10.05.2017 Aufrufe

WEGE_01_2017_web

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

Das Informationsjournal von WE.G.E. 42 | Ausgabe 15 | April 2<strong>01</strong>7<br />

Zugestellt durch Post.at-Gruppe<br />

lebens<br />

<strong>WEGE</strong><br />

Gesundheits- und Sozialregion<br />

WELS, WELS-LAND, GRIESKIRCHEN,<br />

EFERDING<br />

iM gesPräch<br />

Dr. Sophie Karmasin<br />

JeDe Menge<br />

allergene<br />

besser gesunD<br />

leben<br />

tu jeden tag was<br />

gutes für dich!


Kurz notiert<br />

Inhalt<br />

03 Aktuell<br />

06 Im Gespräch<br />

08 Jede Menge Allergene<br />

14 MY WAY<br />

16 Sozialressort 2021+<br />

18 Berufe mit Zukunft<br />

20 Soziales Wels 2030<br />

22 Der „sanfte“ Heimeinzug<br />

25 Pflege & Betreuung<br />

28 Kinder & Jugendliche<br />

32 Bonebridge-Implantat<br />

34 Stimmen aus der Region<br />

36 Ernährung & Gesundheit<br />

38 G'sunde Küche<br />

40 Bereit für den Sommer<br />

42 Aktiv<br />

Impressum: Medieninhaber und Herausgeber:<br />

PKA Private Krankenanstalt Wels Betriebsgmbh,<br />

Grieskirchner Straße 49, 4600 Wels; Redaktionsteam:<br />

Maximilian Aichinger, MSc Dipl. KH-Bw. (VKD) (Klinikum<br />

Wels-Grieskirchen, Koordinator ARGE und Projekte<br />

WE.G.E. 42), Mag. a Renate Maria Gruber, MLS,<br />

Mag. a Kerstin Pindeus, MSc (Klinikum Wels-Grieskirchen),<br />

Tanja Mollner (STADT WELS, Sozialservice und Frauen),<br />

Celia Ritzberger (Ärztekammer für Oberösterreich),<br />

Mag. Harald Schmadlbauer (OÖ Gebietskrankenkasse,<br />

Forum Gesundheit, Referat für Öffentlichkeitsarbeit und<br />

Kommunikation), Ing. Harald Scheiblhofer (Presse- und<br />

Öffentlichkeitsarbeit, Büro Landesrätin Birgit Gerstorfer),<br />

Judith Resch (Sozialhilfeverband Eferding),<br />

Maria Gabriele Kerschhuber (Sozialhilfeverband Grieskirchen),<br />

Karina Huber (Sozialhilfeverband Wels-Land),<br />

Ulrike Wazek (wazek & partner Linz); Layout: wazek &<br />

partner Linz; Druck: OÖN Druckzentrum GmbH & Co KG;<br />

Bildnachweis: Klinikum Wels-Grieskirchen, Stadt Wels,<br />

BH Wels-Land, BH Grieskirchen, BH Eferding,<br />

OÖ Gebietskrankenkasse, Forum Gesundheit,<br />

Ärztekammer für Oberösterreich, shutterstock;<br />

Offenlegung nach § 25 Mediengesetz: Informationen<br />

über die Gesundheits- und Sozialregion Wels, Wels-Land,<br />

Grieskirchen und Eferding (WE.G.E. 42);<br />

P.b.b. Erscheinungsort Wels, Verlagspostamt 4600 Wels;<br />

Kontakt: redaktion@lebenswege-online.at<br />

Nicole Sonnleitner vom Unabhängigen LandesFreiwilligenzentrum<br />

(ULF) im Gespräch über Menschen,<br />

die sich in ihrer Freizeit in vielen gesellschaftlichen<br />

Bereichen freiwillig engagieren.<br />

Welche Bedeutung hat<br />

freiwilliges Engagement?<br />

Während der Flüchtlingsbewegung<br />

im Jahr 2<strong>01</strong>5 ist die<br />

enorme Bedeutung des freiwilligen<br />

Engagements für<br />

viele Menschen sicht- und<br />

spürbar geworden. Fast die<br />

Hälfte der über 15-jährigen<br />

OberösterreicherInnen engagiert<br />

sich freiwillig. Allerdings<br />

ändern sich die Motive<br />

und die Erwartungen.<br />

Wohin geht<br />

die Entwicklung?<br />

Vielen geht es nicht mehr um<br />

ein „Amt“ der Ehre halber,<br />

sondern um Teilhabe, Mitge-<br />

Der unschätzbare Wert<br />

von freiwilligem Engagement<br />

staltung und vor allem um<br />

sinnstiftende Tätigkeiten. Sie<br />

wollen Verantwortung übernehmen<br />

und sich mit ihren<br />

Kompetenzen einbringen.<br />

Dieses Engagement ist von<br />

unschätzbarem Wert und unverzichtbar.<br />

Wie kann man sich die Tätigkeitsfelder<br />

vorstellen?<br />

Genauso unterschiedlich wie<br />

die einzelnen Freiwilligen<br />

sind die Tätigkeiten. Sie reichen<br />

von Besuchsdiensten<br />

in Alten- und Pflegeheimen<br />

über Freizeitgestaltung mit<br />

Kindern und Jugendlichen<br />

bis hin zu Aktivitäten mit<br />

Unabhängiges Landes-<br />

Freiwilligenzentrum<br />

Martin-Luther-Platz 3/3,<br />

4020 Linz<br />

E-Mail: ulf@vsg.or.at,<br />

www.ulf-ooe.at<br />

Menschen mit Beeinträchtigung.<br />

Wichtig ist, dass jeder<br />

und jede das Richtige für<br />

sich findet!<br />

Warum ist freiwilliges<br />

Engagement beliebt,<br />

wenn doch alle über<br />

Zeitmangel klagen?<br />

Es stimmt: Zeitnot und das<br />

Gefühl, getrieben zu sein,<br />

sind allgegenwärtig. Aber<br />

genau da bietet freiwilliges<br />

Engagement eine Alternative:<br />

Ich entscheide mich ganz<br />

bewusst, einen Teil meiner<br />

Zeit, oft nur ein, zwei Stunden<br />

in der Woche, einem anderen<br />

Menschen zu widmen.<br />

Das hat eine besondere Qualität,<br />

daraus kann man viel<br />

Kraft schöpfen – das berichten<br />

uns Freiwillige immer<br />

wieder. Freiwilliges Engagement<br />

ist eine sinnvolle Pause<br />

vom Alltag. Die Menschen<br />

wollen etwas tun. Viele setzen<br />

mit ihrem Engagement<br />

bewusst ein Zeichen: gegen<br />

den Stress und den Materialismus<br />

und für Solidarität<br />

und Zusammenhalt. Was<br />

auch immer dahintersteht,<br />

wir von ULF sind für Freiwillige<br />

da – in ganz Oberösterreich.<br />

Das Unabhängige<br />

LandesFreiwilligenzentrum<br />

ist eine Initiative des Sozialressorts<br />

des Landes Oberösterreich<br />

und wurde 2008<br />

gegründet.<br />

02 | lebens<strong>WEGE</strong>


Aktuell<br />

PlaKatKaMPagne<br />

„schau auf´s geld“<br />

Das Sozialressort des<br />

Landes OÖ und die<br />

SCHULDNERHILFE OÖ<br />

wollen mit einer<br />

Plakatkampagne an<br />

oberösterreichischen<br />

Schulen die Auseinandersetzung<br />

mit Geldfragen<br />

anregen. Gemeinsam mit<br />

Schülerinnen und Schülern<br />

der HBLA für künstlerische<br />

Gestaltung wurden im<br />

vergangenen Schuljahr<br />

vier Plakatsujets entwickelt,<br />

die nun an Schulen<br />

in ganz Oberösterreich<br />

verschickt werden.<br />

„Jugendliche wachsen in einer von Konsum<br />

geprägten Gesellschaft auf, in der Geld gleichzeitig<br />

ein Tabuthema ist“, meint Ferdinand<br />

Herndler, Geschäftsführer der SCHULD-<br />

NERHILFE OÖ. „Sie stehen unter großem<br />

Kaufdruck, sind aber gleichzeitig unerfahren<br />

und kennen oft ihre finanziellen Grenzen<br />

noch nicht. Dazugehören heißt für sie auch<br />

in Sachen Ausstattung mithalten zu können,<br />

was für viele aufgrund ihrer geringen finanziellen<br />

Möglichkeiten aber schwer ist/erschwert<br />

wird. Teure Verträge, überzogene Konten, unreflektierte<br />

Ausgaben und Ratenzahlungen<br />

sind die häufigsten Auswirkungen.“ In der<br />

Statistik der SCHULDNERHILFE OÖ machen<br />

junge Menschen bis 25 fast ein Fünftel<br />

der KlientInnen aus.<br />

„Für das Sozialressort des Landes OÖ ist<br />

Schuldenprävention daher mehr als nur ein<br />

Schlagwort“, so Sozial-Landesrätin Birgit<br />

Gerstorfer. „Seit vielen Jahren schon werden<br />

junge Menschen in Oberösterreich mit dem<br />

OÖ Finanzführerschein oder im Rahmen von<br />

Workshops auf das selbstständige Geldleben<br />

vorbereitet. Und diese Präventionsarbeit rechnet<br />

sich: Die Zahl der jungen Verschuldeten<br />

ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.“<br />

Präventionsarbeit geschieht bei der<br />

SCHULDNERHILFE OÖ auch in Form von<br />

Schulprojekten. Im Schuljahr 2<strong>01</strong>5/2<strong>01</strong>6 wurde<br />

ein solches gemeinsam mit der HBLA für<br />

künstlerische Gestaltung Linz durchgeführt.<br />

Unter der Anleitung von Prof. Leopold Kislin-<br />

ger sollten die Schülerinnen und Schüler der<br />

zweiten Klassen Plakate zum Thema Geld aus<br />

Sicht von Jugendlichen für Jugendliche gestalten<br />

– mit dem Ziel, die besten Ergebnisse<br />

auch für die weitere Präventions- und Aufklärungsarbeit<br />

der SCHULDNERHILFE OÖ zu<br />

verwenden. Aus mehr als 50 Plakatentwürfen<br />

und Ideen wurden schlussendlich jene vier<br />

Plakate ausgewählt und prämiert, die nun an<br />

Schulen in ganz Oberösterreich ausgeschickt<br />

werden. Ziel der Plakataktion ist es, an Oberösterreichs<br />

Schulen eine kritische Auseinandersetzung<br />

mit dem eigenen Umgang mit<br />

Geld anzuregen und der Tabuisierung entgegenzuwirken.<br />

Die Angebote der SCHULD-<br />

NERHILFE OÖ werden über das Sozialressort<br />

des Landes OÖ finanziert. Nähere Infos<br />

zu den Angeboten der SCHULDNERHILFE<br />

OÖ finden Sie unter www.schuldner-hilfe.at.<br />

Mag. (FH) Ferdinand Herndler<br />

(Geschäftsführung)<br />

SCHULDNERHILFE OÖ<br />

Zentrale: Stockhofstraße 9, 4020 Linz<br />

Tel.: 0732 777734, www.schuldner-hilfe.at<br />

Sie sind<br />

auf Jobsuche<br />

und bringenIT-Berufserfahrungmit?<br />

x-tention befindetsichseit der Gründung<br />

20<strong>01</strong> als erfolgreichesIT-Unternehmen im<br />

kontinuierlichen Wachstum.<br />

Heutebetreuen über 190 qualifizierte<br />

Mitarbeiter vonsieben Standorteninder<br />

DACH-Region mehr als 300 Kunden in<br />

Österreich, Deutschland und der Schweiz.<br />

Wirbietenumfassende Leistungen, von<br />

der IT-Planung bis zur IT-Betriebsführung<br />

in den Bereichen Healthcare, Socialcare,<br />

Integration und e-Health.<br />

Dann senden SieIhreBewerbung an<br />

bewerbung@x-tention.at<br />

x-tention Informationstechnologie GmbH<br />

Römerstraße 80A, 4600 Wels<br />

tel+43 7242 /2155; mail office@x-tention.at<br />

www.x-tention.at<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 03


Aktuell<br />

„Volle<br />

Klangbreite“<br />

AUSZEICHNUNG<br />

Birgit Laux-Flajs ist taub – hören kann sie trotzdem:<br />

Zwei Cochlea-Implantate ermöglichen ihr ein Leben<br />

in vollem Klang. Im Interview spricht die 49-jährige<br />

Unternehmerin über die neue Art zu hören.<br />

Frau Laux-Flajs, Sie leben<br />

seit Ihrem zwölften Lebensjahr<br />

mit einer genetisch<br />

bedingten Innenohrschwerhörigkeit,<br />

die seither immer<br />

weiter vorangeschritten ist.<br />

Heute sind Sie ohne Ihre<br />

Cochlea-Implantate (CI) gehörlos.<br />

Wie kann man sich<br />

das Leben mit Implantat<br />

vorstellen?<br />

Birgit Laux-Flajs: Meine Implantate<br />

haben mir eine Welt<br />

zu den Tönen eröffnet, die<br />

mir sonst ein Leben lang verwehrt<br />

geblieben wäre. Früher<br />

habe ich viele alltägliche Dinge<br />

nicht gehört: das Piepsen,<br />

wenn ein LKW zurückfährt,<br />

Uhrenticken oder das Tapsen<br />

von Hundepfoten auf dem<br />

Fußboden. Ich bin Unternehmerin,<br />

führe Telefonate und<br />

Kundengespräche. Mit Hörgerät<br />

hätte ich beruflich nicht<br />

weitermachen können. Jetzt<br />

ist es viel besser, aber ich habe<br />

auch einen Aufwand.<br />

Welchen Aufwand?<br />

Birgit Laux-Flajs: Mit CI bin<br />

ich zwar weniger müde; ich<br />

muss mich nicht so sehr konzentrieren.<br />

Aber auch ein<br />

Mensch mit CI bleibt hörbeeinträchtigt.<br />

Es braucht eine<br />

gewisse Zeit, bis das Gehirn<br />

verstanden hat: Okay, diesen<br />

und jenen Ton muss ich jetzt<br />

so verarbeiten. Es ist manchmal<br />

anstrengend, aber immer<br />

noch besser, als in der Stille zu<br />

verharren.<br />

Wie ging es Ihnen nach der<br />

Implantation?<br />

Birgit Laux-Flajs: Ich habe<br />

damals in unserem Verein<br />

„Von Ohr zu Ohr“ ambulante<br />

Reha gemacht. Auf meinem<br />

zuerst implantierten, rechten<br />

Ohr konnte ich sechs Wochen<br />

nach der Operation schon Sprache<br />

verstehen. Beim zweiten<br />

Implantat habe ich nur mehr<br />

Telefontraining gemacht.<br />

Was darf man sich als<br />

CI-Träger vom Hören mit<br />

Implantat erwarten?<br />

Birgit Laux-Flajs: Ein CI eröffnet<br />

einem die Welt in der<br />

vollen Klangbreite. Man hört<br />

wieder alles und ist vollständig<br />

ins Leben integriert. Verstehen<br />

muss man lernen und<br />

das braucht Initiative und es<br />

braucht seine Zeit.<br />

Alles in allem wird die Lebensqualität<br />

enorm verbessert.<br />

Ich bin sehr begeistert, aber<br />

das Leben mit CI ist nicht nur<br />

rosarot: Im Restaurant sind<br />

die Klappergeräusche störend.<br />

Doch ohne CI würde ich gar<br />

nichts hören. So habe ich eben<br />

die Nebengeräusche, bin aber<br />

im Leben dabei.<br />

Zur<br />

Person<br />

plus<br />

Aufklären, vorsorgen & beraten<br />

zum Thema Hören & Hörverlust.<br />

> Sonderpreis für akustische Barrierefreiheit<br />

> MED-EL Preis für Innovationen rund ums Hören<br />

GALA<br />

19. OKTOBER 2<strong>01</strong>7<br />

LENTOS, Linz<br />

BEWERBEN<br />

SIE SICH<br />

JETZT<br />

Besser HÖREN - vonohrzuohr<br />

www.das-goldene-ohr.at<br />

Birgit Laux-Flajs, gebürtige Kölnerin, lebt in Wels und führt dort mit<br />

ihrem Mann das Unternehmen „Kaffee & Tee Erleben“. Seit 2009<br />

trägt sie auf dem rechten Ohr, seit 2<strong>01</strong>3 auf dem linken Ohr je ein<br />

