Wirtschaftszeitung_24042017

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Branchen &Betriebe: Ein

Haus aus Modulen Seite 9/10

Geld &Geschäft: Sparkassen haben

eine Präsidentin Seite 22

Leben &Wissen: Die älteste

Druckerei der Welt Seite 32

DIE WIRTSCHAFT

Münster |Münsterland

www.agravis.de

Aschendorf

f Verlag GmbH &Co. KG

Soester Straße 13, 48155 Münster

ZKZ 88690 PVST

Ausgabe 2/17

www.die-wirtschaft-muensterland.de

Preis: 3,50 Euro

Kopfarbeit im Münsterland

Die Enabling-Projektpartner wollen mit Innovations-Pfründen stärker als inder Vergangenheit an die

Öffentlichkeit gehen –ein Netzwerk über alle Branchen hinweg und mit den Hochschulen als Partner.

Netzwerken, netzwerken, netzwerken.

Revolutionär neue Antworten

auf die ewig alte Frage nach regionaler

Selbstbestimmung und Selbstbehauptung

hat die Auftaktveranstaltung

„Enabling Innovation Münsterland“,

die kürzlich inMünster stattfand,

nichtgeliefert. Doch immerhin

das Strickmuster hat sich klar geändert:

Genetzwerkt wird jetzt branchenübergreifend

–unter stärkerer

Einbeziehung der Hochschulen.

Dabei wurde auch das Ziel

klar definiert: Um einiges

heller strahlen soll es, das

Münsterland, mit seinen

Innovations-Pfründen geradezu

protzenund gegendas verstaubte

Pättkestouren-Imageanstinken –deshalb

haben die Enabling-Projektpartner aus

Wirtschaftsförderungen und Hochschulen

ein Jahr lang die Region „genauestens

unter den Scanner gelegt“, wie Klaus Ehling,

Vorstand des Münsterland e.V., betont.

Von 5000 an regionale Unternehmen versandten

Fragebögen hatte das Projektteam

aber lediglich 200 Rückmeldungen,

170 davon waren verwertbar. Nichtsdestotrotz

haben Projektleiter Bernd Büdding

und seine Kollegen mit einer Manpower

von sechs Vollzeitstellen, verteilt

auf dreizehn Leute, Unternehmensbilanzen

gewälzt, Patente analysiert und Expertengespräche

mit kreativen Wirtschaftsvisionären

geführt. Mit dem Ergebnis:

„BesondersinnovativeUnternehmen

sind immer Partner eines Netzwerkes“,

resümiert Klaus Ehling.

Bei einem Workshop hat sein Projektteam

mit dem Wirtschafts-Professor Thomas

Innovationen entstehen zumeist nicht im Alleingang. An einer neuen Idee wirken viele Beteiligte mit.

Baaken, dem Geschäftsführer des Nanobioanalytischen

Zentrums Münster Dr.

Michael Weltering und Vertretern führender

Unternehmen wie beispielsweise Apetito

in Rheine fünf Innovationskompetenzfelder

festgezurrt: Kommunikationsund

Wirtschaftswissenschaftler Bernd

Büdding (Münsterland e.V.) präzisiert

diese schlummernden Potenziale, die

eines regional geeinten Speedstarts bedürfen:

Digital Solutions (digitale Lösungen),

Life Sciences (Lebenswissenschaften),Engineering

Pro(Ingenieursleistungen),

Materials and Surfaces (Werkstoffe

und Oberfl

ächen) und Sustainable Eco

(Nachhaltigkeit). In vielem leuchte das

Foto: imago

Münsterland bereits sehr weit, auch in Sachen

Nachhaltigkeit: „Wieso sind Delegationen

aus Fernost im beschaulichen Saerbeck

praktisch zahlreicher als die aus

der Region, um den Weg der 7200-Einwohner-Gemeinde

zur Klimakommune

zu bestaunen?“, fragt sich Büdding.

►Fortsetzung auf Seite 2/3

EDITORIAL

Mehr Power

Der Innovationsmotor des

Münsterlandes, der immer

schon wacker schnurrte, soll

seine Drehzahl erhöhen. An

Hubraum und PS mangelte es

auch bisher nicht. Eher fehlte

jemand, der das Gaspedal

durchdrückte. Wenn die Aktion

Münsterland, die schon lange

mit am Steuer sitzt, diesen

Part jetzt beherzter übernimmt,

dürften sich die Räder endlich

schneller in die richtige Richtung

drehen. Um Blechschäden

zu vermeiden, muss aber zuvor

der Kurs definiert werden. Und

jedem im Team, vom Piloten

bis zum Monteur, sollte klar

sein, wo die Ideallinie bei diesem

Rennen verläuft. Dabei

gilt: Der Wettstreit geht über

viele Runden und wird gegen

harte Gegner, ambitionierte

Regionen aus Europa und der

ganzen Welt, geführt.

Für das Münsterland kann das

nur heißen, dass alle Kräfte gebündelt

werden. Kirchturmpolitik,

Glucken über Herrschaftswissen

und Konkurrenzdenken

zwischen Kommunen und Betrieben

–Fortschrittsbremsen,

die längst noch nicht ausgemerzt

sein dürften, müssen abgeworfen

werden.

Exzellente Forschung und mutiges

Unternehmertum liefern

einen stabilen Antrieb, um

beim Wettbewerb vorne mitzufahren.

Mehr Schub erhält

das Triebwerk noch, wenn –

wie beim Enabling-Prozess postuliert

–beim kreativen Ideenschmieden

die Grenzen zwischen

Disziplinen und Branchen

gesprengt werden.

Maike Harhues

Tecklenburg ist top

Unternehmensumsätze haben sich 2015 in der Region unterschiedlich entwickelt

Die Unternehmensumsätze der

Münsterlandkreise und der Stadt

Münster haben sich im Jahr 2015

unterschiedlich entwickelt.

Während sie in

Münster gegenüber

2014 um 3,3

und im Kreis Coesfeld

um 0,3 Prozent

zurückgingen, steigerten sie sich

im Kreis Warendorf um2,3, im Kreis

Borken um 3,0 und im Kreis Steinfurt

sogar um 3,6 Prozent. Diese Zahlen

gab jetzt das Statistische Landesamt

IT.NRW bekannt.

Die Spitzenreiter bei den Kommunen

4 198869 002009

2 0 0 1 7

liegen ebenfalls im Kreis Steinfurt:

Tecklenburg verzeichnete bei den

Unternehmensumsätzen ein Plus von

22,8, Ibbenbüren von 14,0 Prozent.

Die negativsten Umsatzentwicklungen

gab es in Beelen (-11,5 Prozent)

und in Heek (-9,0 Prozent).

Die Umsätze der Stadt Münster und

der Münsterland-Kreise betrugen im

Jahr 2016 zusammen mehr als 101

Milliarden Euro. Der größte Teil entfiel

dabei mit knapp 30 Milliarden auf

die Stadt Münster, danach folgen die

Kreise Steinfurt, Borken, Warendorf

und Coesfeld.

Landesweit stiegen die Unternehmensumsätze

von 2015 bis 2016 um

1,9Prozent. Erfasst wurden nachMitteilung

des Landesamtes die Umsatzsteuervoranmeldungen

solcher

Unternehmen, die einen Jahresumsatz

von mindestens 17 500 Euro erwirtschaften.

Außer den Umsatzzahlen gabIT.NRW

auch die Entwicklung der jeweiligen

Anzahl der Unternehmen an, die die

Kreise, Städte und Gemeinden aufwiesen.

Daraus geht hervor, dass im

Münsterland die Zahl der Unternehmen

generell zugenommen hat, am

deutlichsten mit jeweils über einem

Prozent in den Kreisen Borken und

Coesfeld. Die höchsteSteigerungsrate

im Vergleich der Kommunen wies Lienen

im Kreis Steinfurt auf, wo sich die

Zahl der Unternehmen von 324 auf

343, also in einem Jahr um knapp

sechs Prozent, erhöhte. Werweitergehende

Zahlen sucht, kann bei IT.NRW

die neue Broschüre „NRW (ge)zählt:

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2 MACHER &MÄRKTE

Knotenpunkte imNetz

Enabling Innovation: Regionale Forschung und Bedürfnisse der Unternehmen sollen

zusammengebracht werden. Förderung kommt inOWL oder auch inder Schweiz bisher besser an.

Breitreifiger Lifestyle zum Cruisen: Mit der Steuerungstechnik

und dem intelligenten Impulsantrieb hat Innotronic aus Gronau

Epe den Scrooser fun- und städtetauglich gemacht. Fotos: ma

Ein wenig zehren konnte das

Enabling-Team vonder Erfolgen

der Innovationsförderung

in der Schweiz und in

Ostwestfalen-Lippe, wo ähnliche

Projekteschon einen gewissen Ruck

gebracht haben sollen.

Damit Digital Solutions und Co. so richtig

zünden, geltees, über die Kirchturmspitze

hinauszudenkenund ein echtes regionales

Binnengefüge zu schaffen: So

scheinen Robotik und Automation im

Kreis Borken, der Maschinenbau im Kreis

Warendorf oder die Hochschulstadt

Münster für sich und auch deutschlandund

europaweit sehr hell, sind aber innerhalb

der eigenen Region Münsterland

viel zu wenig über den lokalen Standort

hinaus in innovative Entwicklungsprozesse

eingebunden.

„Vor allem müssen wir regionale Forschung

und Unternehmensbedürfnisse

zusammenbringen“, unterstreicht Büdding.

Und freut sich, auch die Distanz

zwischen Unternehmen und dem Münsterland

e.V. verringern zu können: „Wir

sind innerhalb des Projektes direkter Ansprechpartner

für Hilfe infirmenspezifischen

Entwicklungsprozessen und können

münsterlandweit die richtige Unterstützung,

sei es in einem Netzwerk oder

an einer Hochschule, vermitteln.“ Für

den gewünschten innovativen Kickstart

reiche es nicht, die Hidden Champions

aus ihren Verstecken heraustreten zu lassen:

„Die hiesigen Unternehmen brauchen

keine Geburtshelfer. Das Münsterland

muss als Region derSpitzenleistung

wahrgenommen werden“, fordertSvenja

Schulze. In der Cloud des Factory-Hotels

brauchte die NRW-Wissenschaftsministerin

zwischen zukunftstechnologischen

Meisterleistungen zum Anfassen denn

auch keineHebammenkniffemehr anzuwenden

–inSachen Elektromobilität beispielsweise

konnte Schulze sinnbildlich

in die Zukunft „scroosen“: Die Firma Innotronic

aus Gronau-Epe hat den cruisenden

Scooter –eben „Scrooser“ –mit

den auffällig breiten Reifen mitentwickelt

und mit intelligentem Impulsantrieb

und innovativer Steuerungstechnik

ausgestattet.

Nicht in Sachen Lifestyle, sondern für

Produktentwicklungen hat so eine Spitzenleistung

das münsterische Feintechnik-Unternehmen

Rittmeyer entwickelt:

einen 3D-Drucker für anspruchsvollen industriellen

Einsatz. „Die herkömmlichen

Geräteauf demMarkt warenmir einfach

nicht gut genug. Deshalb habe ich den

Deltadrucker konstruiert“, erklärt Maschinenbauingenieur

Steffen Schwarz

am Prototyp, der für Präzisionswerkstückebis

zu einer Höhe von40Zentimetern

geeignet ist. Nachts die Technik laufen

lassen und am

nächsten Morgen

das gestern erst entwickelte

Produkt in

den Händen halten

ist reizvoll –Aufträge

für sieben weitere

Deltaprinter liegen

dem Unternehmen

vor. Das jetzt

zudem erfolgreich

genetzwerkt hat: In

der Kooperation

„Die hiesigen Unternehmen

brauchen keine Geburtshelfer.

Das Münsterland muss als

Region der Spitzenleistung

wahrgenommen werden.“

Svenja Schulze

„3D Kompetenz Münster“ mit den auf

plastischen Druck spezialisierten Firmen

Urbanmaker und Systec kann derMittelständler

ein Gesamtpaket mit Service

und Schulungen bieten.

3D-Druck und Künstliche Intelligenz –

die Firma CLK aus Altenberge präsentiert

einen „sehenden“ Schweißroboter –

könnten als treibende Innovationskraft

im Entwicklungsprozess eine Symbiose

eingehen. So waren Evelyn Decker (Projektleiterin

des Automatisierungs- und

Robotik-Centers der WfG Borken) und

Christian Holterhues (Projektleiter Netzwerk

3D-Druck der Wirtschaftsförderung

Kreis Coesfeld) bereits ein paarmal gemeinsam

mit Professoren der Hochschule

Bocholt münsterlandweit in Unternehmen

unterwegs, um Innovationsprozesse

Prototyp für anspruchsvollen industriellen Einsatz: Der 3D-Deltaprinter „beri-boy“ der

Firma Rittmeyer aus Münster schafft über Nacht Werkstücke bis zu einer Höhe von 40

cm. „Egal, obaus Kunststoff oder Metall“, erklärt Konstrukteur Steffen Schwarz (r.).

passgenau zu unterstützen. Thematische

Netzwerke sollen untereinander laut

Enabling-Projektplan stärker kooperieren:

„Die neue Technologie erlaubt es den

Unternehmen, sehr schnell und kostengünstig

Bauteile für Proto-Serien zu entwickeln.

Wir wollen im Netzwerk nicht

nur Firmen desKreises Coesfeld, sondern

aus der gesamten Region für den 3D-

Druck begeistern“, erläutert Holterhues.

So wurde beim Kick-off des Innovationsprozesses

nicht der große Wurf serviert.

Aber einigeKnotenpunkte, an denen das

Innovationsnetzwerk

weitergeknüpft

werden kann, brachte

die erstePhase des

Verfahrens doch hervor.

Einen ungewohnten

Blickwinkel auf das

Meta-Thema steuerte

Martin Walker bei.

Technische Begeisterung

zeigte der Stargast

aus Schottland

mit Wohnsitz im Périgordjedoch eher für

Modelle der älteren Generation: „Ich liebe

meine Ente von 1970. Und mein

Smartphone ist ein älteres Modell und

nicht besonders smart.“ Der Schriftsteller,Historiker,

ehemaligeGuardian-Journalist

und Unternehmensberater las aus

seinem Zukunftsthriller „Germany

2064“, in dem Roboter die meisten anfallenden

Arbeiten –obleicht oder schwer

–erledigen. Einige dieser Maschinen haben

nicht nur ein frappierend menschenähnliches

Aussehen, die neuesten Modelle

denken auch mit, sinnieren nach und

grübeln voraus. Es sieht fast aus, als seien

diese Geschöpfeaus der RetortezuEmotionen

fähig, was somanche menschlichen

Zeitgenossen durchaus beunruhigt.

Die Idee für den Roman sei Walker im

Irakkrieg gekommen: „Ich habe für eine

Reportage US-Elitesoldaten begleitet.

Marines, richtig harte Kerle. Wenn einer

ihrer Spähroboter abgeschossen wurde,

haben sie um ihn getrauert, als hätten sie

einen Kameraden verloren.“

Maike Harhues

IMPRESSUM

DIE WIRTSCHAFT Münster /

Münsterland

Verlag und Herausgeber:

Aschendorff Verlag GmbH &Co. KG,

Geschäftsbereich:

Media &Sales, Soester Str. 13,

48155 Münster, Telefon: 0251 690-0,

Telefax: 0251 690-804801

Redaktion: Claudia Bakker (verantw.)

Anzeigen:

Anzeigenleitung: Herbert Eick,

E-Mail: anzeigen@die-wirtschaftmuensterland.de

Objektkoordination: Frank Micheel,

Lars Normann, Telefon: 0251 690-

916162, Telefax: 0251 690-804801

Gestaltung/Layout: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum

GmbH &Co. KG, Ander Hansalinie 1.

48163 Münster, Telefon: 0251 690-0,

Telefax: 0251 690-215; Auflage:

17.000 Exemplare

www.die-wirtschaft-muensterland.de

Hinweis: Dieser Ausgabe der Zeitung „DIE

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eine Beilage der Firma Schultz KG bei. Wir

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MACHER &MÄRKTE 3

Pättkes-Image längst passé

Matthias Günnewig, Leiter der Technologieförderung Münster, kennt die wahren Stärken der Region.

Der Ruck ist da, und es gibt

auch ein Rezept, das

Münsterland beim Wettbewerb

der Regionen an eine

Poleposition zu befördern:

Top-Adressen der Grundlagen- und Spitzenforschung,

gepaart mit Unternehmergeist.

Nun, da beides interdisziplinär und

branchenübergreifend zusammengeführt

wird, geht es beschleunigt voran,

betont Matthias Günnewig, Leiter der

Technologieförderung Münster, imGespräch

mit unserer Autorin Maike Harhues.

Matthias Günnewig, Chef der Technologieförderung Münster GmbH

Hat die Auftaktveranstaltung den

erhofften Ruck erbracht, wurden

Unternehmen wie Institutionen von

einem Funken Aufb

ruchstimmung

erfasst?

Matthias Günnewig: Ich bin überzeugt,

dass wir mit den Innovationskompetenzfeldern

zum Ausdruck bringen

konnten, dass wir den Unternehmen gut

zugehört haben. Wir sind weg von Branchen

hin zu Technologien und haben damit

erstmalig die Möglichkeit, zwischen

den Branchen Kooperationen zu Technologien

anzusteuern. Wirdiskutieren jetzt

nicht mehr innerhalb der Logistik oder

innerhalb der Ernährungswirtschaft,

sondern mit den Unternehmen über derentechnologischeHerausforderung

und

das über die Branchen hinweg. Das ist ein

neuer Ansatz und ich bin überzeugt, dass

wir damit diese Aufb

ruchstimmung auslösen

können.

Betrachten sich die Akteure im

Münsterland überhaupt als Team,

das darum ringt, dass ihr Gebiet im

schärfer werdenden Wettbewerb

europäischer Regionen wahrgenommen

wird?

Günnewig: Das Münsterland hat es in

den letzten Jahren in besonderer Art und

Weiseverstanden, Projekte wieEnabling

Innovation,Digital Hub oder Projekte im

Bereich der Gründung innerhalb des

Münsterlandes insgesamt auf die Beine

zu stellen.Wir haben eine sehr vorbehaltlose

Zusammenarbeit etabliert: Derjenige,der

die Kompetenzzudiesem Thema

hat, treibt das Thema voran, andere gehen

hinterher und sehen eher Mehrwerte

als Risiken. Und insofern glaubeich, dass

wir hier im Münsterland wirklich als

Team zusammenwachsen und auch die

Herausforderungen der Region gegenüber

anderen Regionen und internationalen

Wettbewerbern durchaus bestehen

werden.

Wie lässt sich verändern, dass das

Image des Münsterlandes vor allem

für Kiepenkerl und Pättkestouren

steht, statt dass es weltweit als Entwickler

von Christo-Folien oder als

Autolacke-Mekka ins Bewusstsein

dringt?

Günnewig: Ichbin nicht überzeugt, dass

das stimmt, was Sie sagen. Münsterland

gleich Kiepenkerl und Pättkesfahrten?

Ich glaube nicht, das jemand in Japan, in

China und auch in den USAdas Münsterland

als solches wahrnimmt. Wahrgenommen

wird das Münsterland auch im

Ausland mit seinen Produkten, mit seinen

Marken, mit seinen Unternehmen

und hinzu kommt, dass auch die Wissenschaften

im Ausland eine extrem hohe

Reputation haben. Man muss immer sehen,

dass wir das Image nicht zu sehr in

den Mittelpunkt stellen. Wirbrauchen sicherlich

extrem gute Wissenschaft, die

wir im Ausland dann auch verkörpern.

Wir brauchen auch die Markenbotschafter,

nämlich die Unternehmer, die

nicht nur ihreMarkeimAusland kommunizieren,

sondern auch insbesondereden

Standort, aus dem sie diese Markeentwickeln.

Das Pättkestouren-Image ist womöglich

eher eine Innensicht und nicht

die Außensicht.

Warum nutzen KMU das Forschungspotenzial,

das vor ihrer

Haustür liegt, offenbar noch nicht

im ausreichenden Maße? Schweben

die Forscher in den Münsterland-

Hochschulen noch zu sehr im Elfenbeinturm?

Günnewig: Die Kooperationsintensität

und auch Tiefe zwischen Wissenschaft

und Wirtschaft im Münsterland muss

man etwas differenzierter betrachten. Es

liegt in der Natur der Sache, dass Grundlagenforschungsinstitutewie

Max Planck

und Helmholtz in Kooperationen mit

KMU eher zurückhaltend sind, während

diese natürlich mit der Fachhochschule

Münster oder der Westfälischen Hochschule

sehr, sehr intensiv sind. Insofern

glaube ich nicht, dass die Forscher im Elfenbeinturm

sitzen. Die Forschungsgebietesind

eben nicht immer ganz kompatibel

mit den Anforderungen der münsterländischen

Wirtschaft. Je passgenauer

wir forschen und je passgenauer wir auch

im Mittelstand die Fragen stellen, desto

besser funktionieren die Kooperationen.

Meiner Meinung nach ist an der Stelle

schon eine sehr intensive Zusammenarbeit,

wo die Rezeptoren vonbeiden Seiten

gut aufgestellt sind.

Sie sind für das Innovationskompetenzfeld

„Materials and Surfaces“

verantwortlich. Auf der Auftaktveranstaltung

haben Sie gesagt, das

Münsterland habe tolle Oberfl

ä-

chen, „es fehlen nur noch die Funktionen!“

Wiekann Enabling Innovation

konkret helfen, dieses Dilemma

zu überwinden?

Günnewig: Ja,wie schön wärees, wenn

eine Wandfarbe die Luft reinigt, eine Tapete

leuchtet oder technische Textilien

Energie erzeugen. Das ist das, wasich mit

Funktionalisierung meine. Wir können

die Materialien und die Oberfl

ächen erzeugen.

Aber der Schritt, den die Unternehmer

jetzt tun können, ist eben die

Funktionalisierung dieser Materialien.

Und da müssen wir unterschiedliche

Kompetenzen und Wissenschaftsgebiete

miteinander in Verbindung bringen.

Unsere Tools und unsere Instrumente,

diewir hier entwickelt haben und in dem

Projekt Enabling Innovation einsetzen

werden, machen genau das: Wirbringen

die Leistungsträger des Münsterlandes

zusammen. Wir versuchen anzuregen,

dass die Unternehmer „out of the box“

denken. Die größten Innovationen entstehen

heute nicht mehr durch die Anmeldung

eines Patentes, sondern eher

durch die Kombination von unterschiedlichen

Wissensgebieten. Hier ist Enabling

stark aufgestellt: Wirkennen unsereWissenschaftsgebiete

und die Kernkompetenzen

der Unternehmen und wir glauben,

dass wir durch eine Kombination der

Kompetenzfelder beiden zu einer neuen

Stärke verhelfen können.

Welche Oberfl

ächensubstanz

„made inMünsterland“ verheißt in

ihren Augen die glänzendsten Zukunftsaussichten?

Günnewig: Ich hätte zum Beispiel gar

nichts dagegen, wenn es vielleicht in fünf

oder zehn Jahren durch eine geschickte

Kombinationunserer Kompetenzen im Bereich

der technischen Textilien, der Lacke

und Farben und unserem Batterieforschungszentrum

dazu kommen könnte,

dass wir eine energieerzeugende Außenfassadestreichen

können. Das ist sicherlich

ein Projekt, wasnoch nichtdefiniert ist und

vielleicht auch nie definiert werden kann,

aber als An

regung würde ich das einfach

mal gerne sehen wollen. Und vielleicht

lässt es sich ja verwirkl

ichen, denn im

Grundsatz ist es genau das, was ich schon

gesagt habe: Es ist die Kombination aus

unterschiedlichen Wissenschaftsgebieten,

die dazuführt, dass wir Neues kreieren. Dazu

sind wirinder Lage, und dann heißtes

irgendwann „made in Münsterland“ und

das Produktgeht weltw

eit um den Globus.

Dasideale

Umfeld.

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Projektpartner:

Koordination Münsterland e.V.,Technologieförderung Münster, Wirtschaftsförderungen

der Kreise Coesfeld, Borken, Steinfurt und Warendorf, WWU Münster,

FH Münster, Westfälische Hochschule

Gesamtvolumen:

2,1 Mio. Euro (hauptsächlich Personalkosten, 80 Prozent davon aus Landesmitteln)

Projektzeitraum:

März 2016 bis Februar 2019

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4 MACHER &

Der RRX revolutioniert den

2018 nimmt der Rhein-Ruhr-Express (RRX) inNRW Fahrt auf. Das Ziel dieses 3,5 Milliarden Euro teuren

Verkehrsinfrastrukturprojektes ist groß: Im Pendlerland NRW soll das Pendeln wieder möglich werden.

Getestet und für gut befunden: Ein Prototyp des neuen Zuges bei einer Testfahrt. 82 dieser Triebwagen sollen amEnde durch NRW rollen. Für das gesamte

Infrastrukturprojekt sind 3,5 Milliarden Euro veranschlagt.

Foto: dpa

Wenn 2018 die ersten Triebwagen

des Rhein-Ruhr-Express (RRX) auf

die Schiene gesetzt werden, nimmt

ein Projekt Gestalt an, das als Utopie

begann. Auch Münsterkönnte davon

profitieren. Doch es gibt eine entscheidende

Hürde.

In den 1970er Jahren war eseine

Magnetschwebebahn, die das

Rheinland mit dem Ruhr-Raum

verbinden sollte. Unter dem Namen

Transrapid wurde der Tempomacher

bekannt. Seine NRW-Variante

nanntesich Metrorapid –und warb mit

Superlativen. Keine 40 Minuten sollte

der radlose Flitzer für die Strecke Düsseldorf

–Dortmund benötigen, angedacht

warzudem ein 10-Minuten-Takt.

2003 war der Traum ausgeträumt: Die

Landesregierung beerdigtedie Magnetschwebebahn

aus Kostengründen. Was

für das konkrete Projekt gilt, galt nicht

für die Idee.

„NRW ist das Land der Pendler“, betont

Landesverkehrsminister Michael Groschek

(SPD) immer wieder.Was da stört:

Das Pendeln wird immer schwieriger.

Vor allem in der Rhein-Ruhr-Region,

dem dichtesten Ballungsraum Europas,

haben sich die Autobahnen längst zu

Staufallen entwickelt, und auch die

Schiene ist mit Millionen Fahrgästen pro

Taglängst am Randeder Belastung angekommen.

Vor allem die Wirtschaft

braucht jedoch die Mobilität der Arbeitnehmer,

erklärte Verkehrsexperte Joachim

Brendel

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3

Angeblich wird die Stadt doch nicht richtig angebunden.

Wird der Rhein-Ruhr-Express (RRX)

am Ende doch Münster meiden?

Wenn man den jüngsten Ausführungen

der Deutschen Bahn Glauben

schenken darf, ist das mutmaßlich

so.Wie das Unternehmen

unlängst auf Nachfrage

mitteilte, wurde es

vomBundbeauftragt,

„für die Planfeststellung

zum RRXR -gerechten Umbau des

Bahnknotenpunktes in Dortmunddie Varianteohne

die Anbindung nach Münster

zu prüfen“. Dadurch halbieren sich die

Kosten für den Ausbau des Dortmunder

Bahnknotens auf rund 300 Millionen

Euro.

Bisher sahen Pläne eine direkte Anbindung

Münsters an das zwischen Düsseldorfund

Dortmund geplanteSchnellzug-

Kernnetz über Dortmundvor.Dazu muss

aber das eingleisige Teilstück zwischen

Münster und Lünen zumindest teilweise

zweigleisig ausgebaut werden. Zwar enthalten

die ursprünglichen Pläne eine alternative

Anbindung Münsters über die

Strecke Dülmen, Recklinghausen, Gelsenkirchen

und Essen. Doch auch wenn

diese Trasse als RRXR -Linie 7firmiert: Wie

der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL)

mit Sitz in Unna und damit einer der Auftraggeber

bestätigte, ist dort nicht vorgesehen,

RRXR -Triebwagen in RRXR -Taktung

über die Schienen rollen zu lassen. Die

Strecke bleibt, was sie ist: Eine, wenngleich

optimierte, Regionalexpress-Verbindung.

Zufrieden geben mit der neuen Entwicklung,

für die letztlich der Bund verantwortlich

ist, wollen sich weder das NRW-

Verkehrsministerium noch der NWL.

„Das Land NRW verfolgt nach wie vordas

Ziel einer schnelleren Verbindung von

Dortmundnach Münster im Rahmen des

RRXR -Konzeptes über die Ausbaustrecke

Münster-Lünen“, teilte das Ministerium

auf Nachfrage mit. Die RRXR -Anbindung

von Münster über Dortmund sei „derzeit

in der vom Bundvorgesehenen Betriebskonzeption

nicht dargestellt“, weil die

Ausbaustrecke noch in der Bundesverkehrswegeplanung

bewertet werde. -er-


MÄRKTE

5

NRW-Nahverkehr

nLand der Pendler, in

ndeln immer schwieri-

,NRW-Verkehrsminister

für die nordrhein-westfälirie-

und Handelskammern.

as RRXR -Konzept an – aus

desregierung das Premiumstruktur-Projekt

im Land,

3,5 Milliarden Euro zuBuernstrecke

zwischen Köln

dsollenkünftig alle 15 Mischneller

fahrende Doppelfteilweise

noch zu bauen-

Schienenwegen rollen und

rreichen: Für eine schnellegsorgen

und die bestehenktur

entlasten. Und weil

Ruhrgebiet und das Rheinneuen

System profitieren

eplant, über sogenannte

uch die Verkehrsachsen

,Paderborn/Kassel, Biele-

Bonn/Koblenz, Wesel/

nd auch die Stadt Münster

n.

r nur, wenn die Strecke

en zumindest teilweise

sgebaut wird. Im aktuellen

hrswegeplan steht der Ausbau

unter der Rubrik „prognostizierter

Bedarf“ –bleibt das so, wäredas kurz vor

ferner liefen... Derzeit rollen die Triebwagen

einspurig durch das Nadelöhr.

Die Boom-Region Münster ist nur „provinziell

angebunden“, sagt dazu der Landesverkehrsminister.

Nach dem Ergebnis des europaweiten

Vergabeverfahrens werden die grauen

Triebwagen mit weißer Nase und orangenTüren

vonder Firma Siemens gebaut

und über einen Zeitraum von 32Jahren

gewartet sowie instand gehalten. Die

neuen, vierteiligen „DesiroHC“ bestehen

aus einstöckigen Endwagen und doppelstöckigen

Mittelwagen. Da der RRXR

überwiegend in sogenannter „Doppeltraktion“

fährt –heißt: zwei Triebwagensind

miteinander verbunden –, stehen

im Regelbetrieb rund 800 Sitzplätze

für die Fahrgästezur Verfügung. Für

den Betrieb zuständig sind übrigens

das britische Unternehmen National

Express und Abellio, eine Tochter der

niederländischen Staatsbahn.

Auch wenn die neuen Züge schon im

nächsten Jahr durch das Ruhrgebiet rollen:

Es wird noch etliche Jahre dauern,

bis das RRXR -Projekt komplett umgesetzt

ist und alle Vorteile greifen. Vorallem im

Ruhrgebiet müssen Strecken teilweise

neu und teilweise ausgebaut werden,

hinzu kommen weitere Infrastrukturmaßnahmen

wie zusätzliche Weichen

oder Schallschutz. Für die ersten AbschnitteimRaum

Köln liegt das Baurecht

bereits vor. Dort sollen die Arbeiten noch

in diesem Jahr beginnen.

„Das Positive ist, dass das RRXR -Projekt

im Bundesverkehrswegeplan

als vordringlich eingestuft wurde

und damit die Finanzierung der

Baumaßnahmen gesichert ist“,

sagt Uli Beele, Sprecher des

Zweckverbandes Nahverkehr

Westfalen-

Lippe (NWL), der EMMERICH

mit seinen NRW-

Schwesterverbänden

Auftraggeber

und Ver-

OBERHAUSEN

tragspartner von

National Express

und Abellio ist. DUISBURG

Unklar ist zum jetzigen

Zeitpunkt nur noch, wann der RRXR

in seiner Endausbaustufe fährt.

