der gesunde Weg zum Wohlbefinden - Gesundheit vor Ort

gesundheit.vor.ort.de

der gesunde Weg zum Wohlbefinden - Gesundheit vor Ort

Kunden- und Patientenzeitschrift | Ausgabe 2 / 2005 |

www.pflegebrief.de

Gesundheit

vor Ort

Ernährung

der gesunde Weg zum Wohlbefinden

Initiative:

Die GLS -

Bank stellt

sich vor

Therapie

gegen

Chronische

Schmerzen

von Prof. Zens

Rat & Recht:

Fehler bei

Testamenten

Teil III


Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie uns wiedererkannt? Pünktlich zum Frühjahr erscheint der Pflegebrief

in neuem „Kleid“. Auf Grund des großen Leserinteresses haben wir den

Umfang der Zeitschrift erheblich erhöht und lassen jetzt alle Seiten farbig

erscheinen. Dass wir uns auch entschlossen haben, den Titel zu ändern, hat

folgenden Grund:

In dem Namen „Pflegebrief“ steckt das Wort „Pflege“. Mit Pflege verbindet

man die Vorstellung von körperlicher Gebrechlichkeit, von Krankheit und Alter.

Deshalb haben Menschen, die gesund und noch gut bei Kräften sind, sich oft

nicht von der Zeitung angesprochen gefühlt. Das war bedauerlich, denn unsere

Themen wenden sich an jeden, der sein Leben eigenverantwortlich

und gesundheitsbewusst gestalten möchte.

Gesundheit ist aber mehr als nur die Abwesenheit von

Krankheit. Zu ihr gehört der bewusste und altersgemäße

Umgang mit dem eigenen Körper ebenso wie die geistige

Regsamkeit.

Wir unterstützen Ihr Interesse an Initiativen und Neuerungen

in der Umgebung und bieten Ihnen Informationen und

Tipps rund um das Thema „fit sein – fit bleiben“. Deshalb

haben wir uns entschlossen, das umfassende Wort „Gesundheit

jetzt auch in den Titel aufzunehmen. Der Zusatz

vor Ort“ weist darauf hin, dass wir vorzugsweise Einrichtungen

in erreichbarer Nähe unserer Leser vorstellen.

In dieser Ausgabe finden Sie neben der Fortführung der Informationen zu

Rechts- und Gesundheitsfragen, die von Fachleuten gegeben werden, auch

interessante Einblicke in die Arbeit von Initiativen und Einrichtungen, die eng

mit der Familien- und Krankenpflege zusammen arbeiten. In jeder Ausgabe

stellt sich außerdem ein/e Mitarbeiter/in der FuK vor, damit Sie einen „persönlichen“

Eindruck in unsere Arbeit gewinnen können.

Am Schluss winkt jedem eine Belohnung, der aufmerksam gelesen hat: das

Rätsel auf der letzten Seite fragt nach Begriffen, die alle in einem der Artikel

dieser Ausgabe verwendet worden sind. Schicken Sie uns das Lösungswort ein

und nehmen Sie teil an der Gewinnauslosung!

Unsere ehemalige Kunden- und Patientenzeitschrift,

der „Pflegebrief“.

Und nun wünschen wir viel Spaß beim Lesen!

2 | Gesundheit vor Ort 2/2005


Titelthema

Ernährung SEITE 4

Spiegel unserer Seele

Info & Service

Kurz notiert SEITE 8

Was bedeutet eigentlich... Höhrsturz ? SEITE 8

Rätselecke SEITE 9

Eine Chance für ältere Menschen SEITE 10

Sozialamt Bochum

Die Hausärztin rät: Bei Schlafstörungen SEITE 12

Rat & Recht SEITE 13

Häufige Fehler bei Testamenten Teil III

Medizin Heute

Chronische Schmerzen SEITE 14

Professor Dr. Zenz im Portrait

Das Bergmannsheil Bochum stellt sich vor SEITE 16

F.U.K. Intern

Zivildienst / FSJ SEITE 18

Nachgefragt... SEITE 22

Qualitätsmanagement der F.U.K.

Initiative

Sinn vor Gewinn SEITE 24

Die GLS Bank im Portrait

Wer ist eigentlich der VDK? SEITE 26

Wattenscheider Tafel SEITE 28

Ein Besuch

Impressum / Kontakt SEITE 30

Gesundheit vor Ort 2/2005 | 3


Titelthema

Unser Essverhalten

- Spiegel unserer Seele

Was denken Sie bei dem Wort „Ernährung“? Der erste

Gedanke ist bei den meisten Menschen „Essen und Trinken“.

Aber die „Nahrung“, die wir als Menschen

brauchen, die uns befähigt, unser Leben aktiv

und im Einklang mit unseren Zielen zu führen,

umfasst viel mehr als nur das, was wir unter

Nahrungsmitteln verstehen.

Nahrung ist in erster Linie dazu da, uns körperlich

fit und leistungsfähig zu halten. In vielen

Kulturen muss für ihren Erwerb körperlich hart

gearbeitet werden. Wer sich noch an die Nachkriegszeit

erinnert, weiß, wie kostbar Lebensmittel

sind, wenn wir sie nicht einfach im Supermarkt

kaufen können. Immer dann, wenn

Brot rar wird, tun wir das, was eigentlich gesund

und für Naturvölker ebenso wie für jedes

wilde Tier selbstverständlich ist: wir essen nur,

wenn wir wirklich hungrig sind und hören auf,

sobald sich ein Sättigungsgefühl einstellt. Essstörungen,

wie sie in modernen Gesellschaften

auftreten, sind unter diesen Umständen unbekannt.

Wir leben in einer Überflussgesellschaft, in der

Nahrungsaufnahme nicht mehr nur eine Überlebensnotwendigkeit

ist. Sobald wir genug

von allem haben können, was wir brauchen,

übernimmt Nahrung eine neue Funktion: sie

wird als Ersatz für oder als Schutz vor etwas

verwendet. Wer kennt es nicht, das Bedürfnis

nach etwas Süßem, nach irgend etwas Essba-

4 | Gesundheit vor Ort 2/2005


Titelthema

rem, wenn man sich gelangweilt oder sonst

irgendwie unausgefüllt fühlt? Und wer kennt

nicht zumindest einen Menschen, der sich einen

Schutzwall aus Fleisch anisst, weil er seelischen

Kummer hat? Das umgekehrte Verhalten

– die Essensverweigerung – erscheint zwar auf

den ersten Blick als Gegensatz dazu, hat aber

ebenfalls unverarbeitete seelische Probleme als

Ursache. Es mündet vor allem bei Jugendlichen

oft in Magersucht. Das Verschwinden des Hungers

zeigt, dass unsere Neugier auf das Leben

ebenfalls verschwindet.

Essen bedeutet, dass wir uns der Welt mit Interesse,

mit „Appetit“ zuwenden. Wenn wir

essen vollziehen wir eine Handlung, die das

Leben bejaht. Hunger ist ein Zeichen von Lebendigkeit,

mangelnder Appetit ein Alarmzeichen,

das auf ein seelisches oder körperliches

Ungleichgewicht hinweist.

Zu einem ausgeglichenen Menschen gehört,

dass er seine Grundbedürfnisse befriedigen

kann. Dazu gehören außer den körperlichen

auch die seelischen und geistigen Bedürfnisse.

Jede Zeitung, tausende von Ernährungsratgebern

erklären uns täglich, welche Stoffe unser

Körper braucht, um gesund zu bleiben. Bei

Diäten und vernünftiger Kost bleiben aber oft

soziale und ästhetische Gesichtspunkte außer

Acht. Diese sind für uns aber ebenso wichtig

wie die rein materiellen, denn wir ernähren uns

nicht nur durch Nahrung.

Unser Essverhalten lässt Rückschlüsse zu auf

unser seelisches Befinden.

Wenn wir seelisch und körperlich im Gleichgewicht

sind, drückt sich dies in gesundem

Essverhalten aus. Umgekehrt lässt sich unser

Seelenleben aber auch durch die Art der Nahrungsaufnahme

beeinflussen. Versuchen Sie

einmal, die folgenden Fragen ehrlich zu beantworten:

- Waren Sie in letzter Zeit oft gar nicht richtig

hungrig, bevor Sie gegessen haben?

- Greifen Sie häufig zu Nahrung, wenn Sie

gestresst oder gelangweilt sind?

- Essen Sie meistens mehr oder weniger, als

Ihrem Appetit entspricht?