Cochlea-Implantat des österreichischen Herstellers MED-EL.<br />

Laux-Flajs ist begeisterte Tänzerin und seit der Implantation wieder<br />

beim Ballett- und Stepptanzen zu treffen. Die Diplomfachwirtin ist<br />

stellvertretende Obfrau des Vereins „Von Ohr zu Ohr“, der<br />

hörbeeinträchtigte Menschen jeden Alters unterstützt und berät.<br />

Falls Sie Fragen zum Thema Hören, Hörverlust oder Cochlea-<br />

Implantate haben, kontaktieren Sie den Verein „Von Ohr zu Ohr“<br />

unter office@vonohrzuohr.or.at oder 0732 700833.<br />

04 | lebens<strong>WEGE</strong>


Herz-, Gefäß- und<br />

Thoraxchirurgie<br />

OÖ REFERENZZENTRUM<br />

KLINIKUMnews<br />

Aktuell<br />

Das Kepler Universitätsklinikum<br />

und das Klinikum<br />

Wels-Grieskirchen arbeiten<br />

zukünftig zusammen und<br />

sichern gemeinsam als<br />

standortübergreifendes<br />

Referenzzentrum für Herz-,<br />

Gefäß- und Thoraxchirurgie<br />

eine gebündelte Versorgung<br />

für die oberösterreichische<br />

Bevölkerung.<br />

Leiter des Referenzzentrums<br />

ist seit 1. März<br />

2<strong>01</strong>7 Prim. Univ. Prof.<br />

Dr. Andreas Zierer. Er<br />

ist zugleich Inhaber des<br />

Lehrstuhls für Herzchirurgie<br />

an der medizinischen<br />

Fakultät Linz. Der geborene<br />

Welser war vorher an der<br />

Klinik für Thorax-, Herz- und<br />

thorakale Gefäßchirurgie am<br />

Klinikum der Johann Wolfgang<br />

Goethe-Universität in Frankfurt<br />

am Main als stellvertretender<br />

Direktor und zuletzt als Chefarzt<br />

der Abteilung für Herz- und<br />

Thoraxchirurgie im HELIOS<br />

Klinikum Siegburg beschäftigt.<br />

Die Abteilung für Chirurgie I<br />

am Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

ist mit rund 1.700 Patienten im<br />

Jahr bekannt für ihre hohe herz-,<br />

thorax- und gefäßchirurgische<br />

Versorgungsqualität. Als über<br />

Jahrzehnte etabliertes Kompetenzzentrum<br />

stellt der Standort<br />

Wels nun durch die Zusammenarbeit<br />

mit dem Kepler Universitätsklinikum<br />

und der Medizinischen<br />

Fakultät Behandlungen<br />

nach dem neuesten Stand<br />

der Wissenschaft nachhaltig<br />

sicher. Standortleiter in<br />

Wels ist seit 1. März oA<br />

Prof. Dr. Hans Joachim<br />

Geißler. Der mehrfach zertifizierte<br />

und ausgezeichnete<br />

Herzspezialist ist Mitglied<br />

in nationalen und internationalen<br />

Fachgesellschaften und auch in<br />

der Forschung stark verankert.<br />

1<br />

2<br />

3<br />

Herz-, Gefäß- und Thoraxchirurgie OÖ Referenzzentrum<br />

Neues Service im Klinikum Free Lounge<br />

Die Größe des Klinikums in Zahlen<br />

Free lounge<br />

Neues Service im Klinikum<br />

ZeiTuNGeN uND<br />

MAGAZiNe<br />

GRATiS LeSeN<br />

So einfach funktioniert’s:<br />

1. Mit WLAN verbinden<br />

2. www.kiosk.at in Ihrem<br />

Browser aufrufen<br />

3. Über 300 Zeitungen und<br />

Magazine gratis online lesen<br />

Die Klinikum Free Lounge ist eine E-Paper-Plattform mit über 300 der<br />

wichtigsten Zeitungen, Zeitschriften und Magazine: Angefangen vom<br />

Standard bis zur Krone, von News zu Woman, Falstaff bis Profil,<br />

der New York Times bis hin zur Münchner Abendzeitung – ab sofort kann<br />

jedes mobile Gerät, das mit dem Klinikum-WLAN verbunden ist,<br />

auf die originale Printversion der aktuellen Ausgaben zugreifen.<br />

Die Größe des Klinikums spiegelt sich in beeindruckenden<br />

Zahlen wider, die Sie so vielleicht noch nie gelesen haben.<br />

Internationalität im klinikum<br />

wels-grieskirchen – die mitarbeiter vertreten<br />

insgesamt 39 verschiedene nationalitäten. *<br />

zahlen<br />

& FaKten<br />

das hauseigene Kraftwerk<br />

produziert 69,17 % des<br />

benötigten stroms von insgesamt<br />

22.950.740 kilowattstunden in<br />

eigenleistung. (2<strong>01</strong>6) **<br />

* stand: Jänner 2<strong>01</strong>7<br />

** zeitraum: Jänner bis dezember 2<strong>01</strong>6<br />

rund 500.000 eier und<br />

140.000 liter Milch werden<br />

pro Jahr verbraucht. **<br />

In der ver- und entsorgung sind<br />

täglich 570 transportwägen<br />

mit Wäsche und 480 Wägen<br />

mit essen unterwegs. **<br />

von den rund 3.700 Mitarbeitern<br />

sind 18 % Männer. *<br />

40<br />

Jahre, also ziemlich genau in<br />

der Mitte des lebens, sind die<br />

Mitarbeiter durchschnittlich alt. *<br />

ca. 2.300 tonnen Wäsche<br />

werden pro Jahr gewaschen. **<br />

4.500 bis 6.000<br />

Mahlzeiten werden pro<br />

tag an beiden klinikumstandorten<br />

zubereitet. **<br />

18 %<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 05


Im Gespräch<br />

„Gesunde Kinder von<br />

heute sind gesunde<br />

Erwachsene von morgen.“<br />

iM gesPräch<br />

mit Dr. Sophie Karmasin<br />

Familien- und Jugendministerin<br />

Familien- und Jugendministerin Sophie Karmasin<br />

über das Gesundheitsbewusstsein von Kindern und<br />

Jugendlichen, Präventionsmaßnahmen und<br />

aktuelle Handlungsfelder.<br />

Gesundheit ist ein umfangreiches<br />

und politikübergreifendes Thema, das<br />

jeden Österreicher und jede Österreicherin<br />

betrifft. Welche Anknüpfungspunkte<br />

bieten sich für das Bundesministerium<br />

für Familien und Jugend<br />

(BMFJ) in diesem Bereich?<br />

Dr. Sophie Karmasin: Gesundheit darf<br />

nicht isoliert betrachtet werden, sondern<br />

ist ein Zusammenspiel vieler Politikbereiche.<br />

Für mich ist entscheidend, dass<br />

wir neben den Familien besonders bei<br />

den Kindern und Jugendlichen in der Gesundheitsprävention<br />

ansetzen. Denn gesunde<br />

Kinder und Jugendliche sind nicht<br />

nur leistungsfähiger, sondern verfügen<br />

auch über eine bessere Lebensqualität<br />

06 | lebens<strong>WEGE</strong>


Im Gespräch<br />

und sind die gesunden Erwachsenen von<br />

morgen. Unser Ziel ist es auch, das Gesundheitsbewusstsein<br />

nachhaltig zu steigern.<br />

Das BMFJ bietet und fördert hier<br />

eine Vielzahl an Projekten, Workshops<br />

und Initiativen, die besonders junge Menschen<br />

ansprechen sollen.<br />

Wie kann das Bewusstsein für<br />

Gesundheit vor allem bei den kleinen<br />

Kindern gestärkt werden?<br />

Dr. Sophie Karmasin: Die Grundlagen<br />

für den späteren Gesundheitszustand werden<br />

in der frühen Kindheit gelegt, das ist<br />

hinlänglich bekannt. Je früher Kinder und<br />

Jugendliche Unterstützung erhalten, umso<br />

besser entwickeln sie sich in ihrem späteren<br />

Gesundheitsverhalten.<br />

Gesundheitsbewusstsein sollte so früh<br />

wie möglich gefördert werden, am besten<br />

auf spielerische Art und Weise bereits im<br />

Kindergarten. Es geht darum, den Kindern<br />

zu vermitteln, dass Ernährung und<br />

Bewegung sich nachhaltig auf das eigene<br />

Wohlbefinden auswirken und beides auch<br />

Spaß machen kann. Den Eltern kommt<br />

hier auch eine große Verantwortung zu –<br />

deshalb bieten wir in unseren Familienberatungsstellen<br />

und über die Elternbildung<br />

Beratung und Erziehungstipps zu Gesundheitsthemen<br />

an.<br />

Gestaltet sich der Zugang zu<br />

Jugendlichen bei diesem Thema<br />

schwieriger als zu Kindern?<br />

Dr. Sophie Karmasin: Wir sehen, dass<br />

Gesundheit ein relevantes Thema für die<br />

Jungen ist und besonders Sport und Ernährung<br />

für viele wichtig sind. Es gibt<br />

aber auch Herausforderungen, wie erhöhten<br />

Alkohol- oder Tabakkonsum bei<br />

den Jugendlichen. Es ist wichtig, die<br />

Jungen in ihrem Alltag mit Themen rund<br />

um Körperbewusstsein und ihr eigenes<br />

Wohlergehen abzuholen und sie aktiv<br />

mit einzubinden. Freizeit und Sport sind<br />

dafür beispielsweise gute Anknüpfungspunkte.<br />

Unsere Netzwerke, wie die außerschulische<br />

Jugendarbeit, die Jugendinformation<br />

oder Jugendorganisationen,<br />

sind hier wichtige Partner. Sie vermitteln<br />

den Jugendlichen vor Ort zielgerichtete<br />

Angebote zur Förderung von Prävention<br />

und Gesundheit.<br />

Wo sehen Sie aktuell den größten<br />

Handlungsbedarf an gesundheitspolitischen<br />

Maßnahmen im Kinderund<br />

Jugendbereich?<br />

Dr. Sophie Karmasin: Ein für mich<br />

besonders wichtiges Thema ist das Rauchen<br />

bei Jugendlichen. Wir sind leider<br />

Europameister, rund 25 % rauchen regelmäßig.<br />

Wir müssen dieser Entwicklung<br />

entgegenwirken und diese hohe<br />

Zahl sowie das Einstiegsalter senken. Ich<br />

freue mich, dass auf unsere Initiative im<br />

Rahmen der LandesjugendreferentInnenkonferenz<br />

Ende März die Anhebung<br />

des Schutzalters auf 18 Jahre sowie ein<br />

Präventionsschwerpunkt einstimmig beschlossen<br />

wurden. Dieser Beschluss ist<br />

ein Meilenstein für die österreichische<br />

Jugendpolitik und ein klares Bekenntnis<br />

zur nachhaltigen Gesundheitsförderung<br />

von Jugendlichen.<br />

Handlungsbedarf sehe ich auch im Schulbereich.<br />

Wir wissen, dass 24 % aller 7-<br />

bis 14-Jährigen übergewichtig sind und<br />

die Zahl der Kinder mit chronischen Erkrankungen<br />

steigt, hier sind es rund 16 %<br />

bei den 11- bis 15-Jährigen. Diese Entwicklung<br />

zeigt, dass wir Prävention und<br />

Information in den Schulen noch mehr<br />

fördern müssen. Daher sehe ich im Bereich<br />

der Schulärzte Optimierungsbedarf.<br />

Denn um Präventionsprogramme auch<br />

gezielter einsetzen und auf ihre Wirkung<br />

überprüfen zu können, braucht es eine<br />

ZUR PERSON<br />

bundesweite Auswertung der schulärztlichen<br />

Daten und einen „Gesundheitskompass“<br />

für Schülerinnen und Schüler.<br />

Dieser Kompass könnte die Gesundheitsentwicklung<br />

der Kinder dokumentieren<br />

und ihnen auch lange nach dem Schulabschluss<br />

zur Verfügung stehen.<br />

Seit 1.3.2<strong>01</strong>7 gilt das neue Kindergeldkonto<br />

– die Reform soll vor<br />

allem Väter dazu motivieren, sich<br />

noch aktiver in die Kinderbetreuung<br />

einzubringen. Wie soll das gelingen?<br />

Dr. Sophie Karmasin: Durch die Reform<br />

des Kindergeldkontos ist es uns<br />

gelungen, den Familien neben mehr Flexibilität<br />

und Transparenz auch ein Mehr<br />

an Partnerschaftlichkeit zu ermöglichen<br />

– das war der Wunsch vieler Eltern und<br />

ist auch mir ein persönliches Anliegen.<br />

Durch die Einführung des Familienzeitund<br />

Partnerschaftsbonus können Väter<br />

nun die besondere Zeit nach der Geburt<br />

mit dem Kind und der Familie verbringen<br />

und die Kinderbetreuung noch partnerschaftlicher<br />

gestalten. Ich bin überzeugt,<br />

dass das ein wichtiger Schritt in Richtung<br />

mehr Väterbeteiligung ist und viele Väter<br />

diese neuen Angebote nutzen werden.<br />

Dr. Sophie Karmasin wurde 1967 in Wien geboren und studierte<br />

Psychologie und Betriebswirtschaft an der Universität Wien und dissertierte<br />

zum Thema „Konsumentenverhalten im Gesundheitsmarkt“.<br />

In ihrer beruflichen Laufbahn war sie zunächst als Produktmanagerin<br />

bei Henkel in Wien, Belgien und den Niederlanden tätig.<br />

1995 übernahm sie die Leitung der empirischen Abteilung des Instituts<br />

für Motivforschung, sowie ab 2006 die Geschäftsführung der Karmasin<br />

Motivforschung GmbH. Von 2009 bis 2<strong>01</strong>3 war sie im Beratungsunternehmen<br />

Sophie Karmasin Market Intelligence GmbH tätig, von 2<strong>01</strong>1<br />

bis 2<strong>01</strong>3 geschäftsführende Gesellschafterin des Österreichischen<br />

Gallup Institutes, der Dr. Karmasin Marktforschung GmbH und der<br />

Karmasin Motivforschung GmbH. Seit Dezember 2<strong>01</strong>3 ist Dr. Sophie<br />

Karmasin Bundesministerin für Familien und Jugend.<br />

Dr. Sophie Karmasin ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Wien.<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 07


Allergie<br />

Jede menge<br />

allergene<br />

Um den Körper zu schützen, reagiert<br />

das Abwehrsystem auf fremde Stoffe.<br />

Dies macht Sinn, wenn es sich bei den<br />

Eindringlingen um Viren, Bakterien oder<br />

andere Krankheitserreger handelt. Problematisch<br />

wird es hingegen, wenn sich<br />

der Körper gegen ungefährliche Stoffe<br />

wehrt. Solch überschießende Reaktion<br />

des Immunsystems nennt man Allergie.<br />

Die Neigung dazu ist vermutlich angeboren,<br />

ca. 15 Prozent der Erwachsenen<br />

und bis zu 25 Prozent der Kinder leiden<br />

daran. Beim primären Kontakt mit dem<br />

auslösenden Stoff wird das Immunsystem<br />

aktiviert, bei jedem weiteren<br />

Kontakt mit dem Allergen erinnert sich<br />

der Körper daran und wiederholt die<br />

Abwehrmaßnahmen. Innerhalb von Minuten<br />

oder bis zu einer Stunde danach<br />

kommt es zur allergischen Reaktion.<br />

InJektIonsallergene<br />

Zu Allergenen, die durch Insektenstiche<br />

oder Injektionen in den Körper gelangen,<br />

zählen Bienen- und Wespengift.<br />

InhalatIonsallergene<br />

Viele Allergene, wie Gräserpollen,<br />

Pilzsporen, Wohnungsstaub oder Tierhaare,<br />

werden über die Atmung aufgenommen.<br />

nahrungsmIttelallergene<br />

Sie gelangen über Nahrung oder Arzneimittel<br />

über den Mund in den Körper: Milch, Eier,<br />

Krebse, Fisch, Schmerzmittel und Antibiotika.<br />

kontaktallergene<br />

Bei Allergenen, die mit der Haut in<br />

Berührung kommen, kann es sich zum<br />

Beispiel um Nickel, Duftstoffe oder<br />

Konservierungsmittel handeln.<br />

08 | lebens<strong>WEGE</strong>


Allergie<br />

Wenn es beißt und kratzt<br />

„GESUNDHEIT!“<br />

In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Allergiker verdoppelt.<br />

Insgesamt gibt es rund 1,6 Millionen Allergiker in Österreich – und<br />

damit etwa doppelt so viele wie noch im Jahr 1986. „HNO-Ärzte<br />

sind oft die erste Anlaufstelle für Patienten mit Allergiesymptomen“,<br />

unterstreicht Thomas Keintzel die Frequenz der Patienten mit<br />

allergischen Beschwerden im HNO-Bereich.<br />

Die bekannteste Form ist die allergische<br />

Rhinitis, der sogenannte Heuschnupfen,<br />

und damit verbunden das<br />

orale Allergiesyndrom. Diese allergischen<br />

Erkrankungen beruhen auf<br />

einer IgE*-vermittelten Reaktion vom<br />

Soforttyp auf Proteine in Pollen und<br />

Nahrungsmitteln. Sie bewirken eine<br />

vermehrte Schwellung und Sekretion<br />

an den Schleimhäuten des Nasenrachens<br />

bis hin zum Kehlkopf. „Zu<br />

unterscheiden sind die ganzjährigen<br />

Allergien, vor allem jene auf Tierhaare<br />

und Hausstaubmilbenkot, von den saisonalen<br />

Pollenallergien“, erklärt Thomas<br />

Keintzel, Leiter der Abteilung für<br />

Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten<br />

am Klinikum Wels-Grieskirchen..<br />

Definitionsgemäß ist der Heuschnupfen<br />

(Allergische Rhinokonjunktivitis)<br />

eine allergisch bedingte Erkrankung<br />

der Nasenschleimhaut und der<br />

Augenbindehaut, die nach Allergenexposition<br />

durch eine Entzündungsreaktion<br />

entsteht. Symptome sind vermehrter<br />

Niesreiz sowie eine rinnende<br />

und verstopfte Nase, häufig auch eine<br />

Bindehautentzündung. Rund 40 Prozent<br />

der Betroffenen leiden auch unter<br />

allergischem Asthma bronchiale.<br />

Das orale Allergiesyndrom tritt häufig<br />

bei Pollenallergikern im Sinne<br />

einer allergischen Kreuzreaktion des<br />

Mund- und Rachenraums auf. Auf<br />

Nüsse, Gemüse oder Gewürze reagiert<br />

die Schleimhaut dann mit Juckreiz,<br />

Zungenbrennen, Halskratzen und Nesselsucht.<br />

Zum Beispiel geben etwa 60<br />

Prozent aller Birkenpollenallergiker<br />

auch eine Unverträglichkeit von Nüssen<br />

und Äpfeln an.<br />

„Für die Diagnose ist die ausführliche<br />

Anamnese des Patienten wegweisend,<br />

um Auslöser für die Beschwerden<br />

dingfest zu machen“, erklärt Keintzel.<br />

„Ein Allergietagebuch kann dabei<br />

helfen.“ Der Prick-Test ermöglicht ein<br />

schnelles Screening des Patienten auf<br />

gängige Allergene. Bei der Durchführung<br />

wird jeweils ein kleiner Tropfen<br />

einer Allergenlösung, zum Beispiel<br />

Gräsermix, Hausstaubmilbe oder Katze,<br />

auf die Haut aufgetragen und mit<br />

einer Lanzette eingeritzt. Eine positive<br />

Reaktion auf ein Allergen zeigt<br />

sich durch Rötung, Juckreiz und Ausbildung<br />

einer sogenannten Quaddel.<br />

Zur Auswertung der Testergebnisse<br />

wird der Durchmesser der Reaktion in<br />

*IgE (IGE) Antikörper vom Typ Immunglobulin-E (IgE) sind für die Vermittlung bestimmter allergischer Reaktionen verantwortlich und spielen deshalb in der Allergiediagnostik eine wichtige Rolle.<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 09


