Werk Kassel 2009 (1,8 MB) (PDF; 1 - Volkswagen AG

volkswagen

Werk Kassel 2009 (1,8 MB) (PDF; 1 - Volkswagen AG

Umwelterklärung 2009

Werk Kassel


Inhalt

Grundlagen

4 Umweltschutz im Gesamtprozess

6 Umweltpolitik von Volkswagen

8 Umweltleistung

10 Entwicklung, Produktion und Erzeugnisse

16 Umweltmanagement-System

20 Umweltprüfung und Ermittlung

der Umweltaspekte

22 Erarbeitung von Umweltprogrammen

und -zielen

Zum Werk

K 2 Standortdaten

K 3 Der Standort

K 6 Besonderheiten und Entwicklung

K 8 Umweltaspekte und Umweltdaten

Umweltdaten

K 15 In-/Output

K 17 Umweltprogramme

K 19 Gültigkeitserklärung

Anhang

23 Abkürzungen und Erklärungen

24 Weitere Informationen

25 Impressum

Die Angaben dieser Umwelterklärung beziehen sich auf das Bilanzjahr 2008. Sie enthält Teile der „Gemeinsamen

Umwelterklärung 2009“, die alle Daten der Werke Wolfsburg, Braunschweig, Kassel, Emden, Salzgitter,

Dresden und Hannover (Volkswagen Nutzfahrzeuge) gesammelt dokumentiert.

Die „Gemeinsame Umwelterklärung 2009“ erhalten Sie unter der auf der letzten Seite angegebenen Adresse

bzw. zum Download unter www.volkswagen-umwelt.de.

3


Umweltschutz im Gesamtprozess

Prof. Dr. Jochem Heizmann

und Bernd Osterloh

Umweltorientierte Unternehmensführung ist eine

der Grundlagen unserer Unternehmenskultur. Nur

wer soziale, ökonomische und ökologische Aspekte

berücksichtigt, kann nachhaltig wirtschaften, umweltgerecht

handeln und Beschäftigung sichern.

Dies spiegelt sich auch in der Umweltpolitik von

Volkswagen wider, die in der Präambel zwei wesentliche

Anforderungen festschreibt:

die kontinuierliche Verbesserung der Umweltverträglichkeit

unserer Produkte über den gesamten

Lebenszyklus

die Verringerung der Beanspruchung natürlicher

Ressourcen unter Berücksichtigung wirtschaftlicher

Gesichtspunkte

Hierzu haben wir uns – im Bewusstsein unserer gesellschaftlichen

Verantwortung als weltweit tätiges

Unternehmen – freiwillig verpflichtet.

Die Reduktion von Kraftstoffverbrauch und CO - 2

Emissionen bestimmt zunehmend die Entwicklung

von Fahrzeugantrieben ebenso wie verschärfte

Abgasstandards. Bei der Verbrauchsreduzierung hat

Volkswagen Maßstäbe gesetzt – genannt seien hier

der doppelt aufgeladene TSI-Motor, der bei geringem

Verbrauch eine hohe Leistung erbringt, und das

Doppelkupplungs-Getriebe (DSG). Unter der Dachmarke

BlueMotionTechnologies bündelt Volkswagen

innovative Technologien und Produkte, die umweltverträgliche

Mobilität ohne Verzicht auf Dynamik

und Alltagstauglichkeit ermöglichen. Maßstäbe

werden beispielsweise gesetzt mit dem sparsamen,

doppelt aufgeladenen TSI-Motor, der bei geringem

Verbrauch eine hohe Leistung erbringt, und dem

Doppelkupplungs-Getriebe (DSG).

4

Ein herausragendes Beispiel ist der neue Golf Blue-

Motion, der mit 77-kW-Maschine nur 3,8 l Diesel pro

100 km benötigt, dies entspricht einem CO -Ausstoß

2

von nur 99 g/km.

Ziel ist es auch, an den einzelnen Standorten in allen

Betriebsbereichen effiziente, umweltschonende

Fertigungsprozesse zu verwirklichen. Umweltschutz

wird mehr und mehr in die Prozesse integriert; damit

wird der Einsatz von nachgeschalteten Reinigungsanlagen

künftig zwar nicht überflüssig, aber

immer weiter verringert. Ressourcenschonung und

Wirtschaftlichkeit müssen und können nach unserer

Überzeugung Hand in Hand gehen.

Seit 1995 beteiligt sich Volkswagen freiwillig am Öko-

Audit-Verfahren der Europäischen Union. Durch die

regelmäßige Durchführung von internen und externen

Umweltaudits werden die Umweltmanagement-

Systeme ständig überprüft und weiter optimiert.

Die eigenverantwortliche Festlegung von Zielen und

Programmen fordert jährlich alle Organisationseinheiten

der Standorte und ermöglicht die ständige

Verbesserung der Umweltleistung.


Umweltschutz im Gesamtprozess

Prof. Dr. Jochem Heizmann

und Bernd Osterloh

Wirkungsvoller Umweltschutz ist jedoch nicht allein

eine Frage von Technik und Organisation. Entscheidend

sind vor allem die Menschen, die verantwortungsbewusst

planen, bedienen und steuern.

Schulungen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

und Sensibilisierung zu ständiger Verbesserung haben

uns auf das heutige Niveau geführt. Gute Ideen

und besondere Leistungen werden mit dem internen

Umweltpreis belohnt.

Prof. Dr. Jochem Heizmann

Konzernvorstand Produktion

Volkswagen

Die Standorte Wolfsburg, Braunschweig, Kassel,

Emden, Salzgitter, Dresden und Hannover verstehen

sich als Partner für Gesellschaft und Politik, die

einen offenen Dialog mit Behörden und Öffentlichkeit

über bedeutende Umweltauswirkungen führen.

Die vorliegende Umwelterklärung ist ein wichtiger

Baustein unserer aktiven Informationspolitik.

Bernd Osterloh

Vorsitzender Gesamtbetriebsrat

Volkswagen

5


Umweltpolitik von Volkswagen

Präambel

Volkswagen entwickelt, produziert und vertreibt

weltweit Automobile zur Sicherstellung individueller

Mobilität. Das Unternehmen trägt Verantwortung

für die kontinuierliche Verbesserung der Umweltverträglichkeit

seiner Produkte und die Verringerung

der Beanspruchung der natürlichen Ressourcen

unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Gesichtspunkte.

6

Es macht daher umwelteffiziente fortschrittliche

Technologien weltweit verfügbar und bringt sie über

den gesamten Lebenszyklus seiner Produkte zur

Anwendung. Es ist an allen Standorten Partner für

Gesellschaft und Politik bei der Ausgestaltung einer

sozialen und ökologisch nachhaltigen positiven

Entwicklung.


Umweltpolitik von Volkswagen

Grundsätze

1. Es ist das erklärte Ziel von Volkswagen, bei all

seinen Aktivitäten die Einwirkungen auf die Umwelt

so gering wie möglich zu halten und mit den eigenen

Möglichkeiten an der Lösung der regionalen

und globalen Umweltprobleme mitzuwirken.

2. Es ist das Ziel von Volkswagen, hochwertige

Automobile anzubieten, die den Ansprüchen seiner

Kunden an Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit,

Sicherheit, Qualität und Komfort in gleicher

Weise gerecht werden.

3. Zur langfristigen Sicherung des Unternehmens

und zur Steigerung seiner Wettbewerbsfähigkeit

erforscht und entwickelt Volkswagen ökologisch

effiziente Produkte, Prozesse und Konzepte für individuelle

Mobilität.

4. Das Umweltmanagement von Volkswagen stellt

auf der Grundlage der Umweltpolitik sicher, dass gemeinsam

mit Zulieferunternehmen, Dienstleistern,

Handelspartnern und Verwertungsunternehmen die

Umweltverträglichkeit seiner Automobile und

Fertigungsstandorte einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess

unterworfen ist.

5. Der Vorstand von Volkswagen überprüft regelmäßig

die Einhaltung der Umweltpolitik und -ziele

sowie die Funktionsfähigkeit des Umweltmanagement-Systems.

Dies schließt die Bewertung

der erfassten umweltrelevanten Daten ein.

6. Die offene und klare Information sowie der

Dialog mit Kunden, Händlern und der Öffentlichkeit

sind für Volkswagen selbstverständlich. Die Zusammenarbeit

mit Politik und Behörden beruht auf

einer handlungsorientierten und vertrauensvollen

Grundhaltung und bezieht die Notfallvorsorge an

den einzelnen Produktionsstandorten mit ein.

7. Alle Mitarbeiter von Volkswagen werden entsprechend

ihren Aufgaben im Umweltschutz informiert,

qualifiziert und motiviert. Sie sind zur Umsetzung

dieser Grundsätze sowie zur Erfüllung der gesetzlichen

und behördlichen Auflagen im Rahmen ihrer

jeweiligen Aufgabenstellung verpflichtet.

7


Umweltleistung

CO 2 -Emissionen am Beispiel

des Passat Variant 2,0 TDI

Herstellung

Kraftstoffbereitstellung

Fahremissionen

Verwertung

Umweltschutz ist für den Volkswagen Konzern auf

lange Sicht kein Kosten-, sondern ein Wertschöpfungstreiber,

der dem Unternehmen den Weg zu

effizienteren Fertigungsprozessen und zu zukunftsfähigen

Produkten weisen kann. Der Volkswagen

Konzern bekennt sich zum integrierten Umweltschutz.

Dieser erstreckt sich auf alle Fertigungsprozesse

und auf den gesamten Lebenszyklus der

Produkte, wobei in die Bilanzierungen die Daten

von der Rohstoffherstellung bis zur Verwertung

der Altfahrzeuge eingehen („von der Wiege bis zur

Bahre“). Klare Zielstellung des Volkswagen Konzerns

ist es, als global engagierter Mobilitätsdienstleister

umweltoptimierte Fahrzeuge aus umweltoptimierter

Fertigung anzubieten.

Für die Umsetzung einer solchen Fertigung

wurden aus 11 Umweltstandards 22 konzernweit geltende

Umweltgrundsätze erarbeitet. Diese Grundsätze

beinhalten strategische Leitlinien und technische

Vorgaben, um weltweit ein vergleichbares

Umweltniveau in unseren Fertigungsstätten

8

70,9 %

0,4 %

9,1 %

19,6 %

sicherzustellen. Dabei ist es das vorrangige Ziel,

wirtschaftlich und ökologisch sinnvolle Lösungen

zu realisieren, um den Einsatz von Ressourcen zu

minimieren und zu einer langfristigen Kostenreduzierung

beizutragen. In den Umweltgrundsätzen

werden sowohl allgemeine Prinzipien als auch auf

die einzelnen Prozesse bezogene, spezifische Anforderungen

festgelegt.

Eines der derzeit aktuellsten Umweltthemen ist der

Ausstoß von klimarelevanten Treibhausgasen. Im

Zusammenhang mit dem Auto geht es dabei fast

ausschließlich um das Kohlendioxid (CO ). Die seit

2

über 10 Jahren bei Volkswagen durchgeführten Umweltbilanzierungen

(gemäß ISO-Norm 14040) kommen

zu dem Ergebnis, dass im Lebenszyklus eines

Kraftfahrzeugs der weitaus überwiegende Teil des

CO -Ausstoßes während der Nutzungsphase auftritt.

2

Fahremissionen und Kraftstoffherstellung machen

dabei den größten Anteil aus.


Umweltleistung

Auf der Grundlage von ausgewählten Umweltbilanzen

wird bei Volkswagen seit 2007 das Umweltprädikat

erarbeitet. Damit zeichnet Volkswagen bei

Fahrzeugen und Technologien den ökologischen

Fortschritt gegenüber Vorgänger- bzw. Vergleichsmodellen

aus. Das Prädikat informiert die Kunden,

Aktionäre und weitere Interessenten innerhalb und

außerhalb des Unternehmens darüber, wie bei

Volkswagen Fahrzeuge, Komponenten und Prozesse

umweltfreundlicher gestaltet werden und welche Erfolge

wir dabei erzielen. [www.umweltpraedikat.de]

Wichtig ist es, den Energieverbrauch und damit

zusammenhängend den CO -Ausstoß im gesamten

2

Lebenszyklus eines Fahrzeugs so niedrig wie möglich

zu halten. Für die Produktion eines Fahrzeugs

werden vor allem Strom und Wärme benötigt. Einen

Teil davon erzeugt Volkswagen an den Standorten

in eigenen Kraftwerken, die zum Teil dem europäischen

Emissionshandelssystem unterliegen. Mit

zahlreichen zentralen und dezentralen Maßnahmen

wird daran gearbeitet, die Fertigungsprozesse, aber

auch die Infrastruktur in den Werken noch energieeffizienter

zu gestalten. Hier geht der Standort

Emden mit dem Fernwärmebezug aus einem Biomasseheizkraftwerk

einen neuen klimaschonenden

Weg. Ausdruck aller Bemühungen zur ständigen Verbesserung

der Umweltleistung ist die Zertifizierung

aller Volkswagen Produktionsstätten entsprechend

der EMAS-II-Verordnung bzw. der Norm ISO 14001.

