Mostler 7 2006

mostler

d’r Mostler

Zeitschrift des MOST

(Motorrad-Oldtimer-Stammtisch Vlbg. Oberland)

PUCH-GS

Gelände-

Sport

LIMA-Regler:

Mechanik contra

Elektronik

Delta-Gnom

Unbekannter

Österreicher

Aussgabe Nrr.. 7 Dezemberr 2006

Schutzgebühr 3,00 €


Motorrad-Oldtimer-Stammtisch - Zweck:

Wir sind eine Interessensgemeinschaft, die alte Motorräder restauriert,

instandhält und fährt. Die Beschäftigung mit dieser Thematik sehen wir als

gemeinschaftsfördernd – wir tragen zur Erhaltung von technischem Kulturgut

bei.

Unser Stammtisch soll eine offene, unkomplizierte Gemeinschaft für

Erfahrungsaustausch und Organisation gemeinsamer Ausfahrten sein, zu dem

alle Interessierten gerne willkommen sind. (dz. Mitgliederstand ca. 35)

Wer macht was ?

Ausschuss-Team:

Paul Peter, Sabine und Stefan Graber,

Klaus Amann, Alexander Petrovic, Wolfram Gabriel

Ansprechpartner des MOST:

Wolfram Gabriel, Blinzig 13, 6820 Frastanz.

Schriftverkehr: Alexander Petrovic, Wichnersiedlung 8,

6844 Altach,

Ausfahrten:

Klaus Amann

Chronik: -

Kassier: Paul Peter, Volksbank Vorderland, Blz. 45710

Konto „Oldtimer Stammmtisch“ Nr. 00114062331

MOSTLER-Redaktion, Gestaltung und Druck:

Wolfram Gabriel

Für den Inhalt ist der jeweilige Autor verantwortlich

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Seite 2 Mostler 7/2006


Was steht in diesem Mostler - Inhaltsverzeichnis

Thema

Seite

Vorwort aus der Redaktion 4

Restaurationsbericht PUCH 350 GS 5

LIMA-Regler „Mechanik contra Elektronik“ 10

Briefmarke „KTM Tarzan“ 55 Cent - 2006-12-07 14

Rückblick Mostler-Motorrad-Saison 2006 15

Delta Gnom – „Unbekannter Österreicher“

Vergessene österreichische Motorradmarken (Teil 1) 22

Terminkalender – wichtige Termine 31

Kleinanzeiger „Verkaufe – Tausche – Suche“ 32

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Vorwort aus der Redaktion:

Nun ist es wieder mal soweit – gerne sitzt man in der warmen Stube am

Kachelofen oder werkelt in der Motorrad-Garage, während draussen die Kälte

klirrt und das Salz auf der Strasse gefrässig das Metall der Fahrzeuge

anknabbert.

Die Pferde stehen wieder im Stall und warten auf die längst notwendige Pflege.

Ölwechsel, Kettenpflege und Lager- und Bowdenzüge nachstellen ist angesagt.

Fallweise ruft die nicht mehr vorhandene Profiltiefe nach neuen Reifen, die

harten Bremsbeläge wollen gegen neue, griffige ausgetauscht werden etc.

Eine herzhafte Reinigung und nachfolgende Polieraktion bereitet unseren Oldie

für einen gesunden Winterschlaf vor.

Jetzt denken wir auch gerne an die vergangene Motorradsaison 2006 zurück –

an die ersten Ausfahrten im Frühling, an die besuchten Teilemärkte und

Ausstellungen, die Motorrad-Treffen und die Ausfahrten. Sind wir dankbar!,

wenn wir unfallfrei (oder wenigstens fast….) über die Runden gekommen sind.

Die Zeit im Winter wollen wir nützen und mit Vorfreude auf die kommende

Saison 2007 blicken.

Welche Treffen und Teilemärkte wollen wir besuchen, wie wollen wir unsere

Interessensgemeinschaft nächstes Jahr pflegen. Ich appelliere an alle, doch

vermehrt an den Ausfahrten teilzunehmen. Ich bitte euch, sammelt

Informationen über Treffen und macht Vorschläge zu Ausfahrten – ich freue

mich auf unsere gemeinsamen bevorstehenden Aktivitäten im kommenden Jahr.

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei Marzellin Tiefenthaler, Hans

Grabher und Marcus Ammann bedanken, die mit viel Engagement und

Zeitaufwand interessante Beiträge für diesen Mostler verfasst haben.

Mit Fett und Öl

Wolfram Gabriel

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„PUCH 350 GS (Geländesport) 1939“

Restaurationsbericht:

Von Marzellin Tiefenthaler:

Keine Ahnung von Restauration und dann gleich eine Vorkriegsmaschine ?

Ab ins kalte Wasser, der „Reiz“ war da und die Gelegenheit.

Durch einen Tipp von Wolfram (mein Nachbar), ersteigerte ich im Jahr 2003,

bei eBay in letzter Sekunde diese 350er Puch Baujahr 1939.

.

Dass sie in der Nähe Hannover stand hat wohl einige „Puchler“ abgeschreckt

und nur 1 Mitbieter aus Graz machte sich die Mühe, den ich um 11.- Euro

überbot.

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Am nächsten Wochenende fuhren Wolfram und ich auf die große Tour. 5.00

Uhr früh Abfahrt, zurück um 1.30 nach ca. 1600 km mit der Maschine im Auto.

Nachdem die Puch wieder in ihrem Ursprungsland war, informierte ich mich

nach der Originalität und musste leider feststellen, daß das Vorderrad, Lenker,

Lichtkopf und (Sch...) auch der Vergaser nicht zu diesem Typ gehörten. Es war

auch kein Tacho bzw. Antrieb vorhanden.

Die Überlegung war nun: nur technisch oder gleich von Grund auf restaurieren.

Mit „gedämpfter“ Freude ging ich ans Werk, doch als nach geringer Arbeit der

Motor ein deutliches Lebenszeichen von sich gab, da kam wieder Freude auf!

Alle Blechteile sowie Rahmen und Räder wurden von einem MOSTler Kollegen

sandgestrahlt und vom mir schnellstmöglich grundiert.

Der blanke Tank zeigte nun sein wahres Gesicht und somit Chromflächen ade´.

