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E_1928_Zeitung_Nr.055

E_1928_Zeitung_Nr.055

ganz generell zeigen,

ganz generell zeigen, ist die mehrheitlich verbreitete Ansicht (die sich direkt zu einem Vorurteil gegenüber den Motorfahrzeugfahrern verdichtet hat), wonach die Fahrer für die grosse Mehrzahl der Unfälle verantwortlich sei, absolut falsch und unbegründet. Pickard bemerkt bei der Kommentierung des Materials mit Recht, es sei eigentümlich und für die ungerechte Einstellung den Motorfahrzeugführern gegenüber typisch, dass die Strassen- und Verkehrsunfälle gedankenlos immer wieder als Automobil- oder Motorradunglücksfälle bezeichnet werden, währenddem die Führer solcher Fahrzeuge nur gerade für ein Drittel dieser Unfälle die Hauptverantwortung tragen. Bei der Analyse der einzelnen Untergruppen zeigt es sich noch viel deutlicher, wie oberflächlich das Publikum in der Beurteilung der Unfälle ist. Das zu rasche Fahren wird in der Regel als ein Hauptübel und häufigste Veranlassung zu Zusammenstössen bezeichnet. Der Tabelle ist zu entnehmen, dass von den 36 Prozent, die auf das Konto der Motorfahrzeugführer gehen, 12,9 Prozent der Ursachen aller Unglücksfälle auf Geschwindigkeitsübertretungen zurückzuführen sind. Wenngleich wir der Ansicht sind, es könne auch dieser Prozentsatz noch merklich reduziert werden, so ergibt sich doch, dass diese Verfehlung keineswegs mit der vermuteten Häufigkeit auftritt. Bestürzung, Verwirrung und Mangel an Entschlussfähigkeit bei Fahrern werden für weitere 6,2 Prozent der Unfälle verantwortlich gemacht. Dieser Anteil ist zweifelsohne nur in England noch so hoch, da hier eine Fähigkeitsprüfung nicht abgelegt werden muss. Obwohl man sich, gerade auch in der Schweiz, über den Wert der verschiedenen praktizierten Prüfungsmethoden noch nicht ganz einig ist, so werden doch alle der Auffassung sein, dieses Examen ermögliche wenigstens eine erste Aussiebung ungeeigneter Elemente. Diese vom engl. Verkehr fernzuhalten ist eben nicht möglich und wird in absehbarer Zeit auch keine Besserung der Verhältnisse möglich sein, da der Engländer ob Automobilist oder nicht, einem solchen Prüfungszwang sehr abhold ist. Die in der Rangliste nachfolgenden beiden Ursachengruppen, nämlich «Unvorsichtigkeit» an Strassenkreuzungen (4,3%) und Fahren auf der falschen Strassenseite (3,6%) sind Fehler, deren Vorkommen bestimmt durch Aufklären der Anfänger noch vermindert werden kann. Die übrigen Fehlerquellen, die zu Unfällen Veranlassung gaben, stehen hinter den oben erwähnten bezüglichen ihrer Häufigkeit bedeutend zurück. Erfreulich ist, dass nur 0,8% der Fälle auf übermässigen Alkoholgenuss des Lenkers zurückzuführen sind, weshalb angenommen werden kann, es sei die überwältigende Zahl der Fahrer bestrebt sich möglichster Enthaltsamkeit zu befleissen. Was nun die mechanischen Defekte oder Konstruktionsfehler an Fahrzeugen, welche als Unfallsursachen in Betracht kommen, betrifft, so ist deren Zahl überraschend klein. Sie bestätigt die heutige hohe Vervollkommnung des Motorfahrzeuges und weist deutlich darauf hin, wie ungerehtfertigt es ist, an veralteten Vorschriften betr. Geschwindigkeit etc., die vor zehn und zwanzig Jahren begreiflich waren, heute noch festzuhalten. So sind z. B. zwei einzige Fälle, oder 0,3% auf chs Versagen der Bremse zurückzuführen, so c s gerade in diesem Zusammenhang das 1;. mte schweizerische Konkordatstempo von ' km innerorts absurd anmuten muss. Die 4 echte Gewohnheit von Mitfahrern den Fahrer VOR seiner Aufgabe abzulenken, oder gar bei Manipulationen