Wenn Sie diese Fragen mit „ja“ beantworten

müssen, dann sollten Sie sich klarmachen, dass

Nahrung für Sie (zumindest teilweise) die ursprüngliche

Aufgabe verloren und eine Ersatzfunktion

übernommen hat. An diesem Punkt

kehren wir zu unserer Ausgangsbehauptung

zurück: Ernährung ist mehr als nur Aufnahme

Gesundheit vor Ort 2/2005 | 5


Titelthema

von Lebensmitteln.

Sie ist ein Spiegel

der Seele.

Versuchen Sie herauszufinden,

welche

Bedürfnisse Sie

unbewusst durch

Lebensmittel zu ersetzen

versuchen. Machen Sie eine Liste von

Dingen, die mit dem Thema Ernährung zusammenhängen

und nicht Ihrer vollen Zufriedenheit

entsprechen. Machen Sie Pläne, wie Sie

etwas ändern können. Hier sind einige Tipps:

Essen Sie oft allein?

Wir haben das Bedürfnis nach Kontakten zu

anderen Menschen. Essen ist eine Tätigkeit,

die uns mit anderen verbindet. Nahrung ernährt

nicht nur unsere Zellen, sie spendet

auch Energie, Vitalität und Freude. Wenn wir

essen, nehmen wir an einem Ritual teil, dass

das Leben willkommen heißt. Laden Sie einmal

wieder Freunde, die Familie oder die Nachbarn

zum Essen ein. Auch der Besuch eines öffentlichen

Essenstisches kann eine Lösung sein.

Beim Essen knüpfen wir Kontakte, fühlen die

Gemeinsamkeit. Anschließend sind wir nicht

nur körperlich gestärkt.

Wie gestalten Sie Ihre Malzeit?

Auch das Allein - Essen kann so gestaltet werden,

dass es nicht nur den Magen befriedigt,

sondern auch die Stimmung hebt: ein nett gedeckter

Tisch ist nicht nur bei Besuch lohnend.

Wir sollten uns selbst wichtig genug nehmen,

um es auch für uns selbst gemütlich herzurichten.

Haben Sie Appetit?

Sorgen Sie dafür, dass Sie vor der Malzeit lange

genug nichts gegessen haben, um wirklich

hungrig zu sein. Nur dann können Sie das Essen

mit Appetit zu sich nehmen.

Genießen Sie Ihr Essen?

Essen Sie konzentriert und ohne Hintergrundgeräusche

durch den Fernseher oder das Radio.

Beides lenkt vom Essen ab und sorgt dafür,

dass nach der Mahlzeit zwar der Magen

gefüllt, aber die Empfindung unbefriedigt ist.

Unser Geschmackssinn hat nichts wahrgenommen,

unser Auge den Anblick nicht genossen.

Bewegen Sie sich genügend?

Zu einem lebendigen Wesen gehört Bewegung.

Das Maß und die Art kann aber sehr

6 | Gesundheit vor Ort 2/2005


Titelthema

unterschiedlich sein. Ein Spaziergang pro Tag

kann für Sie genügen, wenn er mit Freude und

Aufmerksamkeit der Umgebung gegenüber

ausgeführt wird.

Fühlen Sie sich wohl in Ihrer „Haut“?

Durchstöbern Sie Ihren Kleiderschrank. Behalten

Sie nur das, was Ihnen gefällt und worin Sie

sich wohlfühlen. Was gut aussieht, bestimmen

Sie selbst. Wenn Sie sich gefallen und wohlfühlen

in Ihrer „Haut“, gefallen Sie auch anderen.

Haben Sie Gewichtsprobleme?

Wenn es Ihnen schwer fällt, sich zu einer Diät

oder zu Fitnesstraining durchzuringen, ist dies

vielleicht nicht der richtige Weg für Sie. Wie

lange hält man etwas durch, das man nicht

wirklich möchte? Äußerem Zwang, auch wenn

man ihn sich selbst auferlegt, versucht man so

bald wie möglich zu entkommen. Das äußere

Korsett kräftigt nicht, es hält nur zusammen,

was sich selbst nicht halten kann. Versuchen

Sie, sich selbst und Ihren Körper zu fragen, warum

Ihr Essverhalten nicht stimmig ist. Finden

Sie die Schwachstellen und ändern Sie etwas

daran. Wenn Sie Ihren individuellen Weg finden,

gestalten Sie damit nicht nur Ihre äußere

Form, sondern auch Ihr Leben. Ihr Körper und

Ihre Seele werden es Ihnen danken.

Gesundheit vor Ort 2/2005 | 7


Info & Service

Kurz notiert

Reisen ist „In“

Die F.U.K. - Reisen möchte sich für die rege Teilnahme an unseren Tagesausflügen

und Reisen bedanken. Der Ausflug nach Bad Sassendorf am 29. März war

sehr gelugen. Die Reise nach Bad Pyrmont mit Abfahrt am 18. April war wieder

sehr gelungen.

Auf www.fuk-reisen.de können Sie sich die Termine für alle Reisen und Tagesausflüge

der F.U.K. - Reisen ansehen.

Was bedeutet eigentlich...

Hörsturz ?

Der Hörsturz ist eine plötzlich auftretende,

meist einseitige Schwerhörigkeit

oder sogar Taubheit.

Gutscheinaktion

Seit Beginn des Jahres 2005 wurden

im Raum Bochum über 10.000 Gutscheine

für ein kostenloses „Essen auf

dern“ Probeessen verteilt.

Aktion Mensch spendet

Die Aktion Mensch unterstützt den

Bereich Kinderkrankenpflege der Familien-

und Krankenpflege Bochum.

Sie stiftete einen nagelneuen Opel

Astra, der nun mit dem Logo der

Kinderkrankenpflege „der Seiltänzer-

Clown“ auf Bochums Straßen im Einsatz

ist.

Meistens gesellen sich noch Ohrgeräusche

(Tinnitus) hinzu, in einigen

Fällen auch ein Schwindelgefühl.

Die Ursachen für einen Hörsturz

sind keineswegs aufgeklärt. Offenbar

ist andauernder Stress ein häufiger

Auslöser. Die direkte Ursache

ist eine Durchblutungsstörung der

Innenohrgefäße. Je früher bei einem

Hörsturz ein Arzt aufgesucht und

eine medikamentöse Behandlung

durchgeführt wird, desto besser

sind die Heilungsaussichten.

Es kann aber auch zu einem spontanen

Verschwinden aller Symptome

kommen. Etwa bei jedem fünften

Patienten ist mit einem Rückfall zu

rechnen. Eine häufige Komplikation

eines Hörsturzes ist ein dauerhaftes

Ohrengeräusch, der sogenannte

„Tinnitus“ (siehe oben).

8 | Gesundheit vor Ort 2/2005


Info & Service

Rätselecke

Alle Begriffe stammen aus dieser

GESUNDHEIT VOR ORT.

Schicken Sie das Lösungswort

an die Familien- und Krankenpflege

Bochum, Paddenbett 13,

44803 Bochum z.H. Frau Müller.

Das Lösungswort bezeichnet

eine Institution, an die man

sich wenden kann, wenn man

mit einem Bescheid nicht

einverstanden ist.

Einsendeschluss: 31.07.2005

1.Wo befindet sich die „Tafel“, bei der Sozialhilfeempfänger

kostenlos

ihren Bedarf an Lebensmitteln

decken können? 2.Wie

heißt der Krankenhausaufenthalt,

wenn der Patient längere

Zeit im Krankenhaus bleiben

muss? 3.Abkürzung für den Verein,

der sich für die Belange von Kriegs- und

Wehrdienstopfern, Behinderten und Rentnern

einsetzt. 4.Junge Männer, die nicht als Zivis

arbeiten, leisten statt dessen diesen Dienst.

5.Seelische Probleme äußern sich häufig auch

in Störungen beim ... 6.Menschen, die kein

Einkommen haben, werden hierdurch unterstützt.

7.Das Bildungszentrum des Bergmannsheils

bietet eine grundständige Ausbildung in

diesem Bereich an. 8.Der Fachdienst Altenhilfe

des Bochumer Sozialamtes bietet Beratung und

Begleitung auch bei diesem Problem. 9.Wie

heißt der Fachausdruck für „Hörgeräusch“?

