13.07.2015 Aufrufe

Leben! - Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn

Leben! - Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn

Leben! - Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Sie wollen auch ein ePaper? Erhöhen Sie die Reichweite Ihrer Titel.

YUMPU macht aus Druck-PDFs automatisch weboptimierte ePaper, die Google liebt.

1/2014Das Magazin derGefährlicherMixVorsicht bei derEinnahme mehrererMedikamentefür Gesundheit und SozialesDepressionDie richtigeHilfe findenPflegeVollerEinsatzEin Beruf mit vielen Chancen und Möglichkeiten


6Nah anden MenschenSchwere, schöne und bestätigendeMomente, aber auch Zeitnot,Bürokratie und wechselndeArbeitszeiten prägen den Alltagder Krankenschwester und desPflegers. Ein Beruf, der in deröffentlichen Wahrnehmungimmer wieder hohes Ansehengenießt. Und das zu Recht. Ererfordert viel Einfühlungs vermögenund Fachkenntnis.inhaltkurz&knapp4 Nachrichten aus der BBT-Gruppetitel6 Nah an den Menschen11 Berufsbild Pflege heutegesund&fit12 Enorm in Form13 Fit in den Frühlingdepression14 Wieder neuen Mut fassenstandpunkt18 Katholisch – mehr als nur ein Etikett?vorort20 Nachrichten aus den Einrichtungenin Marsberg und Paderbornblickpunkt22 Zu viel Zucker im Blut24 Gefährlicher Mixtagespflege26 Ein schöner Tagrätsel&co.30 Kinderseite31 Kreuzworträtselmomentmal3 2 Impulsservice3 4 Veranstaltungstipps und KontaktWieder neuenMut fassenDass die Stimmung Achterbahnfährt, hat wohl jeder schon einmalerlebt. Manchmal aber gelingt derWeg aus dem Tief heraus nichtmehr. Dann ist es gut, wenn mandie richtige Unterstützung findet,etwa in einer Fachklinik für Psychiatrieund Psychotherapie.24Ein schöner TagDer immer gleiche Trott, derFernseher als einziger Kontakt zurWelt, einsame Stunden in den eigenenvier Wänden – Senioren, dieregelmäßig die Tagespflege besuchen,erwartet mehr: Gemeinschaft,Singen, Gymnastik. Und etwasGutes zu essen gibt es außerdem.www.bbtgruppe.de/leben2ImpressumHerausgeber: Zentrale der BBT-Gruppe,Barmherzige Brüder Trier (BBT) e.V., KoblenzChefredaktion: Martin Fuchs (verantwortl.)Chefin vom Dienst: Judith HensRedaktion: Yvonne Antoine, Anne Britten, ChristineDaichendt, Ute Emig-Lange, Otmar Lohner, Frank Mertes,Peter Mossem, Pascal Nachtsheim, Doris Schwaben,Katharina Müller-Stromberg, Gerd Vieler,In Zusammenarbeit mitdreipunktdrei mediengesellschaft mbH,www.dreipunktdrei.deLeben! Das Magazin der BBT-Gruppe für Marsberg und Paderborn:Yvonne Antoine, Gerd Vieler, Simone Yousef (verantwortl.)Redaktionsanschrift: Kardinal-Krementz-Str. 1-5, 56073 Koblenz,Tel.: 0261/496-6464, Fax: 0261/496-6470, E-Mail: leben@bbtgruppe.deErscheinungsweise: vier Mal jährlichLayout: WWS Werbeagentur, AachenDruck: Bonifatius Druckerei, PaderbornGerichtsstand: KoblenzLeben! wird kostenfrei in den Einrichtungen der BBT-Gruppe ausgelegt.Wenn Ihnen das Magazin gefällt, können Sie es gerne abonnieren.Alle Fotos stammen aus den Einrichtungen der BBT-Gruppe, wenn nichtanders angegeben.ISSN 2195-013X


Klaus NiggemanneditorialLiebe Leserinnen und Leser,14Gefährlicher MixEine Brausetablette für Magnesium,ein Mittel gegen Schmerzen, einanderes für das Herz und zu guterLetzt noch ein Stimmungsaufheller.Unterschiedliche Medikamente undNahrungsergänzungsmittel könnenzu gefährlichen Wechselwirkungenführen. Aufpassen sollte, wer sichauch etwas „selbst verschreibt“.als ich die Titelgeschichte gelesen habe, erinnerte ich mich sofort an meine erstenTage im Krankenhaus. Vor 37 Jahren stand ich morgens tatsächlich im Schwesternzimmerauf einer gemischten internistischen und chirurgischen Station mit 50Betten. Schwester Anneliese war Stationsleiterin und nahm mich, Schüler Klaus,in ihre Obhut und begleitete mich bei den ersten beruflichen Schritten. Damalsroch es auf den Fluren noch nach Desinfektionsmitteln, und die weiße Dienstkleidungwar von der Stärke hart und kratzig. Seitdem bestimmen die Pflege undder Krankenhausalltag meinen beruflichen Alltag und sind Teil meines Lebens.Vieles hat sich verändert. Im Gesundheitswesen und in meinem persönlichenWerdegang. Ich konnte Weiterbildungen, Lehrgänge und ein Studium absolvieren.Gerade diese Vielseitigkeit macht den Pflegeberuf aus. Er ist ein Beruf fürs Leben,der mitwächst, wandelbar ist, je nach Lebenslage neue Herausforderungen oderauch lang Vertrautes bietet. Ich würde ihn wieder wählen.Heute bin ich als Pflegedirektor der beiden Krankenhäuser der BBT-Gruppe inPaderborn und Marsberg einerseits für 1.000 Mitarbeitende, andererseits für eineoptimale pflegerische Versorgung von 24.000 stationären Patienten im Jahr verantwortlich.Eine Herausforderung, die angesichts von Schlagworten wie „Pflegenotstand“,„Fachkräftemangel“ und „leere Kassen“ nicht immer einfach ist. Damit esdennoch gelingt, braucht es ein starkes, hochprofessionelles Team mit Leidenschaftfür die Arbeit und die Patienten. Und eine Organisation, die bei allem wirtschaftlichenDruck das Wichtigste nicht aus dem Blick verliert: den Menschen – Patientund Mitarbeitende gleichermaßen.rklimaneutralklimaneutral26Mit diesen Pfunden, vor allem mit überdurchschnittlich engagierten Mitarbeitenden,können wir in der BBT-Gruppe besonders wuchern. Ganz gleich, wie sich die Anforderungenund Bezeichnungen des Pflegeberufes auch wandeln. Ich bin überzeugt:Das erleben Sie als Patient, Angehöriger und Besucher, wann immer Sie zu unskommen.Dieses Editorial ist ganz der Pflege gewidmet, einem Beruf aus Berufung undÜberzeugung für den Menschen in jeder Phase seiner Erkrankung. Es ist mirein besonderes Anliegen aus voller Überzeugung heraus. Ich wünsche Ihnen vielFreude bei der Lektüre des ganzen Heftes. Es hat einiges zu bieten. Versprochen.IhrklimaneutralgedrucktZertifikatsnummer:53323-1312-100353323-1210-1011www.climatepartner.comklimaneutralgedrucktZertifikatsnummer:53323-1210-1011www.climatepartner.comKlaus NiggemannPflegedirektor Brüderkrankenhaus St. Josef Paderbornund St.-Marien-Hospital Marsbergtsnummer:Zertifikatsnummer:210-1011 53323-1210-1011matepartner.comwww.climatepartner.comklimaneutralZertifikatsnummer: 53323-1210-10113


kurz&knappFoto: Fotoliaratgeber erschienenGut leben im HeimDie Verbraucherzentrale Hamburg hat den Ratgeber „Gut leben im Heim“veröffentlicht. Das Buch will Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen beider Suche nach einem geeigneten Heimplatz helfen. Es gibt Aufschluss überKonditionen und Klauseln eines Heimvertrags und erklärt, woran gute Pflegequalitätzu erkennen ist. Zudem informiert der Ratgeber über Finanzierungsmöglichkeitenund wichtige Details beim Umgang mit Versicherungen, Kassenund Ämtern.Den Ratgeber „Gut leben im Heim“ gibt es für 9,90 Eurobei der Verbraucherzentrale Hamburg. Für 2,50 Euro Porto- undVersandkosten kann er auch unter Tel.: 040/2 48 32-104 undim Internet unter www.vzhh.de bestellt werden.Kampf gegen eine gefährliche KinderkrankheitKehrt Polio-Virus zurück?Polio, besser bekannt als Kinderlähmung, ist in Europa ausgerottet.In Deutschland traten 1992 die letzten Fälle auf. Nun warnen Wissenschaftlerdavor, dass Flüchtlinge aus Syrien das gefährliche Virus wiederins Land bringen könnten. Der Präsident des Berliner Robert-Koch-Instituts(RKI), Reinhard Burger, mahnte, bei Einreisenden aus von Kinderlähmungbetroffenen Ländern den Impfstatus zu prüfen und gegebenenfallsProphylaxe zu betreiben. Ebenso müsse in Syrien selbst stärkergeimpft werden, um die Ausbreitung zu verhindern. Kinderlähmung seiin Deutschland teilweise aus dem Bewusstsein verschwunden, sagteBurger. Allerdings könne es hierzulande zu keiner flächendeckendenAusbreitung kommen, denn 95 Prozent aller Schulanfänger seien gegenKinderlähmung geimpft. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO)hatte sich zum Ziel gesetzt, den Erreger bis 2018 weltweit auszurotten.Wer sich in seiner Kindheit mit dem Polio-Virus infiziert hat,muss als Erwachsener oft mit der Spätfolge Muskelschwäche leben.In Deutschland leiden etwa 70.000 Menschen an diesem Post-Polio-Syndrom. Das Katholische Klinikum Koblenz · Montabaur behandeltdiese Patienten in einer Spezialabteilung, die einzige ihrerArt an einem deutschen Krankenhaus.Lesen Sie dazu mehr in„Leben!”, Ausgabe 3/2013www.bbtgruppe.de/lebenBruder Benedikt Molitor, Bruder Bernhard Hettinger, Bruder Alfons Maria Michels,Bruder Antonius Joos, Bruder Timotheus Sonnenschein, Bruder Peter Berg (v. l. n. r.)Barmherzige Brüder von Maria-HilfNeue GeneralleitungBruder Peter Berg ist zum Generaloberen wiedergewählt worden.Während des 33. Generalkapitels der Barmherzigen Brüder von Maria-Hilfwurde außerdem die Generalleitung des Ordens gewählt: Generalassistentund Generalsekretär ist Bruder Benedikt Molitor. BruderTimotheus Sonnenschein, Bruder Antonius Joos und Bruder AlfonsMaria Michels wurden zu Generalassistenten gewählt. Sie repräsentierendamit die Interessen der Brüder in der Ordensleitung. Als Generalökonomwurde Bruder Bernhard Hettinger bestimmt. Er verwaltetdamit unter anderem die Finanzen des Ordens. Das Gremium, zu demgewählte Ordensbrüder mit ewiger Profess gehören, tagt alle sechsJahre und bespricht die Ausrichtung der Glaubensgemeinschaft für dienächste Periode sowie Perspektiven für den Orden.4BBT-Magazin 1/2014


