Living_Life_1_2017_150dpi_RGB

kristinalott

NO1 / 2017

LIVINGLIFE

&

B A D E N - B A D E N

MAGAZIN DER IMMOBILIEN REGIONAL AG · PRODUKTION: KOPPELSTÄTTER MEDIA GMBH

ARCHITEKTUR · MENSCHEN · KUNST

LIVING & LIFE


EDITORIAL

LIEBE LESERINNEN,

LIEBE LESER,

Baden-Württemberg und Baden-Baden leben stark von Persönlichkeiten, die

das Land und die Stadt voranbringen. Herausragende Menschen, die sich

engagieren, die nach vorne blicken. Ich nenne Namen wie Frieder Burda,

Wolfgang Grenke, Sigmund Kiener, Frank Marrenbach oder auch, etwas außerhalb,

Europa-Park-Gründer Roland Mack, Tunnelbohrer Martin Herrenknecht

und L'Tur-Gründer Karlheinz Kögel.

Baden-Baden lebt natürlich immer noch von seiner Einbettung in eine grüne

Landschaft mit einer einzigartigen Lichtentaler Allee, von den heißen

Quellen, aber längst auch von der Kultur, wie dem unglaublich erfolgreichen

Museum Frieder Burda oder dem Festspielhaus Baden-Baden. Mit unserem

neuen Magazin „Living & Life“ lassen wir Sie ein wenig hinter die Kulissen

von Architektur, Kunst und Lebensqualität in Baden-Baden blicken.

Die Journalisten von „Living & Life“ haben mit dem legendären weltberühmten

New Yorker Architekten Richard Meier gesprochen, der das Museum

Frieder Burda gebaut hat. Das Redaktionsteam hat die Star-Geigerin

Anne-Sophie Mutter getroen und wir haben uns auf dem Hofgut Fremersberg

bei Reinhold Werkmann umgesehen, einer wundervollen 22 Hektar

großen Naturoase in Baden-Baden. Hier lebte einst die berühmte Familie

Siemens. Was nur noch wenige wissen: Der Leisberger Granit war phasenweise

sehr en vogue und ist in Baden-Baden an vielen Stellen stadtbildprägend.

Wir berichten über die Geschichte dieses besonderen Steins. Aber

Historie allein reicht nicht aus, eine Stadt, eine Region braucht auch die

Innovation, den Blick nach vorne, und so haben wir mit Professor Achim

Menges gesprochen, der aus heimischem Holz spektakuläre Bauwerke schat.

Viel Freude bei der Lektüre von „Living & Life“.

Ihr

MARTIN ERNST

Vorstand, Immobilien Regional AG

LIVING & LIFE 3


RUBRIK

6

16

INHALT

6

BEGEGNUNG

Interview mit dem New Yorker

Architekten Richard Meier

16

HOFGUT

FREMERSBERG

Natur-Oase in Baden-Baden

11

VERANTWORTUNG

für historische Bausubstanz

Peter W. Kruse

24

MENSCHEN

Kutscherin

Sabrina Möller

12

EIN HAUS FÜR

MEINE SAMMLUNG

Frieder Burda

26

„AUGENDICHTUNG“

Die Gönneranlage an der Oos

14

SIGMAR POLKE

Geheimisvolle Gründe

32

ADAM & EVE

Fitness in Rastatt

46 44

4 LIVING & LIFE


RUBRIK

38

64

36

NEWS

Roomers Baden-Baden,

Bernhard Wagener

58

ERNST & ERNST

Interview mit Martin Ernst und

Julia Ernst-Hausmann

I M P R E S S U M

HERAUSGEBER

Martin Ernst, Vorstand

Immobilien Regional AG

38

44

46

54

ANNE-SOPHIE MUTTER

Aus Liebe zur Musik

TREPPEN

Skulturen von Ann Wol

DER LEISBERGER

Roter Granit prägt das Stadtbild

DIE BÄREN SIND LOS

Kinderhort der

Immobilien Regional AG

64

72

74

INNOVATIVES

BAUEN MIT HOLZ

Professor Achim Menges

lernt von der Natur

MENSCHEN

Frank Marrenbach in São Paulo

NATALIE LUMPP

Kochen.Liebe.Wein.

REDAKTION UND

PRODUKTION

Koppelstätter Media GmbH

Friedrichstraße 2, 76530 Baden-Baden

hok@koppelstaetter-media.de

www.koppelstaetter-media.de

Horst Koppelstätter (V.i.S.d.P.),

Ariane Lindemann, Stefan Tolksdorf,

Janina Beuscher, Pia Hart, Beate Scheibe

Gestaltung: Sabine Ostholt

Koordination: Judith Kirschner-Forcher

TITELFOTO

Blick aus dem Museum Frieder Burda

Foto: Koppelstätter Media GmbH

ANZEIGEN

Judith Kirschner-Forcher

kirschner-forcher@koppelstaetter-media.de

Telefon: 07221-9737215

FOTOS

Koppelstätter Media GmbH, Immobilien Regional

AG, Privat, Monika Zeindler-Eer, Michael Bode,

Richard Meier & Partners Architects LLP, Museum

Frieder Burda Baden-Baden, Barbara Klemm,

Archiv Boiselle, iStockphoto, Gekko Group, Stefan

Höderath (DG). Ana Frers (DG), Monika Höer,

Bastian Achard, Galerie B, Klaus Schultes, ICD/

ITKE Universität Stuttgart, Deutsche UNESCO-

Kommission / Sarah Larissa Heuser, Oetker

Collection, Shutterstock, Klaus Hennig-Damasko,

Roland Halbe

DRUCK

www.kraft-premium.de

© 2017

Alle Rechte für Idee, Gestaltung,

Texte, Fotos bei Koppelstätter Media GmbH.

Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit

Genehmigung der Chefredaktion.

74

LIVING & LIFE

5


MUSEUM FRIEDER BURDA

LICHT

RAUM

UND

GESPRÄCH MIT DEM BERÜHMTEN

NEW YORKER ARCHITEKTEN

RICHARD MEIER ÜBER ANSICHTEN,

BEWEGUNG UND STILLSTAND,

DAS MUSEUM FRIEDER BURDA

UND SEINE BEGEISTERUNG FÜR

CÉZANNE UND PICASSO

VON HORST KOPPELSTÄTTER

ichard Meier (Jahrgang 1934) gilt als einer der ganz

R großen Architekten dieser Zeit. Im Jahr 2001 gelang

es dem Baden-Badener Kunstsammler Frieder Burda,

Richard Meier für den Bau seines neuen Museums in der

Lichtentaler Allee zu gewinnen. Das leuchtend weiße Gebäude

sollte ein Meisterstück werden. Mehr als zwei Millionen

Menschen haben das Museum mit seinen bedeutenden

Kunstausstellungen inzwischen besucht und Baden-Baden

als wichtige Kulturstadt eine internationale Aufmerksamkeit

verschat. Wir sprachen mit Richard Meier.

Weshalb spielt Licht eine so wichtige Rolle für Ihre Architektur?

Richard Meier: Im Laufe der Zeit gab es so viele Dinge,

die für meine Arbeit als Architekt und die Arbeit unserer

Firma wichtig waren. Wir sehen uns jedes Projekt an und

betrachten den Kontext – was es ist und was daraus werden

kann – hinter der reinen Funktionalität. Wir denken über

seinen öentlichen Charakter nach und wie dieser hervorgehoben

werden kann und wie die Räume, die wir erschaf-

6

LIVING & LIFE


RUBRIK

Hell und großzügig: das Entrée des Museum Frieder Burda.

LIVING & LIFE 7


RUBRIK

„Die Kerze“ von Gerhard Richter prägt die gleichnamige Ausstellung im Museum bis Ende Januar 2017.

fen, die Erfahrung beleben können, dort zu sein. Im Zuge

der Entwicklung unserer ersten Projekte in elf Ländern ist

es eine der größten Herausforderungen bei der Arbeit an

so vielen verschiedenen Orten, Unterschiede zu verstehen

– sowohl in kultureller Hinsicht als auch mit Blick auf die

Einbindung in die Umgebung.

Während meiner Dankesrede für den Pritzker-Preis im

Jahr 1984 sagte ich ... ich beschäftige mich mit Licht und

Raum, nicht abstraktem Raum, nicht maßstabslosem

Raum, sondern Raum, dessen Anordnung und Denition

mit Licht, menschlicher Dimension und mit der Kultur der

Architektur verbunden ist. Architektur ist lebendig und beständig,

weil sie uns umgibt. Sie beschreibt Raum – Raum,

durch den wir uns bewegen, in dem wir existieren und den

wir nutzen. Ich arbeite mit Volumen und Oberäche, manipuliere

Formen im Licht, mit Änderungen von Dimensionen

und Ansichten, mit Bewegung und Stillstand. In

dieser Hinsicht könnte man sagen, dass mein Stil aus etwas

besteht, das aus der Kultur heraus entsteht und doch zutiefst

mit persönlicher Erfahrung verbunden ist. Doch um

ein Gespür für meine Einbindung zu erhalten, muss man

die Arbeit betrachten. Fast 30 Jahre später wird die Arbeit

weiterhin durch diese Designphilosophie beeinusst.

Was ist das Besondere am Museum Frieder Burda in Baden-Baden?

Meier: Die wichtigste Eigenschaft der Innenräume ist ihre

Oenheit und Transparenz. Sie werden von Tageslicht

durchutet und durch die Verbindung mit der Natur um

den Standort herum belebt. Die einzelnen Ebenen sind

einfache, streng geordnete Studien der Balance zwischen

Transparenz und Tageslicht und den verschiedenen Graden

von Privatsphäre, die für das Museum erforderlich

sind.

8

LIVING & LIFE


RUBRIK

ICH ARBEITE

MIT VOLUMEN

UND OBERFLÄCHE,

MANIPULIERE

FORMEN IM LICHT,

MIT ÄNDERUNGEN

VON DIMENSIONEN

UND ANSICHTEN,

MIT BEWEGUNG

UND STILLSTAND.

RICHARD MEIER

wurde 1934 in Newark, New Jersey geboren, studierte Architektur

an der Cornell University in Ithaka, New York. 1963 machte er sich

mit einem eigenen Büro in New York selbständig.

Zu seinen bekanntesten Projekten zählen das Getty Center in Los

Angeles, das High Museum of Art in Atlanta, das Museum für Angewandte

Kunst in Frankfurt, die Zentrale von Canal Plus Télévision in

Paris, das Museum für zeitgenössische Kunst in Barcelona und das

Atheneum in New Harmony, Indiana. Weitere von Richard Meier &

Partners Architects fertig gestellte Projekte sind die Stadthalle und

Zentralbibliothek in Den Haag, das Museum für Radio und Fernsehen

in Beverly Hills, Kalifornien, das Stadthaus Ulm, das Siemens-Forum

in München und das Museum Frieder Burda in Baden-Baden.

1984 wurde Richard Meier mit dem Pritzker Preis für Architektur ausgezeichnet,

der als höchste Ehrung auf diesem Gebiet gilt.

LIVING & LIFE 9


RUBRIK

Sie sind selbst ein Freund der Kunst, welche Künstler schätzen Sie besonders?

Meier: Da gibt es so viele, aber zu meinen Favoriten unter

den Architekten und Künstlern gehören Le Corbusier, Alvar

Aalto, Louis Khan, Mies van der Rohe, Frank Lloyd Wright,

Luis Barragán, die russischen Konstruktivisten, die italienischen

Rationalisten, Cézanne, Picasso und Kurt Schwitters.

Wie ist Ihre Liebe zur Farbe Weiß entstanden?

Meier: Unser Architekturbüro ist sehr bekannt für den

Einsatz der Farbe Weiß. Architektonische Konzepte können

durch die weiße Farbe deutlicher verstanden werden,

und Trübung und Transparenz, Formen und Leere, Strukturen

und Oberächen sind in einer weißen Umgebung

besser wahrnehmbar. Sie sind klarer und bilden eine Beziehung

zu einigen der Elemente, die in einem Gebäude

immer vorhanden sind.

Was raten Sie einem jungen Architekten, der noch ganz am Anfang

seiner Berufslaufbahn steht?

Meier: In der Architektur passiert zurzeit sehr viel. Die

Menge an Innovationen und Kreativität ist außergewöhnlich

und wir beobachten eine Rückkehr zur Suche nach

Klarheit. Diese Entwicklung ndet nicht nur in Amerika

statt, sondern auf der ganzen Welt. Die Kommunikation ist

schneller denn je – sie sorgt wirklich für Wahrnehmung und

Aufmerksamkeit auf Seiten der Architekten auf der ganzen

Welt. Es wird danach gefragt, was für den Ort bedeutungsvoll

und angemessen ist und wie architektonische Vorstellungen

direkt und einfach zum Ausdruck gebracht werden

können. Bei der virtuellen Architektur und allem Vergänglichen,

wie „merkwürdigen“ Gebäuden, muss die Idee/Vorstellung,

die dahinter steckt, Bedeutung haben und aussagekräftig

sein. Sonst ist alles ideenlos, und wen kümmert das?

Eine Sache nervt mich zudem gewaltig, das weiß jeder in

diesem Büro aus erster Hand und ich sage es den Studenten

bei jeder Gelegenheit. Alles wird am Computer gezeichnet,

damit wir bestimmte Dinge schneller und hoentlich auch

präziser machen können. Doch vielen Menschen – vor allem

jenen, die gerade mit dem Studium fertig sind – mangelt

es an Verständnis für Dimensionen. Und damit meine ich

nicht nur die Dimension des Raumes, den sie am Computer

zeichnen. Ich meine auch die Dimension einer Linie, die

den Umfang dieser nung bestimmt. Wie groß ist diese

Tür? Das hat in jeder Hinsicht mit Dimension zu tun – vom

Gesamtkonzept bis hin zum letzten Detail. Viele werden sagen:

„Ich messe das aus.“ Aber man sollte das nicht ausmessen

müssen – man sollte wissen, was man zeichnet.

10

LIVING & LIFE


MUSEUM FRIEDER BURDA

VERANTWORTUNG

FÜR HISTORISCHE BAUSUBSTANZ

D

er Baden-Badener Architekt

Peter Kruse war als „Architekt

vor Ort“ von Richard Meier beauftragt,

das Museum Frieder Burda

zu realisieren. „Living & Life“ sprach

mit Peter Kruse:

Wie war die Zusammenarbeit mit Richard

Meier und seinem Team? Was konnten Sie

lernen?

