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E_1929_Zeitung_Nr.020

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Ein weiteres Vordringen

Ein weiteres Vordringen der Innenlenkung, der Allwetterkarosserie und die Standardisierung der Vierradbremsen waren die technischen Merkzeichen, die dem Salon 1926 sein charakteristisches Gepräge verliehen. Zum erstenmal überstiegen die Einnahmen 100,000 Franken. Die Bundesbahnen gaben in fünf Tagen 18,500 Billette für Salonbesucher aus, gegenüber 12,000 im Vorjahre. So glänzend schnitt der Salon in finanzieller Beziehung ab, dass den Ausstellern, obgleich die Mietpreise ermässigt worden waren, noch ganz erhebliche Rückvergütungen ausgerichtet werden konnten. Der Salon ' 1927 setzte die Erfolge seiner Vorgänger würdig fort. Er war, kurz gesaigt: ein Erfolg auf der ganzen Linie! Mit den üblichen Feierlichkeiten unter dem Ehrenpräsidium von Bundespräsident Motta eingeweiht, öffnete der sich mit einer imposanten Fassade präsentierende Salon seine Tore vom 4.—13. März. Der Ausstellungsraum bedeckte beinahe die gleiche Fläche wie im Vorjahre und umfasste 118 Aussteller. Die Eintrittsgelder beliefen sich auf 92,000 Franken, die Zahl der Besucher auf 112,000. Technisch prägte ex den Siegeszug des Sechszylinders und ein überwiegendes Durchsetzen der Innenlenkung — überflüssig zu sagen, dass die Vierradbremse das Feld behauptete. Einer der markantesten Züge war die stilvoll elegante Linie, die sich immer mehr bei allen Wagentypen ausprägt und die einfache Vornehmheit der Ausstattung. Der Salon 1928. Die Zweiteilung des Salons 1929 kann als Beweismerkmal für den imposanten Erfolg des Jahres 1928 angesehen werden. Der Salon 1928 dauerte vom 16.—25. März und beherbergte 233 Stände, die sich wie folgt verteilen: 100 Stände für Wagen, 46 für Motorräder, 8 für Pneus, 7 für Karosserien und 74 für Zubehör. Insgesamt besuchten 137,184 Der Genfer hat vor uns schwerblütigeren Deutschschweizern unbedingt das eine voraus: Die Fähigkeit der restlosen Hingabe. Dem Bürger der Stadt Calvins ist das Escaladefest « sein > Escaladefest und der Automobilsalon «sein» Automobilsalon. Diese Schlagworte legen die Tangenten an seine Tageseinteilung, ja sein ganzes Fühlen und Denken. So und nicht anders als der Basler, wenn der Zapfenstreich ihn zur Fastnachtszeit in der erschröcklichen Morgenfrühe aus dem Bette und gleichzeitig aus seinem seelischen Gleichgewicht wirft Aus dieser Einstellung Genfs, die von den Behörden bis hinunter zum radfahrenden Gamin die ganze Stadt beherrscht, ist das unglaubliche Interesse zu verstehen, das noch so vielen Tag auf Tag folgenden grossen Veranstaltungen entgegengebracht wird. Die Parole lautet: « Man muss mit dabei sein.» Dieser Popularität und Zugkraft erfreuen sich in ganz besonderem Masse die sportlichen Veranstaltungen. Nicht zuletzt aus dem Grunde, weil die Genfer als Bewohner der motorisiertesten Stadt unseres Landes die automobilistischen Leistungen leidenschaftlich verfolgen. Für den gewaltigen Strom von Miteidgenossen aus allen Teilen der Schweiz bildet der Automobilsport am Genfer Salon eine unentbehrliche Ergänzung der grossen Wagenschau. Die Erfolge der sportlichen Veranstaltung sind einer reibungslos arbeitenden Organisation zu verdanken. Die Genfer leben nicht nur dem Grundsatze nach «the right man in the right place », sondern sind auch, was das Entscheidende ist, in der Lage, «the right men» zu stellen. Das Zahnräderwerk der Organisation hat noch nie versagt. Die einzige Macht, vor der es, und zwar schon oft, ohnmächtig blieb, zur Ehre sei's gesagt, ist das Wetter! Wer ein regelmässiger Besucher der sportlichen Salontage ist, weiss von Wind, Regen und selbst Schneeflocken, kalten