Allergie<br />

Prim. Dr. Thomas Keintzel,<br />

Leiter der Abteilung für Hals-, Nasen- und<br />

Ohrenkrankheiten am Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

„Zu unterscheiden sind die<br />

ganzjährigen Allergien, vor<br />

allem jene auf Tierhaare und<br />

Hausstaubmilbenkot, von den<br />

saisonalen Pollenallergien.“<br />

Millimetern bzw. im Vergleich zu einer<br />

Positivkontrolle gemessen. Eine weitere<br />

Testmöglichkeit ist der RAST: Nach<br />

Blutabnahme werden hier spezifische<br />

IgE-Antikörpertiter für Allergene bestimmt,<br />

zusätzlich kann man auch das gesamte<br />

IgE bestimmen. Jedoch beweist ein<br />

positiver Allergietest (Hauttest oder spez.<br />

IgE-Bestimmung) nicht in jedem Fall<br />

die klinische, aktuelle Sensibilisierung.<br />

Diagnostisch überzeugend ist die Bestätigung<br />

des Allergietests nur durch eine<br />

entsprechende klinische Beobachtung in<br />

der allergenrelevanten Zeit oder bei allergenrelevanter<br />

Exposition.<br />

Wenn Patienten in herkömmlichen Sensibilisierungstests<br />

auf alle möglichen<br />

Pollenallergene positiv reagieren, könnte<br />

es sein, dass nicht Kreuzreaktionen die<br />

Ursache sind, sondern sogenannte Panallergene.<br />

Dabei handelt es sich um Allergene,<br />

die in mehreren Allergenquellen<br />

enthalten sind. Im Haut- oder IgE-Test<br />

können sie viele Sensibilisierungen zeigen.<br />

Warum Panallergene in herkömmlichen<br />

Sensibilisierungstests zu positiven<br />

Ergebnissen führen, weiß Keintzel: „Das<br />

liegt daran, dass Panallergene Proteine<br />

sind, die in sämtlichen Pollenarten vorkommen<br />

können – egal ob in Baum-,<br />

Gräser oder Kräuterpollen.“ Mit der<br />

Komponentendiagnostik ist es möglich,<br />

das Allergen genauer zu bestimmen, als<br />

dies mit der traditionellen Allergiediagnostik<br />

möglich ist. Dabei kann anhand<br />

spezifischer Majorallergene, sprich gewisser<br />

Hauptallergene in den Pollen, die<br />

allergische Sensibilisierung einem bestimmten<br />

Allergen zugeordnet werden.<br />

Nasaler Provokationstest<br />

Geht aus vorangegangenen Testungen<br />

nicht einwandfrei hervor, wodurch die<br />

Allergie ausgelöst wird, verweist der<br />

Experte auf die Möglichkeit des nasalen<br />

Provokationstests mit Rhinomanometrie:<br />

„Hierbei wird nach nasaler Allergenapplikation<br />

die Änderung der Druckverhältnisse<br />

anhand des intranasalen Flows<br />

gemessen und auch ob allergische Symptome<br />

ausgelöst werden können.“<br />

Der Pricktest<br />

ermöglicht<br />

ein schnelles<br />

Screening<br />

des Patienten<br />

auf gängige<br />

Allergene.<br />

10 | lebens<strong>WEGE</strong>


Allergie<br />

Die besten Therapien<br />

Allergenkarenz im Sinne einer Meidung<br />

des Auslösers ist nach wie vor die beste<br />

Therapie. Bei ganzjährigen Allergien,<br />

wie jener auf Milbenkot, Tierhaare oder<br />

Pilzsporen, müssen die Auslöser beseitigt<br />

werden. Im Falle der Hausstaubmilbe<br />

geschieht das durch spezielle Überzüge<br />

Prim. Dr. Josef eckmayr,<br />

Leiter der Abteilung für Lungenkrankheiten<br />

am Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

„Das allergische Asthma ist mit<br />

rund sechzig Prozent die häufigste<br />

Form des Asthma bronchiale.“<br />

für die Matratze und durch regelmäßiges<br />

Waschen der Bettwäsche, sowie auch<br />

der Trocknung im Trockner, da hierbei<br />

die Milbeneier platzen. Bei Pilzbefall<br />

im Wohnraum muss eine Wohnraumsanierung<br />

oder ein Wohnungswechsel erfolgen.<br />

Eine Oberflächenbehandlung der<br />

Schimmelflecken reicht hier nicht aus.<br />

Für die allergischen Symptome kann im<br />

Akutfall ein abschwellendes Nasenspray<br />

für maximal zehn Tage verordnet werden.<br />

Als längerfristige Therapie stehen Nasensprays<br />

mit lokalen Antihistaminika<br />

und Kortikosteroiden zur Verfügung,<br />

die klinisch eine gute Wirksamkeit zeigen.<br />

Orale Antihistaminika können die<br />

Beschwerden deutlich lindern, die neueren<br />

Präparate zeigen keine sedierenden<br />

Nebenwirkungen mehr. In ausgeprägten<br />

Fällen können auch<br />

orale Kortikosteroide<br />

gegeben<br />

werden, insbesondere<br />

bei akuter,<br />

massiver Symptomatik,<br />

ohne<br />

Besserung auf die<br />

vorhergehende lokale Therapie.<br />

Bei saisonalen Allergien besteht die<br />

Möglichkeit der Hyposensibilisierung<br />

mittels subkutaner Injektionen (SCIT)<br />

oder sublingualer Tabletten (SLIT). Bei<br />

der SCIT wird das auslösende Allergen<br />

in steigender Konzentration dem Patienten<br />

verabreicht, um so eine Anpassung<br />

der Immunantwort zu erreichen. Dies<br />

ist vor allem bei Heuschnupfen eine geeignete<br />

Therapie. Eine solche Therapie<br />

wird grundsätzlich über mehrere Jahre<br />

angelegt und kann zu einer deutlichen<br />

Symptombesserung führen. Auch über<br />

die SLIT ist hier eine gute Wirksamkeit<br />

belegt, sie kann auch bei Hausstaubmilbenallergien<br />

durchgeführt werden. Bei<br />

beiden Verfahren muss eine ärztliche<br />

Überwachung während der Behandlung<br />

erfolgen, ein Notfallset zur Sicherung<br />

der Atemwege und symptomatischen Behandlung<br />

bei Akutreaktionen muss vorhanden<br />

sein.<br />

Allergisches Asthma<br />

Zahlreiche Allergene werden über die Atmung<br />

aufgenommen, wie zum Beispiel<br />

Gräserpollen, Pilzsporen, Hausstaub<br />

oder Tierhaare. Eine Allergieform, die<br />

besonders die Atmung in Mitleidenschaft<br />

zieht, ist das allergische Asthma. „Es ist<br />

mit rund sechzig Prozent die häufigste<br />

allergologische<br />

DiagnostiK<br />

an der abteilung für<br />

lungenerkrankungen<br />

Prick-Test und Blutabnahme<br />

zur Allergietestung<br />

Kleine und große<br />

Lungenfunktionsmessung<br />

(inkl. Atemwegswiderstand u. v. m.)<br />

Überempfindlichkeitstestung<br />

an den Bronchien<br />

inhalative und nasale<br />

Provokationstestung<br />

mit Allergenlösung<br />

orale Provokationstestung<br />

No-Messung (Stickstoffmonoxid,<br />

Hinweis für „asthmatische“<br />

Reaktion der Bronchien)<br />

Form des Asthma bronchiale“, erklärt<br />

Josef Eckmayr, Leiter der Abteilung für<br />

Lungenkrankheiten. „Asthma ist dadurch<br />

gekennzeichnet, dass sich die Bronchien<br />

anfallsartig stark verkrampfen, sodass es<br />

zu einer Verengung der unteren Atemwege<br />

kommt. Das Gefühl der Atemnot kann<br />

zu Panik bei den Betroffenen führen, was<br />

die Beschwerden wiederum verstärken<br />

kann.“ Die Auslöser eines allergischen<br />

Asthmas können vielfältig sein, sehr<br />

oft tritt es im Zusammenhang mit Heuschnupfen<br />

auf.<br />

Die Therapiemöglichkeiten an der Abteilung<br />

für Lungenerkrankungen basieren<br />

vor allem auf einer umfassenden Allergieberatung:<br />

„Jeder sollte Bescheid wissen,<br />

wie er auslösende Allergene am besten<br />

meiden kann. Dazu ist es manchmal<br />

ratsam, den Wohnraum oder selbst die<br />

Situation am Arbeitsplatz zu verbessern<br />

bzw. zu verändern“, gibt Eckmayr zu bedenken.<br />

Allergien und Asthma empfiehlt<br />

er zudem medikamentös zu behandeln,<br />

sinnvoll sind auch orale Hyposensibilisierungsbehandlung<br />

und als Injektion<br />

subkutan.<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 11


Allergie<br />

Heuschnupfeen<br />

Das allergische Auge<br />

Bei über der Hälfte aller<br />

Heuschnupfenpatienten zeigen<br />

sich Symptome zuerst am Auge.<br />

Vor allem im Frühling und<br />

im Frühsommer sind die<br />

Betroffenen dadurch stark in<br />

Mitleidenschaft gezogen.<br />

Wie auch in anderen Bereichen des Körpers<br />

stellt die allergische Reaktion des<br />

Auges eine überschießende Immunantwort<br />

auf einen Reiz dar. Die Abwehrzellen<br />

finden sich in der Bindehaut ebenso<br />

wie in der Tränenflüssigkeit. „Grundsätzliche<br />

Erstsymptome sind heftiges Beißen,<br />

Schwellungen und Rötungen, begleitet<br />

von einem Tränen“, erklärt Ali Abri, Leiter<br />

der Abteilung für Augenheilkunde und<br />

Optometrie. „Bei längerer Dauer zählen<br />

dazu auch Brennen oder Verkleben bzw.<br />

Verkrusten der Augen.“ In der Regel ist<br />

eine Allergie an den Augen zumeist beidseitig,<br />

außer es handelt sich um eine Kontaktallergie,<br />

etwa direkt ausgelöst durch<br />

Katzenhaare oder einen Bienenstich.<br />

Die Ausprägungen der allergischen Reaktionen<br />

am Auge können sehr unterschiedlich<br />

ausfallen und von leichten<br />

Reizzuständen bis zu schweren Vernarbungen<br />

der Hornhaut führen.<br />

FORMEN DER<br />

ALLERGIEN AM AUGE<br />

Die allergische Bindehautentzündung<br />

(Rhinokonjunktivitis)<br />

„Hierbei handelt es sich in der klassischen<br />

Form um den Heuschupfen, der zu bestimmten<br />

Jahreszeiten auftritt und in der<br />

Regel mit einer Nasenschleimhautentzündung<br />

verbunden ist“, sagt Abri. „Auslösender<br />

Fremdstoff sind die durch Wind,<br />

Wasser und Tiere übertragenen Blütenpollen.<br />

Die ganzjährige Form rufen eher<br />

Stoffe aus dem häuslichen Umfeld, wie<br />

Hausstaubmilben, Tierhaare (vor allem<br />

Katzenhaare), Bettfedern und Schimmelpilze,<br />

hervor.“ Typisches Symptom<br />

ist der Juckreiz, auch Brennen, Lichtempfindlichkeit<br />

und klarer Tränenfluss<br />

können auftreten. Trüber Schleim spricht<br />

eher für eine Infektion.<br />

12 | lebens<strong>WEGE</strong>


Allergie<br />

Prim. Dr. Ali Abri,<br />

Leiter der Abteilung für<br />

Augenerkrankungen und Optometrie<br />

am Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

Hornhaut- und Bindehautentzündung<br />

im Frühling<br />

Diese stark juckende beidseitige Entzündung<br />

des äußeren Auges tritt während<br />

des Frühlings verstärkt auf, obwohl sie<br />

nicht an den direkten Kontakt mit einem<br />

bestimmten Auslöser, wie zum Beispiel<br />

Pollen, gebunden ist. Häufig ist die Hornhaut<br />

beteiligt, was im Extremfall sogar zu<br />

Vernarbungen führen kann. Meist muss<br />

hier mit Cortisonpräparaten behandelt<br />

werden.<br />

Die Kontaktallergie bzw. -dermatitis<br />

Im Vergleich zur übrigen Haut ist die<br />

Lidhaut extrem dünn und dehnbar, der<br />

Aufbau der einzelnen Schichten und<br />

die Ausstattung mit Drüsen sind anders.<br />

Hier können Reizungen und Reizstoffe<br />

in wesentlich geringerer Ausprägung<br />

bzw. Konzentration als sonst schon zur<br />

Hautentzündung (Dermatitis) bzw. sogar<br />

zu einer allergischen Reaktion der Haut<br />

(Lidekzem) führen. Typische Zeichen<br />

sind Rötung, Schwellung, Bläschen- und<br />

Krustenbildung, begleitet von Brennen<br />

und Juckreiz. Wer betroffen ist, sollte<br />

empfindliche Haut mit speziellen Lidcremes<br />

schützen.<br />

Das hilft<br />

Der Weg zur Behandlung führt auch beim<br />

allergischen Auge über einen Hauttest<br />

und, wenn die Auslöser bekannt sind,<br />

über die Allergenkarenz. Auch Antiallergika,<br />

beispielsweise Antihistaminika,<br />

helfen. Reicht die Wirkung nicht aus,<br />

muss manchmal auf cortisonhaltige Augentropfen<br />

zurückgegriffen werden. Eine<br />

erfolgversprechende Methode ist auch<br />

die Desensibilisierungstherapie.<br />

„Die Desensibilisierungstherapie ist erfolgversprechend:<br />

Über drei Jahre wird das Allergen in ansteigender Dosierung<br />

verabreicht, damit sich der Körper daran gewöhnen kann.“<br />

Tipp<br />

Pollenwarn-Apps<br />

Pollen-App: Mit der mobilen Hilfe für<br />

Allergiker stellt der Österreichische<br />

Pollenwarndienst in Kooperation<br />

mit dem Deutschen Wetterdienst und<br />

der Zentralanstalt für Meteorologie<br />

und Geodynamik (ZAMG) eine<br />

Pollenvorhersage für die nächsten drei<br />

Tage der Regionen zur Verfügung.<br />

www.pollenwarndienst.at<br />

Allergien<br />

sind auch<br />

Hautsache<br />

Viele Österreicher sind von Allergien<br />

auf der Haut betroffen. Zahlreiche<br />

mögliche, unterschiedliche Auslöser<br />

für ein allergisches Kontaktekzem<br />

erschweren die Identifikation des<br />

„Übeltäters“.<br />

„Zu den typischen Symptomen einer<br />

Kontaktallergie zählen Hautrötungen, die<br />

Bildung von Bläschen sowie ein starkter<br />

Juckreiz“, erklärt Dermatologe Werner Saxinger.<br />

Der Leiter der Abteilung für Hautund<br />

Geschlechtskrankheiten rät: „Bei den<br />

ersten Allergieanzeichen reinigt man die<br />

betroffene Stelle zuerst mit Wasser und<br />

einer milden Seife. Dann muss abgeklärt<br />

werden, was die Reaktion der Haut verursacht<br />

hat.“ Einer der häufigsten Auslöser<br />

für Kontaktekzeme ist Nickel. Die Atome<br />

des Metalls gehen dabei eine Verbindung<br />

mit den Eiweißen der Rezeptoren bestimmter<br />

Immunzellen ein – bei sensibilisierten<br />

Menschen führt dies dann zu einer überschießenden<br />

Reaktion der Körperabwehr.“<br />

Auch das Tragen von Latex kann allergische<br />

Reaktionen der Haut auslösen: Ausschlag<br />

und Rötungen, aber auch Atemnot<br />

und Übelkeit sind die Folge. Latexallergie<br />

ist heute als Berufskrankheit anerkannt –<br />

besonders häufig sind aufgrund des Tragens<br />

von Einmalhandschuhen Reinigungskräfte<br />

und Krankenhauspersonal davon<br />

betroffen. Weitere Auslöser von Hautallergien<br />

können Haarfärbemittel, Pflanzen,<br />

medizinische Salben und Sonnenschutzmittel<br />

sein.<br />

Prim. Dr.<br />

Werner Saxinger, MSc,<br />

Leiter der Abteilung<br />

für Haut- und<br />

Geschlechtskrankheiten am<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 13


My Way<br />

„Dank dem Programm kann ich die Behandlungsschritte besser nachvollziehen und mich auch<br />

selbst mehr einbringen“, sagt Georg P., Schlaganfallpatient im Gespräch mit Prim. Topakian<br />

Prim. Priv.-Doz. Dr. Raffi Topakian<br />

Leiter der Abteilung für Neurologie inkl. Stroke Unit,<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

My Way<br />

Neue Wege, um Diagnose und<br />

Behandlung besser zu verstehen<br />

Die Erfahrung im klinischen Alltag zeigt, dass Patienten, die bereit<br />

sind, selbst etwas zu ihrer Genesung beizutragen, schneller gesund<br />

werden. Daraus hat das Klinikum Wels-Grieskirchen 2<strong>01</strong>6 ein spezielles<br />

Programm entwickelt: Durch „My Way“ soll die Beziehung zum<br />

Patienten im größten Ordensspital Österreichs intensiviert werden.<br />

Durch eine aktive Einbeziehung verstehen kranke Menschen ihre<br />

Diagnose und Behandlung besser, wodurch sich die Chancen auf den<br />

Heilungserfolg positiv beeinflussen lassen.<br />

„Die Philosophie hinter ‚My Way‘ ist<br />

einfach: Wir signalisieren den Patienten,<br />

dass sie zusätzlich zu Medizin und Pflege<br />

auch selbst Verantwortung für sich übernehmen<br />

können und sollen. Sie werden<br />

angeregt, selbstbestimmt und selbstwirksam<br />

nachzudenken, zum Beispiel zu fragen,<br />

was sie in ihrem Leben verändern<br />

können“, erläutert Klinikum-Geschäftsführer<br />

Dietbert Timmerer das innovative<br />

Konzept, das auf Freiwilligkeit beruht.<br />

„Unsere Patienten können frei entscheiden,<br />

ob sie am Programm teilnehmen<br />

möchten oder nicht.“<br />

Nach dem Start in der Kardiologie wurde<br />

das Pilotprojekt mit November auf die<br />

neurologische Station ausgeweitet. Die<br />

wesentlichen Bausteine von „My Way“<br />

sind ein persönliches Tagebuch sowie<br />

eine Diagnose- und eine Visite-Karte.<br />

14 | lebens<strong>WEGE</strong>


My Way<br />

Selbstbewusstes Krankenhaus<br />

Im Zuge des Markenbildungsprozesses<br />

der Ordensspitäler Österreichs hat das<br />

Klinikum das Profilthema „Selbstbewusstes<br />

Krankenhaus“ aufgegriffen und<br />

„My Way – Mein Weg zur Gesundheit“<br />

entwickelt. Das Programm basiert auf<br />

der Erkenntnis, dass Mitarbeit, Eigenleistung<br />

und Motivation der Patienten zu<br />

einer Verkürzung des Krankheitsverlaufs<br />

führen können.<br />

Genutzt werden dafür neueste wissenschaftliche<br />

Erkenntnisse aus der Verhaltensökonomie,<br />

begleitet wird das Pilotprojekt<br />

durch eine Studie der Grazer Forschungsgesellschaft<br />

Joanneum Research.<br />

Mag. Dietbert Timmerer<br />

Geschäftsführung / Verwaltungsleitung<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