Palliative CareBegleitung in derletzten LebensphaseDas Leben in seiner Gesamtheit zu begreifen, bedeutet auch, das Sterbenals einen Teil des Lebens zu verstehen. Im Sinne des christlichenUnternehmensauftrags begleiten die Einrichtungen der BBT-GruppeSchwerstkranke und ihre Angehörigen in der letzten Lebensphase.„Dazu gehören eine professionelle palliativmedizinische und -pflegerischeBetreuung sowie eine verlässliche psychosoziale wie spirituelleBegleitung“, sagt BBT-Geschäftsführer Bruder Alfons Maria Michels.Das Angebot der Krankenhäuser und Sozialeinrichtungen reicht voneiner Palliativeinheit, Hospizzimmern, Abschiedsritualen bis hin zurZusammenarbeit mit ambulanten Hospiz- und Palliativdiensten. „Esentspricht unserem Selbstverständnis, dem Ende des Lebens ganzindividuell und in Würde zu begegnen und dem Schwerkranken undSterbenden wie seinen An- und Zugehörigen Wertschätzung entgegenzubringen“,betont Bruder Antonius Joos, Stabsstelle Palliative Care.Die BBT-Gruppe ist Mitglied im Deutschen Hospiz- und Palliativverband.Durch die Unterzeichnung der „Charta zur Betreuungschwerstkranker und sterbender Menschen in Deutschland“ setzt dieBBT-Gruppe ein weiteres Zeichen. Sie möchte sich für die Umsetzungder fünf beschriebenen Leitsätze einsetzen, um dadurch die Betreuungschwerstkranker und sterbender Menschen zu verbessern. Getragenwird der Charta- Prozess von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin,dem Deutschen Hospiz- und Palliativverband und der Bundesärztekammer.Weitere Informationen finden Sie im Internet:www.charta-zur-betreuung-sterbender.dewww.dhpv.deFoto: istockphoto.comFoto: istockphoto.comMagazine der BBT-Gruppe jetzt als appImmer dabei: „Leben!” und mehrEin Fingertipp auf Ihr Handy oder Tablet und schon öffnet sich die neueBBT-App. Auch unterwegs können Sie nun im BBT-Magazin „Leben!”schmökern, sich direkt Filme und Fotos ansehen und ergänzende Informationenzu unseren Themen im Internet abrufen. Neben allen Ausgabendes Kundenmagazins der BBT-Gruppe für Gesundheit und Sozialesbietet die App noch mehr: Sie finden darin auch die Imagebroschüre„Gesund. Geborgen. Und den Menschen nah.“, Grundsätze und Leitliniensowie Leitbilder des Unternehmens.„Leben!” ist außerdem in der App „Dokumente“ des ErzbistumsKöln vertreten. Wie in einem elektronischen Kiosk finden Sie darin auchdas katholische Magazin „theo“, die Kirchenzeitung Köln, die Funkkorrespondenz,den Filmdienst, Fortbildungen sowie Kursangebote undeiniges mehr aus der Erzdiözese.Die BBT-App gibt es zum kostenlosen Download für Smartphoneund Tablet (Android- und Apple-Geräte) im App- und Play Storeunter dem Suchbegriff „BBT-Gruppe”. „Leben!” können Sie auchin der App „Dokumente“ des ErzbistumsKöln fürs iPad gratis lesen.BBT-Magazin 1/20145


Text: andreas laska | Fotos: Harald OppitztitelNah an denMenschenSchwere, schöne und bestätigende Momente,aber auch Zeitnot, Bürokratie und wechselndeArbeitszeiten prägen den Alltag der Krankenschwesterund des Pflegers. Ein Beruf, der in der öffentlichenWahrnehmung immer wieder hohes Ansehen genießt.Und das zu Recht. Er erfordert viel Einfühlungsvermögenund Fachkenntnis.5:45Noch ist es dunkel im „Lieblichen Taubertal“.Doch im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheimerwacht langsam das Leben. Auch Antonia Grosche ist schonauf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz. Sie ist Krankenpflegerinauf der internistischen Station, vor Ort nur D2 genannt.Heute Morgen ist sie zur Frühschicht eingeteilt.6:00„Hallo zusammen! Na, wie war die Nacht?“ Grosche,nun im klassischen Krankenschwestern-Weiß, begrüßtihre Kolleginnen am Stützpunkt. Früher hätte man daswohl Schwesternzimmer genannt, aber seit der Beruf offiziellGesundheits- und Krankenpfleger heißt, sind solche Begriffevon den Türschildern verschwunden. Die 23-Jährige ist dasfrühe Aufstehen gewohnt, so frisch und gut gelaunt, wie siewirkt. Muss sie auch, denn kaum angekommen, geht es los mitder Arbeit. Die Übergabe steht an. Blatt für Blatt geht die Nachtschwesterden dicken Ordner mit den Patientenakten durch,berichtet, was in den vergangenen Stunden geschehen ist.7


Im Dienst wird es nie langweilig. Vieleunterschiedliche Aufgaben warten aufAntonia Grosche (li.) und ChristopherKoch. Dazu gehören auch die Visitenam Patientenbett gemeinsam mit denÄrztinnen und Ärzten (oben).Ein Patient hat die Bestrahlung abgelehnt,ein anderer brauchte Morphin, wiederein anderer hätte Schmerztabletten bekommensollen, hat dann aber so tiefgeschlafen, dass darauf verzichtet wurde.Grosche nickt, fragt kurz nach, macht sichNotizen. „Dann schlaf gut“, verabschiedetsie die Kollegin – und schon geht es weiter.Tabletten und Infusionen müssenvorbereitet und der Pflegearbeitswagenkontrolliert werden. Ist alles da? Blutdruckmesser,Fieberthermometer, Handschuhe?Auch das dauert kaum ein paarMinuten. Die Handgriffe sitzen.6:30„Guten Morgen. Haben Siegut geschlafen?“ Mit ungekünstelterHerzlichkeit begrüßt diezierliche blonde Frau ihre ersten Patientinnenan diesem Morgen. Es sindzwei Damen mittleren Alters. Die eine,Dorothea Bürk, wird von chronischemSodbrennen geplagt, die andere, IngridJores, von Rheuma. Beide kennen AntoniaGrosche schon ganz gut, schließlichsind sie bereits ein paar Tage im„Caritas“, wie das Krankenhaus in BadMergentheim kurz und knapp genanntwird. Auch die Morgenabläufe sindden Patientinnen bekannt: Erst wirdder Blutdruck, dann die Temperaturgemessen, Ingrid Jores bekommt zudemBlut abgenommen. Routine istdas für die junge Pflegerin, dabei bleibtauch Zeit für ein wenig Smalltalk überdas Wetter, das dieser Tage mal wiederzu wünschen übrig lässt. „Aber amNachmittag soll’s besser werden“, weißPatientin Jores.„Natürlich wünschen wir unsmanchmal mehr Zeit für die Patienten“,berichtet Grosche später in ihrer Frühstückspause.Doch sie habe gelernt, mitden Zwängen umzugehen. Schließlichsei Krankenschwester schon immer ihrTraumberuf gewesen. Seit der achtenKlasse hat sie darauf hingearbeitet, hatschon die Mittlere Reife an einer Berufsfachschulefür Gesundheit und Pflegeabgelegt und daran dann die dreijährigeAusbildung angeschlossen. Sie genießtes, „so nah an den Menschen“ zusein – und ist sich zugleich der hohenVerantwortung bewusst, die der Berufmit sich bringt. „Der Patient gibt seinLeben quasi in meine Hände.“ Dass diejunge Frau Verantwortung nicht scheut,davon scheinen auch ihre Vorgesetztenüberzeugt: Seit einigen Monaten ist AntoniaGrosche stellvertretende Stationsleiterin– und widerlegt so das gängigeVorurteil, dass Krankenpflege ein Berufohne Perspektiven sei.Und noch ein Klischee will Groschenicht unwidersprochen stehen lassen:„Wenn man die nötige familiäre Unterstützunghat, ist mein Beruf keineswegsfamilienunfreundlich.“ Sie weiß, wovonsie spricht, hat sie doch selbst ein drei-8BBT-Magazin 1/2014


Wenn man dienötige familiäreUnterstützunghat, ist mein Berufkeineswegsfamilienunfreundlich.Antonia GroscheBegleiten Sie Antonia Groscheund Christopher Koch bei ihremDienst im Caritas-KrankenhausBad Mergentheim:www.bbtgruppe.de/lebenjähriges Kind. Obwohl sie Vollzeit arbeitet,kann sie viel Zeit mit ihrem Sohnverbringen – dem Schichtdienst sei Dank.„Diese Flexibilität haben andere Frauenin ihrem Job nicht“, betont die 23-Jährige.So positiv wie Antonia Grosche äußernsich nicht alle Pflegenden über ihrenBeruf – aus dieser Tatsache machtPflegedirektor Frank Feinauer keinenHehl. Vor allem die Älteren, die noch„bessere Zeiten“ erlebt haben, seiennicht selten frustriert von ihrer Arbeit.Schließlich sei die Zahl der Pflegendenin den vergangenen Jahren stark zurückgegangenund mit ihr die Verweildauerder Patienten. „Die Jüngeren sehendas pragmatischer. Sie wurden inihrer Ausbildung gut auf die Herausforderungenvorbereitet“, erklärt Feinauer.So auch Christopher Koch. Der26-Jährige hat gemeinsam mit AntoniaGrosche seine Ausbildung gemacht undarbeitet jetzt auf der chirurgischen StationE3. Dort haben die Patienten mittlerweilegefrühstückt.10:00Jetzt stehen Verbandswechselauf dem Programm– keine angenehme Prozedur fürso manchen Patienten. Werner Aulbachetwa kämpft mit der großen Narbe, dievon einer früheren Bauch-OP gebliebenist. Narbenhernie oder Narbenbruchnennt der Fachmann das Krankheitsbild,das gewöhnlich durch das Einbringeneines synthetischen Netzes unter derNarbe kuriert wird. So auch bei Aulbach.„Die Wunde sieht gut aus“, beruhigt PflegerKoch, nachdem er dem Patienten dieBauchbinde gelöst und die Verbände abgenommenhat. Vorsichtig desinfiziert erdie Narbe, dann gilt es, einen der beidenDrainageschläuche zu entfernen. „Daskönnte jetzt ein bisschen wehtun“, warntder kräftige junge Mann. „Ich werde dieZähne zusammenbeißen“, verspricht derPatient. Gesagt, getan: Schlauch raus,neuer Verband drauf – in wenigen Minutennur ist Werner Aulbach „frischverpackt“, wie Koch scherzhaft anmerkt.Für den Pfleger gibt es ein dickes Lob:„Haben Sie gut gemacht!“ Nur die Frage,wann er denn entlassen würde, kannKoch dem Patienten nicht beantworten.Lange muss Werner Aulbach daraufaber nicht mehr warten. Wenigspäter schon, bei der Visite, überbringtihm Stationsärztin Dr. Julia Bergis dieerhoffte Nachricht: Morgen werde auchder zweite Schlauch entfernt, und danndürfe er nach Hause. Aulbach strahlt.Auch auf D2 hat mittlerweile dieVisite stattgefunden. Antonia Groschesitzt jetzt am Stützpunkt und dokumentiert.Alle Pflegemaßnahmen werdensorgfältig aufgeschrieben, ebenso dieärztlichen Anordnungen. „Das ist für dienächste Schicht wichtig“, sagt die jungeFrau, „und ich sichere mich so ab.“ Da-BBT-Magazin 1/20149