Die Reduktion aller relevanten Schadstoffemissionen

und die Verminderung von Energieverbrauch

und Treibhausgas-Emissionen sind vorrangige Ziele

der Kraftstoff- und Antriebsstrategie von Volkswagen

(aktuelle Beispiele sind das Direktschaltgetriebe mit

Doppelkupplung und sieben Gängen sowie die TSI-

Motoren, die sehr gute Leistungswerte mit geringem

Verbrauch verbinden). Kurz- und mittelfristig liegt

die Konzentration auf Effizienzsteigerungen und auf

CO -neutralen Biokraftstoffen der zweiten Generati-

2

on, die zwar aus Biomasse gewonnen werden, aber

kaum in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion

stehen. Ziel dieser Strategie ist es, sparsame, agile

und zugleich preislich attraktive Fahrzeuge für den

breiten Markt zu schaffen.

Durch Einsatz des Instruments Lebenszyklusanalyse

hat sich gezeigt, dass es in Einzelfällen sinnvoll

sein kann, auf energieintensivere Produktionsverfahren

umzustellen. So wird im Werk Kassel beim

Formhärten mehr Wärmeenergie verbraucht als

beim konventionellen Umformen. Da die entstehenden

Bauteile aber eine deutlich erhöhte Festigkeit

aufweisen, wird zu ihrer Herstellung weniger Stahl

benötigt und das Gewicht der Karosserie wird um 20

kg reduziert. Mit jedem Passat B6 werden in der Nutzungsphase

mit ca. 174 kg sehr viel mehr CO -Äqui-

2

valente eingespart, als für die Fertigung zusätzlich

emittiert wurden.

Zur Dokumentation der Umweltleistung und zur

Darstellung der Verbesserungen werden auch bei

Volkswagen geeignete Kennzahlen gebildet. Diese

Umweltdaten werden gemäß einer internen Norm

an jedem Standort ermittelt, geprüft und freigegeben.

Bei der Darstellung von Kennzahlen beschränkt

sich Volkswagen auf absolute Zahlen, die sich auf

das jeweilige Geschäftsjahr beziehen. Die Umrechnung

auf Produkteinheiten zur Bildung spezifischer

Kennzahlen macht angesichts der breiten und heterogenen

Produktpalette der Standorte kaum Sinn.

9


Entwicklung, Produktion und Erzeugnisse

Umweltgrundsätze

Produkt

Die Konzern-Umweltgrundsätze dienen als Leitlinie

für alle Marken und Regionen, unter Berücksichtigung

der regionalen Möglichkeiten. Um unserer

Verantwortung gegenüber Kunden, Gesellschaft und

Umwelt gerecht zu werden, ist die stetige Verbesserung

der Konzern-Produkte auch hinsichtlich der

Umweltverträglichkeit und der Ressourcenschonung

Bestandteil der Unternehmenspolitik. Der

umsichtige Umgang mit den ökologischen Herausforderungen

bestimmt unser Handeln und unsere

Prozesse.

Es leiten sich folgende Zielfelder ab:

1. Klimaschutz

- Reduzieren der Treibhausgas-Emissionen

- Reduzieren des Verbrauchs im Testzyklus und im

realen Fahrbetrieb

- Unterstützen kraftstoffsparender Fahrweisen

2. Ressourcenschonung

- Verbessern der Ressourceneffizienz

10

- Erreichen einer bestmöglichen Verwertbarkeit

unter Berücksichtigung innovativer Verwertungstechnologien

- Einsetzen nachwachsender Rohstoffe und Rezyklatmaterialien

- Entwickeln und Bereitstellen alternativer Antriebstechnologien

- Ermöglichen der Nutzung alternativer Kraftstoffe

und anderer Energiespeichersysteme unter Berücksichtigung

regionaler Gegebenheiten

3. Gesundheitsschutz

- Reduzieren limitierter und nicht limitierter Emissionen

- Vermeiden der Verwendung von Gefahr- und

Schadstoffen möglichst im Sinne der weltweit

strengsten Materialgesetzgebungen

- Minimieren der Innenraum-Emissionen inklusive

Geruch

- Reduzieren der Außen- und Innengeräuschwerte


Entwicklung, Produktion und Erzeugnisse

Fahrzeugfertigung

Logistik

Für jedes Fahrzeug sind mehrere Tausend Teile

programm- und zielgerecht zusammenzuführen.

Dies bedeutet exakte Produktionsplanung, präzise

Organisation und termingerechten Transport. Jedes

Teil muss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen

Einbauort sein. Großrechner steuern die Anlieferung

der Einzelteile sekundengenau. Diese komplizierten

Abläufe erfordern eine detaillierte Logistik. Sie

beginnt im Beschaffungsbereich, der bei der Zulieferindustrie

die benötigten Teile, Baugruppen und

Komponenten einkauft. Größere Materialmengen

werden für alle Werke zentral beschafft. Per Bahn

oder Lkw erreichen die Materialien das Werk und

möglichst ohne Zwischenlagerung direkt die Produktion.

Den reibungslosen Ablauf gewährleistet in

allen Fertigungsstufen die Werklogistik. Ein Fließschema

auf Seite 13 verdeutlicht die Abläufe, die im

Folgenden beschrieben werden.

Karosserie

An erster Stelle in der Prozesskette steht das Presswerk.

Ausgangsmaterial für die meisten Karosserieteile

ist Feinblech in Rollenform (Coils). Die

Bearbeitung erfolgt mit Scheren, Stanzen und

Tiefziehpressen. Dabei entstehen Bodengruppen,

Dächer, Rahmenprofile, Motorhauben, Heckklappen

und Türen. Aus Sicht des Umweltschutzes sind

hier die Anwendung großer Mengen an Zieh- und

Hydraulikölen und das Auftreten von Lärm, Erschütterungen

und Schwingungen besonders zu

beachten. Um die Materialeffizienz des Prozesses

zu optimieren und gleichzeitig die Abfallmenge zu

verkleinern, wird ständig daran gearbeitet, durch

Verbesserung des Zuschnitts und durch Weiternutzung

von ausgestanzten Blechen die Coils möglichst

gut auszunutzen.

Im nächsten Arbeitsschritt fügen Automaten in

nahezu selbsttätigen Fertigungslinien die Einzelteile

zur Rohkarosserie. Wesentliche Fügetechnik ist das

energieeffiziente Punktschweißen, es kommen aber

auch Verfahren wie Kleben und Laserschweißen zur

11


Wolfsburg

Braunschweig

Kassel

Emden

Salzgitter

Hannover

Dresden

Fahrzeuge Aggregate Leichtmetallgießerei diverse Komponenten

Golf/Golf-Plus,

Tiguan, Touran

Passat/Passat CC

Passat Variant

Caravelle, Multivan,

Transporter

Phaeton

Fertigung an den Standorten

Getriebe, aufbereitete

Motoren

Anwendung. Viele Maschinen werden hydraulisch

betrieben. Die entsprechenden Aggregate befinden

sich in Auffangwannen. Sie bewahren den Untergrund

im Fall einer Betriebsstörung vor austretender

Hydraulikflüssigkeit.

Lackieren

Nach dem Entfetten, Spülen und Passivieren erhalten

die Karossen in mehreren Arbeitsgängen

verschiedene Lackschichten. Sie schützen das

Metall vor Korrosion und geben dem Fahrzeug die

gewünschte Farbe. Besondere Umweltrelevanz haben

die Lackierereien, weil sie 1. relativ viel Energie

verbrauchen, 2. organische Lösemittel einsetzen und

3. mit dem Lackschlamm einen gefährlichen Abfall

erzeugen. Außerdem müssen große Abwassermengen

behandelt werden.

Deswegen wird ständig daran gearbeitet, den Wirkungsgrad

des Lackauftrags zu erhöhen, den Lack

also möglichst verlustarm zu applizieren.

12

Lenkungsteile,

Kunststoffteile

Fahrwerksteile Achsen, Lenkgetriebe,

Kunststoffteile

Getriebegehäuse,

Zylinderkurbelgehäuse

Abgasanlagen

Motoren Motorenkomponenten

Zylinderköpfe, Saug-

rohre, Fahrwerksteile

Wärmetauscher

Presswerk Karosseriebauteile

Hierbei kommen überwiegend Wasserlacke mit

einem äußerst geringen Lösemittelanteil zum Einsatz.

Die oberste Schicht, der Klarlack, muss die Karosserie

gegen vielfältige äußere Einflüsse schützen

sowie höchsten Qualitätsanforderungen genügen

und enthält deshalb einen größeren Anteil organischer

Lösemittel. Beim Trocknungsprozess verdunsten

die Lösemittel und werden in nachgeschalteten

Anlagen verbrannt. Die dabei entstehende

Wärme wird wiederum zum Beheizen des Lacktrockners

genutzt. Die Lösemittelemissionen unterliegen

regelmäßiger Überwachung. Alle Grenzwerte werden

eingehalten bzw. unterschritten. Abschließend erfolgt

die Konservierung. Dabei werden die Hohlräume

mit Heißwachs geflutet – ein lösemittelfreier und

deshalb umweltverträglicher Vorgang.


Gießerei

Aluminium/Magnesium

Einsatz von Leichtmetallschrotten

Mechanische Werkstätten

Getriebe, Motoren, Achsen,

Bremsen, Felgen, Kleinteile

Härterei

Konservierung, Galvanik,

Tauchlackierung

Kunststoffteilefertigung

Stoßstange, Armaturentafel,

Karosserieteile

Fremdherstellung

Vormontage

Montage

stark umweltrelevante Bereiche umweltrelevante Bereiche wenig umweltrelevante Bereiche

umweltrelevante Bereiche (nicht im Verantwortungsbereich von Volkswagen)

Montage

Anschließend erfolgt der Zusammenbau des Fahrzeugs

an weitgehend automatisierten Montagelinien.

Hierbei komplettieren meist vorgefertigte

Baugruppen und Module (unter anderem Cockpit,

Sitze, Antriebseinheit) das Automobil. So besteht

beispielsweise die Antriebseinheit aus Motor, Getriebe

und Vorderachse. Diese stammen überwiegend

aus der Produktion anderer Werke des Konzerns.

Nach der Montage fährt das Fahrzeug mit eigenem

Antrieb zu den Einstellständen. Hier prüfen Mitarbeiter

die Funktion von Motor, Bremsen, Lenkung

und Scheinwerfern. Auf einem Rollenprüfstand

Presswerk

Karosseriebau

Lackiererei

Hohlraumkonservierung

Nachbehandlung

Prüfstände

absolviert das Auto eine erste Probefahrt.

Bisher müssen die Fahrzeuge vor der Auslieferung

an den Kunden entwachst werden, was unter Einsatz

organischer Lösemittel geschieht. Zum Jahresende

2007 wurde deshalb die Transportkonservierung

durch einen Oberflächenschutz aus Klebefolien

oder Transportschutzhauben, die teilweise wiederverwendbar

sind, ersetzt.

Im Anschluss fahren die Automobile zur Verladerampe

und per Bahn bzw. Lkw zu den Händlern.

13


Entwicklung, Produktion und Erzeugnisse

Komponentenfertigung

Die Produktion von Komponenten ist neben der

Fahrzeugherstellung ein Fertigungsschwerpunkt der

Standorte. So werden zahlreiche Aggregate und Baugruppen,

beispielsweise Getriebe, Motoren, Achsen,

Abgasanlagen und Kunststoffteile, konzernintern

hergestellt. Drei Beispiele:

Getriebe

Je nach Typ bestehen Getriebe aus 400 bis 800 Einzelteilen:

Gehäuse, Zahnräder, Wellen, Wälzlager,

Flansche, Synchronisationseinrichtungen, Schaltelemente

und Kleinteile. Die Gießerei fertigt Leichtmetall-Getriebegehäuse.

Hierbei wird in hohem Maß

Recyclingmaterial genutzt. Zahnradrohlinge bekommen

ihre Grundform in der Schmiede, wobei immer

mehr versucht wird, schon hier eine möglichst endkonturnahe

Form zu erreichen. Die nachfolgende

Bearbeitung kann dann erheblich reduziert werden.

Den nächsten Arbeitsgang – die spanabhebende

Bearbeitung – leistet der Bereich Mechanik. Hierbei

eingesetzte Kühlschmierstoffe werden ständig

14

regeneriert und so lange wie möglich wiederverwendet.