Die Aufbereitung der Blechteile war langwierig aber relativ problemlos, mit

Schweißarbeit, Polyester und Schleifen hatte ich schon einige Erfahrung.

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Mehr Herausforderung fand ich bei dem 350er Motor, an dem der

Kurbelzapfen in einem schlechten Zustand war und nur von einem Spezialisten

(Stephan) instand gesetzt werden konnte .

(Rollenlauffläche abgenützt)

Als schwierig erwies sich die Beschaffung der fehlenden Teile, einiges musste

ich selber nach Vorlagen nachbauen z.B.: Kickstarteranschlag, Batterieständer,

Rücklichthalterung.

Im gekauften Siemens Lichtkopf war auch nur „gähnende“ Leere! Der

mechanische Abblendschalter machte Elektriker Wolfram einiges

Kopfzerbrechen! So nach und nach fügte sich das Puzzle zusammen, die

fehlenden Teile konnte ich über ebay, Oldtimermärkte und Puch-Forum

erwerben.

2005 war es dann soweit, nachdem der Motor komplett neu gelagert war und

hoffentlich alles am richtigen Platz saß, schraubte ich das Aggregat auf die

extra angefertigten „Spezialhalterungen“, kickte 3 - 4 mal durch und ......

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ein Höllenlärm kam aus den alten abgebrochenen Auspuffkrümmern, da kam

Freude auf!

Der Aufbau zog sich dann noch fast ein

Jahr dahin, viele Teile mussten

angepasst und abgeändert werden und

dabei fehlte noch eines der wichtigsten:

der orginale 350-er PUCH-Vergaser !

Ohne große Erwartungen gab ich

Wolfram ein paar Fotos von dem

fehlenden Stück mit nach Tulln und . . . .-

VOLLTREFFER -

Das war der krönende Abschluss, der

Fertigstellung im „Originalzustand“stand

nichts mehr im Wege.

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Jetzt ist sie komplett !!!

Danke für jeden guten Rat und Mithilfe, ganz alleine wäre das nicht machbar gewesen.

STECKBRIEF meiner PUCH 350 Geländesport:

Baujahr: 1939

Hubraum : 347 ccm,

Leistung: 12 PS bei 4000 U/min

Doppelkolben-Zweitaktmotor

Batterie – Zündanlage

4-Gang Fuß- u. Handschaltung

keine Hinterradfederung

untenliegende Auspuffanlage

Autor: Marzellin Tiefenthaler

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LIMA-Regler “Mechanik versus Elektronik

An alle Rostkratzer, Kolbenschaber, Speichenbieger, Auspuffbohrer,

Gewindefeiler und Seilzugakrobaten !

Aus eigener oder anderer Erfahrung habt ihr sicher schon Flüche und

Verdammung sowie Todesurteile über dieses kleine, je nach Ausführung runde,

eckige oder im kleinen Gehäuse versteckten Ding, welches sich hochtrabend

„Lichtmaschinen-Regler-Rückstromschalter-Kombination“ nennt, vernommen.

Es ist tatsächlich kein Teil eines Oldtimer-Fahrzeuges je aus Unkenntnis oder

aus Wut so malträtiert, geschunden und verflucht worden, als dieses kleine, für

die Stromversorgung so wichtige Dingelchen.

Es ist daher keine Frage, dass mit dem Aufkommen der allumfassenden,

teilweise überbewerteten Elektronik Bestrebungen auftauchten und auch

verwirklicht wurden, diesem kleinen mechanischen Werklein den Garaus zu

machen! Dabei werden Argumente vorgebracht, die jeder Grundlage entbehren,

wir kommen später darauf zurück….

Zunächst einige Erläuterungen und technische Details im allgemeinen über

unsere Oldtimer-Lichtmaschinen-Regler-Batterie-Kombination. Es kennen die

meisten von euch die sogenannte LIMA vom Aussehen her in ihren Einzelteilen,

ob es sich um „fliegende“ (Anker auf Kurbelwelle) oder geschlossene (Anker im

Gehäuse) handelt, allen gemeinsam ist der Anker mit Wicklung und Kollektor, im

folgenden Stromwender genannt, die herum konzentrisch angeordnete

Feldwicklung mit den Polschuhen und magnetischem Rückfluss als Gehäuse

ausgeführt, nicht zu vergessen, die Kohlebürsten am Stromwender, welche den

elektr. Strom abnehmen und ausführen. Abarten wie Glocken-, Scheibenanker

und andere perverse Konstruktionen werden hier nicht berücksichtigt, das

Prinzip der Stromerzeugung bleibt gleich. Es handelt sich bei dieser

elektrischen Maschine um einen Gleichstrom-Nebenschluss-Generator - elektr.

Funktion bitte nachsehen im Mostler 2, Ausgabe 1996, Seite 6; an dieser Stelle

ist auch der Rückstromschalter beschrieben, nicht jedoch der Regelkreis.

Aus den dortigen Ausführungen geht hervor, dass die Spannung und damit auch

die Leistung in weiten Grenzen abhängig ist von der antreibenden Drehzahl. Die

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Spannung der Batterie (Wir sprechen hier von der konventionellen Blei-

Schwefelsäure-Batterie) beträgt im entladenen Zustand bei einer

Zellenspannung von 1,8 Volt, bei 3 Zellen (6 Volt-Batterie) ca. 5,4 Volt. Bei

einer vollgeladnenen Zelle 2,7 V (also 8,1 V). Daraus ist ersichtlich, dass eine

Lichtmaschine mindestens 8 Volt abgeben muss, um die Batterie voll zu laden.

Tatsächlich sind elektronische Regler auf diese Spannung fix eingestellt.

Betrachten wir den Ladevorgang bei einer leeren Batterie: Der elektronische

Regler gibt der Lichtmaschine den Befehl, 8 Volt zu liefern. Bei dieser

Spannungsdifferenz (Batterie 5 Volt, Maschine 8 Volt, also 3 Volt) steigt der

Ladestrom auf einen so hohen Wert, dass die Lichtmaschine gefährdet ist. Wir

dürfen nicht vergessen, unsere Lima besitzt Stromwender und Kohlebürsten,

welches die schwächsten Glieder beim Nebenschlussgenerator sind.