10.Bei chronischen Beschwerden können Sie

sich im Bergmannsheil anmelden bei der Ambulanz

für... 11.Das Sozialamt unterstützt die

gegenseitige Hilfe von Menschen in räumlicher

Nähe. Informationen darüber finden Sie unter

dem Stichwort ... 12.Eine wichtige Aufgabe

*nur im Raum Bochum

für Zivis und FSJler. 13.Die chinesische Medizin

vermutet bei Durchschlafstörungen einen

Mangel an gesunder Körpersubstanz. Wie

heißt der Fachausdruck für dieses Phänomen?

14.Zu einer gesunden Ernährung gehören unter

anderem auch diese Früchte. 15.Man muss

eine solide Ausbildung durchlaufen, wenn

man diesen Beruf ergreifen will. Frau Webels

übt ihn seit 2004 bei der FuK aus. 16.Eine

wesentliche Aufgabe dieses Berufes (s. Frage

15) sind die Patientenbesuche. Man nennt sie

... 17.Die häufigste Erscheinungsform unerklärbarer

Schmerzen. 18.Alte Menschen, die

nicht mehr allein leben wollen, ziehen häufig

hier ein. 19.Name eines homöopathischen

Mittels gegen Einschlafstörungen (in ein Wort

geschrieben). 20.Ein Zusammenleben in sozialer

Gerechtigkeit ist die Voraussetzung für

Frieden und ... 21.Abkürzung für die Gemeinschaftsbank.

Preise

1. Ein Tagesausflug mit

F.U.K. - Reisen

2. Ein Blutdruckmess-

gerät

3. Ein Essensgutschein

von Essen auf

dern*

Gesundheit vor Ort 2/2005 | 9


Info & Service

Eine Chance für ältere Menschen

Das Sozialamt Bochum ( Fachdienst Altenhilfe) hält viele

attraktive Angebote für ältere Menschen bereit.

Ein Blick auf das Leistungsspektrum lohnt sich!

Stadt Bochum

- Sozialamt -

44777 Bochum

Senioren Telefon

Inge Wolff

Tel.: 0234 9102784

Fax: 0234 9101787

IWolff@bochum.de

bochum.de/senior/

Dank der modernen Errungenschaften der Medizin

gibt es heute immer mehr alte Menschen.

Dies stellt ganz neue Anforderungen an alle, die

sich die Hilfe und Betreuung der älteren Bevölkerung

auf die Fahnen geschrieben haben.

In den 60er Jahren wurden die bis dahin ehrenamtlich

- hauptsächlich von Damen der wohlhabenden

Gesellschaftsschichten - ausgeübten caritativen

Betreuungsaufgaben professionalisiert:

der Beruf des Sozialarbeiters entstand.

Heute ist für alle Bürgerinnen und Bürger, die

das 60. Lebensjahr vollendet haben, der Fachdienst

Altenhilfe Ansprechpartner bei allen

lebenspraktischen Fragen. Dipl.- SozialarbeiterInnen

im Fachdienst Altenhilfe arbeiten in fest

umrissenen Sozialbezirken.

Die SozialarbeiterInnen stellen Verbindungen

mit allen vor Ort tätigen Organisationen und

Einrichtungen her, die dem Einzelnen ermöglichen,

in seiner für ihn gewählten Lebenswelt zu

verbleiben und zurechtzukommen.

Ehrenamtliche MitarbeiterInnen des Sozialamtes

sind auch im Rahmen der Nachbarschaftshilfe

tätig. Sie engagieren sich für das Wohl der älteren

MitbürgerInnen im Stadtteil. Bedingt durch

die wohnliche Nähe erfahren sie häufig schon

frühzeitig von den Problemen ihrer Nachbarn

und stehen als AnsprechpartnerInnen zur Verfügung.

Professionell begleitet wird die Nachbarschaftshilfe

durch den Fachdienst Altenhilfe.

Er schult, begleitet und unterstützt die ca. 400

ehrenamtlichen MitarbeiterInnen, aufgeteilt in

50 Gruppen.

Zum Tätigkeitsspektrum des Fachdienstes Altenhilfe

gehören außerdem folgende Bereiche:

Pflegebedürftige und deren Angehörige werden

im Informations- und Beratungsbüro beraten

und über die ambulanten, teilstationären

und vollstationären Hilfen informiert.

In Bochum wurden an 112 Standorten ca. 3.500

altengerechte Wohnungen errichtet. Das Sozialamt

hat in Zusammenarbeit mit dem Fachdienst

Altenhilfe das Vorschlagsrecht für die Vergabe

der Wohnungen nach sozialen Kriterien.

Jährlich werden Seniorenveranstaltungen in

Bochum und im Stadtbezirk Wattenscheid

durchgeführt. Hier handelt es sich um „Bunte

Nachmittage“, wobei Kultur und Informationen,

jeweils mit einem bunten Show-Programm umrahmt,

einander abwechseln.

Der Fachdienst Altenhilfe bietet Hilfen an bei:

- Kontaktherstellung zu Behörden,

Wohnumfeld etc.

- Beratung und Begleitung bei der

Lebensführung

- Altersbedingten Krankheiten und

Gebrechen

- Beziehungsproblemen mit Ehepartnern,

Kindern und Verwandten

- Beratung und Begleitung bei somatischen

und psychischen Gebrechen

- Beratung und Begleitung bei Alkoholkrankheit

- Beratung und Betreuung in besonders

schwierigen Einzelfällen

- Vermittlung ambulanter Dienste.

10 | Gesundheit vor Ort 2/2005


Info & Service

Aufgaben der Nachbarschaftshilfe sind:

- Erhaltung der Selbständigkeit und

Eigenständigkeit im Wohnumfeld

- Entgegenwirken von Einsamkeit und

Isolation

- Unterstützung und Hilfe bei der

Bewältigung des Lebensalltags

- Vermittlung sozialer Dienste, Hilfestellung

bei Behördengängen,

Arztbesuchen und Einkäufen

- Förderung der Teilnahme am gesellschaftlichen

und kulturellen Leben

- Organisieren von Stadtteilfesten

- Verkauf von Eintrittskarten für

Seniorenveranstaltungen

- Besuchsdienste, Telefonketten,

Gespräche und Spaziergänge.

Als besonderes Beratungsangebot

wurde 1990 das Seniorentelefon eingerichtet.

Damit wird alten Menschen,

ihren Angehörigen und Anbietern im

Bereich Altenhilfe die Möglichkeit eröffnet,

auf telefonischem Weg Informationen

und Beratung zu erhalten.

Um den Interessen, Anliegen und Bedarfslagen

älterer Menschen auf Stadtteilebene

entsprechen zu können, hat

die Stadt Bochum in Zusammenarbeit

mit den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege

Begegnungsstätten eingerichtet.

In diesen Begegnungsstätten

auf Stadtteilebene können unter

anderem Karten für die Seniorenveranstaltungen

erworben werden.

Die Altenhilfe will Schnittstellen zwischen

„Alt und Jung“ suchen und nutzen.

Unter dem Motto „Alt hilft Jung

und Jung hilft Alt“ will die Altenhilfe

dazu beitragen, drohenden Generationskonflikten

entgegenzuwirken.

Besuchen Sie uns im Internet:

www.bochum.de unter dem Stichwort:

„Altenhilfe Bochum“.


Die Hausärztin rät

Was tun bei Schlafstörungen

Wer von uns hat noch nie eine „schlechte Nacht“ verlebt. In belasteten

Situationen kennt wohl jeder das nächtliche Wachliegen. Aber

was ist zu tun, wenn das zu einem Dauerproblem wird?

Frau Dr. Zimmermann

Hauptstr. 221

44892 Bochum

0234 - 287062

Wie viel Schlaf benötigt der Mensch? Das

Schlafbedürfnis ist sehr variabel, in der Kindheit

ist es sehr groß, mit dem Alter nimmt es ab. Ein

Erwachsener benötigt ca. 7 Stunden, es gibt

aber Menschen, die 9 oder 10 Stunden schlafen,

anderen reichen schon 5 Stunden. Gerade

im Alter ist aber manchmal der Schlafwunsch

unrealistisch größer als das Schlafbedürfnis. Eine

ältere Dame geht z.B. früh zu Bett, vielleicht

weil sie nicht mehr so gut sieht und daher

schlecht fernsehen oder lesen kann. Die Pflegerin

kommt morgens um 8 Uhr um ihr bei

der Morgentoilette zu helfen. Aber 11 oder 12

Stunden Schlaf benötigt ihr Körper nicht, zumal

sie auch noch ein Mittagschläfchen genießen

will. Wenn sie nachts schlaflos liegt, handelt es

sich um ein Problem der Lebensführung und

nicht um eine Schlafstörung.