Das erklärte und systematisch verfolgte

Umweltziel ist hier der weitestgehende Einsatz von

Trockenbearbeitung und Minimalmengenschmierung,

was technisch bei vielen, aber nicht allen

Bearbeitungsschritten möglich ist. Die Folge ist die

zunehmende Eliminierung großer Mengen an Kühlschmierstoffen.

Anfallende Metallabfälle gelangen nach sortenreinem

Trennen erneut in den Produktionskreislauf.

In der Härterei erhalten Zahnräder und Wellen ihre

Verschleißfestigkeit, wobei je nach Einsatzbereich

unterschiedliche Verfahren zum Einsatz kommen,

wie beispielsweise Einsatzhärten, Salzbadhärten,

Induktionshärten und Carbonitrieren.

Motoren

In der mechanischen Fertigung entstehen aus angelieferten

Gussteilen und Rohlingen Motorblöcke,

Zylinderköpfe und Kurbelwellen. Für die spangebenden

Bearbeitungsverfahren wie Fräsen, Bohren,

Drehen, Schleifen und Honen gilt das Gleiche wie


Entwicklung, Produktion und Erzeugnisse

Komponentenfertigung

für den Bereich Getriebebau: Es gelingt in immer

mehr Abschnitten der mechanischen Fertigung,

durch Verwendung optimierter Werkzeuge auf Verfahren

umzustellen, die den Einsatz von minimalen

Schmiermengen erlauben.

Komponenten, die im Motor besonders großen

Kräften ausgesetzt sind, erhalten durch eine chemisch-physikalische

Behandlung oder mittels

Plasmaverfahren eine höhere Verschleißfestigkeit.

In weiteren Produktionsbereichen werden Pleuel,

Nockenwellen, Ventile, Tassenstößel, Lager und eine

Vielzahl weiterer Motorkomponenten gefertigt. Der

Zusammenbau der Aggregate erfolgt anschließend

auf Montagelinien. In Einstellständen werden die

Motoren auf ihre Funktion geprüft. Die Serienüberwachung

erfolgt auf Motorprüfständen. Dort finden

neben einem Leistungstest auch die Messung des

Verbrauchs und die Kontrolle der Emissionswerte

statt. Durch den zunehmenden Einsatz von Kalttests

können hierbei Kraftstoff und Schadstoff- sowie CO - 2

Emissionen eingespart werden. Vor dem Abtransport

in die fahrzeugbauenden Werke wird ein Teil der

Aggregate mit einer Schutzschicht aus Wachs versehen,

wobei keine organischen Lösemittel mehr

eingesetzt werden.

Kunststoffteile

Die Kunststofftechnik stellt beispielsweise Kraftstofftanks,

Stoßstangen, Gehäuse, Verkleidungen und

Instrumententafeln her. Hier wird mit modernsten

Methoden wie Mehrkomponenten-Spritzgießen,

Gas-Innendruckverfahren und Hinterspritztechnik

produziert. Zum Einsatz gelangt in unterschiedlicher

Intensität Recyclinggranulat. Es stammt aus

eigenen Produktionsabfällen.

15


Umweltmanagement-System

Umweltschutz hat bei Volkswagen einen festen Platz

im Management. Wirkungsvolle Organisationsstrukturen

im Sinne von EMAS unterstützen die nachhaltige

Unternehmenstätigkeit in Forschung, Planung

und Produktion. Sie werden werkübergreifend festgelegt,

standortspezifisch präzisiert und umgesetzt.

Organisation

Sowohl Umweltmanagement-System (UMS) als

auch Umweltmanagement-Handbuch der Marke

Volkswagen sind für alle Standorte verbindlich. Das

Handbuch fixiert zentrale Abläufe sowie Verantwortlichkeiten

und definiert die Rahmenbedingungen

für das Umweltmanagement der Werke. In jedem

Kapitel wird zunächst auf die allgemein geltenden

Bestimmungen eingegangen. Im Anschluss werden

jeweils die auf die einzelnen Standorte abgestimmten

Regelungen, Zuständigkeiten und Abläufe

beschrieben.

Günter Damme

Umweltmanagementvertreter

Marke Volkswagen

16

Konzernaufgaben

Der Vorstand Forschung und Entwicklung trägt die

oberste Verantwortung für das Betreiben genehmigungsbedürftiger

Anlagen (§ 52a BImSchG und § 53

KrW-/AbfG).

Mit der konzernweiten Koordination aller Umweltschutzaktivitäten

ist die Hauptabteilung

Umwelt betraut.

Die Arbeitsgebiete erstrecken sich dabei auf produkt-

und produktionsbezogene Aspekte; dazu

gehört auch die Durchführung der internen Umwelt-Audits.

Weiterhin kümmern sich Teams zukunftsbezogen

um künftige Strategien im

Umweltschutz und um Konzepte zur Sicherstellung

der Mobilität bei ständig steigender Belastung von

Ballungsgebieten.

Der Leiter Umwelt zeichnet für die Aufrechterhaltung

des gesamten Umweltmanagement-Systems

verantwortlich. Er ist der Umweltmanagementvertreter

der Marke Volkswagen und koordiniert die

Umweltbeauftragten der Werke.

Die Fahrzeuge der Marken Volkswagen und

Volkswagen Nutzfahrzeuge werden ganz überwiegend

von den rund 9.000 Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern der Technischen Entwicklung (TE) in

Wolfsburg entworfen und konstruiert. Um bereits

in dieser frühen Phase des Produktlebenszyklus

Aspekte des Umweltschutzes zu berücksichtigen,

ist bei Volkswagen ein Umweltbeauftragter für die

Belange des Produkts eingesetzt. Seine Mitarbeiter

bestimmen für jedes neue Projekt auf der Basis der

bereits erwähnten „Umweltgrundsätze Produkt“

umweltrelevante Vorgaben und achten auf deren

Verwirklichung.


Zentralbereiche der Volkswagen AG

Vorstand Forschung und Entwicklung

Verantwortlicher nach § 52 a BlmSchG

Konzernforschung

Vorsitzender Konzern-Steuerkreis Umwelt

Umweltschutz

Umweltmanagementvertreter Marke Volkswagen

Umwelt Produktion

Audit-Team

Technische Entwicklung

Umweltbeauftragter für das Produkt

Volkswagen Logistics GmbH

Gefahrgutbeauftragter

Umweltmanagement-System

Sogenannte Umweltpaten betreuen die Fahrzeugprojekte

von den ersten Vorplanungen bis zum

Produktionsstart aus Umweltsicht.

Ein aktuelles Beispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit

der Fachbereiche und die beratende Tätigkeit

des Umweltbeauftragten stellen die Modelle

der BlueMotion-Serie dar, die in ihren jeweiligen

Klassen besonders günstige Verbrauchs- und Emissionswerte

aufweisen. Der neue POLO BlueMotion ist

mit einem Verbrauch von 3,3 l Diesel/100 km und 87

g CO /km der sparsamste Fünfsitzer der Welt.

2

Der Geschäftsbereich Technische Entwicklung

erhielt bereits 1996 eines der ersten Zertifikate nach

der internationalen Norm ISO 14001.

Im Konzernstrategiekreis-Umwelt (KSK-U) werden

konzernweite Umweltstrategien entwickelt und es

wird sichergestellt, dass die Volkswagen Umweltgrundsätze

in allen Geschäftsbereichen und an allen

Standorten eingehalten werden. In diesem Gremium

sind die Marken des Konzerns, die Standortregionen

sowie Experten aus der Konzernzentrale vertreten.

Standorte

Werkmanagement

Werkleiter/Standortmanagement

Umweltschutz

Umweltbeauftragter

und Umweltmanagementbeauftragter

des

Standortes

Werklogistik

Werkkoordinator Gefahrgut

Fertigung

Betreiber umweltrelevanter

Anlagen,

beauftragte Person nach

GbV, Sachkundige für

Umweltschutz

Ein weiteres wichtiges Instrument sind die Regionalkonferenzen,

die den fachlichen Austausch zwischen

der Konzernzentrale und den regionalen Umweltbeauftragten

an den lateinamerikanischen, südafrikanischen

und ostasiatischen Standorten gewährleisten.

Konkrete Umweltschutzmaßnahmen werden

durch Sensibilisierung der Mitarbeiter, durch

Know-how-Transfer und das Formulieren von Zielvereinbarungen

angestoßen.

Der Gefahrgutbeauftragte ist als Stabsstelle der Zentralen

Konzern-Logistik zugeordnet. Er kontrolliert

zentral die Einhaltung der Vorschriften zur Beförderung

gefährlicher Güter. Unterstützung erhält er von

Werkkoordinatoren und beauftragten Personen nach

Gefahrgutbeauftragten-Verordnung (GbV) in den

einzelnen Werken.

In einem in Wolfsburg regelmäßig tagenden

Konzernarbeitskreis „Energiemanagement“ treffen

sich Vertreter der über 40 Standorte des Konzerns.

Hier wird über neue energiesparende Techniken

berichtet und es werden Erfahrungen ausgetauscht

sowie weiterführende Strategien erarbeitet.

17


Umweltmanagement-System

Vorstand Forschung und Entwicklung

Generalbevollmächtigter Konzernforschung

KSK-U Umwelt-Marken-Ausschuss (UMA)

Werkaufgaben

Die oberste Leitung an den Standorten (Werkleiter,

Leiter des Betriebes) ist aufgrund der Organisationspflicht

für die Einhaltung der Umweltpolitik und des

Umweltrechts durch den Aufbau und die Umsetzung

organisatorischer Strukturen und Berichtswege verantwortlich.

Hierfür werden die erforderlichen Delegationsmaßnahmen

getroffen. Bei Abweichungen

vom Normalbetrieb sind Meldewege festgelegt.

An jedem Standort ist je ein Umweltbeauftragter

eingesetzt, der in Personalunion Betriebsbeauftragter

für Immissionsschutz, für Abfall und für

Gewässerschutz ist. Er kontrolliert mithilfe seiner

Mitarbeiter die Wirksamkeit fertigungsbezogener

Umweltschutzmaßnahmen, berät die Anlagenbetreiber,

erfasst und bewertet die Umweltdaten des

Standorts.

18

Leiter Konzernforschung

Umweltmanagementbeauftragter

der Marke

Volkswagen

Umweltbeauftragter

Produkt

Umweltbeauftragter

Produktion

Umwelt

Umwelt

Strategie u. Mobilität

A000

bis A-Klasse

Umwelt

Produkt

Umweltpaten der TE-Produktlinien/Marke Volkswagen

B-

bis D-Klasse

Umweltbeauftragte der Standorte

Umwelt

Produktion

Nutzfahrzeuge Module

Wolfsburg Emden Hannover Zwickau Pamplona Weitere

Standorte

Der Umweltbeauftragte fungiert gleichermaßen

als Umweltmanagementvertreter für das standortbezogene

Umweltmanagement-System und ist in

Umweltbelangen Teilnehmer der obersten Leitungsebene.

Die Umweltmanagementvertreter kontrollieren

die Einhaltung der umweltbezogenen Regelungen

und sind federführend mit der Umsetzung

standortspezifischer Umweltprogramme betraut. Sie

informieren regelmäßig sowohl die Werkleitung als

auch die Belegschaft und wirken so darauf hin, die

Vorgaben der Umweltpolitik von Volkswagen zu

erfüllen.

Die Sachkundigen für Umweltschutz unterstützen

den Umweltbeauftragten und die Betreiber der umweltrelevanten

Anlagen innerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches

bei der Umsetzung des betrieblichen

Umweltschutzes. Sie werden entsprechend


Umweltmanagement-System

ausgebildet und wirken im Umfeld ihres Arbeitsplatzes

auf das Einhalten von Umweltgesetzen, die

Berücksichtigung der Umweltpolitik von Volkswagen

in der täglichen Arbeit und auf die Bereitschaft zur

kontinuierlichen Verbesserung des Umweltschutzes

hin. Das Verzeichnis aller geltenden gesetzlichen

Regelungen wird permanent gepflegt und über

das konzernweit installierte Intranet zur Verfügung

gestellt.

Information, Verbesserungsideen

Die Mitarbeiter aller Standorte erhalten regelmäßig

Unterweisungen, Schulungen und Informationen

zum Umweltschutz. Sie sind über das Ideenmanagement

ständig aufgefordert, an der Gestaltung von

Arbeitsplätzen, Effizienzsteigerung von Arbeitsabläufen

und Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes

mitzuwirken. 2001 verlieh Volkswagen erstmalig

einen internen Umweltpreis. Seit 2008 können

sich neben Teilnehmern aus Deutschland auch die

Mitarbeiter der europäischen Standorte beteiligen.

Die Auszeichnungen werden jährlich in den drei

Kategorien Produkt, Produktion und persönliches

Engagement (Sonderpreis) vergeben.

Prämiert werden mit dem Sonderpreis Mitarbeiter,

die von sich aus die Initiative ergreifen und Ideen

für einen Beitrag zum Schutz der Umwelt entwickeln

und auch umsetzen.