Peter Kruse: Natürlich war das vor

15 Jahren eine großartige Herausforderung,

mit einem der Weltstars der

Architekturszene, obendrein eines persönlichen

Favoriten aus Studienzeiten,

zusammenzuarbeiten. Während auf

der einen Seite – für einen jungen Architekten

höchst beeindruckend – alles

dem Entwurfsziel und seiner konsequenten

Umsetzung untergeordnet

wurde, waren die eigentlichen Arbeitsweisen

überraschend ähnlich. Ein sehr

kollegialer und freundschaftlicher Umgang

hat bis heute zu regelmäßigen

Kontakten geführt, wir haben auch an

anderen Projekten zusammengearbeitet

und sogar schon Mitarbeiter in das

New Yorker Büro entsandt.

Warum ist Baden-Baden ein ganz besonderer

Platz für einen Architekten?

Kruse: Unser traumhaft schönes

Baden-Baden bezieht ja einen Teil

seines Reizes auch aus seiner Architektur,

was es schon aus diesem

Grund zu einem außergewöhnlichen

Betätigungsfeld macht. Dazu kommt

die in weiten Bereichen noch intakte

historische Bausubstanz, die uns eine

besondere Verantwortung im Umgang

mit ihr abverlangt. In diesem

Spannungsfeld die richtige Mischung

aus Erhalten, Erneuern und Ergänzen

täglich neu zu denieren, macht

den Kern des Besonderen an unserer

Arbeit in Baden-Baden aus.

Welche Projekte haben Sie aktuell in Arbeit

und in der Planung?

Kruse: Für mich, der ich einer alten

Baden-Badener Handwerkerfamilie

entstamme, liegt der besondere Reiz

in der Gestaltung von alledem, was

meine Heimat für unsere Gäste, von

denen wir hier großteils leben, attraktiv

macht. Nachdem Projekte, wie die

Neugestaltung des großen Kurhaussaales

oder die Erweiterung des Casinos

abgeschlossen sind, beschäftigen

uns aktuell Projekte in der Hotellerie,

wie das Brenners Park Hotel oder das

Großprojekt „Europäischer Hof“.

Daneben gibt es Projekte, die meiner

Verbundenheit zum Schwarzwald

entgegen kommen, wie die „Anima

Tierwelt“ in Sasbachwalden.

PETER W. KRUSE

ist 1964 in Baden-Baden geboren.

Er studierte in Deutschland

und den USA Architektur.

1998 machte er sich mit

dem Architekturbüro Kruse in

Baden-Baden selbstständig.

Inzwischen tragen viele öffentliche

und private Bauten in der

Kurstadt die architektonische

Handschrift Kruses. Seine Tätigkeit

am Museum Frieder Burda

wurde mit der „Anerkennung

zum Deutschen Architekturpreis“

ausgezeichnet.

LIVING & LIFE

11


MUSEUM FRIEDER BURDA

EIN HAUS

FÜR MEINE SAMMLUNG

FRIEDER BURDA

ÜBER RICHARD MEIER

UND DAS MUSEUM IN

BADEN-BADEN

chon in meiner Jugend drehte sich vieles um die Farbe.

Mein Vater Franz Burda war Drucker und Verle-

S

ger. Er setzte sehr früh auf das Tiefdruckverfahren, welches

die Voraussetzungen schate, Massenauagen in Farbe zu

drucken. Die bildende Kunst spielte in meinem Elternhaus

eine große Rolle. Mein Vater liebte die deutschen Expressionisten,

wobei Ernst Ludwig Kirchner sein Lieblingsmaler

war. Aber auch Informelle und Abstrakte weckten nach

dem Krieg sein Interesse.

Geprägt durch diese Impulse, ergab sich fast zwangsläug,

dass mich die bildende Kunst Ende der 60er und Anfang

der 70er Jahre fesselte. Der Beginn meiner Liebe zu Bildern

lässt sich sehr genau zurückverfolgen: die Documenta

1968. Dort entdeckte ich ein rotes Bild von Lucio Fontana

mit drei Schlitzen. Dieses Bild hat mich derart fasziniert,

dass ich es unbedingt kaufen musste. Das war gleichzeitig

der Anfang meiner Sammlung. Schon bald hatte es mir

ganz besonders der abstrakte amerikanische Expressionismus

angetan. Es gelang mir, Werke von Malern wie Mark

Rothko oder Jackson Pollock zu kaufen. Dass diese Bilder

zu den Ikonen des abstrakten amerikanischen Expressionismus

werden sollten, war mir in jenen Jahren nicht klar.

Es war vielmehr mein Unterbewusstsein, das den Ausschlag

gab. Immer wieder spielten starke Farben die entscheidende

Rolle.

Zunächst habe ich meine kleine Sammlung ohne festes

Konzept erweitert. Nach Eugen Schönebeck kamen mit

Gerhard Richter, Georg Baselitz und Sigmar Polke die

wichtigsten Vertreter der deutschen Nachkriegskunst in

die Sammlung. Gerhard Richter als Maler begeisterte

mich von Anfang an. Es gibt wohl keinen zweiten Maler

der Nachkriegszeit, dessen Werk eine so große Bandbreite

zwischen Realismus und völliger Abstraktion umfasst.

Im Laufe der Jahre wuchs die Sammlung um eine ganze

Reihe von bekannten Künstlern: der späte Picasso und der

deutsche Expressionismus, allen voran natürlich Kirchner,

aber auch Beckmann. Gerade die Gegenüberstellung

Beckmann – Picasso fand ich ausgesprochen reizvoll.

ERST SPÄT DIE SKULPTUR ENTDECKT

Relativ spät entdeckte ich die Begeisterung für Skulpturen.

Plastiken von Lehmbruck, Picasso und Miró, aber auch von

Baselitz, benden sich in der Sammlung. Skulpturen können

ungeheuer ausdrucksstark sein. Auch Zeichnungen spielen

für meine Sammlung eine große Rolle. Sigmar Polke, dessen

Zeichnungen voller Witz und Ironie sind, und Arnulf

Rainers frühes Zeichnungswerk sind umfangreich vertreten.

Sicherlich wurde ich nicht als Sammler geboren. Es entwickelte

sich mehr und mehr eine Leidenschaft. Als mir klar

wurde, dass meine Sammlung zu groß und zu umfassend

geworden ist, um sie für mich alleine zu behalten, begann

eine lange und schwierige Phase der Überlegung: Was soll

eines Tages mit diesen Werken geschehen? Verkaufen?

Nein, dafür hat man nicht 30 Jahre lang gesammelt. Es ist

außerdem für einen Sammler unendlich schwer, sich von

Bildern zu trennen. Fast alle meine Bilder haben ja ihre

eigene Geschichte in meinem Leben.

Trotzdem ließ mich die Vorstellung, ein Haus für meine

Sammlung zu bauen, nicht mehr los. 1996 präsentierte die

Staatliche Kunsthalle Baden-Baden unter der Leitung von

Jochen Poetter eine Ausstellung mit Teilen meiner Sammlung.

Drei Maler: Richter, Polke, Rainer. Die Ausstellung

12 LIVING & LIFE


RUBRIK

Frieder Burda und Richard Meier bei der Ernung des Museums im ktober 200. Festgehalten von der vielfach preisgekrnten Fotogran Barbara Klemm.

„Fast alle meine Bilder haben ja ihre eigene Geschichte in meinem Leben“

war ein großer Erfolg. Damals wurde die Idee geboren,

meine umfangreiche Sammlung in Baden-Baden anzusiedeln.

Jochen Poetter brachte mir den Gedanken nahe, an

die Staatliche Kunsthalle Baden-Baden anzubauen. Es bestand

ja von Anfang an ein Plan, die 1909 von Hermann

Billing fertiggestellte Kunsthalle zu erweitern. Die beiden

Weltkriege verhinderten jedoch die Verwirklichung.

Die Idee, an die Kunsthalle Baden-Baden anzuschließen,

hat mich immer mehr begeistert. Die Möglichkeit eines solchen

Dialoges von staatlicher und privater Institution ist

eine einmalige Chance für beide Einrichtungen. Es ist das

erste Mal, dass solch ein Ansatz in Deutschland, vielleicht

sogar in Europa, realisiert wurde.

Nach der grundsätzlichen Entscheidung für den Bau kam

dann die schwierige nächste Aufgabe: Welcher Architekt

soll bauen? Mit Richard Meier bin ich seit vielen Jahren

bekannt. Ich habe seine Bauten, zum Beispiel das renommierte

Getty-Museum in Los Angeles und das wunderbare

Weishaupt-Forum in Schwendi, verfolgt und seine Architektur

hat mich schon immer sehr beeindruckt. Richard

Meier versteht es, sensibel mit der Natur umzugehen und

seine Bauten mit dem Umfeld in Einklang zu bringen.

Richard Meier, mit dem ich sowohl in New York als auch

in Baden-Baden viele Gespräche über den geplanten Bau

neben der Kunsthalle führte, hat am besten begrien, was

ich für meine Sammlung will: Ein helles, kleines Museum,

ein Kleinod, in dem meine Sammlung dauerhaft untergebracht

werden kann. Es war auch klar, wie sensibel der

Platz neben der Kunsthalle in der Lichtentaler Allee ist und

dass sich der Bau von Richard Meier harmonisch in die

Natur einfügen soll. Es ist gelungen. So wurde das moderne

Museum Frieder Burda in Verbindung mit dem wunderbaren

klassizistischen Bau der Staatlichen Kunsthalle

Baden-Baden etwas Einzigartiges.

Für mich ist mit der Errichtung dieses Museums ein großer

Traum in Erfüllung gegangen. Das Museum soll auch in

Zukunft vielen Menschen Freude bereiten. Baden-Baden

wird an der Achse Karlsruhe, Straßburg, Basel eine weitaus

größere Rolle in der bildenden Kunst spielen als bisher.

Hier entstand ein Kunstzentrum mit Bedeutung weit über

Baden-Württemberg hinaus.

LIVING & LIFE 13


MUSEUM FRIEDER BURDA

GEHEIMNISVOLLE

GRÜNDE

BILDER VON SIGMAR POLKE IM MUSEUM FRIEDER BURDA

Sigmar Polke, Kartoelkppe Mao LBJ,1.

14 LIVING & LIFE


SIGMAR POLKE

as Museum Frieder Burda

D zeigt vom 11. Februar bis 21.

Mai 2017 Arbeiten des Künstlers Sigmar

Polke. Zehn Jahre nach der Retrospektive

Sigmar Polke im Museum

Frieder Burda, die auf den Sammlungen

Josef Froehlich, Reiner Speck

und Frieder Burda basierte, soll nun

auf das Werk des großen Malers unter

dem Blickwinkel der „Geheimnisvollen

Gründe“ seiner Malerei und der

dazu kontrastierenden Liniengebilde

eingegangen werden.

Die Linien werden auf recht unterschiedliche

Art „gewonnen“: durch

Klebebänder, durch Bildvorlagen,

durch Farbverläufe oder durch Übernahme

herrlicher Arabesken Dürers

oder Altdorfers. Die belebten Malgründe

entstehen durch die Wahl des

Materials (Stoe, Folien, Raster), wie

durch „zauberhafte“ chemische Prozesse

der Vermengung unterschiedlicher

Chemikalien, Lacke oder Panzensäfte.

Gegensätze, wie „gewollt“

und eher „zufällig“, durchdringen

und überlagern sich dabei ständig,

wobei nie eindeutig entschieden ist,

woher die bestimmende Kraft rührt.

So stehen die Stobilder und Lackbilder

den linearen Darstellungen bis hin

zu den Schönheitslinien der „Schleifenbilder“

sich umarmend gegenüber.

Hochkarätige Leihgaben aus internationalen

Sammlungen und Museen

ergänzen die zahlreichen Exponate

aus der Sammlung Frieder Burda.

Sigmar Polke gilt als einer der wichtigsten

international anerkannten

Künstler Deutschlands, er ist 2010 im

Alter von 69 Jahren gestorben. Das

Museum Frieder Burda besitzt eine

umfangreiche Sammlung von Polke-

Kunstwerken.

Noch als Student der Düsseldorfer

Kunstakademie begründete Polke

Sigmar Polke, B-Mode, 17.

zusammen mit Gerhard Richter und

anderen in ironischer Anlehnung an

die sozialistische Staatskunst und in

kritischer Auseinandersetzung mit

der von der westlichen Warenwelt

geprägten Pop Art den „Kapitalistischen

Realismus“. In dieser Zeit

entstehen die ersten Rasterbilder, in

denen Polke die Konsum- und Freizeit-Verheißungen

der Wirtschaftswunder-Zeit

thematisiert. Durch

die vergrößernde Übertragung von

Zeitungsfotos auf Leinwände lässt er

die Rasterpunkte vor dem Bildinhalt

in den Vordergrund treten. Zwei verführerische

„Freundinnen“ (1965/66)

etwa oder ein traumhaftes „Interieur“

(1966) werden so zu einer abstra-

hierenden Struktur von ornamentaler

Qualität.

„Die unumstrittene Instanz der Moderne,

das Museum of Modern Art

in New York, widmete ihm als einem

der ersten Deutschen 1999 eine Einzelausstellung

mit frühen Arbeiten

auf Papier. Zusammen mit Beuys,

Richter, Baselitz und Kiefer war es

Polke, der den bildenden Künsten in

Deutschland wieder zu internationalem

Renommee verhalf. Zuvor hatten

eine solche Resonanz zu Lebzeiten

lediglich Dürer, Holbein der Jüngere

und Anfang des 17. Jahrhunderts

Adam Elsheimer“, schreibt der Tübinger

Kunstexperte Götz Adriani.

WWW.MUSEUM-FRIEDER-BURDA.DE

LIVING & LIFE

15


RUBRIK

16

LIVING & LIFE


RUBRIK

FREIHEIT

WEITE

UNABHÄNGIGKEIT

SEHNSUCHT

HORIZONT

GLÜCK

HOFGUT

FREMERSBERG

EINE NATUROASE MITTEN IN BADEN-BADEN

LIVING & LIFE 17


RUBRIK

VON HORST KOPPELSTÄTTER

FOTOS: MONIKA ZEINDLER-EFLER

as für ein Blick! Ein kurze Fahrt durch eine Birkenallee,

dann önet sich das Tal der Oos mit

W

einem traumhaften Blick bis nach Lichtental und auf den

Baden-Badener Hausberg Merkur. Auf der anderen Seite

ist die Yburg zu sehen. Hier am Fuße des Fremersberges,

an einem der schönsten Fleckchen von Baden-Baden, lebte

einst die berühmte Familie von Siemens. Ursprünglich waren

es ein paar landwirtschaftliche Gehöfte, bevor diese im

19. Jahrhundert zum Hofgut Fremersberg zusammengelegt

wurden. Es ist ein stattliches einzigartiges Anwesen mit

22,5 Hektar Fläche geblieben. Ein Paradies, eine Oase mitten

in Baden-Baden. Es könnte auch eine Idylle im Hochschwarzwald

fern der Zivilisation sein. Riesige, teils uralte

Bäume prägen die Atmosphäre. Auf den großzügigen

Wiesen weiden einige Pferde, es sind reinrassige Schwarzwälder

Füchse, die vom Hausherrn Reinhold Werkmann

gezüchtet werden. Ein Bild, wie von einer leicht kitschig

gestalteten Postkarte, so schön und doch pure Realität. „26

Fohlen haben wir hier zur Welt gebracht“, erzählt Werkmann

stolz, der seit Kindesbeinen ein großer Pferdeliebhaber

ist und mit 17 Jahren hessischer Meister im Springreiten

wurde. Die Pferde haben den Frankfurter zeitlebens

nicht mehr losgelassen.