Prognostiziert ist 2030, es könnte

aber auch deutlich später werden.

Das gesamteProjekt mitall

seinen Fahrplan-

Synchronisationen,

den Strecken-

sowie Bahnhofsausbauten

ist

AACHEN

ein Generationenvorhaben.

Auch wenn noch nicht ein

RRXR -Triebwagen rollt, wirdhinter

den Kulissen bereits über weitere

Ausbaustufen diskutiert. Eine, die den

hiesigen Raum betrifft, wäre die Weiterführung

des Münster-Astes bis nach Osnabrück.

„Das aber ist noch Zukunftsmusik“,

sagte Beele. Elmar Ries

WESEL

KÖLN

BONN

KOBLENZ

LinienZielkonzept RRX

ESSEN

GELSENKIRCHEN

WATTENSCHEID

KÖLN/BONN

MÜNSTER

MÜLHEIM BOCHUM DORTMUND

DÜSSELDORF/FLUGHAFEN

DÜSSELDORF

LEVERKUSEN

KÖLN MESSE/DEUTZ

HAMM

MINDEN

BIELEFELD

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KASSEL

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6 MACHER &MÄRKTE

Eine Brücke nach Fernost

Die Gemeinde Saerbeck und ihre Unternehmen profitieren vom deutsch-japanischen Austausch beim

Klimaschutz. Ecos Consult aus Osnabrück vermittelt Kontakte und Expertenwissen.

„Saerbeck ist da, wo Fukushima

hinwill.“

Wilfried Roos

Einen engen Austausch zwischen

Deutschland und Japan über Fragen

des Klimaschutzes und der Energiewende

hatte Bundesumweltministerin

Barbara Hendricks im Mai 2016

angekündigt. Seither unterstützen

beide Länder gegenseitige Besuche

von Experten. Das ermöglicht auch

neue wirtschaftlicheKooperationen.

Bereits bestehende Kontakte werden

vertieft.

Im November 2016 war Wilfried

Roos das letzteMal in Japan. Dort

hat der Bürgermeister von Saerbeck

Projekte vorgestellt, mit

denen seine Gemeinde im Kreis

Steinfurt sich seit Jahren im Bereich Klimaschutz

und Energiewende engagiert.

„Die Japaner wollten wissen, wie sie von

Beispielen anderer profitieren können“,

erläutert Roos im Gespräch mit unserer

Redaktion. Das Bundesumweltministerium

hatteihn gebeten, bei der Reise die

Aktivitäten Saerbecks vorzustellen. Doch

bei den Besuchen geht es nicht nur um

Wissensgewinn, sondern auch um das

Entwickeln und

Pfl

egen von Netzwerken.

„Es werden

geschäftliche

Kontakte angebahnt“,

sagt Roos.

Seit 2009 darfseine

7500-Seelen-

Gemeinde sich

„NRW-Klimakommune der Zukunft“

nennen, doch ersteAktivitäten gabesbereitsEnde

der 1980er Jahre. Seither wurden

Bürgersolarkraftwerke auf öffentlichen

Gebäuden gefördert, ein kommunales

Energiemanagement umgesetzt, Bürger

haben in Wind- und Solarenergie sowie

Geothermie investiert. Begleitet werden

die Aktivitäten von Kommunikation

und Bildungsarbeit, um die Bürger mitzunehmen.

Aktuell arbeitet die Gemeinde an einem

Energiepark, der in einem ehemaligen

Bundeswehrdepot entsteht. Dort sollen

verschiedene Energieformen getestet

und auf ihre Wirtschaftlichkeit geprüft

werden. Hier profitiert die Gemeinde

vom Wissen der Japaner: „Sie sind Technikfreaks

und uns hinsichtlich Speichertechnik

weit voraus“, sagt Roos.

Austausch und Gewinn sind also gegenseitig.

So waren inzwischen japanische

Delegationen mehrfach in Saerbeck. Gekommen

sind sie erstmals kurz nach

Roos‘ erster Reise nach Japan im Jahr

2015:„Siewollten prüfen, ob das authentisch

ist, was ich ihnen bei meinem Besuch

erzählt hatte.“

Damals hatte erinTokyo an einer Energie-Konferenz

teilgenommen, die Ecos

Consult organisiert hatte. Seit seiner

Gründung im Jahr 1988 bahnt die Osnabrücker

Beratungsfirma Wirtschaftsbeziehungen

zwischen deutschen und japanischen

Unternehmen an, die zumeist

Umweltschutz-Technologien anbieten.

Dafür organisieren die zehn Osnabrücker

Ecos-Mitarbeiterund ihr KollegeimBüro

in Tokyo Diskussionsforen, Reisen und

Konferenzen. Zudem fördert Ecos Consult

auf politischer Ebene den internationalen

Austausch.

Das Sensibelste, sagt Wilhelm Meemken,

Gründer und Geschäftsführer von Ecos

Consult, seien die kulturellen Unterschiede:

Während wir Deutschen beispielsweise

im Allgemeinen dazu neigten, direkt

auf unser Ziel loszusteuern, seien Japaner

zurückhaltender. Und: „Die Japaner

haben ein höheres Sicherheitsbedürfnis

als wir“, meint der Meemken. Beides

gelte es zu berücksichtigen, wenn Geschäftsleute

und Politiker beider Länder

an einem Tisch säßen, um gemeinsame

Projekte zuplanen oder Kooperationen

zu verhandeln. Sonst würden sich die Japaner

zurückziehen –und ihredeutschen

Kollegen würden sich wundern. Es ist also

nicht nur eine Frageder Sprache, sich

international verständigen zu können.

Zwei Länder im Fokus: Wirtschaftliche Kontakte und Expertenwissen vermittelt Wilhelm

Meemken von Ecos Consult zwischen Deutschland und Japan. Foto: Marie-Luise Braun

Eine Delegation aus dem japanischen Fukushima besuchte imJanuar dieses Jahres den Energiepark von Saerbeck.

Zwischen Windrädern und Solaranlagen tauschten sich (von links) Gouverneur Masao Uchibori, Bürgermeister

Wilfried Roos und Norio Kato, Bürgermeister der Stadt Shinchi, über Möglichkeiten des Klimaschutzes aus.

Foto: Gemeinde Saerbeck

Er selbst sei jährlich etwa vier Mal in Japan,

sagt Wilhelm Meemken. Ecos Consult

ist Teil des Unternehmens Ecos, das

einerseits berät und sich andererseits mit

Energie und Umwelttechnikbefasst. Diesen

Bereich leitet Peter Beck, der zweite

Mann in der Geschäftsführung.

ProminentesteAufgabe vonEcos Consult

ist derzeit die Kooperation zwischen

Deutschland und Japan, die auf bundespolitischer

Ebene eingefädelt wurde: Im

Mai 2016 haben Bundesumweltministerin

Hendricks und ihre japanische Kollegin

Tamayo Marukawaeinen engen bilateralen

Austausch über Fragen der Energiewende

und hinsichtlich Klimaschutztechnologien

angekündigt. Hierfür sollen

beispielsweise Klimaschutzkooperationen

zwischen Städten beider Ländern

entstehen.

Hierfür gibt es einen bilateralen Vertrag

über fünf Jahre. Finanziert wirdder Austausch

über die Ministerien, fachlich begleitet

werden die Treffen vom Institut

für dezentrale Energien der Universität

Kassel. Auch das Umweltbundesamt ist

beteiligt. An den Reisen nehmen zudem

nicht nur Vertreter verschiedener Gemeinden

teil, sondern auch von Stadtwerken,

von den Klimaschutzagenturen

aus Göttingen und Freiburg, vom Verband

Kommunaler Unternehmen und

vom Fraunhofer Institut.

Sehr aktiv bringe sich auch der japanische

Botschafter Kotaro Kawamata ein.

Der Grund: „Saerbeck ist da, wo Fukushima

hinwill“, sagt Wilfried Roos. Die Präfektur

Fukushima zum Beispiel wolle –

nach der Reaktorkatastrophe und dem

darauf folgenden Tsunami vom März

2011 –unabhängig werden von Atomstrom

und der zentralen Versorgung mit

Energie.

Noch gebe es keinen Vertrag für eine Kooperation,

sagt Wilfried Roos. Derzeit sei

aber eine Klimaschutzpartnerschaft mit

Shinchi, einem Ort in der Präfektur Fukushima,

in der finalen Vorbereitung. Eine

Kooperation auf Länderebene wurde bereitsunterzeichnet,

und im März hat der

RatSaerbecks sein Okay für die Kooperation

mit Shinchi gegeben. Jetzt fehlen

noch die finalen Unterschriften.

Während die Gemeinde aber keinen wirtschaftlichen

Gewinn erzielen kann, ist

die Kooperation für Unternehmen Saerbecks

durchaus interessant, weil sie Kontakte

zwischen deutschen und japanischen

Unternehmen ermögliche. Sopräsentieren

sich während der Besuche von

Vertretern Japans die Firmen vor Ort

gern. Dazu gehört auchSaertex, ein Hersteller

von Leichtbau-Elementen, wie sie

für Windenergie-Anlagen benötigt werden,

oder Envitec, einer Firma für Biogas-

Anlagen. „Die können auf diese Weise

ihre Produkte präsentieren. Das ist dann

auch ein Stück weit Wirtschaftsförderung“,

meint Wilfried Roos, dessen Aktivitäten

nicht nur für Japaner interessant

sind. So gibt es beispielsweise einen Kooperationsvertrag

mit einer Universität

in den USA und einen Austausch hinsichtlich

Klimaschutz mit weiteren Ländern

wie China, USA oder Südafrika.

„Und demnächst kommen Vertreter aus

Dubai“, sagt Roos.

Marie-Luise Braun

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MACHER &MÄRKTE 7

Nach dem Bundessieg

wartet der Meisterbrief

Lucas Bischoff ist ein besonders begabter Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und

Klimatechnik. Bei Gebrüder Willers in Rheine ist man zu Recht stolz auf ihn.

Ein junger Mann aus Neuenkirchen

im Kreis Steinfurt ist Deutschlands

bester Nachwuchshandwerker 2016

im Beruf des Anlagenmechanikers

für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Nach der Gesellenprüfung,

die er in seinem Innungsbezirk als

Bester abschloss (Voraussetzung für

die Teilnahme am Leistungswettbewerb),

und dem Wettbewerb bis zum

Sieg auf Bundesebene „büffelt“ er

jetzt im Bildungszentrum der Handwerkskammer

Münster für die Meisterprüfung.

„Wir müssen das hohe Niveau in

der handwerklichen Aus- und

Weiterbildung auf jeden Fall

erhalten.“

Stephan Willers

Der Einstieg in den Beruf

war für Lucas Bischoff ein

Schülerpraktikum bei der

Firma Gebrüder Willers in

Rheine. Der Handwerksbetrieb

ist über die Region hinaus als

Dienstleister für alle Bereiche der Gebäudetechnik

bekannt.

„Vom tropfenden Wasserhahn bis zur

hochwertigen Krankenhaustechnik“, so

erläutert Stephan Willers, sind 140Mitarbeiter

im handwerklichen und kaufmännischen

Bereich des Familienbetriebsfür

die Kunden im Einsatz. 28 Lehrlinge

werden ausgebildet. Dazu gehörte

nach dem Realschulabschluss auch Lucas

Bischoff. Während des Praktikums hatte

er Stephan Willers überzeugt, ihn in die

Ausbildung zu nehmen. Eine Entscheidung,die

der Juniorchef nicht bereut hat.

Im Gegenteil: Das Unternehmen ist sehr

stolz auf „seinen“

Bundessieger.

Für den Siegertitel

auf Bundesebene

musste der

Die Sieger-Arbeitsprobe hat inRheine einen Platz im Unternehmen von Stefan Willetrs (r.) erhalten. Er freut sich mit Lucas Bischoff über dessen Erfolg beim

Leistungswettbewerb.

Foto: Hubertus Kost

junge Handwerker

die komplette

Installation eines

Badezimmers

entwerfen und

anfertigen:

Waschbecken, WC, Heizkörper,

Schmutz- und Trinkwasserverlauf einschließlich

der Verrohrung unter Putz.

Eine „sportliche Aufgabe,“ wie er es formuliert.

Eineinhalb Tage Zeit hatteerdafür

–und er konnte mit dem Ergebnis die

Fachjury überzeugen und sich von der

„Konkurrenz“ aus ganz Deutschland absetzen.

„Man schafft was mit den Händen und

sieht das Ergebnis seiner Arbeit“, deshalb

habe er ein Handwerk gelernt, erläutert

Lucas Bischoff. Interesse und Spaß an

Technikgehöreauchdazu. Das konnteer

bereits bei seinemVater erfahren,der im

Sanitär-, Heizungs- und Klima-Handwerk

selbstständig ist und dem der Sohn

gern mal „über die Schulter“ schaute.

Dem jungen Gesellen ist bewusst, dass er

in seinem Beruf auch weiter lernen muss.

Die Technikwerde komplizierter und das

Gewerke übergreifende Arbeiten nehme

zu, betont Stephan Willers. Er sieht die

Aus- und Weiterbildung als Basis für erfolgreiches

und zukunftsorientiertes

Handwerk. „Wir müssen das hohe Niveau

in der handwerklichen Aus- und Weiterbildung

auf jeden Fall erhalten“, betont

der Diplom-Ingenieur und Diplom-Wirtschafts-Ingenieur.

Er setzt sich nachdrücklich

für die die Meisterqualifikation

ein, denn der Meistertitel sei Ausdruck

eines hohen Qualitätsstandards und deshalb

ein besonders Qualitätsmerkmal.

Das treibt auch Lucas Bischoff an. Deshalb

will er den Meistertitel erwerben –

übrigens in sogenannter Vollzeitform,

das heißt: Er besucht ganztägig die Meistervorbereitung

(„Meisterschule“) und

hat dafür den Ausbildungsbetrieb verlassen.

Zurückkommen kann er auf jeden

Fall.

Hubertus Kost

PRAKTISCHER LEISTUNGSWETTBEWERB

Seit 1951 gibt es im Handwerk den „Praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend“.

Durch den freiwilligen Berufswettkampf werden leistungsstarke

Lehrlinge in ihrer beruflichen Entwicklung gefördert, zugleich macht der Wettbewerb

auf die Ausbildungsleistungen der Betriebe und des Handwerk insgesamt

aufmerksam. Der Titel wurde im Jahr 2007 geändert in„Leistungswettbewerb

des Deutschen Handwerks –Profis leisten was“. Das soll den Leistungscharakter

noch mehr betonen.

Die besten Absolventen der Gesellenprüfungen eines Jahres in den verschiedenen

Handwerksberufen (Mindestnote „gut“, Höchstalter 27Jahre) können am

Leistungswettbewerb teilnehmen. Dabei wird entweder eine Arbeitsprobe oder

das Gesellenstück bewertet. In der ersten Stufe geht es um den Sieg auf Kammerebene.

Knapp 200 junge Handwerkerinnen und Handwerker aus dem Münsterland und

der Emscher-Lippe-Region nahmen im vergangenen Jahr am Wettbewerb auf

Kammerebene teil. Sie hatten die Gesellenprüfung als die Besten von rund 4200

handwerklichen Nachwuchskräften im Kammerbereich abgeschlossen. 48 Siegerinnen

und Sieger wurden ermittelt, die sich damit für die nächste Stufe des

Wettbewerbs qualifizierten. Zwölf junge Leute aus der heimischen Region wurden

NRW-Landessieger. Lucas Bischoff erreichte dann im bundesweiten Vergleich

den Titel „1. Bundessieger“.

Träger des Leistungswettbewerbs sind der Zentralverband des Deutschen Handwerks

(ZDH) und die Stiftung für Begabtenförderung im Handwerk. Schirmherr

ist der Bundespräsident.

-hko-

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8 MACHER &MÄRKTE

Kerstin von der Linden führte durch den Tag. Im ersten Meinungsforum debattierten (v.r.) Organisator Prof. Dr. Gerhard Nowak, Jürgen Temme vom Stadtsportbund Münster, Karin Wiessmann von der Firma

IOS, Rainer Pfuhler vom Rheingold Salon und Helmut Muthers von der Initiative 50plus.

Foro: Oliver Werner

Im multimobilen Zeitalter unterwegs

Das Wirtschaftsforum Münster beleuchtete einen ganzen Taglang alle Fragen der Beweglichkeit.

Als „Denk-Tankstelle“ für Entscheider

verstehtProf. Dr.Gerhard Nowak

die von ihm organisierten Wirtschaftsforen.

Die zweite Aufl fage in

den Räumen von WestLotto lud dazu

ein, geistig beweglich die Szenarien

und Herausforderungen des multimobilen

Zeitalters zu diskutieren.

Und die Gästekonnten dabei

für sich selbst, für das

Unternehmen und den

Markt Schlüsse ziehen.

Denn Mobilität ist natürlich

weitaus mehr,als vonAnach Bzugelangen.

Rainer Pfuhler, einer der vielen Gesprächspartner

und Referenten in Münster,

nutzte ein schönes Bild, um die

(Im-)Mobilität der modernen Gesellschaft

zu beschreiben. „Wir erleben Mobilität

heute vorallem dann, wenn wir sitzen

–imAuto, in der Bahn und im Flugzeug“,

so der Sprecher des unter anderem

auf tiefenpsychologische Marktforschung

spezialisierten Kölner Instituts

Rheingold. Im Grunde verknüpfe der

Mensch sein Vorwärtsstreben immer wieder

mit dem Wunsch nach einem Ruhepunkt.

Persönliche Bedürfnisse nach Mobilität

bildeten den Einstieg in das erkennbar

grenzenlose Thema. Gastgeber Andreas

Kötter, Geschäftsführer von WestLotto,

sprach schon in seiner Begrüßung beispielhaft

die wachsende Mobilität im

Unternehmen an –bei WestLotto festzumachen

an den Flex-Office-Tagen, die

Mitarbeitern ermöglichen, ihreArbeitbei

Bedarfvon daheim zu erledigen. Münster

insgesamt, so erläuterteBürgermeisterin

Beate Vilhjalmsson, arbeite aneiner zukunftstauglichen

Stadtentwicklung –

auchunter Einbeziehung der zahlreichen

Mobilitätsaspekte

Viel Aufmerksamkeit erhielt in einem der

drei Meinungsforen unter anderem HelmutMuthers

vonder Initiative50plus. Er

rief die Wirtschaftsvertreter dazu auf,

Stereotypen zu überprüfen. In der vernetzten

Informations-, Erfahrungs- und

Wissensgesellschaft ließe sich auch die

Generation der Älteren nicht mehr in

eine Schublade packen: „Wir brauchen

keinen Online-Shop für Senioren.“ Damit

unterschätze man jede Form der Beweglichkeit.

Unternehmerische und wirtschaftliche

Bedürfnisse nach Mobilität kamenimForum,

zu dem auch drei Workshops gehörten,

ebenso zur Sprache. Mit dabei waren

Vertreter vonRemondis und ADAC sowie

der Chef des Flughafens Münster-Osnabrück,

Prof. Dr. Rainer Schwarz. wk

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Im Juni 2014 hat Schumacher Packaging seine Betriebsstätte im AirportPark FMO in Betrieb genommen –

jetzt werden bis zu 30 Mio. Euro inden Ausbau investiert.

Bild: Schumacher Packaging

Neues Planungsrecht für Logistik und Gewerbe auf ca.

110.000 m² –60% reserviert! Foto u. Grafik: AirportPark FMO GmbH

Regio-Logistik, Dream Tec,

Schumacher Packaging:

hier wächst man erfolgreich!

Regio-Logistik hat den Betrieb erfolgreich

aufgenommen, Dream Tec mit IT-Handel

und Medizintechnik eröffnet in Kürze und

das neue Werk von Schumacher Packaging

expandiert kräftig. Die Schumacher Group

mit Stammsitz im fränkischen Ebersdorf

investiert 30 Mio. Euro insein erst 2014

eröffnetes Werk im AirportPark FMO in

Greven. Das gesamte Investitionsvolumen

beträgt dann schon rund 75 Mio. Euro. Der

Verpackungsspezialist verdoppelt damit

seine Fertigungs- und Lagerkapazitäten ein

Jahr früher als geplant und schafft 80 neue

Arbeitsplätze. Insgesamt werden in 2018

rund 200 neue Mitarbeiter im neuen Grevener

Werk arbeiten –die meisten imDrei-

Schicht-Betrieb.

Schumacher Packaging

und Airportpark FMO:

das passt!

Mit der erheblichen Vergrößerung des Werkes

im AirportPark FMO unterstreicht der

Verpackungsspezialist die strategische Bedeutung

des Standorts: von hier aus kann

Schumacher Packaging seine Kunden in

Nord- und Westdeutschland sowie in den

Benelux-Ländern sehr schnell mit allen gängigen

Wellpappeverpackungenbeliefern. Im

Juni 2014 war das hochmoderne Wellpappenwerk

in den Produktivbetrieb gegangen.

„Inzwischen ist unsere Produktion im

Werk Greven aber schon voll dreischichtig

ausgelastet“, erklärt Björn Schumacher,

Geschäftsführer der Schumacher Group.

Weitere Ausbaustufen sollen folgen, denn

zusätzliches Wachstum ist auf mehr als

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BRANCHEN &BETRIEBE 9

Vom Modul zum fertigen Haus

Mit der „Solid.Box“ hat man von Heek aus in der Welt des schnellen, aber trotzdem massiven Bauens einen neuen

Akzent gesetzt. Das System hat die Marktreife erlangt und stößt auf eine steigende Nachfrage.

In der Werkshalle in Ahaus werden die Wohnmodule fix und fertig zusammengesetzt, um anschließend per Tieflader an den Zielort transportiert zuwerden.

Fotos: Susanne Menzel

„Stein auf Stein, Stein auf Stein, das

Häuschen wird bald fertig sein …“

Werdas Kinder-Handwerkerliedvergangener

Tage noch im Ohr hat,

kann nur staunen, wenn er die moderne

Bautechnik betrachtet: Die

Häuser –indiesem Fall hergestellt

aus vorgefertigten Segmenten –werden

fertig konzipiert und ausgestattet

per Tiefl

ader an die Baustelle geliefert

und dort auf ebenfalls vorab

produzierte Fundamente gesetzt.

Einzug nach drei, vier Wochen statt

nach neun- oder mehrmonatiger

Bauzeit. „The American way of life“,

ausgeführt in deutscher Technik.

Die Wohnmodule –hier die „Studentengröße“ von 25Quadratmetern

–sind mit Küche und Bad ausgestattet. Laut Entwickler

Hermann Stegink (Foto) eignen sich diese Objekte besonders für

die innerstädtische Nachverdichtung oder eine Lückenbebauung.

Die Zukunftder „Solid.Box“.

Sie hat erst vorMonaten in

der münsterländischen

Gemeinde Heek begonnen.

Aufgeschlagen wurde

das erste innovative Kapitel mit der Errichtung

vonvier 52-Quadratmeter-Wohnungen,

in denen die Kommune inden

nächsten Jahren gefl

üchtete Familien

unterbringt. Hier, sobetonte Heeks Bürgermeister

Franz-Josef Weilinghoff, habe

man sich bewusst für eine hochwertige

Bauweise entschieden, wie sie „Solid.Box“

biete. Entwickelt von Hermann

Stegink, ausgeführt mit dem Heeker Betonwerk

Büscher, indem die Produktion

stattfindet, sowie dem Bauunternehmen

G. Büter GmbH aus Ringe, das für die

Montageverantwortlichzeichnet, als Kooperationspartner.

„Uns schwebte immer ein Konzept vor,

bei dem sich attraktive Architektur und

Nachhaltigkeit des Objektes mit massiver

Bauweise und kurzfristiger Bezugsfertigkeit

verbinden“, sagt Hermann Stegink.

2013 hat erdeshalb erste Entwicklungsüberlegungen

aufgenommen, 2016 erreichteder

fl

exible Modulbau Marktreife,

das Unternehmen „Solid.Box“ wurde offiziell

gegründet. „Und seitdem geht es

Schlag auf Schlag“, ist der 50-jährige

Emmlichheimer, der zudem als Freier

Sachverständiger in der Entwicklung und

Qualitätskontrolle von Bauwerken tätig

ist, selbst ein wenig überrascht.

Abgeschaut hatteman sich die Technologie

aus der Schiffsindustrie, wogroße

Modulevorgefertigtund später zu einem

Ozeandampfer zusammengesetzt werden.

In Amerika ist die mobile Bauweise

aus dem Rohstoff Holz ebenfalls schon

lange gang und gäbe. Diese wurde von

der Holzindustrie in den letzten Jahren

auch in Deutschlandbereits aufgegriffen.

„Solid.Box“ hingegen sieht für sich die

großen Vorteile in der Massivausführung.

„In der Bundesrepublik existiert am

Markt neben uns nur ein weiteres Unternehmen,das

ähnliche Objekteanbietet“,

weiß Hermann Stegink.

Für ihn liegen die Pluspunkteder Smart-

Betonausführung klar auf der Hand: „Die

Wohnmodule eignen sich für eine Lückenbebauung

wie auch für eine innerstädtische

Nachverdichtung und sind

dort einsatzbereit, wo bezahlbarer Wohnungsbau

in massiver Bauweise gewünscht

wird. Dabei sehen wir uns keinesfalls

nur als Erbauer von Flüchtlingswohnheimen.

Das ist eine Nutzungsform,

die momentan vielleicht stark nachgefragt

ist. Aber auch als Studenten- oder

Hotelzimmer eignen sich die flexiblen

Wohneinheiten. Ebenso stecken in ihnen

Lösungen für das Segment Seniorenwohnungen.“

►Fortsetzung auf Seite 10

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10 BRANCHEN &BETRIEBE

„Wohlfühlklima“ inbegriffen

Module kommen im Stundentakt von Ahaus nach Heek. Wenn vor Ort der Aufbau beginnt,

staunen die Nachbarn zumeist nicht schlecht.

So stehen nach Aussage von

Hermann Stegink aktuell Projekte

imSiegerland (Service-

Wohnen mit Tagespfl

ege) wie

auch im nördlichen Ruhrgebiet

(28 Wohneinheiten als günstiger

Wohnraum auf dem freien Markt) kurz

vor dem Abschluss.

Im Zeitvergleich zur herkömmlichen

Bauweise kann der Modulbau eindeutig

überzeugen: „Die reine Bauzeit vorOrt ist

über 80 Prozent kürzer. Alle Faktoren

einbezogen –von derPlanung bis zur Fertigstellung

–kommen wir auf 50 Prozent

Zeitersparnis“, rechnetHermann Stegink

vor. Dadurch, dass der Kunde vonder Planung

bis zur Ausführung alles aus einer

Hand erhalte, ließen sich auch die Baunebenkosten

um 20 Prozent allein bei der

Planung und um weitere zehn Prozent

bei Schnittstellenfehlern reduzieren. Was

für ihn weitere Qualitätsmerkmale ausmachen,

sind neben den eingesparten

Kosten auch die sehr hohe Lebensdauer

der Fassade (Stegink spricht hier von 40

Jahren länger als bei einer Wärmedämmfassade

im Verbundsystem) wie aber

auch die Energieeffizienz: „Unser

Schwerpunkt liegt auf der Nachhaltigkeit.

Die Nebenkosten, sprich die zweite

Miete, können wir durch das ausgeklügelte

Zusammenspiel von Dämmung,

Technik und Bauweise gering halten.“ Alle

Objektekönnenzudem vonder DGNB

(Deutsche Gesellschaft für nachhaltiges

Bauen) zusätzlich zertifiziert werden.

Nicht zuletzt deshalb, weil sie auch keine

fossilen Brennstoffe mehr zum Heizen

benötigen.

Standardmäßig seien die Module mit

einem „Wohlfühlklima“ ausgestattet. Stegink:

„Wer einmal herkömmlich gebaut

hat, weiß, dass gerade in der ersten Zeit

Ein Blick in das Innenleben der Fertighäuser. Die Technischen Anlagen sind bereits vormontiert.

Fotos: Susanne Menzel

die Wände noch eine hohe Feuchtigkeit

aufw

eisen, die eine Schimmelbildung begünstigt.

Das ist bei uns nicht der Fall. Zudem

können wir die Anforderungen an

erhöhten Schallschutz erfüllen, wenn der

Kundeeswünscht. Der Nachbar nebenan

kann also nicht hören, wasich in meinen

vier Wänden gerade so mache.“

Zurück in Heek: Hier kommen die Module

im Stundentakt von der Halle aus

Ahaus angerollt, wo sie vorab zusammengesetzt

wurden. Wie Lego-Steine

werden sie auf zuvor gelegte runde Fundamentsockel

gesetzt, eines nach dem

anderen. Wo gestern noch grüne Spielfl

ä-

che Kinder zum Bolzen einlud, sind über

Nacht Häuser „aus dem Boden gewachsen“.

Die Anwohner staunen nicht schlecht. Sie

beeindruckt vor allem, „dass wir nicht

über Monatemit Baulärm leben müssen.

Und die rote Farbeder Fassade, die sieht

schick aus“, kommentiert ein Nachbar.

Was ihm allerdings noch ein kleines Fragezeichen

ins Gesicht schreibt: „Wie regeln

die das denn mit Wasser, Abwasser,

Strom und Gas?“ Auch hier bleibt Hermann

Stegink keine Antwort schuldig:

„Im Grunde benötigen wir nur einen

Strom- und einen Wasser- bzw. Abwasseranschluss.“

Geheizt werden die Räume

mit Strahlungswärme von der Decke

aus. Versorgt werden dieModule über ein

Wärmesystem in Kombination mit einer

kontrollierten Be- und Entlüftung. Hermann

Stegink: „Das gewährleistet eine

Wärmerückgewinnung von über 90Prozent.“

Susanne Menzel

Stein auf Stein war gestern: Heute „schweben“ die fertig montierten Segmente ander

Baustelle ein und werden dort abgesetzt. Einzug ins neue Heim nach wenigen Wochen

statt nach mehreren Monaten.

Schiebetore

Acht Module, vier Wohnungen: Mit dem ebenfalls vorgefertigten Dach als Abschluss und der Verbindungstreppe

sind die Unterkünfte inHeek nach kurzer Zeit bezugsfertig.

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• Gepr. Techn. Betriebswirt/in

• Gepr. Fachwirt für Güterverkehr und Logistik

• Gepr. Fachkauffrau/-mann für Logistiksysteme

• Gepr. Wirtschaftsfachwirt/in (berufsbegleitende Lehrgänge)

• Gepr. Kraftverkehrsmeister/in (berufsbegleitend und Vollzeit)

• Gepr. Logistikmeister/in (berufsbegleitend und Vollzeit)

Weiterbildungen:

• Ausbildung der Ausbilder (AdA)

• Gabelstapler-, Gefahrgut- und Ladungssicherungsschulungen

• Prüfungsvorbereitungen für Auszubildende in Spedition und

Lagerlogistik

• Kraftfahrerqualifikationen

• Sach- und Fachkundelehrgänge für Güter- und Personenverkehr

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Weitergehende Informationen können Sie unter der folgenden

Adresse erhalten:

Bildungswerk

Verkehr Wirtschaft Logistik

Nordrhein-Westfalen e.V.