Viele Leser werden sich mit Recht fragen, warum die elektronischen Regler an

den neuen, so genannten Drehstromgeneratoren (Synchrongeneratoren)

einwandfrei arbeiten? Die Sache ist einfach zu erklären: diese Maschinen

besitzen eine ganz einfache Drehstromwicklung mit nachgeschalteten Dioden,

welche sehr hohe Stromdichten vertragen (allerdings mit Verlusten) –

gleichzeitig wirken die Gleichrichterdioden als Rückstromsperre und das Polrad

ist sehr einfach aufgebaut und besitzt meistens 2 glatte Schleifringe und

Schleifkohlen, wo der kleine Erregerstrom (Polradstrom) geregelt zugeführt

wird. Diese Synchronmaschinen unterscheiden sich ganz erheblich in der

Konstruktionsweise vom Gleichstromgenerator – sie erzeugen auch nur

Wechselstrom, der von den Dioden gleichgerichtet der Batterie zugeführt

wird. Was aber der Gleichstromgenerator der Synchronmaschine wesentlich

voraus hat, ist die Selbsterregung. Eine Oldtimer-Lichtmaschine oben

erwähnter Bauart ist imstande, ohne Batterie, bei genügend hoher Drehzahl

eine Leistung aufzubauen und abzugeben, dass das Fahrzeug bei

Batteriezündung einwandfrei in Betrieb gehen kann.

Dasselbe ist bei der Synchronmaschine nicht möglich, dieselbe braucht am

Polrad eine Zusatzerregung von der Bordbatterie, meistens genügt ein kleiner

Strom über die Kontrollleuchte, aber ohne denselben kommt die

Synchronmaschine nicht auf Leistung. Wir sehen, autark ist nur der

Gleichstromgenerator. Wahrscheinlich haben die meisten von uns schon einen

Besuch in einem grossen Kraftwerk vorgenommen. Dabei ist ihnen neben dem

grossen Generator ein auf der selben Welle angeordnetes kleines putziges

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Maschinchen aufgefallen. Das ist unsere Lichtmaschine in etwas grösserer

Bauart, ohne dieses kleine Brüderchen wird der grosse Generator drehen in

Ewigkeit, ohne einen Funken Strom abzugeben. Diese Maschine wird als

„Erregermaschine“ bezeichnet, sie allein bringt dem Polrad im grossen Bruder

den belebenden Impuls (Magnetfeld).

Nach diesem Abschweifen zurück zu unseren Oldtimer-Lichtmaschinen und

Reglern. Der Fa. Eisemann in Deuschland gebührt der Verdienst, die

Problematik der Überlastungsfolgen, wie verheizte Wicklungen, ausgeglühte

Kohlebürsten, verbrannte Stromwender und weiss der Teufel noch was alles,

erkannt, und in der Folge daraus die Konsequenzen gezogen zu haben. Die

Lösung des Problems hiess: Spannungsregelung PLUS Stromregelung.

Grundsätzlich ist der elektronische Regler nur ein simpler Spannungsbegrenzer.

Er nimmt weder Rücksicht auf den Ladezustand der Batterie, noch auf die

Netzlast, während der elektromechanische Regler die Lichtmaschine vor

Überlastungsschaden schützt. Im Mostler-Heft Nr. 3 Ausgabe 1998 ist der

Regelvorgang genau beschrieben, da die meisten keinen Zugang zu dieser

Broschüre mehr haben dürften, soll dies kurz wiederholt werden. Wir nehmen

zu dieser Betrachtung einen uns allen zu gut Bekannten aus den PUCH-Oldies,

den tausendfach bewährten Milles-Regler-Rückstromschalter heran, ein

Spitzenerzeugnis österreichischer Herkunft (Ing. Milles, Wien) – ein

erstklassiges Gerät, einfach im Aufbau, technisch perfekt und zuverlässig. Es

ist ein Einkontakt-Regler-Schalter im Leistungsbereich von 25 bis 60 Watt bei

6 Volt.

Durch Drehen des Rotors im Generator „G“ wird eine Spannung an den

Kohlebürsten „K+“ und „K“- abgegriffen, welche unmittelbar der

Spannungsspule „SS“ des Reglers zugeführt wird, der Eisenkern „EK“ wird

magnetisiert und versucht den Anker „A“ am Reglerkontakt „RK“ anzuziehen,

der Gegenzug wird durch eine Feder „FF“ bewerkstelligt, dieser Zug ist durch

die Einstellschraube „ES“ variabel.

Der Kontakt „RK“ ist also im stromlosen Zustand geschlossen, die aufbauende

elektrische Spannung legt sich an die Feldwicklung „F“ und bewirkt, wie schon

früher erwähnt, die Selbsterregung des Generators bis sich durch das

aufbauende Magnetfeld im Eisenkern „EK“ der Kontakt „RK“ öffnet und

bewirkt, dass der Strom nun nicht mehr voll durch die Feldkwicklung „F“

fliesst, sondern durch den vorgeschalteten Widerstand „EW“. Die Folge davon

ist, dass die Spannung etwas absinkt und der Kontakt „RK“ sich wieder schließt,

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die Spannung steigt wieder etwas an, „RK“ öffnet wieder, dieses Spiel

wiederholt sich solange die Maschine dreht, in rascher Folge, so dass sich eine

mittlere Spannung am Ausgang des Reglers einstellt.

Gleichzeitig schließt sich bei einem vorbestimmten Spannungswert der Kontakt

„SK“ und verbindet die Lichtmaschine mit der Batterie. Da die beiden Spulen

„SS“ und „STS“ auf dem Eisenkern „EK“ gleichsinnig aufgewickelt sind,

versteht es sich von selbst, dass der durch die Wicklung „STS“ fliessende

Strom verstärkend auf das Feld der Spule „SS“ einwirkt und dass der Kontakt

„RK“ auch vom durchfließenden Maschinenstrom beeinflusst wird. So haben wir

die Stromregelung.

