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E_1928_Zeitung_Nr.091

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n AUTOMOBIL-REVUE

n AUTOMOBIL-REVUE 1928 N° 91 LES 4 CYLINDRES MODELES 1929 LIVRES DES MAIHTENANT Cabriolet 6 CV. lies 6 et 10 CV BUNA Uli T possedent nn ensemble de qualites qui en tont les types les plus caraclerises de la Toitnre francaise: J>irection tres donce, mecanisme simple, snspension parfaite, secnrite absolue par des freins snr les quatre rones permettant des arrets presqne instantanes, carrosseries spacienses, solides et elegantes, etc.. Knfin elles sont essentiellement economiqnes, tant par lerne prix modere, lenr iaible consommation et le minininm d'entretien qa'elles necessitent, qae par lenr solidite et lenr endnrance. Par la meme elles conviennent anssi bien an tonrism«» qn'an travail, a la ville qu'ä la campagne, ne craignai pas plns les mauvaises rontes qn'an eft'ort intensif et soatenn. A egalite de depense, ancnne antre voitnre ne pent assnrer les meines Services ni procnrer les meines agrements. La valenr de lenr conception et la snp6riorite de lenr fabrication se sont verifiees a l'exp^rience; a l'heure actnelle, elles circnlent a plns de denx cent cin

Er ist das Ideal aller. Der modernen Dame von der Avenue Wilson ebenso wie des kleinen Milchhändlers vom Boulevard Edgar Quinet. Wir leben in einem Jahrhundert, da unsere Sehnsucht mit der Kraft eines Benzinmotors voraneilt. Das Rad des Lebens? Das Volant. Es gibt keine Zeit für sentimentale Seufzer. Der Klackson gellt. Im Muse Cluny steht eine geschnitzte und vergoldete Kutsche aus dem 17. Jahrhundert, an der drei Jahre lang sechs Menschen gearbeitet haben. Ford stellt alle drei Minuten ein Auto her. Die Midinette vom Boulevard de la Bonne Nouvelle träumt von ihrem Weekend. Von einem Quadratmeter des riesigen Waldes von Saint-Germaine. Plakate streuen Frühlingsblüten in die grauen Gassen von Paris. Fahnen flattern. Der Autosalon verspricht Erfüllung aller Träume. Achtzehn Monate ö(redit. Das Gehirn arbeitet mit mehr Lärm als die metallene Maschine. Jubel erklingt vor den Expositionen jener Firmen, die neue Modelle kleiner Wagen ausstellen. Hasten und Drängen. Vor den Ständen ertönt ein Wortschwall von einem Lippenpaar, das sichtlich von Houbigant seine Röte bezog. Welch entzückendes Modell. Diese vollkommen schlanke Form wird mit dem Kostüm von Samaritaine de Luxe ein harmonisches Ganzes bilden. Der Zweisitzer RITT PIANQS ZÜRICH Tonuollendetste Instrumente in relativ massiger Preislage RAtlSPECK Pflf Öltpf 7 von einer Autofahrt zurück! kl Hill IG l • Dann hilft sicher ein elektr. SOLIS-Heixkissen speziell bei Rheumatismus, Katarrh, Ischias oder Magenbeschwerden. Erhältlich von Fr. 21.50 bis 34.50 in Elektrizitäts- u. Sanitätsgeschäften KLEINE WAGEN sieht aus, als wäre er aus der Rue de la Paix hervorgegangen. Vornehm elegante Formen. Man denkt unwillkürlich an Mademoiselle Coeffet, die eben zur Königin der Midinetten gewählt worden ist. Vergoldete Zigarrenspitzen senden rasch aufeinanderfolgend blaue Rauchwölkchen zum Himmel. Ringe blitzen an den nervös beweglichen Fingern. Schliesslich aber öffnet die Hand entschlossen die zierliche Tasche aus'Schlangenleder, um ein winziges Heft herauszuholen. Noch ein Blick streift den beigefarbenen Wagen und mit der dem Film abgeguckten Geste wird der Scheck unterschrieben. Man braucht es nur auszudenken! Selbst beim ärgsten Regenwetter kann man zum Rendez-vous nach Auteuil die zarten Silberschuhe anziehen. Und die Sporthandschuhe und Halstücher waren wohl niemals so schick wie heute. Die grösste Sensation aber — der neue 5 PS! Welche Ueberraschung! 