Die Preisträgerthemen für das Jahr 2008 sind:

Produkt:

- Einsatz antimonfreier Bremsbeläge

- Änderung der Programmierung von Park- und

Standlichtfunktion bei Fahrzeugen

- Kühlmittelzusatz aus nachwachsenden Rohstoffen

Produktion:

- Optimierung des Verfahrens zur Zahnradherstellung

- Spanlose Herstellung von Kegelrädern

- Neuartiges Lackierverfahren mit erheblicher Reduzierung

des Einsatzes von Energie, Wasser, Lack

Sonderpreis für persönliches Engagement:

- Verbindung von Ausbildungsinhalten mit ökologischen

und sozialen Projekten

- Konzeption und Umsetzung der Dachmarke Blue-

Motion Technologies

- Einsatz bei der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs

von Fahrzeugen

Externe Wirkung

Auch Lieferanten und Zulieferer werden in den Umweltschutz

einbezogen. Aufbauend auf den bestehenden

Vorgaben wie Materialempfehlungen und

-verbote und Umweltlastenhefte wurde im Dialog

mit Geschäftspartnern ein Konzept zur Nachhaltigkeit

entwickelt, in das umweltbezogene und soziale

Grundsätze integriert sind. Diese Anforderungen

basieren auf Volkswagen eigenen Leitlinien und

orientieren sich an externen internationalen Standards,

zu denen sich Volkswagen als multinationaler

Konzern bekennt. Wichtige Elemente sind u. a. ein

Fragebogen für einen Selbstcheck des Lieferanten,

ein Unterstützungsangebot durch ein Experten-

Team, fallbezogene Stichproben vor Ort, ausführliche

Kommunikation über die B2B-Lieferantenplattform

im Internet.

19


Umweltprüfung und Ermittlung der Umweltaspekte

Die ersten Umweltprüfungen an den sechs Standorten

erfolgten im Zeitraum von 1995 bis 1999 durch

die Konzernabteilung Umwelt Produktion. Hierbei

kamen die Methoden Umwelt-Audit und U-Risk

zum Einsatz. Während U-Risk im Rahmen der Erstaufnahme

zur Ermittlung des anlagenbezogenen

Risikopotenzials pro Standort einmal angewandt

wurde (in späteren Durchläufen wurden nur die Änderungen

am Standort betrachtet), handelt es sich

beim Umwelt-Audit um eine kontinuierliche Methode,

die jährlich erfolgt. U-Risk wurde im Jahr 2001

durch ein Verfahren zur Ermittlung und Bewertung

der Umweltaspekte eines Standorts abgelöst (SEBU).

Umwelt-Audit

Im Rahmen der Umwelt-Audits werden Umweltorganisation,

Umweltrecht sowie Umwelttechnik

anhand von Befragungen, Begehungen und mittels

Checklisten überprüft. Die Mitglieder der Audit-

Teams sind unabhängig und rhetorisch sowie technikspezifisch

geschult. Die Befragung trifft sowohl

das Management als auch die Mitarbeiter vor Ort.

Eine Dokumentenprüfung ergänzt diese Analyse.

Hierbei erfolgen auch die Sichtung der Auflagen aus

Genehmigungsbescheiden und die Prüfung der Vollständigkeit

gesetzlich geforderter Unterlagen, wie

beispielsweise Gefahrstoffkataster und Nachweisbücher.

Die Ergebnisse der Umweltprüfung münden in

Handlungsempfehlungen für jede untersuchte Organisationseinheit.

Zur Optimierung der Zertifizierungsverfahren wurde

2006 das Konzept für eine Verbundzertifizierung entwickelt.

Dabei werden für die deutschen Standorte

das EMAS-Verfahren und die internationale Norm

ISO 14001 zusammengeführt. Die osteuropäischen

Standorte der Marken Volkswagen und

20

Volkswagen Nutzfahrzeuge sowie der französische

Standort Molsheim (Marke Bugatti) werden mit

den deutschen Fabriken im Verbund nach ISO 14001

zertifiziert.

Salzgitter

Wolfsburg

Braunschweig

Emden

Hannover

Kassel

EMAS-Validierungen inklusive ISO 14001

Zwickau

K-EFU

Dresden

ISO-14001-Verbundzertifizierung

Chemnitz

TE

WOB

Bratislava

Molsheim

Martin

Poznan

Bewertung per Matrix

Mit Inkrafttreten der novellierten EMAS-Verordnung

erfolgte die Einführung einer neuen Methode zur

Ermittlung und Bewertung wesentlicher Umweltaspekte.

Im ersten Schritt dieser Methode ermittelt

das Audit-Team die objektive Umweltauswirkung

des Standorts. Hierfür werden Daten und Informationen

erfasst und mit einem festgelegten Maßstab

bewertet. Die Einstufung der datenbasierten,

quantitativen Aspekte (z. B. CO -Emissionen) stützt

2

sich auf die Methode der ökologischen Knappheit

(BUWAL 1998), für die qualitativen Aspekte (z. B. Verhalten

von Fremdfirmen) wurden eigene Kriterien

definiert. In einer Matrix werden die Umweltaspekte

den jeweiligen Unternehmensbereichen gegenübergestellt

und die Ergebnisse der Bewertung dokumentiert

(vgl. Abb.). Sehr wichtige Umweltaspekte

erscheinen rot, wichtige gelb und weniger wichtige

grün.


Umweltaspekt Werk gesamt Werktechnik Transportwesen Lackiererei Presswerk Karosserie Montage

Abfall

Abwasser

Abluft

Wärme

Strom

Verkehr

Geruch

Lärm

Altlasten

Flächenversiegelung

Organisation/

Qualifi kation

externe

Dienstleister

Notfallsituation

Tabelle

Ableitung von Umweltzielen

Aus jeder Art des Wirtschaftens resultieren Umweltauswirkungen,

die unvermeidbar sind. Die Farbe

der Bewertung sagt aus, welche Umweltaspekte am

jeweiligen Standort besondere Bedeutung besitzen.

Das dargestellte Ergebnis trifft zunächst noch keine

Aussage über mögliche Verbesserungspotenziale.

Dies wird in einem weiteren Schritt ermittelt. Sind

Verbesserungspotenziale in Abhängigkeit von der

eingesetzten bis hin zur prinzipiell möglichen Technologie

abzuleiten, können diese jetzt als Umweltziel

formuliert werden und ins Umweltprogramm

einfließen. Die Matrix liefert dem Bereich also eine

Hilfestellung in der Form, dass erkannte Verbesserungspotenziale

in roten Feldern mit einer größeren

Priorität zu bewerten sind als solche in grünen Feldern.

Die Handlungsempfehlungen aus Audit-Berichten

liefern dabei zusätzliche ergänzende Hinweise.

sehr wichtig wichtig weniger wichtig

Beispiel

Eine Lackiererei wird unter Einhaltung aller gesetzlich

geforderten Grenzwerte betrieben. Das Audit-

Team bewertet sie hinsichtlich des Umweltaspekts

„Emissionen in die Luft“ dennoch mit rot. Ursache:

In diesem Bereich fallen im Verhältnis zur restlichen

Fabrik die wesentlichen Abluftemissionen an.

Die Lackiererei prüft nun im Gespräch mit internen

Umweltschutz-Experten und dem Umweltaudit-

Team, durch welche technischen oder organisatorischen

Maßnahmen der Umweltaspekt „Emissionen

in die Luft“ weiter zu verbessern ist.

Das Ergebnis einer solchen Untersuchung können

Umweltziele sein (beispielsweise die Einführung

anderer Lacksysteme oder effizienterer Auftragsverfahren).

Jedoch könnte auch festgestellt werden,

dass die Anlagen nach dem Stand der Technik

betrieben werden und eine weitere Verringerung der

Emissionen derzeit nicht möglich ist. In diesem Fall

wäre es zulässig, trotz Einstufung als „sehr wichtiger

Aspekt“ keine Umweltziele zu definieren.

21


Erarbeitung von Umweltprogrammen und -zielen

Das Umweltprogramm eines Standorts beschreibt

die zur Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes

vereinbarten Zielkategorien und zu deren

Konkretisierung geplante Einzelziele.

Um Maßnahmen schnell und effizient umzusetzen,

werden von der obersten Leitung des jeweiligen

Standorts Verantwortliche benannt, Zeiträume festgelegt

und Budgets zugeordnet.

Umweltprogramme in den Werken der Volkswagen

AG weisen neun gleichrangige Zielkategorien auf:

1. Verbesserung der Grundlage umweltrelevanter

Daten

2. Verbesserung der indirekten und der produktbezogenen

Umweltaspekte

3. Verbesserung der Umweltschutztechnik und des

Immissionsschutzes

4. Verbesserung des Boden- und Grundwasserschutzes

5. Verbesserung des Abfallmanagements

6. Verbesserung des Naturschutzes

7. Verbesserung umweltrelevanter Ausbildungs-

22

und Informationsmaßnahmen

8. Verbesserung der Organisation

9. Ressourceneinsparung

Den Status quo der einzelnen Ziele und Maßnahmen

eruieren die Verantwortlichen regelmäßig mit Zielverfolgungstabellen.

Sie kennzeichnen abgearbeitete

Ziele mit einem Erledigungsvermerk und nehmen

neue Ziele auf. Die sieben standortspezifischen Teile

dieser Umwelterklärung verdeutlichen diese Vorgehensweise

und enthalten das Umweltprogramm des

jeweiligen Standorts in Tabellenform. Der Jahresvergleich

innerhalb dieser Aufstellung macht die

langfristige Entwicklung nachvollziehbar.

Eventuelle Probleme, die zu verzögerter Realisierung

eines Ziels führen können (beispielsweise Behinderungen

durch langfristige Genehmigungsverfahren,

Schwierigkeiten bei der technischen Umsetzung),

werden in Fußnoten erläutert. Hiervon betroffene

Ziele tragen eine gelbe Markierung. Abgearbeitete

Ziele sind grün hinterlegt. Das Umweltprogramm

wird jährlich kontrolliert und aktualisiert.


Werk Kassel


Standortdaten

Mitarbeiter: 13.009 (Anfang 2009)

Produkte: Getriebe, Zylinderkurbelgehäuse,

Press- und Karosserieteile,

Abgasanlagen, aufbereitete

Motoren und Getriebe, Vertrieb

von Originalteilen

Kapazität: u. a. 2,7 Mio. Getriebe, 78 Mio.

Press- und Karosserieteile, 4,2

Mio. Abgasanlagen pro Jahr,

50.000 aufbereitete Motoren

und Getriebe

Fläche: - Werk

- Aggregateaufb.

- Kat.-Recycling

Die im Jahr 2009 vorgelegten aktualisierten Zahlen

und Aussagen des Kasseler Teils der Umwelterklärung,

die sich auf das Betrachtungsjahr 2008

Werkleiter

Prof. Dr. Becker

K2

ca. 280 Hektar

185.289 m²

980 m²

Bebauungsgrad: ca. 38 %

EMAS-Daten

Erstvalidierung November 1998

letzte Revalidierung November 2007

letztes und aktuelles

Überwachungsaudit

beziehen, wurden durch Umweltgutachter der TÜV

Nord Cert Umweltgutachter GmbH auf sachliche

Richtigkeit überprüft.

Umweltbeauftragter

Rupert Zeh

November 2008

November 2009


Der Standort

Das Werk Kassel befindet sich innerhalb der Gemarkung

Baunatal in einem ausgewiesenen Industriegebiet.

Diese nordhessische Kleinstadt mit derzeit

rund 28.000 Einwohnern liegt etwa 5 Kilometer

südlich von Kassel. Volkswagen erwarb 1957 das Gelände

der ehemaligen Henschel Flugmotoren GmbH.

Bereits ein Jahr später begannen 25 Mitarbeiter

zunächst mit der Aufbereitung von Käfer-Motoren,

wenig später kamen Getriebe und andere Fahrzeugteile

hinzu.

Bedeutung ab 1960

Einen deutlichen Aufschwung nahm die Fabrik mit

Beginn der Getriebefertigung 1960.

Die Zunahme der Fertigungszahlen führte dazu,

dass der Standort Kassel zum sogenannten Getriebe-

Leitwerk des Volkswagen Konzerns aufstieg. Kennzeichnend

für diese Produktion sind Anlagen für

nahezu jede Art der mechanischen Metallbearbeitung

einschließlich Härtereien mit den der Störfallverordnung

unterliegenden Anlagen Ammoniakund

Propangaslager. Später wurden dem Standort

ein Presswerk, zwei Tauchlackieranlagen, eine

Schmiede, ein großes Schmelzwerk – unter anderem

für Aluminiumschrott – und eine Leichtmetallgießerei

angegliedert. Das Aluminium-Umschmelzwerk

verarbeitet eigene sowie fremd angelieferte Schrotte

mit einer genehmigten Schmelzleistung von 380 t

pro Tag. Die aufgeschmolzenen Aluminiumlegierungen

werden in Druckgießmaschinen vor allem zu

Getriebe- und Zylinderkurbelgehäusen verarbeitet.

