Context Heft 10 (PDF, 5531 kb) - KV Schweiz

kvschweiz.ch

Context Heft 10 (PDF, 5531 kb) - KV Schweiz

Das Magazin für Bildung und Beruf

Arbeitszeit

Der flexible Mensch

Zukunftsrat

Wer über das Morgen nachdenkt

Rentner

Wie sie ihre Zeit gestalten

29. 10. 2012

Heft 10


2

Mit einem Prämien sparen.

Gut, sind Sie Mitglied des KV Schweiz. Denn Sie erhalten über 25 % Rabatt bei den Zusatzversicherungen

der KPT und profitieren von den vielen weiteren Vorteilen der führenden Online-

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Editorial

Als Taxifahrer gehörte es zu einer meiner

ersten Tätigkeiten bei Arbeitsbeginn:

das Ausfüllen und Einlegen der Kontrollscheibe

in den Fahrtenschreiber. Der

Fahrtenschreiber registriert Arbeitszeit,

Fahrzeit und Pausen sowie die Geschwindigkeit

des Fahrzeuges. Das Ziel ist in

erster Linie die Sicherheit der Passagiere

und des Strassenverkehrs generell. In

zweiter Linie dient der Fahrtenschreiber

auch der Kontrolle der Arbeitszeit und

der Pausen. Auf Basis dieses Dokumentes

und des erzielten Umsatzes wird der Lohn

des Mitarbeiters berechnet.

Auch in meiner aktuellen Tätigkeit

erfasse ich meine Arbeitszeit. Gemäss

meinem Anstellungsreglement müsste

ich dies nicht tun – ich unterstehe einer

Kaderregelung mit einer zusätzlichen

Ferienwoche und ohne Überzeitanspruch.

Dass ich es trotzdem tue, hat wieder mit

Sicherheit zu tun. Ich möchte meine

Arbeitszeiten kontrollieren und so bewusst

meine Work-Life-Balance im Auge

behalten.

Die aktuelle Diskussion über das Erfassen

der Arbeitszeit ist mir persönlich

zu wenig differenziert. Es werden alle

Arten von Arbeiten und Jobs über einen

Leisten geschlagen. Das Arbeitsgesetz ist

diesbezüglich in die Jahre gekommen –

die Arbeitsrealität hat sich verändert. Es

gilt deshalb, Lösungen zu finden, die

diese Realität abbilden.

Flexibilität ist dabei nur ein Stichwort.

Fairness und Sicherheit bleiben Themen,

die wir weiterhin beachten müssen. Lesen

Sie dazu die Beiträge im Dossier ab

Seite 18.

Ich wünsche Ihnen schöne Herbsttage!

Peter Kyburz – Generalsekretär des KV Schweiz

peter.kyburz@kvschweiz.ch

context 10 – 2012

Inhalt

11

18

30

5 Im Büro Barcelona, Spanien

6 Unbürokratisch

7 Leserbriefe, KV in den Medien, Webrating

8 Kurz Business-Chill/Neuer GAV

9 Kolumne Von Daniel Jositsch

Unbelastet leben

Die Ergebnisse einer Umfrage des KV Schweiz

12 Rentner Wie sich Pensionierte weiterbeschäftigen

14 Monatsinterview Robert Unteregger über die Zukunft

Dossier Arbeitszeit

Die Zeiterfassung wäre gesetzlich vorgeschrieben, aber …

26 Bündig Duales Bildungsystem/KV-Bildungsgruppe/Glückliche Wirtschaft

27 Kolumne Von Stefanie Grob

28 Burnout Eine perfide Sucht

Von der Geburt bis zum Tod

Zivilstandsämter benötigen kaufmännischen Nachwuchs

34 Laufbahn Brigitte Frei, vom KV vor die Kamera

38 Ratgeber Büroalltag/Bildung/Recht/Jugend

40 KV-Aktuell/Sektionen Veranstaltungen und Informationen

44 Impressum

45 Rätsel SBB-Tageskarten zu gewinnen

46 Cartoon Von Ruedi Widmer

Titelbild: Viele Arbeitnehmende müssen wie anno dazumal stempeln – und sind zufrieden damit.


eiseCenter

Ihr Reiseprogramm

1. Tag: Anreise über Nacht mit dem Bus nach

Venedig ab gewähltem Einstiegsort in der

Schweiz.

2. Tag: Morgens Ankunft mit dem Bus in Venedig.

Ab Mittag Einschiffung und Kabinenbezug.

Ihr Schiff Costa Fascinosa sticht am frühen

Abend in See.

3. Tag: Mittags Ankunft im Hafen von Bari. Bari

ist die Hauptstadt der Region Apulien in Italien

und ist eine bedeutende Hafenstadt. Geniessen

Sie den Nachmittag in der italienischen Stadt.

4. Tag: Heute haben Sie die Gelegenheit die antike

Stadt Olympia zu besichtigen. Hier war der

Austragungsort der Olympischen Spiele der Antike.

Lassen Sie sich dies auf keinen Fall entgehen

und besuchen Sie diese historische Stätte.

5. Tag: Ihr Schiff legt heute im Hafen von Izmir

an. Izmir ist die drittgrösste Stadt der Türkei

und liegt an der türkischen Ägäisküste.

Nehmen Sie an einem Ausfl ug von Costa teil

context 10 – 2012

Pfi ngst-Kreuzfahrt 2013

Kreuzfahrt

vom 19.05. bis 26.05.2013

oder fl anieren Sie gemütlich an der Hafenpromenade.

6. Tag: Ein Highlight Ihrer Kreuzfahrt ist die

Istanbul. Istanbul ist die bevölkerungsreichste

Stadt der Türkei. Besuchen Sie die berühmte

blaue Moschee sowie den Bazar. Tauchen Sie

ein in das türkische Flair und lassen Sie sich verzaubern.

7. Tag: Erholung auf See. Heute fährt Ihr Schiff

die berühmte Dardanellen Passage.

8. Tag: Mittags Ankunft in Dubrovnik, einer der

schönsten Städte Europas. Die wunderschöne

kleine Altstadt zieht jährlich tausende Touristen

an. Flanieren Sie durch die Gassen und genehmigen

Sie sich eine Erfrischung in einem der

zahlreichen Cafés und Restaurants.

9. Tag: Ihre Kreuzfahrt geht heute zu Ende.

Morgens Ankunft in Venedig. Frühstück an

Bord, danach Ausschiffung und Busfahrt zurück

in die Schweiz zu Ihrem gewählte Ausstiegsort.

Veranstalter: Costa Kreuzfahrten

Costa Fascinosa

Costa Fascinosa

CONNY

inkl. Vollpension

und Transfers ab

Fr. 1030.–

Reisedatum und Preise pro Person

Costa Fascinosa vom 18.05. – 26.05.2013,

Preis pro Person bei Doppelbelegung

inkl. Transfers und Vollpension an Bord

Aktionspreis Ihr KV-Preis

Innenkabine Classic 1030.– 980.–

Innenkabine Premium 1100.– 1050.–

Aussekabine Classic 1230.– 1180.–

Aussenkabine Premium 1350.– 1300.–

Aussenkabine

m. Balkon Classic 1550.– 1500.–

Aussenkabine

m. Balkon Premium 1700.– 1650.–

Unsere Leistungen

• Busfahrt ab Schweiz nach Venedig

und retour

• Kreuzfahrt in der gebuchten Kabine

• Vollpension an Bord

• 24-h Kabinenservice

Nicht inbegriffen

• Getränke und persönliche Ausgaben an Bord

• Fakultative Ausfl üge von Costa

• Obligatorisches Serviceentgelt

(an Bord bezahlbar)

• Annullations- und SOS-Versicherung

Auftragspauschale

Fr. 30.– pro Person, max. Fr. 60.– pro Dossier.

Zusatzrabatt Fr. 50.– für KV-Mitglieder

Direkte Buchung – ✆ 0848 735 735 oder www.digareisen.ch


Büro international

Barcelona, Spanien Steckbrief Person

Mireia lópez García arbeitet seit zwei Jahren

als Verkäuferin bei Quesos Barcelona

S.l., einem Fachgeschäft für Käse, Wurst

und Schinken.

Text und Fotos Julia Macher

Hatten Sie als Kind einen Traumberuf?

Meine Eltern hatten 48 Jahre lang ein

Restaurant. Als Kind habe ich meiner

Mutter in der Küche geholfen und davon

geträumt, selbst Köchin zu werden.

Was arbeiten Sie?

Als Fachverkäuferin für Wurst- und

Käsewaren bediene ich Kunden. In unserem

Geschäft bieten wir auch halbfertige

Ware wie Hamburger, panierte Schnitzel

oder Kroketten an. Für deren Zubereitung

bin ich ebenfalls zuständig.

Welche Ausbildung haben Sie gemacht?

Ich war acht Jahre auf der Grundschule

und habe anschliessend im Restaurant

meiner Eltern gearbeitet, bis ich

27 war. Dann habe ich einen Fortbildungskurs

Metzgereiwesen besucht und

zum Beispiel gelernt, wie man Waren

richtig lagert, ansprechend präsentiert

oder iberischen Schinken fachgerecht

aufschneidet.

Wie lange brauchen Sie von Ihrem

Wohn- zu Ihrem Arbeitsort?

Eine Stunde. Ich gehe jeden Morgen

um Viertel vor Sieben aus dem Haus.

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf?

Eigentlich alles, den Kontakt mit den

Kunden ebenso wie den Umgang mit den

Produkten. Die Arbeit ähnelt sehr der

im Gastronomiebetrieb meiner Eltern.

Das einzige, was manchmal stört, sind

unfreundliche Kunden, die nicht einmal

Guten Tag sagen.

Wie sind Sie auf Ihre Stelle aufmerksam

geworden?

Als ich vor drei Jahren mein eigenes

Geschäft schliessen musste, erfuhr ich

über Bekannte von dieser Stelle. Ich hätte

sofort anfangen können, wollte aber noch

context 10 – 2012

zwei Monate Pause, um mehr Zeit mit

meinem Sohn verbringen zu können.

Wie viele Stunden arbeiten Sie?

Unter der Woche bin ich von acht Uhr

morgens bis neun Uhr abends im Geschäft,

samstags von halb acht bis halb

drei.

Wie oft machen Sie Ferien?

Einmal im Jahr, den ganzen Monat

August.

Wie viel verdienen Sie pro Jahr?

16 800 Euro in vierzehn Monatsgehältern

(rund 20 240 Franken).

Können Sie Geld auf die Seite legen?

Früher ja, aber mit Kind geht das nicht

mehr.

Wie viele Personen müssen von Ihrem

Einkommen leben?

Ich und mein siebenjähriger Sohn.

Wir wohnen bei meiner Mutter.

Sind Sie gegen Krankheit versichert?

Nein.

Haben Sie eine Altersvorsorge?

Ich habe eine Lebensversicherung

und bekomme, wenn ich weiter arbeite,

eine staatliche Rente.

Würden Sie gerne mehr verdienen oder

sind Sie zufrieden?

Bei so vielen Überstunden würde ich

gerne mehr verdienen.

Was möchten Sie beruflich noch

erreichen?

Ich bin bereits verantwortlich für das

Ladengeschäft, mehr geht nicht.

Reden Sie zu Hause über die Arbeit?

Das ist unser Hauptgesprächsthema,

bei der vielen Zeit, die ich hier verbringe!

Was soll einmal aus Ihrem Sohn werden?

Er träumt davon, Polizist zu werden.

Ich wünsche mir, dass er das schafft.

name Mireia López García

alter 36

Zivilstand ledig

Wohnform lebt mit Sohn in der

Eigentumswohnung der Mutter

Wohnort Barcelona

Steckbrief Spanien

Barcelona ist mit 1,6 Millionen Ein-

wohnern das zweitwichtigste Kulturund

Handelszentrum Spaniens. Die

Mittelmeermetropole ist Hauptstadt

der autonomen Region Katalonien.

einwohner Spanien rund 47,2

Millionen

arbeitslosenquote 24,6 %, die

höchste Quote innerhalb der

Industrienationen

Durchschnittseinkommen 22 790 Euro

brutto im Jahr, umgerechnet ca. 27 430

Franken

Gewerkschaftlicher organisationsgrad

16%

Wichtigste exportartikel Autos, chemische

Produkte, Lebensmittel

5


6

Unbürokratisch

Trainer Michael Hausherr notiert auf der Sportanlage Neudorf in Zürich die Trainingsergebnisse der Juniorinnen. Foto: Atelier MFM/Ex-Press

context 10 – 2012


Leserbriefe

«Ich male mir aus, welche Wirkung beim

französisch sprechenden Adressaten ein

Geschäftsbrief auf Stufe A1 hinterlässt.»

context 8 – 2012

Ungeliebtes französisch

«Ungeliebtes Französisch»: Welch ein Unterschied

zu «Die Französisch-Kurse in

der Schule reichen Euch nicht aus? Ihr

habt Lust, in die französischsprachige

Welt einzutauchen? Dann brecht doch für

eine Woche in die welsche Schweiz auf,

denn eine Sprache lernt man am Besten

vor Ort.» Gelesen in der Ausgabe 3/2012

von «My hostel news». «Ungeliebtes Französisch»

ermuntert gar nicht, diese

schöne Sprache zu lernen.

Perplex war ich nach der Lektüre des

letzten Abschnittes, wo es hiess, dass die

Voraussetzungen für die Teilnahme am

Fernkurs «Ecrire une lettre commerciale

par semaine» Kenntnisse auf Stufe A1

sind. Bedeutet das, dass nach der KV-

Lehre (nur) dieses Niveau erreicht ist? Ich

versuche, diese Information mit dem

Kontext der Geschäftswelt zusammenzubringen

und male mir aus, welche Wirkung

beim französisch sprechenden Adressaten

ein Geschäftsbrief auf Stufe A1

hinterlässt.

Der Europäische Referenzrahmen

Stuft das Niveau A1 als elementare

Sprachverwendung ein; für das Schreiben

heisst das: Ich kann eine kurze, einfache

Postkarte (sic!) schreiben, z.B. Feriengrüsse.

Ich kann auf Formularen, z.B.

in Hotels, Namen, Adresse, Nationalität

usw. eintragen. Die (ungeliebte) Grammatikstruktur

und der Wortschatz sind

also sehr rudimentär und lückenhaft. In

Webrating

Welchen stellenwert hat Querdenken in

ihrem betrieb?

Ist explizit erwünscht : 18%

Wird toleriert : 35 %

Ist unerwünscht: 47 %

context 10 – 2012

drei Monaten Fernkurs diese riesige Lücke

zu schliessen, ist Wunschdenken. Der

Lehrer oder die Lehrerin wird die Briefe

erheblich korrigieren und umformulieren

müssen. Fehlt der Kurs, frage ich mich,

wie sie daherkommen.

Zusammenfassend: Ich habe Französischkenntnisse

auf Stufe A1 und schreibe

auf Französisch einem potenziellen Kunden

in Genf einen Geschäftsbrief. Der

kurze, einfache Brief wird meinen Geschäftspartner

kaum überzeugen und

hinterlässt einen negativen Eindruck.

Soll ich mich wundern, wenn er mein Angebot

ausschlägt und jenes einer anderen

Firma (vielleicht aus Spanien oder

Deutschland) annimmt, die auf Stufe C1

kommunizieren kann? «Cherchez la différence!»:

Kompetenz Stufe C1: Ich kann

mich schriftlich klar und gut strukturiert

ausdrücken und meine Ansicht ausführlich

darstellen. Ich kann in Briefen, Aufsätzen

oder Berichten über komplexe

Sachverhalte schreiben und die für mich

wesentlichen Aspekte hervorheben. Ich

kann in meinen schriftlichen Texten den

Stil wählen, der für die jeweiligen Leser

angemessen ist. B.M.*

*Name der Redaktion bekannt

Context freut sich über Ihren Leserbrief!

Bitte mit Vor-/Nachnamen sowie Wohnort an:

context@kvschweiz.ch, oder an

kV schweiz, context, Postfach, 8027 Zürich

Jetzt abstimmen:

www.kvschweiz.ch

Was halten sie von der

Vertrauensarbeitszeit?

> Kontrolle ist besser

> Habe Bedenken

> Finde ich gut

kV in den Medien

Der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) im

Holzbau ist seit nunmehr vier Jahren

in der Branche gut verankert. Mit dem

Qualitätslabel Holzbau Plus wird die

Vereinbarung der Sozialpartner Holzbau

Schweiz, Syna, Unia, Baukader

Schweiz und KV Schweiz weiter gestärkt.

9.10.2012

Die ersten Lehrstellen für nächsten

Sommer sind bereits vergeben. Vor

allem Banken binden vielsprechende

Lehrlinge immer früher an sich. Damit

muss Schluss sein, fordert Daniel

Jositsch, Nationalrat und Präsident

des kaufmännischen Verbandes (KV)

Schweiz. Er wird deshalb kommende

Woche ein Postulat im Nationalrat einreichen.

Darin fordert Jositsch den

Bundesrat auf, Massnahmen gegen

das Problem zu ergreifen.

9.9.2012

Ein Pilotprojekt der Banken zeigt:

Die flexible Erfassung der Arbeitszeiten

durch die Mitarbeiter ist gescheitert.

[…] Anders ist die Bewertung der

Angestellten des dritten Sektors,

KV Schweiz. «Der Pilotversuch war ein

guter Ansatz. Wir haben die Arbeitszeitkontrolle

in der Selbstverantwortung

der Angestellten als einen gangbaren

Weg beurteilt», sagt Barbara

Gisi, Leiterin Angestelltenpolitik.

7.9.2012

Kaufmännische Angestellte sollen im

kommenden Jahr 1 % bis 2,5 % mehr

verdienen. Diese Forderung postuliert

der KV Schweiz. Die höchsten Lohnsteigerungen

soll es bei den Versicherungen,

in der Telekommunikation sowie

in der Pharma- und Chemiebranche

mit 2 % bis 2,5 % geben.

6.9.2012

7


8

Kurz

context 10 – 2012

KV Bern lanciert Netzwerk

Mitte Oktober hat der KV Bern zum ersten Mal die Netzwerk-Veranstaltung

«IMPULSIV – Business Chill» durchgeführt. In einem Referat stellte Google das

Unternehmen vor und zeigte Internet-Trends auf. Die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer knüpften Kontakte zu Firmen. Von Rolf Murbach

Sabrina Koller vom KV Bern ermutigt die Teilnehmer: Nutzt das Netzwerk!

Die Stimmung ist aufgeräumt im

Foyer des Theaters am Käfigturm

in Bern. Langsam trudeln die Gäste ein,

vor allem junge Leute. Sie sind gespannt,

was sie von Google zu hören bekommen.

Der Name des Unternehmens zieht offenbar.

Rund 80 Frauen und Männer haben

sich für den ersten «IMPULSIV – Business

Chill» des KV Bern angemeldet. Das Ziel:

Der Verband will jungen Berufs leuten aktuelle

Informationen über Trends der Arbeitswelt

liefern und vor allem eine Plattform

fürs Vernetzen bieten. Er hat deshalb

zehn Firmen an den Anlass eingeladen.

«Geht auf die Unternehmen zu. Hier könnt

ihr netzwerken», sagt Sabrina Koller vom

KV Bern , die den Abend moderiert.

Gespannt auf Google

Unter den Gästen sind die zwei jungen

Frauen Giada Caspar und Michèle Fahrni.

Beide haben vor Kurzem die KV-Lehre abgeschlossen.

Giada ist zum zweiten Mal

an einem Anlass des KV Bern. Sie nahm

am Job-Speed-Dating teil. «Das war super,

ich habe an dieser Job-Börse gleich eine

Stelle gefunden», erzählt sie. Zum «IM-

PULSIV – Business Chill» ist sie gekommen,

weil sie neugierig ist und wissen will,

wie Google arbeitet. «Das Netzwerken

steht bei mir nicht im Vordergrund, das

kommt später.» Auch ihre Kollegin freut

sich auf den Vortrag des Internet-Giganten.

«Ich brauche Google täglich, da will

ich wissen, was dahinter steckt», sagt sie.

› Handelsschule

Die Welt im Internet verändert sich

rasant und damit auch unser Leben.

Online wird immer wichtiger und durchdringt

fast alle Lebensbereiche. Dies zeigt

Mike Zwahlen von Google Schweiz in

seinem Referat eindrücklich: «In einer

Sekunde laden die User eine Stunde

Videomaterial auf die Server von Youtube»,

sagt er. «2010 bewegten sich rund

1.9 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer im

Netz. Bis 2020 rechnet man mit weiteren

drei Milliarden.»

Zwahlen referiert über die Veränderungen

im Online-Advertising, zeigt die

neusten Social-Media-Trends auf und

stellt die immer ausgeklügelteren Verfahren

der Suchmaschinen vor. «Informatio-

Zum Beispiel: hkvaarau.ch/handelsschule


nen werden nicht mehr einfach zum User

gespült, sondern nach Relevanzkriterien

ausgesucht.»

Firmen im Visier

Ruedi Flückiger, Geschäftsleiter des KV

Bern, freut sich über das grosse Interesse

der Mitglieder. «Wir wollen hier junge

Menschen und potenzielle Arbeitgeber zusammenbringen»,

erklärt er. Dies hat der

Verband bereits bei den zwei Job-Speed-

Dating-Veranstaltungen getan, die dieses

und letztes Jahr stattgefunden haben.

Die Anlässe sind bei Firmen und Stellensuchenden

offenbar beliebt. Im zwei -

ten Durchgang waren fünfzehn Unternehmen

und dreissig Jobinteressenten

dabei. «Wir werden solche Anlässe fürs

Netzwerken regelmässig durchführen, jedes

Jahr ein IMPULSIV-Job-Speed-Dating

und zwei Business-Chill-Veranstaltun-

context 10 – 2012

gen. Hinzu kommt im Sommer jeweils ein

Fest mit Kultur.»

Junge Mitglieder halten

Dem KV Bern geht es auch darum, die

jungen Mitglieder nach der Grundbildung

im Verband halten zu können. Es

gibt immer wieder Lehrabgängerinnen

und Lehrabgänger, die nicht wissen, was

ihnen der Verband nach der Lehre bringt,

und die Mitgliedschaft künden.

