hochspannung - Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung

lsv.de

hochspannung - Die Landwirtschaftliche Sozialversicherung

LSV kompakt

Magazin für Sicherheit & geSundheit

www.hrs.lsv.de September 2009

VorSorge

Patientenverfügung

neu geregelt

vorsicht:

hochspannung


inhaLt

September l 09

richtig entScheiden

Jeder kann in eine situation kommen,

in der ein selbstverantwortliches

handeln verwehrt ist, aber

Entscheidungen getroffen werden

müssen. 04

WaS die BerufSgenoSSenSchaft

gekoStet hat

Die Ausgaben 2008 liegen bei fast

200 Millionen Euro. 06

LeiStungen in hoher quaLität

Die Jahresrechnung der LKK hrs

für das Geschäftsjahr 2008 schließt

mit einem Gesamtaufwand von

308.806.874,41 Euro. 08

für priVatWaLdBeSitzer

Die Waldarbeit gehört zu den

gefährlichsten tätigkeiten in der

Land- und Forstwirtschaft. 11

VorSicht: hochSpannung

immer wieder unterschätzen

Landwirte die risiken bei Arbeiten

in der Nähe von Freileitungen. 12

zu jeder zeit geSehen Werden

vor allem im herbst, wenn Feldund

transportfahrten zunehmen,

steigen die Unfallzahlen. 14

„neuBürger“ iM pfLanzenreich

Neophyten können problematisch

für die Gesundheit sein und wirtschaftliche

schäden verursachen. 15

Zum Titelbild: Oft überqueren Freileitungen

gefährlich tief den Arbeitsbereich von Landwirten.

Wer sich jedoch an einige Regeln hält, ist

vor Stromkontakt geschützt.

❘❘❘■ notRufVeRoRDnunG

( 112 jetzt in ganz Europa

Über die einheitliche Rufnummer 112

lassen sich seit diesem Jahr die Notfalldienste

in den EU-Ländern aus

dem Festnetz, von öffentlichen Telefonen

oder vom Handy aus kostenlos

erreichen. Sie ergänzt die bereits bestehende

nationale Notrufnummer 110.

Die 112 kann angerufen werden, um

im Notfall den Krankenwagen, die

Feuerwehr oder die Polizei zu rufen.

Unnötige Anrufe können das System

überlasten und so das Leben dringend Hilfebedürftiger gefährden.

Anrufer müssen sich mit Name, Adresse und Telefonnummer identifizieren,

um Doppelmeldungen zu vermeiden. Sollte einmal irrtümlich

diese Nummer gewählt worden sein, dann nicht auflegen, sondern eine

kurze Erklärung abgeben. Der Mitarbeiter der Notrufzentrale schickt

sonst vergeblich Rettungskräfte los.

❘❘❘■ neue VeRoRDnunG iM StRaSSenVeRkeHRSRecHt

Zusatzqualifikation für Kraftfahrer

Seit dem 10. September müssen Kraftfahrer im gewerblichen Güter- oder

Personenverkehr zusätzlich zum Führerschein eine Qualifizierung nach

dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) nachweisen. Für

Führer und Fahrzeuge in der Landwirtschaft gelten besondere Regelungen.

Genaue Informationen gibt es im Internet unter www.lsv.de / spv > Aktuelles

/ Presse.

❘❘❘■ taG DeR zaHnGeSunDHeit aM 25. SepteMbeR 2009

Gesund beginnt im Mund ...

... krank sein oftmals auch. Dieses Motto macht deutlich, dass eine Mundgesundheitsvorsorge

unerlässlich ist. Sind die Zähne krank, wirkt sich das

negativ auf den gesamten Körper aus. Eine fortgeschrittene Parodontitis

kann beispielsweise zum Risiko für Herz und Kreislauf werden.

Die gesetzlichen Krankenkassen stellen deshalb gezielt Mittel für die

Aufklärung der Versicherten, die Maßnahmen der Gruppen- und Individualprophylaxe

sowie die zahnerhaltende Therapie bereit.

LSV-iMpreSSuM

LSV kompakt – Magazin für Sicherheit und Gesundheit

Herausgeber: Landwirtschaftliche sozialversicherung hessen, rheinland-Pfalz und

saarland, Bartningstraße 57, 64289 Darmstadt, telefon 0 61 51 7 02 - 0,

Fax 0 61 51 7 02 - 12 60 – spitzenverband der landwirtschaftlichen sozialversicherung,

Weißensteinstraße 70 - 72, 34131 Kassel, telefon 05 61 93 59 - 2 41, Fax 05 61 93 59-2 44

Redaktion: Direktor Wilhelm Kins, www.hrs.lsv.de, E-Mail: info.da@hrs.lsv.de –

Albert Münz, www.lsv.de, E-Mail: presse1@spv.lsv.de

Erscheint fünf Mal pro Jahr. Der Bezugspreis ist durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten.

Keine Gewähr für unverlangte Manuskripte. Nachdruck ist nach rücksprache mit

der redaktion möglich.

Druck: Dierichs Druck + Media Gmbh & co. KG, Frankfurter straße 168,

34121 Kassel. Bei den Adressangaben werden die Bestimmungen des

Datenschutzes beachtet.


❘❘❘■ SaiSonaRbeitSkRäfte

Neue vermittlungsplattform

In den landwirtschaftlichen Betrieben der Bundesrepublik sind

jährlich etwa 250.000 Saisonarbeitskräfte beschäftigt. Bewirtschafter

arbeitsintensiver Sonderkulturen sind auf die Erntehelfer

aus Polen, Rumänien und anderen osteuropäischen Staaten

angewiesen. Zur Gewinnung von Arbeitskräften hat der Gesamtverband

der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeber

eine Internetplattform eingerichtet. Über die Adresse

www.saisonarbeit - in - deutschland.de

erhalten Landwirte die Möglichkeit, ihren Betrieb einfach,

schnell und kostengünstig in der jeweiligen Landessprache interessierten

Saisonarbeitskräften vorzustellen. So kann ein Betriebsprofil

erstellt werden. Ein Faltblatt mit weiteren Hinweisen

gibt es unter www.sind-gmbh.de > Downloads.

❘❘❘■ Renten-anpaSSunG zuM 1. JuLi

Korrekter rentenwert

In der letzten Ausgabe von LSV kompakt wurde auf Seite 2 auf

die Höhe der Rentenanpassung zum 1. Juli 2009 hingewiesen.

Dabei ist ein Schreibfehler unterlaufen. Richtig muss es heißen:

Die Renten aus der Alterssicherung der Landwirte (AdL)

und der landwirtschaftlichen Unfallversicherung (LUV) werden

ab 1. Juli 2009 um 2,41 Prozent in den alten bzw. 3,38 (nicht 3,98)

Prozent in den neuen Bundesländern erhöht.

❘❘❘■ LSV auf auSSteLLunGen iM HeRbSt 2009

Blickpunkt sicherheit

Reha care 2009

14. bis 17. Oktober 2009

in Düsseldorf

Halle 3 – Stand C74

Thema: Besondere Therapieformen

a + a 2009

3. bis 6. November 2009

in Düsseldorf

Halle 10 – Stand 10D20

Thema: Landwirtschaftliche Sozialversicherung

aus einer Hand

agritechnica 2009

10. bis 14. November 2009

in Hannover

Halle 4 – Stand B04

Thema: Rund um den Rücken, kostenlose

Körperfett- und Blutzuckermessung

Für jede der drei Ausstellungen stellt LSV kompakt zehn

Eintrittsgutscheine bereit. Die ersten interessierten Anrufer

unter ( 0561 9359-241 erhalten einen davon per Post zugeschickt.

inteRView

Sichere LandMaSchinen,

Sichere ernte

in kürze ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

Der alternierende verbandsvorsitzende

Arnd spahn beantwortet

Fragen zum thema Maschinen- und

Arbeitssicherheit.

LSV kompakt: Die vereinigung der

europäischen Gewerkschaften führt eine studie durch, um

ergonomische und sicherheitstechnische verbesserungsmöglichkeiten

bei Landmaschinen festzustellen. Damit soll

handlungsbedarf bei sicherheitsnor men für Landtechnik

aufgezeigt werden.

Spahn: Der Einsatz von Landmaschinen spielt in der

modernen Landwirtschaft eine entscheidende rolle. Das

European trade Union institute (EtUi) möchte mit diesem

AGri Project die sicherheit an Landmaschinen verbessern,

aber auch die Ergonomie. immerhin werden die Maschinen

in saisonspitzen rund um die Uhr bedient. stress lässt sich

unter schwierigen Einsatzbedingungen dabei kaum

vermeiden. Wichtig ist, dass die Erfahrungen der Bediener

der Maschinen genutzt werden, um die Maschinen sicherer

und ergonomischer zu gestalten. Dies steht bei diesem

Projekt ganz klar im vordergrund.