Telefon (02 51) 60 61-468

E-Mail: kleine-bussmann@bvwl.de

Homepage: www.bvwl.de

SOLID.BOX

Die fix und fertig mit Dusche, WC, Küchenzeile –auf

Wunsch auch mit Einbauschränken –ausgestatteten

Wohnmodule haben „Solid.Box“ und die Betonwerke

Büscher Ende letzten Jahres als zukunftsweisende

Bautechnologie nicht nur dem Bundesministerium

für Umwelt und Bauen in Berlin, sondern auch auf

der Bautec 2016 vorgestellt. Stegink: „Die Resonanz

war enorm. Ministerin Barbara Hendricks hat sich

sehr interessiert daran gezeigt, wie bezahlbarer

Wohnungsbau zudem auch funktional und komfortabel

umgesetzt werden kann. Vor allem, dass mit

den Modulen Standortwechsel zukünftig kein Problem

mehr sind, hat sie überrascht.“

Zurückhaltend gibt sich Hermann Stegink bei der

Preisfrage: „Die Module sind trotz allem kein Objekt

von der Stange. Deshalb gibt es auch keinen Preis,

der sich auf alle Varianten übertragen lässt. Die

Kosten müssen für jeden Kunden individuell berechnet

werden. Sie hängen nicht nur von den örtlichen

Gegebenheiten, sprich der Beschaffenheit der Bodenverhältnisse,

ab, sondern ebenso von der Größe

der Module und der gewünschten Ausstattung.


BRANCHEN &BETRIEBE 11

Weniger ist am Ende mehr

Die Lüdinghauser Firma PE.WE. entwickelte gemeinsam mit britischen Unternehmen eine Sandwich-

Verpackung, die einen deutlich geringeren Kunststoffanteil hat. „Eine Revolution für den Markt.“

Die Geduld hat sich gelohnt: Die Firma

PE.WE. in Lüdinghausen ist seit

Kurzem mit einer Pappverpackung

für ihre Sandwiches am Markt, die

mit 82 Prozent weniger Kunststoff

auskommt und damit insgesamt 40

Prozent an Verpackungsmaterial

einspart. „Wedge heißt diese Art der

Verpackung, die denSandwichmarkt

revolutionieren wird“, ist Annekatrin

Wünsche überzeugt. Zusammen

mit ihrem Vater Peter Wünsche sowie

Henric Birrong fungiert sie als

Geschäftsführerin des 1975 gegründeten

Familienunternehmens.

„Gerade im technischen Bereich ist

der Fachkräftemangel für uns ein

wichtiges Thema.“

Annekatrin Wünsche

Ver Vi Jahre dauerte die Entwicklung

in Kooperation mit

zwei Firmen in Großbritannien.

Bis datogab es auf dem

deutschen Markt zwei Verkaufsverpackungen

für Sandwiches,

Wraps, Baguettes und andere Snacks:

entweder komplett aus Kunststoff oder

aber mit zusätzlicher Pappummantelung.

„Letzteres ist verkaufsfördernder,

da es höherwertiger aussieht. Allerdings

war uns der zusätzliche Müll immer ein

Dorn im Auge“, macht Annekatrin Wünsche

deutlich. Umso mehr freut sie sich,

endlich Maschinen und Verpackungsmittelhersteller

gefunden zu haben, „die uns

in die Lage versetzen, unsere Produkte

unter Schutzatmosphäre herzustellen

und mit deutlich weniger Verpackungsmaterial

auszukommen“.

PE.WE. hat sich das Exklusivrecht für den

deutschen Markt gesichert und die Neuheit

bereits einigen Kunden vorgestellt,

weitere folgen in Kürze. „Während wir

ansonsten vielfach unter Handelslabeln

produzieren, bringen wir jetzt auch eine

eigene Linie mit dem Namen ,Hello Sandwich‘

auf den Markt“, erzählt Annekatrin

Wünsche. Vorgestellt

wurde sie

auf der Gastronomie-Messe

Internorga

Mitte März

in Hamburg. „Wie

bei allen anderen

Drei-Schicht-Betrieb: Bei PE.WE. sorgen rund 370 Mitarbeiter dafür, dass täglich mehr als 200 000 Snackartikel vom Band rollen.

Produkten verzichten

wir auch

bei unserer eigenen

Linie auf Konservierungsstoffe und

Geschmacksverstärker“, betont Peter

Wünsche. Das Unternehmen verfügt

nicht nur über die Flexibilität und

Schnelligkeit, um auf individuelle Wünsche

einzugehen. „Wir sind auch deshalb

in unsererBranche deutschlandweit führend,

weil wir für unsere Kunden komplette

Konzepte entwickeln“, macht Annekatrin

Wünsche deutlich.

Der Erfolg spiegelt sich nicht nur im Umsatz

–zuletzt lag der bei knapp 50 Millionen

Euro –wieder. Das macht auch der

Platzbedarfdeutlich. Das 2011 bezogene

Produktionszentrum reicht schon nicht

mehr aus. „Daher produzieren wir zurzeit

auch wieder an unserem Standort an

der Carl-Sonnenschein-Straße“, so Peter

Wünsche. Die PE.WE.-Geschäftsführer

planen bereits eine Erweiterung des neuen

Produktionszentrums an der Heinrich-Hertz-Straße.

Doch es sind nicht nur die räumlichen Kapazitäten,

bei denen das Unternehmen

an seine Grenzenstößt. „Geradeimtechnischen

Bereich ist der Fachkräftemangel

für uns ein wichtiges Thema“, sagt Annekatrin

Wünsche. Wohlwissend, dass

PE.WE. damit – gerade im ländlichen

Raum –nicht alleine dasteht. „Und dabei

sind wir noch in der glücklichen Lage,

viele langjährige Mitarbeiter zu haben,

die zum Teil seit über 30 Jahren bei uns

sind“, hebt PeterWünsche hervor.Daher

werden Nachwuchskräfte auch direkt im

Betrieb ausgebildet. „Nur im technischen

Bereich fehlen uns die Möglichkeiten dazu“,

bedauert Annekatrin Wünsche.

Anne Eckrodt

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Fotos: Anne Eckrodt

PE.WE.

Das 1975 gegründete Familienunternehmen PE.WE. startete

mit einem Frischdienst und belieferte Gaststätten –vor

allem die klassische Kneipe ohne eigene Küchenkonzession

–mit Hotdogs, Baguettes oder Burgern, die im Ofen

aufgebacken wurden. Heute produziert PE.WE. belegte

Sandwiches, Wraps, Baguettes und andere Snackartikel,

und zwar 200000 bis 250000 Stück pro Tag. Dafür sorgen

rund 370 Mitarbeiter. Circa 20 von ihnen sind in der Verwaltung

an der Carl-Sonnenschein-Straße tätig, die anderen

arbeiten im Drei-Schicht-Betrieb an sechs Tagen pro

Woche im neuen, 2011 inBetrieb genommenen Produktionszentrum

an der Heinrich-Hertz-Straße sowie neuerdings

aus Platzgründen zum Teil auch wieder am alten

Standort. PE.WE. beliefert alle Lebensmitteleinzelhändler

in Deutschland sowie die Discounter mit Ausnahme von

Lidl. Außerdem hat das Lüdinghauser Unternehmen seit

einigen Jahren in der Verkehrsgastronomie Fuß gefasst,

so zählen Fluggesellschaften und die Deutsche Bahn

ebenfalls zu den Kunden. Gleiches gilt für Ikea. Wer dort

frühstückt, bekommt einen von PE.WE. vorkonfektionierten

Teller mit Marmelade, Käse, Lachs und Co. -ae-

Präsentieren die neue, deutlich weniger

Material verbrauchende Sandwich-Verpackung:

Annekatrin und Peter Wünsche.


12 BRANCHEN

Auf allen Kommunikationska

Das Vredener Unternehmen Laudert hat sich von der Klischee-Anstalt zum Dienstleister in der Multi-Channel-Media-Wel

Fest verankert imMünsterland: Die Firmenzentrale von Laudert hat ihren Sitz in Vreden im Kreis Borken.

Foto: Laudert

Vreden, Hamburg, Stuttgart, Bangkok,

Ho-Chi-Minh-Stadt (ehemals

Saigon) –was diese Städte gemeinsam

haben? Den Namen „Laudert“.

Mit seinen westfälischenWurzeln im

Münsterland fest verankert, ist der

Dienstleister für die Multi-Channel-

Media-Kommunikation als Global-

Playernicht nuringanz Europa, sondern

bis hin nach Thailand und Vietnam

auf denKontinenten unterwegs.

Vorzugsweise auf der Datenautobahn.Gegründet

wurde das Unternehmen

1959 als Klischee-

Anstalt, beschäftigt sich also

in der Druckvorstufemit

Verfahren zur Wiedergabe

von Bildern und Texten, die zur Herstellung

vonDruckformen fürdie verschiedenen

Druckstufen dienten. Und auch mit

dem Vervielfältigen von Vorlagen und

Daten mithilfe von fotografischen sowie

digitalen Verfahren. Dieser Grundsatz ist

geblieben –allerdings inzwischen in modernster

Form. Die Fotos werden heute

bearbeitet und veredelt, für Print und E-

Commerce entsprechend aufb

ereitet.

„Dennoch liegt unser Fokusnach wie vor

auf dem perfekten Bild“, betont Jörg Rewer,

neben Rainer Laudert und Andreas

Rosing einer der drei Geschäftsführenden

Gesellschafter.

Wer heute einen Werbeprospekt in der

Hand hält, sei es mit Mode-, Schmuck-,

Badezimmer-, Wäsche- oder sonstigen

Artikeln bestückt, kann überwiegend davon

ausgehen, dass das Vredener Unternehmen

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Kundenliste li

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Group, Takko

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Jörg Rewer.

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30.06.2017. 3 Setzt zu einem späteren Zeitpunkt ein. Abbildung

zeigt Sonderausstattung gegenMehrpreis.

Er hat uns einfach überzeugt.“

Mit dem 29-jährigen

Ammar Wanli hat das

Unternehmen Laudert

jetzt zum ersten Mal einen

Mitarbeiter mit Flüchtlingshintergrund

eingestellt. Ammar, geboren in

Syrien, hat an der Arabischen Internationalen

Universität in Damaskus studiert

und in den Emiraten sowie in Syrien

schon als Web-Entwickler sowie

als Projektkoordinator und Projektmanager

gearbeitet, bevor erimletzten

Jahr nach Deutschland kam. Fitinder

englischen sowie in der arabischen

Sprache, musste der inzwischen in

Stadtlohn wohnende Ammar hier zunächst

einmal intensiv Deutsch lernen.

Über den Integrations-Point der Agentur

für Arbeit und das Jobcenter wurde

er dann der Berufsbildungsstätte

Westmünsterland für eine Qualifizierungsmaßnahme

zugewiesen. BBS-Arbeitsvermittler

Heiko Wensing: „Nach

dem intensiven Deutschkurs stand ein

Digitaldruck auf Hochglanz –eine weitere Spezialität imHause

Laudert.

Willkommen im Team: Geschäftsführer Jörg Rewer (

Jürgen Jung, Teamleiter IT (r.), Ammar Wanli .

Praktikum an,für das wir uns gemeinsam

nach einem geeigneten Unternehmen

umgeschaut haben. Ich habe sozusagen

die Steigbügel gehalten, damit

Ammar reiten kann.“ Dass die

Wahl aufdie Firma Laudert fiel, „war

ein Glücksfall für alle Seiten“, ist

sich Heiko Wensing sicher. Dem

stimmt auch Jörg Rewer, Geschäftsführender

Gesellschafter bei Laudert,

gerne zu: „Ammar Wanlis Vita

warpassend für das, waswir suchen.

Während seines Praktikums hat er

sich dann so geschickt und engagiert

angestellt, dass wir gesagt haben: Er

ist mit seinem Fachwissen sowie

auch vonder menschlichen Seiteher

eine gute Ergänzung in unserem

Team.“

Anfang Februar hat Ammar seinen

Arbeitsvertrag als Software-Entwickler

unterzeichnet. Parallel dazu

absolviert er in den nächsten Monaten

noch ei

rationskurs

lerHeiko W

mehreren

In der aktu

nahme bef

fl

üchtete M

chen Ban

über den P

malenden

Kreative A


&BETRIEBE

13

nälen unterwegs

tentwickelt. Der Fokus liegt noch heute auf dem perfekten Bild.

it Hand angelegt hat. Die

est sich wie das „Who´s

che: bon prix, Jack Wolfsfamily,aber

auch die Otto

, Grohe, WMF oder der

nd nur einige der bekannauf

einer langen Liste.

Bildbearbeiter haben wir

zten 20 Jahren zu einem

eister entwickelt“, sagt

„Klassisch waren wir zuandhandelbeheimatet.

Da

en Fotos Falten geglättet

tfernt. Inzwischen sind die

ntlich komplexer, die NotrKommunikation

wie aber

zialisierung auf E-Commer

bedeutsamer.“ Dem

nicht nur die Herstellung

nzprospektes oder -katalomuss

auch für die Verwensweise

in den Internethend

fotografiert und prän.

Datenpfl

ege inklusive.

ist das komplette Paket“,

er. Ein wichtiges Arbeitsudie

Fotostudios, „Bei der

ersten Studios vor 18 Jahrdort

noch zwischen drei

beitern beschäftigt“, blickt

ührende Gesellschafter zut1986

als Druckvorlagenbi

in dem Unternehmen anmLaufeder

Jahreüberdie

eiche an die Firmenspitze

that. Inzwischen hat Laurt,

weitere Standorte in

Stuttgart sind hinzugerals

60 Mitarbeiter sind

Aus Paris und Brasilien sind die beiden Models angereist. In Vreden stehen sie für einen

Tagvor der Kamera.

dort im Einsatz. Jörg Rewer: „Wir machen

nicht mehr nur eine Abbildung von

Modelund Ware.Jeder Artikel wirdinallen

Farben fotografiert. Da explodieren

die Fotomengen.“ Und die müssen entsprechend

aufb

ereitet und verwaltet werden.

Der 46-Jährige Geschäftsführer ist

stolz, „dass sich gerade in dieser Verbindung

zwischen kreativem und Prozessdenken

unser Alleinstellungsmerkmal

manifestiert. Das ist nachgefragt und da

bewegen wir uns unter den Top-3-Fotostudios

in diesem Bereich in Deutschland.“

Dass die Mitarbeiter hinter dem Konzept

stehen und es mit leben, daran ist Laudert

sehr gelegen. „Die Work-Life-Balance erhält

ein immer stärkeres Gewicht“, haben

die Chefs erkannt. Der Anteil der weiblichen

Beschäftigten liegt bei rund50Prozent.

„Fachlich guteKräftezugewinnen,

ist gerade im Münsterland nicht einfach“,

sagt JörgRewer.„Speziell der IT-Bereich

ist ein hart umkämpfter Markt.“ Deshalb

setzt Laudert auch auf eine eigene Ausbildungsakademie.

Insgesamt über 30

Azubis hat das Unternehmen unter Vertrag.

Diejenigen, die in Hamburg oder

Stuttgart ihr Handwerkszeug erlernen,

müssen sich im ersten Ausbildungsjahr

zunächst einmal am Vredener Stammsitz

die Sporen verdienen. Zur Unterbringung

der Nachwuchs-Spezialisten hat

Laudert eigens eine Wohnung angemietet.

„Natürlich sind unsereverschiedenen

Standorte für alle von Vorteil“, betont

Jörg Rewer. „Wir freuen uns immer,

wenn es Auszubildende gibt, die vonhier

aus auch mal nach Stuttgart oder Hamburgwollen.

Momentan haben wir einen

IT-Azubi, der gerne in Vietnam tätig sein

will. Das sind wir natürlich gerne bereit,

ihm das zu ermöglichen.“ Bangkok sowie

Ho-Chi-Minh-Stadt sind die Laudert-

Standorte vor allem für die Bildbe- und

Datenverarbeitungsowie die IT-Entwicklung,

die durch die Zeitverschiebung zusätzliche

Flexibilität und Kapazität schaffen.

Denn mit dem Fotografieren allein ist es

nicht getan. Eine riesige logistische Herausforderung

ist auch die Anlieferung

der Ware, die gleich LKW-weise an den

Produktionsort gebracht wird. Enorme

Flächen müssen dafür vorgehalten werden.

Die Artikel werden erfasst und mit

einem Barcode versehen. Jedes Teil wird

von allen Seiten einzeln abgelichtet. Liegend

und hängend, mit und ohne Model.

Letztere reisen hierzu übrigens aus aller

Welt an –und einigevon ihnen „sehen in

Vreden erstmals Kühe auf der Weide in

natura“. Die so produzierten Datenmengen

–das sind beispielsweise rund eine

halbe Million Produktbilder pro Jahr –

müssen natürlich gesichtet, sortiert und

aufb

ereitet werden. „Dabei greifen wir

dann aufunsereAsien-Standortezurück.

Nicht zuletzt müssen für eine Katalogoder

Prospektherstellung auch die vom

Kunden gelieferten Produktdaten mit

unseren aus den Datenbanken zusammengeführt

werden.“ Und zwar in Vreden,

dem münsterländischen Dreh- und

Angelpunkt für die globale Katalog- und

Shopwelt.

Susanne Menzel

LAUDERT GMBH &CO. KG

Gegründet 1959, inzwischen mehr als 420 Mitarbeiter/innen

(darunter 70 für den IT-Bereich) an fünf Standorten:

Vreden, Hamburg, Stuttgart, Bangkok und Ho-Chi-Minh-

Stadt.

Geschäftsbereiche: Medienproduktion, Produktfotografie,

Medien-IT und Digitaldruck. 9500 Quadratmeter Produktionsfläche.

Am Stammhaus inVreden wird der Standort gerade erweitert,

um mehr Platz für Lager und Fotostudios zu

schaffen. Ziel ist es, an etwa 30Sets gleichzeitig die Fotoproduktion

zu ermöglichen.

Qualitätssiegel seit 2011 (2014 re-zertifiziert) als „Familienfreundlicher

Arbeitgeber“. Laudert hält inKooperation

mit einer Vredener Kita Plätze für die Kids der Mitarbeiter/innen

vor.

Ausgezeichnet unter anderem als „Partner des Jahres“

(2016), mit dem „Golden Cart Award“ (2016) oder auch

mit dem „Großen Preis des Mittelstandes“ (2013).

ichte

rt Fuß gefasst

VIELE BAUSTEINE FÜR

EINEN ATTRAKTIVEN

REGIONALVERKEHR

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Immer mehr Menschen in Westfalen-Lippe nutzen für ihre Wege zur Arbeit und im Alltag

den umweltfreundlichen Regionalverkehr auf der Schiene. InZukunft wird das Angebot

für die Reisenden noch attraktiver: Ab Ende 2018 gehen die ersten neuen Züge des Rhein-

Ruhr-Express (RRX) auf die Schiene und sorgen für mehr Komfort und Barrierefreiheit.

Darüber hinaus machen Modernisierungen an vielen Bahnhöfen und der neue Westfalen-

Tarif Fahrten in der Region noch einfacher.

l.) begrüßt gemeinsam mit

Fotos (4): Susanne Menzel

nen mehrmonatigen Integ-

. Für BBS-Arbeitsvermittensing

„ist Ammar eine von

rfolgsgeschichten.“

ellen Qualifizierungsmaßinden

sich zurzeit neun geenschen,

mit einer berufl

i-

dbreite vom Fliesenleger

rogrammierer bis hin zum

ünstler. Susanne Menzel

der: ein Projekt der Auszubildenden als Blickfang im Foyer.

Fotos: Susanne Menzel

Fast 420.000 Menschen sind jeden Tag im Regionalverkehr in

Westfalen-Lippe unterwegs. Ein verändertes Mobilitätsverhalten

sowie stetige Ausweitungen und Verbesserungen im

Verkehrsangebot haben zu einer sprunghaften Nachfragesteigerung

geführt, die immer noch anhält. DerRRX ist ein wichtiger

Meilenstein auf dem Weg zueiner noch attraktiveren

Mobilität auf der Schiene. Das wichtigste Schienenprojekt in

Nordrhein-Westfalen wird den Regionalverkehr im Land auf

eine neue Stufe heben. Nach dem Aus- und Umbau der Infrastruktur

soll auf der Kernachse zwischen Köln und Dortmund

ein15-Minuten-Takt herrschen. Vonder Weiterführung der Linien

und Verbesserungen bei bestehenden Anschlüssen profitiert

auch Westfalen-Lippe. „Der RRX leistet einen wichtigen Beitrag,

um das erfreuliche Fahrgastwachstum inder Region weiter zu

verstetigen“, betont Burkhard Bastisch, Geschäftsführer des

Nahverkehr Westfalen-Lippe(NWL).„Er schafft bessere Verbindungen

für Reisende innerhalbder Region undstärkt die Anbindung

an das Ruhrgebiet, das Rheinland sowie an Kassel und

Koblenz. Das ist eine gute Nachricht für viele Millionen

Menschen in Westfalen-Lippe.“

Eine neue Zugangsqualität

Bereits abEnde 2018 gehen nach und nach die modernen RRX-

Züge auf die Strecke. Mit mehr Sitzplätzen und hochwertigen

Ausstattungsstandards machen sie Fahrten im Regionalverkehr

erheblichkomfortabler. Dazu zählen unteranderemhochwertige,

bequeme Sitze, ein bessererMobilfunkempfang durch neuartige

Scheiben und große Monitore für die Fahrgastinformation. Stufenlose

Ein- und Ausstiege sowie großzügig geschnittene Einstiegsräume

erleichtern das Reisen insbesondere für Menschen

mit Mobilitätseinschränkungen. Zudem schafft die Modernisierung

von 16Bahnhöfen entlang der RRX-Strecken in Westfalen

sowie von 41 weiteren Stationen in der Region eine neue

Zugangsqualität. Neben Anpassungen der Bahnsteighöhen, um

einenniveaugleichen Einstiegindie RRX-Zügezugewährleisten,

gibt es zahlreiche weitere Verbesserungen

bei der Barrierefreiheit.

Sowerden vielerorts

neue Aufzüge errichtet,

Rampen angelegt

undLeitstreifen für Sehbehinderte

angebracht.

Auch die Aufenthaltsqualität

erhöht sich –

zum Beispiel durch einen

besseren Wetterschutz sowie

Investitionen in Beleuchtung,

Fahrgastinformation und Wegeleitsysteme.

Burkhard Bastisch

Geschäftsführer

NahverkehrWestfalen-Lippe (NWL)

WestfalenTarif erleichtert Orientierung

Zu einem attraktiven und einfach nutzbaren System gehört

auch ein gut verständlicher Tarif. Die Partner des Nahverkehrs

in Westfalen führen daher zum 1.August dieses Jahres den

WestfalenTarif ein. Er löst die fünf bislang bestehenden regionalen

Nahverkehrstarife ab. Durch die Vereinheitlichung des

Tarifsystems verringert sich die Informationsfülle für den Fahrgast

deutlich –ererhältein verständlicheresBild und eine bessereOrientierung.

Verbesserungen bei der Fahrplan- und Tarifauskunft

erleichtern den Zugang zum öffentlichen Verkehr zusätzlich.

„Wir arbeiten permanent an einem kundenfreundlichen

und leicht zugänglichen Angebot für unsere Fahrgäste.

Der WestfalenTarif ist dabei ein ganz wichtiger Baustein“,

unterstreicht Bastisch.

Mehr zum Thema:

www.nwl-info.de · www.rrx.de


14 BRANCHEN &BETRIEBE

Gerne auch mal doppeldeutig

Das Unternehmen Tante Tomate aus Borken gibt mit pfiffigen Einfällen der

Welt der Gewürze zuweilen eine ganz neue Schärfe. Renate Thesing und ihr

Team lassen der Fantasie dabei freien Lauf.

„Warum das Pferd nicht von

hinten aufzäumen?“

Renate Thesing

Mit gut gewürzten Provokationen

kitzelt Tante Tomate Gaumen und

Geist: Dass die Goldlettern „PorNo“

mit großem Nauf dem schwarzen Label

des Weißblechdöschens direkt

unter der 0190er-Nummer und dem

Gebrauchshinweis „Sehr reizend zu

frischem Fleisch“ auch „no Porree“

heißen könnten, ist Firmengründerin

Renate Thesing beim Mitarbeiter-

Brainstorming in den Kopf gekommen.

Damit war der perfekte Name

für die Bestseller-Würzmischung

„ohne Porree“ geboren.

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Zwischen Bergen aus Curry und getrockneten Kornblumenblüten: Manufakturchefin Renate Thesing und Vertriebsleiter Benjamin Grodde testen die Qualität

der Gewürze mit allen Sinnen.

Fotos: Maike Harhues

Dass dieserbesonderePorno

auch noch mit Aroma gefüllt

werden musste, war

erst der zweite Schritt:

„Warum das Pferd nicht

vonhinten aufzäumen? Sich vomNamen

für den Inhalt inspirieren lassen? Viel

einfacher –und die Mischung entspricht

viel mehr dem, was draufsteht“, findet

die Chefin von 70Mitarbeitern.

Für die 250 Döschen mit der einschlägigen

„Ohne-Poree-Mixtur“ kippt die 50-

Jährige bunten Pfeffer, Meersalz, braunen

Zucker, scharfe Paprika, Kräuter der

Provence und Oregano in den großen

Ebäcko-Kneter.

Die Maschine walgt die Gewürze ordentlich

durch, und Renate Thesing wagt

trotz der Schärfe des Produkts und der

frühen Vormittagsstunden immer wieder

einen Sensoriktest. Nicht nur der Duft ist

entscheidend: Die Feinkostchefin nimmt

wieder und wieder eine kleine Probe und

mutet sie ihrer Zunge zu, hat jetzt schon

die Idee in ihren Geschmacksknospen,

wie sich „PorNo“ auf gegrilltem Fleisch

entfaltet: „Entscheidend sind schlicht

und einfach lange Erfahrung und die

Qualität der einzelnen Gewürze. Wir

kaufen bei 20 Händlern europaweit. Wer

gutes Chili hat, muss noch längst keinen

guten Pfeffer haben.“

Da guckt

die Gewürzexpertin

dann auch

nicht so sehr auf

den Preis ihrer

Rohstoffe.

„Für unser neues

Veggy-Gewürz

brauchten wir feines KalaNamakSalz.

Das müssen wir nur aus Amerika importieren

und erinnert mich stark an die Zeiten,

als man genauso gut mit Safran wie

mit Gold zahlen konnte“, schmunzelt

Thesing. Nur umeine Nase in das Säckchen

mit dem für die vegane Küche unverzichtbaren

Salz zu stecken und angewidert

das Gesicht zu verziehen: „So pur

stinkt das teure Salz unfassbar nach faulen

Eiern.“

Mit ihren Gewürzmischungen unter buntemLabel

und hippemNamen ist Thesing

seit vier Jahren Trendsetterin: Etwa 20

Prozent der Unternehmenskapazitäten

fl

ießen in das Firmensegment rund um

„Barbie-Q“, „Julius Caprese“ und „Georg,

der Landmann grillt“. Mittlerweile haben

die eigenwilligen Kreationen in über 100

knallbunten Variationen die Regale von

gut 100ausgewählten Supermärkten der

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Die vielsagenden Label werden per Hand

auf die Gewürzdöschen geklebt.

Region erobert, der Online-Shop fl

oriert,

die Stelle für Vertriebsleiter Benjamin

Grodde wurde neu geschaffen.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt,

als Nächstes kommt „Einhorngewürz“

aufden Markt. Wasdrinsein soll, ist noch

nicht klar: „Irgendwiepink und vielleicht

mit Zauberzucker.“ Rieselhilfen und Zusatzstoffesind

bei TanteTomatetabu. Als

nächstes Projekt steht für Thesing die Eroberung

des Bio-Segmentsauf der Agenda:

„Da beginnen wir erst einmal vorsichtig

mit drei Gewürzmischungen“, verrät

die Selfmade-Frau ihre Pläne.

Denn seit 28 Jahren lebt die Mutter

zweier Kinder unternehmerisch den amerikanische

Traum par excellence im

Münsterland: Eigentlich angefangen hat

Tante Tomate –„mein Neffe hat mich

statt Tante Renate immer Tante Tomate

genannt“ –1989 mit einem einzigen Olivenstand.

„Und das, obwohl ich Oliven

noch nicht einmal mochte.“ Mittlerweile

verkauft Renate Thesing zwar immer

noch Oliven, aber auch frisch zubereitete

Antipasti, Schafskäsecremes, Dips, Schalen-

und Krustentiereinsieben dunkelroten

Retro-Marktanhängern im Umkreis

von 100 Kilometern von der Zentrale.

„Die haben wir extra nach unseren eigenen

Vorstellungen und mit viel Überredungskünsten

bei einem Wagner im

Odenwald bauen lassen“, berichtet Thesing.

Und wie bei den Gewürzen hat die

extravaganteUnternehmerin die Lust der

Namensgebung gepackt, und so rollen

frühmorgens Vintage-Verkaufsstände

Frieda, Agathe, Elektra, Hera und Ikarus

vom Hof.

Das gesamte Unternehmen ist vor Kurzem

ein paar Hundert Meter Luftlinie an

den neuen Standort an der Landwehr mit

Event-Räumlichkeiten und begrüntem

Atrium umgezogen. So wirklich abschalten

und den Geist freibekommen kann

Thesing eigentlich nur noch beim Golfspielen.

Und korrigiert sich selbst: „Wenn

man davonabsieht, dass ,Birdie‘, die Gefl

ügelwürzmischung mit der Nummer 18

im golfgrünen Label, natürlich auf dem

Golfplatz geboren wurde und ein Kompliment

an all die ist, die das Birdie schon

geschafft haben.“

Für jedesHobby, jede Stimmung und Vorliebe

hat TanteTomatedie gewürzteAntwort:

Als die Unternehmerin Borkens

Stadtoberen je ein Döschen „Marie Juana“

als Willkommensgeschenk inihren

neuen Firmenräumlichkeiten in die Hand

drückt, wechseln keinesfalls je 45 Gramm

Marihuana den Besitzer –sondern eine

Gewürzmischung aus Basilikum, Oregano,

Petersilie, Rauchsalz, Hanfmehl aus

Pfl

anzen mit einem THC-Anteil vonunter

0,2 Prozent, Hopfenblüten, Lemongras

und libanesisches Chili.

►Fortsetzung auf Seite 15

Geburt der Hamburger-Gewürzmischung mit Pul Biber im Teigkneter:

Erst die getrocknete und zerstoßene Paprika verleiht der

Mischung das Aroma, das den geschulten Gaumen von Renate

Thesing zufriedenstellt.


BRANCHEN &BETRIEBE 15

Mit einem Dreiklang zum Erfolg

Steffen Schulz, Professor für Produktdesign und -entwicklung an der Fachhochschule Münster,

kennt das Zusammenspiel von Qualität, Marke und Verpackung.

Qualität, Marke und Verpackung

bilden einen Dreiklang.

Wenn der harmoniert,

greifen die Kunden

zu. Dass bei dieser Inszenierung

aus einem „profanen“

Gewürz ein unterhaltsames Präsent

und Lifestyleprodukt werden kann, erläutert

Steffen Schulz, Professor für Produktdesign

und -entwicklung an der

Fachhochschule Münster, im Interview

mit unserer Autorin Maike Harhues.

Was setzt den kaufentscheidenden

Impuls: die Verpackung oder die

Qualität eines Produktes?

Steffen Schulz: Es ist immer ein Zusammenspiel

vonBekanntheitsgrad der Marke,Produkt

und Verpackung. Große Marken

werden durch ihr Corporate Design(-Packaging)

erkannt. Die weniger

bekanntenMarken müssen sich im Regal

von ihren Mitbewerbern absetzen. Da

spielt das Packaging eine große Rolle, um

Aufmerksamkeit zu erreichen. Die Verpackung

hat also auch die entscheidende

Aufgabe, die Qualität des verpackten Produktes

dem Kunden gegenüber in kürzesterZeit

zu kommunizieren. In vielen Fällen

löst letztendlich den kaufentscheidenden

Impuls aber das Wissen um die

reale Qualität des Produktes aus. Beim

Abwägen von gleichwertigen Produkten

spielt dann auch der „Mehrwert“der Verpackungen

eine Rolle. So kann je nach

Anspruch der „Geschenkcharakter“ oder

ein besonderer Zweit-(Nach-)Nutzen von

Verpackungen bei der Abwägung den finalen

Ausschlag für ein Produkt geben.

Nimmt die Bedeutung des optisch/

haptischen Auftritts eines Produktes

in den vergangenen Jahren tendenziell

zu?