Viele Jahre, in denen der erfolgreiche Bauträger und Projektenwickler

beruich voll gefordert war, rückte diese Leidenschaft

in den Hintergrund. Beim Anblick des Hofgutes

Fremersberg kam dann das Thema Pferde sofort wieder

auf: „Meine Frau Gisela wusste ohne Worte auf Anhieb,

was ich dachte: Hier müssen Pferde her.“ Reinhold Werkmann

wollte keine edlen Rennpferde, wie sie seine Vorgänger

aufgezogen hatten, er wollte eine alte Schwarzwälder

Pferderasse: den Schwarzwälder Fuchs, auch Schwarzwälder

Kaltblut genannt. Das ist die älteste Pferderasse Baden-

Württembergs. Der Ursprung, der bis ins Mittelalter zurückreichenden,

rassetypisch fuchsfarbenen Kaltblutrasse,

liegt im südlichsten Teil des Schwarzwaldes, in St. Märgen

und Umgebung. Die Schwarzwälder Füchse sind noch im-

18

LIVING & LIFE


RUBRIK

mer in ihrem Bestand bedroht und sind auf der „Roten Liste“

gefährdeter einheimischer Nutztierrassen verzeichnet.

Unterdessen wird die Zucht vom Pferdezuchtverband Baden-Württemberg

betreut und mit sechs Hengstlinien in

Reinzucht betrieben, so dass die alte Rasse erhalten werden

kann. Allein Reinhold Werkmanns Zucht in Baden-

Baden konnte maßgeblich dazu beitragen, dass die Zukunft

dieser Pferde in Baden-Württemberg wieder gesichert ist.

Werkmann arbeitete sehr eng mit dem baden-württembergischen

Haupt- und Landgestüt Marbach zusammen,

einer der berühmtesten Pferdezuchtstätten in ganz Europa.

Inzwischen muss der Hausherr nach einer Erkrankung

sein Engagement etwas zurückfahren. Viele der Schwarzwälder

Pferde vom Hofgut Fremersberg stehen inzwischen

wieder in Marbach und vier davon bei der Familie Weingärtner

in der Geroldsauer Mühle. Heute empfängt den

Besucher auf dem Hofgut vor dem zentralen Wohngebäude

eine monumentale Stahlskulptur in der Form eines Pferdes,

geschaen vom Bildhauer Lutz Ackermann.

„Meine Frau Gisela wusste ohne

Worte auf Anhieb, was ich dachte:

Hier müssen Pferde her“

Schwarzwälder Kaltblut.

LIVING & LIFE 19


RUBRIK

WIE KAM ES EIGENTLICH ZU DIESER GESCHICHTE – VON FRANKFURT-DIETZENBACH, DEM

FIRMEN- UND WOHNSITZ DER WERKMANN-GRUPPE, DIE HEUTE VON REINHOLD WERK-

MANNS SOHN ERFOLGREICH WEITERGEFÜHRT WIRD, BIS NACH BADEN-BADEN?

Im Jahr 1999 kaufte Werkmann das zauberhafte und riesige

Anwesen. Rückblickend erzählt er schmunzelnd, wie

er sich bei einer Wanderung rund um Baden-Baden eines

Tages in ein halb oenes Tor des Hofgutes reingeschlichen

hatte, um sich das geheimnisvolle Gelände genauer anzuschauen.

Schon bald traf er auf den Gärtner, der ihn kritisch

befragte, was er er denn hier zu suchen habe. Werkmann

erfand schnell eine Ausrede und sagte mit ernster Miene, er

suche einen Platz, um sein Pferd unterzustellen. „Oh, das

sei ausgeschlossen“, sagte der Gartenmeister streng mit einem

Unterton der Empörung. Auch den Wunsch, sich auf

dem Gelände etwas umzuschauen, wiegelte der Gartenmann

rigoros ab. Dann kamen die beiden Fremden doch

noch ins Plaudern, was den Gärtner zu dem Satz veranlasste:

„Na ja, nächste Woche ist die Herrschaft auf Reisen,

wenn Sie da noch mal zufällig vorbeikommen, kann ich

Ihnen das Hofgut und die Gebäude von außen zeigen ...“

Gesagt, getan. Reinhold Werkmann wanderte erneut an den

Fuß des Fremersberges und sah als Fachmann, was er eigentlich

nicht sehen sollte: Die Gebäude waren nicht mehr

in sehr gutem Zustand. Lediglich das Gewächshaus, in dem

rote Nelken gezüchtet wurden, war noch tipptopp in Schuss.

„Oh“ , fragte er den Gärtner überrascht, „eine Nelkenzucht,

ist denn das ein gutes Geschäft?“ „Nein, nein“, lachte der

Gärtner, „das ist nur für das Revers unseres Herrn. Er steckt

sich jeden Morgen eine frische rote Nelke an.“ Selbst gezüchtet.

Übrigens auch am Bademantel, wenn er mal in die

Sauna des Brenners Parkhotel ging. „Ach so“, sagte Werkmann

staunend und dachte: seltsam, diese Baden-Badener.

20

LIVING & LIFE


RUBRIK

„Na ja, nächste Woche ist die Herrschaft auf Reisen,

wenn Sie da noch mal zufällig vorbeikommen, kann ich Ihnen

das Hofgut und die Gebäude von außen zeigen ...“

Es war ein sonniger Herbsttag. Er verließ das Gelände dennoch

mit einem seltsamen Gefühl. Er sollte Recht behalten.

Reinhold Werkmann war im richtigen Augenblick an der

richtigen Stelle – was er natürlich zu dem Zeitpunkt nicht

wissen konnte. Eine Erfolgsgeschichte zwischen Frankfurt

und Baden-Baden.

Hier am Fuße des Fremersberges hatte die berühmte Familie

Siemens jahrzehntelang ihren Sitz, was heute kaum

noch jemand in Baden-Baden weiß. Der Historiker Robert

Erhard schreibt dazu: „Die Familie Siemens hatte schon im

19. Jahrhundert Beziehungen zu Baden-Baden geknüpft.

Werner von Siemens – nicht der berühmte, sondern sein

Nee, besaß ab 1880 das Hofgut Mariahalden, das er später

wieder verkaufte. Dann, im Jahr 1936 erwarb Friedrich von

Siemens, der einzige Sohn aus zweiter Ehe des berühmten

Werner von Siemens, das Hofgut Fremersberg. Er blieb bis

zuletzt Aufsichtsratschef von Siemens und hatte über Jahre

einen Sitz im Berliner Reichstag. Das Hofgut überstand

Krieg und Besatzungszeit weitgehend unbeschadet. 1941

starb Friedrich von Siemens. Seine Witwe verkaufte das

Anwesen 1951 an den Zigarettenfabrikanten Eilebrecht-

Kemena aus dem Saarland.“ Von der Familie Eilebrecht-

Kemena wechselte der feudale Besitz dann kurz vor der

Jahrtausendwende zur Unternehmerfamilie Werkmann.

Zurück in die Gegenwart: Auf dem Hofgut weiden vor

allem Kühe eines Landwirts in Winden. Manche der aufwendig

renovierten Pferdestallungen stehen leer, so lange

LIVING & LIFE 21


RUBRIK

Gebäude ohne Bewohner.

die Kaltblüter in Marbach sind. Reinhold Werkmann hatte

nach dem Kauf des einzigartigen Hofgutes Zug um Zug

alle Gebäude mit Millionenaufwand grundlegend und

gleichermaßen mustergültig renoviert. Manche Komplexe

wurden nach historischem Vorbild neu erbaut, weil sich

die originale Bausubstanz als sehr schlecht erwies. Das gesamte

Gelände musste auf private Kosten an die öentliche

Kanalisation angeschlossen werden. Ebenso wurden die

Freiächen für viel Geld in ihren alten, originalgetreuen

Zustand versetzt. So ist die Wirkung geblieben, die einst die

verschiedenen Bauernhöfe hatten. Urkundlich nden sich

erste Hinweise auf zwei Höfe auf dem heutigen Gelände

bereits im 17. Jahrhundert. Beide Höfe hatten sich zusammengeschlossen

und die Grundstücksgrenzen stießen auf

den Baden-Badener Stadtwald. So ist es bis heute geblieben

– an der Katzensteinstraße.

Trotz der umfassenden Modernisierungsmaßnahmen

scheint die Zeit an diesem Fleckchen Erde stehen geblieben

zu sein. Freilich hätte es auch anders kommen können: Im

Laufe der Jahre – auch schon, bevor Reinhold Werkmann

das Gelände übernahm – gab es immer wieder Pläne, einen

Reiterhof zu errichten oder ein Businesszentrum und

ein stattliches Hotel. Sogar ein neues Wohnviertel mit 120

Wohneinheiten war in der Diskussion. Keiner der Pläne

wurde Realität, der Zauber des Areals wurde bis heute erhalten.

Die Euphorie, die Natur zu bewahren, trieb freilich

auch seltsame Blüten. Am Ende wurde Werkmann nicht

einmal die Umwidmung eines Pferdestalles in einige Wohnungen

genehmigt. Das sind kuriose Auswüchse – vom

einen Extrem ins andere. Reinhold Werkmann schüttelt

den Kopf: „Ich verstehe diese Bürokratie nicht. Dabei wird

doch Wohnraum dringend gebraucht. Die Stadt ist nicht

einmal mit einer Nutzung durch die eigene Familie einverstanden.“

Jetzt steht das Gebäude mit traumhaftem Blick

seit zehn Jahren leer. Traumblick ohne Bewohner.

Die Einfahrt zum Hofgut.

22

LIVING & LIFE


MASSGESCHNEIDERTE

VERSICHERUNGSKONZEPTE

VON DEN BRANCHEN-PROFIS.

weckesser Assekuranz ist seit knapp 20 Jahren der zielgruppenorientierte

Full-Service Versicherungsmakler. Wir betreuen und beraten überwiegend

Unternehmen aus den Bereichen IT, ITK, Immobilien und Wohnbau,

Hotellerie, Hausverwaltungen, Metall- und Maschinenbau sowie Consultants,

Rechtsanwälte und Ärzte. Zudem bieten wir exklusiven Privatkunden

einen vollumfänglichen Spezial-Service für Ferienimmobilien im Inund

Ausland, Luxusgüter, Kunstsammlungen, Special-Cars, Yachten bis

hin zum Privatjet. Auch im Schadenfall für Sie ein gutes Gefühl!

weckesser Assekuranz GmbH | Rheinstraße 201 | 76532 Baden-Baden

Telefon +49 (0) 7221 500 1212 | service@weckesser.ag | www.weckesser.ag


MENSCHEN

TRAUMJOB

MIT ZWEI PFERDESTÄRKEN

ahrelang hatte Sabrina Möller aus Weitenung einen sicheren

Bürojob in der Stadtverwaltung Bühl, doch im

J

Juni 2015 hat sie ein völlig neues Leben in der Selbstständigkeit

begonnen und den Pferdekutschendienst Baden-

Baden übernommen. Als der langjährige Baden-Badener

Pferdekutscher Artur Roth sie fragte, ob sie seine Nachfolge

antreten wolle, gab es kein Halten mehr. Im Alter

von sieben Jahren hat Sabrina Möller bei Artur Roth Reiten

gelernt, seither war sie regelmäßig bei seinen Pferden.

Ihr Großvater hatte in Müllhofen Pferde gezüchtet. Pferde

sind ihre Leidenschaft.

Jetzt hat sie neun Pferde im Stall am Ende der Gunzenbachstraße

und muss jeden Morgen um 6 Uhr mit dem

Füttern und Ausmisten beginnen. Und um ihren dreijährigen

Sohn und den Ehemann kümmert sie sich natürlich

auch. Doch Sabrina Möller ist glücklich, dass ihr Traum

24 LIVING & LIFE


RUBRIK

NIRGENDS FÄLLT DAS LEBEN LEICHTER ALS HIER,

DER STREIT GEHT NUR UM DIE JAHRESZEIT, IN DER BADEN-BADEN SICH AM SCHÖNSTEN GIBT.

Otto Flake (1880-1963)

in Erfüllung gegangen ist und sie nun die Zügel in der

Hand hat. Ihr Vorgänger Artur Roth war und ist eine Institution

in der Kur- und Kulturstadt.

Die Kutschfahrten durch Baden-Baden, meist durch die

Lichtentaler Allee, sind vor allem bei Touristen aus dem

arabischen Raum, aus Russland, China, Japan oder anderen

Ländern sehr beliebt. Doch immer wieder fahren

auch alteingesessene Baden-Badener mit Sabrina Möller

und ihren zwei PS. „Kutschenfahren entschleunigt“, sagt

die sympathische junge Frau und erzählt, welche Freude

ihre Passagiere beim gleichtönigen Klang der Hufe in der

Kutsche haben. Kutschenfans sind eigentlich alle Menschen,

ob Jung oder Alt, ob Kinder oder verliebtes Paar.

Aus der Kutsche sieht Baden-Baden gleich noch viel romantischer

aus, als es ohnehin schon ist.

WWW.KUTSCHFAHRTEN-BADEN-BADEN.DE

LIVING & LIFE 25


BLAU IN DER KUNST

EIN NOSTALGISCHES

GARTENGEDICHT

DIE „GÖNNERANLAGE“ AN DER OOS

26 LIVING & LIFE


RUBRIK

VON STEFAN TOLKSDORF

FOTOS: MONIKA ZEINDLER-EFLER

W

ie sagte doch einmal Johann Wolfgang von

Goethe: Gärten seien Augendichtung. Dieser

Garten ist tatsächlich ein Gedicht – und zwar ein französisches.