«Dem wirken wir nun entgegen, indem

wir die Klassen im dritten Lehrjahr

besuchen und sie darüber informieren,

welches unsere Angebote sind», sagt

Ruedi Flückiger und fährt fort: «Damit

wir das Angebot künftig noch besser auf

die junge Klientel ausrichten können, haben

wir mit 25 Jugendlichen einen Workshop

durchgeführt und ihre Bedürfnisse

abgeklärt.»

Gut verhandelt

Ein wichtiger GAV für

die Ostschweiz Neu sind im GAV folgende Mindest-

Der Gesamtarbeitsvertrag mit der Arbonia

Forster Gruppe konnte erneuert werden.

Der KV Schweiz, die Gewerkschaften

Unia und Syna sowie die Schweizer Kader

Organisation SKO können einen Erfolg

vermelden: Mit der Arbonia Forster

Gruppe (AFG), mit Sitz im thurgauischen

Arbon, konnte ein neuer Gesamtarbeitsvertrag

ausgehandelt werden. Er ist rückwirkend

seit dem 1. Juli 2012 in Kraft und

ersetzt den bisherigen Vertrag von 2001.

Der KV Schweiz ist erleichtert über den

Abschluss nach drei langen Jahren Verhandlung.

«Das Unternehmen ist zurzeit

einem rauen Wind ausgesetzt, umso wichtiger

ist ein GAV», sagt Benedikt Gschwind,

Bereichsleiter GAV beim KV Schweiz. Betroffen

sind gut 1000 Mitarbeitende.

Vaterschaftsurlaub

Die AFG ist als industrielle Bauausrüsterin

tätig. Die dem GAV unterstellten Bereiche

sind: Heiztechnik, Kühltechnik,

Stahltechnik und Oberflächentechnologie.

Dies sind mehr als im alten GAV. Die

ebenfalls zur AFG gehörenden Bereiche

Fenster und Türen (Ego Kiefer) sowie Küchen

(Piatti Küchen) sind dem nationalen

Schreiner-GAV unterstellt.

löhne festgesetzt:

> 6200 Franken für Fachhochschul-

Absolvent/innen

> 4600 Franken für Arbeitnehmende

EFA/EFZ ab Alter 25

> 4200-4599 Franken für Arbeitnehmende

EFA/EFZ bis Alter 25

> 4000 Franken für Hilfsarbeitende

Gschwind begrüsst es, dass erstmals auch

für höher Qualifizierte in dieser Branche

verbindliche Mindestlöhne festgelegt

werden konnten. In der Grenzregion zu

Deutschland und Österreich sei dies sehr

wichtig.

Ausserdem gibt es neu mehr Verbindlichkeit

bei der Förderung der beruflichen

Weiterbildung. Anlässlich des jährlichen

Mitarbeitergesprächs werden konkrete

Massnahmen festgelegt. Und die Angestellten

erhalten neu einen Vaterschaftsurlaub

von 5 Tagen.

Die grosszügige Ferienregelung bleibt

weiterhin bestehen: Alle Mitarbeitenden

haben mindestens 5 Wochen Urlaub. Ab

50 gibt es 6 Wochen. Lernende im ersten

Lehrjahr haben 7 Wochen, im zweiten

Lehrjahr 6 Wochen, im dritten und vierten

Jahr die gesetzlichen 5 Wochen. ajm

KoluMNe

Veteranen sind

schlau!

Von Daniel Jositsch

Jedes Jahr findet die Veteranenfeier statt,

an der die Mitglieder des KV Schweiz geehrt

werden, die seit 50 Jahren Mitglieder

sind. In der traditionellen Rede des Präsidenten

dankte ich für die langjährige

Solidarität. Beim Mittagessen sprach ich

mit einem Geehrten, der mir sagte: «Solidarität

ist gut, aber ich bin zu einem

grossen Teil KV-Mitglied geblieben, weil

es mir genützt hat!» Die Ehrlichkeit verblüffte

mich zunächst. Doch er erläuterte

mir überzeugend, dass der Verband seine

Interessen auf verschiedenen Ebenen

wahrgenommen habe: auf der politischen

Bühne, in Lohnverhandlungen,

im Rahmen der Weiterbildung und in

seinem Fall, ganz praktisch, durch die

juristische Unterstützung bei einer

arbeitsrechtlichen Streitigkeit.

Die Arbeitswelt ist rauer geworden.

Deshalb ist heute eine KV-Mitgliedschaft,

und damit die Möglichkeit, in verschiedenen

Bereichen seine Interessen vertreten

zu sehen und auf Dienstleistungen

und Beratung zurückgreifen zu können,

mindestens ebenso wichtig wie in den

vergangenen fünfzig Jahren. Heute ist

sicherlich ein Bereich sehr bedeutend geworden:

das Networking. Im KV begegnet

das Mitglied Berufsleuten aus der gleichen

Branche; auch solchen, die auf der

Karriereleiter schon weit nach oben gestiegen

sind. Das ist es, was mir der

Veteran mitgeben wollte: KV-Mitglied ist

man aus Solidarität zum Verband, aber

zu einem Verband, der einen ganz konkret

unterstützt und einem nützt. Die Veteraninnen

und Veteranen haben das

erkannt, deshalb sind sie solidarisch

und schlau!

Daniel Jositsch ist Nationalrat und

Präsident des KV Schweiz.

daniel.jositsch@kvschweiz.ch

9


10

PublirePortage

Rubriktitel

Wer sich weiterbildet,

steigert seinen Wert.

Mit einer Weiterbildung bei Juventus KLZ oder der Technikerschule

HF steigen die Chancen auf die Traumstelle.

Eine Erstausbildung ist ein fundierter

und wichtiger Einstieg in das Berufsleben.

Doch wer seinen Marktwert bei

den Chefs und Personalabteilungen

steigern möchte, der sollte sich stets

weiterbilden und so seine Qualifikationen

verbessern. Denn nebst Berufserfahrung

sind auch Weiterbildungen

wichtige Voraussetzungen für eine erfolgreiche

Karriere.

Nur anerkannte Weiterbildungen

Erstes Gebot bei einer Weiterbildung:

Es sollte sich um ein anerkanntes

Bildungsangebot mit einem gültigen

Abschluss halten. Denn auch auf dem

Weiterbildungsmarkt gibt es «No­name­

Produkte», die einem schliesslich nichts

bringen, da sie nicht anerkannt sind.

Bei der werden deshalb

alle Aus­ und Weiterbildungen mit

einem schweizweit anerkannten Zertifikat

oder einem eidg. Fachausweis bzw.

Diplom abgeschlossen. Das garantiert

Ihnen und Ihrem Arbeitgeber, dass Sie

für die Ausübung einer bestimmten Aufgabe

die nötigen Qualifikationen auch

wirklich erfüllen.

Zahlreiche Möglichkeiten

Die zur gehörende

Juventus KLZ bietet motivierten Berufsleuten

zahlreiche Aus­ und Weiterbildungsmöglichkeiten

an. Ob Handelsdiplom

VSH, höheres Wirtschaftsdiplom

VSK, Technischer Kaufmann FA, Sachbearbeiter­Ausbildungen,

Leadership

oder Direktionsassistenz: Mit einem

Lehrgang bei der Juventus KLZ erreichen

Sie Ihr Karriereziel in den Bereichen

Finanz, Marketing, HR, Handel,

Management und der Selbständigkeit.

Doch auch wer sich in technischen Berufen

bewegt, hat mit der Technikerschule

HF fundierte Weiterbildungs­

context 10 – 2012

Tertiärstufe

Sekundarstufe

Primar­

Höhere

Fachprüfungen

Eidgenössische

Berufsprüfungen

Brückenangebote

Höhere Berufsbildung Hochschulstufe

Berufliche Grundbildung

Obligatorische Schulzeit

Höhere

Fachschulen

Zulassungsstudium

möglichkeiten. So erhalten Informatiker

innerhalb von sechs Semestern den Abschluss

als diplomierter Techniker HF

und sichern sich so verbesserte Chancen

auf dem Arbeitsmarkt. Weitere Studiengänge

sind: Digital­Elektronik HF, Energie­Elektronik

HF, Maschinenbau HF

oder Supply Chain Management HF.

Beste Beratung

Die Schweizer Bildungslandschaft ist

auf den ersten Blick unübersichtlich

und kompliziert. Doch alle Bildungsanbieter

der kennen

Fachhoch schulen

Berufsmaturität

Passerelle

Universität und ETH

Gymnasiale

Maturität

Allgemeinbildende

Schulen

Die Lehr­ und Studiengänge der sind optimal auf das Bildungssystem

der Schweiz ausgerichtet. Es gibt zahlreiche interessante Wege, mehr aus

sich und seinen Qualifikationen zu machen. Die bietet auf allen

Karrierestufen eine passende Aus­ oder Weiterbildung an.

das Bildungssystem der Schweiz sehr

genau. Sie beraten Sie zielgenau und

können anhand Ihrer Wünsche genau

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Massnahmen gegen Stress

Jede fünfte Person nimmt ihre derzeitigen Lebensumstände als belastend wahr.

Dies ergibt eine Umfrage des KV Schweiz unter seinen Mitgliedern.

Der Verband reagiert darauf mit spezifischen Forderungen. Von Therese Jäggi

Von zunehmenden Ansprüchen bezüglich

Flexibilität, Eigenverantwortung

und Eigeninitiative, von der

Erwartung ständiger Erreichbarkeit

und le benslanger Weiterbildung hört

und liest man regelmässig. Doch: Nimmt

der Druck für alle Arbeitnehmenden zu?

Sind gewisse Altersgruppen oder Funktionen

besonders betroffen? Nehmen

Frauen und Männer die Veränderungen

und Ansprüche der Arbeitswelt unterschiedlich

wahr?

Der KV Schweiz wollte es genauer

wissen und befragte eine Auswahl seiner

Mitglieder zu ihrem Umgang mit den

Herausforderungen im Spannungsfeld

«Leben­Arbeiten­Lernen». Im Fokus stehen

dabei die Themengebiete Weiterbildung,

Home Office und Vereinbarkeit von

Familie und Beruf. Rund 1400 Personen

beteiligten sich an der Umfrage.

Weiterbildung

Knapp die Hälfte der Befragten absolviert(e)

in zeitlicher Nähe zur Umfrage

eine grössere Weiterbildung. Ein wichtiger

Hinderungsgrund ist die Unterstützung

durch den Arbeitgeber, die erstaunlich

schwach ausfällt. Unterschiedlich

gefördert werden Mitarbeitende mit Teilzeitpensum

und Frauen. Frauen absolvieren

deutlich häufiger Weiterbildungen als

Männer, insbesondere auch solche von

kürzerer Dauer. Und: Während Frauen

eher Wert auf fortlaufende Weiterbildung

legen, konzentrieren sich Männer auf seltenere,

aber längere Kurse.

Forderungen Weiterbildung

> Förderung durch den Arbeitgeber:

Frauen, Teilzeitarbeitende und ältere

Arbeitnehmende müssen von Arbeitgebern

gleichermassen gefördert und

motiviert werden.

> Vermehrte zeitliche Kompensation:

Arbeitgeber sollen ihre Angestellten

vermehrt entlasten, indem sie diese

während der Weiterbildung freistellen

oder eine zeitlich befristete Reduktion

des Arbeitspensums ermöglichen.

> Mehr Flexibilität: Der modulare

Aufbau von Ausbildungsgängen muss

context 10 – 2012

gefördert werden. Dieser erlaubt

Arbeitnehmenden, den Ablauf ihrer

Weiterbildung flexibel zu planen.

Home office

Rund 45% der befragten Mitglieder arbeiten

in einem Betrieb, der grundsätzlich

eine Home­Office­Option anbietet. Eltern

nutzen Home Office zur verbesserten Vereinbarkeit

von Familie und Beruf. Nachholbedarf

besteht in der Reglementierung

der Erreichbarkeit während der Arbeit

ausserhalb des Büros.

Forderungen Home office

> Erreichbarkeit regeln:

Die Gefahr von Dauerstress aufgrund

ständiger Erreichbarkeit muss mit

klaren, schriftlichen Abmachungen

verhindert werden.

> Home Office für alle:

Das Büro zu Hause soll kein Privileg

von Kaderleuten sein, sondern möglichst

allen Angestellten offen stehen.

arbeitstätigkeit und Kinder

Bei den 20 Prozent, die Kinder im betreuungspflichtigen

Alter haben, zeigt sich

eine traditionelle Rollenverteilung.

Forderungen arbeitstätigkeit und Kinder

> Unterstützung am Arbeitsplatz:

Ein Entgegenkommen in Form eines

Kleinpensums ermöglicht es Eltern,

KV-umFrage

Hat sich ihr arbeitgeber zeitlich an den

Kosten ihrer Weiterbildung beteiligt?

trotz kleinen Kindern einen Fuss im

Arbeitsmarkt zu behalten.

> Partnerschaftliches Engagement:

Väter, Ehemänner oder Partner sollen

entsprechende Schritte am Arbeitsplatz

umsetzen. Auch mit einer geringfügigen

Reduktion des Arbeitspensums

erleichtern sie ihrer Partnerin

den teilweisen Verbleib im Arbeitsmarkt.

> Ausbau Fremdbetreuung:

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie

darf nicht an fehlenden Krippenplätzen

und anderen familienergänzenden

Strukturen scheitern. Es ist

deshalb ein enges Monitoring über die

weitere Entwicklung von Angebot und

Nachfrage nötig.

20 Prozent der befragten Personen erleben

ihre Lebensumstände als belastend.

In den meisten Fällen gründet diese

Wahrnehmung in der Mehrfachbelastung

aus anspruchvoller Arbeit und zusätzlicher

Beanspruchung. Ansonsten aber ergibt

sich ein erfreuliches Bild: Die grosse

Mehrheit der Umfrageteilnehmenden

empfindet ihre derzeitige Lebenssituation

als ausgewogen und angenehm.

Quelle: «Leben-Arbeiten-Lernen». Eine Befragung

von KV-Schweiz-Mitgliedern zu ihrem Umgang mit

den steigenden Anforderungen im Spannungsfeld

«Leben-Arbeiten-Lernen». KV Schweiz/Angestelltenpolitik,

2012. Download: www.kvschweiz.ch/lal

Hat sich ihr arbeitgeber finanziell an den

Kosten ihrer Weiterbildung beteiligt?

Nein: 78% Nein: 53%

Ja, zu 50%: 4% Ja, zu 50%: 13%

Ja, zu 100%: 7 % Ja, zu 100%: 22 %

Rest: 11 % Rest: 12 %

11


12

Rent a Rentner

Yvonne Leirer öffnet den Stall, aus

dem schon eine neugierige Hasennase

das Fressen erschnuppert. Nachdem

die Langohren gefüttert sind, packt

sie den Gartenschlauch und spritzt die

Blumen im Hinterhof des Hauses in Basel.

Zwei Wochen lang kümmert sich die

66-Jährige um die Tiere und Pflanzen der

Hausbesitzer, die in den Ferien sind. Ihre

Auftraggeber haben Leirer über die Internetseite

«Rent-a-Rentner» für den Hütedienst

angefragt.

Märchen und Marketing

Mit der Online-Plattform «Rent-a-Rentner»

schuf ihr Erfinder Peter Hiltebrand

aus dem zürcherischen Bachenbülach

ideale Voraussetzungen für eine Gruppe

von Arbeitnehmerinnen und -nehmern,

die bisher vorwiegend durch private

Verbindungen oder im Bereich der Freiwilligenarbeit

tätig war: pensionierte

Frauen und Männer, die auch jenseits

des offiziellen Rentenalters arbeiten

möchten. Kostenlos können sie ihr Profil

auf der Plattform aufschalten und

Dienstleistungen anbieten. Das geht

von Märli vorlesen über Rasenmähen,

Kochen, Ikea-Möbel zusammenbauen

bis zu Textverarbeitung, Marketingplanung

oder Computer-Support.

Wer einen Rentner «mieten» möchte,

findet durch die Eingabe einer Postleitzahl

mögliche Kandidaten in seiner

Nähe und kontaktiert diese dann direkt.

Wie viel den Rentnerinnen und Rentnern

ihre Arbeit wert ist, entscheiden

sie selbst. Die Plattform versteht sich als

reine Vermittlungsdrehscheibe, für die

Geschäftsabwicklung sind die Mitglieder

selber verantwortlich.

Klarer Rahmen

Die Mitgliedschaft kann mit einer

zweimonatigen Kündigungszeit auf das

Ende eines Kalenderjahrs aufgelöst werden.

Peter Hiltebrand behält sich jedoch

vor, ein Profil jederzeit und ohne Einhaltung

einer Frist zu kündigen und zu löschen

– etwa wenn Missbrauch des Profils

vorliegt. «Ich überprüfe die Profile von

Zeit zu Zeit», erklärt Hiltebrand.

Yvonne Leirer ist seit zwei Jahren Mitglied

auf der Online-Plattform. «Ich

context 10 – 2012

Eine Rentnerin mieten

Dank einer Online-Plattform können arbeitswillige Pensionierte ihre Dienstleistungen

einem breiten Publikum anbieten. Von Julia Konstantinidis

wollte nicht von einem Tag auf den anderen

mit dem Arbeiten aufhören», erklärt

die Architektin, die zuletzt in führender

Position bei der Basler Bauteilbörse beschäftigt

war. Bei «Rent-a-Rentner» bietet

sie neben einfachen Arbeiten auch spezifischere

an, etwa Beratung in Architektur

und Innenarchitektur sowie die Einführung

in die Bildverarbeitung oder in Internet

und E-Mail. Einen Stundenansatz

gibt sie auf ihrem Profil nicht an, das vereinbart

sie von Auftrag zu Auftrag.

Sie ist froh über den fest umrissenen

Rahmen, den sie ihrer Arbeit bei «Rent-a-

Rentner» verleihen kann. Dass sie für ihre

«Nur weil jemand Rentner ist, gibt es keinen

Grund, weshalb er für seine Dienstleistung

nicht entlöhnt werden sollte.»

Dumping-Risiko

Allerdings sieht Ambroz das Risiko,

dass die Mitglieder von «Rent-a-Rentner»

mit ihrem Angebot die marktüblichen

Preise drücken könnten. «So etwas ist immer

eine Konkurrenz», gibt Christine

Davatz, Vize-Direktorin des Schweizerischen

Gewerbeverbands zu bedenken.

Die Mietrentnerinnen und -rentner sollten

sich bewusst sein, dass sie mit gleich

langen Spiessen arbeiten müssen wie das

«Nur weil jemand Rentner ist, gibt es keinen Grund,

weshalb er für seine Dienstleistung nicht entlöhnt

werden sollte. » Franjo Ambroz von Pro Senectute Kanton Zürich

Dienstleistung etwas verlangt, obwohl

sie eine Rente bezieht, findet sie richtig:

«Es ist eine Qualitätssicherung, schliesslich

kennen mich meine Auftraggeber

nicht. Indem sie mich bezahlen, verpflichte

ich mich, gute Arbeit abzuliefern.»

Im Gegensatz zur Freiwilligenarbeit,

wo sie auch schon tätig war, sei es

bei «Rent-a-Rentner» einfacher, klare

Vereinbarungen zu treffen. «In der Freiwilligenarbeit

kann es passieren, dass

man plötzlich Aufgaben übernimmt, die

nichts mehr mit der ursprünglichen

Arbeit zu tun haben.»

In der Freiwilligenarbeit sind Leistungen

je nach Aufgabengebiet in der Tat

schwer messbar. Franjo Ambroz, Geschäftsleiter

von Pro Senectute Kanton

Zürich, wo viele Angebote von 3600 Freiwilligen

abgedeckt werden, sieht die Freiwilligenarbeit

durch «Rent-a-Rentner» jedoch

nicht bedroht: «Die Motivation für

Freiwilligenarbeit ist eine andere, man

identifiziert sich mit sinnvollem Engagement

innerhalb einer Organisation, sucht

für eigene Aktivitäten oft auch den sozialen

Kontext einer Institution.» Grundsätzlich

sei es begrüssenswert, dass die

Plattform Rentnerinnen und Rentnern

die Möglichkeit biete, ihr Know-how weiterhin

anzuwenden. Dass dafür etwas

verlangt wird, findet Ambroz in Ordnung:

Gewerbe. «Auch sie müssen Regeln und

Bestimmungen des Arbeitsrechts und der

Arbeitssicherheit berücksichtigen – ansonsten

besteht die Gefahr der Schwarzarbeit»,

so Davatz. Wer jedoch immer

wieder für ein flexibles Rentenalter und

die Möglichkeit, länger zu arbeiten, plädiere,

könne im Prinzip nichts gegen die

Plattform sagen: «Es ist eine clevere Idee.»

Weitere Plattformen

Es gibt noch andere Portale, auf denen Pensionierte

ihre Dienstleistungen anbieten können:

www.rentarentner.ch

www.rentnerpower.ch

www.arbeitsrentner.ch

www.activas.ch

Folgende Plattformen und Netzwerke vermitteln

pensionierte Fachleute an Unternehmen:

www.pensiojob.ch

www.emeritus-work.ch

www.adlatus.ch

www.senexpert.ch

Julia Konstantinidis ist freie Journalistin im Basler

Pressebüro Kohlenberg.

konstantinidis@kohlenberg.ch


«Die Plattform soll etwas abwerfen»

Weil er nicht zu Hause Däumchen drehen wollte, gründete der pensionierte Elektromonteur

Peter Hiltebrand vor drei Jahren die Online-Plattform «Rent-a-Rentner». Interview Julia Konstantinidis

Context: Herr Hiltebrand, ahnten Sie,

dass Ihre Online-Plattform so viel

Zuspruch erhalten würde?

Peter Hiltebrand: Ich führte während

30 Jahren ein Elektro-Geschäft. Auf Kundenbesuchen

hatte ich beobachtet, dass

viele pensionierte Menschen keine richtige

Aufgabe mehr haben. Für solche

Menschen wollte ich eine Plattform

schaffen, wo sie weiterhin ihre Arbeit anbieten

können. Ich war wohl zur rechten

Zeit am rechten Ort.

Für einen «alten Sack», wie Sie sich

auf der Plattform selber nennen, ist

ein Online-Geschäft sehr modern.

Meine Tochter betreibt eine Werbeagentur.