Schulz: Da die Verpackung den ersten

physisch-realen „Eindruck“ des Produktes

bildet, versuchen Verpackungsentwickler

und Agenturen alles möglich zu

machen, um in kürzester Zeit den bestmöglichen

Eindruck eines Produktes zu

vermitteln. So sind mittlerweile haptische

Oberfl

ächen Standard. Der Trend

geht zu interaktivem Packaging. Verpackungen

werden zu emotionalen Markenbotschaftern,

die die Kunden binden

und mit ihnen kommunizieren.

Sind Produkte wie Gewürze, deren

Güte aufgrund fehlender sichtbarer

Qualitätsattributeschwerzuerkennen

ist, besonders dafür prädestiniert,

durchdie äußereHülle ein Alleinstellungsmerkmal

zu erhalten?

Schulz: Sicherlich gibt es Produkte, die

aufgrund ihrer Art direkter und damit

vielleicht auch einfacher verpackt und in

Szene gesetzt werden können. Gewürze

entfalten ihre ganze Qualität nur im unverpacktem

Stadium. Die Herausforderung

ist es, Düfte und Geschmäcker

durch visuelle Mittel zu kommunizieren.

Steffen Schulz, Professor für Produktdesign

und -entwicklung

Da hilft es dann manchmal auch, durch

außergewöhnliche Alleinstellungsmerkmale

sich von der Konkurrenz zu unterscheiden.

Verwandelt erst das Design, gekoppelt

mit einem doppeldeutig-amüsanten

Namen, eine aromatische

Gewürzkomposition zu einem Lifestyleprodukt,

für das Verbraucher

auch bereit sind, tiefer ins Portemonnaie

zu greifen?

Schulz: Durch ein entsprechendes Naming

erhält der Verbraucher in der Tat

nicht nur das Produkt, sondern kauft

letztendlich ein Szenario. Damit kann ein

Hersteller,durch einen gezielt gewählten

Produktnamen, über sein Produkt hinaus

Lifestyle als eine Art Mehrwert mitliefern.

Sicherlich können Produktnamen

auch Gewürzkompositionen insofern

aufw

erten, als dass sie die Szenarien und

Anregungen liefern. Wenn die Verpackungen

insgesamt auch noch „geschenkig“

gestaltet sind, kann aus dem

„profanen“ Gewürz ein unterhaltsames

Präsent werden.

Lässt sich mit einer wertigen Verpackung

derPreis, der für ein Produkt

zu erlösen ist, deutlich nach oben

treiben? Wenn ja, wo liegen Limits,

bei deren Erreichen der Verbraucher

wieder zurückschreckt?

Schulz: Da die Verbraucher automatisch

Produkte und Preise vergleichen, kann

ein Preis nicht ohne Limit nach oben getrieben

werden. Da muss das höherpreisige

Produkt im Vergleich zur Konkurrenz

mehr bieten. Das kann über die Verpackung

erreicht werden, wenn sie z.B.

mehr Komfort im Handling oder eben

einen Geschenkcharakter mitliefert. Das

Limit liegt immer da, wo der Verbraucher

nicht mehr gewillt ist, einen, aus seiner

Sicht, ungerechtfertigten Preis zu bezahlen.

Diese Sicht beruht auf den individuellen

Erfahrungen und Werten.

Kulinarischer Brückenschlag: Ihre Kompositionen probieren Gregor Stix (l.) und Dirk Rathoff

erst beim Kochen aus, bevor die Gewürzmischung in die Dose und in die Post für

den brummenden Online-Handel kommt.

Foto: Würzpfade

Genusserlebnisse

„Würzpfade“ in Senden gehen ihren eigenen Weg.

Andernorts im Münsterland

lassen zwei Köche ganz ohne

Doppeldeutigkeit die Zutaten

sprechen: Wo Shichim

Togarashi auf dem Ge-

Ai

würzdöschen der Manufaktur Würzpfade

draufsteht, ist der japanische „Sieben-

Gewürz-Chilipfeffer“ drin: Shichimi Togarashi

ist in seinen Zutaten grob gemahlene

rote Chilischote, Mandarinenschale,

Sesam-, Mohn- und Hanfsamen, Nori

undSansho, ein Verwandter des Szechuanpfeffers,

klar definiert und damit für

Dirk Rathoff von „Würzpfade“ eine besondereHerausforderung:

„Ich kann also

nur das Mengenverhältnis der Komponenten

verändern und will nicht, dass

nur die Schärfe des Chilisüberwiegt.“ Etwadie

Hälfteseiner Arbeitszeit steckt der

Koch und Betriebswirt in die Gewürzproduktion,

mischt der Frische wegen in

kleinsten Mengen: „Der Onlineshop

brummt.“ In der Gewürzmanufaktur und

Kochwerkstatt in der Sendener Bauerschaft,

ein trotz des Hypes ums Kochen

bisher wohl einzigartiges Unternehmen

im Münsterland, kreiert der 53-Jährige

zusammen mit Kochkollege Gregor Stix

nicht nur ausgefallene Gewürzmischungen,

sondern lehrt sie beim Kochen zu

verwenden: KocheventszuBarbecue, Sushi

after work und mediterraner Provence-Küche

locken nicht nur Firmen zur

Teambildung auf den umgebauten Resthof,

sondern auch kulinarisch Interessierte,

die sich für ein Kochevent zur

Gruppebilden. Im Gewürzseminarerläutern

die beiden Köche, wann welche Ingredienzen

am besten ihre Wirkung entfalten:Manche

Gewürze haben fl

üchtige

Aromen,dürfenerst zum Schluss des Kochens

zugefügt werden, andereentfalten

ihre Kraft erst, wenn sie geröstet werden.

Ungewöhnliche Kombinationen versprechen

überraschende Genusserlebnisse:

„Gewürzmischungen zukreieren ist ein

bisschen wie Musik komponieren: Der

Musiker hat eine Ahnung des fertigen

Stückes im Ohr,ich habe eine Ahnung der

fertigen Gewürzmischung auf der Zunge“,

verrät Rathoff.

Maike Harhues


16 BRANCHEN &BETRIEBE

Leistungsfähige, zuverlässige und individuelle Endverpackungsmaschinen wie diese werden bei Meypack in Nottuln-Appelhülsen

geplant und hergestellt.

Teamarbeit: Elisabeth Stotter (Vertriebsassistentin Export), Philipp Stevens (Vertriebsassistent)

und Kathrin Gesterkamp (Vertriebs- und Marketingassistentin). Fotos: Iris Bergmann

In der Welt zu Hause

Die Meypack GmbH in Nottuln plant, fertigt und liefert seit Jahrzehnten maßgeschneiderte

Endverpackungsmaschinen –wenn esder Kunde wünscht, auch bis nach Südkorea.

„Wenn ich durch diese Tür gehe,

dann verlasse ich Appelhülsen. Das

ist wie das Tor zur Welt.“ Kathrin

Gesterkamp, Vertriebs- und Marketingassistentin,

lächelt. Die Welt,

das ist für sie und über 160 weitere

Mitarbeiter in dem Fall die Firma

Meypack. Das Verpackungsunternehmen

ist inder Lage, vom Standort

Nottuln aus weltweit Geschäfte

abzuschließen.

Mitten im Grünen

Die Meypack Verpackungssystemtechnik

GmbH, wie

sie korrekt heißt, stellt

spezialisierte Endverpackungssysteme

her.Meint:

Sie entwirft, entwickelt und produziert

Maschinen, die Verpackungen herstellen.

Verpackungen sind schließlich das Aund

Oinder modernen Gesellschaft. KeinGetränk,

kein Riegel, kein Smoothie, kein

Tierfutter ohne Umverpackung. Und die

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muss passen. „Wir schauen uns an, welche

Trends es gibt,“ erläutert Klaus M. Vogel,

Prokurist im Vertrieb. „Wenn es bei

Lidl oder Aldi neue Produktverpackungen

gibt, dann nehmen wir das genauer

unter die Lupe.“

Denn, kaum zu glauben, auch Verpackungen

unterliegen der Mode. Wo es

früher nur einfache Flaschen oder Dosen

gab, gibt es heute zum Beispiel die

„Pouches“, diese kleinen Tuben, aus

denen sich der Verbraucher einen Fruchtbrei

oder ähnliches direkt in den Mund

drücken kann. Somüssen die Appelhülsener

ständig „die Nase im Wind haben“,

die Verpackungsingenieure sind gefordert.

Schließlich sollen die Maschinen

nicht nur moderne Verpackungen herstellen.

Ein weiterer Fokus liegt auf der

Ökonomisierung. Die Maschinen müssen

für den Kunden wirtschaftlich arbeiten.

Meypack bekommt den Mix aus Entwicklung

und Herstellung moderner Produkte

und serviceorientiertem Kundendienst

schon seit mehr als 60 Jahren bestens

hin.

Was nicht zuletzt an motivierten Mitarbeitern

liegt. Wie zum Beispiel Philipp

Stevens. Der 28-Jährige ist als Vertriebsund

Projektverantwortlicher ein Experte,

wenn es gilt, Vorteile aus Handelsabkommen

mit anderen Ländernzunutzen. Wie

seinerzeit vor etwa drei Jahren das Abkommen

mit Südkorea. Hier hat er sich

mit viel Fachkenntnis um die Bestimmungen

und Zusatzvoraussetzungen gekümmert.

So konntedie Firma in den vergangenen

Jahren Produkte im Wert von

mehr als 2,4 Mio. Euronach Südkorea exportieren.

Stevens gehört zu der nachrückenden

jungen Generation. „Die Entscheider

werden jünger“, sagt Klaus M.

Vogel, und dies sei auch gut so. Das

Unternehmen müsse genug junge Nachwuchskräfte

haben, um weiterhin auf

dem neuesten Stand zu sein und global

arbeiten zu können.

So vergibtdas Unternehmen immer wieder

Stipendien, um die guten und motivierten

Mitarbeiter zu binden. Zum Beispiel

für ein Studium zum Elektroingenieur.„Leute,

die rauswollen, die fördern

wir“, unterstreicht Vogel. Das könne sich

nur positiv für die Firma auswirken.

Ebenso wie der Mix aus männlichen und

weiblichen Mitarbeitern. So seien im Vertrieb

momentan acht Frauen tätig, was

für eine Maschinenbaufirma eher ungewöhnlich

sei. Und auch hier zeigt Meypack

Flexibilität, um die guten Mitarbeiterinnen

zu halten: Nach einer Schwangerschaft

zum Beispiel können die Frauen

weniger StundenoderimHomeoffice

von daheim arbeiten.

Wasoft noch belächelt wird: Klaus M. Vogel

ist überzeugt, dass Homeoffice ein

Alles muss passen: Technikerin Christin Gottwald bespricht mit

ihrem Kollegen Hans-Georg Lodde (Konstrukteur und Maschinenbautechniker)

die Details.

wichtiger Teil der zukünftigen Arbeitswelt

ist. Er selbst indes braucht „eigentlich

gar kein Büro mehr“, lacht er. „Mein

Büro ist das hier“, sprach‘s und zeigt auf

sein Smartphone, das auch prompt klingelt.

„Sorry, da muss ich eben ran.“ Und

in sauberstem Englisch wechselt er kurz

ein paar Worte. „Das war ein Kunde, der

etwas ordern will. Da bekommeich sofort

Dollarzeichen in die Augen“, schmunzelt

der Verkaufsprofi.

Apropos Verkauf. Wiesehen er und seine

Vertriebsmitarbeiter die Zukunft des

Unternehmens, vor allem auch im Hinblick

auf die Entwicklung in den USAund

den kommenden Brexit? „Großbritannien

ist für uns schon ein großer Markt“,

so Philipp Stevens. Die Firma hat Vertreter

vor Ort, doch auch die wissen nicht,

wie es dann weitergeht. Wenn Großbritannien

aus der Handels-EU austritt,

wird esein sogenanntes Drittland, was

den Handel erschweren würde. Von daher

sei der Handel mit Großbritannien

momentan zurückhaltend und abwartend.

Was die wirtschaftliche Entwicklung

unter dem neuen Präsidenten Trump in

den USA betreffe, so habe das für Meypack

direkt keine Auswirkungen. „Wir

haben aktuell kein Geschäft mit den

USA“, weiß Vogel. Die Amerikaner seien

in Verpackungstechnik selbst gut aufgestellt.

Dennoch: Aufgrund der weltweiten

Vernetzung erwartet Meypack indirekt

schon Auswirkungen auf Europa, sollte

Trump seine „America-first“-Absicht

wahr machen. Aber: „Wir sind da ganz

gelassen.“ Schließlich sind sie Profis allesamt.

In der Welt daheim. So lange, bis

sie zum Feierabend wieder durch die Firmentür

nach Hause gehen. Dann sind sie

zurück in Appelhülsen, dem kleinen Dorf

im Münsterland. Iris Bergmann


GELD &GESCHÄFT 17

Riskantes Versprechen

Geldanlagen im EU-Ausland sind oftmals rentabler als in Deutschland, staatliche Garantien machen

diese Investments bis 100 000 Euro scheinbar risikolos –doch Experten bezweifeln das.

Über das Internet können Sparer höhere Zinsen bekommen –bei wachsendem Risiko.

Foto: dpa

OFFEN GESAGT

Gründlich abwägen!

Deutschlands Sparer sind derzeit

arg gebeutelt. Auf Spar- und Tagesgeldkonten,

selbst bei langfristigen

Sparbriefen gibt es quasi keine Zinsen.

Gleichzeitig zieht die Infl

ationsrate an.

Die Real-Verzinsung ist also inzwischen

meist negativ. Daist die Versuchung

sehr groß, die Zinsangebote aus dem

Netz mit ins Geldanlage-Kalkül zu ziehen.

Doch eines gilt für höher verzinste

Festgelder ebenso wie für Wertpapierofferten:

Mehr Rendite bedeutet auch

immer mehr Risiko. Wer das weiß,

kann abwägen und gemäß seiner individuellen

Sicherheitspräferenzen entscheiden.

Allerdings gibt es neben seriösen,

wenn auch riskanten, Anlageformen

auch Betrugsmaschen im Internet, auf

die kein Sparer hereinfallen sollte. Die

Unterscheidung fällt nicht immer

leicht. Da heißt es, sich gründlich zu

informieren, bevor man eine Entscheidung

trifft. Zumal: Es mehren sich

ganz sukzessive die Zeichen, dass zunächst

in den USA und dann irgendwann

auch in Europa die Zinsen wieder

steigen. Jürgen Stilling

In Zeiten einer allgemeinen Zinsfl

aute

suchen Sparer nach Erträgen,

selbstMini-Zinsen sind willkommen.

Da wundert es kaum, dass findige

Internet-Plattformen die Chance

nutzen, ummit Klein-Erträgen zu locken.

Doch Achtung: Es gibt Risiken!

Zu den Anbietern, die mit

überdurchschnittlicher Rendite

locken, zählt das Finanzportal

Savedo, das für ein

Jahr Festgeld 0,9 Prozent

Zinsen verspricht,bei Weltsparen sind es

1,35 Prozent und bei Zinspilot sogar 1,6

Prozent. Bei deutschen Banken und Sparkassen

sind zurzeit bestenfalls wenige

Zehntelprozent zu ergattern.

Doch wo kommt die Renditeher,die die

Internetportale versprechen? Sie vermitteln

Anlagen bei Banken in Portugal,

Großbritannien, Rumänien, Bulgarien

oder Kroatien. Die Zinsportale sind letztlich

die Profiteure der Politik der Europäischen

Zentralbank (EZB). Die hat die

Zinsen praktisch abgeschafft. Die Finanzportal-Start-ups

können deshalb zum Zuge

kommen, weil die Deutschen dennoch

Geld anlegen wollen.

„In Deutschland gab es jahrzehntelang

anständige Zinsen für Sparguthaben“,

sagte Savedo-Chef Christian Tiessen

jüngst der Deutschen Presseagentur.„Die

Nullzinspolitik der EZB hat damit Schluss

gemacht.“ Nunwerde immer mehr deutschen

Anlegern bewusst, „dass sich ihr

Erspartes unter den gegebenen Umständen

nicht weitervermehrt, sondern

schrumpft“, sagt er mit Blick aufdie Infl

a-

tion. Deutsche Sparer legten immer mehr

Geld im EU-Ausland an.

Experten streiten darüber,wie sicher diese

Anlagen sind. Zinspilot, Savedo und

Weltsparen preisen sie als „rentable und

sichere“ Alternativen zu deutschen Niedrigzinsen

an. „100 Prozent abgesichert“,

heißt es auf der Weltsparen-Webseite,

und weiter: „Einlagen sind bis zu einem

Gegenwert von 100 000 Euro pro Bank

und Sparer gemäß EU-Recht garantiert.“

Richtig ist:Esgibteuropäische Vorgaben,

die den Mitgliedstaaten ein nationales

Sicherungssystem vorschreiben: Jeder

Staat muss dafür sorgen, dass Spareinlagen

bis zu 100000 Euro imFall einer

Bankenpleite aus einem separaten Topf

erstattet werden. Guthaben oberhalb

100000 Euro sind nicht geschützt.

Doch dass die deutschen Sparguthaben

in anderen EU-Staaten absolut sicher

sind, wird bezweifelt: Hans Peter Burghof,

Professor für Betriebswirtschaftslehre

an der Uni Hohenheim, sieht ein nennenswertes

Risiko: „Am Kapitalmarkt bekommt

man nichts geschenkt –wenn die

Zinsen so viel höher sind, dann liegt das

am höheren Risiko.“ In Sicherungstöpfen

anderer EU-Staaten sei „viel zu wenig

drin, um eine nationale Bankenkrise

durchzustehen“, sagt Burghof.

Das fürchtet auch Margarete Kordt. Die

Leiterin der münsterischen Filiale des

Vermögensverwalters Spiekermann &Co

AG warnt: „Jeder Anleger sollte sich fragen,

ob das Mehr an Risiko den erzielbaren

Zusatzertrag rechtfertigt. Bei 50 000

Euround einer Verzinsungvon einemProzent

bleiben vorSteuern 500 Euro. Dann

muss noch die Kapitalertragssteuer von

25 Prozent in Abzug gebracht werden.“

Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale

Baden-Württembergäußert sich

ebenfalls kritisch. Im Fall einer Bankenkrise

hänge die Rettung von Spareinlagenvom

politischen Willen ab, es gebe also

durchaus Unsicherheit, sagt Nauhauser.Verbraucher

sollten sich solcher Risiken

bewusst sein.

Kordt rät indes zu grundsätzlicheren

Überlegungen: Es sei nach wie vor ratsam,

nicht nur Liquidität und Festgelder

zu halten. Eine mögliche Infl

ation könne

zu einem immensen Risiko für eine einseitigeAusrichtung

auf Zinsanlagen werden.

„Liquidität sollte für den kurz- mittelfristigen

Verbrauch disponiert werden

oder kann taktischer Natur sein, um

künftigeChancen an den Anlagemärkten

zu nutzen“, so die Vermögensverwalterin.

Trotz der Bedenken mancher Expertenwächst

die Kundschaft der Finanzportale.

Einstellige Milliardenbeträge wurden

schon eingesammelt. Heimische

Banken und Sparkassen verfügen jedoch

laut Deutscher Bundesbank über Guthaben

von 3433 Milliarden Euro. jst

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Gewerbekundenbetreuer,

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18 GELD &GESCHÄFT

Hoher Gestaltungsanspruch

Die Finanzmathematikerin und Managerin Prof. Dr. Liane Buchholz führt seit dem 1. April in der Nachfolge von

Dr. Rolf Gerlach den Sparkassenverband Westfalen-Lippe.

Zwar steht noch der ein oder

andere Umzugskarton im

Büro, muss manches Buch

noch den Weg ins Regal finden.

Doch für Prof. Dr.Liane

Buchholz ist die Einarbeitungsphase

schon beendet. „Im vollen Lauf“, so sagt

sie, hat sie das Präsidentenamt beim

Sparkassenverband Westfalen-Lippe

(SVW

L) übernommen. Wolfgang Kleideiter

und Jürgen Stilling sprachen mit

Buchholz, die seit Anfang April die Interessen

von 65Sparkassen in Westfalen-

Lippe mit rund 26 000 Beschäftigten und

sechs Millionen Kunden vertritt, über

Aufgaben und Herausforderungen.

Einer Sparkassengröße wie Dr.Gerlach

zufolgen, dürfte nicht einfach

sein. Wie werden Sie den Verband

mit seiner komplexen Struktur und

seinen Beteiligungen führen?

Prof. Dr. Liane Buchholz: Der Verband

ist bestens aufgestellt und funktioniert

wie ein Schweizer Uhrwerk. Die

Sparkassen in Westfalen-Lippe sind groß

und ertragsstark. Bislang habe ich auf

meinem Berufsweg zumeist Mandate

übernommen, bei denen ich erst Strukturen

ändern oder Aufb

auarbeit leisten

musste. Hier kann ichimvollen Lauf dort

starten, wo Rolf Gerlach am 31.März aufgehört

hat.

Womit war die erste Woche ausgefüllt?

Buchholz: Viel Aktenstudium –von der

Satzung bis zum Jahresabschluss, Gespräche

mit Mitarbeitern, Blick aufs Monitoring.

Ich bin von Haus aus Finanz-

Mathematikerin. Zahlen und Fakten

brennen sich bei mir sehr schnell ein.

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Minden

BIELEFELD

Prof. Dr. Liane Buchholz ist seit Anfang April Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe

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Gleichzeitig habe ich mich schon mit den

Tochter- und Verbundgesellschaften befasst,

bei denen ich entsprechende Mandate

ausübe. In Westfalen-Lippe ist ein

Achtel der Sparkassen-Finanzgruppe beheimatet.

Deshalb habe ich über die

Grenzen von Westfalen-Lippe hinaus

einen hohen Gestaltungsanspruch. Denn

meine wichtigste Aufgabe besteht darin,

für die Sparkassen Rahmenbedingungen

schaffen, mit denen sie weiter erfolgreich

sein können.

Sie sprechen von starken Sparkassen.

Die Stimmungslagedraußen ist

aktuell anders. Kunden erleben, wie

ihre Sparkasse neuerdings Gebühren

für das Abheben am Geldautomaten

erhebt.

Buchholz: Die Rahmenbedingungen

sind schwieriger geworden. Wir können

die von der EZB verordnete Niedrigzinsphase

nicht beeinfl

ussen und zahlen, wie

Bundesbankpräsident Weidmann es formuliert,

hier den Preis für die Europäische

Union. Deshalb suchen alle Finanzinstitute,

auch die Sparkassen, nach Wegen,

um Kosten abzudecken. Dass dies zu

einer Diskussion führt, halte für normal.

Kunden waren Gebühren am Automaten

nicht gewohnt, weil die Institutedie Kostenquersubventionierthaben.

Diese Zeiten

sind mittelfristig vorbei. Positiv ist,

dass die Institute damit dem Megatrend

zu höherer Transparenz folgen und sagen,

welchen Preis eine Leistung tatsächlich

hat. Es fallen übrigens keine zu hohen

Gebühren an. Und der Kunde kann

zudem mit Blick auf sein eigenes Bank-

Verhalten zwischen verschiedenen Kontomodellen

wählen. Diese Entwicklung

wird sich aber fortsetzen.

Laufendie SparkasseninWestfalen-

Lippe hier im Gleichschritt?

Buchholz: Die Sparkassen entscheiden

über ihreGeschäfts- und damit auchihre

Preispolitik eigenständig und unabhängig.

Sie entscheiden auf Basis ihrer langenErfahrung

selbst. Als Verband halten

wir uns da komplett heraus.

Treiben die Sparkassen aber nicht

auf diesem Wegder Online-Konkurrenz

die Kunden zu?

Buchholz: Nein, denn diese Konkurrenz

haben wir schon seit der zweiten Hälfte

der 1990er Jahre. Die Sparkassen in

Westfalen-Lippe haben heute sechs Millionen

Kunden. Die Marktanteile der Direktbanken

haben sich längst eingepegelt.

Die Stärke der Sparkassen ist, dass

sie bei den wichtigsten Lebensentscheidungen

der Kunden da sind. Basis ist die

lange Bindung. Uns muss die Frage beschäftigen,

wie wir unserejüngeren Kunden

dauerhaft halten können.

In Westfalen-Lippe gibt es aktuell

65 Sparkassen. Stehen weitere Fusionen

an?

Buchholz: Es gibt Gespräche. Aber ich

kann keine Prognose abgeben, in welche

Richtung sich diese jeweils entwickeln.

Und: Größe allein ist kein Wert. Für mich

ist der wichtigste Wert die Ertragskraft

des Instituts.

Aber die bürokratischen und regulatorischen

Lasten für jedes Haus

nehmen doch zu?

Buchholz: Regulatorik ist ein Treiber,

aber nur über sie zu schimpfen, ist aus

meiner Sicht zu eindimensional. Mit ihr

wurde zum Beispiel auch die vonstets geforderteTrennmauerzwischen

Groß und

Klein gezogen, dennbis dahin galten zum

Beispiel für die Deutsche Bank und unsere

kleinste Verbandssparkasse Geseke

gleiche Regeln. Eine meiner wichtigsten

Aufgaben der nächsten Monate ist aber

tatsächlich die Frage, wie wir unsereInstitute

bei der Regulatorik über schon in

anderen Ländernerfolgreich praktizierte

Standards entlasten können. Neben

Niedrigzins und Demografie ist Regulatorik

also ein wichtiges Thema. Aber

noch wichtiger ist die Ertragskraft der Regionalwirtschaft.

Und da, muss ich sagen,

fühle ich mich hier in Westfalen richtig

wohl. Es ist eine hochspannende Region.

Erwarten Sie absehbar Zinsänderungen?

Buchholz: Nein,die EZB wirdihr Anleihe-Aufk

aufprogramm mit allen auch kritisch

zu sehenden Konsequenzen bis zum

Frühjahr 2018 umsetzen. Die Infl

ation ist

noch langenicht an dem Punkt angekommen,

an dem EZB-Präsident Drahgi seine

Geldpolitik ändern wird. Zudem fordert

niemand in Europa eine schlagartigeVeränderung.

So ein Prozess muss so langsam

wie möglich ablaufen, damit die Institute

diesen Weg mitgehen können.

►Fortsetzung auf Seite 19

Foto: Gunnar A. Pier


GELD &GESCHÄFT 19

„Daten sind Rohstoff

des 21. Jahrhunderts“

Liane Buchholz sieht Sparkassen bei der Digitalisierung auf einem guten Weg.

Eine Zinswende würde dieLagealso

nicht über Nacht verbessern.

Buchholz: Das wissenauchdie Sparkassen

in Westfalen-Lippe, die sich schon

heute stärker auf das Provisionsgeschäft

konzentrieren und gleichzeitig den Verwaltungsaufw

and mit Blick auf Prozesse

und Strukturen senken. Aus aktuellen

Umfragen zur Widerstandskraft bei Zinsänderungen

wissen wir,dass die Institute

gut unterwegs sind. Sie haben längst damit

begonnen, sich zinsunabhängiger zu

machen.

Wie beurteilen Sie die Zukunft von

Provinzial Nord West und LBSWest?

Buchholz: Aus unserer Trägersicht sind

keine hektischen Aktivitäten erforderlich.

Wir werden aber die Konsolidierungsmöglichkeiten

weiter intensiv prüfen

und schauen, dass wir im Interesse

unserer Institute größere Einheiten

schaffen. Im Vergleich zu unserem Wettbewerber

haben wir hier deutliche Nachteile.

Was können Sie eigentlich einem

Kunden raten, der heute Geld anlegen

will?

Sparkassenpräsidentin Prof. Dr. Liane Buchholz

Buchholz: Gut beraten ins Aktiengeschäft

gehen, aber dort das Risikosobreit

wie möglich streuen und nicht alles auf

eine Karte setzen.

Aber gerade die Deutschen, die so

gerne sparen, scheuen diesen Weg.

Buchholz: Bedauerlicherweise ja. Es ist

auch ein Ausdruck dafür, dass wir insgesamt

in der Bevölkerung ein stärkeres

Wissen über wirtschaftliche Zusammenhängebenötigen.

Da haben wir Nachholbedarf.

Foto: Gunnar A. Pier

Die Digitalisierung schreitet voran.

Können Sie hier Kundenwünschen

gerecht werden?

Buchholz: Die Sparkassen-Organisation

ist stark genug, um diesen Trends zu folgen,

und hat das Thema strategisch natürlich

auf der Agenda. Wir wissen, dass

Daten der Rohstoff des 21. Jahrhunderts

sind, und legen aber auch allerhöchsten

Wert darauf, dass die Daten vonunseren

50 Millionen Kunden bei uns sicher sind.

PROF. DR. BUCHHOLZ

Prof. Dr. Liane Buchholz (52) hat

am 1. April ihr Amt als Präsidentin

des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe

angetreten und folgt auf

Dr. Rolf Gerlach, der 22 Jahre an

der Spitze des Verbandes stand.

Buchholz kommt vom Bundesverband

Öffentlicher Banken Deutschlands

(VÖB), wo sie seit Januar 2014

Hauptgeschäftsführerin war.

Liane Buchholz, die an der Hochschule

für Ökonomie inBerlin promovierte,

kennt die Sparkassenorganisation

sehr gut: Vor ihrer Tätigkeit

als Hauptgeschäftsführerin

beim VÖB leitete sie unter anderem

die Managementakademie der Sparkassen-Finanzgruppe

und war damit

bundesweit für die Aus- und Weiterbildung

der Sparkassenmitarbeiter

zuständig.

Als neue Präsidentin vertritt Buchholz

den Sparkassenverband auch

in wichtigen Verbundunternehmen

und wird u.a. in folgende Aufsichtsgremien

einziehen:

–Finanz-Informatik (Stv. Vorsitzende

des Aufsichtsrates)

–LBS West (Mitglied des Verwaltungsrats

und der Trägerversammlung)

–Provinzial NordWest Holding AG

(Mitglied des Aufsichtsrats)

–Westfälische Provinzial Versicherung

AG (Vorsitzende des Aufsichtsrats)

–Landesbank Hessen-Thüringen

(Stv. Vorsitzende der Trägerversammlung)

–DekaBank (Mitglied des Verwaltungsrats)

–Sparkassenakademie NRW (Mitglied

der Trägerversammlung)

–DSV-Gruppe


DAS DIGIT

Klöcker

Knippenberg

PartnermbB

KeinePapierordner

„SchattenOPOSLis

Steuerberater

Rechtsanwälte

Wirtschaftsprüfer

Willy Klöcker

Willy Klöcker

Steuerberater

Cornelia Prigge

Steuerberaterin

Dr. Hanno Knippenberg

Rechtsanwalt

Conrad Klöcker

Rechtsanwalt

Dr. Michael Stephani

LL. M.(Taxation)

Steuerberater

Volker Bock

LL. M.

Steuerberater

Prof. Dr. Norbert Tonner

Steuerberater

Ruven Klöcker

Master of Science

Financial Advisor

Florian zur Mühlen

Mehr als nu

aufgeräumte

Vielfältige Möglichkeiten der Digitalisierung

In beinahe allen Bereichen des Lebens

schreitet die Digitalisierung zügig

voran. Vom Auto bis zur Heizung

wird alles „smart“. Nur indeutschen

Büros scheint die Zeit stehen geblieben:

Noch immerstapeln sich Papier,

Ordner und Dokumente auf den

Schreibtischen. Dabei gibt es längst

gute Möglichkeiten, die Zettelwirtschaft

loszuwerden und von überall

her einfach und mit Übersicht auf

Dokumente zugreifen zu können.

Mitvorausgef

Überweisunge

bequem beza

Viele Vorteile bieten die Möglichkeiten der Digitalisierung fü

Dennoch werden auch heute

noch Pendelordner gepackt

und Rechnungen,

Belege und Unterlagen

zwischen Unternehmen

und Kanzleien ausgetauscht. „Oft ist es

Unkenntnis über aktuelle Möglichkeiten.

der Digitalisierung etwabei der Buchhaltung“,

sagt Willy Klöcker,einer der Gründer

der Kanzlei Klöcker, Knippenberg &

Partnermit Sitz in Ladbergenund Münster.