Dependancen

Daneben gehören zu dem Standort zwei kleinere

Dependancen in der Lilienthalstr. 140 in Kassel Bettenhausen

(Aggregateaufbereitung) sowie auf dem

Gelände von Thyssen Krupp Expersite, in der Holländischen

Straße 195 in Kassel Rothenditmold, eine

angemietete Halle für das Katalysatorenrecycling.

Diese beiden Dependancen sind integraler Bestandteil

der Werkorganisation und mit allen wichtigen

Organisationseinheiten des Standortes vernetzt.

Das Katalysatorrecycling als kleine Kostenstelle

gehört organisatorisch zur Abgasanlagenfertigung

und die Aggregateaufbereitung ist dem Getriebebau

zugeordnet. Die Entsorgung von Abfällen und von

industriellen Abwässern wird über bzw. durch die

OE Umweltschutz geleistet.

In der Aggregateaufbereitung werden gebrauchte

Motoren, Getriebe und andere Fahrzeugteile durch

den Aufbereitungsprozess (Zerlegen, Reinigen etc.)

wieder für den Pkw-Betrieb nutzbar gemacht. Dadurch

werden energieintensive Bearbeitungsschritte

(Schmelzen, Gießen etc.) einer Neuproduktion

vermieden, was letztlich zur Ressourcenschonung,

Material- u. Energieeffizienzsteigerung beiträgt.

Durch die Verlagerung der Aggregateaufbereitung

in das alte Industriegebiet im Kasseler Osten (die

Grundstücksfläche von 185.289 m² entspricht ca. 8 %

der Werkfläche) konnten leerstehende Gebäude des

Vorbesitzers weiter genutzt und im Gegenzug Freiflächen

im Werk Kassel für die Fertigung neuer,

K3


moderner Schalt- und Automatikgetriebe geschaffen

werden.

In der nach Bundes-Immissionsschutzgesetz genehmigten

Katalysator-Recyclinganlage werden in einer

980 m² großen Halle jährlich ca. 200.000 Katalysatoren

und Dieselpartikelfilter sowie ca. 55.000 Katalysatoren

aus der Fertigung mechanisch demontiert.

Dabei anfallende metallische Wertstoffe sowie die

nicht mehr gebrauchsfähigen Monolithen werden

dem externen Recycling zugeführt.

K4

Eigene Trinkwassergewinnung und Abwasserbehandlung

Der Standort wird durch den Betrieb vier eigener

Tiefbrunnen autark mit Trinkwasser für Produktionszwecke

und sanitäre Belange versorgt. Das

anfallende Abwasser wird in mehreren dezentralen

Abwasservorbehandlungsanlagen dem Stand der

Technik entsprechend vorbehandelt. In einer zentralen

physikalisch-chemischen und biologischen Kläranlage

(Ausbaugröße von 50.000 Einwohnergleichwerten

(EGW)) wird das Abwasser unter Einhaltung

der Einleitgrenzwerte in den kleinen Fluss Bauna

eingeleitet. Durch langjährige gewässerbiologische

Untersuchungen kann der gute Zustand der Bauna

nachgewiesen werden.

Seit Mitte des Jahres 2007 werden in der Kläranlage

am Standort auch Abwässer von zwei externen Deponiebetreibern

mit behandelt.


Eigene Deponie

Das Werk Kassel betreibt auf dem Betriebsgelände

eine etwa 6 ha große Deponie. Auf dieser werden

werktypische Abfälle – wie z. B. Klärschlämme,

Ofenausbruch sowie Bauschutt und Erdaushub –

eingelagert. Die Deponie ist mit einer dem Stand der

Technik entsprechenden Basis- und Oberflächenabdichtung

ausgestattet. Das anfallende Deponiesickerwasser

wird in der zentralen Kläranlage des

Werkes behandelt. Die werkeigene Deponie ist seit

2007 als Entsorgungsfachbetrieb zertifiziert.

Weltweite Originalteile-Versorgung

Aufgrund der verkehrsgünstigen Lage des Standortes

am Schnittpunkt wichtiger Schienen- und Straßenverbindungen

wählte Volkswagen das Werk Ende der

60er-Jahre als Standort für das Original-Teile-Centern

(OTC) zur Versorgung des gesamten Konzern-

Vertriebsnetzes.

Das OT Depot Kassel mit den Original Teile Centern

1 bis 5, dem FIB (Center für Fahrzeugintelligente

Bauteile) sowie den Außenlägern und Werklagerhallen

ist als erstes Weltdepot des Vertriebs Originalteile

das Herzstück der weltweiten OT-Logistik. Auf

einer Lagerfläche von mehr als 1 Mio. m² ist das

Sortiment an Originalteilen der Konzernmarken

Volkswagen, Audi, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Seat

und Skoda mit rund 400.000 Sortimentspositionen

untergebracht.

Für den Vertrieb Originalteile arbeiten am Standort

2.400 Mitarbeiter. Es erfolgen Lieferungen in mehr

als 170 Länder. Täglich werden ca. 1.900 t Originalteile

versendet.

K5


Besonderheiten und Entwicklung

Produkte

Die Weltwirtschaftskrise hat dazu geführt, dass die

Anzahl der produzierten Getriebe im Jahr 2009 leicht

rückläufig war. Zurzeit werden überwiegend kleine

Getriebe nachgefragt. Das Modell DQ 200 spielt hierbei

eine besonders große Rolle.

Verstärkung der Entwicklungsaktivität

Der Elektroantrieb als Herz eines umweltfreundlichen

Elektroautos, das im Jahr 2010 die Marktreife

erlangen und in Serienproduktion gehen soll, wird

am Standort Kassel entwickelt. Hierzu wird die

Entwicklungsabteilung des Werkes personell aufgestockt.

Ziel ist es, bereits am Jahresende 2009 einen

ersten Prototyp des Antriebs in einen eigens umgerüsteten

Kleinwagen einzubauen. Der Standort hat

so die Chance, sich innerhalb des Volkswagen Konzerns

auch bezogen auf die eigenen F&E-Aktivitäten

weiterzuentwickeln und die vorhandene Kernkompetenz

auszubauen.

K6

Neue Verfahren

Ab dem Jahr 2009 wird in der Gießerei das sogenannte

Thixomolding-Verfahren für die Serienfertigung

von Kleinteilen aus Magnesium (z. B. Sitzschalen

und Halterungen für Kopfstützen) eingesetzt. Mit

diesem Verfahren können Magnesiumlegierungen

quasi im „Spritzgussverfahren“ verarbeitet werden.

Durch diese Form des Leichtbaus lassen sich

schwerere Werkstoffe ersetzen, Wanddicken reduzieren

und die Anzahl von Bauteilen, die zusammengefügt

werden müssen, vermindern. Das alles führt

im Ergebnis zur Gewichtsreduktion im Fahrzeug.

Auch das Verfahren selbst kommt ohne den bei der

Magnesiumverarbeitung sonst üblichen Einsatz

klimaschädlicher Gase aus. Im Ergebnis wird so in

mehrfacher Hinsicht ein bedeutender Beitrag zur

Senkung des Treibhauseffekts geleistet.

Neue Baumaßnahmen

Das Werk stellt einen Teil seiner Dachfläche einem

Investor für die umweltfreundliche Stromerzeugung

mittels Photovoltaik zur Verfügung. Die Anlage hat

eine Leistung von 1 MWp und besteht aus 5.556 einzelnen

Solarmodulen. Durch die PV-Anlage, die auf

der Halle 6 im Jahr 2009 installiert wurde, können

ca. 230 Vier-Personen-Haushalte ein ganzes Jahr mit

Strom versorgt werden. Im Vergleich mit konventioneller

Stromerzeugung lassen sich durch diese

Anlage jährlich bis zu 576 t CO einsparen.

2


Naturschutz/Biodiversität

Für den Standort soll bis zum Jahr 2011 ein Naturschutzkonzept

erarbeitet werden, dessen Ziele ein

Renaturierungsplan der Bauna und die Erstellung

neuer Ausgleichsmaßnahmen sind. Die Renaturierungsmaßnahmen

werden für den gesamten Lauf

der Bauna sowie für ihr 47 km² großes Einzugsgebiet

geplant. Die Umsetzung der Maßnahmen soll

in Kooperation mit den anliegenden Gemeinden,

zuständigen Behörden, Naturschutzvereinen und

der Universität Kassel erfolgen. Der Naturschutzplan

soll auch neue Ausgleichsmaßnahmen außerhalb

des Werkgeländes beinhalten. Zusätzlich sollen

zu allen bisherigen und zukünftigen Maßnahmen

Landschaftspflegepläne ausgearbeitet werden.

Spezialkompetenz Klimaschutz

Die Abteilung Kältetechnik innerhalb der Werktechnik

der Volkswagen AG am Standort Kassel hat im

Interesse des Klimaschutzes ihre Spezialkompetenz

im Bereich Kältetechnik weiter ausgebaut und dafür

gesorgt, dass das eingesetzte Personal die persönlichen

Voraussetzungen nach § 5 der Chemikalienklimaschutzverordnung

erfüllt. Ziel ist es, als interner

Dienstleister im Auftrag der unterschiedlichen

Anlagenbetreiber des Werkes alle kältetechnischen

Einrichtungen gemäß Artikel 3 Abs. 1 der Verordnung

(EG) Nr. 842/2006 zu installieren, zu warten und

instand zu halten und in diesem Rahmen u. a. Dichtheitsprüfungen

sowie die Rückgewinnung der eingesetzten

Kältemittel durchzuführen. Das Personal

erfüllt als Inhaber von Sachkundezertifikaten nach

Artikel 5 die Personalkategorie I nach Artikel 4 der

Verordnung (EG) Nr. 303/2008. Es sind alle erforderlichen

Werkzeuge und Verfahren vorhanden, um die

genannten Arbeiten durchzuführen.

Kompetenzteam Energie

Ein neu gegründetes Kompetenzteam Energie verfolgt

am Standort konsequent das Ziel, die Energieeffizienz

von Maschinen und Prozessen weiter zu

erhöhen. Zurzeit entfallen durchschnittlich beispielsweise

ca. 65 % des gesamten Stromverbrauchs

einer Schleifmaschine auf die Betriebsbereitschaft

– und nur ca. 35 % auf die Teilefertigung. Diese

Diskrepanz gilt es weiter zu verringern. Lieferanten

werden in Zukunft verpflichtet, den exakten Energieverbrauch

der zu liefernden Maschinen unter

Berücksichtigung von Parametern wie Taktzeit und

Stückzahlen in ein Energieblatt einzutragen. Die

Energieeffizienz wird somit zum Vergabekriterium.

Im Rahmen der Maschinenabnahme werden die

Angaben des Lieferanten dann durch konkrete Messungen

verifiziert. Nur solche Maschinen, bei denen

die Angaben des Energieblattes mit den Messergebnissen

übereinstimmen, werden akzeptiert.

K7


Umweltaspekte und Umweltdaten

Bedeutung und Entwicklung

Fertigungseinheiten (St.)

Getriebe

Zylinderkurbelgehäuse

Abgasanlagen

Die Umweltaspekte werden regelmäßig mittels eines

von der Konzerneinheit Umwelt Produktion entwickelten

Verfahrens bewertet.

Die Entwicklung der Umweltaspekte wird entscheidend

durch die Produktion beeinflusst, wenngleich

ein Anstieg der Produktion nicht zwangsläufig einen

Anstieg der Umweltbelastung nach sich zieht, wie

auch umgekehrt ein Rückgang der Produktion nicht

zu einem proportionalen Rückgang wesentlicher

Umweltaspekte für den Standort führt.

Allein die Betriebsbereitschaft von Ver- und Entsorgungsanlagen

verursacht bereits eine bedeutende

Grundlast. So entfallen im Werk Kassel nur ca. 36 %

des Energiebedarfs direkt auf die Teilefertigung. Die

Grundlast für die Betriebsbereitschaft der Maschinen

beträgt ca. 51 %. Der restliche Energiebedarf von

ca. 13 % entfällt auf die Versorgung der Infrastruktur.

Die Produkte können im Hinblick auf deren Bearbeitungsintensität

sehr unterschiedlich sein.

Auch das Abfallaufkommen kann trotz sinkender

Produktion steigen, wenn beispielsweise durch Umbaumaßnahmen

oder Sanierungen Abfälle entsorgt

werden müssen, die während der normalen Produktion

nicht anfallen. Aus den genannten Gründen

ist es wichtig, die Zahlen im Jahresvergleich sehr

differenziert zu analysieren und jedes Jahr erneut zu

bewerten.