zu intervenieren scheint auch in England noch nicht ganz ausgemerzt zu sein, es werden doch in dieser Gruppe noch 5 Fälle registriert, deren Folgen auf das unkorrekte Verhalten eines Passagieres zurückzuführen waren. Und nun die Fussgänger! Ihre Klage über von diesem tollkühnen Schritt zurückhielt, war die Tatsache, dass er den nötigen Mut zu diesem Geständnis nicht aufbringen konnte. Es bedarf beträchtlicher Selbstsicherheit und Kaltblütigkeit, um einer Maid, die man erst zweimal gesehen und mit der man keine zwanzig Worte gewechselt hat, zu gestehen, dass man eine hohe soziale Position gegen einen überflüssigen Sekretärposten nur um ihrer schönen Augen willen eingetauscht hat. Obwohl Mike sonst ein recht beredter Jüngling war, fühlte er, dass ihm die Worte fehlten, seine Sache überzeugend zu verfechten; sie würde am Ende — sogar wahrscheinlich — Unglauben, vielleicht gar Entrüstung bezeigen, und davor fürchtete er sich zu sehr. Es war besser, sich noch ein wenig in Geduld zu fassen und strategische Vorbereitungen zu treffen, als durch Uebereilung vielleicht alles zu verderben. Nachdem er diesen Entschluss gefasst hatte, begann er eine leichte, ungezwungene Unterhaltung. «Schöner Tag,» sagte Mike. «Sehr,» stimmte Miss Kent bei. den Automobilist und sein gefährliches Vehikel verliert angesichts dieser Statistik viel von ihrem Gewicht, wenn berücksichtigt wird, dass 34,0% aller Unfälle durch ihr eigenes Verschulden sich ereigneten. Die Statistik bestätigt die Richtigkeit der vielseitigen Bestrebungen von Verbänden und Behörden, vor allem die Jugend aufzuklären und sie zu einem korrekten Verhalten auf der Strasse schon frühzeitig anzuhalten, dass es ihr zu einer Selbstverständlichkeit wird. Die 14,1% welche der Unachtsamkeit und Sorglosigkeit der Jugend zur Last gelegt werden müssen, können und sollen noch um ein erhebliches reduziert werden. Hier haben also alle, die an der Aufklärungsarbeit mithelfen, noch ein dankbares Arbeitsfeld und die Häufigkeit mit der die hauptsächlichsten Unarten der Kinder zu Unfällen führten, möge ihnen einen Fingerzeig für die Lösung der Aufgabe sein. Das unvorsichtige Ueberqueren von Strassen, ohne vorher nach beiden Seiten auszuschauen, und ohne dem Verkehr die notwendige Beachtung zu schenken, sowie das unvermittelte Verlassen des Trottoirs bei Spielen, oder beim Versuch Spielzeuge zu er, haschen, haben zusammen 9,4% aller Unfälle heraufbeschworen. Das Spielen auf der Strasse hat glücklicherweise schon bedeutend abgenommen, doch fehlt es mancherorts noch an der nötigen Beaufsichtigung durch die Eltern, resp. die Mutter, hat die Unsitte des Spielens auf der Strasse doch noch in 12 Fällen Todesopfer gefordert. So befremdend es erscheint, so ergeben doch die Zahlen unzweideutig, dass Unvorsichtigkeit, Gedankenlosigkeit und ungeschicktes Benehmen auf der Strasse bei den Erwachsenen noch häufiger zu Unfällen führte als bei Kindern. Wenn man etwa diese bedenkliche Erscheinung damit entschuldigen möchte, es benützen bedeutend mehr Erwachsene als Jugendliche die Strasse, so sei dem entgegengehalten, dass man normalerweise von einem Erwachsenen doch bezüglich seines Verhaltens auf der Strasse auch entsprechend mehr erwarten und verlangen darf. Nicht weniger als 52mal und in 6,7 % aller Fälle führte unvorsichtiges Ueberqueren der Fahrbahn zum Tode von Passanten. Das unvermittelte Verlassen des Trottoirs und das plötzliche Auftauchen hinter Fahrzeugen sind Bezüglich der Unfallstelle wurden gleichzeitig Erhebungen angestellt, welcher ergaben, dass 68 % der Unfälle