 24

45128 Essen

Tel: +49. 201. 818-08

Fax: +49. 201. 818-39 70

MAN Ferrostaal Industrie-

und System-Logistik GmbH

Hohenzollernstraße 24

45128 Essen

Tel: +49. 201. 818-25 00

Fax: +49. 201. 818-35 00

MAN Ferrostaal Piping Supply GmbH

Hohenzollernstraße 24

45128 Essen

Tel: +49. 201. 818-25 35

Fax: +49.201.818-3930


MAN Ferrostaal Teilkonzern Siebenjahresübersicht

Mio € 2005 2004 2003 2002 2001 RGJ2000 1) 99/00

Auftragslage in Mio €

Auftragseingang 3 077 3 508 2 738 3 178 2 737 1 359 2 927

Inland 502 524 460 441 546 280 604

Ausland 2 575 2 984 2 278 2 737 2 191 1 079 2 323

Umsatz 2 789 3 185 2 880 2 916 2 855 1 410 2 541

Inland 436 490 502 573 636 365 598

Ausland 2 353 2 695 2 378 2 343 2 219 1 045 1 943

Auftragsbestand 30.6./31.12. 2 358 2 259 2 186 2 459 2 263 2 414 2 458

Inland 232 207 230 302 457 571 599

Ausland 2 126 2 052 1 956 2 157 1 806 1 843 1 859

Mitarbeiter In- und Ausland

am 30.6./31.12. – Anzahl 4 773 4 679 6 689 6 598 7 230 7 545 7 145

im Jahresdurchschnitt – Anzahl 4 833 5 633 7 009 6 768 7 485 7 478 7 312

Personalaufwand je Mitarbeiter in € 52 665 46 149 47 995 46 706 45 898 23 410 46 195

Investitionen und Finanzierung in Mio €

Investitionen in Sachanlagen und

Immaterielle Vermögensgegenstände 31 15 20 17 42 20 23

Investitionen in Finanzanlagen 2 21 2 6 4 7 23

Abschreibungen 21 34 33 24 26 15 25

Cash Earnings – 17 69 65 76 90 51 64

Kennzahlen in Prozent

Eigenkapitalquote 14,1 13,3 15,4 24,0 28,9 28,2 28,6

Anlagendeckung durch Eigenkapital 103,1 194,3 181,9 202,0 228,8 200,4 225,0

Eigenkapitalrendite nach Ertragsteuern 16,4 17,9 12,1 12,2 8,8 11,8 2) 9,2

ROS 3,2 2,3 2,5 2,5 3,7 2,6 2,7

1) Rumpfgeschäftsjahr 1. Juli bis 31. Dezember 2000

2) Linear auf 12 Monate hochgerechnet

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Daniel Reinhardt

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