Füssen und Schnupfen, auf dem weiten Felde von Eaux Mortes ein Liedchen zu pfeifen! Zwei Veranstaltungen fesseln das sportliche Interesse: Die seit nunmehr 6 Jahren mit wachsendem Erfolg organisierte Sternfahrt und der Austrag des internationalen Kilometers, dessen Erstlingsfahrt auf das Jahr 1903 zurückgeht. Das Patronat und die Organisation der beiden erfolgreichen Veranstaltungen liegen, überflüssig zu bemerken, in den Händen des A. C. S. Ein Blick auf die Entwicklung der beiden Events ist ebenso interessant wie schlagend für die heutige Bedeutung. Wir lassen nachfolgend dem Chronisten das Wort: Die erste Sternfahrt wurde 1923 unter der Organisation der Sektion Genf des A. C. S. durchgeführt. Diese Erstlingsfahrt umfasste folgende Routen: Personen den Salon 1928. Der Platzmangel war so bedeutend, dass ein neuer Anbau erstellt werden musste, der eine Fläche von rund 1000 m 2 belegt. An der Eröffnung vertraten Herr Minger und Herr Walther, Präsident und Vizepräsident des Nationalrates, sowie die Herren Savoy und Wettstein, Präsident und Vizepräsident des Ständerates, unsere Landesbehörden. Die Eröffnungsreden hielten Herr Robert Marchand, als Präsident des Onganisationskomitees, Herr Savoie. als Vertreter der Bundesbehörden, und Herr Moriaud, als Regierungspräsident von Genf. Die Ausstellung 1928 wies in technischer Beziehung keine sensationellen Neuheiten auf. Immerhin konnte man bedeutende Fortschritte in der Konstruktion des Motors und der Karosserie beobachten. In erster Linie zeigte sich, dass der Sechszylinder gewaltig an Boden gewann. Auch der Achtzylinder hat bei einer vermehrten Zahl von Modellen Eingang gefunden. Eine grössere Anzahl von Modellen ist zum Blockmotor übergegangen. Unter dem Einfluss der amerikanischen Industrie war bei den europäischen Wagen eine Zunahme der Batteriezündung zu verzeichnen. Zahlreiche Neuerungen fand man unter den Zubehör-Gegenständen. Die Benzin-, Oel- und Luftfilter, die früher nur als Zubehör betrachtet wurden, werden nun immer mehr zur Standard-Ausrüstung verwendet. Daneben konnte man in den Zubehörartikeln, speziell in der elektrischen Ausrüstung des Wagens, Neukonstruktionen bemerken, die den Komfort und die Sicherheit des Fahrens in hohem Masse unterstützen. Durch die Zweiteilung des Salons 1929 wird sich das allgemeine Bild stark verändern. Der Zudrang an Ausstellern kann heute schon als sicheres Omen für den Erfolg des 6. Genfer Salons angesehen werden, wenn auch eine Teilung im ersten Male immer Schwierigkeiten in sich ziehen muss. der Organisation Die grossen Genfer Sporttage Die Geschichte der Sternfahrt. Zürich—Neuenhurg—Genf (287 km); Basel— Neuenburg—Genf (252 km); Luzern—Ölten—Genf (270 km); Bern—Neuenburg—Genf (256 km); Neuenburg—Bern—Neuenburg—Genf (273 km); Lausanne —Bern—Neuenburg—Genf (273 km). 27 Konkurrenten starteten; die sechs ersten Plätze im Klassement wurden wie folgt belegt: 1. A. Gut, Luzern (Fiat), 77,5 Punkte; 2. A. Favre, Martigny (P. N.), 75 P-; 3. J. Zimmermann, Luzern (Laurin et Klem), 71,5 P.; 4. F Bcnvin, Martigny (Fiat), 71 P.; 5. A. Orsat, Martigny (Minerva), 69 P.; 6. G. Lathion, Martigny (Chandler), 69 P. 1926 Heute kann man es kaum als möglich erachten, dass vor drei Jahren nur 15 Konkurrenten die Sternfahrt bestritten. Trotz der kleinen Beteiligung war der touristische Erfolg gross. Zwischen Rolle und Prangins fand als Neuerung eine Kilometerprüfung mit stehendem Start und Ziel statt. Resultate: Resultate für 1926. 