Als ich ihr von meiner Idee erzählte,

arbeiteten wir zusammen das Modell

der Webseite aus. Technisch wird die

«Rent-a-Rentner»-Seite von der Agentur

meiner Tochter unterhalten.

Wer wird Mitglied bei «Rent-a-Rentner»?

Einerseits sind es Personen, die eine

kleine Rente haben und gezwungen sind,

Geld dazu zu verdienen. Oft sind das

Frauen, die nie oder lange nicht erwerbstätig

waren und etwa nach einer Schei-

context 10 – 2012

YOUR

IT HEART

BEAT

dung nur wenig Rentenanspruch haben.

Andere möchten auf diese Art geistig und

körperlich fit bleiben. Wieder andere – vor

allem Männer – wissen schlicht nicht,

was tun und erstellen deshalb ein Profil

bei uns. Übers Ganze gesehen sind mehr

Männer bei «Rent-a-Rentner» aktiv.

Wohl, weil Frauen oft schon mit freiwilliger

Arbeit – etwa Betreuungsaufgaben –

beschäftigt sind.

Gab es von Seiten des Gewerbes

Reaktionen auf Ihre Geschäftsidee?

Anfangs fürchteten einige Dienstleister

unsere Konkurrenz. Inzwischen hat

das abgenommen. Denn wir übernehmen

häufig Arbeiten, die sich vom Aufwand

her für Firmen nicht lohnen: etwa

einen tropfenden Wasserhahn flicken.

Weshalb bestehen Sie darauf, dass Ihre

Mitglieder für ihre Arbeit etwas verlangen?

Ich bin der Ansicht, dass eine Arbeit,

die nichts kostet, nichts wert ist. Die Mitglieder

sind selber für die Abrechnungen

zuständig, müssen Quittungen schreiben

und ihre Einnahmen versteuern sowie

allfällige Sozialabgaben abrechnen.

«Bei iSource hat die Chemie

von Anfang an gestimmt, was

für eine gute Zusammenarbeit

unumgänglich ist: Die Spezialisten

haben uns auf Anhieb

verstanden und konnten unsere

Anforderungen in kurzer Zeit

umsetzen. Wir sind sehr zufrieden

mit der Leistung der Server-

Infrastruktur von iSource und

fühlen uns gerüstet, zukünftige

Business-Anforderungen

unseres wachsenden Unternehmens

zu erfüllen.»

Daniel Grob

Leiter ICT, HIAG Handel AG

Verdienen Sie an «Rent-a-Rentner»?

Bis jetzt habe ich nichts daran verdient.

Ich habe zwar selber auch ein Profil,

bin aber nur selten im Einsatz, da mich

der Betrieb der Webseite ausfüllt. Ich bin

Geschäftsmann und die Plattform soll etwas

abwerfen. Deshalb sind wir nun daran,

uns zu vergrössern. Eventuell gründen

wir eine AG und verkaufen Aktien.

Ich bin momentan dabei, das Geschäftsmodell

auf Italienisch, Französisch und

Englisch übersetzen zu lassen, denn eine

Idee ist, die Marke «Rent-a-Rentner» weiterzuverkaufen.

Der rührige Rentner Peter Hiltebrand.

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Branchen verlassen sich täglich auf die

langjährige Erfahrung und die ausgewiesenen

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13


14

Monatsinterview

«Wir können die Zukunft

mitgestalten!»

Langfristigkeit Die Stiftung Zukunftsrat erarbeitet zusammen mit Experten, Erwachsenen

und Jugendlichen Bausteine für eine zukunftsfähige Schweiz. Geschäftsführer Robert Unteregger

sagt, wir könnten nicht mehr so haushalten wie bisher. Interview Alice Baumann / Foto Béatrice Devènes

Context: Herr Unteregger, Sie sind

Mitgründer und Leiter der Stiftung

Zukunftsrat. Was verstehen Sie unter

Zukunft?

Robert Unteregger: Wir haben die

Möglichkeit, den vor uns liegenden Zeitraum

zu gestalten. Menschen, die so alt

sind wie ich, können auf 40 Jahre bewusst

erlebte Zeitgeschichte zurückblicken.

Während dieser Zeitspanne hat sich sehr

context 10 – 2012

rasch sehr vieles grundlegend verändert.

Das heisst auch: Wenn wir für die kommenden

15 bis 20 Jahre tragfähige Ziele

anstreben, haben wir eine gute Chance,

im Bereich dieser Ziele anzukommen.

Seit wann gibt es die Stiftung Zukunftsrat?

Und was ist ihre Mission?

Die Anfänge reichen ins Jahr 1997

zurück. Unsere Mission war und ist es

noch heute, die Gründung von Zukunfts-

räten zu initiieren und zu fördern. Sie

ergänzen Regierungen und Parlamente

von Staat und Kantonen gezielt um die

Dimension der Langzeit.

Wie kam es zur Gründung der Stiftung?

Es ging damals um die Totalrevision

der Bundesverfassung. Es gab mehrere

Vorschläge zur Einführung von Langzeitkammern.

Sie fanden jedoch keinen Eingang

in die neue Verfassung von 1999. Um


Robert Unteregger (50) ist Mitgründer und Geschäftsleiter der

Stiftung Zukunftsrat. Im Projekt Cudrefin.02 finden Jugendliche

Zeiträume, um sich mit der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft

auseinander zu setzen. Der Kontakt zu jungen Menschen motiviert

den früheren Pfadfinder und Philosophielehrer zu seinem

Engagement für seine Stiftungsprojekte und zieht sich als

roter Faden durch sein Leben.

dieses Anliegen dennoch voranzubringen,

riefen wir die Stiftung Zukunftsrat

ins Leben.

Was geschah in den Kantonen?

Auch in mehreren Kantonen wurden

damals neue Verfassungen geschaffen.

Wir brachten den Vorschlag, Zukunftsräte

zu schaffen, in die kantonalen Verfassungsräte

ein. 2002 wurde erstmals in

einer Verfassung die Schaffung eines Zukunftsrats

festgeschrieben: im Kanton

Waadt. Seit 2008 ist er an der Arbeit. Ähnliche

Einrichtungen gibt es mittlerweile

auch in den Kantonen Graubünden und

St. Gallen. In Zürich scheiterte das Vorhaben

2004 nur knapp. Sehr hilfreich für die

Entwicklung und das Verständnis von

Arbeitsweise und Funktion von Zukunftsräten

waren unser Jugend-Projekt an der

expo.02 und die Berner Jugend-Zukunftsrat-Tage

1997-2002.

Ist Ihre Stiftung politisch motiviert?

Sicher, aber nicht parteipolitisch. Als

gemeinnützige Stiftung wollen wir angesichts

der gewaltigen technischen und

wirtschaftlichen Wirkkräfte unserer Gesellschaft

darauf hinwirken, dass wir es

schaffen, längerfristig verantwortbare

und tragbare Entwicklungspfade einzuschlagen.

Im Januar 2012 haben Sie eine sechstägige

Konferenz zum Thema «Haushalten &

Wirtschaften» organisiert. Wer war

dabei?

Es haben gegen 60 ausgewiesene

Fachleute aus Wirtschaft, Verwaltung,

Bildung, Politik, NGOs, Initiativgruppen

und Kirchen teilgenommen.

Unter Ihren Teilnehmenden finden sich

aufgeschlossene Zeitgenossen, die politisch

eher links von der Mitte oder in der

Mitte stehen. Gibt es keine konservativen

Vertreter von Politik, Gesellschaft und

Wirtschaft, die sich mit der Zukunft

befassen?

Ich wiederhole: Wir sind als gemeinnützige

Stiftung nicht parteipolitisch einzuordnen.

Auch bei der Einladung zur

Konferenz war die politische Parteizugehörigkeit

kein Gesichtspunkt. Die Teil-

context 10 – 2012

nehmenden wurden aufgrund ihrer

Erfahrungen, ihres Wissens und ihres Engagements

im längerfristigen Gestalten

der Zukunft eingeladen. Die Einteilung in

links und rechts ist einer differenzierten

Auseinandersetzung mit schwierigen

Themen ohnehin hinderlich.

Worüber wurde denn an der Konferenz

vor allem diskutiert?

Es ging uns um eine langfristig tragfähige

Geld- und Wirtschaftspolitik. Dieses

Thema ist sehr komplex und facettenreich,

wie auch unser Buch zur Konferenz

zeigt. Es umfasst viele globale bis lokale

Aspekte. Die Vielfalt und Vielstimmigkeit

an dieser Zusammenkunft begeisterte

alle, die sie erlebten.

Die Finanzpolitik ist in der Tat eine

brisante Baustelle unserer Gesellschaft.

Was ist an der Konferenz genau passiert?

Wir haben grundsätzliche Ideen zur

Verbesserung der Geldordnung erörtert

und anhand von Best-Practice-Beispielen

konkrete Schritte ins Auge gefasst. Die

Kernfrage lautete stets: Welche Massnahmen

sind langfristig tragfähig? In über 50

Workshops wurden ebenso viele Themen

bearbeitet. Die Leitenden der Workshops

haben diese Arbeit in kurzen Kapiteln zusammengefasst.

Ihr Buch trägt den Titel «Haushalten

& Wirtschaften – Bausteine für eine

zukunftsfähige Schweiz». Wie sieht denn

ein zukunftsfähiges Haushalten und

Wirtschaften aus?

Wir haben im Anschluss an die Konferenz

ein Wirtschaftsmanifest mit

fünf Punkten verfasst: Erstens sind

solche Entwicklungslinien, von denen

wir wissen, dass wir sie so nicht weiterführen

können, durch langfristig tragfähige

zu ersetzen. Eine nicht tragfähige

Entwicklungslinie ist zum Beispiel unser

Energiehaushalt: Der Energieverbrauch

der Schweiz hat sich seit 1950 versechsfacht

und beruht vor allem auf den nicht

erneuerbaren Energiequellen Erdöl und

Uran. Wir müssen zweitens versuchen, in

durchschaubaren, langfristig tragbaren

Kreisläufen zu haushalten.

Was heisst das konkret?

Einrichtungen und Gegenstände des

täglichen Gebrauchs gestalten wir von

Anfang an so, dass die Materialien nach

Gebrauch trenn- und wieder verwendbar

oder biologisch abbaubar sind. Drittens

ist der Umstand, dass Menschen Individuen

sind, die nur vom eigenen Vorteil

«Es geht uns um eine langfristig tragfähige Geld-

und Wirtschaftspolitik.»

ausgehend Dinge und Geld tauschen und

dadurch zum Wohl aller beitragen, so

nicht haltbar. Diese Haltung ist ein Grund

für die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise.

Jetzt gilt es, die Lehre in den Wirtschafts-

und Finanzwissenschaften zu

erneuern. Eine weitere Ursache der Krise

ist der Missbrauch von Geld. Wir schlagen

viertens vor, die Versorgung und Verwendung

von Geld ebenso wie von Wasser,

Energie und Nutzverkehr als Teil des Service

Public zu organisieren. Dies ermöglicht

uns und unseren Nachkommen ein

Leben in Anstand und Würde. Beim fünften

Anliegen geht es darum, dass wir als

mündige Bürgerinnen und Bürger darüber

entscheiden, was unsere längerfristigen

gesellschaftlichen Ziele sein sollen.

Es gibt keinen blinden Markt und keine

unsichtbare Hand, die uns diese Aufgabe

abnehmen. Als Eid-Genossen-Schafterinnen

haben wir in dieser Arbeit einige

Erfahrung.

Was ist für Sie die Kernbotschaft der

Tagung und des Buchs respektive des

Manifests?

Wir können nicht so weiter haushalten

und wirtschaften wie bisher. Jetzt stehen

wir vor der grossen und spannenden

Herausforderung, unsere Wirtschafts-

15


16

Monatsinterview

und Geldordnung so weiterzuentwickeln,

dass sie längerfristig tragfähig wird.

Kann ein Buch oder eine Konferenz eine

gesellschaftliche Veränderung bewirken?

Nein, so einfach ist es natürlich nicht.

Aber beides dient auch als wirksame Öffentlichkeitsplattform.

Das Wirtschaftsmanifest

samt Buch ist zurzeit bei 40

Institutionen von NGOs bis zu den Wirtschaftsdachverbänden

in der Vernehmlassung.

Das Buch ist ein Arbeitsinstrument.

Sie sagen, die Schweiz solle in den

kommenden fünf Jahren zu einem

Zukunftsräteland werden. Wie gehen

Sie konkret vor?

Wir informieren, initiieren, motivieren.

Die schon erwähnten kantonalen

Einrichtungen sind noch keine ausgewachsenen

Zukunftsräte. Doch es sind

zähe Pflanzen, die weiterwachsen. Im

Kontext der Wirtschaftskrise und der

Energiewende sind die Umstände zur

Schaffung weiterer Zukunftsräte günstig.

Wer soll den Zukunftsräten angehören

und wer wählt die Mitglieder?

In kleineren Gebilden ist es erfahrungsgemäss

eher schwierig, genügend

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Eine Kampagne der Arbeitslosenversicherung in Zusammenarbeit von Bund und Kantonen.

context 10 – 2012

Leute zu finden. In grösseren Einrichtungen

wie den Kantonen und auf Bundesebene

empfehlen wir für die Auswahl der

Zukunftsratsmitglieder ein Vorschlagskomitee.

Es besteht aus einzelnen Vertretern

aus Wissenschaft, Kirchen, NGOs,

Behörden, Verwaltung, Branchenverbänden,

Gewerkschaften etc. Diese schlagen

Personen vor, die sich im Sinn des Gemeinwohls

und einer langfristigen Zukunftsgestaltung

als Mitglied eines Stiftungsrats

eignen. Damit sind alle

Mitglieder demokratisch legitimiert.

Sind diese Mitglieder Experten?

Nein, das müssen weder Experten

noch Supermenschen sein. Die Vielfalt

ihrer Erfahrungen, Funktionen und ihres

Wissens soll sich ergänzen.

Was unterscheidet einen Zukunftsrat von

einem Think Tank, wie ihn heute schon

manche Institution hat?

Ein Think Tank produziert Papier. Ein

Zukunftsrat hat als gesellschaftliche Einrichtung

die Kompetenz, seine Überlegungen

frühzeitig und in geregelten Verfahren

in die gesellschaftlich-politische

Meinungsbildung und -findung einzubringen.

Welche Handlungskompetenz hat ein

Zukunftsrat konkret?

Gegenüber Regierung und Parlament

sollte ein Zukunftsrat das Recht auf

Anhörung, auf Vorschlag und eventuell,

als stärkstes Instrument, auf ein qualifiziertes

Veto haben. Auch soll er seine

Themen in einer breiteren Öffentlichkeit

auf attraktive Weise zur Diskussion stellen

können.

Wenn es um die Zukunft geht, ist vor

allem unsere Jugend gefordert. Nennen

Sie uns ein paar konkrete Projekte, an

denen Sie mit Jugendlichen arbeiten.

Wir organisieren seit 1997 Projekte mit

Schulklassen, Jugendräten und Jugendlichen

im Alter von 14 bis 19 Jahren. Bleibende

Spuren hinterlassen haben zum

Beispiel die Berner Jugend-Zukunftsrat-

Tage, das Expo-Projekt «14-19 gestalte

deine Zukunft!» und «noW-future!». Seit

2003 konzentriert sich unsere Jugendarbeit

auf die Baustelle «Zukunft – Zentrum

für Zukunftsgestaltung und nachhaltige

Entwicklung» in Cudrefin. Wir haben dieses

Projekt zusammen mit der Stiftung

Pfadiheime Schweiz und dem JugendSolarProjekt

von Greenpeace gegründet.


Wie lauten Ihre Fragen an die

Jugendlichen?

Was soll in 20 Jahren sein? Welche ersten

Schritte führen zum Ziel? Wie sieht

dein eigenes kleines Projekt aus? Welcher

persönliche Schritt führt dich in Richtung

Ziellandschaft? Die Jugendlichen arbeiten

an den Themen, die sie interessieren

wie Mobilität, Kommunikation,

Energie, Ernährung, Gerechtigkeit.

Im Lauf des Gesprächs haben wir Ihr

Büro verlassen und sind nun auf dem

Grund des Projekts cudrefin.02 angelangt.

An der Hauswand hängt ein

Plakat mit dem Slogan «denken werken

wirken». Bitte erklären Sie uns, was

wir hier sehen.

Wir stehen in einer ehemals baufälligen

Scheune, die wir mit Jugendlichen

Schritt für Schritt zum Zukunftshaus ausgestalten

und renovieren, dies in offenem

Baustil, wie die Sagrada Familia in Barcelona.

Spielerisch und experimentell erkunden

wir gangbare Wege in eine tragfähige

Zukunft, zum Beispiel beim

Kochen mit einer Solaranlage, bei der

Rückgewinnung von Wärme, beim Bauen

mit Bauabfällen, beim Gartenbau, mit

Martin Wittwer und Dominik Bruderer, Inhaber der Mattenbach AG, Winterthur

context 10 – 2012

Kunst am Bau, Workshops und Theater.

Hier leben wir Nachhaltigkeit.

Ihre Stiftung sitzt in Cudrefin. Die

Ortschaft ist unlogischerweise mit

öffentlichen Verkehrsmitteln kaum

zu erreichen. Warum haben Sie diesen

Standort gewählt?

Zuerst gab es hier nur das Pfadiheim

«Le Moulin». Das angrenzende Terrain

mit der Scheune wurde dazu gekauft.

Dann entstand die Idee, die Scheune als

«Baustelle Zukunft» zu nutzen. Deshalb

befindet sich die Baustelle hier. Inzwischen

haben wir gemerkt, dass der Neuenburgersee

mit seiner intakten Natur

und die Infrastruktur des Dorfes sehr attraktiv

sind für das Zentrum.

Die Stiftung spricht auch Grossunternehmen

an. Wie sehr stehen zum Beispiel

Migros und Coop in der Verantwortung?

Diese beiden Grossverteiler bemühen

sich zumindest sektoriell ernsthaft um

nachhaltigen Konsum, wie ihre Angebote

zu Fairtrade und Bio zeigen. Die rechtliche

Form der Genossenschaft ist zudem

eine Organisationsweise, bei der nicht

das schnelle und grosse Geld im Vordergrund

steht, sondern der gemeinsame ge-

nossenschaftliche Nutzen, der ja ein längerfristiges

Anliegen ist. Das entspricht

uns.

Sie sind es gewohnt, mit Kleinem

Grosses zu tun. Wie leben Sie privat?

«noW future», was heisst das für Sie

persönlich?

Ich wohne in einer Zweizimmerwohnung

in Thun und bewege mich hauptsächlich

zu Fuss, mit der Bahn und auf

dem Velo. Die geschilderte Arbeit leiste

ich mit und ohne Lohn, so dass sie kontinuierlich

vorankommt. Gegenwärtig ist

es finanziell sehr eng. Natürlich hoffen

wir, in Kürze wieder grössere Projektgelder

und Spenden zu erhalten.

* Haushalten & Wirtschaften, Bausteine für eine

zukunftsfähige Wirtschafts- und Geldordnung,

Herausgeber Stiftung Zukunftsrat, Rüegger Verlag

Alice Baumann ist freie Journalistin und Kommunikationsberaterin

in Bern. baumann@consign.ch

Béatrice Devènes ist freie Fotografin in Bern.

bdevenes@bluewin.ch

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17


18

Dossier Arbeitszeit

Siebzehn Prozent der Schweizer Arbeitnehmenden arbeiten

heute flexibel und ohne dass ihre Arbeitszeit erfasst

und dokumentiert wird. Diese Zahl geht aus einer im September

vorgestellten repräsentativen Befragung der Schweizer

Erwerbsbevölkerung hervor. Ziel der vom Staatssekretariat für

Wirtschaft (Seco) in Auftrag gegebenen Studie ist es, die Zusammenhänge

zwischen flexiblen Arbeitszeitregelungen und der

Arbeitssituation der Befragten zu untersuchen. Im Mittelpunkt

der Untersuchung mit dem Titel «Flexible Arbeitszeiten in der

Schweiz» (Details siehe Ende des Artikels S. 25) steht die Frage

nach der obligatorischen Erfassung der Arbeitszeiten.

Flexible Arbeitszeiten nehmen in Schweizer Unternehmen

und Organisationen immer mehr zu. 2005 gaben noch 14 Prozent

der Arbeitnehmenden an, flexibel und ohne Arbeitszeiter-

context 10 – 2012

Flexibilität hat

Grenzen

Immer mehr Firmen erklären die Zeiterfassung für fakultativ.

Das verstösst nicht nur gegen das Gesetz, sondern ist

auch mit finanziellen und gesundheitlichen Nachteilen

für die Beschäftigten verbunden.

Text Therese Jäggi / Statements Andrea Mašek

fassung zu arbeiten. Anstelle der nachvollziehbaren Arbeitszeit

tritt die sogenannte Vertrauensarbeitszeit. Im Fokus der Abmachungen

zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitenden steht das

Ergebnis. Wann und wie lange die Beschäftigten an ihrem Projekt

arbeiten, ist unwesentlich.

Eine klare Definition von Vertrauensarbeitszeit gibt es nicht.

Als Faustregel gilt, dass der Arbeitgeber darauf vertraut, dass

seine Mitarbeitenden so lange arbeiten, wie vertraglich vereinbart

ist, und die Beschäftigten anderseits verlassen sich darauf,

dass ihnen nicht mehr Arbeit zugemutet wird, als sie in der entsprechenden

Zeit bewältigen können. In vielen Konzepten wird

aber – neben zahlreichen anderen Aspekten – der völlige Verzicht

auf die Erfassung der geleisteten Arbeitsstunden als Kernelement

von Vertrauensarbeitszeit erachtet. Noch sind die


Auch in anderen Ländern ist die Stempeluhr gang und gäbe, wie hier zum Beispiel in Polen.

context 10 – 2012

19


20

Dossier Arbeitszeit

Unternehmen, welche dies konsequent umsetzen, in der Minderheit.

Beachtlich ist das Phänomen aber trotzdem, denn ein

Verzicht auf Arbeitszeiterfassung verstösst eindeutig gegen die

gesetzlichen Bestimmungen. In der Verordnung zum Arbeitsgesetz

sind die Erfassung der Arbeits- und Ruhezeiten vorgeschrieben.