Möglichkeiten, die weitaus mehr Vorteile

bringen, als nur einen a

ren Schreibtisch. Denn insb

mittelständische Unternehm

werksbetriebe oder auch Sta

sich neue Freiräume, wenn

Digitalisierung „nicht mehr

Buchhaltung beschäftigen

Klöcker. Zudem sind gerade

Betriebe Mitarbeiter mit ent

Kenntnissen heute immer

finden.

Durch moderne Technik la

bei viele Aufgaben automa

verlagern. So genügt es, im U

die Belegeeinzuscannen und

sprechende Datencloud zu

Dortstehendie digitalisierte

te den Kunden ebenso wie

zur Verfügung. Die Berater k

wa relevante Buchungsin

durch eine automatische

nung direkt in den Buchun

nehmen. So können nicht nu

chungen durchgeführt sond

auch stets aktuelle Auswertu

Rickermanns Esch 6

49549 Ladbergen

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Unternehmen kommunizieren verstärkt digital

Deutsche Unternehmen kommunizieren zunehmend digital. Drei von fünf (58 Prozent)

nutzen zur internen und externen Kommunikation häufig das Handy oder Smartphone.

Im vergangenen Jahr lag der Anteil noch bei 51 Prozent. Auch die Nutzung anderer digitaler

Kommunikationskanäle ist gestiegen. In jedem zweiten Unternehmen (52 Prozent)

führen die Mitarbeiter Online-Meetings und Videokonferenzen durch, 2016 waren es

noch 40 Prozent. Ein Drittel (34 Prozent) nutzt Kunden- oder Mitarbeiterportale (2016:

28 Prozent). Jedes fünfte Unternehmen (22 Prozent) kommuniziert über soziale Netzwerke,

2016 waren 15 Prozent auf Facebook, Xing und Co. unterwegs. Interne Apps, etwa für

die Rechnungsfreigabe oder Auftragsabwicklung, werden erst von fünf Prozent der

Unternehmen genutzt. Das ergab eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands

Bitkom. „Digitale Kommunikation macht viele Arbeitswege schneller und flexibler“,

sagt Jürgen Biffar, Vorstandsvorsitzender des Kompetenzbereichs Enterprise

Content Management im Bitkom. „Das Smartphone wird dabei immer mehr zur mobilen

Kommunikationszentrale. Unterwegs E-Mails zu schreiben, oder sich per Videotelefonie

in eine Konferenz schalten zulassen, gehört für viele Nutzer bereits zum Alltag.“

Allerdings: 70 Prozent der Unternehmen verwenden noch immer häufig das Faxgerät,

um mit Kunden, Kollegen oder Geschäftspartnern zu kommunizieren. Im letzten Jahr

betrug der Anteil sogar noch 79 Prozent. Besonders viel gefaxt wird dabei in kleinen

Betrieben mit 20 bis 49 Mitarbeitern (77 Prozent) und von Dienstleistern (81 Prozent).


ALE BÜRO

und

en“

Kontoauszüge werden

automatisiertgeprüft

Strukturen und

Prozesse anpassen

Digitalisierung in kleinen und mittleren Unternehmen

Anzeigensonderveröffentlichung

DieVorteileder digitalen

Steuerberatung

üllten

n

len

rUnternehmen auch im Büro.

rein

rSchreibtisch

bieten Unternehmen viele Vorteile

ufgeräumteesondere

für

en, Handrt-ups

bieten

ie sich dank

mit lästiger

müssen“, so

für kleinere

sprechenden

schwerer zu

sen sich datisieren

und

nternehmen

in eine entübertragen.

nDokumender

Kanzlei

önnen so etformationen

Belegerkengssatz

überrtäglich

Buern

zugleich

ngen für die

Steuerung des Unternehmens zur Verfügung

gestellt werden. Dank Archivfunktion

und Verknüpfung zusammengehöriger

Dokumente lässt sich einfach der

Überblick selbst über ältereVorgängebehalten.

„Egal, wo man ist, es stehen

einem alle Unterlagen zur Verfügung“,

erklärt Florian zur Mühlen, IT-Spezialist

bei Klöcker, Knippenberg und Partner.

Auch manche Pfl

icht lässt sich dank digitaler

Unterstützung smarter lösen. Wie

die Verteilung der monatlichen Gehaltsabrechnungen.

Mit entsprechenden Zugangsdaten

können die den Mitarbeitern

in einem Portal zur Verfügung gestellt

werden –stets pünktlich und papierlos.

Und auch manche Besonderheit, die heute

noch für ernsthafte Probleme sorgen

kann, lässt sich mit den modernen Möglichkeiten

umgehen. So kann derGastronom,

der angesichts schönen Wetters am

Wochenende noch eine zusätzliche Aushilfskraft

engagiert, alle nötigen Anmeldungen

online durchführen. Und ist so

auch ohne direkten Kontakt zu seiner

Es entsteht eindigitales

Belegarchiv

Kanzlei auf rechtlich sicherer Seite.

So erstaunt es Klöcker, dass die

Möglichkeiten des Digitalen Büros

nur verhalten in den Unternehmen

genutzt werden. Dabei vereinfachen

sie die Arbeitsprozesse,

bieten bessere Übersichtlichkeit

und den einfachen Zugriff auf Auswertungen

–überall und zu jeder

Zeit.

Peter Imkamp

„Digitaler Abend“

Um die vielfältigen Möglichkeiten der Digitalisierung

des Büros zu erklären veranstaltet die Kanzlei

Klöcker, Knippenberg und Partner regelmäßig

den „Digitalen Abend“. Im Rahmen der kostenlosen

Veranstaltungen werden in kleinen Gruppen in

angenehmer Atmosphäre Funktionen vorgestellt

und erklärt sowie Fragen geklärt. Interessierte

können sich per E-Mail an info@k-k-partner.de anmelden.

Die BegriffeDigitalisierung und digitale

Transformation sind Themen,

die uns heute aufSchritt und Tritt begegnen.

Die Politik hat sich die Digitalisierung

zu einem Top-Thema gemacht.

■ Die öffentliche Verwaltung und insbesondere

hier die Finanzverwaltung fordern

unter anderemdie digitale Deklaration.

Der digitale Wandel ist deshalb entscheidend

für den Mittelstand.

Wie aber muss der Mittelstand reagieren?

Sorgen und Ängste gehen in vielen

Branchen um: Die Digitalisierung rationalisiert

Arbeitsplätze weg, die technischen

Anforderungen sind nicht zu bewältigen,

Mitarbeiter sträuben sich, gewohnte

Arbeitsroutinen zu ändern, etc.

Dennoch lässt sich der Trendzur Digitalisierung

weder aufh

alten noch umkehren.

„Die Digitalisierung zwingt Unternehmen

dazu, sich und ihreGeschäftsmodelle

grundlegend zu verändern“, sagt Bernward

Wigger (kl. Bild rechts) von der

Kanzlei DWLDöcker und Partner in Rheine.

Bisherige Strukturen und Prozesse müssen

an die digitale Welt angepasst werden.

Zahlreichen Unternehmen bietet

sich die Gelegenheit, ihre Arbeitsprozesse

effektiv zu gestalten und durch eine

gesteigerte Produktivität mehr Umsätze

zu genieren. Es wäre ein Fehler der

Unternehmensführung die Aufgabe „Digitalisierung“

wesentlich an die IT-Abteilung

zu delegieren. Die Digitalisierung

muss zwingend Chefsache sein und kann

nur gelingen, wenn die Führungsebene

zu 100 Prozent hinter diesem Mammutprojekt

steht. Es ist kein Projekt, das in

wenigen Monaten abgeschlossen ist. Es

handelt sich vielmehr um einen dynamischen

fortwährenden Prozess. Bestehende

Strukturen sind zu analysieren, zu

hinterfragen, aufzusetzen und kontinuierlich

an neue Marktentwicklungen sowie

Kundenwünsche anzupassen. Wichtig

ist, alle Abteilungen und Mitarbeiter

auf dem Weg der Digitalisierung mitzunehmen.

Die digitale Transformation erfordert

Prozessänderungen, die das gesamteUnternehmen

betrifft –von der Art

der Zusammenarbeit bis zu den Geschäftsabläufen.

Wie kann die digitale Umsetzung praktisch

aussehen? Das Rechnungswesen

eignet sich sehr gut für die Digitalisierung

und Automatisierung. Egal, ob die

Buchhaltung im Hause oder extern durch

einen Steuerberater erledigt wird. Der

klassische Pendelordnerwirdinnicht allzu

ferner Zukunft bereits der Vergangenheit

angehören. Denn moderne Systeme

können schon heutedie Zusammenarbeit

zwischen Unternehmen und Steuerberater

erleichtern. Die Bearbeitungszeiten

im Unternehmen können deutlich vermindert

werden und die Zusammen-

arbeit mit dem Steuerberater einfacher

gestaltet werden. So können Bankdaten

vonder Bank vollständig als strukturierte

Daten geliefert und importiert werden.

Eine langwierige manuelle Erfassung ist

nicht erforderlich.

Bei Eingangsrechnungen liegt häufig ein

Medienbruch vor. Nur inwenigen Fällen

gehen elektronische Rechnungen als

strukturierte Daten bei Unternehmen

ein, so BernwardWigger.Zurzeit wirdein

Formatstandard für elektronische Geschäftsdokumente

(ZUGFeRD) entwickelt.

ZUGFeRD ermöglicht einen medienbruchfreien

Rechnungsaustausch.

Das bedeutet, dass strukturierte Daten

vomSystem des Rechnungsausstellers in

das System des Rechnungsempfängers

fl

ießen können. Daraus ergeben sich

auch große Vorteile für die Archivierung

dieser Daten.

Bis sich jedoch dieser Standard durchsetzt

wirdman mit einerZwischenlösung

Vorlieb nehmen müssen. Um die Rechnungseingangsbelege

nicht manuell erfassen

zu müssen, werden die Papierrechnungen

eingescannt und elektronisch

weiter verarbeitet. Dieser Prozess

kann durch die Einbindung in den Zahlungsverkehr

optimiert werden. Durch

die digitale Erfassung können die Daten

an die Banksoftware übergeben

werden und damit

der Zahlungsvorgang

nahezu gänzlich

automatisiert werden.

Foto: Brother

Unsere Dauer-Denker.

Auf einmal ist sie da, die Lösung. Und die hält sich nicht an Arbeitszeiten. So halten auch wir es,

wenn es darum geht, die besten Ideen für unsere Mandanten zufinden. Mit Leidenschaft, Empathie

und Intelligenz kümmern wir uns umSie, für den Königsweg in steuerlichen Fragen, wirtschaftlicher

Beratung und gewinnträchtigen Zukunftsentscheidungen. Denn wir bei DWL glauben:

Ideen kennen keine Grenzen.

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22 GELD &GESCHÄFT

Münsterland im

Aufwärtsrend

Die Region verbuchte 2,8 Prozent mehr Übernachtungen.

Für die westfälisch-lippische Tourismusbranche

war 2016 ein gutes Jahr.

Die Übernachtungszahlen legten um

612 000 gegenüber dem Vorjahr zu –

das entspricht einem Plus von 2,5

Prozent – und übertrafen erstmals

die Marke von 25 Millionen. Damit

lag Westfalen-Lippe imBundestrend

(plus 2,5 Prozent) und über den Ergebnissen

aus Nordrhein-Westfalen

(plus 1,9 Prozent).

Das Ruhrgebiet und das

Sauerland hätten bei den

Übernachtungen am

stärksten zugelegt, heißt

es in einem aktuellen Infobriefzum

Sparkassen-Tourismusbarometer

des Sparkassenverbandes Westfalen-

Lippe. Das Ruhrgebiet verzeichnete danach

ein Plus von199 000Übernachtungen

auf 6,4 Mio. (plus 3,2 Prozent). Besonders

beliebt seien Campingplätze und

Ferienwohnungen. Das Sauerland erreichte7,5

Mio. Übernachtungen. Für die

Steigerung um 226 000 sei vorallem das

Nachfragewachstum aus dem Ausland

verantwortlich, erklärt der Verband.

„Das Münsterland bestätigte seinen Aufwärtstrend

auch im Jahr 2016. Die Region

verbuchte 2,8 Prozent mehr Übernachtungen

(plus 105000; insgesamt 3,8

Mio.)“, heißt es weiter im Info-Brief. Der

TeutoburgerWald habe nach einer „Seitwärtsbewegung“

im Vorjahr wieder

leicht im Plus (plus 1,3 Prozent) gelegen

und sei auf 6,6 Mio Übernachtungen gekommen.„Zugpferde

warenhier die Hotels,

Hotels garnis und die Campingplätze.“

Die Region Siegerland-Wittgenstein

stabilisierte sich nach zwei Jahren mit

stärkeren Rückgängen auf797 414Übernachtungen.

„Wachstumsmotor im Hinblick auf die

absoluten Zahlen bleibt in Westfalen-Lippe

der Inlandsmarkt mit einem Zuwachs

von2,0 Prozent (plus426 000 Übernachtungen).

Die Zahl der Übernachtungen

von Gästen aus dem Ausland stieg aber

ebenfalls stark an (plus5,3 Prozent /plus

186 000)“, bilanziert der Sparkassen-

Verband.

Über 80 Prozent der westfälisch-lippischen

Touristiker zeigten sich mit der

Entwicklung im Jahr 2016 zufrieden oder

sogar sehr zufrieden. Der Anteil der Einschätzungen

mit „sehr zufrieden“ stieg

im Vergleich zum Jahr 2015 sogar um

sechs Prozentpunkte an.

Die Freizeitwirtschaft, für die das Sparkassen-Tourismusbarometer

Westfalen-

Lippe eine exklusive Marktbeobachtung

aufgebaut hat, erzielte imJahr 2016 ein

starkes Wachstum von 5,3 Prozent. Insbesondere

imden letzten vier Monaten

des Jahres warein erheblicher Besucherzuwachs

zu verzeichnen: plus 13,1 Prozent.

Besonderer Beliebtheit erfreuten

sich Museen, Ausstellungen und Landschaftsattraktionen.

Das mit Abstand

beste Ergebnis erzielten Museen und

Ausstellungen (plus 43,8 Prozent).

MITARBEITER GLÜCKLICH!

KUNDEN GLÜCKLICH!

CHEF GLÜCKLICH!

+++ TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE +++ TERMINE +++

25. April 2017: Suchmaschinenoptimierung –wie man bei Google nach vorne

kommt, Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt, 16 -18

Uhr, Gründer- und Innovationspark Steinfurt III, Am Campus 2, Steinfurt

25. April 2017: campus.talk: Digitalisierung verändert alles, 17.30 -20.30 Uhr,

d.velop GmbH, Am Campus 1, Gescher

26. April 2017: Infoveranstaltung für Existenzgründer, wfc Wirtschaftsförderung

Kreis Coesfeld, 9-12.30 Uhr, Bäckerei Geiping, Münsterstraße 145, Dülmen

2. Mai 2017: Gründerstammtisch: Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen,

Wirtschaftsförderung Münster, 19Uhr, Braunsberg-Braniewo-Zimmer des

Stadtweinhauses, Prinzipalmarkt 8-9, Münster

2. Mai 2017: Management-Werkstatt: Neues Bauvertragsrecht, 17 -19Uhr,

Handwerkskammer Bildungszentrum, Echelmeyerstraße 1-2, Münster

4. Mai 2017: Fast Forward: Eine Reise durch die digitale Welt, Wirtschaftsförderung

Münster, 18-20.30 Uhr, Deutsche Rentenversicherung, Großer Sitzungssaal,

Gartenstraße 194, Münster

4. Mai 2017: Kanada-Sprechtag, 10 -13Uhr, IHK Nord Westfalen, Sentmaringer

Weg 61, Münster

5./6. Mai 2017: Vredener Wirtschaftsschau, Sa. 13 -18Uhr, So. 10 -18Uhr, Industriegebiet

Gaxel

10./11. Mai 2017: Tankstelle &Mittelstand, Do. u. Fr. 9-18Uhr, Messe- und

Congresszentrum Halle Münsterland, Münster

11. Mai 2017: 4. Forum Industrie 4.0: Cloudbasierte Servicesysteme, 16Uhr,

Westfälische Hochschule, Münsterstraße 265, Bocholt

12. Mai 2017: Hauptversammlung technotrans AG, Messe- und Congresszentrum

Halle Münsterland, Münster

15. Mai 2017: Tagung Handelsinformationssysteme, 9-17Uhr, ERCIS –European

Research Center for Information Systems, Leonardo-Campus 10, Münster

16./17. Mai 2017: 9th International Meeting des Kompetenznetzwerks für

Stammzellforschung NRW, Di. u. Mi. ab 9Uhr, Messe- und Congresszentrum

Halle Münsterland, Münster

18./19. Mai 2017: Berufswahlmesse, Do. 17 -20Uhr, Fr. Besuch während des

Unterrichts, Ems-Halle, Friedrichstraße 4, Emsdetten

30. Mai -1.Juni 2017: 27. Internationale Ausstellung Fahrwegtechnik, Di., Mi. u.

Do. jeweils 9bis 18 Uhr, Messe- und Congresszentrum Halle Münsterland,

Münster

Steuergünstig

weitergeben

Bei der Immobilien-Schenkung muss man klug vorgehen.

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Wer ein Haus besitzt, möchte es später

möglichst einfach und ohne große

Verluste auf die nächste Generation

übertragen. Um Steuern zusparen,

überlegt manch Immobilienbesitzer,

sein Haus oder die Wohnung

bereits zu Lebzeitenzuverschenken.

Doch aufgepasst: Auch bei Schenkungen

können Steuern anfallen,

warnt die Westfälische Notarkammer.Wird

eine Immobilie im

Familienverbund

übertragen, entsteht

Schenkungssteuer

nur dann, wenn ihr

Wert den steuerlichen Freibetrag übersteigt.

Schenkungssteuer wirdfür Kinder

und Stiefk

inder ab einem Betrag von

400 000 Euro fällig. Der Freibetrag für

Enkelkinder liegt bei 200 000 Euro und

für Ehegatten sogar bei 500 000 Euro“,

heißt es in einer Kammermitteilung.

Selbst Familienfremde zahlten erst ab

einem Wert von 20000 Euro Steuern.

Diese Freibeträge gelten laut Kammer für

sämtliche Schenkungen. Allerdings können

die Freibeträge nur alle zehn Jahre

genutzt werden, um die Steuerlast zu

senken. In einemZeitraum von30Jahren

kann somit jedes Elternteil WerteinHöhe

von1,2 Millionen Eurosteuerfrei auf ein

Kind übertragen.

Ist der Freibetrag nicht groß genug, kann

durch notarielle Vertragsgestaltung die

Steuerlast gemindert oder garvermieden

werden. Ein beliebtes Mittel ist hier die

Schenkung mit Nießbrauch. „Zum einen

sichert sich der Immobilieneigentümer

ab, indem er das Recht behält, die verschenkteImmobilie

sowohl zu vermieten

als auch selbst zu nutzen. Zum anderen

wirkt sich das Nutzungsrecht steuerlich

günstig aus. Dafür wird der Jahreswert

des Nießbrauchs ermittelt und mit der

Anzahl von Jahren, die der verbleibenden

Lebenserwartung des Schenkers entspricht,

multipliziert. Indem dieser Betrag

vomVerkehrswert der Immobilieabgezogen

wird, vermindert sich die Bemessungsgrundlage

für die Berechnung

der Schenkungssteuer.“

Dieser Effekt werde auch erreicht, wenn

die Nachkommen die Bankdarlehen

übernehmenund diese selbst zurückzahlen.

„Vorsicht ist geboten, wenn die Immobilie

nicht selbst genutzt, sondern vermietet

worden war. Denn bei einer Übertragung

innerhalb von weniger als zehn

Jahren kann es zu einem Spekulationsgewinn

kommen.“

Betroffene sollten gründlich überlegen,

ob die Schenkung endgültig und ohne jede

Bedingung gewollt ist. Für bestimmte

Fälle kann ein Rückübertragungsanspruch

wichtig sein. Der Eigentümer

kann sich vorbehalten, die Immobilie zurückverlangen,

wenn das beschenkte

Kind ohne eigene Abkömmlinge stirbt

oder wenn über sein Vermögen das Insolvenzverfahren

eröffnet wird.


GELD &GESCHÄFT 23

Master oder Meister?

Ein Studium führt nicht automatisch zu einem höheren Lebenseinkommen, heißt es in einer Ifo-Studie.

Das duale deutsche Ausbildungssystem

gilt als Exportschlager. Bildung

zahlt sich aus mit höheren Einkommen

und einem geringeren Risiko,

arbeitslos zu werden, so eine Studie

des Ifo-Instituts im Auftrag der

Fondsgesellschaft Union Investment.Dabei

muss es nicht immerein

Studium sein – entscheidender ist

die Wahl des Fachs.

Amlukrativsten ist der Studie

zufolge ein Medizinstudium.

Es bringt Männern

nach Abzug der Kosten –

Ainschließlich e

des Einkommensausfalls

während der Uni-Zeit –auf

das gesamte Erwerbsleben gerechnet im

Schnitt ein um 983 038 Eurohöheres Einkommen

als eine Berufsausbildung. Ein

Jura-Abschluss schlägt durchschnittlich

mit 656 992 Euro zuBuche. Ein Votum

für ein Studium also?

Nicht unbedingt: „Nicht jedes Studium

ist per se lohnender als etwa der Weg

über eine Lehre zum Meister- oder Technikerabschluss“,

heißt es in der Studie.

„Wir beobachten deutliche Unterschiede

bei den Einkünften zwischen den Berufszweigen

und Studienrichtungen“, sagt

Ifo-Experte Ludger Wößmann. Das Lebenseinkommen

eines Meisters mit gut

laufendemBetrieb könne das eines Hochschulabsolventen

deutlich übersteigen.

Das liegt auch ander Wahl der Studienrichtung.

So kommt ein Sozialarbeiter

gerade mal auf ein Plus vondurchschnittlich

19 737 Euro beim Lebenseinkommen

gegenüber einer Lehre. Eine Ausbildung

HöhereEinkommen durch Studium

Um so viel höherist das Einkommen einesStudienabsolventen als das Einkommeneiner

Person mit Ausbildungsabschluss ohne Studium in diesen

Fachrichtungen –gerechnet aufdes gesamteErwerbsleben* in Euro

Human-und Zahnmedizin

Rechtswissenschaft

Wirtschaftswissenschaft

Informatik,Mathematik,

Naturwissenschaft

Ingenieur-/Technikwissenschaft,Maschinenbau

Lehramt an Gymnasien/

Berufsschulen

Verwaltungswissenschaft

Architektur/Bauingenieurwesen

Agrar-und Ernährungswissenschaft

Politik-, Sozial-,Regionalwissenschaft

Lehramt**, Sprach-/Kulturwissenschaft

Kunst

Sozialarbeit

Quelle: ifo, Union Investment;Grafik: dpa

zum Meister oder Techniker bringt im

Schnitt dagegen einen Mehrertrag von

130 000 Euro netto.

„Wir brauchen Master und Meister“,

mahnt der Präsident des Maschinenbauverbandes

(VDMA), Carl Martin Welcker.

Für viele technische Ausbildungsberufe

habe sich das Missverhältnis zwischen

Angebot und Nachfrage weiter verschärft.

41 Prozent der vom VDMA 2016

befragten Maschinenbauer hatten offene

*

**

Männer

Frauen

abzüglich aller Ausbildungskosten

z.B. Studiengebühren,

Einkommensausfall während

der Ausbildung

ohne Gymnasien und

Berufsschulen

+983 038 €

+612 731

+656 992

+364 971

+529 402

+247 972

+400 233

+236 534

+384 409

+165 687

+292 113

+279 336

+281 178

+224 870

+249 147

+100 661

+206 720

+118 560

+165 509

+168 417

+161 352

+183 444

+73 775

+79 548

+19 737

+79 102

Stellen für Facharbeiter oder Techniker.

Dem jüngsten Berufsbildungsbericht der

Bundesregierung zufolge waren 2015

insgesamt 41 000 Lehrstellen unbesetzt –

der höchste Stand seit 1996. Besonders

kleine und mittlere Betriebe hätten dadurch

wachsende Probleme.

Das Handwerk beklagt, dass die Zahl der

jährlich neu eingestellten Auszubildenden

seit dem Beginn des Jahrzehnts um

über 70 000 zurückgegangen ist. Hauptursache:

der demografische Wandel. Daneben

spiele aber auch der TrendzuAbitur

und Studium eine große Rolle. „Politik

und Gesellschaft verweigern seit Jahren,

die Chancen dualer Ausbildung zu

thematisieren“, kritisiert der ZDH.

Von1976bis 2013 hatsichder Anteil der

Hochschulabsolventen auf 18 Prozent

verdreifacht. Der Anteil der Menschen

mit einer Berufsausbildung stieg auf 57

Prozent.

dpa

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24 GELD &GESCHÄFT

Der Betrieb als Marke

Beim Personaltag der Handwerkskammer wurden Ideen vorgestellt und Möglichkeiten diskutiert.

„Wie verkaufe ich mich als Arbeitgeber?“

Diese Frage müssten sich

Unternehmer auf jeden Fall stellen,

und nicht nur dann, wenn sie neues

Personal einstellen wollten. Die

Attraktivität des Arbeitgebers und

damit seines Unternehmens sei ein

wichtiges Kriterium für die „Marke

Arbeitgeber“, sagt Professorin Henriette

Strotmann. Unternehmer könnten

(und sollten) mehr Marketing für

sich machen.

„Eigenverantwortliches Handeln

steht bei uns im Mittelpunkt.“

Annabel Tenbrink

Zwölf Foren wurden beim Personaltag

des Handwerks angeboten,

darunter „Marke.

Arbeitgeber“. Und dazu gehören

Bekanntheit des Unternehmenssowie

Attraktivität und Vertrauen,

die der Arbeitgeber und der Betrieb

ausstrahlen – „und ganz wichtig ist die

Glaubwürdigkeit des Arbeitgebers“, betont

HenrietteStrotmann, die an der Fachhochschule

Münster lehrt.

Der Arbeitgeber müsse potenzielle Lehrlinge

und neue Mitarbeiter glaubwürdig

vom Betrieb überzeugen und bei der Suche

nach Auszubildenden bereits in der

Schule –und dabei

nicht erst in

der Abschlussklasse

–beginnen.

Betriebspraktika,

Informationstage,

Berufsinformationsmessen

gehören

dabei zu

den „Klassikern“. Ganz wichtig sind persönliche

Gespräche und die Möglichkeit,

den eventuellen Ausbildungsbetrieb und

die weiteren Möglichkeiten und Chancen

kennenzulernen, so berichteten Unternehmer

aus eigener Erfahrung.

Ein Unternehmensleitbild nicht nur entwickeln,„sondern

dieses Leitbild auchleben“.

Das gehört für Annabell Tenbrink

zum betrieblichen Marketing. „Unsere Vision

für das Jahr 2030 wurde mit allen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt“,

sagt die Geschäftsführerin der Firma

Tenbrink Ladenbau in Stadtlohn. Ein

fester monatlicher Informations-Termin

für alle Beschäftigten ist Teil des Leitbilds

(„der Informationsflf uss muss stimmen“),

auch eine jährliche Mitarbeiter-Befragung

und Angebotezur Weiterbildunggehören

dazu.

„Eigenverantw

ortliches Handeln steht bei

uns im Mittelpunkt“, betont AnnabellTen-

„Der Bekanntheitsgrad ist ein wichtiger Faktor“, sagt Malermeister Thomas Caruso (r., auf unserem Foto mit seinem Mitarbeiter Denis

Poselenzer).

Foto: Hubertus Kost

brink. Auch das sei ein Teil der Attraktivität

des Arbeitsplatzes. Ein weiteres Beispiel:

Angebote zur Gesundheitsförderung.

Es gibt ein festes jährliches Budget

für Gesundheitsmaßnahmen.

Wichtig ist dem Unternehmen, das rund

120Fachkräftebeschäftigt, der Kontakt zu

deren Familien. Sowerden zum Beispiel

zu Jubilarehrungen oder Feiern auch die

Familienmitglieder eingeladen. „Wir sind

ein Familienbetrieb in der viertenGeneration“,

sagt die Geschäftsführerin,„und das

machen wir immerwieder gern deutlich.“

Um den berufl

ichen Nachwuchs muss sich

der Handwerksbetrieb keine Sorgen machen.Bis

zu 150Bewerbungen erhält das

im In- und Ausland tätige Unternehmen,

fünf Lehrlingewerden jährlicheingestellt.

Für besondere Aufmerksamkeit über die

Firma hinaus sorgt die Wahl zum „Azubi

des Monats“, an der sich alle Beschäftigten

beteiligen. Der oder die Ausgewählte

darfdann einen Monat auf Kosten der Firma

mit dem Azubi-Car fahren.Auch damit

erweist sich Tenbrink Ladenbau als attraktiver

Arbeitgeber.

Welche Möglichkeiten haben kleine Betriebe,

sich als attraktiver Arbeitgeber zu

präsentieren? „Wir nutzen unseren Bekanntheitsgrad,“

schmunzelt Thomas Caruso.

Das sei natürlich nicht alles,sagt der

Malermeister aus Münster, der vor ein

paar Jahrenden Betrieb vonseinem Vater

Mario übernahm. Vier Facharbeiter und

ein Meister arbeiten ganz überwiegend

für privateKunden, einLehrling wirdausgebildet.

Der Betrieb bezahlt seine Mitarbeiter

über Tarif und kümmert sich um

diebetriebliche Altersvorsorge.Weiterbildung

ist ebenfalls angesagt, zwei bis drei

Mal proJahr.Das werdezum großen Teil

als Arbeitszeit angerechnet, sagt der Chef,

der selbst an Kursen oder Seminaren teilnimmt,

„denn ich habe ja auch etwas davon,

wenn sich Mitarbeiter weiterbilden“.

Hubertus Kost

FAMILIE UND BERUF STATT FAMILIE ODER BERUF

Die Attraktivität des Handwerks als Arbeitgeber wird zunehmend auch nach den Möglichkeiten der

Vereinbarkeit von Familie und Beruf beurteilt. „Familie und Beruf statt Familie oder Beruf“ sei das

Ziel, betont Gisela Goos von der Handwerkskammer. Und dabei gehe es nicht nur darum, die Kinder

während der Arbeit gut versorgt zu wissen, sondern auch um pflegebedürftige Angehörige.

Eine weitere Variante: Teilzeitarbeit und der Wunsch, zumindest einen Teil der Arbeitszeit frei gestalten

zu können. „Das fördert die Motivation enorm“, sagt Frank Winter. Als Beispiel nennt der Unternehmer

(Heizung –Sanitär –Elektro) aus Münster die Situation eines Mitarbeiters, der an vier Tagen länger

als die andere Kollegen arbeitet und freitags freihat, um dadurch auch seine sehr lange Anfahrtszeit

zu reduzieren. Die hohe Flexibilität ist für Frank Winter eine Sache der Abstimmung –„und das machen

die Mitarbeiter untereinander“. Schriftliche Regeln seien nicht notwendig. Freizeit wird hoch bewertet:

„Wir haben keinen Mitarbeiter, der Überstunden ausbezahlt haben möchte“, sagt der Unternehmer.

Mehrarbeit werde durch Freizeit vergütet.

Arbeitszeiten anpassen, den Arbeitsumfang reduzieren, kurzfristige Freistellungen vornehmen, längere

Urlaubsphasen organisieren. „Alles ist möglich“, erläutert Andrea Runge. Sie leitet mit zwei Geschwistern

die Feinkostfleischerei Hidding in Nordwalde mit Filialen im Münsterland. „Wer mit mir spricht,

dem kann ich helfen“, lautet ihre Devise. So fließen Wünsche zur Arbeitszeit in die Arbeitsplanung ein.