Der Gartengestalter Max Laeuger (1864-1952) hat aus

seiner Vorliebe für die Gartenkunst der Vergangenheit,

insbesondere für die der Renaissance und des Barock, nie

einen Hehl gemacht. Sehr deutsch wirken in diesem Miniaturparadies,

das einen strengen Kontrapunkt setzt zur

lieblichen (englischen) Parknatur der nahen Lichtentaler

Allee, allerdings die Brunnenguren. Der Bildhauer Joseph

Flossmann hat sie entworfen, zwei liegende, halb

entblößte Damen – zwischen Jugendstil und Neoklassizismus:

Allegorien der Trink- und Badekur, eine Huldigung

der Kurstadt Baden-Baden. So steht das Wasser

auch im Zentrum dieses Laeuger-Gartens – seiner ersten

Schöpfung für die Stadt an der Oos. Den raschen Fluss

muss der Besucher überqueren, ehe er in den Rosenduft

am rechten Ufer eintauchen kann.

LIVING & LIFE 27


KUNST

Die zierliche, von Hirschen und Putten ankierte Brücke

erinnert an eine Norddeutsche, die Hamburgerin Josephine

Sielcken. Sie lieh auch dem alles beherrschenden

Brunnen ihren Namen, auf den der Besucher schnurgerade

zusteuert. Aus zwei Schalen strömt das Wasser in

ein quadratisches Bassin. Josephine Sielcken hat „ihren“

Brunnen nicht mehr gesehen. Die erste Gattin des

schwerreichen Kaeegroßhändlers Hermann Sielcken

(1815-1917), die mit ihrem Mann zur Jahrhundertwende

auf den Sauersberg gezogen war, wurde schon zwei Jahre

vor Baubeginn in Bremen zu Grabe getragen.

Nach der schönen Josephine wurde auch das neue städtische

Entbindungsheim benannt, die spätere DRK-Klinik

– eine weitere Stiftung ihres Mannes. Mit einer horrenden

Spende wurde Sielcken tatsächlich auch zum „Gönner“

des neuen Gartens an der Oos.

Was jeder Baden-Badener, aber nur selten ein Auswärtiger,

weiß: Seinen Namen hat das bezaubernde Geviert

vom altverdienten, im Jahr des Baubeginns verstorbenen

Oberbürgermeister Dr. Albert Gönner. Schon 1900, zum

25. Dienstjubiläum des Mannes, der 32 Jahre lang die Geschichte

der Stadt prägen sollte, wurde ihm zu Ehren auf

dem Wiesengrund eine Eiche gepanzt. Damals war auf

dem 1886 vom Heilig-Grab-Kloster erworbenen Gelände

noch ein Garten im englischen Stil vorgesehen, zu dem

es schon Entwürfe gab. Oder sollte man das Grundstück

nicht doch lieber zum Villenbau frei geben? Im Stadtrat

wurde lange diskutiert.

28 LIVING & LIFE


BLAU IN DER KUNST

JOSEPHINE

DEN RASCHEN FLUSS MUSS DER BESUCHER

ÜBERQUEREN, EHE ER IN DEN ROSENDUFT AM

RECHTEN UFER EINTAUCHEN KANN

LIVING & LIFE 29


BLAU IN DER KUNST

DIE BRUNNENFIGUREN

ZWEI LIEGENDE, HALB ENTBLÖSSTE DAMEN – ZWISCHEN JUGENDSTIL UND NEOKLASSIZISMUS

Joseph Flossmann

1909 bekam Max Laeuger, Professor an der Technischen

Hochschule Karlsruhe und Gründer der Keramikwerkstatt

Kandern, den Zuschlag das Votum des „Kaeebarons“

gab den Ausschlag. Eine gute Wahl: Laeuger war ein wahres

Multi-Talent. Er entwarf Möbel, Teppiche, Zeichnungen,

Gemälde, Graken, betätigte sich schriftstellerisch – und

gilt heute als wichtigster Wegbereiter der deutschen Kunstkeramik.

Im Badischen Landesmuseum Karlsruhe sind 600

seiner Arbeiten zu sehen. Als Gestalter öentlicher Gärten

trat der Meisterkeramiker erst an der Oos auf den Plan –

und seine streng geometrische Anlage machte in der Fachwelt

Furore. Laeugers ursprünglicher Plan sah noch einen

Baumbewuchs am Flussufer vor – zum Missvergnügen der

Anwohner in der Ludwig-Wilhelm-Straße, die auf ihre

schöne Aussicht nicht verzichten wollten. Man genießt sie

auch von der Terrasse oberhalb des Bassins.

War der Garten ursprünglich mit Sommerblumen bepanzt,

präsentiert er sich nunmehr als wahres Rosenparadies:

25.000 Exemplare und rund 400 Sorten Rosen:

Beetrosen, Kletterrosen, Strauchrosen, Hochstammrosen,

Trauerrosen mit so klangvollen Namen wie Schwanensee,

Brennende Liebe, Caprice, Feuerzauber oder

Gletscherfee. Schirmherr der ersten Rosenschau war

kein Geringerer als Bundeskanzler Konrad Adenauer.

Im selben Jahr, 1952, starb auch der Schöpfer des beliebten

Gartens.

Die Beschneidung seiner „Gönneranlage“ brauchte Max

Laeuger nicht mehr zu erleben: Durch den Bau des benachbarten

Bertholdbads verlor sie ihre ursprüngliche

Symmetrie. Ein Besuch verzaubert nichtsdestoweniger

auch heute noch. Der Bau des Gartens erinnert an das

Entree eines Schlosses, doch bedarf es keines Gebäudes,

um nostalgischen Charme zu entfalten.

Hinter der Josephinenbrücke taucht man wirklich in eine

andere Zeit ein!

30 LIVING & LIFE


ANRUFEN UND KOSTENLOSE BERATUNGSICHERN

JETZT 0800 2 79 70 70 badenova.de/extrawaerme

Extra Wärme:

Neue Heizung

mieten oder kaufen

mit modernster Technik von führenden Markenherstellern


RUBRIK

ADAM & EVE

2017

32

LIVING & LIFE


FREIZEIT

ADAM

EVE

AND

24-STUNDEN-FITNESS

VON JANINA BEUSCHER

mmer schneller, eektiver und exibler müssen Arbeitskräfte

in der Berufswelt heutzutage sein. Ständige

I

Veränderungen im Job sind für viele längst zur Realität

geworden, Privates bleibt dabei oft auf der Strecke. Umso

wichtiger ist ein körperlicher Ausgleich zu den Belastungen

im Arbeitsalltag und um genau diese Zielgruppe zu erreichen,

bietet das Fitnessstudio „adam&eve“ in Rastatt einen

24-Stunden-Service an. Noch in aller Ruhe auf den Stepper

nach Feierabend, Gewichte stemmen kurz vor Mitternacht

oder ein powervolles Cardio-Training morgens um vier

Uhr – „Zeitprobleme“ sind keine Ausrede für Sportmuel

mehr. „Vor allem Schichtarbeiter der naheliegenden, großen

Unternehmen wissen dieses Angebot zu schätzen“, sagt

Studioleiter Andreas Patzt. Über 3.000 Kunden trainieren

derzeit in der Rastatter Innenstadt bei „adam&eve“, das im

November 2009 erönet hat.

Eine weitere Besonderheit ist der Trainingsbereich nur für

Frauen. Denn oft fühlen sich die Sportlerinnen, unabhängig

vom kulturellen oder religiösen Hintergrund, in den gemischten

Bereichen unwohl. „Männer verboten“, heißt es

also in den separaten Räumen, die mit Cardio und Zirkel-

Training-Geräten ausgestattet sind. „Frauen mögen auch

besonders gerne das Training am Glute Builder, an dem

man über 30 Übungen an einem Gerät machen kann“, sagt

Patzt über die neueste Errungenschaft im Studio. Generell

interessieren sich die Frauen eher für Kurse, während

LIVING & LIFE 33


RUBRIK

Training bei „adameve“.

Männer das Training mit den Gewichten bevorzugen. Nach

wie vor sei Zumba stark nachgefragt, wie Patzt sagt. Sport

für jeden, wann immer er will: „Mit einem elektronischen

Armband ausgestattet, können die Kunden das Studio rund

um die Uhr betreten, sich an der Getränke-Bar bedienen

oder die Schließfächer nutzen“, wie die Geschäftsführerin

Julia Ernst-Hausmann erklärt. Zum Angebot gehören neben

den unterschiedlichen Geräten auch diverse Kurse wie

Yoga und Bauchtraining. Zusätzlich bietet das Studio eine

kostenlose Kinderbetreuung, Ernährungsberatung und Angebote

zu Themen wie „Fit im Alter“ an. Was es dagegen

nicht gibt, ist ein Saunabereich – aus Kostengründen. Denn

der „adam&eve“-Grundpreis liegt gerade einmal bei 19,90

Euro im Monat. „Unser Konzept kommt an. Der Rastatter

Kundenspiegel hat uns aufgrund der hohen Kundenzufriedenheit

mit dem ersten Platz ausgezeichnet“, sagt Ernst-

Hausmann. Rund 20 Männer und Frauen umfasst das Team

von „adam&eve“ derzeit und es laufen die Vorbereitungen

für eine zweite Filiale in Haueneberstein. Die Erönung des

Studios, das unter anderem Kunden aus dem nahe gelegenen

Elsass und dem Großraum Baden-Baden anlocken soll,

ist im Sommer 2018 geplant.

FITNESS-TIPP FÜR DEN RÜCKEN

„Training im Fitnessstudio ist eektiv“, sagen die Rastatter

Fitness-Experten. Denn hier werden Trainingspläne

individuell und von ausgebildeten Coaches erstellt. Die

Voraussetzungen und Wünsche des Sportlers sowie dessen

Leistungsstand und eventuelle Einschränkungen

stehen dabei im Mittelpunkt. Doch auch Zuhause kann

Jedermann einfache Übungen durchführen. Ein großes

Problem der Deutschen ist der Rückenbereich. Hier hilft

schon die klassische Nackendrehung, bei der der Kopf

langsam und bewusst nach vorne gesenkt und dann nach

links und rechts gedreht wird. Eine aufrechte Sitzposition

einnehmen und die Füße fest auf dem Boden verankern,

gleichmäßiges Atmen nicht vergessen. Auch das bewusste

„Langmachen“ des Nackens und Halses zwischendurch

entspannt die oft angespannte Arbeitshaltung am

Schreibtisch. Wer etwas mehr möchte, kann die Hände

über dem Kopf zusammenfalten und sich langsam in die

Länge strecken. Leichte Varianten nach links und rechts

entlasten den Rückenbereich ebenfalls.

INFO UND KONTAKT

www.adam-and-eve.eu

Bahnhofstraße 20-22

77 Rastatt

Tel.: 07222771

EMAIL: INFO@ADAM-AND-EVE.EU

34

LIVING & LIFE


Die ganze Welt des Modellbaus

Verlag für Technik und Handwerk neue Medien GmbH

Robert-Bosch-Str. 2-4, 76532 Baden-Baden, Tel.: 07221 - 5087 -0

MEHR ALS 3.000

FASZINATION BAUPLÄNE

MEHR ALS 200 LEIDENSCHAFT FACHZEITSCHRIFTEN

BÜCHER TRADITION SONDERHEFTE BEGEISTERUNG

LIEBE ZUM DETAIL FRÄSTEILE KOMPETENZ

Internet: www.vth.de

Shop: shop.vth.de


NEWS

„Baden-Baden hat ein Wahnsinns-Potential“

INTERVIEW MIT DEM BADEN-BADENER UNTERNEHMER

FRANZ BERNHARD WAGENER

ie Baden-Badener Oberbürgermeisterin Margret

D Mergen spricht von einem „weiteren Leuchtturm

und einer neuen Willkommensadresse für Baden-Baden“:

Das neue Designhotel Roomers ist zum Blickfang und

Trepunkt an Baden-Badens Stadteinfahrt geworden.

Sieben Jahre nach Erönung des Roomers in Frankfurt

starteten Micky Rosen und Alex Urseanu, Eigentümer

der Gekko Group, mit ihrer Lifestyle-Marke Roomers in

Baden-Baden.

Grundstückseigentümer und Bauherr ist mit Franz Bernhard

Wagener einer der führenden Einzelhandelsunternehmer

der Stadt. „Living& Life” sprach mit Wagener.

Weshalb haben Sie in Baden-Baden eine hohe Summe in den Bau des

neuen Hotels Roomers investiert?

Franz Bernhard Wagener: Baden-Baden ist die gepegteste,

schönste und interessanteste Kleinstadt Deutschlands,

mit der Infrastruktur einer mittleren Großstadt. Durch den

fehlenden Industriebesatz leben viele Leistungsträger dieser

Stadt primär von den Besuchern und Touristen. Ein

vielseitiges Übernachtungsangebot verbessert also die Attraktivität

und somit die Chancen aller Anbieter. Dies ist

auch zum Nutzen der Bürger, denn wir können uns diese

wunderschöne, aber kostspielige Stadt

nur leisten, wenn entsprechende Steuereinnahmen

dies zulassen.

Wie verbindet sich das sehr moderne Hotel mit

der Geschichte und Tradition Baden-Badens?

Wagener: Hotelbauten sind immer

Spiegel ihrer Entstehungszeit. Auch wenn wir auf modernistische

Eekte verzichtet haben, so ist dieses Haus bewusst

modern und anders als die Mitbewerber. Wir wollen

die Vielseitigkeit verbessern, nicht den Wettbewerb

steigern.

Wie sehen Sie die Entwicklung Baden-Badens in den nächsten 20

Jahren?

Wagener: Baden-Baden hat ein Wahnsinns-Potential, um

das wir von vielen Städten beneidet werden. Wenn es uns

gelingt, diese Schätze wie zum Beispiel das Museum Frieder

Burda, das Festspielhaus, das Casino, die Bäder oder

unsere gepegten Parks den Menschen im Land ans Herz

zu bringen, sehe ich für Baden-Baden eine gute Zukunft.

Doch wir dürfen nicht erwarten, dass das von alleine geht.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE HORST KOPPELSTÄTTER

36 LIVING & LIFE


Pakula & Fischer Architekten ist

ein international tätiges Studio für

Architektur & Design mit Sitz in

Stuttgart.

PAKULA & FISCHER

Architekten

Mit langjähriger Projekterfahrung

von London über Baden-Baden

bis Moskau verstehen wir die Vielfältigkeit

der kulturellen Wertvorstellungen

unserer Kunden im Bereich

„Architectual Design“.