Bei Banken und Versicherungen im Trend

Weit verbreitet ist der Verzicht auf Arbeitszeiterfassung bei Banken

und Versicherungen, aber auch im Kaderbereich der Bundesverwaltung.

Beim Bund war es laut der Seco-Studie die hohe

Zahl von Überstunden, die durch einen Verzicht auf Arbeitszeit-

erfassung reduziert werden sollten. Dieses Argument zählt sicher

auch in der Privatwirtschaft. Ausserdem wird häufig argumentiert,

dass ein akribisches Festhalten der Arbeitsstunden

kleinlich sei und nicht zu einer modernen Betriebskultur passe.

Manche Geschäftsführer von Kleinstunternehmen scheuen

auch den Aufwand, die Präsenzzeit ihrer Angestellten zu registrieren

und zu kontrollieren.

Doch wie kann man sich erklären, dass zahlreiche Unternehmen

und ganze Branchen das Arbeitsgesetz systematisch

unterlaufen? «Es gibt zu wenige Arbeitsinspektoren, welche die

Unternehmen regelmässig kontrollieren könnten», sagt Barbara

Gisi, Leiterin Angestelltenpolitik beim KV Schweiz. Anderseits

könne man aber auch annehmen, dass viele Arbeitnehmende

mit dem Verzicht auf Arbeitszeiterfassung einverstanden seien.

context 10 – 2012

«Wir müssen unsere

Arbeitszeit – wir haben

gleitende Arbeitszeiten –

nicht erfassen. Es ist

schön, wenn Arbeitgeber

auf diese Weise ihr

Vertrauen zu ihren

Angestellten zeigen.

Ich habe aber in früheren Jobs auch schon

meine Arbeitszeit erfassen müssen und hatte

nie Probleme damit.»

Andrea Keller, Office Managerin

«Wir geben unsere

Arbeitszeit in ein Programm

namens Presento

ein. Darin erfassen wir

auch Urlaub, Arztbesuch,

Weiterbildung etc. Mit

meinem Visum bestätige

ich die Richtigkeit meiner

Eingaben. Ich habe so jederzeit einen Überblick

über meine Gleitzeit, Überzeit und die restlichen

Ferientage, und als Vorgesetzte habe ich ein

zuverlässiges Instrument für die Kontrolle der

Arbeitszeit meiner Mitarbeiterin.»

Jacqueline Harr, Leiterin Organisation und Projekte auf

dem Generalsekretariat einer kantonalen Direktion

Andernfalls hätten sie ja das Recht auf ihrer Seite, wenn sie sich

dagegen wehren würden. Vom Verzicht auf Arbeitszeiterfassung

profitieren laut Barbara Gisi aber doch hauptsächlich die Arbeitgeber.

So sei es beispielsweise bekannt, dass Bankangestellte

durchschnittlich zweieinhalb Stunden mehr arbeiten pro

Woche als der Durchschnitt. «Wenn Angestellte ihr Ziel nicht in

der vorgegebenen Zeit erreichen, arbeiten sie tendenziell in der

Freizeit, um nicht als unfähig dazustehen.» Dabei spiele auch

der Gruppendruck eine gewisse Rolle.

Unterschiedliche Bedingungen

Man könne sich aber schon fragen, meint Barbara Gisi, ob es

noch zeitgemäss sei, eine obligatorische Arbeitszeit zu definieren,

die für alle Branchen gelte. Wer den ganzen Tag am PC verbringt,

erledigt zwischendurch auch mal private Dinge, arbeitet

dafür aber auch gelegentlich am Abend oder am Wochenende.

Wieder anders ist es im Detailhandel oder in der Industrie.

Dort sind die Arbeitszeiten durch Ladenöffnungszeiten beziehungsweise

Arbeitsabläufe vorgegeben. Bei Coop z.B. ist das

Stempeln denn auch abgeschafft worden. Wenn nun aber Angestellte

länger arbeiten, müssen sie einen Antrag auf Korrektur

«Ich erfasse die Arbeitszeit

jeden Abend vor dem

Herunterfahren des Computers.

So ist die interne

Vorgabe und es macht

auch am meisten Sinn.

Es gibt mir, meiner Vorgesetzten

und den Personalverantwortlichen

die Übersicht über meine

Arbeitszeit, Überzeit und mein Ferienguthaben.

Und mir hilft der tägliche Blick auf die Arbeits-

zeiterfassung insbesondere, meine Überzeit einigermassen

im Griff zu haben.»

Olivia Spinatsch, Marketing-Assistentin

der Arbeitszeit ausfüllen und von ihrem resp. ihrer Vorgesetzten

visieren lassen. Laut Barbara Gisi verzichten aber viele Angestellte

darauf, weil sie befürchten, dass sie sich damit bei ihrem

Vorgesetzten unbeliebt machen. «In einer solchen Situation wäre

die Neutralität einer Stempeluhr von Vorteil», sagt Barbara Gisi.

Noch bis 2008 wurde auch beim KV Schweiz gestempelt. Die

Dauer der Anwesenheit im Betrieb wurde mit Stempelkarten

erfasst und die Mitarbeitenden hielten separat fest, wie lange

sie ausser Haus tätig waren. Dies führte Ende Monat jeweils zu

langen Nachbearbeitungen in der Personalabteilung. «Wir empfanden

dieses System als Ausdruck einer antiquierten Betriebskultur

und wollten etwas Zeitgemässes», sagt Personalleiter

Peter Rüesch. Heute erfassen die Mitarbeitenden ihre Arbeitszeiten

– egal ob intern oder extern geleistet – an ihrem PC. Das

Zeiterfassungstool gibt jederzeit Aufschluss über den aktuellen

Stand bezüglich Ferien- und Überzeitsaldo. «Ich erachte dieses

System als sinnvoll», sagt Peter Rüesch. Es sei nicht nur transparent

für die Mitarbeitenden, sondern auch aufschlussreich für

die Personalabteilung. So könnten beispielsweise mit der Erfassung

der Krankheitstage und deren Analyse Rückschlüsse für

das Case Management gezogen werden.


22

Dossier Arbeitszeit

context 10 – 2012

«Wir haben ein familienfreundlichesGleitzeitmodell.

Wir können je nach

Arbeitsvolumen früher

oder später beginnen

respektive früher oder

später aufhören. Freitage

sind ohne Bezug von

Ferientagen möglich. Es gilt jedoch, pflichtbewusst

den Stundensalto einzuhalten, denn wir

stempeln elektronisch. Der Nachteil ist: Alle genannten

Vorteile können vom Chef angeordnet

werden.»

Reto Racine, Technischer Sachbearbeiter

Vorteile für beide Seiten

Auch Martin Leu, Leiter Personal und Recht bei der Beratungsstelle

für Unfallverhütung (bfu) ist überzeugt, dass die Erfassung

der Arbeitszeit Vorteile für beide Seiten – Arbeitgeber wie Arbeitnehmer

– hat. «Es gab auch schon Zeiten, da habe ich mich fast

geschämt, wenn ich sagen musste, dass bei uns noch gestempelt

wird», sagt Martin Leu. Heute sei er aber klar der Meinung, dass

EXKLUSIV FÜR KV-MITGLIEDER:

4 NÄCHTE MIT HP

AB CHF 414.– P.P.*

eine Firma mit obligatorischer Zeiterfassung einen Mehrwert

biete. Bei der bfu erfassen denn auch inklusive Kader und Direktion

alle 126 Mitarbeitenden ihre Arbeitszeit. Konkret läuft

das so: Jeder Mitarbeitende hat einen Badge. Mit diesem wird

die Arbeitszeit erfasst und gleichzeitig dient er – anstelle von

Schlüsseln – als Zutrittsinstrument. Aber mehr noch: Das Tool

wird auch für die Projektzeitverbuchung eingesetzt. Das heisst:

Die Mitarbeitenden halten fest, wie lange sie für welches Produkt

gearbeitet haben. «Die Auswertung dieser Angaben dient

uns als Führungsinstrument für die Steuerung der aktuellen Tätigkeiten

sowie für die Planung der Geschäftstätigkeiten in den

Folgejahren», sagt Martin Leu.

Solche und ähnliche Zeiterfassungssysteme vertreiben

zahlreiche Firmen. Eine davon ist die Zeit AG in Sursee. Sie entwickelt

Produkte für Zeiterfassung und Zutrittsmanagement.

Der Geschäftsführer Ivo Muri erinnert sich, wie die Vertrauensarbeitszeit

aufkam. «1995 propagierte die ABB in ganzseitigen

Inseraten die Abschaffung der Stempeluhren, und damit hielt

der Begriff der Vertrauensarbeitszeit Einzug.» Muri erachtet den

Begriff für problematisch. Seiner Meinung nach führt er Entscheidungsträger,

die sich für oder gegen die Arbeitszeiterfassung

entscheiden müssen, auf eine falsche Fährte. «Die Geschichte

von der Stempeluhr bis zu heutigen modernen

Zeiterfassungssystemen macht deutlich: Zeiterfassung war

noch nie eine Frage des Vertrauens.» Vielmehr sei es immer um

die Optimierung der Produktivität gegangen. Und zwar durch

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Früher bekam man beim Stempeln immerhin vielleicht noch ein Lächeln von den Damen hinter der Uhr.

Beat Meyer, Elektromonteur

Pünktlichkeit oder durch Flexibilität. «Stempeluhren und Zeiterfassungssysteme

sind dafür die logischen Führungsinstrumente»,

sagt Ivo Muri. Der Unternehmer hat seine Firma 1994

gegründet und beschäftigt heute 60 Mitarbeitende.

Präsentismus nimmt zu

Zurück zur Seco-Studie: «Der nicht gesetzeskonforme Verzicht

auf die Arbeitszeiterfassung ist keine Randerscheinung, sondern

betrifft einen relevanten Teil der abhängig Beschäftigten in der

Schweiz», kommen die Verfasser zum Schluss. Was bedeutet das

context 10 – 2012

«Wir müssen stempeln.

Ich finde das in Ordnung,

da wir Gleitzeit arbeiten

können. Wenn ich also

früher Feierabend machen

will, bleibe ich einfach an

einem anderen Tag etwas

länger. Das kommt mir

sehr entgegen.»

für die Angestellten? Ein Befund ist dominant: «Die Grenzen

zwischen Arbeitszeit und Privatleben werden poröser, indem

Beschäftigte, deren Arbeitszeit nicht erfasst wird, häufiger in ihrer

‹Freizeit› arbeiten, mehr überlange Arbeitstage haben und

öfter Mehrarbeit leisten, die weder erfasst noch auf irgendeine

Weise abgegolten wird.» Es werde sogar gearbeitet, wenn man

krank sei, der sogenannte Präsentismus sei bei Beschäftigten,

deren Arbeitszeit nicht erfasst werde, höher als in der Vergleichsgruppe.

Präsentismus führt laut den Verfassern zwar

kurzfristig dazu, dass die anstehende Arbeit erledigt wird, mittel-

und langfristig wirke sich dies aber negativ auf die Gesundheit

der Beschäftigten aus und entsprechend würden die Kosten

für krankheitsbedingte Ausfallzeiten in den Unternehmen

steigen.

Gleichzeitig mit der Publikation der Studie hat das Seco am

11. September den Entwurf der revidierten Verordnung zum Arbeitsgesetz

vorgelegt. Darin wird festgehalten, wie Arbeitgeber

inskünftig Arbeits- und Ruhezeiten dokumentieren müssen.

Die wichtigste Änderung ist die Einführung einer Lohngrenze:

Wer jährlich mehr als 175 000 Franken brutto verdient, soll seine

Arbeitszeit nicht mehr erfassen müssen.

Zur Vorgeschichte dieses Vorschlags: Zwischen 2009 und

2011 fand unter der Leitung des Seco ein Pilotprojekt im Bankensektor

statt. Die Projektgruppe sollte nach Lösungen suchen,

23


24

Dossier Arbeitszeit

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context 10 – 2012

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die dem Bedürfnis der Praxis nach mehr flexibler Zeiterfassung

entgegen kommt. Gleichzeitig mussten der Gesundheitsschutz

der Arbeitnehmenden gewährleistet und die Einhaltung des Arbeitsgesetzes

durch die Vollzugsbehörden überprüfbar bleiben.

Hilfloser Vorschlag des Bundes

Als Ergebnis hält das Seco fest, dass die vom Gesetz festgelegten

Arbeits- und Ruhezeiten wichtig sind für den Schutz der

Gesundheit der Arbeitnehmenden. Deren Einhaltung müsse

aufmerksam überwacht werden, um bei allfälligen Überschreitungen

Gegenmassnahmen ergreifen zu können. «Die Arbeitszeiterfassung

liefert hierzu ein wichtiges Instrument», hält das

Seco fest. Es sei aber gerechtfertigt, eine Ausnahme zu machen

für Arbeitnehmende, die aufgrund ihrer Funktion über einen

grossen Freiraum beim Ausüben ihrer Tätigkeit geniessen.

Mehr als 175 000 Franken jährlich verdienen lediglich 4% aller

Angestellten. Für die grosse Mehrheit der Arbeitnehmenden

sieht der Erlassentwurf vor, dass an der Pflicht zur Arbeitszeit-

erfassung festgehalten wird.

context 10 – 2012

Die Anhörung läuft bis am 30. November 2012. Die Gewerkschaften

lehnen die Ausnahmeregelung mehrheitlich ab. Die

Arbeitgeber verlangen eine Senkung der Einkommensgrenze.

So will beispielsweise der Bankenverband die Befreiung von der

Zeiterfassung bei 126 000 Franken ansetzen. Barbara Gisi vom

KV Schweiz erachtet den Vorschlag des Bundes als etwas hilflos.

Gefragt ist ihrer Meinung nach eine Regelung, die der flexibilisierten

Arbeitswelt Rechnung trägt. Wenn ein Gesetzesartikel

derart eklatant verletzt werde, sei es mit einer kosmetischen

Massnahme – wie sie der Bund nun vorschlägt – nicht getan.

Man müsse über substanziellere Änderungen nachdenken und

den Fokus auf die Gruppe legen, die heute ihre Arbeitszeit nicht

mehr erfasst.

* Flexible Arbeitszeiten in der Schweiz. Auswertung einer repräsentativen

Befragung der Schweizer Erwerbsbevölkerung. Bern 2012. Download:

www.seco.admin.ch (Dokumentation/Publikation/Studien und Berichte)

Therese Jäggi ist Context-Redaktorin.

therese.jaeggi@kvschweiz.ch

Vertrauen ist gut, aber …

Vertrauensarbeitszeit weist viele Vorteile auf, birgt jedoch gleichzeitig viele Risiken.

Die Vertrauensarbeitszeit hat Vor-

und Nachteile für Beschäftigte

und Unternehmen. Arbeitnehmende

können dank ihr zum Beispiel ihre Arbeitszeit

selbstständig und individuell –

auf ihre Bedürfnisse angepasst – einteilen.

Morgenmuffel können länger

schlafen, Nachteulen länger arbeiten.

Wer abends etwas vor hat, kann früher

gehen, verlängerte Wochenenden wie

auch Home Office sind einfacher realisierbar.

Das verbessert die Vereinbarkeit

von Familie und Beruf.

Zudem entfällt der Druck, immer

pünktlich sein zu müssen. Die Vertrauensarbeitszeit

bedeutet auch mehr

Eigenverantwortung. Diese sowie das

vom Arbeitgeber geäusserte Vertrauen

(daher der Name des Modells) motivieren

Beschäftigte und führen zu mehr

Selbstbewusstsein und Arbeitszufriedenheit.

Administrative erleichterung

Letztere bewirkt mehr Produktivität

und Effizienz und wirkt sich positiv auf

das Betriebsklima aus, was den Unternehmen

zum Vorteil gereicht. Positiv

für einen Betrieb ist auch, dass der

administrative Aufwand, beispielsweise

die Verarbeitung der Stempelkarte

entfällt.

Für Unternehmen bedeutet Vertrauensarbeitszeit

weiter, dass flexibel

auf die Auftragslage reagiert werden

kann. Dies hat eine grössere Kundenorientierung

zur Folge. Es muss ausserdem

mit weniger Fluktuationen gerechnet

werden. Denn dank dem

kontinuierlichen Auf- und Abbau von

Zeitguthaben können Betriebe Entlassungs-

und Wiedereinstellungskosten

vermeiden. Ebenso sind Folgen

einer Finanz- und Wirtschaftskrise so

abfederbar. Insgesamt steigern Firmen

dank der Vertrauensarbeitszeit ihre

Attraktivität, insbesondere für Führungskräfte.

Letztere sehen sich jedoch mit

neuen Anforderungen konfrontiert. Die

Bedeutung hierarchischer Strukturen

nimmt ab, Teamarbeit gewinnt an Bedeutung

und es sind neue Führungsqualitäten

gefragt. Nachteilig für Firmen

ist auch, dass sie durch den

Verzicht auf die Arbeitszeiterfassung

ein bis anhin zentrales Kontrollinstrument

aus der Hand geben. Es ist gut

möglich, dass die Arbeitnehmenden

das System ausnützen.

Neigung zur Selbstausbeutung

Dafür kontrollieren sich die Angestellten

untereinander eventuell stärker und

misstrauischer als bisher, was dem Arbeitsklima

wieder schadet. Und es kann

ein erhöhter Gruppendruck entstehen.

Vertrauensarbeitszeit bedingt mehr

Selbstdisziplin. Wobei nicht alle mit

solch einer Freiheit umgehen können

und sich eventuell überfordert fühlen.

Gewisse Menschen entwickeln vielleicht

gar eine Neigung zur Selbstausbeutung.

Da die Arbeitszeiten eben auch auf

die Arbeitslage abgestimmt werden

müssen, gibt es Phasen von grosser Belastung.

Zuschläge für die Mehrarbeit

beziehungsweise Überstundenkompensationen

entfallen dann aber und es

besteht die Gefahr, dass die Arbeitsintensität

und das Arbeitsvolumen ganz

allgemein zunehmen. ajm

Quelle: Diplomarbeit «Vertrauensarbeitszeit»

(im Auftrag von Angestellte Schweiz) von

Rebekka Kabay, Fachhochschule

Nordwestschweiz, 2007.

25


26

Bündig

Im Rahmen einer Studie stellte der

Schweizerische Verband der diplomierten

Absolventinnen und Absolventen Höherer

Fachschulen ODEC seinen Mitgliedern

unter anderem die folgenden Fragen:

> 1. Ist das schweizerische Bildungssystem

eine Erfolgsstory?

> 2. Ist die duale Bildung (Berufslehre)

als Grundlage die Stärke der Schweizer

Wirtschaft?

> 3. Wenn ich nochmals 16 Jahre alt

wäre, würde ich meinen beruflichen

Weg wieder über die Berufsbildung

angehen?

98 Prozent der Männer bezeichnen die

Berufslehre am Anfang eines Bildungswegs

als Stärke der Schweizer Wirtschaft.

Bei den Frauen sind es 95 Prozent. Die Zufriedenheit

der männlichen Teilnehmenden

schlägt sich auch in der Sicht auf ihren

eigenen Bildungsweg nieder: 79

Prozent würden den beruflichen Weg wie-

context 10 – 2012

Beliebtes HF-Studium

Absolventinnen und Absolventen der Höheren Fachschulen erachten das duale Bildungssystem

als erfolgreich und würden sich mehrheitlich wieder für ein HF-Studium entscheiden.

SchreibtiSch

der über die Berufsbildung angehen. Bei

den Frauen würde gut ein Drittel eine andere

Laufbahn wählen.

Stärke der Schweizer Wirtschaft

Vor allem junge Personen unter 35

Jahren und ältere ab 50 bezeichnen das

Schweizer Bildungssystem als Erfolgsstory:

Total 91 Prozent dieser Altersgruppen

antworten in der Umfrage mit Ja oder

eher Ja. Personen im Alter zwischen 35

und 50 Jahren sind etwas kritischer: 14

Prozent antworten mit Nein oder eher

Nein. Umfrageteilnehmer über 50 Jahre

sowie zwischen 31 und 35 Jahren sind

auch geschlossen der Meinung, dass die

duale Bildung als Grundlage die Stärke

der Schweizer Wirtschaft ausmacht. Von

den übrigen Befragten sind 98 Prozent

dieser Ansicht.

Bei der Frage, ob sie mit 16 Jahren

noch einmal denselben Bildungsweg ein-

ruth hoffmann, handarbeitslehrerin. Foto: Reto Schlatter / Zürcher Presseladen.

schlagen würden, ergibt sich ein widersprüchliches

Bild: Viele 41- bis 45-Jährige

würden sich für einen anderen Weg entscheiden

(35 Prozent). Bei den über

50-Jährigen, welche das duale Bildungssystem

im Grundsatz bejahen, könnten

sich rund 22 Prozent eine andere Laufbahn

vorstellen. Bemerkenswert ist, dass

bei den bis 25-Jährigen 89 Prozent wieder

einen dualen Berufsweg wählen würden.

Umfrageteilnehmende aus der Romandie

sehen die Berufslehre als Grundlage

weniger als Stärke der Schweizer

Wirtschaft als ihre Deutschschweizer

Kolleginnen und Kollegen: Während

schweizweit 58 Prozent aller Teilnehmenden

die Berufslehre klar als Stärke sehen,

sind es im Kanton Genf nur 17 Prozent

und im Kanton Waadt nur 31 Prozent. Im

Kanton Glarus geben dagegen 100 Prozent

der Teilnehmenden ein Ja für das duale

Bildungssystem ab. pd


Neuzugang

KV Bildungsgruppe zu acht

Seit anfang Monat ist die Wirtschafts-

Schule thun das achte Mitglied der KV bildungsgruppe

Schweiz.

Die KV Bildungsgruppe Schweiz wächst:

Am 1. Oktober 2012 wurde die Wirtschafts-

Schule Thun in den Verbund der Standorte

Aarau, Baden, Basel, Bern, Luzern,

Winterthur und Zürich aufgenommen.

Der neue Standort Thun ist das führende

kaufmännische Berufs- und Weiterbildungszentrum

im Berner Oberland.