sich innerhalb oder in unmittelbarer Nähe von Ortschaften ereigneten, und 77% der Ereignisse passierten bei normalem Verkehr, während in den Die hauptsächlichsten Unfallursachen der im Juni und Juli 1927 in England erfolgten Verkehrsunfälle mit tötlichem Ausgang. VERSCHIfDENES 0 «Heiss,» sagte Mike. «Sehr,» sagte Miss Kent. Eine Pause — in der sich Violet May näherte und Mike forschend betrachtete. «Haben Sie gebrannten Zucker?», fragte sie. «Es tut mir schrecklich leid,» sagte Mike, «aber ich darf ihn nicht essen. Aus Gründen der Verdauung,» fügte er vertraulich hinzu. .«Das Betreten des Rasens ist verboten,» sagte Violet May streng. Mike blickte Miss Kent fragend an. «Das geht über meinen Horizont. Können Sie —» Das Mädchen lachte. «Violet sammelt diese Art Anschläge. Sie hat schon eine staunenswerte Auswahl.» Das Kind bearbeitete Mikes Knie mit seiner festen, kleinen Faust und schaute ihn wissbegierig an. «Wie heissen Sie?», forschte sie. «Mike.» «Gefällt mir nicht,» konstatierte sie freimütig. Sie deutete mit einem dicken Fingerchen auf Miss Kent. «Sie heisst ebenso wie die Köchin!» (Fortsetzung folgt.) ÄUTOMOBTL-REVUC 1928 — mit 3,8 resp. 2,3 % die in der Häufigkeit nächstfolgenden Untugenden. Die Velofahrer bedürfen ebenso noch dringend der Erziehung zu einer bessern Strassendisziplin. Sechs Prozent aller Fälle werden auf ungeschicktes und unsorgfältiges Fahren der Velocipedisten zurückgeführt. Wenn auch an der Gesamtzahl der Todesfälle gemessen die Zusammenstösse mit tragischem Ausgang, welche durch Fehlen der Beleuchtung veranlasst wurden, verhältnismässig bescheiden sind (1,3 %, so beweist es doch, dass auch diese scheinbar unbedeutende Nachlässigkeit sich manchmal doch noch bitter rächt. Gerade auch den schweizerischen Radfahrern soltlen die 10 Todesfälle wegen mangelnder Beleuchtung, resp. Fehlen des Katzenauges, etwas aus ihrer teilweisen Sorglosigkeit aufrütteln. Die übrigen Gruppen von Unfailsursachen treten gegenüber den bereits erwähnten so zurück, dass sie ausser Betracht gelassen werden können. Wenn der Statistiker den Ergebnissen einer einzigen Erhebung gegenüber etwas skeptisch sein mag weil sie nur zwei Monate und nicht restlos alle Unfälle umfasst, so mag ihn vielleicht die Tatsache von der Zuverlässigkeit der Zahlen überzeugen, dass auffallenderweise die Ergebnisse pro 1926 beinahe durchs Band weg die nämlichen waren wie für 1927, wie nachfolgender Vergleich ergibt : Unfallursachen pro 1926* 1927** Verschulden der Motorfahrzeuglenker 36,0% 36,0% Defekte am Fahrzeug 4,8% 3,9% Verschulden der jugendlichen Fussgänger 14,7% 14,1% Verschulden der erwachsenen Fussgänger 23,4% 19,9% Verschulden der Radfahrer 9,9% 12,9% Tiere 0,6% 1,2% Zustand der Strasse 6,6% 7,6% Witterungsverhältnisse 3,2% 4,1% Feuer 0,2% 0,3% 100% 100% * August und September, Erhebung erstreckt sich auf 543 Todesfälle. ** Juni und Juli, Erhebung erstreckt sich auf 625 Todesfälle. Stosszeiten nur 23% der Unfälle zu verzeichnen waren, Inwieweit dies auf eine erhöhte Aufmerksamkeit aller Strassenbenützer während den Spitzenzeiten oder auf andere Faktoren zurückzuführen ist, lässt sich anhand dieser Zahlen allerdings nicht feststellen. Für alle Teile aber wichtig mag auch die Feststellung sein, wonach genau ein Fünftel aller Unfälle sich an Strassenkreuzungen und 12% an unübersichtlichen Ecken ereigneten. Es wird deshalb auch Sache der Baubehörden sein, sich mit diesen Ergebnissen etwas zu befassen. In 82,9 % aller Fälle trägt das «human element», der menschliche Faktor, die Verantwortung für die Ereignisse, sei