Wir sind stark darin, Gebäude

& Räume gemeinsam mit unseren

Kunden entsprechend ihrer

Anforderung zu entwickeln. Zusammen

erarbeiten wir das große

Ganze, um das ideale Gebäude für

den jeweiligen Ort verwirklichen

zu können.

Unser oberstes Ziel: eine nachhaltige,

zeitlose Gestaltung.

archiphile (n.)

a lover of architecture

Pakula & Fischer Architekten PartGmbB

Silberburgstr. 51 / 70176 Stuttgart

tel.: 0711 87034782 / mob.: 017623904297

otataulascher.com

.aulascher.com


MENSCHEN

LORD DUNN–RAVEN STRADIVARIUS

1710

38 LIVING & LIFE


ANNE-SOPHIE MUTTER

DIE STAR-VIOLINISTIN ANNE-SOPHIE MUTTER ENGAGIERT SICH

BESONDERS FÜR DEN MUSIKALISCHEN NACHWUCHS

aus liebe

zur musik

nne-Sophie Mutters große Liebe gilt – neben ihren

A Kindern – der Stradivari, die sie seit 25 Jahren spielt,

eine „Lord Dunn-Raven“. Diese Stradivari aus dem Jahr 1710

habe ihr noch nie Liebeskummer bereitet, so die Stargeigerin.

Wenn die Künstlerin auf Tournee geht, reist die Stradivari

in einem Klimakoer mit, zwei Mal im Jahr wird sie gewartet.

Dann wird vor allem der Lack erneuert, an der Stelle, an

welcher der Corpus die Haut berührt. Das seltene Handwerk

Geigenbau ist aber nicht nur Technik, sondern auch Kunst.

Jede Geige ist mit kunstvollen Schnitzereien, Figuren und Ornamenten

verziert. Jeder Geigenbauer hat ein eigenes Rezept

und macht somit jedes Instrument zu einem Individuum.

LIVING & LIFE 39


ANNE-SOPHIE MUTTER

„Durch Musik lernen Kinder, sich zu konzentrieren“

Ihre Karriere begann vor mehr als 30 Jahren unter dem

großen Herbert von Karajan in Salzburg. Damals wurde

sie als „Wunderkind“ gelobt, gerade einmal 13 Jahre

alt. Mittlerweile ist Anne-Sophie Mutter gefeierte Star-

Violinistin, reist um die Welt und setzt sich auch für Benezprojekte

ein. Besonders der musikalische Nachwuchs

liegt ihr am Herzen. Um jungen Menschen heute eine

Förderung zu ermöglichen, gründete Mutter 1997 eine

Stiftung, mit der sie weltweit junge, hochbegabte Solisten

der Fächer Geige, Bratsche, Cello und Kontrabass unterstützt.

Die jungen Musiker erhalten Kontakte zu bekann-

ten Lehrern und Solisten, sie können an Meisterkursen

teilnehmen und werden nanziell unterstützt. Doch nicht

nur die Förderung der hochbegabten Musiker ist Anne-

Sophie Mutter ein Anliegen, auch die musikalische Früherziehung

in Kindergärten und Schulen ist der Trägerin

des Bundesverdienstkreuzes sehr wichtig.

Seit der Erönung des Festspielhaus Baden-Baden 1998 ist

Anne-Sophie Mutter eng mit dem größten Konzert- und

Opernhaus Deutschlands und der Stadt Baden-Baden

verbunden. Seit Jahren ist sie Mitglied im Kuratorium des

Anne-Sophie Mutter mit Nancy Zhou, die vom Freundeskreis der Anne-Sophie Mutter Stiftung gefördert und unterstützt wird.

40 LIVING & LIFE


ANNE-SOPHIE MUTTER

Festspielhaus Baden-Baden. Festspielhaus-Intendant Andreas

Mölich-Zebhauser: „Anne-Sophie Mutter gehört zu

den wichtigsten Künstlerinnen meines Programms. Sie

kam schon ganz früh in dieses Haus und erkannte sein Potenzial.

Es bedeutet für mich als Intendant sehr viel, dass

diese Ausnahme-Künstlerin auf unserer Seite steht und

uns auch immer ein Vorbild ist: ein Vorbild als Mensch

und ein Vorbild als Künstlerin. Anne-Sophie Mutter gehört

für mich zu den geradlinigsten Menschen, die ich

kenne. Was sie anfasst, macht sie richtig und nimmt es

wichtig. Sie hat uns viele wertvolle Anregungen gegeben –

nicht zuletzt für die Förderung junger Künstlerinnen und

Künstler sowie für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Anne-Sophie Mutter bezeichnete sich selbst neulich

als ein „Schwarzwaldmädel“ und das merkt man ihr an,

wenn sie hier ist. Ich habe den Eindruck, es ist immer ein

wenig ein „nach Hause kommen“. Für mich als Freund

der zeitgenössischen Musik ist Anne-Sophie Mutter auch

immer eine ermahnende Kollegin, diesen Programmbereich

nie aus den Augen zu lassen.“ Im folgenden Interview

spricht Anne-Sophie Mutter unter anderem über ihr

musikalisches Engagement für Kinder.

Was lernen Kinder über die Musik, durch das Hören und durch eigenes

Musizieren?

Anne-Sophie Mutter: Sie lernen, aufeinander einzugehen,

und sie lernen Konzentrationsfähigkeit. Man weiß,

dass Kinder, die früh Musikunterricht bekommen oder

ein Instrument erlernen, später in der Schule auch bessere

Noten schreiben. Durch gemeinsames Musizieren lernen

die Kinder, sich in einer Gruppe ein- oder unterzuordnen,

aber auch, wenn es nötig sein sollte, die Führung zu übernehmen.

Ich glaube, dass sehr viele seelische und emotionale

Bereiche durch die Musik abgedeckt werden. Die

Musik bietet Kindern die Möglichkeit, ihre Emotionen auszuleben,

sich selbst besser kennen und verstehen zu lernen.

Sie sind selber Mutter zweier Kinder, haben einen Sohn und eine Tochter,

die durch Sie natürlich mit Musik aufgewachsen sind. Worauf haben

Sie bei der musikalischen Erziehung Ihrer Kinder geachtet?

Mutter: Für mich war es sehr erstaunlich, wie wertfrei

Kinder urteilen und wie völlig unbelastet sie an zeitgenössische

Musik herangehen. Ich fand es immer wieder faszinierend,

dass meine Kinder, die von klein an mit Musik

aufgewachsen sind, diese als etwas besonders Spannendes

empfanden. Dass sie eben nicht diese Hemmschwelle gegenüber

zeitgenössischer Musik haben und auch nicht entwickelt

haben, die wir Erwachsene oft in uns tragen. Ich

habe sehr früh darauf Wert gelegt, dass sie die ganze Bandbreite

des Repertoires kennen lernen. Übrigens ist meine

Tochter nicht nur begeistert von klassischer Musik, sondern

jetzt auch großer Fan von Hip-Hop und Rap. Das ist eine

ganz normale Entwicklung. Ich bin deswegen auch gar

nicht beunruhigt, da Mozarts Werke im 18. Jahrhundert

auch als zeitgenössisch galten. Heute ist es nicht Mozarts

Musik, die angesagt ist, sondern Hip-Hop und Rap. Das

sind Ausdrucksformen der Teenagerjahre, und das ist sicherlich

auch ein ganz wichtiges Ventil für sie.

LIVING & LIFE 41


ANNE-SOPHIE MUTTER

Wenn es zu Hause einmal nicht um Musik geht, worum geht es dann?

Mutter: Es geht bei uns eigentlich nur ganz peripher um

Musik. Es geht um die Schule, Freunde, Freizeit und Interessen.

Das sind Themen, die eigentlich bei jeder Mahlzeit

durchgekaut werden. Ich nde es auch sehr wichtig,

dass man sich zu den drei Mahlzeiten am Tag trit. Dafür

stehe ich jeden Morgen ganz früh auf, auch wenn ich

erst spät nachts von einem Konzert zurückkomme, weil

ich es sehr wichtig nde, dass ich präsent bin. Besonders

weil ich einen Beruf habe, der mich um die ganze Welt

jagt oder vielmehr, von dem ich mich um die ganze Welt

jagen lasse. Gemeinsame Kulturreisen mit meinen Kindern

sind mir auch besonders wichtig. Das sind natürlich

im Rückblick Momente, die unglaublich eng zusammen-

schweißen, die man teilt und an denen man gegenseitig

wachsen kann.

Wie oen sind Sie für musikalische Bereiche, die außerhalb der Klassik

liegen?

Mutter: Wenn es gute Musik ist, Musik, die auch das Beherrschen

eines Instrumentes voraussetzt, wenn sie originelle

Texte beinhaltet, wenn sie wirklich noch Inspiration enthält

und nicht nur eine „Elektrogeburt“ darstellt, dann gibt

es sehr vieles, was ich sehr spannend nde und was einfach

wichtiger Ausdruck einer neuen Generation ist. Ich muss sagen,

zu meiner Zeit sind Songs von den Rolling Stones wie

„I can´t get no satisfaction“ von meiner Familie auch nicht

mit großer Begeisterung goutiert worden.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE BEATE SCHEIBE

WWW.ANNE-SOPHIE-MUTTER.DE

WWW.DEUTSCHEGRAMMOPHON.COM

WWW.FESTSPIELHAUS.DE

FESTSPIELHAUS BADEN-BADEN

Samstag, 28. Februar 2017, 18 Uhr

Anne-Sophie Mutter, Violine

Lambert rkis, Klavier

Recital mit Werken unter anderem

von Mozart, Ravel und Poulenc

Pngstmontag, . Juni 2017, 19 Uhr

Anne-Sophie Mutter und Mutter's Virtuosi

Daniil Trifonov, Klavier

Antonio Vivaldi „Die vier Jahreszeiten”

und andere Werke

42 LIVING & LIFE


RUBRIK

LIVING & LIFE 43


RUBRIK

Trap III, 20 1 2 cm, Formschmelze.

WOHIN

FÜHREN ALL DIE TREPPEN?

ARBEITEN DER DEUTSCH-SCHWEDISCHEN

KÜNSTLERIN ANN WOLFF

ohin führen sie, all diese Treppen, eingelassen

W in sanft schimmerndes Glas? Die Künstlerin

Ann Wol bleibt immer in Bewegung, auch mit 80 Jahren.

Intensiv widmet sie sich dem Thema Bewegung, sei

es einzelner Menschen oder auch Gruppen: Menschen,

die unterwegs sind. Sie formt Treppen aus Glas als ein

Sinnbild des Lebens an sich: ein Auf und ein Ab, positiv

wie negativ. Manche Stufen führen in die Zukunft, andere

kommen aus der Vergangenheit, von unten gehen wir

nach oben oder umgekehrt.

In der „Galerie B” in Sinzheim werden Skulpturen gezeigt,

die eine ganz neue architektonische Umsetzung

ihres Themas in „Treppen“ darstellen. Einige Arbeiten

aus der vorherigen Schaensphase, in der sie Menschen

und Menschengruppen in Glas formte, sind ebenfalls zu

sehen. Seit über 20 Jahren stellt die „Galerie B” Arbeiten

von Ann Wol aus und begleitet deren Entwicklung.

Ann Wol ist 1937 in Lübeck geboren, hat eine Ausbildung

an der Hochschule für Gestaltung in Ulm absolviert und

danach als Designerin in Schweden gearbeitet. Als eine der

44

LIVING & LIFE


ANN WOLFF

Ann Wol.

„King”, 20 cm, Formschmelze.

ersten hat sich Ann Wol seit den 1960er Jahren intensiv

mit Glas als künstlerischem Material beschäftigt und gilt

als Pionierin der „Studioglas-Bewegung“. Seitdem hat sie

die Faszination des Materials Glas nicht mehr losgelassen.

Sie ist beeindruckt von der Transparenz, der Schwere

und gleichzeitigen Leichtigkeit. Von 1993 bis 1998 lehrte

Ann Wol als Professorin an der Hochschule für Bildende

Künste in Hamburg. Die Künstlerin ist eine Wandlerin

zwischen den Welten und Sprachen und lebt heute in

Schweden.

Ihre Treppen sind in Glasblöcken „gefangen“, zwar sichtbar,

doch hinter Glas, einem grün oder bläulich schimmernden

Glas, wie unter Wasser. Als könne man sie herausmeißeln

und begehen, so stehen sie da, fest, sicher,

beruhigend und doch: eine Einladung zur Bewegung, zum

Betreten. Manche der Treppen sind skulptural aus dem

Glas geformt, andere wie versteckt unter Hauben. Eine

halbrunde Form ummantelt eine Treppe, die hineinführt

und wieder hinaus. Ann Wol spielt subtil mit Perspektiven

und Blickwinkeln. Alle Skulpturen wirken von jeder Seite

aus verschieden und müssen unbedingt umrundet werden.

Das schwedische Wort für Treppe heißt „trappa“, so wurden

Ann Wols Treppen zu „traps“, englisch für „Fallen“.

Auf der kleinen schwedischen Insel Furillen waren ihre

Treppen-Skulpturen bereits früher zu sehen und bildeten

einerseits einen spannenden Kontrast zu den verfallenen,

rostenden Fabrikgebäuden ehemaliger Kalksteinindustrie,

die wie vergessene Körper und nutzlose Skelette anmuten,

aber auch eine zarte Symbiose mit der Natur darstellen.

Jetzt werden diese Arbeiten erstmals in Deutschland ausgestellt.

Ihre symmetrischen Stufen verlaufen ins Nichts. Ähnlich

wie bei M.C. Escher, der seine Treppen als verwirrende

Illusion in die Ewigkeit laufen lässt, schat auch Ann Wol

mit ihren feinfühligen und doch teils imposanten Glasskulpturen

eine verwirrende Vielschichtigkeit. Treppen, die sich

selbst reektieren und das mit einer poetischen Funktion.

Ann Wol erhielt zahlreiche internationale Preise, darunter

1977 den bedeutenden Coburger Glaspreis, 1988 den Bayerischen

Staatspreis, 2005 den Jurypreis des Toledo Museum

of Art, 2008 den Award of Excellence der Smithsonian

Renwick Collection Washington, USA, 2011 den Europäischen

Kulturpreis der Stiftung „Pro Europa”, der erstmals

an eine Schwedin ging. Ihre Arbeiten waren weltweit bereits

in zahlreichen Einzelausstellungen zu sehen. Die schwedische

Königsfamilie besitzt mehrere Werke von ihr.

Ann Wols kraftvolle und zugleich sensible Skulpturen sind

mal gurative, mal abstrakte Meisterwerke aus farbigem

Glas und Transparenz. Gerade die jüngsten Arbeiten bestechen

durch Intensität. Man möchte auf diesen Treppen ein

Stück des Weges gehen, wohin auch immer er führen mag.