Die Grund- und Weiterbildungskundinnen

und -kunden profitieren damit

noch mehr von nationaler Verankerung,

Erfahrung, Qualität sowie von den zentralen

Lagen der Schulen. Kooperationen

bestehen auch mit KV-Standorten in der

Romandie und im Tessin.

Auf der Informations- und Buchungsplattform

www.kvbildung.ch sind für

Privat- und Firmenkunden über 100 verschiedene

Lehrgänge online vergleich-

und buchbar. Für private und öffentliche

Unternehmen bietet die Gruppe massge-

context 10 – 2012

SPri iN LauSaNNe

alternativen

Solidarisch arbeiten

Kooperativen haben erfolg und stellen das

Wohlbefinden der Menschen und die Ökologie

ins Zentrum.

Unser kapitalistisches Wirtschaftssystem

stolpert unglücklich von einer Krise in die

nächste. Es geht auch anders: Dies vermittelt

das Buch «Wirtschaft zum Glück – solidarisch

arbeiten heute, weltweit», herausgegeben

von Bettina Dyttrich und Pit

Wuhrer – beide von der Wochenzeitung

WOZ. In der Einleitung schreibt Wuhrer,

es gebe wieder eine Bewegung hin zu einer

solidarischen, menschengerechten und

zukunftsfähigen Ökonomie.

Im Folgenden werden konkrete Beispiele

aus aller Welt präsentiert, aus den

Bereichen Landwirtschaft, Industrie, Finanzdienstleistungen

und Dienstleistungen.

Sie beweisen, wie anders produziert,

anders gearbeitet und anders gewirtschaftet

werden kann. Dies macht etwa ein Biobaumwollbauernverein

in Indien vor.

Oder auch Kleinbauern auf den Philippinen,

die dem Klimawandel mit Biodiversität

trotzen. Berichtet wird weiter über nicaraguanische

Kaffeebäuerinnen, die

dank einer Kooperative nicht mehr betteln

gehen müssen und deren Kinder gute Ausbildungen

erhalten.

schneiderte Bildungslösungen an. Bildungspartnerschaften

bestehen unter

anderem mit der Bucherer AG Luzern, der

Credit Suisse AG, der Helsana-Gruppe,

der Hotel & Gastro Union, der Schweizerischen

Post und der Privatklinikgruppe

Hirslanden. pr

Durch die im Sommer 2012 erfolgte

Integration der höheren Berufsbildungslehrgänge

des SPRI (Schweizerisches

Public Relations Institut)

stärkt die KV Bildungsgruppe ihre

Kompetenz im Bereich Marketing und

Kommunikation. Anfang Oktober

wurde mit der Stiftung SPRI zudem

vereinbart, dass die SPRI-Lehrgänge

in der Westschweiz von der SEC Lausanne,

einer Sektion des KV Schweiz,

weitergeführt werden.

Die Leserinnen und Leser spazieren

mit Mansfield Frazier durch seinen Rebberg

auf einem Brachgebiet in Cleveland

(USA). Sie begegnen Heini Staudinger, der

eine der letzten Schuhfabriken Österreichs

führt. Und sie rollen Zigaretten mit

einer Frau namens Mehrunnisaben, die

dank einem Kooperativenverband selbstständiger

indischer Frauen ein höheres

Entgelt erhält und von einem Sozialfonds

profitiert.

Im Buch werden zudem alternative

europäische Finanzinstitute vorgestellt.

Man erfährt, wie aus einer kleinen Anti-

AKW-Initiative in Süddeutschland einer

der grössten Ökostromanbieter des Landes

wurde und wie ein Dorf in China den

solidarischen Tourismus entwickelt. ajm

Bettina Dyttrich,

Pit Wuhrer:

Wirtschaft zum

Glück – solidarisch

arbeiten heute, weltweit.

Rotpunktverlag, 2012,

CHF 29.–

KOLuMNe

Mehlstaub, kein

Sandstrand

Von Stefanie Grob

Bis ins hohe Alter reist mein Urgrossonkel

Henry Zwingli um die Welt. Für 12

Dollar mit einem Dampfer von New York

nach Genua, mit Zwischenstopp Vesuv,

Pompeji und Mailänderdom. Nach der

Stippvisite auf dem elterlichen Hof,

durchs rote Meer in den Indischen Ozean

nach Colombo, Ceylon und über Australien

nach Auckland, Neuseeland, wo am

Weihnachtstag die Kirschen reif sind. In

Tahiti verspricht er sich, «später einmal

dahin zu reisen, um den Rest meiner Tage

dort zu verbringen».

Er badet, fischt, spaziert unter Palmen.

«Noch kann ich mich aber nicht an das

tägliche Nichtstun gewöhnen.» Er fährt

nach San Francisco, arbeitet vermehrt

wieder als Bäcker. Dazwischen Abstecher

nach Alaska, wo er das Eisenbahnnetz

bauen hilft.

Zurück in San Frisco hört er sich «politische,

religiöse und wissenschaftliche

Vorträge» an. Erstaunlich, denn die beiden

Weltkriege handelt er in seinen Aufzeichnungen

auf wenigen Zeilen ab. Im 1.

will er sich noch «zu Hause nützlich machen»

und wird nur nicht eingezogen,

weil sein Bataillon gerade von der Grenze

zurückkommt. Im 2. ist er froh, gibt es in

den Staaten gute Stellen als Bäcker.

Als er 70 ist, wird die 5-Tage-Woche eingeführt.

«Das passt mir.» Während eines

Schweizaufenthalts muss er zehn Tage

ins Spital. «Das war nicht auf dem Programm.»

Noch einmal flieht er vor den

kalten Schweizer Wintern. Nicht nach Tahiti,

kein Sandstrand. Dafür Mehlstaub

in Frisco. Beim nächsten Besuch im Züribiet

wird er operiert und darf keine längeren

Reisen mehr unternehmen. Seine

letzte tritt er 1960 an.

Stefanie Grob ist Autorin und

Spokenword-Performerin.

27


28

Burnout

Nun hat es die Nationalrätin Natalie

Rickli getroffen. Sie hat ein Burn-

out und sich komplett aus der Öffentlichkeit

zurückgezogen. Man liest und hört

nichts mehr von ihr, keine Facebook- und

Twitter-Einträge, keine Interviews.

Und vor zweieinhalb Jahren erschien

das Buch «Brief an mein Leben. Erfahrungen

mit einem Burnout». Darin beschreibt

Miriam Meckel, wie es bei ihr zur totalen

seelischen und körperlichen Erschöpfung

gekommen ist und wie sie dank

einem Klinikaufenthalt und anderer

Lebensführung wieder gesund wurde.

Die renommierte Professorin, Publizistin

und Vortragsrednerin hat sich über Jahre

verausgabt, bis eines Tages nichts mehr

ging und sie zusammenbrach.

Dies sind nur zwei prominente Beispiele

von Burnout. Man hört und liest

immer wieder von Leuten, die davon betroffen

sind: Arbeitssüchtige und Menschen,

die dem zunehmenden Druck der

context 10 – 2012

Die perfide Sucht

Arbeitssucht kann zu einem Burnout führen. Workaholics sind besonders gefährdet,

weil sie lange nicht merken, dass sie auf eine Erschöpfung zusteuern. Von Rolf Murbach

BerAtungSAngeBot deS KV Schweiz

Der Druck am Arbeitsplatz hat in den

letzten Jahren für viele zugenommen.

Der Einsatz von Arbeitnehmenden ist

häufig überdurchschnittlich. Sie leisten

Überstunden und können oft nicht mehr

abschalten. Viele bewegen sich am Rand

der körperlichen und seelischen Erschöpfung,

fühlen sich ausgebrannt.

«Wer merkt, dass ihm die Energie fürs

Alltägliche fehlt und dass er sich nicht

mehr regenerieren kann und sich in einer

Abwärtsspirale befindet, sollte wenn

möglich Hilfe von aussen in Anspruch

nehmen», sagt Carla Weber, Psychologin

beim KV Schweiz.

Der KV Schweiz bietet für Menschen mit

beruflichen Schwierigkeiten wie Burn-

out, Mobbing oder Konflikte am Arbeitsplatz

psychologische Beratung an. Als

KV-Mitglied können Sie eine solche Beratung

in Anspruch nehmen. Ein Erstgespräch

und maximal fünf weitere Termine

sind kostenlos. Die Beratung wird

Arbeitswelt nicht standhalten. Eine Studie

des Seco hat aufgezeigt, wie die Belastung

der Arbeitnehmenden in den letzten

Jahren stärker geworden ist. 2003 fühlten

sich 26 Prozent «chronisch gestresst»,

2010 waren es schon 34 Prozent. Die jährliche

Zunahme beträgt 1 Prozent. Dies ist

besorgniserregend.

Ausbeutung mit System

Besonders gefährdet sind Workaholics,

weil sie sich über Jahre ausbeuten. Sie arbeiten

12 bis 16 Stunden am Tag und haben

nur eines im Sinn, nämlich den

Job. Sie werden unruhig, wenn sie sich

nicht mit irgendwelchen Projekten beschäftigen

können. Und sie sind auch

ausserhalb ihres Jobs sehr aktiv: in Vereinen,

Orga nisationen und im Sport. Häufig

lenken sie mit der Arbeit zudem von

dem ab, was in ihrem Leben schief läuft.

Schliesslich vernachlässigen sie Freunde

und Familie.

einerseits im Zentralsekretariat in Zürich

und andererseits in verschiedenen regionalen

Geschäftsstellen angeboten.

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wie sie kompetent und sinnvoll

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Broschüre gratis, Nichtmitglieder

zahlen CHF 18.–.

Das Perfide ist, dass sich Workaholics

über lange Zeit gut fühlen, obwohl sie an

Körper und Seele Raubbau betreiben. Sie

fliegen gewissermassen von Projekt zu

Projekt, arbeiten rauschhaft und werden

von der Gesellschaft erst noch als Helden

gefeiert. Sie sind die einzigen Süchtigen,

die Bewunderung erfahren. Aber auf einmal

ist alles anders. Es läuft nicht mehr

wie früher. Die Euphorie ist weg, der Antrieb

auch. Sie fühlen sich leer und schwer.

Dann sitzen die Arbeitssüchtigen vor dem

Bildschirm, starren vor sich hin und stellen

fest: Ich habe mir zu wenig Sorge getragen.

Der KV Zürich hat vor kurzem zum

Thema eine Publikation veröffentlicht:

«Wenn die Arbeit zur Droge wird und in

einem Burnout endet.» Der Autor, Unternehmensberater

und Laufbahn-Coach

Heinz Léon Wyssling, hat es anlässlich einer

Podiumsdiskussion im Kaufleuten

Zürich vorgestellt. Wyssling zeigte auf,

dass Arbeitssucht eine Sucht wie jede andere

ist, mit ähnlichen Symptomen und

Verhaltensweisen der Betroffenen. Die

Arbeit ist dem Süchtigen unentbehrlich,

er braucht sie wie andere ihren Stoff. Sein

Denken kreist unablässig um die Arbeit.

Entspannung kennt der Süchtige nicht.

Und sein Verhalten entzieht sich seiner

Kontrolle. Er kann nicht anders als arbeiten.

Von seinem sozialen Umfeld entfremdet

er sich zunehmend.

Motivation Angst

Heinz Léon Wyssling sieht in der Angst

eine Hauptquelle der Motivation von Arbeitssüchtigen.

«Die Angst zu versagen,

hält den Süchtigen auf Trab. Er ist permanent

im Funktionszustand.» Im Buch

kommen auch Arbeitssüchtige selber zu

Wort. Die Beispiele zeigen, dass Arbeitssucht

oftmals in der Biografie begründet

ist. Ein Unternehmer, der während 18 Jahren

15 bis 17 Stunden pro Tag arbeitete, nur

für den Betrieb lebte, kaum delegieren

konnte, seine Familie vernachlässigte

und schliesslich mit einem Burnout in

der Klinik landete, kommentiert die von

den Eltern mitbekommene protestantische

Arbeits- und Leistungsmoral: «In der


Klinik habe ich gemerkt, dass ich mich

nie getraut habe, mir einen Tag zu schenken.

Dies hat mit meiner Erziehung zu

tun. Mein Vater hat es nicht geduldet, dass

ich untätig herumgesessen bin. Das hat

bei mir zu einem unwahrscheinlichen

Pflichtgefühl geführt. Schon in der Lehre

habe ich absolut freiwillig Überstunden

gemacht, nur um diesem Pflichtgefühl zu

genügen.»

Die Geschichte einer Frau, ebenfalls

im Buch geschildert, zeigt wie Arbeit im

Leben eines Menschen absolut dominierend

sein kann und die damit verbundene

Anerkennung zur Sucht führt. Sie bezeichnet

sich selber als glücklichen Work-

aholic. Ferien empfindet sie als unerträglich.

So schildert sie, wie sie einen Urlaub

bereits nach wenigen Tagen abgebrochen

hat, «um zu Hause alle unerledigten

Dinge an die Hand zu nehmen». Sie weiss

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KV Zürich Business School

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selber, dass sie ihren Körper schädigt:

«sehr viel Kaffee, sehr wenig Bewegung,

sehr wenig Freizeit». Ihr Antrieb ist die

Bestätigung, die sie dank der Arbeit erfährt.

Sie sagt: «Für meine beruflichen

Leistungen habe ich ein Recht, bewundert

zu werden. Ich bin sehr getragen von

meinem Erfolg und den damit verbundenen

Sympathien. Wenn ich diese Belohnungen

nicht hätte, würde ich verrückt.»

Heinz Léon Wyssling will mit seinem

Buch einen Beitrag zur Prävention von

Burnout leisten. Er will, dass die Arbeitssucht,

die zu seelischer und körperlicher

Erschöpfung führen kann, in der Öffentlichkeit

Thema ist und in den Unternehmen

diskutiert wird.

rolf Murbach ist Context-Redaktor.

rolf.murbach@kvschweiz.ch

PräVention

Neben den Ausführungen zu Arbeitssucht,

Fallbeispielen und Überlegungen

zu Prävention und Therapie der

Arbeitssucht findet man in der Broschüre

auch einen Selbsttest, mit

dem man herausfinden kann, ob man

arbeitssuchtgefährdet ist.

Bezug: www.kvz.ch

Heinz Léon Wyssling:

Wenn die Arbeit zur

Droge wird und in

einem Burnout endet.

Herausgeber: Kaufmännischer

Verband

Zürich, 2012. CHF 20.–

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29


30

Zivilstandsamt

Wenn sich Ahnenforscher melden, konsultiert die Zivilstandsbeamtin Beatrice Rancetti alte Register.

Er sieht aus wie ein grosser Locher,

ist aber ein Prägestempel. Ohne diesen

geht auf dem Zivilstandsamt Kreis

Liestal nichts, er muss auf jede Urkunde.

«Das ist die typische Handbewegung unseres

Berufs», sagt Leiterin Beatrice Rancetti

lächelnd, als sie ihn bedient, und

spielt auf die alte Fernsehsendung «Was

bin ich?» an.

Alt sind auf dem Amt aber nur noch

die Register, riesige, schwere Bücher, die

bis 1876 zurückreichen. Sie werden konsultiert,

wenn sich «Ahnenforscher» melden

oder jemand für ein Horoskop Angaben

benötigt – das geschieht meist vor

Weihnachten.

context 10 – 2012

Ein prägender Beruf

Trauungen sind nur ein Teil ihrer abwechslungsreichen Arbeit: Zivilstandsbeamtinnen

und -beamte begleiten Menschen von der Geburt bis zum Tod. Text Andrea Mašek / Foto Pino Covino

Inzwischen hat die Elektronik längst

Einzug gehalten und der Beruf der Zivilstandsbeamtin,

des Zivilstandsbeamten

hat sich enorm gewandelt. Geblieben ist

allerdings die Berufsbezeichnung. «Irgendwie

passt diese», so Rancetti, «als Zivilstandbeamtin

muss man Freude an der

Präzision haben und pingelig sein.» Stets

gilt es, sich an Weisungen und Regelungen

zu halten: «Alles ist vom Recht vorgegeben,

selbst die Rechtschreibung inklusive

Kommas», sagt Rancetti.

Es tönt jedoch beinahe philosophisch,

wenn sie ihre Aufgaben erklärt: «Wir decken

den ganzen Lebenszyklus ab, von

der Geburt eines Menschen bis zu seinem

Tod.» Genauer gesagt: Als Zivilstandsbeamtin

beurkundet sie Geburten, führt sie

Ehevorbereitungsgespräche, traut sie

Paare, trägt sie Partnerschaften ein. Sie

muss sich zudem um Namensänderungen

kümmern. Dies nicht nur nach Scheidungen

oder bei Stiefkindern. Wenn eine

Louise sich lieber Luise schreiben oder

die Adelheid auch offiziell Heidi heissen

möchte. Adoptionen laufen über ihr Pult

ebenso wie Einbürgerungen. Und am

Schluss will auch der Tod festgehalten

sein.

Weiter auf Seite 32.


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context 10 – 2012

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Zivilstandsamt

Mit Emotionen umgehen können

Der Job sei sehr abwechslungsreich und

vielfältig, loben sowohl Rancetti wie ihre

Mitarbeiterin Pia Wolf. Letztere fügt an:

«Es ist nie langweilig.» Denn selbst wenn

sie den ganzen Tag mit leblosem Papier zu

tun hat, stecken grösste Emotionen in den

schwarz auf weiss festgehaltenen Eintragungen:

Glückseligkeit über die Geburt

eines Kindes, Freude über das Ehebündnis,

Trauer über den Tod eines Familienangehörigen.

«Wir sehen in viele Leben

und Schicksale», sagt Rancetti. Mitbringen

müsse man deshalb viel Freude am

Umgang mit Menschen.

Aber der Umgang mit den Emotionen

will gelernt sein. Unfälle seien am

Schlimmsten, erklärt Pia Wolf. Lebenserfahrung

ist wertvoll. Kurse wären hier

nützlich, meint Beatrice Rancetti. Sie selber

baut auf ihre 35 Jahre Berufserfahrung.

Schwieriges bespricht sie im Team

oder mit anderen Amtsleiter/innen. Einer

der schwierigsten Momente für sie war,

context 10 – 2012

als sie den Tod ihrer besten Freundin aufnehmen

und eine Stunde später einen

Mitarbeitenden trauen musste.

Trauungen sind also nur eine von vielen

Aufgaben – aber aufwendig. Hier besteht

dann doch die Möglichkeit, ein we­

«Vor zehn Jahren erhielt man noch Fotos und

Dankesschreiben. Heute ist es für die Leute eine

pure Dienstleistung, die man nicht verdankt.»

Beatrice Rancetti, Leiterin Zivilstandsamt

NAchWuchs gEsucht

Es fehlt an Nachwuchs im Schweizer Zivilstandswesen.

Gesucht sind vor allem

Personen, die einen KV-Abschluss gemacht

haben.

Seit 2005 gibt es eine Berufsprüfung für

Zivilstandsbeamtinnen und -beamte.

Seither haben über 350 Personen den

anspruchsvollen eidgenössischen Fachausweis

erworben. Damit werde gezeigt,

heisst es beim Schweizerischen Verband

für Zivilstandswesen, dass es sich nicht

nur – wie von aussen vielfach gesehen –

um irgendeine untergeordnete Funktion

in der öffentlichen Verwaltung, sondern

um einen eigenen Berufsstand mit

grosser Verantwortung und staatstragenden

Aufgaben handelt.

In der Schweiz sind ausschliesslich die

Zivilstandsämter zur Beurkundung des

nig kreativ zu sein, wie Pia Wolf bemerkt.

Ihre bisher eindrücklichste Trauung war

jene zweier Frauen, «wo man so deutlich

gefühlt hat, wie sehr sie sich lieben».

Abklärungen im Ausland

Wie die Trauung gestaltet wird, hängt

vom Brautpaar ab. Der Ablauf wird im

Vorfeld anlässlich des Ehevorbereitungsgesprächs

besprochen. Die einen wollen

eine ganz kurze Zeremonie, andere

nützen die 20 Minuten aus, die ihnen offiziell

zustehen. Während des Treffens

müssen die Brautleute zudem eine eidesstattliche

Erklärung unterschreiben, dass

es kein Hindernis für eine Eheschlies­

sung gibt. Und sie erfahren, was sie für

Dokumente benötigen.

Personenstandes und zur Vorbereitung

und Durchführung der Eheschliessung

zuständig. Sie stellen die Basisdaten für

die weitere Verarbeitung in der Verwaltung

bereit (für die Einwohnerkontrolle,

Steuerverwaltung, militärische Aushebung,

AHV usw.).

Zur Berufsprüfung wird zugelassen, wer

über einen kantonalen oder einen eidgenössischen

Ausbildungsabschluss auf

Sekundarstufe II verfügt. Oder wer den

Nachweis erbringt, während mindestens

zwei Jahren 70 bis 100 Prozent, oder

während mindestens drei Jahren 40 bis

70 Prozent eine zivilstandsamtliche Tätigkeit

ausgeübt zu haben.

Für detaillierte Infos: www.zivilstandswesen.ch

Bei den beiden deutschen Immigranten,

die soeben bei Beatrice Rancetti waren,

gab es keine Probleme. Anders sieht

es bei den Bräuten aus der Mongolei oder

Nepal aus, die keine Papiere besitzen.

Zurzeit tauchen auch viele Eriträer ohne

Papiere auf. Da müssen dann Urkunden­

Abklärungen mit Botschaften im Ausland

gemacht werden.

Auf dem Zivilstandsamt Kreis Liestal,

das für 14 Gemeinden im Kanton Basellandschaft

und ein Dorf im Kanton Aargau

zuständig ist, werden pro Jahr rund

220 Trauungen vorgenommen. Dafür

steht im Amt ein Trauzimmer zur Verfügung.

Angeboten werden an bestimmten

Daten auch das Schloss Pratteln oder das

Schloss Wildenstein. Diese Orte haben

Atmosphäre. Das Trauzimmer in Liestal

ist eher nüchtern, gewinnt laut Pia Wolf

aber an Ambiente, wenn sich Sonnenstrahlen

durch das Fenster der alten Tür

stehlen.