Dabei wird auch auf feste private Termine Rücksicht genommen. Andrea Runge erwartet Flexibilität

von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. „Das ist keine einseitige Angelegenheit.“

Bei Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird oft an Frauen gedacht, die sich um Kinder kümmern. Das

machen aber zunehmend auch Männer, zum Beispiel Jörg Elke. Der Leiter der Hidding-Filiale inMünster-Nienberge

muss schon mal kurzfristig Termine an der Schule wahrnehmen. Wenn es eben möglich

ist, dann nehmen er und seine Frau gemeinsam daran teil. Für den Vater ist es einfacher, sich auch

schnell mal freizunehmen. „Wir können unsere Arbeitszeit auch kurzfristig untereinander tauschen.“

Natürlich müsse der betriebliche Ablauf gesichert sein. Gegenseitiges Vertrauen sei dabei wichtig. hko

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LEBEN &WISSEN 25

Als Frau immer auf Achse

Für die Berufskraftfahrerin Maria Enste sind lange Strecken und schwere Trucks Alltag. Woche für

Woche transportiert sie Landmaschinen und Fahrzeuge für Fehrenkötter quer durch Europa.

Arbeitsplatz hinterm Lenkrad: Seit 15 Jahren lenkt Maria Enste imFernverkehr schwere Trucks. Seit 2015 ist sie für die Ladbergener Spedition Fehrenkötter unterwegs.

Fotos: Sigmar Teuber

Sissy ist immer dabei. Die Shih-Tzu-

Hündin, von ihrer Besitzerin liebevoll

„Prinzessin“ genannt, wacht darüber,

objemand und, wenn ja, wer

zu Frauchen Maria Enste in den

Truck klettern darf.Garry, der Rüde,

muss diesmal zu Hause bleiben. Seit

er einmalvon einem bösen Herrn getreten

wurde, ist er auf Männer nicht

gut zu sprechen. Für die 52-jährige

Fahrerin, die im Auftrag der Fehrenkötter

Transport &Logistik GmbH in

ganz Europa unterwegs ist, gilt das

zum Glück nicht –essei denn, sie

muss sich gegen einen zudringlichen

Kollegen zur Wehr setzen.

Montag, 5Uhr, auf dem

Fehrenkötter-Betriebshof

in Ladbergen. Ein

Druck auf den Anlasser

erweckt den Motor des

schweren Lkw zum Leben. Aufder Ladefl

äche des fast 20 Meter langen Trucks

stehen Edelkarossen. Wert: „Gut eine

MillionEuro“, sagt Maria Enste, die gerade

die Ladungssicherung überprüft hat.

Dann gibt die trotz der frühen Morgenstunde

gut gelaunte Berufskraftfahrerin

Gas. Tagesziel: Ein Unternehmen in

Creutzwald/Frankreich. Dort werden die

drei Autos abgeladen.

Für die erfahrene Truckerin, deren Eltern

1962 aus Italien nach Deutschland ka-

Starke Frau mit weichem Kern: Maria Enste ist bei den Kunden

und an der Rampe gern gesehen.

men und sich hier ein neuesLeben aufgebaut

haben, ist der Auftragnichts Besonderes.

Oft ist sie tage- und wochenlang

unterwegs, transportiert neben Pkw auch

schweres Gerät wie Traktoren und andere

Landmaschinen.

Gelernt hat Maria Enste das Bäcker- und

Konditoren-Handwerk. Bei ihrem Vater,

derals Sprengmeister gearbeitet hat, darf

sie schon als Kind im Lkw mitfahren. Dabei

infiziert sie sich mit dem Trucker-Virus.

Mit 23 Jahren sitzt sie selbst hinter

dem Steuer eines Kies-Lastwagens, verdient

sich mit ihren Fahrkünsten den Respekt

der harten Kerle auf vielen Baustellen.

Dann schlägt das Schicksal zu: Ihr Mann,

heute 57Jahre alt, erleidet einen Unfall.

Folge: Erwerbsunfähigkeit. Ein Problem,

das es zu lösen gilt. Da sind das eigene

Haus in Warstein, die beiden Kinder –

Tochter Palma-Michelle (20) und Sohn

Marcel (23) –, die laufenden Verpfl

ichtungen:

Alles kostet Geld. „Einer muss es

verdienen, warum nicht ich?“, sagt sich

Maria Enste und startet durch. Das Lkw-

Fahren wird zum Full-Time-Job. Seit

rund 15 Jahren arbeitet MariaEnstejetzt

im Fernverkehr, seit November 2015 ist

sie bei Fehrenkötter.

Sich in der Männerdomäne durchzusetzen,

ist schwer. Die Truckerin kann ein

Lied davonsingen. Sie zählt nicht, wie oft

ihr ein Held der Straße beim Elefantenrennen

mit eindeutigen Gesten zeigt, was

er von Frauen am Steuer eines Lkw hält.

Angebote sind an der Tagesordnung. „In

den ersten zwei Jahren habe ich oft geglaubt,

ich wäreimfalschen Beruf gelandet“,

schmunzelt die Berufskraftfahrerin

heute über das, was sie damals erst einmal

verdauen musste.

Bei zehn Geschwistern, davonsechs Brüder,

hat sie früh gelernt, sich zu behaupten.

Gelegentlich hilft es auch, dass sie

Trägerin des schwarzen Karate-Gürtels

ist. „Manche Männer verstehen leider nur

handfesteArgumente“, sagt die Fahrerin,

die sich unauffällig kleidet und unterwegs

gern ein unfreundliches„Arbeitsgesicht“

aufsetzt, um aufdringliche Kollegen

auf Distanz zu halten.

►Fortsetzung auf Seite 26

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26 LEBEN &WISSEN

Hinterm Horizont

wartet das Zuhause

Heute Creutzwald, morgen Meppen –und die Männer machen große Augen.

Ob schicke Autos oder schwere Landmaschinen: Die Ladungssicherung ist das Aund O. Das Verzurren mit den Gurten ist schwere Arbeit.

Foto: Sigmar Teuber

FEHRENKÖTTER

TRANSPORT &LOGISTIK

Als nach eigenen Angaben einer der

führenden Landmaschinen- und

Fahrzeuglogistiker in Europa ist die

Fehrenkötter Transport &Logistik

GmbH für Hersteller und Vertriebsgesellschaften

von Landtechnik,

Transportern und Anhängern tätig.

Neben Branchenlösungen für Landmaschinen,

Fahrzeug- und Spezialtransporte

bietet das Unternehmen

aus Ladbergen Logistik-Dienstleistungen

von der Zwischenlagerung

bis zum Outsourcing kompletter Abteilungen

an. Als zweites Standbein

betreut die Fehrenkötter Personaldienstleistungen

GmbH Kunden mit

Personalvermittlungen und Zeitarbeitslösungen.

Das 1929 gegründete

Familienunternehmen wird in

dritter Generation vom alleinigen

Gesellschafter und Geschäftsführer

Joachim Fehrenkötter geleitet. Im

Einsatz sind nach seinen Worten

zurzeit 150 Fahrzeuge und 170 Fahrer,

davon drei Frauen. Im Zeitarbeitsbereich

werden rund 400

Mitarbeiter beschäftigt. Transportiert

werden „in sehr starkem Maße“

Landmaschinen, Nutzfahrzeuge

und Pkw, soder Unternehmer. teu

Creutzwald, 15.30 Uhr: Vorsichtig

rangiert Maria Enste

drei Luxusautos von der Ladefl

äche. Auch das gehört

zu ihren Aufgaben. Dabei

einen Kratzer in den Lack zu machen

oder die Innenräume der Fahrzeuge zu

verschmutzen, kann fatale Folgen haben.

Doch schnell stehen die Wagen unbeschädigt

auf dem Platz, der ihnen zugewiesen

wurde.

Kurz darauf ist der Lkw wieder auf der

Straße. Das nächste Ziel, das Disponent

Thomas aus Ladbergen durchtelefoniert

hat, ist Noerdange inLuxemburg. Dort

müssen Landmaschinen abgeholt und zu

einem Unternehmen in Meppen gebracht

werden. An einer Tankstelle kauft Maria

Enste die für die Fahrt inLuxemburg erforderliche

Vignette. Weil es zum Laden

heute ohnehin zu spät ist, gilt diese für

den nächsten Tag. Jetzt muss nur noch

ein Stellplatz für die Nachtgefunden werden.

Eine Raststätte oder einen Autohof gibt

es erst auf Luxemburger Gebiet. Auf

einem Parkplatz kurz vorder Grenze findet

Maria Enstenocheine Lückefür ihren

Lkw.„Aufsolchen Plätzen stehe ich nicht

gerne“, sagt sie. Meist seien die sanitären

Anlagen schmutzig. Waschgelegenheiten

gebe es kaum, eine Aufsicht schon gar

nicht. Das trifft auch auf den aktuellen

Parkplatz zu. Glücklich, wer Desinfektionstücher

für die Hände dabeihat.

Zum Abendessen gibt es ein Reis-Fertiggericht,

das Maria Ensteneben vielenanderen

Dingen aus dem Bordkühlschrank

und diversen Fächern zaubert. Gekocht

wird imFührerhaus auf einem Gaskocher.

„Das hier ist meine Küche, mein

Wohn-, Schlaf- und Badezimmer“, beschreibt

die Truckerin. Während sie das

wenige Geschirr spült –auf den Stufen

zum Führerstand –,kommt ein Kollege

LENK-UND RUHEZEITEN

Werviel fährt, muss Pausen einlegen. Diese Regel gilt für alle Berufskraftf fahrer. Sie

müssen Lenk- und Ruhezeiten einhalten. Die Regelungen dafür sind für den Laien

kaum zu durchschauen. Im Durchschnitt, erläutert Joachim Fehrenkötter, darf ein

Trucker am Tagneun Stunden fahren. Er muss diese Fahrzeit mit einer Pause von

45 Minuten unterbrechen. Das Einhalten der Vorschrift

en wird per digitalem Tachografen

überwacht. Verstöße können teuer werden. Tägliche als auch wöchentliche

Ruhezeiten sind verbindlich einzuhalten. Wenn der Lkw über eine Schlafkabine verfügt,

können sie auch im Fahrzeug absolviert werden. Der Zeitraum, in dem sich ein

Fahrer erholt, wird als Fahrtunterbrechung bezeichnet. Auch Arbeiten wie Wartung,

Be- und Entladung sowie Instandsetzung sind während dieser Zeit untersagt. Nach

maximal viereinhalb Stunden hinter dem Steuer ist ein Fahrer verpflichtet, eine solche

Unterbrechung einzulegen. Nach Ende jeder 45-minütigen Fahrtunterbrechung

beginnen rechnerisch wieder viereinhalb Stunden Lenkzeit.

teu

vorbei. „Hast du mal einen Schraubenschlüssel?“

Hat sie nicht, aber eine Kombizange.

Mit der repariert der Mann seine

Maschine. Man hilft sich gern.

Katzenwäsche neben dem Truck, dann

geht’s in die schmale Koje. Die Nacht ist

ruhig.

Der nächste Tag bricht an. Schnell ist

Noerdange erreicht. Es gießt. Ein Mitarbeiter

des dortigen Unternehmens

fährt einen überbreiten und einen normalen

Traktor auf den Aufl

ieger. Dazu

einen Radlader. Für die Ladungssicherung

ist Maria Enste zuständig. Das Verzurren

dauert. Der Regen läuft in den

Kragen der Arbeitskleidung. Als alles

sitzt, wie es soll, ist die Fahrerin nass bis

auf die Haut. Kurz was Trockenes anziehen.

Weiter geht’s. Der Rückweg mit dem

überbreiten Truck führt zum Teil über

Kölner Stadtstraßen. Kein Problem für

die erfahrene Kraftfahrerin. Am Abend

ist Ladbergenerreicht, am nächsten Morgensetzt

sie die Fahrtnach Meppenfort.

Was reizt sie an diesem harten Job?

„Wenn ich unterwegs bin, habe ich meine

Ruhe, sehe viele Länder und neue Orte“,

sagt Maria Enste. Als Frau werdesie beim

Kunden oft freundlicher und respektvoller

behandelt als die männlichen Kollegen.

Ein Ausgleich dafür, dass viele von

denen „sich alle Freiheiten gegenüber

Frauen herausnehmen“.

Marie Enstehat gelernt, sich durchzusetzen.

Dass sie neben ihrem „Arbeitsgesicht“

eine weiche Seite hat, wird deutlich,

wenn sie von ihrer Familie erzählt,

die sie oft wochenlang nicht sieht, von

„Püppi“, ihrer Tochter, die zurzeit in

Amerika ist und die sie bald besuchen

will, von ihrem Sohn, ihrem Mann, der

Harley, die auf einen Ausritt wartet.

Dann ist der Horizont nur eine weitere

Station auf dem Weg nach Hause.Sigmar

Teuber

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LEBEN &WISSEN 27

Da dreht sich wieder was

auf dem Plattenteller

Die gute alte Vinyl-Schallplatte ist so beliebt wie lange nicht mehr, denn zum harten Kern des

Widerstands gesellen sich immer mehr neue Fans. Etwas Knistern gehört zum guten Ton.

Sie dreht sich, sie knistert –und sie

boomt: die gute alte Schallplatte.

Seit Jahren schon finden sich in den

großen Elektronikmärkten – also

nicht nur inSpezialgeschäften –die

gut bestückten Regale, und zu Jahresbeginn

kam von der Deutschen

Presseagentur die Erfolgsmeldung

zum Comeback des Vinyls: „Die

Schallplatten-Verkäufe in Großbritannien

sind auf den höchsten Stand

dervergangenen 25 Jahre geklettert.

Das geht aus einem Bericht des Verbands

der britischen Musikindustrie

hervor ... Vinyl-Platten machten

knapp fünf Prozent aller verkauften

Alben aus. Demnach gingen 2016

insgesamt 3,3 Millionen Schallplatten

über die Ladentische –dies entspricht

einem Anstieg um 53 Prozent.“

Und inDeutschland sieht die

Lage ähnlich aus.

Rückblickend ist immer wieder

von den „katastrophalen

Einbrüchen in den 90-

ern“ die Rede:Damals wurd

die ersten Platten- Ren

Sammlungen mit dem noch jungen Medium

CD angelegt, freuten sich Musikhörerüber

das Abspielen ohne Nebengeräusche,

über den Vorzug, die Scheibe nicht

mehr umdrehen zu müssen, über gesparte

Regalmeter. Nur eine kleine Gruppe

audiophiler Freaks leistete Widerstand

und hegteihreüber langeZeit hinweg zusammengetragene

Kollektion schwarzer

Scheiben. Einige Fans sollen vorsichtshalber

sogar Tonabnehmer und Diamantnadeln

gehortet haben, weil deren Lebensdauer

im Abspielvorgang dahinschmolz.

In feinen Hifi-Geschäften wurden

sie noch versorgt, während große Läden

und Kaufh

äuser alles verbannten,

was nicht digital war.

Irgendwann aber, fast unmerklich, wendete

sich das Blatt. Denn die alten Erkenntnisse

der Vinyl-Freaks fielen auch

bei Angehörigen der Generation digital

auf fruchtbaren Boden: Ist nicht die kleine

Silberscheibe ein seelenloses Ding,

klingt nicht die alte Platte viel wärmer

und mit ihren scheinbaren Nachteilen

des dezenten Knisterns auch lebendiger?

Hat es nicht sogar etwas Kultiges, die große

Platte noch aus einer Innenhülle zu

ziehen und sie nach der Hälfteder Spielzeit

zum Umdrehen abermals in die Hand

zu nehmen? Überhaupt, die beiden Seitender

Platte: Waswaren das für schöne

Zeiten, als Popmusiker sich genau überlegten,

wie Seite1enden und Seite2beginnen

sollte, als Klassikproduzenten

sich nicht gezwungen sahen, eine Scheibe

mit Füllseln vollzustopfen! Von der

Schönheit großer Coverund Begleithefte

ganz zu schweigen.

Dass es den Trend zum alten Medium

auch in Deutschland gibt, bestätigt Sigrid

Herrenbrück vomBundesverband Musikindustrie:

„Innerhalb der ersten neun

Monate2016sind bereits so viele Schallplatten

verkauft worden wie im gesamten

Jahr 2015.“ Insgesamt gingen demnach

zwischen Januar und September 2,1 Millionen

Vinyl-Alben über die Ladentheke,

50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Schallplatte erlebe damit seit

2007 eine bisher ununterbrochene Aufwärtskurve,

teilt der Verband mit und zitiert

seinen Geschäftsführer Dr. Florian

Drücke: „Angesichts der erneut hohen

Verkaufszuwächse von rund 50 Prozent

kann man sagen, dass es sich nicht mehr

um eine reine und kleine Liebhaberecke

handelt. Erfreulicherweise gibt es in der

Branche nicht das Ausschlussprinzip, im

Gegenteil: Parallel wächst das Streaming

weiter,und diemeisten Fans hörenMusik

auf mehreren Kanälen.“

Ein Beleg dafür ist die Tatsache,dass der

Käufer einiger Vinyl-Scheiben zugleich

einen Download-Code erhält: Das alte

und das aktuelle Medium ergänzen einander

–und lassen die einst so moderne

CD alt aussehen. Streamen zum Musikhören

in allen möglichen Lebenslagen,

Schallplatte-Aufl

egen zum Genießen:

Das scheint der Trend zusein.

Ein Blick auf die Charts zeigt allerdings,

dass Vinylkäufer kaum der jüngsten Generation

angehören: Beim Versandhandel

etwa finden sich neue Platten alter

Herren wie der Rolling Stones oder der

im vergangenen Jahr verstorbenen Giganten

David Bowie und Leonard Cohen

vorn. Vielen unter 30-Jährigen dürfte es

egal sein, ob CDs oder Schallplatten in

den Elektronikmärkten stehen, ob Player

oder Plattenspieler verkauft werden: Sie

sammeln nicht, sie streamen. Ob auch sie

sich irgendwann einmal der Vinylschwärmerei

ihrer Elterngenerationenhingeben

werden?

Harald Suerland

Vinyl mit Bild: eine Spezial-Edition von David Bowies Schallplatte

„Changes“

Foto: AFP

Frisch aus der Presse: Ein Mitarbeiter von Celebrate Records prüft

im Werk in Stollberg ein Platte.

Foto: dpa


28 LEBEN &

Vom Tattoo-Studio zur Oberfin

Künstler der Skulptur-Projekte 2017 planen Herausforderungen /Umsetzungsphase hat begonnen

Keine zwei Monate mehr, dann wird

es in Münster unruhig. Wie alle zehn

Jahre. Die „Skulptur-Projekte 2017“

finden vom 10. Juni bis 1. Oktober

statt, viele Künstler waren bereits in

der Stadt, die Vorhaben stehen fest,

einige davon erfordern noch viel

Überzeugungskraft der Kuratoren

Kasper König, Britta Peters und Dr.

Marianne Wagner sowie nicht zuletzt

Kompromissbereitschaft der Partner:

der Verwaltung und Techniker.

Denn der öffentliche Raum mit seinen

vielen Interessen, Inhabern und

Regeln zählt sicher zu den schwierigsten

Ausstellungsplätzen. Insofern

stecken einige der schönsten

Projekte noch ein bisschen zwischen

Hoffen und Bangen. „Die Wirtschaft“

hat die verfügbaren Informationen

zusammengetragen und stellt einige

Künstler mit ihren Projekten vor:

Der Japaner Ei Arakawa

wird die Besucher entlang

der historischen Skulptur-

Projekte-Aasee-Route Oldenburg-Kugeln,

Philipsz-

Brückengesang, Trockel-Heckeund Judd-

Ringe zumHaus Kump ziehen lassen,wo

die Besucher ein aus LEDs genähter,„singender

Screen“ erwartet, der Kunstmotive

in der Landschaft aufl

euchten lässt, wie

vielleicht Gustave Courbet („Die Steinbrecher“).

Das Lagerfeuer als Kommunikationsort

will Aram Bartholl an drei Orten ins 21.

Jahrhundert holen: Die Stellen am H1-

Tunnel, Fernsehturm und Pumpenhaus

werden unterschiedliche Angebote machen,

die Licht wie in einem postapokalyp

tischen Szenario generieren.

Andreas Bunte kommt zwar aus der Neanderthal-Stadt

Mettmann, will aber

Handy und Smartphones ins Skulptur-

Projekte-Spiel bringen. Auf inder Stadt

hängenden PlakatewirdesQR-Codes geben,

über die kleine Video-Clips zu sehen

sein werden, die einen gelegentlich auch

schmunzeln lassen können.

Möglicherweise mehr als zwei Dutzend

dicke Bände werden es wohl werden,

wenn JeremyDeller in der münsterischen

Kleingarten-Anlage „Mühlenfeld“ die Tagebücher

ausstellt, die münsterische

Kleingärtner seit 2007 für sich, den englischen

Künstler und bald die gesamte

Kunstwelt geführt haben.

Ein Brunnen. Das klingt derart „old fashioned“.Doch

das Wasserspiel von Nicole

Eisenman soll „ästhetisch ausgefallen“

sein, verspricht Kuratorin BrittaPeters. An

der Kreuzschanze werden Figuren aufgestellt,

die eher geschlechtsneutral, denn

weiblich sind.Aus den an die drei Metern

hohen zwei Bronzen und drei Gipsfiguren

Aram Bartholl –hier mit den Kuratorinnen Marianne Wagner und Britta Peters (r.) –will Münsters Tunnel der Düsternis und Tristess in

eine Art prekären Palast verhandeln.

Hanna Neander

der Amerikanerin mit Geburtsort Verdun

(Frankreich)wirddas Wasser aus Öffnungen

anBeinen oder Brüsten eher lecken

und tropfen als sprudeln.

Der britische Konzeptkünstler Cerith

Wyn

Evans will sich wohl skurril dem

Akustischen verschreiben. Mittels eines

Kälteaggregats rückt ereiner Kirche zu

Leibe, genauer ihrer Glocke. Vielleicht

werden die Münsteraner dann mal hören,

wie ein Winter-GeläutimSommer klingt.

Eines der sicher wichtigsten und populärsten

Projekte könnte ein frischer Weg

werden. Ayse Erkmen will die Besucher

am Hafen über Wasser laufen lassen –

vom schicken zum noch nicht schicken

Kai. Inzwischen wird inHamm die Konstruktion

gebaut, MitteMai soll der heikle

Aufb

au beginnen.

Münsters Verbindung zu den Kolonialkriegen

wird Lara Favoretto sichtbar machen.

Sie stellt einen monolithischen Quader

als Spardose in die Nähe des Train-

Denkmals. Es ehrt die Soldaten, die beim

Boxer-Aufstand in China oder in Süd-

West-Afrikabeim Völkermordanden Hereros

gefallen sind. Dieses „Momentary

Monument“ der Italienerin steht damit

gegenüber der Ausländerbehörde am

Ludgeriplatz, wo Ausländer um ihre Aufenthaltsgenehmigung

bangen müssen. In

der Steinskulptur (Peters: „Es ist schwierig,

einen solch großen Stein in einem

Steinbruch zu finden.“) werden Spenden

für die Gefangenenhilfe Büren (Paderborn)

gesammelt, die sich um die Flüchtlinge

in der Abschiebe-Haftanstalt des

Landes Nordrhein-Westfalen kümmert.

Der Stein wird nach der Ausstellung zerkleinert

und einem Bauunternehmer

übergeben, der die Steine vielleicht in

Münster verbauen wird.

Reizvoll kann die Arbeit von Hreinn Fridfinnsson

werden;als Jahrgang 1943 wird

er einer der ältesten Teilnehmer der

Skulptur-Projektesein. Seit 1974 stellt der

Isländer Häuser in Landschaften. Sein

viertes „Haus“ kommt in den Sternbuschpark

–ein Haus-Skelett aus hochpoliertem

Edelstahl, in dem sich der Park spiegeln

wird.

Die gesamte Zeit der Skulptur-Pro

werden MonikaGintersdorfer und

Kl

aßen im Pumpenhaus das Theate

jekt „Kabuki Noir Münster“ proben m

den Reibungen und Leidenschaften

die neun Protagonisten in dem The

haus aushalten und produktiv nu

müssen oder wollen. Und die Besucher

dürfen dabei zusehen.

Vonder Arbeit des Franzosen

Pierre Huyghe ist bislang

lediglich der Ort bekannt.

Auf der vorigen Documenta

ließ er einen

Hund mit rosa Pfote

durch ein Biotop laufen.

In Münsters leerer Eissporthalle

(ein Haus im Abriss-Wartestand)

soll einegroße

Installation entstehen.

Der New Yorker Justin Matherly w

wohl mal das Denkmal „Unteil

Deutschland“ auf dem Serv

atiiplatz

weise ersetzen. Doch das erste B

Denkmal Münsters von Anni Buschk

bleibt stehen. Trotzdem will der Ame

ner dort eine skulpturale Arbeit ze

die eisbergartig ist.

Wieklingt Münster? Das umtreibt Em

Ogboh aus Nigeria. Sein Sound

Münster könnte vielleicht im Hamb

Tunnel zu hören sein.Der Afrikaner

Musik mit Münster-Bezug aufwie di

weltberühmten Komponisten Moon

der sein Grab auf dem Zentralfrie

hat. Ferner wirdesSoundscapes der

geben und gregorianische Chöre aus

Dom.

Im Geheimen haben sich Xavier Le

und Scarlett Yu vorbereitet. Über di

Tage hinweg initiieren sie perform

Aktionen im öffentlichenRaum wie Z

gespräche mit Passanten. Bis datoste

Skulptur-Projekte-Zeiten jede Bau

unterKunstvt erdacht, ab Juni könnte

des halbwegs auffällige Verhalten i

Stadt sein. Dafür wurden bereits e

Münsteraner trainiert. Das dürfte

nend werden.

Die Internationalität von Konsum

Wirtschaft treibt Mika Rottenberg

Die Argentinierin will einen Asia-L

einer globalen Ladenketteeinrichten

dabei die Laden-Realität in Münste

heimnisvoll in eine filmische Re

übergehen lassen.

Eigentlich wollte Christian Odzuc

markante Treppe der Oberfinanzd

tion als Teil seines Projektes nutzen

ist sie futsch.Nun errichtet der Düsse

ferauf der Brache neue Bautenmit B

zur Architektur der OfD

.

Das Duo „Pele Empire“ bezieht sic

dasSchloss „Pele “, in dem sich der r

nische König Carol alle möglichen

beliebig zusammenkopiert hat. Kath

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Gemeinde Havixbeck ·Willi-Richter-Platz 1·48329Havixbeck ·BürgermeisterKlaus Gromöller

T02507/33-128 ·F02507/33-5128·gromoeller@gemeinde.havixbeck.de

„Angst“ demnächst am Aegidiimarkt: Marl ist Satelliten-Standort der Skulptur-Projekte 2017. Es wird einen

Skulpturen-Tausch geben. Für Münster wandert zum Beispiel die „Angst“ von Ludger Gerdes („Schiff für Münster“

1987) vom Marler Rathaus an den Aegidiimarkt. Foto: Stadt Marl


WISSEN

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Stöver und Barbara Wolff werden eine

acht Meter hohe und langeHütteauf den

Behördenparkplatz am Aegidiimarkt aufstellen

und darineine Bar einrichten. Die

Fassade ist von Münsters Prinzipalmarkt

zusammenkopiert, die Foto-Oberfl

äche

zeigt den „Pele “-Palast. Das könnte ein

Szene-Treff werden.

Im Friedenssaal wird Al

e-

xandra Pirici täglich von

16 bis 20 Uhr eine Dauer-

Performance aufführen

lassen. Vier Performer

agieren als Schnittstelle

zwischen dem historischen

Raum und dem digitalen

„Wissen“.Die choreographierte

Performance wird

sich mit Nationalitäten, Grenzen,

Identitäten befassen, kurz: mitallem, was

zum Thema Westfälischen Frieden passt.

Gregor Schneider wollte mal Autos

durch das Foyerdes Landesmuseums fahren

lassen, jetzt sollen Besucher in etwas

Labyrinthischem im Museum wandeln.

Zu betreten nur durch den Notausgang!

Münsters edler Kunsttempel wird auch

von Nora Schultz traktiert. Aus Marl

kommt Olle Bärtlings Draht-Skulptur

„YZI“, und Drohnen-Videos „zerlegen“ die

Architektur des Landesmuseums mit den

neuen Bewegtbild-Rhythmen.

Bei Michael Smith dürfen sich über 65-

Jährigeinder „Tätowiersucht“ am Hansaring

äußerst kostengünstig ein Motiv ihrer

Wahl stechen lassen.

In Videos im Aegidiimarkt thematisiert

Koki Tanaka (Japan) den Menschen als

Audi Business

soziale Skulptur.

VomAmerikaner OscarTuazon (Seattle)

ist bislang nur bekannt, dass es eine

Skulptur geben wird.

„Hell Yeah We Fuck Die“ sind laut Billboard-Charts

die am häufigsten gesungenen

Wörter. HitoSteyerl wirddas Thema

bildhaft machen, aber nicht mehr im Landesmuseum.

Mit einer „Grandtour“ schließlich lockt

ein Team junger Künstler ausMünster Besucher

zu einer Art Fast-Food-Kunstkonsum:

die Skulptur-Projekte 2017 in 45 Minuten.

Wie das gehen soll, ist vermutlich

eine Kunst für sich.

AUTOREN-REIGEN AN DER

HÜFFERSTRAßE

Die Skulptur-Projekte gehen den

öffentlichen Raum Münster auch

mit „writers in residence“, Stadtschreibern

an. An der Hüfferstraße

werden sie in einem Haus

arbeiten und sich der Atmosphäre

von Stadt und Ausstellung aussetzen.

Es soll jeweils einer der

zehn Autoren anwesend sein, so

dass sie einander sozusagen den

Stift in die Hand geben. Unter

dem Titel „Authors in Residency“

wurden eingeladen: Monika Rinck,

Valentinas Klimasauskas, Shane

Anderson, Sabine Scho, Martina

Hefter, Katharina Merten, Hendrik

Jackson, Philipp Gehmacher, Daniel

Falb und Orsolya Kalasz. kok

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Das Train-Denkmal erinnert anSoldaten

der Kolonialkriege. Gegenüber wird Lala Favaretto

einen Stein aufstellen. Die roten

Markierungen stehen schon. Foto: Matthias Ahlke

KIRSCHEN FÜR MÜNSTER –

MELONEN FÜR MARL

Mit Marl haben die Skulptur-Projekte

Münster einen spannenden Satellitenstandort

gefunden. Die Geschichte beider

Städte repräsentiert zwei höchst

unterschiedliche Wege in die Moderne,

ein höchst unterschiedlicher Umgang

mit zeitgenössischer Kunst. Zwischen

Marl und Münster wird eseinen Skulpturen-Tausch

geben. Marl wünschte

sich die Kirschen von Thomas Schütte.

Der hatte eine bessere Idee. Schon

1987 beschäftigte ersich mit Melonen.

Doch für Münster kamen die Kirschen

auf den Harsewinkelplatz. Jetzt will

Schütte die Idee aufgreifen und für

Marl Melonen auf eine Säule stellen.

Dadurch bekämen diese so ungleichen

Stadtgeschwister eine bildstarke Verbindung.

kok

Christian Odzuck beschäftigt sich mit der Architektur der abgerissenen Oberfinanzdirektion und baut sie ein

bisschen wieder auf.

Matthias Ahlke

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30 LEBEN &WISSEN

Zwei „Power People“ aus

dem Münsterland

Ein Schuhmachermeister und eine Raumausstatterin haben es in den Kalender „Germany‘s Power

People 2017“ geschafft. Ihre Motivation zur Teilnahme an dem Wettbewerb war ganz unterschiedlich.

Power-People: Marina Haubrich aus Rheine, „Miss-Handwerk“-Kandidatin 2017, auf dem Kalender-Titelblatt (links) und Franz-Josef Schäpers aus Münster auf dem Kalender und vor seinem Geschäft.