Pflege ist Teamarbeit und ohne Austausch geht es nicht. Christopher Koch besprichtmit zwei Kolleginnen die Untersuchungswerte der Patienten auf Station E3.zwischen klingelt das Telefon, die Ernährungsberaterinschaut vorbei, einePatientin wird zu einer Untersuchungabgeholt. „Bei uns wird’s nie langweilig“,sagt Grosche schmunzelnd.11:30In der Tat: Schon ist esMittagessenszeit. In einemgroßen Wagen kommen die Tabletts ausder Küche, rasch geht es ans Verteilen.Teamarbeit ist gefragt, schließlich solldas Essen ja nicht kalt werden. Undwenn dann die Letzten ihr Essen haben,ist es bald schon Zeit, bei den Ersten wiederabzuräumen.13:00Antonia Grosche ist seitgut acht Stunden auf denBeinen. Eine Übergabe noch an denSpätdienst, dann hat sie es geschafft.Ein wenig sieht man ihr die Müdigkeitan. Und dennoch: Die junge Frau möchtemit niemandem tauschen. „Krankenpflegeist so ein lohnenswerter Beruf. Esist einfach schön zu sehen, dass manhelfen kann.“ Auch ihr Team lobt Groschein den höchsten Tönen: „Wennman solche Kollegen hat, dann machtdas Arbeiten einfach Spaß.“ Ein Traumberufeben. ■Ein Beruf fürs LebenDer Pflegesektor ist im Umbruch: Diesteigende Zahl der älteren Menscheninnerhalb unserer Gesellschaft trifftKrankenhäuser und Pflegeeinrichtungengleich doppelt. Einerseits fehlen jungeNachwuchskräfte. Mit Blick auf die sichwandelnde Altersstruktur und die dabeiabsehbare wachsende Zahl von Erkrankungenwerden etwa zwei MillionenPflegekräfte und weiteres Krankenhauspersonalbenötigt. Gleichzeitig sind79 Prozent der Beschäftigten in derGesundheitsbranche älter als 40 Jahre.Damit ist das Durchschnittsalter relativhoch. Die Ergebnisse der aktuellen Studie„Managementkompass Demographiemanagement“einer Unternehmensberatungund des F.A.Z.-Instituts sind kritisch.Pflegeberufe:Mehr Apps als du denkstEine Kampagne der BBT-Gruppewww.pflegetutgut.de/mehrappsDabei bietet der Beruf vielfältigeChancen für die persönliche und diefachliche Entwicklung. Nach einerdreijährigen Ausbildung steht der Wegoffen für spezielle Fach-Qualifikationen,ein Studium und die Möglichkeit, alsFührungskraft Verantwortung zu übernehmen.Und der Trend zeigt: Auch wenndie Arbeitsbedingungen viel abverlangen,bleiben die meisten ihrem erlerntenBeruf treu. Zehn Jahre nach dem Startarbeiteten nach den Ergebnissen einerStudie des Sozialministeriums in Mainzaus dem Jahr 2009 immer noch 70Prozent der Gesundheits- und Krankenpflegerin ihrem Arbeitsfeld.10


Berufsbild Pflege heuteSie arbeiten als Wundmanager oder Hygienebeauftragte,leiten Pflege diens te oderunterrichten junge Auszubildende. DieBerufsmöglich keiten für ausgebildeteKran kenschwestern und -pfleger warennie so vielfältig wie heute und führen nichtselten auch immer weiter weg vom Krankenbett.Ein Gespräch mit Matthias Hansjürgens,Leiter der Krankenpflegeschuleam Brüderkrankenhaus St. Josef Paderborn,und Susanne Stute, Pflegedienstleiterinam St.-Marien- Hospital Marsberg.Welche Perspektiven bietet der Pflegeberufheute?Susanne Stute: Heute wählen Gesundheits- undKrankenpflegende aus einem breiten Spektruman Spezialisierungen und Weiterbildungsmöglichkeiten.Diese reichen von der Fachweiterbildungnach zwei Jahren Berufserfahrung bis zumMaster studiengang mit anschließender Promotion.Doch bei aller Professionalisierung bleibt dieZuwendung zum Patienten das Herzstück derAusbildung.Matthias Hansjürgens: Das sehe ich genauso.Wir dürfen nicht nur weg vom Bett qualifizieren.Dem Patienten in einer schwierigen Lebenssituationden Alltag so angenehm wie möglich zu gestaltenund professionelle Pflege zu gewährleistenist Motivation und Ziel unserer Schülerinnenund Schüler, ganz gleich ob sie sich für die Arbeitauf der Station oder im Management entscheiden.Studium ja oder nein – das ist letztendlicheine Frage des Typs. Von unseren 125 Schülernentscheiden sich inzwischen durchschnittlich 20Prozent der Auszubildenden für einen ausbildungs-oder berufsbegleitenden Bachelorstudiengang.Wir kooperieren mit zwei Hochschulen,der Hamburger Fernhochschule (HFH) und derKatholischen Hochschule Nordrhein-WestfalensKatHO NRW.Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt esaußerhalb des Studiums?Susanne Stute: Nach zwei Jahren Pflegepraxiskann man sich zum Fachgesundheits- undKranken pfleger weiterbilden. Im St.-Marien-Hospital arbeiten beispielsweise OP-Schwestern,Intensivpfleger und Hygienefachkräfte. Auch inder Onkologie und Nephrologie sind Weiterbildungenmöglich.Matthias Hansjürgens: Unsere Fortbildungenim Wundmanagement, der palliativenPflege und in der Schmerztherapie sind sehrnachgefragt und belegen den Trend zur Spezialisierungin der Pflege.Ansprechpartner:Brüderkrankenhaus St. Josef PaderbornSt.-Marien-Hospital MarsbergMatthias HansjürgensLeiter der Krankenpflegeschuleund des BildungsinstitutsTel.: 05251/702-1940E-Mail: m.hansjuergens@bk-paderborn.deSusanne StutePflegedienstleitungTel.: 02992/605-1580E-Mail: s.stute@bk-marsberg.deInformationen zumDualen Bachelorstudiengang Pflege:www.katho-nrw.de/dstg-pflegewww.hamburger-fh.deBBT-Magazin 1/201411


gesund&fitEnormin FormSich wohlfühlen, aktiv sein,gut aussehen – das wünschtsich jeder. Aber da gibt esden inneren Schweinehundund viele leckere Versuchungen.Physiotherapeutin GerlindeFischer und ErnährungsberaterinIrmgard Lammersaus dem St.-Marien-Hospitalin Marsberg kennen das nur zugut. Von den Erzählungen ihrerPatienten, aber mindestensgenauso gut aus eigenerErfahrung.„Früher habe ich immer gepredigt: Wennihr euch nur ein bisschen bewegt, ist dieFigur in Form“, erzählt die heute 52-jährigePhysiotherapeutin. „Kein Wunder:Bis zu meinem 40. Geburtstag konnte ichessen, was und wie viel ich wollte. KeinGramm nahm ich zu.“ Heute weiß sie,dass sich Stoffwechselprozesse im Körpermit den Jahren verändern. Wenn dieWeihnachtstage hinter ihr liegen, zwicktdie Hose. „Hättest du mal meine Dips aufden Tisch gebracht statt der Käseplatte“,lacht Irmgard Lammers und wedelt mitihrem Rezeptbuch.„Aber im Ernst: Sich im eigenenKörper wohlzufühlen, ist gar nicht soschwer. Der größte Schritt ist getan,wenn man sich zu einem Kurs anmeldet“,ist Lammers überzeugt. „Ganzgleich, ob Bewegung oder Ernährung,wenn der Wille zur Veränderung da ist,stellt sich der Erfolg fast von allein ein.“Und die beiden Frauen unterstützendie Teilnehmer in ihren Kursen im St.-Marien- Hospital mit Wissen und engagierterBegleitung. In „Enorm in Form“etwa erfahren die Teilnehmer vieles rundum Bewegung und Ernährung und werdenbei der praktischen Umsetzung vomEinkauf bis zum Hanteltraining begleitet.Beides greift ineinander, und der Erfolgist schon bald zu sehen.„In all unseren Kursen zur Lebensstiländerungund Gesunderhaltung gehtes nicht darum, eine Sportskanone zuwerden“, meint Gerlinde Fischer. „Oderstreng Diät zu halten“, ergänzt Lammers.„Bewusst leben, regelmäßig bewegen,mit Verstand genießen. Und Ausnahmenfeiern!“ Das ist es, was sie ihren Patientenmit auf den Weg geben. „Das nimmtden Druck aus den guten Vorsätzen, undplötzlich sind viele kleine Ziele Stück fürStück erreichbar.“12BBT-Magazin 1/2014


Auf die Dips!Fertig! Los!Wie wär’s einmal mit einem leckeren Brot aufstrich aus frischen Zutaten statt Goudaund Salami? Ernährungsberaterin Irmgard Lammers aus dem St.-Marien-Hospital inMarsberg hat zwei Rezepte für den leichten Genuss kreiert.Oliven-Basilikum-Creme (2 Pers.)20 g schwarze Oliven, entsteint30 g Frischkäse (45 % Fett i. Tr.)10 g Joghurt (3,5 % Fett)1 Knoblauchzehe2 Bund Basilikum, PfefferDie Oliven in Ringe schneiden. Mit demFrischkäse und dem Joghurt glatt rühren.Knoblauchzehe schälen und fein schneidenoder pressen. Das Basilikum waschen undhacken. Alle Zutaten unter die Käsemassemischen und mit Pfeffer abschmecken.Nährwertangaben pro Portion:48 kcal, 2 g Eiweiß, 3 g Fett, 2 g KohlenhydratePüree aus roten Linsen (2 Pers.)50 g rote LinsenBohnenkraut½ kleine Paprikaschote1 EL TomatenmarkBasilikum, Thymian, Knoblauch, ChilipulverDie roten Linsen über Nacht in derdoppelten Menge Wasser einweichen.Am Folgetag unter fließendem Wasserabspülen und mit der 1 ½-fachenMenge Wasser und etwas Bohnenkrautin einer halben Stunde weich kochen.Abkühlen lassen. Die Paprikaschote feinhacken. Die anderen Zutaten wie Tomatenmark,Basilikum, Thymian, Knoblauchund Chilipulver dazugeben. Alle Zutatenim Mixer oder mit einem Pürierstab zueiner cremigen Masse verarbeiten.Nährwertangaben pro Portion:32 kcal, 3 g Eiweiß, 0,2 g Fett, 5 g KohlenhydrateFotos: istockphoto.comFit in den FrühlingKondition, Muskeln und Ausdauerbe kommt man nicht von heute aufmorgen. Planen Sie Ihr Fitnessprogrammlieber über einen längeren Zeitraum.Mit vielen kleinen Schritten sind Sieerfolgreicher – und bleiben es auch.WadenwohltatGehen Sie auf die Zehenspitzen undanschließend auf die Fersen. Erst beideFüße gleichzeitig, dann im Wechsel.Steigern Sie das Tempo. Der Pumpmechanismusfördert die Durchblutungder Beinmuskeln und die Funktionder Venenklappen. Zwei Mal täglichzwei Minuten und nach gut 14 Tagenspüren Sie gekräftigte Muskulatur amSchienbein und in den Waden.Muskeln statt MechanikLassen Sie Aufzug und Rolltreppe vonjetzt an links liegen. Wenn Sie immerauf die eigene Muskelkraft setzen,haben Sie abends schon ihr Ganz-Körper-Fitnesstraining absolviert.Spannung für den OberkörperLegen Sie sich auf den Boden. WinkelnSie das rechte Bein in der Luft an undheben Sie Kopf und linke Schulter.Drücken Sie nun mit der linken Handgegen das rechte Knie und haltenzehn Sekunden Spannung im ganzenKörper. Anschließend wechseln Sie dieSeiten. Nach fünf Übungen auf jederSeite pausieren Sie 30 Sekunden undstarten noch mal von vorn.Strammen SchrittesBequeme Kleidung, festes Schuhwerkund ein schöner Weg – mehr brauchtes nicht für das beste Konditionstraining.Arme locker anwinkeln, Körperspannungaufbauen und dann gehenSie strammen Schrittes durch dieNatur. Steigern Sie sich von 60 aufmaximal 120 Schritte pro Minute.Wenn Sie sich dabei noch gut unterhaltenkönnen, haben Sie in etwa dieideale Pulsfrequenz von 130 – undkönnen Ihren Spaziergang sportlich„Walking“ nennen. Gelenkschonendergeht es mit Unterstützung von Nordic-Walking-Stöcken. Dazu empfiehlt sichallerdings die Anleitung eines ausgebildetenTrainers.BBT-Magazin 1/201413