Poetische Momente

Beatrice Rancetti nimmt jeweils einige

Unterlagen mit und entscheidet spontan,

je nach Stimmung der Gesellschaft, wie

sie die Trauung gestaltet. «Oft beginne ich

mit dem Gesetz und sage dann etwas zur

Partnerschaft.» Sie stellt auch Fragen,

zum Beispiel was die Brautleute von der

Ehe erwarten. Nach dem Ja­Wort und

eventuellem Ring­Tausch beendet Rancetti

die Zeremonie oft mit einem Gedicht.

Selber haben Wolf und Rancetti nie

geheiratet. Sie habe «zu viel gesehen»,

meint Rancetti. Zwangsheiraten zum Beispiel.

Oder Stammkunden: Sie habe

Mühe, wenn jemand zum vierten Mal heirate

oder eine Braut aus den Ferien mitbringe.

Die kürzeste Ehe hielt übrigens

zwei Stunden – dann durfte die Scheidung

bearbeitet werden. 50 Prozent beträgt

die Rate im Kanton Basellandschaft.

Es gebe aber tolle Paare, betont Rancetti.

Eines hat vor sieben Jahren geheiratet

und kommt nun an jedem Hochzeitstag

ins Amt und trinkt einen Kaffee mit

der Leiterin. Diese erzählt: «Vor zehn Jahren

erhielt man noch Fotos und Dankesschreiben.

Heute ist es für die Leute eine

pure Dienstleistung, die nicht verdankt

werden muss.»

Dankbar ist der Job nicht immer, gewisse

Ausländer etwa verlangen nach

einem Mann, wollen eine Frau nicht akzeptieren.

Es braucht zudem einen sieb­


ten Sinn für Scheinehen und ein geschultes

Auge für Fälschungen. Rancettis erste

Trauung war jene einer über 60­jährigen

Schweizerin mit einem 18­jährigen Tunesier.

An diesem Nachmittag kommt ein

Mann aufs Amt, der völlig anders aussieht,

als auf seinem Ausweis. Rancetti

sagt: «Ich muss nun abklären, ob er es ist

oder nicht.»

Immer neue Regelungen

Schwierige Fälle gehören zu ihrem Alltag,

wie die Post und die abgemachten Termine.

Sie klärt sie mit Betreuern und Anwälten

ab. Rancetti ist auch gefragte

«Auslandsexpertin». Das Wissen über

ausländische Regelungen sowie ihre gute

Vernetzung mit Standesbeamt/innen in

ganz Europa verdankt sie unter anderem

dem Amt der Präsidentin des Schweizeri­

schen Verbandes für Zivilstandswesen,

das sie lange inne gehabt hat.

Momentan beschäftigen sich die Zivilstandbeamt/innen

intensiv mit dem

neuen Namensrecht, das am 1. Januar

2013 in Kraft tritt. Die Umsetzung dürfte

nicht einfach werden, meint Rancetti.

Doch sie müssen immer auf dem neusten

Stand sein, in Sachen Recht. «Der Bund

deckt uns nonstop mit Weisungen ein.

Daneben muss aber noch die Arbeit gemacht

werden», sagt Pia Wolf und fügt an:

«Der Job ist anspruchsvoll, aber toll.»

Und offenbar für Frauen wie geschaffen:

Seit einem guten Jahrzehnt dominieren

die Frauen. Erklären können es die

Liestaler Beamtinnen nicht, sie meinen, es

hänge damit zusammen, dass man Teilzeit

arbeiten könne. Und vielleicht sei das Einfühlungsvermögen

von Frauen grösser.

Andrea Mašek ist Context-Redaktorin.

andrea.masek@kvschweiz.ch

Pino covino ist freier Fotograf in Basel.

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An diesem schönen Nachmittag müssen

sie es mehr als einmal beweisen.

Denn scheint die Sonne, erhalten die Zivilstandsbeamtinnen

in der Regel viel

Besuch. Und so kommt auch die Schreibmaschine

zum Einsatz – nebst den Registern

das einzige andere «alte» Ding auf

dem Amt. Sie wird gebraucht, um eine

Eintragung in einem Familienbüchlein

vorzunehmen.

...und vielen mehr!

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34

Laufbahn

context 10 – 2012


Die Kommunikatorin

Brigitte Frei, 44, hat ursprünglich das KV gemacht. Sie wurde Journalistin und arbeitet

heute als selbstständige Kommunikationsberaterin mit eigener Firma.

Text Rolf Murbach / Foto Reto Schlatter

Ja, das ist eine gute Idee, ein Porträt von

ihr im fahrenden Aufzug, im Lift, der

nach oben schwebt, findet Brigitte Frei.

Aber dann entdeckt der Fotograf eine

noch passendere Umgebung für das

Shooting, eine grüne Theke im Eingangsbereich

der Agentur. Das passt zur selbstständigen

PR-Beraterin, denn Grün ist

ihre Farbe, und auch das Corporate Design

ihrer Firma ist in Grün gehalten.

«Das machen wir», sagt die Inhaberin

von Kontura Kommunikation GmbH. Sie

stellt sich an die Theke, wechselt auf Anweisung

des Fotografen die Position,

lehnt mal an, steht aufrecht, sitzt auf

den Korpus und lacht. Brigitte Frei ist es

gewohnt, in die Kamera zu blicken. Sie

hat früher fürs Fernsehen gearbeitet und

Sendungen moderiert.

Wir sind in einem modernen Bürogebäude

im Industriegebiet von Rotkreuz.

Hier befindet sich die Agentur für Werbung

und Grafik ihres Mannes. Meist reist

Brigitte Frei für Sitzungen zu ihren Kunden.

Wenn sie ausnahmsweise empfängt,

dann tut sie dies in Rotkreuz. Vor zwei

Jahren hat die Kommunikationsspezialistin

Kontura Kommunikation gegründet.

Die Infrastruktur versucht sie möglichst

schlank zu halten.

«Mach das KV»

Der Fototermin ist schnell beendet. Frei

verabschiedet den Fotografen, führt mich

ins Sitzungszimmer, schenkt Wasser ein

und beginnt zu erzählen. «Mein Unternehmen

ist so etwas wie ein Traum. Die

Arbeit als PR-Beraterin ist extrem vielseitig

und macht mir sehr viel Freude.»

Wie viele andere auch hat Brigitte Frei

ihre Laufbahn mit einer kaufmännischen

Lehre begonnen. «Ich trieb meine Eltern

mit der Berufswahl in den Wahnsinn,

wusste lange nicht, was ich wollte. Von

Anfang an hiess es, mach das KV. Ich

wehrte mich zuerst dagegen, weil alle das

KV machten.» Irgendwann obsiegte die

context 10 – 2012

Vernunft und die Einsicht, dass die kaufmännische

Ausbildung eben doch ein

guter beruflicher Grundstein war.

Brigitte Frei bildete sich zur gelernten

Hotelkauffrau aus. Die Lehre absolvierte

sie in einem Luzerner Fünf-Sterne-Hotel.

Sie lernte verschiedene Abteilungen

kennen, arbeitete oft in der Buchhaltung,

erledigte administrative Arbeiten und

fühlte sich im Backoffice-Bereich etwas

verloren. Kundenkontakt hatte sie nur

wenig. Das fehlte der jungen Frau, die sich

selber als äusserst kommunikativ bezeichnet.

«Grüezi! Ade! Händ Sie öppis us

de Minibar gha?», das war es dann auch

schon an Kommunikation.

Die Journalistenschule

Nach der Lehre wechselte sie die Stelle,

und nun war schlagartig alles anders. Als

Redaktionssekretärin und rechte Hand

des Chefredaktors eines Radiosenders

war sie mitten drin im journalistischen

Gewusel. Sie organisierte Meetings und

Interviewtermine, unterstützte die Redaktoren

bei ihren Recherchen und war

die interne und externe Anlaufstelle. Und

sie lernte die Medienwelt kennen, die sie

vom ersten Tag an faszinierte. «Da fühlte

ich mich wohl, und ich wusste, das ist

mein Ding.» Ihr Chefredaktor ermunterte

sie, sich am Medienausbildungs zentrum

MAZ in Luzern für die Journalistenausbildung

zu bewerben.

Radio kannte sie. Nun wollte Brigitte

Frei auf eine Printredaktion. Sie bekam

den Zuschlag für ein Volontariat bei einer

kirchlichen Presseagentur und erfüllte

damit – zusammen mit einer bestandenen

Eintrittsprüfung – die Aufnahmebe-

dingungen des MAZ. Auf der Redaktion

lernte sie das journalistische Handwerk

on the job, in der Journalistenschule vertiefte

sie ihr Wissen. Sie recherchierte Geschichten,

lernte, wie man ein Thema

journalistisch anpackt, führte Interviews,

schrieb Reportagen und Porträts und

lernte das Fotohandwerk. «Nachrichten

standen bei uns auf der Redaktion im Vordergrund,

wir konnten aber auch umfangreiche

Themen breit recherchieren

«Ich begegne ganz verschiedenen Leuten und Themen,

Dazu gehört Offenheit und auch Einfühlungsvermögen.»

und grosse Geschichten publizieren. Das

war fantastisch», erinnert sich Brigitte

Frei an ihre journalistische Anfangszeit.

Die Kommunikationsfachfrau erzählt

mit Begeisterung. Sie sagt über sich: «Ich

bin ein neugieriger Mensch, vielseitig

interessiert, hartnäckig und zielstrebig.»

Etwas Neues anpacken, Neues lernen und

es dann durchziehen, das ist ihr wichtig.

Mit dem Radio- und Printjournalismus

war sie nun vertraut, fehlte noch die

Fernseherfahrung. Neben ihrem Redaktionsjob

bei der Presseagentur arbeitete

sie als Moderatorin für die Sendung

«Fenster zum Sonntag» auf SF2. Nach

einiger Zeit wechselte sie ganz in die

Fernsehredaktion. Sie produzierte Beiträge,

verantwortete eigene Sendungen

und moderierte. «Das war ein Traumjob.

Ich konnte Themen recherchieren, suchte

passende Interviewpartner, musste die

Geschichten ins Bild setzen und war beim

Schnitt dabei. Das alles war extrem spannend».

Wie ein roter Faden

Die Kommunikation ziehe sich wie ein

roter Faden durch ihre Laufbahn, sagt sie.

«Ich begegne gerne ganz verschiedenen

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36

Laufbahn

context 10 – 2012

Leuten und Themen. Dazu gehört Offenheit

und auch Einfühlungsvermögen.»

Brigitte Frei erinnert sich an eine der vielen

Sendungen, die sie begleitet hat. Sie

lernte dabei eine Frau mit Amyotropher

Lateralsklerose (ALS) kennen, einer degenerativen

Muskelerkrankung. «Es ist

nicht einfach bei solchen Porträts die

richtige Mischung zwischen Distanz und

Betroffenheit zu finden. Die Frau hat mich

auf jeden Fall beeindruckt, ihr Mut und

ihre Zuversicht trotz des nahenden Todes.

Das sind Momente, die man nicht mehr

vergisst.»

1999 kam ihr erster Sohn zur Welt.

Nun steckte sie beruflich etwas zurück

und übernahm nur noch Moderationen.

Mit der Geburt ihres zweiten Sohnes 2001

zog sie sich ganz aus dem Berufsleben zurück.

Trotz ehrenamtlicher Engagements

fiel ihr nach zwei Jahren die Decke auf

den Kopf. So wichtig ihr die Betreuung ihrer

Kinder war, sie fühlte sich intellektuell

unterfordert. «Ich bin ein Herdentier,

ich brauche andere Menschen um mich.»

Langsam nahm sie das Berufsleben wie-

Anpfi ff zur

ICT-Karriere

Clevere Kaufleute steigen jetzt um als

Wirtschaftsinformatiker/-in mit eidg. FA

Mediamatiker/-in mit eidg. FA

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ICT-System- und Netzwerktechniker

mit eidg. FA

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der auf; sie arbeitete als freischaffende

Texterin und Kommunikationsberaterin

vorwiegend für Kunden der Agentur ihres

Mannes.

Rüstzeug geholt

Bald schon aber wollte sie wieder ganz auf

eigenen Füssen stehen. Und sie hatte Lust,

ein eigenes Unternehmen zu gründen:

2010 war es soweit, sie machte sich selbstständig

mit Kontura Kommunikation

GmbH. Dank dem Netzwerk, das sie sich

vorher aufgebaut hatte, startete sie ohne

grosse Schwierigkeiten. Kunden gab es

und Brigitte Frei konnte von ihrem breiten

Know-how profitieren. Was noch

fehlte, war ein solides theoretisches Fundament:

«Ich wollte mehr wissen. Ich

wünschte mir eine umfassende Ausbildung

in PR und Kommunikation.»

In einer zweijährigen Weiterbildung

zur eidg. diplomierten PR-Beraterin am

Schweizerischen Public Relations Institut

SPRI holte sich die Kommunikationsspezialistin

das nötige Rüstzeug für eine

noch professionellere PR-Arbeit. Sie

setzte sich mit Kommunikations-Konzepten,

Marketing-Strategien, betriebs- und

volkswirtschaftlichen Fächern auseinander.

Sie beschäftigte sich mit Dialoggruppen,

Stakeholdern und der rasanten Entwicklung

der Branche. Sie lernte New

Media kennen und studierte das Beratungshandwerk.

«Als PR-Beraterin habe

ich oft mit Vertretern der Geschäftsleitung

zu tun. Da ist es wichtig, eine umfassende

Ausbildung mitzubringen.»

Am Limit

Frei erlebte zwei intensive Jahre und lief

manchmal am Limit. Das Studium beanspruchte

sie phasenweise stark, daneben

baute sie ihre Firma auf und war zu einem

grossen Teil zuständig für die beiden Kinder.

«Familienleben, Job und Ausbildung

unter einen Hut zu bringen, war nicht immer

einfach. Aber wir haben es geschafft.»

Ihr Mann unterstützte sie dabei. Auch als

Firmeninhaber hat er über all die Jahre

konsequent Teilzeit gearbeitet und viel

Familienarbeit übernommen.

«Die Durststrecke hat sich gelohnt»,

sagt Brigitte Frei im Rückblick. «Nun bin

ich unabhängig, habe etwas Eigenes und

trage dafür die volle Verantwortung. Das

liegt mir.» Selbstständig zu sein, erlebt

sie aber nach wie vor als Herausforderung.

Vor allem sei es schwierig, das gute

Gleichgewicht zwischen genug und zu

viel Arbeit zu finden. «Als Unternehmerin

fühle ich mich verpflichtet, die

Kundenbedürfnisse zu erfüllen. Gute

Kunden will ich auf keinen Fall verlieren

und neuen Kunden sagt man nur ungerne

ab.»

Auf den Punkt

Kontura Kommunikation bietet Kommunikationsberatung,

klassische PR, Marketingkommunikation

sowie Schulungen in

Moderation und Präsentation an. Die

Kernkompetenz von Frei ist die strategisch

geplante Kommunikation. Sie berät

Unternehmen bei der Kommunikation,

entwickelt Konzepte, legt Massnahmen

fest und übernimmt auch deren Umsetzung.

Aktuell berät sie zum Beispiel ein

internationales Hilfswerk, das in 60 Ländern

tätig ist und nun die Kommunikation

zentralisieren und neu ausrichten

möchte. Oder sie begleitet kleinere Firmen

bei Kommunikationsauftritten.

Bei ihrer Arbeit kann Brigitte Frei auf

ihre journalistischen Erfahrung zurückgreifen.

Um zum Beispiel Dialoggruppen

und das Marketingumfeld festzulegen,

muss sie aufwendige Recherchen betreiben,

und sie muss fähig sein, ihre Analysen

sprachlich auf den Punkt zu bringen.

Mit Fingerspitzengefühl

Brigitte Frei identifiziert sich stark mit

dem, was sie tut. Wenn der Kunde einmal

aus ihrer Sicht «falsch entscheidet» oder

wenn ein fertiges Konzept «in der Schublade»

verschwindet, dann leidet Brigitte

Frei. Generell erlebt sie ihre Rolle aber als

positiv. Sie kommt von aussen, ist nicht

ins Unternehmen eingebunden und kann

daher unabhängig ihre Sicht der Dinge

darlegen. Sie geniesst eine Art Narrenfreiheit.

Wichtig sei aber immer das Fingerspitzengefühl

und das Vertrauen, das der

Kunde ihr gegenüber habe.

Viele Jungunternehmer sind dafür bekannt,

dass sie sich selber ausbeuten. Die

Work-Life-Balance habe sie im Griff, sagt

Frei. «Ich nehme unterdessen einiges gelassener.

Die Erfahrung wächst – und

auch die Kinder werden selbstständiger.»

Zu einem ausbalancierten Leben trägt

sicher auch der Sport bei. Brigitte Frei ist

zusammen mit ihrem Mann gerne mit

dem Bike unterwegs, «adrenalinfrei», wie

sie sagt. Mit dem Kanu rudern sie auf dem

Vierwaldstättersee, dem Zugersee oder

der Reuss. Regelmässig joggt die Kommunikatorin.

Das allerdings am liebsten

allein, im stillen Wald. Ohne Worte.

Rolf Murbach ist Context-Redaktor.

rolf.murbach@kvschweiz.ch

Reto Schlatter ist freier Fotograf im

Zürcher Presseladen. mail@retoschlatter.ch


Ratgeber

Haben Sie Fragen rund ums Thema Arbeitsplatz? Die Experten des KV Schweiz geben den

Mitgliedern Auskunft. > beratung@kvschweiz.ch oder www.kvschweiz.ch/beratung

Büroalltag

Carla Weber arbeitet als Psychologin

beim KV Schweiz.

> carla.weber@kvschweiz.ch

Hemmungen

Was hilft gegen

Angst vor Fehlern?

Beim Arbeiten gebe ich mir

grosse Mühe, nichts falsch zu

machen. Alles, was ich tue,

überprüfe ich gründlich.

Trotzdem passierte mir kürzlich

ein dummer Fehler, der

einiges an unnötigen Kosten

auslöste. Es war mir so peinlich.

Mein Vorgesetzter zeigte

zwar Verständnis, ich selber

konnte mir aber nicht verzeihen.

Seither bin ich wie

blockiert. Ich habe ständig

Angst, einen weiteren Fehler

zu machen. Was kann ich

tun gegen diese Unsicherheit?

Ich leide sehr darunter.

Fehler können sehr unangenehm

sein. Sie setzen uns der

Kritik anderer aus und lassen uns

an uns selbst zweifeln. Doch gerade

in der heutigen Arbeitswelt,

in der Stress und Leistungsdruck

zunehmen, ist klar: Fehler passieren.

Viele Betriebe haben sich

inzwischen von der «Null-Fehler-

Kultur» verabschiedet. Fehler

sollten nicht um jeden Preis verhindert

werden, denn eine übertriebene

Angst vor Fehlern

hemmt jede Form von Entwicklung

und Innovation. Vielmehr

sollte eine «Kultur des Schei-

context 10 – 2012

terns» etabliert werden, die eine

Quelle des Lernens sein kann.

Laurence J. Peter, ein bekannter

Psychologe und Pädagoge,

brachte diese Erkenntnis auf den

Punkt: «Fehler vermeidet man,

indem man Erfahrungen sammelt.

Erfahrungen sammelt man,

indem man Fehler macht». Es ist

wichtig, zu den eigenen Fehlern

zu stehen. Fehler zu vertuschen

stellt nämlich ein Risiko dar, gerade

für Unternehmen, bei denen

Fehler grosse Konsequenzen haben

können wie zum Beispiel für

Spitäler. Nur ein wirklich offener

Umgang mit Fehlern ermöglicht

die Verbesserung von Abläufen

und dient damit der Fehlerprävention.

Für Sie als Mitarbeiterin

heisst das konkret: Nutzen Sie

entstandene Fehler um aus ihnen

zu lernen. Folgendes Drei-

Schritte-Programm kann Ihnen

dabei helfen:

1. Schritt: Analysieren Sie Ihren

Fehler. Suchen Sie auf keinen

Fall nach Schuldigen, sondern

forschen Sie gezielt nach Ursachen.

Wie kam es zum Fehler?

Wegen situativ falschem Verhalten?

Wegen Missverständnissen?

Wegen Zeitdruck? Wegen organisatorischen

Mängeln? Selten besteht

die Quelle von Fehlern aus

einem einzelnen Grund. Oft ist es

die ungute Verquickung verschiedener

Ursachen, die sich besonders

fatal auswirken kann.

2. Schritt: Ziehen Sie aus Ihrer

Analyse Erkenntnisse für die

Zukunft. Was müssten Sie tun

oder eben nicht tun, um den Fehler

nicht zu wiederholen? Vielleicht

braucht es mehr als die

Veränderung des eigenen Verhaltens.

Suchen Sie deshalb bei Bedarf

das Gespräch mit Ihren Vorgesetzten.

3. Schritt: Profitieren Sie von

Ihren Fehlern. Können Sie aus

der Situation etwas lernen, was

ohne den Fehler nicht möglich

gewesen wäre? Hat der Fehler

Sie vielleicht vor noch unangenehmeren

Konsequenzen geschützt,

indem Sie rechtzeitig auf

Schwachstellen aufmerksam

wurden?

Sobald Sie aus Fehlern lernen

und diese für Veränderungen

nutzen, öffnen Sie sich für einen

Entwicklungs- und Wachstumsprozess.

Das kann auch spannend

sein. Vermutlich machen

Sie die Erfahrung, dass andere

Ihnen dabei sehr viel Verständnis

entgegen bringen. Fehler machen

uns nämlich sozialer. Wer

selber Fehler machen kann, wird

auch gnädiger und verständnisvoller

andern gegenüber. Wie

heisst es doch so schön? «Nobody

is perfect.»

Bildung

Gabriel Fischer arbeitet in der Abteilung

Bildungspolitik des KV Schweiz.

> gabriel.fischer@kvschweiz.ch

Entlastung

Steuerabzug für

Weiterbildungskosten?

Ich überlege mir eine Weiterbildung

zu absolvieren, die

finanziellen Kosten kann ich

aber nicht einschätzen. Mein

Arbeitgeber hat zwar schon

signalisiert, einen Teil der

Arbeitszeit zur Verfügung zu

stellen, an den Kosten will er

sich aber nicht direkt beteiligen.

Kann ich die anfallenden

Kosten für die Weiterbildung

in der Steuererklärung angeben,

um so zumindest bei der

Steuerrechnung noch etwas

entlastet zu werden?