1. Haas, Luzern (Delage), 74 Punkte; 2. Devegney, Zürich (Fiat), 66,5 P.; 3. Bucher, Luzern (Benz), 64 P.; 4. Grandjean, Martigny (Benz), 63 P.; 5. Pierrehumbert, Neuenburg (Bianchi), 62,5 P.; 6. Friedrich, Zürich (Bugatti), 59 P. Der Wanderbecher fiel der Luzerner Sektion zu und der erstmals ausgetragene Damenpreis Frl. Terrier auf Renault, welche in Lausanne gestartet war. Die beste Zeit des Kilometer arrete stellte Herr Friedrich (Zürich) auf Bugatti auf. 192.7 starteten 29 Konkurrenten. Das Reglement wurde auf Grund neuer Prinzipien abgeändert und sah weder Zylinderinhalt noch die Zahl der Mitfahrer vor. Die Fahrrouten wurden neu ausgearbeitet und bis zum Augenblick des Startes geheimgehalten. Die einzuhaltende Durchschnittsgeschwindigkeit wurde auf 35 Kilometer angesetzt. Resultate: Resultate für 1927: 1. F. Meyer, Martigny (F. N); 2. W. Ruckstuhl, Bern (Chiribiri); 3. H. Baermann, Luzern (Ajax); 4. H. Boehlen, Luzern (Citroen; 5. J. Dubuis, Martigny (Wills-St-Claire); 6. Bohne, Basel (Delaunay). 192a endlich, war die Salon-Sternfahrt ein Triumph ohnegleichen. 87 Konkurrenten hatten sich aus allen Teilen des Landes nach Genf aufgemacht, wovon 83 das Ziel erreichten. Eine gewaltige Menschenmenge erwartete die Sternfahrer, denen Petrus die wärmsten Sonnenstrahlen zur Begrüss-ung entgegensandte. Die Fahrrouten waren denkbar einfach gewählt. Die Zürcher folgten der grossen Strasse Basel-Solosthurn, um über BernnFreiburg - Bulle - Ohätel - St. Denis - Vevey zu erreichen. Alle andern Equipen, mit Ausnahme von Lausanne und Martigny, die sich erst in Bern anschlössen, stiessen in Sofothurn auf ucr Uigiuusauon: jttooeai. iviarchand, Präsident des Salons 1929 (links). Pierre Maurice Golay, Generalsekretär (rechts) 1. F Koch aus Luzern (Fiat), 59 Punkte. 2. A. Schmid aus Zürich (Talbot), 58 Punkte. 3. Wurzer aus Zürich (Puch), 52 Punkte. 4. Segessemann aus Neuchatel (Fiat), 50 Punkte. 5. J Bucher aus Luzern (Benz), 49 Punkte. 6. G. Wettler aus Zürich (Aga), 48 Punkte. 1924 kam zu den Routen des Vorjahres noch die Strecke St. Maurice-Murten-Neuenburg-Genf (290 km) hinzu. Wie im Vorjahre, schwankten die Distanzen der zurückzulegenden Strec' > zwischen 270 und 290 km, die Stundenmiu.i zwischen 30 und 35 km. Die Strecken blieben dieselben wie im Vorjahre. In diesem Jahre kam erstmals der Wanderbecher für Sektionen zum Austrag. 15 Teilnehmer machten sich auf die Reise; nachfolgend die sechs ersten Resultate: 1. E. Koch aus Luzern • (Fiat), 82,8 Punkte. 2. Dr. R. Kranz aus Zürich (Austro-Daimler), 82 Punkte. 3. J Wegener aus Martigny (Fiat), 77 Punkte. 4. F Grandjean aus Martigny (Benz), 74 Punkte. 5. C. Schmidt aus Zürich (Talbot), 71,6 Punkte. 6. Dr. E. Anderes aus Zürich (Minerva), 68 Punkte. Der Wanderbecher wurde von der Sektion Wallis gewonnen. 1925 wurde ausser der Sternfahrt ein Concours d'Elegance ausgetragen. Die Beteiligung von 34 Fahrern war für damals ein blendendes Resultat. Der von Herrn A. Dufour, Zentralpräsident des A. C. S., im Vorjahre gestiftete Wanderbecher kam erneut zum Austrag und fiel zum zweitenmal der Sektion Wallis zu. Resultate: AUTOMOBIL-REVUE 1929 — N° 20 nach die Kolonne. Von Bern nach Genf folgten alle der gleichen Strasse. Resultate für 1928: 1. J. Fortmann, Bern (Farman); 2. R. Geishüsler, Luzern (Talbot); 3. E. Thommen, Bern (Oak)and); 4. B. Pierrehumbert, Le Locle (Hispano-Suiza); 5. J. Levailleant, Le Locle (Buick); 6. L. Vuagniaux, Prilly (Vermorel). Der Wanderbecher wurde von der Sektion Bern errungen. Und dieses Jahr? Stellte der verblüffende Nennungserfolg des letzten Jahres nur ein ausserordentliches Ereignis dar oder war er ein Markstein in der Entwicklung der Genfer Sternfahrt? Werden die Berner wiederum — man hat von ihren peinlichen Vorbereitungen gehört — den Wanderbecher des Interclub-Wettbewerbes gewinnen? Das sind die Fragen, die sich uns angesichts der nächsten Fahrt aufdrängen. Zur Stunde steht fest, dass das Interesse der Clubs demjenigen des letzten