14BBT-Magazin 1/2014


Text: Angelika Prauss | Fotos: Harald OppitzdepressionWiederneuen MutfassenDass die Stimmung Achterbahn fährt, hat wohl jeder schoneinmal erlebt. Manchmal aber gelingt der Weg aus dem Tiefheraus nicht mehr. Dann ist es gut, wenn man die richtigeUnterstützung findet, etwa in einer Fachklinik für Psychiatrieund Psychotherapie.Am Ende wurde Birgit Jordanalles zu viel: Über Jahrehatte die alleinstehendeFrau Schulden angehäuft;Gefühle von Einsamkeit, Verlust- undVersagens ängste machten sich breit– und mit ihnen kam die Depression.„Ich habe mich immer mehr eingeigelt,habe vieles schleifen lassen und vielverdrängt“, erinnert sich die frühereGastwirtin. In ihrer Not hat die 49-Jährigebei der Fachklinik für Psychiatrieund Psychotherapie der BarmherzigenBrüder Saffig um Aufnahme gebeten.„Als ich zur Tür reinkam, habe ich gefühlt:Jetzt bin ich zu Hause, jetzt binich geborgen.“Birgit Jordan hat sich „mit offenemHerzen“ auf die stationäre Therapieeingelassen, wie sie sagt. Vorurteile gegendie psychiatrische Klinik hatte dierundliche Frau nicht – sie wusste vorher,dass das Bild, das sich viele Menschenvon einer solchen Einrichtungmachen, schlicht falsch ist. VergitterteFenster, Krankenhausbetten, Ärzte inweißen Kitteln, vor sich hin dämmerndePatienten – in der PsychiatrischenAkutklinik sucht man das alles vergebens.Stattdessen gibt es helle Zimmerund Therapieräume, eine große Physiotherapieabteilungmit Schwimmbad,Wassertretbecken und Massagekabinen.Auch eine Sauna, eine Kegelbahnund ein weitläufiger Park laden zumEntspannen ein. „Wir versuchen, wegvom Krankenhauscharakter zu kommenund wollten unsere Einrichtunggemütlicher und behaglicher gestalten“,erläutert Chefarzt Bernd Balzer.Wenn sich die Patienten schon intensivihren Lebensängsten, verdrängtenGefühlen und Fehlern stellen, dannsollen sie es wenigstens in einer angenehmenAtmosphäre tun, findet derMediziner. 60 Mitarbeiter – Pflegekräfte,Ärzte, Psychologen, Sozialarbeiter, Ergotherapeuten,ein Sport- und ein Kör-BBT-Magazin 1/201415


depressionNach vier Wochen Therapie hat Birgit Jordan gelernt,mehr auf sich zu achten.pertherapeut – unterstützen sie dabei.Wie lange Menschen mit Depressionenin der Klinik bleiben, sei individuell,erläutert Balzer. Die durchschnittlicheVerweildauer betrage 30 Tage. ManchePatienten könnten schon nach wenigenTagen wieder entlassen werden, anderebenötigten mehrere Monate.Auswege findenBirgit Jordan sieht sich nach den erstenvier Wochen auf einem guten Weg.Im Rahmen der Einzelgespräche undGruppentherapie lernt sie, mehr aufsich zu achten. „Ich muss mich vonMenschen distanzieren, die zu vielEnergie von mir wollen“, sagt sie bestimmt.Und setzt nach: „Ich bin nichtfür das Wohlergehen anderer zuständig!“Ihr helfe es auch, ein stündlichesProtokoll über ihre Befindlichkeit zuschreiben – ein Hilfsmittel, das sie imRahmen ihrer Therapie kennengelernthat. Mittlerweile weiß sie auch, was ihrhilft, erst gar nicht in eine depressiveStimmung zu fallen: häkeln und spazierengehen. Mit Monika Kratz, einer inder Klinik angestellten Sozialarbeiterin,hat sie sich inzwischen auch getraut,ihre finanzielle Situation in den Blick zunehmen. Mit der Gläubigerliste und derAufstellung über alle Verbindlichkeitenkann sie demnächst zur Schuldnerberatunggehen. „Die Frau Kratz hat eindickes Lob verdient“, sagt die Patientin.„Überhaupt sind alle ganz toll hier.“Das vielfältige Therapiespektrumträgt das Seinige im Kampf gegen dieDepression bei. Der zuständige Arzt unddas Pflegeteam überlegen am Tag derstationären Aufnahme, was neben derGesprächstherapie am besten zum jeweiligenPatienten passt. So gibt es Angeboteder Ergotherapie – Holzarbeiten,freies Gestalten mit Ton, Kognitives Trainingzur Verbesserung der durch die Depressionoft in Mitleidenschaft gezogenenMerk- und Konzentrationsfähigkeit.Weil viele Menschen heute alleine undohne Familienanschluss lebten, sei auchdie Stärkung der sozialen Kompetenzin der Gruppe ein wichtiger Therapiebaustein,erklärt Balzer. Entspannungstrainingwie Autogenes Training undAchtsamkeitsübungen tragen ebensozur Genesung bei. Körper- und Sporttherapieschulen die Körperwahrnehmungund steigern die Bewegungsfreude. „DepressiveMenschen müssen aktiviertwerden“, erläutert der Chefarzt.Gute ErinnerungenAntidepressiva unterstützten sie dabei,„sie heben die Stimmung und steigern16BBT-Magazin 1/2014


Werfen Sie einen Blick in die Fachklinikfür Psychiatrie und Psychotherapieder Barmherzigen Brüder Saffig:www.bbtgruppe.de/leben„Depressive Menschen müssen aktiviert werden“, sagt Chefarzt Bernd Balzer.Arzt und Pflegeteam überlegen sehr individuell, was neben der Gesprächstherapieam besten zum jeweiligen Patienten passt.Depressionden Antrieb“, stellt Balzer klar. Die medikamentöseBehandlung von Depressionenhabe aber einen Haken: Andersals ein Schmerzmittel wirke ein Antidepressivumnicht sofort. Erst nach zweibis vier Wochen entfalte ein Mittel diegewünschte Wirkung. Doch nicht immerhält sie unbegrenzt an. Josef Röttgenwar medikamentös gut eingestellt,als er vor einem Jahr die Klinik verlassenkonnte. In den letzten Monatenaber hat der 79-Jährige viele Schicksalsschlägeerlebt. Nun ist der Mann,der seit 38 Jahren an Depressionen leidet,wieder in der Klinik, um sich neueinstellen zu lassen. Kein Einzelfall, wieChefarzt Balzer weiß. „In der Psychiatrieist die Wiederaufnahmequote mit 30Prozent relativ hoch.“ Durch die neuenMedikamente ist Josef Röttgen nachsechs Wochen wieder stabiler. Eine großeHilfe ist ihm die Unterstützung sei-BBT-Magazin 1/2014ner Familie. „Ich geh viel spazieren, dashilft“, weiß der Patient. Und er versucht,„gute Erinnerungen zu konservieren“.Auch Birgit Jordan sieht nach vierWochen Licht am Ende des Depressionstunnels.„Mir geht es gut“, sagt siekämpferisch. Kleine persönliche Erfolgsgeschichtenzeigen ihr, dass sieauf dem richtigen Weg ist. Gerade hatsie sich mit einem Kaffee in die Sonnegesetzt und gehäkelt. Als andere mitihr quatschen wollten, schickte sie sieeinfach weg, weil sie ihre Ruhe habenwollte. „Früher war alles andere immerwichtiger als ich – jetzt fange ich an,mich zu wehren und durchzusetzen.“ ■Unter Depression versteht man einen Zustandpsychischer Niedergeschlagenheit, der mindestenszwei Wochen anhält und mit einer deutlichen Beeinträchtigungdes Allgemeinbefindens verbunden ist.Da es sich um eine komplexe Erkrankung handelt,kann sie vielfältige psychische und körperlicheAusprägungen haben. Die Betroffenen verspürenoft Gefühle von innerer Leere, Hoffnungs- und Antriebslosigkeitund verlieren Freude und Interessean Dingen, die ihnen sonst wichtig sind. Schlaflosigkeit,Appetitverlust und Verdauungsproblemekönnen körperliche Symptome sein. Laut Statistikerkrankt jeder fünfte Bundesbürger einmal imLeben an einer Depression, weshalb gerne voneiner „Volkskrankheit“ gesprochen wird. Derzeitleiden rund vier Millionen Deutsche an einerbehandlungsbedürftigen Depression. In leichterenFällen führt schon eine ambulante Psychotherapiemit tiefenpsychologischen und verhaltenstherapeutischenVerfahren zur deutlichen Besserung.Schwerer Erkrankte werden stationär in Klinikenbehandelt, oft werden ihnen dabei auch unterstützendstimmungsaufhellende und antriebssteigerndeMedikamente, sogenannte Antidepressiva, zurLinderung der Symptome verabreicht.17


standpunktKatholisch –mehr als nurein Etikett?Jedes vierte Krankenhaus in Deutschland ist inkatholischer Trägerschaft. Viele Sozialeinrichtungengehören zu den großen Wohlfahrtsverbändenwie Caritas oder Diakonie. Welche Rolle spielt dasheute noch, wo sich viele Menschen enttäuschtvon der Kirche abwenden?Ein Gespräch mit Dr. Albert-Peter Rethmann,Geschäftsführer der BBT-Gruppe und zuständigfür die Bereiche Christliche Ethik, Spiritualitätund Seelsorge sowie Bildung.Einige Skandale erschütterten im vergangenen Jahr die KatholischeKirche und die Katholiken in Deutschland. Viele Menschen verlorenihr Vertrauen. Wie glaubwürdig können da ein katholisches Krankenhaus,ein katholisches Seniorenheim oder eine katholische psychiatrischeEinrichtung überhaupt noch sein?Gerade weil die Kirche in der Kritik steht, ist es wichtig zu zeigen, wo undwie sich Christen heute einsetzen und die Botschaft Jesu im Alltag leben.Was das heißt, machen unsere Mitarbeiter Tag für Tag in unseren Krankenhäusernund Sozialeinrichtungen deutlich: mit hoher Professionalität inder Behandlung und Pflege, aber auch in der Zuwendung und dem Gespürfür Menschen, ihren Sorgen und Ängsten. Wenn dieses karitative Wirkenwegfiele, dann verlören wir eine zentrale Grundlage der Kirche.18BBT-Magazin 1/2014