Leider kann die Antwort auf

diese Frage nicht so einfach und

vor allem nicht generell gegeben

werden. Bis heute lässt die

Anpassung der steuerlichen Behandlung

der berufsorientierten

Aus- und Weiterbildungskosten

bei der direkten Bundessteuer

auf sich warten. Es bleibt auf

Bundesebene bei völlig ungenügenden

Bestimmungen. Demnach

können Weiterbildungs-

und Umschulungskosten als

Berufskosten abgezogen werden,

wenn sie in unmittelbarem

Zusammenhang mit dem gegenwärtigen

Beruf stehen. Dieser

enge Begriff schliesst Weiterbildungen

aus, welche dem

Aufstieg und somit der Weiterentwicklung

der eigenen Fähigkeiten

dienen.

Diese Abgrenzung ist aber

nicht immer problemlos zu machen,

und ausserdem wird diese

Regelung von Kanton zu Kanton

unterschiedlich ausgelegt. Das

heisst, die Frage nach der Möglichkeit

eines Steuerabzugs für

Weiterbildungskosten ist nicht

allgemein zu beantworten, sondern

hängt von der jeweiligen Praxis

der kantonalen Steuerämter

ab. Ob in Ihrem konkreten Fall ein

Steuerabzug möglich ist, kann ich

so leider nicht beantworten.

Was ich aber mit Sicherheit

sagen kann, ist, dass diese Unsicherheit

und Ungleichbehandlung

störend ist und sich der KV

Schweiz schon länger für die Lösung

dieses Problems auf Bundesebene

einsetzt. Und es liegt

37


38

Ratgeber

auch schon ein konkreter Lösungsansatz

auf dem Tisch: Es

soll ein Steuerabzug im Gesetz

der direkten Bundessteuer verankert

werden. Der Ständerat hat

einer Variante mit einem maximalen

Abzug von 12 000 Franken

bereits zugestimmt, der Nationalrat

will das Geschäft noch einmal

überarbeitet haben.

Insbesondere ist die Frage, ob

und in welcher Höhe ein maximaler

Abzug festgelegt werden soll,

noch nicht ganz geklärt. Es ist

aber denkbar und wünschenswert,

dass ein Steuerabzug für

Weiterbildung bei der direkten

Bundessteuer (und über das Gesetz

zur Steuerharmonisierung

auch in den Kantonen) in Bälde

Tatsache wird. Es wäre dies eine

echte finanzielle Entlastung der

Weiterbildungsabsolventen, und

ein mögliches Hindernis auf dem

Weg zum Weiterbildungsentscheid

könnte so aus dem Weg

geräumt werden.

Recht

Felix Kuster arbeitet beim

Rechtsdienst des KV Schweiz.

> felix.kuster@kvschweiz.ch

context 10 – 2012

Probezeit

Wurde Kündigung

zu spät zugestellt?

Ich habe auf den ersten Juli

dieses Jahres einen Arbeitsvertrag

mit einer dreimonatigen

Probezeit vereinbart. Die Probezeit

dauerte deshalb bis am

30. September. Am Freitag,

den 28. September und somit

noch während der Probezeit

kündigte mir der Arbeitgeber

auf Freitag, 5. Oktober 2012.

Die Kündigung wurde mir am

Montag, 1. Oktober 2012 per

Post eingeschrieben zugestellt.

Ich bin bis anhin immer davon

ausgegangen, die Probezeit

dürfe nicht mehr als drei

Monate dauern. Mit der Kündigung

auf den 5. Oktober

wurde diese dreimonatige

Frist jedoch meiner Meinung

nach überschritten.

Es trifft zu, dass die Probezeit

nicht länger als drei Monate dauern

darf. Eine Verlängerung kann

allerdings stattfinden, wenn der

Arbeitnehmer während der Probezeit

zeitweise wegen Krankheit

oder Militärdienst an der Arbeitsleistung

verhindert war. Die Vereinbarung

einer länger als einen

Monat dauernden Probezeit hat

im Übrigen schriftlich zu erfolgen.

Wurde das Erfordernis der

Schriftlichkeit nicht eingehalten,

gilt die einmonatige, gesetzliche

Kündigungsfrist.

Eine Kündigung gegen Ende

der Probezeit ist möglich, auch

wenn die siebentägige Kündigungsfrist

erst nach Beendigung

der Probezeit abläuft. Allerdings

muss der Arbeitgeber in dieser

Situation darauf achten, dass die

Kündigung dem Arbeitnehmer

noch vor Ablauf der Probezeit zugestellt

wird. Die Kündigungsfrist

kann sich also über die Probezeit

hinaus erstrecken, die Zustellung

der Kündigung muss in einem

solchen Fall jedoch spätestens

am letzten Tag der Probzeit

erfolgt sein.

In Ihrem Fall ist die Kündigung

somit zu spät erfolgt, da sie erst

am 1. Oktober eingetroffen ist.

Diese Verspätung hat zur Folge,

dass die vertragliche oder die gesetzliche

Kündigungsfrist für das

erste Dienstjahr Anwendung findet.

Da die Kündigung erst mit

der Zustellung ihre rechtliche

Wirkung entfaltet, vorliegend

also am 1. Oktober 2012, gilt das

Arbeitsverhältnis unter Einhaltung

einer einmonatigen Kündigungsfrist

frühestens auf Ende

November 2012 als gekündigt.

Jugend

Michael Kraft ist der Verantwortliche

für Jugendpolitik und -beratung des

KV Schweiz.

> michael.kraft@kvschweiz.ch

Verlust

Mein Lehrbetrieb

geht in Konkurs –

und jetzt?

Ich mache eine Lehre als

Kauffrau in einem mittelgrossen

Betrieb. Uns wurde vor

wenigen Tagen mitgeteilt,

dass die Firma in dieser Form

nicht mehr weiter existieren

kann. Ob sie wirklich Konkurs

geht, ist noch etwas unklar,

doch wir rechnen alle mit

dem Schlimmsten. Ich lerne

schon länger nichts mehr

wirklich Neues: Wir Lernenden

sind vor allem dazu da,

die besorgten Kunden am

Telefon abzuwimmeln. Wie

kann ich meine Lehre zu

Ende bringen?

Deine Lehrstelle hängt an der

Zukunft der Firma – das ist alles

andere als eine angenehme Situation.

Trotzdem gibt es vielleicht

einige Lichtblicke: Es ist

möglich, dass gewisse Teile oder

Filialen des Betriebs bestehen

bleiben und du anderswo weiterbeschäftigt

wirst. Ausserdem

wäre es denkbar, dass dein Chef

durch seine Kontakte einen

neuen Lehrbetrieb für dich finden

kann. Dies wären zwei praktische

Varianten, darauf verlassen

kannst du dich jedoch nicht.

Es ist deshalb dringend notwendig,

dass du selbst aktiv

wirst. Das erscheint umso wichtiger,

als auch der Lehrauftrag in

deinem Betrieb nicht mehr erfüllt

wird. Ich persönlich finde es

ziemlich fragwürdig, dass die Geschäftsleitung

die Lernenden am

Telefon vorschickt, um die Kunden

vorerst zu beruhigen. Eine

Verbesserung dieser Situation

dürfte zum jetzigen Zeitpunkt

jedoch kaum zu erreichen sein.

Konzentriere dich deshalb auf

deine berufliche Zukunft und beginne

bereits jetzt damit, eine

neue Lehrstelle zu suchen.

Denke auch an Bekannte oder

Verwandte, die vielleicht gute

Beziehungen zu einem Lehrbetrieb

haben. Zudem solltest du

das kantonale Berufsbildungsamt

kontaktieren. Dieses kann

dir weitere wichtige Informationen

geben und dich bei der

Suche nach einem neuen Lehrbetrieb

unterstützen. Diese Unterstützung

für Lernende, die von

Betriebsschliessungen betroffen

sind, ist sogar gesetzlich festgeschrieben.

In den nächsten Tagen bis Wochen

wird sich die Situation in

deinem Betrieb klären. Solltest

du in der einen oder anderen

Form deine Lehre fortsetzen können

und das auch wollen, ist das

umso besser. Hast du eine andere

Lehrstelle gefunden und

möchtest du diese antreten, so

kann der Lehrvertrag per sofort

aufgelöst werden. Schliesst der

Betrieb, bevor du eine neue Lehrstelle

gefunden hast, kannst du

während 3 Monaten auch ohne

Lehrstelle die Berufsschule besuchen

und gleichzeitig eine

neue Stelle suchen. Dadurch verpasst

du nichts vom Schulstoff

und kannst deine Lehre an einem

neuen Ort ohne Unterbruch fortsetzen.


Der Berg ruft!

Die schönsten Pisten der Schweiz

KV-Mitglieder profitieren

Unterkunft & Verpflegung

bis 30% Rabatt in

auserlesenen Hotels

der Gegend

Ob Sie Skifahren, Snowboarden, Schlitteln, Schneewandern oder die

trendigsten Funsportgeräte im Tigignas-Park nutzen, Savognin bietet

www.kvschweiz.ch/Savognin

context 10 – 2012

Friendship Ticket

39

2 Tageskarten zum Preis

von einer

auf 80 Kilometern Pisten für jeden das Richtige. Weitere Informationen unter


40

SeKtionen

KV AKtuell

Ab aufs Eis

KV Mitglieder erhalten 20 Prozent Rabatt auf die Show

«Romeo & Julia on ice» in Bern und Zug.

Heisse liebe auf kühlem eis: Romeo und Julia.

Nach den grossen Erfolgen in den vergangenen

Jahren kehrt das weltweit einzige

Eisballett aus dem russischen St. Petersburg

mit einer einzigartigen Neuproduktion

zurück: Die Umsetzung der berühmtesten

Liebesgeschichte in «Romeo &

Julia on ice» hat das staatliche Ensemble

für diesen Anlass aufwendig inszeniert.

Als Mitglied des KV Schweiz haben Sie die

Region BASel-StAdt

KV BASel

telefon 061 271 54 70

Fax 061 272 24 41

info@kvbasel.ch

www.kvbasel.ch

english Club

All meetings will be held on Tuesdays

at 8 pm at the KV building.

For any suggestions contact Gaby

Felix: phone 061 701 30 66 or Felix

Schurter: 062 868 74 00 (during

the day)

Pensioniertengruppe

Weihnachtsanlass: Kaffee und

Kuchen in der Weihnachtsstube.

Danach Spaziergang zur Martinskirche,

Konzertbeginn um 19.30 Uhr

(Generalprobe) des Weihnachtsoratoriums

von J.S. Bach mit weltbekannten

Solisten, dem Basler Bach-

Chor sowie dem Kammerorchester

Capriccio Basel. Donnerstag,

13. Dezember; Besammlung um

17.20 Uhr auf dem Rümelinsplatz

context 10 – 2012

einmalige Gelegenheit die Vorstellungen

mit attraktiven 20 Prozent Rabatt zu besuchen.

Lassen Sie sich am Freitag 11.1.2013 in

der PostFinance Arena in Bern oder am

Samstag 12.1. und Sonntag 13.1.2013 in der

Bossard Arena in Zug von der faszinierenden

Eisshow begeistern. Es erwartet Sie

sportlicher Eiskunstlauf in faszinierender

Kombination mit dem berühmten russischen

Ballett. Mit «Romeo & Julia on ice»

präsentiert das St. Petersburger Staatsballett

seine wohl ergreifendste Produktion.

Oder vielleicht möchten Sie sich von

Tschaikowskis Erfolgswerk «Nussknacker

on ice» verzaubern lassen. Das Eisballett

entführt Sie am 14.1.2013 in Zug in einen

überwältigenden Traum voller Ästhetik

und Poesie.

Bitte bestellen Sie Ihre Tickets mit

dem Bestelltalon bis spätestens 15.

Dezember 2012 unter folgendem Link:

www.kvschweiz.ch/eisshow.

Marketing KV Schweiz

und von da zu Fuss zur Weihnachtsstube

Wanner, Schneidergasse 7.

Kosten: KV-Mitglieder CHF 10.–,

Nichtmitglieder CHF 25.–.

Bitte anmelden.

Region BeRn

KV BeRn

telefon 031 390 60 30

Fax 031 390 60 20

info@kvbern.ch

www.kvbern.ch

tagesseminare

>«Von der Selbsterkenntnis zum

Kundenverständnis» mit Peter

Ruppert, Verkaufsleiter; Donnerstag,

15. November, Kurs 416

>«Berichte schreiben – verständlich

und klar formulieren» mit

Fabienne Schnyder; Freitag,

16. November, Kommunikationsexpertin,

Kurs 518

>«Die Macht des ersten Eindrucks:

Sicher Auftreten von Anfang an»

mit Astrid Mehr, Psychologin;

Mittwoch, 28. November, Kurs 619

>«Leisten und anerkennen: Ohne

Fleiss kein Preis» mit Sybille

Wölfing, Arbeits- und Organisationspsychologin;

Dienstag,

4. Dezember, Kurs 625

>«Mit Projektmanagement, innovative,

spezielle Aufgaben zum

Erfolg führen» mit Jürg Schaad,

Organisator/Erwachsenenbildner;

Mittwoch und Donnerstag, 5./6.

Dezember, Kurs 312, zweitägig

>«Lerntechnik» mit Christina Schubiger,

Marketingleiterin, Ausbildnerin;

Donnerstag, 13. Dezember,

Kurs 317

My younger days/events

Sämtliche Jugendreisen sind bis

Ende Jahr ausgebucht. Das neue

Event-Programm erscheint im

Dezember.

Der Berg ruft

Für KV-Mitglieder gibt es Winterspass

zum Vorzugstarif.

Der Winter steht vor der Tür und der KV

Schweiz hält mit der neuen Partnerschaft

mit den Savognin Bergbahnen das

optimale Winterangebot für Sie bereit:

Ob Skifahren, Snowboarden, Schlitteln,

Schneewandern oder mit den trendigsten

Funsportgeräten im Tigignas-Park

unterwegs, Savognin bietet mit seinem

vielseitigen Angebot für jeden den richtigen

Winterspass. Als KV-Mitglied erhalten

Sie jetzt 2 Tageskarten für den

Preis von einer und profitieren zusätzlich

von bis zu 30% Rabatt auf Übernachtungen

in auserwählten Hotels der Gegend.

Alle weiteren infos unter:

www.kvschweiz.ch/savognin

Marketing KV Schweiz

Senioren

«Die Kaufmännische Grundbildung

aus der Sicht der Lernenden», zwei

Lernende der WKS KV Bildung erzählen

über ihre Lehre. Dienstag,

6. November, 15 Uhr, Sitzungszimmer

KV Bern, Schlösslistrasse 29.

Anschliessend Jahresschlusshöck

im Ristorante Azzuro, Murtenstrasse

2, Bern. Anmeldungen bis 1. November

an Sylvia Hochstrasser.

Region MittellAnd

KV-BAll MittellAnd

Einladung zum KV-Ball mit Apéro,

Diner sowie Orchesterkonzert.

Samstag, 26. Januar im KV-Saal

in Liestal.


SeKtionen

KV AARgAu oSt

telefon 056 437 19 16

Fax 056 437 19 10

info@kvagost.ch

Chlaushöck

Es sind alle herzlich eingeladen.

Freitag, 16. November, 19 Uhr,

Pontonierhaus in Brugg – Schacheninsel,

direkt am Aareufer.

Kosten; Raclette-Essen und Getränke

CHF 20.– Mitglieder, CHF 25.–

andere. Anmeldeschluss ist der

9. November.

KV AARgAu WeSt

telefon 062 837 65 15

Fax 062 837 65 19

info@kvagwest.ch

www.kvagwest.ch

Weihnachts-Konzert

Weihnächtliche Lieder und

Geschichten mit Sabrina Sauder

und Stephan Sigg. Sonntag,

16. Dezember um 16 Uhr in der

evang. Kirche Oberentfelden.

Handelsschule KV Aarau

Führungsakademie

www.hkvaarau.ch

neues Seminarprogramm

Ende November erscheint das Seminarprogramm

2013. Jetzt bestellen

unter: m.wagner@hkvaarau.ch

KV BASellAnd

telefon 061 926 70 10

Fax 061 926 70 15

info@kvbl.ch

www.kvbl.ch

Fachreferat

«Kapital oder Rente» mit Hanspeter

Baumann, BDO AG Liestal; Donnerstag,

15. November, 18 h, Aula KV

Liestal.

Bezug Vergünstigungen

Bis jetzt konnten Reka-Schecks,

SBB-Gutscheine und Sole-uno-

Abonnemente bar bezahlt werden.

Ab sofort erhalten Sie eine Rechnung,

welche innert 30 Tagen

bezahlt werden kann.

optionen für die Zukunft

www.bildungszentrumkvbl.ch

context 10 – 2012

KV SolotHuRn

telefon 032 622 31 21

Fax 032 622 31 56

info@kvsolothurn.ch

www.kvsolothurn.ch

SFW Forum für Weiterbildung,

Solothurn | telefon 032 624 90 50

info@sfw.ch | www.sfw.ch

Seminare

>«Outlook – Schaltzentrale Ihrer

Arbeit» mit Willy Knüsel; Freitag,

16. November

>«Die Kunst der konstruktiven

Kritik» mit Joachim Hoffmann;

Freitag, 16. November

>«Steuertagung» mit diversen Referenten;

Mittwoch, 21. November

>«Arbeitsplatzorganisation» mit

Darya Haller; Freitag, 23. November

(1 Vormittag)

>«Mit PEP an die Arbeit» mit Willy

Knüsel; Montag, 26. November

>«Praxisseminar Arbeitsrecht»

mit Matthias Miescher;

Mittwoch, 5. Dezember

>«Arbeitsplatzorganisation» mit

Darya Haller; Dienstag,

18. Dezember (1 Vormittag)

>«Gelassen und selbstbewusst – im

Beruf und privat» mit Joachim

Hoffmann; Dienstag, 19. Februar

und 19. März (2 Tage)

Region oStSCHWeiZ

KV oSt

telefon 071 274 36 50

Fax 071 274 36 56

info@kvost.ch

www.kvost.ch

Bewerbungscheck – der erste eindruck

zählt!

Ein perfektes Bewerbungsdossier

steigert die Chancen auf dem

Arbeitsmarkt. Der Kaufmännische

Verband Ost bietet mit dem Bewerbungscheck

Soforthilfe für Lehrabgänger/innen

und junge Berufsleute

in Büro und Verkauf an. Fachpersonen

prüfen das Bewerbungsdossier

und geben Tipps zur Verbesserung.

Anmeldung für das Einzelgespräch

auf www.kvost.ch/Beratung/Laufbahnberatung.

Kvision

Veranstaltung «Networking ist mehr

als nur Beziehungspflege – Networking

ist Nettworking» mit Referaten

zum Thema; Donnerstag, 8. November,

von 18 bis ca. 20 Uhr im Casino

Frauenfeld. Weitere Infos: www.

kvost.ch/Veranstaltungen/KVision.

Der Eintritt ist kostenlos.

Seminare

>«45plus – noch einmal durchstarten»

mit Silvia Troxler Gruber;

Dienstag, 13. November, 9 bis 17 h

>«In 30 Minuten ein Buch lesen?

Neue Lesetechnik» mit Claude

André Ribaux; Mittwoch,

14. November, 9 bis 17 h

>«Berufliche Vorsorge: Pensionskassen

und BVG» mit Bruno Ern;

Donnerstag, 15. und 22. November,

jeweils 9 bis 17 h

>«Kommunikationstraining für

Führungskräfte» mit Silvia Troxler

Gruber; Mittwoch, 28. November,

9 bis 17 h

>«Kaufmännische Grundbildung:

Umschulung auf Neuerungen ab

Sommer 2012» mit Stefan Keller;

Mittwoch, 28. November, 8.30

bis 12 h

Bitte anmelden.

Freizeitclub 60

Brauquöll Appenzell – Führung

durch das neue Besucherzentrum

der Brauerei Locher mit Bierdegustation.

Vorgängig Mittagessen;

Mittwoch, 14. November,

ganzer Tag.

CelARiS

eine Schule des KV ost und des

SiB Schweizerisches institut für

Betriebsökonomie Zürich

informationsanlässe:

>«HR-Fachfrau/HR-Fachmann mit

eidg. FA»; Montag, 5. November

>«Personalassistent/in Zertifikatsprüfung»;

Montag, 5. November

>«Fachausweis Rechnungswesen»;

Mittwoch, 7. November

>«dipl. Leiter Finanzen & Dienste

NDS HF»; Mittwoch, 7. November

>«HR-Fachfrau/HR-Fachmann mit

eidg. FA»; Dienstag, 11. Dezember

>«Personalassistent/in Zertifikatsprüfung»;

Dienstag, 11. Dezember

>«Personalassistent/in Zertifikatsprüfung»;

Start: Januar 2013

Weitere Infos: Telefon 071 272 66 00

oder www.celaris.ch

KV-Ost-Mitglieder erhalten

Vergünstigungen!

Region SüdoStSCHWeiZ

KV Region SüdoStSCHWeiZ +

FüRStentuM lieCHtenStein

telefon 081 254 14 94

Fax 081 254 14 44

kv-sks@spin.ch

Weindegustation und essen

Einladung zum Treberwurstessen

am Freitag, 30. November. Treffpunkt

zu Apéro und Degustation um

18 Uhr vor dem Weingut zur Sonne,

Malanserstrasse 2, 7307 Jenins.

Anschliessend Treberwürste im

Restaurant Traube geniessen.

Kosten ganzer Abend: CHF 55.–,

nur Nachtessen: CHF 35.– p.P. Wir

freuen uns auf alle KV-Mitglieder

mit und ohne Begleitung sowie auf

Mitglieder aller KV-Sektionen!

Region ZentRAlSCHWeiZ

KV luZeRn

telefon 041 210 20 44

Fax 041 210 78 50

info@kvluzern.ch

www.kvluzern.ch

tagesseminare in luzern

>«Arbeitszeugnisse – Grundlagen»

mit Edi Class; Freitag,

9. November

>«Führung von Lernenden – eine

besondere Aufgabe» mit Vera

Class-Bachmann; Montag,

12. November

>«Lohn- und Personalversicherungen»

mit Felix Kuster; Donnerstag,

15. November

>«MWST-Refresher» mit Martin

Schaer; Freitag, 16. November

>«Neues und Bewährtes im BVG –

Refresher für die Berufliche Vorsorge»

mit Bruno Ern; Dienstag,

20. November

>«Mehr Wirkung im Büro – Technik

mit eigenen Ressourcen verbinden»

mit Susanne Mouret;

Donnerstag, 29. November

41


42

SeKtionen

>«Protokollführung» mit Daniel L.