Durch entsprechende Auslegung der Stromspule ist es möglich, der

Lichtmaschine den grössten zulässigen Strom zu entnehmen, ohne dieselbe zu

gefährden. Gleichzeitig lässt sich eine schöne, flache Ladungskennlinie

erreichen, schonend für die Batterie und den Generator. Wir sehen hier

deutlich die Überlegenheit gegenüber der Elektronik. Eingangs erwähnte

Argumente sind die Behauptung eines höheren Wirkungsgrades und damit einem

Leistungszugewinn. Diese Behauptung kann widerlegt werden durch Messungen

dieser Verlustleistungen; so ist der vorhin erwähnte MILLES-Regler mit einem

Verlust von 2,1 Watt bei 7 Volt Spitze, der BOSCH-F-Regler bringt es auf 4,2

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Watt bei 7 Volt. Eine Rückstromdiode, z.B. die MBR 20/100 bringt es ohne

Regelkreis auf 3,9 Watt, mit Regelkreis auf gesamt 6,2 Watt.

Nicht umsonst pocht der Hersteller dieser Wunderdinger bei der Montage auf

eine sorgfältige Wärmeableitung mittels Pasten und Salben und sonstige

Vorkehrungen gegen Überhitzung. Ein Betrieb ohne Batterie ist ebenfalls nicht

möglich. Sollte sich während des Betriebes eine Unterbrechung des

Batteriekreises ergeben, verabschiedet sich das High-Tech-Produkt auf die

Müllhalde. Wir ersehen aus diesen Ausführungen die Überlegenheit dieses

kleinen elektromechanischen Werkleins !

Autor: Hans Grabher

Achtung Briefmarken-Fans:

Im September dieses Jahres ist eine Briefmarke für 55 Cent herausgegeben

worden. Darauf ist ein Oldtimer-Motorrad abgebildet – eine KTM R 125

„Tarzan“

Unser Mostler-Kollege

Marcus Ammann hat

gleich stapelweise

solche Marken

beschafft und gibt sie

bei Bedarf zum

Selbstkostenpreis von

55 Cent gerne weiter.

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Rückblick auf Motorradsaison 2006:

Zufrieden können wir auf das Oldtimer-Motorrad-Jahr 2006 zurückblicken –

gerne rufen wir in Erinnerung, was wir denn alles erlebt haben. Einige

besondere Erlebnisse möchte ich in diesem Rückblick beschreiben.

Nach dem ersten großen Teilemarkt-Event, der VETERAMA in Ulm, zog wie

schon in den vergangenen Jahren wieder einmal eine „Fahnenabordnung“ des

MOST im Mai nach Tulln in die Nähe von Wien. Dort findet jedes Jahr einer

der größten Oldtimer-Teilemärkte Österreichs statt.

Bei der Hinfahrt stand der Besuch des Motorradmuseums Krems-Egelsee auf

dem Programm. Diese wirklich sehr große und empfehlenswerte Sammlung

beinhaltet schwerpunktsmäßig österreichische Motorräder – so konnten wir

viele Detail-Infos für zukünftige noch ausstehende PUCH-Restaurationen

photographisch sammeln.

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Weiter gings durch die wunderschöne Wachau Richtung Tulln. Nach einem

kurzen Abstecher zur Fa. RBO Stöckl, die einige wirklich sehenswerte

Maschinen (z.B. echte Scheunenfunde in Form von PUCH 350GS und PUCH

500VL) in ihrem Museum ausgestellt haben, bezogen wir unsere Unterkunft in

Langenlebarn und stürmten traditionsgemäß schon vor der eigentlichen

Eröffnung das Messegelände.

Viele Klein- und Ersatzteile-Händler, Gebraucht- und Raritätenschmankerl,

diverse Oldtimer-Fahrzeuge etc. füllten das Tullner Messegelände bis auf den

letzten Quadratmeter. Aufmerksame Beobachter stellten sogar fest, dass für

einen Vorarlberger Verkaufsstand mangels Platz letztlich sogar eine

Niederösterreichische Landesfahne samt Mast weichen musste… (ma hilft

anand). Viele ausgestellte erstklassig restaurierte Motorräder und Autos

verschiedenster Marken sowie eine Sonderausstellung (heuer SAURER-LKW

und –Busse) vervollständigten das Programm.

Der eigentliche Messetag wurde natürlich ausgiebig genossen – schon vor der

offiziellen Öffnung wurde das Messegelände frühmorgens inspiziert, um ja

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Seite 16 Mostler 7/2006


keine Raritäten zu übersehen (man trifft so in unerwarteter Weise

jägertachosuchende Mostler-Kollegen) – verlassen wurde das Gelände erst

schwerbeladen nach Torschluss… Für das Auffinden wirklich gesuchter Stücke

wie z.B. PUCH-GS350-Vergaser unter einem Haufen voll VW-Autoteilen

braucht man schließlich ausreichend Zeit (und zugegebenermaßen auch ein

kleinwenig Glück…).

Nach diesem wunderschönen Herrenurlaub kamen alle Mitfahrenden zur klaren

Erkenntnis: „unbedingt wiederholenswert“

Eine der ersten längeren Ausfahrten, an der erfreulicherweise 9 Mostler mit

ihren Fahrzeugen teilnahmen, führte uns am 18. Juni zum Oldtimertreffen nach

Wangen im Allgäu. Die Fahrtroute wurde von Josef exzellent ausgesucht und

führte uns über den Vorder-Bregenzerwald kreuz und quer über wunderschöne

motorradfreundliche Hügellandsträßchen durch das Allgäu.

Trotz bestem Wetter seien

beim Anstieg auf die Fluh

bei Bregenz vereinzelt

leichte (Rauch-) Wolken zu

sehen gewesen, deren

Herkunft für uns PUCH-

Fahrer selbstverständlich

unerklärlich waren.

Photo: Gottseidank ein

Vergaserklemmer und kein

Kolbenklemmer……

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Für die Rückfahrt wurde nicht der kürzeste Weg gewählt – wenn schon mal

ausgefahren wird, dann

„körig“. So gönnten wir

unseren Fahrzeugen den

Bregenzerwald und kehrten

über Damüls, Faschina und

das große Walsertal wieder

nach Hause zurück.

Uns Fahrern selbst gönnten

wir natürlich auch eine kleine

Abkühlung.

Photo:

2 kg Eisbecher am Fusse der

Kanisfluh.

Schlag auf Schlag folgte am kommenden

Wochenende die nächste gemeinsame

Ausfahrt zum Oldtimertreffen nach

Ettenkirch am Bodensee. Dieses wirklich tolle

Event wird jedes Jahr, man höre und staune,

durch den örtlichen Blasmusikverein

organisiert – eine Riesen-Wiese gefüllt mit

alten Traktoren, wenigen Autos aber dafür

umso mehr Motorräder.