Peter Friedhofen und viele andere Ordensleute sahen die große Not,in der ihre Mitmenschen lebten. Sie halfen unmittelbar, gründetenPflegeorden und legten den Grundstein für große Unternehmen derCaritas. Wie gelingt es, diesen Gründerimpuls in heutiger Zeit fortzuführen?Natürlich haben wir heute andere Bedingungen als unsere Gründerväterund -mütter in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Wir leben in einem Sozialstaatmit Versicherungssystemen und theoretisch fällt auch niemanddurchs Raster – jeder, der Hilfe benötigt, erhält sie im Prinzip auch. Andererseitsbestimmen die Spielregeln des Gesundheits- und Sozialmarktesund die politischen Rahmenbedingungen unser Handeln: Leistungskatalogeund Abrechnung nach Minutentakt sind hier nur zwei Stichpunkte. DieHerausforderung für uns besteht nun darin, uns von dem Ursprungsimpulseines Peter Friedhofen und anderen inspirieren zu lassen und uns gemäßdem biblischen Gleichnis vom barmherzigen Samariter zu fragen: Wer sindheute eigentlich die Menschen, die, bildlich gesprochen, „unter die Räuberfallen”? Wer bedarf jenseits aller Kostenerstattungen Unterstützung,Hilfe, Heilung und Begleitung? Sind es Menschen im Umfeld des Krankenoder Behinderten? Wir geben uns also nicht damit zufrieden, was uns dieKassen für unsere Arbeit vorgeben. Aus unserem christlichen Verständnisheraus schauen wir auch immer an die Ränder der Gesellschaft.Viele Menschen sind dafür sicherlich dankbar. Aber geht’s nicht auchohne „Ideologie“?Auch in nicht-christlichen Häusern orientiert man sich an bestimmtenWerten, und das ist ja auch anerkennenswert. Ich habe in meiner Zeitals Hausoberer im Brüderkrankenhaus in Paderborn viele Rückmeldungenerhalten, die voll Dankbarkeit dafür waren, was Menschen in unseren Einrichtungenerleben. Und interessant ist: Wenn es Kritik gab, dann entzündetesie sich gerade an unserem christlichen Anspruch. Dass wir diesemmöglicherweise aus Sicht eines Patienten, eines Angehörigen nicht gerechtgeworden sind. Das heißt, wir werden als christliche Häuser wahrgenommenund daran auch gemessen. Meine Erfahrung ist: Viele Menschengehen bewusst in ein christliches Krankenhaus, weil sie dort Pflege undHilfe unabhängig vom sozialen Status, ohne Ansehen der Person erwarten –Hilfe, weil der Mensch sie braucht. Daher bekommt er sie.Nun ist der Gesundheitsmarkt ein hart umkämpfter. KleinereHäuser ringen ums Überleben, und auch bei großen Konzernengibt es Übernahmen. Entscheiden letztlich nicht doch die Finanzen?Wo ist da noch Platz für christliche Spiritualität?Viele Zusammenschlüsse passieren häufig allein aus kaufmännischenGesichtspunkten. Das sehe ich auch bei kleineren Häusern in kirchlicherTrägerschaft. Innerhalb unserer Unternehmensgruppe bewegen wir unsmit allen strategischen und unternehmerischen Entscheidungen immerin einem Dreieck: fachlich zu den Besten zu gehören, ökonomisch solideaufgestellt zu sein und unsere christliche Identität zu leben und zeitgemäßgemeinsam mit dem Orden weiterzuentwickeln. Natürlich müssenauch wir Erträge erwirtschaften, die als Investitionen dazu beitragen, dassunsere Arbeit besser wird. Gleichwohl verstehen wir unsere Aufgabe alsGeschäftsführung, diese drei Bereiche auszubalancieren und nicht gegeneinanderauszuspielen. Hierdurch können wir auch gerade kleineren Einrichtungenin ländlichen Gegenden eine gute Unterstützung bieten, damitauch dort kranke und alte Menschen weiterhin eine gute Hilfe bekommen.Vielen Dank für das Gespräch.Viele Religionen unter einem DachEs ist längst Alltag geworden, dass Menschen vieler Religionen ineinem konfessionellen Krankenhaus oder einer Sozialeinrichtungunter dem Kreuzzeichen gemeinsam arbeiten und auch behandeltwerden. Zur Dienstgemeinschaft der BBT-Gruppe zählen Muslime,orthodoxe Christen, Hindus, Juden, Katholiken und Protestanten.Das ist kein Widerspruch, denn „mit dem Grundanliegen eineschristlichen Hauses können sich Menschen vieler verschiedenerGlaubensrichtungen identifizieren“, ist Albert-Peter Rethmannüberzeugt. Die BBT-Gruppe startet in diesem Jahr ein Projekt, indem das Gemeinsame und Verbindende erarbeitet werden soll.„Im ärztlichen wie im pflegerischen Bereich interessieren sich vieleausländische Fachkräfte für eine Arbeit innerhalb der BBT-Gruppe. Ineinigen Bereichen sind wir auch auf sie angewiesen“, so Rethmann.„Aber das ist keine Notlösung oder gar Bedrohung, sondern eineChance, uns als christliches Unternehmen weiterzuentwickeln undauch Vorreiter innerhalb der Gesellschaft zu sein.“BBT-Magazin 1/2014 19


vorortzentrum für ambulante OperationenSchnell wieder nach Hause„Und nach der kleinen OP am gleichen Tag wieder nach Hause.“ Daswünschen sich viele Patienten bei kleineren operativen Eingriffen. Umdem noch besser nachzukommen, hat das Brüderkrankenhaus St. JosefPaderborn ein neues Ambulantes OP-Zentrum eingerichtet. Bei Bedarfsteht der stationäre Bereich der Klinik zur Verfügung. In dem neuenZentrum gibt es eine eigene Anmeldung zur Terminvergabe, einenOperationssaal sowie einen überwachten Aufwachraum mit der Ausstattungfür fünf Patienten. Für sie bedeutet das neue Angebot: einenauf ihren Eingriff zugeschnittenen Behandlungsablauf, ein möglichstrasches Verlassen der Klinik und dazu im Hintergrund das ganze Potenzialeines Krankenhauses. In dem Ambulanten OP-Zentrum könnenzum Beispiel Eingriffe aus den Bereichen HNO und Orthopädie, Unfallchirurgie,Urologie und Kinderurologie durchgeführt werden.Neues Hospizzimmer im Brüderkrankenhaus St. JosefAbschied nehmen inwürdiger AtmosphäreEin Sterben und Abschiednehmen in privater und würdiger Atmosphäresoll das neu eingerichtete Hospizzimmer im Brüderkrankenhaus St.Josef ermöglichen. Das Zimmer, vorerst vor allem für Patienten der chirurgischenStationen vorgesehen, verbindet eine wohnliche Atmosphäremit professioneller pflegerischer und medizinischer Betreuung währendder letzten Lebensphase. Im Vergleich zum üblichen Krankenzimmer istder Raum mit Blick auf das Wahrzeichen Paderborns, den Dom, wohnlicheingerichtet. Die Beleuchtung kann farblich variiert werden, und derPatient oder seine Angehörigen können ihre Lieblingsmusik auf einerMusikanlage abspielen. Neben der professionellen pflegerischen Betreuungkönnen noch weitere Dienste wie Palliativmediziner, psychologischeund seelsorgliche Betreuung sowie der ambulante Hospizdienst Tobit mitseinen inzwischen 28 ehrenamtlich Helfenden hinzugezogen werden.Bewusst ist das Hospizzimmer für Patienten eingerichtet, die weiterediagnostische oder lebenserhaltende Maßnahmen nicht mehr möchten.Diese müssten dann im Zweifelsfall auf der Intensivstation der Klinikdurchgeführt werden, weil nur dort die notwendigen Voraussetzungenbestehen. Finanzielle Unterstützung bei der Einrichtung des Zimmersleistete der Förderverein des Brüderkrankenhauses.Geriatrie im St.-Marien-Hospital Marsberg eröffnetDem Leben Jahreund den Jahren Leben gebenÜber eine Million Euro hat das St.-Marien-Hospital Marsberg investiert.Ein Jahr dauerte die Konzeptions- und Bauphase. 20 Mitarbeitendewurden eingestellt, fort- und weitergebildet. Alles, damit betagteund hochbetagte Patienten über die Akutbehandlung hinauseine qualifizierte medizinische Betreuung und Förderung erfahren.Entstanden ist eine eigene Station mit unmittelbar angeschlossenenTherapie- und Wohnbereichen für die altersmedizinische Behandlung.Während des zwei- bis dreiwöchigen Aufenthalts stellt das multidisziplinäreTeam aus Geriatern und Fachpflegekräften, Physio- undErgotherapeuten, Logopäden, Psychologen, Mitarbeitenden des Sozialdienstesund der Ernährungsberatung für jeden Patienten individuelleTherapiepläne auf. Sie sollen sich nach der Behandlung wiederweitestgehend selbst versorgen können – in einem eigenständigenoder betreuten Umfeld – und durch eine verbesserte geistige und körperlicheLeistungsfähigkeit wieder an Lebensqualität gewinnen.20 BBT-Magazin 1/2014