Grundsätzlich gilt auch, dass ein durch Schmerz

gestörter Schlaf nur durch Schmerzmittel verbessert

werden kann.

Ist der Schlaf durch seelische Unausgeglichenheit

gestört, ist ein chemisches Schlafmittel

nicht angezeigt. Bestenfalls darf man es an einzelnen

Tagen benutzen, um einmal „Kraft zu

tanken“. Wichtig ist es, die seelische Harmonie

zu stärken. Hier sind pflanzliche Mittel geeignet,

zum Beispiel Johanniskraut, aber auch verschiedene

Tee-Mischungen.

Wir unterscheiden Einschlafstörungen und

Durchschlafstörungen.

Bei Einschlafstörungen ist die Aktivität im Menschen

zu hoch. Sie bessern sich, wenn wir vor

dem Schlafengehen schon Rücksicht darauf

nehmen: kein Krimi oder Action-Film vor dem

Zubettgehen, eine leichte Abendmahlzeit, „positive

Lektüre“ (darauf werden wir ein anderes

Mal eingehen), überhaupt Beschäftigung mit

angenehmen, ruhigen Dingen in den letzten

Abendstunden.

Es gibt auch Menschen, die klagen, dass sie

abends todmüde sind, dann aber hellwach im

Bett liegen und über alte Probleme grübeln.

Hier hilft oft ein medizinischer Trick: Das homöopathische

Mittel „Argentum nitricum D12“

zur Nacht eingenommen.

Bei Durchschlafstörungen, also dem nächtlichen

Erwachen trotz guten Einschlafens, sollte

man zunächst nach äußerlichen Störungen

suchen. Stört zum Beispiel eine gefüllte Blase?

Das sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen.

Sind äußere Ursachen nicht zu finden, so vermutet

die chinesische Medizin einen YIN-Mangel.

Am ehesten kann man sich darunter einen

Mangel an gesunder Körpersubstanz vorstellen.

Und welche Maßnahmen kann man dagegen

ergreifen? Ein geordnetes Leben, wenig

Alkohol, nicht rauchen, gesunde Ernährung mit

viel Nüssen und Birnen-Kompott empfehle ich.

Ich hoffe, dass Sie, verehrter Leser, sich eines

gesunden Schlafes erfreuen!

12 | Gesundheit vor Ort 2/2005


Rat & Recht

Häufige Fehler bei

Testamenten Teil III

Wie kann ein Nachlass vor staatlichen

Rückgriffen geschützt werden?

Viele werden das Problem kennen:

Alle Kinder sollen zu gleichen Teilen

Erben ihrer Eltern sein. Eines der Kinder

ist aber behindert und lebt in einem

Heim. Soll dieses „Sorgenkind“

aber nur deswegen von dem Erbe

ausgeschlossen werden?

Vielfach wird es gerade ein Anliegen

der Eltern sein, dem schwächsten

Glied in der Familie über ihren

eigenen Tod hinaus Unterstützung

zukommen zu lassen. Sie müssen

aber zu Recht befürchten, dass dieser

Teil des Nachlasses verloren geht,

weil der Staat etwa zum Ausgleich

der Heimkosten Rückgriff auf solche

letztwilligen Zuwendungen nimmt.

Auch andere Konstellationen können

vorliegen:

Wie können künftige Erben, die Sozialhilfe

in Anspruch nehmen müssen,

davor geschützt werden, dass ihnen

das so dringend benötigte Erbe wieder

entzogen wird?

Die Rechtsprechung hat sich dem Anliegen

nicht verschlossen, dass auch

Menschen mit Benachteiligungen

wirksam mit einer Erbschaft bedacht

werden können. Sie hat Testamente

akzeptiert, in denen Menschen mit

Behinderungen zu Erben eingesetzt

wurden, so dass ihnen Vergünstigungen

zukommen, die ihnen das Leben

erleichtern und die dem Zugriff des

Staates nicht unterliegen. Ein solches

Testament (unter Juristen „Behindertentestament“

genannt) wird den

Bedachten nur zum Vorerben einsetzen

und eine Testamentvollstreckung

vorsehen, die dafür Sorge zu tragen

hat, dass das zugesagte Vermögen

„rückgriffsfrei“ verwendet wird.

Dieses Vorgehen ist nicht verwerflich.

Auf diese Weise kann Eltern geholfen

werden, die sich berechtigte Sorgen

um die Lebensqualität ihrer Kinder

machen, wenn sie – die Eltern – Hilfe

und materielle Unterstützung persönlich

nicht mehr leisten können.

Wer ein solches Testament errichten

will, sollte sich juristisch beraten lassen.

barkhoff-partner.de

Gesundheit vor Ort 2/2005 | 13


Medizin heute

Chronische Schmerzen

ein weit verbreitetes Problem

In der Bundesrepublik Deutschland leiden ca. 600.000 Menschen

unter dauernden Schmerzen. Sie weisen oft langjährige, teilweise

jahrzehntelange Krankheitsverläufe und viele Arztbesuche bei unterschiedlichsten

Fachdisziplinen auf. Eine mitunter unnötige, kostenaufwändige

apparative Diagnostik begleitet diese Patienten, meist

schließen sich erfolglose Behandlungen an.

Mehr Informationen:

Bergmannsheil

Bochum

Abteilung für

Schmerztherapie

0234 - 302-6366

bergmannsheil.de

An der Universitätsklinik für Anaesthesiologie,

Intensiv- und Schmerztherapie der Berufsgenossenschaftlichen

Kliniken Bergmannsheil (Direktor

ist Professor M. Zenz, siehe Lebenslauf)

ist die ambulante und stationäre Versorgung

von Schmerzpatienten seit 1987 etabliert. Es

handelt sich hier um die größte universitäre

Schmerzklinik in Deutschland.

Schmerzen können in verschiedener Form auftreten

und vielfältige Ursachen haben.

Drei häufige Formen sind:

1. Kopfschmerzen

In der Schmerzambulanz am Bergmannsheil

nehmen Kopfschmerzpatienten einen Anteil

zwischen 15 und 30 % ein. Jahrzehntelange

frustrierende Therapieverläufe mit häufigem

Arztwechsel kennzeichnen die Krankengeschichte

dieser Menschen, bis sie an eine

Schmerzambulanz überwiesen werden.

2. Rückenschmerzen

Von chronischen Rückenschmerzen spricht

man, wenn die Schmerzen länger als 6 Monate

andauern, ohne auf die medizinische Behandlung

anzusprechen. Zusammen mit der Klinik

für Orthopädie und dem Institut für Medizinische

Psychologie ist die Schmerzklinik des

Bergmannsheils im Bochumer Rückenschmerzzentrum

eine Anlaufstelle für die Patienten.

3. Schmerzen bei Krebspatienten

Mit Malignomen zusammenhängende

Schmerzen sind das Ergebnis verschiedener

Schmerzursachen, die sowohl einzeln als auch

in Kombination auftreten können. Das ideale

Therapieziel bei dieser komplexen Krankheitslage

ist die Schmerzfreiheit. Eine Vielzahl verschiedener,

individueller Therapieansätze sind

die beste Voraussetzung, um diesem Ziel so

nahe wie möglich zu kommen.

Behandlungsschwerpunkte sind: tumorbedingte

Schmerzen, chronische Schmerzen nicht-tumorbedingter

Herkunft, wie z.B. Kopfschmerzen,

Schmerzen des Bewegungsapparates,

Sympathische Reflexdystrophie, neuropathische

Schmerzen (z.B. bei Nervenverletzungen),

Phantomschmerzen und Schmerzen auf Grund

psychosomatischer Erkrankungen.