K8

5.000.000

4.000.000

3.000.000

2.000.000

1.000.000

2006 2007 2008

Nachfolgende Erläuterungen geben einen Überblick

über die Entwicklung der Zahlen sowie der Umweltaspekte

des Standortes.

Produktionsvolumen

Die Getriebeproduktion konnte im Jahresvergleich

2007/2008 um mehr als 4 % gesteigert werden. Bei

den Zylinderkurbelgehäusen betrug der Zuwachs

knapp 11 %, während die Produktion von Abgasanlagen

im gleichen Umfang rückläufig war. Die Fertigung

von Pressteilen und aufbereiteten Motoren befand

sich in etwa auf Vorjahresniveau. Auch bei den

Aggregateteilen konnte im Betrachtungszeitraum ein

Anstieg um etwa 6 % realisiert werden.

Abfallwirtschaft

Im Verlauf des Jahres 2008 fand eine Neustrukturierung

des Personals im Bereich der Abfallwirtschaft

statt. So wurde die Stelle des technischen Sachbearbeiters

– als zentraler Ansprechpartner für alle

abfallrelevanten Fragen im Werk – neu besetzt. Auch

wurden die Prozesse durch die Neustrukturierung

der Verantwortlichkeiten bis auf die Ebene der Gruppenleiter

weiter optimiert.

Diese und weitere Änderungen im operativen Geschäft

sollen in die Überarbeitung des Entsorgungsleitfadens

einfließen, die für das Jahr 2009 geplant

ist.


Abfall (t)

Verwertung

Beseitigung

35.000

30.000

25.000

20.000

15.000

10.000

5.000

Tabelle

Das gesamte Abfallaufkommen ist im zugrunde

gelegten Jahresvergleich 2007/2008 mengenmäßig

um knapp 2 % gesunken. Dabei steht eine Senkung

bei den Abfällen zur Verwertung von ca. 15 % einer

Erhöhung bei den Abfällen zur Beseitigung von ca.

47 % gegenüber.

Innerhalb der Abfälle zur Verwertung, die ca. 2/3 der

gesamten Abfallanfallmenge ausmachen, befindet

sich die Entwicklung bei den gefährlichen Abfällen

(- ca. 2 %) und den nicht gefährlichen Abfällen (+

ca. 2 %) innerhalb der normalen jährlichen Schwankungsbreite.

Der Rückgang der Gesamtmenge hier

resultiert somit in erster Linie aus dem Beitrag der

nicht produktionsbedingten Abfälle. Im Vergleich

zum Betrachtungszeitraum 2007 fand eine Senkung

der Tonnage um etwa 4.700 t statt. Im Jahr 2007

konnte im Rahmen der Fahrstraßensanierungsmaßnahmen

im gesamten Werkgelände angefallener

unbelasteter Bauschutt direkt verwertet werden. Im

Jahr 2008 waren kaum geeignete Anfallmengen für

entsprechende Maßnahmen vorhanden.

Bei den Abfällen zur Beseitigung befinden sich die

nicht gefährlichen Abfälle knapp unter dem Vorjahreswert

(ca. - 1,5 %). Die produktionsbedingt angefallenen

gefährlichen Abfälle sind um ca. 12 % angestiegen.

Signifikante Ursachen für diese Entwicklung

sind die gestiegene Produktion im Bereich Zylinderkurbelgehäuse

sowie erhöhte Qualitätsansprüche

bei der Metallbearbeitung in verschiedenen

2006 2007 2008

Bereichen der Fertigung. So mussten beispielsweise

knapp 150 t mehr Filterstäube aus der Abgasbehandlung

des Aluminium-Umschmelzwerkes einer

Entsorgung zugeführt werden (Produktionssteigerung)

und ca. 60 t mehr Stäube aus Strahlanlagen

(gestiegene Qualitätsansprüche).

Den größten Beitrag zum Anstieg der Abfälle zur

Beseitigung leisten die nicht produktionsbedingten

Abfälle, die sich im Betrachtungszeitraum um knapp

3.500 t erhöht haben. Diese Menge kann fast vollständig

auf die Sanierung der Halle 4 zurückgeführt

werden, bei der belasteter Bauschutt in erheblichem

Umfang angefallen ist (ca. 3.200 t). Auch der im Rahmen

vorbeugender Instandsetzung durchgeführte

regelmäßige Austausch der Gleisbetten der Werkeisenbahn

hat hierzu einen bedeutenden Beitrag

geleistet (ca. 100 t).

K9


Energiebedarf und Immissionsschutz

Immissionsschutz ist für den Standort ein bedeutender

Umweltaspekt. Im Jahr 2008 war trotz der

erheblichen Produktionssteigerung ein nur leichter

Anstieg des Verbrauchs an elektrischer Energie (ca.

+ 4,6 %) festzustellen. Dies werten wir als Erfolg, da

durch die verstärkte Betrachtung der Betriebskosten

bei neuen Maschinenprojekten einem größeren Anstieg

des Verbrauchs elektrischer Energie erfolgreich

entgegengewirkt werden konnte.

Es erfolgte parallel auch eine deutliche Erhöhung

des Wärmeenergiebedarfs (ca. + 11,4 %), wobei die

technische Wärme (ca. + 1,2 %) nur unwesentlich,

die Raumwärme aber wesentlich (ca. + 16,8 %) angestiegen

ist. Letztlich lag der Wärmeenergiebedarf im

Jahr 2008 insgesamt aber noch deutlich unter dem

Niveau des Jahres 2006. Daraus lässt sich ableiten,

dass vor allem witterungsbedingte Einflüsse (kalter

Winter 2008) diese Entwicklung begründen.

Der Brennstoffeinsatz (Erdgas) für verschiedene

Verbrennungsprozesse im Schmelzwerk, der Lackiererei,

der Härterei und der Schmiede ist im zugrunde

gelegten Jahresvergleich um ca. 5,3 % gestiegen. Dies

hängt vor allem mit der Steigerung des Produktionsausstoßes

zusammen und erklärt auch die Erhöhung

des CO -Ausstoßes auf der Outputseite. Gegenläufig

2

zu dieser Entwicklung konnte der Kohlenmonoxidausstoß

um ca. 28 % gesenkt werden.

K10

Hier zeigen sich die Erfolge aus den ergriffenen

technischen Maßnahmen der Vorjahre im Schmelzwerk,

wie z. B. der Einbau einer automatischen

Sauerstoffzuführung bei der Verbrennung.

Die Emissionen von Stäuben (ca. - 18 %) und flüchtigen

organischen Verbindungen (VOC ca. - 21 % )

zeigen im Jahresvergleich deutliche Senkungen.

Der Rückgang an Stäuben erklärt sich durch den

Einsatz sehr hochwertiger Filterschläuche im

Schmelzwerk. Hierdurch ist eine wesentlich effizientere

Staubabscheidung möglich.

Die Reduktion bei den VOC-Emissionen kann auf

verschiedene Entwicklungen zurückgeführt werden:

Zum einen wurde im Bereich Abgasanlagenfertigung

eine Reinigungsanlage für Metallteile technisch umfassend

modernisiert. Hierdurch konnte messtechnisch

eine Halbierung der Emission nachgewiesen

werden. Zum anderen wurden bestimmte Emittenten

in der Schmiede (Ölbäder) für die Fertigungsprozesse

des Jahres 2008 weniger häufig als in den

Vorjahren benötigt.


Energie (MWh)

Abluft (t)

Elektrische Energie

Brennstoffeinsatz (Gas)

Wärmeenergie

Staub

Kohlenmonoxid (x 10)

Stickoxide (x 10)

VOC (x 10)

Kohlendioxid (x 1.000)

Kälteanlagen (St.)

FCKW-/H-FCKW-Anlagen

FKW-/H-FKW-Anlagen

klimaneutrale

Anlagen

600.000

500.000

400.000

300.000

200.000

100.000

60

50

40

30

20

10

2.500

2.000

1.500

1.000

500

2006 2007 2008

Tabelle

2006 2007 2008

2006 2007 2008

K11


Kältemittelmenge [kg]

FCKW/H-FCKW Menge

FKW/H-FKW Menge

klimaneutrale

Menge

In der Umwelterklärung 2008 haben wir erstmals darüber

berichtet, dass wir das Klimabelastungspotenzial,

das durch den Einsatz von H-FCKW und H-FKW

in Kälteanlagen am Standort besteht, langfristig

deutlich reduzieren wollen. Dort wurden als Beispiel

bereits die Vorteile der an einigen Anlagen erprobten

Umrüstung von klassischen Kompressionskälteanlagen

an Metallbearbeitungsmaschinen auf Plattenwärmetauscher

dargestellt.

Im Rahmen der im Jahr 2008 eingeleiteten Substitutionsstrategie

für das Kältemittel R 22 wurden

nun weitere Erfolge erzielt. Konkret erfolgte der

Austausch eines Kältetrockners, der bislang mit

dem Kältemittel R 22 betrieben wurde, durch eine

deutlich kleinere, aber ebenso leistungsfähige

Verbundkälteanlage, die nun mit dem Kältemittel R

134a arbeitet. Der Vorteil für den Klimaschutz ergibt

sich in zweierlei Hinsicht: Zum einen hat die neue

Anlage einen geringeren GWP-Wert beim eingesetzten

Kältemittel (R 22 = 1700, R 134a = 1300), zum

anderen aber wird bei der modernen Anlage nur ein

Bruchteil der Kältemittelmenge benötigt, um die

erforderliche Kälteleistung zu erbringen: Während in

der alten Anlage ca. 1 t Kältemittel eingesetzt wurde,

braucht man in der neuen Verbundanlage nur noch

insgesamt ca. 125 kg. Dadurch reduziert sich das

Treibhauspotenzial des Kältemittels allein in diesem

Beispiel von seinerzeit ca. 1.768 t CO -Äquivalent auf

2

nunmehr noch 162,5 t CO -Äquivalent, nicht berück-

2

sichtigt sind dabei die Einspareffekte durch den

K12

4.500

4.000

3.500

3.000

2.500

2.000

1.500

1.000

500

2006 2007 2008

verringerten Energiebedarf der neuen Anlage. Die

Leistungsregelung des Kältemittelverdichters, die

durch Frequenzumrichter erfolgt, bewirkt auch eine

Energieeinsparung von durchschnittlich 35 % gegenüber

herkömmlichen Lösungen.

Insgesamt gestaltet sich die Substitution des ab

dem Jahr 2015 verbotenen Kältemittels R 22 aber

sehr schwierig, da die am Markt zurzeit verfügbaren

Alternativen zu diesem Kältemittel durchweg ein

höheres Klimaschädigungspotenzial besitzen und

klimaneutrale Alternativen in den wenigsten Einsatzgebieten

verfügbar sind bzw. aus betriebswirtschaftlichen

Gründen noch nicht infrage kommen.

Deshalb lässt sich eine deutliche Reduktion des

durchschnittlichen GWP-Wertes pro eingesetztem

Kilogramm Kältemittel derzeit kaum erreichen.

Wir betrachten es jedoch als Zwischenerfolg, dass

trotz des gestiegenen Kältebedarfs die Gesamtmenge

des eingesetzten Kältemittels in den letzten 3 Jahren

deutlich reduziert werden konnte.

Hierzu sind vor allem zwei Maßnahmen zu benennen,

die zu der Entwicklung beigetragen haben:

1. Verbesserte Planungsvorgaben bei Neubeschaffungen

von Kälteanlagen im Hinblick auf die Auslegung

der Anlage. Es findet ein Kommunikationsprozess

zwischen den Planungsabteilungen und den

Instandhaltungseinheiten statt.

2. Konsequente Verschrottung von alten FCKW-haltigen

Kühlschränken und Schaltschränken.


Lärm

Auch das Thema Lärm ist für den Standort Kassel

aufgrund der nahe liegenden Wohngebiete ein bedeutender

Umweltaspekt.

Bei Neuplanungen und relevanten Änderungen

bestehender Anlagen und Gebäude werden generell

schalltechnische Prognosen erstellt, um auch künftig

die Einhaltung der Immissionsrichtwerte zu gewährleisten.

Wasserwirtschaft

Die Frischwasserfördermenge ist im Jahresvergleich

2007/2008 produktionsbedingt um ca. 10 % gestiegen.

Eine Nutzung des erfassten Regenwassers für

Produktionszwecke war erneut nicht möglich, weil

dieses Wasser die erforderlichen technischen Qualitätskriterien

nicht erfüllt.

Ein kleiner Teil des Frischwassers wird aufgrund

erhöhter technischer Anforderungen einzelner Anlagen

als vollentsalztes Wasser (VE-Wasser) aufbereitet.

Der VE-Wasser-Verbrauch ist im Betrachtungszeitraum

von 114.685 m³ im Jahr 2007 auf 125.866 m³

im Jahr 2008 um knapp 10 % gestiegen.