Zehn wirklichgute VorsätzeFürs neue JahrHören Sie auf unsere Expertenaus dem BrüderkrankenhausSt. Josef Paderborn und demSt.-Marien-Hospital Marsbergund erklären Sie 2014 zuIhrem persönlichen Jahrder Gesundheit.„Fünf am Tag” empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung.Mit gutem Grund. Wenn Sie täglich zwei Hände voll Obstund drei Hände voll Gemüse essen, haben Sie den Grundsteinfür eine gesunde Ernährung und damit für eine Vielzahl vonVorbeugemaßnahmen schon gelegt.Dr. Ulrich Pannewick, Chefarzt GastroenterologieIhre Gelenke danken es Ihnen, wenn sie durch eine starkeMuskulatur gestützt werden. Regelmäßiges moderatesTraining mit kleinen Gewichten baut Muskulatur auf undhält Sie lange beweglich.Prof. Dr. Norbert Lindner, Chefarzt OrthopädieDie meisten Unfälle passieren im Haushalt! Achten Sie aufausreichend Licht und minimieren Sie Stolperfallen wie etwalose Teppiche oder Kabel, um die Sturzgefahr zu senken.Dr. Ralf Beyer, Chefarzt UnfallchirurgieLassen Sie Ihre Lunge atmen. Schützen Sie sich vor Abgasenund Qualm. Natürlich zuvorderst vor Zigarettenqualm.Dr. Hans-Christian Buschmann, Chefarzt Pneumologieund allgemeine Innere Medizin1234Wer hält Sie den ganzen Tag aufrecht? Wer trägt Ihren Kopf?Sagen Sie Ihrem Rücken danke und helfen Sie ihm bei seinemJob: Professionell durch Physiotherapeuten angeleiteteRückengymnastik stabilisiert und mobilisiert zugleich.Dr. Gregory Köppen, Chefarzt WirbelsäulenchirurgieGehen Sie raus ins Freie! Dadurch wird die natürliche Bildungvon Vitamin D in der Haut angeregt. Bewegung und Licht sinddie beste Vorsorge gegen Osteoporose.Dr. Norbert Bradtke, Chefarzt Innere MedizinRuhig Blut. Stress in jeder Form, besonders wenn er zur Dauerbelastungwird, schadet Ihrem Herzen genauso wie zu vielfettes Essen. Suchen Sie sich daher Entspannungstechniken.Bis zehn zählen und tief durchatmen? Abends eine heißeBadewanne? Oder doch lieber Yoga? Was Sie entspannt, tutIhrem Herzen gut. Na ja, abgesehen vom Rauchen vielleicht.Dr. Andreas Schärtl, Chefarzt KardiologieAchten Sie auf ausreichende Jodaufnahme! Das braucht IhreSchilddrüse, um die Hormone produzieren zu können, die IhrenOrganismus im Gleichgewicht halten. Greifen Sie deshalb imSupermarkt zu jodiertem Speisesalz und setzen Sie Seefischund Wildlachs möglichst oft auf Ihren Speiseplan.Dr. Michael Bucher, Chefarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie56789Treiben Sie regelmäßig etwas Sport, das ist nicht nur gut für Herzund Kreislauf, sondern vermindert auch nachweislich das Risikovon Tumorerkrankungen und das Risiko eines Wiederauftretensvon bereits durchgestandenen Krebserkrankungen.Dr. Horst Leber, Chefarzt Strahlentherapie10Häufige Schmerzen sind ein Warnzeichen des Körpers. Nehmen Sielieber frühzeitig Hilfe in Anspruch und gehen Sie den Ursachenauf den Grund. Sonst wird aus der Bekanntschaft Kopfschmerzschnell ein dauerhafter Begleiter.Dr. Torsten Meier, Chefarzt AnästhesieBBT-Magazin 1/201421


lickpunktZu viel Zucker im BlutRund acht Millionen Menschen leiden derzeit in Deutschlandunter Diabetes mellitus Typ 2, einer Störung der Insulinwirksamkeitim Körper. Jährlich steigt ihre Zahl um 360.000.Damit gehört der Diabetes zu den Volkskrank heiten mitden höchsten Wachstumsraten. Hoffnung versprechenSelbsterfahrungsberichte, in denen Typ-2-Diabetes ganzohne Medikamente reguliert wurde. Die Diabetesberaterinnendes St.-Marien-Hospitals Marsberg, Britta Peckmann undIrmgard Lammers, erklären, was an der These dran ist.22 BBT-Magazin 1/2014


„Zucker zähmen“ heißt das jüngste Buchvon Hans Lauber. Er ist Beirat der DeutschenDiabetes-Stiftung DDS und sagt, erhabe seinen Typ-2-Diabetes seit zehn Jahrenohne Medikamente nur mit einer Lebensstiländerungim Griff. Wie stehen Siezu dieser These?Peckmann: Der Ansatz ist sicherlich richtig.Man kann mit einer gesunden und ausgewogenenLebensführung Diabetes – wohlgemerktnur die Typ-2-Erkrankung – vorübergehend regulieren.Dass man das dauerhaft ohne Medikamenteschafft, habe ich in meiner Berufspraxisallerdings noch nicht erlebt.Lammers: Nicht nur das. Ich sehe darin aucheine Gefahr. Auch wenn jemand sein Leben umkrempelt,sich regelmäßig bewegt und fünf oderzehn Kilogramm Gewicht verliert, sinkt davonallein nicht der Blutzucker. Was bedeutet dasfür den Patienten? Hat er einen Fehler gemacht,sich nicht genügend bemüht?Sie halten die These also für nicht haltbar?Lammers: Nicht in dieser absoluten Form. Aberdas sagt Lauber auch nicht. Ihm geht es um diezu frühe Insulingabe. Völlig korrekt. Und ja: Mankann mit einer Lebensstiländerung das Risikoreduzieren, Folgeerkrankungen mindern undmanche Patienten können auch langfristig ohnepharmazeutische Unterstützung leben – abereben nicht alle. Auch wenn niemand Schuldzuweist. Sie kommt durch Maximalpositionendoch beim Patienten an. Das ist kontraproduktiv,und wir müssen in Schulungen erst psychologischeAufbauarbeit leisten, bevor wir in dieTherapie einsteigen können.Peckmann: Überhaupt verstehe ich diese Abwehrhaltunggegen Medikamente nicht. Wasist denn schlimm daran, wenn ich Tablettennehme oder Insulin spritze? Gerade angesichtsder neuen Präparategruppen, die förderlich fürBlutzuckerwerte und Gewicht sind. Es kommtdarauf an, dass ich meine Krankheit in den Griffbekomme und lange damit leben kann.Also ist es kein Problem für den Körper,wenn man regelmäßig auf Insulin oder Tablettenzurückgreift?Peckmann: So lange man ein ausgewogenesMaß hält, nicht. Insulin ist ja ohnehin im Körpervorhanden. Klar, wenn ich ungesund und vielesse und das mit viel Insulin reguliere, dann hatdas Folgen. Aber das ist bei jedem Menschen so.Wer viel isst, wird dick – mit oder ohne Diabetes.Angesichts von 9.000 Euro, die statistischjeder Diabetespatient jährlich kostet, sollteman sich fragen, ob sich ein Gesundheitssystemdiese Medikationspraxis leisten kann.Lammers: Das muss man differenzierter sehen.Die meisten Kosten werden nicht durch Pharmazie,sondern durch Folgeerkrankungen des Diabetesverursacht, etwa das Diabetische Fußsyndrom oderdie Dialyse. Das sind die wirklichen Kostentreiber.Ein Fazit bitte: Was also empfehlen Sie IhrenPatienten?Lammers: Als erstes eine Überprüfung des Lebensstils.Gesunde, ausgewogene ErnährungIntegriertes VersorgungskonzeptIn Marsberg wird die Diabetesbehandlungstrukturiert und sektorenübergreifenddurchgeführt. Die stationäre undambulante diabetologische Versorgungmit diabetologischer Schwerpunktpraxisam St.-Marien-Hospital wird in Kooperationvon zwei Diabetologen geleistet.Dr. Norbert Bradtke, Chefarzt InnereMedizin, und Dr. Gregor Dreesen, niedergelassenerDiabetologe, sorgen mit ihrerund viel Bewegung sollten in jeder Phase derDiabeteserkrankung hohe Priorität haben. DieTeilnahme an Schulungen oder Selbsthilfegruppenunterstützt das.Peckmann: Wenn das nicht oder nicht mehrreicht, dann erarbeiten wir mit jedem Patientenein individuelles Behandlungskonzept. Manchmalsind Tabletten besser, manchmal Insulin.Das kann und sollte man nie pauschal sagen.Ganz wichtig ist: Der Mensch verändert sich imLaufe der Zeit. Das muss man medizinisch begleiten.Deswegen laden wir unsere Patientenviermal im Jahr zu Routineuntersuchungen ein.Lammers: Eins ist darüber hinaus noch ganzwichtig: Je früher die Krankheit erkannt wird,desto besser sind Verlauf und Therapie zu gestalten.Das Krankheitspotenzial kann man inRisikobögen unter www.diabetes-risiko.de abfragen.Anfangs verläuft der Diabetes mellitusTyp 2 häufig symptomlos, richtet da aber bereitsSchäden im Körper an. Bei starkem Durst,häufigem Wasserlassen, Müdigkeit oder auchschlecht heilenden Wunden sollte ein Arzt aufgesuchtwerden.Die Diabetesberaterinnen Irmgard Lammers (li.) und Britta Peckmann mit Dr. Norbert Bradtkegemeinsam abgestimmten ambulantenund stationären Tätigkeit für einregional eng verzahntes Versorgungskonzept.So erfahren Patienten einedauerhaft abgestimmte Therapie auseinem Guss in Praxis und Krankenhaus.Tel.: 02992/605-6052E-Mail: diabetes-marsberg@owtz.den.bradtke@bk-marsberg.deBBT-Magazin 1/2014 23


lickpunktMixEine Brausetablette für Magnesium, ein Mittel gegenSchmerzen, ein anderes für das Herz und zu guterLetzt noch ein Stimmungsaufheller. UnterschiedlicheMedikamente und Nahrungs ergänzungsmittel könnenzu gefährlichen Wechselwirkungen führen. Aufpassensollte, wer sich auch etwas „selbst verschreibt“.GefährlicherFoto: istockphoto.com24 BBT-Magazin 1/2014