LSV kompakt: Bei welchen Maschinen werden schwerpunkte

gesetzt?

Spahn: Ziel ist es, die harmonisierte c-Norm „Landmaschinen,

Mähdrescher und Feldhäcksler – sicherheit“ zu

verbessern. Dazu werden Workshops mit sechs bis acht

Fah-rern und servicemitarbeitern von Mähdreschern

durchgeführt. Die teilnehmer werden gebeten, über die

Erfahrungen ihrer täglichen Arbeit zu berichten. Die

Analyse dauert einen tag und legt Beobachtungen und

Anregungen zur Gestaltung der Maschinen und zur

Arbeitsorganisation offen. Dieses Wissen der Arbeitnehmer

wird genutzt, um Anpassungsbedarf in der Landtechniknormung

– zunächst bei den Mäh dreschern – aufzuzeigen.

Darüber hinaus ist es geeignet, die Einbindung von

Arbeitsmitteln in den Arbeitsplatz zu verbessern.

LSV kompakt: in welchen europäischen Ländern wird

dieses AGri Project durchgeführt?

Spahn: schweden, Dänemark, Großbritannien, italien und

Deutschland beteiligen sich an dem sicherheitsrelevanten

Projekt. Gerade dort ist die Mechanisierung in der Landwirtschaft

auch am weitesten fortgeschritten. Allein in

Deutschland werden jährlich rund 10.000 Mähdrescher

produziert, von denen etwa 2.000 im inland eingesetzt

werden, der rest wird exportiert. ich stelle fest, auch in der

Landtechnikindustrie wird eine starke Konzentration

sichtbar. Etwa vier Anbieter teilen sich den Markt. Da wird

es einfacher, mit den Konstrukteuren bessere Lösungen zu

finden. Gleichzeitig sehen wir jedoch, dass noch viele ältere

Maschinen im Einsatz sind, die den geforderten sicherheitsund

Arbeitsschutznormen nur unzulänglich entsprechen.

Mit dem Projekt sollen landwirtschaftliche Arbeitgeber,

aber auch die Landtechnikindustrie für diesen Bereich

sensibilisiert werden. in Deutschland wird das Projekt von

den Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften

Mittel- und ostdeutschland sowie Nordrhein-Westfalen

und dem spitzenverband unterstützt und durchgeführt.

LSV kompakt: Wann ist mit Ergebnissen zu rechnen?

Spahn: Die Konferenz wird Anfang 2010 die ersten

Ergebnisse vorlegen. Gegenwärtig werden auch in Deutschland

Betriebe anzusprechen und Workshops vorzubereiten.

september i 09 LSV kompakt 3


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ iM focuS

PAtiENtENvErFüGUNG & co.

RichTig

EnTschEidEn

Ein Unfall oder eine

schwere Krankheit

können jeden in eine

situation bringen, in der

ein selbstverantwortliches

handeln verwehrt

ist, aber Entscheidungen

getroffen werden müssen.

Wie sollte für solche

situationen vorgesorgt

werden?

4 LSV kompakt september i 09

zuR peRSon

WoLfgang BüSer ...

... ist Fachjournalist und als ratgeber in

rechts-und verbraucher fragen bei Fernsehen

und radio tätig. Er schreibt für

verschiedene Zeitungen und hat mehrere

ratgeberbücher zu rechts fragen verfasst.

in Lsv kompakt beantwortet er Fragen zu

Patienten-, Betreuungsverfügung und vorsorgevollmacht.

Jeder Volljährige hat die Möglichkeit,

für den hier beschriebenen

Fall der Fälle eine

„patientenverfügung“

zu schreiben, in der er detailliert aufgelistet

hat, ob er – und gegebenenfalls

welche – lebensverlängernde

Maßnahmen wünscht. Nach dem

zum 1. September 2009 in Kraft getretenen

Gesetz haben sich die Ärzte

grundsätzlich an eine solche Verfügung

zu halten – es sei denn, die Niederschrift

liegt schon mehrere Jahre

zurück, so dass nicht mit Sicherheit

angenommen werden kann, ob es sich

tatsächlich noch um den aktuellen

Willen der betreffenden Person handelt.

Oder dass die in der Patientenverfügung

niedergelegten Fakten zu

unbestimmt sind, um sie buchstabengetreu

zu befolgen. Oder dass seit der

Niederschrift die medizinische Entwicklung

derart fortgeschritten ist,

dass davon auszugehen ist, dass die in

der Patientenverfügung vorgegebenen

Anweisungen nicht geschrieben

worden wären, wenn der neueste

medizinische Stand schon bekannt

gewesen wäre.

? Wie muss so eine Erklärung

aussehen?

Eine Patientenverfügung wird am besten

selbst handgeschrieben. Sie kann

durchaus einem Formular „nachempfunden“

sein. Doch sollte die Verfügung

zumindest erkennen lassen,

dass sich der Verfasser intensiv mit

dem Thema befasst hat, etwa so wie

im Beispiel auf der folgenden Seite.

Wer sich nicht zutraut, eine solche

Verfügung „individuell“ abzufassen,

der spricht mit dem Hausarzt oder

einem Notar. Auch Verbraucherberatungsstellen

helfen oft

weiter. Natürlich kann die Verfügung

jederzeit geändert werden.

Sinnvoll ist es, von der Verfügung

Kopien zu ziehen, eine davon in der

Hand- oder Brieftasche und eine weitere

zu Hause aufzubewahren. Es genügt

auch, nur einen Hinweis mit sich

zu führen, aus dem hervorgeht, dass

eine Patientenverfügung geschrieben

wurde und wo das Original zu finden

ist. Weitere Exemplare können sich

bei vertrauten Personen befinden.

„Offiziell“ aufbewahren lassen kann

man sich seine Patientenverfügung

im Zentralen Vorsorgeregister bei der

Bundesnotarkammer in Berlin (www.

vorsorgeregister.de), bei dem bisher

mehr als 930.000 Bürgerinnen und

Bürger eingetragen sind. Ärzte wie

Gerichte machen nach Auskunft der

Kammer im Falle des Falles regen Gebrauch

von diesem Verzeichnis. Wer

sich dort hat notieren lassen, der trägt

am besten einen entsprechenden Vermerk

bei sich, dass die Patientenverfügung

dort abgerufen werden kann.

? Was wird, wenn ich persönlich

auf die Fürsorge anderer

ange-wiesen bin? Wer handelt und

ent-scheidet für mich?

Wenn zur richtigen Zeit ein Anderer

für einen Sterbenskranken handeln

soll, damit der in der Patientenverfügung

niedergelegte Wille auch tatsächlich

umgesetzt wird, so muss ein

weiteres Schriftstück vorhanden sein.

Das geschieht mit einer

„Vorsorgevollmacht“.

Sie wird zweckmäßig zeitlich mit der

Patientenverfügung geschrieben.

Damit kann ein Ausersehener ermächtigt

werden, in Fragen der Heilbehandlung

bis hin zur Entscheidung,

wann sie beendet werden soll,


BeiSpieL für den inhaLt

einer patientenVerfügung

Für den Fall, dass ich zu einer

Entscheidung oder einem Gespräch

nicht mehr fähig bin, verfüge ich:

im Fall

■ meiner nicht mehr zu heilenden

Bewusstlosigkeit,

■ einer aller voraussicht nach

schwersten Dauerschädigung

meines Gehirns,

■ des dauernden Ausfalls lebenswichtiger

Funktionen meines

Körpers,

■ oder im Endstadium einer zum

tod führenden Krankheit, wenn

für den Kranken einzutreten. Grundsätzlich

jedenfalls. Denn nach einem

Urteil des Bundesgerichtshofs, das

auch heute noch Bedeutung hat, kann

auch in einem solchen Fall die Zustimmung

des Vormundschaftsgerichts

zum Absetzen lebensverlängernder

oder -erhaltender Maßnahmen

verlangt werden, wenn die Ärzte

der Meinung sind, dass der in der Patientenverfügung

niedergelegte Wille

vielleicht doch nicht auf die aktuelle

Situation angewendet werden könne

(AZ: XII ZB 2 / 03).

? Können in der Vorsorgevollmacht

auch geschäftliche

dinge geregelt sein?