„Patienten, die bereit sind, selbst etwas<br />

zu ihrer Genesung beizutragen, werden<br />

schneller gesund. Mit diesem Programm<br />

verstehen Patienten ihre Diagnose und<br />

Behandlung besser und übernehmen<br />

dadurch selbst Verantwortung.“<br />

DIE „MY WAY“-TOOLS FÜR PATIENTEN:<br />

Gemeinsam Ziele festlegen mit der<br />

Diagnose-Karte<br />

„Ein Krankenhausaufenthalt ist oft mit<br />

vielen Fragezeichen verbunden: Was<br />

ist passiert? Welche Therapie erhalte<br />

ich? Wie lange muss ich hier bleiben?“,<br />

gibt Dr. Topakian zu bedenken.<br />

„Für die Genesung ist es aber wichtig,<br />

dass der Patient Diagnose und Therapie<br />

gut nachvollziehen kann. Das gemeinsame<br />

Bestimmen des Krankheitsbildes<br />

sowie das Festlegen von Zielen<br />

mithilfe der Diagnose-Karte geben<br />

dabei Unterstützung.“<br />

Auf der Diagnose-Karte kann der<br />

Patient notieren, was er aus dem<br />

Gespräch mit dem therapeutischen<br />

Team mitgenommen hat.<br />

Viele Fragen stellen anhand<br />

der Visite-Karte<br />

Patienten tragen sich manchmal mit<br />

der Sorge, von den Ärzten als aufdringlich<br />

eingestuft zu werden, wenn<br />

sie viele Fragen stellen. Die Klinikum-Ärzte<br />

sind anderer Meinung. „Je<br />

mehr wir voneinander wissen, desto<br />

besser können wir die Therapie einstellen“,<br />

versichert Raffi Topakian,<br />

Leiter der Abteilung für Neurologie<br />

am Klinikum Wels-Grieskirchen.<br />

„Die Visite-Karte leitet den Patienten<br />

dazu an, Fragen zu sammeln<br />

und zu notieren, die er im Rahmen<br />

der Visite ohne Scheu stellen kann.“<br />

Auf der Visite-Karte kann der Patient<br />

Fragen vorbereiten, die er seinem<br />

Therapieteam im Rahmen der Visite<br />

stellen möchte.<br />

Gedanken und Gefühle ordnen<br />

mit dem „My Way“-Tagebuch<br />

Im Krankenhaus hat man Zeit zum<br />

Nachdenken. Für den Heilungsprozess<br />

ist es wichtig, Erinnerungen und Emotionen<br />

aufzuarbeiten. In einem persönlichen<br />

Tagebuch kann der Patient Tag<br />

für Tag aufschreiben, wie es ihm geht,<br />

was er erlebt und wie er den Fortschritt<br />

der Genesung selbst einstuft.<br />

Mit seinem „My Way“-Tagebuch hat<br />

der Patient Tag für Tag die Möglichkeit,<br />

aufzuschreiben,wie es ihm geht,<br />

was er erlebt und welchen Weg in<br />

Richtung Genesung er schon<br />

zurückgelegt hat.<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 15


Sozialressort 2021+<br />

Mein ziel sinD<br />

verBesserungen<br />

Im sozIalBereIch<br />

Seit vergangenem Herbst arbeiten<br />

die Projektgremien an dem<br />

von Sozial-Landesrätin Birgit<br />

Gerstorfer initiierten Projekt<br />

Sozialressort 2021+. Was genau<br />

hinter dem Projekt Sozialressort<br />

2021+ steckt, hat die Lebenswege-Redaktion<br />

direkt bei Landesrätin<br />

Birgit Gerstorfer erfragt.<br />

Ihr erstes großes Projekt wurde<br />

gleich als „Jahrhundertprojekt für<br />

Oberösterreich“ bezeichnet und<br />

positiv bewertet. Freut Sie das Lob?<br />

Birgit Gerstorfer: Ja natürlich, denn es<br />

bestätigt meinen Weg. Gerade in einer<br />

sensiblen Materie wie der Sozialpolitik<br />

ist die Suche nach Konsens eine Herausforderung.<br />

Zwar reden alle Parteien<br />

davon, soziale Dienstleistungen, beispielsweise<br />

im Bereich der Betreuung<br />

von Menschen mit Beeinträchtigungen,<br />

ausbauen zu wollen, aber natürlich gibt<br />

es unterschiedliche Sichtweisen, auf welchen<br />

Wegen wir zu diesem Ziel gelangen<br />

können. Mein Projekt gibt einen solchen<br />

Weg vor. Bisher nehme ich den Willen aller<br />

wahr, diesen Weg gemeinsam mit mir<br />

zu gehen.<br />

Können Sie die Ziele des Projektes<br />

nochmals für uns zusammenfassen?<br />

Birgit Gerstorfer: Das SozialRessort<br />

wird zum Vorreiter in Sachen Transpa-<br />

16 | lebens<strong>WEGE</strong>


Sozialressort 2021+<br />

renz und Wirkungsorientierung. Ich will<br />

alle Zahlen auf den Tisch legen und dokumentieren,<br />

welche Leistungen für die<br />

OberösterreicherInnen mit den eingesetzten<br />

Geldern erbracht werden.<br />

Diese Offenheit nimmt nicht zuletzt jenen<br />

den Wind aus den Segeln, die fortlaufend<br />

nach Einsparungen rufen, ohne die Folgen<br />

für die Menschen zu bedenken oder<br />

auch nur konkret benennen zu können.<br />

Insofern will ich einen Beitrag zur Versachlichung<br />

politischer Debatten leisten.<br />

Gleichzeitig suchen wir nach Möglichkeiten,<br />

noch effizienter und effektiver zu<br />

arbeiten, damit freiwerdende Mittel dort<br />

hinfließen können, wo das Geld dringend<br />

gebraucht wird. Gerade im Bereich der<br />

Versorgung, Förderung und Inklusion<br />

von Menschen mit Beeinträchtigungen<br />

gibt es derzeit mehr Bedarf als Angebote.<br />

Das will ich ändern.<br />

Wie sachlich laufen die<br />

Debatten bisher?<br />

Birgit Gerstorfer: Sehr konstruktiv und<br />

zielorientiert. Es geht darum, ein gemeinsames<br />

Verständnis für die Herausforderungen<br />

zu entwickeln. Bleiben wir beim<br />

Chancengleichheitsgesetz für Menschen<br />

mit Beeinträchtigungen. Wir wissen, dass<br />

mehr Mittel für den Abbau der Wartelisten<br />

– beispielsweise beim Wohnen für<br />

Menschen mit Beeinträchtigungen – notwendig<br />

sind.<br />

Die Frage ist also: Bekennen wir uns zur<br />

Chancengleichheit oder nicht? Wenn ja,<br />

dann muss das Land auch die notwendigen<br />

Mittel dafür zur Verfügung stellen.<br />

Schlussendlich müssen alle Parteien Farbe<br />

bekennen. Mein Ziel sind Verbesserungen<br />

und nicht Einsparungen auf dem<br />

Rücken der OberösterreicherInnen.<br />

Dr. Michael Slapnicka<br />

Leitung der Abteilung<br />

Soziales OÖ Landesdienst<br />

Bedarfsorientierte<br />

Angebotsentwicklung<br />

Das Sozialressort hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten das<br />

Leistungsspektrum für ältere Menschen und Menschen mit<br />

Beeinträchtigung massiv ausgebaut. Trotzdem kann der Bedarf<br />

bei manchen Leistungsangeboten nicht im ausreichenden Maß<br />

gedeckt werden.<br />

Es bedarf daher dringender Überlegungen<br />

für eine strategische Neuorientierung<br />

mit dem Ziel, einerseits die sich<br />

öffnende Schere zwischen steigendem<br />

Bedarf und sich nicht weiter entwickelbaren<br />

Leistungsangeboten schrittweise<br />

zu schließen, damit mit den vorhandenen<br />

Budgetmitteln künftig mehr<br />

Menschen mit relevanten Bedürfnissen<br />

Leistungen erhalten können. Andererseits<br />

ist es notwendig, das Leistungsangebot<br />

an die gesellschaftspolitischen<br />

Entwicklungen, die geänderten Bedürfnisse<br />

der Menschen und an die demografische<br />

Entwicklung anzupassen.<br />

Aus diesem Grunde wurde im Herbst<br />

2<strong>01</strong>6 das Projekt „Sozialressort 2021+“<br />

gestartet, mit dem Ziel der Evaluierung<br />

des Leistungsspektrums im Sozialressort<br />

mit Fokus auf eine bedarfsorientierte<br />

Angebotsentwicklung bis 2021<br />

und darüber hinaus.<br />

Unser Projektzugang orientiert sich am<br />

Wunsch der Bürgerinnen und Bürger,<br />

auch im Pflege- und Betreuungsfall<br />

möglichst lange zu Hause sein zu können.<br />

Wir verfolgen daher die Strategie,<br />

Pflege- und Betreuungsleistungen auszubauen,<br />

ohne die Anzahl der bestehenden<br />

stationären Plätze zu erweitern.<br />

Die Basisversorgung der Oberösterreicherinnen<br />

und Oberösterreicher ist<br />

durch die bestehenden Einrichtungen<br />

gewährleistet, zusätzlich soll verstärkt<br />

auf altersgerechtes Wohnen und alternative<br />

Wohnformen gesetzt werden.<br />

Kurzzeitpflegeleistungen sollen im<br />

Sinne einer Remobilisationsstrategie<br />

stärker zur temporären Inanspruchnahme<br />

genutzt werden. Ziel ist die gesundheitliche<br />

Stabilisierung und Wiedererlangung<br />

der Selbstständigkeit.<br />

Angesichts des Rückgangs der informellen<br />

Pflege kommt auch dem weiteren<br />

Ausbau der mobilen Versorgung<br />

eine besondere Bedeutung zu, allerdings<br />

soll der Fokus nicht nur auf eine<br />

quantitative Steigerung, sondern auch<br />

auf die Entwicklung neuer, vor allem<br />

flexiblerer Angebote gelegt werden.<br />

Im Rahmen des Projektes „Sozialressort<br />

2021+“ wollen wir darüber hinaus<br />

Maßnahmen setzen, damit Menschen<br />

mit Behinderung vermehrt auch ein<br />

selbstbestimmtes Leben und Wohnen<br />

– sei dies in Gemeinschaft oder auch<br />

alleine – ermöglicht werden kann.<br />

Ein weiteres grundlegendes Ziel dieses<br />

Projektes ist, Menschen mit Behinderung<br />

vermehrt eine Arbeit in integrativen<br />

Betrieben zu ermöglichen.<br />

Zusammenfassend erwarten wir uns<br />

mit diesem Projekt die richtigen Weichenstellungen,<br />

damit in Zukunft mit<br />

den vereinbarten Budgetmitteln das<br />

Angebot der Sozialabteilung bedarfsgerecht<br />

weiterentwickelt werden kann.<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 17