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Seite 18 Mostler 7/2006


Für reichlich Essen und Trinken sind die Schwaben ja bekannt – so verweilte

man sich auf einer Wiese im Schatten von Obstbäumen mit Live-Blasmusik-

Unterhaltung.

Besonders erwähnenswert war heuer, dass (fast) keine Reparaturen auf der

Strecke notwendig

wurden, lediglich bei

einer sehr schnellen

PUCH ist nach

kurvenauskostender

Fahrt unmittelbar

nach dem Versagen

des aktiven

Kupplungsseilzuges

auch der bereits

parallel

eingeschleifte

Reserveseilzug

gerissen…..

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Nach dem heissen Frühsommer trafen sich etliche Mostlerkollegen zum

alljährlich stattfindenden Weilerer Motorradtreffen, organisiert vom MSC

Weiler. Viele Prunkstücke glänzten in der Sonne – unter den Obstbäumen

wurden dank ausgiebiger Flüssigkeitskühlung in Form von gelben Hopfensaft

ausgedehnte Fachgespräche geführt. So breiteten sich Gerüchte aus, dass z.B.

das auf dem Titelbild zu sehende Motorrad (Edi’s Terrot) zu verkaufen sei –

Gott sei dank erwies sich dieses Gerücht als völlig haltlos…… .

Einige frisch restaurierte Leckerbissen waren der Anziehungspunkt vieler Fans.

So wurde unter anderem Jürgen’s belgische REX 350 ccm Baujahr 1928 mit

seitengesteuertem JAP-Motor sowie Marzellin’s PUCH Geländesport 350 aus

dem Jahr 1939 „unter die Lupe genommen“.

Bei letztgenannter war noch kaum die Farbe des neuen Kennzeichens

getrocknet, nachdem die Fertigstellung, technische Abnahme und

Nummernausgabe am Vorabend erfolgt ist (siehe Restaurationsbericht Seite 5)

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Seite 20 Mostler 7/2006


Am Nachmittag erfolgte die Preisverteilung

des Geschicklichkeits-Wettbewerbes vom

Vormittag. Es zeigte sich einmal mehr, dass

Frauen Fingerspitzengefühl beim Schrauben

und Schätzen beweisen können – so konnte

Angelika den sensationellen Hauptpreis „eine

Dampfschiff-Fahrt auf dem Bodensee“ in

Empfang nehmen.

Anmerkung der Redaktion: die „Hohentwiel“

ist nicht das einzige Dampfschiff auf dem

Bodensee – es gibt noch ein zweites,

allerdings etwas kleineres….)

Vielleicht ist dies ein Wink an unsere

Mostler-Frauen, doch vermehrt auch an unseren Ausfahrten/Ausflügen

teilzunehmen…….. .

Was werden die MOSTLER-high-lights im kommenden Jahr 2007 sein ?

Wieviele Ausfahrten werden wir durchführen ?

Wer wird unsere Ausfahrten-Chronik übernehmen, nachdem Stephan

familiennachwuchsbedingt diese abgeben möchte.

Wer hat Ideen für oldtimer-orientierte Aktivitäten ?

All diese Fragen möchte ich euch stellen und freue mich auf eure positiven

Rückmeldungen.

Ganz dringend möchte ich euch ans Herz legen, an verschiedenen gemeinsamen

Ausfahrten in der Gruppe teilzunehmen – ich freue mich auf die neue

Motorrad-Saison 2007.

Autor: Wolfram Gabriel

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Mostler 7/2006 Seite 21


Vergessene österreichische Motorradmarken, Teil 1

Delta Gnom

Der Beginn ist nicht mehr exakt nachvollziehbar. Wer wann wo experimentiert

hat und schlussendlich den ersten Motor oder das erste Fahrzeug gebaut hat

liegt im Dunkeln.

Im Ersten österreichischen Motorradmuseeum in Eggenburg steht nach

Eigendefinition von Ing. Ehn ein Versuchsmodell von ca. 1920-22.

Jedenfalls schreibt die "Österr. Auto- und Motorrad-Zeitung" von 1924:

"Es ist zu begrüßen, daß die österreichische Industrie in der diesjährigen

Saison den Beweis erbracht hat, den Kampf mit der fremden Konkurrenz

erfolgreich aufnehmen zu können. Unter den Motorrädern, die spezifisch

österreichisches Fabrikat sind, hat sich besonders auch das Delta-Gnom-

Motorrad durch sein schmuckes Aussehen und durch seinen, gerade für unsere

Straßen so notwendigen robusten Rahmenbau bestens bewährt. Es hat durch

seine anerkannte Strapaz- und Leistungsfähigkeit sicherlich dazu beigetragen,

die Voreingenommenheit, die man österreichischen Fabrikaten gegenüber

findet, zu verringern."

(Hat man das damals auch auf Puch bezogen ??!)

Die Fa. Maschinen- u. Industriebedarfs-Ges.m.b.H. in Wien XIV,

Stättermayerg. 33 unter den Gesellschaftern Ing. Hermann Engler und Ing.

Ignaz Josef Wolmersdorfer und unter Direktor Mischko Abutt begann mit der

Produktion eines eigenen Zweitaktmotors von 123ccm als Fahrradhilfsmotor

und der Bezeichnung "DELTA".

(So einen Motor habe ich leider noch nicht gefunden ! Brauche ich aber noch !)

Auch das erste, komplett selbst gebaute Motorrad hatte einen eigenen

Zweitaktmotor mit 170ccm und der Bezeichnung "DELTA" auf dem Motor.

Laut Werbung "Für Sport und Beruf, verläßlich und sparsam, 2 3/4 PS, Zweioder

Dreigang-Getriebe mit Kupplung und Kickstarter, besonders geeignet zum

Fahren zu Zweit"

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Seite 22 Mostler 7/2006


(Offensichtlich waren

das noch kräftige

„PeEss“ !!!; so eine ist

das

nächste

Maschinchen, das bei

mir fertig werden

sollte.)