WWW.GALERIEB.DE

LIVING & LIFE 45


RUBRIK

Der stillgelegte Leisberg-Steinbruch oberhalb Baden-Badens.

DER LEISBERGER

EIN STEIN VON GANZ BESONDERER NATUR

46

LIVING & LIFE


RUBRIK

VON STEFAN TOLKSDORF

FOTOS: MONIKA ZEINDLER-EFLER

chon der Alte von Weimar fand das Höchste in der

S Tiefe. In seiner Abhandlung „Über den Granit”

schwärmt Goethe: „Ich fühle die ersten, festesten Anfänge

unsers Daseins, ich überschaue die Welt, ihre schroeren

und gelinderen Täler und ihre fernen fruchtbaren Weiden,

meine Seele wird über sich selbst und über alles erhaben

und sehnt sich nach dem nähern Himmel.“ Eine derart begeisterte

Apotheose des Steins aus dem Mund des Großdichters

mag seinen Teil dazu beigetragen haben, dass der

Volksmund nicht selten Granit nennt, was unter den strengen

Augen des Geologen kein echter Granit ist. Zum Beispiel

der „Leisberger Granit”, den man bis in die 60er Jahre

aus zwei nahe beieinander liegenden Steinbrüchen bei Geroldsau

sprengte. Ein Stein, der wie kein anderer das Antlitz

Baden-Badens prägte. So gewaltig waren dazumal die Detonationen,

dass das Dach des Kapellchens am Heschmattweg

regelmäßig ausgebessert und die Geroldsauer Straße bis zu

zweimal am Tag komplett gesperrt werden musste.

LIVING & LIFE 47


DER LEISBERGER

ÜBER DEN GRANIT SCHWÄRMT GOETHE:

„Ich fühle die ersten, festesten

Anfänge unsers Daseins, ich überschaue

die Welt, ihre schroeren

und gelinderen Täler und ihre

fernen fruchtbaren Weiden, meine

Seele wird über sich selbst und über

alles erhaben und sehnt sich nach

dem nähern Himmel”

Villa Stroh.

Repräsentative Großbauten im Stil

des deutschen Historismus, wie die

Villa Stroh unten, die Villa in der

Kaiser-Wilhelm-Straße oben und

der Vincentischule rechte Seite,

erhielten durch den Granit ihr edelrustikales

Erscheinungsbild.

48 LIVING & LIFE


RUBRIK

LIVING & LIFE 49


RUBRIK

Der Leisberger Granit prägt das Erscheinungsbild von Baden-Baden: das „Kindler-Haus“ in der Lange Straße.

50

LIVING & LIFE


DER LEISBERGER

Der rostrote Baustein war begehrt bei den Reichen an der

Oos. Repräsentative Großbauten im Stil des deutschen

Historismus wie das Schloss Solms, die Villen Sirius,

Stroh und Kann. Aber auch das Ludwig-Wilhelm-Stift

und die Vincentischule erhielten durch ihn ihr edel-rustikales

Erscheinungsbild. Doch wie gesagt: Ein lupenechter

Granit ist der „Leisberger” nicht. Unter „Rhyolith”

rmiert er in Geologenkreisen: Ein in seiner chemischen

Zusammensetzung dem Granit durchaus artverwandtes

vulkanisches Tiefengestein, mit feinkörnigen, grünen und

braunen Kristallen, so genannten Piniten, aus Quarz,

Feldspat und Biotit.

WIE ENTSTEHT SEINE „LEBENDIGE”

STRUKTUR?

Sinkt die Temperatur in einer Magmakammer unter einem

Vulkangebiet nur sehr langsam, bildet sich ein solch porphyrartiges

Gefüge. Ganz allmählich wachsen die relativ

großen Kristalle. Schießt bei einem Vulkanausbruch das

Magma indes in die Höhe, kühlt diese Masse im Vulkanschlot

oder nach Austritt rasch ab, wobei nur noch mikroskopisch

kleine Kristalle entstehen, welche die Grundmasse

des Gesteins bilden. So geschehen im Gebiet des heutigen

Oberrheingrabens vor etwa 340 Millionen Jahren. 170

Millionen Jahre lang blieb der rötliche Stein dann unter

einer bis zu 250 Meter dicken Ablagerungsschicht verborgen

und geriet erst „vor kurzem” – in der Zeit vor 50 und 25

Millionen Jahren – beim Einbruch des Oberrheingrabens

wieder an die Erdoberäche.

Auch Gesteine wandern, wenn auch auf unvorstellbar

langsame Weise. Irgendwann werden sie in ihrem unaufhaltsamen

Kreislauf wieder im Erdinnern eingeschmolzen

und transformiert. Einstweilen nden sie als Bausto

einer vergleichsweise jungen Spezies Verwendung – wenn

auch, in diesem Fall, für relativ kurze Zeit: Von Mitte des

19. Jahrhunderts bis in die 60er Jahre des vergangenen

Jahrhunderts war der Leisberger in Baden-Baden gefragt.

Dann waren die zwei Steinbrüche zwischen Lichtental und

Geroldsau weitgehend erschöpft.

Haus Baden.

Heute wird am Leisberg nur noch ausnahmsweise „Porphyr”

gebrochen, letztmalig vom Bauunternehmer Martin

Dietrich, der die Chance bekam, aus dem aufgegebenen

Steinbruch zu Sanierungszwecken Steine zu brechen.

Zwischen 2012 und 2014 führte er die zuvor als Halbleiterwerkstatt

dienende Villa Stroh wieder ihrem früheren

Zweck als Wohnbau zu und schloss die entstandenen Lücken

in der Fassade mit zwei Kubikmetern original Leisberger.

Für die heutige Fassadengestaltung sei ein solcher Naturstein

zu kostspielig, weiß der Fachmann. Zwar nähme er

sich sehr schmuck aus, sei aber nicht unbedingt ein idealer

Lärmschutz. Überdies lässt sich der Leisberger aufgrund

seiner Härte nur schwer bearbeiten und fand deshalb be-

LIVING & LIFE 51


DER LEISBERGER

vorzugt als Bossenstein Verwendung. Steinbildhauer Walter

Grimm lebt und arbeitet in Sichtweite einer der zwei

Steinbrüche. Schwelle und Eingang seines Hauses bestehen

– natürlich – aus „Leisberger Granit”. Skulpturen oder

Grabsteine aus diesem Material zu fertigen, käme dem gelernten

Steinmetz hingegen nicht in den Sinn. Die besäßen

eine für seinen Geschmack zu grobe Anmutung.

Die Geschmäcker ändern sich. Dem jungen hessischen

Fürsten Georg zu Solms-Braunfels war der Leisberger gerade

recht, um seiner „Ritterburg” auf dem Friesenberg ein

feudales Gepränge zu verleihen. Sicher war auch die kurze

Distanz zum Steinbruch ein Argument. Die größte aller

Baden-Badener Villen prunkt in hellem Rostrot. Schon

zu Lebzeiten des Erbauers kam ihr altdeutscher Stil außer

Mode. Der Fürst hielt sich nur selten auf seiner „Burg” auf

und auch seine Witwe, eine Italienerin mit dem klangvollen

Namen Donna Emanuela Gallone dei Principi di Tricase

Moliterno, wurde mit dem steinernen „Drachen” nicht

recht warm.

Dass vor vier Jahren Teile des Torturms auf den Zufahrtsweg

stürzten, hat indes nichts mit dem Leisberger

zu tun, vielmehr mit dem Hausschwamm und mit morschen

Balken.

Am rostroten „Granit” beißt man sich noch weitere hundert

Jahre die Zähne aus. Doch „schneidig” ist er, und er

prägt ganz selbstverständlich das Erscheinungsbild einer

Stadt, in der sich Vergangenheit und Gegenwart, Naturstein

und Beton ganz selbstverständlich die Hände reichen.

Schloss Solms.

52 LIVING & LIFE


RUBRIK

DIE

BÄREN

SIND

LOS

VON PIA HART

FOTOS: MICHAEL BODE

ie kleine Juliette streckt ihre Arme hoch über den

D Kopf und ruft in ihrer unverkennbaren Kleinkinderstimme:

„Arm. Bitte.“ Lachend nimmt Christina Meyhack

die Zweijährige auf den Schoß, während die anderen sechs

Kinder weiterhin der spannenden Geschichte lauschen.

Was wie ein ganz normaler Morgen in einer Kinderkrippe

klingt, stellt hier, bei den „Glücksbären“ in der Lichtentaler

Straße, eine Seltenheit in der Kurstadt dar. Denn

das Projekt, das oziell als „TigeR“ bezeichnet wird und

für „Tagespege in anderen geeigneten Räumen“ steht,

wurde 2013 von der Firma „Immobilien Regional AG“

ins Leben gerufen.

54 LIVING & LIFE


RUBRIK

GLÜCKSBÄREN

ATMOSPHÄRE

VON DER FREUDE DER KINDHEIT UND JUGEND

ERNÄHRT SICH UNSER GANZES LEBEN

OTTO ERNST 1862–1926

LIVING & LIFE

55


RUBRIK

„Wichtig ist uns, dass wir

alle zusammen essen und so

lange gemeinsam sitzen bleiben,

bis jeder aufgegessen hat“

Inhaber Martin Ernst und seine Tochter Julia Ernst-

Hausmann möchten mit den „Glücksbären“ ihren Mitarbeiterinnen

die Sicherheit geben, nach der Geburt

auf eine qualizierte Kinderbetreuung in unmittelbarer

Nähe zum Arbeitsplatz zurückgreifen zu können. Und

somit benden sich die Räume der Einrichtung, in denen

Kinder von drei Monaten bis drei Jahren von bis zu

drei Tagesmüttern betreut werden, idealerweise direkt im

zweiten Obergeschoss des Hauses. In enger Abstimmung

zwischen Julia Ernst-Hausmann und Christina Meyhack

ist die Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung kindgerecht umgebaut

und gestaltet worden: Neben einem Kreativraum,

dem bunten Bällebad und Podesten, unter denen sich die

ausziehbaren Bettchen für den Mittagsschlaf verstecken,

erwartet den Nachwuchs auch eine Kinderküche sowie

die obligatorische Spiel- und Bauecke. Und die Figuren

aus dem „Dschungelbuch“ schlängeln sich lebensecht an

den Wänden entlang.

Ausüge auf den Marktplatz, in die Allee und die Spielplätze

rund ums Kurhaus stehen natürlich auch auf dem

täglichen Programm, zudem wird hier jeden Mittag von

den Tagesmüttern frisch und hochwertig gekocht. Jede

Menge Obst und Vesper-Schnitten für die Zwerge runden

das umfangreiche Angebot ab. „Wichtig ist uns, dass

wir alle zusammen essen und so lange gemeinsam sitzen

bleiben, bis jeder aufgegessen hat“, erklärt Meyhack. „Das

verstehen auch jüngere Kinder ganz schnell.“

FLEXIBLE BETREUUNGSZEITEN

Die Betreuungszeiten sind frei wählbar, orientieren sich

aber im Grunde an den Arbeitszeiten des Immobilienbüros.

Zwischen 7.30 Uhr und 17.30 Uhr können bis zu

sieben Kinder gleichzeitig betreut werden. Da aber nicht

alle Eltern die Vollzeitbetreuung in Anspruch nehmen,

sind derzeit zehn Kleinkinder angemeldet, die sich die

Betreuungsstunden teilen. In Planung ist derzeit, die Betreuung

auch auf die Abendstunden und den Samstag

auszudehnen.

Werden nicht alle vorhandenen Plätze von den „Immobilien

Regional AG“-Mitarbeiterinnen genutzt, können externe

Kinder bei den „Glücksbären“ aufgenommen werden.

56 LIVING & LIFE


Ein regionaler Partner fürs ganze Gebäudeleben



Ist ein mittelständisches, regionales Unternehmen mit einer 148 jährigen Firmengeschichte in Baden-Baden.

Mit 253 Mitarbeitern, einem Standort in Karlsruhe, sowie unserer jahrelangen und großen technischen

Kompetenz und unseren umfangreichen Dienstleistungen sind wir für Ihre Objekte bei Neubau, Sanierung,

Modernisierung und Planung die richtigen Ansprechpartner.

UNSERE LEISTUNGEN FÜR SIE:


Heizung / Sanitär / Lüftungs- / Kältetechnik / Elektro - MSR


Kessel- & Badsanierung





+49 7221 689-0


WIR ERWECKEN UND HALTEN IHRE IMMOBILIE AM LEBEN.

GA-tec Gebäude- und Anlagentechnik GmbH

Im Metzenacker 5 76532 Baden-Baden

Telefon +49 7221 689-0 Telefax +49 7221 689-21


INTERVIEW

ERNST ERNST

UND

58 LIVING & LIFE


INTERVIEW MIT DEM FIRMENCHEF DER IMMOBILIEN REGIONAL AG MARTIN ERNST

UND SEINER TOCHTER JULIA ERNST-HAUSMANN ÜBER DIE LEBENSQUALITÄT

IN BADEN-BADEN, DIE BESTE SUCHE NACH IMMOBILIEN, DAS ANGEBOT FÜR JUNGE

FAMILIEN UND AUSLÄNDISCHE KUNDEN

LIVING & LIFE 59


INTERVIEW

Martin Ernst: Wobei die Cité, wo

einst die französischen Streitkräfte

waren, sich inzwischen zu einem

Viertel mit vielen jungen Familien

entwickelt hat. Das ist noch nicht genug,

aber in der Cité leben immerhin

inzwischen rund 5.000 Menschen.

Wir brauchen wieder mehr Kitas und

Kindergärten und Baden-Baden ist

eigentlich wesentlich jünger als das

Image.

Warum ist Baden-Baden ein so beliebter

Standort – auch bei der Nachfrage nach Immobilien?

Martin Ernst: Baden-Baden hatte

das große Glück, dass es zwischen

1880 und 1910 von Vater und Sohn

Bénazet zu großen Teilen so angelegt

und geprägt wurde, wie wir es heute

kennen. Die Crème de la Crème der

damaligen Zeiten waren die Adelshäuser

Europas. Die Bénazets verstanden

es, diesen Herrschaften das

zu bieten, was sie sich wünschten. So

wurden das Theater in Baden-Baden,

die Lichtentaler Allee, die Spielbank

und die Iezheimer Rennbahn angelegt.

Die Entwicklung der Stadt war

beispielhaft. Genau dies empnden

auch die Besucher unserer Stadt heute

noch und fühlen sich deswegen automatisch

wohl ...