Berufsausbildung<br />

beruFe<br />

mIt zukunft<br />

Die Arbeit in einem Sozial- und Gesundheitsberuf<br />

ist nicht irgendein Job. Es ist ein Beruf, der jeden<br />

Augenblick Sinn macht, denn es geht um das<br />

Erkennen, Verstehen und Eingehen auf die älteren<br />

oder hilfsbedürftigen Menschen, die man betreut.<br />

Wer sein Leben nicht nur mit neuem Sinn erfüllen,<br />

sondern durch den täglichen Umgang mit reifen<br />

Persönlichkeiten bereichern möchte, muss kein<br />

Mathematik- oder Sprachengenie sein.<br />

Denn „SinnstifterInnen“ zeichnen sich vor allem<br />

durch Verlässlichkeit, Einfühlungsvermögen und<br />

Vertrauenswürdigkeit aus. Soziales Engagement<br />

ist für sie selbstverständlich.<br />

ausbilDungsstätten<br />

in Der region:<br />

Ausbildungszentrum für Gesundheitsund<br />

Pflegeberufe<br />

Grieskirchnerstr. 42, 4600 Wels/www.klinikum-wegr.at<br />

Berufsförderungsinstitut oÖ wels<br />

Roseggerstraße 14, 4600 Wels/www.bfi-ooe.at<br />

Schule für Sozialbetreuungsberufe<br />

Dr. Schauerstraße 5, 4600 Wels<br />

www.zukunftsberufe.diakoniewerk.at<br />

Altenbetreuungsschule des Landes oÖ Gaspoltshofen<br />

Klosterstraße 12, 4673 Gaspoltshofen<br />

www.altenbetreuungsschule.at<br />

Altenbetreuungsschule des Landes oÖ Andorf<br />

Winertshamer Weg 1, 4770 Andorf<br />

www.altenbetreuungsschule.at<br />

Vinzentinum - Krankenhaus der<br />

Barmherzigen Schwestern Ried<br />

Schlossberg 1, 4910 Ried im Innkreis<br />

www.vinzentinum-ried.at<br />

18 | lebens<strong>WEGE</strong>


Unter dem Titel „Sinnstifter gesucht“<br />

werden Personen gesucht, die einen Beruf<br />

wählen, in dem sie etwas bewegen<br />

können. Eine Tätigkeit in diesem Bereich<br />

ist geprägt von Vielfalt, Abwechslung<br />

und nicht zuletzt von Verantwortung.<br />

Hinter Berufen in der Altenarbeit stecken<br />

ein hoher Grad an Fachwissen und eine<br />

fundierte Ausbildung Die Attraktivität<br />

dieser Berufe liegt in der Vereinbarkeit<br />

von Beruf und Familie, in der Arbeitsplatzsicherheit<br />

mit einem Arbeitsplatz<br />

vor Ort, was gerade in einem frauendominierten<br />

Beruf sehr von Vorteil ist. In<br />

der Region Wels/Eferding/Grieskirchen<br />

gibt es 23 Alten- und Pflegeheime, Mobile<br />

Dienste, Krankenhäuser sowie weitere<br />

Sozialeinrichtungen, die Praktikumsstellen<br />

anbieten und als zukünftiger Arbeitgeber<br />

infrage kommen.<br />

Diplomierte Gesundheits- und<br />

KrankenpflegerInnen (DGKP)<br />

Fachübergreifend, eigenverantwortlich<br />

und mitverantwortlich arbeitet dieser<br />

Beruf eng mit anderen Berufsgruppen<br />

zusammen, um die Gesundheit und das<br />

Wohl der PatientenInnen zu fördern.<br />

Als DGKP erwirbt man grundlegende<br />

Kenntnisse über die Gesundheits- und<br />

Krankenpflege und über ausgewählte<br />

Bereiche der Medizin. Damit ist die Pflegefachkraft<br />

in der Lage, die Pflege von<br />

Menschen aller Altersstufen zu planen,<br />

zu evaluieren und in Zusammenarbeit mit<br />

ÄrztenInnen und anderen Berufsgruppen<br />

durchzuführen.<br />

Fach-SozialbetreuerIn<br />

Altenarbeit (FSB „A“)<br />

Das ist ein Beruf für und mit Menschen.<br />

In der Ausbildung steht daher die Förderung<br />

der fachlichen und persönlichen<br />

Kompetenz im Mittelpunkt. Das Berufsbild<br />

FSB „A“ ist auf die Anliegen<br />

von betreuungs- und pflegebedürftigen<br />

alten Menschen abgestimmt und beinhaltet<br />

einen pflegerischen und sozialbetreuerischen<br />

Teil. Bei dem pflegerischen<br />

Teil geht es beispielsweise um die Körperpflege<br />

oder um die Mobilisation, im<br />

sozialbetreuerischen Teil wird das eigenständige<br />

und selbstbestimmte Leben<br />

gefördert. Wesentliche Tätigkeiten sind<br />

Aktivierungsmaßnahmen zur Förderung<br />

der Selbstständigkeit und der kompetente<br />

Umgang mit Menschen mit Demenz.<br />

HeimhelferIn<br />

Dies ist ein wichtiges Bindeglied zwischen<br />

BewohnerInnen und KlientInnen,<br />

dessen/deren sozialem Umfeld und allen<br />

anderen Bezugspersonen. Der/die HeimhelferIn<br />

unterstützt betreuungsbedürftige<br />

Menschen (das sind Personen aller Altersstufen,<br />

die durch Alter, gesundheitliche<br />

Beeinträchtigung oder schwierige<br />

soziale Umstände nicht in der Lage sind,<br />

sich selbst zu versorgen) bei der Haushaltsführung<br />

und den Aktivitäten des täglichen<br />

Lebens im Sinne der Unterstützung<br />

von Eigenaktivitäten und der Hilfe<br />

zur Selbsthilfe. Diese Tätigkeit schließt<br />

die Unterstützung bei der Basisversorgung<br />

unter Anleitung und Aufsicht von<br />

Angehörigen der Gesundheitsberufe mit<br />

ein. Mit dieser Ausbildung lernt man, alte<br />

Menschen in Alten- und Pflegeheimen,<br />

aber auch in ihrem gewohnten Umfeld zu<br />

Hause zu unterstützen, was für die Würde<br />

der Menschen sehr wichtig ist.<br />

Wenn Sie Interesse an einer Ausbildung<br />

haben, nehmen Sie Kontakt mit<br />

einem Alten- und Pflegeheime oder<br />

mit einem der Mobilen Dienste in<br />

Ihrer Umgebung auf und vereinbaren<br />

Sie einen Schnuppertag. Es gibt in der<br />

Region Wels/Grieskirchen/Schärding<br />

fünf Ausbildungsstätten für Sozialund<br />

Gesundheitsberufe. Unter www.<br />

sinnstifter.at findet man dazu weitere<br />

Informationen.<br />

SoNe Soziales Netzwerk<br />

Eduard-Bach-Straße 5, 4540 Bad Hall<br />

07258 29300, E-Mail: office@sone.co.at<br />

www.sone.co.at<br />

Ausbildungsbeginn FSB „A“<br />

BFI Ried – Herbst 2<strong>01</strong>7<br />

Beratungstermine jeden Dienstag<br />

von 9:00-12:00 Uhr<br />

im BFI Ried - Akademiehaus<br />

SOB Wels am 13.9.2<strong>01</strong>7<br />

Altenbetreuungsschule<br />

Gaspoltshofen am 25.9.2<strong>01</strong>7<br />

Infotermin: 11.5.17 um 18:00 Uhr<br />

Altenbetreuungsschule Andorf<br />

am 6.11.2<strong>01</strong>7<br />

Infotermin: 8.6.17 um 18:00 Uhr<br />

Ausbildungsbeginn DGKP<br />

Ausbildungszentrum am<br />

Klinikum Wels Grieskirchen<br />

am 1.10.2<strong>01</strong>7<br />

Schule für allgemeine Gesundheitsund<br />

Krankenpflege Schärding<br />

am 2.11.2<strong>01</strong>7<br />

Ausbildungszentrum<br />

Wels<br />

Berufsausbildung<br />

Berufe in den Bereichen<br />

Gesundheit und Soziales sind<br />

sehr zukunftsorientiert. Dazu<br />

ist es notwendig, eine gute und<br />

qualifizierte Ausbildung anzubieten.<br />

Das Ausbildungszentrum<br />

für Gesundheit und Pflege hat<br />

langjährige Erfahrung, Fachkompetenz<br />

und kann auf eine<br />

professionelle Weiterentwicklung<br />

zurückblicken.<br />

Ein engagiertes Team von Pflegelehrpersonen,<br />

Ärzten und Vortragenden ist<br />

darum bemüht, den Auszubildenden<br />

eine Ausbildung auf hohem Niveau zu<br />

ermöglichen. Derzeit bietet das Ausbildungszentrum<br />

die Module „Gehobener<br />

Dienst für Gesundheits- und<br />

Krankenpflege“ und „2in1-Modell<br />

Pflege“ an, ab Oktober auch die Aufschulung<br />

zur „Pflegefachassistenz“ für<br />

ausgebildete Pflegehelfer bzw. Pflegeassistenten.<br />

Die enge Zusammenarbeit<br />

mit Praktikumsstellen im Klinikum<br />

Wels-Grieskirchen sowie mit<br />

Alten- und Pflegeheimen und anderen<br />

Einrichtungen im Gesundheitswesen<br />

ermöglicht den Auszubildenden, sich<br />

fundiertes Wissen anzueignen.<br />

Ausbildungszentrum<br />

für Gesundheit und Pflege<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

Telefon 07242 41592128<br />

ausbildungszentrum@klinikum-wegr.at<br />

www.klinikum-wegr.at<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 19


Soziales Wels 2030<br />

Wenn die siebtgrößte Stadt<br />

Österreichs eines ihrer wichtigsten<br />

Politikfelder durch externe<br />

ExpertInnen analysieren lässt,<br />

kann das als Zeichen von Weitblick<br />

gewertet werden. Die FH Oberösterreich<br />

in Linz erarbeitete für Wels<br />

eine umfassende Studie zur Zukunft<br />

des Sozialwesens.<br />

„Unsere Analysen machten rasch deutlich,<br />

dass die Stadt Wels im Sozialbereich<br />

sehr zeitgemäße Ansätze verfolgt“, streut<br />

FH-Prof. Dr. Brigitta Nöbauer vom Department<br />

für Gesundheits-, Sozial- und<br />

Public Management der FH Oberösterreich<br />

in Linz den Welser Verantwortlichen<br />

Rosen. Sie hat im Zeitraum von rund eineinhalb<br />

Jahren jenes Forschungsprojekt<br />

geleitet, mit dem die FH Oberösterreich<br />

die Stadt Wels bei der langfristigen Sozialplanung<br />

unterstützt. Das GSP-Department<br />

der Linzer FH-Fakultät ist eines der<br />

wenigen Kompetenzzentren in Österreich,<br />

die sich intensiv mit dem Thema Sozialplanung<br />

wissenschaftlich beschäftigen.<br />

„Wir werden diesen Bereich noch weiter<br />

ausbauen“, sagt Nöbauer und weist darauf<br />

hin, dass manche andere europäische<br />

Länder sich schon wesentlich intensiver<br />

mit Sozialplanung auseinandersetzen.<br />

Ausgangspunkt Zielgruppen<br />

Die Wissenschaftler stellten eine Analyse<br />

der wichtigsten Zielgruppen und ihrer<br />

Bedürfnisse an den Anfang. „Dieses<br />

Vorgehen eröffnete uns die Chance, neue<br />

Lösungen vorzuschlagen oder die Weiterentwicklung<br />

bestehender Angebote durch<br />

neue Ideen anzuregen“, erläutert die Projektleiterin,<br />

die ExpertInnen aus der Stadt<br />

Wels und von außen, potenzielle NutzerInnen<br />

sowie „Best Practice“-Beispiele<br />

aus dem In- und Ausland in ihre Arbeit<br />

einbezog. Die wissenschaftliche Arbeit<br />

galt vor allem den Zielgruppen:<br />

• Kinder und Jugendliche<br />

• Alte Menschen<br />

• Menschen mit Beeinträchtigungen<br />

• Armutsgefährdete oder bereits<br />

von Armut betroffene Personen<br />

Als wichtigste Datengrundlagen wurden<br />

die Sozialstruktur der Bevölkerung, die<br />

Soziale Infrastruktur, die Struktur der<br />

NutzerInnen sozialer Leistungen, aktuelle<br />

Trends und Entwicklungen sowie<br />

das Sozialbudget herangezogen – jeweils<br />

bezüglich des Ist-Standes sowie<br />

der prognostizierten Entwicklung. Neben<br />

Perspektiven für die inhaltliche Weiterentwicklung<br />

des Sozialbereichs wurden<br />

auch Perspektiven für die Sozialplanung<br />

in Wels selbst erarbeitet. Die Verankerung<br />

der Partizipation durch Bürgerinnen<br />

und Bürger, sozialräumliche und abteilungsübergreifende<br />

Planungsprozesse<br />

sollen beibehalten und weiter ausgebaut<br />

werden.<br />

20 | lebens<strong>WEGE</strong>


Soziales Wels 2030<br />

Ergebnisse: Künftige strategische soziale<br />

Entwicklungsplanung<br />

Die Ergebnisse der Analyse durch die FH Oberösterreich<br />

liegen nun seit Anfang des Jahres 2<strong>01</strong>7 vor.<br />

Sie integrieren die Empfehlungen zu den einzelnen<br />

Handlungsfeldern in eine „Strategische<br />

soziale Entwicklungsplanung“. Dabei gilt<br />

vor allem das Motto ‚Vorhandene Stärken<br />

stärken‘.<br />

Quartierskonzepte<br />

weiterentwickeln<br />

Quartierskonzepte setzen an der<br />

Lebenswelt der Menschen vor<br />

Ort an. So existiert in Wels seit<br />

2<strong>01</strong>4 das „Quartier Gartenstadt“,<br />

das in den letzten Jahren<br />

zahlreiche Aktivitäten in<br />

der Otto-Löwi-Siedlung initiierte.<br />

Gemeinwesenarbeit im<br />

unmittelbaren Wohn- und<br />

Lebensumfeld gilt nach aktuellen<br />

Trends als Erfolgsfaktor.<br />

Bestehende Aktivitäten<br />

von Bürgern, Vereinen<br />

und der Wirtschaft sind die<br />

wichtigsten Ressourcen für<br />

Quartiersarbeit. Wenn Quartiere<br />

weiter verankert und weiter ausgebaut<br />

werden sollen, wäre mit<br />

Perspektive 2030 an folgenden<br />

Themen zu arbeiten: einheitliches<br />

Quartiersverständnis, vereinbarte<br />

Schwerpunkte für die einzelnen<br />

Quartiere, eine ressortübergreifende<br />

Steuerung in Form eines Beirates und eine<br />

entsprechende Finanzierung.<br />

Partnern, um gemeinsam das Zusammenleben in den Stadtteilen<br />

zu gestalten.<br />

Neue Technologien nutzen<br />

Auch im Sozialwesen warten neue Technologien auf eine noch<br />

stärkere Nutzung. Sie können intern die Dienstleistungserbringung<br />

unterstützen, aber auch den Zielgruppen das breite Angebot<br />

in zeitgemäßer Form, beispielsweise in Form einer Jugend-App<br />

oder einer Plattform für Senioren, näherbringen. Der<br />

Einsatz assistierender Technologien für ältere Menschen kann<br />

ein längeres Verbleiben in den eigenen vier Wänden ermöglichen.<br />

Forschungsteam – Forschung und Lehre<br />

Auf ProfessorInnenebene fand Projektleiterin FH-Prof. Dr.<br />

Brigitta Nöbauer Unterstützung in FH-Prof. Dr. Renate Kränzl-<br />

Nagl und FH-Prof. Dr. Anton Konrad Riedl. Dazu arbeiteten<br />

zwei wissenschaftliche MitarbeiterInnen in Teilzeit für dieses<br />

Projekt. Insgesamt wurden rund 2200 Stunden an wissenschaftlicher<br />

Arbeit erbracht.<br />

Zusätzlich wurden Studierende der Linzer Fakultät der FH Oberösterreich<br />

im Rahmen wissenschaftlicher Abschluss- und Projektarbeiten<br />

in Teilaspekte eingebunden, was auch der Qualität<br />

des Studiums dienlich war.<br />

Strategien für die Stadt Wels<br />

Die FH Oberösterreich hat mit diesem Projekt den Welser Verantwortlichen<br />

in Politik und Verwaltung eine Entscheidungsgrundlage<br />

für strategische Weichenstellungen in die Hand gegeben.<br />

An welchen Leitideen und Zielen will die Stadt Wels<br />

ihre sozialen Agenden mit der Perspektive auf das Jahr 2030<br />

ausrichten? Welche Schwerpunkte werden gesetzt, welche Prioritäten<br />

formuliert? Auf dieser Basis können dann auch Entscheidungen<br />

über die weitere Entwicklung konkreter sozialer Dienste<br />

und Einrichtungen reflektiert und verantwortungsbewusst<br />

getroffen werden.<br />

Freiwilliges Engagement<br />

Vorweg: Mit dem „Freiwilligenzentrum“ verfügt Wels<br />

über eine gute Grundlage, die es weiter- zuentwickeln<br />

gilt. Für eine ausgeweitete Freiwilligenarbeit spricht, dass<br />

neue Leistungen abseits gesetzlicher Kernaufgaben nachgefragt<br />

werden. Außerdem wächst die Altersgruppe der „jüngeren Senioren“,<br />

also einer der zentralen potenziellen Anbietergruppen<br />

von freiwilligen Leistungen. Vor allem in den Bereichen Alter,<br />

Menschen mit Beeinträchtigungen sowie Kinder und Jugendliche<br />

gibt es viele Tätigkeiten, die sinnvoll von Freiwilligen erbracht<br />

werden können.<br />

Netzwerke forcieren<br />

Mit Perspektive 2030 sollten etablierte und neu hinzugekommene<br />

Angebote im Sozialraum weiter vernetzt werden. Beispiele<br />

wären im Seniorenbereich die Vernetzung der Generationentreffs<br />

mit Sport-, Bildungs- und Kultureinrichtungen in<br />

Wels, ein Abgehen von Sonder-Wohnformen für ältere und<br />

beeinträchtigte Menschen – aufgrund des Inklusionsgedankens,<br />

aber auch aufgrund der Kosten. Oder der Ausbau gemeinsamer<br />

Aktivitäten mit den Wohnbaugenossenschaften und anderen<br />

Dr. Andreas Rabl<br />

Bürgermeister der Stadt Wels<br />

„Die Ergebnisse des Forschungsprojektes ‚Soziales Wels<br />

2030‘ zeichnen ein sehr detailliertes Bild der Ist-Situation<br />

und geben gleichzeitig wichtige Handlungsempfehlungen<br />

für die Zukunft ab.“<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 21


Altenbetreuung<br />

„Der<br />

sanfte<br />

heImentzug<br />

“<br />

22 | lebens<strong>WEGE</strong>


Altenbetreuung<br />

Alte Menschen sind oft Jahrzehnte<br />

in der gleichen Wohnung,<br />

im gleichen Haus, oftmals sind sie<br />

dort schon geboren, haben dort<br />

wiederum ihre Kinder geboren und<br />

großgezogen – es ist ihr ZUHAUSE.<br />

Umso verständlicher ist die Gratwanderung,<br />

von zu Hause ins Heim<br />

zu ziehen.<br />

Aufgrund von Krankheit, Gebrechlichkeit<br />

und damit einhergehender Pflegebedürftigkeit<br />

ist es aber eines Tages soweit,<br />

das vertraute Zuhause verlassen zu müssen,<br />

manchmal weil die Pflege von Angehörigen<br />

nicht mehr geleistet werden kann<br />

oder weil alte, pflegebedürftige Menschen<br />

völlig alleine sind. Die Übersiedelung<br />

in ein Alten- und Pflegeheim stellt<br />

für ältere Menschen eine große Zäsur dar.<br />

Es gibt viele Veränderungen in der Umwelt<br />

und dem Alltag: Betagte Menschen<br />

müssen ihr vertrautes Zuhause aufgeben<br />

und sich einem neuen, teils fremdbestimmten<br />

Tagesablauf im Heim anpassen.<br />

„Zeige mir, wie du wohnst, und<br />

ich sage dir, wer du bist!“<br />

Maria Gabriele Kerschhuber, MBA,<br />

Sozialkoordinatorin und<br />

Gertrude Höftberger Koordinatorin<br />

für Betreuung und Pflege vom<br />

SHV Grieskirchen haben einige<br />

hilfreiche Tipps:<br />

Wann sollte man sich mit dem<br />

Gedanken auseinandersetzen,<br />

in eine Betreuungseinrichtung<br />

zu ziehen?<br />

Huber: Je früher, desto stressfreier.<br />

Am besten zu einem Zeitpunkt, an<br />

dem das Thema Betreuung noch gar<br />

keines ist. Meistens ist es aber so, dass<br />

sich der Gesundheitszustand eines<br />

Menschen so verschlechtert, dass rascher<br />

Handlungsbedarf gegeben ist.<br />

Was ist, wenn der Betroffene<br />

keine Veranlassung sieht, das<br />

Umfeld aber schon?<br />

Höftberger: Diese Entscheidung<br />

kann nur gemeinsam getroffen werden.<br />

Alle Beteiligten sollten sich an<br />

einen Tisch setzen und reden. Es ist<br />

für ältere Menschen oft schwer einzusehen,<br />

dass sie einen Bedarf an Pflege<br />

und Betreuung haben. Sie haben den<br />

Eindruck, dass alles funktioniert. Sie<br />

übersehen dabei, dass vieles längst<br />

von Angehörigen, Nachbarn oder von<br />

sozialen Diensten übernommen wird.<br />

Was kann also getan werden,<br />

um einem betagten Menschen<br />

diesen Schritt zu erleichtern,<br />

ihm den Übergang von seinem<br />

Zuhause ins Heim möglichst<br />

sanft zu gestalten?<br />

Huber: Wichtig ist, dass sich betagte<br />

Menschen rechtzeitig an professio-<br />

„Ich will euch keine Arbeit machen.<br />

Ihr wisst ja, ich bin unkompliziert!“<br />

nelle Hilfe gewöhnen – Mobile Altenpflege,<br />

Tageszentren, Betreubares<br />

Wohnen und ein „offener Mittagstisch“<br />

in Heimen bieten sich sehr gut<br />

dazu an, um Ängste vor Fremden abzubauen<br />

und Hilfe von außen, zusätzlich<br />

zur familiären Fürsorge, zu akzeptieren.<br />

Die Inanspruchnahme einer Kurzzeitpflege<br />

für einige Tage bis zu drei Monaten<br />

bietet sich an, die Scheu vor dem<br />

Heim abzubauen. Betagte Menschen<br />

erleben den Heimalltag im Wissen,<br />

dass sie wieder nach Hause zurückkehren.<br />

Die beste Variante ist, im künftigen<br />

Wunschheim zu „schnuppern“.<br />

Oft sogar gehen Kurzzeitgäste schweren<br />

Herzens wieder nach Hause, da sie<br />

die Vorzüge des Heimes und die sozialen<br />

Kontakte zu Mitbewohnern und<br />

Personal schätzen gelernt haben.<br />

Eine integrierte Tagesbetreuung in<br />

den Alten- und Pflegeheimen, wiederum<br />

im bevorzugten Wunschheim,<br />

hilft, Ängste und Zweifel abzubauen.<br />

Kontakte zu Heimbewohnern werden<br />

oft durch gemeinsame Aktivitäten<br />

geknüpft. Ein Tagesgast fasste es so<br />

zusammen: „Ich möchte hier auch ein<br />

Zimmer haben und bei euch bleiben!“<br />

Dies alles sind Maßnahmen, die lange<br />

vor einem Heimeintritt gesetzt werden<br />

können und sollen, um einen betagten<br />

Menschen „sanft“ auf die mögliche Situation<br />

einer Betreuung und Pflege im<br />

Heim vorzubereiten.<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 23


Altenbetreuung<br />

Haben Menschen, die lange allein<br />

gelebt haben, größere Probleme mit<br />

dem Einzug ins Heim?<br />

Huber: Einige haben durchaus das Bedürfnis,<br />

in eine Einrichtung zu ziehen,<br />

um wieder mehr unter Leute zu kommen.<br />

Waren sie allerdings schon sehr lange<br />

allein, kann es schwierig werden, sie zu<br />

motivieren. Die Vorstellung, plötzlich in<br />

einem Speisesaal voller Menschen Mittag<br />

zu essen, kann großen Stress verursachen.<br />

Belastend kann außerdem sein, dass<br />

man als Bewohner einer betreuten Einrichtung<br />

sehr viel mit Themen konfrontiert<br />

wird, vor denen man vielleicht Angst<br />

hat. Man ist, umgeben von vielen alten<br />

Menschen, sieht wie manche krank und<br />

kränker werden, irgendwann sterben.<br />

Angehörige übersehen diesen Punkt oft.<br />

Was kann getan werden, wenn die<br />

Pflegebedürftigkeit eintritt, wenn die<br />

formalen Dinge erledigt, der Heimund<br />

Sozialhilfeantrag bereits gestellt<br />

und das Zimmer zugesagt ist?<br />

Höftberger: Manche Einrichtungen laden<br />

zwecks Kennenlernen von Bewohner<br />

und Angehörigen zum „Angehörigencafè“,<br />

wo Vorlieben, Besonderheiten in<br />

der Biografie, Erwartungen, Hoffnungen<br />

und Ängste angesprochen werden können.<br />

Welche Form des Kennenlernens,<br />

auch gewählt wird: Den Mitarbeitern und<br />

Mitarbeiterinnen der Alten- und Pflegeheime<br />

ist es ein Anliegen, den betagten<br />

und pflegebedürftigen Menschen in dieser<br />

besonderen Lebenslage zur Seite zu<br />

stehen und dort Unterstützung anzubieten,<br />

wo der Heimbewohner sie braucht.<br />

Gib es typische Fehler,<br />

die Angehörigen passieren?<br />

Höftberger: Zu viel Druck auszuüben,<br />

ist sehr ungünstig. Es geht um eine einschneidende<br />

Veränderung. Man muss damit<br />

leben können, dass ältere Menschen<br />

oft mehrere Anläufe brauchen, bis sie<br />

sich zu einem Heimeinzug entschließen.<br />

Mit welchen Wartezeiten ist<br />

zu rechnen?<br />

Huber: In der stationären Pflege in einem<br />

Pflegeheimen hängen die Wartezeiten<br />

von der Dringlichkeit, dem Zeitpunkt der<br />

Anmeldung sowie von speziellen Wünschen<br />

ab.<br />

UNTERSTÜTZUNG FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE<br />

„TAGESBETREUUNG IM BSH LEUMÜHLE“<br />

Im Bezirksseniorenheim Leumühle wird von Montag<br />

bis Sonntag von 07:30 bis 17:30 Uhr in den<br />

Wohnbereichen eine integrierte Tagesbetreuung<br />

angeboten. „Alle Interessierten haben ab sofort<br />

die Möglichkeit, in Form von Ganz- bzw. Halbtagesbetreuungen<br />

(inkl. Verpflegung) alle Vorzüge einer<br />

qualifizierten Pflege in Anspruch zu nehmen und<br />

parallel dazu das Leben des Bezirksseniorenheimes<br />

Leumühle getreu unserem Leitbild ‚Beziehung<br />

schafft Vertrauen’ kennenzulernen“, versichert<br />

Nina Spale, B.A., Heimleitung.<br />

Bei der integrierten Tagesbetreuung<br />

wird der zu betreuende<br />

Gast aktiv in das Alltagsgeschehen<br />

des Seniorenheimes<br />

eingebunden. Dabei wird auf<br />

die individuelle Lebenssituation<br />

und die Biografie des<br />

Gastes eingegangen und die<br />

Erhaltung bzw. Wiedergewinnung<br />

einer möglichst selbstständigen<br />

Lebensführung gefördert.<br />

Dieser Grundstein soll<br />

den pflegenden Angehörigen<br />

das Vertrauen und das Behagen<br />

vermitteln, den zu Betreuenden<br />

in der integrierten<br />

Tagesbetreuung des Bezirksseniorenheimes<br />

Leumühle gut<br />

versorgt zu wissen. Die Betreuung<br />

wirkt unterstützend<br />

und entlastend.<br />

Die Kosten für eine Ganztagesbetreuung<br />

belaufen sich auf<br />

€ 52,-, für eine Halbtagesbetreuung<br />

auf € 26,- (inkl. Verpflegung).<br />

Um als Tagesgast aufgenommen<br />

zu werden, bedarf es einer<br />

persönlichen Vorbesprechung<br />

(Anamneseerhebung, Kostenerklärung,<br />

Hausführung) mit<br />

dem zu Betreuenden und seinen<br />

Angehörigen.<br />

„Die pflegenden<br />

Angehörigen haben<br />

somit die Möglichkeit,<br />

dem eigenen Beruf<br />

nachzugehen oder einzelne<br />

pflegefreie Tage zu<br />

gewinnen, die für die<br />

Regeneration und das<br />

Aufrechterhalten des<br />

eigenen Lebens sehr<br />

wichtig sind.“<br />

Terminvereinbarung:<br />

Bezirksseniorenheim<br />

Leumühle<br />

Leumühle 1, 4070 Eferding<br />

Nina Spale, B.A.<br />

Tel.: 07272 236715<br />

E-Mail: nina.spale@shvef.at<br />

24 | lebens<strong>WEGE</strong>


Altenbetreuung<br />

A MENSCH<br />

MECHT<br />

I BLEIM!<br />

Im Bezirksalten- und Pflegeheim Lambach<br />

wird seit Anfang 2<strong>01</strong>5 die Mäeutik gelebt.<br />

Nur was genau bedeutet das? DGKP Sabine Waser<br />

ist die Leitung des Betreuungs- und Pflegedienstes<br />

in Lambach und gibt uns einen Einblick in die<br />

Philosophie des Heims.<br />

Mäeutik bedeutet „Hebammenkunst“.<br />

Sie bezeichnet die Art und Weise, wie<br />

jemandem durch einfühlsames, gezieltes<br />

Fragen und/oder Handeln zu einer Einsicht<br />

verholfen wird, ohne ihm eine vorgefertigte<br />

Antwort aufzuerlegen.<br />

Aus diesem Ansatz heraus ergibt sich<br />

auch die Freiheit im Handeln sowie die<br />

Notwendigkeit, sich auf das Gegenüber<br />

einzulassen und hineinzufühlen. Um ein<br />

besseres Einfühlen zu ermöglichen, ist<br />

es äußerst wichtig, die Vorgeschichte des<br />

Menschen zu kennen, was einen persönlichen,<br />

fließenden Austausch mit den Angehörigen<br />

erfordert.<br />

Bei uns werden die Angehörigen eingebunden<br />

und eingeladen, sich am<br />

Heimleben zu beteiligen, da sie ein sehr<br />

wichtiger Teil des Bewohners sind. Aus<br />

diesem Grund bitten wir auch um Mithilfe<br />

beim Erstellen einer Lebensgeschichte.<br />

So können manche Verhaltensweisen,<br />

Ängste oder Aussagen eines Menschen<br />

gedeutet und verstanden werden, damit<br />

in angemessener Art und Weise darauf<br />

reagiert werden kann. Um einen guten Informationsfluss<br />

und Austausch zwischen<br />

Angehörigen und Pflegepersonal zu gewährleisten,<br />

gibt es in der Mäeutik den<br />

sogenannten Bezugsbetreuenden.<br />

Ein Bezugsbetreuender ist im Besonderen<br />

für zwei bis drei Bewohner seines Bereiches<br />

da. Er dient als Sprachrohr bzw.<br />

Anlaufstelle in allen Belangen dieser Bewohner<br />

und deren Angehörigen.<br />

Dieser Bezugsbetreuende stellt sich mit<br />

Namen sowie Funktion beim Bewohner<br />

und dessen Angehörigen vor. Es wird<br />

auch immer weitestgehend auf zwischenmenschliche<br />

Sympathien geachtet und<br />

Rücksicht genommen. Er kann im Falle<br />

von Fragen eines Angehörigen oder auch<br />

einfach nur für eine nette Unterhaltung<br />

kontaktiert werden. Sollte dieser Mitarbeiter<br />

gerade nicht im Haus sein, stehen<br />

andere Mitarbeiter des Pflegepersonals<br />

zur Verfügung. Im Rahmen dieser mäeutischen<br />

Pflege wird auch pro Bewohner<br />

ein- bis zweimal im Jahr eine Bewohnerbesprechung<br />

abgehalten. Hierzu werden<br />

alle, die an der Pflege und dem Alltag des<br />

Bewohners beteiligt sind, eingeladen, um<br />

aus allen Blickwinkeln ein möglichst detailliertes<br />

Bild zu erstellen. Auch die Angehörigen<br />

sind ein wichtiger Teil dieses<br />

Gefüges. Daher werden auch sie ersucht,<br />

daran teilzunehmen.<br />

Es ist uns sehr wichtig, dass Angehörige<br />

das Gefühl haben, weiterhin ein Teil des<br />

Lebens ihres pflegebedürftigen Verwandten<br />

zu sein. Um eine mäeutische und<br />

somit gefühlte und erlebensorientierte<br />

Pflege praktizieren zu können, ist es unerlässlich,<br />

dass sich alle Beteiligten eingeschlossen<br />

fühlen.<br />

Funktioniert die Pflege Hand in Hand,<br />

kann der pflegebedürftige Mensch von<br />

allen Seiten gestützt und aufgefangen<br />

werden, aber auch wieder guten Mutes<br />

einige Schritte selbstständig tun, in dem<br />

sicheren, verstandenen Wissen, rundherum<br />

geborgen zu sein.<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 25


Altenbetreuung<br />

Weil Weil<br />

es um<br />

es um<br />

Menschen Menschen<br />

geht!<br />

geht!<br />

Das Das OÖ OÖ Hilfswerk ist ist ein ein Anbieter von sozialen Dienstleistungen rund um um<br />