Weiter ging es bereits 1925 mit der kompletten Überarbeitung und

Neukonstruktion für eine 250er Zweitakt mit neuem Rahmen. Der Motor war

wieder eine völlig eigenständige Entwicklung mit doppelwandigem

Kurbelgehäuse, das gleichzeitig das Ölreservoir für die

FRISCHÖLSCHMIERUNG mit drehzahlabhängiger Pumpe war.

Sogar in einer deutschen Motorzeitung von 1926 habe ich eine Beschreibung

dieses Motorrades gefunden.

(Dieses Modell fehlt mir auch noch ! Einen restaurierten Motor habe ich schon

im Regal stehen. Auch das passende englische Burman-Getriebe ist vorhanden.)

Bereits 1926 wurden dann die ersten Viertakter mit englischen JAP-Motoren

auf den Markt gebracht.

"Einem vielfachen Wunsche Rechnung tragend" wurden 300 und 500 ccm-

Motoren eingebaut, obwohl man bereits heftig an einer "500 ccm oben

gesteuerten Sportmaschine" gearbeitet hatte.

Ob diese neue Maschine mit neuem Rahmen, eigener Gabel und vor allem mit

eigenem Motor bereits 1926 erhältlich war, ist mir nicht bekannt. Vorliegend

sind mir Werbeinserate und -beschreibungen vom März 1927.

Dieses Motorrad wurde von Ing. Hans Pitzek konstruiert, dessen Gattin

Antonia als eine der ersten Motorradfahrerinnen Österreichs auf dem Bild der

250er Zweitakt zu sehen ist.

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Mostler 7/2006 Seite 23


In mehreren Entwicklungsschritten und Modellverbesserungen wurde dieses

Spitzenmodell bis ca. 1934 gebaut. Bei einem Hubvolumen von 496ccm leistete

der Motor bereits 18 PS. Ein sehr beachtlicher Wert für die damalige Zeit und

für die eigenständige Entwicklung einer so kleinen Firma. Bei der Vorstellung

1927 kostete dieses Modell S 2.850,- ohne elektrische Zündlichtanlage. Für

diese mußte S 350,- Aufpreis bezahlt werden.

Auch als Rennfahrzeug wurde dieses Modell einige Jahre in Österreich

erfolgreich verwendet.

(Ein unkomplettes Fragment mit zwei Motoren von diesem Modell ist meine

jüngste Erwerbung; am Freitag den 13.ten Oktober !!!)

Daneben gab es weiterhin die 250er Zweitakt, die 300er und 500er JAP und

bereits eine 600er mit dem seitengesteuerten JAP-Motor.

Bereits im Jänner 1928 wurde im "Der Motorfahrer" berichtet, dass die Firma

ein Rad mit 1000ccm herausbringen wolle. Motor entweder auch ein englischer

JAP oder ein schweizerischer MAG.

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Seite 24 Mostler 7/2006


Überhaupt war 1928 wieder ein Jahr der Umstellung und Neuentwicklung.

Nicht nur, dass neue Rahmen und Gabeln konstruiert wurden, auch die

englischen Sturmey-Archer-Motoren mit 350ccm, seiten- und obengesteuert

und die Sturmey-Archer–Getriebe fanden erstmals Verwendung.

Ein hervorragend restauriertes Modell, bereits mit dem, ab Modell 1929

verwendeten Satteltank werden die meisten schon mit Manfred Eiler im Sattel

gesehen haben.

Bei diesem Motorrad ist auch eine weitere Besonderheit der Delta-Gnom-

Motorräder zu erkennen: Auf Wunsch erhielt man die Motorräder in "blaubeige"

lackiert.

Im Herbst 1928 war es dann soweit, dass die 1000er, Modell J6 in der Presse

vorgestellt wurde.

Viel muß man hier nicht erklären: 1000ccm JAP-Motor mit 30 PS, Burman-3-

Gang-Getriebe schwerster Ausführung, deutsche Tiger-Gabel stärkste Type

mit zwei Federn, Bereifung 4.00x19, Preis S 5.150,- incl. luxuriösem Beiwagen

und viertem kompl. Reserverad.

Im Programm

blieb sie nur

bis 1930.

Nennenswerte

Stückzahlen

dürften nie

verkauft

worden sein,

da die

englischen,

amerikanischen und französischen Mitbewerber in dieser Hubraumklasse

bekannter und meistens auch billiger waren.

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Mostler 7/2006 Seite 25


So ging es dahin bis 1932 der alte, offensichtlich immer noch zahlreich

vorhandene 250er Zweitaktmotor nochmals mit viel Werbung auf den Markt

gebracht wurde. Und zwar im neuen Rahmen mit neuem Outfit: "Vernickelter

Satteltank, rot eingefasst" ! Nur bei der Leistung mußten jene 7 PS aus 1927

genügen. Das war dann auch doch zu wenig, denn gegen die 250er Sportpuch mit

9 PS und die 1934 erschienene S4 mit 10,5 PS war es trotz allem eine lahme

Gurke.

Ab jetzt wurde es wesentlich stiller um Delta-Gnom. Die Verkäufe waren nach

wie vor nicht berauschend und die Konkurrenz immer zahlreicher.

Lediglich 1934 gab es nochmals eine "kurze Raserei" !

Völlig neu konstruiert, 250er obengesteuerter JAP-Motor, riesige konische

Aluminiumbremstrommeln, Fußschaltung, neue Gabel mit Rückholfedern á la

Norton und einer "schnellen" Auspuffführung sollten gegen die übermächtige

Puch-Konkurrenz "ein Brot haben".

Aber außer einem einzigen Artikel anläßlich der Markteinführung ist in den

damaligen Motorradzeitungen nichts mehr von diesem Modell bemerkbar. Nicht

einmal ein paar Werbeinserate gab es.

Mit viel Glück kann

man

ein

restauriertes

Exemplar, das der

Geschichte nach

früher einmal der

Feldkircher

Rennfahrer Konrad

Amann bewegt hat,

mit

einem

Stammtischler drauf

herumfahren

sehen….

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Seite 26 Mostler 7/2006


Das abgebildete Foto (vor Jahren in dankenswerter Weise vom Sohn des

Rennfahrers für ein Repro zur Verfügung gestellt) zeigt den Zustand

unmittelbar nach Erwerb durch Konrad Amann mit der damaligen

Zulassungsnummer.