nun der Fehlbare Automobilist, Radfahrer oder Fussgänger. Deshalb wird von der Safety First Association auch mit Nachdruck darauf verwiesen, dass es vor allem gilt, dieses human eleiment günstig zu beeinflussen, resp. seine Verfehlungen auszuschalten. «Erziehung aller Strassenbenützer» sei deshalb die Losung, erklärt der Generalsekretär des Verbandes und entwickelt auch gleichzeitig ein ausführliches Arbeitsprogramm, auf welches wir gelegentlich zurückkommen werden. BU Ein- und Durchgangsgebühren. Die Unterhandlungen mit Deutschland. Ueber (die deutsch-schweizerischen Verhandlungen, die unter Vorsitz von Herrn Prof. Delaquis letzte Woche in Bern stattgefunden haben, erfahren wir folgendes: Im Bundesrat unterbreitete Herr Häberlin einen Rapport über die neuen Vereinbarungen mit Deutschland, den Automobildurchgangsverkehr an der deutsch-schweizerischen Grenze betreffend. Die Vereinbarung wurde letzte Woche in Bern rfiit acht deutschen Delegierten, welche das deutsche Reich, die Republiken Baden, Würtemberg und Bayern vertraten, geschlossen. Auf allen diesbezüglichen Punkten wurde eine Uebereinstimmung erreicht. Eine der wichtigste^ Bestimmungen bezieht sich auf die Herabsetzung der eidgenössischen Gebühr von 25 auf 15 Rappen, welche pro Reisenden auf dem regelmässigen Verkehr von deutschen Autocars auf schweizerischem Gebiete erhoben wird. Deutschland behält sich die gleiche Gebührenerhebung vor. Im Bundeshause gedenkt man vorläufig diese Massnahme nicht auf die drei andern Grenzen zu übertragen. Ohne Zweifel werden nächstens in dieser Beziehung Unterhandlungen mit Frankreich gepflogen werden. Soweit diese Mitteilung, aus der zu ersehen ist, dass wir uns noch nicht vor vollendeten Tatsachen befinden, sondern vor Vereinbarungen, die zuerst noch von beiden Regierungen genehmigt werden müssen. Im übrigen ist dies nur die eine Seite der Frage. Was den Automobilisten weit mehr interessiert, sind die durch Deutschland erhobenen Taxen auf die Touristenwagen, währenddem wie bekannt, die deutschen Wagen weder beim Eintritt in die Schweiz noch während eines dreimonatigen Aufenthaltes etwas zu bezahlen haben. Es scheint, dass man hier auf unvorhergesehene Widerstände gestossen ist. Sehr wahrscheinlich wurde uns von deutscher Seite entgegengehalten, dass wir auf die Autocars Supplementstaxen erheben, welche Deutschland nicht kennt und dass der Benzinpreis in der Schweiz ein viel höherer sei als in Deutschland. Unser Finanzdepartement hat somit in dieser Hinsicht dem Justizdepartement bereits die Hände gebunden!! Hoffen wir, dass die Details, die jedenfalls sofort nach Ratifikation der Uebereinkunft veröffentlicht werden können, es uns ermöglichen werden, in die Berichterstattung: eine optimistischere Note zu bringen als dies augenblicklich der Fall ist. t Auto und Schule. No 55 (Eing.) Es gibt Regierungen, die sich veranlasst fühlen, durch Kreisschrefiben und durch Bekannt-' machungen im Schulblatt der Lehrerschaft zu verbieten, die Schulreisen in den Autocar zu machen« Dieses Vergehen wird mit der grösseren Gefahr, die eine Schulreise mit dem Auto bringe, begründet. Es ist nun ohne weiteres festzustellen, dass diese Rundschreiben und' Veröffentlichungen von einer Regierung ein starkes Stück ist und eine Ammassung ohne gleichen bedeutet. Denn dieses ganze Vorgehen bedeutet nichts anderes, als dass die Regierung eine Gewerbegruppe boykottieren will. Auf der einen Seite wird vom Kanton von dieser Gewerbegruppe eine Steuer von rund Fr. 1000 per Wagen verlangt und auf der anderen Seite kommt der