Foto: Verlagsanstalt Handwerk

Josef Schäpers ist Schuhmachermeister

aus Leidenschaft. Auch die

Raumausstatterin Maria Haubrich

liebt ihren Beruf. Der Münsteraner

ist 74 Jahre alt, die junge Frau aus

Rheine zählt gerade 26 Lenze. Beide

sind Kalender-Stars und damit Botschafter

des Handwerks. Handwerkerinnen

und Handwerker aus ganz

Deutschland hatten sich beworben –

und zwar für den Titel „Missund Mister

Handwerk.“ Dafür mussten sie es

zunächst inden Kalender schaffen.

Die Bewerbung des Schuhmachermeisters

beruhte

auf einem Missverständnis.

Er hattevon demWettbewerb

gelesen und war

der Meinung, man könne einfach mal

Fotos für einen Handwerkskalender einsenden.

Also schickteerein Foto,das ihn

mit einem sehr eleganten Schuh zeigt,

ERFOLGREICHE KANDIDATEN

Sieben Jahre gibt es den Wettbewerb um den Titel „Miss

und Mister Handwerk“ sowie als Vorstufe das Fotoshooting

mit dem Ziel, als „Germany‘s Power People“ ineinen

gleichnamigen Kalender zu kommen. Das Interesse an

dem Wettbewerb ist von Jahr zuJahr gestiegen. Sechsmal

waren bzw. sind Handwerkerinnen und Handwerker aus

dem Münsterland als „Power People“ zu sehen, fünf

schafften es in der Endrunde auf den Laufsteg der Internationalen

Handwerksmesse in München. 2015 wurde der

Hufschmied Sebastian Schmidt aus Drensteinfurt sogar

„Mister Handwerk“.

Die „Power People“ aus dem Münsterland sind:

-Friseurmeisterin Fiol Thormann aus Beckum (Kalender

und Kandidatin „Miss Handwerk 2011“);

-Metallblasinstrumentenbauerin Carolin Ott aus Münster

(Kalender und Kandidatin „Miss Handwerk 2014“);

-Hufschmied Sebastian Schmidt aus Drensteinfurt (Kalender,

Kandidat und „Mister Handwerk“ 2015);

-Raumausstatterin Natascha Eikenkötter aus Sassenberg

(Kalender und Kandidatin „Miss Handwerk 2016“);

-Raumausstatterin Marina Haubrich aus Rheine (Kalender

und Kandidatin „Miss Handwerk 2017“);

-Schuhmachermeister Franz Josef Schäpers aus Münster

(Kalender 2017)

hko

„Das Shooting war ein tolles

Erlebnis.“

zur Verlagsanstalt Handwerk in Düsseldorf,

die den Wettbewerb „Germany‘s

Power People“ ausrichtet. Partner sind

die Signal Iduna Versicherungsgruppe

und die IKK classic.

ErsteStufedes Wettbewerbs ist das Fotoshooting

und die Auswahl von zwölf

Handwerkerinnen und zwölf Handwerkern

für den „Power-People-Kalender“.

Warum 24bei 12

Monaten? Der Kalender

ist doppelseitig

angelegt,

der Betrachter

kann sich also Josef Schäpers

entscheiden –

oder einfach mal

wechseln.

Als Josef Schäpers nach ein paar Wochen

zum Fototermin eingeladen wurde, da

merkte erzum ersten Mal so richtig, auf

wasersichdaeingelassen hatte. 132Bewerbungen

wareneingegangen –und der

74-Jährige war nicht nur dabei, sondern

kam mit einem richtig tollen Foto sogar

in den Kalender. Erwar der mit Abstand

älteste Bewerber, aber das störte weder

ihn noch die anderen Kandidaten. „Das

Shooting war ein tolles Erlebnis“,

schwärmt er immer noch.

Auf der nächsten Stufe zum „Mister

Handwerk“ (Auswahl von sechs Kalender-Stars

für die Endrunde in München

durch Internet-Voting) war ernicht dabei,

den Titel wollte erdann doch der

„Handwerksjugend“ überlassen.

Marina Haubrich kämpfte allerdings um

den Titel „Miss Handwerk 2017“. Das

Verfahren wardasselbe wie bei den Kollegen.

Bewerbung, Kalender,Endrunde vor

großem Publikum auf der Internationalen

Handwerksmesse in München. Eine

Jury, die auch das Voting und die Stimmen

des Publikums in die Bewertung einbezog,

entschied sich dort zwar für eine

andere Kandidatin, doch zu „Germany‘s

Power People“ gehört die junge Frau aus

Rheine auf jeden Fall. Wenn sie auch

nicht „Miss Handwerk“ geworden sei, so

freue sie sich doch sehr darüber,bis in die

Endrunde gekommen zu sein, meintedie

angehende Raumausstatterin, die in der

Firma Telscher in Bad Iburg ausgebildet

wird.

Marina Haubrich hatte über Facebook

von dem Wettbewerb erfahren. Sie war

dann „doch überrascht“, als sie zum Fotoshooting

eingeladen wurde und bis auf

den Laufsteg nach München kam. Auf

dem Kalender ziert sie sogar das Titelfoto.

Voraussetzung

für die Teilnahme

an dem

Wettbewerb ist

eine handwerkliche

Ausbildung,

die aktive Arbeit

im Handwerk und

auch „eine gewisse

Ausstrahlung,“ wie es Jürgen Below

formuliert. Der Geschäftsführer der Verlagsanstalt

Handwerk, in der auch das im

Druckzentrum Aschendorff produzierte

Deutsche Handwerksblatt erscheint, hatte

die Idee zu dem Wettbewerb, als er

sich auf dem Fernsehschirm eine Casting-

Show anschaute. „So etwas können wir

im Handwerk auch“, war damals seine

spontane Überlegung. Das war vor mehr

als sieben Jahren.

Inzwischen gibt es den siebten Power-

People-Kalender, und in München ging

vor wenigen Wochen die 7. Wahl von

„Miss und Mister Handwerk“ über die

Bühne. „Wir wollen mit dem Wettbewerb

für das Handwerk werben und herausstellen,

wie viel Ausstrahlung Handwerkerinnen

und Handwerker haben“, betont

Hans Jürgen Below.

Marina Haubrich erhielt nur positiveResonanz

auf ihre Bewerbung. „Und ich

konnte viel über meinen Beruf erzählen“,

sagt die junge Frau und ergänzt: „Der

Wettbewerb ist Öffentlichkeitsarbeit für

das Handwerk.“

Daran wirkt sie mit. Als Powerfrau im

Handwerkskalender und auch auf ihrem

weiteren Berufsweg. Nach der Ausbildung

ist Weiterbildung angesagt: zur Designerin

im Handwerk.

Aufeinen langen Berufsweg kann Franz-

Josef Schäpers zurückblicken, der ebenso

wie Marina Haubrich den Wert der

Power-People-Aktion für die Öffentlichkeitsarbeit

und damit für das positive

Imagedes Handwerks hervorhebt. Er hat

eine Werbetafel mit seinemKalenderfoto

vor seinem Geschäft in Münster angebracht,

seine Kunden finden das prima.

Der Schumacher kammit 14 Jahrenindie

Lehreund erinnert sich: „Kost und Logis

waren frei und es gab vier Mark Lehrlingsvergütung

–und eine Kinokartekostete

70 Pfennige.“

Schäpers stammt aus einer Schumacher-

Familie. Nach fünf Gesellenjahren

machte erdie Meisterprüfung

und übernahm

mit 24 Jahren den Betrieb

des Vaters. Später

engagierte ersich

als Obermeister der

Schuhmacher-Innung,

seine Lehrlinge

errangenTitel bei Leistungs-Wettbewerben

bis auf Bundesebene.

Hubertus

Kost

Power-Frau: Marina Haubrich in der Endrunde des Wettbewerbs in

München.

Fotos: Hubertus Kost


LEBEN &WISSEN 31

Der Höhenflug des Martin Mall

Der Profi-Jongleur aus Münster ist nicht nur ein leidenschaftlicher Fallschirmspringer, sondern gibt

mit seinen kreativen Einfällen inzwischen großen Veranstaltungen eine besondere Note.

Martin Mall lässt sich bei Fallschirmsprüngen hoch oben zwischen Himmel und Erde

inspirieren.

Foto: Mirko Schmidt

Früh übt sich, wer ein Profi-Jongleur

werden will. Am bestenbeginne man

im Kindergarten, übe täglich vier

Stunden und trete spätestens

in der Pubertät in

eine artistische Kaderschmiede

ein –denkt sich

der Laie. Alles falsch! Der

Münsteraner Martin Mall begann

sein Handwerkganz entspannt,

als er in der Jugend

einen Kasten mit Jonglage-

Utensilien geschenkt bekam. Und

richtig ernst machte er erst mit 18.

Heute düst der Mann mit

seinen Bällen und Diabolos

von Show zu Show,

tritt inFernsehsendungen

bei Stars wie Eckart von

Hirschhausen auf und streckt seine Fühler

aus bis nach Dubai, wo seine ganze

Show „Human Laser“ unter seiner Leitung

realisiert wurde. Achja, Fallschirmspringer

ist Mall auch noch. Und macht

hier ebenfalls keine halben Sachen: In

Arizona war er an einem „Nationen-Weltrekord“

beteiligt, als 214 Springer aus

Deutschland eine Formation bildeten.

Weshalb hat einer wie er seinen Lebensmittelpunkt

in Münster? „Der Liebe wegen“,

sagt Martin Mall und nimmt einen

Schluck Cappuccino. Die hat ihn in die

beschauliche Westfalenmetropole verschlagen,

genauer: ins Kreuzviertel.

Unter anderem sei Münster gerade wegen

seiner Lage ideal: Schnell komme

man von hier aus nach Berlin oder Hamburg.

Und hat die Liebe gehalten? „Ja –

wir sind mittlerweileverheiratet und haben

zwei Kinder (einen fastzweijährigen

Sohn)“, lächelt Mall zufrieden.

Die Liebe zur Artistik hält ebenfalls und

treibt immer neue Blüten. So nutzt der

Jongleur, der in seiner Jugend Cello-

Unterricht erhielt, sein Instrument für

eine besondere Bühnen-Überraschung.

Davon konnten sich die Zuschauer im

MärzbeiderAdam-Riese-ShowimPumpenhaus

ein Bild machen: WerMall nicht

kannte, hielt ihn zunächst für einen Musiker

– doch statt Bach oder Haydn „fiedelte“

der Bogen auf einmal mit Bällen!

Lüpfte sie elegant in die Höhe, und die

Saiten wurden zur Rutschbahn. Damit

die aktuelle Musik nicht außen vorbleibt,

arbeitet Mall auch mit dem Jazz-Musiker

Stephan Braun zusammen.

Bei der Riese-Show in Münster zeigte

Mall noch eine weitere Spezialität: Das

„(Mega) Super-Selfie“, das sämtliche Zuschauer

eines Saals mittels Superweitwinkel-Linse

auf ein Foto zwingt –Mall

inklusive. Und während er die Fernbedienung

knipst, balanciert er die Kamera

mittels Stangeauf der Stirn. Artisten-Ehrensache.

Die Westfälischen Nachrichten

druckten das Foto seinerzeit ab.

Diese Bilder zählen zu Malls künstlerischem

Portfolio. Es kommt ebennicht darauf

an, mit neunstatt sieben Bällen wirbeln

zu können –viel wichtiger sind kreative

Eigenheiten. So eröffnet man dann

eben mit besagter Lasershowdie Hannover-Messe,

und Angela Merkel sitzt im

Publikum. Und auch auf der diesjährigen

Hannover-Messe kann man ein Martin

Mall mit einem speziellen Projekt erleben.

Das ist immer mehr zu seiner Spezialität

geworden: Als Ideengeber Inhalte

und Botschaften zu vermitteln –mit kurzen

Impulsaktionen oder interaktiven

Vorträgen.

Und warum braucht jemand, der sich seinen

Adrenalinkick auf der Bühne holt,

noch Sprünge aus Flugzeugen? „Um

einen Kick geht es mir nicht“, widerspricht

der Vielfl

ieger. „Mich reizt der

Teamgedanke und was man gemeinsam

realisieren kann“. Aber es muss schon

eine seltsame Sucht von diesen frei

schwebenden Momenten zwischen Himmel

und Erde ausgehen. Über 2000

Sprüngehat Martin Mall jedenfalls schon

auf dem Buckel.

Arndt Zinkant

Bei der Eröffnung der Hannover-Messe 2015 bot Martin Mall eine

faszinierende und inspirierende Laser-Show Foto: Ralf Lottig/tarm

„Human Laser“ – diese spektakuläre Show wurde unter der Leitung

von Martin Mall in Zusammenarbeit mit Tarm-Showlaser realisiert.

Foto: Ralf Lottig/tarm

Wenn Sie das

verhindern wollen…

„Wege und Möglichkeiten aus dem ständigen Selbst“

Für ein neues und selbstbestimmtes Leben mit ungeahnten Möglichkeiten

Vortrag am Montag, 22. Mai 2017 ·19:01–21:00Uhr

im HofhotelGrothues-Potthoff ·48308 Senden/Westfalen

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Bildquelle: Joana-Virginia Mertens ·www.karakterkind.de

Johannes H. Mertens HandelsDialog GmbH


32 LEBEN &WISSEN

Exklusive Kosmetiktipps

von Nostradamus

In der flämischen Bücherstadt Antwerpen lockt das Plantin-Moretus-Museum mit den Schätzen der

ältesten Druckerei der Welt. InHochzeiten wirkten hier 22 Pressen und 80 Mitarbeiter.

Mehr Buchstaben als beim Scrabbeln:

Blick in einen Letternkasten.

Die nicht immer einfache Beziehung

zwischen Autor und Verleger ist so

alt wie der Buchdruck. Schon im frühen

16. Jahrhundert schimpfte der

Humanist Erasmus von Rotterdam

über schlechte Drucker, „für die sogar

der Gewinn eines einzigen unglücklichen

Goldstücks mehr zählte

als die gesamte Literaturwissenschaft“.

Was der Humanist beklagte,

waren häufige Fehler in vielen gedruckten

Werken. Gut, dass es Ausnahmen

gab.

Die fl

ämische Bücherstadt

Antwerpen ist nicht nur

Heimat zahlreicher Verlage,

Schriftsteller und gut

sortierter Buchhandlungensowie

Antiquariate, hier finden auch

jährlich zwei Buchmessen statt. Der aufmerksame

Spaziergänger kann an manchen

Häuserfassaden sogar Gedichte entdecken,

die dort in großen Buchstaben

geschrieben stehen. Schade, wenn man

kein Niederländisch versteht. Die Keimzelle

der Bücherstadt ist aber viel älter

und für Freunde des gedruckten Buches

aus aller Welt ein Muss.

Das Plantin-Moretus-Museum, übrigens

das weltweit einzige Museum mit Weltkulturerbe-Status,

birgt den komplexen

Schatz der ältesten Druckerei der Welt

und zeigt ihn in den historischen Räumlichkeiten.

Und überall liegen Bücher

aus, die hier gedruckt wurden, als Kopien

zum Schmökern oder als Originale

unter Glas. Das mehrteiligeGebäude umfasst

nicht nur die Druckerei mit den

weltweit ältesten Druckpressen, die um

1600 hergestellt worden sind, und einer

Vielzahl historischer Letternkästen. Es

enthält auch die Wohnräume der Familien

Plantin und Moretus, die so besitzendwurden,

dass sie das gesamteAnwesen

im Zentrum der Altstadt Antwerpens

einschließlich Werkstatt, Möbeln und aller

Bücher 1876 der Stadt zu einemgünstigen

Preis überlassen konnten. Ein

Glücksfall!

Gründer der Officina Plantiniana warder

gebürtige Franzose Christoph Plantin,

der 1576 am Antwerpener Vrijdagmarkt

seinenBetrieb eröffnete, in dem zu Hochphasen

22 Pressen und 80 Mitarbeiter im

Einsatz waren. Um es vorwegzunehmen:

Schmökern bei Plantins: Im Museum liegen überall Kopien besonderer historischer Bücher aus –auch inden ehemaligen Wohnräumen.

Er revolutionierte das Druckereiwesen

sowohl in technischer als auch in verlegerischer

Hinsicht. Und Fehler waren

ihm ein Gräuel. Seine Korrektoren und

Lektoren waren Gelehrte und Priester.

Sie sorgten dafür,dass nicht nur ein Werk

mit Sprichwörtern von Erasmus fehlerfrei

auf den Markt kam.

Plantin veröffentlichtevor allem religiöse

und humanistische Werke, aber auch

Wörter-und Lehrbücher sowie die neuesten

wissenschaftlichen Erkenntnisse und

Entdeckungen. Er unterhielt ein internationales

Verteilernetz und bot seine Produkteauf

der Frankfurter Buchmesse an.

Durch kleine, kostengünstige Ausgaben,

die Plantin herausgab, ebnete ereiner

größeren Verbreitung der Schriften den

Wie in vergangenen Zeiten: Nach dem Einlegen werden die Lettern

mit schwarzer Farbe bestrichen.

Weg. Und er verkaufteinseinem eigenen

Laden auch ‚in albis‘, also ungebundene

Bücher.Dort hängt noch heute der im 16.

Jahrhundert vonder katholischen Kirche

aufgestellte Index verbotener Bücher.

Selbst Schriften, die der Katholik Plantin

herausgegeben hatte, findensich auf dieser

Liste. Der Antwerpener Drucker und

Verleger war jedoch nicht nur geschäftstüchtig,

er war auch zutiefst überzeugt

von der Bedeutung der Bildung und der

Wissensvermittlung. Das Haus vonChristoph

Plantin wurde zum Treffpunkt der

Gelehrten. Zeitweilig lebte und arbeitete

sogar Flanderns bedeutendster Philosoph

dort, Justus Lipsius. Plantin war

auch einer der ganz wenigen, die Texte

mit fremdsprachlichen Lettern drucken

konnten. Er stelltenur Setzer ein, die des

Lesens und Schreibens mächtig waren.

Bei seinem Schaffen kam Plantin entgegen,

dass die Handelsstadt Antwerpen

damals ein kosmopolitischer Ort war.

Wersich in den nicht wenigerals 35 Museumsräumen

in die Bücher vertieft,

kann wunderschöne Entdeckungen machen,

ganz ohne spezielle Sprachkenntnisse,

etwa auf den aufw

endig gestaltetenDoppelseiten

aus Atlanten vonPtolemäus

und Abraham Ortelius –einschließlich

pustender Engel an den Bildrändern.

Der Antwerpener Ortelius gilt als Erfinder

des modernen Atlas‘, stellte erdoch

1579 erstmalig Karten aller bekannten

Länder und Regionen im selben Format

zusammen. Gedruckt wurde der Atlas natürlich

von Plantin. Viel zu sehen gibt es

auch in den reich bebilderten Pfl

anzenund

Kräuterbüchern von Rembert Dodoens.

Der fl

ämische Arzt legte mit seinen

Veröffentlichungen im 16. Jahrhundert

einen Grundstein für die Botanik.

Groß in Mode waren seinerzeit sogenannte

Ensemblebücher, indenen Texte

und Bilder zu Andachtszwecken kombiniert

waren. Manche Buchillustration

stammt von einem berühmten Freund

des Hauses: Peter Paul Rubens.

Es gabauchdamals schon Ratgeberliteratur.Soerfährt

man etwaimBuch „Les Secrets“,

wie man ein Pferdemittel gegen

Wanzen anfertigt oder wie man am besten

Tinte mischt. Von dem berühmten

Apotheker und Astrologen Nostradamus

verlegte Plantin

eine Schrift über

Heilmittel und Kosmetika.

Jan van

Marconville

schrieb „Vom Glück

und Unglück der

Ehe“, während

Juan Luis Vives in

seinem Werk „Die

Erziehung der

christlichen Frau“

forderte, sich für

den Unterricht von

Mädchen zuengagieren,

einschließlich

der Lektüreder

Bibel und der antiken

Dichter. Das gemalt von Peter Paul Rubens.

Patron der Drucker: Christoph Plantin,

stand im Gegensatz

zu der im 16.Jahrhundert noch weit verbreitetenAuffassung,

Lesen sei für einfache

Menschen und Frauen schädlich. Nur

Ritterromane sollten sie besser meiden,

empfahl Vives.

Das bedeutendste Werk aus der Produktion

Plantins ist aber die Biblia Regia,

eine mehrsprachigeBibel in acht Bänden,

die den Text parallel in fünf Sprachen

(Lateinisch, Griechisch, Hebräisch, Altsyrisch

und Aramäisch) enthält: 48 Kilogramm

schwer. König Philipp II. unterstützte

dieses fünf Jahre währende Projekt.

Koordiniert wurde es vom spanischen

Theologen Benedictus Montanus,

der den Herausgeber lobte: „Christoffel

Plantin ist zu Rechtfür seine Buchdruckkunst

berühmt, die alle anderen Künste

zum Leben erweckt“ – und dem Fehlerteufel

den Garaus machte.

Ulrich Traub

Plantin-Moretus-Museum, Vrijdagmarkt

22, Antwerpen; montags geschlossen;

Eintritt 8Euro

www.museumplantinmoretus.be/de

Fotos: Ulrich Traub


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2 HOCH-, TIEF- UND GEWERBEBAU

Viel Raum

für Fußangeln

Experten der Kammern sollten bei Expansionsplänen bereits frühzeitig angesprochen werden

Die Produktionshalle ist zu klein, das

Lager platzt aus allen Nähten und die

Büros aus der Gründungszeit des

Unternehmens bieten nichtmehr genügend

Raum für die aktuelle Mitarbeiterschar

– die Gründe, nach

neuen Räumlichkeiten für den Betrieb

zu schauen,sind vielfältig. Entsprechende

Schrittesollten gut überlegt

sein. Berater der heimischen

Kammern sind da gute Ansprechpartner.

Sie stehen bei Fragen der Finanzierung

ebenso zur Seite

wie bei Unklarheiten im

rechtlichen oder planerischen

Bereich. Ein weites Feld, das

jedoch Raum für viele Fußangeln bietet.

Schon allein deshalb kann es ratsam sein,

sich bereits im Vorfeld einer geplanten

Erweiterung an die Experten der Kammern

zuwenden. Denn „betriebliche Investitionsentscheidungen

verlangen

nicht nur umfassende Kenntnisse über

Marktchancen, Absatzmöglichkeiten und

über die Konkurrenzsituation. Zudem

können auch planungs- und immissionsschutzrechtliche

Regelungen vonBedeutung

sein“, sagt Ulf Horstmann von der

IHK Nord Westfalen in Münster.

Norbert Hejna ist Experte für Standortfragen

bei der Handwerkskammer Münster.

Und in dieser Eigenschaft stets auf

dem aktuellen Stand. Denn Bebauungsplanänderungen

aller Städte, Kommunen

und Kreise im Kammerbereich landen

auf seinem Schreibtisch. Hejna analysiertdie

auf Konsequenzen für dort angesiedelte

Betriebe und informiert sie

rechtzeitig. Informationen, die natürlich

auch Unternehmen auf der Suche nach

einem neuen Standort zu Gute kommen

können.

Dabei können die Fachleute der Kammernoftmals

auf unproblematische Weise

etwadie Arbeit vonArchitekten unterstützen.

Beispielsweise dank umfassender

Kenntnisse über die Anforderungen

an die spezifische Einrichtung einer

Werkstatt oder eines Produktionsbetrie-

Kompetente Unterstützung auf dem Weg indie eigene Gewerbeimmobilie bieten die Experten

der Kammern.

pd

bes. Und auch mit den Sonderfällen im

Baurecht –beispielsweise bei Plänen für

eine Existenzgründung auf einer Hofstelle

im Außenbereich –verfügen sie wie in

vielen anderen Spezialfällen aus der Praxis

über ein umfassendes Fachwissen.

Natürlich bieten HWK und IHK auch

Unterstützung bei finanziellen Fragen.

Denn „Wachstumkostetzunächst einmal

Geld“, so Reinhard Schulten vonder IHK.

Die Wege zumGeldkönnen dabei vielfältig

sein, ebenso wie die Möglichkeiten

von Förderung oder Absicherung. Eine

guteMöglichkeit konkreteProjekteüberprüfen

zu lassen, sind etwa die regelmäßigstattfindenden

Finanzierungstagean

denen Experten von NRW.Bank und

Bürgschaftsbank Neuss Unternehmen

verschiedene Möglichkeiten aufzeigen.

Da die Wege in ein neues Firmengebäude

sehr vielfältig und individuell sind, lohnt

eine frühzeitige Anfrage bei den Experten

der heimischen Kammern, um spezielle

Probleme bereits weit im Vorfeld

abzuklären. Und nicht nur das. „Meistens

zahlt sich eine möglichst frühe Kontaktaufnahme

mit den Behörden zu geplantenProjekten

aus“, nennt Ulf Horstmann

einen weiteren wichtigen Punkt für expandierende

Unternehmen. pi

INFOS

Die IHK NordWestfalen bietet Unternehmen Unterstützung

rund um die Planung und Sicherung von Standorten.

Ansprechpartner ist Ulf Horstmann (horstmann@ihknordwestfalen.de)

Zudem werden in regelmäßigen Abständen

Finanzierungssprechtage gemeinsam mit der

NRW.Bank und der Bürgschaftsbank aus Neuss durchgeführt.

Nächster Termin ist am Mittwoch, 10. Mai, in Bocholt.

Telefonische Anmeldungen nimmt Inci Denis unter

Telefon 028 71/99 03 14 entgegen.

Die Handwerkskammer berät Handwerksbetriebe ebenfalls

bei der Standortsuche oder bei betriebswirtschaftlichen

Fragen. Ansprechpartner ist hier Norbert Hejna

(norbert.hejna@hwk-muenster.de). Zudem bietet die HWK

Betrieben die Möglichkeit, die Finanzierung von Investitionsvorhaben

und mögliche Fördermittel mit Beratern

der Kammer und der NRW.Bank zu erörtern. Termine

unter www.hwk-muenster.de/de/existenzgruendung/

seminare-sprechtage/bankensprechtag

Typisch Ford: bewegt die Wirtscha

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Ein Unternehmen der Autozentrum EbberGruppe

Andreas Schöpker

Raesfelder Str. 22

46325 Borken

Tel.: 02861/98068-24

Mobil: 0171/8805253

Heinz Richters

Im Königsesch 11

46395 Bocholt

Tel.: 02871/2464-20

Mobil: 0151/46759591

Lars Mengering

Im Königsesch 11

46395 Bocholt

Tel.: 02871/24 64-21

Mobil: 0170/56 50347

Michael Rüskamp

Dahlweg 121

48153 Münster

Tel.: 0251/700 19-75

Mobil: 0177/2001953

Max Hoffmann

Friedrich-Ebert-Str. 71–91

48153 Münster

Tel.: 02 51/7001939

Mobil: 0176/30785525

¹Ein Leasingangebot der Ford Bank, Josef-Lammering-Allee 24-34, 50933 Köln, ²Angebot gilt für einen Ford Transit Kasten Basis FT290L2, 2,0TDCI 77Kw(105PS), Nettopreis €27.650, Anzahlung €0,-, Frachtkosten €880, ³Angebot gilt für einen Ford Transit Custom Kasten City-Light270L1, 2.0 TDCI,

77Kw(105PS), Nettopreis €24.250, Anzahlung €0,-,Frachtkosten €880, 4Angebotgiltfür einen Ford TransitConnect Kasten,Basis L1 1,5 TDCI 55Kw(75PS), Nettopreis €15.520,Anzahlung €0,- Frachtkosten €680, 5Angebot gilt füreinen Ford TransitCourier Kasten,Basis,1,5 TDCI 55KW(75PS),Nettopreis€

13.365,Anzahlung €0,- Frachtkosten€680. Frachtkosten sind nichtimLeasingangebot enthalten und werden gesondertinRechnunggestellt. Zulassungspaket €160. AlleAngaben zzgl.MwSt


HOCH-, TIEF- UND GEWERBEBAU 3

Alles aus einer Hand

Gutachten sieht Vorteile der privaten Beteiligung anöffentlichen Bauvorhaben

Ob Berliner Flughafen oder U-Bahn

in Köln: Öffentlich geplante Großbauprojekte

werden oft viel teurer

und dauern länger als geplant. Eine

gute Alternative ist die Beteiligung

privater Investoren, zeigt ein Gutachten

des IW Köln und des Gesamtverbandes

der Deutschen Versicherungswirtschaft

(GDV).

Die Beteiligung privater Investoren an Hoch- und Tiefbau-Projekten, wie etwa dem Ausbau der Autobahn A1,könnte für mehr Effizienz sorgen, so das Ergebnis

eines Gutachtens.

Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Es ist ein Riesen-Stau und er

wird immer größer: Rund

135Milliarden Euromüssten

die Kommunen in den kommenden

Jahren in ihre Infrastruktur

investieren, unter anderem in

Straßen und Schulen –und der Betrag

steigt. Die Beteiligung privater Investoren

anInfrastrukturprojekten kann die

Politik dabei entlasten. So liegen beispielsweise

die Projektkosten beim Autobahnbau

über einen Zeitraum von 30

Jahren bei Öffentlich Privaten Partnerschaften

(ÖPP) selbst bei vorsichtigen

Annahmen um rund zehnProzent niedriger

als bei konventioneller Beschaffung.

Dabei plant, baut und betreibt ein privater

Investor die Infrastruktur und erhält

dafür vom Staat eine Vergütung. „Das

sorgt für mehr Effizienz, da alles aus

einer Hand kommt“, erklärt IW-Experte

Thilo Schaefer.

Die Schätzung basiert auf 14 Autobahn-

Projekten im Wert von insgesamt drei

Milliarden Euro, die seit 2007 in Deutschland

als ÖPP realisiert wurden. Dabei

zeigt sich: Durchschnittlich sinken die

Kosten fürBauprojekte, zudem wurde bei

allen ÖPP auch die vertraglich vereinbarte

Bauzeit eingehalten. „Viele ÖPP-Projektewurden

sogar schneller fertig als geplant“,

sagt Schaefer.

Dabei gleichen die Einsparungen durch

kürzere Bauzeiten und seltenere Reparaturen

die höheren Finanzierungskosten

des privaten Investors aus. „Bei einer

ganzheitlichen Kosten-Nutzen-Betrachtung

verkehrt sich der Finanzierungsvorteil

der öffentlichen Hand ins Gegenteil“,

sagt GDV-Chefv

olkswirt Klaus Wiener.

Bislang sind 3,6 Prozent der deutschen

Autobahnen als ÖPP realisiert worden. Allerdings

könntedie Zahl auf mehr als zehn

Prozent steigen,so die IW-Ökonomen.

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Anzeigenleitung: Herbert Eick (Anschrift wie oben)

Verantwortliche Redakteurin: Claudia Bakker (Anschrift wie

oben)

Gestaltung/Titelseite: Lisa Stetzkamp

Druck: Aschendorff Druckzentrum GmbH &Co. KG,

An der Hansalinie 1, 48163 Münster, Telefon: 0251.690-0,

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4 HOCH-, TIEF- UND GEWERBEBAU

5

Dieser Rücken wird entzücken

Auch die Ostseite des Hauptbahnhofs in Münster wird ein neues Gesicht erhalten.

Sie wird künftig zur „zweiten Vorderseite“: Mit einem Neubau und dem

neugestalteten Vorplatz erhält auch sie einen repräsentativen Charakter und

trägt zur Aufwertung des gesamten städtischen Erscheinungsbildes bei.

Im Erdgeschoss des Neubaus ist eine Fahrradstation mit rund 2100 öffentlichen

Stellplätzen an prominenter Stelle vorgesehen. Sie bietet den Radfahrenden

einen qualitätsvollen, direkten und verkehrssicheren Anschluss an die Fahrradstraße

Schillerstraße und die Radwege der Bremer Straße. Den Entwurf für den

Neubau und die Gestaltung des Vorplatzes lieferte die Landmarken AGaus

Aachen, die sich in einem Investorenauswahlverfahren gemeinsam mit dem

Architekturbüro kadawittfeld durchsetzen konnte. Der Neubau wird eine Mietfläche

von rund 28 000 Quadratmeter für Einzelhandel, Büros, Hotel und Wohnungen

umfassen

und sich harmonisch

in das Stadtbild

eingliedern.