Noch bevor 1934 das letzte Exemplar des Spitzenmodells mit eigenem 500er

Motor gebaut worden war (beinahe hätte ich geschrieben: vom Band gelaufen !!)

wurden die meisten anderen Modelle schon nicht mehr angeboten.

Es gibt lediglich Prospekte und Beschreibungen für 600er SV- und OHV-

Modelle mit englischen JAP-Motoren, die in wiederum neuen Design angeboten

wurden.

DELTA GNOM 500 ohv, eigener Motor, letztes Modell 1932 bis 1934

Aus den späten 30iger Jahren und aus der Kriegszeit ist mir nichts bekannt.

Nach dem Krieg fertigte die Fa. Motorenfabrik Engler, Wolmersdorfer & Co.,

Wien X, Gudrunstr. 179 diverseste Spezialerzeugnisse, wie Kurbelzapfen,

Ventile, Getriebwellen und –zahnräder, Ritzel, Buchsen, Lagerschalen, Lenker.

Auch die Produktion von Fahrrädern, die es vermutlich schon vor dem Krieg

gab, wurde wieder aufgenommen.

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Mostler 7/2006 Seite 27


Schließlich wurde im Juni 1953 die Neukonstruktion eines Leichtmotorrades

mit 98ccm an die Redaktion der österreichischen Zeitschrift "Motorrad

internationale Fachzeitschrift" für einen Testbericht übergeben (siehe den

diesbezüglichen Artikel in Heft 31 und 32 aus 1953 dieser Zeitschrift). In zwei

verschiedenen

Varianten, darunter

auch eine mit dem

Seilzugstartermotor

von Rotax, wurde um

Kundschaft geworben.

(So ein Luxusmodell

mit Seilzugstarter und

in relativ gutem

Originalzustand hoffe

ich in absehbarer Zeit

anmelden zu können).

Nach

dieser

Vorstellung

verschwand der Name

Engler aus der

Firmenbezeichnung.

Den Grund dafür habe

ich noch nicht

herausbekommen.

Weiter ging es 1954

mit

neuen

Modellvarianten,

Neukonstruktionen mit

125er Rotax oder

ILO-Motoren und

175er ILO-Motor. Die billigste 98er kostete nun S 5500,- und die teuerste

175er mit ILO-Motor S 9500,-.

Bereits 1955 kamen noch Mopeds dazu. Jeweils mit Puch-, HMW- oder ILO-

Motor. Wobei größtwahrscheinlich die Ausführung mit HMW-Motor die am

meisten verkaufte war. Alle Varianten bis zum zweisitzigen "Tandem-Modell"

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Seite 28 Mostler 7/2006


waren im damalig topmodischen italienischen Design gehalten: Schalenrahmen,

sehr sportlicher Büffeltank, schmale Lenker, Vollnabenbremsen und exquisite

Lackierung.

Über die Einstellung der Fertigung und das Ende der Firmengeschichte ist mir

leider noch sehr wenig bis gar nichts bekannt. Nur eine Geschichte, die ich

beim Kauf eines Mopeds erfahren habe, deutet auf ein baldiges Ende der Firma

hin:

Nachdem ich im Juni 2004 bei ebay den Zuschlag für ein Delta-Gnom Moped in

der raren Zweisitzerausführung, aber schlechtem Zustand erhalten habe, bin

ich nach Wien gefahren um es abzuholen. Der Besitzer aus Kaisermühlen (ja

genau, das blues-ige mit dem Schoitl, dem Gneisser, Schebesta u.s.w.) hat mir

bei der Verladung erzählt, dass er damals 1957 dieses Moped mit seinem Vater

zusammen auf einer Messe gekauft habe. Am Tag nach der Messe seien sie in

die Firma gefahren und hätten das Moped direkt von Herrn

Ing. Wolmersdorfer übergeben bekommen. Dabei hätten sie nur noch 5 bis 6

Leute in der Firma arbeiten gesehen. Und er glaube, dass das dann nicht mehr

lange gegangen sei bis man von Delta-Gnom nichts mehr gehört habe.

Sollte die geschätzte Leserschaft zu Delta-Gnom irgend eine Geschichte, ein

Fahrzeug, egal ob Motorrad, Moped oder Fahrrad, irgend einen Zeitungsartikel,

Prospekte oder Fotos beisteuern können, wäre ich überaus dankbar. Auch

kosten darf es etwas.

Jeder Hinweis zur Vervollständigung und Abrundung dieser Firmengeschichte

wäre hoch willkommen.

Autor: Marcus Ammann

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Mostler 7/2006 Seite 29


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Seite 30 Mostler 7/2006


Terminkalender – Interessante Events:

28. April 2007

Oldtimer-Teilemarkt in RANKWEIL

(Betriebsgelände Fa. Banner Batterien) 8:00 bis 17:00

Veranstalter-Kontaktperson: Bruno Mathis Tel. 0664-9302343

5. und 6. Mai 2007

Oldtimer-Messe und Teilemarkt in ULM

19. und 20. Mai 2007

Oldtimermesse und Teilemarkt in TULLN

25. bis 27. Mai 2007 (Pfingsten)

Südtiroler Bergpreis in NALS (http://www.oldtimer-suedtirol.it/)

17. Juni 2007

Oldtimertreffen in WANGEN im Allgäu (http://www.wokc.de)

15. Juli 2007

Motorrad-Oldtimer-Treffen in Weiler (http://www.msc-weiler.at)

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Mostler 7/2006 Seite 31


Kleinanzeiger

„Verkaufe – Tausche - Suche“:

VERKAUFE:

• englische TRIUMPH 550 CSD SV, Bj. 1930-31,

teilweise

restauriert.