Ambühl; Mittwoch, 5. Dezember

Abendseminare in luzern

>«Meine Finanzen – ich will mitreden

und sie verstehen können!»

mit Roger Planzer; Montag,

5. November und 19. November,

18 bis 21.15 h

>«Neue Rechtschreibung» mit

Daniel L. Ambühl; Montag,

12. November, 18 bis 21 h

tagesseminar in Zug

«Kreative Teams effektiv führen»

mit Michael Schmidt-Purrmann;

Mittwoch, 28. November

Region

ZüRiCH-StAdt

KV ZüRiCH

telefon 044 211 33 22

Fax 044 221 09 13

info@kvz.ch

www.kvz.ch

Öffentliche Seminare

Jeweils von 9 bis 17 Uhr, Ausnahmen

werden speziell vermerkt. Weitere

Informationen auf www.kvz.ch

>«Ablagemanagement» mit

Fabienne Simmen; Dienstag,

13. November, 8.30 bis 12.30 h

>«Selbstmanagement» mit Gabriela

Straubinger; 16. und 23. November

>«Lernen mit List und Lust» mit

Monika Bär; Dienstag, 20. und

27.November, 18 bis 20.30 h

>«Jugendliche im Lehrlingsalter

verstehen und begleiten» mit Rolf

Butz und Henry Goldmann;

Freude schenken und Hilfe ermöglichen!

context 10 – 2012

Donnerstag, 22. November,

18 bis 20.30 h

>«Führen – Anforderungen in der

Praxis bewältigen» mit Verena

Portmann; 30. November

>«Arbeitszeugnisse» mit Edi Class;

Donnerstag, 6. Dezember

Cercle français

conversation, grammaire, littérature,

actualités chaque mercredi

(sauf pendant les vacances)

18.45 – 19.45 h, KVZ, Talackerstrasse

34, 8001 Zurich. Toute

personne intéressée est bienvenue

dans notre cercle. Contacte:

hugo.schnurrenberger@gmail.com

ou erika.salzmann@gmx.ch

ladies’ english Club

All meetings will be held on Mondays

at 6.45 p.m. in the Merkurstube,

First Floor, Talacker 34, Kaufleuten

Building, 8001 Zürich. Contact:

Nancy Scherer-Howe, Phone 044

720 93 09. www.raccourci.ch/ladies

Men’s english Club

Our club meets on: Tuesdays at 7pm

at the Kaufleuten Building, Talacker

34, 8001 Zurich, 1st. Floor.

Web page: meckvz.weebly.com.

Guests are most welcome.

Konzert

Das Orchester des Kaufmännischen

Verbandes Zürich spielt unter der

Leitung von Raphael Honegger:

>Freitag, 23. November,

20 Uhr, Kirche St. Josef, Zürich

>Sonntag, 25. November

18.30 Uhr, St. Peter, Zürich

Kollekte zur Deckung der

Unkosten.

Pro Juventute Stimmungsfl ip

Blättern Sie im Stimmungsfl ip und zeigen Sie so Ihre Gefühle!

Sie werden staunen, wie Ihre Umgebung auf Ihre

momentane Verfassung reagiert!

CHF 25.–. Davon fl iessen CHF 7.– in

die Kinderprojekte von Pro Juventute.

Artikel-Nr. UBRV-6101

45 Seiten, Format 170 x 125 mm

Veteranen- und Senioren-Vereinigung

Klubnachmittag: Vortrag «Gleichberechtigung»

mit Rosmarie Zapfl,

Präsidentin allience F. Montag,

26.November, 14.30 h, Kaufleutensaal

Region ZüRiCH-lAnd –

SCHAFFHAuSen

KV SCHAFFHAuSen

telefon 052 630 78 78

Fax 052 630 78 77

info@kv-sh.ch

www.kv-sh.ch

tagesseminare

>«Rhetorik – selbstbewusst und

sicher auftreten» mit Mona

Ziegler, Mentalcoach/Rhetoriktrainerin;

Mittwoch, 7. November

>«Glücklicher und zufriedener

durch mentale und intuitive

Erfolgssteuerung» mit Thomas Frei,

Geschäftsführer TRIASPower Seminare;

Donnerstag, 22. November

Sprachen

Grosses Angebot an Sprachkursen

und Seminaren unter:

www.kv-sh.ch oder telefonisch.

igKg SH

Interessengemeinschaft kauf-

männische Grundbildung «Update

für KV-Lehrmeister und Ausbildungsbeauftragte»;

Kurse siehe:

www.igkg-sh.ch

Frauennetz

«Lichterglanz-Erlebnis» – Weihnachtsführung

in der Altstadt;

Dienstag, 4. Dezember

Bestellen Sie diesen oder

weitere attraktive Artikel jetzt

unter www.projuventute.ch/shop

oder per Telefon 044 256 77 11.

Senioren Club Kaufleute

Vortrag «2. Weltkrieg in

Schaffhausen» von Matthias Wipf;

Mittwoch, 21. November

KV WinteRtHuR

telefon 052 269 09 09

Fax 052 269 09 08

info@kv-winterthur.ch

www.kv-winterthur.ch

Veranstaltung

«Moderne Umgangsformen»: Veranstaltung

mit Christian M. Wüest,

lizenzierter Kniggetrainer; Mittwoch,

7. November, 18 bis ca. 20.30 h

Seminare

>«Führung von Lernenden –

eine besondere Aufgabe» mit

Vera Class; Teil 1 am Dienstag,

6. November, Teil 2 am

Mittwoch, 7. November

>«Effiziente Protokollführung» mit

Daniel L. Ambühl; Donnerstag,

15. November

>«Erfolgreich führen» mit Verena

Portmann; Donnerstag 22. und

Freitag, 23. November

Berufsbildner

Nächster Kurs für Berufsbildner in

Winterthur: ab 6. Dezember. Details

unter: www.kv-winterthur.ch/Bildung

frauennetz

«Krafttraining mit dem scharfen

Blick» – Training für die Augen mit

Evelyn Ott, anschliessend Chlaus-

und Adventshock. Dienstag,

27. November, 18.30 Uhr, Materialverwaltung

Stadt Winterthur, Ackeretstr.

17. Anmeldung erforderlich.


Seniorinnengruppe

Jahresschluss-Essen im Kafi Burehus,

Seen (Bus 3 bis St. Urban):

Dienstag, 27. November, 11.30 Uhr.

Die Gruppenkasse übernimmt die

Kosten (ohne Dessert und Getränke).

Anmeldung bis Donnerstag,

22. November an Trudi Lack, Telefon

052 212 98 20 oder an Isolde Loser,

Telefon 052 202 64 90.

Seniorenclub KVW

Jahresschlusshöck am Samstag,

10. November, 11.30 Uhr im

Restaurant Argentina (unter uns).

KV BildungSgRuPPe

SCHWeiZ Ag

telefon 079 388 53 40

peter.rueegger@kvbildung.ch,

www.kvbildung.ch, Facebook: KV

Bildungsgruppe Schweiz

Aarau, Baden, Basel, Bern, Luzern,

neu thun, Winterthur, Zürich. Über

100 verschiedene Lehrgänge auf der

Informations- und Buchungsplattform

www.kvbildung.ch

>Aarau: Infoabend für fünf Lehrgänge

Marketing und Verkauf am Mittwoch,

14. November um 18.30 Uhr.

>Baden: Infoabend für vier Lehrgänge

Rechnungswesen und Treuhand

am Mittwoch, 21. November um

19 resp. 20 Uhr.

>Basel: Höhere Fachschule mit neuen

Vertiefungsrichtungen. Ab April

2013 zusätzlich zu SAP und Bankwirtschaft

auch Detailhandel

sowie Spedition und Logistik.

>Bern: Infoanlass zur Höheren

Berufsbildung im Versicherungswesen

am Donnerstag,

15. November, 11.30 bis

15.30 Uhr bei der Mobiliar.

>luzern: Im November erscheint

das neue «Karriere» als Kundenmagazin

und mit allen aktuellen

Lehrgängen. Jetzt bestellen oder

downloaden.

>thun: Neu in der KV Bildungsgruppe

Schweiz. Nebst den klassischen

Lehrgängen auch mit den

innovativen Angeboten «Fit fürs

Büro» oder «Erfolgreich führen».

>Winterthur: Neuer modularer Lehrgang

«Online-/Mobile-Marketing

und Social Media für KMU». Start

im März.

context 10 – 2012

PeRSonen iM KV

«Am Filmfestival von Locarno oder an den

Solothurner Filmtagen bin ich stets dabei.»

Benedikt gschwind, 49, Bereichsleiter Gesamtarbeitsverträge

Was machen Sie für den KV?

Ich bin in der Abteilung Angestelltenpolitik zuständig

für Gesamtarbeitsverträge. Konkret für

die Firmenverträge im Luftverkehr sowie für die

Verträge in den Branchen Holzbau, Personalverleih

und Versicherungen. In dieser Funktion

formuliere ich Ziele, spreche mich mit den anderen

involvierten Verbänden ab, führe Vertrags-

und Lohnverhandlungen und überwache

den Vollzug. Bei letzterem stützen wir uns auf

Hinweise unserer Mitglieder ab. Braucht es

eine Vertretung für andere Branchen in der Abteilung,

übernehme ich diese ebenfalls. Daneben

bin ich in Abteilungsprojekte involviert,

zum Beispiel unsere Salärempfehlungen, die

wir alljährlich herausgeben. Oder ich arbeite

an Positionen zur Angestelltenpolitik mit. Zusätzlich

bin ich Präsident der Personalkommission

des KV Schweiz.

Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit

am besten?

Ich setze mich in erster Linie für die Wahrnehmung

von guten Arbeitsbedingungen für Arbeitnehmende

ein. Dies ist eine sinnstiftende

Tätigkeit, worüber ich glücklich bin. Ich mag

auch den Kontakt zu den ganz unterschiedlichen

Arbeitswelten. Generell ermöglicht mir

mein Beruf viele spannende Begegnungen. Für

Verhandlungen, wie ich sie führe, braucht es

einen langen Atem und oft mehrere Anläufe.

Umso grösser ist die Freude, wenn das Ziel erreicht

wird. In bester Erinnerung ist mir die

Durchsetzung von fünf Ferienwochen.

Was haben Sie vorher gemacht?

Aufgewachsen bin ich in der Stadt Zürich. Nach

der obligatorischen Schulzeit absolvierte ich

eine KV-Lehre in einem Informatik-Unternehmen.

In dieser Zeit kam ich in Kontakt mit dem

KV und wurde da schon Mitglied. Weil ich jemand

bin, der sehr vielfältig interessiert ist,

entschied ich mich im Anschluss für ein Fachhochschul-Betriebsökonomiestudium.Während

meiner beruflichen Tätigkeit in der Versicherungswirtschaft

leistete ich ehrenamtliche

Arbeit für den KV Zürich, unter anderem gehörte

ich dem Vorstand an. Dann kam der KV

Schweiz auf mich zu und bot mir meine jetzige

Stelle an.

Was ist Ihnen im Leben sonst noch wichtig?

Am politischen und gesellschaftlichen Leben

bin ich sehr interessiert und engagiere mich

auch aktiv: Ich bin SP-Kantonsrat. Sehr gerne

unternehme ich Reisen. Es zieht mich dabei

vor allem in den Mittelmeerraum und nach

Mittelamerika. Auch die Musik ist wichtig in

meinem Leben. Früher musizierte ich selbst,

ich spielte die Klarinette in einem Blasorchester.

Und ich bin ein grosser Fan von Filmfestivals:

In Locarno oder an den Solothurner

Filmtagen bin ich stets dabei. Da bei mir

unter der Woche viel Betrieb herrscht, liebe

ich es am Sonntag einfach auszuspannen,

ganz ohne Programm.

Über wen im Verband möchten

Sie mehr wissen?

Über Marta Arnold vom Rechtsdienst des KV

Zürich.

Sie wird im nächsten Context vorgestellt (die Red.).

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SeKtionen

>Zürich: Die Bildungsgänge des

SPRI Schweizerisches Public Relations

Institut finden neu an der

KV Zürich Business School, an der

WKS KV Bildung Bern und an der

KV Luzern Berufsakademie statt.

Weitere Standorte in Vorbereitung.

SiB SCHWeiZeRiSCHeS

inStitut FüR BetRieBS-

ÖKonoMie

telefon 043 322 26 66

Fax 043 322 26 51

info@sib.ch

www.sib.ch

Öffentliche Seminare

jeweils von 9 bis 16.45 Uhr

>«Der Businessplan» mit Pascal O.

Stocker; Mittwoch, 7. November

>«Rhetorik-Training» mit Enrico

Lombardi; Mittwoch/Donnerstag,

7./8. November

>«Konfliktmanagement» mit

Joachim Hoffmann; Dienstag/

Mittwoch, 13./14. November

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context 10 – 2012

>«Finanzcockpit-Finanzielle Führung»

mit Hanspeter Frischknecht;

Mittwoch, 14. November

>«Social Media für Unternehmen»

mit Ralph Hutter; Donnerstag,

15. November

>«Teamleitung und Teamentwicklung»

mit Jacques André

Ditesheim; Montag/Dienstag,

19./20. November

>«Business Know-how für HR-Business

Partner» mit Wolfgang

Rathert; Dienstag, 20. November

>«Teamentwicklung für Fortgeschrittene»

mit Heinz Wyssling;

Mittwoch, 21. November

>«Grundlagen strategische

Führung» mit Pascal O. Stocker;

Mittwoch/Donnerstag,

21./22. November

>«Kommunizieren und Gewinnen»

mit Joachim Hoffmann; Dienstag/

Mittwoch, 27./28. November

>«Arbeitstechnik und Zeitmanagement»

mit Enrico Lombardi;

Mittwoch/Donnerstag,

28./29. November

infoveranstaltungen

Beginn jeweils um 18 h

>«Dipl. Qualitätsmanager/in NDS

HF»; Montag, 5. November

>«Dipl. Betriebswirtschafter/in HF»;

Montag, 19. November

>«Dipl. Controller/in NDS HF»;

Dienstag, 20. November

>«Dipl. Marketingmanager/in HF»;

Dienstag, 20. November

>«Dipl. Leiter/in Finanzen & Dienste

NDS HF»; Mittwoch, 21. November

>«Dipl. Personalleiter/in NDS HF»;

Mittwoch, 21. November

>«Dipl. Management-Diplom SIB»;

Mittwoch, 28. November

>«Dipl. Schulverwaltungsleiter/in

SIB/VPZS»; Montag, 3. Dezember

Studiengänge 2013

>«Management-Diplom SIB»;

Beginn März

>«Dipl. Leiter/in Finanzen & Dienste

NDS HF»; Beginn April

>«Dipl. Qualitätsmanager/in NDS

HF»; Beginn April

>«Dipl. Betriebswirtschafter/in HF»;

Beginn April

>«Dipl. Marketingmanager/in HF»;

Beginn April

>«Cert. Online Marketing Expert

bsw/SIB»; Beginn Mai

>«Dipl. Schulverwaltungsleiter/in

SIB/VPZS»; Beginn Mai

>«Dipl. Controller/in NDS HF»;

Beginn September

>«Dipl. Personalleiter/in NDS HF»;

Beginn September

>«Cert. Innovation Manager SIB»;

Beginn April

>«Dipl. Marketingmanager/in HF»;

verkürzte Studiendauer (2 Jahre)

KV-Mitglieder erhalten eine

ermässigung!

iMPReSSuM

nr. 10 – oktober 2012

iSSn 1424-5345

Herausgeber

KV Schweiz

Telefon 044 283 45 45

www.kvschweiz.ch

Verlagsleitung

Ingo Boltshauser,

ingo.boltshauser@kvschweiz.ch

Redaktion

Therese Jäggi (tj)

therese.jaeggi@kvschweiz.ch

Andrea Mašek (ajm)

andrea.masek@kvschweiz.ch

Rolf Murbach (mur)

rolf.murbach@kvschweiz.ch

Redaktionsadresse

Kaufmännischer Verband Schweiz

Context

Hans-Huber-Strasse 4

Postfach 1853, 8027 Zürich

Telefon 044 283 45 33

context@kvschweiz.ch

www.context.ch

Sekretariat: Andrea Stoop

Bildnachweise

Titelseite: STR/Keystone; S.8: Rolf Murbach;

S.9: zvg; S.13: zvg;

S.19: Czarek Sokolowski/Keystone;

Portraits S.20–23: zvg; S.23; Scherl/Keystone;

S.27: zvg; S.37/38: zvg; S.40:zvg; S.43: zvg

Adressänderungen

KV Schweiz

Mitgliederadministration

Telefon 044 283 45 30

mitgliederadmin@kvschweiz.ch

oder im Mitgliederbereich:

www.kvschweiz.ch/login

erscheinungsweise

Monatlich (11 Ausgaben)

116. Jahrgang

Auflage: 45 307 Exemplare

(WEMF-beglaubigt 2011)

Abonnemente

12 Monate CHF 48.–

Anzeigen

Creative Media GmbH

Zürichstrasse 135

8910 Affoltern am Albis ZH

Telefon 043 322 60 30

context@c-media.ch

druckerei

Vogt-Schild Druck AG

4552 Derendingen

Konzeption, layout, druckvorstufe

Partner & Partner AG

8400 Winterthur

www.partner-partner.com

Context bekennt sich zum «Code of Conduct»

der Schweizer Presse. Werbung und

redaktioneller Teil sind klar getrennt.

Context wurde vom Verband

SCHWEIZER PRESSE für das Jahr

2010 mit dem Gütesiegel

«Q-Publikation» ausgezeichnet.


ätsel

Fluss

Tal Stadt

Berg Region

context 10 – 2012

See

U-Boot im Kloster

Ort

Pass

Vielleicht wissen Sie noch nicht, wohin Ihr nächster Ausflug

führen soll. Wir hätten da einen interessanten Tipp. Wohin es geht,

müssen Sie allerdings selber herausfinden. Wenn Sie uns die

Lösung schicken, nehmen Sie an der Verlosung von drei Tageskarten

der SBB (gültig mit Halbtax) im Wert von CHF 68.– teil.

Im grossen Ausstellungsraum ist ein

U-Boot gestrandet. Wie ein riesiger Walfisch

liegt das Objekt aus Holz und Blech

auf dem Boden. Begleitet von zahlreichen

kleineren Fahrzeugen und Schiffen

verwandelt es den ehemaligen Weinkeller

des Klosters in einen spektakulären

Raum.

Konstrukteur ist der Westschweizer

Künstler François Burland. Erstmals

realisierte er ein Projekt in diesem Ausmass.

Zuvor erreichten seine Objekte die

Grösse von Spielzeugen. In monatelanger

Arbeit nun schraubte er sein U-Boot aus

Dachlatten zusammen, überzog es mit

Dosenblech und brachte darauf Zeichen

eines untergegangenen Weltreichs an.

Dann hat das Objekt den Weg in die Ostschweiz

gefunden, wo es noch für einige

Monate vor Anker liegt.

Im ehemaligen Kartäuserkloster ist

heute das kantonale Kunstmuseum

untergebracht. Doch ausser zeitgenössischer

Kunst gibt es hier noch viel mehr

zu sehen: Der reich ausgestattete Essraum,

die kargen Mönchszellen und die

Barockkirche präsentieren sich so, wie

wenn die Mönche noch hier leben, arbeiten

und beten würden.

1461 übernahmen die Kartäuser das

Kloster und begannen es umzubauen. Sie

erweiterten die Anlage um den grossen

Kreuzgang mit seinen vierzehn Klausen

und passten die Gebäude ihrer besonderen

Lebensform an. Als streng kontemplativer

Orden schlossen sie die Kirche für

Aussenstehende.

Dies wurde von der Bevölkerung nicht

akzeptiert und verstiess auch gegen das

damalige Recht. 1471 besetzten die Kirchgängerinnen

des kleinen Nachbardorfes

die Kartäuserkirche. Sie forderten den

Bau einer eigenen Kapelle, da sie nach der

Schliessung der Klosterkirche gezwungen

waren, den Gottesdienst in dem

über eine Wegstunde entfernten Uesslingen

zu besuchen. Mit ihrem Protest

erreichten sie, dass auf dem Rebhügel

ausserhalb des Klosters eine zweite Kirche

gebaut wurde.

Während der Reformation geriet die

Kartause in Bedrängnis. Die in Zürich

einsetzende Reformbewegung fand auch

im benachbarten Kanton Anklang. Es

kam zu Plünderungen, Bilder und Altäre

wurden zerstört. Erst ab Mitte des 16.

Jahrhunderts konnten die Mönche ihr

gewohntes Leben wieder aufnehmen.

Dorf

3 sBB-tageskarten

zu gewinnen!

Im 17. Jahrhundert setzte ein Aufschwung

ein, der bis ins späte 18. Jahrhundert

reichte. Wohlhabende Stiftungen

und ein florierender Weinbau und

Weinhandel ermöglichten Neu- und Umbauten

der Gebäude. In diesen rund hundertfünfzig

Jahren erhielt das Kloster

seine heutige Form und Ausstattung. 1848

beschloss der Kantonsrat die Aufhebung

der Klöster sowie die Verstaatlichung ihrer

Güter. Das klösterliche Leben war

nach sieben Jahrhunderten am Ende angekommen.

tj

Wo liegt die Kartause?

schicken, faxen oder mailen sie das

lösungswort bis spätestens 14.11.2012 an:

Redaktion Context

Postfach 1853, 8027 Zürich

Fax 044 283 45 65

raetsel@kvschweiz.ch

Gewinner/innen des letzten Georätsels:

Fred W. Bucher, Seuzach

Doris Lüthi, Ittigen

Ulrich Wäspi, Zollikerberg

lösungswort Nr. 9: schiffenensee

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cartoon

context 10 – 2012


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in Business Administration

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context 10 – 2012

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