Mit dem Bau soll

nach der Fertigstellung

des Empfangsgebäudes

begonnen

werden.

Grafik: Architekturbüro kadawittfeld

Grafik: DB Station &Service AG

„In Form und Ausstrahlung

bundesweit einmalig“

Schöne Aussichten: Münsters neuer Hauptbahnhof soll am23. Juni offiziell eröffnet werden/

Helles Empfangsgebäude in modernem Ambiente begrüßt Reisende und Besucher

Den Vorstellungen von einem modernen Bahnhof (Grafik oben) kommt die aktuelle Situation

in Münsters neuer Bahnstation (Bild unten) bereits sehr nahe. Für den 23. Juni ist

die Eröffnung geplant.

Fotos: DB Station&Service AG/Oliver Werner

Schöne Aussichten für die täglich mehr

als 60 000 Reisenden und Besucher,die

Münster per Bahn erreichen: Ende Juni

soll die neue Empfangshalle des komplett

modernisierten Hauptbahnhofs

nach gut zweijähriger Bauzeit geöffnet

werden. Und die bietet neben zeitgemäßem

Ambiente und Komfort auch ein

deutlich vergrößertes Einzelhandelsund

Gastronomieangebot.

Am Freitag, 23. Juni, soll das

Empfangsgebäude offiziell seiner

Bestimmung übergeben

werden. Doch Bahnhofsmanag

Michael Jansen stellte bei Aer

der Verkündung des Termins bereits in Aussicht,

dass sich die Türen bereits einigeTage

vorher schon in Richtung münsterischer Innenstadt

öffnen werden. Damit endet dann

auch für viele Reisende die Zeit der Umwege

durch den Hamburger Tunnel.

Umgesetzt wurde mit dem schmucken Neubau

ein zeitgemäßes Architekturkonzept,

„in Form und Ausstrahlung bundesweit einmalig“,

wie sich Bahnhofsmanager Jansen

freut. Und auch Oberbürgermeister Markus

Lewe sagte damals zur Grundsteinlegung

„Wir können uns auf ein Gebäude freuen,

das einer so prosperierenden Stadt wie

Münster angemessen ist.“

Um die Aufenthaltsqualität zu steigern und

die Kundenfreundlichkeit zu verbessern,

wurde umfangreich investiert –auch in eine

ansprechende Gestaltung. Rund 76 Millionen

Euro wird der neue münsterische

Hauptbahnhof am Ende gekostet haben –inklusive

der modernisierten Bahnsteige und

der Personenunterführungen.

Dafür entstand eine hochmoderne Verkehrsdrehscheibe,

die sich sehen lassen kann und

das Warten auf den nächsten Zug deutlich

angenehmer machen dürfte. Das sich die

Reisenden und Besucher nun über die

schmucke Empfangshalle mit großzügiger

Architektur freuen dürfen, wurdeerstdurch

den Abriss des rund 50 Jahrealten ehemaligen

Gebäudes möglich.

Mit einer Länge von rund 150 Metern und

einer Höhe von14Metern bietet es großzügigeFlächen

im Erdgeschoss für ein vielfältigesService-

und Einkaufsangebot. Dank der

100Meter langen Oberlichter in der Passage

sowie der verglasten Fassade herrscht in allen

Bereichen des Gebäudes ein lichtdurchfl

utetes, angenehmes Ambiente. Mehr als

8000 Quadratmeter stehen auf insgesamt

drei Etagen für Büros, Gastronomie und Einzelhandel

zur Verfügung. Mit den hier angesiedelten

Unternehmen dürfte sich der

Grundlegend modernisiert

Der Startschuss für die Modernisierung des münsterischen Hauptbahnhofs fiel bereits

im Jahre 2009. In einem ersten Schritt wurde stufenweise bis 2013 die Verkehrsstation

mit Tunneln, Bahnsteigen, Rolltreppen, Aufzügen und barrierefreiem Zugang modernisiert.

Die Bauarbeiten am Empfangsgebäude begannen Mitte 2014 mit ersten Abrissarbeiten

im Inneren des gut 50 Jahre alten Gebäudes. Von Anfang Dezember 2014

bis Ende Februar 2015 wurde es einschließlich des Kellers komplett zurückgebaut.

Lediglich ein l-förmiger Gebäudeteil bleibt aus städtebaulichen Gründen an der südwestlichen

Ecke bestehen. Der Untergrund wurde im Rahmen der Abrissarbeiten intensiv

nach Kampfmittelrückständen untersucht. Zahlreiche Verdachtsfälle verzögerten

den geplanten Bauablauf.

Der Spatenstich für den Neubau fand am 30. April 2015 statt. Errichtet inStahlskelettbauweise

und mit transparenter Fassade auf der Westseite, wird das zukünftige

Empfangsgebäude drei Etagen besitzen. An der Ostseite entsteht ein neuer Bahnhofseingang

anstelle der Expressguthalle. Der Zugang erhält später zudem einen neugestalteten

Vorplatz.

Hauptbahnhof Münster nach der Eröffnung

zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Innenstadt

und Hafenviertel entwickeln. In

der großzügig gestalteten, dreigeschossigen

Passage zwischen der Haupthalle und dem

Nordeingang werden die Fast-Food-Ketten

KFC, McDonalds, Starbucks und Yormas einziehen.

Ein Rewe togorundet ebenso wie

eine Apotheke sowie ein Buch- und Zeitschriftenhandel

das Einzelhandelsangebot

in diesem Bereich des neuen münsterischen

Hauptbahnhof ab. Zwischen Haupthalle

und DB-Reisezentrum findeneine Krimphove-Filiale

sowie der Bäcker „Le Crobag“ eine

neue Heimat.

Die Empfangshalle von Münsters Hauptbahnhof

wirdnach der Einweihung übrigens

erstmalig rund um die Uhr geöffnet sein.

Und mit besserem Service für die Reisenden

aufw

arten. Denn die werden sich auf einer

großen Infotafel in der Haupthalle zukünftig

nicht nur über die Abfahrtszeiten der Züge

sondern auch über die der Busse informieren

können.

pi

Großzügig wirkt die Passage zwischen der Empfangshalle und dem Nordeingang (im

Hintergrund). Ein 100 Meter langes Glasband im Dach sorgt für Tageslicht im Inneren.

www.lindschulte.de

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Gewerbe |Produktion |Logistik...

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Ingenieure+Architekten

Seilerbahn 7

48529 Nordhorn

Telefon 05921 8844-0

Telefax 05921 8844-22

info@lindschulte.de

Standorte: Nordhorn, Aurich, Düsseldorf, Erfurt, Hannover, Krefeld, Meppen, Münster, Rostock

Hochbau, Industriebau, Gewerbebau |Infrastruktur, Außenanlagen |Technische Gebäudeplanung

J. Lehde GmbH | Sassendorfer Weg 8 | 59494 Soest | Tel. 02921/89 06 -0 | www.lehde.de


4 HOCH-, TIEF- UN

„In Form und Auss

bundesweit einmal

Schöne Aussichten: Münsters neuer Hauptbahnhof soll am23. Juni o

Helles Empfangsgebäude in modernem Ambiente begrüßt Reisende u

Den Vorstellungen von einem modernen Bahnhof (Grafik oben) kommt die aktuelle Situation

in Münsters neuer Bahnstation (Bild unten) bereits sehr nahe. Für den 23. Juni ist

die Eröffnung geplant.

Fotos: DB Station&Service AG/Oliver Werner

Schöne Aussichten für die täglich mehr

als 60 000 Reisenden und Besucher,die

Münster per Bahn erreichen: Ende Juni

soll die neue Empfangshalle des komplett

modernisierten Hauptbahnhofs

nach gut zweijähriger Bauzeit geöffnet

werden. Und die bietet neben zeitgemäßem

Ambiente und Komfort auch ein

deutlich vergrößertes Einzelhandelsund

Gastronomieangebot.

Am Freitag, 23. Juni, soll das

Empfangsgebäude offiziell seiner

Bestimmung übergeben

werden. Doch Bahnhofsmanag

Michael Jansen stellte bei Aer

der Verkündung des Termins bereits in Aussicht,

dass sich die Türen bereits einigeTage

vorher schon in Richtung münsterischer Innenstadt

öffnen werden. Damit endet dann

auch für viele Reisende die Zeit der Umwege

durch den Hamburger Tunnel.

Umgesetzt wurde mit dem schmucken Neubau

ein zeitgemäßes Architekturkonzept,

„in Form und Ausstrahlung bundesweit einmalig“,

wie sich Bahnhofsmanager Jansen

freut. Und auch Oberbürgermeister Markus

Lewe sagte damals zur Grundsteinlegung

„Wir können uns auf ein Gebäude freuen,

das einer so prosperierenden Stadt wie

Münster angemessen ist.“

Um die Aufenthaltsqualität zu steigern und

die Kundenfreundlichkeit zu verbessern,

wurde umfangreich investiert –auch in eine

ansprechende Gestaltung. Rund 76 Millionen

Euro wird der neue münsterische

Hauptbahnhof am Ende gekostet haben –inklusive

der modernisierten Bahnsteige und

der Personenunterführungen.

Dafür entstand eine hochmoderne Verkehrsdrehscheibe,

die sich sehen lassen kann und

das Warten auf den nächsten Zug deutlich

angenehmer machen dürfte. Das sich die

Reisenden und Besucher nun über die

schmucke Empfangshalle mit großzügiger

Architektur freuen dürfen, wurdeerstdurch

den Abriss des rund 50 Jahrealten ehemaligen

Gebäudes möglich.

Mit einer Länge von r

einer Höhe von14Me

gigeFlächen im Erdges

gesService- und Einka

100Meter langen Obe

sowie der verglasten F

Grundlegend mo

Der Startschuss für

im Jahre 2009. In ei

tion mit Tunneln, Ba

dernisiert. Die Baua

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bis Ende Februar 20

Lediglich ein l-förm

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tensiv nach Kampfm

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Der Spatenstich für

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stalteten Vorplatz.

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DGEWERBEBAU

5

Dieser Rücken wird entzücken

Auch die Ostseite des Hauptbahnhofs in Münster wird ein neues Gesicht erhalten.

Sie wird künftig zur „zweiten Vorderseite“: Mit einem Neubau und dem

neugestalteten Vorplatz erhält auch sie einen repräsentativen Charakter und

trägt zur Aufwertung des gesamten städtischen Erscheinungsbildes bei.

Im Erdgeschoss des Neubaus ist eine Fahrradstation mit rund 2100 öffentlichen

Stellplätzen an prominenter Stelle vorgesehen. Sie bietet den Radfahrenden

einen qualitätsvollen, direkten und verkehrssicheren Anschluss an die Fahrradstraße

Schillerstraße und die Radwege der Bremer Straße. Den Entwurf für den

Neubau und die Gestaltung des Vorplatzes lieferte die Landmarken AGaus

Aachen, die sich in einem Investorenauswahlverfahren gemeinsam mit dem

Architekturbüro kadawittfeld durchsetzen konnte. Der Neubau wird eine Mietfläche

von rund 28 000 Quadratmeter für Einzelhandel, Büros, Hotel und Wohnungen

umfassen

und sich harmonisch

indas Stadtbild

eingliedern.

Mit dem Bau soll

nach der Fertigstellung

des Empfangsgebäudes

begonnen

werden.

Grafik: Architekturbüro kadawittfeld

Grafik: DB Station &Service AG

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und 150 Metern und

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für ein vielfältiufsangebot.

Dank der

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assade herrscht in allen

Bereichen des Gebäudes ein lichtdurchfl

utetes, angenehmes Ambiente. Mehr als

8000 Quadratmeter stehen auf insgesamt

drei Etagen für Büros, Gastronomie und Einzelhandel

zur Verfügung. Mit den hier angesiedelten

Unternehmen dürfte sich der

dernisiert

die Modernisierung des münsterischen Hauptbahnhofs fiel bereits

nem ersten Schritt wurde stufenweise bis 2013 die Verkehrsstahnsteigen,

Rolltreppen, Aufzügen und barrierefreiem Zugang mobeiten

am Empfangsgebäude begannen Mitte 2014 mit ersten Abren

des gut 50 Jahre alten Gebäudes. Von Anfang Dezember 2014

15 wurde es einschließlich des Kellers komplett zurückgebaut.

ger Gebäudeteil bleibt aus städtebaulichen Gründen an der südtehen.

Der Untergrund wurde im Rahmen der Abrissarbeiten inittelrückständen

untersucht. Zahlreiche Verdachtsfälle verzögerauablauf.

den Neubau fand am 30. April 2015 statt. Errichtet inStahlskettransparenter

Fassade auf der Westseite, wird das zukünftige

rei Etagen besitzen. An der Ostseite entsteht ein neuer Bahnhofs-

Expressguthalle. Der Zugang erhält später zudem einen neuge-

Hauptbahnhof Münster nach der Eröffnung

zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Innenstadt

und Hafenviertel entwickeln. In

der großzügig gestalteten, dreigeschossigen

Passage zwischen der Haupthalle und dem

Nordeingang werden die Fast-Food-Ketten

KFC, McDonalds, Starbucks und Yormas einziehen.

Ein Rewe togorundet ebenso wie

eine Apotheke sowie ein Buch- und Zeitschriftenhandel

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in diesem Bereich des neuen münsterischen

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Die Empfangshalle von Münsters Hauptbahnhof

wirdnach der Einweihung übrigens

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Und mit besserem Service für die Reisenden

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arten. Denn die werden sich auf einer

großen Infotafel in der Haupthalle zukünftig

nicht nur über die Abfahrtszeiten der Züge

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6 HOCH-, TIEF- UND GEWERBEBAU

Nicht nur praktisch

Beim Wettbewerb „Vorbildliche Arbeitsorte in der Stadt“ wurden erstmals Gewerbebauten ausgezeichnet

Bauten für Handel und Handwerk,

Büro und Gewerbe haben oftmals

den Ruf, praktisch, aber wenig attraktiv

zu sein. Und diesenRuf bestätigen

viele Gewerbeimmobilien in

allzu vielen Fällen auch.

Dass in den letzten Jahren

durchaus neue,architektonisch

herausragende und

städtebaulich gewinnbringende

Bauwerkeindiesem

Bereich in Nordrhein-Westfalen entstanden

sind, beweisen zehn Projekte, die

jetzt aus dem Auszeichnungsverfahren

„Vorbildliche Arbeitsorte in der Stadt

2016“ als Sieger hervorgegangen sind.

Mit dem erstmals veranstalteten Wettbewerb

wurden interessanteObjekteinden

Blickpunkt gerückt. Prämiertwurden Gebäude

und Gebäudekomplexe aus den

Bereichen Gewerbe, Produktion, Handwerk,

Handel, gewerbliche Dienstleistungen

sowie Mischnutzungen.

Doch leider –soder Grundtenor bei der

Preisverleihung –sind in den klassischen

Gewerbegebieten noch immer kaum anspruchsvolle

Nutzbauten zu finden. Ganz

anders als etwainden Niederlanden, wo

ansprechende und ambitionierte Bauten

für Industrie, Gewerbe, Handel, Logistik

und Forschung in vielen Bereichen die

Autobahnen säumen.

Fortsetzung auf der gegenüberliegenden Seite

Als gelungenes Eingangstor für ein

Gewerbegebiet wurde das Technologie- und

Bildungszentrum für Energieeffizienz und Barrierefreiheit

in Köln ausgezeichnet. Foto: Jörg Hempel

Technologiepark Bocholt

Wissenschaft trifft Wirtschaft

„Man muss ein Konzept

und Ideen haben“

Attraktiv gestaltete Gewerbebauten müssen nicht zwangsläufig teurer sein

N 10 Hektar großer Park direkt neben der Westfälischen

Hochschule

N Gewerbegrundstücke ab 1.000 m 2 ,voll erschlossen,

sofort verfügbar

N Günstige Voraussetzungen für dienstleistungs- und

technologieorientierte Unternehmen

N Günstige Verkehrslage

B67ermöglicht eine direkte Anbindung inalle Richtungen,

insbesondere: A3 Ruhrgebiet/Köln und Arnheim/NL,

A31Emden, A43 Münster

N Breitbandanbindung

N Kooperationen mit der benachbarten Hochschule

Wirtschaftsförderung Bocholt

Osterstraße 23 ·46397 Bocholt

Ludger Dieckhues Tel.: +49 2871 294933-0

Wendelin Knuf Tel.: +49 2871 294933-20

E-Mail:

dieckhues@bocholt-wirtschaftsfoerderung.de

knuf@bocholt-wirtschaftsfoerderung.de

Interesse?

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Attraktiv gestaltete Büro- und Gewerbegebäude

–das ist doch viel

Au z aufw

endig! Nicht zwangsläufig,

sagt Robert Holtstiege, der erst vor

wenigen Wochen am Johann-Krane-Weg

in Münster seinen orderbase-Campus mit

einem zweiten Bürogebäude und dem

M44 Meeting Center komplettierte. Dabei

waren die Erwartungen anGestaltung,

Technik und Ausführung hoch gesteckt.

Im Mittelpunkt stand für Holtstiege vor

allen Dingen die Gestaltung von interessanten

und abwechslungsreichen

Arbeitsräumen, es galt „eine coole Atmosphäre

zuschaffen, um neue Talente für

uns zu begeistern und auch zu halten“.

Dafür sollen einerseits großzügige

Räumlichkeiten mit großen Fensterfronten

sorgen, andererseits aber auch eine

hochmoderne technische Ausstattungsowie

vielfältigeBegegnungs- und Kommunikationsfl

ächen in allen Gebäuden. Kurze

Wege erleichtern den Austausch zwischen

den Mitarbeitern. Mit aufw

endig

gestalteten Konferenzräumen im Meeting

Center wurden zudem außergewöhnliche

Möglichkeiten für Besprechungen

und Brainstorming geschaffen.

Annehmlichkeiten wie ein Fitnessraum

oder die für die Mitarbeiter aller im Campus

ansässigenUnternehmen offene Kantine

erleichtern das Wohlfühlen am

Arbeitsplatz weiter.

AlteBürokonzeptekönnen die Bedürfnisse

heutiger Arbeitnehmer kaum noch erfüllen.

Junge Talente suchen vielmehr

eine motivierende Arbeitsatmosphäre, in

der sie sich wohlfühlen. Ein Büro kann

hierzu einen großen Teil beitragen: die

Lebendigkeit widerspiegeln, die Kommunikation

vereinfachen – zu einem Ort

werden, an dem man nicht sein muss,

sondern sein möchte.

„Um das zu erreichen, muss man ausreichend

Zeit in Ideen und Konzept investieren.“,

sagt Robert Holtstiege. Grundgedanken

und Detailvorschläge sammelte

der Bauherr und Betreiber des orderbase

campus gemeinsam mit seiner ebenfalls

im Unternehmen tätigen Frau Afra, ließ

zudem Anregungen und Vorstellungen

der Mitarbeiter mit einfl

ießen. Gemeinsam

mit ArchitektDipl. Ing.NorbertHoppermann

wurden die Vorstellungen in

Gebäuden mit klaren und einfachen Linien

verwirklicht. Durch eine großzügige

Flächenplanung sowie nur wenige tragendeElementeimInneren

der Gebäude

kann problemlos auf mögliche neue Anforderungen

reagiert werden.

Und durch höhere Standards beim Wärmeschutz

dürften sich die Folgekosten in

deutlichen Grenzen halten. Da diese

Maßnahmen durch die Kreditanstalt für

Wiederaufb

au (KfW

)gefördert werden,

sollten sie auf jeden Fall in die Planungen

mit einfl

ießen. „Das rechnet sich nicht sofort“,

weiß auch Robert Holtstiege. Doch

relativiertall das den zusätzlich Aufw

and

für attraktive Gebäude.

pi

Viele Ideen verwirklichten Robert und Afra Holtstiege gemeinsam

mit Architekt Norbert Hoppermann (v.r.) am orderbase campus in

Münster.

Foto: Imkamp


HOCH-, TIEF- UND GEWERBEBAU 7

> „Arbeitsorte müssen nicht zwingend

am Stadtrand entstehen, sondern können

Bestandteil unseres städtischen Lebens

sein“, erklärt NRW-Bauminister

Groschek. „Die Siegerprojekte zeigen auf

eindrucksvolle Weise wie Gewerbestandorte

zueiner positiven Stadt- und Quartiersentwicklung

beitragen können.“

„Mit dem Preis möchten wir den Blick auf

herausragende Gewerbebauten lenken,

die nicht nur ansprechend gestaltet sind,

sondern auch ideal ins Stadtbild passen“,

erläutert der Präsident der Architektenkammer

Nordrhein-Westfalen, Ernst

Uhing. „Diese Bauwerkesind zugleich Visitenkarteder

Unternehmen, inspirierender

Arbeitsplatz für die Beschäftigten

und ein Gewinn für unsere Städte.“

Schließlich stellen gerade Büro-, Gewerbe-und

Nutzbauten schon aufgrund ihrer

große Zahl einen wichtigen Beitrag zur

Gestaltung beinahe jeder bebauten Umgebung

dar.

Für das Verfahren konnten Neubauten,

Modernisierungen, Restaurierungen,

Umstrukturierungen und Umbauteneingereicht

werden. Die Objektemussten in

NRW liegen und zwischen dem 1. Oktober

2011 und dem 30. September 2016

fertig gestellt worden sein. Das Stadtentwicklungsministerium

hatte den Preis in

Kooperation mit der Architektenkammer

NRW, der Industrie- und Handelskammer

Nordrhein-Westfalen und dem Westdeutschen

Handwerkskammertag erstmals

ausgelobt. Aus 39 eingereichten

Projekten wählte eine unabhängige Jury

die insgesamt zehnvorbildlichen Bauten

als Preisträger aus. Die Sieger-Bauwerke

stehen in den Kommunen Bielefeld,

Bonn, Düsseldorf, Hilden, Köln und Siegen.

Überreicht wurden die Auszeichnungen

von Bauminister Michael Groschek

und dem Präsidenten der Architektenkammer

NRW, Ernst Uhing.

Auf kreative Weise wurde „DEINspeisesalon“ in Köln um- und weitergebaut (Bild oben), während die Fassade des

Labor- und Bürogebäudes in Düsseldorf (Bild oben links) mit klarer Struktur eine ruhige und repräsentative Wirkung

entfaltet.

Fotos: Jens Willebrand/Josef Schulz

Strahlende Preisträger bei der feierlichen Verleihung mit Bauminister

Michael Groschek in Düsseldorf. Foto: Joe Kramer Hell und freundlich gestaltet wurde die Werkstatt für technische Auszubildende in Bielefeld. Foto: Antje Schroeder

„Tag der Architektur“ bietet Blick hinter die Kulissen

Unter dem bundesweiten Motto „Architektur schafft Lebensqualität!“ soll der

Tagder Architektur 2017 auch in Nordrhein-Westfalen wieder das größte Architekturfestival

des Jahres werden. Dabei können am Samstag, 24. Juni, sowie am

Sonntag, 25. Juni, unter 326 Bauwerken auch zahlreiche Bürogebäude in der

Region in Augenschein genommen werden.

Die Architektenkammer NRW bietet allen Architekturinteressierten am„Tagder

Architektur“ inNordrhein-Westfalen die ganze Palette aktueller Planungsleistungen

an: Neue und erneuerte Bauwerke sowie Objekte der Innenarchitektur,

Landschaftsarchitektur und Stadtplanung sind vor Ort und hautnah erlebbar.

Der besondere Reiz des Tags der Architektur liegt für viele Besucherinnen und

Besucher darin, dass ihnen auch viele Gebäude offenstehen, die normalerweise

für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind –das gilt für private Wohnhäuser

ebenso wie für viele Büro- und Wirtschaftsbauwerke. Bis zu 40000 Besucherinnen

und Besucher machten sich in den vergangenen Jahren jeweils auf den

Weg, um neue und erneuerte Architektur vor Ort zu erleben und sich über aktuelle

Trends beim Bauen und Wohnen zu informieren.

Ab Anfang April werden alle Objekte werden über eine Internet-Datenbank mit

Fotos und Kurzbeschreibung sowie den Öffnungszeiten abrufbar sein unter

www.aknw.de. Zudem bieten die deutschen Architektenkammern der Bundesländer

eine kostenlose App zum

Tagder Architektur an, die

man im iTunes-Store oder auf

Google Play herunterladen

kann. Alle 326 Bauwerke aus

NRW sind dann über diese

App jederzeit und vor Ort abrufbar.

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Auch Gewerbebauten wie dieses innovative Büro- und Schulungsgebäude in Rheine sind im Rahmen des „Tags

der Architektur 2017“ am 23. und 24. Juni zubesichtigen.

Foto: Franz, Hamburg

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Geld & Geschäft: Indexpolicen

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DIE WIRTSCHAFT

Im Bann der Abschotter

Die USA und Großbritannien verweigern sich zunehmend dem globalen Handel. Präsidentenwechsel

und Brexit drohen auch die Unternehmen im Münsterland in Mitleidenschaft zu ziehen.

Der neue DonaldTrumpbautHan-

die britische

US-Präsident

delsmauern, Regierungbereitett

den Brexit vor, und die

wird

türkische unberechenbarer.

Politik zunehmend die

UnternehmenimMüns-

immer

Auch terland stärker die Auswirkungen

globaler Turbulenzen

auf ihr Geschäft.

Es geht um

mehrere Mil-

liarden Euro

Auslandsumsatz.

Allein in

USA,

spüren die drei Großbritannien und Tür-

kei, die alle in politischen

Turbulenzen stecken, ex-

Unternehmenn

Länder portieren aus dem Bezirk der In-

und Handels-

dustrie- Nord

kammer in Münster

(IHK) Westfalen Waren tungen im Wert von über

3,6 Milliarden Euro. Wie

Prof. Dr. Bodo Risch,

stellvertretender IHK-Hauptgeschäfts-

Hauptgeschäftsführer,

dieser Zeitung erklärte, erreicht

allein der Export von rund 500 Betrieben

aus dem Münsterland und der Emscher-

Lippe-Region in das Brexit-Land Großbritannien

ein jährliches Volumen von 1,6

MilliardenEuro. In denUSA, woder neue

Präsident Donald Trump täglich für neue

wirtschaftspolitische Unruhe sorgt, erreichte

der Wert der Geschäfte aus der

und Dienstleis-

Münster | Münsterland

Region im vergangenen Jahr einen Wert

von 1,5 Milliarden Euro.

Allerdings spiele bei den münsterländischen

Ausfuhren in die USA der Maschinenbau

eine große Rolle, so Risch. „Diese

Branche steht bei der Abschottungspolitik

Trumps nicht so im Fokus.“ Der stellvertretende

IHK-Hauptgeschäftsführer

sieht in dieser Branche vor allem auch

deshalb einen Zwang zum Einkauf ländischen Know-hows, „weil der USaus-

Maschinenbau antiquiert ist“.

Hinzu kommen für die heimischen Exporteure

politischen Unsicherheiten in

einigen europäischen Nachbarländern –

etwa in Frankreich und den Niederlanden,

wo rechte Kandidaten bei den Präsidenten-

bzw. Parlamentswahlen eine be-

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Ausgabe 1/2017

„Ein dynamisches Jahr“

Statistisches Bundesamt bewertet die Wirtschaftsleistung positiv

DiedeutscheWirtschafthatEnde

2016zualtemSchwungzurückgefunden.NacheinerDelleimSommer

zog die Wirtschaftsleistung

vonOktoberbisDezemberum0,4

Prozent gegenüberdemdritten

Quartalan, wie das Statistische

Bundesamt jetzt in Wiesbaden

mitteilte.

Befl

vom Konsum

und größte

fügelt vom Bauboom

wuchs Volkswirtschaftdamitso

stark wie der Euroraum

insgesamt.ImdrittenQuartalwardas

Bruttoinlandsprodukt (BIP) lediglich

Europas 4 198869 002009

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um0,1Prozentgestiegen.ImGesamtjahrstandeinkräftigesPlusvon1,9

Prozent. Es wardasstärksteWachs-

tumseitfünfJahren.FürdiesesJahr

sindÖkonomenzuversichtlich,siesehenallerdingsgroßepolitischeUnsicherheiten.

„Das gute vierte Quartal setzt den

Schlusspunkthintereindynamisches

Jahr 2016. Deutschlandistspürbar

schnellergewachsenalsimlangfristigen

Durchschnitt“, erklärte KfW

-

Chefv

olkswirt Jörg Zeuner. Viele

internationaleTurbulenzenseienwegen

der starken Binnenwirtschaft

kaumaufDeutschlanddurchgeschlagen.

AbgehängtwurdeEuropasKonjunk-

turlokomotivezumJahresendeunter

anderemvonSpanien (plus0,7Pro-

zent)unddenNiederlanden(plus0,5

Prozent). Im Gesamtjahrwuchsdas

BIP in denNiederlandenkräftigum

2,1Prozent.DieRegierungkanngute

NachrichtenrundvierWochenvor

derParlamentswahlgebrauchen.Die

französischeWirtschaftgewannvor

demWahljahrebenfallsanSchwung

undlegteEnde2016um0,4Prozent

zu.

InDeutschlandtrugennachvorläufigenDatenderStatistikerdieKaufl

fust

derBundesbürgerunddieAusgaben

desStaatesmaßgeblichzumWachs-

tum Ende 2016 bei. Der habe

seine Konsumausgabendeutlicher-

höht, erklärtedieBehörde.

ImVorjahresvergleichlegtedaspreisbereinigteBIPvonOktoberbisDezemberum1,2Prozentzu.Fürdieses

JahrhatdiedeutscheWirtschaftnach

AngabenderStatistikerbereitsein

Plusvon0,5Prozentsicher.

dpa

NÄCHSTE AUSGABE

30.5.2017

Der

Anzeigenschluss

ist am 12.5.2017

OFFEN GESAGT

Vielfalt kann

schützen

drohlich starke Zustimmung erwarten

können. Das trifft dann sogar das münsterländische

Handwerk: Es gebe vor allem

enge geschäftliche Kontakte in die

Niederlande, berichtete der Pressesprecher

der Handwerkskammer Münster,

Michael Hoffmann.

►Fortsetzung auf Seite 2

uch

A en die politischen Turbu-

Ideen alleine verändern nichts.

Sondern der Mut, sie umzusetzen.

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am Münsterland gelenzen

in wichtigen Handelsnationen

wie den USA und Großbritannien

nicht vorbei. Milliardenschwere

Exportvolumina

verbinden die Region mit den

Krisenländern.

Doch im Gegensatz zu vielen

anderen Gegenden Deutschlands

hat das Münsterland

einen gewaltigen Vorteil: Die

Hidden Champions, die es in

der Region in großes Zahl gibt,

sind auf dem Weltmarkt in

ihren Sparten überlegen.

Auch US-Präsident Trump dürfte

seinem Land diese Waren

nicht vorenthalten wollen und

deshalb hier von Zöllen absehen.

Außerdem steht China als alternativer

Markt zur Verfügung.

Auch wenn die dortige

Wirtschaft nicht mehr ganz so

stark wächst wie in der Vergangenheit,

wird sich die

Volksrepublik – vor allem auch

wegen Trumps Abschottungspolitik

– zunehmend zur führenden

ökonomischen Macht

der Welt entwickeln.

Die Wirtschaft im Münsterland

hat in der Vergangenheit immer

wieder ihre hohe Flexibilität

unter Beweis gestellt. Basis

für diese schnelle Reaktionsfähigkeit

ist vor allem die mittelständische

Struktur der regionalen

Betriebe. Großkonzerne

erweisen sich hingegen in der

Regel als schwerer lenkbare

Kolosse – können sich somit

auch auf politische Umbrüche

nur verspätet einstellen.

Jürgen Stilling

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