60 Kilometer in der Stunde. Sechs Liter Benzin pro 100 Kilometer. Das bedeutet, den Boulevard Vangirard in vier Minuten passieren. Nein, jetzt wird man sich nicht mehr mit den Chauffeuren ärgern müssen. Das Täfelchen mit der Zahl 14,900 Francs tanzt vor den Blicken. Heute ist das Leben ganz anders. Es bietet auch den Verkäufern von „Felix, Die hellen Farben der Wagen strahlen. Potin. Romantik zu langfristigem Kredit an. Die schönste Freundin kann den Neid der Kameraden nicht so wecken, wie dieser Serienwagen. Die kleine Lisette aber lächelt und stellt sich die Wut der Kolleginnen von der Comedie Caumartin vor. Tausend Francs Anzahlung. Die Grübchen in den Wangen vertiefen sich. Das ist gar nicht so viel, müssen Sie wissen. Das Leben ist so schön. Man denkt da an sternenklare Nächte, da die Stille von dem Surren und Sausen des voll eingestellten Motors unterbrochen wird. Gleich Silberkettchen taucht der Wellenschaum im Hintergrunde auf. Die 'blassgrün-violette Innenaustattung verwandelt das Grand-Palais zu einem Traumparadies. Die hellen Stimmen der den offiziellen Katalog feilbietenden Verkäuferinnen gehen in dem ewigen Zuschlagen der Autotüren unter. Niemand achtet der stimmungsvollen Walzerklänge und Märsche. Die Wagen haben weichgepolsterte Sitze in denen man wie in einem englischen Klubsessel versinkt. Man muss aber darauf achten, dass der Strumpf über dem Knie keine «gefallenen» Maschen aufweise. Die ganze Auflage des täglich erscheinenden «L'Auto» ist vormittags schon vergriffen. Auto — das ist das Schlagwort von ganz Paris. Hunderttausend Wagen vermehrten den Autopark von Frankreich durchschnittlich pro Jahr. Nun, da die grossen Fabriken durch Herstellung von Serienwagen den Preis der kleinen Wagen auf ein Minimum herabgedrückt haben, wird sich der Automobilismus noch lebhafter entwikkeln. Die asphaltierten Strassen um Paris weisen Samstag und Sonntag eine Automobilfrequenz auf, die durchaus nicht hinter dem Verkehr der Elyseischen Felder zurückbleibt. Nun wird sie noch steigen. Monsieur ^hiappe, der Schutzengel in Gestalt des energischen Präfekten von Paris, beabsichtigt die Regulierung und Umarbeitung der bisherigen Verkehrsordnung. Aber wenn auch das stillste Gässchen sich in das Wirrsal des Verkehres bei der Opera wandeln sollte, wird dies niemand hindern, sich nach dem Besitz eines eigenen Kleinautos zu sehnen. Der häusliche Herd? Der Raum zwischen dem Motor und dem vor dem rückwärtigen Fensterchen lustig schaukelnden Fetisch. Die Idylle des auf Pneumatiks dahinrasenden Heims! CINE OHNE: WOfcTE 1 ' - Die Reise nach Thngsby Humoreske von F. J. Godfrey. Ich musste eine Geschäftsreise in den Norden Englands machen und erwähnte es im Club Bentley gegenüber. Ich sagte ihm nur, dass ich morgen abend um dieselbe Zeit in einem kleinen entlegenen Flecken in der Heide, nämlich in Thugsby zu sein hoffte. Bentley spitzte sofort die Ohren. «Das ist ja drollig,» sagte er, indem er sich im Sessel vorbeugte und mich interessiert ansah, « weil nämlich ein Onkel von mir dort ganz in der Nähe wohnt.» « So ? » sagte ich. « Ja !» fuhr er, sich offenbar erinnernd, fort. «Ich kenne das Stückchen Erde sehr gut, jeden Zoll breit. Uebrigens», fragte er plötzlich, «Du weist doch hoffentlich, wie man am schnellsten hinkommt ? » « Ja,» antwortete ich, « es steht bereits fest, dass...» «Weil», fuhr Bentley ohne weiteres fort, « Thugsby nämlich sehr unbequem zu erreichen ist. Es liegt an einer Nebenstrecke und...» TLIPJC14ETNJ TBAU& u Miiinei) Diktate in und BIIKII, ausser Hause Aüe IIIIP, Rechnungsarten maschinell, rasch und korrekt durch C II Q MCTOflPfll " 7iilU0h zuverlässiges Personal. Konkurrenz- L. V. D. 99lllL I HUlUL , Llll lull lose Ausführung. Billigste Berechnung. Börsenstr. 