Jahres nicht nachsteht. Die Organisatoren rechnen denn auch schon mit einer annähernd so hohen, wenn nicht höheren Konkurrentenzahl. Was den Interclub-Wettbewerb anbelangt, darf behauptet werden, dass die Berner ihre errungene Trophäe bis aufs Messer verteidigen werden. Man sieht: Die Fahrt vom nächsten Samstag wird ein Sensationellen, vielleicht auch eine Sensation!. Die Geschichte des internationalen Kilometers. Die Anfänge dieser, zum Unterschiede von der Sternfahrt, nationalen und internationalen Veranstaltung, gehen, wie bereits erwähnt, auf den 18. Mai des Jahies 1903 zurück. 26 Jahre! Das reiht ein automobilistisches Rennen zu den Patriarchen des Motorsportes ein. Damals war die Bestzeit von 90 km in der Stunde eine ausserordentliche Glanzleistung. Ermutigt durch jene erste Veranstaltung iess der A. C. S. 1904 eine zweite Auflage folgen; die beste Leistung stieg auf 115 km. Trotz dieser beiden ersten Erfolge wurde von weiteren Durchführungen des Kilometer- Lance bis 191h zugunsten der Bergrennen abgesehen. Dem T. C.S., Sektion Genf, gebührt das Verdienst, das Kilometer-Lance am 29. Oktober 1911 wieder neu erstanden lassen zu haben. Nigg auf Fiat erreichte hierbei die 145-km-Marke. Von neuem für zwei Jahre ruhen gelassen, organisierte die Sektion Genf des A. C. S. am 26. April des in der Geschichte Europas denkwürdigen Jahres 1914 das vierte Lance zu Ehren der « Tour de France-Automobile », als dessen Kopf-Etappe Genf ausersehen war. Die Veranstaltung wurde als Lance mit stehendem Start durchgeführt, deren Resultate selbstverständlich mit denjenigen des Lance nicht verglichen werden können. Die zahlreiche Beteiligung erforderte damals schon die Schaffung zweier Klassen: einer Tourenwagen- und einer freien Kategorie ohne Einschränkung. Von 1914 bis 1923 verunmöglichten die Kriegs- und Nachkriegsjahre eine Durchführung. Neun Jahre später, also 1923, brachten die hochpotenten Motoren dem Lance ein ganz besonderes Interesse. Rene Thomas erreichte auf Delage eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 169 km. In diesem Jahre wurde das Lance zum erstenmal in beiden Richtungen gefahren. 1924 trug Thomas auf Delage seinen Rekord vom Vorjahre auf 203,700 km hinauf und 1925 verwirklichte sein Markenkamerad Divo 200 km pro Stunde. 1926 vereinigte die Nennungsliste die besten in- und ausländischen Fahrer und Marken. Leider beeinträchtigte ein scheussliches Wetter das Rennen, welches damals im Vereine mit der U. M. S. organisiert wurde. Nichtsdestoweniger stellten die gefahrenen Zeiten erstklassige Leistungen dar. Die beste Zeit sicherte sich Kracht auf Bugatti mit einem Stundenrhittel von 166,660 km. Das Rennen von 1927 wurde bei grauem, unheilverkündendem Himmel und bissigem Winde gestartet. Scheibler auf Fiat, welcher den Reigen der Tourenwagen eröffnete, brachte es auf 90 km, dies war das Signal, dass die Veranstaltung keine grossen Rekordstürze bringen würde. Friedrich auf Bugatti stellte bei den Zweilitem mit 105 km die beste Zeit auf. Bei den Achtliter-Tourenwagen holte der unter dem Anonym « Zero » startende Fahrer aus seinem Delage-Wagen 123 km heraus. Hürlimann auf Mercedes-Kompressor-8-Liter war es indessen vorbehalten, mit 143,426 Kilometern die beste Zeit der Tourenwagen nach Hause zu fahren. In der Sportwagenkategorie konnte sich Gacon auf Amilcar 1100 cem mit 102 km die beste Zeit seiner Klasse sichern. Erster der 1500 cem wurde Karrer auf Bugatti mit 121 km Stundenmittel. Der Sportmann Weber sprach mit seinem Bugatti bei den Zweilitern das entscheidende Wort und setzte den Rekord der Klasse auf 140 km. Bei den Dreilitern verbesserte Hürlimann auf Sunbeam den Rekord des Vorjahres und sicherte sich durch seine Leistung die