behördliche Boykott. Dieses ist doch gewiss eine Ungeheuerlichkeit. Der Hinweis auf die Gefahr der Reise mit einem Auto ist natürlich nicht stichhaltig. Denn bewiesen ist doch, dass höchst selten bisher mit einem Autocar Unglücke entstanden sind. Gewiss nicht mehr als mit den Bahnreisen. Daher ist es einer Regierung unwürdig, mit einer so fadenscheinigen Begründung, die Konkurrenz der Auto den Bahnen gegenüber zurückzubinden. Besser wäre es von der Regierung, wenn sie der Lehrerschaft die Wahl des Transportmittels für die Schülerreisen freistellen würde. Denn wir leben im Jahre 1928 und da weiss doch die Lehrerschaft sicher zu urteilen, welche Transportmittel für die Schülerreisen besser passen. Die Lehrerschaft soll die Kinder befragen, ob die Schülerreise per Bahn oder per Auto zu machen sei. Die Antwort dürfte zweifellos zu Gunsten des Autos ausfallen. Wenn nun Kinder und Lehrerschaft sich über, die Frage, ob Bahn oder Auto, entscheiden, so werden gewiss deren Vor- und Nachteile einander gegenüber gestellt. Daher ist vor allem, aus festzustellen, dass bei den modernen Autocar von eineri Erkältung keine Rede sein kann. Bei Witterungsum« schlagen sind die Gesellschaftswagen so eingerichtet, dass man .mindestens so bequem fahren kann, wie in einem Eisenbahnwagen 2. Klasse. Die Sicherheit im Auto ist mindestens so gut, wie bei der Bahn. Beim Aus- und Einsteigen ist der Vorteil da, dass die Lehrerschaft selbst das Signal für die Abfahrt des Wagens geben kann. Bevor die Wagentüre geschlossen ist, wird kein Auto abfahren können, Wie steht es in dieser Beziehung bei der Bahn unter der Herrschaft des Abwinkens? Sind die Lehrer immer sicher, dass alle Kinder bei der Abfahrt im Zugo sind? Ehrlich zugeben muss man, dass wie bei der Bahn auch beim Auto Unglücke möglich sind. Aber für solcho Fälle ist doch die Versicherung da, um ähnlich wie bei der Bahn, lindernd einzugreifen. Ein jeder Inhaber eines Gesellschaftswagens muss sich, bevor der Wagen den Dienst aufnehmen kann, darüber ausweisen, dass er eine Versicherung von Fr. 300,000 abgeschlossen hat. Im ferneren muss ein jeder Chauffeur, der einen Autocar führen will, eino Spezialprüfung ablegen. Also ist doch gewiss die Sicherheit für alle Eventualitäten gewährleistet. Dio Schulkommissionen, sowie die Väter möchten wir ersuchen, prüft, wenn ihr die Schulreisen bespre* chen müsst, ohne Vorurteil die Wahl der Transportmittel. Seid neutral im Konkurrenzkampf zwischen Bahn und Auto. Folgt der Regierung in ihren Boykottbestrebungen gegen das Auto nicht, denn diese Bestrebungen können sich früher oder später auch auf andere Gebiete ausdehnen.

N Ü 55 — Delegiertenversammlung des A. C. S. Frühlingstagung Samstag, den 30. Juni und Sonntag, den 1. Juli 1928, im Casino zu Sitten. Tages Ordnung; 1. Ernennung der Stimmenaähler; 2. Ernennung der Sitzungssekretäre; 3. Festsetzung der auf eine Sektion kommenden Delegiertenizahl; 4. Protokolle; 5. Jahresbericht; 6. Jahresrechnung 1927 — Bericht der Rechnungsxevisoren und der Treuhandgesellscihaft — Dechargeerteilung an den Zentralvorstand; 7. Berichte der Kommissionen; 8. Budget 1928; 9. Wahlen; 10. Verwalter und Anstellungsvertrag; 11. Abschaffung der A. C S.