Das sollte nicht miteinander vermengt

werden. Besser ist es, dafür

eine

„Betreuungsverfügung“

aufzusetzen. Das heißt: Wer für den

Ernstfall geschäftliche und persönliche

Angelegenheiten keinesfalls durch

einen Fremden erledigt sehen will, was

der Fall sein könnte, wenn nicht rechtzeitig

auch für diesen Fall vorgesorgt

wurde, der kann das mit der Betreuungsverfügung

regeln. Darin wird dem

Amtsgericht, das gegebenenfalls für die

Bestellung eines offiziellen Betreuers

zuständig ist, eine vertraute Person als

Betreuer vorgeschlagen, zum Beispiel

der Ehepartner, eines der Kinder oder

ein Freund.

Beispiel: Für den Fall, dass eine gerichtliche

Betreuung notwendig werden

sollte, wünsche ich, dass X. zum

Betreuer bestellt wird, bei seiner Ver-

die Behandlung nur noch dazu

führen würde, das sterben zu

verlängern, insbesondere, wenn

die Behandlung mit erheblichen

schmerzen oder Beeinträchtigungen

verbunden wäre,

will ich

* keine intensivbehandlung,

* die Einstellung der Ernährung,

nur noch Mundpflege,

* nur angst- und / oder schmerzlindernde

Maßnahmen, wenn

nötig,

* keine künstliche Beatmung,

hinderung Y. Der Betreuer soll vor

allem mein Aufenthaltsbestimmungsrecht

wahrnehmen (etwa einen Mietvertrag

oder die Überweisung in ein

Pflegeheim betreffend), ferner meine

finanziellen Angelegenheiten regeln

sowie Zugriff auf meine Post haben.

Die Gerichte folgen den Vorschlägen

regelmäßig.

? Wo erhalte ich weitere

informationen?

Das Bundesjustizministerium (BJM)

nimmt ausführlich Stellung zu dem

neuen Gesetz, mit dem die Rechte der

Patienten gegenüber den Ärzten auf

eine stabilere Grundlage gestellt wur-

Die nebenstehende Broschüre mit weiter-

führenden Informationen kann beim

B u n d e s m i n i s t e r i u m d e r J u s t i z

M o h r e n s t r a ß e 37

10117 Ber lin

Te l e f o n: 030 18580-0

Te l e f a x: 030 18580-9525

bestellt oder im Internet unter

www.bmj.bund.de

Topthema patientenverfügung

(links auf der Startseite

oder über die Suchfunktion)

per Kontaktformular bestellt oder

heruntergeladen werden.

Die Redaktion von LSV kompakt hilft tele-

fonisch unter 0561 9359-241 oder per E-Mail

unter presse1@spv.lsv.de gern weiter.

* keine Bluttransfusion,

* keine organtransplantation,

* keine künstliche Niere,

* keinen Anschluss an eine

herz-Lungen-Maschine,

* keine Einweisung in ein heim.

Meine vertrauensperson(en):

Name(n), Adresse(n), telefon ...

Diese verfügung wurde bei klarem

verstand und in voller Kenntnis der

rechtslage unterzeichnet.

ort, Datum und Unterschrift

■ und * – mögliche Angaben

den. Die auf der Internetseite des BJM

nachzulesende „Formulierungshilfe

Patientenverfügung“ umfasst 14 Seiten

und schildert detailliert, wer für

welche Situation Vorsorge treffen

kann – mit individuellen Textvorschlägen.

Zahlreiche andere Institutionen

äußern sich ebenfalls zum

Thema – anzuklicken im Internet

unter „Patientenverfügung“. ■

iM focuS ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

september i 09 LSV kompakt 5


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ Sicherheit

Was diE BERuFsgEnossEnschaFT

gEKosTET haT

Die Ausgaben 2008

liegen bei fast

200 Millionen Euro.

Die Ausgaben für die Heilbehandlung

und Rehabilitation

haben die seit mehreren Jahren stagnierende

Unfallentwicklung in etwa

nachvollzogen. Eine Ausnahmesituation

gab es bei den Renten. Das in wesentlichen

Teilen am 1. Januar 2008 in

Kraft getretene Modernisierungsgesetz

(LSVMG) hat die Ausgaben der Berufsgenossenschaft

gleich im Jahr 2008

in die Höhe schnellen lassen. Grund

sind die besonderen Abfindungen, die

der Gesetzgeber in 2008 und 2009 gewähren

ließ, um die enorme jährliche

Belastung der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften

durch Unfallrenten

nachhaltig zu vermindern. Bei

einem Abfindungsvolumen von 650

Millionen Euro hat sich der Bund mit

400 Millionen beteiligt, der Rest war

von den Berufsgenossenschaften zu finanzieren.

Allein in Hessen, Rheinland-Pfalz

und Saarland wurden in beiden Jahren

an über 4.800 Unfallrentner rund

75 Millionen Euro Abfindungskapital

ausgezahlt. Davon hat der Bund nahezu

46 Millionen beigesteuert, während

die restlichen 29 Millionen in

einem einmaligen Kraftakt von der

Berufsgenossenschaft aufzubringen

waren. Zu einer Mehrbelastung der

Beitragszahler kam es hierdurch

nicht. Im Gegenteil konnten die Beiträge

für landwirtschaftliche Flächen

bereits bei der Umlage 2008 (Bescheid

vom Januar 2009) um fünf Prozent

gesenkt werden. Die wegfallende Rentenbelastung

wurde damit umgehend

an die Beitragszahler weitergegeben.

Die Abfindungsaktion führt inzwischen

zu einem Wegfall laufender

Rentenausgaben von jährlich neuneinhalb

Millionen Euro. Sie hat sich

damit als ein wirksames Mittel er-

6 LSV kompakt september i 09

wiesen, die Finanzierungslast der Berufsgenossenschaft

dauerhaft und

spürbar zu senken.

die ausgaben im einzelnen

Für die Prävention, die Verhütung

von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten

und sonstigen arbeitsbedingten

Gesundheitsgefahren wurden

5.720.756,55 Euro aufgewendet.

Arzt- und Krankenhauskosten in

Höhe von 31.098.368,19 Euro standen

Ausgaben für Betriebs- und Haushaltshilfe

von 1.736.301,91 Euro sowie

558.386,89 Euro für Berufshilfe gegenüber.

Den größten Ausgabenblock

bildeten die Unfallrenten, Witwen- /

Witwer- und Waisenrenten mit

46.388.692,19 Euro sowie für die oben

schon erwähnten besonderen Rentenabfindungen

72.989.744,22 Euro.

Die Verwaltungs- und Verfahrenskosten

lagen bei 14.642.293,08 Euro.

Zusammen mit den Umschichtungen

aus dem Vermögen beliefen sich die

Gesamtausgaben auf 199.102.328,37

Euro.

Daran zeigt sich, dass die weitaus

meisten Finanzmittel für Leistungen

an Unfallverletzte, Berufserkrankte

und Hinterbliebene verwendet wer-

gLückWünSche zuM 100. geBurtStag

den. Als Träger der gesetzlichen Sozialversicherung

erzielt die Berufsgenossenschaft

keine Gewinne. Die für

sie charakteristische individuelle Bearbeitung

der verschiedenen Geschäftsvorfälle,

insbesondere der Arbeitsunfälle

und Berufskrankheiten,

ist allerdings recht aufwendig und vor

allem personalintensiv. Der Anteil

der Verwaltungs- und Verfahrenskosten

am Gesamtaufwand beträgt

nach Berechnung der Prüfungs- und

Beratungsstelle beim Spitzenverband

der landwirtschaftlichen Sozialversicherung

8,45 Prozent, wobei insoweit

ein bereinigter Gesamtaufwand für

2008 von 173.358.904,45 Euro zugrunde

gelegt wurde.

Diese 173,4 Millionen wurden allerdings

nicht vollständig durch Mitgliedsbeiträge

finanziert. Vielmehr

müssen davon noch gut 44,8 Millionen

abgezogen werden, die der Bund

für das Jahr 2008 für die Finanzierung

der Abfindungsaktion bereitgestellt

hat, so dass unter dem Strich

von einem Euro Mitgliedsbeitrag

11,39 Cent zur Bestreitung der Verwaltungs-

und Verfahrenskosten verwendet

wurden. ■

Michael Engels

Die Alterskasse gratulierte ganz herzlich zum 100. Geburtstag:

Maria Adrian aus Dorsel am 24. Juni

Mathilde steingaß aus Kirchheimbolanden am 28. Juni

Philippina Mann aus Gau-Weinheim am 25. Juli

Frieda stroh aus Altenstadt am 4. Juli

Elsa Wilkes aus Mendig am 13. Juli

Martha Östereich aus Flammersfeld am 29. Juli

Katharina sack aus hungen am 28. Juli

susanna habscheid aus sengerich am 6. August

Zeuch Erna aus Meißner am 13. August

Maria Fritz-Emmerich aus Ebsdorfergrund am 25. August

Josef ripplinger aus Merzig am 12. september

Katharina sittig aus Flörsheim/Main am 19. september

Lsv kompakt schließt sich den Glückwünschen an!