beste Amateurzeit der Sportwagen. Bei den Fünflitern stellten sich drei grosse Asse auf drei nicht minder berühmten Marken dem Starter: Rigal (Peugeot), Delmar (Steyr), Pollack (Panhard). Delmar erledigte seine Angelegenheit im 160-km-Tempo, was ihm die beste Zeit der Sportwagen und den einzigen Kategorienrekord des Tages sicherte. Der mit Spannung erwartete Austrag der Rennwagen litt unter einem heftigen Regenschauer. Obwohl es wie mit Kübeln goss, hezte der Franzose Martin auf Amilcar seinen Wagen im 166,167-km-Tempo über die Pfützen der Rekordstrecke. Damit trug er die beste Tageszeit in das goldene Buch des Kilometer-Lance ein. Benoist, welcher noch im Laufe des gleichen Jahres bekanntlich den Weltchampionnatstitel errang, gab seinen angekündigten Rekordversuch infolge des heftigen Regens auf. Benoist verschob seinen Start auf den Montag und stellte dann auch einen prächtigen Rekord auf: 209 km 092! Das KUometer- Lance war durch eine neue glanzvolle Leistung gekrönt. Das Rennen von 1928. Wiederum das Glückswetter, das schon der Sternfahrt zu restlosem Gelingen verholfen

N° 20 — 1929 AUTOMOBIL-FEVUK hatte! Die Tribüne mit ihren 300 Plätzen war ausverkauft, halb Genf säumte die Strasse von Eaumortes. Wie üblich starteten zuerst die Tourenwagen im Nationalen Rennen. Die Erstplacierten in den verschiedenen 'Klassen waren folgende Fahrer: 750—1100 ccm: Rouviere auf Fiat; 1100 bis 1500 ccm: Scheibler auf Fiat; 1500 bis 2000 octn: Keller auf Pignant; 2000 bis 3000 ccm: Perrotin auf Talbot; 3000 bis 5000 ccm: J. Bütikofer auf Martini, beste Zeit der Tourenwagen. Im allgemeinen ist zu sagen, dass in der Hinfahrt schneller gefahren wurde als in der Rückfahrt. Der schöne Erfolg der Martini-Wagen mit einem Stundenmittel von 118,421 km setzte der siegenden Schweizer Industrie ein glänzendes Zeugnis aus. Bei den Sportwagen ging es hart auf hart Schon Favre auf Alfa Romeo schlug die beste Zeit der Tourenwagen. Freuler auf Steyr, 8-Zylinder, musste sich vor Gacon auf Martini, 4,4 Liter, der mit einem Mittel von 151,261 km die beste Zeit der Sportwagen erzielte, geschlagen bekennen. Schlotterbeck auf Stutz kam knapp mit 2 Sekunden Mehrzeit ein. Bei den Rennwagen sind es grosse Namen: Karrer auf Bugatti, Probst auf Bugatti, Stuck auf Austro-Daimler und t Huldreich Keusser, unser grosser Kämpe, der zum letzten Male in Genf starten und die Trophäe der Automobil-Revue gewinnen sollte. Sein letztes grosses Rennen auf Schweizerboden, ehe ihn das tragische Schicksal am Buckower Uniglückstag erreichte, zeigte ihn noch einmal als den grossen Meister des Volant: Mit 182,370 km fuhr er nicht nur die beste Zeit der Rennwagen-Kategorie im nationalen Rennen, sondern die beste Zeit des Tages überhaupt! Einen lebendigeren Denkstein hätte sich der grosse Sportmann in der Geschichte des schweizerischen Automobilismus nicht setzen können. An ihn werden wir dieses Jahr zu denken haben, wenn die Rennwagen aufheulend über die Strecke fliegen... Eine ganz ausgezeichnete Zeit landete der IBerner Probst mit einem Mittel von 171,429 Kilometern. Das internationale Rennen. hatte besondern Wert als Vergleich der Verbesserung einzelner Leistungen — neue Wagen sah man nur wenige am Start. In der Sportwagenkategorie — das internationale Reglement kennt bekanntlich die Tourenwagen-Kategorie nicht — siegte in der 750- bis 1100-ccm-Klasse Cornara auf Fiat, in der 1100—1500-ccm-Klasse Gallay auf Ceirano (beide im Alleingang), in der 3000—5000-ccm- Klasse Freuler auf Steyr. In der 5000—8000- ccm-Klasse schaffte der Deutsche von Wenzel-Maosau auf Mercedes-Benz mit 170,616 Stundenkilometern die beste Zeit der Sportwagen. Auch im internationalen Rennen war das Feld der Rennwagen nicht sehr stark