-B echer für die in der Delegiertenversammliung anwesenden. Delegierten; 12. Verschiedenes. "Wir lenken die Aufmeriksaimikeit der Sektionen araf Absatz 3, 4, 5 und 6 des Axt. 18 der Gluibstatutem: Jede Sektion hat Anrecht auf zwei Delegierte. Mit der Mitgliederzahl von 151 kann sie einen dritten und für je 150 weitere Mitglieder einen weitern Delegierten ernennen. Für die Berechnung der Delegiertenzahl einer Sektion ist der 10 Tage vor Beginn der Versammlung beim Zentralsekretariat angemeldet© Mitgliederbestand masisgeibend. Jeder anwesende Delegierte 'hat eine Stimme. In der Delegierteniversarnmlung haben die Mitglieder des Zentralvorstandes nur dann Stimmrecht, wenn sie zugleich als Delegierte einer Sektion erscheinen. Programm der Versammlungstage. Samstag, den 30. Juni: 16-—18 Uhr: Versammlung der Delegierten im Casino eu Sitten. 19.30 Uhr- Offizielles Bankett im Hotel de la Paix. 21.30—22.30 Uhr: Konzert der «Harmonie Municipale» im Garten des Hotel de la Planta. 23 Uhr: Ball im Hotel de la Paix. Sonntag, den 1. Juli: 0 Uhr: Versammlung der Delegierten im Casino zu Sitten. — Besuch des Schlosses und der Museen von Valere unter Führung des Kantonsarchäologen, Herrn J.Morand. 1JL30 Uhr- Aiperitif in Valere. 12.30 Ubr; Abfahrt im Automobil nach. Montana (einsWindige Fahrt). Vom Hotel du Golf geliefertes Picknick und. Gartenfest im Garten des Hotels, Statistisches aus dem Ä. C.S. Zur Delegiertenversammluiig vom 30. Juni/1. Juli in Genf. Eine Tabelle, die von der Zentrale des Ä'. C. S. auf den 20. Juni abgeschlossen ist, gibt eine interessante Uebersicht über die Mitglieder-Bewegung. Der Klub weist mit total 10,441 Mitgliedern seit dem 12. Dezember 1927 eine Nettozunahme von 310 Mitgliedern auf. Diese Mitgliederzunahmen verteilen sich ziemlich unregelmässig auf die verschiedenen Sektionen. So verzeichnen die Sektionen Basel mit 58, Graubünden mit 35, Bern mit 29 und Thurgau mit 24 Nettozunahmen einen erfreulichen Fortschritt. Ungünstig, aber nicht unerklärlich steht die Sektion Genf da, mit einer Nettoabnahme von 20 Mitgliedern. Eine sehr kleine Zunahme von 5 Mitgliedern weist z. B. gegenüber der Sektion Thurgau, die Sektion Aargau auf. Den weit grössten Zuwachs verzeichnet die Sektion Zürich mit 151 Mitgliedern, welche Sektion übrigens bis heute schon auf zirka 2020 Mitglieder angewachsen ist. Die Sektion Zürich hat also dem Automobilklub in den letzten 6 Monaten sozusagen die Hälfte aller Neuaufnahmen zugebracht. Dieses Resultat ist umso erfreulicher, als im Kanton Zürich die betr. Sektion des T. C. S., mit der übrigens die Sektion Zürich des A. C. S. sehr angenehme und freundschaftliche Beziehungen unterhält, ebenfalls eine sehr rührige Werbetätigkeit entfaltet. Die kleinen Sektionen des A. C. S. weisen im Grossen und Ganzen eine minime Zunahme an Mitgliedern auf und es erzeigt sich immer mehr, dass, entgegen einer viel verbreiteten Ansicht, die Stärke des Klubs nicht in den kleinen Sektionen, sondern in den grossen und starken Sektionen zu suchen ist, welche vermöge ihrer beträchtlichen finanziellen Mittel und Dank ihres guten organisatorischen Ausbaues den Mitgliedern das zu bieten vermögen, was die Mitglieder der kleinen Sektionen entbehren. Wenn deshalb der Automobilklub in Zukunft, •was wir hoffen, wieder eine etwas raschere Zunahme von Neuanmeldungen aufweisen soll, so wäre weit eher an einen Zusammenschluss von kleinen Sektionen, als auf eine weitere Aufteilung des Klubs in kleine, unbedeutende Sektionen Bedacht zu nehmen. W. A.C.S. SEKTION BASEL. Auch dieses Jahr hat der A. G. S. Basel mit den Waisenkindern eine Autotour durchgeführt. Sieben prächtige Privatwagen führten die Kinder des jüdischen Waisenhauses nach Lörrach, Schopfheim und Heimligenzell. In Stauten im Hotel «Kreuz-Post» wurde der Imbiss eingenommen, wobei besonders von seiten des Tourenchefs, Herrn Dr. Gubler, der 25jährigen segensreichen Arbeit des Waisenvaters, Herr