NEUEr BG-BEitrAGsMAssstAB

ERhEBung dER

BETRiEBsdaTEn

Die im spätsommer 2008 begonnene Fragebogenaktion

der Berufsgenossenschaft zur Ermittlung

der detaillierten Flächen- und tierbestandsdaten

ist inzwischen so gut wie abgeschlossen.

Die Abarbeitung hat einen

großen Teil der Arbeitszeit

und erhebliches zusätzliches Engagement

der Mitarbeiter in Anspruch genommen.

Bitte haben Sie Verständnis,

wenn manche Ihrer Eingaben

bislang noch nicht bearbeitet werden

konnten. Unsere Mitarbeiter sind bemüht,

die vorhandenen Rückstände

zeitnah aufzuarbeiten.

Die Berufsgenossenschaft möchte

sich besonders bei allen Beteiligten

aus Berufsstand, Verwaltungsstellen

und anderen Fachbereichen der LSV

für die tatkräftige Unterstützung bedanken.

Vor allem ist aber das Bemühen

der Mitglieder um richtige

und vollständige Angaben hervorzuheben,

denn nur eine möglichst vollständige

Erfassung aller Flächen- und

Tierbestände (Produktionsverfahren)

sorgt für eine größtmögliche Beitragsgerechtigkeit.

Änderungen immer zeitnah melden

Wichtig: Bitte teilen Sie der Berufsgenossenschaft

auch weiterhin alle Änderungen

im Flächenbestand oder im

Tierbestand mit, vor allem solche, die

sich nach dem Zeitpunkt der Datenerhebung

(Stichtag: 1. Juli 2008)

ereignet haben. Hierzu können Sie

das Formular „LBG-Flächenveränderungsanzeige“

verwenden, das im Internet

zu finden ist oder Ihnen auf

Anforderung zugesandt wird.

Sie können der Änderungsmeldung

auch gerne Kopien der aktuell ausgefüllten

Summenblätter des gemeinsamen

Antrages (Seiten 4 und 5)

sowie des Flurstückverzeichnisses

und der Anlage Tierhaltung beilegen.

Verwaltungsstellen helfen

Selbstverständlich besteht auch die

Möglichkeit, Änderungen in den Betriebsverhältnissen

mit Hilfe der Verwaltungsstellen

der LSV bei den Bauernverbänden

zu melden. Die Mitarbeiter

dort helfen Ihnen gern beim

Ausfüllen der Veränderungsanzeigen

und beantworten Ihre Fragen. Die Beratung

durch die Verwaltungsstellen

ist selbstverständlich kostenlos. Eine

Terminvereinbarung ist ratsam.

Die landwirtschaftlichen Förderdaten,

die Weinbaukartei und vergleichbare

Flächendaten sind den Trägern

der landwirtschaftlichen Sozialversicherung

von Gesetzes wegen zugänglich.

Diese Angaben können jedoch

bis auf weiteres leider nicht „automatisch“

übernommen werden. Hinzu

kommt, dass die Landwirtschaftsverwaltungen

die Daten den LBG‘en erst

mit einjähriger Verzögerung über die

Zentrale InVeKoS-Datenbank (ZID)

in München zur Verfügung stellen

können. Mittelfristig wird bundesweit

an einer automatisierten Datenübernahme

gearbeitet, die Landwirten

und Verwaltung helfen soll, den

administrativen Aufwand in Zukunft

erheblich zu reduzieren. Über den

Fortgang der Arbeiten wird in LSV

kompakt zeitnah informiert. ■

Mathias Bischoff

üBerprüfung der neBenund

LohnunternehMen

geSundheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

Neben dem neuen Beitragsmaßstab für

land- und forstwirtschaftliche Flächenbetriebe,

inklusive der damit verbundenen

tierhaltung, sind mit inkrafttreten der

neuen satzung auch einheitliche regelungen

für sonstige bei der LBG veranlagte

Unternehmensarten geschaffen

worden.

Lohnunternehmen

Anstelle der bisherigen, in den drei

Altgebieten unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen

wird ab 1. Januar 2009

für land- und forstwirtschaftliche

Lohnunternehmen der tatsächliche

Arbeitsaufwand zugrunde gelegt. Das ist

die Anzahl der Arbeitstage, die von allen

im Unternehmen versicherten Personen

innerhalb des betreffenden Umlagejahres

geleistet wird (= veranlagungswert,

ausgedrückt in Berechnungseinheiten).

Dabei entspricht ein Arbeitstag zehn

vollen stunden.

nebenunternehmen

Nebenunternehmen sind in der regel

Unternehmensteile, die ihrer Art nach

gewerblich wären, betrieblich aber zum

landwirtschaftlichen Unternehmen im

rahmen eines Gesamtunternehmens

gehören. Für diese Unternehmen werden

ebenfalls die von allen versicherten

Personen in diesem Unternehmensteil

geleisteten Arbeitstage innerhalb eines

Umlagejahres zugrunde gelegt. Ein

Arbeitstag entspricht dabei ebenfalls

zehn vollen stunden.

Beitragsgerechtigkeit soll

gewährleistet werden

Damit für die Umlageausschreibung 2009

im Frühjahr 2010 eine möglichst genaue

Datenbasis und damit eine gerechte

Beitragsverteilung gewährleistet werden

kann, werden die Lohn- und Nebenunternehmen

flächendeckend voraussichtlich

bereits Ende oktober 2009 im rahmen

einer überprüfungsaktion nach den in

2009 aktuellen Betriebsverhältnissen,

insbesondere dem von allen versicherten

Personen in diesen Unternehmen geleisteten

Arbeitsaufwand befragt. Der bis zum

Jahresende 2009 noch zusätzlich entstehende

Arbeitsaufwand muss von den

Unternehmern gegebenenfalls geschätzt

und ebenfalls angegeben werden.

Die Berufsgenossenschaft bittet schon

jetzt um eine möglichst zeitnahe Beantwortung

der entsprechenden Anfragen,

denn nur durch eine möglichst vollständige

Datenbasis kann die notwendige

Beitragsgerechtigkeit für die betroffenen

Betriebe gewährleistet werden.

Mathias Bischoff

september i 09 LSV kompakt 7


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ geSundheit

LANDWirtschAFtLichE KrANKENKAssE

LEisTungEn in

hohER quaLiTÄT

Die Jahresrechnung der LKK hrs für das Geschäftsjahr 2008

schließt mit einem Gesamtaufwand von 308.806.874,41 Euro.

im Vergleich zum Geschäftsjahr

2007 bedeutet dies eine Steigerung

um 0,5 Prozent bzw. rund 385.000

Euro. Aufgestellt war der Haushalt

2008 mit einem Gesamtvolumen in

Höhe von 311,2 Millionen Euro. Der

Überschuss der Aufwendungen beläuft

sich auf insgesamt rund 375.000

Euro. Damit liegt er aber immer noch

weit unter dem Betrag, der für das

Jahr 2008 befürchtet worden war.

Ende 2007 wurde nämlich damit gerechnet,

dass sich das Defizit für das

Geschäftsjahr 2008 auf über acht Millionen

Euro belaufen könne.

Im Ergebnis haben somit im Jahr

2008 die Einnahmen aus Beiträgen,

Bundesmitteln, Zinserträgen und

Forderungen an Dritte den Gesamtaufwand

der Leistungsausgaben nicht

völlig decken können. Dabei sind die

Beitragseinnahmen der Aktiven von

81,2 Millionen Euro in 2007 auf 84,4

Millionen Euro angestiegen. Es ist zu

berücksichtigen, dass sich der Bund

seit 2005 teilweise aus der Finanzierung

der Leistungen für die Altentei-

8 LSV kompakt september i 09

ler zurückgezogen hat. Dies bedeutet,

dass die aktiv Versicherten der LKK

HRS als „Solidarbeitrag“ über zehn

Millionen Euro zusätzlich aufbringen

mussten.