Julia Ernst-Hausmann: ... nicht zu

vergessen die einzigartige Lage am

Rande des Schwarzwaldes und die

Nähe zum Elsass. Baden-Baden ist

sehr grün und bietet für die Größe der

Stadt unglaublich viel Kultur, vom

Festspielhaus bis zum international

beachteten Museum Frieder Burda.

Was zeichnet ein gutes Immobilienunternehmen

aus?

Martin Ernst: Die gelebte Dienstleistung

durch alle Hierarchien.

Fehlt es in Baden-Baden an Wohnraum für

junge Familien?

Julia Ernst-Hausmann: Da wurde

vieles über Jahre vernachlässigt. Das

gilt für den Großteil von Baden-Baden.

Heute müssen oftmals beide Elternteile

arbeiten und trotzdem bleibt

nach Abzug der laufenden Lebenshaltungskosten

oft nur wenig übrig. Leider

stehen die jungen Leute nach wie

vor zu wenig im Fokus der Stadtplaner.

Der Blick auf die jüngere Generation

macht eine Stadt erst attraktiv

und zukunftsfähig. Wir brauchen familienfreundliche

Angebote.

Was raten Sie einem Interessenten, der ein

Haus in Baden-Baden erwerben will?

Martin Ernst: Wichtig ist es, sich einen

Überblick über den Immobilienmarkt

zu verschaen, damit man ein

eigenes Gefühl dafür bekommt, was

man für seine in Gedanken existierende

Wunschimmobilie bezahlen muss.

Diesen Marktüberblick haben Einzelkämpfer

nur selten. Der Kaunteressent

sollte zu einem der Marktführer

gehen und bei dem bleiben, bei dem

er das beste Bauchgefühl hat.

Julia Ernst-Hausmann: Es ist in

jedem Fall besser, einen ortskundigen

Fachmann zu Rate zu ziehen. Das

macht sich am Ende bezahlt.

Wie wird sich Baden-Baden in den nächsten

Jahren entwickeln?

Martin Ernst: Das Museum Frieder

Burda und das Festspielhaus sind visionäre

Bauten und Entwicklungen in

unserer Generation, die Baden-Baden

ein vollkommen neues Kulturimage

verschat haben. Baden-Baden wird

bei Kultur und Natur bei den Besuchern

und Gästen punkten. Je älter

man wird, umso mehr schätzt man

diese Komponenten und freut sich

darauf, wenn man dies Jahr für Jahr

wieder erleben kann.

Wie sehen Sie Baden-Baden als künftiges

Tourismus- und Tagungsziel?

Julia Ernst-Hausmann: Seit langem

trit sich hier beispielsweise die

60 LIVING & LIFE


ERNST & ERNST

Rückversicherungsbranche einmal

im Jahr, um die Policen für die weltweiten

Katastrophen wie Hurrikans,

Erdbeben und so weiter auszuhandeln.

Diese Manager lieben die Stadt

wegen der kurzen Wege. Man ist zu

Fuß in wenigen Minuten bei jeder Besprechung.

Quasi eine ganze Stadt als

Konferenzzentrum. Baden-Baden ist

ein Sehnsuchtsort zum Wohnen und

zum Regenerieren. Der Schwarzwald

mit seinen ausgezeichneten Möglichkeiten

in Sachen Essen und Trinken,

die Städte Basel, Straßburg, Frankfurt

und Stuttgart liegen jeweils in

Fahrdistanz von einer guten Stunde.

Der Europa-Park in Rust als Besuchsmagnet

für Familien ist 45 Minuten

entfernt. Baden-Baden ist auf dem

besten Weg, das Image eines Platzes

nur für die ältere Generation abzulegen.

Es muss ein Mix aus allen Interessen

sein.

Aus welchen Ländern kommen außerhalb von

Deutschland die meisten Immobilienkäufer in

Baden-Baden?

Martin Ernst: Im Jahre 2005 verkauften

wir die erste bedeutende Immobilie

in der Kaiser-Wilhelm-Straße

an einen Käufer aus den ehemaligen

sowjetischen Staaten. Danach setzte

ein richtiger Boom ein, der allerdings

mit der politischen Abkühlung

zwischen Vladimir Putin und Angela

Merkel ein Ende fand. Das Interesse

aus diesen Staaten ist ziemlich abgekühlt.

Vereinzelt gibt es Käufer aus

Frankreich, alle anderen europäischen

Länder sind auf einem sehr

niedrigen einstelligen Wert.

Sie treen viele ausländische Besucher. Was

schätzen diese besonders an Baden-Baden?

Julia Ernst-Hausmann: Den sehr

hohen Wohnwert und die absolute

Ruhe in der Stadt. Es ist die Möglichkeit,

sich zurückzuziehen, das grüne

Baden-Baden – Sehnsuchtsort zum

Wohnen und Regenerieren

Baden-Baden und die Kultur zu genießen.

Die Lichtentaler Allee ist auf

ihre Weise weltweit einzigartig. Die

Oos ießt mitten durch die Stadt. Wo

gibt es schon eine Stadt, in die man

mit ein oder zwei Ampeln vom Flughafen

her kommt und die keine Staus

hat? Geschätzt werden auch die kurzen

Wege und nicht zu vergessen: das

hohe Maß an Sicherheit.

Was gefällt Ihnen persönlich besonders gut in

Baden-Baden?

Martin Ernst: Baden-Baden ist heute

meine Heimat, hier sind meine drei

Töchter geboren, hier leben meine

Freunde. Hier wünsche ich mir noch

möglichst viele Jahre, am liebsten

Jahrzehnte, an Lebensqualität und

Gesundheit.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE HORST KOPPELSTÄTTER

LIVING & LIFE

61


ERNST & ERNST

IMMOBILIEN REGIONAL AG

Das 1986 als Immobilien Regional GmbH gegründete Unternehmen

startete als Kooperationspartner der Bausparkasse

Schwäbisch Hall. Nur ein Jahr später löste sich diese Verbindung

und der Weg in die selbstständige Maklertätigkeit war

geebnet. Darüber hinaus begann das Unternehmen mit der

Tätigkeit im Bereich der Hausverwaltung. 1993 wurde die

GmbH in die Immobilien Regional AG umgewandelt.

28 Jahre war die Immobilien Regional AG als eines der führenden

Immobilienunternehmen der Region im Goldenen

Kreuz in Baden-Baden ansässig, bevor es 2014 seine neuen

Geschäftsräume einige Häuser weiter in der Lichtentaler

Straße 33 bezog. Den Kauf und Verkauf von Wohn- und Geschäftsimmobilien

wickelt die Immobilien Regional AG ausschließlich

in der Region Mittelbaden ab – insbesondere in

Baden-Baden, Bühl, Rastatt, Gernsbach und Gaggenau. Hier

werden Grundstücke, Appartements, Wohnungen, Ein- und

Mehrfamilienhäuser, Villen, Anwesen und Schlösser sowie

Sonder- und Gewerbeimmobilien vermittelt.

MAKLER

Mit 30 Jahren Berufserfahrung gehört die Immobilien Regional

AG zu den renommiertesten Immobilienspezialisten

in der Region. Entscheidende Vorteile sind der hohe Erfahrungsschatz,

die Zuverlässigkeit und die Kompetenz in der

Beurteilung sowie eine diskrete, engagierte und persönliche

Betreuung mit Transparenz und Offenheit. „Immobilienkauf

ist Vertrauenssache“ – hinter dieser Binsenweisheit

steckt mehr als nur ein Körnchen Wahrheit.

OBJEKTMANAGER

Die Betreuung von Wohnungseigentümergemeinschaften,

Sondereigentumsverwaltung, Mietverwaltung und die

Verwaltung von Gewerbeimmobilien erfolgt bei der Immobilien

Regional AG durch qualifizierte Teams. So sind

pro Team drei bis vier Mitarbeiter eingesetzt, die auch bei

Krankheit oder in Urlaubszeiten ein lückenloses Arbeiten

ermöglichen. Außerdem wird großen Wert auf eine optimale

Ausbildung des Nachwuchses gelegt, der von Anfang

an mit den Objekten, dem Verwaltungsbeirat und der ständig

auf dem neuesten Stand gehaltenen Software vertraut

gemacht und in die Abläufe eingebunden wird.

Neben Werterhaltung, Wertsteigerung und Weiterentwicklung

der technischen, energetischen sowie architektonischen

Substanzen von Gebäuden, die unter anderem

durch das Objektmanagement gewährleistet ist, hat die

Immobilien Regional AG auch eine möglichst kostengünstige

Verwaltung im Fokus. Über die rund 3.000 verwalteten

Wohneinheiten ist die Immobilien Regional AG in der

Lage, erstklassige Konditionen durch Verhandlungen mit

Banken, Versicherungen und weiteren Firmen zu erzielen.

WWW.IR-AG.EU

62 LIVING & LIFE


Wohlfühlen

ist einfach.

Wenn man einen Immobilienpartner

hat, der von Anfang

bis Eigentum an alles

denkt.

www.spk-rastatt-gernsbach.de


RUBRIK

64

LIVING & LIFE

Der Forschungspavillon auf dem Campus der Uni Stuttgart, der erstmals industrielle Nähtechniken

für Holzkonstruktionen einsetzt, wurde im April 201 fertiggestellt.


RUBRIK

VON DER NATUR LERNEN

PROFESSOR ACHIM MENGES SCHAFFT

SPEKTAKULÄRE BAUWERKE AUS HEIMISCHEM HOLZ

LIVING & LIFE 65


RUBRIK

66

LIVING & LIFE


ARCHITEKTUR

Forstpavillon Landesgartenschau Schwäbisch Gmünd links und unten.

VON HORST KOPPELSTÄTTER

Die Holzplattenkonstruktion

des Forstpavillons links

basiert auf konstruktiven

Prinzipien des Plattenskeletts

des Sand Dollar oben.

A

chim Menges lehrt als Professor

an der Universität Stuttgart

Architektur und gilt als einer der

innovativsten Architekten in Europa.

Menges holt sich viele Anregungen

aus der Natur: Er ahmt die Bauweise

von Wasserspinnen nach oder verwendet

Erkenntnisse von Hummern,

Seeigeln oder Käfern. Achim Menges

ist mit vielen Preisen ausgezeichnet

worden, unter anderem mit dem

Kunstpreis der Berliner Akademie

der Künste. In Baden-Württemberg

sorgte Menges zuletzt durch seinen

futuristischen Holzpavillon auf der

Landesgartenschau in Schwäbisch

Gmünd 2014 für Aufsehen.

Dieser Forstpavillon ist ein Demonstrationsbau,

der neue Methoden der

digitalen Planung und robotischen

Fertigung von Holzleichtbaukonstruktionen

erforscht und vorstellt.

„Robotik im Holzbau“ war das Stichwort.

Es handelt es sich um das erste

Gebäude, dessen Schalentragwerk

aus Buchenplatten vollständig mit

Robotern gefertigt wurde. Die neuartige

Holzplattenbauweise ist zugleich

eine innovative Architektur und eine

ausgesprochen leistungsfähige, ressourcenschonende

Schalenkonstruktion

mit einer Materialstärke von gerade

einmal 50 Millimetern.

Achim Menges: „Im Vergleich zu

technischen Konstruktionen besitzen

natürliche Konstruktionen in der

Tier- und Panzenwelt in der Regel

wesentlich komplexere Formen und

Strukturen. Aus der Natur lassen sich

daher oft wirksame Prinzipien ableiten,

die in die Gestaltung technischer

Systeme übertragen werden können.

Dabei entstehen nicht nur leistungsfähige

und ressourcenschonende

Holzbaukonstruktionen, sondern

auch eine neuartige, ausdrucksstarke

Architektur.“

Noch eine andere geniale Beobachtung

in der Natur: Der Fichten-Zapfen

schließt und önet sich je nach

Feuchtigkeit. Menges baute ein spektakuläres

Wabenobjekt mit dem Titel

„HygroScope“, das genau nach diesem

Prinzip funktioniert. Das weltberühmte

Museum für Zeitgenössische

Kunst Centre Pompidou in Paris hat

dieses Kunstwerk bereits im Jahr

2012 in seine ständige Sammlung

aufgenommen.

LIVING & LIFE

67


ACHIM MENGES

„LIVING&LIFE“ SPRACH MIT PROFESSOR

ACHIM MENGES ÜBER SEINE ARBEIT UND IDEEN

Was können wir von den Baumeistern der Natur, den Tieren und Panzen, für unser Bauen lernen?

Achim Menges: Wir versuchen die Prinzipien von biologischen Konstruktionen zu

verstehen und diese in die Architektur zu übertragen. Zum Beispiel beobachten wir

in der Natur oft, dass komplexe Formen zu sehr ezienten Strukturen führen. Ein

„Mehr“ an Form erlaubt hier ein „Weniger“ an Material.

Was fasziniert Sie am Material Holz und weshalb ist der Robotereinsatz so wichtig für den Erfolg?

Menges: Holz an sich ist schon ein großartiger und besonders nachhaltiger Werksto.

Wenn wir die Vorteile des Holzes – übrigens eines der ältesten Baumaterialien,

die wir haben – mit den Möglichkeiten modernster Fertigungstechnologien und

aus der Biologie abgeleiteten Entwurfsansätzen verbinden, können ganz neuartige

Konstruktionen entstehen. Diese sind nicht nur architektonisch innovativ, sondern

zugleich auch besonders leistungsfähig und materialsparend.

Arbeiten Sie überwiegend mit heimischem Holz?

Menges: In unserer Arbeit versuchen wir zwei regionale Besonderheiten zu verbinden:

zum einen die Verwendung möglichst heimischer Hölzer, beispielsweise aus

dem Schwarzwald, der einzigen im Südwesten vorkommenden natürlichen Ressource,

und zum anderen die neuesten Erkenntnisse aus der Forschung und Technik

am Hochtechnologie-Standort Baden-Württemberg.

Können Sie uns das Prinzip des von Ihnen geschaenen bjektes HygroScope kurz erklären?

Menges: Das Objekt HygroScope, das zur ständigen Sammlung des Centre Pompidou

in Paris gehört, funktioniert wie ein Fichtenzapfen: In Abhängigkeit von der Luftfeuchte

önet und schließt es sich vollkommen selbsttätig. Diese Bewegung entsteht

aus dem spezischen Aufbau von Furnierverbundelementen. Dafür werden keine zusätzlichen

technischen Systeme eingesetzt und auch keine Betriebsenergie verbraucht.

Die eigentlich ganz einfachen Furnierverbundelemente sind zugleich Sensor, Motor

und Bauteil. Hier funktioniert das Holz also als Maschine.