Haab, gedacht wurde. Letzterer benutzte den An- Jass, um in herzlichen Worten dem A. G. S. Basel für, seine stetige Zuvorkommenheit zu danken. —t. A. C.S. SEKTION BERN. Wir machen nochmals auf die nächsten Sonntag stattfindende Bergchilbi auf dem Schallenberg aufmerksam. Die Veranstaltung verspricht etwas vom Besten zu werden. Für reizende Unterhaltung ist gesorgt. Die verschiedensten Attraktionen werden die Besucher erfreuen. Schönes Wetter vorausgesetzt, wird sich ein gemütliches Waldlagerleben abspielen können. Zudem ist der Sohalleniberg von allen Seiten sehr gut zu erreichen. Von Lamgnau her führt eine schöne Strasse über ßchangnau nach dem Chilbi-Oit. Die Fahrt von Eggiwil über den Sieben-Stutz bietet eigenen Reiz. Ueber Münsingen-Kiesen-Oberdiessbach-Linden-Röthenibach-Oiberei ist der Schallen'berg in xund VA Stunden zu erreichen. Hoffen wir somit auf ein blaues Firmament, auf guten Humor und grosse Beteiligung. O A. C. S. SEKTION SCHWYZ. Die diesjährige Generalversammlung wurde letzten Sonntag auf den aussichtsreichen Höhen von Feusisberg abgehalten. Dieser ging eine kleine sportliche Veranstaltung voraus: eine Zuverlässigkeits- oder eine Sternfahrt im kleinen. Die Mitglieder der Höfe und March starteten in Pfäffikon, die von Schwyz nahmen von Goldau aus das Ziel in Angriff, während die dritte Gruppe von Einsiedeln aus lossteuerte. Es galt für jede Gruppe eine kurz vor dem Start bezeichnete Wegstrecke im Durchschnittstempo von 28 km abzufahren, um an dem gemeinsamen Ziele in Feusisberg zu landen. 24 Fahrer hatten sich am Start eingefunden. Der errechneten Zeit am nächsten kam Oblieut. Alois v. Müller in Schwyz, der nur mit 6 Sekunden Differenz das Ziel erreichte. Als zweiter im Range kam Louis Gyr, Kaufmann, von Einsiedeln, mit einer Zeitdifferenz von 1 Min. 58 Sek. und als dritter rangierte Müller von Bach mit 2 Min. 2 Sek. Unterschied. Merkwürdigerweise verzeichneten die meisten Fahrer eine längere Fahrzeit, sogar bis zu 16 Minuten. Sämtliche Fahrer wurden mit Preisen bedacht. Es war ein gelungener Auftakt zur nachfolgenden Tagung. Das Mittagsbankett vereinigte über 120 Personen, ein schlagender Beweis, wie unter der unermüdlichen Leitung unseres Präsidenten das Interesse an dem Club wächst. Die Mitgliederzahl von 17 im Gründungsjahr 1921 ist auf 106 im Berichtsjahr 1927 angewachsen. An der Generalversammlung wurde der bisherige Vorstand in Globo bestätigt. Dem Präsidenten Dr. Hotz wurde als Anerkennung für seine vielen, oft mühseligen und zum Teil undankbare Arbeit — man denke nur an die Beratungen betr. Bussenwesen — der grosse, silberne Clubbecher zugesprochen. Die Sektion wird auch diesen Sommer wieder einzelne Glubfahrten arrangieren. Daneben wird er unablässig die Interessen weiter Volkskreise wahren, besonders dadurch, dass er dem Strassenwesen volle Aufmerksamkeit schenkt und vor allem auch im Bussenwesen ausgleichend wirken wird. Es wurde auch ausdrücklich der Wunsch geäussert, die Fachorgane möchten die ihnen zukommenden Klagen zur Prüfung unserer Rechtsberatungsstelle: Herrn Dr. Hotz unterbreiten, da damit der Sektion Schwyz die Arbeit bedeutend erleichtert würde. Dass die Sektion Zürich sich bereit erklärt hat, ihre Geschäftsstelle für Touristik auch der Sektion Schwyz zur Verfügung zu halten, wurde dankbar entgegengenommen. Die sehr gelungene Tagung wurde mit einem Tänzchen abgeschlossen, an dem die Jungmann- AUTOMOBIL-RfiVUE Wenn man bedenkt, wie ungeheuer schwierig es ist, Rennreifen zu fabrizieren, welche eine Geschwindigkeit von über 334 km aushalten, so