Die Leistungsausgaben ergaben bei

den aktiv Versicherten ein Ergebnis

von 60,4 Millionen Euro nach 60,9

Millionen Euro in 2007. Pro Kopf

wendete die LKK HRS für die aktiv

Versicherten einen Betrag in Höhe

von 2.326,28 Euro auf. Dieser Betrag

liegt mit 1,7 Prozent über dem Pro-

Kopf-Betrag des Jahres 2007. Bei den

Altenteilern ergab sich ein Leistungsaufwand

von 221,5 Millionen Euro.

Dieses Ergebnis liegt um eine Million

Euro über dem Planansatz. Nach wie

vor liegt die Pro-Kopf-Ausgabe der

LKK je Altenteiler deutlich über dem

Betrag für die aktiv Versicherten. Sie

belief sich in 2008 nämlich auf


4.641,50 Euro und liegt damit um 2,8

Prozent über demjenigen des Vorjahres.

Im Jahre 2008 waren die Hauptkostenblöcke

bei den Leistungsaufwendungen

die Krankenhauspflege, die Ausgaben

für Arzneimittel sowie die Behandlung

durch Ärzte. Allein für die Krankenhausbehandlung

ihrer Versicherten

wendete die LKK im vergangenen Jahr

rund 121 Millionen Euro auf. Der Löwenanteil

fiel dabei auf die Altenteiler

mit etwas über 101 Millionen Euro.

Auf Platz 2 in der „Hitliste“ der Ausgaben

rangieren der weiterhin zunehmende

Bereich der Arzneimittel, der

sich auf insgesamt 59,7 Millionen Euro

belief. Danach folgen die Aufwendungen

für die Behandlung durch

Ärzte, die 39,8 Millionen Euro betrugen.

Schließlich haben die Ausgaben

für die Behandlung durch Zahnärzte

mit über neun Millionen Euro im Jahr

2008 zu Buche geschlagen.

Die Verwaltungskosten der Krankenkasse

sind in der öffentlichen Diskussion

Dauerthema, obwohl diese im

Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen

eher als niedrig einzustufen

sind. Beachten muss man dabei auch,

dass die ständigen gesetzlichen Neuerungen

einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand

schaffen, der mit den

vorhandenen „Bordmitteln“ gemeistert

werden muss. Dennoch ist es der

LKK auch 2008 gelungen, die Verwaltungskosten

auf einem moderaten

Niveau zu halten. Das Rechnungsergebnis

für das Jahr 2008 beläuft sich

auf 15,3 Millionen Euro und liegt

somit nur um 400.000 Euro über dem

Vorjahresergebnis von 14,9 Millionen

Euro. Bezogen auf die Ausgaben bedeutet

dies, dass der prozentuale Anteil

der Verwaltungskosten der LKK

bei 4,98 Prozent liegt. Diese Ergebnis

lässt sich im bundesweiten Vergleich

durchaus sehen. Nach den derzeit bekannten

Statistiken für das Vorjahr

liegt nämlich der Durchschnittswert

aller gesetzlichen Krankenkassen im

Bund bei 5,16 Prozent. Im Übrigen

muss auch beachtet werden, dass der

Verwaltungskostenanteil der LKK im

Jahr 2004 noch bei 5,58 Prozent lag

und die seitherige Entwicklung das

ernsthafte Bemühen um eine Senkung

der Verwaltungsausgaben widerspiegelt.


Herbert Schmitt

Mit herbert schmitt freuen sich Friedhelm schneider (links) und Wilhelm Kins (rechts)

anlässlich der Feierstunde

blickte LSV-Vorstandsvorsitzender

und Präsident des Hessischen

Bauernverbandes, Friedhelm Schneider,

auf den beruflichen Werdegang

des Speyerer Direktors zurück, der

1977 bei der damaligen Berufsgenossenschaft

Rheinhessen-Pfalz begann.

„Herbert Schmitts Stärke lag in seiner

fachlichen Kompetenz, in seinem engagierten

und kontinuierlichen Einsatz

und in seiner ausgeglichenen

Art“, so Schneider. Damit habe er sich

in Fach- und Kollegenkreisen viel Anerkennung

und Respekt erworben.

Schmitts hauptsächliches Arbeitsfeld

war die Kranken- und Pflegekasse.

1982 wurde er Dezernent der LKK,

1993 stellvertretender Geschäftsführer

der gesamten LSV. Die Fusionen

1995 zur LSV Rheinland-Pfalz und

2002 zur LSV HRS hat er mit gestaltet.

„Allerdings habe ich mich immer

in erster Linie als Dienstleister für

unsere Versicherten empfunden, die

berufliche Karriere stand dabei an

zweiter Stelle“, so Schmitt, der in

Neustadt an der Weinstraße aufgewachsen

ist und auch heute noch mit

seiner Familie dort lebt. Den Berufsstand

habe er lieben und schätzen gelernt:

Die Menschen sind offen und

geradeheraus.“ In deren Sinne hoffe

er, dass die regionalen Strukturen der

LSV erhalten blieben.

Für die Gruppe der Arbeitnehmer

sprach Vorstandsmitglied Volker

Mayer. Er hielt Rückblick auf eine

lange und kollegiale Zusammenarbeit:

„In all den Jahren ist es uns gut

gelungen, ein gegenseitiges Verständnis

zu entwickeln und aufzubauen;

einmal bei der Verwaltung für die Bedürfnisse

der Versicherten, und zum

anderen bei den Versicherten für die

Zwänge der Verwaltung.“ Das sei auch

Schmitts Verdienst gewesen. Ingo

Steitz, der Vizepräsident der Bauern-

und Winzerverbandes Rheinland-

Pfalz Süd, dankte Herbert Schmitt für

dessen Verständnis für die konkreten

Probleme der Versicherten. Er habe

immer den Menschen in das Zentrum

seiner Arbeit gestellt. Für die LSV-Personalräte

sprach Jutta Fellinger. Sie

unterstrich Schmitts freundlichen

und respektvollen Umgang mit seinen

Mitarbeitern. LSV-Hauptgeschäftsführer

Wilhelm Kins nahm seine

Dankesrede auch zum Anlass über die

neue Aufgabenverteilung innerhalb

der LSV HRS zu informieren. So

werde es keinen direkten Nachfolger

geben, die Arbeit werde auf die derzeitigen

Führungskräfte verteilt. ■

Karin Colletto

Sicherheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

hErBErt schMitt vErABschiEDEt

EndE EinER diEnsTZEiT

Nach 32 Dienstjahren wurde herbert schmitt, der

stellvertretende hauptgeschäftsführer der Landwirtschaftlichen

sozialversicherung hessen, rheinland-

Pfalz und saarland, offiziell in den ruhestand verabschiedet.

september i 09 LSV kompakt 9


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ geSundheit

LANDWirtschAFtLichE KrANKENKAssE

saTZungsnachTRag

Wie in unserer letzten Ausgabe berichtet,

konnten wir die Krankenkassenbeiträge

zum 1. Juli 2009 um

i. Die satzung der LKK hessen,

rheinland-Pfalz und saarland

(stand: 18.11.2008) wird wie

folgt geändert:

1. in § 35 d Abs. 1 wird Nr. 5

gestrichen.

2. in § 35 d Abs. 3 wird satz 2

gestrichen.

3. in § 37 Abs. 2 werden die

monatlichen Beiträge in den

Beitragsklassen 1 - 20 wie folgt

festgesetzt:

Beitragsklasse 1 = 74 EUr

Beitragsklasse 2 = 75 EUr

Beitragsklasse 3 = 170 EUr

Beitragsklasse 4 = 175 EUr

Beitragsklasse 5 = 185 EUr

Beitragsklasse 6 = 204 EUr

Beitragsklasse 7 = 230 EUr

Beitragsklasse 8 = 248 EUr

Beitragsklasse 9 = 274 EUr

Beitragsklasse 10 = 293 EUr

Beitragsklasse 11 = 318 EUr

Beitragsklasse 12 = 328 EUr

Beitragsklasse 13 = 338 EUr

Beitragsklasse 14 = 352 EUr

Beitragsklasse 15 = 363 EUr

Beitragsklasse 16 = 377 EUr

Beitragsklasse 17 = 392 EUr

Beitragsklasse 18 = 407 EUr

Beitragsklasse 19 = 421 EUr

Beitragsklasse 20 = 455 EUr

10 LSV kompakt september i 09

rund zehn Prozent senken. hierfür

hat die große Koalition Mittel aus

dem Konjunkturprogramm ii bereit

13. nachtrag zur satzung der Landwirtschaftlichen Krankenkasse hessen, Rheinland-pfalz und saarland

Beschlossen von der vertreterversammlung der

Landwirtschaftlichen Krankenkasse hessen,

rheinland-Pfalz und saarland durch

schriftliche Abstimmung

speyer, den 30. März 2009

gez. steinhauer

vorsitzende der vertreterversammlung

4. in § 38 Absatz 2 wird:

a. in satz 3 das Wort „sachbezugsverordnung“

durch das

Wort

„sozialversicherungsentgeltverordnung“

ersetzt.

und

4. b. in satz 6 werden nach den

Worten: „erzielt wurde,“ die

Worte:

„in entsprechender Anwendung

des § 143 a sGB iii“

eingefügt.