besetzt, d. h. quantitativ gesprochen. Qualitativ boten die Essais von Martin auf Amilcar, der mit 179,730 km die beste Zeit des internationalen Rennens erreichte, die Gräfin Einsiedel auf Bugatti - Kompressor (148,76 km, Damenpreis), E. Probst, Bugatti, Heusser, Bugatti, und Stuck, Austro-Daimler, welche alle mit der Routine der grossen Kanonen auf der Strecke lagen, einen seltenen Genuss. Der Kilometer 1929. Dieses Jahr bringt schon insofern eine Ueberraschung, als an Stelle eines Kilometer- Lance ein Kilometer-ArrSte zum Austrag gelangt. Nicht zum erstenmal, wie man glauben dürfte; ein Blick auf die Chronik zeigt, dass schon im Jahre 1914 der Kilometer mit stehendem Start bestritten wurde. Die Ursache für diese Aenderung liegt hauptsächlich im Zustande der Rennstrecke, die ein Rennen mit stehendem Start als angebrachter erscheinen lässt. Ueber das Reglement, die Organisation und die Nennungen haben wir in den laufenden Nummern bereits eingehend orientiert. So viel steht fest, dass das Rennen mit stehendem Start an Interesse hinter demjenigen mit fliegendem Start nicht nachstehen wird, bildet doch gerade der Moment des Startens, welcher vorher der Grosszahl der Zuschauer entzogen war, eine aufregende Situation. Noch sind die Nennungen nicht abgeschlossen Wir werden in einer unserer nächsten Sondernummern eine vollständige Liste der Konkurrenten veröffentlichen und von den letzten fieberhaften Vorbereitungen der Organisatoren zu berichten haben. Am Freitag öffnet der Genfer Salon seine Tore. Das ist gleichzeitig das Signal zum Auftakt der schweizerischen Sportsaison 1929. V. Der Automobilsalon (Personenwagen) von Kopenhagen hat am 3. März seine Pforten geschlossen. Trotz den schwierigen Verkehrsverhältnissen infolge des strengen Winters verzeichnete die Ausstellung eine Besuchsziffer von 75 000. U. Die erste Liste der Eingeschriebenen für die Sternfahrt 1929. Die Genfer Sternfahrt steht dieses Jahr unter nicht allzu günstigen Umständen. Der ausserordentlich strenge Winter hält einen Teil von Fahrern vor der Einschreibung ab. Sicher ist, dass die Strassen zurzeit noch nicht in einem idealen Zustande sind. Mit Erstaunen wird man feststellen, wie gross trotz alledem die nachfolgende Liste der Konkurrenten, 24 Stunden vor Nennungsschluss, ist: Dr Imfeld. Lucerne Buick Ernest Senn, Lucerne Chrysler Milly Bexger-Scherrer, Lucerne Fiat Ed. Leimgruber. Luceme Packard Walther Geiser. Huttwil Studebaker Thomas Willy. Lucerne Ford U. Forbrich, Lucerne Farman Otto Ulrich, Lucerne Erskine Ch. Bandi, Le Locle Buick Bern. Pierrehumbert. Le Locle Hispano-Suiza L. de Loriol, Geneve Hupmobile Ernest Buri. Geneve Delage Jules Devegney, Geneve Fiat Fritz Rez. Thoune Packard Ed. Theilkaes, Frutisen Falcon-Knight Alfred Gehrig, Thoune Marmon Ernest Schmid. Berne Peugeot F Buchler, Berne Hupmobile Walther Ruckstuhl. Langenthai Voisin Conrad Hamberger, Oberried Citroen Ch. Gossweiler. Berne Hispano-Suiza E. Thommen, Oslermundigen Oakland Hermann Moser. Frutigen Bugatti Arthur Hoffmann. Thoune PackaTd Henri Schmidt, Berne Hupmobile Walther Merz, Bümplitz Fiat Ernest Frankhauser. Berne Amilcar Gaston Prival. Berne Hupmobile M. Pfister, Winterthour Victorv Elias Sturzenegger, Berna Graham-Paige R. Hilfiker, Berne Hupmobile W. Wehrli, Berne Chrysler Hans Brägger, Berne Fiat K. Fortmann. Berne Farman Werner Huber, Berne Fiat Robert Loosli, Spiez Lancia; Hermann Maeder, Baden Talbot Paris—Nizza. Saurer bleibt dem grossen Kriterium treu. Heute früh begann die klassische touristische Prüfung Paris-Nizza. Wie alljährlich ist die Zahl der Konkurrenten gross. Nicht weniger als vier Nationen sind vertreten: Frankreich mit Bugatti, Chenard-Walker, Amilcar, Talbot, Rosengart, Hotchkiss, Rally, Micha! und