Erstklassig für

Beiwagenbetrieb

[Manfred Eiler,

0650-9214871, manfred.eiler@utanet.at]

• PUCH Motorroller Type SR 150, Erstzulassung 15.7.1968. Zu

besichtigen in der Erlenstrasse 6 in 6706 BÜRS, VP 1.500.- €

[Bernhard Bachmann, 0664-4007778]

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Seite 32 Mostler 7/2006


• HERCULES 125 GS,

7-Gang, 22 PS, Bj. 1976,

komplett überholt

[Manfred Eiler, 0650-9214871,

manfred.eiler@utanet.at]

• Für NSU-Superfox 125 ccm

Viertakt: Zylinder mit neuem Kolben

150.- € [Marcus Ammann 05573/84894 oder 0676/6761760 oder

marcus.ammann@utanet.at]

• BMW R60/7 Baujahr 1974, blau [Paul Peter 05522-43097]

• PUCH-Teile (S4 Zylinderdeckel 40.- €; S4 Vergaser ohne

Schwimmerkammer 100.- €; S4 Vorderrad 120.- €;

S4 Hinterrad mir neuem Kettenrad 220.- €; TF Fahrersattel für

gelbes Gestell 60.- €; TF Scheinwerfer mit org. PUCH-Glas (ohne

Tacho, b. Lichtschalter ein Stück abgebrochen) 110.- €;

TL150-Motor unrestauriert (Zylinder gehont inkl. neue Kolben) 140.- €;

für Puch 200 Baujahr 1937 bis 1939 diverse Motor- und Getriebe-

Altteile 60.-€ [Marcus Ammann 05573/84894 oder 0676/6761760

oder marcus.ammann@utanet.at]

• DKW NZ 350 Baujahr 350 [Paul Peter 05522-43097]

• BOSCH-Scheinwerfer ES150, Bj. Ca. 1934 bis 1940, 150 mm

Lichtaustritt, Seilzugabblendschalter (wie z.B. NSU OSL 200 bis 500,

auf Wunsch mit VEIGEL Zeigertacho

LUCAS-Scheinwerfer für BSA/NORTON/AJS/MATCHLESS/

TRIUMPH etc. 30-er und 40-er Jahre, 5 Zoll Durchmesser, neu mit

restauriertem Schalter und Amperemeter 340.- €

[Marcus Ammann 05573/84894 oder 0676/6761760 oder

marcus.ammann@utanet.at]

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Mostler 7/2006 Seite 33


• PUCH 175 SVS mit org. Typenschein [Paul Peter 05522-43097]

• Vergaser:

SUM für BMW, Düsen sind für R4 drinnen 40.- €; NSU-Max-Vergaser;

Jikov 24-er, hervorragender Zustand, komplett mit Luftfilter 60.- €

Bing (für BMW R51/3 und R50) 1/22/61 und 1/22/62

[Marcus Ammann 05573/84894 oder 0676/6761760 oder

marcus.ammann@utanet.at]

• TORPEDO-Beiwagen Bj. 1927 bis 1928, rechts, extremes Spitzheck,

unrestauriert, Marke SWAN München 1200.- €

CASTEK-Beiwagengestell, 50-er Jahre, hinten offener Rohrbogen,

rostig mit Längsblattfedern 300.- € [Marcus Ammann 05573/84894

oder 0676/6761760 oder marcus.ammann@utanet.at]

• Tachometer diverse 60 mm Durchmesser für PUCH und andere 50-er

Jahre

WANDERER Damen-SACHS Tank ohne Beule, grün, sehr rar, 120.-

€[Marcus Ammann 05573/84894 oder 0676/6761760 oder

marcus.ammann@utanet.at]

BIKER-WITZ:

Eines Tages steht ein Biker, der vor langer Zeit auf einer einsamen Insel

gestrandet ist, wieder mal am Ufer, als eine umwerfende Blondine in einem

hautengen, nassen Badeanzug dem Meer entsteigt, ihn anlächelt und fragt:

„Wann hast du das letzte Mal guten Tabak geraucht ?“ „Vor etwa 10 Jahren“,

antwortet der Biker. Da öffnet sie eine wasserdichte Tasche und gibt ihm eine

frische Packung Zigaretten samt Feuer – der Mann steckt sich eine an, nimmt

einen tiefen Zug und sagt: „Oh Mann, tut das gut“.

„Und wann hattest du deinen letzten Whisky?“ fragt die Blondiene – „Auch vor

etwa 10 Jahren“ seufzt der Biker. Die Blondine öffnet eine andere Tasche, holt

einen Flachmann heraus, den sie ihm in die Hand drückt. „Oh, das tut wirklich

gut“

(Fortsetzung siehe nächste Seite….)

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Seite 34 Mostler 7/2006


Da greift die Blondine an den langen Reissverschluss ihres Anzuges, der vom

Hals bis zu den Beinen geht – hält im Ansatz inne – und stellt die ultimative

Frage: „und wann hattest du das letzte Mal so richtig echten S…pass?“

Der Biker hüpft freudig erregt und unruhig von einem Bein auf das andere:

„Mein Gott !“ jubelt er, „sag jetzt nicht, du hast noch ein Motorrad da

drinnen…..“

SUCHE:

• Alle Literatur zu FELBER-Beiwagen-Produkten, vor allem vor dem 2.

Weltkrieg

Handschalthebel für NSU OSL 351, Baujahr 1934-1937.

[Wolfram Gabriel, 05522-52315]

• Teile, Fahrzeuge, Photos, Typenscheine etc. von DELTA GNOM,

weiters 1-Zyl. Fahrradhilfsmotor für Austro-Morette, 2-Zylinder

TITAN; LAG; JAP-Motore, BURMANN-Getriebe, STURMEY-ARCHER

Motoren und Getriebe, SIEMENS- und SEKLEHNER Zünd-

Lichtmaschinen, AMAC- und BROWN&BARLOW- und BINKS-Vergaser

etc. [Marcus Ammann, 05573-84894 oder 0676-6761760]

Achtung:

Oldtimer-themenbezogene Inserate unter „Verkaufe-Tausche-Suche“ sind für

alle Stammtisch-Mitglieder GRATIS.

Stammtisch-Abend: alle 3 Wochen an einem Mittwoch abend (20:00 Uhr)

in unserem Stammtisch-Lokal:

Gasthaus LINDE, Runggels 52, 6811 GÖFIS, Tel. 05522-31365, (Fam. Lampert)

Stammtisch-Termine 2007:

3. Jänner, 24. Jänner, 14. Februar, 7. März, 28. März,

18. April, 9. Mai, 30. Mai, 20. Juni, 11. Juli, 1. August,

22. August, 12. September, 3. Oktober, 24. Oktober,

14. November, 5. Dezember.

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Mostler 7/2006 Seite 35


Engl. JAP-Motor (John Alfred Prestwich) 350 ccm – 9,5 PS auf REX Bj. 1928

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Seite 36 Mostler 7/2006

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