5. in § 38 Abs. 5 werden in satz 7

die Worte: „Zwölftel des

Betrages nach § 32 Abs. 6 EstG"

durch die Worte: "Fünftel der

monatlichen Bezugsgröße nach

§ 18 Abs. 1 sGB iv für den

Kalendermonat" ersetzt.

gestellt. Nachstehend veröffentlichen

wir den entsprechenden satzungsnachtrag.

6. in § 38 Abs. 8 werden die

monatlichen Beiträge in den

Beitragsklassen 1 - 20 wie folgt

festgesetzt:

Beitragsklasse 1 = 71 EUr

Beitragsklasse 2 = 99 EUr

Beitragsklasse 3 = 114 EUr

Beitragsklasse 4 = 131 EUr

Beitragsklasse 5 = 148 EUr

Beitragsklasse 6 = 163 EUr

Beitragsklasse 7 = 180 EUr

Beitragsklasse 8 = 194 EUr

Beitragsklasse 9 = 212 EUr

Beitragsklasse 10 = 227 EUr

Beitragsklasse 11 = 243 EUr

Beitragsklasse 12 = 259 EUr

Beitragsklasse 13 = 275 EUr

Beitragsklasse 14 = 291 EUr

Beitragsklasse 15 = 307 EUr

Beitragsklasse 16 = 322 EUr

Beitragsklasse 17 = 339 EUr

Beitragsklasse 18 = 356 EUr

Beitragsklasse 19 = 372 EUr

Beitragsklasse 20 = 432 EUr

ii. Der Dreizehnte Nachtrag tritt

am 01.07.2009 in Kraft.

iii. Der vorstand gibt den Wortlaut

des satzungsnachtrages

bekannt und beseitigt dabei

etwaige redaktionelle Unstimmigkeiten.

Genehmigung: Gemäß § 47 sGB Xi genehmige ich den

mit o. g. schreiben übersandten dreizehnten Nachtrag

zur satzung der Landwirtschaftlichen Krankenkasse

hessen, rheinland-Pfalz und saarland

Wiesbaden, den 28. April 2009

hessisches sozialministerium

vi 3 54 i 25 31 1

im Auftrag: gez. Emmerich


Sprechtage der LSV HRS für oktober bis Dezember

ort Datum zeit

Bad hersfeld Mittwoch, 14. oktober 9 - 12 Uhr

Bebra Mittwoch, 11. November 9 - 12 Uhr

Eschwege Mittwoch, 21. oktober 9 - 12 Uhr

Fulda

Dienstag, 3. November

Dienstag, 1. Dezember

9 - 12 Uhr

Wächtersbach Dienstag, 27. oktober

Dienstag, 8. Dezember

9 - 12 Uhr

Frankenberg Donnerstag, 19. November 9 - 12 Uhr

Korbach Donnerstag, 8. oktober 9 - 12 Uhr

Ziegenhain Mittwoch, 28. oktober

Mittwoch, 9. Dezember

9 - 12 Uhr

Limburg Mittwoch, 11. November 9 - 12 Uhr

hofgeismar Mittwoch, 25. November 9 - 12 Uhr

Wiesbaden Donnerstag, 8. oktober 9 - 12 Uhr

Bad schwalbach Freitag, 13. November 9 - 12 Uhr

Marburg Donnerstag, 5. November 9 - 12 Uhr

Eltville

Dienstag, 3. November

Dienstag, 15. Dezember

9 - 12 Uhr

Friedberg Dienstag, 10. November 9 - 12 Uhr

Nidda Mittwoch, 21. oktober 9 - 12 Uhr

Büdingen Mittwoch, 4. November 9 - 12 Uhr

Gießen Donnerstag, 26. November 9 - 12 Uhr

Alsfeld Mittwoch, 7. oktober

Mittwoch, 2. Dezember

9 - 12 Uhr

Lauterbach Mittwoch, 18. November 9 - 12 Uhr

heppenheim Mittwoch, 25. November 9 - 12 Uhr

st. Wendel Donnerstag, 15. oktober

Donnerstag, 12. November

Donnerstag, 17. Dezember 9 - 12 und

saarlouis Mittwoch, 7. oktober

Mittwoch, 4. November

Mittwoch, 9. Dezember

13 - 16 Uhr

Anmeldungen zu den sprechtagen

für Darmstadt ( 06151 702-1232 oder -1279 fürs saarland ( 0681 66500-4432

für Kassel ( 0561 1006-2229 oder -2384

Sicherheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

MoBiLE WALDBAUErNschULE

FüR pRiVaTWaLdBEsiTZER

Die Waldarbeit gehört zu den gefährlichsten

tätigkeiten in der Land- und Forstwirtschaft.

Jährlich werden den land- und

forstwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften

in Deutschland über

10.000 Unfälle gemeldet, die sich vor

allem bei der Holzernte oder der Aufarbeitung

von Holz ereignen. Ein Großteil

der Unfälle ist auf die Unkenntnis

fachgerechter Fäll- und Schnitttechniken

zurückzuführen.

Deshalb bietet die Land- und forstwirtschaftliche

Berufsgenossenschaft Hessen,

Rheinland-Pfalz und Saarland gemeinsam

mit den Landesforstverwaltungen

und dem Verband der Privatwaldbesitzer

mit der Mobilen

Waldbauernschule spezielle Schulungen

für Kleinprivatwaldbesitzer an.

Geschult wird ortsnah, in kleinen

Gruppen von acht bis zwölf Personen

mit der Mobilen Waldbauernschule,

bestehend aus einem Zugfahrzeug

und voll ausgestattetem Schulungswagen,

die mit fachkundigem Personal

(Forstwirtschaftsmeister) besetzt

ist. So kann die erlernte Theorie direkt

vor Ort im Wald praktisch umgesetzt

und geübt werden. Bei der

Vermittlung der Kenntnisse und

Techniken stehen vor allem Arbeitssicherheit

und Gesundheitsschutz im

Mittelpunkt. Das Schulungsangebot

steht allen Waldbesitzern offen.

Was erreicht werden soll

■ Schulung möglichst aller Kleinprivatwaldbesitzer

■ wohnortnahe Schulung in kleinen

Gruppen von acht bis zwölf Personen

■ Schaffung von Gefahrenbewusstsein

bei den Teilnehmern:

,,Gefahren erkennen – Gefahren

vermeiden“

■ Vermittlung von sicheren Arbeitstechniken

in der Holzernte und

Durchforstung

■ ausführliche Unterweisung in der

Pflege und Wartung der Motorsäge

■ langfristige Senkung der Unfallbelastung

im Kleinprivatwald

■ Steigerung der effizienten Privatwaldbewirtschaftung

In Rheinland-Pfalz können sich Interessierte

über die örtlichen Waldbauvereine

oder Forstbetriebsge-

meinschaften anmelden. In Hessen

nehmen die Forstämter Anmeldungen

entgegen. Versicherte aus

dem Saarland können sich mit Anette

Schoppa von der Berufsgenossenschaft

unter ( 0681 66500-4445 in

Verbindung setzen. ■

september i 09 LSV kompakt 11


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ Sicherheit

rEicht DEr ABstAND?

VoRsichT: hochspannung

immer wieder unterschätzen Landwirte die risiken

bei Arbeiten in der Nähe von Freileitungen.

ein Blick nach oben mahnt zur

Vorsicht – oft überqueren Freileitungen

gefährlich tief den Arbeitsbereich

von Land- und Forstwirten. Der

Abstand zur Leitung ist oft nur schwer

einzuschätzen. Schwere oder tödliche

Verletzungen durch Stromkontakt sind

oft die Folge. Wer sich jedoch an einige

Regeln hält, ist davor geschützt.

abstand schützt Leben

Der Sicherheitsabstand zwischen landwirtschaftlicher

Maschine und Freileitung

ist nötig, um einen Stromübertritt

zu vermeiden. Dieser kann schon vor

dem Berühren der Leitung erfolgen.