Salmson; Amerika mit Chrysler, Oakland und Graham Paige; Italien mit Alfa- Romeo und Lancia. Die Schweiz, last but not least, mit Saurer. erhöht werden. Wir wissen, dass Saurer ein Habitue dieses Kriteriums ist und seine Beteiligung jeweilen immer zu einem Siege zu gestalten wusste. Der Fahrer Lamberjack ist zu einer obligatorischen Figur am Paris-Nizza geworden. Seine rasante Fahrt hat unserem Saurerwagen das geflügelte Wort «Omnibus mit Schnellzugsgeschwindigkeit» verschafft. Die Etappen sind kurz folgende: 11. März: Paris-Vichy; 12. März: Vichy-Lyon; 13. März: Lyon-Grenoble (Lance über drei Kilometer auf der Strasse Pont de Cluix); 14. März: Grenoble-Nizza. Am 15., 16. und 17. März finden Gebrauchsprüfungen statt, die im bekannten Bergrennen von La Turbie ihren Abschluss finden, v. Das Programm des Eröffnungstages des Genier Salons haben wir bereits veröffentlicht. Bekanntlich steht die Automobilschau unter dem Patronat von Herrn Bundesrat Schulthess. Dem Ehrenkomitee gehören weiterhin an: Herr J. Boissonnas, Präsident des Conseil d'Etat de la republique et canton de Geneve; Herr Regierungsrat Naef, Genf; die Herren C. J. Megevet, Präsident der schweizerischen Syndikatkammer der Automobilund Fahrradindustrie; C. Schlotterbeck, Präsident der schweizerischen Automobilhändler und Garagisten; A. Dufour, Präsident des Schweizer. Automobil-Clubs; Dr. Henneberg, Präsident des Schweizer. Touring-Clubs; H. Waetjen, Präsident der Union schweizerischer Motorlastwagen. Immer noch keine Entscheidung! Kürzlich ist die Meldung durch die Presse gegangen, dass die A. I. A. C. R. in Paris den Antrag des A. C. S. abgelehnt habe, das Datum des Internationalen Klausenrennens 1929, das im Oktober 1928 auf den 17. und 18. August 1929 angesetzt worden ist, abzuändern. Es zeigt sich, dass der nationalen Sportkommission bis anhin noch kein bezüglicher Bescheid zugekommen ist und dass somit ein Entscheid in dieser Frage noch aussteht. Es ist wohl höchst bedauerlich, dass man heute, anfangs März, über das definitive Datum der wichtigsten schweizerischen Automobilveranstaltung immer noch nicht orientiert ist. Trotzdem die organisierenden Sektionen Glarus, Uri und Zürich im Oktober 1928 als Datum die Tage des 10. und 11. August 1929 in Vorschlag gebracht haben, ist dann das Rennen aus unbekannten Gründen Das Publikum erklärt den grösseren Hudson an Ausstellungen u. auf Probefahrten als eine Glanzleistung in ieder Beziehung. Die Verkäufe des neuen Modells sind so gestiegen, dass die Fabrik eine erhebliche Produktionserhöhung uorbereiten musste. Die Wünsche und Erfahrungen uon über einer Million Super-Six- Besitzf-m tuaren mitbestimmend am Bau des Modells 1929 Wir laden Sie zu einer unverbindlichen Probefanrt ein, denn auch Sie lernen gerne diesen vollkommenen, modernen Wagen kennen. 14 Modelle auf 2 Chassislänqen, inkl. Stoßstangen und 4 Stossdämpfern Die Ehrentafel. Um das Klausenrennen. Zweimal in einem Monat musste die uorgesehene Produktion des neuen, grösseren Fr. 13,500 bis Fr. 19,500. BASEL* ZÜRICH-BERN vom schweizerischen Vertreter in Paris für den 17. und 18. August 1929 im internatio^ nalen Automobilsportkalender 1929 eingetragen worden, trotzdem sich dieses späte Datum erfahrungsgemäss für das Klausenrennen aus verschiedenen Gründen wenig eignet und für die nämliche Zeit (12. bis 18. August) die Internationale Alpenfahrt vorgesehen war und auch am 17. August die englische Tourist Trophy stattfindet, zu welchem Rennen Mercedes und Alfa Romeo und wohl auch Delage und Bugatti ihre Nennungen abgeben werden. Zudem finden vom 11. bis 18. August 1929 die Radweltmeisterschaften in Oerlikon statt, welche Datenkollision im Interesse beider Veranstaltungen naturgemäss vermieden wer-, den sollte. Es war daher begreiflich, wenn die mit der Organisation des Rennens beauftragten drei Sektionen bereits im November 1928 eine Verschiebung des Datums des Klausenrennens beantragten, wobei als neues Datum der 3.