Nach dem Aufstehen ein Hormonpräparat,das die Schilddrüsereguliert, dazu die gewohnteKapsel gegen saures Aufstoßenund im Nachgang noch eine halbe Pille,um den Blutdruck zu senken. Und weileinem die Gesundheit am Herzen liegt,sprudelt im Wasserglas neben demFrühstücksbrettchen auch schon dieVitamintablette aus dem Drogerieregal.So sieht der tägliche Cocktail aus, denviele schon vor dem Frühstückskaffeezu sich nehmen. Mehr als ein Drittelder Deutschen schluckt täglich ein odermehrere Medikamente. Ist das wirklichgesund? Geht das auf Dauer gut?Fragen, die einen beschleichen und dieman schnell wegschiebt, während mansich in die Tageszeitung vertieft und insBrötchen beißt.Einer, der diese Fragen beantwortenkann, ist Burkhard Backhaus, Chefapothekeram Brüderkrankenhaus St.Josef Paderborn. Er betreibt in der Eingangshalledes Krankenhauses eine Beratungsstellefür Patienten, die sich einergeplanten stationären Behandlung inverschiedenen operativen Abteilungendes Hauses unterziehen müssen. Im Rahmendes Aufnahmeprozesses werdenin einem ausführlichen Gespräch miteiner speziell geschulten Apothekerinalle Medikamente und Nahrungsergänzungsmittelerfasst, die der Patient zusich nimmt, wie, wann und in welcherDosis er diese einnimmt und ob Unverträglichkeitenoder Allergien vorliegen.„Arzneimittelanamnese“ heißt das imFachjargon. „Wir nehmen uns Zeit füreine gründliche Bestandsaufnahme. DieErgebnisse dieser Gespräche zeigen, dasses sich lohnt: Wir stellen bei jedem sechstenPatienten ein Problem in Zusammenhangmit der Medikation fest. Geradewenn der Patient nicht regelmäßig alleVerschreibungen mit seinem Hausarztbespricht, oder wenn er auf eigene FaustNahrungsergänzungsmittel oder frei verkäuflicheArzneimittel zu sich nimmt,können Probleme durch Wechselwirkungenentstehen“, so Backhaus.Auch pflanzliche Mittel wirkenDie meisten Schwierigkeiten bereitetenAntidepressiva, Blutdruckmittel, Mineralstoffpräparateund Schmerzmittel.Bei vielen Betroffenen sind Präparateder Selbstmedikation beteiligt. Dass espflanzliche Arzneimittel, Phytopharmaka,nicht nur ohne Rezept in derApotheke, sondern häufig sogar in Drogerienund Supermärkten gibt, verleitetPatienten zu der Annahme, diese Mittelseien harmlos. In manchen Kräuternstecken allerdings Wirkstoffe, die vorallem für chronisch Kranke gefährlichwerden können. Denn pflanzlicheArzneimittel verursachen zum einenin zu hohen Dosen unerwünschte Nebenwirkungen.Zum anderen drohenWechselwirkungen mit anderen Medikamenten.Ein wichtiges Beispiel istJohanniskraut. Es verträgt sich mit einerganzen Reihe von Medikamentennicht, es beschleunigt den Stoffwechselbestimmter Arzneimittel, wie einigerHerz- oder Diabetesmedikamente.„Viele Verbraucher wissen nicht,dass auch harmlose Nahrungsmittelschwerwiegende Wechselwirkungenmit medizinischen Substanzen eingehenkönnen“, erklärt Backhaus, der auch Mitglieddes Aktionsbündnisses Patientensicherheitist. Besonders krasse Beispielemachten auch schon in den Medien dieRunde, mit Schlagzeilen wie „Vollrauschdurch Grapefruitsaft“ über die Wechselwirkungder Pampelmuse mit Schlafmitteln.Die Zitrusfrucht verstärkt aberauch die Wirkung anderer Arzneimittelgegen hohen Blutdruck und blutfettsenkenderPräparate.Durch die Erfassung der gesamtenMedikation eines Patienten und gezielteFragestellung ist bei Eintritt ins Krankenhauseine effiziente Überprüfung dergesamten Präparate eines Patienten möglich.Gerade bei älteren Patienten mit vielenunterschiedlichen Stoffwechselstörungenund Grunderkrankungen kannder Mix aus unterschiedlichen Wirkstoffenim schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlicheFolgen haben. Doch soweitmuss es nicht kommen. Die Apothekerinnenin der Beratungsstelle des Brüderkrankenhausesnehmen eine softwaregesteuerteSicherheitsprüfung der erfasstenMedikation vor und drucken einen Medikationsplanmit detaillierten Angabenaus. Dieser wird den Pflegekräften, dieden Patienten später auf der Station versorgen,zur Verfügung gestellt, sodass dieVersorgung des Patienten mit allen notwendigenArzneimitteln während desstationären Aufenthalts unterstützt wird.Die intensive Zusammenarbeit zwischenÄrzten und Apothekern am BrüderkrankenhausSt. Josef in Paderborn führt zurVermeidung von Wechselwirkungen undleistet einen wichtigen Beitrag zum Wohldes Patienten.Zentrum für Krankenhauslogistik und KlinischePharmazie am Brüderkrankenhaus St. JosefHusener Str. 4633098 PaderbornE-Mail: paderlog@bk-paderborn.deBurkhard BackhausChefapothekerTel.: 05251/702-2000E-Mail: b.backhaus@bk-paderborn.deAnsprechpartnerin für dieArzneimittelanamnese:Stefanie SenftnerApothekerinTel.: 05251/702-2384E-Mail: s.senftner@bk-paderborn.deBBT-Magazin 1/201425


Kürzlich feierte Margarete Petry ihren 100. Geburtstag im Kreis ihrer Kinder, Enkel undUrenkel. Seit zwei Jahren lebt sie im Seniorenzentrum Trier, das sie zuvor als Gast in derTagespflege kennengelernt hat. Nun genießt sie es, „auch einmal Hilfe anzunehmen“.26BBT-Magazin 1/2014


tagespflegeText: PAULA KONERSMANN | Fotos: Harald OppitzEinschönerTagDer immer gleiche Trott, derFernseher als einziger Kontaktzur Welt, einsame Stunden inden eigenen vier Wänden –Senioren, die regelmäßig dieTagespflege besuchen, erwartetmehr: Gemeinschaft, Singen,Gymnastik. Und etwas Gutes zuessen gibt es außerdem.Jeden Freitagmorgen kommt derFrisör zu Ilse Gregorius. Nachmittagsist Kaffeeklatsch mit Freunden,am Wochenende besuchensie ihre Enkel. Sie lebt allein in einerschönen großen Wohnung im TriererNorden. „Und da bleib ich auch“, betontdie 94-Jährige. Von Montag bis Donnerstagaber kommt sie tagsüber ins Seniorenzentrumder Barmherzigen BrüderTrier. Ein Fahrdienst bringt sie morgensin das orangefarbene Gebäude nahe derInnenstadt, abends wird sie wieder inihr Zuhause gebracht. Am Angebot derTagespflege nimmt sie aktiv teil: DreiMahlzeiten gibt es täglich, regelmäßigMessen und bunte Programmpunktewie gemeinsames Zeitunglesen, Singenoder Gymnastik. „Ich mache alles mit,was ich noch kann“, sagt Ilse Gregoriusund lächelt schüchtern.BBT-Magazin 1/201427


tagespflegegeht, sie kennen die Mitarbeiter und dieanderen Bewohner.“ Durch diese Routineund die ritualisierten Tagesabläufekönne ein Einzug ins Betreute Wohnenein Teil eines fließenden Übergangs seinstatt eines schmerzlichen Einschnitts.Im Kreise der LiebenStatt eines „schmerzlichen Einschnitts“könne der Umzug ins Betreute Wohnenein „fließender Übergang“ sein, wennman das Haus schon vorher regelmäßigbesucht hat, sagt Daniel Knopp,Leiter des Seniorenzentrums Trier (oben).Neun Gäste nutzen die Tagespflege imSeniorenzentrum. Dass sie tagsüber gutaufgehoben sind, zugleich aber jedenAbend in die eigenen vier Wände zurückkehren,ist für sie genau das Richtige.„Dieses Angebot schließt eine Lücke,wenn eine ambulante Pflegekraft nichtmehr reicht, der ältere Mensch aberauch noch nicht in eine stationäre Einrichtungziehen möchte“, erklärt DanielKnopp, Leiter des Trierer Seniorenzentrums.Schließlich ist es den meistenMenschen wichtig, so lange wie möglichselbstständig zu bleiben – so wie IlseGregorius. „Ich komme noch ganz guthoch in den ersten Stock“, sagt sie. Undgeistig sei sie ja sowieso noch fit. „Das istdie Hauptsache“, meint die Seniorin.Wenn später einmal die Treppenzu steil und die Badewanne zu rutschigwerden oder eine Erkrankung die Situationerschwert, dann falle es den Betroffenenviel leichter, in eine vertrauteUmgebung umzuziehen, weiß DanielKnopp: „Unsere Klienten sehen hier, wiees in einer stationären Einrichtung zu-So war es bei Margarete Petry. Seit zweiJahren bewohnt sie ihr eigenes Zimmerim Seniorenzentrum. Nach einemSturz ist sie ganz hier eingezogen, nachdemsie vorher Gast in der Tagespflegewar. An ihrem Türschild mit der Nummer122 baumelt eine orangefarbeneBlume, auf der Fensterbank stehenOrchideen. Herzen aus Pappe ragenaus einer Vase. „Ein langes Leben“, stehtauf einem, auf dem daneben wünschtjemand „nochmal 100 Jahre!“. DennMargarete Petry hat kürzlich ihren 100.Geburtstag gefeiert. „Da waren alle da“,erinnert sich die zierliche Frau mit derkräftigen Stimme: ihre fünf Kinder, dieEnkel und Urenkel. Im Alltag telefoniertdie 100-Jährige mit ihren Verwandten,in einer Zimme recke hat sie Bilder undFotos der Familie aufgehängt. Allerdingssitzt sie dort nur selten in ihrembeigefarbenen Fernsehsessel, in demsie beinahe versinkt. „Was soll ich dennda?“, fragt sie. „Es wäre ja fürchterlich,wenn wir alle nur im Zimmer sitzenwürden.“» Es wäre jafürchterlich,wenn wir allenur im Zimmersitzen würden.«Margarete Petry28BBT-Magazin 1/2014


Alles andere als Langeweile: sich begegnen, etwas zusammen unternehmen,gemeinsam essen – die Stunden in der Tagespflege versprechen viel Abwechslung.Das soziale Leben im Seniorenzentrumlässt viele Bewohner wieder aufblühen.Margarete Petry freut sich, wennihr Zimmernachbar sie zum nachmittäglichenKaffeetrinken abholt. Auchbei den Gesangsstunden ist sie immerdabei. Nur die Mahlzeiten möchte sienicht selber zubereiten. „Ich habe genuggekocht“, stellt sie klar. Nach ihrem langenselbstständigen Leben habe sie essich jetzt verdient, auch einmal Hilfe anzunehmen.„Ich bin sehr vergesslich, dasmerke ich selber“, sagt sie. „Ich brauchejemanden, der für mich mitdenkt.“Dafür sind die Pflegekräfte imsozial begleitenden Dienst da. Sie betreuendiejenigen, die schon im Hauswohnen, die Tagespflegegäste undauch interessierte Besucher. „Mancheältere Menschen kommen auf eigeneFaust“, erzählt Mitarbeiterin Ruth Haupenthal.„Letztens war eine Dame hier,die sich alles genau angesehen hat. Siehatte wohl einen guten Eindruck, waraber auch beruhigt, dass sie mit ihren93 Jahren noch nicht soweit ist.“ Den-noch wird der Bedarf an Tagespflege inZukunft steigen, darüber sind sich dieMitarbeiter einig.Entlastung für die FamilieMonika Gales organisiert einmal proWoche einen Nachmittag für demenzkrankeMenschen, deren Angehörigeetwas Zeit für sich brauchen. DasDemenzcafé ist ein sogenanntes niederschwelligesAngebot. Wo die Tagespflegeauf Regelmäßigkeit abzielt,sind zu diesem bunten Nachmittagauch spontane Besucher willkommen.Gemeinsam schnippeln die Gäste eineGemüsesuppe; nach dem Essen stehenAktivitäten auf dem Programm, diegeistig fit halten sollen. Das können Gedichteund Kreuzworträtsel sein, aberauch kleine Aufgaben, die Erinnerungenwachrufen. „Einer unserer Gästewar früher Schuhmacher, dem habe ichschon mal ein Paar Schuhe zum Reparierenmitgebracht“, verrät Monika Gales.Zu sehen, wie ein demenzkrankerMensch durch solch eine Zuwendungwieder aktiver und fröhlicher wird, seidas Schöne an ihrem Beruf.Was den älteren Menschen dieChance bietet, sich nach und nach aufdie Einrichtung einzulassen, kann auchderen Familien helfen. „Das Wichtigsteist uns, pflegende Angehörige zu entlasten“,sagt Monika Gales. Wer die krankeMutter oder den schwachen Vater gutaufgehoben wisse, könne neue Kraftschöpfen – und gemeinsame Unternehmungenwieder genießen. Ilse Gregoriuszum Beispiel war vor Kurzem mitihrer Tochter am Rhein spazieren. „Ichliebe den Rhein“, sagt sie, und ihre blaugrauenAugen leuchten auf. „Da wollteich unbedingt noch einmal hin.“ ■Erfahren Sie mehr über dieTagespflege im Senioren zentrumder Barmherzigen Brüder Trier:www.bbtgruppe.de/lebenBBT-Magazin 1/201429