Der ausgesprochen hohe Stand in der Abwasserreinigungstechnik

wurde auch im Jahr 2008 umgesetzt.

Die Abwasserbelastung ist somit im Vergleich zu

anderen Umweltaspekten eher von untergeordneter

Bedeutung.

Die CSB-Fracht – als wichtigster Abwasserwert des

Werkes – konnte gegenüber dem Jahr 2007 um knapp

10 % gesenkt werden. Dieser Erfolg kann vor allem

darauf zurückgeführt werden, dass Leckagen des Hydraulikmediums

Wasserglykol an Druckgießmaschinen

durch organisatorische Maßnahmen erheblich

reduziert werden konnten.

Die Gesamt-Phosphor-Fracht ist im letzten Jahr

ebenfalls deutlich um ca. 29 % zurückgegangen.

Es wurden nur noch 61 kg/a, d. h. in etwa 4 % der

rechtlich erlaubten Menge in den Vorfluter eingeleitet.

Dies ist der absolut niedrigste Wert der letzten

10 Jahre. Hauptursache für diese Entwicklung ist die

Erhöhung des Anteils phosphatfreier Reiniger bei

unterschiedlichen Fertigungsprozessen.

Auch bei der Gesamt-Stickstoff-Fracht zeigt sich

eine deutliche Veränderung zum Vorjahr (ca. + 87

%). Diese ist jedoch absolut unkritisch, weil sich

die Erhöhung der Fracht weit unter den erlaubten

Grenzwerten befindet. Wir leiten nur ca. 11,5 % der

genehmigten Mengen ein.

Die in den Belebungsbecken ablaufenden Prozesse

Nitrifikation und Denitrifikation werden so eingestellt,

dass sich der Schadstoffabbau in erster Linie

auf die Eliminierung von für Wasserorganismen

giftige Substanzen (Nitrit) konzentriert. Dies wurde

durch eine sehr gute Sauerstoffzufuhr (geringe

Lüfterstillstandszeiten) in den Belebungsbecken der

Kläranlage erreicht.

K13


Wasser (m 3 )

Frischwasser

Regenwassernutzung

Abwasser

Die Gewässergüte der Bauna wird nach der Beurteilungssystematik

der neuen EU-Wasserrahmenrichtlinie

in die Klasse 3 als „mäßig belastet“ eingestuft.

Die Bandbreite dieser Klasse reicht vom Belastungsfaktor

2,10–2,75. Unterschreitungen der Bandbreite

führen innerhalb der fünfstufigen Klasseneinteilung

zu einer besseren Klasse, Überschreitungen zu einer

schlechteren. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang

ist die Tatsache, dass die Tätigkeit des Werkes

die Qualität des Wassers in der Bauna aufgrund der

hohen Leistungsfähigkeit der eigenen Kläranlage

nur noch sehr geringfügig beeinflusst. Die Bauna

erreicht die Volkswagen Einleitstelle „vorbelastet“

mit dem Faktor 2,03–2,09. Nach der Einleitstelle des

Werkes beträgt dieser Faktor im Mittelwert 2,12.

Abwasserfrachten (kg)

BSB 5 (x 100)

ges. Phosphor (x 10)

ges. Stickstoff (x 100)

CSB (x 1.000)

K14

1.200.000

1.000.000

800.000

600.000

400.000

200.000

120

100

80

60

40

20

2006 2007 2008

Verkehr und Verpackungsaufkommen

Die Optimierung des wichtigen Umweltaspektes

Verkehr ist ein Ziel, das mit unterschiedlichen Maßnahmen

kontinuierlich verfolgt wird.

Die Verpackungsplanung und die Verpackungsweiterentwicklung

fokussieren beispielsweise stets

materialreduzierte Verpackungen, um den Gewichtsanteil

und die dadurch verursachten Umweltbelastungen

beim Transport so gering wie möglich

zu halten und gleichzeitig die hohen Qualitätsansprüche

der Kunden zu befriedigen. In vielen Fällen

wird von einer Einwegverpackung abgesehen und

zur Mehrwegverpackung übergegangen, dafür steht

beispielsweise die Ausweitung des Einsatzes von

Faltpaletten.

2006 2007 2008


Tabelle

Ein weiterer wichtiger Ansatz ist die Entwicklung

von Modellbausteinen. Hierbei wird die Einsetzbarkeit

von verschiedenen Fahrzeugkomponenten in

unterschiedlichen Fahrzeugtypen erreicht. Dadurch

ergibt sich ein moderater Anstieg der Teilevielfalt.

Dies bedeutet auch, dass weniger Verpackungssorten

im Lagerbestand vorgehalten werden müssen,

sowie eine höhere Frequentierung der bestehenden

Verpackungsvarianten über alle weltweiten Handelsstufen.

Gefahrenpotenzial

Den korrekten Umgang mit Gefahrgütern stellt ein

Gefahrgutbeauftragter sicher. Der Gefahrgutbeauftragte

veranlasst Schulungsmaßnahmen und führt

regelmäßig – unterstützt durch eine Vielzahl beauftragter

Personen für Gefahrgut in den relevanten

Betriebsbereichen – Kontrollen durch.

Auch innerhalb der Originalteile-Logistik stellt der

Umgang mit Gefahrgut und Gefahrstoffen einen besonders

sensiblen Bereich dar. Diese Stoffe werden

im OT-Depot Kassel in separaten Lagerbereichen

bevorratet. Während die Hallen 11, 11a, 12 und 16 ca.

5.500 Lokationen zur Lagerung z. B. von Airbags,

Gurtstraffern und Batterien bieten, dient die Halle

18 mit ca. 4.800 Lokationen zur Lagerung von bis zu

2 Mio. Litern an brennbaren Gasen, Flüssigkeiten

und Feststoffen oder wassergefährdenden Stoffen.

Eine tagesaktuelle Gefahrgutdatenbank sorgt für die

notwendige Transparenz.

Im Untergrund der Halle 4 – im Bereich der ehemaligen

Aggregateaufbereitung – wurde eine großflächige

ca. 2.000 m² umfassende Bodenverunreinigung

mit chlorierten Kohlenwasserstoffen (CKWs) festgestellt.

Diese CKW-Verunreinigung – mit einem abgeschätzten

Potenzial von 5.000 kg im Boden – ist nach

umweltgesetzlichen Vorgaben zu sanieren. Hierzu

wurde ein Sanierungskonzept mit den Behörden

abgestimmt und genehmigt.

Die im Boden vorhandenen CKWs werden über

acht ca. 10 m tiefe Bodenluftabsaugpegel und eine

Aktivkohlefilteranlage geführt und gereinigt. Diese

hochmoderne Absaug- und Filteranlage wurde

Mitte August 2008 in Betrieb genommen. Jeder

einzelne Absaugpegel kann mit einem speziellen

Schadstoffdetektor auf den CKW-Gehalt analysiert

werden. Hierüber werden dann – je nach Konzentrationshöhe

– einzelne Absaugpegel gezielt zu- oder

abgeschaltet, was den Sanierungsprozess erheblich

verbessert. Eine automatisierte Daten- und Auswerteeinheit

optimiert den Überwachungsprozess und

die behördlich geforderte Dokumentation. In dem

kurzen Zeitraum bis zum Jahresende 2008 konnten

schon nahezu 200 kg CKWs aus dem Boden entfernt

werden. Diese rückgewonnene CKW-Menge übersteigt

um den Faktor 200 die aus den beiden schon

vorhandenen CKW-Grundwassersanierungsanlagen

(Halle 2, Weststraße) zurückgewonnene Menge.

K15


Entwicklung der umweltrelevanten Input-Output-Daten

Einsatzstoffe [t]

2007 2008

Eisen/Stahl 435.896 459.672

Leichtmetall 109.525 99.438

Buntmetall 11.384 12.102

Zusammenbauten 15.225 28.213

Umweltrelevante Hilfs- u.

Betriebsstoffe

35.729 29.805

Glas, Keramik, Naturstoffe 4.091 4.530

Verpackungsmaterial 698 759

Kraftstoffe (m 3 ) 1.680 1.690

Technische Gase [Nm³]

Stickstoff 5.156.576 5.053.263

Sauerstoff 5.989.929 6.025.528

Acetylen 7.125 4.830

Kohlendioxid 46.589 51.683

Argon 766.235 799.624

Ammoniak 432.750 414.267

Energie [MWh]

Elektrische Energie 539.751 1 564.748 1

Brennstoffeinsatz (Gas) 189.436 199.412

Wärmeenergie 350.112 2 389.972 2

Wasser [m³]

Frischwasser [m³] 1.011.015 3 1.110.643 4

Genutztes Regenwasser [m³] 1.909 0

Input – Einsatz von Stoffen und Energie

Die Tabelle zeigt die Entwicklung des In- und Outputs

umweltrelevanter Parameter im Vergleich der Jahre 2007

und 2008.

K16

Fertigungseinheiten [St.]

2007 2008

Motoren 5 43.000 42.000

Zylinderkurbelgehäuse 694.000 768.000

Abgasanlagen 4.201.000 3.742.000

Getriebe 2.709.000 2.819.000

Press-/Karosseriebauteile 77.921.000 77.103.000

Aggregateteile 44.378.000 47.334.000

Abfälle [t]

Verwertung (gesamt) 31.901 26.959

Nicht gefährlicher Abfall 7.333 7.497

Gefährlicher Abfall 19.474 19.075

Nicht produktionsspezifi scher

Abfall

5.094 387

Beseitigung (gesamt) 8.868 13.022

Nicht gefährlicher Abfall 1.762 1.734

Gefährlicher Abfall 6.014 6.749

Nicht produktionsspezifi scher

Abfall

1.092 6 4.539 7

Metallischer Abfall 186.461 183.320

Abwasser [m³] 682.928 8 681.228 8

Abwasserfrachten (kg) 9

CSB 92.737 10 83.657 10

BSB 5 1.391 1.417

ges. Phosphor 86 61

ges. Stickstoff 1.623 3.036

Abluft (t)

Kohlendioxid 11 38.231 40.242

Kohlenmonoxid 256 186

Stickoxide 218 233

VOC 178 142

Staub 56 46

Output – Entstehung von Produkten


Kommentare:

1 Hierin sind die Verbrauchswerte der Dependancen enthalten. Im Bereich Katalysator-Recycling lag der Stromverbrauch

im Jahr 2007 bei 67 MWh und im Jahr 2008 bei 68 MWh. Im Bereich Aggregateaufbereitung lag der

Stromverbrauch im Jahr 2007 bei 6.555 MWh und im Jahr 2008 bei 7.265 MWh.

2 Hierin sind die Verbrauchswerte der Dependancen enthalten. Im Bereich Katalysator-Recycling lag der Wärmebedarf

im Jahr 2007 bei 307 MWh und im Jahr 2008 bei 193 MWh. Im Bereich Aggregateaufbereitung lag der

Bedarf an Wärme im Jahr 2007 bei 7.590 MWh und im Jahr 2008 bei 7.400 MWh.

3 Hierin sind 114.685 m³ vollentsalztes Wasser enthalten. Der ebenfalls enthaltene Wasserverbrauch der Dependancen

beträgt für den Bereich Katalysator-Recycling 118 m³ und für den Bereich Aggregateaufbereitung 24.132

m³.

4 Hierin sind 125.866 m³ vollentsalztes Wasser enthalten. Der ebenfalls enthaltene Wasserverbrauch der Dependancen

beträgt für den Bereich Katalysator-Recycling 136 m³ und für den Bereich Aggregateaufbereitung 9.784

m³.

5 Hierbei handelt es sich ausschließlich um aufbereitete Motoren.

6 Von den separat ausgewiesenen nicht produktionsspezifischen Abfallmengen zur Beseitigung wurden ca. 127 t

als nicht gefährlicher Abfall und 965 t als gefährlicher Abfall entsorgt.

7 Von den separat ausgewiesenen nicht produktionsspezifischen Abfallmengen zur Beseitigung wurden ca. 221 t

als nicht gefährlicher Abfall und ca. 4.318 t als gefährlicher Abfall entsorgt.

8 Hierin sind die Verbrauchswerte der Dependancen sowie von fremden Anlieferern enthalten. Im Bereich

Katalysator-Recycling lag die Abwassermenge im Jahr 2007 bei 118 m³ und im Jahr 2008 bei 136 m³. Im Bereich

Aggregateaufbereitung lag die Abwassermenge im Jahr 2007 bei 24.132 m³ (3.731 m³) und im Jahr 2008 bei 9.784

m³ (3.347 m³), d. h. jeweils in Höhe der Frischwasserbezugsmenge. Alkalische und saure Abwässer (Werte in

Klammern) aus diesem Bereich, die als Teilmenge im Abwasserstrom enthalten sind, werden separat erfasst und

mittels Saugwagen in das Werk transportiert und in der zentralen Kläranlage aufbereitet. Das restliche Abwasser

wird als Indirekteinleiter über die städtische Kanalisation einer Kläranlage der Kasseler Entwässerungsbetriebe

(KEB) zugeleitet. Im Jahr 2008 wurden zudem erneut Abwässer von fremden Anlieferern (sog. Deponiesickerwasser)

in einer Größenordnung von 1.657 m³ (Enka-Abwasser) und 997 m³ (Wabern-Abwasser) angenommen

und in der zentralen Kläranlage des Werks aufbereitet.