-4. August oder der 10.-11. August 1929 in Betracht kamen. Dass diese Datumneuansetzung bis heute noch nicht vorgenommen werden konnte, ist etwas unbegreiflich, und es ist nur zu wünschen, dass diesbezüglich baldmöglichst eine definitive Abklärung erfolgt, damit die Propaganda für das Rennen noch rechtzeitig einsetzen kann. Denn es wäre doch jammerschade, wenn das Klausenrennen als grösstes Bergrennen Europas auch dieses Jahr nicht zur Austragung gelangen und so die Schweiz eines prächtigen sportlichen Ereignisses nochmals verlustig gehen sollte. Nachdem von deutscher Seite aus intensive Anstrengungen unternommen werden, um 1929 eine europäische Bergmeisterschaft mit den Freiburger Bergrennen, Arlbergrennen und Klausenrennen zu schaffen, so sollte um so mehr eine Lösung gefunden werden können, die jede Datenkollision zum voraus vermeidet und den Erfolg des Klausenrennens 1929 sicherstellt. Der internationale Sportkalender hat ge-* rade dieser Tage einige Datumänderungen ausländischer Rennen erfahren. Nur mit der Neuansetzung des Datums des Klausenren^ nens will es nicht vorwärts gehen. Wo fehlt es? s. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, sind Bestrebungen im Gange, dem Internationalen Klausenrennen nun doch noch einen günstigen Termin zu sichern. Zurzeit verhandelt der Automobil-Club der Schweiz; mit verschiedenen befreundeten Clubs, um durch Auslegung gewisser Rennen in dem der Schweiz benachbarten Ausland den von der Schweiz gewünschten Termin frei zubekommen. Es beste Hoffnung, das wertvolle Rennen in diesem Jahre durchzuführen. Segrave stürzt Weltrekorde. 125,9 Stundenkilometer... Der englische Automobilrennfahrer Major Segrave, der zurzeit in Florida weilt und hier Vorbereitungen zu seinem Weltrekordversuch mit dem Automobil trifft, stellte jetzt «zur Abwechslung» am Strand von Dayton Beach einen neuen Weltrekord mit dem Motorboot auf. Er erreichte ein© mittlere Stundengeschwindigkeit von 125,9 Kilometer. Der Rekordversuch wurde mit dem Boot «Miss England» unternommen. Der Verweltungsrat des T.C.S. tagt während dem Salon. Wie bereits berichtet, werden am 16. März die leitenden Köpfe des Schweizer. Touring- Clubs unter Vorsitz von Zentralpräsident Dr. Henneberg im Genfer Palais des Clubs zusammentreten. Bereits haben alle Sektionen ihre Präsidenten oder deren Stellvertreter abgeordnet. Die Verwalter des Touring-Clubs werden ausser den grossen administrativen Fragen, die die Lenkung eines so mächtigen Clubs, wie der T. C. S. bedingt, sich vorwiegend mit der Strassenliga und dem touristischen Grenz- und Hilfsdienst zu befassen haben. :-: Ausländische Automobil-Clubs in der Schweiz. Die Schweiz erhält im April den Besuch zweier deutscher Automobil-Clubs. Der Deutsche Automobil-Club (D. A. C.) führt eine Fahrt nach der französischen Riviera über Bruxelles, Paris, Lyon, Marseille, Nizza aus und gelangt auf der Rückfahrt via Genua, Mailand nach Lugano, um dann andern Tags über Bellinzona, Biasca, Airolo (Transport der Autos durch den St. Gotthardtunnel), Göschenen, Altdorf, Brunnen, Zug nach Zürich zu fahren. Anderseits unternimmt der •Württembergische Automobil-Club in Stuttgart im April eine Fahrt nach Italien und geht die Reiseroute auf der Hinfahrt via Zürich, Unsere Sondernummern 13. März : Nr. 21 15. » => 22 16. » » 23 18. * > 24 20. » » 25 21. » » 26 Die Inserenten 22. sind » in ihrem »27 eigenen Interesse gebeten, ihre Aufträge baldmöglichst einzusenden. Verlag und Redaktion.