:1.Welche Früchte undwelches Gemüseenthalten das meisteVitamin C in Milligramm?Lege eine Rangfolge fest.Unser Körper benötigt Vitamine für viele lebenswichtigeFunktionen. Sie helfen der Verdauung, stärken unsereAbwehrkräfte und unterstützen den Zellaufbau für Knochenund Zähne. Einige Vitamine, wie das Vitamin D, kann derKörper selbst herstellen, andere nicht, wie zum Beispiel dasVitamin C. An diese Vitamine kann der Körper nur kommen,wenn wir sie durch die Nahrung aufnehmen.Deshalb ist es wichtig, vor allem im Winter vitaminreichesObst, Gemüse und Vollkornprodukte zu essen. Sonst ergehtes euch wie früher den Matrosen auf langen Seereisen.Durch vitaminarmes Essen bekamen sie die Krankheit„Skorbut“ und es fielen ihnen die Zähne aus.Findet Alfons,den Bücherwurm.Der hat sich irgendwoversteckt.Suchspiel: Alfons versteckt sich am Fuß von Dr. Krax, Rätsel 4:B2.A HagebutteZwiebelD PaprikaFOrangeC KartoffelE PetersilieG SchwarzeJohannisbeereHier versteckt sich ein Vegetarierhinter dem Zahlengewirr.Der erhält seine Vitamine aus ca. 30 kgAkazienblättern am Tag.Verbinde die Zahlen in der Reihenfolgeund du erkennst das Tier.Male dann alles farbig aus. Viel Spaß.2 41 390 58988 828185 8384737271706968807978777675746367 810 96264656166605958671112131415515052495348544755465645574.Dr. Krax hateinen Doppelgänger.Doch derunterscheidet sichdurch 10 Fehler.Findet sie.161718 192726202528 2139 38 242229 23404137423635433444303132333.Pro Quadrat, Zeile und Spalte darfjedes Ding nur einmal vorkommen.Fülle die leeren Felder richtig aus.Lösungen: Rätsel 1: A/1.250 mg, H/177 mg, E/160 mg, D/100 mg, F/50 mg, C/17 mg, B/7 mg, Rätsel 2: Giraffe, Rätsel 3: , *30BBT-Magazin 1/2014


BildnisvoneinerPersonmed.verwendeteDrogemedizinisch:HarnstoffägyptischerSonnengottmedizinisch:Afterfranz.,latein.:undhoheMännersingstimmeHeilpflanzeRuinenstadtbeiTeheranAbk.:unteranderemgrößteKörperdrüseZuversichtQuadrillefigurSchalteram ComputerProduzent,Hersteller1012ital. AbschiedsgrußEste,LetteoderLitauer584Häretikertechn.EmpfangsgerätPapierformatStadtkernvonParisdauerndbilligerArbeiterin AsienaltrömischesKupfergeldKfz-VersicherungHaarfarbeimAlter1711kleineKircheTeildesHalsesessbareFrüchtevonBäumenaltröm.FrauenobergewandgeschlossenerHausvorbauHauptgottderHindusKurzhantelarmbeugendringendislam.RechtsgelehrterEnthaltsamkeitPflichtentbindung15privaterTV-Sender(Abk.)medizinisch:äußereHirnhautKolloidInitialendesMalersDixTeil derHeiligenSchrift(Abk.)616eineSteuer,Abgabe(Kw.)14arabischerSackmantelverkündigen,verkündenplötzlicherMeinungswechselfolglich(latein.)rumän.MännernameBalkanfriedenstruppe(Abk.)9VereinlauterAusrufPapageienNeuseelandsBildhauerarbeitenspanischerArtikelalbanischeWährunggriech.Vorsilbe:Erd ...medizinisch:dieKnochenGlasgefäßmitHals113einFußballfreistoßKinderbausteinVolksstamkrank-Augen-in Liberia heitKampfplatzimAmphitheaterFrauengemächerimOrientmedizinisch:MilzTeildesAugesmäßigwarmDynamikElfenkönigPilgerfahrtnachMekkaProduktstrichcode(Abk.)jüdischerSchriftgelehrterArzneiformkugelförmigeSpeisebayrisch:nein37Shop,Geschäftchem.ZeichenfürSelenAbk:RegistertonneeuropäischerHauptstädterBegnadigung2DEIKE-PRESS-1817-2Rufnamed. ‚Hair‘-SängerinKrameran derNaseherumführenfleißigesInsektLösungswort:1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 171 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17Stöcke zur Hand und raus ins Grüne. Nordic Walking istlängst ein Trendsport. Es ist nicht nur gut für die Armmuskulatur,sondern trainiert auch Rücken und Beine.Schöner Nebeneffekt: Der Kalorienverbrauch steigt und derBewegungsapparat wird entlastet. Wir verlosen unter allenrichtigen Einsendungen drei Paar hochwertige Nordic-Walking-Stöckeder Firma LEKI. Der „Instructor“, leicht, haltbar,zuverlässig und aus hundert Prozent Carbon, ist perfekt fürden alltäglichen und anspruchsvollen Walkingeinsatz. DasModell mit einer Haltekraft von 140 kg ist stufenlos von100 bis 130 cm verstellbar. Angenehm und praktisch sindzudem der Korkgriff und abnehmbare Handschlaufen.Mitmachenund gewinnenSenden Sie eine E-Mail anleben@bbtgruppe.deoder eine Postkarte an Redaktion „Leben!“,Kardinal-Krementz-Str. 1-5, 56073 Koblenz.Einsendeschluss ist der18. April 2014.Viel Glück!BBT-Magazin 1/201431


momentmal32BBT-Magazin 1/2014


Geschenkte ZeitNeujahrsbeginn –Aufbruchsstimmung:Was lasse ich zurück,was nehme ich mitins neue Jahr?Was ist mir wichtig?Der beste Ratgeberist die innere Stimmemeines Herzens.Wenn ich darauf höre,dann kann ich mich auf das Wagnisdes Aufbrechens einlassen,kann Überholtes loslassen,damit mein Blick frei wirdfür die Chancender neu geschenkten Zeit.Mein Aufbruch gelingt am bestenmit leichtem Gepäck:Vertrauen, Hilfsbereitschaft und Humorsind guter Proviantfür die täglichen Abenteuerim neuen Jahr.Elke DeimelBBT-Magazin 1/201433


veranstaltungstipps8. Januar 2014Die VolkskrankheitBluthochdruck – neueTherapieverfahrenIst der Blutdruck dauerhaft erhöht,kann dies ernsthafte Erkrankungennach sich ziehen. Dr. med. AndreasSchärtl, Chefarzt der Klinik fürKardiologie, berichtet über neuewissenschaftliche Erkenntnisseund Behandlungsmöglichkeitenbei zu hohem Blutdruck.19 UhrBrüderkrankenhaus St. Josef Paderborn,Café-Restaurant AmbienteAnmeldung und Information:AOK Paderborn, Heike Kruse,Tel.: 05251/124-4214. Februar 2014Abnehmen mit GenussZiel dieses Kurses der ErnährungsberaterinIrmgard Lammers ist, denUrsachen überflüssiger Pfunde mittelsSchrittzählern, Körperfettmessungund Ernährungsprotokollenauf die Spur zu kommen, Kenntnisseüber gesunde Lebensführungzu erlangen und durch nachhaltiggesunde Ernährung eine Gewichtsreduktionzu erzielen.Der Kurs findet an acht Terminenimmer dienstags statt.14.30 UhrSt.-Marien-Hospital Marsberg,Schulungsraum ErnährungKosten: 95 EuroDie meisten Krankenkassenerstatten 80 Prozent der KursgebührAnmeldung und Informationenunter Tel.: 02992/6 05 60 486. März 2014Atemstörungenim Schlaf – ein unterschätztesProblemDr. med. Hans-Christian Buschmann,Chefarzt der Klinik fürPneumologie und Allgemeine InnereMedizin, betreibt ein Schlaflaboram BrüderkrankenhausSt. Josef Paderborn. Aus seinerklinischen Erfahrung weiß er, dassSchnarchen und Atemaussetzerzu ernsten Folgeerkrankungenführen.19 UhrBrüderkrankenhaus St. Josef Paderborn,Café-Restaurant AmbienteAnmeldung und Information:AOK Paderborn, Heike Kruse,Tel.: 05251/124-4215. Februar 2014Problemfall überaktiveBlase – aktuelle BehandlungsmöglichkeitenDer Referent Dr. med. Andreas Kuttaist Chefarzt der Klinik für Urologieund Kinderurologie am BrüderkrankenhausSt. Josef. Er gibt einenÜberblick über die derzeitigenoperativen und medikamentösenMöglichkeiten.19 UhrBrüderkrankenhaus St. Josef Paderborn,Café-Restaurant AmbienteAnmeldung und Information:AOK Paderborn, Heike Kruse,Tel.: 05251/124-42134BBT-Magazin 1/2014


BrüderkrankenhausSt. Josef PaderbornHusener Straße 4633098 PaderbornTel.: 05251/702-0www.bk-paderborn.deIm nächsten HeftAltersheilkundeSanitätshausMarlies Vogt, LeitungTel.: 05251/702-3333MVZ Strahlentherapie &NuklearmedizinÄrztlicher LeiterDr. Klaus PlittTel. 05251/699048-0MVZ im MediCOPneumologie & HämatologieÄrztlicher LeiterDr. Jörg-Peter ErrenTel.: 05251/22502Ambulanter Hospizdienst „Tobit“Nina Kolk, KoordinatorinTel. 05251/702-3573Der Mensch wird immer älter – dank guterVersorgung und medizinischem Fortschritt.Das stellt auch Kliniken vor neue Heraus -forderungen. Ein betagter Patient benötigtnicht nur mehr Unterstützung, auchKrankheitsbilder zeigen sich anders undverlangen nach angepassten Therapien.Geriatrische Fachabteilungen stellen sichdarauf ein.Außerdem:St.-Marien-Hospital MarsbergMarienstraße 234431 MarsbergTel.: 02992/605-0www.bk-marsberg.deDiabetologischeSchwerpunktpraxisDr. Norbert BradtkeTel.: 02992/605-6052WirtschaftWerkstätten liefern gute QualitätAlt trifft JungWie Generationen voneinander lernenDie nächste Ausgabe von„Leben! – Das Magazinder BBT-Gruppe fürGesundheit und Soziales”erscheint im April 2014.BBT-Magazin 1/2014Foto: istockphoto.com35


BBT e.V., Kardinal-Krementz-Straße 1-5, 56073 KoblenzNicht vergessen!DarmkrebsvorsorgeAlle acht Minuten erkrankt ein Menschin Deutschland an Darmkrebs.Kommen Sie zur Vorsorge!Klinik für GastroenterologieChefarzt Dr. med. Ulrich PannewickHusener Straße 46, 33098 PaderbornTel. 05251/702-1500E-Mail: u.pannewick@bk-paderborn.dewww.bk-paderborn.deDie BBT-Gruppe ist mit mehr als 30 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens,rund 10.000 Mitarbeitenden und ca. 800 Aus zu bildenden einer der großen Trägervon Krankenhäusern und Sozialeinrichtungen der Katholischen Kirche in Deutschland.

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!