Das OÖ Hilfswerk ist ein Anbieter von sozialen Dienstleistungen rund um<br />

Kinder, Kinder, Jugend und und Familie, ältere Menschen, Haushalt, Gesundheit und<br />

Kinder, Jugend und Familie, ältere Menschen, Haushalt, Gesundheit und<br />

Pflege. Pflege.<br />

Pflege.<br />

Hilfe, Hilfe, Unterstützung Unterstützung und und Beratung: Beratung: im im Haushalt, mobile Betreuung und und Hilfe Hilfe<br />

Hilfe, Unterstützung und Beratung: im Haushalt, Betreuung Hilfe<br />

für<br />

für<br />

ältere<br />

ältere<br />

Menschen,<br />

Menschen,<br />

mobiler<br />

mobiler<br />

Mittagstisch,<br />

Mittagstisch,<br />

mobile<br />

mobile Therapie,<br />

Therapie,<br />

24-Stunden-<br />

24-Stundenfür<br />

ältere Menschen, mobiler Mittagstisch, mobile Therapie, 24-Stunden-<br />

Betreuung,<br />

Betreuung,<br />

Notruftelefon,<br />

Notruftelefon,<br />

mobile<br />

mobile<br />

Frühförderung,<br />

Frühförderung,<br />

Krabbelstube,<br />

Krabbelstube, Kindergarten,<br />

Kindergarten,<br />

Betreuung, Hort, Schülernachmittagsbetreuung Notruftelefon, mobile Frühförderung, für Kinder, Krabbelstube, Institut Legasthenie, Kindergarten, Lern-<br />

Hort, Schülernachmittagsbetreuung für Kinder, Institut Legasthenie, Lern-<br />

Hort, Schülernachmittagsbetreuung begleitung, Arbeitsbegleitung für für Jugendliche. Kinder, Institut Möglichkeiten Legasthenie, ehrenamtlicher<br />

Lernbegleitung,<br />

Arbeitsbegleitung für Jugendliche. Möglichkeiten ehrenamtlicher<br />

begleitung, Mitarbeit. Arbeitsbegleitung für Jugendliche. Möglichkeiten ehrenamtlicher<br />

Mitarbeit.<br />

Mitarbeit.<br />

Service und Info zu unseren Diensten erhalten Sie unter:<br />

Service und Info zu unseren Diensten erhalten Sie unter:<br />

Service Telefon und Info 0732/775111-0 zu unseren Diensten erhalten Sie unter:<br />

Telefon 0732/775111-0<br />

Telefon www.hilfswerk.at<br />

0732/775111-0<br />

www.hilfswerk.at<br />

www.hilfswerk.at<br />

QUALITÄT VON MENSCH ZU MENSCH.<br />

QUALITÄT VON MENSCH ZU MENSCH.<br />

QUALITÄT VON MENSCH ZU MENSCH.<br />

„DaheiM“<br />

Mit großem Pioniergeist haben Mag. Ulrike Pjeta und Ihr<br />

Mann Dr. Otto Pjeta vor 27 Jahren den Sozialmedizinischen<br />

Betreuungsring „DAHEIM“ für die Gemeinden Bad Wimsbach-<br />

Neydharting, Eberstalzell, Fischlham, Sattledt und Steinerkirchen<br />

an der Traun aufgebaut.<br />

Mehr als 3000 Menschen haben<br />

in den vergangenen Jahren die angebotenen<br />

Dienste des professionellen<br />

Pflegeteams in Anspruch<br />

genommen. Ziel ist die Bewahrung<br />

hoher Lebensqualität und sozialer<br />

Kontakte pflegebedürftiger<br />

Mitbürgerinnen und Mitbürger<br />

im eigenen Zuhause. Ihnen allen<br />

wurde ein längeres Verbleiben im<br />

eigenen Zuhause und im Kreise<br />

ihrer Familien ermöglicht. Auch<br />

mit kurzfristiger Betreuung nach<br />

unvorhergesehenen Ereignissen<br />

konnte geholfen werden. Die Hilfeleistungen<br />

und Pflegeangebote<br />

reichen von der Hauskrankenpflege,<br />

Altenbetreuung, Heimhilfe,<br />

Essen auf Rädern bis zu Betreubaren<br />

Wohnen.<br />

vereindaheim.at<br />

26 | lebens<strong>WEGE</strong>


hIlfe fÜr<br />

PFlegenDe angehÖrige<br />

Derzeit leben in Oberösterreich rund 80.000 pflege- und betreuungsbedürftige<br />

Personen. Laut Berechnungen wird sich diese Zahl in den kommenden zehn Jahren auf<br />

94.000 Personen erhöhen – 2030 dürften bereits über 100.000 Oberösterreicherinnen<br />

und Oberösterreicher auf Pflegedienstleistungen angewiesen sein. „Speziell für<br />

pflegende Angehörige bietet das Sozialressort des Landes Oberösterreich ein<br />

umfassendes Informationsangebot. Unter www.pflegeinfo-ooe.at finden sich alle Informationen<br />

zum Thema Pflege auf einen Blick“, betont Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer.<br />

Altenbetreuung<br />

Bereits heute gibt es in Oberösterreich eine Vielzahl an Unterstützungsmöglichkeiten<br />

für pflegebedürftige ältere Menschen<br />

sowie für deren Angehörige. „Mein Ziel ist es, diese Unterstützungsmöglichkeiten<br />

bekannter zu machen und alle notwenigen<br />

Informationen auf einen Blick zur Verfügung zu stellen“, so Birgit<br />

Gerstorfer.<br />

Alle Informationen auf einen Blick<br />

Die Informationsplattform www.pflegeinfo-ooe.at ermöglicht<br />

ein rasches und einfaches Auffinden aller relevanten Angebote<br />

zur Pflege. Die Plattform beantwortet Fragen zu den Themenbereichen<br />

der Unterstützung in der Betreuung und Pflege, zu Unterstützungsleistungen<br />

speziell für pflegende Angehörige sowie<br />

zu finanziellen und rechtlichen Aspekten der Pflege.<br />

Dabei werden nicht nur die jeweiligen Leistungen beschrieben,<br />

sondern auch konkrete Berechnungsmodelle angeboten – beispielsweise<br />

um den auf die eigene Situation zutreffenden Kostenbeitrag<br />

für einen mobilen Pflegedienst zu berechnen.<br />

Alle diese Themen finden<br />

Sie auf der Pflegeinfo-oÖ,<br />

Plattform Unterstützung<br />

in der Pflege und<br />

Betreuung<br />

• Mobile Pflegedienste<br />

• Alten- und Pflegeheime<br />

• Kurzzeitpflege<br />

• Tagesbetreuung<br />

• Wohnformen im Alter<br />

• 24-Stunden-Betreuung<br />

• Mobile Hospiz- und<br />

Palliativteams<br />

• Mahlzeitendienste<br />

• Rufhilfe<br />

• Wohnraumadaptierung<br />

• Demenz<br />

Unterstützung für<br />

pflegende Angehörige<br />

• Angehörigen-<br />

Entlastungsdienst<br />

• Sozialberatungsstelle<br />

• BürgerInnenservice des<br />

Sozialministeriums<br />

(vormals Pflegetelefon)<br />

• Psychosoziale Beratung<br />

• Onlineberatung<br />

• Stammtisch für<br />

pflegende Angehörige<br />

• Entlassungsmanagement,<br />

Überleitungspflege<br />

Krankenhaus<br />

• Erholungstage<br />

• Demenz<br />

Finanzielles und<br />

Rechtliches<br />

• Pflegegeld<br />

• Finanzielle Unterstützung<br />

für Ersatzpflege<br />

• Senioren-, Erholungsoder<br />

Kurzuschuss<br />

• Förderung zur<br />

24-Stunden-Betreuung<br />

• Beruf und Pflege<br />

• Rezeptgebührenbefreiung<br />

• Unterstützungsfonds für<br />

die Wohnraumadaptierung<br />

• Förderung für behindertengerechten<br />

Umbau<br />

• Steuerliche Absetzbarkeit<br />

• Behindertenpass<br />

• Parkausweis<br />

• Rechtsberatung<br />

Einmal<br />

Alles.<br />

Strom<br />

Gas<br />

Wärme<br />

Wasser<br />

Abwasser<br />

Elektrotechnik<br />

Haustechnik<br />

Kommunaltechnik<br />

ITandTEL<br />

Solar<br />

Voller Energie für morgen: eww.at<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 27


Kinder & Jugendliche<br />

sozialPäDagogisches tagesWohnen<br />

kInder und JugendlIche<br />

Die teilstationäre, sozialpädagogische Einrichtung bekommt Kinder<br />

und Jugendliche im Alter von 6 – 12 Jahren (in Ausnahmefällen bis<br />

14 Jahren) über die Kinder- und Jugendhilfe zugewiesen. Die Einrichtung<br />

bietet Platz für acht Kinder und Jugendliche, die von Montag<br />

bis Freitag in der Zeit nach der Schule bis 18 Uhr betreut werden.<br />

Kontakt:<br />

E-Mail: daniela.eglseder@wels.gv.at<br />

wels.gv.at<br />

Der sozialpädagogische Arbeitsalltag<br />

orientiert sich an den Bedürfnissen,<br />

Fähigkeiten und Möglichkeiten der<br />

Kinder und Jugendlichen. Den jungen<br />

KlientenInnen bieten sich in der<br />

Interaktion mit den anderen Kindern/Jugendlichen<br />

und Erwachsenen<br />

Lernchancen für die Entwicklung<br />

eines adäquaten Sozialverhaltens.<br />

Durch die Stärkung der Kommunikationsfähigkeit<br />

der Kinder und Jugendlichen<br />

können in Kooperation<br />

und Partizipation eigene Handlungsmuster<br />

entwickelt, bearbeitet, besprochen<br />

und ausprobiert werden. Im<br />

sozialpädagogischen Tageswohnen<br />

ermöglichen klar strukturierter Tagesablauf<br />

und verbindlich geltende<br />

Regeln ein soziales Miteinander<br />

und geben dem Kind ein Gefühl der<br />

Sicherheit. Die Kinder und Jugendlichen<br />

setzen sich mit ihren Gefühlen<br />

auseinander, erlernen einen angemessenen<br />

Umgang mit diesen und<br />

lernen ihre eigenen Grenzen kennen<br />

und diese zu wahren. Ein weiterer<br />

Schwerpunkt der Einrichtung<br />

liegt in der Elternarbeit. Die Aufgabe<br />

besteht darin, die Eltern in ihrer<br />

Erziehungskompetenz zu stärken,<br />

gemeinsam ihre Ressourcen zu erkennen<br />

und positiv zu nutzen, einen<br />

neuen Blickwinkel auf das eigene<br />

Kind zu bekommen und es in allen<br />

Belangen zu unterstützen, zu fordern<br />

und zu fördern. Die gesammelten Informationen<br />

werden in schriftlicher<br />

und mündlicher Form an die Kinderund<br />

Jugendhilfe, im Speziellen an<br />

die zuständigen SozialarbeiterInnen<br />

weitergegeben.<br />

ZIELE DES TEILSTATIONÄREN<br />

SOZIALPÄDAGOGISCHEN<br />

TAGESWOHNENS DES MAGISTRATS<br />

DER STADT WELS:<br />

• Individuelle Förderung in der Kleingruppe<br />

• Förderung einer positiven<br />

Persönlichkeitsentwicklung<br />

• Verbesserung der Erziehungsbedingungen<br />

in der Herkunftsfamilie<br />

„Angenommen zu werden, Sicherheit<br />

und Stabilität zu spüren sind die Basis<br />

einen stabilen, tragfähigen Beziehung.<br />

Gemeinsam mit den Erziehungsberechtigten<br />

versuchen wir eine Umgebung des<br />

Miteinanders zu schaffen.“<br />

Daniela eglseder, Bereichsleitung<br />

28 | lebens<strong>WEGE</strong>


Kinder & Jugendliche<br />

Die SozialarbeiterInnen sind an bestimmten<br />

Tagen in „ihren“ Schulen anwesend<br />

und haben ein offenes Ohr für die Kinder<br />

und Jugendlichen. Aber auch die Eltern und<br />

die PädagogenInnen können sich an SuSA<br />

wenden, wenn sie sich um ein Kind Sorgen<br />

machen. Gemeinsam mit den Kindern und<br />

Eltern wird dann besprochen, welche Hilfen<br />

Schulsozialarbeit<br />

(SuSA)<br />

Susa ist eine besondere Form der Zusammenarbeit der<br />

Kinder- und Jugendhilfe mit Schulen. Soziale und familiäre<br />

Belastungen können dazu führen, dass Kinder und Jugendliche in der<br />

Schule weniger erfolgreich sind. An mehr als 200 Pflichtschulen<br />

Oberösterreichs unterstützen SozialarbeiterInnen der Kinderund<br />

Jugendhilfe Familien, damit ihre Kinder den Schulalltag gut<br />

bewältigen und zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen<br />

Erwachsenen heranwachsen können.<br />

cc_Nachhaltigkeit_88x128_5_Layout 1 08.03.2<strong>01</strong>7 14:39 Seite 1<br />

erforderlich sind. Wenn die Eltern das wollen,<br />

können die SozialarbeiterInnen auch zu<br />

ihnen nach Hause kommen.<br />

SuSA ist ein präventiver sozialer Dienst<br />

der Kinder- und Jugendhilfe. Die Teilnahme<br />

ist freiwillig.<br />

Liste der Präsenzschulen<br />

Schuljahr 2<strong>01</strong>6/2<strong>01</strong>7<br />

Wels Land<br />

• VS Lambach<br />

• VS I & II Marchtrenk<br />

• VS Pichl<br />

• VS Sattledt<br />

• NMS I & II Lambach<br />

• NMS Pichl<br />

• NMS I & II Marchtrenk<br />

• NMS Sattledt<br />

• NMS Stadl Paura<br />

Wels Stadt<br />

• VS 8 Wels – Vogelweide<br />

• VS 9 Wels – Vogelweide<br />

• VS 10 Wels – Lichtenegg<br />

• VS 11 Wels – Lichtenegg<br />

• IBMS 1 – Stadtmitte<br />

• NMS 2 – Pernau<br />

• SMS – Wels<br />

• NMS 5 – Mozartschule<br />

• NMS 8 – Lichtenegg<br />

• PTS Wels<br />

Eferding<br />

• VS Alkoven<br />

• VS Aschach<br />

• VS Eferding Süd<br />

• NMS Alkoven<br />

• NMS Aschach<br />

• NMS Eferding Nord<br />

• NMS Eferding Süd<br />

• NMS Hartkirchen<br />

• PTS Eferding<br />

• Martin Buber<br />

LASO Hartheim<br />

fair gehandelt.<br />

nah versorgt.<br />

Grieskirchen<br />

• VS Gallspach<br />

• VS Grieskirchen<br />

• VS Haag<br />

• VS Natternbach<br />

• VS Waizenkirchen<br />

• NMS Bad Schallerbach<br />

• NMS Grieskirchen I<br />

• NMS Grieskirchen II<br />

• NMS Gaspoltshofen<br />

• NMS Neumarkt/Kallham<br />

• SNMS Peuerbach<br />

• NMS Pram<br />

kinder-jugendhilfe-ooe.at<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 29


Kinder & Jugendliche<br />

sPrachunterricht<br />

für Kinder<br />

Im stressigen Familienalltag<br />

wird oft nur mehr in Schlagwörtern<br />

statt in vollständigen Sätzen<br />

gesprochen und ältere<br />

Generationen mit langsamerem<br />

Sprachtempo sind nicht mehr<br />

so intensiv in die Familie<br />

eingebunden. Kinder entwickeln<br />

daher oft ihre eigene Sprache.<br />

Die Ursachen dafür können<br />

vielfältig sein, zum Beispiel<br />

in der Hörwahrnehmungsverarbeitung<br />

liegen oder sie können<br />

auch motorische Ursachen<br />

haben. Denken Sie daran: Das<br />

passive Berieseln über das<br />

Fernsehgerät kann echte verbale<br />

Kommunikation nicht ersetzen.<br />

STANDoRTe<br />

VH eferding<br />

Bahnhofstraße 24 | 4070 Eferding<br />

VS Peuerbach<br />

Schulplatz 1 | 4722 Peuerbach<br />

Kindergarten wels<br />

Herderstraße 60 | 4600 Wels<br />

integrationsbüro wels<br />

Traunaustraße 11 | 4600 Wels<br />

edt b. L<br />

Trefflingerstraße 3<br />

4650 Edt bei Lambach<br />

Verein Vital<br />

Starhemberg 19 | 4680 Haag/H<br />

Martina Bernegger<br />

Martina.bernegger@volkshilfe-ooe.at<br />

0676 87341142<br />

Die Volkshilfe OÖ ist der größte Logopädie-Anbieter<br />

im Kindersprachbereich<br />

und heißt seit letztem Jahr Volkshilfe<br />

Gesundheits- und Soziale Dienste<br />

GmbH – kurz GSD GmbH. In den Kindergärten<br />

werden im Auftrag des Landes<br />

OÖ – Abteilung Kinder- und Jugendhilfe<br />

– lückenlose Sprachscreenings und<br />

Hörtests mit einem tragbaren Audiometer<br />

durchgeführt. Der Fokus liegt bei<br />

Kindern zwischen 4 und 6 Jahren.<br />

Bei den Sprachtests werden Sprachauffälligkeiten<br />

erkannt. Es kann sein,<br />

dass ein Kind noch Schwierigkeiten<br />

hat, richtige Sätze zu bilden, alle Laute<br />

richtig auszusprechen, stottert, eine<br />

heisere Stimme oder andere Probleme<br />

hat. Nach der Untersuchung kommen<br />

die Eltern zu einem kurzen Beratungsgespräch<br />

in den Kindergarten. Dabei<br />

bespricht die Logopädin mit den Eltern<br />

das Untersuchungsergebnis und ob das<br />

Kind Logopädieunterricht benötigt.<br />

9 von 10 Kindern lernen durch die Logopädische<br />

Therapie richtig zu sprechen.<br />

So werden sprachliche Defizite möglichst<br />

vor dem Schuleintritt behoben<br />

und den Kindern wird ein guter Start in<br />

die Schullaufbahn zu ermöglicht.<br />

tiPP<br />

Sie können Ihren Nachwuchs fördern,<br />

indem Sie beispielsweise Gedichte,<br />

Geschichten und Märchen vorlesen<br />

oder Reime erfinden.<br />

Was kostet Logopädie?<br />

Zum ersten Termin sollen die Eltern<br />

eine Überweisung von einer Ärztin oder<br />

einem Arzt mitbringen. Dann wird die<br />

Therapie mit der jeweiligen Krankenkasse<br />

verrechnet und ist für die Eltern<br />

kostenlos.<br />

30 | lebens<strong>WEGE</strong>


lebens<strong>WEGE</strong> | 31


Hörimplantat<br />

oPtiMales Verstehen<br />

trotz hÖrBeeInträchtIgung<br />

In der Implantologie von Hörhilfen<br />

zählt die HNO-Abteilung am Klinikum<br />

Wels-Grieskirchen zu den Vorreitern<br />

in Österreich. Gelungen ist<br />

hier vor sechs Jahren auch erstmals<br />

die zeitgleiche Versorgung beider<br />

Ohren mit einem Bonebridge-<br />

Implantat in nur einem Eingriff – die<br />

Ergebnisse bestärken die HNO-Spezialisten<br />

heute, dass es sich hierbei<br />

um eine zuverlässige Lösung für<br />

optimales Sprachverständnis und<br />

Richtungshören handelt.<br />

Knochenleitungsimplantate sind eine<br />

Versorgungsalternative für Patienten mit<br />

Schallleitungsschwerhörigkeit und kombinierter<br />

Schwerhörigkeit, die aufgrund<br />

von Fehlbildungen des Außen- oder Mittelohrs<br />

nicht mit einem konventionellen<br />

Hörgerät versorgt werden können.<br />

So funktioniert die Bonebridge<br />

„Beim aktiven semi-implantierbaren<br />

Knochenleitungsimplantat Bonebridge<br />

wird der Schall vom Sprachprozessor<br />

hinter dem Ohr aufgenommen und induktiv<br />

auf das Implantat übertragen“, erklärt<br />

Thomas Keintzel, Leiter der Abteilung<br />

für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten.<br />

„Der BC-FMT, ein magnetischer Schwinger,<br />

welcher mit zwei Schrauben in der<br />

Schädelkalotte verankert ist, überträgt<br />

den Schall unter Umgehung der Mittelohrstrukturen,<br />

indem der Schädelknochen<br />

in Schwingung versetzt wird, auf<br />

die Hörschnecke.“ Bei der Schallübertragung<br />

über die Knochenleitung werden<br />

durch das Implantat immer beide Hörschnecken<br />

stimuliert. Da dies mit einer<br />

zeitlichen Verzögerung geschieht, ist es<br />

Patienten auch bei beidseitiger Verwendung<br />

eines Knochenleitungsimplantats<br />

möglich, den Ort einer Schallquelle zu<br />

lokalisieren.<br />

Verbessertes Sprachverstehen für<br />

mehr Lebensqualität<br />

Eine weitere Indikation für Knochenleitungsimplantate<br />

ist die transkranielle<br />

CROS*-Versorgung von Patienten mit<br />

einseitiger Ertaubung und Normalgehör<br />

auf der entgegengesetzten Körperseite,<br />

deren Hörvermögen nicht durch ein<br />

Cochlea-Implantat wiederhergestellt werden<br />

kann. „Wie wir in einer Vergleichsstudie<br />

mit CI-Patienten zeigen konnten,<br />

profitieren einseitig taube Patienten von<br />

einer transkraniellen CROS-Versorgung<br />

durch eine Verbesserung des Sprachver-<br />

1. 2.<br />

3.<br />

4.<br />

5.<br />

stehens in geräuschvoller Umgebung und<br />

haben durch die Reduktion der Höranstrengung<br />

einen signifikanten Zugewinn<br />

an Lebensqualität“, zieht Keintzel ein positives<br />

Resümee.<br />

Prim. Dr. Thomas Keintzel,<br />

Leiter der Abteilung für<br />

Hals-, Nasen- und<br />

Ohrenkrankheiten am<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

So HÖReN wiR<br />

Ob laut oder leise, hoch oder tief, unsere Ohrmuscheln fangen alle Geräusche<br />

aus unserer Umgebung als Schallwellen auf und leiten sie an das<br />

Trommelfell weiter. Die dort entstehenden Schwingungen werden auf die<br />

kleinen Gehörknöchelchen (Hammer, Amboss und Steigbügel) übertragen<br />

und bis zum eigentlichen Hörorgan, der mit Flüssigkeit gefüllten Hörschnecke,<br />

weitergeleitet, wo wiederum feine Haarzellen die mechanischen<br />

Schwingungen in elektrische Nervenimpulse umwandeln. Über den Hörnerv<br />

gelangen diese Informationen zum Gehirn, wo sie schließlich verarbeitet<br />

werden. Durch einen zu hohen Lärmpegel können die Haarzellen auf Dauer<br />

geschädigt werden. Wenn diese Zellen absterben, können sie sich nicht<br />

mehr erneuern – so beginnt eine Schwerhörigkeit!<br />

So LAUT iST UNSeR TAG<br />

Absolut still ist es eigentlich nie: Die Bandbreite der Lautstärke, der wir<br />

beinahe rund um die Uhr ausgesetzt sind, wird in Dezibel (dB) gemessen<br />

und reicht von niedrig bis sehr hoch. So läutet zum Beispiel unser Wecker<br />

mit durchschnittlich 75 dB, das Baby schreit manchmal mit über 100 dB,<br />

während Presslufthammer und Baustelle von nebenan mit guten 90 dB<br />

lärmen. Während wir mit ca. 30 dB flüstern, sprechen wir mit 60 dB normal<br />

und mit 70 dB laut. In der Diskothek tanzen wir bei 100 dB. Der Lärm eines<br />

Verkehrsflugzeugs in unmittelbarer Nähe trifft uns mit 120 dB. Achtung!<br />

Die Schmerzschwelle liegt bei 130 dB.<br />

1. Sprachprozessor<br />

2. Der Schall wird vom Sprachprozessor<br />

aufgenommen und auf das Knochenleitungsimplantat<br />

übertragen.<br />

3. Bone Conduction-Floating Mass<br />

Transducer (BC-FMT)<br />

4.<br />

5.<br />

Der BC-FMT, der mit zwei Schrauben<br />

in der Schädelkalotte verankert ist,<br />

versetzt dann den Schädelknochen in<br />

Schwingung und die Information wird<br />

auf beide Hörschnecken übertragen.<br />

Innenohr<br />

In den letzten acht Jahren wurden an der HNO-Abteilung des Klinikum Wels-Grieskirchen über<br />

430 Implantationen erfolgreich durchgeführt. Seit 2<strong>01</strong>2 wurden 39 Erwachsene und 11 Kinder<br />

mit einer Bonebridge versorgt.<br />

* Contralateral Routing of Signal<br />

32 | lebens<strong>WEGE</strong>


Hearing Implant Systems<br />

SYNCHRONY<br />

Cochleaimplantat-System<br />

SYNCHRONY EAS<br />

Hörimplantat-System<br />

VIBRANT SOUNDBRIDGE ®<br />

Mittelohrimplantat-System<br />

BONEBRIDGE ®<br />

Knochenleitungsimplantat-System<br />

ADHEAR<br />

Knochenleitungshör-System<br />

MED-EL Niederlassung Wien | ZENTRUM HÖREN<br />

Fürstengasse 1 | 1090 Wien | Tel. +43(0)1-317 24 00<br />

office@at.medel.com | medel.com<br />

medel.com<br />

Solutions for Hearing Loss<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 33


Stimmen aus der Region<br />

stiMMen aus<br />

der regIon<br />

„Zur Zeit sauge ich alle Pollen an<br />

und bin abends ziemlich erledigt.<br />

Gerade jetzt leide ich sehr.<br />

Ich wasche mir täglich am Abend<br />

die Haare, bevor ich ins Bett gehe,<br />

um die Pollen zu entfernen.<br />

Das hilft mir sehr und ich kann<br />

einfach besser schlafen.“<br />

Miriam H., Grieskirchen<br />

„Da ich im Frühling gerne<br />

draußen unterwegs bin, trage ich<br />

im Freien immer eine Brille bzw.<br />

Sonnenbrille. Das schützt die<br />

Augen vor zu vielen Pollen.<br />

Schauen Sie sich einfach mal<br />

Ihre Brillengläser an, wenn Sie<br />

heimkommen.“<br />

Karin G., Fraham<br />

34 | lebens<strong>WEGE</strong>


Wussten sIe ...<br />

... dass beim Niesen winzige Sekrettröpchen<br />

mit einer Geschwindigkeit von bis zu<br />

150 km/h aus Mund und Nase geschleudert<br />

werden. Diese fliegen dann bis zu zwölf<br />

Meter weit. Nur ein „Hatschi“ ins Taschentuch<br />

stoppt die Geschosse.<br />

„Mir helfen am besten Nasenspülungen<br />

mit Kochsalzlösung.<br />

Das wirkt Wunder und ich kann<br />

wieder frei durchatmen.“<br />

David H., Wels<br />

Stimmen aus der Region<br />

FrÜhling Ist ...<br />

... wenn die Fenster von einem Tag auf den anderen<br />

furchtbar schmutzig aussehen und der Staub in<br />

den Sonnenstrahlen tanzt, wenn auf den Bänken<br />

im Park wieder Leute sitzen und Spaziergänger<br />

sich beim Vorbeigehen grüßen. Im Frühling beginnt<br />

auch die Pollenflugsaison und dauert bis in den<br />

Herbst. Die meisten Pflanzen blühen jedoch im<br />

Frühling und Frühsommer: Somit beginnt jetzt die<br />

Hochsaison für Pollenallergiker.<br />

„So schön der Frühling auch ist,<br />

für mich ist es eine anstrengende<br />

Zeit. Meine Augen jucken, ich muss<br />

immer niesen und in der Nacht<br />

schlafe ich ganz schlecht. Jedes<br />

Jahr nehme ich mir vor, schon im<br />

Winter mit einer Therapie zu beginnen<br />

und vergess es dann. Nächstes<br />

Jahr mache ich es aber wirklich so,<br />

wie es mir mein Arzt gesagt hat.“<br />

Caroline O., eferding<br />

Wer versucht, den Kontakt mit Pollen so gut wie möglich zu<br />

meiden, leidet weniger unter den typischen Beschwerden.<br />

Wir haben Menschen aus der Region befragt, welche Tipps<br />

sie Leidensgenossen geben können:<br />

„Mein Mann hat im Alter erst die<br />

Allergie bekommen. Wir sind ja<br />

schon in Pension und können unsere<br />

Zeit frei einteilen, deshalb fahren<br />

wir gerne im Frühling ans Meer<br />

nach Mallorca. Dort hat mein Mann<br />

gar keine Probleme, da die Pollenkonzentration<br />

sehr gering ist.“<br />

Kurt und Angelika M., Grieskirchen<br />

„Während der Pollensaison<br />

saugt nur mein Mann, er hat<br />

keine Allergieprobleme. Das ist<br />

sehr lieb von ihm und zusätzlich<br />

tut er etwas für seine Fitness.“<br />

Maria und Johann e., vöcklabruck<br />

Ihr starker PARTNER durch‘s<br />

ganze Jahr<br />

Baum- uNd StrauchSchNitt<br />

BaumaBtraguNg<br />

grüNraumpflege<br />

WiNter- uNd SommerdieNSt<br />

garteN- uNd laNdSchaftSgeStaltuNg<br />

Maschinenring Wels<br />

Neinergutstr. 4, 4600 Wels<br />

07242/71230<br />

wels@maschinenring.at<br />

www.maschinenring.at/wels<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 35


Ernährung & Gesundheit<br />

Genuss trotz<br />

Nahrungsmittelunverträglichkeiten<br />

Joghurt, Müsli und frisches Obst zum Frühstück, ein Abendessen beim<br />

Italiener mit einem guten Gläschen Wein – was gibt es Schöneres.<br />

Doch nicht alle Menschen können sorglos essen und genießen.<br />

Auf bestimmte Lebensmittel reagieren sie mit äußerst unangenehmen<br />

Symptomen: Es kribbelt im Mund, die Haut juckt, Bauchschmerzen<br />

und Durchfall lassen nicht lange auf sich warten.<br />

Statistiken zeigen, dass bereits ein Fünftel<br />

der österreichischen Bevölkerung vermutet,<br />

an einer Nahrungsmittelallergie<br />

zu leiden. Allerdings bestätigt sich diese<br />

Selbstdiagnose nur bei rund zwei bis drei<br />

Prozent der Österreicher. Die Ursache für<br />

die hohe Diskrepanz ist einfach: Nicht<br />

jede Unverträglichkeit ist eine Allergie!<br />

Am Anfang steht die korrekte<br />

Diagnose<br />

„Auch wenn sich die Symptome oft ähneln<br />

und für den Laien nicht zu unterscheiden<br />

sind, folgt die Behandlung von<br />

nicht-allergischen Reaktionen, wie zum<br />

Beispiel bei Pseudoallergien, Laktoseintoleranz<br />

oder Fruktosemalabsorption,<br />

einem gänzlich anderen Regelwerk als<br />

bei Allergien“, weiß Barbara Schatzl,<br />

Diätologin am Klinikum Wels-Grieskirchen.<br />

„Deshalb ist die präzise Diagnose<br />

am Anfang das Um und Auf.“ Diese<br />

selbst zu stellen, ist dabei unmöglich<br />

– zu viele Nahrungsmittel mit zu vielen<br />

Inhaltsstoffen sind verfügbar. Der erste<br />

Ansprechpartner ist der Hausarzt, der<br />

nächste Weg führt zum Facharzt, dem<br />

Experten für die notwendigen Untersuchungen.<br />

Dies sind zum Beispiel Gastroenterologen,<br />

die Spezialisten für den Magen-Darm-Bereich,<br />

oder Allergologen.<br />

Geduld bei der Diagnose<br />

Die Diagnose erfordert von Arzt und<br />

Patient viel Geduld und detektivischen<br />

Spürsinn. Anamnese sowie ein Ernährungs-<br />

und Symptomtagebuch stehen am<br />

Anfang, es folgen Tests und eine Diät.<br />

Ob Intoleranz, Malabsorption, Pseudooder<br />

klassische Allergie, die Ursachen<br />

von Nahrungsmittelunverträglichkeiten<br />

können äußerst unterschiedlich sein. Eine<br />

Barbara Schatzl,<br />

Diätologin am<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

„Mit vielen praktischen Tipps<br />

und Anregungen für den Alltag<br />

bleibt der Speiseplan trotz<br />

Unverträglichkeit abwechslungsreich<br />

und der Genuss beim<br />

Essen erhalten – und einem<br />

durch einseitige Ernährung<br />

entstehenden Mangel an<br />

Nährstoffen wird vorgebeugt.“<br />

individuelle Ernährungsberatung ist der<br />

erste Schritt in Richtung Beschwerdefreiheit.<br />

„Dafür müssen bei Allergien und<br />

Zöliakie die Auslöser komplett gemieden<br />

werden. Nur wer lernt, Zutatenlisten<br />

richtig zu lesen, kann versteckte Zutaten<br />

erkennen“, betont Barbara Schatzl. Bei<br />

anderen Unverträglichkeiten, wie Laktoseintoleranz<br />

und Fruktosemalabsorption,<br />

wird am Klinikum Wels-Grieskirchen gemeinsam<br />

mit der Diätologin die individuelle<br />

Verträglichkeit ermittelt.<br />

36 | lebens<strong>WEGE</strong>


Ernährung & Gesundheit<br />

„ratgeber ernährung“<br />

allergenen BIs zÖlIakIe<br />

Soja boomt, Veganismus blüht, Unverträglichkeiten steigen:<br />

Spielen Ernährung und Gesundheit immer komplexer zusammen?<br />

Die neuen OÖGKK-Broschüren „Ratgeber Ernährung“ bringen<br />

Licht ins Dunkel: Kompakt erklären sie die Wirkung verschiedener<br />

Nährstoffe auf den Körper. Sie geben Rat bei Unverträglichkeiten<br />

oder Erkrankungen, die – teilweise oder gänzlich –<br />

nahrungsbedingt sind.<br />

Wissen, das Sicherheit gibt<br />

„Die neuen ‚Ratgeber Ernährung‘ sind<br />

Teil der OÖGKK-Gesundheitsstrategie:<br />

Wir wollen unserer Versichertengemeinschaft<br />

durch kompetente Beratung Sicherheit<br />

geben, so OÖGKK-Direktorin Mag.<br />

Dr. Andrea Wesenauer zum Projekt.<br />

Mit jedem Ratgeber halten die Leser geprüftes<br />

und verständlich aufbereitetes<br />

Wissen in der Hand – über Nährstoffe,<br />

Unverträglichkeiten, ernährungsbedingte<br />

Krankheiten und natürlich: über eine gesündere<br />

Lebensführung in der Zukunft!“<br />

Alle Ratgeber gratis –<br />

online und gedruckt<br />

www.ooegkk.at > Ernährung<br />

bzw. ab August als kostenlose<br />

Broschüren in jedem<br />

OÖGKK-Kundenservice<br />

neue ratgeber<br />

71. Bluthochdruck<br />

Bluthochdruck kann verschiedene Ursachen haben.<br />

Er ist entweder die Folge einer Grunderkrankung<br />

(Niere oder Herz) oder das Ergebnis von Bewegungsmangel,<br />

falscher Ernährung und Übergewicht. Der<br />

Ratgeber zeigt, welche Nährstoffe einen hohen Blutdruck<br />

begünstigen, und zeigt Gegenstrategien durch<br />

richtiges Essen. Die wichtigsten Hebel sind: weniger<br />

Salz, Fett und Alkohol.<br />

2. erhöhter Harnsäurespiegel und Gicht<br />

Gicht tritt als angeborener Stoffwechseldefekt auf oder<br />

wird durch Erkrankungen oder Störungen verursacht.<br />

Bei Gicht produziert der Körper vermehrt Harnsäure<br />

bzw. hemmt deren Abgabe. Harnsäure entsteht als Abbauprodukt<br />

von Purinen (Eiweißbestandteilen) in der<br />

Nahrung. Eine wichtige Strategie für Gichterkrankte:<br />

Tierische Nahrungsmittel, wie Fleisch, Wurst, Milch,<br />

Käse oder Fisch, reduzieren. Der Ratgeber zeigt, wie.<br />

3. Fruchtzucker-Unverträglichkeit<br />

Die Ursachen von Fruchtzucker-Unverträglichkeit sind<br />

(noch) nicht geklärt. Die Symptome: Bauchschmerzen,<br />

Völlegefühl, Blähungen, Zittern – bis zu Schwindel<br />

und Schock. Der Ratgeber bringt eine Art „Ernährungskompass“,<br />

um kritische Lebensmittel erkennen und<br />

vermeiden zu können.<br />

4. Soja – Pro und contra<br />

Der Markt an Sojaprodukten ist in den letzten Jahrzehnten<br />

stark gewachsen. Objektiv gesehen sind weder Hype noch<br />

Alarmismus rund um Soja angezeigt. Entscheidend ist, zu<br />

wissen, dass eine stark verarbeitete Sojabohne andere Wirkungen<br />

auf den Körper entfalten kann als in der Rohform.<br />

Der Ratgeber lotst daher durch den Dschungel der vielen<br />

populären Sojaerzeugnisse.<br />

5. Sorbit-Unverträglichkeit<br />

Sorbit ist ein natürlicher Zuckeraustauschstoff und dient<br />

auch als Süßungsmittel und Feuchthaltemittel in der Nahrungsindustrie.<br />

Warum manche, Sorbit nicht vertragen, ist<br />

(noch) nicht geklärt. Betroffene leiden unter möglichen<br />

Symptomen wie Blähungen, Durchfall, Bauschmerzen,<br />

Völlegefühl, Übelkeit oder Müdigkeit. Der Ratgeber nimmt<br />

gängige Lebensmittel unter die Sorbit-Lupe und gibt Tipps.<br />

6. Vegetarismus und Veganismus<br />

Nach Schätzungen verzichtet jeder 10. Österreicher auf<br />

Fleisch. Der Ratgeber beleuchtet das Für und Wider von<br />

Ernährungsweisen ohne Fleisch. Zudem erklärt er Unterschiede<br />

zwischen Vegetariern, Veganern, Flexitariern,<br />

Rohköstlern, Fructanern und „Pudding-Vegetariern“.<br />

7. Zöliakie<br />

Auch als „Einheimische Sprue“ bekannt, ist Zöliakie eine<br />

chronische Erkrankung der Dünndarmschleimhaut.<br />

Ursache ist die Unverträglichkeit von Gluten. Die einzige<br />

Behandlungsmöglichkeit ist die konsequente Vermeidung<br />

von glutenhaltigen Lebensmitteln. Der Ratgeber beleuchtet<br />

viele gängige Lebensmittel auf deren Glutengehalt und zeigt<br />

ebenso schmackhafte, glutenfreie Alternativen.<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 37