Für welche Gebäude und welche Aufgabenstellung ist Ihre Art der Architektur besonders geeignet?

Menges: Im ersten Schritt bieten sich viele Aufgabenstellungen an, in denen unsere

Architektur bereits heute Vorteile aufweist. Zum Beispiel sind unsere Holzschalenkonstruktionen

sehr leistungsfähige Leichtbausysteme. Sie bieten die Möglichkeit,

bestehende Gebäude aufzustocken, auch wenn deren Fundamente nur geringe

Mehrlasten aufnehmen können. So können in innerstädtischen Ballungszentren

dringend benötigte neue Räume nachhaltig und architektonisch wertvoll erschlossen

werden.

Was würden Sie gerne mal in Baden-Baden bauen?

Menges: Ein hochinnovatives, innerstädtisches Bauwerk, das sich in die historische

Stadtstruktur einpasst, neue Möglichkeiten im Umgang mit dem Bestand aufzeigt

und zugleich die Zukunft des Holzbaus verkörpert, wäre für Baden-Baden ganz

sicher ein Gewinn und ein Projekt von großer Strahlkraft, auch weit über die Stadtgrenzen

hinaus. Wo, wenn nicht hier, in der waldreichsten Stadt Deutschlands?

Die Funktionsweise der

Installation HygroScope ist

von der Bewegung des Fichtenzapfens

abgeleitet.

DAS GESPRÄCH FÜHRTE HORST KOPPELSTÄTTER

68 LIVING & LIFE


Der „HygroSkin“

Pavillon FRAC

Centre, rleans

önet und schliesst

sich mit dem Wetter,

ohne dafür Elektronik,

Mechanik oder

Betriebsenergie zu

benötigen.

HYGROSCOPE

2012, CENTRE POMPIDOU, PARIS

LIVING & LIFE

69


ARCHITEKTUR

Die Leichtbaukonstruktion des Forschungspavillons

besteht aus nur sechs Millimeter

starken Platten und konnte aus gerade einmal

zwei Kubikmetern Holz realisiert werden.

PROFESSOR ACHIM MENGES

geboren 1975, ist Architekt und Professor an

der Universität Stuttgart, wo er das von ihm

neu gegründete Institut für Computerbasiertes

Entwerfen (ICD) seit 2008 leitet. Seit 2009 ist

Achim Menges ebenfalls Gastprofessor an der

Harvard Universität in Cambridge, USA.

Achim Menges hat an der Architectural Association in London diplomiert.

Dort lehrte und forschte er von 2002 bis 2009 als Studio Master

des Emergent Technology and Design Programms und von 2003

bis 2006 ebenfalls als Unit Master der Diploma Unit 4. Von 2005 bis

2008 war er Professor für Formgenerierung und Materialisierung im

Fachbereich Produktgestaltung an der HfG Offenbach.

Die Praxis und Forschung von Achim Menges untersucht integrale,

computerbasierte Entwurfsmethoden an der Schnittstelle von Architektur,

computerbasiertem Entwerfen, robotischer Fertigung und

Biomimetik. Achim Menges ist Autor einer Vielzahl wissenschaftlicher

Publikationen und Bücher. Seine Forschungsarbeiten und

Projekte wurden bisher in mehr als 50 Ländern veröffentlicht, mit

mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet, vielfach international

ausgestellt und bilden Teil der ständigen Sammlung mehrerer renommierter

Museen, so zum Beispiel des Centre Pompidou in Paris.

70 LIVING & LIFE


MEDIA


WWW.KOPPELSTAETTER-MEDIA.DE

BADEN-BADEN

KOMMUNIKATION I STRATEGIE I CORPORATE PUBLISHING


MENSCHEN

EIN HAUCH VON BOSSA NOVA

PALÁCIO TANGARÁ SÃO PAULO

F

rank Marrenbach bringt es auf den

Punkt: „Baden-Baden ist zu jeder Jahreszeit

fantastisch, die Stadt verfügt über ein

erstklassiges Kulturangebot und die Lichtentaler

Allee ist der grüne Salon.“ Frank Marrenbach

muss es wissen. Seit vielen Jahren ist

er Chef des legendären Brenners Park-Hotel

und inzwischen leitet Marrenbach die Hotelgruppe

„Oetker Collection“ und ist ständig

in aller Welt unterwegs. Frank Marrenbach

wurde 2016 zum Hotelier des Jahres gewählt. Gerade

kehrt er aus São Paulo zurück und lacht: „Es ist auch unglaublich

schön, wieder nach Baden-Baden zurückzukehren.“

Jüngster Zuwachs der neun Luxushotels der Oetker

Collection ist das Hotel Palácio Tangará in São Paulo. Es

soll noch im ersten Halbjahr 2017 seine Tore

für die Gäste önen. Ein spektakuläres Hotel

mitten im Zentrum der brasilianischen Metropole,

versteckt in der üppigen grünen Natur

des Burle Marx Park. Der neue Hotelpalast

lockt mit zeitgenössischem Luxus, einer

hochmodernen Spa-Anlage und der Küche

von Starkoch Jean-Georges Vongerichten.

Das neue Luxushotel knüpft an die Glanzzeiten

eines einstigen Privatpalastes an dieser

Stelle in den 40er und 50er Jahren an. Damals entwickelte

sich São Paulo zu einer hochmodernen Metropole,

umweht von den beschwingten Klängen des Bossa Nova.

Heute ist São Paulo mit mehr als 23 Millionen Einwohnern

das Wirtschaftszentrum Nummer eins in Südamerika.

72 LIVING & LIFE


ARCHITEKTUR. LEBEN.

Unsere Visionen verbinden technische, wirtschaftliche,

soziologische und ästhetische Faktoren und schaffen

eine direkte Verbindung zwischen Mensch und

Architektur. Wir planen und realisieren Ihre

Bauvorhaben im privaten, öffentlichen und

gewerblichen Raum und schaffen

eine lebenswerte Umwelt.

ARCHITEKTURBÜRO MÜLLER + HUBER, RAIFFEISENSTRASSE 9, 77704 OBERKIRCH

T. +49 (0) 7802 70 44 - 0 M. INFO@ARCHITEKTUR-BUERO.DE WWW.ARCHITEKTUR-BUERO.DE

DIENSTLEISTUNG +VERWALTUNG ÖFFENTLICHES LEBEN HANDEL WOHNEN


NATALIE

NATALIE LUMPP

ERHIELT FÜR „GRILL DEN HENSSLER“ DEN PUBLIKUMSBAMBI

74 LIVING & LIFE


NATALIE LUMPP

KOCHEN.

LIEBE.WEIN.

DIE BADEN-BADENER WEIN- UND GASTROEXPERTIN

GENIESST EINE SEHR HOHE BELIEBTHEIT

VON HORST KOPPELSTÄTTER

ochen. Liebe. Wein. Was will man mehr? Kurz

K und mit einem herzlichen Lachen kommt die

Antwort der Baden-Badener Wein- und Gastroexpertin

Natalie Lumpp auf die Frage, was denn ihre Projekte für

2017 seien. Zusammen mit Food-Bloggerin Kerstin Getto

wird sie genau zu diesem Titel „Kochen. Liebe. Wein.“

ein neues Buch herausbringen.

Natalie Lumpp steckt ihre Nase einfach unglaublich gerne

ins Glas, sie gehört seit vielen Jahren zu Deutschlands

führenden Weinexpertinnen und man sagt ihr den siebten

Sinn für Weine und für den „feinen Unterschied“ nach.

Sie riecht und schmeckt die guten Weine, kennt ihre Nuancen

und: sie kann darüber spannend, herzerfrischend

ehrlich und bezaubernd berichten. Wer vermag schon die

Geschmacksnoten der Weine so verständlich wie vielfältig

zu beschreiben? Selbst der Altmeister unter den Zeichnern,

Tomi Ungerer, ist ihrem Charme verfallen und illustrierte

ihr Büchlein „Wein und mehr …“ mit hinreißenden

Zeichnungen.

Unterhaltsam bringt die gebürtige

Freiburgerin ihr Wissen rüber. Ihre

Begeisterung für das edle Getränk

überträgt sich sofort auf die Zuhörer.

Richtig bekannt geworden ist

Natalie Lumpp als Jurorin in der

TV-Sendung „Grill den Henssler“ bei VOX. Sie mag die

Promis und die Promis mögen Natalie Lumpp. Reiner

Calmund ist ein Freund geworden: „Ich habe eine Menge

von Calli gelernt“, sagt Natalie Lumpp und fügt hinzu,

beim Fußball natürlich … Und die hübsche Sommelière,

die mit ihrem Mann und Sohn Jonas am Rand von

Baden-Baden im Grünen lebt, ist immer bodenständig

geblieben.

Als freie Weinberaterin, Autorin und Moderatorin ist sie

auf vielen Bühnen präsent. Auch bei der beliebten TV-

Show „Quizhelden im Südwesten“ im SWR ist sie von

Anfang an als für ihre erfrischende Herzlichkeit bekannte

Jurorin dabei. Weinproben mit Natalie Lumpp gibt es auf

dem Schi oder bei Festveranstaltungen. Auf Zypern begeisterte

sie kürzlich beim großen Gourmetgipfel mit den

besten Köchen Deutschlands, mit Drei-Sterne-Koch Harald

Wohlfahrt sucht sie die Weine in der Dinner-Show

Palazzo aus und beim berühmten Rheingau Gourmetfestival

ist sie Moderatorin.

Die quirlige Baden-Württembergerin ist aus der deutschen

Weinbranche nicht mehr wegzudenken. Charmant

überzeugt sie mit ihren Fähigkeiten. Sie gehört zu den

ganz Großen der deutschen Weinszene. Als Sommelière

arbeitete sie in renommierten badischen Spitzenbetrieben,

angefangen bei der Traube Tonbach über das Hotel

Bareiss bis hin zum Schlosshotel Bühlerhöhe.

Ob Boris Becker, Plácido Domingo

oder Nelson Mandela – viele internationale

Stars haben sich von ihr schon

edle Tropfen kredenzen lassen. Früh

wurde die Fachpresse auf die sympathische

Badenerin aufmerksam, die

schon den Titel „Bester Sommelier

Deutschlands“ erhielt. Kürzlich wurde ihr die „Schweizer

Silberlorbeeren Medaille” für das Buch „Essen und Wein”

verliehen. Absolutes Highlight ihrer Karriere bisher: Sie

erhielt für „Grill den Henssler“ den Publikumsbambi. „Das

hätte ich mir nie zu träumen gewagt“, lacht Natalie Lumpp

und ist schon auf dem Sprung in Richtung Hamburg, wo

die nächste Moderation wartet.

WWW.NATALIE-LUMPP.DE

LIVING & LIFE 75


TIPPS

VON NATALIE LUMPP

RESTAURANTS IN BADEN-BADEN

Le Jardin de France

TAPASBAR

MONTE CHRISTO

Als großer Liebhaber von Spanien tue ich mich mit den

Tapasbars in Deutschland eher schwer, da sie nur selten

den Originalen entsprechen. Eine große Ausnahme ist

die Monte Christo Bar von Andreas Oster. Schon das

Interieur mit den alten klassischen Kacheln an den Wänden

versetzt Sie in den warmen Süden. Die Gerichte, wie

„Mejillones en escabeche“ oder „Galtas de cerdo al Rioja“

und „Tarta de Santiago“, bekommen Sie auch in San

Sebastián nicht besser zubereitet. Die excellente Weinkarte

mit den spanischen Kredenzen passt dazu wie das

„i-Tüpfelchen“.

WWW.MONTE-CHRISTO-BADEN-BADEN.DE

Was wäre Baden-Baden ohne das passende

Gourmet-Restaurant? Wie der Name schon

verrät, erwartet Sie eine klassische französische

Haute Cuisine. Das gebürtige Elsässer Ehepaar

Sophie und Stéphan Bernhard ist schon seit 16

Jahren mit einem Stern im Michelin ausgezeichnet.

Unschlagbar ist das Drei-Gänge-Menü am

Mittag zu 35 Euro! Ob souiertes Hühnerei,

Entenlebervelouté und Herbsttrüel oder Steinbuttlet,

Cocobohnen

aus Paimpol, frische

Perlinge, Sauce mit

Garrigue-Düften –

großes Kino!

Neben Weinen aus der

Region bietet Sophie

Bernhard vor allem

eine große Auswahl

der französischen

Gewächse. Sie schat

eine gute Mischung zwischen Geheimtipps,

beispielsweise von der Rhône, und den beliebten

französischen Klassikern.

WWW.LEJARDINDEFRANCE.DE

RIZZI WINE BISTRO

WWW.RIZZI-BADEN-BADEN.DE

Das ist schon Kult in Baden-Baden! Ob Jung

oder Alt – jeder fühlt sich in dem modernen

Ambiente wohl. Im Sommer ist es natürlich ein

Mega-Highlight, so mitten in der Lichtentaler

Allee draußen zu sitzen. Moderne Loungemöbel

vermitteln ein richtig mediterranes Flair.

Entsprechend jung und ansprechend ist auch die

Speisekarte gestaltet: tolle frische Sushi, angesagtes

Superfood – wie Schwarzer Bio-Quinoa

mit Perlingen, Romana-Tomaten, Passionsfrucht-Vinaigrette

oder Rizzis Bouillabaisse –

jeder kommt hier auf seine Kosten! Passend dazu ist auch die Weinkarte mit

regionalen Spezialitäten, Klassikern aus Frankreich oder angesagten Weinen

aus Italien bestückt.

76 LIVING & LIFE


Wir sind

im Südwesten zuhause...


Ihr Immobilienpartner –

ein Leben lang!

Eine Immobilie – Ihr Schlüssel zum

perfekten Vermögensmanagement.

Als einer der führenden Dienstleister

rund um das Thema Immobilien unterstützen

wir Sie bei der derzeit sinnvollsten

Geldanlageform: die Investition

in eine wertvolle Immobilie. 30 Jahre

Erfahrung und eine große Anzahl von

hochzufriedenen Kunden mit zahlreichen

Empfehlungen lassen uns zum

optimalen Partner für Sie werden und

geben Ihnen größtmögliche Sicherheit.

Wir vermitteln und begleiten Sie bei

Kauf und Verkauf einer stabilen und

wertsteigernden Immobilie und unterstützen

Sie auch bei Vermietung und

Objektmanagement, damit Sie rundum

sorglos Ihr persönliches Immobilienprojekt

verwirklichen können.

Mehr auf > www.ir-ag.eu

Immobilien Regional AG

Lichtentaler Straße 33

76530 Baden-Baden

Telefon +49 7221 9357-0

info@ir-ag.eu

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine