Feuerwehrreport_1_2017

D.Freitag

Die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr ist so spannend und umfangreich wie eh und je. Umso wichtiger ist es deshalb, dass diesem Engagement ein Medium zur Verfügung steht, welches diese komplexe Arbeit anschaulich darstellt. Der FeuerwehrReport ermöglicht daher einen umfangreichen Einblick in dieses spannende, ehrenamtliche Tätigkeitsfeld und ist deshalb das künftige, repräsentative Medium der Freiwilligen Feuerwehr Nordstemmen.
Entdecken Sie die neun Ortsfeuerwehren der Gemeinde einmal aus einer ganz anderen Perspektive. Zahlreiche Bilder, kurze und informative Texte sowie ein ansprechendes Layout versprechen einen ganz besonderen Einblick hinter die Kulissen der täglichen Feuerwehrarbeit.
Das Magazin wird mehrmals im Jahr durch die Gemeinde Nordstemmen veröffentlicht und ist online jederzeit abrufbar.

Ausgabe 1/2017

Hochwasser in der Gemeinde

Über 140 Einsatzkräfte im Dauereinsatz

Wenn es im Kieswerk brennt...

Einsatzkräfte üben in Barnten

Neue Trinkwasserverordnung

Gemeinde muss 14.000 Euro investieren


Vorwort

Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger in der Gemeinde Nordstemmen,

lernen Sie die Freiwillige Feuerwehr in unserer schönen Gemeinde einmal aus einer ganz anderen

Sicht kennen. Mit dem FEUERWEHRReport erhalten Sie einen exklusiven Einblick in die

umfangreiche Tätigkeit unserer ehrenamtlichen Brandschützer.

Die Feuerwehren investieren jedes Jahr hunderte Stunden in die Ausbilung, damit im Ernstfall

jeder Handgriff sitzt. Dieses kostenlose Medium bietet Ihnen nun die Möglichkeit, ganz nah an

der ehrenamtlichen Arbeit und Ausbildung der Feuerwehren in Ihrem Orten dabei zu sein.

Die kurzen Berichte und das umfangreiche Bildmaterial verdeutlichen die qualitativ

hochwertige und anspruchsvolle Tätigkeit der einzelnen Ortsfeuerwehren.

Ich wünsche Ihnen nun viel Spaß beim Durchblättern

Daniel Freitag

Gemeindepressewart Feuerwehr Nordstemmen

Impressum

Herausgeber:

Gemeinde Nordstemmen

Der Bürgermeister

Rathausstr. 3 , 31171 Nordstemmen

Kontaktdaten:

gemeinde@nordstemmen.de

Telefon: 05069 800-0

Fax: 05069 800-91

Redaktion:

Freiwillige Feuerwehr Nordstemmen

Pressewart Daniel Freitag

Gestaltung und Layout:

Daniel Freitag

Kontaktdaten: daniel.freitag@htp-tel.de

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Es gelten die Urheberrechte nach deutschem Recht (UrhG) §31 Nutzungsrechte und § 106 Unerlaubte Vervielfältigung


Inhalt dieser Ausgabe

4

Land unter durch Tief “Alfred”

Nach Starkregen kommt es zu zahlreichen Hochwassereinsätzen


10

Brandheiße Ausbildung

Förderverein ermöglicht Training

14

Waldbrandübung

Übung für den Ernstfall

16

Fast neues Gerätehaus

Einweihung in Mahlerten nach Umbau

20

Fiktives Feuer auf Reiterhof

Konzept geht auf

24

26

Tag der offenen Tür

Rössinger Kameraden

präsentieren ihre Arbeit

Burgstemmen feiert Jubiläum

115 Jahre - Feier mit zahlreichen

Vorführungen

28

Wenn es im Kieswerk brennt...

Mögliches Problem bei Wasserentnahme

32

Großübung bei Nordzucker

123 Einsatzkräfte trotz Unwetter im Einsatz

36

Neue Trinkwasserverordnung

Gemeinde muss 14.000 Euro investieren

38

42

“Funkenflieger” auf Erfolgskurs

Kinderfeuerwehr Escherde feiert

einjähriges Bestehen

Sonnenschein und Spaßige Spiele

Ferienpassaktion der Gemeinde-JF


„Land unter“ durch Tief „Alfred“

Nach Starkregen kommt es zu zahlreichen Hochwassereinsätzen

Es war einer der heftigsten Hochwassereinsätze für die Feuerwehren in der Gemeinde

Nordstemmen, so wird es der stellvertretende Gemeindebrandmeister

Patrick Eisfelder später zum Ausdruck bringen. Als Tief „Alfred“ über das südliche

Niedersachsen hinwegfegte, sorgte der anhaltende Starkregen für einen

Dauereinsatz der Feuerwehr. Letztlich hieß es in weiten Teilen der Gemeinde

„Land unter“.


Bereits am Abend des 24.07.2017 zogen pechschwarze

Wolken über das Gemeindegebiet hinweg. Gegen

18 Uhr entlud sich die geballte Kraft des Unwetters und

sorgte für einen 24 stündigen Starkregen. Zeitweise fielen

mehr als 120 Liter pro Quadratmeder auf den trockenen

Sommerboden. Vielerorts konnten die Äcker und

Flächen diese Wassermassen nicht mehr aufnehmen.

Gräben und Bäche traten unweigerlich über ihre Ufer,

sodass es gegen 23 Uhr zu den ersten Alarmierungen

kam. Anfangs war die Ortschaft Nordstemmen betroffen,

da der an der Heyersumer Straße gelegenen Salzbach

überlief. An der Kreuzung „Hauptstraße“ kam es letztlich

zum Wasserübertritt auf die Straße. Im Minutentakt

stieg der Wasserstand auf dem Kreuzungsbereich an. Die

Ortsfeuerwehr Nordstemmen versuchte an dieser Stelle,

gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden aus

Adensen-Hallerburg, gegen die Flut anzukämpfen. Mit

zahlreichen Pumpen sollte der weitere Anstieg des Wassers

reduziert werden, was jedoch ein schwieriges Unterfangen

darstellte. Der nicht enden wollende Regen,

ließ ein Sinken des Pegels nicht zu.

Vollalarm für die Gemeinde

Gegen 0:30 Uhr wurde der Vollalarm für sämtliche Orte

der Gemeinde ausgelöst und kurze Zeit später auch das

Technische Hilfswerk hinzugezogen. Im Gerätehaus der

Ortsfeuerwehr Nordstemmen wurde schnellstmöglich

ein Lagezentrum eingerichtet und ein Führungsstab einberufen.

Die Gesamteinsatzleitung trug in dieser Nacht,

und in den nachfolgenden Tagen, der stellvertretende

Gemeindebrandmeister Patrick Eisfelder. Im Minutentakt

gingen nun weitere Einsatzabschnitte bei der Einsatzleitung

ein, die den Einsatzleitwagen dazu nutzte,

die eigenen Kräfte optimal zu koordinieren. Wie sich

später zeigen sollte eine wertvolle Entscheidung, denn

die regionale Leitstelle der Berufsfeuerwehr hatte ebenfalls

alle Hände voll zu tun, die im gesamten Landkreis

gemeldeten Hochwasserlagen zu koordinieren.

Auch der Bauhof wurde frühzeitig in den Einsatz mit

eingebunden. Hier lagerten hunderte gefüllter Sandsäcke,

die eilig zur Hauptstraße gebracht wurden, um die

Grundstückseinfahrten und Kellerfenster vor den Fluten

zu schützen.

Abb.1: Mit der Pumpe “Hannibal”

wird der Salzbach-Pegel gesenkt

Abb.2: Hunderte Meter Schläuche müssen verlegt

werden, um die Wassermassen abzuleiten


Gegen halb vier brachte dann, das mittlerweile eingetroffene

Technische Hilfswerk aus Elze, ihre Hochleistungspumpe

in Stellung. Erst durch den Einsatz dieser

Pumpe gelang es, den Wasserspiegel am Steigen zu

hindern. Mit einer weiteren Pumpe von der Feuerwehrtechnischen

Zentrale aus Groß Düngen, der „Hannibal“,

gelang jedoch eine komplette Entschärfung der Hochwassersituation

Vorort.

Andere Orte sind plötzlich auch betroffen

Mit Nordstemmen war der Dauereinsatz für die Feuerwehren

jedoch nicht beendet. Am Dienstag zeigte sich

in den Ortschaften Rössing und Burgstemmen, dass

auch hier eine große Gefahr von den steigenden Pegelständen

des „Rössingbaches“ und der „Leine“ ausging.

Letztlich überflutete der Rössingbach einen Großteil

von Straßenzügen und Kellern im Ortsbereich. Auch

hier kämpften zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr

und THW gegen die Wassermassen. Schützende Dämme

aus Sandsäcken sollten Schlimmeres verhindern, dass

der Bach jedoch über seine Ufer hinweg anstieg, konnte

aber auch hier nicht gänzlich verhindert werden. In den

nachfolgenden Tagen mussten die Kameraden aus Rössing,

immer wieder zu vollgelaufenen Kellern ausrücken.

Bis Donnerstag waren die Einsatzkräfte hier im Einsatz.

Kritischer Pegelstand der „Leine“

Abb.3: Der “Rössingbach” hält den Wassermassen

nicht mehr stand und tritt letztlich

über seine Begrenzung hinweg


Abb.4,5: Einsatzkräfte kämpfen gegen die

drohende Überflutung in Rössing an und

schichten Sandsäcke auf...

In Burgstemmen baute man ebenfalls Schutzwälle aus

Sandsäcken und sogenannten „Big-Packs“ auf. Am

Schützen- und Sportplatz sollten diese die angrenzenden

Grundstücke vor dem steigenden Pegel der Leine

sicheren. Die Leine überstieg zeitweise tatsächlich die

kritische Marke von 4,20 Meter, ein Eindringen von Wasser

in die Häuser konnte aber verhindert werden.

PKW-Fahrer missachten immer wieder die

Absperrungen

Eigentlich unverantwortlich und dazu noch strafbar:

Das Umfahren von Absperrungen. Dennoch ignorierten

zahlreiche Autofahrer immer wieder diese Warnschilder,

welche die überfluteten Landstraßen sperrten, und umfuhren

diese mit ihren Fahrzeugen. In der Folge blieben

immer wieder Fahrzeuge auf den überfluteten Teilgebieten

stecken. Eine Unvernunft, die nicht nur die Fahrzeugführer

selbst in eine gefährliche Lage brachte, sondern

auch die herbeigeeilten Einsatzkräfte.

Abb.6: Immer wieder fahren Fahrzeuge durch die überschwemmten

Straßen und gefährden sich und andere...

(hier ist es jedoch ein Kamerad, der Sandsäcke auf einem Anhänger liefert)

...wie auch in Burgstemmen, wo zusätzlich

sogenannte “Big-Packs” zum Einsatz kommen

Kopfschütteln und Unverständnis lösten hingegen auch

die „Hochwassertouristen“ aus, die unbedingt einen

Schnappschuss von den Fluten ergattern wollten und

somit sich und andere in Gefahr brachten. Passiert ist

zum glück jedoch nichts. Dahingegen gab es zahlreiche

Bürgerinnen und Bürger, die immer wieder freiwillig mit

anpackten und zum Beispiel Sandsäcke befüllten, die

Helfer mit Heißgetränken und Snacks versorgten oder

einfach nur ihre Hilfe anboten, auch wenn sie selbst gar

nicht vom Hochwasser betroffen waren.

Nach 72 Stunden endlich Ruhe

Über drei Tage wehrte dieser Großeinsatz für die Feuerwehren

in der Gemeinde. Erst am Donnertagabend

waren die letzten Keller ausgepumpt und die Ortsfeuerwehren

konnten sich langsam aus dem Geschehen herauslösen.

Die Bilanz dieses Großereignisses: 140 Einsatzkräfte

arbeiteten - in den 72 Stunden - über 50 Einsätze

ab. Teilweise waren einige Ortsfeuerwehren rund um die

Uhr im Einsatz.

Dieses Ereignis war kräftezehrend und vielerorts ein

Kampf gegen Windmühlen. Dennoch war die Motivation

unter den Einsatzkräften ungebrochen und zu jeder

Tageszeit hoch. Abschließend bleibt die Erkenntnis, dass

sich das Wetter tendenziell verändert und wir wahrscheinlich

häufiger mit solchen Unwetterlagen zu tun

haben werden. Die Feuerwehren in der Gemeinde haben

jedoch bewiesen, dass sie auch diesen Naturgewalten

trotzen und auch zukünftig solche Großschadenslagen

bewältigen werden.

Text: Daniel Freitag Fotos: S.Wollgramm, D. Freitag


Brandheiße Ausbildung

Förderverein der Feuerwehr ermöglicht Ausbildung in der Brandübungsanlage

„Flashover, Rückzug!“, lautete an dem Samstagmittag öfters der Einsatzbefehl

unter den Trupps im Innern der Brandübungsanlage in Bad Gandersheim.

Acht Kameradinnen und Kameraden, der Ortsfeuerwehr Adensen-

Hallerburg, konnten in dem Brandcontainer verschiedene Situationen

eines Innenangriffs trainieren. Eine „brandheiße“ Erfahrung, wie sich später

herausstellte.

10


Wer unter schwerem Atemschutz in ein brennendes

Gebäude vorgehen muss, benötigt eine fundierte

Ausbildung und praktische Erfahrung. Da sich glücklicherweise

die Zahl der Brandeinsätze für kleinere Ortsfeuerwehren

in Grenzen hält, müssen andere Wege und

Möglichkeiten gefunden werden, um die Kameraden an

das „Feuer“ zu gewöhnen. Eigens hierfür existiert, seit

2007 in Bad Gandersheim (LK Northeim), eine gasbefeuerte

Brandübungsanlage. In dem ausgebauten Container

werden verschiedene Brandszenarien dargestellt. So

kann z.B. auch ein „Flashover“ simuliert werden, bei dem

es zu einer plötzlichen Ausbreitung des Feuers in einem

Raum kommt. Dieser Flashover wird in der Anlage mit

Hilfe eines hochleistungsstarken Gasbrenners erzeugt.

Bei einem realen Wohnungsbrand sind es meist brennbare

Gase, die sich beispielsweise unterhalb der Zimmerdecke

sammeln und unter bestimmten Bedingungen

schlagartig entzünden. Wie man eimem solchen Flashover

als Feuerwehrtrupp entgegenwirkt, wurde den acht

aktiven Einsatzkräften der Ortsfeuerwehr in der Übungsanlage

vermittelt. Der Förderverein der Feuerwehr hatte

den Ausbildungstag arrangiert und die Kosten für die

Kameradinnen und Kameraden übernommen.

Zuvor bereits die Handgriffe geübt

Zwei Tage zuvor hatten die Einsatzkräfte, in einem theoretischen

Übungsdienst, noch einmal alle Handgriffe

geübt. Geleitet wurde dieser spezielle Übungsdienst

durch den Atemschutzbeauftragten der Ortsfeuerwehr,

Florian Weber-Walleck, und den Gemeindeatemschutzbeauftragten

Stefan Thiel. Thiel setzt sich seit seinem

Amtsantritt für die konsequente Ausbildung der Atemschutzgeräteträger

ein. Wichtig sei es ihm dabei, dass

die Einsatzkräfte, welche unter Atemschutz in ein brennendes

Gebäude vorgehen, über ein fundiertes Wissen

verfügen. Dies schütze die Einsatzkräfte im Ernstfall, und

Abb.1: Gemeindeatemschutzbeauftragter Stefan Thiel

erklärt die Vorgehensweise bei einem Innenangriff

Abb.2: Immer wieder werden die Handgriffe in

dem theoretischen Übungsdienst trainiert

11


könne daher nicht nur in der Theorie erlernt

werden, weiß Stefan Thiel. Umso

erfreulicher sei es, dass der Förderverein

seinen Einsatzkräften nun diese Ausbildung

ermöglichte.

Herantasten an die Hitze

Abb 3: Die Brandsäule strahlt eine enorme Hitze ab,

welche auch in dem Leitstand noch deutlich zu spüren

ist

Bereits in dem Leitstand der Übungsanlage

konnte man die Hitze durch die

Schutzscheibe deutlich spüren. Nach einer

sogenannten Eingewöhnungsphase,

bei dem die Kameraden bereits mit dem

Flashover bekannt gemacht wurden, ging

es dann truppweise in die Anlage. Nacheinander

aktivierten die Ausbilder eine

Flammensäule und gleich danach den

Flashover. Im Innern der Anlage gönnte

man den Trupps somit keine Pause. Jedes

Mal galt es von Neuem, sich vor den Flammen

und der großen Hitze so gut es geht

zu schützen. Nach siebeneinhalb Minuten

konnten die Trupps den Container dann

wieder verlassen. Deutlich erschöpft traten

diese aus der Tür und waren froh, erst

einmal eine kurze Pause einzulegen, bis

12


Abb. 4 u. 5: Im Wechsel gehen die Trupps in

den Container und kehren völlig erschöpft

wieder heraus (Bild unten)

sie dann ein zweites Mal ihr Können

unter Beweis stellen mussten.

Im zweiten Durchgang saßen die

Handgriffe schon etwas besser

und die Ausbilder zeigten sich

zufrieden mit der erbrachten Leistung.

Allen Teilnehmern war die

Anstrengung dennoch deutlich

anzusehen, als sie endlich die

Atemschutzgeräte wieder ablegen

konnten. Erschöpft, aber zufrieden

mit der Leistung, wurde

abschließend ein positives Fazit

des Tages gezogen und jede Menge

„brandheiße“ Erfahrung mitgenommen.

Text und Fotos: Daniel Freitag

13


Training für den Ernstfall

1. Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft 2 übt Waldbrandszenario

Waldbrände stellen eine nicht zu unterschätzende Gefahr dar, weshalb auch

dieses Szenario immer wieder trainiert werden muss. Anfang April übte der

1.Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft 2 in der Gemeinde Nordstemmen ein

solches Einsatzszenario. Mehrere hundert Meter Schlauchleitung mussten

hierfür verlegt werden, um das Wasser sicher zum fiktiven Brandherd zu

befördern.

14


Ein Waldbrand kann schnell zu einem Inferno werden,

wissen auch die zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren

in der Gemeinde Nordstemmen. Besonders an trockenen

und heißen Sommertagen steigt die Waldbrandgefahr

und somit die Aufmerksamkeit der Feuerwehr.

Sollte ein solches Szenario eintreten, müssen schnellstmögliche

Löschmaßnahmen eingeleitet werden, um

Schlimmeres an Flora und Fauna zu verhindern. Die örtlichen

Feuerwehren können bei solchen Großeinsätzen

mit ihrer Ausrüstung und ihren Kräften schnell ans Limit

ihrer Möglichkeiten geraten. Aus diesem Grund kommen

die sogenannten Kreisfeuerwehrbereitschaften zum Einsatz.

Die Facheinheiten unterstützten die Ortsfeuerwehren

bei Großschadenslagen mit Fahrzeugen, Material

und Personal. Eine solche Einheit der Kreisfeuerwehrbereitschaft,

mit dem Schwerpunkt Brandbekämpfung,

und Kameraden sie letztendlich verlegen konnten. An

diesem Abend waren insgesamt 35 Brandschützerinnen

und Brandschützer des 1.Zuges im Einsatz, welcher sich

aus den Ortsfeuerwehren Barnten, Burgstemmen, Groß

Escherde und Heyersum zusammensetzt.

TLF aus Burgstemmen besonders hilfreich

Um den großen Wasserbehälter zu befüllen, erwies sich

das neue Tanklöschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Burgstemmen

als besonders hilfreich. Das 2016 in Dienst

gestellte Fahrzeug verfügt über einen ausreichend großen

Wassertank von 4000 Liter. Damit war es an diesem

Abend binnen weniger Minuten möglich, den aufgestellten

Wasserbehälter zu befüllen und somit die Wasserversorgung

durchgehend zu gewährleisten.

Abb 1: Wichtigstes Hilfsmittel für die kontinuierliche

Wasserversorgung: Der Faltbehälter

Abb 2: Das neue TLF 3000 der Ortsfeuerwehr Burgstemmen

bringt mehrmals das dringend benötigte

Wasser

ist auch in der Gemeinde Nordstemmen stationiert. Zu

einer Waldbrandübung traf sich der 1. Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft

nun in der Nähe von Adensen, um

eine Waldbrandbekämpfung zu trainieren. Dabei stand

besonders die knappe Wasserversorgung am Waldrand

im Fokus der Brandschützer.

Kontinuierliche Wasserversorgung

gewährleisten

Um eine kontinuierliche Wasserversorgung zu gewährleisten,

wurde ein 5000 Liter fassender Faltbehälter permanent

von Tanklöschfahrzeugen mit Wasser versorgt

und dieses über eine mehrere hundert Meter lange

Schlauchleitung zu den Feuerwehrkameraden im Wald

befördert. Sascha Mehner, Zugführer des 1. Zuges der

Kreisfeuerwehrbereitschaft 2, war am Ende der Übung

sichtlich zufrieden mit der Leistung seiner Kameradinnen

und Kameraden. „Wir haben innerhalb von 15 Minuten

nach Ankunft sämtliche Schlauchleitungen aufgebaut

und konnten somit mehrere Trupps im Wald mit

Wasser versorgen“, berichtet Mehner anschließend. Dies

sei eine enorme Leistung, fügt er hinzu, wenn man bedenkt,

dass man die schweren Schläuche über mehrere

hundert Meter tragen musste, bis die Kameradinnen

Abb 3: Im Wald kämpfen die Kameraden aus

Heyersum gegen den fiktiven Waldbrand

Fazit nach Übungsende: Für Waldbrandszenarien ist

man gut gerüstet und schnell vor Ort um die erste Wasserversorgung

sicherzustellen. „Im Ernstfall müsse man

aber auf weitere Kräfte der umliegenden Gemeinden

zurückgreifen, um den großen Bedarf an Wasser kontinuierlich

abzudecken“, fügt Sascha Mehner hinzu. Man

dürfe die rasante Ausbreitungsgeschwindigkeit eines

Waldbrandes nicht unterschätzen, besonders wenn eine

lange Trockenperiode vorliegt und womöglich der Wind

das Feuer antreibt. Text und Fotos: Daniel Freitag

15


Auf dem neusten Stand

Einweihung des „fast“ neuen Feuerwehrgerätehauses in Mahlerten

„Wir sind stolz, ein so modernes Feuerwehrgerätehaus in Betrieb nehmen

zu können“, berichtet Gemeindebürgermeister Norbert Pallentin bei der

offiziellen Schlüsselübergabe in Mahlerten. Nach einem Jahr intensiven

An- und Umbaumaßnahmen konnte das sanierte und teilerneuerte Gerätehaus

der Ortsfeuerwehr Mahlerten nun eingeweiht werden.

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Es war schon ernüchternd, berichtet Ortsbrandmeister

Björn Launer, dass das alte Gerätehaus bei einer

Prüfung schlecht abgeschnitten hatte. Die viel zu enge

Fahrzeughalle, die dürftigen Umkleidemöglichkeiten

und die fehlenden sanitären Anlagen entsprachen so gar

nicht mehr den heutigen Anforderungen. Das Mahlerter

Gerätehaus stand mit seinen Mängeln jedoch nicht alleine

dar. Viele Feuerwehrgerätehäuser in der Gemeinde

entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand der Vorschriften.

Darüber hinaus sind die Fahrzeughallen nicht

auf Großfahrzeuge der neuen Generationen ausgelegt,

was zu massiven Platzproblemen führt. Umso erfreulicher

war es, dass das erste Gerätehaus in der Gemeinde

nun einer Totalsanierung unterzogen wurde. Nach Vorlage

der Baupläne durch den Architekten Peter Appel, beschloss

der Gemeinderat und die Verwaltung 2014, dass

die dringende Sanierung und ein neuer Anbau erfolgen

soll. Anfang 2016 begannen die Arbeiten mit dem Anbau

zwischen der Fahrzeughalle und dem Dorfgemeinschaftshaus.

Abb.1: Übergabe des symbolischen Schlüssels durch

Gemeindebürgermeister Norbert Pallentin

Im Frühjahr Restarbeiten abgeschlossen

Bereits im Mai 2016 konnten die Kameradinnen und Kameraden

der Ortsfeuerwehr das Richtfest vollziehen. Im

Frühjahr 2017 wurden nun die letzten Restarbeiten abgeschlossen.

Anfang April trafen sich die Angehörigen und

Vertreter der Feuerwehr, der Verwaltung und der Räte

nun zur offiziellen Einweihungsfeier. Gemeindebürgermeister

Pallentin überreichte den symbolischen Schlüssel

und dankte den Kameraden für ihren unermüdlichen

Einsatz. Über 1.300 Stunden Eigenleistung sind durch die

Kameraden der Ortsfeuerwehr in das Bauprojekt geflossen.

Von Maler- und Fliesenarbeiten zu ganzen Wandsetzungen

und der Gestaltung des Gemeinschaftsraumes.

„Wir haben uns von ehemals 75qm auf stolze 160qm

ausgebreitet, was eine deutliche Verbesserung darstellt“,

berichtet Ortsbrandmeister Launer in seiner Rede. Das

Abb.2: Die neuen Rollwagen für die Einsatzkleidung

wurden durch die Ortswehr selbst beschafft

17


getrennt sind. Ein besonderer Blickfang sind die

eigens beschafften Rollwagen für die Einsatzkleidung,

die es ermöglichen, die Privatkleidung von

der Einsatzkleidung zu trennen. Auch Duschmöglichkeiten

sind nun endlich vorhanden, weshalb

das Gerätehaus jetzt den strengen Sicherheitsauflagen

und Vorschriften der Unfallversicherung

entspricht. Insgesamt hat die Gemeinde über 225

000 Euro in den Um- und Neubau investiert. „Dieses

Geld war bestens angelegt, denn die Sicherheit

unserer ehrenamtlichen Brandschützer muss

uns jeden Cent wert sein“, richtet Ortsbürgermeister

Markus Schwenkler in seiner Rede dankend

an die Gemeinde.

Viel Eigenleistung investiert

Zu dem Festakt waren auch Vertreter der Partnerfeuerwehr

aus Berlin angereist. Die Freiwillige

Feuerwehr Frohnau blickt auf eine 30 jährige

Freundschaft mit den Kameraden aus Mahlerten

zurück. Im Gepäck hatten Ulrike Wagner und

Ralf Töwe noch ein ganz besonderes Geschenk,

welches sie bei dem offiziellen Teil an Heinrich

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Abb.3: Übergabe des Ehrenabzeichens in Silber durch die

Kameraden der Partnerfeuerwehr aus Berlin Frohnau (v.l. Ralf

Töwe, Heinrich Tummer, Ortsbrandmeister Björn Launer, Ulrike

Wagner)

Tummer überreichten. Tummer investierte

über mehr als 700 Stunden Eigenleistung in

die Renovierungsarbeiten. Der Kamerad der

Altersabteilung besitzt umfangreiche Baukenntnisse

und kümmerte sich monatelang

um die Fliesen- und Trockenausbauarbeiten.

„Meine liebe Frau musste lange auf mich verzichten,

aber ich kann halt nicht von meiner

Ortswehr ablassen“, berichtet der ehemalige

stellvertretende Ortsbrandmeister, als die

zwei Berliner ihm ein Ehrenabzeichen in Silber

vom Landesfeuerwehrverband Berlin e.V.

überreichen. „Du hast diese Partnerschaft

immer aufrechtgehalten und deine Freizeit

für diesen Umbau geopfert. Dieses Ehrenabzeichen

hast du mehr als verdient“, erläutert

Ulrike Wagner bei der Übergabe. Als weiteres

Dankeschön weihten die Kameraden aus

Mahlerten an diesem Tag noch eine Ehrentafel

im Eingangsbereich ein, welche ebenfalls

Heinrich Tummer zum Dank gewidmet ist.

Text und Fotos: Daniel Freitag

19


Hier ging das Konzept der Ausbildung auf

Fiktives Feuer auf einem Reiterhof fordert über 40 Einsatzkräfte heraus

Hier ging das Konzept unserer Ausbildung auf, wird Zugführer Patrick

Möhle später berichten, als sich eine Großübung in Groß Escherde dem

Ende neigt. Über 40 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Groß Escherde,

Klein Escherde, Barnten, Nordstemmen und Rössing hatten sich an einem

Reiterhof eingefunden und übten ein Szenario, dass sich niemand

im realen Einsatzgeschehen wünscht.

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Abb.1: Es brennt auf einem Reiterhof. Gruppenführer Mark

Bertram (rechts) erklärt Stephan Mainka die brisante

Einsatzlage

Es war gegen 19 Uhr, als der stellvertretende Gemeindebrandmeister

Patrick Eisfelder den Alarm an den

1.Zug der Feuerwehr Nordstemmen ausgab. „Rauchentwicklung

auf einem Reiterhof“ lautete das Alarmstichwort

für die vier Ortsfeuerwehren des Löschzuges. Drei Minuten

nach der Alarmausgabe traf die ortsansässige Feuerwehr

aus Groß Escherde am fiktiven Einsatzort ein. Was

die Führungskräfte einige Monate zuvor in einem theoretischen

Planspiel geübt hatten, musste nun praktisch

umgesetzt werden.

Bereits bei der Erkundung stellte der erste Gruppenführer

Mark Bertram fest, dass die dargestellte Lage eine

Herausforderung wird. In einem als Werkstatt genutztem

Gebäudeteil war ein Feuer ausgebrochen. Dramatisch an

dieser Situation: Das Feuer drohte auf den darüber befindlichen

Heuboden überzugreifen und mehrere Personen

wurden als vermisst gemeldet. Schnell bauten die

Kameradinnen und Kameraden aus Groß Escherde die

erste Wasserversorgung auf und ein Trupp unter Atemschutz

wurde für die Menschenrettung ausgerüstet. Wenige

Minuten später trafen die weiteren Ortsfeuerwehren

des Löschzuges am Einsatzort ein.

Unter Atemschutz auf den Heuboden

Diese rüsteten ebenfalls mehrere Trupps mit Atemschutzgeräten

aus, sodass sich nun, neben der Menschenrettung,

die ersten Trupps zur Brandbekämpfung

vorwagen konnten. Dank einiger Nebelmaschinen, die

in der Werkstatt und auf den Heuboden versteckt waren,

wirkte die Übungssituation dramatisch real. Aus einigen

Türen und Fenster drang der dichte Rauch und versperrte

den Angriffstrupps im Inneren die Sicht. Über eine

Stunde kämpften die Einsatzkräfte gegen ein fiktives

Feuer, retteten Verletztendarsteller und kümmerten sich

um den Schutz angrenzender Gebäude.

Abb.2: Kameradinnen und Kameraden aus Groß

Escherde kümmern sich anfangs um einen raschen

Aufbau der Wasserversorgung zum Brandobjekt

21


22


Abb.3: Immer wieder gehen Trupps unter Atemschutz in die

durch Nebelmaschinen verrauchte Werkstatt und suchen nach

vermissten Personen

Über 40 Pferde auf dem Reiterhof eingestallt

Bei der anschließenden Nachbesprechung der Führungskräfte,

ging man noch einmal auf die potentiellen Gefahren

und Probleme an diesem Objekt ein. Auf der Hofstelle

sind über 40 Pferde eingestallt und gerade am Abend

bis zu 30 Pferdebesitzerinnen und -besitzer auf dem Hof

anwesend. „Hier muss eine effektive Taktik angewendet

werden, um die Pferde im realen Fall zu evakuieren und

die Anwesenden schnellstmöglich aus dem Gefahrenbereich

zu schaffen“, erklärte Zugführer Patrick Möhle. Man

habe zudem wieder einmal gut zusammengearbeitet,

äußerte Möhle weiter, denn das gute Miteinander entscheide

über den Erfolg einer solchen Großübung.

Abb.4: Auf der Rückseite des Gebäudes kümmern sich

Kameraden aus Barnten um den Schutz angrenzender

Gebäude

Auch Groß Escherdes Ortsbrandmeister Sascha Mehner,

der die Übung mit ausgearbeitet hatte, zeigte sich sichtlich

zufrieden mit der Leistung der Einsatzkräfte. Es sei

bereits die dritte Übung an diesem Objekt, erklärte er

anschließend, und es gebe immer wieder neue Hürden

zu meistern. Es wird auch nicht die letzte Übung auf diesem

Reiterhof gewesen sein, denn Übungen wie diese

sind notwendig, um auch kleinere Defizite aufzuzeigen.

So könne die weitere Ausbildung intensiviert werden,

weiß auch der stellvertretende Gemeindebrandmeister

Patrick Eisfelder. Auch er nahm an diesem Abend einige

Anregungen auf, um sie künftig in der Ausbildung anzuwenden.

Aber dafür übe man ja schließlich, damit es im

Realeinsatz reibungslos klappt.

Text und Fotos: Daniel Freitag

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Tag der offenen Tür am DGH Rössing

Zahlreiche Besucher informieren sich auch über die Arbeit der Feuerwehr

Das Wetter hätte wohl nicht besser sein können, als der Kulturverein

aus Rössing Mitte Mai zum Tag der offenen Tür am Dorfgemeinschaftshaus

eingeladen hatte. Sonnenschein, und fast 23°C, lockten

zahlreiche Besucher in und um das DGH. Auch die Ortsfeuerwehr

Rössing präsentierte sich und ihre Arbeit an diesem Tag und führte

sogar eine interessante Übung vor.

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Abb.1: Die Kameraden aus Rössing präsentieren die Arbeit der

Feuerwehr. Angenommen wurde ein Verkehrsunfall

Mitte Mai veranstaltete der Kulturkreis aus Rössing

einen Tag der offenen Tür am Dorfgemeinschaftshaus.

Grund war das 25 jährige Bestehen des DGH. Zahlreiche

Vereine präsentierten sich und ihre Vereinsarbeit,

so auch die Ortsfeuerwehr Rössing. Die Kameradinnen

und Kameraden öffneten an diesem Tag nicht nur ihr

Gerätehaus, welches praktischerweise direkt neben dem

Dorfgemeinschaftshaus steht, sondern sie zeigten auch

ihr Fahrzeug und die darauf befindliche Technik, führten

Spiele für Kinder durch und kümmerten sich um das

Leibliche Wohl der Besucher.

Vorführung eines Verkehrsunfalls

Das Highlight stellte jedoch die Vorführung eines Verkehrsunfalls

dar, welche eigens für diesen Tag geplant

wurde. Da die Ortsfeuerwehr über die technischen

Mittel zur Rettung von Personen aus verunfallten Fahrzeugen

verfügt, wurde eine solche Rettungsaktion den

interessierten Besuchern vorgeführt. Ein eigens hierfür

abgestellter, schrottreifer PKW simulierte das Unfallfahrzeug,

indem ein Darsteller platzgenommen hatte. Es

galt, dieses vermeintliche Unfallopfer, so schonend wie

nur möglich aus dem Unfallfahrzeug zu befreien. Die

Rössinger konnten hier ihr ganzes Können unter Beweis

stellen. Zusätzlich stand ein Rettungswagen der Johanniter-Unfall-Hilfe

e.V. bereit, damit auch die vorherige

medizinische Versorgung demonstriert werden konnte.

Nachdem das Dach des PKW abgenommen war, wurde

das vermeintliche Unfallopfer sicher befreit. Die Vorführung

sorgte für so manche erstaunte Gesichter und auch

für Anerkennung unter den Besuchern. Vielen Bürgerinnen

und Bürgern ist oftmals nicht bewusst, welches taktische

Vorgehen erforderlich ist, um einen eingeklemmten

Insassen aus einem Unfallfahrzeug zu befreien. Mit

dieser Demonstration konnten die Kameradinnen und

Kameraden nun noch einmal ihre Arbeit bei den Zuschauern

verdeutlichen und aufzeigen, dass die Freiwillige

Feuerwehr ein wichtiger Bestandteil des Rettungswesens

ist. Vielleicht, so erhofft es sich Patrick Möhle, der

stellvertretende Ortsbrandmeister von Rössing, animiert

dieser Tag ja noch den ein oder anderen Dorfbewohner,

sich auch in der Ortsfeuerwehr einzusetzen. Ziel war es

deshalb auch, mögliche Neumitglieder für die Arbeit in

der Freiwilligen Feuerwehr zu motivieren. Denn, man

beobachtet bereits seit Jahren, dass die Zahl der aktiven

Einsatzkräfte stetig sinkt. Gerade am Tag können die

Einsatzfahrzeuge deshalb mancherorts nur dürftig mit

Personal besetzt werden. Eine Rettungsaktion, wie die

dargestellte Vorführung der Rössinger Feuerwehrkameraden,

gelingt jedoch nur mit ausreichendem Personal.

„Hier muss einfach jeder Handgriff sitzen und dazu benötigt

man viele helfende Hände“, weiß der stellvertretende

Ortsbrandmeister zu berichten. Es bleibt also nun

abzuwarten, ob interessierte Dorfbewohner mal bei einem

Übungsdienst vorbeischauen. Denn die Feuerwehren

kämpfen nicht nur um das Leben von Menschen in

Notlagen, sondern auch um das eigene Überleben.

Text: Daniel Freitag | Fotos: Feuerwehr Rössing

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115 Jahre Ortsfeuerwehr Burgstemmen

Tag der offenen Tür mit zahlreichen Vorführungen

Von der einstigen Pflichtfeuerwehr, bei der sich die Orte Heyersum, Mahlerten

und Burgstemmen noch eine Handdruckspritze teilen mussten,

hat sich die Ortsfeuerwehr Burgstemmen zu einer modernen Freiwilligen

Feuerwehr entwickelt. Bei ihrem 115 jährigem Jubiläum, zeigte die

Wehr nun ihre Technik und ihr Können auf zahlreichen Vorführungen.

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Abb.1: Neben einer Fettexplosion (vorherige Seite) gab es zahlreiche

Vorführungen. Hier wurde ein Verkehrsunfall nachgestellt

und gemeinsam mit Nordstemmen abgearbeitet

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts teilten sich die Ortschaften

Heyersum, Mahlerten und Burgstemmen

eine von Pferden gezogene Handdruckspritze. Da es bei

Bränden jedoch immer wieder zu großen Verzögerungen

kam, da die Spritze erst aus einem der Orte geholt

werden musste, beschloss man 1902 eine eigene Feuerwehr

in Burgstemmen zu realisieren. Auf der Domäne

Poppenburg existierte zu dieser Zeit bereits eine eigene

Spritze, welche fortan von den Mitgliedern der neuen

Freiwilligen Feuerwehr Burgstemmen mitbenutzt wurde.

Erst viele Jahre später folgte dann ein eigenes Löschfahrzeug

mit einer motorbetriebenen Tragkraftspritze.

Eindrucksvolle Vorführungen

Zum Auftakt des Jubiläums veranstaltete die Ortsfeuerwehr

Burgstemmen nun einen Tag der offenen Tür, um

dieses Gründungsereignis gebührend zu feiern. Seit der

Gründung ,vor über 115 Jahren, hat sich ja auch so einiges

getan. In jüngster Vergangenheit hat die Ortsfeuerwehr

zwei neue Löschfahrzeuge erhalten, und ist damit

auf einem hochwertigen Stand der Technik angekommen.

Dies ist auch notwendig, da die Kameradinnen und

Kameraden der Einsatzabteilung nicht nur im Gemeindegebiet

zur Verfügung stehen, sondern auch Einsätze

außerhalb der Gemeindegrenzen durchführen. Besonders

das mit 4000 Litern beladene Tanklöschfahrzeug,

ist ein taktisch wertvolles Einsatzmittel, welches auch zu

Einsätzen nach Elze und Gronau alarmiert werden kann.

Den Besucherinnen und Besuchern wurde auf dem Tag

der offenen Tür diese Technik nun ausgiebig präsentiert.

Neben einer Fahrzeugschau, bei der auch die Drehleiter

aus Gronau vorgeführt wurde, gab es ein umfangreiches

Rahmenprogramm. Gemeinsam mit den Kameraden aus

Nordstemmen wurde ein fiktiver Verkehrsunfall abgearbeitet,

danach ein klassischer Löschangriff demonstriert

und eine Fettexplosion verdeutlichte die Gefahr von unbedachtem

Löschen brennenden Fettes mit Wasser. Die

zahlreichen Besucher, und besonders die Kleinen, waren

von den Vorführungen sichtlich begeistert. Am Abend

fand die „Blaulicht-Party“ statt, bei der die Mitglieder der

Ortsfeuerwehr die Möglichkeit hatten, ihr eigenes Jubiläum

ausgiebig zu feiern.

Text: Daniel Freitag | Fotos: Feuerwehr Burgstemmen

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Wenn es am Kieswerk brennt…

Einsatzkräfte proben den Ernstfall in Barnten

Ein Feuer in einem Schaltschrank gab den Anstoß für eine Übung auf

dem Gelände des Kieswerks in Barnten. Größte Problematik: Trotz jeder

Menge Wasser, ist ein Herankommen deutlich erschwert. Dieses Thema

war nun Inhalt einer kurzen aber eindrucksvollen Übung.

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Abb.1: Die Anfahrt ist staubig und holperig, aber das geringere

Problem am Objekt Kieswerk in Barnten...

2016 kam es zu einem Feuer in einem Schaltschrank

auf dem Gelände des Kieswerks in Barnten. Bereits

damals zeigte sich ein gravierendes Problem: Zwar steht

ringsherum genügend Wasser zur Verfügung, doch das

Herankommen an die Wasserentnahmestelle kann eine

Herausforderung darstellen. Abschüssiges Gelände,

Sand und Kies erschweren das sichere Aufstellen der

tragbaren Feuerwehrpumpen. Doch nur die Kiesteiche

sind eine zuverlässige Wasserentnahmestelle, da

es keinerlei Hydranten auf dem Gelände gibt. Bei dem

genannten Einsatz war die ortsansässige Freiwillige Feuerwehr

Barnten schnell vor Ort, hatte den Brand zügig

unter Kontrolle und kam relativ gut an das Wasser heran.

Durch den Kiesabbau verändern sich jedoch immer wieder

die Gegebenheiten, weshalb auch die Firma Holcim,

als Betreiber des Kieswerkes, hier ein reales Problem

sieht.

Im Rahmen einer sogenannten „Health & Safety“ Woche

nahm sich die Firma Holcim nun auch dieser Problematik

an und stellte deshalb eine Anfrage an die Ortsfeuerwehr,

ob nicht eine Übung auf dem Gelände durchgeführt

werden könne. Ortsbrandmeister Joachim Bauch

stimmte ein und organisierte, gemeinsam mit Andreas

Klingebiel von Holcim, eine kurze aber intensive Übung.

„Wir können dadurch über mögliche Probleme intern beraten

und künftig beispielsweise für bessere Zufahrtswege

zu den Seen sorgen“, berichtet Andreas Klingebiel. Er

stand mit einigen Mitarbeitern etwas abseits und beobachtet

gespannt den Übungsverlauf. Das Szenario spielte

an einem der Siebtürme, welcher bei Reparaturarbeiten

in Brand geraten war. „Dies ist durchaus realistisch,

da in den Siebtürmen spezielle Gummimatten verbaut

sind. Nutzen sich diese durch Reibung ab und müssen

deshalb Reparatur- und Schweißarbeiten an dem Turm

durchgeführt werden, könnte tatsächlich ein Feuer ausbrechen“,

erklärt Klingebiel.

Abb.2: ... schwieriger gestaltet sich da der Aufbau der

Wasserversorgung in dem unwegsamen Gelände...

Abb.3: ... und das Verlegen mehrerer Meter

Schlauchleitung

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Abb.4: Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Groß Escherde

bekämpfen das fiktive Feuer an dem Siebturm


Dichter Qualm dringt aus einem der

Siebtürme

Als die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Barnten und

Groß Escherde am Einsatzort eintrafen, drang aus dem

Siebturm tatsächlich dichter, schwarzer Qualm. Ortsbrandmeister

Joachim Bauch hatte hierfür spezielle

Rauchtöpfe gezündet. „Dies erhöht den Realismus und

weist den Einsatzleitern den Weg“, erklärt er später.

Wasserproblematik schnell im Griff

Schnell zeigte sich, dass die angenommene Problematik

mit der Wasserversorgung, doch schnell gelöst werden

konnte. Nach wenigen Minuten war die Tragkraftspritze

sicher positioniert und das Wasser konnte zum Fahrzeug

der Ortsfeuerwehr Groß Escherde geleitet werden. Ab

hier wurde der Löschangriff auf den Siebturm vorge-

nommen. Nach einer halben Stunde wurde die Übung

erfolgreich abgeschlossen.

Andreas Klingebiel und sein Team hatten zwar noch etwas

mehr „Action“ erwartet, waren mit dem Verlauf der

Übung aber sichtlich zufrieden. Man wolle dennoch die

Situation vor Ort für die Feuerwehren verbessern, erklärte

Klingebiel anschließend. Auch Ortsbrandmeister

Bauch stimmte in das positive Fazit mit ein: „Die gedachte

Problematik mit der erschwerten Wasserentnahme,

war letztlich doch weniger dramatisch als vorerst angenommen“.

Dennoch, und da sind sich alle Beteiligten

sicher, wird es nicht die letzte Übung an diesem Objekt

gewesen sein.

Text und Fotos: Daniel Freitag

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Großübung bei Nordzucker

123 Einsatzkräfte trotz Unwetter im Einsatz

Eine Verpuffung, mehrere Vermisste und möglicherweise verletzte

Personen und verschiedene unübersichtliche Lagen – dies ist die Bilanz

einer Großübung auf dem Gelände der Nordzucker AG. Angerückt war

der gesamte Zug der Kreisfeuerwehrbereitschaft 2, zudem auch

mehrere Ortsfeuerwehren aus unserer Gemeinde zählen.

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Eine Besuchergruppe wird durch die Hallen der Nordzucker

AG geführt. Plötzlich kommt es zu einer unerwarteten

Verpuffung. Mehrere Personen sind von dichtem

Qualm eingeschlossen und finden nicht mehr den

Weg ins Freie. Aufgeschreckt von dem lauten Knall, fährt

ein Radladerfahrer gegen ein Gerüst auf dem zwei Arbeiter

beschäftigt sind. Das Gerüst stürzt ein, einer der

Arbeiter wird darunter begraben, während sein Kollege

von einer Eisenstange „aufgespießt“ wird. Ein Horrorszenario

für Einsatzkräfte der Feuerwehr, und doch ein

mögliches, realitätsnahes Einsatzbild.

Abb.1: Ein Arbeiter ist von einem Gerüst gefallen. Nun ragt eine

Eisenstange aus seinem Bauch. Rettungsassistenten der JUH

Alfeld kümmern sich um den Patienten von der Realistischen

Unfalldarstellung des DRK Bad Münder

Über 120 Einsatzkräfte vorort

Für die lange geplante Großübung hatten sich über 120

Einsatzkräfte der sogenannten Kreisfeuerwehrbereitschaft

2 (kurz FB 2) des Landkreises Hildesheim eingefunden.

Die aus mehreren Einsatzzügen bestehende FB

2, sowie Einheiten der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. aus Hildesheim

und Alfeld, retteten an diesem Abend mehrerer

Verletztendarsteller der Realistischen Unfalldarstellung

des Deutschen Roten Kreuzes aus Bad Münder, führten

Technische Rettungen durch und löschten den fiktiven

Brand im Kesselhaus. Indiziert wurde diese Großübung

von Abschnittsleiter Heiko Bartels, welcher mit dieser

Übung besonders die Führungskräfte des Gesamteinsatzzuges

„prüfen“ wollte. weiter auf Seite 35

Abb.2: Einsatzkräfte der Kreisfeuerwehrbereitschaft 2

bereiten die Technische Rettung vor, um den Patienten aus

seiner misslichen Lage zu befreien

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Abb.3: Einsatzkräfte führen die Verletzen aus dem

Gebäude...

Abb.4: ... und übergeben diese an den Rettungsdienst der

JUH Hildesheim/Alfeld

Abb.5: Im hinteren Abschnitt werden eine Wasserversorgung

aufgebaut und Trupps mit Atemschutzgeräten ausgerüstet

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Starker Regen setzt plötzlich ein

Nach knapp zwei Stunden wurde das Wetter immer

schlechter, aber glücklicherweise waren hier bereits alle

Szenarien abgearbeitet. Bei der Nachbesprechung zogen

die Verantwortlichen dann eine positive Bilanz, stellten

aber auch fest, dass solche unübersichtlichen Großlagen

immer eine ganz besondere Herausforderung darstellen

und es auch weiterhin viel Übungsbedarf gibt. Heiko

Bartels zeigte sich ebenfalls zufrieden mit der Leistung.

Einen besonderen Dank richtete Bartels dann noch an

Holger Birkner von der Nordzucker AG. Birkner ist Brandschutzbeauftragter

im Werk, selbst aktives Mitglied in

der Ortsfeuerwehr Nordstemmen, und hatte maßgeblich

an der Planung auf dem Gelände mitgewirkt.

Text und Fotos: Daniel Freitag

Abb.6: Starker Regen setzt plötzlich ein. Zum Glück ist die

Übung da schon so gut wie beendet

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Maßnahmen zum Trinwasserschutz

Gemeinde muss 14.000 Euro für neue Gerätschaften investieren

Jüngst ist eine Änderung der Trinkwasserverordnung eingetreten, die

den Schutz des Leitungsnetzes vor ungewolltem Zurückfließen von

Löschwasser vermeiden soll und somit dem Verbraucher zugutekommt.

Für die Gemeinden und Kommunen bedeutet dies jedoch ein finanzieller

Mehraufwand. Auch die Gemeinde Nordstemmen ist betroffen.

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Löschwasser wird, sofern kein Teich, See oder Bachlauf

zur Verfügung steht, aus den öffentlichen Trinkwassernetzen

mittels Hydranten entnommen. Diese stehen

meist sichtbar in den Ortschaften oder sind unter

Deckeln auf den Straßen versteckt und mittels eines

Standrohres erreichbar. Jegliche Entnahme, aus dem

öffentlichen Trinkwassernetz, birgt jedoch auch ein hygienisches

Risiko, da es jederzeit zu Verunreinigungen

durch das Zurückfließen von Löschwasser kommen

kann. So etwas ist denkbar, wenn die Zuleitungen plötzlich

geschlossen werden und sich ein Unterdruck in der

Wasserleitung bildet. Drückt das Löschwasser dann zurück

in das öffentliche Netz, können z.B. Verunreinigungen

und Rückstände aus Schläuchen und Pumpen mitgezogen

werden. Solche Verunreinigungen können die

Wasserversorger zunehmend vor ein massives Problem

stellen, denn die Reinigungsarbeiten sind nach solch einem

Zwischenfall kein kleines Unterfangen.

Künftig nur noch mit „Rückflussverhinderern“

Abb.1: Markus Tischbier von der Gemeinde Nordstemmen

und Gemeindebrandmeister Jan Riechelmann führen die

neuen Geräte zum Trinkwasserschutz vor. Damit ist künftig

eine Trennung zwischen Trink- und Löschwasser möglich

Um dem Problem der Verunreinigung künftig entgegenzuwirken,

trat nun eine neue Verordnung zur „Vermeidung

von Beeinträchtigungen des Trinkwassers bei

Löschwasserentnahmen durch Hydranten“ (W405-B1)

inkraft. Löschwasser darf demnach in Zukunft nur noch

aus dem öffentlichen Trinkwassernetz entnommen werden,

wenn die Entnahmesysteme über geeignete Sicherheitsmechanismen

verfügen, die ein Zurückdrücken des

Wassers in das Netz vermeiden. Da diese Fachempfehlung

einen gesetzlichen Charakter besitzt, müssen die

Kommunen und Gemeinden nun tätig werden und sämtliche

Entnahmesysteme umrüsten oder austauschen.

Gemeinde investiert in den Trinkwasserschutz

Die Gemeinde Nordstemmen hat den kompletten Austausch

der bestehenden Entnahmesysteme jetzt vorgenommen

und wird alle Ortsfeuerwehren mit den neuen

Gerätschaften bis zum Ende der Sommerferien ausstatten.

Kostenpunkt der gesamten Austauschaktion: über

14.000 Euro. „Wir sind in der Pflicht die Vorgaben zum

Trinkwasserschutz einzuhalten, und deshalb haben wir

schnellstmöglich gehandelt“, berichtet Markus Tischbier,

Leiter des Fachbereichs für Sicherheit in der Gemeinde

Nordstemmen. Zudem habe man sich für den kompletten

und einmaligen Austausch der Geräte entschieden,

damit alle Ortsfeuerwehren über dieselbe Ausstattung

verfügen, fügt Gemeindebrandmeister Jan Riechelmann

an. Künftig ist somit eine sichere Trennung zwischen

Lösch- und Trinkwasser gewährleistet und die Gefahr eines

ungewollten Zurückfließens gebannt.

Text und Fotos: Daniel Freitag

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„Funkenflieger“ auf Erfolgskurs

Kinderfeuerwehr Escherde feiert einjähriges Bestehen

Immer öfters geht den Jugendfeuerwehren der Nachwuchs aus. Um

diesem Trend entgegenzuwirken, haben die Orte Klein und Groß Escherde

eine Kinderfeuerwehr ins Leben gerufen. Nach einem Jahr zogen die

Betreuer nun ein positives Fazit und veranstalteten deshalb ein kleines

Familienfest.

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Bundesweit geht den Jugendfeuerwehren der Nachwuchs

aus. Ein Trend, den auch immer mehr Orte

in der Gemeinde Nordstemmen zu spüren bekommen.

Längst hat sich die Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen

verändert, sodass immer weniger den Weg

zur Feuerwehr finden. Was also tun, um diesem Nachwuchsmangel

entgegenzuwirken? Dieser Frage sind die

Verantwortlichen der Ortschaften Klein und Groß Escherde

im vergangenen Jahr nachgegangen und haben

schließlich, mit der Gründung einer Kinderfeuerwehr,

die passende Lösung für sich gefunden. Nachdem sämtliche

Formalitäten erledigt waren, startete im Mai 2016

das Projekt „Kinderfeuerwehr“. Fünf Betreuer kümmern

sich seitdem um die kleinen „Funkenflieger“, wie sich

die Gruppe selbst genannt hat. Bei den Treffen, die im

vierzehntägigen Rhythmus immer montags stattfinden,

spielt das Thema Feuerwehr aber nur eine untergeordnete

Rolle. “Wir beschäftigen die Kinder mit spielerischen

Aktivitäten, Basteln, Verkehrserziehung oder Ausflügen“,

berichtet Betreuer Thorsten Meyer. Zwar haben viele

Dinge dabei auch irgendwie mit Feuerwehr zutun, dies

stünde aber keineswegs im Vordergrund der Treffen. Das

Ziel sei es aber, die Kinder langsam und spielerisch an

die Feuerwehr heranzuführen, erklärt Meyer.

Große Resonanz bei den „Kleinen“

Mit der Gründung der Kinderfeuerwehr sind die Verantwortlichen

ein Wagnis eingegangen. Niemand konnte

vorhersagen, ob das Projekt wirklich Früchte tragen

wird. Doch der Erfolg kam schneller als gedacht, sodass

mittlerweile 22 Jungen und Mädchen -im Alter zwischen

Abb.1: Das Betreuer-Team der Kinderfeuerwehr:

(v.l.) Antonia Schiller, Thorsten Meyer, Uwe Funk,

Armin Rettig, Jasmin Mainka

6-12 Jahren- regelmäßig an den Treffen teilnehmen.

Mittlerweile muss schon über einen Aufnahmestopp

nachgedacht werden, damit man zukünftig allen Kindern

bei den Treffen noch gerecht werden kann, weiß

die Leiterin der Kinderfeuerwehr Jasmin Mainka. „Es ist

schon jetzt eine Herausforderung, die aber riesigen Spaß

macht“, betont die gelernte Erzieherin und aktive Feuerwehrfrau.

Kleines Fest zum einjährigen Bestehen

Dass die Kinderfeuerwehr ein wichtiger Bestandteil der

beiden Orte geworden ist, zeigte die positive Resonanz

der Eltern und Kinder auf dem Jubiläumsfest. Zum ein-

Abb.2: Die “Funkenflieger” sind eine große Gruppe. 22

Jungen und Mädchen -im Alter von 6-12 Jahren- nehmen

regelmäßig an den Treffen der Kinderfeuerwehr teil

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Abb.3-5: Spaßige Spiele luden zum Mitmachen ein. Darüber

hinaus zeigte die Jugendfeuerwehr ihr Können bei einer

Vorführung

jährigen Bestehen hatten die „Funkenflieger“ die Eltern

und Kinder nach Klein Escherde auf ein Grillfest eingeladen.

Zahlreiche Besucher fanden an dem sommerlichen

Sonntag den Weg hinter das Feuerwehrgerätehaus. Neben

gegrillte Leckereien und kalten Getränken, konnten

vor allem die Kinder an zahlreichen spaßigen Spielen

teilnehmen. Darüber hinaus konnten die Besucher einer

Wettkampfübung zuschauen, bei der die Jugendfeuerwehr

ihr Können demonstrierte.

Nach einem Jahr ziehen die kleinen, künftigen Brandschützer

und deren Betreuer ein positives Fazit. Durch

das große Interesse der Kinder, der positiven Resonanz

der Eltern und dem unermüdlichen Einsatz der ehrenamtlichen

Betreuer, ist das Projekt Kinderfeuerwehr

mehr als erfolgreich. Und so starten die „Funkenflieger“

in ihr zweites Jahr, mit dem Ziel, dem Nachwuchsmangel

in der Jugendfeuerwehr entgegenzuwirken. Ein Erfolgskonzept,

dass mit „Feuerwehrsicherheit“ aufgehen wird.

Text und Fotos: Daniel Freitag

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Sonnenschein und Spaßige Spiele

Ferienpassaktion der Gemeindejugendfeuerwehr kommt an

Die Gemeindejugendfeuerwehr hatte auch in diesem Sommer wieder

eine Ferienpassaktion gestartet. Ursprünglich als „Dorfrally“ in Rössing

geplant, musste die Aktion, aufgrund des Hochwassers, jedoch nach

Nordstemmen verlegt werden.

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Abb.1: Bei der Ferienpassaktion der Gemeindejugendfeuerwehr

zählen Schnelligkeit und Geschick, um die meisten

Punkte bei den Spielen zu erlangen

Damit in den Sommerferien keine Langeweile aufkommt,

bieten zahlreiche Kommunen und Gemeinden

den sogenannten Ferienpass an. Hier können interessierte

Kinder an Aktionen oder Fahrten von Vereinen

oder Organisationen teilnehmen. Auch der Gemeindejugendring

Nordstemmen füllt seinen Ferienpass, wie

jedes Jahr aufs Neue, mit zahlreichen Aktionen. Diesen

Sommer lud die Gemeindejugendfeuerwehr ebenfalls

wieder zu einer Aktion ein. Geplant war eigentlich eine

Rally durch Rössing, berichtet der Gemeindejugendfeuerwehrwart

und Organisator Peter Hoffmeister. Aufgrund

der Hochwassersituation musste diese Aktion

jedoch nach Nordstemmen verlegt werden. Kurzfristig

wurde also die Planung umgeschmissen, und die Aktion

am und um das Gerätehaus in Nordstemmen durchgeführt.

Absage aufgrund des Hochwassers komt nicht

infrage

„Wir wollten die Ferienpassaktion auf gar keinen Fall

wegen des Hochwassers absagen, da sich so zahlreiche

Kinder angemeldet hatten“, erklärt der Gemeindejugendfeuerwehrwart

und deutet auf die zahlreichen Teilnehmerinnen

und Teilnehmer im Alter zwischen acht

bis zwölf Jahren. Man hätte zudem gar nicht alle Eltern

so kurzfristig in Kenntnis setzten können. Darüber

hinaus wollten Peter Hoffmeister und sein Stellvertreter

Stephan Mainka dieses „Event“ nicht einfach aufgeben.

„Wir haben fast 30 Kinder, die hier und heute teilnehmen.

Vor vielen Jahren waren es manchmal nur sieben

oder zehn Kinder“, berichtet Stephan Mainka. Die große

Teilnehmerzahl spornte an, und so versammelten sich

sämtliche Jugendwarte und deren Stellvertreter an dem

Gerätehaus, um im späteren Verlauf die einzelnen Stationen

zu besetzten. Nur eine „Dorfrally“ fand nun nicht

mehr statt. Dafür baute man die Stationen, wie z.B.

„Teebeutelweitwurf“ oder „Münzenversenken“, kurzerhand

hinter dem Feuerwehrgerätehaus und am alten

Penny-Parkplatz auf. Wie bestellt zeigte sich zu Beginn

der Veranstaltung dann noch die Sonne am Himmel,

was das Rahmenprogramm abrundete.

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Abb.3: Der zwölfjährige Mika hat bei dieser Station keine

Probleme. Er ist bereits Mitglied der Jugendfeuerwehr und

kennt sich mit den Feuerwehrgeräten aus


Abb.2: Luca, Kilian und Mika zeigen ein besonderes Geschick

bei der technischen Station. Hier müssen so viele Geräte wie

nur möglich angekuppelt werden

Gut gelaunte Kinder arbeiteten nun gruppenweise

die einzelnen Stationen ab. Auch

der elfjährige Kilian stellte, gemeinsam mit

seinen Freunden Mika (12) und Luca (10),

ein Team. Die kleine Gruppe zeigte ein

besonderes Geschick bei einer „feuerwehrtechnischen“

Station. Hier mussten so viele

Gerätschaften wie nur möglich zusammengekuppelt

werden. Das Ganze war auch

noch auf Zeit. Der zwölfjährige Mika aus

Barnten hatte hierbei einen entscheidenden

Vorteil, denn er ist bereits Mitglied der

Jugendabteilung und kannte sich deshalb

mit den meisten Gerätschaften gut aus.

Fast alle Teile wurden an dem Standrohr

verbaut, wodurch sich die kleine Gruppe

eine Menge an Punkten sicherte. Am meisten

Spaß habe jedoch das „Teebeutelweitwerfen“

gemacht, erklärt der elfjährige Kilian

aus Groß Escherde im Anschluss. Sein

Freund Luca wolle nun auch bei der Jugendfeuerwehr

vorbeischauen. Dies wird den Gemeindejugendfeuerwart

Peter Hoffmeister freuen, der aus

genau diesem Grund solche Aktionen veranstaltet. „Wir

wollen die Jugendarbeit in der Gemeinde fördern, die

Kinder aber auch für die Jugendfeuerwehr begeistern“,

erklärt Hoffmeister. Schließlich laufe den Jugendfeuerwehren

seit Jahren der Nachwuchs davon. „Wir müssen

das Angebot rundum die Feuerwehr attraktiv gestalten,

damit wieder mehr Kinder den Weg zu uns finden“.

Freude über die gelungene Aktion zeigte sich abschließend

nicht nur bei den Jugendwarten, auch die Kinder

strahlten sichtlich zufrieden über den tollen Vormittag.

Auch, weil es im Anschluss für die „Sieger“ noch kleine

Geschenke und Süßigkeiten gab. Gesiegt hat übrigens

jedes Kind, weil allein schon die Teilnahme an der Ferienpassaktion

einen Preis wert war.

Text und Fotos: Daniel Freitag

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