14 | Gesundheit vor Ort 2/2005


Medizin heute

Prof. Dr. M. Zenz

Direktor der Universitätsklinik für

Anästhesiologie, Intensiv- und

Schmerztherapie,

BG-Kliniken Bergmannsheil Bochum

und Knappschaftskrankenhaus

Bochum Langendreer und

Ruhr-Universität Bochum

02.11.1966 Abitur Jesuitenkolleg Büren

1966/67 Studium generale Universität Köln

1967/68 Studium der Biologie an den Universitäten

Mainz und Marburg

1968/69 Zulassung zum Medizinstudium/Universität Marburg

18.12.1973 Staatsexamen Universität Marburg

06.03.1974 Promotion zum Dr. med. Universität Mainz

1975-1977 Stabsarzt an der Anaesthesieabteilung des

Bundeswehrzentralkrankenhauses Koblenz

1977-1986 Institut für Anaesthesiologie der

Medizinischen Hochschule Hannover

1980 Oberarzt am Zentrum für Anaesthesiologie der Medizinischen

Hochschule Hannover, Abteilung IV Oststadtkrankenhaus

1981 Habilitation für Anaesthesiologie und Intensivmedizin

1986 Ernennung zum apl. Professor (Med. Hochschule Hannover)

seit 01.11.1986 Direktor der Universitätsklinik für Anästhesiologie,

Intensiv- und Schmerztherapie,

BG-Kliniken Bergmannsheil Bochum,

Ruhr-Universität Bochum

seit 01.12.2002 Direktor der Universitätsklinik für Anästhesiologie,

zusätzlich Intensiv- und Schmerztherapie,

BG-Kliniken Bergmannsheil Bochum und Knappschaftskrankenhaus

Bochum Langendreer,

Ruhr-Universität Bochum

Die Anmeldung zur Schmerztherapie

ist folgendermaßen möglich:

Anruf im Sekretariat (Tel.: 0234 /

3026632) und Anforderung eines

Fragebogens zur Schmerztherapie.

Der ausgefüllte Fragebogen wird an

die Schmerzklinik zurückgeschickt.

Hier erfolgt eine erste Auswertung

durch Ärzte und Psychologen.

Je nach Dringlichkeit der Schmerzerkrankung

wird dann schriftlich ein

Termin zur Erstvorstellung vergeben.

Bei besonders dringenden Fällen

oder Spezialfragen kann sich der

Hausarzt direkt mit einem Arzt der

Schmerzklinik in Verbindung setzen.

Alle Patienten mit Tumorerkrankungen

und akutem Herpes zoster oder

akuter SRD werden innerhalb von 1

bis 2 Tagen ohne Wartezeiten in die

Therapie aufgenommen. Patienten

mit chronischen Kopf- oder Rückenschmerzen

müssen leider längere

Wartezeiten in Kauf nehmen.

Die Behandlung erfolgt in der Regel

auf Krankenschein. Bei Kassenpatienten

ist daher eine Überweisung

durch den Hausarzt erforderlich.

Zeitschriften - Bücher - elektronische Medien:

Editorial Board „Der Schmerz“ (Springer)

Editorial Board “Journal of Pain and Symptom Management” (Elsevier)

Editorial Board “Anästhesist” (Springer)

Editorial Board “Innovations in End-of-Life-Care” (Education Development Center, Inc.)

Herausgeber “Lehrbuch der Schmerztherapie“ zusammen mit I. Jurna

Wiss. Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2. Auflage 2001

Herausgeber „Schmerz bei Tumorerkrankungen“ zusammen mit B. Donner

Wiss. Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2002

Herausgeber “Taschenbuch der Schmerztherapie” zusammen mit M. Strumpf, A. Willweber

Wiss. Verlagsgesellschaft, Stuttgart, 2. Auflage 2004

Gesundheit vor Ort 2/2005 | 15


Medizin heute

Das Bergmannsheil

stellt sich vor

In den nächsten Folgen sollen verschiedene Abteilungen des

Bergmannsheils vorgestellt werden. Diesmal geht es um: das

Bildungszentrum

Der Zeitenwandel macht auch vor dem Gesundheitswesen

nicht halt. Die Bereitschaft zu

lebenslangem Lernen ist auf medizinischem

und pflegerischem Feld heute Voraussetzung

dafür, einer anspruchsvollen Aufgabe gerecht

zu werden. Das Bergmannsheil – Universitätsklinik

der Ruhr-Universität Bochum – reagiert

auf diese Herausforderung, indem es ein eigenes

Bildungszentrum unterhält. Hier gibt es

Angebote zu grundständigen Ausbildungen

und Weiterbildungen, Seminaren und Fortbildungen

im medizinisch/pflegerischen Bereich

Nähere Auskünfte erhalten

Sie bei Frau Barbara auf höchstem Standard.

Burkhardt

Ein Beispiel ist die Ausbildung zur/zum Gesundheits-

und KrankenpflegerIn:

Krankenpflegeschule

Die Kliniken Bergmannsheil mit 624 Betten bieten

84 Menschen einen Ausbildungsplatz.

0234 - 96 49 90

Die theoretische Ausbildung umfasst ca. 2.500

Stunden theoretischen und fachpraktischen

Unterricht, der kombiniert im Blocksystem und

Schultagen angeboten wird. Grundlage der

theoretischen Ausbildung ist die Ausbildungsrichtlinie

für die staatlich anerkannten Krankenpflege-

und Kinderkrankenpflegeschulen in

NRW.

Die praktische Ausbildung umfasst ca. 2.800

Stunden und findet neben den Fachdisziplinen

der Berufsgenossenschaftlichen Kliniken Bergmannsheil

bei Kooperationspartnern für die

praktische Ausbildung statt. Die Familien- und

Krankenpflege mit ihren vier Niederlassungen

in Bochum ist Vertragspartner für die praktische

Ausbildung der PflegeschülerInnen in

der ambulanten pflegerischen Versorgung. Die

praktische Ausbildung wird von pädagogisch

qualifizierten PraxisanleiterInnen begleitet. Daneben

finden regelmäßig Praxisbegleitungen

durch die MitarbeiterInnen der Schule statt.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und endet

mit der Staatlichen Anerkennung zur/zum Gesundheits-

und KrankenpflegerIn.

Es werden jährlich 30 SchülerInnen aufgenommen.

Das Bewerbungsverfahren beginnt ein

Jahr vor Kursbeginn (jeweils 1. September).

Pflegeschülerin in der praktischen Ausbildung

mit ihrem Praxisanleiter für die ambulante

Pflege.

16 | Gesundheit vor Ort 2/2005


FUK Intern

Zivildienst oder

Freiwilliges Soziales Jahr

sinnvoller Einsatz in der Schulbetreuung

Zuerst die gute Nachricht: Das Bewusstsein für die Bedürfnisse behinderter

und pflegebedürftiger Menschen ist in den letzten Jahren

enorm gewachsen.

Dass solche Menschen nicht nur verwahrt

werden wollen, sondern für ihre Entwicklung

auch individuelle Förderung und professionelle

Unterstützung brauchen, setzt sich als

Erkenntnis immer mehr durch. Hier entstand

ein gewaltiger Bedarf an Arbeitskräften.

Und nun die schlechte Nachricht: die Gelder

für den Pflege- und Betreuungssektor sind in

gleichem Maße, wie der Bedarf anstieg, gekürzt

worden.

Hier eröffnet sich ein Tätigkeitsfeld für junge

Menschen, das nicht nur den Patienten zugute

kommt. Wer Ersatzdienst leisten oder ein Jahr

mit sinnvoller Tätigkeit überbrücken will, findet

kein besseres Feld für Selbsterfahrung und die

ersten Schritte auf der Suche nach dem persönlichen

Lebenssinn.

Wo ergeben sich intensivere Fragen, wo erschließen

sich mehr Möglichkeiten, die eigenen

Fähigkeiten und Grenzen zu erleben als in

der lebendigen Auseinandersetzung mit hilfsbedürftigen

Menschen?

Elly Bijloos

Internationale Jugendgemeinschaftsdienste

e.V.

„Eigene Grenzen kennenlernen und

eigene Belange integrieren sind, neben

Helfen und für Andere da sein ,Inhalte

des sozialen Handelns“.

Gregor

„Das FSJ bringt mir eine Menge. Ich

lerne, wie man mit behinderten Kindern

umgeht. Ich habe meine ganz speziellen

Schüler, mit denen es mir richtig

Spaß macht zu spielen und zu arbeiten.

Meine Entscheidung, nach dem Abi ein

FSJ zu machen, war genau die richtige,

um was für mich und das Leben zu

lernen.“

Agnieszka

„Die Arbeit in einer Schule für geistig

Behinderte wird immer und überall gut

angesehen. Es macht Spaß den Kindern

helfen zu können und dabei Verantwortung

zu übernehmen. Letztendlich

bleiben viele schöne Erinnerungen, die

mir keiner nehmen kann …“

18 | Gesundheit vor Ort 2/2005


Begleitung auf dem Schulausflug

Die Familien- und Krankenpflege bietet

Zivildienstleistenden die Möglichkeit,

auf diese Weise ihren Pflichtdienst abzuleisten

(9 Monate). Zusammen mit den

„Zivis“ bildet die Gruppe der „FSJler“

(FSJ = Freiwilliges Soziales Jahr, 6 – 18

Monate) die unverzichtbare Grundlage

für die Versorgung vor allem der Schulkinder.

Eine enge Zusammenarbeit mit

der FuK pflegt zum Beispiel die Hilda-

Heinemann-Schule in Bochum. Sie widmet

sich in fortschrittlicher Weise der

Betreuung und Ausbildung behinderter

bis schwerstbehinderter Kinder und Ju-

Alexander

„Das FSJ gibt mir die Möglichkeit,

besondere Erfahrungen zu sammeln

und neue Seiten an mir zu entdecken.

Zudem bin ich nun sicher, dass ich in

dem hier gelernten Berufszweig später

tätig sein möchte.“

Marianne Hänsel

Leitung Zivildienst / FSJ bei der

F.U.K. Bochum

„Wir beschäftigen erstmals seit September

2005 eine Gruppe von Teilnehmern

der FSJ in der Schulbetreuung. Die

insgesamt 12 Freiwilligen begleiten

mit großem Engagement Kinder und

Jugendliche mit Behinderungen durch

den Schultag.“

Sabrina

„In meinem Jahr als FSJlerin an der

Hilda-Heinemann-Schule konnte ich

viele Erfahrungen in einem sozialen

Beruf sammeln. Ich finde es schön, sich

für die Kinder einzusetzen und ihnen

zu helfen. Das FSJ hat mir geholfen,

meinen Berufswunsch zu überprüfen

und zu festigen.“

Gesundheit vor Ort 2/2005 | 19


FUK Intern

Mehr Informationen:

Zivildienst / FSJ

F.U.K. - Bochum

Marianne Hänsel

Monika Heintze

0234 - 307 96 55

fundk-bochum.de

gendlicher und integriert Zivildienstleistende

und FSJler in ihre Arbeit:

Zur Zeit besuchen 100 SchülerInnen und 28

TeilzeitschülerInnen die Schule. Sie werden

von 32 Lehrern und Lehrerinnen betreut. Die

Schwerstbehinderten werden durchgehend

integrativ unterrichtet: sie nehmen am Tagesgeschehen

und am Unterricht ihrer Klasse teil,

wann immer dies möglich ist. Darüber hinaus

gibt es spezielle Förderangebote im Bereich der

Wahrnehmungsförderung und des Mobilitätstrainings

sowie Unterrichtsangebote in musischen

Lernbereichen. Im Psychomotorik- und im

Ruheraum mit einem Wasserbett und besonderer

Förderausstattung können die schwerstbehinderten

Schüler spezifisch und umfangreich

gefördert werden, in kleinen Gruppen oder

auch in Einzelförderung.

Alle Schüler können in der Schule auch durch

Fachpersonal physio-, sprach- und ergotherapeutisch

versorgt werden.

Hier ist in allen Bereichen Hilfe nötig: bei pflegerischen

Aufgaben, bei der Aufsichtstätigkeit

und der individuellen Begleitung von Schülern

ebenso wie bei allen sonstigen anfallenden Arbeiten

im Klassen- und Schulleben. Zivildienst

oder Freiwilliges Soziales Jahr: es lohnt sich,

darüber nachzudenken!

Bijan

„Das FSJ war das Beste, was ich zwischen

Zivildienst und Studium machen

konnte. Es hat mich in meinem Berufswunsch

(Lehramt für Sonderpädagogik)

gestärkt; und die Seminare waren viel

lockerer und spaßiger als im

Zivildienst.“

20 | Gesundheit vor Ort 2/2005

Julia

„Durch meine Tätigkeiten im FSJ bin

ich gereift. Nun übernehme ich gerne

Verantwortung und weiß, was ich in

der Zukunft weitermachen möchte.“

Katrin

„Immer, an jedem Tag, tut mein

Vater Gutes und ich folge nur seinem

Beispiel“ (Joh. 5,17). Dies hab ich mir

zur Motivation gemacht und begann

mein FSJ, um behinderten Kindern zu

helfen. Es gibt mir ein gutes Gefühl,

eine sinnvolle Arbeit zu tun. Die Kinder

lernen von mir, aber ich auch ihnen.

Eine Arbeit, bei der man schenkt und

beschenkt wird.“


FUK Intern

Nachgefragt...

Qualitätssicherung bei der

Familien- und Krankenpflege

Interview mit Frau Annette Webels,

Qualitätsbeauftragte bei der Familien- und Krankenpflege Bochum in der

oben genannten Sonderabteilung.

Wie wird man „Qualitätsbeauftragte“?

Da gibt es sicherlich verschiedene Wege.

Ich habe zunächst im Altenpflegebereich

gearbeitet.

Als meine beiden Töchter „aus dem

Gröbsten heraus“ waren, hat eine

Freundin mir einen Einblick in ihre Tätigkeit

als Krankenschwester in einem

Frau Webels, Sie führen seit einem

Jahr Pflegevisiten zur Qualitätskontrolle

durch. Welche Bedeu-

Feuer gefangen und mich zur staatlich

Seniorenheim gegeben. Da habe ich

tung hat das Wort „Kontrolle“ für anerkannten Altenpflegerin ausbilden

Sie?

lassen. Mein Anerkennungsjahr habe

Kontrolle ist oft für denjenigen, der ich dann im stationären Bereich der

kontrolliert wird, ein angstbesetzter Arbeiterwohlfahrt absolviert.

Begriff. In einer Atmosphäre von

Angst gedeiht aber kein positiver

menschlicher Kontakt – und auf den

sind wir bei unserer Tätigkeit angewiesen.

Mir ist es deshalb sehr wichtig,

dass die Mitarbeiter meine Arbeit

als Unterstützung sehen, um die drei

wichtigsten Bereiche der Pflege bestmöglichst

ergreifen zu lernen:

verantwortlicher Umgang mit den Patienten,

wirtschaftliches Handeln und

professionelle Dokumentation ihrer

Tätigkeit.

Warum sind Sie nicht bei der Altenpflege

geblieben?

Die Betreuung in den Altenheimen

ließ damals häufig sehr zu Wünschen

übrig - besonders, was die Demenzerkrankten

betraf. Das stellte für

mich den Anreiz dar, mich auf diesem

Gebiet weiter zu bilden.

Ich wurde zunächst Wohnbereichsleiterin

und später Pflegedienstleiterin

in einem Seniorenheim. Von 1991 bis

93 erweiterte ich erneut meine Ausbildung

und wurde Fachpflegerin im

psychiatrischen Bereich.

Dann kam der Sprung zur Qualitätssicherung:

über verschiedene Fortbildungen

zum Qualitätsmanagement

für den ambulanten, stationären und

teilstationären Bereich gelangte ich

schließlich im Februar 2004 zur FuK,

für die ich heute arbeite.

22 | Gesundheit vor Ort 2/2005


FUK Intern

Wie haben Sie den Wechsel von

der stationären Arbeit im Seniorenheim

zum ambulanten Dienst

erlebt?

Nach 20 Jahren Tätigkeit im Heim habe

ich die neue Aufgabe mit gemischten

Gefühlen übernommen.

Kranke Menschen in ihrer eigenen

Wohnung zu versorgen bedeutet, für

den Pflegenden, dass er sich bei jeder

Station an neue Bedingungen anpassen

muss. Die Ausstattung muss

angeschafft und eingerichtet, jede

Maßnahme dem Lebensrhythmus

der Familie angepasst werden. Man

ist schließlich Gast in einem fremden

Haus!

Inzwischen möchte ich nicht mehr

tauschen: ich erlebe täglich, welch

wohltuende Wirkung die gewohnte

Umgebung auf die Patienten ausübt.

Und es macht mir Spaß, die kontinuierliche

Verbesserung unserer Arbeit

begleiten zu können.

Kein Wunder, dass die Kunden zufrieden

sind! Meiner Meinung nach ist

die FuK auf dem richtigen Weg.

Bei der Familien- und Krankenpflege wird

größter Wert auf Qualität gelegt.

Die FuK beschäftigt eine Qualitätsbeauftragte,

die dafür freigestellt

ist, die Einhaltung der

gesetzlich vorgeschriebenen

Qualitätsrichtlinien zu überwachen.

Sie leitet gleichzeitig einen

Qualitätsentwicklungskreis,

der für die Entwicklung neuer

Standards zuständig ist.

Die Pflegedienstleitungen überprüfen

regelmäßig durch Visiten

die Qualität der Pflegearbeit.

Alle Mitarbeiter werden regelmäßig

mit Hilfe eines umfangreichen

Schulungsprogramms

fortgebildet, das allein 2004

über 90 Veranstaltungen umfasste.

Zusätzlich hat die FuK eine Abteilung

eingerichtet, die direkt

der Geschäftsleitung unterstellt

ist und halbjährlich die Patienten

zuhause besucht, um vor

Ort die Pflegequalität, die Qualität

der Dokumentation und die

Kundenzufriedenheit zu überprüfen.

Die Befragungen werden regelmäßig

ausgewertet: über 90 %

der Kunden äußern sich auf die

Frage, wie zufrieden sie mit den

Leistungen der FuK sind, mit

„zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Gesundheit vor Ort 2/2005 | 23


Sinn vor Gewinn

Die GLS-Bank - Eine Bank im Portrait

Die GLS Gemeinschaftsbank eG in Bochum, 1974

gegründet, ist die erste ethisch-ökologische Bank

und damit die Pionierin des ethischen Investments

überhaupt. Die GLS-Gruppe (GLS steht für „Gemeinschaft

für Leihen und Schenken“) umfasst

nicht nur die GLS-Bank, sondern setzt sich zusätzlich

aus einer stiftungsähnlichen Einrichtung und

einer Beteiligungsaktiengesellschaft zusammen.

Gemeinsam bringen die drei Einrichtungen inzwischen

ein Geschäftsvolumen von rund 650 Mio.

Euro auf die Waagschale, die Bilanzsumme der

GLS-Bank liegt inzwischen bei deutlich über 500

Mio. Euro.

Aber was ist das Besondere an der GLS-Bank, was

unterscheidet sie von anderen Banken?

Grundsätzlich richtet sich die Bank an alle Menschen,

die mit ihrem Geld persönliche und gesellschaftliche

Anliegen verbinden wollen. Dabei

steht nicht eine abstrakte Geldvermehrung, son-

24 | Gesundheit vor Ort 2/2005

dern die konkrete Wirkung der investierten Mittel

im Vordergrund. Ein Hauptmerkmal der GLS-Bank

ist daher auch die Transparenz ihrer Geldanlagen.

So werden alle Kredite und Projekte der GLS-Bank

regelmäßig im „Bankspiegel“, der hauseigenen

Kundenzeitschrift, veröffentlicht. Zudem können

die inzwischen über 42.000 GLS-Kunden mitentscheiden,

wohin ihr Geld fließt, etwa in den Be-


Initiative

GLS Gemeinschaftsbank eG

0234 - 57970

www.gls.de

reichen Ökologische Landwirtschaft,

Regenerative Energien, Wohn- und

Seniorenprojekte oder Freie Schulen

u.v.m. „Sinn vor Gewinn“ ist das

Motto. Absolute Ausschlusskriterien

hingegen sind umweltschädliche und

sozial unverträgliche Vorhaben. Einen

Teil der Kredite (rund 20%) vergibt die

GLS-Bank im übrigen zu besonders

günstigen Konditionen an gemeinwohlorientierte

Einrichtungen.

Seit die GLS-Bank im Jahr 2003 die

Ökobank-Geschäfte übernommen

hat, ist auch die Angebotspalette nahezu

komplett: sie reicht vom GLS-Girokonto

über klassische Bankeinlagen,

Beteiligungs- und Investmentfonds

bis hin zur Altersvorsorge und dem

Schenkungs- und Stiftungsbereich.

Auch eine Mitgliedschaft ist möglich

– von dieser haben inzwischen weit

über 13.000 Menschen Gebrauch gemacht.

Neben bekannten Finanzierungsinstrumenten

wie Grundschuld- und Kontokorrent-Krediten

hat die GLS-Bank

Kreditinstrumente entwickelt, die sich

besonders zur Finanzierung bürgerschaftlichen

Engagements eignen, wie

etwa die GLS-Bürgschaftskredite oder

die Leih- und Schenkgemeinschaften.

Eines der inzwischen über 3200 GLS-

Projekte ist die Seniorenwohnanlage

„Hermann-Keiner-Haus“ des Pädagogisch

Sozialen Zentrums (PSZ) in

Dortmund. Seit 1977 werden in der

mehrgliedrigen Altenhilfeeinrichtung

bis zu 220 Menschen auf Grundlage

der Anthroposophie betreut.

Über ein weiteres Seniorenprojekt,

dem Christofferhaus in Siegen, wurde

z.B. im letzten Bankspiegel ausführlich

berichtet (das Heft kann unter der

Telefonnummer 0234/5797-111 kostenlos

angefordert werden).

Die GLS-Bank mit ihren inzwischen

140 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

hat sich in den letzten Jahren so

gut entwickelt (gegen den Trend weist

sie regelmäßig Wachstumsraten von

deutlich mehr als 10% aus), dass die

Bank im Sommer ein neues Gebäude

direkt hinter dem Schauspielhaus Bochum

beziehen wird. Am 23. und 24.

September des Jahres ist ein großes

Einweihungsfest geplant.

Gesundheit vor Ort 2/2005 | 25


Initiative

Wer ist eigentlich...

Der Sozialverband VdK?

VdK steht für Verband der Kriegs- und Wehrdienstopfer, Behinderten und

Rentner in Deutschland. Der VdK arbeitet nach dem Motto:

Zusammenleben in sozialer Gerechtigkeit – Voraussetzung für Sicherheit

und Frieden.

Der VdK ist der größte deutsche Sozialverband.

Er wurde vor über 55

Jahren gegründet, um nach dem 2.

Weltkrieg für eine ausreichende Versorgung

der Kriegsgeschädigten und

der Hinterbliebenen zu kämpfen.

Nachdem diese Aufgabe erfüllt war,

hat der VdK sich auch für andere Gruppen

unserer Gesellschaft geöffnet.

Heute gehören auch die Behinderten,

Rentner, Unfall- und Wehrdienstopfer,

Sozialhilfeempfänger und Sozialversicherten

gleichberechtigt dazu.

Der Verband sorgt dafür, dass die

Mitglieder weder ins gesellschaftliche

noch ins finanzielle Abseits unserer

Leistungsgesellschaft gedrängt werden.

Weil der VdK ein gemeinnütziger Verein

ist, der seine Arbeit ausschließlich

über Mitgliedsbeiträge und Spenden

finanziert, braucht er auch keine politische

Rücksicht zu nehmen, wenn

es darum geht, für die Belange der

Mitglieder einzutreten. Der VdK ist an

keine Konfession gebunden.

26 | Gesundheit vor Ort 2/2005


Initiative

Folgende Dienstleistungen bietet der VdK seinen Mitgliedern:

Für einen Monatsbeitrag von 4 Euro genießen VdK-Mitglieder eine Reihe von Vorteilen, die häufig

ein Vielfaches des Monats- oder Jahresbeitrags ausmachen. Dazu gehören:

Beratung in allen sozialrechtlichen Fragen

vom Schwerbehinderten- bis zum Rentenrecht;

Die verschiedenen Zweige der Sozialversicherung

sind in die Kritik gekommen, seitdem sich

die Politiker Gedanken darüber machen, wie

die Rentenversicherung saniert werden kann.

Der VdK ist der Meinung, dass nach einem

erfüllten Arbeitsleben den Rentnern und Hinterbliebenen

mindestens die soziale Stellung

erhalten bleiben muss, die sie während ihres

Erwerbslebens hatten und setzt sich aktiv dafür

ein.

Rechtsvertretung vor den Sozialgerichten,

dem Landessozialgericht und dem Bundessozialgericht,

Widerspruchsausschüssen

und teilweise den Verwaltungsgerichten;

Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen

müssen viele Bürger immer wieder feststellen,

dass Anträge auf Rente oder sonstige Sozialleistungen

oft erst einmal abgelehnt werden.

VdK-Mitglieder brauchen eine solche Ablehnung

nicht zu fürchten, denn die juristisch qualifizierten

Mitarbeiter unserer 45 Geschäftsstellen,

den sieben Rechtsabteilungen und einer

Bezirksbetreuungsstelle in NRW sorgen dafür,

dass die Mitglieder zu ihrem Recht kommen.