Der Abstand ist von der Nennspannung

der Freileitung abhängig und

zwischen Leitung und Anbaugerät

oder Anhänger unverzichtbar. Bei Unterschreiten

besteht Lebensgefahr.

Werden Maschinen oder Fahrzeuge

eingesetzt, die eine Gesamthöhe von

sicherheitsabstände

12 LSV kompakt september i 09

vier Metern haben oder überschreiten

(beispielsweise Kippfahrzeuge, Lader),

muss sich der Betriebsunternehmer

beim Betreiber der Freileitungen über

die Sicherheitsabstände informieren

und diese einhalten. Zur Maschinenhöhe

ist auch immer die Ladung hinzu

zu rechnen. Auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung

sind alle Mitarbeiter

über die Gefahren aufzuklären.

Kann ein ausreichender Abstand zu

den Freileitungen nicht eingehalten

werden, muss der Leitungsbetreiber

benachrichtigt werden, der andere Sicherungsmaßnahmen

gegen den

Strom übertritt durchführen kann.

Fehleinschätzung kann tödlich sein

Maschinenführer achten oft ausschließlich

auf ihre Arbeit und nicht

auf die Abstände zu Leitungen. Dabei

können gefährliche Annäherungen an

diese auch beim Ausschwingen von

nennspannung

Sicherheitsabstand von unter Spannung stehenden

freileitungen ohne Schutz gegen direktes berühren

bis 1 kv 1 m

über 1 bis 110 kv 3 m

über 110 bis 220 kv 4 m

über 220 bis 380 kv 5 m

bei unbekannter Netzspannung 5 m

LSV-info

n Verband der elektrizitätswirtschaft

VDew e.V.

Robert koch platz 4, 10115 berlin

( 030 726147-506.

n broschüren zum thema:

Vwew-energieverlag GmbH

Rebstöcker Straße 59

60326 frankfurt a. Main

( 069 6304-351

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des technischen aufsichtsdienstes

beraten gern zu weiteren fragen.

Aufbauten oder beim Kippen großer

Hänger auftreten.

Auch Beregnungsanlagen im Freiland

müssen so weit von elektrischen Anlagen

aufgestellt werden, dass bei größtmöglicher

Sprühweite und ungünstigen

Windverhältnissen das Wasser

nicht mit spannungsführenden Teilen

in Berührung kommen kann.

Wenn es ernst wird

■ Dem verunglückten Fahrzeug nicht

nähern – Lebensgefahr! Sich nähernde

Personen warnen!

■ Führerstand nicht verlassen.

■ Durch Schwenken des Auslegers,

Wegfahren des Fahrzeugs den Gefahrenbereich

verlassen.

■ Wenn das nicht geht und weiterer

Aufenthalt im Fahrzeug unmöglich

ist: Nicht normal aussteigen. Mit geschlossenen

Füßen möglichst weit

abspringen, Sturz / Abfangschritte

sowie Kontakt mit dem Fahrzeug

unbedingt vermeiden. Mit Sprungschritten

mit geschlossenen Füßen

entfernen.

■ Stromversorger informieren, Abschalten

des Stromes veranlassen. ■


KATER MORITZ

Herbstzauber

Die Natur im Herbst verzaubert und lockt mit ihren bunten

Farben und intensiven Gerüchen. Jetzt sind einige

Sorten Äpfel, Birnen und Kartoffeln reif für die Ernte. Aber

lange nicht alles, was appetitlich aussieht, ist genießbar:

Manche Blätter oder Beeren sind sehr giftig! Lass dir von

einem Erwachsenen zeigen, welche Früchte und Samen ungefährlich

und essbar sind oder sich als Vogelfutter eignen.

Naturkundler

aufgepasst:

Hast du dein Naturtagebuch angelegt und über das Jahr viele

Eintragungen und Dinge aus der Natur darin gesammelt?

Dann kannst du im Dezember an unserem Wettbewerb teilnehmen

und schöne Preise gewinnen. Genauere Infos gibt´s

in der nächsten Ausgabe!

Im Filzwald Birnenigel

Mit ein paar Filzplatten in

herbstlichen Farbtönen

kannst du ganz einfach für

eine individuelle Tischdeko sorgen: Suche dir

draußen schön geformte, größere Blätter und

lege sie als Vorlage auf die Filzbögen. Zeichne

mit einem Bleistift um das Blatt herum und

schneide die Blattform aus dem Filz aus.

Linktipps

Noch mehr Filz: http://wiki.zum.de/Filzen

Baumschlau - Die Eibe im Portrait:

baumschlau.de/schlau6.html

Zugvögel unterwegs in den Süden:

www.ndr.de/kinder/sehen_erleben/kinder442.html

Frucht

& Baum

Schneller Nachtisch: Schneide eine reife Birne der

Länge nach durch, entferne Schale, Kerngehäuse,

Stiel- und Blütenansatz. Lege die Hälften mit der

Schnittfläche nach unten jeweils in ein Schälchen

und stecke geröstete Mandelstiftchen sowie Rosinen

als Augen hinein. Gieße Schokosauce um die Frucht

herum und lass es dir schmecken!

Wer kennt

sich aus?

Bildet zwei Gruppen: Im

WechselsammeltdaseineTeam

Früchte oder Blätter von Bäumen und die andere

Gruppe muss erraten, um welchen Baum es

sich jeweils handelt. Für jede richtige Antwort

gibt es einen Punkt.


❘ ❘ ❘ ❘ ❘ ■ Sicherheit

ZU JEDEr ZEit

gEsEhEn WERdEn

Landwirtschaftliche Fahrzeuge prägen im ländlichen raum das

straßenbild. vor allem im herbst, wenn Feld- und transportfahrten

zunehmen, steigen auch die Unfallzahlen.

ich wusste gar nicht, was mir da

entgegenkommt – so lautete die

Aussage eines Autofahrers, der auf

einer engen Landstraße von einer

landwirtschaftlichen Zugmaschine

gestreift worden war. Es war schon

fast dunkel, als auf einer Kuppe plötzlich

ein grelles Licht auftauchte, das

ihn blendete. Der Pkw-Fahrer konnte

nur die Konturen eines riesigen Fahrzeuges

erkennen. Instinktiv lenkte er

Bringt Sicherheit Bei arBeiten

Wie ernte oder SiLierung

■ information (gegebenenfalls Beschilderung)

vor Beginn der Arbeiten, damit sich

jeder darauf einstellen kann; Polizei oder

ordnungsbehörde fragen

■ situationsbedingt langsamer fahren

– spart sprit, senkt den Lärmpegel erheb-

lich, macht die Arbeit sicherer

■ zwischendurch und nach den Fahrten die

straße von verschmutzungen durch Erde

oder Ladungsverluste säubern

■ möglichst bei tageslicht arbeiten

■ bei unvermeidlichen Nachtfahrten Pau-

senzeiten einhalten – verhindert stress,

beugt Unfällen durch übermüdung vor

14 LSV kompakt september i 09

weit nach rechts und bremste. Trotzdem

krachte es, sein Fahrzeug wurde

zur Seite gestoßen und kam auf einer

Wiese zum Stehen. Ein großer Schlepper

mit Frontladerschaufel und Muldenkipper

hatte ihn gestreift.

Die Ermittlungen ergaben, dass das

landwirtschaftliche Zugfahrzeug die

Frontladerschaufel auf eine Höhe von

etwa einem Meter abgesenkt und die

Arbeitsscheinwerfer an der Kabine

eingeschaltet hatte. Seine Geschwindigkeit

zum Aufprallzeitpunkt betrug

50 km / h. Eine Anzeige wegen

mehrerer Verstöße gegen die StVO

war die Folge.

Fahrzeuge kenntlich machen

An Schleppern müssen Fern- und

Abblendlicht, Rücklicht sowie Fahrtrichtungsanzeiger

und Warnblinklicht

vorhanden sein. Zur Kennzeichnung

der seitlichen Begrenzung sind

Ackerschlepper nach vorn mit zwei

Begrenzungsleuchten auszurüsten.

Arbeitsscheinwerfer können unbegrenzt

angebracht werden, dürfen

aber auf öffentlichen Straßen nicht

benutzt werden. Dies ist ausnahmsweise

nur dann gestattet, wenn die

vorderen Scheinwerfer durch Arbeitsgeräte

verdeckt werden. In diesem

Fall können zwei oben an der Kabine

angebrachte Scheinwerfer zugeschaltet

werden. Sie sind so einzustellen,

dass andere nicht geblendet werden.

anbaugeräte und anhänger

nicht vergessen

An Anbaugeräten sind gefährliche

Teile (Zinken, Schneiden) vor der Straßenfahrt

abzubauen oder wegzuklappen.