erfüllt es uns mit Stolz, zu behaupten, dass heute in Amerika fast nur noch diese Spezialreifen herstellt. Und warum? Weil 95% der grossen amerikanischen Rennfahrer ihre Rennen nur auf Firestone-Reifen bestreiten. Kann man einen Beweis grösseren Vertrauens verlangen? schaft sich nach Schwyzerart rege beteiligte, wähstille Ecke sich rend die bemoosten Häupter in eine verzogen und nach alter Vätersitte noch eins tranken, ehe sie gingen! AUTOMOBILSEKTION ST. GALLEN -APPEN ZELL DES T. C. S. Der Sektionsvorstand hat in •Verbindung mit der (Siportkommi&sion an der Sitzung vom letzten Montag, den 25. Juni a. c, beschlossen, das Reglement für die Zuverlässigkeitsfahrt vom 22. Juli 1928 wie folgt zu ergänzen: Sämtiidhe Kilometerzähler werden überklebt für die iFahrt, um dadurch an die Teilnehmer noch grössere Anforderungen in ibezug auf Zuverlässigkeit zu stellen. Da die Fahrt nicht nur die Prüfung der Ausdauer und Sportdisziplin der Fahrer bezweckt, sondern auch die Fahrzeuge auf ihre Zuverlässigkeit geprüft werden sollen, werden die Motorhauben während der Fahrt ülber die 105,5 Kilometer messende Strecke iploimibiert. Ist ein Fahrer durch eine Motorstörung gezwungen, die Plombe zu entfernen, werden 20 Strafpunkte berechnet. Trotizidem bereits eine sehr stattliche Anzahl Mitglieder sich zur Fahrt angemeldet hat, wird ein zweiter Nennungsschluss auf 12. Juli 1928 mit einem erhöhten Nenngeld »von 20 Fr. festgesetzt. Da. wie bereits mitgeteilt, in der Reihenfolge der Anmeldung gestartet wird, bitten wir die Herren Kollegen, sich möglichst frühzeitig unter Einreichung des Anmeldeformulars beim Siportpräsicl ernten Otto Fierz anzumelden. Sportliches •••••••••• •••..•••••••••••••••••• Zugerbergrennen 1928. Die Zugerbergrennstrecke stellt mit ihren 14 Prozent Durchschnittssteigung nicht nur eine der schwierigsten schweizerischen Prüfungsstrecken für Motorfahrzeuge dar, ihre Anlage gibt dem Zuschauer auch Gelegenheit, das Rennen in seinen wichtigsten Phasen aufs Beste zu verfolgen. Der schönste und interessanteste Auslugposten befindet sich direkt beim Ziel unter dem Restaurant Zugerberg, wo ein grosser Teil der Rennstrecke und speziell die oberen Kehren sehr gut übersehen werden können. Dort ist auch eine Zeittafel installiert, auf welcher die Resultate fortlaufend bekanntgegeben werden. Bezüglich der Zufahrt der Zuschauerfahrzeuge konnte nun mit der Korporation Zug und den Zuger Polizeibehörden, eine definitive Abmachung getroffen werden, wodurch nun solche Sonntag, den 8. Juli wie folgt geregelt ist: Die Zugerbergstrasse von Guggital via Lerch zum Zugerberg darf am Sonntag für die Zufahrt der Automobile nur von 11.00 bis 13.00 Uhr benutzt werden. Vor 11 Uhr und nach 13 Uhr ist sie für jeden Motorfahrzeugverkehr gesperrt. Die Zufahrt durch die Stadt Zug zum Guggital hat wie folgt zu erfolgen: Koliniplatz, Gralbenstrasse, Kasernenstrasse, Kirchstrasse, Zugerbergstrasse. Die Kirchgasse bei St. Oswald darf nicht befahren werden. Bei der Durchfahrt durch Zug ist das vorgeschriebene 18 Kilometer-Tempo zu beachten. EIN BEWEIS vollkommener Ueberlegenheif Weltrekord auf FIRESTONE 334,02 Kilometer F1REITONE-IMPORT A.-G., BASEL 36 MARGARETHENSTRASSE 36 FILIALE GENF 14, Rue de Hollande Fz. Ausser der eigentlichen Zugerbergstrasso, auf welcher das Rennen ausgetragen wird, besteht jedoch noch eine zweite, sehr gute Zufahrt zum Ziel, nämlich von Zug aus via Aegeristrasse, Weinberg, Rötel, Blasenberg. Zugerberg. Diese Strasse ist am 8. Juli während des ganzen Vormittags und auch nachmittags bis 16 Uhr für die Zufahrt d