9 Andere Abwasserparameter (Kupfer, Blei, Quecksilber, Kohlenwasserstoffe etc.) werden ebenfalls gemessen, befinden

sich aber im Bereich oder unterhalb der Nachweisgrenze.

10 Die Abwasserfrachten, die als Indirekteinleiter durch die Aggregateaufbereitung an die KEB abgegeben werden,

sind nicht dargestellt. Der gemessene Mittelwert CSB lag im Jahr 2008 bei 258,92 mg/l. Der Einleitungsgrenzwert

hingegen liegt bei 600 mg/l.

11 Aus Verbrennungsprozessen im Schmelzwerk, der Lackiererei, der Härterei und der Schmiede.

K17


Ziel-

Nr.

Ziele Maßnahme Kategorie Termin Abarbeitungsstand

1 Verbesserung der betrieblichen Kennzahlen Entwicklung einer Wasser-/Abwasserbilanz unter Einbeziehung

spezifi scher Fertigungskennzahlen (Aggregateaufbereitung)

2 Sicherstellung der langfristigen Nutzbarkeit der

Werkfl äche als Industriestandort

3 Einleitung von Maßnahmen zur Umsetzung der

konzernweiten Kältemittelstrategie

4 Qualitative Verbesserung der Abwasserbehandlung

im Bereich der Emulsionen

5 Erstellung u. Abarbeitung eines Zeit- und Maßnahmenplans

im Bereich VAwS auf der Grundlage der

Sachverständigenprüfung

6 Ausweitung der organisatorischen und technischen

Aktivitäten in der Abfallwirtschaft

7 Erarbeitung von Naturschutzkonzepten für den

Standort

8 Erhöhung des Anteils aufbereiteter Bauteile bei

allen aufbereitbaren Aggregaten (Motoren,

Getriebe)

K18

Einbau mehrerer Abwasserverbrauchsuhren bei relevanten

Großabnehmern an VE-Wasser

Entwicklung eines Konzeptes zur Bewertung der Anstrom-

und Abstromverhältnisse Altlast Deponie

Errichtung neuer Grundwassermessstellen zur Optimierung

laufender Sanierungen

Erarbeitung eines Controllinginstruments für Wasserverbräuche

1 2011 1

1 2010

2 2009

1 2010

1 2010 2

Neubau eines zusätzlichen Trinkwasserförderbrunnens 2 2010 2

Untersuchungen zur vertikalen und räumlichen Verteilung

der AKW-Bodenverunreinigung im Bereich eines

ehemaligen Flugmotorenprüfstandes

Erstellung eines dreidimensionalen Grundwassermodells

für den Standort

Erhöhung des Anteils umweltfreundlicher Kältemittel

(GWP


Ziel-

Nr.

Ziel Maßnahme Kategorie Termin Abarbeitungsstand

9 Primärenergieeinsparung je Produktionseinheit

(Strom/Erdgas/Technische Wärme/Raumwärme)

Beseitigung der Druckluftleckagen in Halle 2 9 2011 5

Optimierung der Drucklufterzeugung durch Anschaffung

eines neuen drehzahlgeregelten und verbrauchsgesteuerten

Kompressors (Aggregateaufbereitung)

Austausch von 2.880 Bürofenstern 2009

Austausch von Fenstern im Rahmen der Herrichtung von

Gebäude 4 für Produktionszwecke (Aggregateaufbereitung)

Verringerung von Wärmeverlusten durch Isolierung

wärmeführender Versorgungsleitungen (Aggregateaufbereitung)

Entwicklung eines standortspezifi schen neuen Logistikkonzeptes

Optimierung des Beleuchtungskonzepts für Gebäude 45

(Aggregateaufbereitung)

Berücksichtigung des ganzheitlichen Ansatzes bei

Maschinenbeschaffungen durch verstärkte Betriebskostenbetrachtung

Erarbeitung eines Konzepts CO 2 -neutrale Fabrik (Aggregateaufbereitung)

10 Verringerung von transportbedingten Emissionen Umsetzung des neuen Logistikkonzepts gemäß Konzernrollout.

Einführung der Cross-Dock-Funktionalität

11 Einführung eines Energiemanagement-Systems

gem. DIN EN 16.001

12 Ausbau und Optimierung von Rücknahmekonzepten

sowohl VO-intern als auch im Markt

13 Aufrechterhaltung bzw. Verbesserung der hohen

Umweltstandards im Vertrieb Originalteile

Aktualisiertes Umweltprogramm 2009

Probeeinsatz von Dieselpartikelfi ltern bei Volkswagen

Werklokomotiven. Bei positiven Ergebnissen werden

die Lokomotiven des Werks Kassel ab 2010 mit dieser

Technik ausgerüstet

Aufnahme des Themas Energieeffi zienz in das Umweltlastenheft

Erarbeitung eines Konzepts zur Potenzialanalyse und

Durchführung von Energieworkshops zur bereichsbezogenen

Ableitung von nachhaltigen Energiesparmaßnahmen

2011 1

2011 1

2009

2009

2011 1

2009

2010

3 2011

2010

9 2010

2010

Durchführung von 8 Energieworkshops 2010

Schonung von Ressourcen durch Sicherung von Rohstoffen

und Einsatz von Recyclingmaterialien. Hieraus

ergeben sich Einsparungen an CO 2

Speziell bei der Verpackung von Originalteilen, der

Verringerung des Transportvolumens und der Energieeffi

zienzsteigerung (OTC-5)

Maßnahme, die in der Vergangenheit geplant, aber noch nicht begonnen wurde

Neue Maßnahme in dieser Umwelterklärung

Maßnahme begonnen

Maßnahme mitten in der Umsetzung

Abschluss der Maßnahme ist absehbar

Maßnahme abgeschlossen

9 2009

9 2009

rote Zahl = der ursprünglich geplante Termin wurde auf den angegebenen Termin nach hinten verschoben

K19


Kommentare:

1 Aufgrund der höheren Priorisierung der neuen Maßnahme „Erarbeitung des Konzepts CO -neutrale Fabrik“

2

wird dieses Vorhaben auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

2 Das Grundwassermodell wird voraussichtlich im März 2010 vorliegen, dadurch verschiebt sich die Realisierung

der Maßnahme auf das Jahr 2010.

3 Die Erreichung eines durchschnittlichen GWP-Wertes von 1.500 pro eingesetztem Kilo Kältemittel lässt sich im

vorgesehenen Zeitplan nicht realisieren, da die heute am Markt verfügbaren Alternativen zu H-FCKW-Kältemitteln

größtenteils deutlich stärker zum Treibhauseffekt beitragen und klimaneutrale Alternativen zzt. aus wirtschaftlichen

Gründen noch nicht infrage kommen. Es müssen zunächst Szenarien erarbeitet werden, aus denen

abgeleitet werden kann, mit welchen Einzelmaßnahmen die effizientesten Zielbeiträge geleistet werden

können.

4 Zunächst ist eine Neubewertung der Maßnahme durch das Management aus politisch-strategischen Gründen

bis Ende 2010 vorzunehmen.

5 Durch das Energie-Effizienzteam müssen die erkannten Defizite in der Druckluftversorgung sowie die Leitungsverluste

zunächst priorisiert werden, bevor einzelne Maßnahmen festgelegt werden.

K20


K21


Die nächste konsolidierte Umwelterklärung wird spätestens im November 2010 zur Validierung vorgelegt werden.

Werk Kassel

Volkswagen AG

Rupert Zeh, Umweltschutzbeauftragter

Brieffach 4400

34219 Baunatal

Telefon: +49 561 490 24 80

E-Mail: rupert.zeh@volkswagen.de

Dieser Standort verfügt über ein Umweltmanagement-System.

Die Öffentlichkeit wird im Einklang mit dem Gemeinschaftssystem

für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung über

den betrieblichen Umweltschutz dieses Standortes unterrichtet.

K22


Abkürzungen und Erklärungen

AOX Adsorbierbare organische Halogenverbindungen

BImSchG Bundes-Immissionsschutzgesetz

BSB Summenparameter, beschreibt die Men-

5

ge der unter definierten Bedingungen

biologisch abbaubaren Stoffe

BUWAL Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft

(Schweiz)

CKW Chlorierte Kohlenwasserstoffe

CO, CO Kohlenmonoxid, Kohlendioxid

2

CSB Summenparameter, beschreibt die

Menge der unter definierten Bedingungen

chemisch abbaubaren Stoffe

EMAS Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement

und die Umweltbetriebs -

prüfung (eco-management and auditscheme)

FeCl3 Eisen(III)chlorid

FCKW Fluorchlorkohlenwasserstoffe

GbV Gefahrgutbeauftragtenverordnung

KD Kundendienst

KSS Kühlschmierstoffe

KrW-/AbfG Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz

LAU-/HBV- Anlagen, in denen mit wassergefähr-

Anlagen denden Stoffen umgegangen wird

MWh Megawattstunden

NOx Stickoxide

OE Organisationseinheit

SEBU System zur Ermittlung und Bewertung

von Umweltaspekten

SO2 Schwefeldioxid

TPM Total Productive Management

UF Ultrafiltration

UIS Umweltinformations-System

UMS Umweltmanagement-System

VAwS Verordnung über Anlagen zum Umgang

mit wassergefährdenden Stoffen

VOC Volatile organic compounds (flüchtige

organische Stoffe)

VBH/KTL Vorbehandlung und Kathodische

Tauchlackierung; im Lackierprozess

Tauchverfahren, in denen erste Korrosionsschutzschichten

aufgetragen

werden.

23


Weitere Informationen

Informationen zum Umweltschutz bei Volkswagen

finden Sie in weiteren Broschüren und im Internet.

Der Nachhaltigkeitsbericht von Volkswagen

2009/2010

Im September 2009 hat die Volkswagen AG

unter dem Motto „Driving ideas“ ihren dritten

konzernweiten Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt.

Der Bericht umfasst alle Konzernbereiche mit den

beiden Markengruppen Volkswagen und Audi, den

Geschäftsbereichen Nutzfahrzeuge und Finanzdienstleistungen

sowie allen Gesellschaften, an

denen der Konzern mit über 50 % beteiligt ist.

Schwerpunkte des Konzern-Nachhaltigkeitsberichts

bilden die Strategien und Maßnahmen des Konzerns

zur Weiterentwicklung im Bereich Antriebe und

Kraftstoffe, zur Beschäftigungssicherung sowie zur

Kundenorientierung.

Bestelladresse: Volkswagen Distributionsservice,

Postfach 1450, 33762 Versmold

www.mobilitaet-und-nachhaltigkeit.de

Informationsportal zum Umweltschutz mit Berichten,

Interviews und Nachrichten. Ständig aktualisiert

bietet diese Site aktuelle News, Informationen

zum Umweltschutz an den internationalen Standorten

von Volkswagen, Tipps zum ökologischen

Fahren, Hintergrundwissen zu Themen wie Öko-Audit

und nachhaltige Entwicklung, umweltbezogene

Informationen zu einzelnen Volkswagen Modellen

und vieles mehr.

24

Ansprechpartner

Umwelt Strategie und Mobilität

Dr. Daniel Sascha Roth

Telefon: 05361-9-49171

E-Mail: daniel-sascha.roth[at]volkswagen.de

Öko-Audit und Umweltschutz

Wissenswertes zum Thema Umweltschutz und Öko-

Audit erfahren Sie beim Umweltbundesamt in Berlin.

Unter anderem hält es unter der Rubrik „Umwelt

im Netz“ eine umfangreiche Linkliste bereit.

Umweltbundesamt

Postfach 1406, 06813 Dessau

Telefon: 0 340-21 03-0

Internet: www.umweltbundesamt.de


Impressum

Herausgeber dieser Umwelterklärung

ist die Volkswagen AG. Verantwortlich

für den Inhalt des standortübergreifenden

Teils ist der Konzernbereich Umwelt

(Wolfsburg). Verantwortlich für die enthaltenen

standortspezifischen Teile sind die

Umweltbeauftragten der jeweiligen Werke.

Volkswagen AG

Günter Damme

Brieffach 1896

38436 Wolfsburg

guenter.damme[at]volkswagen.de

Visuelles Konzept/Umsetzung

FOUR MOMENTS - Marken. Design. Kommunikation.

25


©Volkswagen AG

Stand: Februar 2010

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