Weil diese Mitarbeiter auf das Sozialrecht

spezialisiert sind, ist eine optimale Beratung

und Prozessvertretung sicher gestellt. Damit

es jedoch nicht erst zu einer Ablehnung bei

Antragsverfahren kommt, können sich unsere

Mitglieder schon vor der Antragstellung fachkundig

beraten lassen.

Regelmäßige Bildungsangebote zu allen

aktuellen Themen der Sozialpolitik und

des Sozialrechts;

Wissen ist wichtig! Deshalb informiert der VdK

Sie regelmäßig über neueste Entwicklungen im

Sozialrecht.

Vielseitige Reise- und Tagesausflugsangebote

für Individual- und Gruppenreisende;

Die Orts- und Kreisverbände lassen sich viel

einfallen für ihre Mitglieder und achten dabei

natürlich darauf, dass die Fahrten auch auf spezielle

Bedürfnisse von älteren und behinderten

Menschen ausgerichtet sind. Es gibt auch verbandseigene

Erholungshotels.

Abschluss von besonders preisgünstigen

Gruppensterbegeld- und Rechtsschutzversicherungen

über den VdK.

Wenn Sie eine starke

Interessenvertretung

mit vielen zusätzlichen

Dienstleistungen suchen,

dann wenden Sie sich an

die Kreisgeschäftsstelle

des Vdk

VdK

Kreuzstraße 11

44787 Bochum

0234 - 660 51

Gesundheit vor Ort 2/2005 | 27


Initiative

Ein Besuch bei der

„Wattenscheider Tafel“

Hilfe zur Selbsthilfe kostet nichts – außer

Mut und Zeit. Nach diesem Prinzip

arbeitet die Wattenscheider Tafel nun

schon seit fünf Jahren.

Es ist nicht schwer, die Ausgabestelle

an der Hohensteinstraße zu finden.

Schon von Weitem und lange vor der

Öffnungszeit sieht man die Menschen,

mit Tüten und Taschen in den Händen

vor dem Eingang stehen.

Ich frage mich, ob dies wirklich der

richtige Zeitpunkt ist, um mit Herrn

Baasner, dem Leiter und Initiator dieser

Initiative, ein Gespräch zu führen.

Man sieht auf den ersten Blick, dass

viel Arbeit ansteht: Autos werden entladen,

Kisten mit Lebensmitteln auf

den Hof getragen, Menschen allen

Alters sind eifrig mit Vorbereitungen

und Absprachen beschäftigt. Es lässt

sich ahnen, wie viel Organisation

diesem Augenblick vorausgegangen

ist. Aber was ich bereits über die

„Tafel“ gehört habe, hat mich neugierig

gemacht: Das Projekt ist mehr

als erfolgreich, es wurde bereits auf

einer Tagung der Welthungerhilfe in

Johannesburg als vorbildliches Modell

vorgestellt.

Als ich schließlich bei Herrn Baasner in

der Küche sitze, bin ich erstaunt: mein

Gesprächspartner ist nicht nur das

Zentrum, sondern auch der ruhende

Pol inmitten des Trubels. Er hat Zeit, in

aller Ruhe ein einstündiges Gespräch

zu führen, während er zwischendurch

mit kurzen Anweisungen dafür sorgt,

dass „der Laden läuft“.

1997 fiel einem Studenten auf, dass

die großen Lebensmittelketten täglich

Berge von Lebensmitteln vernichten,

die zwar noch genießbar,

deren Verfallsdaten aber abgelaufen

und die daher nicht mehr verkäuflich

sind. Die Diskrepanz zwischen dieser

Verschwendung einerseits und den

Bedürfnissen notleidender Menschen

andererseits schien ihm unerträglich.

Er verteilte die Waren zunächst an

verschiedene Suppenküchen und richtete

einen Umschlagplatz ein, an dem

die Nahrungsmittel gesammelt und

kostenlos an Bedürftige abgegeben

wurden.

Die Idee schlug ein. Immer mehr

Menschen kamen, um sich zu versorgen,

immer mehr Konzerne waren

zur Zusammenarbeit bereit. Mussten

anfangs noch alle Produkte im Kleinwagen

abgeholt werden, so wurden

sie nach einer Weile schon teilweise

geliefert. Die Firmen sparten auf diese

Weise die Entsorgungskosten. Im

April 2000 wurde die Initiative institutionalisiert.

Der SKM (Sozialer Dienst

Katholischer Männer) stellte kostenlos

28 | Gesundheit vor Ort 2/2005


Initiative

ein Gelände zur Verfügung, auf dem

eine feste Ausgabestelle eingerichtet

werden konnte. Das Warenangebot

erweiterte sich wöchentlich, auch auf

Kleidung und andere Gegenstände.

Um Missbrauch vorzubeugen, muss

bis heute jeder Nutznießer seinen Sozialhilfeausweis

registrieren lassen. Er

darf sich dann einmal wöchentlich an

einem der inzwischen 28 Standorten

in Bochum versorgen.

Wie von selbst entstand ein zweiter

Bereich sozialer Fürsorge: da die Verwaltung

und Organisation der Verteilung

mit wachsendem Umfang immer

zeit- und personenintensiver wurde,

mussten ehrenamtliche Helfer gefunden

werden. Einigen Jugendlichen,

die bis dahin keinen Sinn und keine

Perspektive in ihrem Leben finden

konnten, leuchtete die Idee der „Tafel“

ein. Sie fanden neben einer sinnvollen

Tätigkeit auch noch den lange

vermissten sozialen Zusammenhalt in

einer engagierten Gruppe. Angebote

für sie, wie Sprachkurse o.ä., können

von der Initiative – mit finanzieller

Unterstützung der Unesco - übernommen

werden und bieten einen

zusätzlichen Anreiz. Ohne die „Tafel-

Jugend“ wäre das Projekt heute nicht

mehr denkbar.

Noch immer erweitert sich der Kreis

der angesprochenen Menschen ebenso

wie das Angebot. Sozialhilfeempfänger,

Arbeitslose, alte und kranke

Selbst ein Weg von tausend Meilen

beginnt mit einem Schritt

Menschen nehmen die vielseitige Hilfe

dankbar wahr. 62 Mitarbeiter versorgen

inzwischen mit vier LKW, einem

Kühlauto, zwei PKW und zusätzlich

zehn privaten Autos monatlich etwa

5000 Personen in Bochum und Wattenscheid

mit Lebensnotwendigem.

Ganz ohne Geld geht es nun doch

nicht mehr: 3000 Euro pro Monat

werden für Fahrzeuge, Versicherungen

u.ä. benötigt. Dieses Geld

stammt aus Spenden, die jederzeit

willkommen sind.

Kennen Sie jemanden, der bedürftig

ist? Sagen Sie ihm: bedürftig sein ist

keine Schande. Er ist herzlich willkommen

bei der Wattenscheider Tafel

– als „Kunde“ ebenso wie als Helfer.

Kontakt:

Hohensteinstr.37

44866 Bochum

02327 328597

Spendenkonto:

Wattenscheider Tafel e.V.

Sparkasse Bochum

BLZ: 430 500 01

Kontonr.: 414946

Gesundheit vor Ort 2/2005 | 29


Impressum / Kontakt

Sozialstationen der Familien- und

Krankenpflege Bochum:

Bochum-Mitte

Bochum-Langendreer

Impressum /

Redaktion:

Paddenbett 13

Alte Bahnhofstraße 123

Herausgeber:

44803 Bochum

44892 Bochum

Michael Schreiber

Tel: 02 34 / 307 96-0

Tel: 02 34 / 29 60 58

Familien- und

Petra Müller

Krankenpflege

Petra Janitzki

Bochum-Wattenscheid

Pflegebüro im

Bochum gGmbH

Westenfelder Straße 60

Bergmannsheil

Gesundheits- und

Auflage:

44867 Bochum

Bürkle-de-la-Camp-Platz 2,

Sozialzentrum

8.000 Exemplare

Tel: 0 23 27 / 98 71-0

44789 Bochum

Paddenbett 13

Tel: 02 34 / 32 53 073

44803 Bochum

Fotografie / Layout:

Bochum-Weitmar

www.pluszwo.de

Karl-Friedrich-Straße 112

Tel: 02 34 / 307 96-0

44795 Bochum

Fax: 02 34 / 307 96-20

Tel: 02 34 / 43 43 09

30 | Gesundheit vor Ort 2/2005


Gesundheit vor Ort 2/2005 | 31

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