10 (2 Lift) Tel. Uto 22.14 Sir Michaels Abenteuer. Roman ron K. 0. R. Browne. Copyright 1928 by Georg Müller, Verlag, München, (Fortsetzung vom Hauptblatt.) Der Zweisitzer und sein grosser Bruder hielten unter 3 der Terrasse. Mr. Moon half seiner Schwester aus dem Wagen und sie stiegen zusammen die Stufen hinauf. Als sie sich der Tür näherten, wurde diese von innen geöffnet. Mrs. Bytheway stand vor ihnen und blickte mit einem Gemisch von Genugtuung, Ueberraschung und Beunruhigung von einem zum andern. Genugtuung über die Rückkehr von Lady Fairlie, deren abschiedsloser Abgang, sie tief verletzt hatte; Ueberraschung, Mr. Moon in ihrer Gesellschaft zu sehen, und Beunruhigung, weil die Polizei bereits auf dem Wege hierher war. «Ich sah Sie aus meinem Schlafzimmerfenster», sagte sie lebhaft, «und eilte herunter. Mr. Moon, wie freue ich mich, Sie wiederzusehen. Ich wusste nicht, dass Sie ein Bekannter von & «Mr. Moon», erklärte Lady Fairlie, «ist mein Bruder.» Mrs. Bytheway schaute ^verständnislos drein. «Ihr Bruder? Aber — aber — dann muss er ja Sir Michaels Onkel sein! «Ganz richtig», bestätigte Sir Michaels Onkel. «Aber», wandte Mrs. Bytheway ein, «als Sie hier waren —» «Erwähnte ich es nicht? Das ist richtig. Denn, sehen Sie, er weiss es nicht.» «Weiss was nicht?» fragte Mrs. Bytheway verwirrt. «Dass ich sein Onkel bin.» Mrs. Bytheways Mund blieb offen stehen, wodurch sie Aehnlichkeit mit einem sterbenden Fisch bekam. Lady Fairlie kam ihr zu Hilfe. «Können wir ungestört mit Ihnen sprechen, Mrs. Bytheway? Dann wollen wir Ihnen alles erklären. Ich fürchte, es ist etwas kompliziert.» Mrs. Bytheway raffte sich auf. «Ja natürlich! Natürlich, Lady Fairlie. Bitte, kommen Sie in den Salon!» Dort nötigte sie ihre Besucher zum Sitzen, nahm selbst Platz und bemühte sich, intelligent dreinzuschauen. Lady Fairlie schaute ihren Bruder an und nickte. Mr. Moon räusperte sich. «Die Sache ist die, Mrs. Bytheway, Sir Michael weiss nicht, dass ich sein Onkel bin, weil er nicht Sir Michael ist.» «Wie, bitte?» «Der junge Herr, den Sie als Sir Michael Fairlie kennen, ist nicht Sir Michael Fairlie.» Mrs. Bytheways Mund stand wieder und noch weiter offen; ihre Augen quollen so weit hervor, dass zu befürchten war, sie würden gleich herausfallen. «Nicht Sir Michael?» wiederholte sie schwach. «Aber das ist ja lach — Sie haben ihn doch selbst gesehen, Lady Fairlie!» «Ja,» sagte Lady Fairlie, «aber ich habe ihn zwölf Jahre nicht gesehen und hatte keinen Grund zu einem Verdacht.» «Aber», stammelte Mrs. Bytheway, «es kann nicht sein — ich meine, ich weiss, dass er Sir Michael ist.» «Nun,» warf Mr. Moon ein, «weil Sie in seinem Besitz einen an Sir Michael adressierten Brief fanden. Den hat er gestohlen. Der wirkliche Sir Michael war vor ein paar Tagen bei mir, also muss ich es wissen.» Mrs. Bytheway sass da, als sei ihr ein schwerer Gegenstand aufs Haupt gefallen. Durch den Nebel kam ihr plötzlich ein Gedanke. «Aber — wenn das wahr ist — warum haben Sie es nicht gesagt, als Sie hier waren?» Mr. Moon sah etwas töricht drein. «Das war wohl unverzeihlich von mir, fürchte ich, aber tatsächlich bat mich mein Neffe darum.» «Ihr Neffe? Sie meinen —» «Den wirklichen Sir Michael.» Mrs. Bytheway schüttelte hoffnungslos den Kopf. «Ich verstehe nicht! Warum tat er das?. Wie konnte er es tun? Wo ist er?» «Hier», sagte Mr. Moon. «Mrs. Bytheway fuhr heftig zusammen und schaute sich hastig im Zimmer um. «Hier?» «Mein Neffe», erklärte Mr. Moon, ist der Sekretär Ihres Mannes. Mr. Bytheway bot ihm die Stelle an und er nahm sie, teilweise, weil er ein junger Esel ist, teilweise weil er Ihrem Gatten aus einer schwierigen Lage helfen wollte und hauptsächlich, weil er sich in die Gouvernante Ihrer kleinen Tochter verliebt hatte.» (Fortsetzung folgt,}