G’sunde Küche<br />

allergenFrei<br />

Bei Rezepten für<br />

Menschen mit Allergien oder<br />

Nahrungsmittelunverträglichkeiten<br />

geht es oft<br />

nur um das Vermeiden – um<br />

das Vermeiden von<br />

Auslöserstoffen. Dass mit<br />

etwas kulinarischem Knowhow<br />

aber auch allergenfreier<br />

Genuss möglich ist,<br />

zeigen uns die Küchenchefs<br />

des Welser Klinikum-Standorts<br />

Christoph Mayrhofer<br />

und Michael Cervek.<br />

fÜr genIesser<br />

BRUSCHETTO von Auberginen<br />

und marinierten Tomaten<br />

Zubereitung:<br />

0,5 kg Auberginen in ca. 1 cm dicke Scheiben<br />

schneiden und in 1cl Olivenöl braten. Danach<br />

mit Salz, Pfeffer und wenig gehacktem Knoblauch<br />

würzen. 5 Tomaten schälen und Kerne<br />

entfernen, Fruchtfleisch in Würfel von 0,5 cm<br />

schneiden. Aus frischem Basilikum und Petersilie,<br />

Olivenöl und 50 g Pinienkernen ein Pesto<br />

zubereiten. Tomatenwürfel mit Pesto und Limettensaft<br />

marinieren und die gebratenen<br />

Auberginen damit bestreichen.<br />

Vorspeise<br />

ToMATeN ScHÄLeN LeicHT GeMAcHT<br />

Strunk ausschneiden, Haut kreuzförmig einritzen. Geben Sie die Tomaten für ca.<br />

30 Sekunden in kochendes Wasser. Dann legen Sie die Tomaten mit einer Schöpfkelle<br />

vorsichtig in Eiswasser. Nun löst sich die Haut fast wie von alleine von der Tomate.<br />

38 | lebens<strong>WEGE</strong>


Suppe<br />

PASTINAKEN-ROTE-RÜBEN-SUPPE<br />

G’sunde Küche<br />

ROSA GEBRATENE LAMMKRONE<br />

auf Caponata a' Muntagnola,<br />

Thymianjus und feiner Polenta<br />

Zubereitung:<br />

100 g Zwiebel in 25 g pflanzlicher Margarine (milchfrei!)<br />

anziehen lassen, 100 g geschälte Äpfel, 0,5 kg geschnittene<br />

Pastinaken und 12,5 g rohe geschälte Rote Rüben mitsautieren,<br />

mit Wasser aufgießen, salzen, Pfeffer, Kümmel,<br />

Lorbeerblätter und Koriander in einen Teefilter geben und<br />

mitdünsten. Gemüse weichkochen und Suppe fein mixen.<br />

12,5 g kleine Rote-Rüben-Würfel und Pastinaken-Chips<br />

(feine Pastinaken-Scheiben einfach in Öl frittieren) als<br />

Einlage beigeben.<br />

Hauptspeise<br />

Thymianjus, Zubereitung:<br />

Karrees aus 1 kg ganzem Lammrücken auslösen (oder vom Fachmann<br />

auslösen lassen), restliche ausgelöste Knochen, 1 Karotte, 1 Zwiebel<br />

und 1 Petersilienwurzel nussgroß hacken. Gehackte Knochen<br />

gut anrösten, später Gemüse mitrösten, 1 Esslöffel Tomatenmark<br />

beigeben und mit Wasser mehrmals ablöschen. Frischen Thymian,<br />

Salz, Pfefferkörner, Wacholderbeeren und Lorbeerblatt hinzufügen,<br />

danach Ansatz einige Stunden köcheln lassen, abseihen<br />

und einkochen lassen (eventuell mit etwas Maizena binden),<br />

abschmecken.<br />

caponata a' Muntagnola, Zubereitung:<br />

1 Paprika rot, 1 Paprika gelb, 1 Zucchino und 1 Zwiebel in grobe<br />

Würfel schneiden, 50 g Oliven halbieren, 2 Knoblauchzehen in<br />

feine Scheiben schneiden. Chilischote, Blattpetersilie und Ingwer<br />

in feine Streifen schneiden, Paprika und Zwiebel in 1 cl Olivenöl<br />

sautieren, die Oliven und 50 g Kapern beigeben. Kernig dünsten,<br />

1 Esslöffel Tomatenmark hinzufügen und mit Salz, Pfeffer, Petersilie,<br />

Ingwer und Chilischote würzen. Polenta in 0,5 l Wasser<br />

aufkochen, salzen, 250 g Maisgrieß einrühren, 20 Minuten ziehen<br />

lassen, mit 1 cl Trauben-Kernöl verfeinern, mit Salz, Kardamom<br />

und Pfeffer abschmecken.<br />

Rosa gebratene Lammkrone, Zubereitung:<br />

Ganzes Lammkarree in Olivenöl anbraten, 1 frischen Thymianzweig<br />

beigeben und mitbraten, mit Salz und frisch gemahlenen<br />

Pfefferkörnern würzen, im Backrohr bei 130 °C zur gewünschte<br />

Garstufe fertigziehen lassen. Zum Anrichten aufschneiden.<br />

Nachspeise<br />

REISTEIG-APFELTASCHE<br />

Zubereitung:<br />

5 Äpfel schälen, Kerne entfernen und in Würfel schneiden,<br />

mit etwas Piment oder Zimt würzen. 3 EL Honig<br />

in einer Pfanne erhitzen und mit etwas Apfelsaft verdünnen,<br />

Äpfel beimengen, kurz dünsten und etwas eindicken<br />

und abkühlen lassen. Äpfel auf 4 Blätter befeuchtetem<br />

Reisteig (gibt es fertig in fast jedem Supermarkt zu kaufen)<br />

verteilen und zu einer Tasche zusammenschlagen.<br />

In 0,5 l heißem Rapsöl goldgelb backen. Abtropfen lassen<br />

und mit Staubzucker anrichten.<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 39


Reisemedizin<br />

bereit FÜr<br />

den sommer!<br />

Eben noch hatte man das Gefühl, der kalte und finstere Winter würde niemals aufhören und<br />

plötzlich werden die Jacken leichter, die Sonnenbrille kommt wieder in Verwendung und man<br />

plant schon den Sommerurlaub. Doch nicht nur die Urlaubsdestination, auch die medizinische<br />

Vorbereitung und Reiseapotheke sollen wohlüberlegt sein.<br />

OA Dr. Kinga Rigler-Hohenwarter, MBA<br />

Oberärztin am Institut für Hygiene und<br />

Mikrobiologie im Klinikum Wels-<br />

Grieskirchen und Fachgruppenstellvertreterin<br />

für Hygiene und Mikrobiologie<br />

der Ärztekammer für OÖ.<br />

Sie wissen schon, in welches Land es<br />

heuer gehen soll? Haben Sie auch an eine<br />

reisemedizinische Beratung gedacht?<br />

Besonders bei Fernreisen sollte man sich<br />

vor Krankheiten wie Dengue-Fieber,<br />

Malaria oder Chikungunya in Lateinamerika<br />

in Acht nehmen. Eine reisemedizinische<br />

Beratung muss auf die Urlaubsdestination<br />

abgestimmt werden. Braucht<br />

man vorab eine Impfung und welchen<br />

Mückenspray soll ich mitnehmen? Der<br />

Reisemediziner ist der beste Ansprechpartner<br />

bei solchen Fragen.<br />

Reisemediziner finden<br />

Die Ärztekammer für Oberösterreich unter<br />

Präsident Dr. Peter Niedermoser und<br />

DDr. Martin Haditsch, Facharzt für Hygiene,<br />

Mikrobiologie, Infektiologie und<br />

Tropenmedizin im Travel Med Center<br />

in Leonding konnten gemeinsam mit der<br />

Arbeitsgruppe Reisemedizin Oberösterreich,<br />

einer Tochtergruppe der Gesellschaft<br />

für Reise- und Touristikmedizin,<br />

einen entscheidenden Erfolg verbuchen.<br />

Seit 2<strong>01</strong>5 können Ärztinnen und Ärzte<br />

das ÖÄK-Zertifikat „Reisemedizin“ in 32<br />

Unterrichtseinheiten erwerben. Sollten<br />

Sie also auf der Suche nach einem Reisemediziner<br />

sein, achten Sie auf das Zertifikat<br />

der Österreichischen Ärztekammer.<br />

Ein Reisemediziner checkt Sie je nach<br />

Urlaubsziel und personenbezogenen Informationen<br />

genau durch: Reisedauer,<br />

Saison, Ziel und Zweck der Reise werden<br />

genauso betrachtet wie Alter, Grundkrankheiten<br />

inklusive Abwehrschwäche<br />

und Allergien sowie das Sicherheitsbedürfnis,<br />

die Reiseerfahrung und die Kondition.<br />

Über die Webseite www.gesundin-ooe.at<br />

und den Button „Ärztefinder“<br />

können Sie in der Profisuche nach einem<br />

Mediziner mit diesem Diplom suchen.<br />

Mit Impfungen vorbereiten<br />

Wem für die Reise eine Impfung empfohlen<br />

wird, der muss bedenken, dass Impfstoffe<br />

oft mehrere Wochen brauchen, um<br />

ihre volle Wirkung zu entfalten. Andere<br />

Kulturen und Länder weisen andere<br />

Krankheiten auf, auf die das „österreichische<br />

Immunsystem“ nicht eingestellt<br />

ist. „Wir bieten im Klinikum Wels-Grieskirchen<br />

eine reisemedizinische Beratung<br />

an und informieren über die wichtigsten<br />

Impfungen“, sagt Dr. Kinga Rigler-Hohenwarter,<br />

MBA, Oberärztin am Institut<br />

für Hygiene und Mikrobiologie im<br />

Klinikum Wels-Grieskirchen und Fachgruppenstellvertreterin<br />

für Hygiene und<br />

Mikrobiologie der Ärztekammer für OÖ.<br />

„Die Immunisierung gegen Hepatitis,<br />

Typhus und Polio-Diphtherie-Tetanus ist<br />

die Grundausstattung für viele Reisen in<br />

Länder mit anderen klimatischen beziehungsweise<br />

hygienischen Verhältnissen“,<br />

sagt die Medizinerin. „Darüber hinaus<br />

40 | lebens<strong>WEGE</strong>


Reisemedizin<br />

werden je nach Region andere Impfungen<br />

empfohlen, etwa gegen Meningokokken,<br />

also Gehirnhautentzündung, Gelbfieber<br />

oder Tollwut. Gegen Malaria gibt es keinen<br />

hundertprozentigen Schutz, Tabletten<br />

senken das Risiko.“ Wer geimpft ist, soll<br />

sich aber nicht in absoluter Sicherheit<br />

wähnen und natürlich bei Lebensmitteln<br />

achtsam sein, Mückenschutz auftragen<br />

und Informationen zur Gesundheitsversorgung<br />

vor Ort wahrnehmen.<br />

Medikamente für unterwegs<br />

Neben geeigneten Mückensprays sind<br />

gut wirkende Mittel gegen Verstopfung<br />

oder Durchfall ratsam.<br />

Um einem Sonnenbrand vorzubeugen,<br />

darf natürlich nicht auf die Sonnencreme<br />

verzichtet werden. Gegen Migräne,<br />

Menstruationsbeschwerden oder<br />

Zahnschmerzen helfen unter anderem<br />

Präparate wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen<br />

oder Paracetamol. Und nachdem ein<br />

Urlaub alle möglichen Überraschungen<br />

parat haben kann, ist die Mitnahme von<br />

Pflastern, Verbandszeug oder Desinfektionsmitteln<br />

zudem empfehlenswert.<br />

Klären Sie auf jeden Fall noch ab, ob<br />

weitere Medikamente in Ihrer Reiseapotheke<br />

Platz finden sollen. Dann können<br />

Sie perfekt vorbereitet in den Sommerurlaub<br />

starten!<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 41


Aktiv<br />

hinter den kulIssen<br />

Buntes Gemüse und Obst macht gute Laune!<br />

Das beweist auch unser Team rund um Visagistin<br />

Diana Mayrhuber und Meisterfotograf Nik Fleischmann.<br />

Die beiden haben unserem Covermodel Lara das<br />

gesundheitsmagazin_hochformat.pdf 1 21.02.17 11:29<br />

Gemüse direkt vom Kopf gegessen!<br />

C<br />

M<br />

Y<br />

CM<br />

MY<br />

CY<br />

CMY<br />

K<br />

IHR SCHUH & FUSS SPEZIALIST<br />

www.stockinger.co.at<br />

IHR INDIVIDUELLER MASS-SCHUH!<br />

✔ PERFEKTE PASSFORM<br />

✔ INDIVIDUELLE MODELLE<br />

✔ MODERNES DESIGN<br />

✔ LEICHT<br />

✔ 100 % MADE IN<br />

GRIESKIRCHEN<br />

✔ ZUFRIEDENHEITSGARANTIE<br />

Nach ärztlicher Verordnung!<br />

Alle Krankenkassen!<br />

Keine Zusatzkosten für Sie<br />

(nur Kassenselbstbehalt)<br />

GmbH<br />

Wir freuen uns auf ein<br />

unverbindliches Beratungsgespräch.<br />

Tel.: +43 (0) 7248 63775-0<br />

Oberer Stadtplatz 8<br />

4710 Grieskirchen<br />

Jeden Mittwoch<br />

Fussberatung<br />

kostenlos.<br />

20.000 BIS 30.000<br />

GENE CODIEREN<br />

DAS ERBGUT DES<br />

MENSCHEN.<br />

Das sind gar nicht so viele,<br />

wenn man bedenkt, dass<br />

ein Gemüsekohl 100.000<br />

Gene braucht, damit aus<br />

ihm ein ansehnliches<br />

Gemüse wird.<br />

Kompetenzzentrum für Gesundheits- und Sozialberufe<br />

Jetzt Ist dIe beste zeIt, um anzufangen<br />

Ihre VorteIle am BFI OÖ – Wir begleiten Sie.<br />

• Von der Basisausbildung bis zum Masterstudienlehrgang<br />

• Gesetzlich anerkannte Abschlüsse und Berufsberechtigungen<br />

• Theorie-Praxis-Transfer durch Lernwerkstätten und<br />

Abstimmung mit Praktikumsstellen<br />

• Unterstützung bei der Suche nach Praktikumsstellen<br />

(z.B. Krankenhäuser, Kindergärten etc.)<br />

• Kostenlose Nostrifikationsberatung im Gesundheitsbereich<br />

Abwechslungsreich und informativ<br />

erscheint das „lebens<strong>WEGE</strong>“<br />

Magazin zweimal jährlich als<br />

Beilage in der Rundschau.<br />

Aktuelle Beiträge finden Sie<br />

das ganze Jahr über unter<br />

www.lebenswege-online.at.<br />

Für Fragen oder Anregungen<br />

schicken Sie uns bitte ein Mail<br />

unter redaktion@lebenswege.at<br />

Pflege<br />

berufe<br />

ObduktiOns<br />

AssistEnZ<br />

SOzIAl Pflegefachassistenz<br />

BeTreuunGS<br />

BeruFe massage<br />

ausbildungen<br />

medizinische<br />

assistenz<br />

berufe<br />

Mehr Infos unter www.bfi-ooe.at oder unter der<br />

BFI Serviceline 0810 004005.<br />

42 | lebens<strong>WEGE</strong>


Aktiv<br />

rätsel lÖsen & gewInnen<br />

Welser einkaufsgulden gewinnen!<br />

Mit Welser Einkaufsgulden können Sie in über<br />

300 Geschäften und Lokalen einkaufen bzw. sich in<br />

Gastronomiebetrieben kulinarisch verwöhnen lassen!<br />

1. PReiS<br />

€ 100,-<br />

2. & 3. PREIS<br />

€ 50,-<br />

4.–10. PREIS<br />

€ 10,-<br />

11.–15. PREIS<br />

Diverse Bücher<br />

LÖSUNG:<br />

Die Auflösung gibt es in der<br />

nächsten Ausgabe von lebens<strong>WEGE</strong>!<br />

Lösungswort aus Ausgabe 14: „Wasserflasche“.<br />

Senden Sie bitte bis spätestens 30. August 2<strong>01</strong>7 das Lösungswort an:<br />

wazek & partner, Kennwort „lebens<strong>WEGE</strong> aktiv“, Bürgerstraße 6, 4020 Linz<br />

oder per E-Mail an aktiv@lebenswege-online.at | Absender nicht vergessen!<br />

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12<br />

lebens<strong>WEGE</strong> | 43


PollenKalender<br />

Alternaria<br />

Aspergillus<br />

Beifuss<br />

Birke<br />

Buche<br />

Cladosporium<br />

Eiche<br />

Erle<br />

Esche<br />

Gänsefuß<br />

Goldrute<br />

Gräser<br />

Hafer<br />

Hasel<br />

Holunder<br />

Honigbiene<br />

Hornisse<br />

Hummel<br />

Löwenzahn<br />

Mais<br />

Nessel<br />

Penicillin<br />

Ragweed<br />

Raps<br />

Roggen<br />

Sauerampfer<br />

Spitzwegerich<br />

Ulme<br />

Weizen<br />

Wespe<br />

Jänner Februar März April Mai Juni Juli<br />

August September Oktober November Dezemeber<br />

Ausschneiden und aufbewahren!!!<br />

Belastung: sporadisch Belastung: mäßig Belastung: stark Belastung durch Schimmelpilze<br />

Bitte beachten Sie, dass die angegebenen<br />

Perioden wetterabhängig sind.<br />

10 Tipps zur Prävention bei Heuschnupfen<br />

1.<br />

Pollen können an den<br />

Haaren haften, deshalb<br />

Abends regelmäßig die<br />

Haare waschen.<br />

Beachten Sie die aktuellen<br />

Polleninformationen für Ihre Region.<br />

pollenwarndienst.at<br />

Wäsche nicht im Freien trocknen!<br />

2.<br />

3. 4.<br />

5.<br />

6.<br />

Kein Sport im Freien<br />

bei starkem Pollenflug.<br />

Die Ferienzeit auf den Pollenflug<br />

abstimmen, um der Pollensaison<br />

zu entkommen.<br />

Im Freien eine Sonnenbrille tragen:<br />

Sie hält einen Teil der Pollen<br />

von Ihren Augen fern und<br />

schützt Ihre bereits irritierte<br />

Augenschleimhaut!<br />

Im Gebirge oder am Meer<br />

7. ist der Pollenflug allgemeinen<br />

viel schwächer.<br />

10.<br />

Den Rasen in Gärten durch<br />

regelmäßiges Mähen kurz halten.<br />

9.<br />

Hygienestaubsauger<br />

mit Filter verwenden.<br />

8.<br />

In geschlossenen Räumen<br />

geht die Pollenkonzentration<br />

bereits nach zehn Minuten<br />

auf etwa 1% des<br />

Außenwertes zurück.<br />

Ausschneiden und aufbewahren!!!

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!