Ist dies nicht möglich, müssen sie

abgedeckt und deutlich kenntlich gemacht

werden. Als nicht verkehrsgefährdend

gelten Teile, die sich in einer

LSV-info

Die broschüre „Landwirtschaftliche fahr-

zeuge im Straßenverkehr“ mit umfassenden

informationen über ausrüstung und

Vorschriften für diese fahrzeuge ist ge-

gen entgelt zu erhalten beim

aid-infodienst

Heilsbachstraße 16, 53123 bonn

telefon: 0228 8499-0 / fax: -177

e-Mail: aid@aid.de

Höhe von mehr als zwei Metern über

der Fahrbahn befinden. Der Frontlader

sollte deshalb auf der Straße immer

über zwei Meter angehoben sein.

Falls Anbaugeräte seitlich mehr als 40

Zentimeter über die Begrenzungs- bzw.

Schlussleuchten des Traktors hinausragen,

müssen zusätzlich Beleuchtung

und Warntafeln angebracht werden.

Sofern es die Sichtverhältnisse erfordern,

sind zusätzlich Begrenzungs-

und Schlussleuchten sowie Rückstrahler

anzubringen.

Anhänger und Anhängegeräte müssen

ständig mit Beleuchtungseinrichtungen

versehen sein.

Rücksicht nehmen

Landwirtschaftliche Fahrzeuge sind

von anderen Verkehrsteilnehmern nur

schlecht einzuschätzen. Dabei können

schon durch Erschrecken gefährliche

Situationen entstehen. Schlechte Sichtverhältnisse

bei Regen oder Dämmerung

verstärken den Effekt. Freiwillige

Maßnahmen (siehe Kasten) können

für Sicherheit und Verständnis anderer

Verkehrsteilnehmer sorgen.

Fragen zu diesem und anderen Themen

beantworten die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des Technischen Aufsichtsdienstes

der land wirtschaftlichen

Berufsgenossen schaft telefonisch unter

0561 1006-2285. ■


„nEuBüRgER“ iM

pFLanZEnREich

Neophyten können problematisch für die Gesundheit

sein und wirtschaftliche schäden verursachen.

neophyten, Neu-Pflanzen – so

heißen Pflanzen, die nicht in

Deutschland vor kamen und erst durch

Einfluss des Menschen hier auftauchten.

Die Entdeckung Amerikas

1492 und der damit entstehende Handel

gelten als „Stichtag“ für ihre Einführung.

Manche wurden bewusst mitgebracht

als landwirtschaftliche Nutz-

(Tomate), Zier- (Riesen-Bärenklau),

Heilpflanze (Sonnenblume) oder

Forstgehölz (Robinie). Andere hielten

unbeabsichtigt als Pflanzensamen in

Saatgut, Wolle oder Tierfutter Einzug.

invasive arten

Neue Arten treten meist als Raritäten,

wenige aber in hoher Verbreitung (invasiv)

als Pro blempflanzen auf. So

haben etwa 50 Arten unerwünschte

Auswirkungen und gefährden die

Artenvielfalt. Einige verursachen

wirtschaftliche Schäden.

Grund für die starke Verbreitung

sind angepasste Ansprüche, unbesetzte

ökologische Nischen und fehlende

Fraßfeinde / Parasiten. Hinzu

kommen hohe Samenproduktion,

starke Wuchskraft und Toleranz

gegen widrige Bedingungen.

gesundheit in gefahr

Von manchen Neophyten und deren

Teilen gehen Gefahren für die Gesundheit

aus. Dazu gehören:

■ Beifuß-Ambrosie – Pollen lösen

Al lergien (Asthma, Haut) aus;

■ Essigbaum – Milchsaft ruft Haut-

und Augenentzündungen hervor;

■ Kanadische und Späte Goldrute

– Auslöser von Pollenallergien;

■ Riesen-Bärenklau – verursacht

Hautentzündung mit Blasen;

■ Robinie, Schmalblättriges Greiskraut,

Schneebeere, Späte Traubenkirsche

und Vielblättrige Lupine

haben giftige Pflanzenteile.

Am problematischsten sind Beifuß-

Ambrosie und Riesen-Bärenklau.

Beifuß-ambrosie: allergie droht

Die Pflanze stammt aus Nordamerika

und gilt dort als Heilpflanze. Der einjährige

Korbblütler ist in Europa weit

verbreitet. Nach Deutschland kommen

die Samen versteckt in Saatgut

oder Vogelfutter. Die Ambrosie besiedelt

Schutthalden, Straßenränder und

Gärten (� Vogelfutter). Sie wird bis

zu 1,5 Meter hoch. Die einhäusige

Pflanze entwickelt 60.000 Samen, die

viele Jahre keimfähig bleiben.

Die Pollen treten spät im Jahr auf

(August bis Oktober), sind stark allergisierend

und lösen auch Kreuzallergien

aus. So werden auch Korbblütler

problematisch, die bisher keine

Wirkung zeigten (wie Gänseblümchen,

Sonnenblume, Margerite, Goldrute,

Kamille, Arnika).

Bei der Bekämpfung bitte beachten:

■ Vor der Blüte: eine Tüte über die

gesamte Pflanze stülpen, diese

dann herausreißen und über den

Hausmüll entsorgen oder verbrennen

(Nicht kompostieren!);

■ Handschuhe tragen, bei blühenden

Pflanzen zusätzlich Schutzbrille

und Feinstaubmaske (FFP 2);

■ Vorbeugend: Vogelfutterplätze

regelmäßig kontrollieren.

Verbrennungen: Riesen-Bärenklau

Aus dem Kaukasus stammend, ist der

Riesen-Bärenklau heute als Zierpflanze

in Parks oder verwildert an Wald-

und Wiesenrändern sowie Verkehrswegen

zu finden. Außerdem wurde er

als Bienenweide kultiviert.

Die Staude erreicht drei bis vier Meter

Höhe. Jede Pflanze produziert bis zu

50.000 Samen, die durch Tiere, Wind

und Wasser verbreitet werden. Der

Pflanzensaft kann bei Sonneneinstrah-

lung Hautschäden verursachen.

Die Haut brennt,

juckt, bildet Schwellungen

und Blasen, sogar Verbrennungen

dritten Grades

sind möglich. Vor allem Kinder

sind gefährdet, da sie gern mit

Pflanzenteilen spielen.

Für die Bekämpfung ist Folgendes

wichtig:

■ mechanisch (manuell,

fräsen, mähen) oder

chemisch (Herbizide)

möglich;

■ beim Umgang mit der Pflanze

unbedingt Schutzkleidung

(Einweganzug, Gummihandschuhe,

Schutzbrille) tragen;

■ Arbeiten nicht bei Nässe oder

Sonnenschein durchführen;

■ Einzelpflanzen: Abschneiden

aller Blütendolden vor Samenreife

(Juli / August), Ausgraben

der Wurzeln (Ende April), Nachkontrolle

erforderlich;

■ Mahd / Mulch: vier- bis sechsmal

jährlich, so allmählicher Rückgang

nach drei Jahren.

■ bei Kontakt sofort in den Schatten,

betroffene Stelle mit Wasser und

Seife reinigen und Arzt aufsuchen.

In Deutschland besteht keine Meldepflicht,

das Auftreten der Pflanzen

sollte jedoch beim Pflanzenschutzamt,

der Naturschutzbehörde oder der

Biologischen Bundesanstalt angezeigt

werden. ■

LSV-info

weiterführende informationen unter

n www.floraweb.de/neoflora/

n www.lfu.bayern.de/umweltwissen/natur

> Draußen in der natur > neophyten

n www.lsv.de/spv > prävention > Vor-

schriften und informationen > informa-

tionsmaterial bereich prävention

geSundheit ■ ❘ ❘ ❘ ❘ ❘

september i 09 LSV kompakt 15


„neubürger“ im

pflanzenreich

Die Ausbreitung „exotischer Arten“ wird weltweit zu einem

Problem. inzwischen gelten 27 Prozent der wild wachsenden

Pflanzen als Neubürger – Neophyten. Neue Arten treten

meist als raritäten, wenige aber in hoher verbreitung als

Pro blempflanzen

auf. sie gefährden

die Artenvielfalt,

verursachen

wirtschaftliche

schäden, einige

bedrohen die

Gesundheit von

Mensch und tier. riesen-Bärenklau späte Goldrute

Beifuß-Ambrosie Drüsiges springkraut Japanknöterich

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